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Glam-Rock

Glam-Rock

Glam Rock ist eine Richtung der Rockmusik, die vor allem während der 1970er Jahren im britischen Raum populär war. Sie zeichnet sich unter anderem durch die Kostüme und Bühnendarstellung aus, die Rolle des Stars wird gespielt und dargestellt. Zu den musikalischen Aspekten gehört Rhythmusbetontheit ebenso wie die Einbindung des Keyboard. Opulenz und Glanz sind sowohl musikalisch als auch im Outfit wichtige Ausdrucksformen. Glam Rock (auch Glitter Rock) ist auch als eine Art Gegenbewegung gegen Musik- und Auftrittsformen von Pink Floyd, King Crimson, Yes und Genesis gesehen, deren Darstellungsform als Progressive Rock oder Artrock bezeichnet wird. Als Erfinder des Glam-Rocks (von "Glamour") gilt Marc Bolan, der als erster bei einem Auftritt in der britischen BBC Sendung Top Of The Pops, bei seiner Performance Glitter unter den Augen trug. Kreiert wurde der Begriff dann von britischen Musikjournalisten, um dieser neuen Art von Performance und Musik einen Begriff zuzuordnen. Männliche Glam-Sänger tragen oft androgynes Make-up und ziehen glitzernde, überschwengliche Kostüme an. Das berühmteste Beispiel davon ist der frühe David Bowie. Sexuelle Mehrdeutigkeit wird oft als eine Art Spiel mit und gegen Geschlechterrollen betrachtet (Marc Bolan). Sexuelle Präsenz wird als Teil der musikalischen Ausdrucksform gesehen, wobei der Schwerpunkt auf einer Transparenz und Überschreitung von als traditionell empfundenen Vorstellungen gelegt wird. Auf der Leinwand kommt Glamrock besonders in den Filmen Velvet Goldmine, Ziggy Stardust & The Spiders From Mars und The Rocky Horror Picture Show zur Geltung. Der Beginn des Trends in Großbritannien wird oft Gary Glitter zugeschrieben, obwohl Roxy Music und T. Rex möglicherweise die wahren Initiatoren sind, auch wenn Roxy Music auf die Exzesse ihrer Nachahmer verzichteten. Bryan Ferry, der Sänger der Band Roxy Music, wollte ursprünglich dem Publikum die Möglichkeit geben, auffällig bekleidet zum Konzert zu gehen. Wie er sagte: Für sie ist so etwas wie ins Opernhaus gehen. Andere Bands, die dem Glam zugerechnet werden können, sind:
- The Ark
- Bay City Rollers
- David Bowie
- The Darkness
- David Essex
- Steve Harley and Cockney Rebel
- Jobriath
- Elton John
- Kiss
- LaBelle
- Mott the Hoople
- Mud
- The New York Dolls
- Klaus Nomi
- Placebo
- The Pleasures
- Suzi Quatro
- Queen
- Lou Reed
- Roxy Music
- The Rubettes
- Slade
- Sparks
- Alvin Stardust
- The Sweet
- T. Rex
- Turbonegro
- Wizzard Glam Rock hatte großen Einfluss auf den Punkrock Rock der später 1970er Jahre in Großbritannien, vor allem auf die Sex Pistols.

Weblinks


- [http://www.homeofrock.de/ArtikelBios/Verschiedenes/Glamrock_Teil1.html Home of Rock] Siehe auch: Portal:Rockmusik Kategorie:Rock ja:グラムロック

Rockmusik

Eine thematische Sammlung der Artikel rund um den Themenbereich Rockmusik findet sich im
Portal:Rockmusik.

Rock dient als Oberbegriff für Musikrichtungen, die sich ab den 1950er-Jahren mit dem Aufkommen des Rock 'n' Roll entwickelt haben.

Rockband: Instrumente

Die schlichte Rock-Besetzung bestand zunächst aus einer oder mehreren akustischen oder elektrischen Gitarren, Bass und Schlagzeug, oft ergänzt durch Klavier, später durch Keyboards wie Hammondorgel, und ab Ende der 1960er-Jahre, auch Mellotron und vor allem Synthesizer.

Geschichte

Als erster Rock'n'Roll-Song gilt Bill Haleys Stück "Rock around the clock" aus dem Jahr 1954, als jedoch erster Rock-Song "Peter Gunn", Duane Eddy (g), 1958 (1). Das Lied "Rock around the clock" und viele andere Rock'n'Roll Lieder der 1950er Jahre entwickelten sich als "weiße" Kopie des afroamerikanischen Rhythm & Blues. Die Rockmusik jedoch als eine, ab den End-1950ern neue und "eigenständige, sich vom Rock'n'Roll unterscheidende Musikform" besitzt das wesentliche Unterscheidungsmerkmal, dass die Achtel "im Rock'n'Roll punktiert, dagegen in der Rockmusik mit lateinamerikanischer Gleichmäßigkeit gespielt" werden (2). Rhythm & Blues] Bekanntester Vertreter der 50er Jahre war Elvis Presley, der wohl den Anfang einleitete zu einer Musik, dessen Zielgruppe die Jugend war. Dies primär um sich von der "Erwachsenenwelt" abzugrenzen und auch um die erwachende Sexualität und Rebellionsgedanken zu manifestieren. Zwei der wichtigsten Wegbereiter des Rock in den 1960er Jahren sind The Rolling Stones und The Beatles. Hier ist auch schon die erste Genre-Aufsplitterung zu beobachten, die später charakteristisch für die Rock-Szene werden sollte: Auf der einen Seite standen die britischen Beatles, "brave" Jungs, die in Anzügen mit Krawatte auftraten und eher zu melodischen, harmoniegeprägten Songs neigten und auf der anderen Seite die Stones, wilde Rocker, die durch Drogenexzesse und eher rauhen Sound auffielen. In der Tradition der Beatles sind dann auch jene Bands zu sehen, die später eher in die Kategorie Pop einzuordnen sind und jene, die versuchten, ihre technischen Möglichkeiten immer mehr zu erweitern, wie es die Beatles z.B. bei ihrem Album Sgt. Pepper's Lonely Hearts Club Band vorexerziert hatten. Gesellschaftlich war die Rockmusik in jener Zeit mehr als umstritten. Das Auftreten der Protagonisten mit langen Haaren und obszöner, lauter Musik galt als skandalös. Vertreter des Establishments versuchten, die Szene in eine satanistische Ecke zu drängen. Doch gerade diese Ablehnung trug wahrscheinlich wesentlich dazu bei, der Rockszene den Status des rebellischen und revolutionären zu geben, den sie bis in die 1970er behalten sollte und der seinen Höhepunkt in der Friedensbewegung gegen den Vietnam-Krieg fand. Rockmusik und Hippie-Szene sind hier fest miteinander verbunden. Eine gute Darstellung der damaligen Verhältnisse findet sich im Musical Hair, das vom Widerstand junger Amerikaner gegen den Krieg im Umfeld der Hippie-Szene handelt. Widerstand Parallel zu den friedensorientierten Hippies bestand eine Szene eher gewaltbereiter Rocker. Bekannt geworden ist hier vor allem das Umfeld der Hells Angels, eine gewaltsuchende ursprünglich amerikanische Motorrad-Gang, die bald international zahlreiche Ableger fand und dem Image des Rock nachhaltig schadete. Die Zahl der erfolgreichen Rockmusiker explodierte Ende der 60er Jahre geradezu. Das führte zwangsläufig zu einer immer stärkeren Aufsplitterung der Szene in mehr und mehr unübersichtlich werdende Untergenres, eine Entwicklung, die dazu führte, dass bald jede Band mit etwas anderem Klangbild sofort ein eignes Genre für sich beanspruchte, verstärkt von der Musikindustrie, die aus marketingtechnischen Gründen daran Interesse hatte und hat. Die beiden Hauptrichtungen der 1970er Jahre sind zum einen ein eher künstlerischer Ansatz, der sich in den Genres Art-Rock, Glam-Rock, Progressive Rock und dem aus der Szene erwachsenen Pop manifestiert. Wichtige Vertreter waren Pink Floyd, David Bowie, Elton John, Genesis oder die Roxy Music. Auf der anderen Seite existierte die noch rebellerische Szene, die auch zum Teil als Gegenbewegung zu dem als zu friedfertig verlachten Hippietum entstand. Dazu gehören die gesamte Punk-Bewegung und die Metal-Szene. Diese Richtungen schafften es auch weiterhin, zu provozieren und zu skandalisieren, während die oben genannten Stile den Sprung in die Gesellschaftsfähigkeit geschafft hatten. Wichtige Vertreter sind hier die Sex Pistols, Black Sabbath, AC/DC oder die Ramones. Natürlich gab es auch viele Interpreten zwischen diesen beiden Polen, weitere wichtige Namen sind Led Zeppelin, The Clash oder Velvet Underground. Interessant zu dieser Zeit ist auch, wie der Rock sich andere Musikströmungen einverleibte und transformierte. Musikrichtuingen wie Jazz, Reggae oder Soul veränderten sich zusehends unter dem Einfluss der Musikindustrie. Ein gutes Beispiel hierfür ist Michael Jackson, der mit seinen Wurzeln in der Black Music eine sehr erfolgreiche Verbindung mit dem Rock einging. Außerdem ist eine fortschreitende Digitalisierung der Musikproduktion zu beobachten. Zum einen lag das an Bands wie Pink Floyd, die in ihrem Drang zum Perfektionismus die Latte zur perfekt produzierten Platte immer höher legten aber auch an Avantgardisten wie Can (Band) oder vor allem Kraftwerk (Band), die durch den Drang zum Experimentieren einem kompletten Genre jenseits des Rock auf die Beine halfen: der elektronischen Musik. Der Unterschied zwischen Pop und Rock wurde in der Folge dann in den 1980er Jahren sehr fociert, vor allem durch die Independent-Szene, die sich in der Tradition des Punk sah und von dem großen Mainstream der Musikindustrie abzusetzen versuchte. Hier entstand eine vielfältige und große Szene mit vielen Untergenres, die später im Laufe der 1990er in Alternative überging. Auch der Metal erlebte eine Hochzeit durch Gruppen wie The Scorpions, Iron Maiden, Motörhead oder Metallica. Und auch hier gilt das Prinzip der unüberschaubaren Zersplitterung. An der Schnittstelle zwischen Rock und Pop entstanden viele Bands, die prägend für dieses Jahrzehnt werden sollten: z.B. U2, R.E.M. oder The Cure. Anfang der 1990er erlebte die Szene dann einen unerwarteten Schub durch den Erfolg der US-Grunge-Band Nirvana, die nach dem Experimentieren und Digitalisieren der 1980er den Rock wieder auf die klassische "Gitarre-Bass-Schlagzeug-3-Akkorde-Kombi" reduzierten und die gesamte Alternative-Szene der 90er nachhaltig prägten. In der Folge tauchten Bands wie Soundgarden, Pearl Jam oder die Smashing Pumpkins auf. Das Fusionieren und Experimentieren trat dann erst wieder zum Ende des Jahrzehnts in den Vordergrund durch Interpreten, die Elemente aus der zu dieser Zeit Erfolge feiernde elektronischen Musik adaptierten wie z.B. Radiohead, Blur oder auch Nine Inch Nails. Das neue Jahrtausend wurde dann durch eine um sich greifende Retrowelle geprägt. Bands wie The Strokes oder The White Stripes griffen auf für die 1960er Jahre typische Elemente zurück und transportierten sie zurück in die Charts, The Hives stehen auf den Schultern alter Punk-Größen, The Mars Volta machen als erste Band seit 30 Jahren wieder erfolgreich Proggressive Rock und die Bright Eyes klingen z.T. sehr nach dem jungen Bob Dylan. Ein stilistischer Einschnitt, das "nächste große Ding", lässt im Moment also etwas auf sich warten. (1) Carlo Bohländer...: Reclams Jazzführer. 5., durchges. u. erg. Aufl., 2000, S. 417. - (2) Ebd.

Bekannte Rock-Festivals und -Konzerte

Bob Dylan
- Zwischen 1965 und 1971 fanden zahlreiche Rockkonzerte im Fillmore West (San Francisco) und Fillmore East (New York) statt
- 16.-18. Juni 1967: Monterey Pop Festival
- 5. Juli 1969: Freiluft-Konzert der Rolling Stones im Londoner Hyde Park
- 15.-17. August 1969: Woodstock Festival
- 6. Dezember 1969: Altamont- Musikfestival mit Hauptact Rolling Stones
- 1968 bis 1970: Isle of Wight Festival
- 1. August 1971: Konzert für Bangladesh
- 13. Juli 1985: Live Aid in London und Philadelphia
- Juli 1988: Anlässlich des 70. Geburtstages des zu jener Zeit seit 24 Jahren inhaftierten Nelson Mandela findet im Londoner Wembley-Stadion ein Benefiz-Festival statt.
- 12.&13. August 1989: Moscow Music Peace Festival im Moskauer Olympia-Stadion
- 21. Juli 1990: Nur wenige Monate nach dem Mauerfall wird Pink Floyds "The Wall" auf dem Potsdamer Platz in Berlin aufgeführt.
- 20. April 1992: Freddie Mercury Tribute Concert im Londoner Wembley-Stadion
- Seit 1971 findet in Dänemark jährlich das Roskilde-Festival statt
- Das größte Open-Air-Festival Europas ist das alljährlich Ende Juni stattfindende Glastonbury Festival
- Bekannteste Open-Air-Festivals in Deutschland sind Rock am Ring (Nürburgring, Eifel), Rock im Park (Nürnberg), die beide jährlich stattfinden und jeweils die selben Bands im Aufgebot haben, sowie das Southside-Festival am Bodensee mit den selben Bands wie sie am selben Wochenende wie beim Hurricane-Festival in Norddeutschland auftreten
- Die bekanntesten Metal-Open-Airs: Wacken Open Air, Bang Your Head, Summer Breeze und das Dynamo Open Air
- In der Schweiz sind insbesondere die jährlichen Festivals Gurtenfestival, OpenAir St. Gallen, Openair Gampel und Paléo Festival international bekannt und beliebt. Neu dazu gekommen ist 2005 auch das Greenfield Festival in Interlaken das sich vor allem auf Rockmusik konzentriert.
- Lollapalooza war in den Jahren 1991 bis 1997 sowie 2003 eine Festival-Tournee in den Kanada und den USA.
- Seit 1996 findet im bayrischen Rothenburg ob der Tauber das Taubertal Openair statt.
- Ebenfalls seit 1996 findet jährlich das von Ozzy Osbourne und seiner Frau initiierte Ozzfest statt.
- Über die Grenzen Österreichs hinaus bekannt sind die Festivals im burgenländischen Wiesen (Burgenland) wie das Forestglade, Jazzfest oder Sunsplash.
- 29. November 2003: Unter dem Motto 46664 fanden seither mehrfach in Südafrika, aber auch in Madrid und Tromsø, Norwegen Konzerte zu Gunsten der HIV-infizierten Menschen im südlichen Afrika statt.
- 2. Juli 2005: In mehreren Städten weltweit finden die Live 8-Konzerte unter dem Motto „Make Poverty History“ statt.

Literatur


- Frank Laufenberg, Ingrid Laufenberg, Frank Laufenbergs Hit-Lexikon des Rock und Pop, Oktober 2002, Ullstein Tb., ISBN 3-5483-6362-8
- Christian Graf, Burghard Rausch, Rockmusiklexikon Europa, Bd. 1, Juli 2005, Frankfurt, Fischer Tb, ISBN 3-5961-6428-1
- Christian Graf, Burghard Rausch, Rockmusiklexikon Europa, Bd. 2, Juli 2005, Frankfurt, Fischer Tb, ISBN 3-5961-6429-X
- Christian Graf, Burghard Rausch, Rockmusiklexikon Amerika, Afrika, Asien, Australien, Oktober 2003, Frankfurt, Fischer Tb, ISBN 3-5961-5869-9

1970er

Ereignisse


- Bundesligaskandal in Westdeutschland (1971–1973)
- Match des Jahrhunderts (1972)
- Ölkrise (1973)
- Watergate-Affäre (1974)
- Ende des Vietnamkriegs
- Rote Armee Fraktion: Deutscher Herbst (1977)
- Israelisch-ägyptischer Friedensvertrag 1978/1979, siehe auch Nahost-Konflikt
- Ende der 1970er: Entstehung der Grünen Partei.
- Beginn der PC-Revolution mit der Gründung von Apple Computer 1976
- Die Gemeindereform reduziert die Zahl der Einzelgemeinden im Gebiet der Bundesrepublik Deutschland um zwei Drittel. Sie ist in der Mitte des Jahrzehnts offiziell abgeschlossen.

Kulturgeschichte


- Pink Floyd
- Alice Cooper
- Loudon Wainwright III
- ABBA
- Les Humphries Singers
- Jesus-People
- Playback Theater
- Bhagwan
- Räucherstäbchen
- Brokdorf
- Star Wars
- Lavalampe
- Flokatiteppich
- Radio Dreyeckland
- Kommunales Kino
- Rasterfahndung
- Comic-Magazin ZACK (1972 bis 1980)
- Bonanza , Fernsehserie.
- Sesamstrasse

Persönlichkeiten (Auswahl)

Politik

Kunst und Kultur

Weblinks


- [http://www.sfgb-b.ch/d/4/tgprojekt/70erJahre_26_8/index.html 70er: Einmal Zukunft und Zurück] – Umfangreiche Darstellung der 1970er 01–1970 7!-1970er !1970er ja:1970年代 simple:1970s

King Crimson

King Crimson ist eine englische Progressive Rock-Gruppe, die am 15. November 1968 von Robert Fripp und Michael Giles gegründet wurde, und bis heute in wechselnden Formationen - mit Fripp als Mastermind - besteht. Ihr erster Auftritt war am 13. Januar 1969 im Fulham Palace Cafe. Alben wie "In the Court of the Crimson King" (1969) gelten als Meilensteine und Mitbegründer des Progressive Rock. Der Name "King Crimson" stammt von Peter Sinfield als Synonym für Beelzebub, den Prinz der Dämonen. Laut Robert Fripp ist Beelzebub ein aus dem arabischen übernommener Begriff, der ursprünglich "B'il Sabab" lautete, was ungefähr "Der Mann mit einem Ziel" bedeutet. [http://www.songsouponsea.com/Promenade/Metaphysical.html] Ein guter Teil der Geschichte von King Crimson ist geprägt durch den ständigen Austausch von Mitgliedern. Einzig Robert Fripp verbleibt als konstantes Mitglied, obwohl er sich laut eigenen Aussagen nicht als Bandleader fühlt. [http://www.progressiveears.com/frippbook/contents.htm]

Der Beginn

Robert Fripp und Peter und Michael Giles starteten die Formation namens King Crimson im November 1968, nachdem sich die Band Giles, Giles, and Fripp, der nur ein kurzes Leben beschieden war, aufgelöst hatte. Sie rekrutierten den Sänger und Bassisten Greg Lake, den Lyriker Peter Sinfield und den Komponisten Ian McDonald. Im Januar 1969 wurden die Proben aufgenommen, und noch im selben Jahr nahmen sie die erste Platte auf: In the Court of the Crimson King. Während der darauffolgenden Touren durch England und den USA erreichten die musikalischen Differenzen innerhalb der Gruppe ihren ersten Höhepunkt, in der Folge verließen Ian McDonald und Michael Giles die Band.

Die 1970er

Die personellen Wechsel blieben das einzig Konstante in dieser Zeit. Das verbleibende Trio veröffentlichte eine Single Cat Food/Groon im März 1970 und entwickelte gleichzeitig das Material für die zweite LP In the Wake of Poseidon. Mel Collins kam an Board und der Bassist Peter Giles war bei den Aufnahmen dabei. Greg Lake verabschiedete sich im April, um die Gruppe Emerson, Lake & Palmer mitzubegründen. Als Ersatz am Bass kam Gordon Haskell, und mit ihm entstand das dritte Album Lizard, wo Andy McCulloch Schlagzeug spielte, und der Sänger der Gruppe Yes, Jon Anderson bei einem Lied als Sänger zu hören ist. Doch bevor die Platte veröffentlicht wurde, verließen Haskell und McCulloch die Band wieder. Fripp machte sich erneut auf die Suche nach neuen Mitgliedern. Der Schlagzeuger Ian Wallace und der Sänger Boz Burrell waren bald gefunden, aber als sich kein Bassist auftreiben ließ, entschied Fripp, Boz das Bassspiel beizubringen. Während der darauffolgenden langen Tour wurde 1971 das Album Islands aufgenommen. Es war auch das letzte Album, auf dem der Jazz-Pianist Keith Tippett mitwirkte. Ende des Jahres verließ Peter Sinfield die Band - er war neben Robert Fripp das letzte Gründungsmitglied gewesen. 1972 unternahm die Band eine letzte Tour, nach der sie alle auseinandergehen wollten. Fripp machte aus den Aufnahmen dieser Tour das Album Earthbound, das erste Live-Album der Band, sozusagen als Abschied. Doch kurz danach sah sich Fripp erneut um neue Bandmitglieder um. Der Percussionist Jamie Muir kam vom Free Jazz und der Sänger und Bassist John Wetton, den Fripp vom College her kannte, bildeten die ersten Mitglieder. Von Yes kam der Schlagzeuger Bill Bruford, zuletzt fand sich der Geiger David Cross. 1973 erschien Larks' Tongues in Aspic und die Band ging auf Tournee durch Großbritannien, Europa und USA. Die Musik, die King Crimson in dieser Zeit produzierte, war angelehnt an Heavy Metal, eine Musikrichtung, die sich gerade in den USA und Großbritannien entwickelte. Fripp spielte die Gitarre lauter und aggressiver als zuvor und Brufords Schlagzeug mischte sich mit dem energischen Bass von Wetton. Im Gegensatz zu Heavy Metal war ihre Musik aber noch immer vielschichtiger und rhythmisch abwechslungsreicher. Muir verließ die Gruppe im Frühjahr 1973. In der darauffolgenden längeren Tour wurde Material für die 1974 veröffentlichte Platte Starless and Bible Black aufgenommen. Das meiste auf diesem Album sind Live-Aufnahmen. Die Band war definitiv eine "Live-Band" geworden, deren wahrer Charakter nur bei Konzerten hervorkam. Aus diesem Grund war auch die darauffolgende Platte USA aus Live-Mitschnitten zusammengestellt. Nun verließ auch David Cross die Band und das verbleibende Trio nahm Red auf, wo er dann noch vereinbarungsgemäss als Studiomusiker mitwirkte. Mit von der Partie war auch wieder Ian McDonald als Sessionmusiker. Fripp wollte ihn als seinen Nachfolger, um mit sich selbst ins Reine zu kommen - entschied sich aber letztlich, King Crimson zu beenden. Damit schien das Schicksal der Gruppe besiegelt, doch ...

Die 1980er

Anfangs 1981 überlegten Robert Fripp und Bill Bruford, eine neue Gruppe zu gründen, die Discipline heißen sollte. Nachdem Tony Levin, der schon u.a. mit John Lennon, Yoko Ono und Peter Gabriel gearbeitet hatte, an Board war, nahm Fripp mit einem anderen Gitarristen Kontakt auf: Adrian Belew, der gerade mit den Talking Heads auf Tour war. Die Tatsache, dass Fripp einen zweiten Gitarristen neben sich haben wollte, zeigt, dass er diesmal weg vom King Crimson Sound wollte. Es misslang insoweit, als Fripp bei den Proben bemerkte, dass diese neue Band wieder King Crimson war: Man einigte sich, die Band doch wieder King Crimson zu nennen und das Ergebnis war eine Trilogie: Discipline, Beat und Three of a Perfect Pair. Nach dem dritten Album löste sich die Band auf. Fripp war in einige rechtliche Auseinandersetzungen mit seinem Management geraten, die einige Jahre andauern sollten.

Die 1990er

1994 formierte sich die Gruppe erneut, diesmal als Sextett mit zwei neuen Mitgliedern: Trey Gunn, ein Gitarrist und Pat Mastelotto als Percussionist. In dieser Konstellation wurden die CDs VROOOM (1994), THRAK (1995), and THRaKaTTaK (1996) eingespielt. Da die Unterhaltskosten für die sechsköpfige Band relativ hoch waren, zerfiel die Gruppe nach der dritten CD. In den späten 90ern veröffentlichte Fripp mehrere Projekte unter dem Label Discipline Global Mobile, das er schon Jahre vorher gegründet hatte. Es handelte sich dabei (laut Robert Fripp) um Splittergruppen von King Crimson: ProjeKct One, ProjeKct Two, ProjeKct Three und ProjeKct Four.

Die 2000er

Nach dem Ende der ProjeKcts verließ Bruford die Band und Levin verkündete, sein Engagement bis auf weiteres ruhen zu lassen. Die restliche vier (Belew, Fripp, Gunn, und Mastelotto) produzierten The ConstruKction of Light (2000) und Heaven and Earth, das unter dem Namen ProjeKct X veröffentlicht wurde. 2003 veröffentlichte die Band das Album The Power To Believe, das aus Material von der vorherigen Tour erstellt wurde. Ende des Jahres nahm Trey Gunn seinen Abschied von der Band, und Tony Levin wurde wieder Bassist für King Crimson. Im April 2004 wurde die Studioarbeit für ein neues Album aufgenommen.

Studioalben


- 1969 - In The Court Of The Crimson King
- 1970 - In The Wake Of Poseidon
- 1970 - Lizard
- 1971 - Islands
- 1972 - Larks´ Tongues In Aspic
- 1973 - Starless And Bible Black
- 1974 - Red
- 1981 - Discipline
- 1982 - Beat
- 1984 - Three Of A Perfect Pair
- 1994 - Vrooom (EP)
- 1995 - Thrak
- 2000 - The ConstruKction of Light
- 2002 - Happy with what you have to be happy with (EP)
- 2003 - The Power To Believe

Livealben


- 1972 - Earthbound
- 1975 - USA
- 1992 - The Great Deceiver (4 CDs)
- 1995 - B'Boom. Official bootleg (2 CDs)
- 1996 - THRaKaTTaK
- 1996 - Schizoid man (EP)
- 1997 - Epitaph (4 CDs)
- 1997 - The Night Watch (2 CDs)
- 1998 - Absent Lovers
- 1999 - Deja VROOOM (DVD)
- 2000 - Cirkus (2 CDs)
- 2001 - Heavy ConstruKction (3 CDs)
- 2001 - Vrooom Vrooom (2 CDs)
- 2001 - Level five (Limited Edition Tour CD)
- 2003 - Eyes wide open (2 DVD)
- 2004 - Neal and Jack and me (DVD)

King Crimson Collectors' Club


- 1999 - Live at the Marquee 1969 (Nr. 1, damals noch D.G.M Collectors' Club)
- 1999 - Live at Jacksonville 1972 (Nr. 2, damals noch D.G.M Collectors' Club)
- 1999 - The Beat Club Bremen 1972 (Nr.3, damals noch D.G.M Collectors' Club)
- 1999 - Live at Cap D'Agde 1982 (Nr. 4, damals noch D.G.M Collectors' Club)
- 1999 - On Broadway 1995 (Nr. 5&6)
- 1999 - The roar of P4 - Live in San Francisco 1998 (ProjeKct Four, Nr. 7)
- 1999 - The VROOOM sessions 1994 (Nr. 8)
- 2000 - Live At Summit Studios 1972 (Nr.9)
- 2000 - A Beginners' Guide To The King Crimson Collectors' Club
- 2000 - Live in Central Park 1974 (Nr.10)
- 2000 - Discipline - Live At Moles Club 1981 (Nr. 11)
- 2000 - Live in Hyde Park 1969 (Nr. 12)
- 2000 - Nashville Rehearsals (Nr.13)
- 2000 - Live at Plymouth Guildhall 1971 (Nr.14)
- 2001 - Live in Mainz 1974 (Nr. 15)
- 2001 - Live in Berkeley (Nr. 16)
- 2001 - Live in Northampton, Ma 1998 (ProjeKct Two, Nr. 17)
- 2001 - Live in Detroit 1971 (Nr. 18)
- 2001 - Live in Nashville, TN 2001 (Nr. 19)
- 2002 - Live at the Zoom Club 1972 (Nr. 20)
- 2002 - Ladies of the Road (Collectors' Club Spec. Ed.)
- 2002 - Champaign - Urbana Sessions 1983 (Nr. 21)
- 2003 - Jazz Cafe Suite 1997 (ProjeKct One, Nr. 22)
- 2003 - Live in Orlando 1972 (Nr. 23)
- 2003 - Live in Guildford 1972 (Nr. 24)
- 2003 - EleKtriK (Special Edition)
- 2004 - Live at Fillmore East 1969 (Nr. 25)
- 2004 - Live in Philadelphia, PA 1982 (Nr. 26)
- 2004 - Live in Austin, TX 1999 (ProjeKct Three, Nr. 27)
- 2004 - Live in Warsaw 2000 (Nr. 28)
- 2005 - Live in Heidelberg (Nr. 29)

Compilations


- 1976 - The Young Persons Guide To King Crimson (2 LP / 2 CD)
- 1986 - The Compact King Crimson (1 CD)
- 1989 - King Crimson 1989 (Limited Edition Boxed Set celebrating 20 years of EG Records - 4 CDs)
- 1991 - The Abbreviated King Crimson: Heartbeat (1CD)
- 1991 - The Essential King Crimson: Frame by Frame (4 CDs)
- 1992 - The Great Deciever (4 Live-CDs)
- 1993 - the first three (3 Limited Edition Picture Disc)
- 1993 - The Concise King Crimson: Sleepless (1 CD)
- 1996 - Epitaph (4 CDs)
- 1999 - The ProjeKcts (4 CDs)
- 2004 - The 21st Century Guide to King Crimson - Volume One 1969 - 1974 (4 CDs)

Weblinks


- [http://www.king-crimson.com/ Offizielle Homepage]
- [http://www.elephant-talk.com/ Elephant Talk]
- [http://www.babyblaue-seiten.de/index.php?content=band&left=alpha&top=reviews&bandId=2&alpha=k Bandgeschichte und Rezensionen auf den Babyblauen Seiten] Kategorie:Progressive-Rock-Band Kategorie: Britische Band Kategorie: 1970er Band Kategorie: 1980er Band Kategorie: 1990er Band Kategorie: 2000er Band ja:キング・クリムゾン

Genesis (Band)

Genesis war eine britische Rockband, die in den 1970er Jahren zu den einflussreichsten Gruppen des Progressive Rocks gehörte. Man zählt Genesis neben King Crimson, Emerson, Lake & Palmer und Yes zu den »Großen Vier« des Progressive Rock. Nach dem Ausstieg Peter Gabriels und Steve Hacketts jedoch wandelte die Band unter Phil Collins als Frontmann ihren Stil in den späten 70ern zu Mainstream-Rock und wurde zu einer der erfolgreichsten Bands ihrer Zeit. Nachdem in den 1990er Jahren auch Collins die Band verließ, wurde Ray Wilson zum neuen Sänger. Nach einem einzigen, kommerziell erfolglosen Album und einer Tournee aber trat die Band nicht mehr in Erscheinung.

Bandgeschichte

Genesis wurde 1967 in England gegründet, indem sich die beiden Schulbands Anon und The Garden Wall an der Charterhouse School in Godalming (Surrey, England) zusammenschlossen. Den Namen Genesis (dt. Entstehung, Schöpfung) bekamen sie von ihrem ersten Produzenten Jonathan King, bei dessen Plattenfirma Jonjo Music die Gruppe im August 1967 ihren ersten Plattenvertrag unterschrieb. Im Frühjahr 1968 erschienen unter dem Decca-Label die ersten beiden Singles von Genesis. Im Sommer 1968 wurden Songs für ein Album aufgenommen. Dieses erschien im März 1969 unter dem Titel From Genesis To Revelation, jedoch ohne explizite Nennung des Bandnamens, da zu der Zeit eine US-Band existierte, die bereits den Namen Genesis trug. Der Name des Albums (dt. Von der Schöpfung zur Offenbarung) veranlasste die Plattenläden dazu, das Album irrtümlich der Kategorie religiöse Musik zuzuordnen. Dies führte dazu, dass das Album mit nur ca. 600 verkauften Exemplaren vollkommen unterging. Auch eine Singleauskopplung im Juni 1969 konnte die Verkaufszahlen nicht steigern. Mit wechselnden Schlagzeugern bestand die Band seit ihrer Gründung 1967 bis zum Erscheinen ihres zweiten Albums Trespass aus Tony Banks (Keyboards, akustische Gitarre), Mike Rutherford (elektrische und akustische Gitarre, Bassgitarre, Basspedal, Cello), Peter Gabriel (Gesang, Querflöte, Oboe) und Anthony Phillips (elektrische und akustische Gitarre, Lead-Gitarre). Phillips jedoch sah sich 1970 aus gesundheitlichen Gründen gezwungen, die Band zu verlassen. An seine Stelle trat Steve Hackett (elektrische und akustische Gitarre, Lead-Gitarre). Etwa zur gleichen Zeit, als Phillips ging, kam ein Schlagzeuger, der die Fluktuation beenden sollte. Phil Collins bereicherte den opulenten Genesis-Sound mit seinem bisweilen jazzigen Stil. Hackett fügte Aggression einerseits und eine größere atmosphärische Bandbreite andererseits dazu. Das erste Album in der "klassischen" Besetzung war Nursery Cryme 1971, aber erst Foxtrot 1972 mit dem epischen Supper's Ready brachte der Band den künstlerischen und kommerziellen Durchbruch. Ihre oft surrealistischen, dem Zeitgeist entsprechenden Texte und die exzentrische Bühnenshow Gabriels taten ihr übriges dazu. Die Verknüpfung von Musik und Optik in ihren aufsehenerregenden Konzerten verhalf ihnen zu weltweiter Popularität. Selling England by the Pound 1973 zeigte die Band mit wesentlich diesseitigeren Texten, feiner nuancierterem Klang und noch größerer Filigranität und Virtuosität an den Instrumenten. Das Doppel-Album The Lamb lies down on Broadway 1974 und die anschließende Tour stellen nach Meinung vieler Fans den künstlerischen Höhepunkt der Schaffensperiode mit Peter Gabriel dar. Nach dem Ausstieg von Sänger Peter Gabriel im Jahr 1975 und langer Suche nach einem Ersatz übernahm Schlagzeuger Phil Collins die Position des Lead-Sängers. Bei Liveauftritten übernahm zunächst der ehemalige Yes/King Crimson Schlagzeuger Bill Bruford den Posten von Collins, damit dieser sich auf das Singen konzentrieren konnte. Die unter der Vierer-Besetzung entstandenen letzten beiden Prog-Alben A Trick of the Tail 1976 und Wind & Wuthering 1977 trugen zum Image Genesis' als "Bombastrocker" bei. Besonders der extrem voluminöse Klang des legendären Moog Taurus Basspedal durch Mike Rutherford trug maßgeblich zum unverwechselbaren, kraftvollen Sound von Genesis bei. Die zunehmende Popularität des Punk wird nicht selten als Gegenbewegung dazu angesehen. Hackett verließ 1977 die Band, um seine eigenen musikalischen Ideen besser umsetzen zu können, nachdem sein erstes Soloalbum (Voyage Of The Acolyte, 1975) respektablen Erfolg hatte, er sich in seiner künstlerischen Freiheit in der Band vor allem durch Tony Banks und einer zunehmenden Keyboard-Orientierung des Sound stark eingeschränkt sah. Von 1978 bis 1996 bestand Genesis aus den Bandmitgliedern Banks, Rutherford und Collins. Für Live-Auftritte wurden die drei von den Musikern Daryl Stuermer (Elektrische Gitarre und Bassgitarre) und Chester Thompson (Schlagzeug) unterstützt. In dieser Zeit verlagerten sie ihren Stil vom Progressive Rock immer mehr in Richtung kommerzieller Popmusik und feierten damit sehr große Erfolge; sie verkauften bis jetzt ca. 150 Millionen Alben. Ihr progressiver Sound blieb nur noch in marginalen Ansätzen vorhanden, vollständig ignoriert wurde er aber nie, sondern höchstens dem moderneren Sound der Achtziger angepasst. Nach dem Ausstieg von Phil Collins engagierten Tony Banks und Mike Rutherford den früheren Stiltskin-Sänger Ray Wilson für ihr bislang letztes Album Calling All Stations, das kommerziell nicht an die vorherigen Erfolge anknüpfen konnte. Die Band löste sich zwar nie offiziell auf, war jedoch seit der Europatour 1998 bis auf Archiv-Veröffentlichungen und diverse Soloprojekte nicht mehr aktiv.

Diskografie

Siehe auch


- The Musical Box

Weblinks


- [http://www.genesis-music.com Offizielle Internetpräsenz]
- [http://www.genesis-fanclub.de Deutschsprachige Website mit Hintergrundinformationen und Neuigkeiten zur Band]
- [http://www.genesismuseum.com Virtuelles Genesis-Museum]
- [http://www.babyblaue-seiten.de/index.php?content=band&left=alpha&top=reviews&bandId=3&alpha=g Bandgeschichte und Rezensionen auf den Babyblauen Seiten]
- Kategorie:Progressive-Rock-Band Kategorie:Britische Band Kategorie:1970er Band Kategorie:1980er Band Kategorie:1990er Band ja:ジェネシス (バンド)

Progressive Rock

Progressive Rock (kurz: Prog oder Prog-Rock) ist eine Musikrichtung, die ab der Mitte der 1960er Jahre die damals von einigen Musikern als zu einfach aufgebaut empfundene populäre Musik (Popmusik, Rockmusik, Blues oder Rock 'n' Roll) um neue Harmonien und Instrumente erweiterte, wobei vielfach Einflüsse aus anderen Stilen wie Klassik, Jazz oder Weltmusik einbezogen wurden.

Die Geschichte des Progressive Rock

Die Geschichte des Progressive Rock lässt sich zeitlich in vier Abschnitte gliedern. Als ersten Abschnitt sieht man die späten 1960er Jahre an, in denen die Wurzeln des Progressive Rock liegen. Die zweite Phase wird oft als »klassische Phase« des Prog bezeichnet, und ist den frühen und mittleren 1970er Jahren zuzuordnen. Der dritte Teil liegt in den 1980er Jahren, in denen es unter anderem durch den Neo-Prog zu einer »Renaissance« des Progressive Rock kam. Den letzten Abschnitt schließlich stellen aktuelle Entwicklungen wie der Progressive Metal von den 1990er Jahren bis heute dar.

Die Wurzeln

Die Ursprünge des Progressive Rock finden sich vor allem im Großbritannien der 60er Jahre. Einige Rockbands versuchten ihre auf relativ einfachen musikalischen Strukturen beruhende und konventionell, meist mit Gitarre, Bass und Schlagzeug, instrumentierte Musik um neue musikalische und textliche Dimensionen zu erweitern. Auch der politische Aktivismus, der in Verbindung zu den damaligen gesellschaftlichen Entwicklungen stand, trug zur Entstehung eines neuen Genres bei, dessen Protagonisten und Publikum sich fernab von althergebrachten musikalischen Schemata, unter Verwendung von für die damalige Rockmusik unüblichen Instrumenten, mit einer neuen Form von Musik beschäftigten. Das Aufkommen der elektronischen Tasteninstrumente, wie Mellotron und später der Synthesizer, sowie die seit den 1930er Jahren vor allem im Jazz gebräuchliche Hammond-Orgel, beeinflussten die Entwicklung des Progressive Rock in den späten 60er Jahren sehr. Neu waren aber nicht nur die elektronischen Instrumente in der Rockmusik. Auch Instrumente und musikalische Strukturen aus dem Jazz und der klassischen Musik ließ man in der Anfangszeit des Progressive Rock in die Musik einfließen. So wurde die klassische Besetzung einer Rockband aus Gitarre, Schlagzeug und Bass zunächst um Flöte, Saxophon, Streichinstrumente oder Blechblasinstrumente erweitert, später wurden auch exotische Instrumente (z. B. die Sitar aus dem fernöstlichen Kulturkreis) ein Bestandteil des Progressive Rock. Der Progressive Rock erweiterte die herkömmliche Rockmusik aber nicht nur musikalisch, sondern die Vorreiter dieses Genres stießen auch in neue textliche Dimensionen vor. Während sich die Rocksongs der 60er Jahre noch hauptsächlich mit alltäglichen Themen und der Liebe beschäftigten, entwickelten die Musiker des Progressive Rock bereits Konzeptalben, die einem streng durchdachten textlichen und musikalischem Konzept folgten, hinter dem sich oft eine gesellschaftliche oder politische Aussage an die Hörer verbarg. Frühe Beispiele für diese Tendenzen sind Bands wie die Beach Boys mit ihrem Album Pet Sounds (1966) oder die Beatles mit Rubber Soul (1965) und Revolver (1966). Aber auch andere Künstler und Bands wie Frank Zappa und The Moody Blues sind zu den Wurzeln des Progressive Rock zu zählen. Als erste eigentliche Progressive Rock Bands werden dann vor allem King Crimson und The Nice angesehen.

Die klassische Phase

The Nice Als klassische Phase des Progressive Rock bezeichnet man die Aktivitäten der Hauptvertreter des Genres von 1969 bis etwa 1976. Zu den wichtigsten Bands dieser Zeit zählen Genesis, Yes, King Crimson und Emerson, Lake & Palmer. Diese werden als die »Großen Vier« des Prog bezeichnet. Neben den »Großen Vier« gehören Mike Oldfield, Camel, Jethro Tull, Gentle Giant und Van der Graaf Generator zu den einflussreichsten Interpreten jener Zeit. Oft werden auch Bands wie Pink Floyd oder Supertramp zur klassischen Phase des Prog gezählt. Streng genommen ist diese Zuordnung nicht korrekt, trotzdem spielen und spielten sie Rockmusik mit durchaus progressiven Einflüssen. Man ordnet sie daher eher dem Artrock zu. Als erstes Album der Geschichte des Progressive Rock gilt In the Court of the Crimson King von King Crimson aus dem Jahr 1969. Auf diesem Album nimmt die Band um Gitarrist Robert Fripp bereits viele typische Elemente des Genres vorweg, die sich stilprägend auf zahlreiche weitere Bands und Alben auswirkten. Das Album zeichnet sich vor allem durch den intensiven Einsatz des Mellotrons, lange und virtuose Instrumentalteile, rhythmische und harmonische Komplexität sowie surreale Texte aus. Im folgenden Jahr 1970 veröffentlichten viele der bekannten Bands der klassischen Phase des Progressive Rock ihre ersten Alben. Dazu zählen das Album Emerson, Lake & Palmer von der gleichnamigen Band, Trespass von Genesis und das selbstbetitelte Debütalbum von Gentle Giant. 1971 folgte Yes mit The Yes Album. Auf diesen Alben konnten die wichtigen Bands des Genres damals erstmals ihre neuartige, revolutionäre Musik ausleben. Nach diesen ersten Alben des Progressive Rock veröffentlichten die Hauptvertreter des Genres bis Mitte der 70er Jahre ihre »Klassiker«, auf denen sie ihren Stil weiterentwickeln konnten. Zu den bekanntesten und am meisten beachteten Alben dieser Zeit gehören
- Nursery Cryme (1971), Foxtrot (1972), Selling England by the Pound (1973) und The Lamb lies down on Broadway (1974) von Genesis,
- Fragile (1972), Close to the Edge (1972), Tales From Topographic Oceans (1973) und Relayer (1974) von Yes,
- In the Court of the Crimson King (1969), Lizard (1970), Larks' Tongues in Aspic (1973) und Red (1974) von King Crimson sowie
- Pictures at an Exhibition (1971), Trilogy (1972) und Brain Salad Surgery (1973) von Emerson, Lake & Palmer. Mike Oldfield ging 1973 mit Tubular Bells einen neuen Weg. Es handelte sich um ein albenfüllendes, zweiteiliges Werk, welches aus vielen verschiedenen Abschnitten bestand. Oldfield durchbrach die Schranken der Rockmusik und schuf einen Sound, der als Mischung aus Rock, Klassik und Weltmusik beschrieben werden kann. Hierbei griff er ein von Komponisten der Minimal Music wie Steve Reich, Philip Glass oder Terry Riley entwickeltes Konzept auf. Die langsame, aber permanente, kaum bewusst wahrzunehmende Veränderung eines harmonisch meist recht einfachen Musters, welches eine ständig fließende Musik von oft hypnotischer Wirkung ergibt. Terry Riley Eine Besonderheit des Albums war, dass Mike Oldfield damals (fast) alle der zahlreichen Instrumente (Piano, Glockenspiel, Orgel, Bass, verschiedene Gitarren, Percussion, verschiedene Blasinstrumente, etc.) selbst einspielte. Auch die britische Band Camel konnte in den 70er Jahren einige beachtete Prog-Alben veröffentlichen. Besonders erfolgreich war die Band um den Gitarristen und Sänger Andy Latimer mit ihrem 1973 erschienenen Album Mirage. The Alan Parsons Project beschäftigte sich in seinem Debüt-Album Tales of Mystery and Imagination (1975) mit den Werken des amerikanischen Schriftstellers Edgar Allan Poe. Eine weitere bekannte Prog-Band der 70er war Gentle Giant. Diese Band zeichnete sich vor allem durch ihren mehrstimmigen Gesang, eine reichhaltige Instrumentierung, vor allem aber ihre kontrapunktische Kompostitionstechnik aus. Jedes Bandmitglied spielte mehrere Instrumente. Die Band konnte die Kritiker in den 70ern mit mehreren Alben begeistern. Am bekanntesten dürften In A Glass House (1973) und The Power And The Glory (1974) sein. Die britische Band Van der Graaf Generator hingegen wurde durch eine düstere Grundstimmung auf ihren Alben, den ausdrucksstarken Gesang Peter Hammills und ihre vom Saxophon dominierte Musik bekannt. Eine der ältesten Prog-Bands ist Jethro Tull, deren Musik eine Schnittmenge mit dem Folk Rock bildet. Die Band um Sänger, Gitarrist und Flötist Ian Anderson wurde in den 60ern gegründet. Markenzeichen der Band sind die Querflöten-Soli von Anderson. Mit Thick As A Brick brachte die Band 1972 ein vielbeachtetes Konzeptalbum auf den Markt, welches zwei zusammenhängende Stücke (die nur wegen der kurzen Laufzeit einer LP von 23 Minuten pro Seite getrennt werden mussten) von insgesamt 43:50 Minuten enthält. Zu den wichtigsten Alben der anderen Prog-Bands in dieser Zeit gehören
- H to He, Who am the Only One (1970), Pawn Hearts (1971), Godbluff (1975) und Still Life (1976) von Van der Graaf Generator,
- In a Glass House (1973), The Power and the Glory (1974), und Free Hand (1975) von Gentle Giant,
- Tubular Bells (1973), Hergest Ridge (1974) und Ommadawn (1975) von Mike Oldfield,
- Aqualung (1971), Thick as a Brick (1972), A Passion Play (1973), War Child (1974) und Minstrel in the Gallery (1975) von Jethro Tull sowie
- Messin' (1973), Solar Fire (1973) und Nightingales & Bombers (1974) von Manfred Mann's Earth Band. Obgleich die bisher genannten Interpreten fast ausnahmslos englischer Herkunft sind, sollte nicht verschwiegen werden, dass Progressive Rock nie eine ausschließlich britische Erscheinung war. US-amerikanische Bands wie Kansas und Utopia, Starcastle und Yezda Urfa erweiterten den klassischen Prog um Einflüsse aus Bluesrock und Countryrock und verliehen ihm durch besonders bombastische Arrangements und Produktion eine eigene Note. In Deutschland waren es in erster Linie Grobschnitt, Novalis und Eloy, die mit ihrem symphonischen Stil überregionale Bekanntheit und sechsstellige Verkaufszahlen erzielen konnten. Sie traten damit das Erbe der Krautrock-Gruppierungen an, die bereits ab den späten 60ern mit experimentellen Klängen auf sich aufmerksam gemacht hatten. Auch Italien verfügte in den 1970ern über ein breites Spektrum an Prog-Bands, die sich allerdings auf internationaler Ebene wegen ihres überwiegend italienischen Gesangs nicht ganz so stark behaupten konnten. Bands wie Premiata Forneria Marconi und Banco del Mutuo Soccorso setzten auf lange Kompositionen und akustischen Gitarrensound (vgl. Italienische Rockmusik). Mitte der 70er Jahre hatte der Progressive Rock seinen Höhepunkt erreicht. Nun kam es bei einigen Bands zu personellen und musikalischen Umbrüchen. So verließen z. B. Peter Gabriel und Steve Hackett Genesis und Phil Collins übernahm die Rolle des Sängers und Bandleaders. Dies hatte einen Stilwechsel hin zur Popmusik zur Folge. Ähnlich entwickelten sich viele der kommerziell erfolgreicheren Bands des Genres, indem sie sich zunehmend der einträglicheren Popmusik zuwandten. Aufgrund dessen bezeichnete man den Progressive Rock Ende der 70er Jahre als »tot«.

Die 80er Jahre

Hauptartikel: Neo-Prog Nach der klassischen Phase des Prog verschwand diese Art der Rockmusik ab Mitte der 70er Jahre plötzlich aus dem öffentlichen Interesse. Die zuvor noch gefeierten Größen des Progressive Rock galten nun als altmodisch, bieder und zu anspruchsvoll. Der Zeitgeist wandte sich zu Beginn der 1980er Jahre anderen musikalischen Entwicklungen wie dem New Wave zu. Auch die »härteren« Musikrichtungen Hardcore Punk und Heavy Metal gewannen an Bedeutung. Entgegen dieser gesellschaftlichen Entwicklungen und trotz des allgemeinen Desinteresses an progressiver Rockmusik erlebte der Prog in den 80er Jahren eine »Renaissance«. Einige zu Beginn der Dekade gegründete Gruppen hatten Bands wie Genesis, Yes oder King Crimson zum Vorbild und versuchten anfangs deren Musikstil zu kopieren. Hier taten sich besonders die frühen Marillion hervor, die versuchten, ihr großes musikalisches Vorbild Genesis zu imitieren. Dies hatte zur Folge, dass man Marillions Sänger Fish lange vorhielt, nur eine Kopie Peter Gabriels zu sein. Ein gutes Beispiel für diese Tendenz bei Marillion ist ihr Longtrack Grendel, der dem bekannten Titel Supper's Ready von Genesis sehr ähnelt. In den folgenden Jahren wurden Bands wie Marillion immer eigenständiger und es entwickelte sich ein neuer Musikstil, der Neo-Prog. Unter diesem Begriff fasste man von nun an die Musik der 80er Jahre zusammen, die sich musikalisch auf die Prog-Bands der 70er Jahre bezog. Viele stilistische Elemente der klassischen Phase wurden übernommen und zum Teil neu interpretiert. Die Instrumentierung wurde vor allem im Bereich der Keyboards ausgebaut, was aus den neuen Technologien im Bereich der elektronischen Tasteninstrumente resultierte. Man kann die Musik des Neo-Prog daher als stark vom Keyboardeinsatz geprägt klassifizieren. Die typischen Vertreter des Neo-Prog legten zudem mehr Wert auf eingängige Melodien. Dies hatte zu Folge, dass einige Titel aus der Neo-Prog-Szene zu international erfolgreichen Hits wurden. Zu den bekannten Vertretern des Neo-Prog zählen neben Marillion IQ, Saga und Asia. Einige Alben der Szene konnten durch das Vorhandensein erfolgreicher Hits eine große Bekanntheit erlangen. Dazu zählen vor allem die Alben Misplaced Childhood (1985) von Marillion mit den Single-Hits Kayleigh und Lavender, sowie das Album Asia (1982) von der gleichnamigen Band, welches durch den Song Heat of the Moment ein Verkaufserfolg wurde, wobei diese Singlehits auf einfachen Kadenzen herkömmlicher Rockmusik beruhen und sich die Klassifizierung als Neo-Prog eher auf die übrigen Stücke der Alben bezieht. Ein weiteres bekanntes Album der Szene ist The Wake von IQ aus dem Jahr 1985. Dieses Album wird von Kritikern als eines der besten Neo-Prog Alben bezeichnet. Es konnte aber keine so große Bekanntheit wie die zuvor genannten erreichen, da dem Werk eine kommerziell erfolgreiche Single fehlte. Die Hauptvertreter der klassischen Phase des Prog wandten sich in den 80er Jahren der kommerziellen Rock- und Popmusik zu. Genesis konnte in dieser Dekade große Erfolge mit Alben wie Genesis und Invisible Touch feiern. Begleitet wurden die Studioalben von Welttourneen, auf der sie ganze Stadien füllten. Auch Yes gelang mit 90125 ein erfolgreiches Album, welches den bekannten Hit Owner of a lonely Heart enthielt. Ähnlich erging es den anderen Prog-Bands, die diese Musikrichtung in der 70er Jahren prägten. Emerson, Lake & Palmer hingegen waren in den 80er Jahren nicht aktiv, da sich die Band 1979 trennte. Erst zu Beginn der 90er Jahre kam es zu einer Reunion. Abseits von dieser durchaus massentauglichen Spielart des Progressive Rock formierte sich um die 80er Jahre vor allem in Europa eine Vielzahl von Bands, deren Anliegen es war, komplexe Stücke unter Anwendung sowohl rocktypischer als auch klassischer Instrumentierung einzuspielen und dabei harmonische und rhythmische Schranken der Pop/Rock-Musik zu durchbrechen, wie es zuvor bereits in der Klassik die Komponisten des 20. Jahrhunderts im Zuge der Neuen Musik getan hatten. Die Speerspitze dieser sogenannten AvantProg-Bands bildeten Univers Zero, Art Zoyd und Present.

Progressive Rock heute

Hauptartikel: Progressive Metal, Retro-Prog Retro-Prog] Vom Beginn der 90er Jahre bis zur heutigen Zeit gab es einige Entwicklungen im Bereich des Progressive Rock. Als wichtigste und maßgeblichste Entwicklung dieser Zeit gilt die Entstehung des Progressive Metal. Dieses neue Genre verbindet den seit den 80er Jahren bestehenden Heavy Metal mit dem Progressive Rock. Das Ergebnis dieser Synthese ist meist komplexe und virtuose Rockmusik in einem sehr hohen Tempo. Dominiert wird der Progressive Metal von E-Gitarre und schnellen, tiefen Bassläufen. Die meisten Bands arbeiten auch mit Synthesizern und Keyboards. Zu den bekanntesten Vertretern des Progressive Metal gehören Dream Theater (Bild:Audiobutton.png Hörbeispiel aus ihrem Titel Metropolis), Fates Warning, Queensrÿche und Symphony X.Symphony X Eine weitere Entwicklung der 90er Jahre ist die unter dem Begriff Retro-Prog gefasste Bewegung, deren zugehörige Bands musikalisch wieder zu den Wurzeln des Prog in den 70er Jahren zurückkehren. Regionale Zentren dieser Bewegung sind Skandinavien mit Bands wie The Flower Kings oder den Vorreitern Änglagård und die USA mit der erfolgreichen Gruppe Spock's Beard. Ein weiterer bekannter Vertreter des Retro-Prog war die Supergroup Transatlantic, die sich aus Mitgliedern von Dream Theater, Spock's Beard, Flower Kings und Marillion zusammensetzte. Musikalische Aktivitäten zeigten in den 90ern und der heutigen Zeit auch noch einige Hauptvertreter des Neo-Prog der 80er Jahre wie IQ, Saga und Arena. Auch Marillion ist noch bis heute aktiv, hat aber nach Rücktritt des Sängers Fish einen Stilwechsel zu eingängigerer Musik vollzogen und kann heute eher dem Artpop zugeordnet werden. Völlig neue Trends in den 90ern und heute setzten und setzen als »Soundperfektionisten« bezeichnete Bands wie Nine Inch Nails, Smashing Pumpkins und Tool, sowie Sigur Rós, Radiohead, The Mars Volta, Dredg, Primus oder Porcupine Tree. Auch einige Vertreter der klassischen Phase des Prog waren in den 90ern oder sind bis heute aktiv, haben aber oft ihren Stil stark verändert. Nach einigen kommerziell sehr erfolgreichen Popalben in der 80ern und frühen 90ern verlässt Sänger und Bandleader Phil Collins 1995 Genesis. Die Band versucht es mit einem neuen Sänger, dem Schotten Ray Wilson. Mit ihm nimmt Genesis noch ein Album auf (Calling all Stations), löst sich dann aber 1997/1998 auf. Die Band Yes veröffentlicht in den 90ern einige Alben, die am ehesten dem AOR zuzuordnen sind. Sie finden kaum Gefallen bei den Kritikern und stehen eher im Schatten gleichzeitig veröffentlichter Live-Aufnahmen und Kompilationen aus den 70er Jahren. Ähnlich verhält es sich auch mit anderen Bands der klassischen Phase des Prog. Ganz anders King Crimson, die nach ihrer Wiedervereinigenung in den 90ern höchst anspruchsvollen und komplexen Prog spielen, der von balinesischer Gamelan-Musik und modernem Metal-Sound beeinflußt ist. Des Weiteren existiert heute eine Vielzahl von Cover-Bands, die den Genrevertretern aus der klassischen Phase nacheifern, an erster Stelle Genesis. Besonders hervorgetan hat sich die offizielle Genesis-Tribute-Band The Musical Box aus Kanada, die alte Genesis-Konzerte mit den Original-Bühnenbildern und Kostümen in gut besuchten internationalen Konzertentourneen aufführt. Die Australian Pink Floyd Show verleiht den Bühnenauftritten der Briten von Pink Floyd eine australische Note und wurde unter anderem durch ein Auftrittsangebot auf David Gilmours Geburtstag gewürdigt.

Eigenschaften des Progressive Rock

Der Progressive Rock erweitert die populäre Rockmusik um Einflüsse aus der klassischen Musik, dem Jazz und der Weltmusik sowie um neue textliche und konzeptionelle Dimensionen. Hier sind die wichtigsten und stilprägendsten Eigenschaften des Prog aufgezählt und erläutert. Musikalische Komplexität. Der Progressive Rock unterscheidet sich vor allem durch eine komplexe Harmonik, Rhythmik und Melodik von der herkömmlichen Rockmusik. Der Prog zeichnet sich durch Modulationen zwischen zum Teil ungewohnten Tonarten aus, die Verwendung von in herkömmlicher Rockmusik sowie klassischer Musik des 18. und 19. Jahrhunderts eher selten verwendeter, als dissonant behandelter Intervalle (große Septime, Sekunde, Tritonus, etc.), ungerader Takte (5er, 7er usw.) und komplexer Rhythmen, Taktwechsel, sowie einiger melodischer Anleihen aus klassischer oder fremdländischer Musik. Der Titel Infinite Space von ELP wechselt beispielsweise vom 7/4-Takt zu zwei Takten im 3/4-Takt und einem Takt im 4/4-Rhythmus, bevor er sich wieder in das Anfangsmetrum der 7/4 begibt. Auffallend ist hier auch die starke Verwendung des eher als dissonant zu bezeichnenden Sekundintervalls. (Bild:Audiobutton.png Hörbeispiel Infinite Space) Hörbeispiel Infinite Space Hymnische Elemente. Als Gegenpol zu den vorwiegend instrumentalen komplexen Passagen ist in der Regel auch eine liedhafte Komponente vorhanden, bei deren Gestaltung der Melodienreichtum im Vordergrund steht. Als wichtigste Inspiration der Genrebegründer dürften hierbei die Beatles eine Rolle gespielt haben. Die Hauptvertreter des Prog tendieren nicht etwa dazu, die reine Komplexität ihres Werkes als Qualitätsmaßstab anzusehen, sondern legen vielmehr großen Wert auf die Harmonisierung dieser beiden Kontrastelemente. Nur in Randbereichen des Prog wird meist gänzlich auf einen wiederkehrenden Refrain verzichtet. Lange Kompositionen, manchmal länger als 20 Minuten. Diese Stücke werden oft als epische Stücke klassifiziert. In vielen Fällen sind diese Stücke in mehrere unterschiedliche Teile gegliedert. Meist werden zwischen den verschiedenen Teilen eines Stückes thematische oder musikalische Beziehungen hergestellt. So werden beispielsweise musikalische Themen später wieder aufgegriffen und/oder variiert. Bekannte Longtracks der klassischen Phase des Genres sind Close to the Edge von Yes, Supper's Ready von Genesis oder auch das 43-minütige Thick as a Brick von Jethro Tull. Aber auch bei den Progressive Rock-Bands der Gegenwart sind lange und ausschweifende Stücke beliebt. Beispiele dafür sind Garden of Dreams von der schwedischen Band The Flower Kings oder Six Degrees of Inner Turbulence von Dream Theater. Konzeptalben, welche sich musikalisch und textlich an einem Konzept orientieren. Diese Alben erzählen meist eine zusammenhängende Geschichte mit einem Protagonisten. Die Konzeptalben des Progressive Rock sind aufgrund ihrer Länge oft Doppelalben, wurden also auf zwei Schallplatten bzw. CDs herausgegeben. Bekannte Konzeptalben des Genres sind The Lamb lies down on Broadway von Genesis, Tales from Topographic Oceans von Yes, 'Mekanik Destrüktiw Kommandöh' von Magma oder das kommerziell sehr erfolgreiche Dark Side of the Moon von Pink Floyd. Dark Side of the Moon Ausgeprägte Benutzung elektronischer Instrumente. Neben der elektrischen Gitarre und dem elektrischen Bass sind vor allem die elektromechanischen und elektronischen Tasteninstrumente stilprägend für den Progressive Rock. Viele Stücke werden von Keyboards, E-Orgel, Moog und weiteren Synthesizern, sowie dem Mellotron dominiert. »Exotische Instrumente«. Der Progressive Rock erweitert die typische Instrumentierung einer Rockband um Instrumente aus dem klassischen Bereich. Hier sind vor allem die Geige (z. B. U. K.), die Flöte (Jethro Tull), das Saxophon (King Crimson) und Blechblasinstrumente (Magma) zu nennen. Zudem binden einige Bands orientalische und weitere Instrumente außereuropäischer Musikkulturen wie die Sitar in ihre Musik ein. Lange Instrumentalteile. Viele Stücke des Progressive Rock enthalten lange Instrumentalteile für fast alle Instrumente, in dem sich einige Musiker durch eine erhebliche Komplexität und Virtuosität in ihrem Spiel auszeichnen. Besonders hervorzuheben sind die anspruchsvollen Keyboardsoli von Rick Wakeman und Keith Emerson, das atmosphärische und/oder virtuose Gitarrenspiel von David Gilmour, Steve Hackett und Steve Howe, aber auch das rhythmisch komplexe Schlagzeugspiel von Bill Bruford, Phil Collins oder Carl Palmer. Kritiker des Genres sehen in dieser »Zurschaustellung von Virtuosität« eine der Musik nicht mehr zuträgliche Übertreibung, welche nur noch zur Selbstdarstellung der Musiker diene. Eine ähnliche Kritik wurde in der klassischen Musik bereits Franz Liszt und Niccolò Paganini zu teil. Niccolò Paganini Gute Koordination und Eigenständigkeit der Rhythmusgruppe. Die Rhythmusgruppe einer Progressive Rock-Band besteht meist aus Schlagzeug und Bass. Sie hat im Allgemeinen die Aufgabe, die oft komplizierten Rhythmen vorzugeben und der übrigen Band somit eine Basis für die virtuosen Instrumentalsoli zu bieten. Hervorzuheben aus diesen Bereich sind vor allem Chris Squire und Bill Bruford bei Yes, John Wetton und Bill Bruford bei King Crimson, sowie Mike Rutherford und Phil Collins bei Genesis. In einigen Fällen findet hingegen eine Umlagerung der Rhythmusarbeit statt, so dass eines der beiden typischen Rhythmusinstrumente eine tragende Rolle übernehmen und eigene melodische Akzente setzen kann. Als Beispiel lässt sich das »melodische« Schlagzeugspiel von Christian Vander bei Magma oder von Neil Peart bei Rush, sowie des Bassisten Geddy Lee bei selbiger Band anführen. (Bild:Audiobutton.png Hörbeispiel des Basslaufs aus YYZ) Einbindung von klassischer Musik. Einige Bands des Genres binden Teile klassischer Werke in ihre Musik ein. Ein Beispiel dafür ist die Band Yes, die zeitweise jedes ihrer Konzerte mit einem Ausschnitt der Firebird Suite von Igor Stravinsky begann. Besonders hervorgetan in diesem Bereich hat sich die Band Emerson, Lake & Palmer, die ganze klassische Werke im Rahmen des Progressive Rock interpretierten. Das bekannteste Beispiel ist das Album Pictures at an Exhibition, eine Bearbeitung von Modest Mussorgskis Werk Bilder einer Ausstellung. Ein weiteres Beispiel ist Manfred Mann's Earth Band, die auf ihrem Album Solar Fire die Orchestersuite Die Planeten von Gustav Holst verarbeitetet. Charakteristisch ist auch der mehrstimmige Gesang der Band Gentle Giant (Bild:Audiobutton.png Hörbeispiel des Titels Design), welcher der Fugenlehre des Barock nachempfunden ist. Fugenlehre Anspruchsvolle Texte. Viele Bands des Progressive Rock erweitern die typischen Texte der Rockmusik, welche von Liebe oder alltäglichen Dingen handeln, um neue inhaltliche Ebenen. Die Texte handeln oft von Science Fiction, Utopien, historischen Begebenheiten, Krieg oder Religion. In vielen Fällen verbirgt sich hinter den Texten eine politische oder gesellschaftliche Aussage der Band an den Hörer. In einigen Fällen orientieren sich die Texte an einer literarischen Vorlage. Bekannte Beispiele sind Close to the Edge von Yes, welches Hermann Hesses Siddartha verarbeitet oder der Text zu Jerusalem von Emerson, Lake & Palmer, der einem Gedicht des englischen Autors William Blake nachempfunden ist. Genesis ist hingegen dafür bekannt, barock anmutende, mystische Sagen und Legenden in einigen ihrer Stücke zu verarbeiten. Bekannt ist diese Tendenz vor allem aus den Stücken The Musical Box und The Fountain of Salmacis vom Album Nursery Cryme. Supergroups. Als Supergroups bezeichnet man Bands, die sich aus bekannten ehemaligen Mitgliedern anderer erfolgreicher Bands zusammensetzen. Die Tendenz zur Bildung solcher Gruppen ist im Progressive Rock besonders ausgeprägt. Einige bekannte Supergroups des Genres sind Emerson, Lake & Palmer, die 1977 aus Bill Bruford (später Terry Bozzio), Allan Holdsworth, Eddie Jobson sowie John Wetton gegründete Band U. K., Transatlantic, A Perfect Circle, Liquid Tension Experiment, Office Of Strategic Influence oder die gesamte Canterbury-Szene, in der die Mitglieder der einzelnen Bands häufig untereinander ausgetauscht werden. Bedeutung visueller Künste. Zahlreiche Alben des Progressive Rock sind mit kunstvollen Covern gestaltet, welche mit experimentellen Fotografien oder Grafiken aufwarten. Vorreiter waren hier die Beatles mit ihrem Album Sgt. Pepper's Lonely Hearts Club Band, auf dem eine Collage von 70 bekannten Persönlichkeiten abgebildet war. Bekannt für visuelle Effekte ist auch die Band Pink Floyd: Neben einer Lightshow bei ihren Konzerten sind auch die Alben kunstvoll gestaltet. Als Beispiele können die Alben Dark Side of the Moon und Animals dienen. Auch Emerson, Lake & Palmer bzw. Yes, v.a. charakterisiert durch ihre Zusammenarbeit mit H. R. Giger bzw. Roger Dean, arbeiten mit kunstvollen Covern, auf denen oft kryptische Grafiken oder phantastische Landschaften abgebildet waren.

Spielarten des Progressive Rock

Im Laufe der Geschichte des Progressive Rock haben sich zahlreiche Subkategorien gebildet. Die wichtigsten Stilrichtungen sollen hier kurz anhand ihrer wichtigsten Eigenschaften und ihrer Hauptvertreter vorgestellt werden. AOR - Adult orientated Rock: Unter AOR (zu deutsch: »Rockmusik für Erwachsene«) versteht man eine melodische, gitarrenorientierte Variante der Rockmusik in den 80er Jahren. Er zeichnet sich vor allem durch dichten Harmoniegesang aus, aber durch einen Hang zum Perfektionismus und einen gewissen Bombast in den Produktionen. Der AOR steht in enger Beziehung zum Melodic Rock. Zu den wichtigsten Bands des Genres zählen The Alan Parsons Project (spätere Alben), Asia, Saga, Journey und Survivor. Survivor Artpop: Als Artpop (zu deutsch: »Kunst-Pop«) bezeichnet man Popmusik mit einem künstlerischem und progressiven Anspruch. Dieses Musikrichtung erweitert die einfachere Popmusik um musikalisch komplexere Teile und einen gewissen künstlerischen Anspruch, der sich auch im Gesamtbild (Albengestaltung, Konzerte, etc.) der Musiker dieses Genres niederschlägt. Zu den wichtigsten Artpop-Vertretern zählen Peter Gabriel, Tori Amos und David Bowie. Artrock: Ähnlich wie der Artpop erweitert der Artrock die Rockmusik um künstlerische und progressive Aspekte. Im Gegensatz zum Artpop greift der Artrock bei der Instrumentierung hauptsächlich auf die herkömmliche Besetzung einer Rockband aus Gitarre, Bass und Schlagzeug zurück. Beim Artpop hingegen stehen oft elektronische Instrumente wie Synthesizer oder Sampler im Vordergrund. Dem Artrock wird zudem ein Hang zum Perfektionismus nachgesagt. Zu den Hauptvertretern zählen 10cc, Barclay James Harvest, spätere The Alan Parsons Project (frühere Alben), Pink Floyd und Supertramp. Canterbury: Unter Canterbury versteht man eine eng mit dem Jazz verbundene Variante des Progressive Rock. Namensgebend war das englische Canterbury. In dessen Umfeld bildeten sich die typischen Bands des Genres. Stilprägend neben starken personellen Wechseln und Verbindungen zwischen den einzelnen Bands ist der englische Humor in der Musik und den Texten des Canterbury. Zu den wichtigsten Bands zählen Soft Machine, Caravan, Henry Cow und Quiet Sun. Krautrock: Der Krautrock ist eine musikalische Entwicklung aus Deutschland in den späten 60er und frühen 70er Jahren. Die Krautrock-Szene umfasst mehrere unterschiedliche und eigenständige musikalische Strömungen, deren stilbildende Merkmale experimentell-schräger (vgl. Jazzrock), spacig-psychedelischer (vgl. Spacerock) oder elektronischer (vgl. Elektronische Musik) Natur sein können. Der Begriff Krautrock kommt von der englischen umgangssprachlichen Bezeichnung für Deutsche, die »Krauts«. Anfangs war der Begriff wohl als abwertende Bezeichnung gemeint. Schnell wurde er jedoch zum Markenzeichen der progressiven Pop- und Rockmusik aus Deutschland, die auch internationale Beachtung fand. Zu den wichtigsten Krautrock-Bands zählen Amon Düül, Can, Kraftwerk und Neu!. Math-Rock: Der Math-Rock bezeichnet eine im Progressive Metal verwurzelte musikalische Erscheinung der 90er Jahre. Bands des Genres sind für ihre riffdominierte Rockmusik bekannt und legen mit einer geradezu mathematischen Perfektion Wert auf ungerade Taktarten, vertrakte Rhythmen und dissonante Klänge. Als bekannteste Band des Math-Rock gilt Spastic Ink. Neo-Prog: Als Neo-Prog bezeichnet man eine »Renaissance« des klassischen Progressive Rock in den 80er Jahren. Fast alle Bands des Neo-Prog hatten die stilprägenden Bands der 70er Jahre wie Genesis, Yes oder King Crimson zum Vorbild. Die Musik zeichnet sich durch eine modernere Instrumentierung, die vom Aufkommen neuer elektronische Synthesizer und Keyboards bedingt war, und durch einfachere Kompositionen aus. Als Hauptvertreter gelten Asia, frühe Marillion, IQ, Pendragon und Saga. Progressive Metal: Der Progressive Metal ist eine aktuelle Entwicklung in der Prog-Szene seit den späten 80er Jahren. Die Bands des Genres greifen auf die Musik des Heavy Metal zurück und versehen diese mit progressiven Elementen. Der Progressive Metal zeichnet sich durch virtuoses und komplexes Spiel aus. Zu den stilprägenden Bands zählen Dream Theater, Fates Warning, Opeth und Pain of Salvation. Postrock: Der Postrock (von lat. post = nach) versucht die herkömmliche Rockmusik zu überwinden und sie entscheidend weiterzuentwickeln. Vergleichbar ist dies mit dem Wandel von der Moderne zur Postmoderne. Das Ergebnis dieses Versuchs sind meist atmosphärische, häufig überlange Stücke, in denen das typische Rock-Instrumentarium zur Erzeugung von rockuntypischen Klängen genutzt wird. Als wichtige Vertreter des Postrock sind Godspeed You! Black Emperor, Mogwai und die späten Talk Talk zu nennen. Retro-Prog: Unter dem Begriff Retro-Prog fasst man Rockbands der 90er Jahre zusammen, die sich stark an ihren musikalischen Vorbildern der klassischen Phase des Progressive Rock in den 70er Jahren orientieren und viele Stilmittel dieser Zeit neu aufgreifen und interpretieren. Zu den Hauptvertretern dieser Entwicklung zählen Spock's Beard, Änglagård, The Flower Kings, IZZ und Echolyn. RIO - Rock in Opposition: Unter RIO versteht man Kammer-Rockmusik mit Einflüssen der klassischen Avantgarde des 20. Jahrhunderts. Daher ist auch die Bezeichnung AvantProg für dieses musikalische Genre geläufig. Zu den bekanntesten Vertretern zählen Univers Zero, Art Zoyd und Present. Space Rock: Der Space Rock hat seine Ursprünge in der psychedelischen Rockmusik der späten 60er Jahre. Er versucht durch Verwendung repetitiver Muster und »spaciger« Klangfarben eine futuristische Atmosphäre zu erzeugen. Unterstützt wird die »spacige« Musik meist durch umfangreiche Lightshows bei Konzerten von Space Rock-Bands. Stilprägend waren vor allem die frühen Pink Floyd, Hawkwind und Gong. Symphonic Rock: Als Symphonic Rock wird Rockmusik bezeichnet, die sich kompositorisch stark an der klassischen Musik orientiert. Die Stücke werden oft ähnlich einer der klassischen Großformen wie Symphonie oder Suite aufgebaut. So gibt es hier z.B. musikalische Themen, die immer wieder während des Stückes aufgegriffen und variiert werden. Zu den bekanntesten Werken dieses Genres zählen das Album Close to the Edge von Yes und mehrere Stücke von Emerson, Lake & Palmer. Zappaeske Musik ist der gemeinsame Nenner der Musiker, denen es weniger um ästhetische Gesichtspunkte geht, sondern vielmehr um Gegensätze. Das kann jedoch verschiedenste Formen annehmen. Zappaesk wird es durch die Verbindung von Perfektion und Skurilität, wie sie deren bekanntester Vertreter und Namensgeber Frank Zappa vormachte. Zeuhl: Der Zeuhl ist ein Genre, welches eine große Eigenständigkeit entwickelt hat. Das wird vor allem daran deutlich, dass viele Texte in der genreeigenen Kunstsprache Kobaïanisch verfasst sind. Musikalisch zeichnet sich der Zeuhl durch rhythmusdominierten, free-jazzigen Rock mit repetitiven Strukturen und besonders theatralischem Gesang aus. Stilprägend für dieses Genre war die französische Band Magma. Anmerkung: Einige dieser Spielarten verstehen sich der Oberkategorie Progressive Rock untergeordnet und dienen einer genaueren Klassifizierung bestimmter Strömungen des Progressive-Rock-Bereichs. Beispiel: Marillion lässt sich in die Kategorie Neo-Prog einordnen, bleibt dabei aber eine Progressive Rock-Band. In anderen Fällen, etwa zwischen Progressive Metal und Progressive Rock, ist allenfalls eine stilistische Verwandtschaft nachvollziehbar, jedoch keine hierarchische Gliederung. Einige Begriffe gelten eher der Klassifizierung bestimmter Stücke als einer allgemeinen stilistischen Einordnung des Interpreten, etwa Symphonic Rock im Fall von Yes.

Siehe auch


- Liste von Progressive-Rock-Musikern
- :Kategorie:Progressive Rock
- :Kategorie:Progressive-Rock-Album
- :Kategorie:Progressive-Rock-Band
- :Kategorie:Progressive-Rock-Musiker
- Stilrichtungen der Musik
- Rockmusik
- Portal:Rockmusik

Literatur


- Horst Herold: Symphonic Jazz - Blues - Rock. Zum Problem der Synthese von Kunst- und Unterhaltungsmusik in symphonischen Werken des 20. Jahrhunderts. LIT-Verlag, Münster 1999, ISBN 3-8258-4296-7
- Kevin Holm-Hudson (Hrsg.): Progressive Rock Reconsidered. Routledge Verlag, New York/London 2002, ISBN 0815337159
- Jerry Lucky: The Progressive Rock Files. Collector's Guide Publishing, Burlington (Canada) 1998, ISBN 1-896522-10-6
- Macan, Edward L.: Rocking the Classics: English Progressive Rock and the Counterculture. Oxford University Press, New York/Oxford 1997, ISBN 0-19-509888-9. (Analysiert den progressiven Rock unter Verwendung der Werkzeuge klassischer Musiktheorie und Soziologie. Mit ausführlichen Analysen der Stücke Tarkus, Close to the edge und anderer.)
- Joe Benson: "Uncle Joes Record Guide:Progressive Rock" J Benson Umltd 2005 ISBN 094303115X

Weblinks

Deutschsprachige Weblinks


- [http://www.babyblaue-seiten.de/index.php?content=general&page=prog2&left=faqnav&top=faq&faqnav=1 Was ist Progressive Rock?]
- [http://www.babyblaue-seiten.de/ Babyblaue Seiten] - Prog-Review-Enzyklopädie der [progrock-dt]
- [http://www.progressive-newsletter.de/ Progressive Newsletter: Deutsches Print-Magazin mit CD-Kritiken und der weltgrößten Prog-Link Liste]
- [http://www.suppersready.de/ Supper's Ready - Rezensionen klassischer Prog-Alben]
- [http://www.progbibliography.de/ The Progressive Rock Bibliography] (umfangreiches Verzeichnis von Artikeln und Büchern zum Thema Progressive Rock)
- [http://members.aol.com/ngc1234/ Essay über Progressive Rock von Arne Schäfer (Menüpunkt »Essay«)]
- [http://www.taz.de/pt/2005/10/10/a0150.nf/text Essay von Arno Frank in der taz vom 10. Oktober 2005 zu Geschichte und Gegenwart des Prog-Rocks]

Englischsprachige Weblinks


- [http://www.gepr.net/ New Gibraltar Encyclopedia of Progressive Rock]
- [http://www.dprp.net/proghistory/index.php DPRP - Chronologischer Überblick über die Geschichte des Prog-Rocks]
- [http://www.progarchives.com Progarchives]: z.T. ausführliche Besprechungen von Hunderten von Prog-Rock-Bands (Biographie, Diskographie, Reviews, Ratings etc.) daneben Forum und viele weitere Informationen über progressive Musik
- [http://acidrago.club.fr/ad2.htm Acid Dragon magazine]
- [http://www.yesworld.com/ctte_covach/Close_to_the_Edge.html Umfangreiche Ausarbeitung zum Stück Close to the Edge von Yes]
- [http://www.musearecords.com/ Musea: Progressive rock label] Kategorie:Musikgenre Kategorie:Rock ! ja:プログレッシブ・ロック

Artrock

Artrock (zu deutsch: Kunst-Rock) ist eine Stilrichtung der Rockmusik, die eng mit dem Progressive Rock verwandt ist. Die Grenzen zwischen diesen beiden Stilrichtungen sind fließend und umstritten. Ein Unterscheidungsmerkmal ist, dass der Artrock eine größere Zahl an Bands umfasst. Auch Bands, die streng genommen keinen Progressive Rock spielen, aber progressive Elemente in ihr musikalisches und textliches Konzept aufgenommen haben, können zum Artrock gezählt werden. Genauer bezeichnet ist Artrock eine Musikrichtung, der zahlreiche Bands zwischen 1969 und 1977 zuzuordnen sind. Komplexes Songwriting, oft überlange Stücke, nicht selten bis zu 20 Minuten Länge, ausgedehnte Instrumental- bzw. Soliteile, akustische Effekte aller Art und der ausgeprägte Hang zu Konzeptalben charakterisieren diesen Musikstil. Artrock kann man als Versuch verstehen, die Pop- und Rock-Musik der 1960er Jahre zu einer Kunstmusik vergleichbar mit der klassischen Musik zu entwickeln. Als Begründer des Artrock gilt die Band Yes. Die Wurzeln des Artrock sind in den späten 1960er Jahren zu suchen. Dabei sind Konzeptalben der Beach Boys und Beatles eben so einflussreich gewesen, wie die anspruchsvolle, bluesinspirierte Liedermacher-Musik von Procol Harum, Inspirationen durch den Psychedelic Rock der frühen Pink Floyd, die Verbindung von Rock und Klassik durch The Moody Blues, instrumentale Virtuosität von Cream und Jimi Hendrix und kapriziösen Ungestüm von the Move. Eine in Deutschland entstandene Spezialvariante des Artrock wird als Krautrock bezeichnet. Für diesen ist (gegenüber dem britischen Artrock) vor allem kennzeichnend, dass er fast gänzlich frei von Einflüssen des Blues ist und die Musiker frühzeitig und intensiv mit den Mitteln der elektronischen Musik arbeiteten. Neben Kraftwerk, Tangerine Dream und Klaus Schulze waren es vor allem Can, die den Krautrock rückblickend als die innovativste Form des Artrock erscheinen lassen. Weite Teile der Musik der späten 1980er und 1990er Jahre wie Techno oder Drum and Bass sind ohne den Pionierarbeit des Krautrock nicht denkbar. Wichtige Vertreter des Artrocks:
- Pink Floyd
- Brian Eno
- Jethro Tull
- Queen
- Wishbone Ash
- Gong (Band)
- Kayak
- Styx
- Rush
- Kansas
- Syqem Kategorie:Progressive Rock

Top of the Pops

Top of the Pops ist eine internationale Musikshow für Jugendliche. Das Konzept stammt von der BBC aus England. Es werden überwiegend aktuelle Charts aus dem Bereich Pop und Rock vorgestellt (Mainstream). In Deutschland wird die Sendung auf RTL mit Moderator Ole Tillmann und wechselnden prominenten Co-Moderatoren ausgestrahlt. Es wird auch eine gleichnamige Zeitschrift angeboten (Fotos und Poster, Interviews mit den Stars, Hintergründe und Liedtexte).

Weblinks


- [http://www.bbc.co.uk/totp/ Offizielle „Top of the Pops“-Webseite bei BBC] (englisch)
- [http://www.totp.de Offizielle deutsche "Top Of The Pops"-Webseite]
- [http://www.bbc.co.uk/cgi-bin/totpperf/search.pl?attribute=artist&name=sweet&type=totp2&offset=0&mode=quick&dosubmit=1&image2.x=49&image2.y=5/ Alle Interpreten und Songs bei "TOP OF THE POPS" seit 1964] Kategorie:Fernsehsendung

David Bowie

David Bowie (
- 8. Januar 1947 im Londoner Stadtteil Brixton; eigentlich David Robert Jones) ist ein britischer Musiker.

Biografie

Frühe Jahre

David Robert Jones sammelte schon Mitte der 1960er Jahre Erfahrungen als Sänger und Musiker in verschiedenen Bands wie den Manish Boys oder den Lower Third. 1967 arbeitete er kurz mit dem britischen Pantomimen Lindsay Kemp zusammen, dessen Einfluss sich in den folgenden Jahren in Bowies Bühnenshows zeigen würde. Der damals noch schüchterne und eher unscheinbare David Jones begann, seine Hemmungen abzulegen und entwickelte damit die Grundlagen, die ihn wenige Jahre später zum Superstar werden ließen. Sein 1967 erschienenes Debütalbum "David Bowie" enthält teilweise skurrile Songs, die mehr nach Music Hall als nach Rock and Roll klingen. Dass er sich mit diesem Material nicht neben den Beatles, Rolling Stones oder anderen Größen dieser Zeit durchsetzte, kann einen kaum verwundern. Trotzdem bietet David Bowie einige sehr gute Lieder, die sich durch Ironie (We Are Hungry Men, Please Mr. Gravedigger) und gekonnte Interpretation auszeichnen. Starthilfe bekommt er von seinem Freund und leidenschaftlichen Rivalen Mark Feld alias Marc Bolan, der ihn mit dem Manager und späteren Produzenten Tony Visconti bekannt macht. 1969 brachte den ersten kommerziellen Durchbruch. Die Weltraumballade Space Oddity machte Bowie einem breiteren Publikum bekannt. Die Musik klang noch sehr nach Folk, aber die Produktion von Gus Dudgeon lieferte bereits einen Ausblick auf das, was kommen würde. Der Song weist textliche Referenzen zu dem Stanley Kubrick-Film 2001: Odyssee im Weltraum auf, und schließlich landeten die Amerikaner in diesem Jahr auf dem Mond. Das nachfolgende Album "Man of Words, Man of Music" fand aber nicht den erwarteten Zuspruch. Fortan sollte David Bowie sein Image oft ändern und seine Musik immer nach allen Seiten für Einflüsse und Neuerungen offenhalten. David Bowie stieg zu einem der erfolg- und einflussreichsten Rockmusiker aller Zeiten auf. 1970 tritt David Bowie mit der Band „The Hype“ auf, was aber nur ein kurzes Intermezzo ist. Erwähnenswert ist das Konzert im legendären Chalk Farm Roundhouse; bei diesem Konzert schlüpft David in seine erste Rolle als "Rainbowman". Zusammen mit Marc Bolan nimmt David im selben Jahr zwei Songs auf: "The Prettiest Star" und "London By Ta Ta".

Durchbruch

Mit The Man Who Sold The World folgte 1971 ein radikaler musikalischer Wechsel. Das Album enthielt zwar keine Hits, aber dafür gekonnt inszenierten Hard Rock mit textlichen Anleihen bei Science Fiction, Buddhismus und Mystik. Auf dem Cover zeigte er sich in einem Damenkleid. Bowie spielte zum ersten Mal die bisexuelle Karte, und es sollte sich auszahlen. 1972 holte Bowie zum großen Schlag aus: Mit dem Album The Rise And The Fall Of Ziggy Stardust And The Spiders From Mars und anschließender Welttournee, die bis in das Jahr 1973 dauerte, wurde er weltweit bekannt. Auf der folgenden Diamond Dogs-Tour präsentierte er sich als Zwitterwesen - halb Mensch, halb Fabelwesen. Beeinflusst durch seinen USA-Aufenthalt entsteht 1975 das Album Young Americans, in dem sich Bowie zu den Wurzeln der Musik bekennt, die ihn schon als jungen Mod faszinierte, dem schwarzen Blues, Rhythm & Soul. Plötzlich erschien Bowie im Maßanzug als Sinatra-Verschnitt. Auf dem Album enthalten ist Bowies erster Nummer-Eins-Hit in den USA: "Fame": Ein Song, den Bowie mit einem der wohl bedeutendsten Musiker des zwanzigsten Jahrhunderts in einer Session im "Electric Ladyland" in New York aufnahm - John Lennon. Eher durch Zufall kam dieser Song doch noch auf die Platte. Nach dem Album übernahm David Bowie 1976 die Hauptrolle in dem Science-Fiction Film The Man Who Fell To Earth von Nicolas Roeg, in dem er eine ihm oft angedachte Rolle spielte, einen Außerirdischen. Danach ging es wieder ins Studio nach L.A., wo das Album Station To Station produziert wurde. Wo es Höhen gibt, folgen schnell Tiefen und Täler, und auch d