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Girolamo Savonarola

Girolamo Savonarola

Girolamo "Hieronymus" Savonarola (
- 21. September 1452 in Ferrara, Italien; † 23. Mai 1498 in Florenz, Italien) war ein italienischer Dominikaner und Bußprediger. Er erregte Aufsehen mit seiner Kritik am Lebenswandel des herrschenden Adels und Klerus. Klerus

Leben

In Ferrara als Sohn einer adeligen Familie geboren, studierte Savonarola zunächst Philosophie und Medizin. Mit 22 Jahren trat er jedoch in den Dominikanerorden von Bologna ein, um "nicht wie ein Tier unter Schweinen, sondern als vernünftiger Mensch" zu leben. Seinem ersten Auftreten als Bußprediger war zunächst wenig Erfolg beschieden, was sich jedoch schnell ändern sollte. Seine flammenden Reden gegen die Verkommenheit der herrschenden Schichten wurden von großen Teilen des Volks bejubelt. Die Massenwirkung, die er schließlich in Norditalien erzielte, wird oft mit der des Rätsel behafteten Predigers Hans Böhm verglichen, der 1476 in Franken mit sozialrevolutionären Thesen ähnliche Anziehungskraft ausübte.

Die Medici

1485 wurde er von Lorenzo de Medici nach Florenz geholt, möglicherweise aus dem Motiv, ihn dort besser beobachten und letztlich unter Kontrolle halten zu können. Tatsächlich war er schließlich jedoch zu einem guten Teil für die Vertreibung der Medici 1494 aus Florenz verantwortlich. Schon am Sterbebett von Lorenzo verlangte er 1492, dass dieser auf alle Herrschaftsansprüche seiner Familie verzichten solle. Als Savonarola mit dem 25. Juli 1492 das Sterbedatum von Papst Innozenz VIII. korrekt voraus sagte, war er auf dem Höhepunkt seiner Macht. Zum Verhängnis wurde Savonarola allerdings die offene Unterstützung König Karl VIII. von Frankreich und sein Kampf gegen Papst Alexander VI., der wesentlich machtbewusster agierte als sein Vorgänger Innozenz. Unter dem Eindruck der Predigten Savonarolas vernichtete der Maler Botticelli etliche seiner Gemälde.

Karl VIII. von Frankreich

Karl wurde von mehreren Seiten gedrängt, den Anspruch der französischen Krone auf das Königreich Neapel durchzusetzen. Wohl war Karl VIII. auf seinem Italienfeldzug zunächst erfolgreich: 1494 mussten die Medici vor seinem Einmarsch kapitulieren, und die Partei Savonarolas nutzte die Gunst der Stunde, um die Medici aus der Stadt zu vertreiben, indem deren neuem Oberhaupt Piero politische Unfähigkeit vorgeworfen wurde. Karls Feldzug geriet letztlich jedoch zum Fiasko, da er schon bald nach der triumphalen Einnahme Neapels Italien wieder verließ und Neapel bald danach wieder verloren ging.

Papst Alexander VI.

Papst Alexander VI., ein Borgia, der ohne zum Priester geweiht worden zu sein von seinem päpstlichen Onkel Kalixt III. zum Kardinal ernannt, in der Folge als Vizekanzler des Kirchenstaats einer der reichsten Männer Europas geworden war, sich seine Papstwahl wohl ebenso wie Innozenz erkauft hatte und das Leben eines Renaissancefürsten mit Konkubinen und unehelichen Kindern führte, versuchte zunächst, Savonarola für sich zu gewinnen, indem er ihm die Kardinalswürde in Aussicht stellte. Dieser lehnte jedoch ab und bezichtigte den Papst stattdessen öffentlich der Ketzerei. 1495 untersagte der Papst Savonarola, weiterhin zu predigen. Für kurze Zeit hielt sich dieser auch daran, prangerte aber bald wieder die Missstände in der Kirche an. Ohne den Rückhalt König Karls, aber auch aufgrund der Opposition der Franziskaner in Florenz kam es dort schließlich zu einem Stimmungswandel, nachdem Savonarola schon 1497 von Papst Alexander VI. als "Häretiker, Schismatiker und Verächter des Hl. Stuhles" exkommuniziert worden war. Als der Papst von der Signoria, dem Magistrat der Stadt, unter Androhung des Interdikts für die ganze florentinische Republik forderte, Savonarola gefangen zu nehmen, wurde dieser von der aufgebrachten Menge aus dem Kloster geschleppt. Savonarola wurde eingekerkert, gefoltert und nach seinem Eingeständnis zum Tode verurteilt. Noch vor seiner Hinrichtung widerrief er seine Eingeständnisse wieder. Savonarola wurde schließlich mit zwei Mitbrüdern vor einer riesigen Menschenmenge zunächst gehängt und dann verbrannt. Bis heute entzweit Savonarola die Gemüter. Von der Kirche wurde er bis heute nicht rehabilitiert, und gewiss war er ein Fanatiker, der sich zuletzt nicht nur in den Wirren der Machtpolitik, sondern auch seinen Utopien verloren hatte. Ihn als Häretiker zu bezeichnen ist jedoch schwer möglich. Mit seinem unablässigen Kampf gegen Wollust und Ausschweifung bis hin zur Agitation für die öffentliche Verbrennung von Sodomiten nahm er die katholische Lehre lediglich bei ihrem eigenen Wort.

Sonstiges

Die Savonarola-Figur wurde von Thomas Mann literarisch in seiner frühen Erzählung Gladius Dei verarbeitet.

Literatur


- Horst Herrmann: Girolamo Savonarola. Der Ketzer von San Marco. München 1977, ISBN 357029318
- Georg Rendl: Savonarola. Schauspiel. Salzburg 1957.
- Tanja Kinkel: Die Puppenspieler 1996, ISBN 3442429552
- Tilman Röhrig: Wir sind das Salz von Florenz 2002,ISBN 340415200X

Weblinks


-
- [http://www.heiligenlexikon.de/index.htm?BiographienG/Girolamo_Savonarola.html Heiligenlexikon]
- [http://www.akademie-rs.de/publikationen/khr44_kassandra_nolte.htm Josef Nolte: Girolamo Savonarola - Prophet und Opfer seiner Kirche] Savonarola, Girolamo Savonarola, Girolamo Savonarola, Girolamo Savonarola, Girolamo Savonarola, Girolamo Savonarola, Girolamo ja:ジロラモ・サヴォナローラ

21. September

Der 21. September ist der 264. Tag des Gregorianischen Kalenders (der 265. in Schaltjahren). Zum Jahresende verbleiben 101 Tage.

Ereignisse

Politik


- 454 - Der herrenberger Kaiser Valentinian III. ermordet seinen Feldherren Aëtius.
- 1520 - Süleyman I. der Prächtige wird Sultan und Kalif von Konstantinopel.
- 1676 - Benedetto Odescalchi wird Papst Innozenz XI..
- 1745 - Jakobitische Rebellen unter der Führung von Charles Edward Stuart schlagen in der Schlacht bei Prestonpans britische Regierungstruppen unter General Sir John Cope vernichtend und gewinnen damit zeitweilig die Herrschaft über ganz Schottland. John Cope]
- 1793 - Beginn der Terrorherrschaft des Wohlfahrtsausschusses unter Maximilien de Robespierre während der Französischen Revolution
- 1898 - Im Kaiserreich China stürzt die Kaisermutter Tz`u Hsi ihren Sohn Te Tsun und beendet dessen Reformkurs ("Reform der 100 Tage").
- 1916 - SPD in der Krise: der Parteivorsitzende Friedrich Ebert berichtet auf der Reichskonferenz von einem Schrumpfen der Mitgliederzahl um 64%.
- 1931 - Großbritannien verlässt den Goldstandard, das Pfund Sterling wird freie Währung.
- 1949 - Die Alliierte Hohe Kommission nimmt ihre Arbeit auf.
- 1949 - Aufhebung der Zensur und Reglementierung der Presse durch die Besatzungsmächte.
- 1949 - Das Inkrafttreten des Besatzungsstatus gibt der Bundesrepublik Deutschland die vollständige Verfügung über die Judikative, Legislative und Exekutive zurück.
- 1956 - Der Magistrat der Stadt Berlin beschließt, das Brandenburger Tor wieder aufzubauen.
- 1964 - Malta erlangt seine Unabhängigkeit von Großbritannien.
- 1965 - Singapur, die Malediven und Gambia werden Mitglieder der Vereinten Nationen.
- 1965 - Niederlande. Im Parlament von Den Haag kündigt Königin Juliana die Hochzeit der Thronfolgerin, Prinzessin Beatrix mit dem ehemaligen Bonner Diplomaten Claus von Amsberg an.
- 1971 - Katar, Bhutan und Bahrain werden Mitglieder bei den Vereinten Nationen.
- 1972 - Der Deutsche Bundestag billigt die Rentenreform (Einführung der flexiblen Altersgrenze).
- 1976 - Seychellen werden Mitglied bei den Vereinten Nationen.
- 1979 - Sturz von Kaiser Bokassa I. durch David Dacko und Proklamation der Zentralafrikanischen Republik.
- 1981 - Belize (bis 1973 Britisch-Honduras) wird unabhängig.
- 1991 - Armenien erhält seine Unabhängigkeit.
- 1991 - Bürgerrechtler der ehemaligen DDR gründen die parteiliche Organisation "Bündnis 90".
- 1993 - Der russische Staatspräsident Boris Jelzin entmachtet das Parlament durch Auflösung beider Kammern der Volksvertretung.
- 1997 - Parlamentswahlen in Polen: das neugegründete Wahlbündnis AWS (Akcja Wyborcza "Solidarność") von Marian Krzaklewski siegt.
- 2001 - Arnold Rüütel wird Staatspräsident in Estland.

Kultur

Estland
- 1457 - Gründung der Universität Freiburg.
- 1820 - Alexander Sergejewitsch Puschkin wird nach Chişinău verbannt.
- 1893 - Uraufführung von Gerhart Hauptmanns sozialkritischer Komödie "Der Biberpelz" in Berlin.
- 1929 - Uraufführung der Oper Engelbrekt von Natanael Berg am Kungliga Teatern in Stockholm.
- 1945 - Die erste Modenschau der Nachkriegszeit findet in Paris statt.
- 2004 - Eröffnung des National Museum of the American Indian in Washington D.C..

Technik


- 1799 - Die erste Gasheizung wird von dem französischen Erfinder Philippe Lebon zum Patent angemeldet.
- 1903 - Dr. August Oetker lässt sich das Verfahren zur Herstellung von Backpulver patentieren.

Wissenschaft


- 1925 - Skelett eines Frühmenschen in Ehringsdorf bei Weimar gefunden, siehe: Ehringsdorfer Urmensch
- 2003 - Die Mission der amerikanischen Raumsonde Galileo endet durch einen kontrollierten Absturz in den Jupiter.

Diverses


- 1847 - Auf der Insel Mauritius, einer britischen Kronkolonie, werden zwei Briefmarken ausgegeben, die Rote und Blaue Mauritius.

Katastrophen


- 1869 - Die Dresdner Semper-Oper wird bei einem verheerenden Brand vernichtet.
- 1921 - Ammoniumnitrat-Explosion in der IG-Farben-Fabrik (heutige BASF) in Ludwigshafen-Oppau (Deutsches Reich). 500 Tote, 2000 Gebäude zerstört.
- 1938 - Ein großer Hurrikan trifft von Nordost Long Island(bei NY), 600 Todesopfer.
- 1957 - Untergang des deutschen Segelschulschiffs Pamir in einem Orkan südwestlich der Azoren: 80 der 86 Besatzungsmitglieder kommen ums Leben.
- 1993 - Beim Anflug auf Sochumi in Georgien wurde eine Tupolew Tu-134 der Transair Georgia von abchasischen Separatisten abgeschossen. Alle 27 Insassen starben.
- 1995 - Moron, Mongolei. Eine Antonow An-24 der MIAT aus Ulan-Bator sank zu früh und prallte gegen einen Berg. Von 43 Insassen überlebte nur einer.
- 1999 - Taiwan wird von einem schweren Erdbeben erschüttert. Etwa 2200 Menschen kommen ums Leben.
- 2001 - Bei einem schweren Chemieunfall, der Explosion in Toulouse kam es in der französischen Stadt zu erheblichen Sachschaden. 31 Menschen starben.

Sport


- Ereignisse aus dem Bereich der Formel 1 siehe dort.
- Einträge von Leichtathletik-Weltrekorden s. u. der jeweiligen Disziplin unter Leichtathletik.
- 1955 - Der Schwergewichtsboxer Rocky Marciano verteidigt zum sechsten (und letzten) Mal seinen Weltmeistertitel gegen seinen US-amerikanischen Landsmann Archie Moore.
- 1980 - Gérard d'Aboville erreicht nach 72 Tagen den Hafen Brest und wird damit der erste Mensch, der alleine im Ruderboot den Atlantik überquert hat.
- 1985 - Michael Spinks gewinnt seinen Boxkampf und damit die Weltmeisterschaft im Schwergewicht gegen Larry Holmes, für Holmes war es die erste Niederlage nach 48 Siegen.

Geboren

Larry Holmes (1452-1498)]]
- 1371 - Friedrich I., Kurfürst von Brandenburg
- 1415 - Friedrich III., Kaiser des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation
- 1452 - Girolamo Savonarola, italienischer Theologe und Politiker
- 1645 - Louis Joliet, französischer Entdecker und Kartograf (entdeckte zusammen mit Jacques Marquette den Mississippi)
- 1779 - Hermann Wedel-Jarlsberg, norwegischer Politiker
- 1787Karl Immanuel Nitzsch, Theologe
- 1791 - Théodore Géricault, französischer Künstler
- 1792 - Johann Peter Eckermann, deutscher Dichter und enger Vertrauter Goethes
- 1801 - Moritz Hermann von Jacobi, deutscher Physiker und Ingenieur
- 1842 - Abdülhamid II., Sultan des Osmanischen Reiches
- 1845 - Ernst August, Kronprinz von Hannover, der letzte Kronprinz des Königreichs Hannover
- 1850 - Hans Sitt, deutscher Komponist
- 1853 - Heike Kamerlingh Onnes, niederländischer Physiker Heike Kamerlingh Onnes
- 1866 - Herbert George Wells, britischer Schriftsteller (Der Krieg der Welten und Die Zeitmaschine)
- 1874 - Gustav Holst, britischer Komponist
- 1874 - Karl Jarres, DVP-Politiker in der Weimarer Republik, Reichsvizekanzler (1923-1925)
- 1885 - Elisabeth Müller, schweizerische Jugendschriftstellerin
- 1899 - Juliusz Schauder, polnischer Mathematiker
- 1904 - Hans Hartung, deutscher Künstler
- 1904 - Franz Stock, katholischer Priester
- 1905 - Marguerite Roberts, US-amerikanische Drehbuchautorin
- 1906 - Aristoteles Onassis, griechischer Unternehmer
- 1908 - George Simpson, US-amerikanischer Leichtathlet und Olympiateilnehmer
- 1909 - Kwame Nkrumah, ghanesischer Politiker, Regierungschef und Staatspräsident
- 1912 - Chuck Jones, US-amerikanischer Cartoonist und Zeichentrickfilm-Regisseur (Ehren-Oscar für sein Lebenswerk 1996)
- 1920 - Vico Torriani, schweizerischer Sänger, Schauspieler und TV-Moderator
- 1921 - Hermann Buhl, österreichischer Bergsteiger
- 1925 - Victor Kirst, deutscher Politiker (FDP)
- 1926 - Donald A. Glaser, amerikanischer Physiker und Neurobiologe (Nobelpreis 1960)
- 1931 - Larry Hagman, US-amerikanischer Schauspieler
- 1932 - Reinhold Schreiner, deutscher Arbeitsdirektor
- 1934 - Leonard Cohen, kanadischer Sänger
- 1935 - Sigrid Valdis, US-amerikanische Schauspielerin
- 1936 - Jean Pütz, deutscher Journalist
- 1940 - Dickey Lee, US-amerikanischer Sänger
- 1943 - Ilse Falk, deutsche Politikerin (CDU)
- 1943 - Klaus Kordon, deutscher Schriftsteller
- 1943 - Kevin Murphy, US-amerikanischer Musiker
- 1944 - Dicky Tarrach, deutscher Musiker
- 1946 - Moritz Leuenberger, Schweizer Politiker (SPS), Bundesrat seit 1995
- 1947 - Don Felder, US-amerikanischer Musiker und Songschreiber (Eagles)
- 1947 - Stephen King, US-amerikanischer Schriftsteller
- 1947 - Jacques-Èdouard Alexis, haitianischer Politiker und Regierungschef
- 1947 - Anke Spoorendonk, Politikerin der dänischen Minderheit in Schleswig-Holstein
- 1950 - Bill Murray, US-amerikanischer Schauspieler
- 1951 - Aslan Alijewitsch Mashadow, Staatspräsident von Tschetschenien
- 1953 - Betty Wright, US-amerikanische Sängerin
- 1953 - Reinhard Marx, katholischer Bischof von Trier seit 2001
- 1954 - Phil Taylor, britischer Musiker
- 1955 - Mika Kaurismäki, finnischer Regisseur
- 1955 - Andreas Trautvetter, deutscher CDU-Politiker, Minister in Thüringen
- 1955 - Andrei Wladimirowitsch Gawrilow, russischer Pianist
- 1965 - Frédéric Beigbeder, französischer Schriftsteller
- 1966 - Kiefer Sutherland, kanadischer Schauspieler
- 1967 - Faith Hill, US-amerikanische Country-Sängerin
- 1967 - Vera Int-Veen, deutsche Moderatorin
- 1972 - David Silveria, US-amerikanischer Musiker, Schlagzeuger der Band Korn
- 1974 - Henning Fritz, deutscher Handballspieler
- 1974 - Daniel Bogusz, polnischer Fußballspieler

Gestorben


- 19 v. Chr. - Vergil (Publius Vergilius Maro), römischer Dichter
- 687 - Konon (Papst), Papst von 686 bis 687
- 985 - Warin, Erzbischof von Köln
- 1109 - Svatopluk II., böhmischer Herzog
- 1317 - Viola Alžběta Těšínská, Königin in Böhmen
- 1327 - Eduard II., 1307 bis 1327 König von England
- 1384 - Ludwig I. (Anjou), nicht anerkannter König von Neapel Ludwig I. (Anjou)
- 1558 - Karl V. (HRR), König von Spanien und Kaiser des Heiligen Römischen Reichs
- 1576 - Gerolamo Cardano, italienischer Arzt und Mathematiker
- 1586 - Antoine Perrenot de Granvelle, Kardinal und Minister
- 1637 - Carlo I. Gonzaga, Herzog von Nevers und Rethel
- 1643 - Huang Tai Ji, Kaiser von China
- 1792 - Philipp von Westphalen, Vertrauter des Herzogs Ferdinand von Braunschweig
- 1812 - Emanuel Schikaneder, Schauspieler, Regisseur und Theaterdirektor
- 1832 - Walter Scott, schottischer Schriftsteller
- 1850 - Friedrich Robert Fählmann, deutsch-estnischer Philologe Friedrich Robert Fählmann
- 1860 - Arthur Schopenhauer, deutscher Philosoph
- 1866 - Karl Ludwig Hencke, deutscher Amateurastronom
- 1883 - Conrad Bursian, deutscher Philologe und Archäologe
- 1904 - Chief Joseph, Häuptling der Nez Percé-Indianer
- 1905 - Rudolf Baumbach, deutscher Dichter
- 1921 - Eugen Dühring, deutscher Nationalökonom, Sozialist und Philosoph
- 1930 - Hans Bußmeyer, deutscher Komponist
- 1936 - Antoine Meillet, französischer Sprachwissenschafter
- 1939 - Georg Witkowski, deutscher Literaturhistoriker
- 1950 - Anton Kippenberg, deutscher Verleger
- 1956 - Karl Caspar, deutscher Maler
- 1957 - Bertha Krupp von Bohlen und Halbach, Besitzerin des Krupp-Konzerns
- 1957 - Haakon VII., König von Norwegen
- 1958 - Peter Whitehead, englischer Formel 1- und Sportwagen-Rennfahrer
- 1962 - Marie Bonaparte, französische Psychoanalytikerin
- 1964 - Bo Carter, US-amerikanischer Blues-Musiker
- 1964 - Otto Grotewohl, deutscher Politiker und Ministerpräsident der DDR
- 1967 - Johannes Hoffmann (CVP), deutscher Politiker
- 1971 - Bernardo Alberto Houssay, argentinischer Physiologe und Nobelpreisträger
- 1972 - Henry de Montherlant, französischer Schriftsteller
- 1974 - Jacqueline Susann, US-amerikanische Schriftstellerin
- 1974 - Walter Brennan, US-amerikanischer Schauspieler
- 1978 - Peter Vogel, deutscher Schauspieler
- 1979 - Sámal Joensen-Mikines, färöischer Maler
- 1980 - Waldir Azevedo, brasilianischer Komponist und Cavaquinhospieler
- 1982 - Herbert Hisel, deutscher Humorist
- 1987 - Jaco Pastorius, US-amerikanischer Jazzmusiker und Komponist
- 1988 - Henry Koster, deutscher Filmregisseur
- 1996 - Claus Holm, deutscher Schauspieler
- 1996 - Erika Cremer, deutsche Professorin der Physik
- 1998 - Florence Griffith Joyner, US-amerikanische Leichtathletin und Olympiasiegerin
- 2002 - Michael Croissant, deutscher Bildhauer
- 2002 - Peter Kowald, deutscher Jazzmusiker
- 2003 - Erich Hallhuber, deutscher Schauspieler
- 2005 - Ramón Martín Huerta, mexikanischer Politiker

Feier- und Gedenktage


- Namenstage: Debora (Deborah (Prophetin)), Jonas (Jona (Prophet)), Matthäus (Matthäus (Evangelist)), Matthieu
- Nationalfeiertag in Armenien (Unabhängigkeitstag von 1991)
- Nationalfeiertag in Malta
- Nationalfeiertag in Belize (Unabhängigkeitstag von 1981)
- Weltfriedenstag (früher Eröffnungstag der Jahrestagung der Generalversammlung der Vereinten Nationen)
- Welt-Alzheimertag der Weltgesundheitsorganisation (Alzheimersche Krankheit)

Siehe auch


- 20. September - 22. September
- 21. August - 21. Oktober
- Historische Jahrestage - Zeitskala
- Wikipedia:Glaskugel - Wikipedia:Formatvorlage Tag 0921 ja:9月21日 ko:9월 21일 simple:September 21 th:21 กันยายน

Ferrara

Ferrara ist eine italienische Stadt in der Region Emilia-Romagna und Hauptstadt der Provinz Ferrara. Die Stadt liegt am Po di Volano, einem Arm des Po. Sie wird heute noch von vielen Bauwerken aus dem Mittelalter und der Renaissance geprägt (z.B. Kathedrale San Giorgio, Palazzo Giulio d'Este).

Geschichte

Renaissance Ferrara wurde wahrscheinlich als Siedlung der Einwohner der Lagunen an der Po-Mündung gegründet. Es wird erstmals in einem Dokument von Aistulf von 753 oder 754 erwähnt und war ein Teil des Exarchats Ravenna. Nach 984 war es ein Lehen von Tedalda, Graf von Modena und Canossa, einem Neffen des Kaisers Otto I.. Danach wurde Ferrara selbständig, und 1101 nach einer Belagerung von Markgräfin Matilda eingenommen. Zu dieser Zeit wurde die Stadt von einer kleinen Gruppe bedeutender Familien dominiert, darunter die Adelardi. 1146 starb Guglielmo, der letzte der Adelardi. Sein Eigentum ging wie die Mitgift seiner Nichte Marchesella an Azzolino d'Este über. Es gab eine Feindschaft zwischen der neu dazugekommenen Familie und den Sailinguerra, aber nach ausgedehnten Kämpfen wurde Azzo Novello 1242 zum ständigen Podestà ernannt. 1259 nahm er Ezzelino da Romano von Verona in einer Schlacht gefangen. Sein Enkel Obizzo II. (1264-1293) folgte ihm nach, und der Papst ernannte ihn zum Generalkapitän und Verteidiger des Kirchenstaats. Das Haus Este war von da an in Ferrara eingenistet. 1391 wurde die Universität von Ferrara gegründet. Niccolò III. (1393-1441) empfing mehrere Päpste mit großem Prunk, insbesondere Eugen IV., der hier 1438 ein Konzil abhielt. Sein Sohn Borso erhielt 1452 (in diesem Jahr wurde Girolamo Savonarola hier geboren) von Kaiser Friedrich III. als erster Herzog die Lehen Modena und Reggio. 1470 wurde er von Papst Paul II. zum Herzog von Ferrara gemacht. Paul II. Ercole I. (1471-1505) führte Krieg mit Venedig und trug sehr zur Blüte der Stadt bei. Sein Sohn Alfonso I. heiratete Lucretia Borgia und setzte den Krieg gegen Venedig erfolgreich fort. 1509 wurde er von Julius II. exkommuniziert und griff die päpstliche Armee 1512 außerhalb Ravennas an, das er dann einnahm. Gaston de Foix fiel in der Schlacht, in der er Alfonso unterstützte. Mit den nachfolgenden Päpsten konnte Alfonso Frieden schließen. Er war ab 1518 der Patron Ariostos. Sein Sohn Ercole II. heiratete Renata, eine Tochter Ludwigs XII. von Frankreich. Auch er verschönerte während seiner Regierungszeit (1534-1559) die Stadt. Sein Sohn Alfonso II. heiratete Barbara, eine Schwester von Kaiser Maximilian II.. Unter ihm erreichte Ferrara seinen Höhepunkt, und er war ein Patron von Tasso und Guarini. Wie die Fürsten seines Hauses es immer getan hatten, förderte er Kunst und Wissenschaften. Er hatte keinen legitimen männlichen Erben, 1597 wurde Ferrara daher von Clemens VIII. als vakantes Lehen beansprucht, ebenso Comacchio. An der Stelle der Burg Tedalfo an der Westseite der Stadt baute er eine Festung. Die Stadt blieb Teil des Kirchenstaates, auch als zwischen 1832 und 1859 eine österreichische Garnison die Festung besetzte. Danach wurde die Stadt Teil des Königreichs Italien.

Die Stadt Ferrara

Ferrara ist heute Universitätsstadt, Krankenhauszentrum und beliebtes Ziel für Touristen. Seine Renaissance-Altstadt, umgeben von einer neun Kilometer langen Stadtmauer, kann nur zu Fuß oder mit dem Fahrrad besucht werden. Mehr als 30 Prozent der Wege werden in Ferrara mit dem Fahrrad zurückgelegt, dieser Wert ist vergleichbar mit dem Amsterdams. Ferrara ist damit vielleicht die fahrradfreundlichste Stadt Italiens.

Söhne und Töchter der Stadt


- Alfonso I. d'Este, Herzog von Ferrara, Modena und Reggio Emilia|Reggio
- Michelangelo Antonioni, italienischer Filmregisseur, Autor und Maler
- Lorenzo Costa, italienischer Maler
- Francesco del Cossa, italienischer Maler
- Ercole I. d'Este, Herzog von Ferrara, Modena und Reggio Emilia
- Ercole II. d'Este, Herzog von Ferrara, Modena und Reggio Emilia, und der Lucrezia Borgia
- Girolamo Frescobaldi, bedeutender Barockkomponist und Organist
- Ippolito I. d'Este, Erzbischof und Kardinal
- Ippolito II. d'Este, Erzbischof von Mailand, Kardinal
- Isabella d'Este, eine der wichtigsten Personen in der Kultur und Politik der italienischen Renaissance
- Olympia Fulvia Morata, italienische Dichterin und humanistische Gelehrte
- Giovanni Riccioli, italienischer Theologe, Astronom und Philosoph
- Girolamo Savonarola, ital. Dominikaner und Bußprediger
- Tito Vespasiano Strozzi, italienischer Humanist

Literatur

Birgit Emich: Territoriale Integration in der Frühen Neuzeit. Ferrara und der Kirchenstaat, Köln/Weimar/Wien : Böhlau 2005, 1178 S. ISBN 3-412-12705-1 (=Habilitation Freiburg 2002) Kategorie:Ort in der Emilia-Romagna Kategorie:Weltkulturerbe ja:フェラーラ

23. Mai

Der 23. Mai ist der 143. Tag des Gregorianischen Kalenders (der 144. in Schaltjahren) - somit verbleiben noch 222 Tage bis zum Jahresende.

Ereignisse


- 1568 - Mit der Schlacht bei Heiligerlee beginnt der Achtzigjährige Krieg -der Freiheitskampf der Niederlande gegen die spanische Herrschaft.
- 1618 - 2. Prager Fenstersturz, Beginn des Dreißigjährigen Krieges.
- 1863 - Ferdinand Lassalle gründet in Leipzig den Allgemeinen Deutschen Arbeiterverein (ADAV), Ursprung der heutigen SPD.
- 1934 - Das amerikanische Gangsterpärchen Bonnie Parker und Clyde Barrow (Bonnie und Clyde) wird von Polizisten erschossen.
- 1945 - Die deutsche Reichsregierung wird von den Alliierten abgesetzt und verhaftet.
- 1949 - Der Parlamentarische Rat verkündet das deutsche Grundgesetz
- 1979 - Der Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland seit diesem Datum alle fünf Jahre gewählt. Gewählt werden bei der
  - Bundespräsidentenwahl 1979 als 5. Bundespräsident Karl Carstens (CDU)
  - Bundespräsidentenwahl 1984 als 6. Bundespräsident: Richard von Weizsäcker (CDU) (Gegenkandidatin: Luise Rinser)
  - Bundespräsidentenwahl 1989 neuerlich Richard von Weizsäcker (ohne Gegenkandidaten)
  - Bundespräsidentenwahl 1994 als 7. Bundespräsident Roman Herzog (im 3. Wahlgang gegen den SPD-Kandidaten Johannes Rau)
  - Bundespräsidentenwahl 1999 als 8. Bundespräsident Johannes Rau
  - Bundespräsidentenwahl 2004 als 9. Bundespräsident Horst Köhler
- 1990 - Gabun. Der ungeklärte Tod des Oppositionspolitikers Joseph Rendjambe löst Unruhen und Tumulte in Libreville und Port Gentil aus
- 1993 - In Kambodscha finden unter UNO-Aufsicht die ersten freien Wahlen seit mehr als 20 Jahren statt.
- 1997 - Regierungspräsident im Iran wird Hodschatoleslam Seyed Mohammad Khatami

Wirtschaft


- 1995 - Sun stellt die Programmiersprache Java offiziell vor.

Wissenschaft und Technik


- 1886 - Der erste Zug fährt durch den Gotthard-Eisenbahntunnel

Kultur


- 1605 - „Don Quijote“ von Miguel de Cervantes erscheint.
- 1750 - „Der Lügner“, eine Komödie in drei Akten von Carlo Goldoni, wird in Mantua uraufgeführt.
- 1814 - Uraufführung der Oper Fidelio von Ludwig van Beethoven am Theater am Kärtnertor in Wien.
- 1971 - Uraufführung der Oper Der Besuch der alten Dame von Gottfried von Einem an der Wiener Staatsoper.

Religion

Katastrophen


- 1976 - Im philippinischen Mindanao wird eine BAC 1-11 der Philippine Airlines entführt. Die Entführer halten die Maschine auf dem Flughafen Zamboanga fest, wobei die Situation nach dem Eingreifen der Einsatztruppen eskaliert. Nach Schusswechsel und Explosion mehrerer Handgranaten sterben 13 Menschen.

Sport


- Ereignisse aus dem Bereich der Formel 1 siehe dort.
- Einträge von Leichtathletik-Weltrekorden s. u. der jeweiligen Disziplin unter Leichtathletik.
- 1998 - Wladimir Klitschko gewinnt seinen Boxkampf gegen Cody Koch in Offenburg durch KO
- 2001 - Der FC Bayern München gewinnt die Champions League.
- 2004 - Im dritten Anlauf in Folge steigt der 1. FSV Mainz 05 erstmals in die Fußball-Bundesliga auf.

Geboren

Fußball-Bundesliga Fußball-Bundesliga
- 1052 - Philipp I., König von Frankreich († 1108)
- 1593 - Sigismund III. Wasa, König von Polen und von Schweden
- 1676 - Johann Bernhard Bach d. Ä., deutscher Komponist
- 1707 - Carl von Linné, schwedischer Botaniker und Taxonom
- 1730 - Ferdinand von Preußen, preußischer Generalmajor
- 1754 - Andrea Appiani, italienischer Maler
- 1790 - James Pradier, französischer Bildhauer
- 1809 - Friedrich Christian Benedikt Avé-Lallemant, Kriminalist, Schriftsteller und Sprachforscher
- 1810 - Margaret Fuller, Schriftstellerin
- 1824 - Ambrose Everett Burnside, General der Unionsarmee im Amerikanischen Bürgerkrieg
- 1837 - Anatole Mallet, schweizerischer Ingenieur
- 1838 - Alfred Kirchhoff, Geograf
- 1842 - Maria Konopnicka, polnische Schriftstellerin
- 1843 - Justus Brinckmann, Direktor und Gründer des Museums für Kunst und Gewerbe Hamburg
- 1844 - Abdul Baha, einer der Zentralgestalten des Bahai-Glaubens
- 1847 - Heinrich Kämpchen, deutscher Schriftsteller
- 1848 - Otto Lilienthal, deutscher Pionier des Gleit- und Muskelkraftflugs
- 1862 - Hermann Gunkel, deutscher protestantischer Theologe
- 1868 - Harry Graf Kessler, europäischer Lebenskünstler
- 1871 - Käte Duncker, deutsche Politikerin
- 1873 - Leo Baeck, Rabbiner und bekannter Vertreter des liberalen Judentums
- 1881 - Ludwig Kaas, führender Zentrumspolitiker während der Weimarer Republik
- 1883 - Douglas Fairbanks sen., US-amerikanischer Schauspieler
- 1884 - Josef Nadler, deutscher Germanist und Literaturhistoriker
- 1887 - Albert Thoralf Skolem, norwegischer Mathematiker, Logiker und Philosoph
- 1889 - Ernst Niekisch, deutscher Politiker
- 1891 - Pär Lagerkvist, schwedischer Schriftsteller und Dichter
- 1895 - Cäsar von Arx, schweizerischer Dramatiker
- 1898 - Heinrich Zillich, deutscher Schriftsteller und Dichter
- 1900 - Hans Frank, nationalsozialistischer Politiker
- 1901 - Harri Bading, deutscher Politiker und MdB
- 1903 - Charles W. Morris, US-amerikanischer Semiotiker und Linguist
- 1908 - Annemarie Schwarzenbach, Schweizer Schriftstellerin und Journalistin
- 1908 - John Bardeen, US-amerikanischer Physiker und Nobelpreisträger
- 1908 - Hélène Boucher, französische Pilotin
- 1910 - Artie Shaw, US-amerikanischer Musiker
- 1910 - Scatman Crothers, US-amerikanischer Sänger und Schauspieler
- 1911 - Paul Augustin Mayer, emeritierter Kurienkardinal
- 1918 - Robert Blackwell, US-amerikanischer Komponist
- 1921 - James Blish, US-amerikanischer Science-Fiction-Schriftsteller
- 1924 - Karlheinz Deschner, deutscher Schriftsteller
- 1924 - Antje Huber, deutsche Politikerin und Bundesministerin
- 1925 - Joshua Lederberg, US-amerikanischer Genetiker
- 1927 - Dieter Hildebrandt, deutscher Kabarettist
- 1928 - Hans Blum (Komponist), deutscher Komponist, Texter, Musikproduzent und Sänger
- 1928 - Nigel Davenport, britischer Schauspieler
- 1928 - Rosemary Clooney, US-amerikanische Pop- und Jazzsängerin sowie Schauspielerin
- 1929 - Ulla Jacobsson, schwedische Schauspielerin
- 1930 - Friedrich Achleitner, österreichischer Schriftsteller
- 1932 - John Lyons, britischer Sprachforscher
- 1933 - Joan Collins, US-amerikanische Schauspielerin
- 1933 - Seabiscuit, US-amerikanisches Rennpferd
- 1934 - Robert Moog, Erfinder des Moog-Synthesizers
- 1937 - Ingeborg Hallstein, Sängerin
- 1937 - Rupert Scholz, deutscher Politiker und MdB
- 1938 - Gisela Babel, deutsche Politikerin und MdB
- 1939 - Reinhard Hauff, deutscher Regisseur
- 1946 - Daniel Klein, US-amerikanischer Musiker
- 1947 - Bill Hunt, britischer Musiker
- 1949 - Alan García, Staatspräsident Perus
- 1951 - Anatoli Karpow, russischer Schachspieler
- 1953 - Rick Fenn, britischer Musiker
- 1956 - Ursula Plassnik, österreichische Politikerin und Bundesminister
- 1958 - Andreas Schlüter, deutscher Schriftsteller
- 1958 - Shelly West, einzige Tochter von Dottie West, Backup-Sängerin
- 1958 - Thomas Reiter, deutscher Offizier der Luftwaffe und Astronaut
- 1963 - Gabi Burgstaller, österreichische Politikerin, Ministerpräsidentin von Salzburg
- 1964 - Ruth Metzler-Arnold, schweizerische Politikerin, Alt-Bundesrätin
- 1965 - Tom Tykwer, deutscher Filmregisseur
- 1966 - Claudia Christina Früchtenicht, deutsche Moderatorin und Sängerin
- 1969 - Laurent Aiello, französischer Auto-Rennfahrer
- 1972 - Rubens Barrichello, brasilianischer Formel-1-Rennfahrer
- 1974 - Jewel, US-amerikanische Sängerin
- 1978 - Scott Raynor, Schlagzeuger der US-amerikanischen Punk-Pop-Band Blink 182

Gestorben


- 1125 - Heinrich V. (HRR), war der vierte und letzte Herrscher der Salier
- 1423 - Benedikt XIII., Gegenpapst 1394 - 1423
- 1498 - Girolamo Savonarola, Italienischer Dominikanermönch, Kritiker des Adelsstandes
- 1541 - Urbanus Rhegius, Reformator
- 1559 - Paul IV., Papst seit 1555
- 1571 - Joachim Mörlin, Theologe, Pfarrer und Reformator
- 1604 - Peter Ernst Mansfeld, Statthalter in den Niederlanden und von Brüssel
- 1718 - Jacobus Sackmann, evangelischer Theologe
- 1783 - James Otis, US-amerikanischer Jurist
- 1812 - Louis Dutens, französischer Schriftsteller
- 1813 - Géraud-Christophe-Michel Duroc, französischer General und Diplomat
- 1815 - Franz Anton Mesmer, Begründer des Mesmerismus, Arzt
- 1836 - Edward Livingston, US-amerikanischer Außenminister
- 1841 - Franz von Baader, deutscher Arzt, Bergbauingenieur und Philosoph
- 1847 - Heinrich Luden, deutscher Historiker
- 1851 - August Wilhelm Francke, Oberbürgermeister von Magdeburg
- 1852 - Georg Jakob Strunz, deutscher Musiker und Komponist
- 1857 - Augustin Louis Cauchy, französischer Mathematiker
- 1868 - Kit Carson, US-amerikanischer Pionier und Grenzer
- 1886 - Leopold von Ranke, deutscher Historiker
- 1887 - Ludvig Mathias Lindeman, norwegischer Komponist
- 1893 - Anton von Schmerling, österreichischer Politiker und Jurist
- 1895 - Franz Ernst Neumann, deutscher Physiker
- 1906 - Henrik Ibsen, norwegischer Schriftsteller
- 1911 - Carl August von der Meden, erster Präsident des Deutschen Tennis Bundes
- 1920 - Svetozar Boroevic von Bojna, österreichischer Feldmarschall im 1. Weltkrieg
- 1937 - John D. Rockefeller, US-amerikanischer Unternehmer
- 1942 - Charles Robert Ashbee, englischer Architekt
- 1943 - Adolf Urban, deutscher Fußballspieler
- 1944 - Thomas Pelham Curtis, US-amerikanischer Leichtathlet
- 1945 - Heinrich Himmler, deutscher Politiker in der Zeit des Nationalsozialismus
- 1947 - Charles Ferdinand Ramuz, Schweizer Schriftsteller
- 1963 - Eddy Howard, US-amerikanischer Bandleader
- 1970 - Hans Streuli, Schweizer Politiker und Bundesrat
- 1972 - Denis Nowell Pritt, britischer Jurist und Politiker
- 1973 - Alois Podhajsky, Leiter der Spanischen Hofreitschule
- 1975 - Moms Mabley, US-amerikanische Sängerin
- 1978 - Bertram Blank, deutscher Politiker und MdB
- 1986 - Sterling Hayden, US-amerikanischer Schauspieler und Autor
- 1989 - Karl Koch, deutscher Anarchist und Hacker
- 1991 - Wilhelm Kempff, deutscher Pianist und Komponist
- 1992 - Atahualpa Yupanqui, argentinischer Sänger, Songwriter, Gitarrist und Schriftsteller
- 1992 - Giovanni Falcone, italienischer Jurist, "Mafia-Jäger"
- 1994 - Joe Pass, US-amerikanischer Jazzgitarrist
- 1996 - Bernhard Klodt, deutscher Fußballspieler
- 1996 - Peter Pasetti, deutscher Schauspieler
- 1997 - James Lee Byars, US-amerikanischer Künstler
- 2002 - Sam Snead, US-amerikanischer Golfer
- 2003 - Jean Yanne, französischer Schauspieler und Regisseur
- 2003 - Rachel Kempson, britische Schauspielerin
- 2004 - Hans Ungar, kolumbianischer Kunstsammler
- 2004 - Petra Kappert, Professorin für Turkologie
- 2005 - Ernst Jakob Henne, deutscher Motorsportler

Feier- und Gedenktage


- Weltschildkrötentag
- Gründung der Bundesrepublik Deutschland / Grundgesetz 1949
- Bahai-Religion: Erklärung des Bab

Siehe auch


- 22. Mai - 24. Mai
- 23. April - 23. Juni
- Historische Jahrestage - Zeitskala
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Florenz

Florenz (italienisch Firenze) ist eine mittelitalienische Stadt am Fluss Arno mit 382.000 Einwohnern. Sie ist Hauptstadt der Toskana und der Provinz Florenz. Wegen seiner kulturellen Bedeutung – insbesondere für die Kunst – wird Florenz als das "italienische Athen" bezeichnet. Kunst

Geschichte

Hauptartikel: Geschichte von Florenz Auf den Hügeln am Fluss Arno hatte sich bereits im achten Jahrhundert v. Chr. das antike Volk der Etrusker angesiedelt. Die Römer gaben der Neugründung einer kleinen Siedlung im ersten Jahrhundert v. Chr. den Namen Florentia (die Blumige). Schnell entstand eine richtige Stadt mit einem Forum, Thermalbädern und einem Amphitheater. Mit dem Untergang des Römischen Reichs wurde die Stadt während der Völkerwanderungen fast vollständig zerstört. Erst mit Aufkommen des Feudalismus expandierte die Stadt im 12. Jahrhundert und wurde autonom. Die Bürger gewannen an Macht, und es kam zu erbitterten Streitereien zwischen den kaisertreuen Ghibellinen und den später siegreichen Anhängern des Papstes, den Guelfen. Guelfen Im 14. und 15. Jahrhundert (Neuzeit) blühte die Stadt auf und setzte die Maßstäbe in der europäischen Kunst und Kultur. Viele Künstler und Gelehrte siedelten sich an (z.B. Donatello, Botticelli; später Michelangelo, Machiavelli, Leonardo da Vinci, Galileo Galilei). Es entwickelte sich die kulturgeschichtliche Epoche der Renaissance. Florenz wurde gleichzeitig Handels- und Finanzzentrum. Die reiche Familie der Medici stieg im 15./16. Jahrhundert zu einer Großmacht auf. Sie förderten weiterhin die Künste und Wissenschaft und regierten die Stadt. Doch die kulturelle Bedeutung von Florenz schwand im 17. Jahrhundert. Erst im 19. Jahrhundert beginnt ein neuer wirtschaftlicher Aufschwung. Florenz wird das Ziel von Bildungsreisen und Teil Italiens. Florenz war zwischen 1865 und 1871 die Hauptstadt Italiens.

Kirchen

Bildungsreisen
- Romanisch: Baptisterium San Giovanni (11./12. Jahrhundert), San Miniato al Monte (11. Jahrhundert)
- Romanisch-gotisch: Dom Santa Maria del Fiore (12.–14. Jahrhundert), Orsanmichele (1337)
- Gotisch: Santa Maria Novella, Santa Croce (mit Grabmälern von Dante, Michelangelo, Galileo Galilei, Machiavelli u.a.), Basilica di San Lorenzo (390 gegründet, 1425 von Brunelleschi umgebaut) und die Medici-Kapelle, beides mit den Grabmälern der Medici) Medici Medici Medici Medici

Paläste

Mittelalter
- Bargello (Palazzo del Podestà)
- Palazzo Davanzati
- Palazzo Vecchio Renaissance
- Uffizien
- Palazzo Medici Riccardi
- Palazzo Pitti
- Palazzo Rucellai
- Palazzo Strozzi

Weitere Sehenswürdigkeiten


- Biblioteca Medicea Laurenziana nach Plänen von Michelangelo
- Florentiner Dom
- Giotto's Campanile
- Baptisterium San Giovanni mit Paradiespforte
- Ponte Vecchio
- Universität (1321)
- Accademia dell' Arte del Disegno
- Uffizien
- Palazzo Pitti und Boboli-Garten, dahinter der Belvedere mit seinem Blick über die Stadt
- Nationalmuseum im Bargello
- Archäologisches Museum
- Nationalbibliothek
- Institut und Museum für Wissenschaftsgeschichte
- Santa Maria Maddalena dei Pazzi
- San Marco
- San Miniato al Monte

Wirtschaft


- Fremdenverkehr
- Kunstgewerbe (Schmuck-, Leder- und Strohverarbeitung) Kulinarisch ist Florenz auch für die Produktion von Cantuccini bekannt.

Sport

Florenz beheimatet den bekannte Serie A-Verein AC Fiorentina.

Berühmte Florentiner


- Girolamo_Savonarola († 1498), Dominikanerprior, Bußprediger

Söhne und Töchter der Stadt

Viele Päpste, Schauspieler, Schriftsteller wurden in Florenz geboren, siehe Söhne und Töchter von Florenz.

Galerie

Bild:Florence_Dome.JPG|Innenansicht der Kuppel des Florenzer Doms Bild:Paradies_tuer_florenz.jpg|Die Paradiestür des Battisterio San Giovanni Bild:Palazzo_pitti.jpg|Gartenfassade des Palazzo Pitti Bild:Raub_der_sabinerin.jpg|Raub der Sabinerin in der Loggia dei Lanzi Bild:Piazza_della_republica.jpg|Piazza della Repubblica, vom Cafe des Kaufhauses 'La Rinascente' aus gesehen Bild:Ponte_vecchio_arno_piazzale_michelangelo.jpg|Ponte Vecchio – Richtung San Miniato Bild:Dom_front.jpg|Dom Bild:Loggia_dei_lanzi2.jpg|Loggia dei Lanzi

Weblinks


- [http://www.aboutflorence.com/florenz Reiseführer Über Florenz: Informationen über die Stadt Florenz] (Deutsch/English/Italian)
- [http://www.compart-multimedia.com/virtuale/us/florence/florence_italy.htm Florence: Virtual travel in the city of Renaissance] (English/Italian)
- [http://www.comune.firenze.it/ Offizielle Site der Stadt (ital., engl.)]
- [http://www.oxp.de/Album/69_6 Foto-Galerie]
- [http://www.doroundjuergen.de/Florenz/palazzi.htm Private Website mit Fotos von Renaissance-Palästen] ! Kategorie:Weltkulturerbe Kategorie:Hauptstadt in Italien Kategorie:Ort in der Toskana ja:フィレンツェ ko:피렌체

Adel

Der Adel (althochdeutsch: Abstammung, Geschlecht) war die in feudalen Ständeordnungen privilegierte, herrschende soziale Schicht (Stand), meist gegründet auf Geburt, Besitz und gelegentlich auf Leistung, meist mit besonderen Lebensformen und nach eigener Einschätzung hochentwickeltem Standesethos. Adel ist ein in fast allen Kulturen auftretendes Phänomen und meistens an einen Familienverband (Dynastie) geknüpft.

Herkunft des Begriffs

Der Begriff Adel geht auf gemeingermanische Vorstellungen zurück. Das Wort ist eng verwandt mit dem Adjektiv edel.

Entwicklung des Adels in Europa

Die Ursprünge der meisten aristokratischen Familien Europas liegen im Rittertum des Mittelalters. Die Entwicklung moderner Feuerwaffen wie Kanonen und Musketen machten den gepanzerten Ritter zwar bereits im 16. Jahrhundert obsolet, doch hatten sich die Adelsfamilien als Landbesitzer bereits so etabliert, dass sie sich als Adlige dem höfischen Leben zuwenden konnten. Insbesondere für Preußen, Großbritannien und das kaiserliche Russland galt jedoch, dass der Adel sich stets dem Militärdienst verpflichtet fühlte. Das Fundament der preußischen Armee war bis ins späte 19. Jahrhundert ihr Offizierskorps aus Junkern. Dasselbe galt für das Offizierskorps im kaiserlichen Russland.

Der Adel in Deutschland

Im Zuge der Vergrößerung der Staatswesen reduzierte sich die Zahl der herrschenden Häuser, deren Mitglieder Teil einer Rangfolge des erblichen Herrschaftsanspruchs waren. Die mit Privilegien verbundenen Titel wurden ursprünglich aufgrund von Besitz, Herkunft oder treuer Dienste für den Herrscher eines Landes erworben.

Uradel

Zum Uradel zählen Häuser, deren Geschlecht nachweislich spätestens um 1400 dem ritterbürtigen Adel angehört haben. Diese Häuser werden im alten Gothaischen Taschenbuch und im neuen Genealogischen Handbuch des deutschen Adels als Adlige (Freiherrliche, Gräfliche) Häuser A geführt. Neuerdings wird diese Unterteilung bei den titulierten Familien - da adelsrechtlich nicht begründet - nicht mehr vorgenommen. Der Ursprung des Uradels ist weitgehend unbekannt, dürfte teilweise aber auf Führungspositionen während der Völkerwanderung - in diesem Zusammenhang ist auch eine sogenannte edelfreie Herkunft geläufig - , mehrheitlich aber auf im Früh- und Hochmittelalter verliehene Ämter, vor allem Grafenämter, zurückzuführen sein. Entscheidend für die Herausbildung der Adelsgeschlechter war die Zeitspanne vom 11. bis zum 13. Jahrhundert, in der sich, beginnend in Schwaben und Niederlothringen, die Adelsfamilien konsolidierten. Für das 11. Jahrhundert lässt sich eine sprungartige Vermehrung der Adelsfamilien, vorzugsweise aus den Ministerialen, feststellen, auf die eine Phase der Abschließung gegenüber der übrigen Bevölkerung folgte: Ein fest umrissenes Herrschaftsgebiet bildete sich mit der Stiftung von Hauskirchen und Hausklöstern sowie dem Bau von Höhenburgen und Wasserburgen, die zum sichtbaren Ausdruck der Adelsmacht wurden. Erst in dieser Phase legten sich viele Adelsfamilien auf ihren Namen fest. Außerdem wurde die exakte Einhaltung der Erbfolge bedeutsamer. Die Adelsfamilien erhoben König und Kirche gegenüber energischen Anspruch darauf, dass einmal verliehene Ämter in der Familie verblieben. Dies führte dazu, dass die Herrschaft in den Besitz der Familien überging und der königliche Anspruch zunehmend erlosch. Im Gegenzug setzten die Könige zunehmend Ministeriale als Verwalter ihrer Güter ein. Mit dieser Verstetigung der Herrschaft setzten auch Bemühungen um das Schaffen territorial geschlossener Landbesitze ein. Teilweise wurde dies durch Rodung und Urbarmachung von Sumpf- und Wildnisgebieten erreicht, die damit in das Eigentum bzw. das Lehen des Adels übergingen. Einige Geschlechter des Uradels wurden zu Freiherren oder Grafen. Manche von diesen Geschlechtern waren so stolz, dass sie Erhebungen in den Freiherrn- oder Grafenstand (die durch den Titelkauf oft desavouiert waren) stets ablehnten. Beispiele: Teile der uralten märkischen Familie der Edlen Herren Gans zu Putlitz, die ihren alten Titel noch in der DDR aufrechterhielt, der Kanzler Ritter Karl vom und zum Stein oder sogar Otto von Bismarck, der sich gegen die Verleihung des Grafen- und später des Fürsten- und Herzogstitels sträubte (die Titel aber gleichwohl annahm, den Herzogtitel aber nicht führte).

Briefadel

Zum Briefadel zählen Häuser, die, ursprünglich bürgerlicher Herkunft (oder von ausländischem Adel), von einem Souverän durch Ausfertigung eines Adelsbriefes, meist mit Verleihung eines Wappens, in den (inländischen) Adelsstand erhoben worden waren. Dieser Prozess begann in Deutschland schon in der Zeit Kaiser Karls IV. durch den Eingang von Beamten (vor allem Juristen) in die Adelsklasse. Der älteste bekannte Adelsbrief wurde von Kaiser Karl IV. für Wyker Frosch, Scholaster an der Stephanskirche zu Mainz, am 30. September 1360 ausgestellt. Diese Geschlechter werden in den Adelshandbüchern (siehe oben) als Adlige (Adlige, Freiherrliche, Gräfliche) Häuser B geführt. Erhebungen in den Adelsstand waren bis 1806, in der Zeit des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation, vor allem eine Prärogative des Kaisers, abgesehen von Preußen, das in weiten Teilen dem Römisch-Deutschen Reich nicht angehörte und einigen anderen Fürsten, die dieses Recht erlangten: den Erzherzögen von Österreich (1453), den Kurfürsten von Bayern und der Pfalz, den Herzögen von Lothringen (im 14. Jh.), dem Erzbischof von Salzburg und den Bischöfen von Metz und Toul. Bis 1806 - in Österreich bis 1918, herrschte auch die Sitte, den Namen des Neu-Geadelten durch einen schön klingenden Zusatz (Pseudo-Ortsname) zu verändern: so wurden z. B. die Nachkommen des Oberbürgermeisters von Frankfurt (Oder), des ehrbaren Bürgers Samuel Prätorius († 1605), der zuerst Schulz, dann Scultetus und zuletzt Praetorius hieß, im Jahre 1661 als die „Reichsritter und Edle Prätorius von Richthofen“ geadelt. Die unbetitelten Herren von Richthofen nennen sich noch heute Prätorius von Richthofen. Eine besondere Kategorie des Briefadels waren der Offiziersadel (Schwertadel) und der Ordensadel. Nach 30 Jahren Dienst in der Reichsarmee (bis 1806) hatte jeder Offizier bürgerlicher Herkunft den rechtlichen Anspruch auf die Erhebung in den Adel, die nach Einreichung des entsprechenden Gesuchs fast immer bewilligt wurde. Die Tradition wurde in der österreichisch-ungarischen Monarchie bis 1918 aufrechterhalten. Die Verleihung gewisser Orden (insbesondere der Hausorden und höchster Tapferkeitsorden) war mit automatischer Nobilitierung verbunden. So hatte z. B. bis 1918 jeder Ritter des Militär-Maria-Theresien-Ordens den Anspruch auf die direkte Erhebung in den Freiherrnstand (auch wenn er nichtadlig war), dies war auch die Usance im Falle der Großkreuzinhaber des Sachsen-Ernestinischen Hausordens, des Schwarzer-Adler-Ordens und einiger anderer Orden der deutschen Teilstaaten, sowie in Russland bei der Verleihung gewisser Klassen des Ordens des Heiligen Wladimir und des Annaordens. Persönlicher Adel (lebenslanger, nicht vererbbarer Adel), wie er etwa in Großbritannien der Normalfall ist, existierte in Deutschland von 1815 bis 1918 nur in Bayern und Württemberg.

Niederer Adel

Zum niederen Adel zählten Adlige, die keinen Titel besaßen ("untitulierter Adel"). Dazu gehörten Familien, die ein von, ein von und zu, selten ein am oder ein vom als Adelsprädikat im Namen führten. Allerdings gab es auch Adelsfamilien, die zwar kein Adelsprädikat im Namen führten, aber trotzdem Adlige waren. In neueren Adelshandbüchern wird das von immer mit v. abgekürzt (noch nicht in den "Gothas"), um Namen nichtadliger Familien mit von (beispielsweise von der Forst) von Namen ehemals adliger Familien zu unterscheiden. Diese Sitte folgt dem Gebrauch in den Ranglisten der königlich preußischen Armee. Das von vor einem Familiennamen muss also nicht zwangsläufig auf eine adlige Herkunft hindeuten. Im Grunde genommen ist es nur eine Herkunftsbezeichnung, lässt also Rückschlüsse auf die ursprüngliche Heimat der Familie zu. Im Mittelalter benannten sich die Adligen meist nach ihrer Burg oder ihrem Gut. Bei einem Orts- oder Besitzwechsel wechselte man auch den Namen, oder hängte den neuen Besitz als Zusatz an (von Stein zum Altenstein). Manche Geschlechter haben ganz gewöhnliche Familiennamen (Fuchs, Gross), Sippennamen (Beissel, Schilling, Landschad.) oder Bezeichnungen von Hofämtern (Marschalk, Schenk...). Diesen Namen wurde der jeweilige Wohnsitz mit dem Prädikat von hinzugefügt, so dass verschiedene Linien dieser Familien auch unterschiedliche Namen führten. Ein Adelstitel war das von ursprünglich nicht, es wurde erst in späterer Zeit als solcher missverstanden. Besonders das 19. Jhdt. tat sich mit so unsinnigen Adelsnamen wie etwa von Schmidt, oder gar mit doppelten Herkunftsbezeichnungen (von Oppenheimer) hervor. In vielen Landschaften des (ehemaligen) deutschen Sprachraums ist das von im Namen auch bei bürgerlichen Familien weit verbreitet. Besonders im niederdeutschen Sprachgebiet wird dies augenfällig, man denke an die vielen niederländischen Familien, die das van in ihrem Namen führen. Auch in Westfalen und der Schweiz finden sich zahllose Beispiele (Marion von Haaren, Erich von Däniken). In Deutschland umfasste der niedere (nicht reichsständische) Adel ursprünglich den reichsfreien und den landsässigen Adel (Personalisten und Posessionaten). Der reichsfreie Adel war unmittelbar dem Kaiser unterstellt (siehe oben, Uradel, Briefadel), der landsässige Adel war nicht alleine dem Kaiser, sondern auch einem besonderen Landesherren unterworfen. Allmählich vereinigten sich die Reichsfreien, der landsässige Adel und die Ritter vom Briefadel, die nach und nach Wappen- Turnier- und Hoffähigkeit erlangten, zu einem geschlossenen Reichsstand, der Reichsritterschaft, der sich später auch einige altadlige Herren anschlossen, die die Reichsstandschaft aufgegeben hatten. Bei der Entwicklung der Reichsritterschaft ging es in erster Linie darum, die Interessen des niederen Adels gegen die wachsende Macht der Landesherren zu wahren. Vor der Auflösung des Heiligen Römischen Reiches erlangte die Reichsritterschaft eine fast unabhängige Stellung, die von der Rheinbundsakte völlig aufgehoben wurde. Erst beim Wiener Kongress erlangte der niedere Adel gewisse besondere Rechte, z. B. die Patrimonialgerichtsbarkeit und die Kirchenpatronate, die ihm aber bald durch neuere Gesetzgebung genommen wurden.

Betitelter Adel

Zum betitelten Adel gehörten im Heiligen Römischen Reich einige Edle, die Reichsritter, Freiherren, Grafen und Fürsten, wobei der höhere Adel bei den Freiherren begann. In der Entwicklung nach 1806 bestand der Unterschied zum niederen Adel, der nur das Prädikat "von" oder die Titel Edler von... oder Ritter von...führte, im Besitz eines höheren Titels. Siehe auch: Truchsess, Walpode

Hochadel

Der Hochadel (dies ist ein sprachlicher, kein rechtlicher Begriff) bestand vor allem aus Häusern, die von uradligen, regierenden oder standesherrlichen Geschlechtern abstammten, von denen die meisten zur Zeit der Abschaffung des Adels einen Fürstentitel führten. Hochadel ist aber nicht dasselbe wie Hoher Adel, denn zum Hochadel wurden auch - wegen des Titels - nicht souveräne und nicht ebenbürtige Fürstengeschlechter gerechnet (sog. Troisiéme Partie im alten Almanach de Gotha). Heutzutage erheben auch einige ehemals uradlige und briefadlige Grafen- und Freiherrngeschlechter den Anspruch, zum Hochadel zu gehören. Der Hochadel war und ist heute noch in manchen Staaten wie Saudi-Arabien (hier nur Mitglieder der weitverzweigten Königsfamilie) an militärischen, politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Führungspositionen beteiligt. In demokratischen Staaten, beispielsweise im Vereinigten Königreich von Großbritannien und Nordirland, haben Teile des Hochadels noch Funktionen, die sich aber meist auf repräsentative Aufgaben beschränken.

Erbkrankheiten

Im europäischen Adel, insbesondere im europäischen Hochadel und Hohen Adel kam es immer wieder zu Eheschließungen, die zumindest hart an der Grenze des Inzest waren. Grund dafür war der Glaube an eine "göttliche Kraft" des Blutes, die, so meinte man, durch Eheschließung und Fortpflanzung mit anderen Familienmitgliedern, die Inhaber des gleichen Blutes waren, nur noch gestärkt werden konnte. Die zweite Ursache war das Bestreben, den Landbesitz in der Familie zu behalten oder durch Heiraten mit nahen Verwandten zu vergrößern. Auch das Prinzip der Ebenbürtigkeit schränkte die Wahl der möglichen Ehepartner erheblich ein, so dass schließlich fast jeder mit jedem verwandt war. Das kanonische Recht der katholischen Kirche verbot zwar Eheschließungen zwischen in engem Grade Verwandten, anders als bei Bürgerlichen war die Kirche bei Angehörigen des Hochadels (oft gegen gewisse finanzielle Zuwendungen) aber oft bereit, eine Ausnahmegenehmigung (einen päpstlichen Dispens) zu erteilen. Nachdem die Kenntnisse der Genetik heute größer sind, nimmt man an, dass die hohe Zahl von Ehen im engen Verwandtschaftskreis zumindest eine Mitursache des Aussterbens einiger großer europäischer Dynastien (z. B. der Häuser Valois oder des spanischen Zweiges des Hauses Habsburg) war. Ein zusätzlicher Bedrohungsfaktor war der Brauch, dass man Ehen nur innerhalb der eigenen Religionsgemeinschaft schloss - also Katholiken nur mit Katholiken, Protestanten nur mit Protestanten. Heutzutage (2005) sind die noch vorhandenen Dynastien nicht mehr so bedroht: sämtliche Prinzen der heute regierenden Familien schlossen nach 1945 Ehen mit Angehörigen des niederen Adels oder des Bürgertums (vgl. Belgien, Dänemark, Großbritannien, Norwegen, Haus Österreich, Haus Preußen, Spanien und Schweden). Im Adel, insbesondere im europäischen Hochadel und Hohen Adel existieren bis heute viele Erbkrankheiten durch den über viele Jahrhunderte gepflegten Brauch, stets standesgleich, also untereinander zu heiraten. Diese Verwandtenehe nennt man auch Inzucht. Unter den vielen insbesondere im europäischen Hochadel und Hohen Adel existierenden Erbkrankheiten sind die bekanntesten die Hämophilie (Bluterkrankheit) und die geistige Behinderung. Allerdings ist unsicher, ob die meisten Aussagen in diesem Abschnitt nicht ebenso zutreffend über die meisten anderen Menschen getroffen werden könnten. Erbkrankheiten kommen auch bei Nichtadligen vor und es gibt keine statistischen Untersuchungen darüber, ob sie bei Adligen in signifikant höherer Häufigkeit vorkamen oder vorkommen. Für die Vergangenheit wäre es schwierig, solche statistischen Untersuchungen anzustellen, weil es wenig verlässliches medizinisches Quellenmaterial gibt. Verwandtenheirat kam vermutlich bei Nichtadligen in noch höherem Maß vor als bei Adligen. Vor dem 19. Jahrhundert lebten die meisten Menschen in dörflichen Gemeinschaften und Kleinstädten und Heiraten außerhalb des Dorfes oder der Kleinstadt waren selten, während bei hochadligen Familien Ehepartner typischerweise überregional oder sogar europaweit ausgesucht wurden. Heiraten über die eigene Religionsgemeinschaft hinaus galten seit jeher bei allen Menschen als unerwünscht. Es ist also möglich, dass die Bekanntheit von Beispielen für Erbkrankheiten bei einigen adligen Familien (vergleichsweise wenigen) nur darauf beruht, dass es historische Nachrichten fast nur von solchen Familien gibt.

Schwertadel

Schwertadel war die Bezeichnung der nach dem Sieg im deutsch-französischen Krieg 1870/71 vom König von Preußen geadelten Militärs. Bereits am Tage des Einzuges der preußischen Truppen in Berlin verlieh Wilhelm I. 42 Stabsoffizieren den erblichen Adelstitel. In den folgenden Jahren kamen noch weitere 73 Nobilitierungen hinzu. Unter Friedrich III. wurden fünf Offiziere und unter Wilhelm II. noch 54 geadelt. Als gemeinsames Wappenmerkmal erhielten sie alle ein purpurnes Schildhaupt mit einem grünen Lorbeerkranz, innerhalb welchen sich ein gekreuztes Zepter und Schwert befinden. Der Schwertadel hatte ein eigenes genealogisches Handbuch (1897).

Aufhebung des Adelsstandes in Deutschland am 11. August 1919

Alle deutschen Staatsangehörige sind seit dem 11. August 1919 gleichberechtigte Bürger. Rechtlich existiert seitdem in Deutschland Adel nicht mehr, die früheren Titel sind seit dem zum Bestandteil des Namens geworden. Die am 11. August 1919 von der Nationalversammlung beschlossene Verfassung des Deutschen Reichs, die sogenannte Weimarer Verfassung, bestimmte dass alle Staatsgewalt vom Volke ausgehe. Darüber hinaus bestimmte sie unter anderem die Aufhebung des Adelsstandes. Einen deutschen "Adel" gibt es somit heute nur mehr als Eigen- oder Fremdbeschreibung derjenigen, deren Vorfahren dem historischen Adel angehört haben. Namensrechtlich sind die ehemaligen Adelsbezeichnungen (also Prädikate wie "von" oder "zu", Titel wie "Graf", "Freiherr" etc.) Bestandteile des (bürgerlichen) Namens.

Weiterexistenz des deutschen Adels als soziale Gruppe

Adelsverbände und diverse Ritterorden behalten in der vereinsrechtlichen Satzung z. B. folgende Regelungen bei: Man muss eine "Adelsprobe" durchführen, wenn man "voller Ritter" (genannt Rechtsritter oder Justizritter, engl. Knight of Justice, fr. Chevalier de Justice) in einem Ritterorden, z. B. Johanniterorden oder Malteserorden werden möchte. "Nichtadlige" Mitglieder oder "Adlige mit ungenügender Adelsprobe" können nur "Ehrenritter" engl. Knight of Honour fr. Chevalier d'Honneur) werden. Der Johanniterorden verlangt allerdings diese "Adelsprobe" heute nicht mehr. Weniger strikt sind die Forderungen in Frankreich, wo man nur die "kleine Adelsprobe" verlangt, d. h. den Nachweis von vier adligen Vorfahren auf der "Schwertseite". Auch zur Mitgliedschaft in der Vereinigung der Deutschen Adelsverbände e. V. (VdDA) oder zur Aufnahme ins Genealogische Handbuch des deutschen Adels verlangt man einen Adelsnachweis. Dabei handelt es sich jedoch jeweils lediglich um vereinsrechtliche Satzungen, die von den Vereinsmitgliedern festgelegt werden. Wer von den privatrechtlich organisierten Adelsverbänden anerkannt ist, darf in ihnen Mitglied werden.

Österreich

In der Monarchie

In den deutschsprachigen Stammlanden der Habsburger Monarchie sowie in Böhmen und Mähren lagen die Dinge nicht wesentlich anders als im Norden des alten Heiligen Römischen Reiches, aber es gab auch ein paar Unterschiede: erstens, wie auch im deutschen Süden, war die Zahl der reichsunmittelbaren Herren und Städte viel größer als im Norden; zweitens hat der Adel keine so große Rolle in der Armee gespielt wie z. B. in Preußen. Dies ging darauf zurück, dass die Besetzung der Offiziersstellen in Österreich in der Hand der Regimentsinhaber blieb und dass der dortige Adel viel reicher war als in Preußen, so dass die jungen Edelleute nicht so früh genötigt waren, von der Pike auf zu dienen wie in Brandenburg und Preußen, wo sie wegen der Vermögenslage der Familie fast ausnahmslos auf den Militär- und Staatsdienst angewiesen waren. Eine Besonderheit des österreichischen Adels ist der Umstand, dass die Habsburger Monarchie sich nicht auf einen Adel gleichartiger Nationalität stützen konnte: es gab Familien deutscher (vor allem schwäbischer), niederländischer, ungarischer, polnischer, kroatischer, slowenischer, italienischer, tschechischer und spanischer Abstammung. Diese Adelstitel waren nicht immer miteinander vergleichbar und daher eine ständige Quelle subtiler Rangstreitigkeiten. Der Adel in Österreich besaß die fünf üblichen Rangstufen; im niederen Adel wurden die aus dem Heiligen Römischen Reich übernommenen Titel "Edler von..." und "Ritter von..." beibehalten, die übrigens auch in Bayern in Gebrauch waren. Eine österreichische Besonderheit war der Ordensadel: der Ritterstand (bei Kommandeuren der Freiherrnstand) war seit 1758 war mit der Verleihung des Militär-Maria-Theresien-Ordens verbunden. In der Folgezeit knüpfte sich auch an die Erwerbung des Stephansordens, des Leopoldsordens wie auch des Ordens der Eisernen Krone die Verleihung des Ritter- bzw. des Freiherrnstandes. Die Nobilitierten gehörten zur sogenannten „Zweiten Gesellschaft.“ Bei dieser handelte es sich um Personen, die weder zur Aristokratie (der „Ersten Gesellschaft“) noch zum „Volk“ im landläufigen Sinne gehörten. Es waren geadelte Wirtschaftstreibende, Beamte, Künstler, Offiziere und Angehörige der freien Berufe, die trotz erfolgter Nobilitation in ihrer Mentalität und in ihrem Sozialverhalten zumeist Bürgerliche blieben: Die österreichische Zweite Gesellschaft bildete ab dem 18., vor allem aber ab der Mitte des 19. Jahrhunderts die Elite des aufsteigenden, teilweise liberalen Bürgertums. Im Jahr 1884 wurden diese Nobilitierungen, die quasi schon "fließbandmäßigen" Charakter angenommen hatten, dadurch gestoppt, dass mit der Erwerbung eines der oben angeführten Ordens das Recht, um Nobilitierung anzusuchen, nicht mehr verknüpft war. "Erste" und "Zweite" Gesellschaft hatten zwar gesellschaftliche Kontakte (z. B. im Heer oder auf dem weiten Feld der "Wohltätigkeit", das ennuyierten Damen die Zeit vertreiben half) aber keineswegs so, dass die einen ohne weiteres in den Häusern der anderen zu verkehren pflegten. Auch das Konnubium war sehr eingeschränkt - vereinzelt gab es Geldheiraten von Aristokraten mi