Glasgow
Glasgow ist mit 629.501 Einwohnern (2001) Schottlands größte Stadt und kommt mit den Vororten sogar auf über eine Million. Sie liegt im Südwesten des Landes am Fluss Clyde, an der Westküste Schottlands. Das Stadtzentrum liegt bei ca. .
Glasgow ist Standort von Schiffbauindustrie und gilt als „Arbeiterstadt“ – im Gegensatz zu Edinburgh, der Hauptstadt Schottlands.
Glasgow hat eine Kathedrale aus dem 12. Jahrhundert und drei Universitäten (University of Glasgow, University of Strathclyde und Glasgow Caledonian University) sowie die Glasgow School of Art.
Wichtige Museen in Glasgow sind das Kelvingrove Art Gallery and Museum, die Hunterian Art Gallery (an der University of Glasgow) und die Burrell Collection. Letztere geht auf die Privatsammlung von William Burrell zurück, der sie der Stadt vermachte.
Geschichte
Stadtgründung
Seit Jahrtausenden haben Menschen an der Stelle des heutigen Glasgow gesiedelt, wobei der Clyde eine optimale Gelegenheit zum Fischfang bot. Später besiedelten die Römer den Ort und errichteten um 140 v. Chr. den Antoninuswall, dessen Reste heute noch in Glasgow zu sehen sind, um das römische Britannien vom keltischen und piktischen Caledonia zu trennen.
Glasgow selbst wurde vom christlichen Missionar Sankt Mungo (auch bekannt als Sankt Kentigern) im 6. Jahrhundert gegründet. An der Stelle der heutigen Kathedrale errichtete er eine Kirche, und in den folgenden Jahren wurde Glasgow zu einem religiösen Zentrum. Die Sankt Mungo zugesagten Wunder finden sich noch heute auf dem Stadtwappen.
Die Kathedralenstadt
Die Geschichte Glasgows ist vage, bis es im 12. Jahrhundert zur Stadt angewachsen war, und mit dem Bau der Kathedrale begonnen wurde.
1451 wurde die Universität zu Glasgow durch päpstliches Dekret gegründet. Anfang des 16. Jahrhunderts war Glasgow zu einem bedeutenden religiösen und akademischen Zentrum gewachsen.
Handel und die industrielle Revolution
Ebenfalls zu dieser Zeit waren die Händler und Facharbeiter der Stadt an erheblichen Einfluss gelangt, was die Macht der Kirche zu schmälern begann. Durch den Schiffsverkehr über den Clyde wurde Glasgow zu einem idealen Handelszentrum, sowie zum Tor nach Edinburgh und dem Rest Schottlands.
Glasgows Position im Zentrum des British Empires machte es darüber hinaus zum zentralen Umschlagplatz im Handel mit den britischen Kolonien. Der leichte Zugang zum Atlantischen Ozean erleichterte den Import von amerikanischem Tabak, der dann in ganz Europa verkauft wurde. Handel mit der Karibik erlaubte den Import von Zucker.
Seit den 1770er Jahren ermöglichte die Entschlammung des Clyde, größere Schiffe weiter den Fluss hinunter zu fahren, was den Grundstein für den Industrie- und Werftbau während des 19. Jahrhundert legte.
Durch den Überfluss an Kohle und Eisen aus Lanarkshire wurde Glasgow eine Industriestadt, die den Beinamen 'die zweite Stadt des Empire' erhielt. Auch die Baumwollindustrie und Textilherstellung florierte. Arbeiter aus Schottland, Irland und dem Rest Europas zog es in die aufstrebende Stadt.
Durch die industrielle Revolution wurde Glasgow zu einer der reichsten Städte der damaligen Welt. Wohlhabende Händler finanzierten spektakuläre Bauten, Parks, Museen und Bibliotheken.
Fabriken wurden als wahre Prachtbauten errichtet, so zum Beispiel eine Teppichfabrik (Templeton's carpet factory), die als Kopie des Dogen Palastes von Venedig errichtet wurde.
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Glasgow wurde auch kulturell zu einem wichtigen Zentrum. Zahlreiche Galerien siedelten sich an, und außergewöhnliche Gebäude entstanden, wie die Glasgow School of Art, erbaut von Charles Rennie Mackintosh.
Abstieg und Nachkriegszeit
Nach dem Ersten Weltkrieg litt Glasgow am weltweiten Niedergang der Wirtschaft. Obwohl weiter Schiffe und Züge in Glasgow produziert wurden, machten preiswerte Arbeiter der Stadt Konkurrenz. Die Lage der Arbeiterklasse in der Stadt verschärfte sich, die Politisierung und das Bewußtsein über die Situation nahm zu. So entsandten die Glasgower Arbeiter eine ganze Brigade zur Unterstützung der spanischen Republik.
Arbeiterklasse
In den 1960er Jahren ging es mit der Wirtschaft der Stadt steil bergab. Trotz Schiffsneubauten wie der Queen Elizabeth 2 wurde eine Werft nach der anderen geschlossen. Zur Jahrtausendwende existierten nur noch zwei Werften, die beide ausschließlich aus Rüstungsaufträgen der Regierung finanziert wurden.
In den 1970er und 1980er Jahren wurden Stahlwerke, Kohleminen, Motorwerke und andere Schwerindustrie in und um Glasgow geschlossen, was zu Massenarbeitslosigkeit und Zerfall der Stadt führte. Seit Mitte der 1980er Jahre gibt es jedoch einen beschwerlichen Aufschwung – ein Finanzdistrikt wurde geschaffen, und die ehemaligen Fabrikgelände in den Vororten werden von der Unterhaltungsindustrie bezogen. Kritiker dieser Entwicklung bezweifelten allerdings, ob eine solche reine Service-Industrie langfristig Bestand haben kann.
Das moderne Glasgow
Seit den 1990er hat sich Glasgow kontinuierlich von seinem Niedergang erholt.Die Stadt hat in den vergangenen 15-20 Jahren große Summen investiert zur Renovierung und Restaurierung einer Vielzahl von Gebäuden. Der Aufwand hat sich rasch ausgezahlt: Die Lebensqualität in der Stadt ist um ein Vielfaches gestiegen. 1990 wurde Glasgow überraschenderweise schon die 6. Europäische Kulturhauptstadt (nicht London oder Edinburgh), und erhielt 1999 den Architektur- und Designpreis. 2003 wurde Glasgow Europäische Sporthauptstadt. War die Stadt früher als schmutzige Arbeiterstadt verschrieen, die vom Ruß der Fabriken buchstäblich schwarz geworden war, so ist sie heute bekannt für ihren kulturellen und künstlerischen Reichtum. Glasgow hat ein modernes Kultur- und Kongresszentrum. Dort gibt es zahlreiche unterschiedliche Veranstaltungen, unter ihnen solche wie der Science-Fiction-World-Con „Intersection“ 1995 und „Interaction“ vom 4. bis 8. August 2005 mit etwa 4000 Teilnehmern. Tourismus, Sportveranstaltungen und große Konferenzen prägen das Bild des modernen Glasgow.
Ein besonderes Augenmerk kann in Glasgow auf die Vielfalt der Museen gelegt werden, die fast alle ohne Eintrittsgebühren zu besichtigen sind. Eine Ausnahme bildet z. B. das [http://www.glasgowsciencecentre.org Science Center], das einen Eintrittspreis von 6.95 Pfund/Erwachsenen erhebt.
Weiterhin bietet sich Glasgow mit hervorragenden Malls als Einkaufsstadt an und genießt inzwischen den Ruf, nach London, die zweitbeste Einkaufsstadt Großbritanniens zu sein.
Insgesamt lässt sich die gestiegene Lebensqualität auch an den gleichfalls (stark) gestiegenen Wohnungspreisen für Miete und Kauf ablesen. Glasgow ist damit nicht nur eine der attraktivsten, sondern leider auch eine der teuersten Städte Großbritanniens geworden.
Söhne und Töchter der Stadt
- Gordon A. Craig, Historiker und Schriftsteller
- Maggie Bell, Rocksängerin
- Sir James George Frazer, Ethnologe
- Jim Kerr, Leadsänger und Songwriter der Simple Minds
- Sir John Macdonald, erster Premierminister von Kanada
- Kelly Macdonald, schottische Schauspielerin
- Charles Rennie Mackintosh, Architekt, Graphiker und Maler
- Alistair MacLean, schottischer Thriller-Autor
- Justin Currie und Ian Harvie, Gründer der Rockband Del Amitri
- Die Mitglieder der Rockmusikgruppe Franz Ferdinand
- Laut Don Rosa Dagobert Duck
siehe auch: Liste der Söhne und Töchter aus Glasgow
Weblinks
- Stadtverwaltung - [http://www.glasgow.gov.uk/ Glasgow City Council website]
- Touristeninformationen Glasgow und Umgebung - [http://www.seeglasgow.com/ Official Tourist Board Website]
- [http://wikitravel.org/de/Glasgow Reiseinfos zu Glasgow] auf Wikitravel
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Kategorie:Unitary Authority (Schottland)
Kategorie:Ort mit Seehafen
ja:グラスゴー
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Clyde (Fluss)Clyde, River Clyde, (gälisch: Cluaidh) ist einer der großen Flüsse in Schottland. Der Clyde ist mit 176 km der zehntlängste Fluss in Großbritannien und der drittlängste in Schottland. Am Clyde liegt Glasgow, die größte Stadt Schottlands. Der Clyde hatte für die Schiffahrt und den Schiffbau des Vereinigten Königreichs lange eine große Bedeutung.
Verlauf
Der Clyde entspringt in Lowther Hills in South Lanarkshire. Der Clyde entsteht aus dem Zusammenfluss der beiden Flüsse Potrail Water und Daer Water.
Wirtschaftliche Bedeutung
Im Zeitalter der Industriellen Revolution waren der Clyde und der Hafen von Glasgow von großer Bedeutung für den Handel mit Nordamerika. So wurde der Clyde im 18. Jahrhundert wichtiger Umschlagsplatz für Tabak und Baumwolle. Nachdem der Handel abflaute, übernahm der Schiffbau den höchsten Stellenwert zusammen mit der Stahlindustrie. Während des Zweiten Weltkrieges erlitten die Werften durch deutsche Bombenangriffe schwere Schäden. Im Zuge allgemeiner Rezession begann nach dem Krieg auch am Clyde der Niedergang des Schiffbaus, so dass die meisten Werften schließen mussten. Die Folge war in den 1960ern und 70ern ein dramatischer Anstieg der Arbeitslosigkeit. 1967 lief mit der Queen Elizabeth 2 das letzte am Clyde gebaute Passagierschiff vom Stapel. Heute exisitieren noch zwei Werften in Govan und Scotstoun, die beide zum Rüstungskonzern BAE SYSTEMS gehören. Dort werden unter anderem die Lenkwaffenzerstörer der Daring-Klasse sowie die Landungsschiffe der Bay-Klasse gebaut.
Clyde
Clyde
Schiff
]
Funktion
Ein Schiff ist jedes größere Wasserfahrzeug (Abgrenzung zum Boot bei Boot), das nach dem Archimedischen Prinzip schwimmt.
Schiffe werden auf Werften gebaut (siehe Schiffbau). Nach Fertigstellung des Rumpfes wird das Schiff mit dem Stapellauf zu Wasser gelassen, erst dann erfolgt die endgültige Ausrüstung. Die erste Fahrt eines Schiffes wird als Jungfernfahrt bezeichnet. Die Reparatur von Schiffen erfolgt insbesondere in Trockendocks und Schwimmdocks.
Schiffe sind das wichtigste Transportmittel sowohl für Massengut als auch für Stückgut. Letzteres wird heute vor allen in Containern auf Containerschiffen transportiert. Die größten Schiffe sind Öl-Tankschiffe, die bis über 560.000 tdw (Schiffsladekapazität in englischen "tons"; 1 ton = 1,016 t) DW (engl. deadweight = Tragfähigkeit) oder ca. 100.000 Bruttoregistertonnen messen können.
Die Passagierschifffahrt steht seit den 60er Jahren zunehmend der Konkurrenz des Flugverkehrs gegenüber und verlagert sich vom reinen Transportmittel mehr zum Bereich der Erlebnisreisen.
Bei entsprechender Bauweise können Schiffe eine hohe Lebensdauer erreichen. Eines der höchsten bekannten Lebensalter erreichte das englische Schiff "Besty Canes". Es existierte bereits 1688 als König Wilhelms III. Yacht und erlitt 1827 Schiffbruch. Sie wurde nachweislich 139 Jahre alt. 113 Jahre erreichte die englische "Royal William", die am 16. März 1700 auslief und 1813 demontiert wurde. Im November 2004 wird die "Cutty Sark" 135 Jahre alt. Sie ist der einzige verbliebene Klipper und befindet sich im Trockendock zu Greenwich, London, England. 28 Jahre älter ist die "Charles W. Morgan" von 1841. Sie ist das einzig erhaltene Walfangsegelschiff, benannt nach Charles Waln Morgan, ihrem Haupteigner. Ursprünglich als Vollschiff in New Bedford, MA (Massachusetts), aus Holz erbaut, wurde sie 1867 zur Bark umgeriggt und stand 80 Jahre in Dienst. Heute ist sie als Museumsschiff in Mystic, CT (Connecticut{|
|Geschwindigkeit
|Schiff
|-
|6,7 Knoten
|Raddampfer Sirius, 1838, Großbritannien
|-
|kurzzeitig 11 Knoten
|Rennruderboot (Achter; siehe Rudern)
|-
|ca. 15 Knoten
|Flying-P-Liner Potosi, 1902, Deutschland
|-
|ca. 18 Knoten
|Klipper um 1870
|-
|18,5 Knoten
|Flying-P-Liner Preussen, 1904, Deutschland
|-
|über 20 Knoten
|Wettkampf-Segelyacht
|-
|ca. 27 Knoten
|Containerschiff, 2004
|-
|ca. 25-28 Knoten (unter Wasser)
|U-Boot
|-
|ca. 28-32 Knoten (unter Wasser)
|AtomU-Boot
|-
|34,5 Knoten
|Passagierschiff United States, 1952, USA
|-
|41,28 Knoten
|Doppelrumpf-Fähre Cat Link V, 1998, Dänemark
|-
|ca. 48 Knoten
|Tragflächenboot
|-
|{{
Kathedrale
Die Kathedrale, genauer Kathedralkirche (von griechisch/lateinisch: ecclesia cathedralis, im deutschsprachigen Raum oft auch als Dom bezeichnet) ist die Kirche eines Bischofssitzes. Der Stuhl (griechisch kathedra) des Bischofs steht in ihr an hervorgehobener Stelle. Kathedralen sind meist eindrucksvoll gestaltete Kirchengebäude. Obwohl der Begriff meist eine Funktionsbezeichnung beschreibt, kann er auch kunstgeschichtlich ausgelegt werden. Im Allgemeinen wird der Begriff meist so aufgefasst, dass es sich bei einer Kathedrale um eine „Bischofskirche“ handelt, die „Träger der führenden Gedanken der abendländischen Baukunst“ ist (Hans Jantzen). Es gibt auch eine kunstgeschichtliche Definition, wonach man „unter Kathedralen die Hauptkirchen des gotischen Baustils“ versteht (Adolf Adam). Den künstlerischen und bautechnischen Höhepunkt erfuhren die Kathedralen in der Gotik. Den Begriff der "Kathedrale" gebraucht man deshalb auch meistens im Zusammenhang mit der Gotik.
Kirchengebäude
Die Verwendung der Bezeichnung ecclesia cathedralis taucht erstmalig auf dem Konzil von Tarragona 516 auf. Als eine bedeutsame Kirche nannte man sie auch ecclesia maior (große Kirche). Als Hauptgotteshaus eines Bezirkes hieß die Kathedrale schließlich lateinisch Domus Dei (Haus Gottes), woraus sich der deutsche Name Dom und das italienische Duomo ableiten. Eine seltenere und missverständliche Bezeichnung für die Kathedrale ist Mutterkirche, wie die Kathedrale von Rom, die Lateranbasilika, bezeichnet wird.
Gelegentlich kommt es vor, dass eine Kirche ihrer Bedeutung wegen als Dom bezeichnet wird, obwohl sie keine Bischofskirche ist. Ein Beispiel ist der Petersdom oder der Frankfurter Kaiserdom St. Bartholomäus, welcher von 1562 bis 1792 Schauplatz von 10 Kaiserkrönungen war, aber niemals Bischofssitz. Weitere Beispiele hierfür sind unter anderem der Altenberger Dom in Odenthal, der Braunschweiger Dom St. Blasius in Braunschweig, der Wetzlarer Dom St. Maria zu Wetzlar, der St. Patrokli-Dom im westfälischen Soest, der Zwickauer Dom in Zwickau.
Im Fall des Wormser Doms leitet sich die Bezeichnung daraus ab, dass Worms bis zur Säkularisierung 1803 Bistumssitz war. Der ursprüngliche Bischofssitz des Münchner Erzbistums war der Freisinger Dom, der darum heute als Conkathedrale (Mitdom) bezeichnet wird, während die eigentliche Kathedrale der Münchner Dom ist, der im Volksmund jedoch immer noch Frauenkirche heißt.
Der Papst der Römisch-Katholischen Kirche verleiht einigen bedeutenden Kirchen den Titel Basilika minor. Ein Beispiel hierfür ist der Xantener Dom St. Viktor, der nie eine Kathedrale war.
Der wohl bekannteste Dom in Deutschland ist der Kölner Dom.
Als Kaiserdom werden in Deutschland der Aachener Dom, der Bamberger Dom, die Stiftskirche St. Peter und Paul in Königslutter, der Speyerer Dom, der Mainzer Dom und der Wormser Dom bezeichnet. Ursprünglich leitete sich die Bezeichnung daraus ab, dass der betreffende Dom von Kaisern erbaut wurde. Später wurden auch andere bedeutende oder sehr große Kirchenbauten als Kaiserdom bezeichnet, so etwa der Wormser Dom, an dem kein Kaiser mitgewirkt hat, oder der Frankfurter Dom, weil er Sitz der Kaiserkrönungen war.
Zuweilen werden im deutschsprachigen Raum Kathedralen auch Münster genannt.
Im Einflußbereich des französischen Kathedralenbaus der Zeit der Gotik stimmen in Europa auch gewisse Ausstattungsmerkmale überein, für den Bereich gotischer Skulptur: siehe Gleichnis von den klugen und törichten Jungfrauen.
Mitunter tragen auch Kathedralen den Titel Basilica minor und werden somit auch als "Kathedralbasilika" bezeichnet. Eine ehemalige Kathedrale oder zweite Kathedrale in einem Bistum heißt "Conkathedrale".
Siehe auch: Liste von Kathedralen und Domen
Literatur
- Sonja Ulrike Klug: Kathedrale des Kosmos. Die heilige Geometrie von Chartres. Bad Honnef 2. Aufl. 2005. ISBN 3981024516
- Uwe A. Oster: Die großen Kathedralen. Gotische Baukunst in Europa. Primus Verlag, Darmstadt 2003. ISBN 3896782401
- Adam, Adolf: Wo sich Gottes Volk versammelt. Gestalt und Symbolik des Kirchenbaus, Freiburg/Brsg. – Basel – Wien 1984.
- Jantzen, Hans: Kunst der Gotik. Klassische Kathedralen Frankreichs – Chartres, Reims, Amiens, Neuausgabe, erweitert und kommentiert durch ein Nachwort von Hans-Joachim Kunst, Berlin 1987.
- Ernst Ullmann: Die Welt der gotischen Kathedrale. Union Verlag, Berlin, 1981, ISBN 3-85063-117-6
Weblinks
- [http://www.damian-hungs.de Umfangreiche Linksammlung zu Kathedralen]
- [http://www.kunstunterricht.de/material/vtuempling/marien/ Der Dom St. Marien zu Fürstenwalde]
- [http://old.arte-tv.com/thema/cathedrales/dtext/index.html animiertes Dossier zum ARTE Themenabend mit dem Schwerpunkt Kathedralen]
- Informationen über die Kathedrale von Chartres, Geschichte usw.[http://www.chartres-heiligegeometrie.de]
Kategorie:Kirchenbau
Kategorie:Stadtbaugeschichte
ja:大聖堂
simple:Cathedral
Glasgow Caledonian UniversityDie Glasgow Caledonian University ist nach der University of Glasgow und der Strathclyde University die dritte Universität von Glasgow. Mit über 14.500 Studenten zählt Sie zu einer der größten Universitäten in Schottland.
Gegründet wurde sie am 1. April 1993 nach einer Fusion der Glasgow Polytechnic und The Queen's College, Glasgow. Aber beide Hochschulen haben eine längere Vorgeschichte. Die Urspünge von The Queen's College, Glasgow gehen zurück auf das Jahr 1875, als die Glasgow School of Cookery gegründet würde. Glasgow Polytechnic entstand in den frühen 1970er Jahren aus den Colleges of Science and Technology und den College of Commerce.
Der Schwerpunkt der Lehrtätigkeit der Universität liegt in acht Fachbereichen, den sogenannten Academic Schools:
- School of the Built & Natural Environment
- Caledonian Business School
- School of Computing & Mathematical Sciences
- School of Engineering, Science & Design
- School of Health & Social Care
- School of Law & Social Sciences
- School of Life Sciences
- School of Nursing, Midwifery & Community Health
Die Universität ist in einem modernen Campus im Zentrum der Stadt Glasgow untergebracht.
Weblinks
- [http://www.gcal.ac.uk/ Homepage der Glasgow Caledonian University]
Kategorie:Universität in Großbritannien
Universität
Burrell CollectionDie Burrell Collection ist eine Kunstsammlung mit über 8.500 Exponaten, die von dem Glasgower Unternehmer Sir William Burrell 1944 der Stadt Glasgow geschenkt wurde. Die Sammlung umfasst Wandteppiche, Glas, Keramik, Skulpturen und Gemälde aus Europa und fernöstlichen Ländern.
1983 wurde für diese Sammlung ein eigenes Museum im Pollock Country Park errichtet, einige Kilometer südlich des Glasgower Stadtzentrums gelegen. Im gleichen Park, nur 10 Gehminuten entfernt, befindet sich mit dem Pollock House eine weitere hochkarätige Kunstsammlung mit Gemälden spanischer Meister (Goya, El Greco, Murillo).
Kategorie:Kunstsammlung
Römisches Reich
Das Römische Reich (lateinisch: Imperium Romanum) war das von der Stadt Rom beherrschte Gebiet in der Zeit zwischen etwa dem 6. Jahrhundert v. Chr. und dem 5. bzw. 6. Jahrhundert n. Chr. Eine eindeutige Abgrenzung ist jedoch weder zur vorrömischen Epoche noch zum Byzantinischen Reich möglich.
Zum Zeitpunkt seiner größten Ausdehnung, zu Zeiten Kaiser Trajans, erstreckte sich das Römische Reich über die Gebiete rund um das Mittelmeer, über Gallien und große Teile Britanniens und über die Gebiete rund um das Schwarze Meer (siehe auch Bosporanisches Reich).
Das Römische Reich übte einen großen Einfluss auf die von ihm beherrschten Gebiete, aber auch auf die Gebiete jenseits seiner Grenzen aus. In der östlichen Reichshälfte mischte sich dieser Einfluss mit griechisch-hellenistischen und orientalischen Elementen, während der Westen latinisiert wurde.
Latein, die Sprache Roms, wurde zur Amtssprache des Reiches, in Teilen des Reichs blieben aber auch andere Sprachen erhalten. Aus dem Lateinischen entstanden die modernen romanischen Sprachen Europas (Italienisch, Französisch, Spanisch, Portugiesisch und Rumänisch, sowie Ladinisch und Rätoromanisch). Sehr viele Lehnwörter finden sich zudem in den germanischen und in den slawischen Sprachen.
Vor allem das Rechts- und Staatswesen in Europa ist maßgeblich vom römischen Erbe geprägt.
Geschichtlicher Überblick
Die Geschichte des Römischen Reiches lässt sich grob in folgende sechs Phasen gliedern, die im Verlauf dieses Artikels genauer beschrieben werden; zu Details siehe die entsprechenden Verweise im Artikel (Beispiel: Prinzipat):
# Königszeit (753 v. Chr.–510 v. Chr.)
# Die Zeit der Republik (509 v. Chr.–133 v. Chr.)
# Zeit der Bürgerkriege (ab 133 v. Chr.)
# Prinzipat (Römische Kaiserzeit I, ab 27 v. Chr.)
# Spätantike, in der älteren Forschung auch Dominat (Römische Kaiserzeit II, ab 284 n. Chr.)
# Untergang des Reiches im Westen und Übergang zum Byzantinischen Reich im Osten (ab 395 n. Chr., noch zur Spätantike zu rechnen)
Römische Königszeit und frühe Republik
395 n. Chr.]]
Der Stadtstaat Rom, der zuerst unter etruskischer Königsherrschaft stand (Königszeit), gewann in Italien zunehmend an Einfluss, nachdem er sich ca. 500 v. Chr. von der Herrschaft der Etrusker gelöst hatte. Zu dieser Zeit erfolgte ebenfalls die Umwandlung des ehemaligen Königreiches in die Römische Republik (Republik = res publika, die öffentliche Sache), während derer alljährlich zwei Konsuln die oberste Regierungsgewalt ausübten. Der letzte aller römischen resp. etruskischen Könige, Tarquinius Superbus (Tarquinius der Hochmütige), wurde vom römischen Volk unter der Führung von Lucius Iunius Brutus aus Rom vertrieben, weil er eine Römerin namens Lucretia geschändet hatte. Das Jahr 509 v. Chr. ist jedoch spätere Fiktion, die als Parallele zum Sturz der Peisistratiden in Athen um 510 v. Chr. gesehen werden kann. Wahrscheinlicher ist die Zeit um 475 v. Chr. Als ersten, einigermaßen festen Punkt in der römischen Geschichte kann man die Niederlegung des Zwölftafelgesetzes 451 v. Chr. sehen.
Über die römische Königszeit existieren verschiedene berühmte Legenden, die die römische Geschichte mit der Geschichte Trojas zu verknüpfen versuchen. Diese entstanden jedoch erst Jahrhunderte später.
Rom begann mit einer gezielten Expansion in Mittelitalien (Eroberung von Veji 396 v. Chr.), musste dabei aber auch schwere Rückschläge verkraften (v.a. der Galliersturm von 387 v. Chr., der psychologisch seine Spuren hinterlassen sollte, sowie mehrere Niederlagen gegen italische Volksstämme). Es folgen die Samnitenkriege (1. 343-341 v. Chr.; 2. 327-304 v. Chr.; 3. 298-290 v. Chr.) und der Latinerkrieg (ca. 340-338 v. Chr.). Rom etabliert schließlich ein weitverzweigtes Bündnissystem. So wurden Kolonien an strategisch wichtigen Plätzen angelegt und Bündnisse mit mehreren italischen Stämmen geschlossen, die jedoch nicht das römische Bürgerrecht erhielten.
Der Aufstieg Roms - Expansion in Italien und im Mittelmeerraum
Im 3. Jahrhundert v. Chr. setzte sich Rom gegen die Samniten und andere italische Stämme durch. Nach und nach fiel die gesamte Halbinsel an Rom (außer Oberitalien, welches erst später annektiert wurde). Im Süden verleibte sich die Republik um 275 v. Chr. die dortigen griechischen Stadtstaaten ein, nachdem es gelungen war, den hellenistischen Condottiere Pyrrhos von Epiros abzuwehren. Mit dieser Expansion kam Rom allerdings in Konflikt mit der bisher Rom freundlich gesonnenen Handelsrepublik Karthago (im heutigen Tunesien), was zu den Punischen Kriegen führte.
Im Ersten Punischen Krieg (264-241 v. Chr.) dehnte sich Rom nach vorherigen Spannungen auf Sizilien bis in karthagische Gebiete aus. Nachdem Karthago, solcherart provoziert, die Römer von See aus angegriffen und geschlagen hatte, baute Rom eine Flotte auf, um der Seemacht Karthago entgegentreten zu können. Nach mehreren Rückschlägen und wechselhaftem Kriegsglück gelang es Rom schließlich, besonders auf Sizilien Fuß zu fassen und die karthagische Flotte mehrmals zu schlagen. Karthago verlor fast alle seine sizilianischen Besitzungen und sann fortan auf Rache.
Im Zweiten Punischen Krieg (218-201 v. Chr.) gelang es dem genialen Strategen Hannibal beinahe, Rom in die Knie zu zwingen. Besonders die Niederlage bei Cannae (216 v. Chr.) schmerzte, die schwerste Niederlage in der römischen Geschichte, doch gelang es Hannibal nicht, das Bündnissystem Roms in Italien zu zerstören. Der römische Feldherr Scipio setzte 204 v. Chr. nach Afrika über und besiegte Hannibal 202 v. Chr. bei Zama. Karthago verlor alle außerafrikanischen Besitzungen und seine Flotte. Es war als Machtfaktor endgültig ausgeschaltet, während Rom mit seiner neuen Provinz Hispanien zunehmend an Einfluss gewann.
Der Sieg über Karthago im 1. und 2. Punischen Krieg sicherte Roms Vormachtstellung im westlichen Mittelmeer. In diese Zeit, genauer gesagt in die Zeit ab 200 v. Chr., fiel auch die Einmischung Roms in das Machtspiel der hellenistischen Großreiche. Dort waren die Großmächte nicht in der Lage gewesen, ein friedliches Zusammenleben zu erreichen. Es folgten Konflikte mit den Antigoniden, wobei Rom 200-197 v. Chr. in Griechenland intervenierte, um den makedonischen Einfluss zurück zu drängen.
Auch gegen das hellenistische Seleukidenreich führte Rom Krieg. Auf ein Hilfegesuch hin kam es 192-188 v. Chr. zum Krieg gegen Antiochos III., in welchem Rom siegreich blieb. Antiochos musste auf einen Großteil seiner Besitzungen in Kleinasien verzichten. Rom wurde damit zur De-facto-Vormacht im östlichen Mittelmeerraum. Versuche Makedoniens, die alte Hegemonie wieder aufzurichten, führten zum Krieg. 168 v. Chr. wurden die Makedonen endgültig besiegt und ihr Königreich zerschlagen, 148 v. Chr. schließlich in eine römische Provinz umgewandelt. So erging es 146 v. Chr. auch Griechenland (ab 27 v. Chr. Provinz Achaea, vorher zu Makedonien) und der neuen römischen Provinz Africa nach der Zerstörung Karthagos, welches vor dem Dritten Punischen Krieg (150-146 v. Chr.) wieder an Macht gewonnen hatte.
Pergamon wurde durch Erbvertrag 133 v. Chr. zur römischen Provinz. Gleichen Status erhielt 64/63 v. Chr. das Restreich der Seleukiden, das nicht mehr lebensfähig war und von Pompeius, der eine Neuordnung des Ostens vornahm, zur Provinz Syria gemacht wurde. Nur das schwächelnde Ägypten der Ptolemäer, welches zu einem römischen Protektorat wurde, behielt seine Unabhängigkeit, ehe es im Jahre 30 v. Chr. ebenfalls im Römischen Reich aufging.
So glänzend auch die außenpolitischen Erfolge Roms gewesen waren – im Inneren erodierte allmählich die republikanische Ordnung.
Die Revolutionszeit und die Bürgerkriege
Die Republik geriet seit der Mitte des 2. Jahrhunderts v. Chr. in eine innenpolitische Krise, die schließlich in die Epoche der Bürgerkriege mündete und mit dem Untergang der bisherigen Staatsform enden sollte. Hintergrund war zunächst der Ruf nach Reformen, vor allem im Agrarbereich. So sollte die nach den Brüdern Tiberius Gracchus und Gaius Gracchus benannte Gracchische Reform die Grundbesitzverhältnisse reformieren und den ärmeren Schichten der Bevölkerung zu Land und Einkommen verhelfen. Die Reform scheiterte allerdings am Widerstand der konservativen Senatskreise, der zugrundeliegende Konflikt blieb weiter bestehen: die Popularen und Optimaten bekämpften sich gegenseitig, um ihre jeweilige Politik durchzusetzen. Auch machten sich innere Spannungen im Bündnissystem Roms bemerkbar, sodass es 91-89 v. Chr. zum so genannten Bundesgenossenkrieg kam. Am Ende wurde das römische Bürgerrecht auch den Bundesgenossen verliehen. Im Anschluss daran kam es 88 v. Chr. zur berüchtigten "Vesper von Ephesus": Nach der Ermordung Zehntausender römischer Siedler in Kleinasien zog Rom in den Krieg gegen Mithridates von Pontos und besiegte ihn nach mehrjährigen Kämpfen.
Pontos
Diesen Ereignissen folgte der Beginn des römischen Bürgerkriegs, in dem sich wieder Popularen und Optimaten gegenüber standen (Marius, Cinna, Sulla). Sulla blieb siegreich und errichtete die Diktatur, doch hatte diese Lösung keinen wirklichen Bestand, zumal Sulla bald zurücktrat und die alten Kräfte sich wieder bekämpften. Die Krise der Republik wurde durch das (erste) Triumvirat verdeutlicht: der ehrgeizige Gaius Iulius Caesar, der erfolgreiche Militär Gnaeus Pompeius Magnus und der reiche Crassus gingen ein informelles Bündnis ein, um sich in ihren jeweiligen Interessen zu unterstützen. Nach dem Tod des Crassus in einem Feldzug gegen die Parther rangen die einstigen Freunde Caesar und Pompeius um die Macht im Staat (49-46 v. Chr.), wobei sich Pompeius auf die Seite des Senats stellte. Caesar obsiegte. Nur durch seine Ermordung wurde verhindert, dass sich die Republik in eine Diktatur verwandeln konnte.
Nach der Ermordung Caesars im Jahre 44 v. Chr. gelang es den Anhängern der Republik nicht, die alte republikanische Verfassung wiederherzustellen. In dem Bürgerkrieg, der nun wieder ausbrach, setzte sich schließlich Octavian, der spätere „Augustus“, gegen Marcus Antonius in der Schlacht bei Actium als Sieger durch (31 v. Chr.).
Die frühe und hohe Kaiserzeit (Prinzipat)
Prinzipat
Octavian zielte wie Caesar auf eine Alleinherrschaft. Doch anders als Caesar versuchte Octavian dieses Ziel nicht durch das Mittel einer außerordentlichen Diktatur zu erreichen. Octavian ließ vielmehr die alte republikanische Verfassung formal in Kraft und sicherte seine Position durch die Übernahme verschiedener Ämter, vor allem durch die Übernahme eines mehrjährigen Kommandos über wichtige Legionen. Den alten senatorischen Adel konnte Octavian zu einer Anerkennung seiner Herrschaft bewegen. Der Senat sah in Octavian keinen König, sondern den "Ersten Bürger des Staates" (Princeps). Die von Octavian begründete Verfassung, die sich in wesentlichen Punkten von der alten republikanischen Verfassung unterscheidet, nennt man deshalb auch Prinzipat. Octavian selbst erhielt im Jahre 27 v. Chr. vom Senat den Titel „Augustus“ (der Erhabene).
Das Imperium Romanum beherrschte zu diesem Zeitpunkt bereits den gesamten Mittelmeerraum. Auch der Westen und Süden Germaniens gehörte zum römischen Reich; die Expansion nach Nordosten, die unter Augustus eingeleitet worden war, wurde erst durch die Varusschlacht im Jahre 9 gestoppt. Augustus' Adoptivsohn und Nachfolger Tiberius beschränkte sich auf weitgehend defensive Maßnahmen zur Sicherung der Grenzen. Unter Claudius wurde einzig Britannien dem Reich hinzugefügt, später folgte noch Thrakien, das aber schon vorher ein von Rom abhängiger Klientelstaat gewesen war.
Mit dem Tod des als unfähig und wahnsinnig geltenden Nero, der vor allem das Militär vernachlässigte, endete 68 das julisch-claudische Haus. Dessen Nachfolge traten nach den Wirren des Vierkaiserjahres die insgesamt erfolgreich regierenden Flavier an, wobei Vespasian im Jahre 70 einen Aufstand in Judäa durch seinen Sohn und späteren Nachfolger Titus niederschlagen ließ. Nach Titus´ nur kurzer Regierungszeit trat sein Bruder Domitian seine Nachfolge an. 96 brachte diesen eine Hofintrige zu Fall - es kam zu einer Krisenzeit, welche erst unter den so genannten Adoptivkaisern überwunden werden konnte.
Die Zeit der Adoptivkaiser, die mit Nerva begann, wird allgemein als die Glanzzeit des Imperiums verstanden, sowohl kulturell als auch in Bezug auf die Machtstellung Roms. Seine größte Ausdehnung hatte das Römische Reich denn auch unter Kaiser Trajan im Jahre 117 erreicht, wobei Trajan, der als erster Kaiser aus den Provinzen stammte, als optimus princeps gefeiert wurde, als "bester Kaiser". Das Imperium erstreckte sich nun von Schottland bis Nubien in Nord-Süd-Richtung und von Portugal bis nach Mesopotamien in West-Ost-Ausrichtung. Unter dem gebildeten Hadrian, der die östlichen Eroberungen Trajans aufgab, kommt es nun zu einer inneren Konsolidierung des Reiches und zu einer zivilisatorischen, kulturellen und technischen Blüte, die die Ausbreitung des damals noch jungen, schon stark angewachsenen Christentums begünstigte.
Christentum
Um die Mitte des 2. Jahrhunderts schien das Imperium auf seinem Höhepunkt angelangt zu sein, doch traten unter Mark Aurel bereits die ersten Probleme auf (Kämpfe mit Germanen, besonders den Markomannen, und im Osten Kämpfe mit den Parthern). Das Reich kam in den folgenden Jahrzehnten nicht zur Ruhe. Von außen wurde es kriegerisch bedrängt, während im Inneren sich Zerfallserscheinungen bemerkbar machten. Nach dem Tod Marc Aurels, der gerade im Bereich der nördlichen Grenze nur vorläufige Erfolge verbuchen konnte, kam es zu einer Reihe von Krisenereignissen, zudem sein Sohn Commodus nicht in der Lage war, dem Reich Sicherheit zu geben.
Zu Beginn des 3. Jahrhunderts konnten die Severer die Lage stabilisieren. Jetzt kam es vor allem an der Ostgrenze zu schweren Kämpfen mit dem Neupersischen Reich der Sassaniden, die sich Rom als gewachsen erwiesen und den römischen Heeren eine Reihe von Niederlagen bereiten sollten. Es folgte nach dem eher unrühmlichen Ende der Severer die Reichskrise des 3. Jahrhunderts, in welcher sich die Soldatenkaiser dem Ansturm der Germanen an Rhein und Donau (besonders der Alamannen und der Goten) und der Sassaniden im Osten ausgesetzt sahen. Es kam sogar zur Abspaltung einzelner Provinzen (besonders Galliens), die aber wieder rückgängig gemacht werden konnten. 272 wurde Palmyra unterworfen, das in der Krisenzeit des Imperiums Teile der östlichen Provinzen Roms erobert hatte.
Die späte Kaiserzeit und der Beginn der Spätantike
Mit Diokletian vollzog sich 284 der Übergang in die Spätantike, die von einer stärkeren Zentralisierung und Bürokratisierung sowie dem späteren Sieg des Christentums geprägt war und die keineswegs die reine Zerfallszeit war, wie noch die ältere Forschung weitgehend meinte. Diokletian reformierte die Verwaltung und schuf die so genannte Ordnung der Tetrarchie, wonach es zwei Senior-Kaiser (Augusti) und jeweils einen Junior-Kaiser (Caesar; pl.: Caesares) geben sollte. Denn für einen Kaiser alleine war das Imperium schon längst unregierbar geworden, besonders da der Druck auf die Grenzen ständig anwuchs. Die Idee der Teilung des Herrschaftsraumes war nicht völlig neu, doch wurde sie nun konsequenter umgesetzt. Allerdings wurde der Gedanke der Reichseinheit nicht aufgegeben. In dieser Zeit wurde die Hauptstadt von Rom nach Trier, an die nördlichen Grenzen verlegt. Die letzten Christenverfolgungen fanden unter Diokletian statt.
Konstantin der Große, dessen Vater nach dem Rücktritt Diokletians und dessen Mitkaiser Maximian das Amt des "Senior-Augustus" im Westen übernahm, gab sich damit nicht zufrieden. Er beseitigte nach und nach seine Rivalen und etablierte 324 die Alleinherrschaft über das Imperium. Bedeutend wurde seine Regierungszeit vor allem aus zwei Gründen: 1) der Privilegierung des Christentums und 2) der Gründung von Konstantinopel. Der Blick des Reiches wandte sich mehr und mehr gegen Osten.
Konstantins Dynastie überlebte ihn nicht lange. Es folgten zunächst Bruderkämpfe, bis Constantius II. die Alleinherrschaft erlangte. Nach seinem Tod kam es 361 unter seinem Nachfolger Julian Apostata zu einer "Renaissance" des Heidentums, die aber nicht von langer Dauer war. Mit Julian erlosch 363 die konstantinische Dynastie.
Unter Valentinian I. wurde das Reich aus Verwaltungsgründen vorläufig und nach dem Tod Kaiser Theodosius I. endgültig geteilt. Theodosius war nach dem Tod des Valens von Valentinians Sohn Gratian als Kaiser im Osten eingesetzt worden. Es gelang ihm nach der Niederlage von Adrianopel, die eingedrungenen Goten durch Verträge wenigstens vorläufig zu binden. 394 wurde Theodosius schließlich Alleinherrscher, nachdem es im Westen zu einer Reihe von Usurpationen und Revolten gekommen war; er war der letzte Kaiser, der über das gesamte Imperium herrschen sollte. Nach seinem Tod 395 kam es unter seinen Söhnen Honorius (im Westen) und Arcadius (im Osten) zur Reichsteilung, die von da an endgültig sein sollte.
Untergang des Reiches im Westen und Behauptung im Osten
Arcadius
Das Oströmische Reich überlebte die Wirren der Völkerwanderung, vor allem, da es der ökonomisch gesündere und dichter bevölkerte Reichsteil war. Im Laufe des 5. Jahrhunderts zerfiel allmählich das Römische Reich im Westen. Eine wichtige Ursache dabei bildete die Völkerwanderung. Das Reich verlor nach der Schlacht von Adrianopel 378 zunehmend die Kontrolle über seine westlichen Provinzen. Große Teile Galliens und Spaniens gingen bis zur Mitte des 5. Jahrhunderts an die eingedrungenen Germanen (Vandalen, Franken, Goten) verloren. Vor allem der Verlust Africas an die Vandalen 435 war ein schwerer Schlag für Westrom. Der Regierungssitz war bereits um die Jahrhundertwende von Mailand nach Ravenna verlegt worden. Und selbst Italien geriet immer mehr unter den Einfluss der Germanen. 410 plünderten die Westgoten die Stadt Rom, 455 folgten ihnen darin die Vandalen (daher der Ausdruck "Vandalismus").
Es gab mehrere Gründe für den Verfall und Untergang des Römischen Reiches. Welche Prozesse letztlich zur Transformation des weströmischen Reiches in eine Reihe von germanischen Staaten führten, die spätestens seit dem 7. Jahrhundert als souverän gelten konnten, ist seit langem Gegenstand der Forschungsdiskussion. So bestand das Heer zum größten Teil nicht mehr aus römischen Bürgern, sondern aus "barbarischen" Söldnern. Die Stärke der Armee reichte zudem nicht mehr aus, um die Grenzen zu sichern. Im Inneren war die Verwaltung marode geworden, auch ein wirtschaftlicher Niedergang ist festzustellen, wenn auch nicht so dramatisch, wie noch die ältere Forschung meinte. 476 setzte der Germane Odoaker Romulus Augustulus als weströmischen Kaiser ab (letzter anerkannter Westkaiser war allerdings Julius Nepos gewesen). Odoaker sah sich selbst noch als einen "Germanen in römischen Diensten" und seine Herrschaft in Italien als Teil des Imperium Romanum unter dem römischen Kaiser in Konstantinopel.
Anders war die Lage im Osten. Dies war der "gesündere" Reichsteil, der zudem über die größeren strategischen Reserven verfügte und auch die geschicktere Diplomatie betrieb. Zudem war es Hunnen und Germanen nie gelungen, den Hellespont zu überqueren; daher blieben die reichen Provinzen Kleinasiens, Syriens und Ägyptens weitgehend unbehelligt. Die "barbarischen" Elemente in der Armee, die mit zum Untergang Westroms beigetragen hatten, wurden noch im 5. Jahrhundert zurückgedrängt und zu Beginn des 6. Jahrhunderts zum größten Teil ausgeschaltet. Obzwar es zu schweren Kämpfen mit Hunnen und Sassaniden kam, blieb das Ostreich intakt.
Unter Justinian I., dem letzten Kaiser, dessen Muttersprache Latein war, konnten die Oströmer große Teile des Westens (Nordafrika, Italien, Südspanien) zurückerobern, während sie im Orient unter großen Anstrengungen die Grenzen gegen die Perser halten konnten. Damit war der (ost)römische Kaiser noch einmal der mit Abstand mächtigste Herrscher im Mittelmeerraum, und Ostrom beherrschte den größten Teil des alten Reichsgebietes (mit Ausnahme Britanniens, Galliens und Nordspaniens). Die Wende kam Anfang des 7. Jahrhunderts, als zunächst weite Teile des Reiches zeitweilig von den Sassaniden erobert wurden. Nachdem Kaiser Herakleios den langen Krieg schließlich siegreich beendet hatte, konnte das erschöpfte Reich dem Angriff der islamischen Araber (arabische Expansion) kaum widerstehen und verlor ganz Syrien und Afrika. Herakleios brach außerdem mit der römischen Tradition, indem er statt des Titels Imperator den alten griechischen Königstitel Basileus annahm und Griechisch auch zur offiziellen Amtssprache machte.
Das Oströmische Reich mit seiner Hauptstadt Konstantinopel blieb dann zwar staatsrechtlich noch bis in das 15. Jahrhundert erhalten - und die Griechen bezeichnen sich noch heute volkstümlich auch als romoi, also Römer, aber die inneren Strukturen veränderten sich nach etwa 640 so grundlegend, dass es gerechtfertigt erscheint, von nun an von Byzanz zu sprechen.
Siehe auch:
- Römische Republik
- Prinzipat
- Römische Kaiserzeit
- Spätantike
- Der Untergang des Römischen Reiches
- Byzantinisches Reich
- Weströmisches Reich
- Liste der römischen Kaiser
Nachfolger
Das Heilige Römische Reich Deutscher Nation, das Nord- und Mittelitalien, die Niederlande, Belgien, Tschechien, Österreich, die Schweiz, Teile Frankreichs (Elsass, Lothringen, Provence), Luxemburg und Deutschland umfasste, sah sich später als Nachfolger des (west)römischen Reiches, während der russische Zar über das byzantinische Erbe ebenfalls die Nachfolge der römischen Kaiserkrone beanspruchte - die Begriffe Kaiser und Zar leiten sich beide aus dem römischen Caesar ab.
Siehe auch
- Portal und Themenliste Rom
- Ab urbe condita
- Auxiliartruppen
- Esskultur im Römischen Reich,
- Feuerwehren im Römischen Reich
- Germanisierung
- Kataphrakt
- Liste der römischen Kaiser
- Liste der römischen Könige
- Liste der römischen Konsuln
- Romanen
- Römische Bautechnik
- Römische Bestattungsrituale
- Römische Ehe
- Römische Erziehung
- Römische Kaiserzeit
- Spätantike
- Sprachen im Römischen Reich
- Römische Legion
- Römische Marine
- Römische Mythologie
- Römische Namen
- Römische Provinz
- Römische Republik
- Römischer Senat
- Römisches Recht
- Römische Vornamen
- Römische Ziffern
- S.P.Q.R.
- Tierhetzen im Römischen Reich
Literatur
Allgemein (neben Oldenbourg Grundriss der Geschichte Bd. 2-4 und vor allem der Cambridge Ancient History, 2. veränderte Aufl. ab Bd. 7, Teilband 2, The Rise of Rome to 220 B.C.):
- Alfred Heuß: Römische Geschichte. Schöningh, 2003, ISBN 3506739271 Bester (wenn auch manchmal recht knapper) Überblick zur römischen Geschichte in deutscher Sprache.
- Theodor Mommsen: Römische Geschichte. Deutscher Taschenbuchverlag, 2001, ISBN 3423590556 Geschichte Roms bis zur Ermordung Cäsars, für die Theodor Mommsen 1902 den Nobelpreis für Literatur erhielt. Wissenschaftlich allerdings vollkommen veraltet.
- Ada Gabucci: Rom und sein Imperium Sehr reich bebilderte Geschichte über die Gründung, Ausbreitung und Herrschaft. Konrad Theiss Verlag, 2005, ISBN 380621932X
Spezialisiertere Literatur:
- Hermann Bengtson: Grundriss der Römischen Geschichte mit Quellenkunde. Republik und Kaiserzeit bis 284 n. Chr.. Handbuch der Altertumswissenschaft III. 5, München 1982, ISBN 3-406-08617-9
- Klaus Bringmann: Geschichte der Römischen Republik. München 2002, ISBN 3406492924 Solide und zuverlässige Darstellung der Republik.
- Karl Christ: Geschichte der Römischen Kaiserzeit, 4. Auflage. München 2002, ISBN 3406363164 Hervorragende moderne Darstellung der Kaiserzeit bis Konstantin. Standardwerk.
- David S. Potter: The Roman Empire at bay. AD 180-395. Routledge History of the Ancient World, London u.a. 2004. ISBN 0-415-10058-5 Sehr gute Gesamtdarstellung der Zeit von 180 bis 395.
- Glen Bowersock u.a.: Late Antiquity. A guide to the postclassical World. Cambridge 1999, ISBN 0674511735. Ausgezeichneter, gut lesbarer Überblick über den aktuellen Forschungsstand zur Spätantike mit einem nützlichen Lexikonteil.
- Alexander Demandt: Die Spätantike. Handbuch der Altertumswissenschaft III. 6, München 1989, Gutes Überblickswerk. (nur noch antiquarisch, 2. Auflage in Vorbereitung; aber als inhaltlich gekürzte Ausgabe ohne wissenschaftlichen Apparat erhältlich: Geschichte der Spätantike. München 1998, ISBN 3-406-44107-6)
- Arnold H.M. Jones: The Later Roman Empire 284-602. (Erstdruck in 3 Bde., Oxford 1964) Nachdruck in 2 Bde., Baltimore 1986 Die beste aus den Quellen gearbeitete moderne Darstellung der Spätantike
Alternative Darstellungen:
- Arthur Rosenberg: Demokratie und Klassenkampf im Altertum. Fritz Erik Hoevels: Roter Leitfaden durch die römische Geschichte. Ahriman-Verlag 1997. ISBN 3-89484-810-3. Die beiden Altphilologen und Marxisten Rosenberg und Hoevels bieten eine kompakte Übersicht über die Geschichte des römischen Reiches und untersuchen die Triebfedern und Gesetzmäßigkeiten ihres Ablaufes - umstritten, wie alles aus marxistischer Feder.
Weblinks
- [http://la.wikipedia.org Die lateinische Wikipedia]
- [http://www.kirke.hu-berlin.de/vl/vlagdt.html#roem Virtual Library Geschichte - Einzelprojekte: Die Römer in Deutschland] (Ressourcen im Internet)
- [http://www.roman-emperors.org/impindex.htm De Imperatoribus Romanis - Sammlung von Kurzbiografien der römischen Kaiser, verfasst von mehreren Fachgelehrten (englisch)]
- [http://penelope.uchicago.edu/Thayer/E/Roman/home.html LacusCurtius (Umfangreiche Informationen über das antike Rom)]
- [http://gutenberg.spiegel.de/mommsen/roemisch/roemisch.htm Theodor Mommsens Römische Geschichte im Projekt Gutenberg]
- [http://www.imperiumromanum.com Projekt Imperium Romanum: Darstellung der römischen Welt auf über 1000 Seiten]
- [http://www.die-roemer-online.de/ Die Römer online]
- [http://www.gottwein.de/roge/rom_hist.php Römische Geschichte in annalistischer Darstellung]
- [http://www.imperium-romanum.ch.vu Imperium Romanum: ausführliche Seite zur römischen Geschichte]
- [http://www.antikefan.de/kulturen/Roemisch.html Geschichte des Römischen Imperium]
Romisches Reich
!
Romisches Reich
als:Römisches Reich
ja:ローマ帝国
ko:로마 제국
simple:Roman Empire
zh-min-nan:Roma Tè-kok
Antoninuswall
Der Antoninuswall ist eine Befestigungsanlage aus Stein und Rasensoden, die von den Römern quer über die schottischen Lowlands errichtet wurde.
Der Bau des Antoninuswalls dauerte von 142 bis 144 n. Chr., während der Herrschaftszeit von Antoninus Pius. Der Wall war 60 km lang und erstreckte sich von Old Kirkpatrick am Firth of Clyde bis nach Bo'ness am Firth of Forth. Der eigentliche Zweck des Walles war, den 160 km südlich gelegenen Hadrianswall zu ersetzen. Doch obwohl die Römer temporäre Kastelle und Lager errichteten, konnten sie nie die Pikten- und Kelten-Stämme besiegen. Die Römer nannten das Land nördlich des Walls Caledonia, doch man nimmt auch an, dass das moderne gälische Wort für Schottland (Alba) aus dem Lateinischen stammt.
Der Antoninuswall war im Vergleich zum Hadrianswall viel niedriger und weniger mächtig. Er war aber dennoch beeindruckend, wenn man bedenkt, dass er in nur zwei Jahren errichtet wurde, am nördlichen Ende des Römischen Reiches in einer kalten und feindlichen Umgebung. Der Wall bestand aus einem Erddamm von vier Metern Höhe und hatte einen breiten Graben auf der Nordseite und eine Militärstraße auf der Südseite. Alle zwei Meilen wurden Kastelle errichtet, insgesamt 19.
Der Wall wurde nach nur 20 Jahren aufgegeben, als sich die römischen Legionen zum Hadrianswall zurückzogen. Kaiser Septimius Severus besuchte die Grenzregion im Jahre 208 und ordnete an, die Grenze wieder zum Antoninuswall zu verschieben. Obwohl diese Maßnahme nur während fünf Jahren Gültigkeit hatte, wurde der Wall von nachfolgenden römischen Historikern als Wall des Severus bezeichnet.
Der größte Teil des Walls wurde zwar mit der Zeit zerstört, doch einzelne Abschnitte bei Bearsden, Kirkintilloch, Twechar, Croy, Falkirk and Polmont sind noch immer sichtbar.
Weblinks
- http://www.athenapub.com/antwall1.htm
- http://www.athenapub.com/britsite/hillfoot.htm
- http://www.roman-britain.org/antonine.htm
- http://www.almac.co.uk/FalkirkTCM/Rome.htm
- http://www.kilsyth.org.uk/
Kategorie:Geographie (Großbritannien)
Kategorie:Befestigungsanlage (Römisches Reich)
PiktenPikten (v. lat. picti „die Bemalten“) ist der römische Name für Stämme mit präkeltischer Kultur in Schottland. Der Name wird auf die Sitte, sich mit blauer Farbe zu tätowieren, zurückgeführt. Der Name könnte sich aber auch das "Bemalen" auf die bemalten und gravierten Stelen beziehen, die die Pikten errichteten.
Die Ursprünge der Pikten sind unklar, es scheint sich jedoch um die jägerischen Ureinwohner Schottlands nördlich der Forth-Clyde-Linie zu handeln. Sie waren vermutlich bereits seit der Steinzeit in der Gegend anwesend. Einige Historiker vermuten, sie seien die Nachfahren jener Megalithkulturen, die Callanish und andere Steinformationen erbaut und die westschottischen Inseln wegen der klimatischen Veränderungen verlassen haben. Die piktische Sprache und Kultur verschwand als die Königreiche der Pikten und Schotten 843 n. Chr. unter Kenneth McAlpine vereinigt wurden.
Bei den von den Römern als Pikten bezeichneten Stämmen handelt es sich ursprünglich nicht um ein Volk (Ethnie), sondern um verschiedene Stämme mit sich unterscheidenden kulturellen Traditionen, die jedoch angesichts der gemeinsamen Feinde (Römer, Skoten, später auch die Wikinger) politische und militärische Allianzen eingingen.
Von der Kultur der Pikten ist wenig bekannt, es sind fast nur späte Bildsteine und Stelen erhalten, die jedoch mit Schriftzeichen, teilweise in einer eigenen Sprache, und reich verzierten Ornamenten versehen sind. Ortsnamen sowie die Muster auf ihren kunsthandwerklichen Gegenständen und gravierten Steinen deuten darauf hin, dass es sich bei den piktischen Stämmen kulturell gesehen um bretonische Kelten gehandelt haben könnte. Ihre Feinde hingegen, die Skoten, waren gälische (irische) Kelten.
Die Pikten in der Geschichte
Die einzigen zeitgenössischen schriftlichen Dokumente über die Pikten stammen von den Römern, weshalb darin vor allem die Beziehungen zwischen Römern und Pikten beschrieben werden.
Begegnungen zwischen Römern und Pikten
Die ersten dokumentierten Zwischenfälle mit den Pikten ereigneten sich im 1. Jahrhundert, als die Römer die britischen Inseln nordwärts bis zu Forth und Clyde eroberten. Gegen die ständigen Überfälle durch "Caledonier und andere Pikten" ließ der römische Kaiser Hadrian im Jahr 112 eine Schutzmauer, den so genannten Hadrianswall errichten. 142 baute sein Nachfolger Antonius Pius den Antoninuswall (auf der Höhe von Forth und Clyde). Die Römer konnten den Antoninuswall aber nur bis ins Jahr 161 halten und mussten sich dann auf den Hadrianswall als offizielle Grenze zurückziehen.
Im Jahr 180 überrannten die nördlichen Stämme den Antoninuswall und fügten den römischen Kastellen im Norden großen Schaden zu. Die ständigen Aufstände der nördlichen Stämme führten dazu, dass die Römer versuchten, den Frieden mit einer "großen Summe Silber" (Cassius Dio) zu kaufen. Im Jahr 208 rief der römische Statthalter von Britannien Kaiser Septimius Severus zu Hilfe. Severus schlug die Aufständischen zwar nieder, diese revoltierten jedoch bereits 210 wiederum. Nach dem Tod von Severus überließ sein Sohn Caracalla den britannischen Norden sich selbst und kehrte nach Rom zurück. Während des restlichen 3. Jahrhunderts bildete der Hadrianswall die Grenze Britanniens. Erst im 4. Jahrhundert wurden wieder Vorfälle im Norden dokumentiert.
Die Piktischen Kriege
Von 305 an führte der römische General Constantius Chlorus eine erfolgreiche Kampagne gegen die "Caledonier und andere Pikten" und wurde dafür 315 von Kaiser Konstantin mit dem Titel Britannicus Maximus geehrt. Sein Sohn Constans führte 343 erneut Krieg gegen die Pikten. Es scheint eine Art Waffenstillstand oder Friedensabkommen daraus resultiert zu haben, denn 360 wird beschrieben, dass ein solches von den Pikten (vereint mit den Skoten von Irland) gebrochen wurde.
Immer häufiger traten Scharmützel und aggressive Auseinandersetzungen mit nördlichen Stämmen in Britannien auf. Im Jahr 364 identifiziert der römische Historiker Ammianus Marcellinus Dicalydones, Verturiones, Skoten, Attacotti und Sachsen als Stämme, die dem römischen Reich in Britannien Probleme bereiteten. Bis heute ist unklar, welche Beziehungen diese erwähnten Stämme untereinander hatten und woher sie kamen.
367 bis 369 verbündeten sich Pikten, Skoten und Attacotti zu einer "Conspiratio Barbarica" (barbarische Verschwörung) gegen die Römer. Der erfolgreiche römische General Flavius Theodosius wurde nach Britannien entsandt, um diese niederzuschlagen. Der darauffolgende Frieden dauerte jedoch nur knappe 10 Jahre. 382 überfielen Pikten und Skoten erneut die Provinz Britannia und wurden von Magnus Maximus zurückgeschlagen.
Zu Beginn ihrer Auseinandersetzungen im 1. und 2. Jahrhundert scheinen die Pikten Rom als Quelle für Annehmlichkeiten betrachtet zu haben. Nachdem sie im 2. Jahrhundert Silber dafür bekamen, dass sie ihre Überfälle einstellten, könnte es sein, dass sie - nachdem von Rom nichts mehr kam - nach Süden ausrückten, um sich militärisch von den Römern Silber und Güter zu beschaffen. Gefundene Silberschätze und Kunsthandwerk aus Silber stützen die These, dass die Pikten römische Münzen und Gegenstände einschmolzen. Eine zweite - ebenso spekulative - These für die Überfälle besagt, dass ein erhöhter Populationsdruck die Pikten zwang, sich nach Süden auszubreiten.
Zwei weitere, nicht-römische Quellen belegen die piktischen Kriege:
Ein erhaltener Brief von St. Patrick an Coroticus (einen süd-west-schottischen König) aus dem 5. Jahrhundert, in dem St. Patrick Coroticus für sein "schändliches, niederträchtiges und unchristliches" Verhalten rügt.
Der Mönch Gildas schrieb im Jahr 540 über die piktischen Kriege:
der erste von 382 bis 390 (der von Magnus Maximus niedergeschlagen wurde), der zweite von 396-98 (niedergeschlagen von Stilicho) und der dritte im Jahr 450, bei dem die Pikten von einem gewissen Agitius Thrice Consul geschlagen wurden.
Piktland nach dem Abzug der Römer
Nach Abzug der Römer werden die Quellen sehr ungenau. Die vom Mönch Gildas erhaltene Königsliste kann nicht vollständig mit anderen Quellen bestätigt werden und moderne Historiker vermuten, dass die darin beschriebenen Greueltaten von Gildas stark übertrieben, wenn nicht frei erfunden wurden.
Nachdem die Römer die Provinz Britannia verlassen hatten, drangen die Pikten weiter nach Süden vor. Im Jahr 550 wurde Bridei mac Maelcon zum "König der Pikten" gekrönt, der eine wichtige Rolle bei der Bekehrung der Pikten zum Christentum im Laufe des 6. Jahrhunderts spielte. Bridei war ein starker und dynamischer Anführer der Pikten. Er vereinte nördliche und südliche Piktenstämme und schaffte es auf diese Weise, die Skoten zu besiegen.
Nach Brideis Tod im Jahr 584 begannen die Angelsachsen unter Aethelfried, König von Northumbrien, Druck auf die Pikten auszuüben. Nachdem er die Skoten geschlagen hatte, waren Pikten und Angelsachsen Nachbarn. Erst schienen die Beziehungen zwischen den beiden Völkern positiv und friedlich abzulaufen.
Es gab sogar Heiraten unter den jeweiligen Königsfamilien. Im Jahr 668 jedoch scheint Oswiu, König von Northumbrien, sein Territorium bis nach "Piktland" ausgeweitet zu haben.
Für über 30 Jahre wurde Südpiktland von Northumbrien aus regiert. St. Wilfrid berichtet von einer piktischen Revolte aus dieser Zeit, die von Ecgfrith von Northumbrien grausam niedergeschlagen wurde: Es wird ihm nachgesagt, er hätte eine Brücke aus Piktischen Körpern über zwei Flüsse gebaut, damit seine Armee diese trockenen Fußes überqueren könne, um die verbleibende Piktische Armee niederzuschlagen. 685 jedoch schlug der Piktenkönig Bridei mac Bili Ecgfrith vernichtend und massakrierte seine Armee. Die in Piktland verbleibenden Northumbrier wurden versklavt.
706 wurde Nechton mac Derelei Anführer der Pikten. Er beendete den Konflikt mit Northumbrien und begann friedliche diplomatische Beziehungen mit den Angelsachsen. Nechton musste sich jedoch während seiner Regierungszeit immer wieder gegen Angriffe aus den eigenen Reihen behaupten. Sein Bruder Ciniod wurde vom König von Atholl ermordet.
724 dankte Nechton ab und ging ins Kloster. Seine Nachfolge war hart umkämpft, schließlich übernahm Oengus mac Fergus die Macht im Jahr 729.
Oengus konnte sich bis zu seinem Tod im Jahr 761 auf dem Thron halten. Er führte in dieser Zeit Krieg gegen die Skoten, die Iren und gegen Northumbrien.
Nach dem Tod von Oengus wird die Geschichte der Pikten wieder unklar.
Es scheint viele Scharmützel, aber auch einige gemeinsame Könige von Skoten und Pikten gegeben haben. Mitte 9. Jahrhunderts verbündete sich Kenneth Mac Alpin, König der Skoten, mit den Wikingern und schlug mit deren Hilfe die Pikten vernichtend. 843 ließ er sich zum König der Skoten und Pikten ausrufen. Die Pikten wurden ins skotische Reich eingegliedert und die beiden Kulturen scheinen ineinander aufgegangen zu sein.
Sprache
Der Ursprung und die Klassifikation der piktischen Sprache konnten bis heute nicht hinreichend geklärt werden. Mit den drei gängigen Theorien wird jeweils versucht, das Piktische als erstens keltische, zweitens nicht-keltische, aber indoeuropäische bzw. indogermanische oder als drittens nicht-indoeuropäische Sprache einzuordnen. Keines der Modelle hat bis heute eine allgemeine Anerkennung gefunden.
Inschriften auf gravierten Steinen belegen, dass die Pikten eine eigene Sprache mit vielen irisch-gälischen, aber auch britannischen Lehnwörtern sprachen. Die Anzahl und Art der nicht-gälischen Elemente macht jedoch einen nicht-keltischen, möglicherweise sogar nicht-indogermanischen Ursprung mehr als denkbar.
Für eine genaue und sichere sprachliche Untersuchung hinsichtlich Klassifikation und Sprachstruktur sind die Belege jedoch kaum ausreichend.
Religion
Kult
Auch über die Religion der Pikten ist nicht viel mehr bekannt, als was römische Historiker und christliche Mönche aufgeschrieben haben.
Es gibt jedoch keinen Grund anzunehmen, dass die Rituale der Pikten sich von denen anderer keltischer Stämme unterschieden haben.
Ziemlich sicher gab es bei den Pikten eine große Anzahl Gottheiten, auch lokale Gottheiten der Flüsse, Lochs, Wälder, Berge oder sogar Bäume oder Tiere.
Die große Anzahl von Steinen mit eingravierten Bullen, die in der Umgebung von Burghead gefunden wurde, könnte beispielsweise auf eine Art Bullenkult in dieser Gegend schließen lassen.
Ob die Pikten Menschenopfer kannten, ist umstritten. Piktische Steine aus der späteren, christlichen Periode stellen mit Menschenköpfen verzierte Bäume dar. Andere Gravuren zeigen Menschen in Kochkesseln, bei denen es sich um Opfer handeln könnte - oder jedoch um Wiedergeburt (einige prominente keltische Legenden drehen sich um den Kessel der Wiedergeburt).
Als Zentren für religiöse Kulte mögen Höhlen (Covesea, East Wmyss, Fife) oder prähistorische Steinkreise und -formationen gedient haben.
Die Piktische Kirche
Die Pikten wurden im Laufe des 5. und 6. Jahrhunderts von St. Ninian und St. Columba christianisiert.
Moderne Historiker vermuten jedoch, dass sich das Christentum in Piktland erst im Laufe des 8. Jahrhunderts endgültig durchsetzen konnte.
Bei den meisten Beweisen für eine frühe piktische Kirche handelt es sich um Steinskulpturen und -gravuren (z.B. piktische Kreuze).
Gesellschaftsstruktur
Wie andere keltische Stämme, waren auch die Pikten tribal (d.h. in Stämmen organisiert), rural (ländlich), hierarchisch und familienzentriert.
Piktland war vermutlich in sieben unabhängige Regionen (Königreiche) aufgeteilt: Fortriu (heute Strathearn und Menthieth), Fothriff (heute Fife und Kinross), Circhenn (Angus und Mearns), Fotla (heute Atholl), Catt, Ce und Fidach. Diese Regionen waren von tuaths oder derbfhines (Familienverbänden) bewohnt. Ein derbfhine bestand aus den Nachkommen eines gemeinsamen Urgroßvaters (d.h. alle Verwandten 2. Grades in der Vaterlinie). Das Land gehörte dem Familienverband und wurde gemeinsam bewirtschaftet.
Die Frauen hatten in allen keltischen Kulturen einen hohen Status - höher beispielsweise als bei den Römern und anderen zeitgenössischen Kulturen. Es gibt Hinweise von römischen Autoren, dass es bei den Pikten auch weibliche Krieger gab.
Die Gesellschaft war streng hierarchisch aufgebaut (Standesgesellschaft). An der Spitze standen erbliche oder gewählte Könige, zuunterst Sklaven und Leibeigene.
Könige
Die Königswürde war erblich. Verschiedene Quellen widersprechen sich jedoch, ob sie über die Vater- oder die Mutterlinie vererbt wurde. Die Namen der Könige (maqq oder mac, "Sohn des ...") und andere Belege deuten eher auf die Vaterlinie, wobei nicht auszuschließen ist, dass bei Erbstreitigkeiten in Ausnahmefällen die Mutterlinie zum Tragen kam.
Adel
Unterhalb der Könige standen verschiedene Grade von Adligen. Adlige waren einerseits Krieger, aber auch Berufstätige wie Poeten, Künstler, Handwerker, Rechtsgelehrte, Historiker und Musiker. Ihre Fähigkeiten erlaubten ihnen, einen höheren Stand einzunehmen, als ihnen von Geburts wegen zustand.
Freie
Der Großteil der Bevölkerung gehörte wohl zu den Freien Menschen. Freie waren Bauern und bezahlten Abgaben aus der Ernte an den König, der ihnen im Gegenzug militärischen Schutz leistete.
Leibeigene
Zuunterst in der Hierarchie waren Sklaven und Leibeigene. Sie werden im 5. Jahrhundert in dem Brief von St. Patrick an den König Coroticus erwähnt: Patrick schalt Coroticus dafür, christliche Sklaven gekauft zu haben.
Kriegskunst
Die Kriegführung und -kunst war eine der Hauptbeschäftigungen der keltischen Stämme im 1. Jahrtausend n. Chr., so auch der Pikten.
Auf vielen piktischen Steinstelen und Skulpturen werden Krieger dargestellt, sodass sich Historiker ein ziemlich präzises Bild über eine piktische Armee machen können.
Waffen
Die wichtigsten Waffen der Pikten scheinen der Speer und das Schwert gewesen zu sein.
Speere werden mit blattförmigen Spitzen dargestellt. Es gab sowohl Einhandspeere als auch Zweihandspeere, die wie Piken benutzt wurden. Die Schwerter waren aus Eisen, mit oder ohne Hörner. Griffe und Hörner waren reich verziert. Zum Schwert gehörte eine ebenfalls verzierte Lederscheide. Die Halterungen für die Schwertscheiden waren aus Metall - Silber oder Bronze - und ebenso reich verziert.
Neben Speer und Schwert scheint sich eine frühe Form der gälischen Kriegsaxt bei piktischen Kriegern größter Beliebtheit erfreut zu haben. Darstellungen zeigen, dass sie wie ein Hammer geschwungen und anschließend dem Gegner über den Kopf gezogen worden ist.
Daneben gibt es Darstellungen mit Pfeilbogen und Armbrüsten. Es ist jedoch nicht klar, ob diese von den Römern übernommenen Armbrüste nur zur Jagd dienten oder auch für den Krieg.
Rüstung
Bisher wurde von Archäologen keine typisch piktische Schutzbekleidung gefunden. Gefundene Silberhaken stammen sehr wahrscheinlich von römischen Lorica squamanta.
Römische Aufzeichnungen beschreiben jedoch die piktischen Krieger mit "Silberrüstung, Helm mit Nasenschutz und Schild".
Auf gravierten Steinen finden sich ebenfalls Hinweise auf diese Rüstungen. Auf dem Aberlemno Church Cross tragen die Pikten kleine, runde, mit Spitzen versehene Schilde und tragen offenbar steife Ledertuniken. Anführer hingegen tragen auf diesen Darstellungen Kettenhemden.
Es gab offenbar zwei verschiedene Schildarten: Einerseits rechteckige oder länglich-ovale Schilde, die aussehen wie römische Scutum, jedoch kleiner und handlicher; andererseits die bereits beschriebenen gälischen Rundschilde, die sich größter Beliebtheit erfreuten. Sie wurden auf vielen Steinen, aber auch im Book of Kells dargestellt und sind eventuell irischer Herkunft.
Transport
Laut den Aufzeichnungen von Tacitus benutzten die Caledonier in der Schlacht am Mons Graupius Kriegswagen. Obwohl Kriegswagen auf irischen Steinskulpturen vorkommen, wurden in Nordschottland keine solchen Darstellungen gefunden.
Das Pferd war hingegen ein wichtiges Transportmittel für die piktischen Krieger. Es wurde mit oder ohne Sattel geritten. Wenn ein Sattel benutzt wurde, war dieser - wie andere Gegenstände - reich mit Ornamenten und keltischen Mustern verziert. Daneben wurden Boote für den Truppentransport und den Krieg benutzt.
Wirtschaft
Die Wirtschaft der Pikten beruhte hauptsächlich auf der Agrikultur. Sie führten jedoch auch regen Handel mit anderen Ländern und Kulturen der damaligen Zeit. Edelmetalle und Devisen "beschafften" sie sich auch auf militärische Weise (durch Überfälle auf die Römer und ihre Nachbarn, die Skoten).
Landwirtschaft
Die Landwirtschaft der Pikten basierte auf der Viehhaltung. 61% der von Forschern gefundenen Knochen aus der damaligen Zeit stammen von Rindern, 31% von Schweinen und nur 8% von Schafen und Ziegen.
Die Rinderherden waren klein und es wurden jeweils nur so viele Tiere geschlachtet, wie nötig. Schafe und Ziegen wurden für ihr Fleisch gezüchtet, nicht für die Wolle.
Erst unter dem Einfluss von Northumbrien gibt es Hinweise auf Getreideanbau. Ansonsten sammelten die Pikten Wildkirschen, Himbeeren, Brombeeren und Haselnüsse als Ergänzung zum Fleisch. Gefischt wurde eher selten.
Handwerk
Viele handwerkliche Gegenstände waren aus organischen Materialien hergestellt und haben die Zeit nicht überlebt. Auf gravierten Steinen werden zahlreiche Alltagsgegenstände dargestellt: geschnitzte Bänke und Stühle, Ruhebetten, schön verzierte Dreibeine für die eben so schön verzierten und mit Griffen versehenen Kochkessel.
Die Pikten kannten auch mannigfaltige Werkzeuge: Zangen, Ambosse, Hämmer und Äxte für verschiedene Zwecke werden auf diversen Steinen dargestellt.
Das Weben scheint in Piktland nicht weit verbreitet gewesen zu sein. Es gibt keine Funde von Webstühlen oder dafür benötigten Werkzeugen nach <--vor?--> dem Jahr 200.
Die Holzbearbeitung hingegen war weitverbreitet. Es sind einige sehr schöne, mit geschnitzten Ornamenten versehene Holzbehälter aus der Gegend des Loch Glashan (Argyll) erhalten, in denen Werkzeug aufbewahrt wurde. Spachteln, Klammern, Nadeln, Handgriffe, Spindeln, Kämme usw. wurden aus Holz, aber auch aus Knochen hergestellt und reich verziert.
Nur wenige Lederarbeiten haben überlebt. In Dundurn wurde ein Schuh gefunden, der aus einem Stück gearbeitet und über und über verziert war. Dies weist auf eine hochstehende Lederindustrie hin.
Aus Knochen sind recht viele Arbeiten erhalten geblieben. Es handelt sich um Nähwerkzeug, Nadeln, Kleidernadeln, Kämme, Gurtschnallen usw. Viele dieser Gegenstände sind nicht nur mit Schnitzereien, sondern auch mit Nieten aus Bronze verziert.
Stein wurde benutzt, um daraus Schleifsteine, Formen für Metallbarren und Topfdeckel herzustellen.
Die Pikten selbst haben kein Glas hergestellt, es scheint jedoch, als hätten sie importiertes Glas geschmolzen, um daraus Glasperlen und Armbänder herzustellen.
Das am weitesten verbreitete Handwerk hingegen war die Schmiedekunst. Eisen wurde zu einer Vielfalt von Gegenständen verarbeitet: Verschlüsse, Schnallen, Pfeil- und Speerspitzen, Äxte, Meißel, Ahlen, Hammerköpfe, Messer, Nägel, Metallstreifen für Fässer, Handgriffe, Schwerter.
Nicht nur Eisen, sondern auch Bronze und Silber wurden von piktischen Handwerkern geschmolzen und bearbeitet. Es wurden Gießformen gefunden, die zeigen, dass diese Metalle nicht geschmiedet, sondern gegossen wurden. Die Formen bestanden aus zwei Teilen und die komplexen dreidimensionalen Verzierungen wurden bereits in die Gießform geschnitzt.
In Dunadd wurden auf diese Weise auch Zinngegenstände hergestellt und Gold in Dunadd und Dunollie.
Handel
Gefundene Töpferwaren und Behälter weisen darauf hin, dass die Pikten regen Handel mit anderen Völkern getrieben haben. Offenbar kamen die Handelsschiffe aus dem Mittelmeer, entlang der Atlantikküste über die irische See nach Schottland.
Auch mit den Nachbarn in Northumbrien und Irland wurde fleißig gehandelt. Sogar bei den Wikingern wurden piktische Metallarbeiten gefunden.
Bekleidung
Außer einigen Ledergegenständen haben keine Kleider die Zeit überdauert. Aus den Aufzeichnungen der Römer sowie anhand der Steinskulpturen lassen sich dennoch einige Schlüsse ziehen.
Frauen trugen ein langes Hemd und einen Überwurf, der mit einer Brosche zusammengehalten wurde. Die auf Skulpturen abgebildeten Frauen trugen ihr Haar relativ kurz - nicht länger als schulterlang und zusammengebunden.
Männer tragen auf den Abbildungen - sofern sie nicht die weiter oben beschriebene Kriegsausrüstung trugen - eine Art Tunika und denselben, mit einer Brosche zusammengehaltenen Überwurf, wie die Frauen. Piktische Männer trugen ihr Haar lang (manchmal rückenlang) und ließen sich einen Bart stehen.
Als Schmuck trugen sowohl Männer als auch Frauen Broschen, Kleidernadeln, Haarnadeln, Fingerringe, Arm- und Halsreifen.
Zeitvertreib
Die Pikten kannten diverse Brettspiele, wovon einige ursprünglich von den Iren und von den Römern stammten.
Es gibt auch Hinweise, dass Musik spielen und Singen ein beliebter Zeitvertrieb war. Zwei verschiedene Typen von Harfen wurden gefunden: große Instrumente, die auf dem Boden standen und sitzend gespielt wurden (ähnlich den heutigen Konzertharfen). Daneben gab es eine kleinere Harfe, die der Musikant oder die Musikantin zum Spielen in der Hand hielt.
Auch das Horn wurde gespielt (Sachsenhorn?). Auf der Stele von Nigg sind Figuren mit Zimbeln abgebildet, solche wurden jedoch im piktischen Raum nirgendwo gefunden.
Die Lieblingsbeschäftigung der Pikten schien jedoch das Trinken gewesen zu sein. Der Legende nach haben sie das Schottische Heather Ale erfunden. Getrunken wurde aus reichlich verzierten und mit Metall beschlagenen Trinkhörnern.
Siehe auch
- Liste der Könige der Pikten
Literatur
- Lloyd & Jenny Laing: The Picts and the Scots. Alan Sutton Publishing Ltd., 1993. ISBN 0-86299-885-9
- Nick Aitchinson: The Picts and the Scots at War. Sutton Publishing, 2003. ISBN 0-750-925-566
- W. A. Cummins: The Age of the Picts. Sutton Publishing, 1995. ISBN 0-750-909-242
Kategorie:Historische europäische Ethnie
Kategorie:Schottische Geschichte
ja:ピクト人
Christentum Buchstaben Alpha und Omega ]]
Das Christentum (auch Christenheit genannt) ist mit etwa 2,0 Milliarden Anhängern vor dem Islam (ca. 1,2 Milliarden) und dem Hinduismus (ca. 900 Millionen) die größte Religion der Erde und eine der fünf Weltreligionen. Der Begriff Christentum (v. griech. christianismós) wird erstmals in einem Brief des syrischen Bischofs Ignatius von Antiochia erwähnt. Die Anhänger des Christentums nennen sich selbst Christen, nach Jesus Christus. Die Apostelgeschichte erzählt, dass die Nachfolger Christi den Namen Christen zuerst von den Ungläubigen der syrischen Stadt Antiochia erhielten, in welche sie nach den ersten Verfolgungen in Palästina geflohen waren.
Das Christentum ist eine monotheistische, gestiftete und missionierende Religion. Ihre Wurzeln liegen im Judentum des zweiten Tempels, in Palästina, zur Zeit der römischen Herrschaft vor circa 2.000 Jahren. Das Christentum geht zurück auf die Anhänger eines jüdischen Wanderpredigers namens Jesus von Nazaret. Jesus wird von den Christen als der Christus (der Gesalbte), also der jüdische Messias, verehrt sowie als der Mensch gewordene Sohn Gottes.
Der Kern der christlichen Religion rührt nach ihrem Selbstverständnis aus einer Zuwendung Gottes an den Menschen. In dieser Zuwendung, bei der sich Gott offenbart bzw. sich selbst erschließt, wird die Beziehung Mensch-Welt-Gott geklärt. Wie alle Religionen mit Exklusivitätsanspruch versteht sich das Christentum selbst entweder als der alleinige Ort, an dem sich Gott den Menschen zugewandt hat oder zumindest als der Ort, an dem er dies in angemessenster, geklärtester und unüberholbarer Weise getan hat. Nach der ersten Position werden alle anderen Religionen als unzulässige und unmögliche Versuche des Menschen angesehen, mit seinen Anstrengungen und „Werken“ Gott, oder das, was er dafür hält, zu gefallen und sich ihm zu nahen; die andere sieht diese Versuche als unzureichend geklärte an. Diese Klärung, die in Gottes Offenbarung geschieht, ist jedoch für beide dieser Positionen ein Geschenk (Gnade) Gottes, kein aktives Tun des Menschen.
Mehrheitlich herrscht im Christentum der Glaube vor, dass Gott sich in Jesus Christus der sündigen Menschheit zugewandt hat. Der Tod Jesu Christi am Kreuz wird dabei als dienende Erlösertat Gottes angesehen. In Jesus sei somit die Schuld und Sünde der gesamten Menschheit aufgehoben. Als Initialzündung des christlichen Glaubens gilt die Erschließung dieser Gewissheit an Ostern, dem dritten Tag nach Jesu Kreuzigung, an dem Gott an Jesus die Auferstehung bzw. Auferweckung als erstem von allen Menschen gewirkt und somit die Botschaft dieses Jesus von Nazareth bestätigt haben soll. Durch diesen Oster- bzw. Auferstehungsglauben entstand die christliche Gemeinschaft („Kirche“). Ein weiteres Kennzeichen des Christentums ist das Bekennen von Jesus von Nazareth als „Christus“, „Sohn Gottes“ etc. (Hoheitstitel). Diesen Glauben versuchte man, zusammen mit der Erinnerung an Jesus von Nazareth als dem Initiator der Gemeinschaft und dem Glauben an Jesus Christus, als dem Verkünder der Botschaft Gottes, im historisch gewachsenen und in mehreren Konsensbewegungen festgelegten neutestamentlichen Kanon authentisch festzuhalten und zu bewahren (Weiterführendes siehe „Christliche Lehre“).
„Christliche Lehre“
Verbreitung
„Christliche Lehre“
Die christliche Religion, alle Glaubensrichtungen zusammengenommen, ist die zahlenmäßig bedeutendste Weltreligion; es wird geschätzt, dass ungefähr ein Drittel aller Menschen auf der Welt einer der christlichen Kirchen angehören. Diese Zahlen beruhen jedoch nur auf Schätzungen, da die Definitionen, wer als Christ mitzuzählen sei und wer nicht, auseinandergehen. Die meisten staatlichen Statistiken werden auf Selbstbezeichnungen der einzelnen Staatsbürger oder Hochrechnungen zurückzuführen sein, manchmal auch auf amtliche Listen. Inwieweit andere Christen aufgrund dieser Merkmale in den dort gezählten Personen Christen sehen, kann auf statistischer Basis nicht geschätzt werden, da es meistens auf sehr individuelle Geisteshaltungen geprägt wird. In vielen Ländern der Erde werden Christen auch heute verfolgt, so dass von dort auch nur sehr ungewisse Zahlen vorliegen.
Christentum weltweit in Zahlen (2000)
Bevölkerungszahlen der UNO von 1998. Zahlen über Religionszugehörigkeit aus Gebet für die Welt, Ausgabe 2003 (siehe unten). Die Daten stammen aus den Jahren 1998-2000. Die Wachstumsraten betreffen das durchschnittliche Wachstum von 1995-2000, beruhen jedoch zum Teil auf einem Wechsel der Datenbasis.
Zusammenhalt, Organisation und Richtungen
- Chronologie der christlichen Kirchen, Konfessionen und Sondergruppen
- Liste der christlichen Konfessionen
- Ekklesiologie
Die gesamte Christenheit wird als „die Kirche“ angesehen, als Leib Christi mit Christus als Kirchenoberhaupt und jeder einzelne Christ stellt ein Glied dieses mystischen Leibes dar. Manche christlichen Theologen unterscheiden zwischen der „unsichtbaren Kirche“, die alle gläubigen Christen aller Konfessionen umfasst, und der oder den sichtbaren Kirchen, deren Mitglieder mehr oder weniger gläubig sein können. Alle christlichen Kirchen und Gemeinden fühlen sich dem Leib Christi zugehörig. Die Meinungen darüber, wer außer der spezifischen Kirche auch noch dem Leib Christi zugehört, sind jedoch sehr unterschiedlich: das Spektrum geht von „alle getauften Mitglieder aller christlichen Kirchen“ über „wir wissen es nicht“ bis zu „nur wer so wie wir glaubt und in unserer Gemeinschaft getauft ist“.
Viele Kirchen sind in einer mehr oder weniger lockeren Gemeinschaft mit anderen Kirchen, die in beiderseits anerkannten Lehren begründet ist, ohne deshalb ihre spezifischen Lehren und Bräuche aufzugeben. Beispiele für solche Gemeinschaften sind der Ökumenische Rat der Kirchen, die Evangelische Allianz, die Leuenberger Konkordie. Daneben gibt es auch Kirchengemeinschaften, die die vollständige gegenseitige Anerkennung von Sakramenten, Kirchenmitgliedschaft und Ämtern beinhalten. Beispiele für solche Kirchengemeinschaften sind die anglikanische Kommunion oder die östlich-orthodoxen Kirche oder die evangelischen Unierten Kirchen.
Innerhalb des Christentums entstanden bald mehrere Gruppierungen bzw. Strömungen, manchmal durch politische Motive oder geografische Gegebenheiten, aber auch durch abweichende Lehrmeinungen. Grob lassen sich diese Richtungen nach ihren Merkmalen in Konfessionen einteilen. Zu einer Konfession gehören eine oder mehrere Kirchen oder Gemeinden. Der einzelne Christ ist Mitglied einer bestimmten Kirche oder Gemeinde. Neben den Konfessionen gibt es heute auch konfessionsübergreifende theologische Richtungen, beispielsweise liberal, evangelikal, oder charismatisch.
Historische Entwicklung
In der antiken Welt gab es fünf christliche Patriarchate, denen jeweils die lokalen Metropoliten, Erzbischöfe und Bischöfe unterstellt waren: Rom, Konstantinopel, Alexandria, Antiochia und Jerusalem. War über wesentliche Lehrfragen zu entscheiden, wurde ein Konzil (eine Versammlung von Bischöfen) einberufen. Das höchste Ansehen genossen die ökumenischen Konzile, in denen Bischöfe aus allen Patriarchaten zusammenkamen; allerdings hatten auch diese nicht „das letzte Wort“, denn mehreren Konzilen, die sich selbst als „ökumenisch“ betrachteten, wurde dieser Status wegen mangelnder Zustimmung der Bevölkerung später aberkannt. Insgesamt gab es zwischen 321 und 787 sieben ökumenische Konzile, die bis heute von östlich-orthodoxen, katholischen und den meisten evangelischen Kirchen anerkannt werden; viele evangelische Kirchen erkennen allerdings das siebte Konzil nicht an wegen seiner Ikonenlehre.
Zu einer ersten Spaltung kam es 451 nach dem ökumenischen Konzil von Chalcedon, das die Natur Christi als sowohl menschlich als auch göttlich definierte. Die Patriarchate einschließlich Rom akzeptierten den Konzilsentscheid. Die henophysitischen Kirchen haben dagegen eine Auslegung gewählt, die nicht mit der des Konzils vereinbar ist. Die Koptische Kirche hält Jesus für fleischgewordenes Wort, d.h. er ist göttlich, jedoch in vollkommen fleischlicher Gestalt. Beide spalteten sich von ihren jeweiligen Patriarchaten Antiochia und Alexandria ab. Die Assyrische Kirche des Ostens vertrat eine dem Henophysitismus entgegengesetzte Position.
In den folgenden Jahrhunderten vertiefte sich in der Reichskirche die Entfremdung zwischen der östlichen und westlichen Tradition bis zum definitiven Bruch. Die westliche Tradition entwickelte sich in der Spätantike und im frühen Mittelalter im west-römischen Reich, während die östliche Tradition in Konstantinopel, Kleinasien, Syrien und Ägypten entstand. Die eigentlich dogmatischen Unterschiede bleiben zwar bis heute gering, aber die römische Kirche hatte in dieser Zeit Lehren entwickelt, die nicht von ökumenischen Konzilen abgesegnet worden waren, z.B. bezüglich Primat des Papsttums und Filioque und forderte Jurisdiktion über die übrigen Patriarchate, was diese verweigerten. Weitere Unterschiede bestanden seit langem bezüglich politischer Umgebung, Sprache und theologischen Ansätzen. Die Situation eskalierte und 1054 kam es zu einer gegenseitigen Exkommunikation zwischen dem Papst und dem Patriarchen von Konstantinopel. Auf diesen Anlass wird üblicherweise das Morgenländische Schisma zwischen östlich-orthodoxen Kirchen und der römisch-katholischen Kirche datiert. Trotz einiger Versöhnungsversuche blieben die Traditionen von da an getrennt.
Die westliche Tradition (Römisch-katholische Kirche ohne unierte Ostkirchen) erfuhr durch die Reformation des 16. Jahrhunderts eine neue tief greifende Spaltung. Sie betraf vor allem das Kirchen- und Sakramentsverständnis und die Erlösungslehre. Die reformatorische Bewegung führte zu mehreren parallelen Kirchenbildungen, von denen sich im weiteren Verlauf neue Gruppierungen lösten, die sich aber auch wieder zu Kirchengemeinschaften zusammenfanden.
Während die verschiedenen Traditionen sich früher gegenseitig exkommunizierten, sind sie heute bei einer gewissen Akzeptanz und einer unterschiedlich stark ausgeprägten Zusammenarbeit in der Ökumene angelangt und sehen Konfessionen, die die zentralen Elemente der christlichen Lehre ebenfalls bejahen, als christliche Schwesterkirchen, oder zumindest christliche Kirchengemeinschaften (siehe Domine Jesu) an. In der evangelikalen Tradition ist die ökumenische Zusammenarbeit mit Kirchen, die dieser Tradition nicht angehören (z.B. im Weltkirchenrat), umstritten; auch die römisch-katholische Kirche arbeitet nicht in diesem Gremium mit.
Das folgende ASCII-Diagramm zeigt die geschichtliche Entwicklung der traditionellen christlichen Gruppen:
/----------------------Evangelische bzw. anglikanische Tradition
Reformation ----------------> /
Westliche Tradition -------------------Römisch katholisch (westliche Bräuche)
/ /---Griechisch katholisch (östliche Bräuche)
/ Großes Schisma /
Urgemeinde ...................../=
/
\
\
Östliche Tradition -------------Östlich-Orthodoxe Kirche
Kontroverse --------------->
von Chalcedon \ -----Nestorianer ) Orientalisch-
\-----Henophysiten ) Orthodoxe Kirche
Östliche Tradition
Die Patriarchate von Konstantinopel, Alexandria, Antiochia und Jerusalem und einige seither neu dazugekommene nationale Kirchen, haben bis heute die gleiche Theologie und Spiritualität, die sich, im Gegensatz zur protestantischen und katholischen Theologie, kaum verändert hat, und sehen sich als Teil der ursprünglichen, von Christus gegründeten Kirche. Allen ist gemeinsam, dass sie Bibel und Liturgie in der jeweiligen Landessprache haben. Die größte orthodoxe Kirche ist heute die |