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Giovanni Riccioli

Giovanni Riccioli

Giovanni Battista Riccioli oder Giambattista Riccioli (
- 17. April 1598 in Ferrara; † 25. Juni 1671 in Bologna) war ein italienischer Theologe (seit 1614 Jesuit) und Astronom. Bevor er sich ganz der Astronomie zuwandte, lehrte er viele Jahre an den Universitäten von Parma und Bologna Philosophie und Theologie.

Theologe und Astronom

Giovanni Riccioli war, wie schon Aristoteles und Ptolemäus, ein Verfechter des geozentrischen Weltbilds, in dem die kugelförmige Erde im Zentrum des Universums von allen Himmelskörpern, wie Sonne, Mond, und Planeten, auf konzentrischen Kreisbahnen umrundet wird. Wie viele andere Astronomen seiner Zeit versucht auch Riccioli Beweise gegen das von Nikolaus Kopernikus, Johannes Kepler, und Galileo Galilei postulierte heliozentrische Weltbild zu finden und stützt 1651 mit seinem mehrbändigem Werk: Almagestum novum astronomiam ... die beiden päpstlichen Dekrete gegen das kopernikanische Weltbild von Papst Paul V. 1616 und von Papst Urban VIII. 1633 und somit die Inquisition. Noch heute bekannt ist dieses Werk wegen der veröffentlichten Mondkarte. Die Kartierung des Mondes basierte auf Beobachtungen mit dem Teleskop, die er und sein Assistent Francesco Maria Grimaldi machten und viele Formationen erhielten Namen, die noch heute gültig sind. So wurden markante Punkte auf dem Mond nach berühmten Astronomen, Wissenschaftlern und Philosophen benannt, die hellen Bereiche wurden als "Terrae" (Plural von lat. terra, Land), die dunklen Bereiche (in der Annahme von Wasser) als "Maria" (Plural von lat. mare, Meer) bezeichnet. Johannes Hevelius hatte in seiner wichtigsten Publikation, der Selenographia von 1647, bereits Begriffe wie "Ozean", "Golf", "Meer", "Berg" eingeführt, um verschiedene lunare Objekte zu kennzeichnen.

Arbeiten und Entdeckungen

1650 ist Giovanni Riccioli der erste Mensch, der einen optischen Doppelstern beschreibt - Mizar und Alkor in der Mitte der Deichsel des Sternbilds Großer Bär (Großer Wagen, Ursa major). Des Weiteren entdeckte er die Schatten der Jupitermonde auf dem Jupiter. Er machte auch Beobachtungen der Saturn-Ringe, allerdings blieb es Christiaan Huygens vorbehalten deren wahre Natur zu erkennen und zu beschreiben. Darüberhinaus arbeitete Riccioli an einer Methode zur Messung des Sonnendurchmessers und er war ein überzeugter Verfechter des gregorianischen Kalenders.

Namensgeber

Zu Ehren von Giovanni Riccioli wurden zwei Mondstrukturen nach ihm benannt:
- der Riccioli Krater mit den Koordinaten 3° 18' Süd / 74° 36' West und einem mittleren Durchmesser von 139 km; die Benennung erfolgte durch die Internationale Astronomische Union (IAU) im Jahre 1935;
- die Riccioli Rillen (Rimae Riccioli) mit den Koordinaten 2° 00' Süd / 74° 00' West und einem mittleren Durchmesser von 400 km; die Benennung erfolgte durch die IAU im Jahre 1985 nach dem benachbarten Krater.

Publikationen (Auswahl)

Astronomie


- Geographicae crucis fabrica et usus ad repraesentandam ... omnem dierum noctiumque ortuum solis et occasum, Bologna 1643;
- Almagestum novum astronomiam veterem novamque complectens observationibus aliorum et propriis novisque theorematibus, problematibus ac tabulis promotam, Bd. I-III, Bologna 1651;
- Geographiae et hydrographiae reformatae libri duodecim, Bologna 1661 (2. Auflage, Venedig 1672);
- Astronomia reformata, Bd. I-II, Bologna 1665;
- Vindiciae calendarii Gregoriani adversus Franciscum Leveram, Bologna 1666;
- Apologia R.P.Io. Bapt. Riccioli Societatis Iesu pro argumento physicomathematico contra systema Copernicanum, Venedig 1669;
- Chronologiae reformatae et ad certas conclusiones redactae tomus primus, Bd. I-III, Bologna 1669;
- Tabula latitudinum et longitudinum, Wien 1689.

Theologie


- Evangelium unicum Domini nostri Jesu Christi ex verbis ipsis quatuor Evangelistarum conflatum ..., Bologna 1667;
- Immunitas ab errore tam speculativo quam practico definitionum S. Sedis Apostolicae in canonizatione Sanctorum ..., Bologna 1668;
- De distinctionibus entium in Deo et in creaturis tractatus philosophicus ac theologicus, Bologna 1669.

Weblinks


- [http://www.adlerplanetarium.org/learn/history/astronomers/riccioli02.ssi Mondkarten nach Hevelius und Riccioli]
- Riccioli, Giovanni Riccioli, Giovanni Riccioli, Giovanni Riccioli, Giovanni Riccioli, Giovanni Riccioli, Giovanni

17. April

Der 17. April ist der 107. Tag des Gregorianischen Kalenders (der 108. in Schaltjahren) - somit bleiben 258 Tage bis zum Jahresende.

Ereignisse


- 1492 - Columbus erhält von Isabella I. von Kastilien und Ferdinand II. von Aragón die Erlaubnis und finanzielle Unterstützung zu seiner ersten Entdeckerreise aufzubrechen und damit Gewürze aus Indien zu besorgen. Gewürze
- 1895 - Der Frieden von Shimonoseki beendet den Ersten Japanisch-Chinesischen Krieg.
- 1945 - Befreiung des kroatischen Konzentrationslagers Jasenovac durch jugoslawische Partisanenverbände.
- 1945 - Im Wiener Schottenstift wird die Österreichische Volkspartei gegründet.
- 1956 - In Bulgarien wird Anton Jugov Regierungspräsident.
- 1958 - Die erste Weltausstellung seit 1939 wird in Brüssel eröffnet. Das aus diesem Anlass gebaute Atomium wird zum Wahrzeichen der Stadt.
- 1961 - Die Invasion Kubas an der Schweinebucht, durchgeführt von Exilkubanern unter der Regie der CIA und von der US-Army unterstützt, beginnt und scheitert vier Tage später.
- 1969 - Alexander Dubček muss – als Vater des "Prager Frühlings" – seine Funktion als Chef der Kommunistischen Partei der Tschechoslowakei auf sowjetischen Druck Gustáv Husák überlassen.
- 1971 - Libyen, Syrien und Ägypten gründen die "Federation der Arabischen Republiken".
- 1975 - Kambodschas Hauptstadt Phnom Penh wird von den "Khmer Rouge" (frz. für Rote Khmer) unter Pol Pot eingenommen.
- 1979 - Die erste Kiosk-Ausgabe der linksalternativen überregionalen Tageszeitung "taz" erscheint in Berlin.
- 1982 - Kanada erhält die volle Souveränität von Großbritannien.
- 1984 - Antigua und Barbuda. Vere Cornwall Bird wird als Premierminister in seinem Amt bestätigt.
- 1988 - In einer Militäroperation der USA gegen den Iran werden 2 Ölbohrinseln zerstört.
- 1992 - Armenien tritt der OSZE bei.
- 1996 - Der erste Eintrag des Heise News-Tickers erscheint.
- 2002 - Sachsens Ministerpräsident Kurt Biedenkopf tritt nach knapp 12 Jahren Amtszeit und verstärkt auftretender Kritik an seinem Führungsstil vorzeitig zurück und überlässt das Amt dem CDU-Politiker Georg Milbradt.
- 2003 - In Finnland wird Anneli Jäätteenmäki Regierungschefin (für 63 Tage)
- 2004 - Ivan Gašparovič, der frühere Vertraute von Vladimír Mečiar, gewinnt gegen diesen die Stichwahl der slowakischen Präsidentschaftswahlen mit 59,91% der Stimmen. Das Amt selbst tritt er am 15. Juni 2004 an.

Wirtschaft


- 1919 - Die Filmproduktionsgesellschaft "United Artists" wird von US-amerikanischen Filmstars, so Charlie Chaplin, Douglas Fairbanks und dem Regisseur David Wark Griffith, gegründet.

Wissenschaft und Technik


- 1929 - Inbetriebnahme der Nord-Süd-Leitung, der ersten mit einer Spannung von 220 kV betriebenen Hochspannungsleitung in Deutschland und der ersten Verbundleitung der Welt.

Kultur


- 1907 - "Ein Traumspiel", eine "dramatisch-lyrische Phantasie" von August Strindberg, wird in Stockholm uraufgeführt.

Religion


- 1521 - Martin Luther sagt auf dem Reichstag zu Worms: "Hier stehe ich und kann nicht anders."

Sport


- Ereignisse aus dem Bereich der Formel 1 siehe dort.
- Einträge von Leichtathletik-Weltrekorden s. u. der jeweiligen Disziplin unter Leichtathletik.

Katastrophen

Geboren

Leichtathletik Leichtathletik Leichtathletik
- 593 - Jomei, Kaiser von Japan († 641)
- 1539 - Tobias Stimmer, schweizerischer Maler
- 1573 - Maximilian I., Kurfürst von Bayern
- 1649 - Meinrad Guggenbichler, Barock-Bildhauer
- 1741 - Johann Gottlieb Naumann, deutscher Komponist
- 1774 - Václav Jan Křitel Tomášek, böhmischer Komponist
- 1786 - Charles-Angélique Huchet, comte de Labédoyère, französischer Generalleutnant
- 1804 - Jim Bridger, US-amerikanischer Trapper, Scout und Entdecker
- 1818 - Nikolaus I., russischer Zar
- 1837 - John Pierpont Morgan, US-amerikanischer Unternehmer und Bankier
- 1843 - Camillo Sitte, österreichischer Architekt und Städteplaner
- 1853 - Arthur Moritz Schönflies, deutscher Mathematiker
- 1864 - Karl Henckell, deutscher Schriftsteller
- 1866 - Ernest Starling, britischer Physiologe
- 1870 - Max Berg, deutscher Architekt
- 1880 - Arthur Trebitsch, österreichischer Schriftsteller und Philosoph
- 1881 - Anton Wildgans, österreichischer Dramatiker und Lyriker
- 1882 - Artur Schnabel, österreichischer Pianist und Komponist
- 1885 - Tania Blixen, dänische Schriftstellerin
- 1885 - Toine van Renterghem, niederländischer Fußballspieler
- 1888 - Jan Vos, niederländischer Fußballspieler
- 1889 - Joseph Georg Oberkofler, österreichischer Jurist, Erzähler und Lyriker
- 1890 - Carl Krayl, deutscher Architekt
- 1894 - Nikita Sergejewitsch Chruschtschow, sowjetischer Staatsmann
- 1897 - Thornton Wilder, US-amerikanischer Schriftsteller
- 1900 - Gebhard Müller, deutscher Politiker und Jurist
- 1916 - Helenio Herrera, argentinischer Fußballtrainer
- 1918 - William Holden, US-amerikanischer Filmschaupieler
- 1923 - Lindsay Anderson, britischer Regisseur
- 1929 - James Last, deutscher Orchesterleiter
- 1930 - Alexander Graves, US-amerikanischer Sänger
- 1930 - Chris Barber, britischer Posaunist und Bandleader
- 1931 - Bill Ramsey, US-amerikanisch-deutscher Jazz- und Schlagersänger
- 1931 - Hilmar Thate, deutscher Schauspieler
- 1932 - Rolf Schneider, deutscher Schriftsteller
- 1933 - Joachim Kroll, deutscher Serienmörder
- 1940 - Anja Silja, deutsche Sopranistin
- 1940 - Walter Klaiber, Bischof der Evangelisch-methodistischen Kirche von Deutschland bis März 2005
- 1941 - Billy Fury, britischer Sänger
- 1942 - Lisa Seuster, deutsche SPD-Politikerin und MdB
- 1946 - Georges Köhler, deutscher Biologe
- 1947 - Achim Großmann, deutscher SPD-Politiker
- 1947 - Albert Deß, deutscher CSU-Politiker und MdB
- 1951 - Horst Hrubesch, deutscher Fußballspieler und -trainer
- 1954 - Riccardo Patrese, italienischer Formel-1-Fahrer
- 1959 - Sean Bean, britischer Schauspieler
- 1964 - Maynard James Keenan, US-amerikanischer Sänger
- 1970 - Petr Borkovec, Dichter, Übersetzer und Kulturredakteur
- 1972 - Jennifer Garner, US-amerikanische Schauspielerin
- 1974 - Victoria Beckham, britische Popsängerin der Spice Girls

Gestorben

Victoria Beckham
- 166 - (?) Anicetus, römischer Bischof und Märtyrer
- 744 - Kalif al-Walid II.
- 1183 - Eberhard von Wolfegg, deutscher Prämonstratenser, katholischer Heiliger
- 1457 - Wartislaw IX. (Pommern-Wolgast)
- 1539 - Georg der Bärtige, Herzog von Sachsen
- 1628 - Rudolf Christian (Ostfriesland), regierte als Graf von Ostfriesland ab 1625
- 1695 - Juana Inés de la Cruz, mexikanische Nonne und Dichterin
- 1711 - Joseph I. (HRR), Kaiser des Heiligen Römischen Reiches
- 1713 - David Hollaz, deutscher protestantischer Theologe (Lutherischer Dogmatiker)
- 1714 - Philipp Heinrich Erlebach, barocker Komponist
- 1742 - Arvid Horn, Premierminister von Schweden 1710-1738 Arvid Horn
- 1761 - Thomas Bayes, englischer Mathematiker und presbyterianischer Pfarrer
- 1764 - Johann Mattheson, deutscher Komponist und Gelehrter
- 1790 - Benjamin Franklin, nordamerikanischer Politiker
- 1809 - Johann Christian Kittel, deutscher Komponist und Organist
- 1837 - Emil Friedrich I. zu Bentheim-Tecklenburg, Landesherr über die Grafschaft Bentheim
- 1839 - Johanna Schopenhauer, deutsche Schriftstellerin
- 1862 - William Wilson, britischer Maschineningenieur
- 1863 - John Colborne, britischer Feldmarschall und Kolonialverwalter
- 1874 - Eugen von Puttkamer, deutscher Jurist
- 1878 - Luigi Bienaimé, italienischer Bildhauer
- 1885 - Emmy von Rhoden, deutsche Schriftstellerin ("Der Trotzkopf")
- 1892 - Alexander Mackenzie, kanadischer Politiker und Premierminister
- 1899 - Jan Balatka, US-amerikanischer Komponist
- 1899 - Wilhelm Jordan, deutscher Geodät und Mathematiker
- 1918 - William Hope Hodgson, englischer Fantasy-Schriftsteller
- 1933 - Harriet Brooks, kanadische Atomphysiker
- 1944 - Max Josef Metzger, katholischer Priester und NS-Opfer
- 1955 - Fernand Léger, französischer Maler, Grafiker, Keramiker
- 1960 - Eddie Cochran, US-amerikanischer Musiker
- 1965 - Roman Lampl, deutscher Politiker
- 1969 - Emilio Arenales Catalán, guatemaltekischer Politiker
- 1970 - Michal Kalecki, polnischer Ökonom
- 1975 - Sarvepalli Radhakrishnan, indischer Philosoph und Staatspräsident
- 1977 - William John Conway, Kardinal und Erzbischof von Armagh
- 1978 - Ewald Balser, deutscher Schauspieler
- 1983 - Felix Pappalardi, US-amerikanischer Musiker
- 1988 - Patrick Mphephu, erster Präsident des Homelands Venda
- 1990 - Karl Walz, deutscher Politiker
- 1993 - Turgut Özal, Staats- und Ministerpräsident der Türkei
- 1996 - Paul Bleiß, deutscher Politiker
- 1997 - Chaim Herzog, israelischer Staatspräsident
- 1998 - Alberto Bovone, italienischer Kardinal
- 1998 - Linda McCartney, britische Fotografin, Ehefrau von Paul McCartney
- 2001 - Vera Brühne, mutmaßliche Doppelmörderin
- 2003 - Hilde Sessak, deutsche Schauspielerin
- 2003 - John Paul Getty, britischer Millionär
- 2003 - Jozef Stefaan Schell, belgischer Biochemiker
- 2003 - Robert Atkins, US-amerikanischer Kardiologe und Ernährungswissenschaftler
- 2004 - Abd al-Aziz ar-Rantisi, palästinensicher Generalkommandant der Hamas
- 2004 - Anke Hartnagel, deutsche Politikerin MdB
- 2004 - Edmond Pidoux, schweizerischer Schriftsteller
- 2004 - Karin Eickelbaum, deutsche Schauspielerin

Feier- und Gedenktage


- Nationalfeiertag in Syrien (Unabhängigkeitstag von 1946)
- Anicetus - Papst
- Eberhard - Eberhard von Wolfegg, Prämonstratenser (katholisch)
- Max - Max Joseph Metzger, Gründer u.a. des "Friedensbundes deutscher Katholiken", durch die Nationalsozialisten hingerichtet (katholisch, evangelisch)
- Rudolf - Rudolf von Bern ("das Kind", dessen Tod 1294 aus antisemitischen Beweggründen den Juden angelastet wurde)
- Wando - Wando von Fontenelle, Abt in Fontenelle; († um 756)

Siehe auch


- 16. April - 18. April
- 17. März - 17. Mai
- Historische Jahrestage - Zeitskala
- Wikipedia:Glaskugel - Wikipedia:Formatvorlage Tag 0417 ja:4月17日 ko:4월 17일 simple:April 17 th:17 เมษายน


1598

Ereignisse

Politik und Weltgeschehen


- Am 2. Mai wird von Frankreich und Spanien der Friede von Vervins geschlossen
- Philipp II. von Spanien (1556–1598) und Portugal (1581–1598) stirbt 71jährig, sein Sohn Philipp III. folgt ihm nach
- Der Admiral van Warwick nimmt im Indischen Ozean eine Insel für die Niederlande in Besitz und benennt sie Mauritius
- Der franzöische König Heinrich IV. unterzeichnet am 13. April das Edikt von Nantes

Geboren


- 26. März: Johann Truchseß von Waldburg-Zeil, Abt auf der Reichenau und Domherr in Köln († 1644)
- 11. April: Wilhelm IV. von Sachsen-Weimar, deutscher Herzog († 1662)
- 17. April: Giovanni Riccioli, italienischer Astronom († 1671)
- 23. April: Maarten H. Tromp, niederländischer Admiral
- 23. September: Eleonora Gonzaga, jüngste Tochter von Vincenzo I. Gonzaga, Herzog von Mantua († 1655)
- 31. Oktober: Franz Albert von Sachsen-Lauenburg, bedeutender Feldherr im Dreißigjährigen Krieg († 1642)
- 7. Dezember: Gian Lorenzo Bernini, italienischer Bildhauer und Baumeister († 1680)
- Vincent Voiture, französischer Dichter und Schriftsteller († 1648)

Gestorben


- 6. Januar: Fjodor I., war Zar von Russland von 1584 bis 1598 (
- 1557)
- 8. Januar: Johann Georg, war von 1571 bis zu seinem Tode Kurfürst von Brandenburg (
- 1525)
- 27. Februar: Friedrich Dedekind, deutscher Schriftsteller und Theologe (
- 1525)
- 8. April: Ludwig Helmbold, lutherischer Kirchenliederdichter (
- 1532)
- 31. Juli: Petrus Albinus, Professor in Wittenberg und Begründer der sächsischen Geschichtsschreibung
- 13. September: Philipp II., König von Spanien, Sohn von Karl V. (
- 1527)
- 18. September: Toyotomi Hideyoshi, japanischer Feldherr und Politiker (
- 1537)
- 15. Dezember: Philips van Marnix, niederländischer Schriftsteller und Politiker (
- 1540) ko:1598년 simple:1598

Ferrara

Ferrara ist eine italienische Stadt in der Region Emilia-Romagna und Hauptstadt der Provinz Ferrara. Die Stadt liegt am Po di Volano, einem Arm des Po. Sie wird heute noch von vielen Bauwerken aus dem Mittelalter und der Renaissance geprägt (z.B. Kathedrale San Giorgio, Palazzo Giulio d'Este).

Geschichte

Renaissance Ferrara wurde wahrscheinlich als Siedlung der Einwohner der Lagunen an der Po-Mündung gegründet. Es wird erstmals in einem Dokument von Aistulf von 753 oder 754 erwähnt und war ein Teil des Exarchats Ravenna. Nach 984 war es ein Lehen von Tedalda, Graf von Modena und Canossa, einem Neffen des Kaisers Otto I.. Danach wurde Ferrara selbständig, und 1101 nach einer Belagerung von Markgräfin Matilda eingenommen. Zu dieser Zeit wurde die Stadt von einer kleinen Gruppe bedeutender Familien dominiert, darunter die Adelardi. 1146 starb Guglielmo, der letzte der Adelardi. Sein Eigentum ging wie die Mitgift seiner Nichte Marchesella an Azzolino d'Este über. Es gab eine Feindschaft zwischen der neu dazugekommenen Familie und den Sailinguerra, aber nach ausgedehnten Kämpfen wurde Azzo Novello 1242 zum ständigen Podestà ernannt. 1259 nahm er Ezzelino da Romano von Verona in einer Schlacht gefangen. Sein Enkel Obizzo II. (1264-1293) folgte ihm nach, und der Papst ernannte ihn zum Generalkapitän und Verteidiger des Kirchenstaats. Das Haus Este war von da an in Ferrara eingenistet. 1391 wurde die Universität von Ferrara gegründet. Niccolò III. (1393-1441) empfing mehrere Päpste mit großem Prunk, insbesondere Eugen IV., der hier 1438 ein Konzil abhielt. Sein Sohn Borso erhielt 1452 (in diesem Jahr wurde Girolamo Savonarola hier geboren) von Kaiser Friedrich III. als erster Herzog die Lehen Modena und Reggio. 1470 wurde er von Papst Paul II. zum Herzog von Ferrara gemacht. Paul II. Ercole I. (1471-1505) führte Krieg mit Venedig und trug sehr zur Blüte der Stadt bei. Sein Sohn Alfonso I. heiratete Lucretia Borgia und setzte den Krieg gegen Venedig erfolgreich fort. 1509 wurde er von Julius II. exkommuniziert und griff die päpstliche Armee 1512 außerhalb Ravennas an, das er dann einnahm. Gaston de Foix fiel in der Schlacht, in der er Alfonso unterstützte. Mit den nachfolgenden Päpsten konnte Alfonso Frieden schließen. Er war ab 1518 der Patron Ariostos. Sein Sohn Ercole II. heiratete Renata, eine Tochter Ludwigs XII. von Frankreich. Auch er verschönerte während seiner Regierungszeit (1534-1559) die Stadt. Sein Sohn Alfonso II. heiratete Barbara, eine Schwester von Kaiser Maximilian II.. Unter ihm erreichte Ferrara seinen Höhepunkt, und er war ein Patron von Tasso und Guarini. Wie die Fürsten seines Hauses es immer getan hatten, förderte er Kunst und Wissenschaften. Er hatte keinen legitimen männlichen Erben, 1597 wurde Ferrara daher von Clemens VIII. als vakantes Lehen beansprucht, ebenso Comacchio. An der Stelle der Burg Tedalfo an der Westseite der Stadt baute er eine Festung. Die Stadt blieb Teil des Kirchenstaates, auch als zwischen 1832 und 1859 eine österreichische Garnison die Festung besetzte. Danach wurde die Stadt Teil des Königreichs Italien.

Die Stadt Ferrara

Ferrara ist heute Universitätsstadt, Krankenhauszentrum und beliebtes Ziel für Touristen. Seine Renaissance-Altstadt, umgeben von einer neun Kilometer langen Stadtmauer, kann nur zu Fuß oder mit dem Fahrrad besucht werden. Mehr als 30 Prozent der Wege werden in Ferrara mit dem Fahrrad zurückgelegt, dieser Wert ist vergleichbar mit dem Amsterdams. Ferrara ist damit vielleicht die fahrradfreundlichste Stadt Italiens.

Söhne und Töchter der Stadt


- Alfonso I. d'Este, Herzog von Ferrara, Modena und Reggio Emilia|Reggio
- Michelangelo Antonioni, italienischer Filmregisseur, Autor und Maler
- Lorenzo Costa, italienischer Maler
- Francesco del Cossa, italienischer Maler
- Ercole I. d'Este, Herzog von Ferrara, Modena und Reggio Emilia
- Ercole II. d'Este, Herzog von Ferrara, Modena und Reggio Emilia, und der Lucrezia Borgia
- Girolamo Frescobaldi, bedeutender Barockkomponist und Organist
- Ippolito I. d'Este, Erzbischof und Kardinal
- Ippolito II. d'Este, Erzbischof von Mailand, Kardinal
- Isabella d'Este, eine der wichtigsten Personen in der Kultur und Politik der italienischen Renaissance
- Olympia Fulvia Morata, italienische Dichterin und humanistische Gelehrte
- Giovanni Riccioli, italienischer Theologe, Astronom und Philosoph
- Girolamo Savonarola, ital. Dominikaner und Bußprediger
- Tito Vespasiano Strozzi, italienischer Humanist

Literatur

Birgit Emich: Territoriale Integration in der Frühen Neuzeit. Ferrara und der Kirchenstaat, Köln/Weimar/Wien : Böhlau 2005, 1178 S. ISBN 3-412-12705-1 (=Habilitation Freiburg 2002) Kategorie:Ort in der Emilia-Romagna Kategorie:Weltkulturerbe ja:フェラーラ

25. Juni

Der 25. Juni ist der 176. Tag des Gregorianischen Kalenders (der 177. in Schaltjahren) - somit verbleiben noch 189 Tage bis zum Jahresende.

Ereignisse


- 841 - Schlacht von Fontenoy
- 1431 - Konzil von Basel
- 1530 - Die Augsburger Konfession wird von Vertretern der evangelischen Stände dem Kaiser auf dem Reichstag zu Augsburg überreicht.
- 1788 - Virginia wird 10. Staat der USA
- 1876 - Schlacht am Little Bighorn River (Montana): Das siebte US-amerikanische Kavallerieregiment unter George A. Custer wurde von Indianern der Sioux und Cheyenne unter ihren Führern Sitting Bull und Crazy Horse vernichtend geschlagen.
- 1945 - Irland. Seán Ó Ceallaigh wird Staatspräsident.
- 1950 - Der Koreakrieg beginnt.
- 1954 - Der Deutsche Bundestag verabschiedet ein neues Wahlgesetz - die Fünf-Prozent-Hürde.
- 1959 - Irland. Eamon de Valera wird Staatspräsident.
- 1975 - Mosambik wird unahängig von Portugal.
- 1991 - Unabhängigkeit von Kroatien und Slowenien
- 1992 - Rumänien. Unterzeichnung des Bosporuskommuniqué
- 1993 - Kulturabkommen zwischen Deutschland und Georgien
- 1993 - Aserbaidschan. Staatspräsident Abulfas Eltschibej wird gestürzt.
- 1997 - Algerien. Neue Parlamentswahlen unter der Aufsicht von Internationalen Beobachtern.
- 1997 - Der Vulkan auf der Insel Montserrat bricht aus.
- 1998 - Großbritannien. Wahlen in Nordirland
- 1998 - Volksrepublik China. US-Präsident Bill Clinton trifft zu einem mehrtägigen Besuch in Peking ein.
- 2000 - Japan. Ministerpräsident Yoshiro Mori wird bei den vorgezogenen Neuwahlen in seinem Amt bestätigt.
- 2002 - Kananaskis, Kanada. Beginn des mehrtägigen Gipfeltreffens der G-8-Staaten.
- 2003 - Verleihung des Deutsch-Französischen Journalistenpreis (DFJP)
- 2004 - Friedhelm Hofmann, Weihbischof in Köln, wird am 25. Juni zum Bischof von Würzburg ernannt
- 2004 - ISS: ein Weltraumausstieg muss wegen kleiner technischer Probleme vorzeitig abgebrochen werden. Die Raumstation wird seit 2003 nur mehr mit einer Besatzung von zwei Kosmonauten betrieben.

Kultur


- 1702 - Uraufführung der Oper L'Offendere per amore overo la Telesilla von Johann Joseph Fux
- 1850 - Uraufführung der Oper Genoveva von Robert Schumann in Leipzig.
- 1929 - Uraufführung der Oper Judith von Eugène Goossens im Covent Garden in London.
- 1949 - Uraufführung der Oper Das verzauberte Ich von Ottmar Gerster in Wuppertal.
- 1998 - Das Video von Michael Flatley´s Feet of Flames wurde im Londoner Hyde Park gedreht.

Katastrophen


- 1965 - El Toro, Kalifornien, USA. Absturz einer C-135 der U.S. Air Force.
- 1976 - Erdbeben der Stärke 7,1 auf Neuguinea, 422 Tote
- 2001 - Volksrepublik China. Ein Taifun in der Provinz Fujian. Über 100 Tote.
- 2004 - Im nördlichen Iran explodieren zwei Tankwagen nach einem Zusammenstoß. Dadurch geraten mehrere Reisebusse in Brand; über 70 Personen kommen ums Leben.

Sport


- Einträge im Bereich Formel 1 siehe Formel 1.
- Einträge von Leichtathletik-Weltrekorden s. u. der jeweiligen Disziplin unter Leichtathletik.
  - 1937 - Ewald Rohlfs erreichte mit seinem Hubschrauber Focke Fw-61 2.339 m Höhe
  - 1988 - Die Niederlande werden durch ein 2:0 im Europameisterschaftsendspiel in München gegen die Sowjetunion Fußball- Europameister

Geboren


- 1552 - Hans von Schweinichen, deutscher Schriftsteller
- 1646 - Elena Lucrezia Cornaro Piscopia, italienische Gelehrte
- 1725 - Johann Stephan Pütter, deutscher Staatsrechtslehrer und Publizist
- 1768 - Lazare Hoche, französischer General der Revolutionszeit
- 1769 - Ferdinand Friedrich von Anhalt-Köthen, Fürst von Anhalt-Köthen
- 1797 - Paul Wilhelm, Herzog von Württemberg, Naturforscher und Entdecker
- 1818 - Friedrich Alexander Graf von Bismarck-Bohlen, preußischer General
- 1821 - Bartolomé Mitre, argentinischer Staatsmann, militärischer Führer und Historiker
- 1836 - Friederike Kempner, deutsche Schriftstellerin
- 1842 - Heinrich Seidel, deutscher Ingenieur und Schriftsteller
- 1852 - Antonio Gaudi, spanischer Architekt
- 1858 - Georges Courteline, französischer Dramatiker
- 1860 - Gustave Charpentier, französischer Komponist
- 1864 - Oscar Baumann, österreichischer Afrikaforscher
- 1864 - Walther Hermann Nernst, deutscher Physikerund Chemiker, Nobelpreisträger
- 1878 - Jean Gallon, französischer Komponist und Kompositionslehrer
- 1886 - Henry Hartley Arnold, US-amerikanischer General
- 1887 - George Abbott, US-amerikanischer Autor, Regisseur und Schauspieler
- 1894 - Hermann Oberth, deutscher Raumfahrtpionier
- 1896 - Oskar Müller, deutscher Politiker und MdB
- 1899 - Charlotte von Kirschbaum, deutsche Theologin
- 1899 - Hans Schwippert, deutscher Architekt
- 1900 - Gene Austin, US-amerikanischer Sänger
- 1900 - Louis Mountbatten, britischer Admiral und Staatsmann
- 1903 - George Orwell, englischer Schriftsteller und Essayist
- 1904 - Matthias Hoogen, deutscher Politiker und MdB
- 1904 - Wladimir Konstantinowitsch Kokkinaki, sowjetischer Testpilot
- 1905 - Arthur Maria Rabenalt, österreichischer Regisseur
- 1905 - Rupert Wildt, war deutsch-amerikanischer Astronom
- 1907 - J. Hans D. Jensen, deutscher Physiker und Nobelpreisträger
- 1908 - Willard Van Orman Quine, US-amerikanischer Philosoph
- 1911 - William Woward Stein, US-amerikanischer Biochemiker
- 1921 - Heinrich Windelen, deutscher Politiker, Bundesminister
- 1923 - Georg Kossack, deutscher Vorgeschichtsforscher
- 1924 - Sidney Lumet, US-amerikanischer Filmregisseur
- 1926 - Ingeborg Bachmann, österreichische Schriftstellerin
- 1928 - Alexei Alexejewitsch Abrikosow, russischer Physiker
- 1928 - Hermann Buschfort, deutscher Politiker (SPD), MdB 1965-1990, Parl. Staatssekretär
- 1928 - Peyo, belgischer Comiczeichner
- 1929 - Eric Carle, US-amerikanischer Kinderbuchautor und -illustrator
- 1929 - Francesco Marchisano, katholischer Kardinal, Erzpriester der Vatikanischen Basilika
- 1931 - Vishwanath Pratap Singh, indischer Politiker und Premierminister
- 1932 - Peter Blake, britischer Maler
- 1935 - Kurt Schwertsik, österreichischer Komponist
- 1939 - Ernst Ulrich von Weizsäcker, deutscher Naturwissenschaftler und Politiker
- 1940 - Peer Augustinski, deutscher Schauspieler ("Klimbim")
- 1940 - Judy Amoore, australische Leichtathletin und Olympionikin
- 1944 - Arthur Brown, britischer Sänger und Songschreiber
- 1944 - Charly Whitney, britischer Musiker
- 1944 - Chris Wood, britischer Musiker und Sänger
- 1944 - Jeff Beck, britischer Musiker
- 1945 - Carly Simon, US-amerikanische Sängerin und Songschreiberin
- 1945 - Colin Blunstone, britischer Sänger und Musiker
- 1946 - Roméo Dallaire, kanadischer UN-General in Ruanda
- 1946 - Ulrik Le Fevre, dänischer Fußballspieler
- 1948 - Patrick Moraz, Schweizer Musiker
- 1950 - Paul Breuer, deutscher Politiker und MdB
- 1952 - Hans-Joachim Abel, deutscher Fußballspieler
- 1952 - Marieluise Beck, deutsche Politikerin und MdB
- 1952 - Péter Erdő, Erzbischof von Esztergom-Budapest und Kardinal
- 1953 - Udo Samel, deutscher Schauspieler
- 1955 - Rudolf Braun, deutscher Politiker und MdB
- 1956 - Madeleine Petrovic, österreichische Politikerin
- 1957 - Astro, britischer Musiker (UB40)
- 1958 - Harald Sicheritz, Produzent und Regisseur
- 1958 - Oscar van Dillen, niederländischer Komponist
- 1959 - Andrew McCluskey, britischer Musiker
- 1959 - Lutz Dombrowski, ehemaliger deutscher Leichtathlet
- 1961 - Curt Smith, britischer Musiker
- 1963 - George Michael, britischer Musiker
- 1964 - Johnny Herbert, britischer Rennfahrer
- 1967 - Andreas Kunstein, deutscher Komponist
- 1970 - Erki Nool, estnischer Leichtathlet
- 1975 - Wladimir Kramnik, russischer Schachweltmeister
- 1979 - Martina Ittenbach, deutsche Schauspielerin
- 1981 - Simon Ammann, Schweizer Skispringer

Gestorben


- 1394 - Dorothea von Montau, katholische Heilige
- 1652 - Abraham von Franckenberg, schlesischer Mystiker
- 1665 - Sigmund Franz, Landesfürst von Tirol
- 1671 - Giovanni Riccioli, italienischer Astronom
- 1767 - Georg Philipp Telemann, deutscher Komponist des Barock
- 1804 - Georges Cadoudal, französischer General
- 1822 - E. T. A. Hoffmann, deutscher Schriftsteller, Jurist, Komponist und Musikkritiker
- 1856 - Max Stirner, deutscher Philosoph
- 1861 - Abdülmecid I., Sultan des Osmanischen Reiches
- 1864 - Wilhelm I., König von Württemberg
- 1876 - George Armstrong Custer, US-amerikanischer Kavalleriegeneral
- 1884 - Hans Rott, österreichischer Komponist und Organist
- 1899 - Franziskus von Paula Schönborn, Kardinal und Erzbischof von Prag
- 1904 - Carl Friedrich Wilhelm Jordan, deutscher Schriftsteller und Politiker
- 1907 - Hubert Stier, deutscher Architekt
- 1933 - Giovanni Giacometti, schweizerischer Maler
- 1938 - Nikolai Sergejewitsch Trubezkoi, russischer Linguist und Ethnologe
- 1939 - Richard Seaman, britischer Rennfahrer
- 1956 - Ernest Joseph King, US-amerikanischen Admiral
- 1958 - Heinz Winkler, Minister für Aufbau in der DDR
- 1960 - Otto Ender, österreichischer Politiker
- 1960 - Walter Baade, deutscher Astronom und Astrophysiker
- 1963 - Georg Pelster, deutscher Politiker
- 1964 - Gerrit Thomas Rietveld, niederländischer Schreinermeister
- 1971 - John Boyd Orr, britischer Ernährungswissenschaftler
- 1971 - Valentin Baur, deutscher Politiker und MdB
- 1976 - Johnny Mercer, US-amerikanischer Sänger
- 1979 - Philippe Halsman, Fotograf und berühmt für seine Portraits
- 1984 - Michel Foucault, französischer Philosoph
- 1986 - Reinhold Münzenberg, deutscher Fußballspieler
- 1988 - Mildred Elizabeth Sisk Gillars, US-amerikanische Radiomoderatorin
- 1988 - Hillel Slovak, Gitarrist der US-amerikanischen Band Red Hot Chili Peppers
- 1990 - Peggy Glanville-Hicks, australische Komponistin
- 1992 - Irma Tübler, deutsche Politikerin und MdB
- 1992 - James Stirling, britischer Architekt
- 1992 - Konrad Naumann, Mitglied des Politbüros des ZK der SED in der DDR
- 1993 - Mona Baptiste, deutsche Schlagersängerin
- 1995 - Ernest Thomas Sinton Walton, irischer Physiker
- 1995 - Ernest Walton, irischer Physiker und Nobelpreisträger
- 1997 - Jacques-Yves Cousteau, französischer Meeresforscher
- 2001 - Barbara Dittus, deutsche Schauspielerin
- 2001 - Kurt Hoffmann, deutscher Regisseur

Feier- und Gedenktage


- Nationalfeiertag in Mosambik
- Nationalfeiertag in Slowenien
- Tag der Staatsgründung in Kroatien
- Tag der Architektur

Siehe auch

:24. Juni - 26. Juni :25. Mai - 25. Juli :Historische Jahrestage - Zeitskala :Wikipedia:Glaskugel - Wikipedia:Formatvorlage Tag 0625 ja:6月25日 ko:6월 25일 ms:25 Jun simple:June 25 th:25 มิถุนายน

Bologna

Bologna ist eine Universitätsstadt in Italien und bedeutender Verkehrs- und Eisenbahnknotenpunkt mit großem Rangierbahnhof. Sie liegt am Fuße des Apennin und ist die Hauptstadt der Region Emilia-Romagna und der Provinz Bologna. Ihr charakteristisches Erscheinungsbild verdankt sie den unzähligen Arkaden, die Strassen in einer Gesamtlänge von ungefähr 40 Kilometern säumen Bologna hat ca. 369.955 Einwohner (Stand 2003), davon ca. 50.000 Studenten. Sie beherbergt mit der 1088 gegründeten Universität Bologna die älteste Institution dieser Art in Europa. Berühmte Professoren dieser Universität sind u. a. Romano Prodi und Umberto Eco.

Beinamen

Bologna wird auch la grassa d. h. „die Fette“ genannt wegen des fetten Essens, für das die Stadt berühmt ist. Weitere Beinamen sind la rossa d. h. „die Rote“ wegen der roten Ziegel der Häuser und der vorherrschenden politischen Richtung sowie, wegen der berühmten Universität, la dotta d. h. „die Gelehrte“. Bologna wird auch la turrita genannt, nach den vielen Geschlechtertürmen, von denen die meisten erst Ende des 19. Jahrhunderts zerstört wurden.

Sehenswürdigkeiten

Wahrzeichen der Stadt sind die zwei Türme, der „Torre Garisenda“ und der „Torre degli Asinelli“. Um 1300 erbaut, war letzterer mit seiner Höhe von 94,5 Metern für 137 Jahre das höchste Gebäude Europas. Die beiden Türme sind die letzten Überbleibsel von rund 180 Geschlechtertürmen des mittelalterlichen Bologna, die im 19. Jahrhundert zum Großteil geschleift wurden. Als Zentrum der Stadt gilt die Piazza Maggiore mit dem Neptunbrunnen und der Basilika „San Petronio“. Diese gewaltige gotische Kirche (fünftgrößte der Welt) besitzt ein eindrucksvolles Inneres, dessen Mittelschiff 40 m hoch und 20 m breit ist. Ursprünglich als größte Kirche der Christenheit geplant, wurde der Bau, begonnen im Jahr 1390, aufgrund finanzieller Probleme bis zum heutigen Tage nicht vollendet. Im Innenraum befindet sich die Mittagslinie, 1655 eingerichtet nach Plänen des Astronomen Giovanni Domenico Cassini. Der Dom "Cattedrale di S.Pietro" mit der Pieta von V. Lombardi befindet sich auf der Via Indipedenza. Die älteste Kirche Bolognas Basilica di Santo Stefano befindet sich in einem heute noch genutzen Klosterkomplex im historischen Zentrum der Stadt. Die Anlage verfügt über einen byzantinischen Rundbau sowie über typische romanische Kreuzgänge. Die Wallfahrtskirche der Madonna di San Luca liegt auf dem Guardiahügel oberhalb der Stadt, von dem man einen beeindruckenden Blick in die Poebene hat. Zur Kirche hinauf führt der mit über vier Kilometern längste Arkadengang der Welt. Der Palazzo dell'Archiginnasio war ursprünglich dafür geplant, alle Fakultäten der Universität unter einem Dach zu versammeln. Eindrucksvoll ist der durch den Krieg stark zerstörte, aber vollständig renovierte Anatomielehrsaal.

Geschichte

Die Geschichte der Stadt beginnt vermutlich als etruskische Gründung mit dem Namen Felsina im 6. Jh. vor Christi Geburt, Spuren älterer dörflicher Siedlungen in der Gegend reichen bis ins 11/10. Jh. zurück. Im zweiten Jh. v. Chr. wird die Stadt von den Römern erobert und in Bononia umbenannt. Im Jahre 1500 fällt die Stadt endgültig an den Kirchenstaat. 1796 durch die Franzosen erobert, wird sie durch den Wiener Kongress wieder dem Kirchenstaat zugeschlagen. Am 2. August 1980 zündet eine rechte Extremistengruppe eine Bombe im Bahnhof der Stadt. 85 Menschen sterben, mindestens 200 werden verletzt. 1995 wurden für diesen Anschlag zwei Personen der faschistischen „Nuclei Armati Rivoluzionari“ und italienische Geheimdienstmitarbeiter zu langjährigen Haftstrafen verurteilt. Bologna war die europäische Kulturhauptstadt des Jahres 2000.

Verkehr

Bologna hat einen Flughafen „Marconi“ im Nordwesten der Stadt. Einige Billigfluggesellschaften firmieren den ca. 60 km entfernten Flughafen Forlì als Flughafen Bologna-Forli. Daneben verfügt Bologna über zwei Bahnhöfe, die „Stazione Centrale“ (Hauptbahnhof) und „San Donato“. Ersterer wurde 1864 errichtet, allerdings schon zehn Jahre später von Gaetano Ratti neu konstruiert. 1926 wurde der Bahnhof um die westlichen Bahnsteige erweitert, 1934 auch auf der östlichen Seite.

Bedeutende Bologneser und Bologneserinnen


- Umberto Eco (1932-), Schriftsteller, Medienwissenschaftler und Semiotiker
- Guglielmo Marconi (1874–1937), Physiker und Elektro-Ingenieur
- Romano Prodi (1939-), Wirtschaftswissenschaftler und Politiker

Söhne und Töchter der Stadt


- Giorgio Morandi (1890–1964), Maler
- Francesco Albani, italienischer Maler der bolognesischen Schule
- Ulisse Aldrovandi, italienischer Arzt und Naturforscher
- Alessandro Algardi, italienischer Bildhauer und Architekt
- Attilio Ariosti, italienischer Komponist
- Adriano Banchieri, italienischer Mönch und Komponist
- Agostino Barelli, italienischer Baumeister und Architekt
- Giorgio Bassani, italienischer Schriftsteller und Publizist
- Laura Bassi, Die erste Professorin Europas (für Physik)
- Benedikt XIV. (Papst), Papst von 1740 bis 1758
- Stefano Benni, italienischer Schriftsteller, Journalist und Satiriker
- Antonio Bernacchi, italienischer Sänger (Kastrat)
- Laura Betti, italienische Schauspielerin
- Marco Biagi, italienischer Professor für Arbeitsrecht
- Katharina von Bologna, katholische Mystikerin
- Raffaele Bombelli, italienischer Mathematiker
- Albert Graf von Caprara, österreichischer General und Diplomat
- Agostino Carracci, italienischer Maler und Kupferstecher
- Annibale Carracci, Maler und Kupferstecher
- Ludovico Carracci, italienischer Maler
- Gino Cervi, italienischer Filmschauspieler
- Pierluigi Collina, Fußballschiedsrichter
- Lucio Dalla, Cantautori rockorientierter Musik
- Matthia Ferrabosco, Komponist
- Lodovico Ferrari, italienischer Mathematiker
- Gianfranco Fini, italienischer Außenminister und Vorsitzender der Partei Alleanza Nazionale
- Petronio Franceschini, italienischer Komponist
- Luigi Galvani, Arzt, Anatom und Biophysiker
- Andrea Gioanetti, Kardinal der römisch-katholischen Kirche und Erzbischof von Bologna
- Giovan Battista Caprara, italienischer Kardinal, Erzbischof, Graf und Senator
- Carlo Grassi, Kardinal der römisch-katholischen Kirche
- Gregor XIII., Papst von 1572 bis 1585
- Gregor XV., Papst von 1621 bis 1623
- Francesco Maria Grimaldi, italienischer Theologe, Physiker und Mathematiker
- Innozenz IX., Papst
- Mondino di Liuzzi, italienischer Anatom
- Guglielmo Marconi, italienischer Physiker und Ingenieur war ein Pionier der drahtlosen Telekommunikation
- Giovanni Battista Martini, italienischer Komponist und Musiktheoretiker
- Luciano Minguzzi, italienischer Bildhauer
- Giorgio Morandi (1890–1964), Maler
- Pier Paolo Pasolini, italienischer Filmregisseur und Dichter
- Alessandro Pasqualini, italienischer Architekt der Renaissance
- Cesare Perdisa, Formel-1-Rennfahrer
- Guido Reni, italienischer Maler und Radierer
- Ottorino Respighi, italienischer Komponist
- Augusto Righi, italienischer Physiker
- Vincenzo Righini, Komponist
- Pier Giuseppe Sandoni, italienischer Komponist
- Adamo Tadolini, italienischer Bildhauer
- Antonio Tozzi, italienischer Opernkomponist.
- Francesco Antonio Uttini, italienischer Komponist
- Trebisonda Valla, italienische Leichtathletin und Olympiasiegerin
- Christian Vieri, italienischer Fußballspieler
- Giovanni Battista Vitali, italienischer Violinist, Sänger und Komponist
- Tommaso Antonio Vitali, italienischer Violinist und Komponist
- Alessandro Zanardi, italienischer Rennfahrer

Sonstiges

Bologna ist die Heimat der Tortellini, mit Hackfleisch gefüllten, kleinen Nudeln. Diese werden meist in einer Fleischbrühe (brodo) oder mit Sugo Bolognese (aus Hackfleisch und Tomaten) serviert (die in Deutschland gängige Kombination „spaghetti bolognese“ wird man allerdings auf keiner Speisekarte finden!). Wobei in Bologna der Sugo nicht mit Hackfleisch sondern mit ausgedrückter Salsice (Italienische grobe Rohbratwurst) zubereitet wird. Eine weitere aus Bologna stammende Spezialität ist die Mortadella, eine Aufschnittwurst vom Schwein, die meist in hauchdünne Scheiben oder in Würfel geschnitten verzehrt wird. In Bologna findet die Internationale Ledermesse Lineapelle statt.

Literatur


- Max Jäggi, Roger Müller, Sil Schmid (1976): Das rote Bologna. Kommunisten demokratisieren eine Stadt im kapitalistischen Westen. Zürich: Verlagsgenossenschaft.

Weblinks


- [http://www.comune.bologna.it/ Homepage Bologna]
- [http://www.unibo.it/ Homepage der Universität]
- [http://www.dradio.de/dlf/sendungen/hintergrundpolitik/402451/ Sendung des Deutschlandfunkes zum 25. Jahrestages des Attentates auf den Bahnhof der Stadt] Kategorie:Ort in der Emilia-Romagna Kategorie:Hauptstadt in Italien ja:ボローニャ ko:볼로냐

1614

Ereignisse

Politik und Weltgeschehen


- Letzte Einberufung der französischen Generalstände vor 1789
- Der Polnisch-Türkische Krieg beginnt (endet 1621)
- John Napier publiziert seine Logarithmentafel
- Die Handelsgesellschaft der Welser in Augsburg ist am 1. Juli zahlungsunfähig
- Fettmilchaufstand, eine von dem Lebkuchenbäcker Vinzenz Fettmilch angeführte, judenfeindliche Revolte in der Freien Reichsstadt Frankfurt am Main
- Im Vertrag von Xanten fällt das Herzogtum Kleve fällt Kurbrandenburg, das Herzogtum Berg an Pfalz-Neuburg
- Die spätere Hauptstadt von Albanien, Tirana wird gegründet

Geboren


- John Wilkins: Bischof von Chester († 1672)
- 6. Januar: Erzherzog Leopold Wilhelm, Statthalter der spanischen Niederlande, Feldherr und Kunstmäzen († 1662)
- 2. Februar: William Forbes, Soldat und Söldner
- 2. Mai: Christian Reichsgraf zu Rantzau, von 1648 bis 1663 Statthalter im königlich-dänischen Teil von Schleswig-Holstein († 1663)
- 13. August: August von Sachsen-Weißenfels, Deutscher Herrscher († 1680)
- 16. Dezember: Eberhard III., Herzog von Württemberg († 1674)

Gestorben


- 4. März: Gerhard Eobanus Geldenhauer, war Magister und evangelischer Theologe (
- 1536)
- 6. oder 7. April: El Greco, griechisch-spanischer Maler (
- um 1541)
- 21. Juni Bartholomäus Scultetus, Görlitzer Bürgermeister, Mathematiker (
- 1540)
- 1. Juli: Isaac Casaubon, Gelehrter Protestant, Humanist (
- 1559)
- 14. Juli: Kamillus von Lellis, italienischer Ordensgründer und ein Heiliger (
- 1550)
- 21. August: Erzsébet Báthory, ungarische Adlige (
- 1560) ko:1614년

Jesuiten

Die Gesellschaft Jesu (Societas Jesu, SJ) ist eine katholische Gesellschaft des apostolischen Lebens für Männer. Sie wurde am 15. August 1534 von einem Freundeskreis um Ignatius von Loyola gegründet. Die Bezeichnung „Jesuiten“ wurde zunächst als Spottname gebraucht, später aber auch vom Orden selbst übernommen. Orden

Allgemeines

Der Jesuitenorden gehört zu den Regularklerikern. Die Jesuiten haben keine besondere Ordenskleidung. Mitglieder des Ordens tragen hinter ihrem Nachnamen den Namenszusatz SJ (Abkürzung für „Societas Jesu“). Symbol des Ordens ist das Monogramm IHS (drei Buchstaben des Namens Jesus in griechischer Schrift), welches oft auch gedeutet wurde als: Iesum Habemus Socium (Wir haben Jesus als Gefährten). Motto des Ordens ist die lateinische Wendung: Omnia Ad Majorem Dei Gloriam (Alles zur höheren Ehre Gottes), oft abgekürzt OAMDG. Auf den Vorwurf, der Name “Gesellschaft Jesu“ sei eine Anmaßung, reagiert der zweite Ordensgeneral Laínez folgendermaßen: :“Wieso, das steht doch in der heiligen Schrift!“ In 1. Kor 1,9 heißt es: Denn Gott ist treu, durch den ihr berufen seid zur Gemeinschaft seines Sohnes Jesus Christus („koinonia iesou chrestou“). Und auch 1. Joh spricht häufig von der „koinonia“. Das gilt demnach für alle Christen; jeder Christ dürfte sich somit Jesuit nennen. Dieser Name ist eigentlich kein Ordensname, sondern eher (streng genommen) ein Programm: „Zusammen mit Jesus vor Gott stehen“, das gilt es in der Kirche wieder einzupflanzen. Die Jesuiten geloben neben Armut, Keuschheit und Ordensgehorsam im wesentlichen die Bereitschaft zu jeder Sendung durch den Papst. Die Aufnahme in den Jesuitenorden dauert wesentlich länger als bei anderen Orden und schließt ein abgeschlossenes Studium in Theologie und mindestens einem weiteren Fach ein. Seit dem 20. Jahrhundert gehören Jesuiten zu den fortschrittlicheren katholischen Theologen. Der hohe Bildungsstand der Jesuiten und die große Zahl hochrangiger Berater führte zur Interpretation des Kürzels SJ als „schlaue Jungs“. Eine besondere Ausbildung des Intellekts gehört zur Pädagogik der Jesuiten. Eine spezifisch jesuitische Form der Spiritualität sind die Exerzitien des Ignatius von Loyola, die heute auch in kürzerer Form für Laien angeboten werden. Heute gehören dem Orden etwas mehr als 20.000 Jesuiten an, die in 112 Ländern tätig sind. Eine große Zahl von Jesuiten weltweit arbeitet in Schulen und Universitäten. Wichtige andere Tätigkeitsfelder sind die Pfarr- und Jugendarbeit, die Begleitung von Exerzitien, die Sozial- und Flüchtlingsarbeit und die Medienarbeit. Weltweit unterhalten die Jesuiten Hochschulen, Schulen und Internate (sieh [http://en.wikipedia.org/wiki/Society_of_Jesus#Jesuit_institutions hier]) , in denen sie jungen Menschen allgemeine Bildungsinhalte vermitteln mit der Absicht, sie dabei zugleich auf ihr späteres Leben nach den Grundsätzen des (katholisch-)christlichen Menschenbildes vorzubereiten (siehe Weblinks unten: „Leitbild der Kollegserziehung“ und „Jesuitische Erziehung“). In Deutschland gibt es zur Zeit drei Jesuiten-Gymnasien: Das Canisius-Kolleg Berlin, das Kolleg St. Blasien im Schwarzwald und das Aloisiuskolleg in Bad Godesberg. 1993 Aufgabe des Gymnasiums St. Ansgar - Schule (SAS) [http://www.sankt-ansgar-schule.de]in Hamburg zur Stärkung des Canisius-Kollegs in Berlin nach der Wiedervereinigung. Die SAS steht jedoch weiterhin in der Tradition jesuitischen Grundsätze und der spezifischen Pädagogik. Der Orden hat zum 1. Januar 2005 insgesamt 19.850 Mitglieder, davon 13.966 Priester, 3.054 Scholastiker, 1.921 Laienbrüder und 909 Novizen.

Geschichte

Ordensgründung

Der Orden der Jesuiten wurde von Ignatius von Loyola gegründet und wesentlich gestaltet. Ignatius (geboren 1491) stammte aus baskischem Adel, war zunächst Offizier, bis ihm im Alter von dreißig Jahren eine Kriegsverwundung den weiteren Aufstieg in dieser Karriere versperrte. Mystische Erfahrungen nach diesem Lebenseinschnitt brachten ihn dazu, seinen weiteren Lebensweg von Gott bestimmen zu lassen. In seinem Pilgerbericht bezeichnet er sich als „Der Pilger“ und beschreibt, wie ihn in allem Gott geführt habe. Nach teils abenteuerlichen, teils fruchtbaren Vorstufen studierte er an verschiedenen Orten, seit 1528 in Paris, wo er 1535 zum Magister Artium promoviert wurde. In Paris sammelte er auch Gefährten um sich und verband sich mit ihnen am 15. August 1534 (Fest der Aufnahme Mariens in den Himmel) auf dem Montmartre durch gemeinsame Gelübde. Die gelobte Wallfahrt und Seelsorgearbeit in Jerusalem erwiesen sich als undurchführbar. Statt dessen stellte sich die Gruppe Ende 1537 in Rom dem Papst Paul III. zur Verfügung. Dieser genehmigte drei Jahre später das Grundstatut der Gemeinschaft (Constitutiones, Bulle „Regimini militantis Ecclesiae“ vom 27. September 1540). Damit war die Gemeinschaft als Orden anerkannt. Ignatius wurde zum ersten Oberen gewählt und leitete den rasch wachsenden Orden von Rom aus bis zu seinem Lebensende am 31. Juli 1556. Darüber hinaus war die Ordensgründung Teil und Ausdruck einer katholischen Erneuerungsbewegung, die eine Reform der Kirche von der inneren Erneuerung und einer persönlichen Christusbeziehung erwartete. Von den Ordensmitgliedern wurde eine strikte Unterwerfung unter die Heilige Schrift und die Lehre der katholischen Kirche erwartet. So erklärte Ignatius: :„Ich werde glauben, dass Weiß Schwarz ist, wenn es die Kirche so definiert.“ (Hierbei sind allerdings nur Glaubenssätze im Blick, wie ein Beispiel erläutert: Ich glaube, dass das Brot der Eucharistie der Leib Christi ist, wenn es die Kirche definiert.) Aufgrund des absoluten Gehorsams, einer straffen Hierarchie und einer größtmöglichen persönlichen Flexibilität (ignatianisch: Indifferenz) konnte der Orden sehr schnell wachsen und so in sehr vielen Ländern aktiv werden.

Gegenreformation und Barock

In Europa hatten Jesuiten bedeutsamen Anteil an der Gegenreformation, der katholischen Reaktion auf die als Häresie betrachtete protestantische Reformation (vgl. Jesuitische Mission in England). Eines der wichtigsten Arbeitsfelder waren bald Schulen und Universitäten (vgl. Universität Ingolstadt). Die Jesuiten propagierten, die Zeremonien und der Prunk des organisierten Katholizismus sollten üppig finanziert und zelebriert werden (was den Lutheranern suspekt war). Sie förderten die barocke Baukunst und das Barocktheater, wobei sie mit dem so genannten Jesuitentheater eine eigene Tradition im Zuge der gegenreformatorischen Propaganda als „Sieg der Kirche“ begründeten. Die Jesuiten übten einen hohen Einfluss auf die frühe Neuzeit aus, da jesuitische Priester oftmals als Beichtväter der Könige jener Zeit agierten.

Mission

Hauptartikel: Jesuitische Mission
Jesuiten arbeiteten als Missionare in China, Japan, Indien, Amerika. Die Briefe des Jesuitenmissionars Franz Xaver fanden weite Verbreitung und weckten bei vielen Katholiken eine neue Begeisterung für die Mission. In Paraguay bestand von 1610 bis 1767 ein Jesuitenstaat, in welchem die Jesuiten unter den Indianern ein christliches Sozialsystem eingeführt hatten. Auf diese Art konnten die Indianer in so genannten Reduktionen unabhängig von den spanischen und portugiesischen Kolonialherren und in Sicherheit vor ihnen leben. Die jesuitische Mission in Lateinamerika wurde in Europa kontrovers beurteilt, besonders von Spanien und Portugal, wo man sie als Behinderung für die kolonialen Unternehmungen der eigenen Regierungen ansah. 1767 wurden die Jesuiten von den Spaniern aus Paraguay vertrieben.

Verfolgungen

Der Jesuitenorden war lange Zeit starken Anfeindungen ausgesetzt, da er häufig von seinen Gegnern zahlreicher Verschwörungen verdächtigt wurde: Das immer wieder kolportierte Wahnbild des finsteren, romhörigen Jesuiten, der im Geheimen Intrigen spinnt, um nationale, protestantische oder aufklärerische Bestrebungen zu torpedieren, steht am Anfang der Geschichte der politischen Verschwörungstheorien der Neuzeit. Im 18. Jahrhundert wurden die Jesuiten in vielen Ländern unterdrückt, da der Orden 1773 auf Betreiben vor allem Spaniens und Frankreichs von Papst Clemens XIV. aufgehoben wurde. In Russland und in Preußen, wo die nicht-katholischen Regierungen die päpstliche Autorität nicht anerkannten, fanden einige von ihnen Zuflucht, v. a. weil die Zarin Katharina und Friedrich der Große die Vorteile des jesuitischen Schulsystems nicht aufgeben wollten und weil beide Herrscher für die katholische Bevölkerung Polens, welches zwischen Russland und Preußen aufgeteilt worden war, Seelsorger benötigten. 1814 wurde die Gesellschaft Jesu von Papst Pius VII. wieder zugelassen. Trotz immer neuer Vertreibungen und Verbote wuchs der Orden schnell wieder zu alter Größe. Kurz nach der Gründung des Deutschen Reiches wurden die Jesuiten während des sogenannten Kulturkampfes 1872 des Landes verwiesen. Gegen Ende des Ersten Weltkriegs wurden 1917 diese Jesuitengesetze wieder aufgehoben. Während der Zeit des Nationalsozialismus wurden die Jesuiten wie die Freimaurer unter die „Volksschädlinge“ gerechnet. Mehrere Patres wurden mit Predigtverboten belegt, in ihrer Tätigkeit eingeschränkt, verfolgt und in Konzentrationslagern interniert. Pater Rupert Mayer, der große Männerseelsorger, wurde ins Exil verbannt. Pater Alfred Delp wurde als Mitglied des Kreisauer Kreises inhaftiert und in Berlin-Plötzensee hingerichtet. In der Schweizer Verfassung (nach dem Sonderbundskrieg) von 1848 gab es einen Jesuitenartikel, der nicht nur dem Orden selbst, sondern allen Jesuiten auch jede Tätigkeit in Staat und Kirche untersagte. Dieser Artikel wurde 1973 aufgehoben. In Spanien wurde die Gesellschaft Jesu mehrmals verboten, so etwa unter Isabella II. im Zuge des Ersten Carlistenkriegs und später erneut in der Zweiten Republik, die im Spanischen Bürgerkrieg unterging.

Jesuiten in Deutschland heute

Die Jesuiten haben heute in Deutschland zahlreiche Niederlassungen. Besonders wichtig sind:
- Die philosophisch-theologische Hochschule Sankt Georgen in Frankfurt
- Die Hochschule für Philosophie München
- Die Gymnasien in Berlin (Canisius-Kolleg Berlin), St. Blasien (Kolleg St. Blasien) und Bonn-Bad Godesberg ([http://aloisiuskolleg.www.de Aloisiuskolleg]).

Alle Generäle der Societas Jesu (mit der Dauer ihrer Amtszeit)


- 1541–1556 Ignatius von Loyola
- 1558–1565 Diego Laínez
- 1565–1572 Francisco de Borja
- 1573–1580 Everard Mercurian
- 1581–1615 Claudio Aquaviva
- 1615–1645 Mutio Vitelleschi
- 1646–1649 Vincenzo Carafa
- 1649–1651 Francisco Piccolomini
- 1652 Luigi Gottifredi
- 1652–1664 Goswin Nickel
- 1664–1681 Gian Paolo Oliva
- 1682–1686 Charles de Noyelle
- 1687–1705 Thyrsus González
- 1706–1730 Michelangelo Tamburini
- 1730–1750 Franz Retz
- 1751–1755 Ignazio Visconti
- 1755–1757 Luigi Centurioni
- 1758–1775 Lorenzo Ricci
- 1782–1785 Stanislaw Czerniewicz
- 1785–1798 Gabriel Lenkiewicz
- 1799–1802 Francis Kareu
- 1802–1805 Gabriel Gruber
- 1805–1820 Tadeusz Brzozowski
- 1820–1829 Aloisius Fortis
- 1829–1853 Joannes Philippus Roothaan
- 1853–1887 Pierre Jean Beckx
- 1892–1901 Louis Martin
- 1906–1914 Franz Xaver Wernz
- 1915–1942 Wladimir Ledóchowski
- 1946–1964 Jean Baptiste Janssens
- 1965–1981 Pedro Arrupe
- 1981–1983 Paolo Dezza und Giuseppe Pittau
- 1983– Peter Hans Kolvenbach

weitere bekannte Jesuiten

A Rudolf Acquaviva (selig), Giulio Alenio, Jean Joseph Marie Amiot, Modest Andlauer, Juan Andres, Francois d'Aguillon, Jean Denis Attiret B Florian Bahr, Jakob Balde, Augustin Barruel, Kardinal Augustin Bea, Robert Bellarmin (heilig, Kirchenlehrer), Jacques Berthieu (selig), Andrew Bobola,Karl von Borango, Rudjer Josip Boskovitsch, Jean de Brébeuf (heilig) C Petrus Canisius (heilig, Kirchenlehrer),John Carroll, Giuseppe Castiglione, Michel de Certeau,Petrus Claver (heilig), Frederick C. Copleston D Alfred Delp, Heinrich Dumoulin, Jacques Dupuis, Aimé Duval E Ignacio Ellacuría, Hugo Makibi Enomiya-Lassalle, Luis Espinal F Peter Faber (selig), Luis Frois G Mario von Galli,Joseph Gelineau, Heiner Geißler (vorübergehend), Anton Gogeisl, Baltasar Gracián,Rutilio Grande, Francesco Maria Grimaldi, Alois Grillmeier, Johann Grueber H August von Hallerstein, Friedhelm Hengsbach, Franz de Hieronymo (heilig), Gerard Manley Hopkins J Philipp Jeningen, Isaak Jogues (heilig) K Albert Keller, Athanasius Kircher, Ignaz Kögler, Stanislaus Kostka (heilig) L Michael Florent van Langren, Rupert Lay, Johannes Baptist Lotz M Martin Malachi, Carlo Maria Martini, Julianus Maunoir (selig), Rupert Mayer (selig), Hans Bernhard Meyer, Anthony de Mello, Paul Miki (heilig) N Oswald von Nell-Breuning O Huub Oosterhuis R Hugo Rahner, Karl Rahner, Alexandre Rhodes, Matteo Ricci, Giovanni Riccioli, José María Rubio y Peralta (heilig) S Johann Michael Sailer, Jakob Salès (selig), Wilhelm Saultemouche (selig), Adam Schall von Bell, Georg Scherer, Gerolamo Sersale, Ignaz Sichelbarth, Friedrich Spee von Langenfeld, Georg Sporschill, Jón Sveinsson T Emanuele Tesauro, Pierre Teilhard de Chardin, Gottfried Thelen V Ferdinand Verbiest W Béla Weissmahr X Franz Xaver (Francisco de Xavier y Jassu)

Nicht unerwähnt bleiben soll auch die fiktive Figur des Jesuiten Leo Naphta im Roman Der Zauberberg von Thomas Mann, die als Gegenspieler zu Settembrini agiert.

Literatur


- Jonathan Wright:
Die Jesuiten. Mythos - Macht - Mission. Essen: Magnus Verlag 2005. 319 S., ISBN 3-88400-430-1
- Peter Claus Hartmann:
Die Jesuiten. Beck'sche Reihe 2171. C.H. Beck, München 2001 ISBN 3-406-44771-6
- Stefan Kiechle / Clemens Maaß (Hrsg.):
Der Jesuitenorden heute. TOPOSplus-Taschenbücher 328. 2. Aufl. Matthias-Grünewald-Verl., Mainz 2001 ISBN 3-7867-8328-4
- Jürgen Stillig:
Jesuiten, Ketzer und Konvertiten in Niedersachsen. Untersuchungen zum Religions- und Bildungswesen im Hochstift Hildesheim in der Frühen Neuzeit. Schriftenreihe des Stadtarchivs und der Stadtbibliothek Hildesheim 22. Hildesheim, Bernward 1993. (574 S.) ISBN 3-87065-745-6
- Rüdiger Funiok/Harald Schöndorf (Hrsg.):
Ignatius von Loyola und die Pädagogik der Jesuiten. Ein Modell für Schule und Persönlichkeitsbildung. Auer, Donauwörth 2000. (279 S.) ISBN 3-403-03225-6
- Klaus Mertes SJ:
Verantwortung lernen - Schule im Geist der Exerzitien. Ignatianische Impulse. Echter, 2004. ISBN 3-429-02537-0
- Duhr, Bernhard: Text der Studienordnung von 1599 und 1832. In: Ders.:
Die Studienordnung der Gesellschaft Jesu. Herdersche Verlagshandlung: Freiburg i. Breisgau 1896.

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