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Gliedmaßen

Gliedmaßen

Als Gliedmaße (lat. membrum) wird bei Menschen und Tieren ein durch Muskeln bewegter Körperanhang genannt, der aus mehreren Abschnitten (Gliedern) besteht.

Wirbeltiere

Bei Wirbeltieren werden die Gliedmaßen auch als Extremitäten bezeichnet. Man unterscheidet nach der Anbringung am Rumpf eine Vorder- oder Schultergliedmaße (beim Menschen obere Extremität, Arm; bei Tieren vordere Extremität) und eine Hinter- oder Beckengliedmaße (beim Menschen untere Extremität, Bein; bei Tieren hintere Extremität). Die Gliedmaßen dienen der Fortbewegung (Beine, Flügel, Flossen) oder als Greifwerkzeug (Arme). Die Gliedmaßenabschnitte können vergleichend-anatomisch in verschiedene Abschnitte unterteilt werden:
- Gliedmaßengürtel (Cingulum membrorum, s.a. Zingulum), auch als Zonoskelett bezeichnet: Schultergürtel (Cingulum membri thoracici) bzw. Beckengürtel (Cingulum membri pelvini)
- Gliedmaßensäule mit:
  - Gliedmaßenstiel (Stylopodium): Oberarm bzw. Oberschenkel
  - Zygopodium: Unterarm bzw. Unterschenkel
- Gliedmaßenspitze (Autopodium) mit:
  - Basipodium: Handwurzel bzw. Fußwurzel
  - Metapodium: Mittelhand bzw. Mittelfuß
  - Akropodium: Finger bzw. Zehen

Wirbellose

Bei niederen Tieren fungieren sie zum Teil auch als Sinnesorgan (Gliederantennen). Eine genaue Abgrenzung ihrer Funktion ist oft nicht möglich, etwa bei Tentakeln oder den Kiefern von Insekten. Die Gliederung der Füße war für den Stamm der Gliederfüßer (Arthropoda) namensgebend. Kategorie:Anatomie Kategorie:Anatomie (Wirbellose)

Latein

Als Latein bzw. Lateinisch (lat. lingua Latina: „lateinische Sprache“) bezeichnet man die Sprache, die ursprünglich vom Volksstamm der Latiner gesprochen wurde, der Bewohner von Latium mit Rom als Zentrum. Innerhalb der indogermanischen Sprachen gehört Latein zur Gruppe der italischen Sprachen. Es bildete die Grundlage für alle heutigen romanischen Sprachen.

Entwicklung

romanischen Sprachen Ursprünglich in Rom und dem umliegenden Gebiet (Latium) gesprochen, wurde Latein später an humanistischen Gymnasien unterrichtet. Neben Griechisch war Latein die Amtssprache des römischen Reiches. Wegen der kulturellen Überlegenheit des Ostens verlor es dabei zeitweise in Nordafrika und selbst in Rom seine Vorrangstellung. So war die Liturgiesprache der römischen Christen bis um 300 das Griechische. In dieser Zeit drangen viele griechische Lehnwörter ins Lateinische ein. Während der Spätantike begannen sich verschiedene Volkssprachen, aus denen im Mittelalter die romanischen Sprachen entstehen sollten, phonetisch und grammatikalisch von der lateinischen Hochsprache wegzuentwickeln. Doch noch im 6. Jahrhundert entstanden hochsprachliche lateinische Werke. Im Oströmischen Reich war Latein bis ins frühe 7. Jahrhundert neben Griechisch eine der beiden Amtssprachen. Im Westen übernahmen die Germanen mit den Grundelementen der spätrömischen Verwaltung auch die lateinische Sprache, die in der Administration bis in die frühe Neuzeit vorherrschend blieb. Seit der Völkerwanderung und der Christianisierung der (zunächst zumeist arianischen) Germanenvölker wurde Latein im Westen des früheren Römischen Reiches und in den römisch-katholischen Folgestaaten die Sprache des Klerus (Kirchenlatein), der Rechtswissenschaft (Glossatoren) und der sich bildenden Hochschulen (studia generalia). Es bildete somit die Schriftsprache, vor allem für das kirchliche und weltliche Urkundenwesen (Diplomatik) im frühen Europa. In völkerrechtlichen Verträgen (z. B. im Westfälischen Frieden von 1648) dominierte Latein bis in das 17. Jahrhundert hinein. Es bildet noch bis ins 20. Jahrhundert den Affixvorrat für die Fachterminologie in den Wissenschaften und verliert durch die fortschreitende Absorption in die englische und andere Sprachen lediglich an direkter, nicht jedoch an indirekter Bedeutung. Es wird noch an vielen Schulen unterrichtet.

Antike

Antike Schreibweise

Die lateinische Sprache wurde ursprünglich als scriptio continua, d. h. als zusammenhängender Fluss von Zeichen ohne Zwischenräume geschrieben. Auch Satzzeichen und Kleinbuchstaben wurden in der Antike nicht verwendet. Auf Wachstafeln war nämlich wenig Platz zum Schreiben, und Papyrus war teuer. Die antiken lateinischen Texte sind für uns heute daher schwer zu lesen. Vergleiche folgendes Beispiel: Alte Schreibweise: AVREAPRIMASATAESTAETASQVAEVINDICENVLLO SPONTESVASINELEGEFIDEMRECTVMQVECOLEBAT POENAMETVSQVEABERANTNECVERBAMINANTIAFIXO AERELEGEBANTVRNECSVPPLEXTVRBATIMEBAT IVDICISORASVISEDERANTSINEVINDICETVTI NONDVMCAESASVISPEREGRINVMVTVISERETORBEM MONTIBVSINLIQVIDASPINVSDESCENDERATVNDAS NVLLAQVEMORTALESPRAETERSVALITORANORANT NONDVMPRAECIPITESCINGEBANTOPPIDAFOSSAE NONTVBADIRECTINONAERISCORNVAFLEXI NONGALEAENONENSISERANTSINEMILITISVSV MOLLIASECVRAEPERAGEBANTOTIAGENTES Heutige Schreibweise: Aurea prima sata est aetas, quae vindice nullo, sponte sua, sine lege fidem rectumque colebat. poena metusque aberant nec verba minantia fixo aere legebantur, nec supplex turba timebat iudicis ora sui, sed erant sine vindice tuti. nondum caesa suis, peregrinum ut viseret orbem, montibus in liquidas pinus descenderat undas, nullaque mortales praeter sua litora norant. nondum praecipites cingebant oppida fossae, non tuba directi, non aeris cornua flexi, non galeae, non ensis erant: sine militis usu mollia securae peragebant otia gentes. Auszug aus Ovids Metamorphosen: Die Schöpfung (Das goldene Zeitalter) Details zu den verwendeten Buchstaben finden sich in dem Artikel Lateinisches Alphabet. Siehe zu diesem Thema auch: Paläografie (dort Lateinische Paläografie), Capitalis, Versalschrift und Majuskel.

Antike Aussprache

Auf die antike Aussprache der lateinischen Sprache wird im Artikel Lateinische Aussprache eingegangen.

Literatur

Mit Antiker Literatur des Lateinischen beschäftigt sich u. a. der Artikel Lateinische Literatur.

Gegenwart

Auch heute ist Latein noch an vielen Gymnasien aller Fachrichtungen zu finden. Etwa ein Drittel aller Gymnasiasten im deutschen Sprachraum lernt Latein als erste, zweite oder dritte Fremdsprache. An humanistischen Gymnasien wird dem Lateinischen, neben dem Griechischen, noch eine herausgehobene Bedeutung zugemessen, was früher auf eine aktive Beherrschung des Lateinischen zielte. Tatsächlich werden auch heute noch für zahlreiche Studiengänge das Latinum oder Lateinkenntnisse gefordert, insbesondere in zahlreichen geisteswissenschaftlichen Fächern. Das Latinum ist als Studienvoraussetzung für die Fächer Medizin und Jura weitestgehend abgeschafft, häufig aber nicht in Fächern wie Anglistik, Philosophie oder sogar Musikwissenschaften. Unabhängig von den Studienanforderungen wird von Befürwortern des Lateins betont, dass das Erlernen der lateinischen Sprache weiterhin Basis für die korrekte Verwendung von Fremdwörtern sei, das Erlernen anderer romanischer Sprachen wesentlich erleichtere und erhebliche Transfer-Effekte für die Denkschulung aufträten. Das Übersetzen lateinischer Texte fördere auf Grund der erheblichen Komplexität vieler lateinischer Sätze auch das logische Denken. Von den Gegnern ist hingegen zu hören, dass die Auseinandersetzung mit jeder Art von Grammatik, egal welcher Sprache, das strukturierte Denken fördere, und dass das Erlernen moderner romanischer Sprachen, welche im Gegensatz zu Latein noch gebraucht werden, mindestens ebenso gut dazu geeignet sei, die zahlreichen lateinischen Lehnwörter im Deutschen korrekt zu verwenden und andere romanische Sprachen zu erlernen. In der Tat sind viele gesamtromanische, also in allen romanischen Sprachen auftretende Wörter nicht im klassischen Latein vorhanden und müssen dann neu gelernt werden: guerra „Krieg“, testa „Kopf“, cavallo „Pferd“, mangiare/manger „essen“, andare
-
„gehen“ , boc(c)a/bouche „Mund“, blanco/blanc „weiß“, die Himmelsrichtungen etc. Viele dieser Wörter erklären sich nämlich aus dem umgangssprachlichen oder dem späten Latein oder stammen aus der Soldatensprache, also aus Varietäten, die nicht in der Schule gelehrt werden. Aus deutschen und US-amerikanischen Untersuchungen geht hervor, dass zwischen absolviertem Lateinunterricht und der Beherrschung der englischen Sprache in Schrift und vor allem Wort eine signifikante Korrelation besteht. Ein kausaler Zusammenhang ist allerdings nicht nachgewiesen worden – möglicherweise macht eine hohe sprachliche Begabung eines Kindes die Wahl des als schwierig geltenden Latein wahrscheinlicher. Da auch im modernen Lateinunterricht die Sprachproduktion eindeutig der Rezeption (Leseverstehen) untergeordnet ist, glauben viele, Latein falle Menschen mit ausgeprägter Begabung für Mathematik und formelle Denkvorgänge generell leichter als andere Fremdsprachen, wohingegen Menschen mit ausgeprägter Begabung für intuitives Erlernen von Sprachen andere Fremdsprachen leichter fänden. Dieser Zusammenhang lässt sich allerdings nicht häufig verifizieren: Die Erfahrung zeigt, dass die Schülerleistungen in Latein überwiegend Hand in Hand mit denen in der Muttersprache und anderen Fremdsprachen gehen.

Modernes Latein

Auch heute werden deutsch-lateinische Lexika aufgrund neulateinischen Wortgutes herausgegeben, z. B. das „lexicon auxiliare“ oder das vom Vatikan herausgegebene „lexicon recentis latinitatis“, welches erst im Jahre 2004 eine Neubearbeitung erfuhr. Der finnische Rundfunksender YLE (Yleisradio) verbreitet Wochennachrichten in neulateinischer Sprache. Radio Bremen veröffentlicht regelmäßig die Nuntii Latini in schriftlicher und gesprochener Version. Seit April 2004 veröffentlicht auch die deutschsprachige Redaktion bei Radio Vatikan Nachrichten auf Lateinisch. Dabei handelt es sich um ursprünglich deutsche Meldungen. Gero P. Weishaupt übersetzt sie für die Redaktion ins Lateinische. Sehr beliebt ist auch die lateinische Fassung der Asterix-Comics, die der deutsche Altphilologe Graf v. Rothenburg (Rubricastellanus) verfasst hat. Der Autor Nikolaus Groß, beruflich seit zehn Jahren Deutsch-Lektor in der südkoreanischen Hauptstadt, hat 2004 eine komplett latinisierte Übertragung von Patrick Süskinds Das Parfum im Brüsseler Verlag der Fundatio Melissa, einem überregionalen Verein zur Pflege des gesprochenen Lateins, veröffentlicht. Dem Buch ist mit dem „Glossarium Fragrantiae“ eine größere Liste aktualisierter Neuschöpfungen beigegeben. Vom selben Wortartisten existiert des weiteren ein Buch über den Baron Mynchusanus (Münchhausen). 2003 erschien bereits der erste Teil der Harry Potter-Bücher von J. K. Rowling auf Latein (Harrius Potter et Philosophi Lapis). Daneben gibt es noch viele weitere Übersetzungen „klassischer“ Werke ins Lateinische, so zum Beispiel Karl Mays Winnetou III, oder Der kleine Prinz (Regulus) von St. Exupéry. Durch das Internet ist die Verfügbarkeit alter lateinischer Texte sowie das Entstehen neuer lateinischer Texte erheblich begünstigt worden. Inzwischen gibt es sogar lateinische Fassungen von Popsongs. Daneben entstehen auch neue Popsongs in lateinischer Sprache, etwa Cursum Perficio, gesungen von Enya, Liberatio, eines von vielen lateinischen Musikstücken der Gruppe „Krypteria“, oder bei Gruppen der Dark Wave bzw. Gothic (Jugendkultur). Roma Ryan hat neben Cursum Perficio für Enya noch weitere Songs in lateinischer Sprache verfasst. In Internetforen wie Grex Latine Loquentium kommunizieren Teilnehmer aus vielen Ländern ausschließlich in Latein. In der klassischen beziehungsweise neoklassischen Musik findet Latein ebenfalls Verwendung. So hat etwa der niederländische Komponist Nicholas Lens auf seinem Werk Flamma Flamma ein lateinisches Libretto vertont, für sein Werk Terra Terra hat Lens selbst ein Libretto in lateinischer Sprache verfasst. Nicht zu vergessen sind auch die zahlreichen Vertonungen lateinischer Gedichte wie z. B. von Jan Novák. Carl Orff unterlegte mehreren seiner Vokal-Kompositionen Texte in Latein oder Griechisch. Igor Strawinski ließ das nach Sophokles von Jean Cocteau in französischen Versen verfasste Libretto zu Ödipus Rex“ von Jean Daniélou ins Lateinische übersetzen. Das Lehrbuch Lingua Latina per se illustrata des dänischen Autors Hans H. Ørberg hat die bisher hauptsächlich für den Unterricht in modernen Sprachen eingesetzte einsprachige Lehrmethode auf den altsprachlichen Unterricht übertragen. Das Lehrbuch erfreut sich in verschiedenen Ländern einer steigenden Beliebtheit.

Latein in den Wissenschaften

In der Biologie erfolgt die Namensbildung der wissenschaftlichen Namen lateinisch und griechisch, wobei neuere Vorschläge vorsehen, die Regeln nur aus der lateinischen Sprache zu entnehmen. In der Medizin sind die anatomischen Fachbegriffe lateinisch, für die einzelnen Organe wird zusätzlich auch latinisiertes Griechisch verwendet. Die Krankheitsbezeichnungen leiten sich aus dem Griechischen ab. Zahlreiche Sprichwörter haben einen lateinischen Ursprung und sind teilweise auch in der deutschen Übersetzung zu geflügelten Worten geworden. In den Rechtswissenschaften existieren verschiedene lateinische Lehrsätze und Fachbegriffe (Latein im Recht). Auch in der Geschichtswissenschaft spielt vor allem Latein weiterhin eine große Rolle. In der Meteorologie werden lateinische Begriffe in der Wolkenklassifikation eingesetzt.

Latein in der katholischen Kirche

Latein ist neben Italienisch die Amtssprache des Vatikanstaats. Die katholische Kirche veröffentlicht alle amtlichen Texte von weltkirchlicher Bedeutung in Latein. Das gilt für die liturgischen Bücher, den Katechismus, den Codex des kanonischen Rechts sowie die päpstlichen Rechtsvorschriften (canones, decretales) und Rundschreiben (Enzykliken). Bis zum zweiten Vatikanischen Konzil (1962–1965) war Latein die offizielle Gottesdienstsprache und ist dies (laut Sacrosanctum Concilium) offiziell noch heute, wobei andere Sprachen jedoch gleichfalls erlaubt sind. Tatsächlich werden nur noch sehr wenige Gottesdienste in Latein gehalten. Der gegenwärtig amtierende Papst Benedikt XVI. bevorzugt bei seinen Messen aber das Lateinische vor dem Italienischen. Siehe auch: Lateinische Kirche

Referenzlisten


- Lateinische Präpositionen
- Liste lateinischer Ortsnamen
- Liste lateinischer Präfixe
- Liste lateinischer Redewendungen
- Liste lateinischer Suffixe
- Liste von lateinischen Palindromen
- Lateinische Zahlwörter

Siehe auch


- Grammatik des Lateinischen
- Lateinische Aussprache
- Lateinische Sprichwörter
- Küchenlatein
- Vulgärlatein
- Mittellatein
- Lateinische Literatur
- Sprachen im Römischen Reich
- Jägerlatein
- Panlatinismus

Weblinks


- [http://www.commtec.de/wb/ Wörterbuch Latein-Deutsch-Latein auxilium online (mit Download-Möglichkeit)]
- [http://www.latein-pagina.de/iexplorer/stil.htm Lateinische Stilblüten]
- [http://www.thelatinlibrary.com/ The Latin Library – klassische Texte im Original]
- [http://www.albertmartin.de/latein/ Latein-Deutsch-, Deutsch-Latein-Wörterbuch mit hilfreichen Extras]
- [http://www.radiobremen.de/online/latein/ Nuntii latini bei Radio Bremen]
- [http://www.latein-pagina.de/ Latein-Pagina]
- [http://www.antikeundeuropa.de/Alte_Sprachen_heute/alte_sprachen_heute.html Alte Sprachen heute]
- [http://www.fh-augsburg.de/~harsch/a_chron.html Sammlung lateinischer Texte/bibliotheca Augustana]
- [http://www.music.indiana.edu/tml/ Lateinische Musiktraktate im Original]
- [http://www.lateinservice.de/index.htm Die deutsche Latein-Seite]
- [http://www.alcuinus.net/GLL/ Grex Latine Loquentium (Internetforum in lateinischer Sprache)]
- [http://www.kreienbuehl.ch/lat/ Latein und Altgriechisch Site]
- [http://www.latein24.de/ Übersetzungen vieler klassischer lateinischer Texte bei Latein24.de] Kategorie:Einzelsprache
-
als:Latein ja:ラテン語 ko:라틴어 simple:Latin language th:ภาษาละติน zh-min-nan:Latin-gí

Menschen

Der moderne Mensch (Homo sapiens) ist ein Säugetier aus der Ordnung der Primaten (Primates). Er gehört zur Unterordnung der Trockennasenaffen (Haplorhini) und dort zur Familie der Menschenaffen (Hominidae). Früher wurden Mensch (Hominidae) und Menschenaffen (Pongidae) insbesondere aufgrund der besonderen geistigen Entwicklung des Menschen als zwei getrennte Familien betrachtet, jüngere Untersuchungen sehen zwischen beiden Gruppen ein engeres Verwandtschaftsverhältnis und stellen sie daher in eine gemeinsame Familie. Der moderne Mensch ist die einzige bis heute überlebende Art der Gattung Homo. Manchmal wird für den modernen Menschen auch die wissenschaftliche Bezeichnung Homo sapiens sapiens gebraucht, die zum Ausdruck bringen soll, dass der Neanderthaler (dann Homo sapiens neanderthalensis) zur selben Art gehörte wie der moderne Mensch. Diese Ansicht gilt heute aber als sehr zweifelhaft, weswegen die moderne Bezeichnung schlicht Homo sapiens ist. Sie leitet sich aus dem Lateinischen von homo:„Mensch“ und sapiens:„weise“ ab.

Die einzigartige Stellung des Menschen im Tierreich

Wie manche andere Tiere, weist der Mensch einige hoch spezialisierte Merkmale auf. In vermutlich zwei Eigenschaften, sicher aber hinsichtlich eines Kriteriums unterscheidet er sich deutlich von den heute bekannten übrigen Tierarten: Mit Bestimmtheit lässt sich sagen, dass beim Menschen die biologische zu Gunsten einer "kulturellen" Evolution in den Hintergrund getreten ist. Aufgrund seiner intellektuellen oder auch kulturellen "Fähigkeiten" ist er in der Lage, sich veränderten Umweltbedingungen sehr viel besser und schneller anzupassen als jedes andere Tier. Die Evolution hat sich beim Menschen auf die Verbesserung seiner Kulturfähigkeiten (Schrift, gedankliche Konstrukte wie Mathematik, Religion oder Recht, Ausdruck von Gefühlen und Gedanken durch Kunst) ausgeweitet; diese Kulturtechniken durchlaufen nunmehr selbst einen Evolutionsprozess. Andere Tierarten dagegen durchlaufen nach heutigem Wissen mitsamt ihrer Kultur die Evolution. Kunst]] In diesem Zusammenhang ist festzustellen, dass andere Tiere nicht im selben Maße wie der Mensch die Fähigkeit besitzen, ihre im Phänotyp entwickelten Fähigkeiten, ihr erlerntes Wissen, auf die nachfolgenden Generationen zu übertragen. Der Mensch besitzt ein historisches Bewusstsein: Er steht nicht in der Notwendigkeit, Informationen entweder durch die genetische Vererbung zu erhalten oder Erfahrungen genauso wie seine Vorgänger immer aufs Neue selbst machen zu müssen, sondern er kann auf Handlungen und Informationen zurückgreifen, die viele Generationen vor ihm geschaffen haben (wobei es aber auch bei zahlreichen sonstigen Tierarten zur Traditionsbildung kommt, beispielsweise bei Menschenaffen). Der Mensch ist vermutlich viel stärker als jedes andere Tier in der Lage, in seinem zeitlichen Bewusstsein Vergangenheit, Gegenwart und die Zukunft in kausale Zusammenhänge zu bringen. Somit kann er seine Handlungen vergleichen, um "viele Ecken herum" planen (Kreativität) und somit teilweise eine Zukunft entwerfen, die er durch seine absichtlichen Handlungen schaffen sollte. Der Mensch ist in der Lage, die Lebensbedingungen seiner Art durch Arbeit bewusst zu gestalten, solange er sich seine Arbeit aussuchen kann und ihn keine sonstigen Hindernisse daran hindern. Zum zweiten sind sich menschliche Individuen – vermutlich als einzige Lebewesen auf der Erde – sich selbst und ihrer eigenen Sterblichkeit bewusst. Durch das absehbare Sterben ergibt sich nur für den Menschen die Frage nach dem Sinn des Lebens und dem Leben nach dem Tod. Diese Fragen sind in der Philosophie und der Religion zentralständige Themen. Nicht allein typisch für den Menschen, jedoch bei ihm besonders stark ausgeprägt, ist seine Eigenschaft, sich hochorganisiert in größeren Gruppen zusammenzuschließen, was man in einer sehr abgeschwächteren Form auch bei anderen Tieren wie zum Beispiel Wölfen oder Affen beobachten kann. Dies wird begünstigt durch die im Vergleich zu anderen Tieren komplexe Sprache des Menschen, die eine fortschreitende Arbeitsteilung ermöglicht. Auf der anderen Seite steht zu vermuten, dass die Entwicklung der Zivilisation auch die Entwicklung der Sprache in enger Wechselwirkung förderte und beides letztlich zu den hoch entwickelten Kulturen führte, die die Menschheit heute besitzt.

Entwicklung

Mit der Entwicklungsgeschichte der Menschheit von ihren Anfängen bis zum heutigen Jetzt-Menschen beschäftigt sich die Paläanthropologie, deren wichtigste Datenquellen die Archäologie liefert. Noch immer sind die Vorgänge der Menschwerdung aus affenartigen Vorfahren, vermutlich im Osten Afrikas, nicht endgültig aufgeklärt. Der gegenwärtige Stand der Erkenntnisse wird im Artikel Hominisation aufgezeigt. Neben der biologischen Entwicklung ist für den Menschen jedoch auch seine kulturelle Entwicklung maßgeblich, welche auf die Entwicklung der Sprache zurückzuführen ist, mit der es dem Menschen erst möglich wurde Ideen auszutauschen. Der kulturelle Entwicklungsstand des Menschen war zunächst über Jahrhunderttausende hinweg nahezu konstant. Mit der Entstehung des modernen Menschen und seiner nachfolgenden Auswanderung aus Afrika beschleunigte sich jedoch die kulturelle Innovation, bis seit Ende der letzten Eiszeit mit dem Aufkommen von Ackerbau und Viehzucht der Mensch erstmals großräumig gestaltend in seine Umgebung eingriff. Seit dieser Zeit besitzt der Mensch eine über weitaus mehr als ein paar Generationen zurückreichende Geschichte, auf deren Grundlage die Individuen agieren müssen. Typische Merkmale des modernen Menschen im Vergleich:
- Das Gehirnvolumen von Homo sapiens ist etwas kleiner als das des Neandertalers.
- Die Stirn ist am steilsten von allen Hominiden ausgeprägt
- Ober- und Unterkiefer sind leicht reduziert Als Vorfahren des Homo sapiens kommen insbesondere die afrikanischen Populationen von Homo ergaster und Homo erectus in Frage. Die Zuordnung der Fossilfunde zu einzelnen Arten ist allerdings umstritten. Der wissenschaftliche Begriff Homo sapiens wird nicht selten in leicht humoristischer Anspielung als Vorlage für die Kreation neuer Begriffe benutzt, die Eigenschaften des Homo sapiens darstellen, beispielsweise
- Homo oeconomicus
- Homo reziprocans
- Homo faber (Roman von Max Frisch)
- Homo ludens
- Homo sociologicus
- Homo ötzi Die Entwicklung des Menschen muss auch deutlich im Zusammenhang mit der Entwicklung unseres Planeten, der Erde, gesehen werden. So zwangen die vielen Eiszeiten den Menschen, sich auf die neuen Gegebenheiten einzustellen. Der Mensch war also in der Lage, sich immer wieder anzupassen und er kam und kommt mit den verschiedensten Lebensbedingungen zurecht. Im Gegensatz dazu sind die meisten Tiere auf einen Lebensraum beschränkt.

Verbreitung des modernen Menschen über den Globus

Alle heute lebenden Menschen sind sehr nahe miteinander verwandt, wie molekularbiologische Untersuchungen an der ribosomalen RNA und mitochondrialen DNA gezeigt haben. Die größten Unterschiede finden sich innerhalb der afrikanischen Populationen. Die Populationen außerhalb Afrikas sind – mit Ausnahme einiger später aus Afrika ausgewanderter Gruppen – genetisch sehr uniform. Moderne Funde unterstützen die „Out of Africa“-These, also die Ausbreitung des modernen Menschen vom afrikanischen Kontinent aus. Fossilien, die dem biologisch modernen Menschen zugerechnet werden, gibt es seit etwa 160.000 Jahren, verstärkt seit ca. 100.000 Jahren. Lange Zeit lebte die Art in Afrika zeitparallel zum primär europäischen Neandertaler, der besonders an das Leben im eiszeitlichen Klima angepasst war. Im Nahen Osten, später auch in Europa, kamen beide gleichzeitig gemeinsam vor. Es ist unklar, ob sich beide Arten vermischt haben, die Mehrzahl der Fossilien weist deutlich erkennbare morphologische Unterschiede auf. Molekulargenetische DNA-Analysen sprechen gegen eine Vermischung beider Arten. Die Menschheit kann auf genetischer Basis in zahlreiche Gruppen unterteilt werden. Diese konnten entstehen, da es früher aufgrund von geographischen Distanzen und kultureller Differenzen keinen kontinuierlichen Genfluss aller Populationen gab. So können die verwandtschaftlichen Beziehungen zwischen den menschlichen Populationen relativ genau ermittelt werden. Das Genographic Project untersucht mit Hilfe moderner Methoden, wie sich die Menschheit als sie von Afrika den Rest der Welt besiedelte in immer mehr Gruppen aufspaltete. Dabei kann jeder an dem Projekt teilnehmen, indem er seine DNA Probe untersuchen lässt. Auf diese Weise kann man herausfinden, woher die eigenen Vorfahren stammen. Zuerst teilten sich die Menschen vor etwa 65.000 Jahren in die folgenden drei heute noch lebenden Gruppen auf: #Nicht-Afrikaner #Afrikaner außer San #San und Khoi Khoi Die beiden Gruppen der Afrikaner blieben auf ihrem Heimatkontinent während die Nichtafrikaner nach Asien auswanderten. Die San und Khoi Khoi leben heute im südlichen Afrika, sie unterscheiden sich von allen anderen Afrikanern genetisch und durch ihre Sprache (Klicklaute). Auch die Nichtafrikaner teilten sich nicht lange nach ihrer Auswanderung vor etwa 55.000 Jahren wieder in eine nördliche und eine südliche Gruppe auf. Die südliche Gruppe spaltete sich wenige Jahrtausende später weiter in Australier (heutige Aborigines, Tasmanier und Papuas), Negritos (heute Andamaner, Aeta, Semang, Senoi) und Südasiaten (heute: Südchinesen, Thai, Khmer, Indonesier, Philipinos, Polynesier und andere Bewohner Ozeaniens) auf. Die nördliche Gruppe teilte sich vor etwa 45.000 Jahren in "Weiße" (dunkelhäutige Inder, südwestasiatische Völker, Araber, Nordafrikaner, hellhäutige Menschen europäischer Abstammung) und Nordasiaten (heute: Mongolen, Tibetaner, Sibirische Bevölkerung, Nordchinesen, Japaner, Ainu, Koreaner, Inuit) auf. Von den Nordasiaten trennten sich zwischen 30.000 und 14.000 Jahren dann die Indianer (Nord- und Südamerika) ab. In prähistorischen Zeiten haben sich die unterschiedlichen Populationen der Menschheit an den regionalen Grenzen ihres Verbreitungsgebietes immer wieder vermischt, wobei dieser Effekt lange Zeit nur gering war. Heute ist der Mensch mit über 6 Milliarden Individuen bis auf einige Wüsten- und Bergregionen, einige Inseln und die Antarktis auf dem ganzen Globus anzutreffen. Durch die zunehmende Mobilität vermischen sich die unterschiedlichen genetischen Gruppen immer mehr, nachdem sie früher durch geographische Distanz oder kulturelle Unterschiede genetisch voneinander getrennt blieben. So bilden sich immer mehr neue Ethnien (z.B. Farbige in den USA). Andere Gruppen wie z.B. die San und Khoi Khoi sind dagegen dabei ganz zu verschwinden, da ihre Kultur immer mehr zerstört wird und sie in Städte wandern und sich dort vermischen.

Biologie

Anatomie

Der menschliche Körper ist ein kompliziertes Gebilde, das zu 60 bis 70% aus Wasser, etwa 20% Proteinen, 15% Fetten und 5% Mineralen und anorganischen Stoffen besteht. Ein erwachsener Mensch hat eine typische Körpergröße zwischen 150 cm und 200 cm. Die Anatomie des Körpers ist im Artikel Anatomie des Menschen detailliert beschrieben: Wie bei anderen Wirbeltieren auch, lässt sich der Körper strukturieren in einen Stütz- und Bewegungsapparat, die inneren Organe, das Nervensystem und die Sinnesorgane. Doch greift die Reduktion auf eine rein funktionale Betrachtung des Körpers zu kurz, der Körper des Menschen stellt als Grundbedingung für die Existenz des Menschen einen unabdingbaren Rahmen für seinen Geist und sein Erleben der Welt dar.

Genetische Verwandtschaft

Das menschliche Genom enthält sowohl kodierende als auch nicht-kodierende DNA-Sequenzen, die denjenigen anderer Lebewesen erkennbar homolog sind und mit DNA-Sequenzen sehr nahe verwandter Arten wie der anderer Menschenaffen sogar völlig übereinstimmen. Anhand quantitativer Messungen der Ähnlichkeit dieser Basenpaarketten kann man umgekehrt auf die Verwandtschaftsverhältnisse zurückschließen. Dies bestätigt Schimpansen, Gorillas und Orang-Utans in dieser Reihenfolge als nächste menschliche Verwandte.

Soziologie

Die Soziologie beschäftigt sich nahezu ausschließlich mit dem Menschen, obwohl es in den 1920er Jahren Versuche gab, eine "Tiersoziologie", sogar eine "Pflanzensoziologie" zu etablieren. Warum das biologisch erschlossene Tier "Mensch" besondere Eigenarten hat, untersuchen beziehungsweise beantworten i. w. S. die Anthropologie, sodann die Soziobiologie und die Biosoziologie. Daher nimmt dann die Soziologie ihre Axiome, wenn nicht Soziologen selber soweit ausgreifen. Der Versuch, schon einmal eine Soziologie für extraterrestrischer Lebewesen mit menschenähnlicher geistiger Entwicklung zu entwerfen, wie beispielsweise die 'Exosoziologie', sind so lange rein spekulativ, bis sie empirisch geprüft werden können.

Recht

Rechtlich gesehen ist der Mensch zumeist eine ("natürliche") Person, deren Status je nach Staat unterschiedlich festgelegt ist, jedenfalls ist er rechtsfähig. Im "Bürgerlichen Gesetzbuch" der Bundesrepublik Deutschland heißt es dementsprechend in § 1: Die Rechtsfähigkeit des Menschen beginnt mit der Vollendung seiner Geburt. Es gibt Gesellschaften, in denen das nicht jeder Mensch ist: In Stammesgesellschaften beispielsweise kann ein Neugeborenes bis zur Anerkennung durch den Vater ohne Rechtsfähigkeit sein; in Staaten mit Sklaverei gelten Sklaven zuweilen als "Sachen" u. a. Die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen soll in jedem Staat einen Grundstatus vorgeben. Gemäß diesem Menschenbild besitzt jeder einzelne Mensch von Geburt an eine besondere, unantastbare und unveräußerliche Würde. Aus diesem Grund hat jeder Einzelne bestimmte Rechte, zum Beispiel das Recht auf Leben, auf körperliche Unversehrtheit, auf Religionsfreiheit und auf Meinungsfreiheit sowie auf einen angemessenen Arbeitslohn. Dieses Ideal ist aber nicht überall verwirklicht, denn in vielen Staaten werden Leute ohne Gerichtsverfahren eingesperrt, Gefangene gefoltert, Frauen und Kinder unterdrückt und Menschen leben in Armut. Ferner wird das Grundrecht auf Leben, obgleich mit dem Begriff der Würde eng verknüpft, in keinem Land als unantastbar angesehen, da eine solche Unantastbarkeit mit jeglicher Bewaffnung (Armee, Polizei usw.) im Widerspruch stünde. Manche Kulturkreise und Religionen kennen keine allgemein gültigen Menschenrechte. Insbesondere der Islam, die indische und die chinesische Kultur machen einen Unterschied zwischen "Gläubigen" und "Ungläubigen" oder zwischen den Rechten des Mannes und denen der Frau.

Religion

Der Mensch handelt selbst sowohl als glaubendes, betendes, Riten ausübendes Subjekt, als auch als Objekt religiöser Riten und Anbetungen. Nicht in allen Religionen gilt er als direkte Schöpfung eines oder mehrerer Götter. Religionen und religiöse Motive haben nahezu die gesamte bekannte Geschichte des Menschen begleitet, zuerst als Verehrung von Naturkräften, dann als Anbetung mehrerer Götter und schließlich als Monotheismus. Dies führte zu der philosophischen Frage, in wieweit die Religion zu den spezifischen Merkmalen des Menschen gehöre. Das Christentum, das Judentum und der Islam betrachten die Entwicklung des Menschen, wie auch die gesamte Schöpfung als Werk Gottes. Für die großen christlichen Religionsgemeinschaften bestehen dabei keine Widersprüche zwischen dem wissenschaftlich Bewiesenem und dem christlichen Glauben, weil nach ihrer Auffassung Theologie und Wissenschaft unterschiedliche Fragestellungen behandeln. Aus Sicht christlicher Kreationisten, die vor allem in den USA ein umfangreiches Unterstützerfeld haben, wird die Vorstellung, der Mensch habe sich über Jahrmillionen aus tierischen Vorfahren entwickelt, in wörtlicher Auslegung der biblischen Schöpfungsgeschichte entschieden abgelehnt.

Verwandte Themen


- Anatomie des Menschen
- Anthropologie
- Menschheitsgeschichte
- Hominisation
- Humanismus
- Körpergröße
- Daten des menschlichen Körpers
- Kreativität
- Menschenbild
- Menschenrechte
- Philosophische Anthropologie
- Psychologie
- Schwanzmensch
- Soziologie
- Weltbevölkerung

Literatur


- Friedemann Schrenk, Timothy G. Bromage, Henrik Kaessmann: Die Frühzeit des Menschen: Zurück zu den Wurzeln. Biologie in unserer Zeit 32(6), S. 352 - 359 (2002),
- Walfried Linden, Alfred Fleissner: Geist, Seele und Gehirn. Entwurf eines gemeinsamen Menschenbildes von Neurobiologen und Geisteswissenschaftlern, LIT-Verlag Münster 2004, ISBN 3825879739

Weblinks


- [http://www-users.med.cornell.edu/%7Espon/picu/calc/bsacalc.htm Body Surface Area Calculator] - Tool zur Berechnung der Körperoberfläche eines Menschen (engl.)
- [http://www.med-rz.uni-sb.de/med_fak/anatomie/bock/3dstart.htm 3D Anatomie]
- [http://caliban.mpiz-koeln.mpg.de/~stueber/darwin/werke05/index.html Charles Darwin: Die Abstammung des Menschen] (in der ersten deutschen Übersetzung (1875) des englischen Originaltextes)
- [http://www.tgs-chemie.de/evolution_des_menschen.htm Vergleich von Menschenaffen und Menschen]
- [http://clv.dyndns.info/pdf/255649.pdf Faszination Mensch - Buch im PDF-Format] (stark religiös motiviert) Kategorie:Primaten Kategorie:Anthropologie Kategorie:Menschenrechte ko:사람 ms:Manusia ja:人間 nb:Menneske simple:Human zh-min-nan:Lâng

Muskel

Die Muskulatur ist ein Organsystem, das alle Muskeln eines Tieres oder Menschens umfasst. Allerdings kann damit auch lediglich eine bestimmte Muskelgruppe gemeint sein, wenn man beispielsweise von Bein- oder Brustmuskulatur spricht. Der Muskel (lat. musculus "Mäuschen") ist ein mehrmals und in mehreren Formen vorkommendes kontraktiles Organ im tierischen Körper und hat eine eigene Gewebeart. Seine wichtigste Aufgabe ist es, innere und äußere Körperteile zu bewegen, damit sich das Tier oder der Mensch fortbewegen, seine Gestalt anpassen und viele seiner Körperfunktionen erhalten kann.

Aufbau und Funktionsweise

Wirksam wird der Muskel, indem er sich anspannen oder zusammenziehen (Kontraktion) und dabei Kraft ausüben kann. Eine Muskelkontraktion wird von elektrischen Impulsen (Aktionspotenzialen) ausgelöst, die vom Gehirn oder Rückenmark mumus ausgesandt und über die Nerven weitergeleitet worden sind. Nach dem Entspannen oder auch Erschlaffen (Relaxation) allerdings, wenn die anregenden elektrischen Impulse aufhören, verharrt der Muskel ohne Weiteres in seinem verkürzten Zustand, nicht im Stande, sich in seine Ursprungslage zurückzustrecken. Wieder ausgedehnt wird er entweder, indem ein sich kontrahierender Gegenspieler-Muskel die Kontraktionswirkung des Muskels aufhebt und so dabei auch ihn in den Ursprungszustand zieht, oder aber, indem die Zugkraft anderer elastischer Körpergewebe wie Bänder beziehungsweise Drücke von anderen Organen oder Flüssigkeiten wie Blut oder Darm-Inhalt ihn zurückstreckt. Jeder Muskel ist von einer elastischen Hülle aus Bindegewebe (Faszie) ummantelt, die mehrere Fleischfasern (auch Sekundärbündel) umschließt, welche wiederum mit Bindegewebe (Perimysium externum und Epimysium) umschlossen und zusammengehalten werden, das von Nerven und Blutgefäßen durchsetzt ist und sich an der Faszie befestigt. Jede Fleischfaser unterteilt sich in mehrere Faserbündel (auch Primärbündel), die zueinander verschiebbar gelagert sind, damit der Muskel biegsam und anschmiegend ist. Diese Faserbündel sind eine Vereinigung von bis zu zwölf Muskelfasern, die durch feines Bindegewebe mit Kapillargefäßen vereint sind. Bei der Muskelfaser handelt es sich um ein Syncytium, das heißt eine Zelle, die aus mehreren determinierten Vorläuferzellen (Myoblasten) entsteht und daher mehrere Kerne enthält. Die Muskelfaser kann eine beachtlichen Länge von bis zu mehr als 30 cm und ungefähr 0,1 Millimeter Dicke erreichen. Sie ist teilungsunfähig, was der Grund ist, warum bei einem Verlust der Faser kein Ersatz nachwachsen kann und bei Muskelzuwachs sich lediglich die Faser verdickt. Das heißt, von Geburt an ist die Obergrenze der Muskelfasern festgelegt. Neben den üblichen Bestandteilen einer tierischen Zelle machen hauptsächlich Myofibrillen, das sind feinste Fäserchen, zu etwa 80 % die Fasermasse aus. Die Membranhülle von Muskelfasern nennt man Sarkolemma.

Kontraktion

Die Kontraktion ist ein chemischer Vorgang, der durch einen Nervenimpuls ausgelöst wird. Dabei schieben sich die feinen Eiweißfasern (die Myofibrillen) ineinander, indem sie sich durch ihre kleinen Fortsätze mit flinken Ruderbewegungen aneinander vorbeischieben. (Mehr Details: siehe Muskelkontraktion.) Hört der Nerv auf, den Muskel mit Impulsen zu versorgen, erschlafft der Muskel, man spricht dann von Muskelrelaxation.

Kontraktionsarten

Je nachdem, in welche Bewegung die freigewordene, mechanische Energie umgesetzt wird, lässt sich die Kontraktion unterschiedlich charakterisieren:
- isotonisch (gleichgespannt): die Spannung des Muskels, mit der der Körper den Widerstand überwindet, verändert sich nicht.
- isometrisch (gleichen Maßes): der Muskel wirkt gegen den Widerstand, ohne ihn zu bewegen, ganz gleich, wie sehr er angespannt ist.
- auxotonisch (verschiedengespannt): es verändert sich die Spannung und der Widerstand. Das geschieht in den meisten Fällen der Muskelarbeit.
- isokinetisch (gleichschnell): der Widerstand wird mit einer gleichbleibenden Geschwindigkeit überwunden.
- konzentrisch: der Muskel überwindet den Widerstand und wird dadurch kürzer.
- exzentrisch: ob gewollt oder nicht, der Widerstand ist größer als die Spannung im Muskel, dadurch wird der Muskel gedehnt.

Einteilung

Ein Muskel lässt sich auf verschiedene Weise einordnen, wobei diese Einteilung nicht direkt und eindeutig ist. Oft überschneiden sich die Eigenschaften. Je nach Blickwinkel werden sie durch ihre Zellstruktur, Form oder Funktion unterschieden. Weiterhin lassen sich Typen von Muskelfasern unterscheiden, die in einem Muskel vermischt vorkommen.

Zytologisch


- Skelettmuskeln sind die willkürlich steuerbaren Teile der Muskulatur und gewährleisten die Mobilität des Tieres. Sie heißen auch gestreifte - bzw. quergestreifte Muskeln, da ihre Myofibrillen im Gegensatz zu den glatten Muskeln ganz regelmäßig angeordnet sind und dadurch ein erkennbares Ringmuster aus roten Myosinfilamenten und weißen Aktinfilamenten erzeugen. Sämtliche Skelettmuskeln werden der somatischen Muskulatur zugeordnet.
- Die glatte Muskulatur ist nicht der bewussten Kontrolle unterworfen, sondern vom vegetativen Nervensystem innerviert und gesteuert. Dazu zählt zum Beispiel die Muskulatur des Darms. Sämtliche glatte Muskeln werden der viszeralen Muskulatur zugeordnet.
- Der Herzmuskel arbeitet ständig, kann nicht krampfen, hat ein eigenes Nervensystem, kann spontan depolarisieren, enthält die kardiale Isoform des Troponin I und T. Er weist die Querstreifung von Skelettmuskeln auf, ist allerdings unwillkürlich gesteuert und stellt somit eine eigene Muskelart dar. Die gestreifte Muskulatur stammt von den Myotomen der Somiten der Leibeswand ab, die glatte aus dem Mesoderm der Splanchnopleura, sodass diese auch als Eingeweidemuskulatur bezeichnet wird. Im Bereich des Kopfdarms wird die viszerale Muskulatur von den Hirnnerven innerviert und ist quergestreift, während die restliche Eingeweidemuskulatur aus glatten Muskelfasern besteht.

Anatomisch


- Ringmuskel :Beispiele: Ziliarmuskel zur Verformung der Linse des Auges, Schließmuskeln um After, Mund, Auge, Blasenausgang und Magenausgang (Pylorus).
- Hohlmuskel :Beispiele: Speiseröhre, Magen, Darm, Herz
- spindelförmige Muskeln :Beispiele: M. soleus
- federförmige Muskeln
- mehrbäuchige Muskeln
- mehrköpfig :Beispiele: M. biceps brachii, M. triceps brachii und M. quadriceps femoris.

Funktional


- Im Hinblick auf ihre Zusammenarbeit werden Muskeln in gegenspielende und zusammenwirkende unterteilt. Agonisten (Spieler) und Antagonisten (Gegenspieler) haben zueinander eine entgegengesetzte Wirkung. Synergisten dagegen haben eine gleiche oder ähnliche Wirkung und arbeiten deshalb bei vielen Bewegungsabläufen zusammen. :Beispiel: Antagonisten: Bizeps und Trizeps; :Beispiel: Synergisten: für Liegestütze braucht man den Trizeps und die Brustmuskeln (pectoralis major,- minor).
- Muskeln, die Extremitäten an den Körper heranziehen, heißen Adduktoren (Anzieher), ihre Antagonisten, die Abduktoren (Abzieher), sorgen dafür, dass die Extremitäten vom Körper abgespreizt werden. Beispiel: äußere und innere Muskeln des Oberschenkels, mit welchen man die Beine spreizen und zusammenführen kann.
- Flexoren (Beuger) dagegen knicken Finger und Zehen ein, ihre Antagonisten sind die Extensoren (Strecker).
- Rotatoren

Muskelfasertypen

;Einteilung nach Enzymaktivität:
- Typ I Fasern: SO (eng. slow oxidative fibers „langsame oxidative Fasern“)
- Typ II Fasern: :
- Typ II A Fasern: FOG (eng. fast oxydativ glycolytic fibers „schnelle oxidative/glykolytische Fasern“) :
- Typ II X Fasern: FG (eng. fast glycolytic fibers „schnelle glykolytische Fasern“) Man unterscheidet je nach Tierart verschiedene Typen (B oder C). ;Einteilung nach Kontraktionseigenschaft:
- ST-Fasern (eng. slow twitch fibers „langsam zuckende Fasern“) sind sehr ausdauernd, entwickeln allerdings nicht hohe Kräfte. (entspricht SO)
- Intermediärtyp (entspricht FOG)
- FT-Faser (eng. fast twitch fibers „schnell zuckende Fasern“) dagegen können hohe Kräfte entwickeln, ermüden aber auch viel schneller. (entspricht FG) ;Einteilung nach Farbe:
- rote Muskeln (entspricht SO)
- weiße Muskeln (entspricht FG) Das Verhältnis der Zusammensetzung der verschiedenen Typen ist weitestgehend genetisch bestimmt und ist nur durch ein gezieltes Ausdauer- beziehungsweise Krafttraining begrenzt zu verändern.

Mensch

Jeder gesunde Mensch besitzt über 600 willkürliche Muskeln, wobei diese beim Mann etwa 40 %, bei der Frau etwa 23 % der Gesamtkörpermasse ausmachen, die Muskulösität hängt insgesamt aber von der Lebensweise ab: Menschen in postindustriellen Gesellschaften sind durch geringere Bewegung im Alltag und einer einseitigen, zu kohlenhydrat- oder fettreichen Ernährung deutlich unmuskulöser als die Mitglieder von Naturvölkern. Der größte Muskel ist der Große Rückenmuskel (musculus latissimus dorsi), der stärkste der Kaumuskel (musculus masseter), der längste der Schneidermuskel, die aktivsten die Augenmuskeln und der kleinste der Steigbügelmuskel. Aufgrund des Umfangs mechanischer Arbeit, die die Muskeln leisten müssen, sind sie neben dem Nervensystem einer der Hauptabnehmer von Körperenergie. Man kann einteilen in glatten und quergestreiften Muskeln. Die glatten Muskeln Kontrahieren sehr langsam ca. 75mal pro sek Die quergestreiften Muskeln Kontrahieren sehr schnell ca. 300mal pro sek

Erkrankungen und Verletzungen


- Muskelkater
- Muskelkrampf
- Muskelprellung
- Muskelzerrung
- Muskelfaserriss
- Muskelhartspann (Myosklerose, Muskelhypertonus)
- Muskelhärte (Myogelose)
- Muskelverkalkung
- Muskelbruch (Hernie)
- Myasthenie (Muskelschwäche)
- Muskelatrophie (Muskelschwund)
- Muskeldystrophie
- muskuläre Dysbalance
- Parese
- Paralyse Siehe auch:
- Sehnenentzündung, Sehnenzerrung, Sehnenriss

Literatur


- Dorling Kindersley: Anatomie-Atlas. Dorling Kindersley 2002, ISBN 3-8310-0241-X
- Dr. Smith, T.: Der menschliche Körper - ein Bildatlas. Augsburg Bechtermünz Verlag 1999.
- Prof. Dr. Benner, K.-U.: Der Körper des Menschen. Augsburg Weltbild Verlag GmbH 1996.

weitere Artikel

ADP, ATP, Anabolika, Anatomie des Menschen, Bewegung, Bodybuilding, Motorische Endplatte, Ernährung, Muskelfaser, Muskelschlinge, Fettreduktion, Filament, Hydrolyse, Kalzium, Körperfett, Kreatin, Sarkomer, Sarkoplasma, Skelett, Totenstarre, Vertebratenmuskulatur, FOP, Nomenklatur (Anatomie)

Weblinks


- [http://www.uni-mainz.de/FB/Medizin/Anatomie/workshop/Vokabular/Muskeln-Start.html Uni Mainz: Die Muskulatur des Menschen in Tabellen]
- [http://www.medsana.ch/artikel.php?id=9992930&box=1 MEDSANA - Muskelstoffwechsel: Energiebereitstellung im Sport]
- [http://www.wissenschaft.de/sixcms/detail.php?id=244157 www.wissenschaft.de: Übersäuerung hält müde Muskeln munter] Bericht über eine Publikation im Wissenschaftsmagazin Science (Bd. 305, S. 1144, 2005). Kategorie:Anatomie Kategorie:Skelettmuskel Kategorie:Histologie ja:筋肉 ko:근육 simple:Muscle

Glied

Der Begriff Glied bezeichnet #allgemein: ein Teil eines Ganzen #einen einzelnen Ring (o.ä.) einer Kette #einen (beweglichen) Körperteil eines Lebewesens: Gliedmaßen #(auch in der Form männliches Glied): den Penis #eine militärische Aufstellung: Glied (Militär)

Extremität

Unter einer Extremität (lat.) versteht man im allgemeinsten Fall etwas, das die Eigenschaft aufweist, extrem zu sein. Damit ist fast immer das gemeint, was am Körper eines Tieres oder Menschen extrem herausragt, nämlich die segmentalen Körperanhänge. Im engeren Sinne sind nur solche Anhänge gemeint, welche der Fortbewegung dienen, im weiteren Sinne auch alle von diesen abgeleiteten Formen (siehe z.B. Gliederfüßer). In der Anatomie des Menschen werden die Extremitäten auch Gliedmaßen genannt, bestehend aus den Armen (obere Extremitäten) und Beinen (untere Extremitäten). Siehe auch: Körper des Menschen Kategorie:Anatomie

Bein

Beine sind Bestandteile von
- Menschen (das Bein, genannt Untere Extremität)
- vielen anderen Lebewesen
- Möbelstücken (Stühle, Tische, Regale, usw.), siehe Stuhlbein Die Beine dienen den Lebewesen zur Fortbewegung, den Möbeln als "Abstandhalter" zum Boden. Bein
- (auch Gebein) ist die Bezeichnung für Knochen, vergleiche Schienbein, Elfenbein, Beinhaus usw.
- ist der Sammelbegriff für Elfenbein, Knochen und Geweih als Werkstoffe Personen mit dem Namen Bein:
- Uwe Bein, ehemaliger Fußballspieler

Flügel

Das Wort Flügel (v. mittelhochdeutsch: vlügel) bezeichnet:
- ein paarweise angeordnetes Körperteil, um damit zu fliegen:
  - bei Vögeln als ein Paar am Rumpf angewachsen, siehe Flügel (Vogel),
  - bei flugfähigen Insekten als ein oder zwei Paare am Thorax angewachsen, siehe Flügel (Insekt),
  - in der Mythologie als Flugorgan menschenähnlicher Wesen (z.B. Flügel des Engels), siehe z.b. Flügel des Amor (Mythologie).
- in der Technik ein unsymmetrisch umströmtes Profil (Flosse), um quer zur relativen Anströmrichtung eine Kraft (dynamischen Auftrieb) zu erzeugen:
  - entweder einzeln, siehe Tragfläche oder Tragflügel eines Tragflügelboot,
  - bei Rotoren spricht man i.d.R. von Propeller oder Rotorblatt
- einen seitlichen Teil eines mehrgliedrigen Ganzen:
  - entweder einer zusammengesetzten Sache, z.B. Fenster, Altar, Haus, Lunge, Nase,
  - oder von Menschen, die gemeinsam, jedoch in räumlichem oder ideologischem Abstand voneinander, um dasselbe Ziel kämpfen, z.B. Fußballmannschaft, Armee, politische Partei.
    - im Sport ´, z.B. Außenstürmer, Forward,
  - zudem die seitlich angeordneten Bügel beim Spinnrad oder einer Flügelspinnmaschine, siehe auch Spinnen.
- eine Bauform des Klaviers auf drei Beinen mit einem an die Form des Vogelflügels erinnernden Resonanzkörper, siehe Flügel (Musikinstrument)

Flosse

Eine Flosse ist ein Antriebs- und Stabilisierungsorgan bei Fischen und Walen. Bei den Fischen gibt es Flossen mit Weich- und Hartstrahlen. Sie werden unterteilt in
- Rückenflosse (Dorsale): befindet sich auf dem Rücken und dient primär der Stabilisierung der Bewegung des Fisches oder Wales. Berühmt sind die dreieckigen Rückenflossen der Haie
- Schwanzflosse (Caudale)
- Afterflosse (Anale)
- Bauchflosse (Ventrale)
- Brustflosse (Pectorale)
- Fettflosse (bei Welsartigen (Siluriformes), Salmlern (Characiformes), Lachsartigen (Salmoniformes) und einigen weiteren Gruppen oder Arten). Die Anzahl und Art der Flossenstrahlen ist häufig charakteristisch für eine Art und spielt deshalb eine wichtige Rolle bei deren Beschreibung und Bestimmung mit Hilfe der sogenannten Flossenformel. Die Flossenformel setzt sich aus dem ersten Buchstaben der lateinischen Flossenbezeichnung, der Anzahl der Hartstrahlen und der Anzahl der ungeteilten und geteilten Weichstrahlen zusammen. Hartstrahlen werden dabei mit römischen, Weichstrahlen mit arabischen Zahlen angegeben. Da Hartstrahlen und ungeteilte Weichstrahlen immer am Flossenanfang, die geteilten Weichstrahlen immer im hinteren Teil der Flosse stehen, läßt sich durch die Trennung mit einem Schrägstrich eine eindeutige Darstellung erzeugen. Ist eine Flossenart mehrfach vorhanden wird die Stellung der beschriebenen Flosse durch eine arabische Ziffer unmittelbar hinter dem Buchstaben angegeben.

- Beispiele:
  - D I/5 - In der Rückenflosse folgen auf einen Hartstrahl fünf Weichstrahlen.
  - D2 3/9 - In der zweiten Rückenflosse folgen auf drei ungeteilte Weichstrahlen drei geteilte Weichstrahlen.
  - A II-III/5-7 - In der Afterflosse folgen auf zwei bis drei Hartstrahlen fünf bis sieben Weichstrahlen.
  - C II(-III)/7 - In der Schwanzflosse folgen auf zwei, in Ausnahmefällen drei, Hartstrahlen sieben Weichstrahlen. Den Übergang vom Fischkörper in die Schwanzflosse bezeichnet mal als Schwanzstiel. Die hartstrahligen Rückenflossen einiger Fische sind mit Giftdrüsen versehen (z.B. Petermänchen, Drachenkopf, Steinfisch, Indischer Rotfeuerfisch). Die "Schwanzflosse" bei Walen heißt Fluke, die Brustflossen Flipper und die Rückenflosse wie bei den Haien Finne. Weiterhin wird die Bezeichnung Flosse für den starren, unbeweglichen Teil eines Flugzeug - Leitwerks verwendet. Kategorie:Zootomie

Vergleichende Anatomie

Die vergleichende Anatomie untersucht den Körperbau verschiedener Tierarten. Bereits die klassische biologische Systematik beruhte auf baulichen Gemeinsamkeiten und Unterschieden für die Einteilung von den Reichen bis zu den Arten, zunehmend werden aber auch genetische Differenzen in die Klassifikation einbezogen. Mit der Gegenüberstellung und dem Vergleich verschiedener Tierarten lassen sich manchmal Beobachtungen an einer Tierart überhaupt erst deuten. Darüber hinaus bietet dieser Vergleich die Möglichkeit, bestimmte bauliche Grundprinzipien zu erkennen und damit die Basis für eine gemeinsame Benennung (Nomenklatur) zu schaffen. Siehe auch: Anatomie des Menschen, Nomenklatur (Anatomie), Systematische Anatomie, Topographische Anatomie, Beschreibende Anatomie !Vergleichende Anatomie th:สัณฐานวิทยา

Zingulum

Das Zingulum oder Cingulum (lateinisch für Gürtel) ist der Gürtel, den Mönche um ihre Kutte, Ministranten gelegentlich um ihr Talar oder ihre Kutte oder Priester um ihre Soutane tragen. Bei Mönchen, die auf Armut Wert legen, kann dies ein einfacher Strick sein, bei hohen geistlichen Würdenträgern ein breites Band aus edlen Stoffen. So trägt ein Priester ein schwarzes, ein Bischof ein violettes, ein Kardinal ein blutrotes und der Papst ein weißes Band um seine Soutane. Cingulum wird auch der Gürtel genannt, mit dem römische Soldaten ihr Tunika-Gewand gürteten. Dieser Gürtel war sozusagen der "Ausweis" des Soldaten, wenn er ohne Waffen und Schutzwaffen und nur in Tunika, Mantel und Sandalen unterwegs war: Wer ihn trug, war Soldat („omnes qui militant, cincti sunt“ Servius, Commentarius in Vergilii Aeneida VIII, 724). Er war spätestens ab der Mitte des 1. Jh. n. Chr. aufwändig verziert, um seine Bedeutung zu unterstreichen. Diese Verzierungen (Schnalle, Beschläge und Anhänger) wechselten mit der Mode. Seine Bedeutung erlangt der Gürtel wahrscheinlich durch seine Funktion als Schwertgurt, später wurde er aber auch oft ohne Schwert getragen, wie die lebensechten Abbildungen auf den Grabdenkmälern der Soldaten in allen römischen Provinzen zeigen.

Weblinks


- [http://www.die-roemer-online.de/militaer/ausruestung/ausruestung.html die-roemer-online - Mehr zur römischen Bewaffnung und Ausrüstung] Kategorie:Kleidung (Antike) Kategorie:Religiöse Kleidung

Beckengürtel

Das Becken (Pelvis) ist der Körperabschnitt unterhalb des Bauchs und oberhalb des Beines, bei vierfüßigen Säugetieren der Teil zwischen Bauch und Schwanz. Man unterscheidet beim Menschen zwischen einem großen und einem kleinen Becken (Pelvis major und minor). Das große Becken liegt zwischen beiden Darmbeinschaufeln oberhalb der Beckeneingangslinie (Linea terminalis) und gehört eigentlich zum Bauchraum. Zugleich wird unter dem Begriff "Becken" auch der knöcherne Teil dieses Körperabschnitts verstanden. Das knöcherne Becken besteht aus dem Kreuzbein (Os sacrum) und den beiden Hüftbeinen (Ossa coxae). Es bildet den Beckengürtel (Cingulum membri pelvini). Bei Säugetieren (einschl. Mensch) ist das knöcherne Becken mit der Wirbelsäule gelenkig, aber wenig beweglich verbunden. Durch seine Festigkeit und Stabilität gibt er dem menschlichen Körper einen sicheren Stand und eine aufrechte Haltung. Bei Tieren sorgt es dafür, dass die Hintergliedmaßen stabil am Rumpf verankert werden und der von ihnen produzierten Vorschub effektiv auf den Körper übertragen wird.

Hüftbein (Os coxae)

Kreuzbein Beide Hüftbeine bestehen jeweils aus drei Anteilen:
- Darmbein (Os ilium)
- Sitzbein (Os ischii) und
- Schambein (Os pubis). Diese drei Knochen verschmelzen beim Menschen etwa mit dem 15. Lebensjahr im Bereich der Hüftgelenkpfanne zum nun einheitlichen Hüftbein. Beide Hüftbeine sind über das Kreuzbein-Darmbein-Gelenk (Articulatio sacroiliaca) mit dem Kreuzbein verbunden. Die Bewegungsmöglichkeiten dieses Gelenks sind jedoch durch straffe Bänder sehr eingeschränkt. Das Gelenk ist für die Federung der Wirbelsäule von großer Wichtigkeit. An der Vorderseite haben die beiden Hüftbeine eine knorpelige Verbindung über die Schambeinfuge (Symphysis pubis). Bei Tieren liegt die Verbindung zwischen beiden Hüftknochen an der Unterseite und schließt Scham- und Sitzbein ein (Symphysis pelvina). Alle drei Hüftknochen treffen in der Hüftgelenkspfanne (Acetabulum) zusammen. Sie besteht aus einer halbmondförmigen Gelenkfläche (Facies semilunata), die in der Mitte zur Hüftgelenksgrube (Fossa acetabuli) ausgehölt ist. In dieser Grube entspringt ein Band (Ligamentum capitis ossis femoris) für die Stabilisierung des Hüftgelenks. Die offene Seite des Halbmonds wird als Incisura acetabuli ("Hüftgelnkspfanneneinschnitt") bezeichnet und wird durch ein Band (Ligamentum transversum acetabuli) verschlossen. Der Rand des Acetabulums wird durch einen Knorpelsaum erhöht (Labrum acetabulare), so dass der Kopf des Oberschenkelknochens über seinen Äquator hinaus umfasst wird.

Geschlechtsunterschiede am knöchernen Becken

Das weibliche und männliche Becken unterscheiden sich deutlich. Während bei der Frau die beiden Beckenschaufeln ausladender sind und das Hüftbeinloch (Foramen obturatum) eine ovale Form hat, ist das männlichen Becken kleiner und das Hüftloch runder. Auch der Beckenausgang ist beim weiblichen Becken breiter. ---- siehe auch: Beckenhöhle, Vogelskelett Kategorie:Knochen

Oberarm

Der Oberarm ist ein Teil des Armes und befindet sich zwischen Schulter und Ellenbogen.

Anatomie

Knochen

Der Oberarm der Wirbeltiere enthält nur eine knöcherne Struktur, den Oberarmknochen (Humerus). Dieser zählt zu den langen Röhrenknochen. Sein beinahe halbkugelförmiger Kopf sitzt kranial medial (oben innen) auf dem Schaft auf und bewegt sich in der Gelenkpfanne des Schulterblatts.

Angrenzende Gelenke

Das Schultergelenk (Articulatio humeri) ist das beweglichste Gelenk des Menschen. Es ist ein Kugelgelenk, dessen Gelenkflächen zum einen vom Caput humeri (lat.: Kopf des Oberarmknochens) und zum anderen von der Cavitas glenoidalis scapulae (lat: Gelenkhöhlung des Schulterblatts) gebildet werden. Das Schultergelenk wird beim Menschen von zwei Bändern stabilisiert: dem Lig. coracohumerale (Band vom Processus coracoideus (Rabenschnabelfortsatz) des Schlüsselbeins zum Humerus (Tuberculum majus und Tuberculum minus)) und dem Lig. coracoacromiale (verläuft zwischen Processus coracoideus und Acromion des Schulterblatts, liegt von oben auf dem Schultergelenk auf). Bewegungen zu denen das Schultergelenk fähig ist sind: Abduktion (Seitwärtsführen des Armes), Adduktion (Heranführen des Armes), Anteversion (oder Beugung, Führen des Arms nach vorn), Retroversion (oder Streckung, Führen des Arms nach hinten), Außenrotation und Innenrotation. Das Ellbogengelenk (Articulatio cubiti) setzt sich aus drei Teilgelenken zusammen, die drei Knochen verbinden. Die Articulatio humeroulnaris (Oberarm-Ellen-Gelenk) verbindet Humerus und Elle (Gelenkflächen: Trochlea humeri (Rolle des Humerus) und Incisura trochlearis ulnae (Rollen-Einschnitt der Elle)). Die Articulatio humeroradialis (Oberarm-Speichen-Gelenk) verbindet Humerus und Speiche (Gelenkflächen: Capitulum humeri (Köpfchen des Humerus) und Fovea capitis radii (Speichen-Kopf-Grube)). Die Articulatio radioulnaris proximalis (oberes Ellen-Speichen-Gelenk) zwischen Elle und Speiche (Gelenkflächen: Circumferentia articularis radii (Gelenkumfang der Speiche) und Incisura radialis ulnae (Speichen-Einschnitt der Elle). Die Gelenke werden von drei Bändern stabilisiert: innen vom Ligamentum collaterale ulnare (seitliches Ellenband, zieht von der Innenseite des Humerus (Epicondylus medialis humeri) zur Innenfläche der Elle), außen vom Ligamentum collaterale radiale (seitliches Speichenband, zieht von der Außenfläche des Humerus (Epicondylus lateralis humeri) und geht in das Lig. anulare radii über). Das Ligamentum anulare radii (Ringband der Speiche) beginnt und endet an der Incisura radials ulnare und hält den Kopf der Speiche damit in Position. Das Ellenbogengelenk ist ein Scharniergelenk und ermöglicht deswegen nur Beugung und Streckung. Das obere Ellen-Speichen-Gelenk ermöglicht außerdem, zusammen mit dem unteren Ellen-Speichen-Gelenk (Articulatio radioulnaris distalis) die Supination (Drehung des Unterarmes, so dass der Daumen von innen nach außen rotiert), und die entgegengesetzte Bewegung, die Pronation.

Muskeln

Die Muskeln des Oberarmes sind Beuger oder Strecker des Ellbogengelenks. Weiterhin wird der Oberarm aber auch von einigen der Brust-, Rücken- und Schultermuskeln bewegt.
Diese Tabelle soll nur eine erste Übersicht geben, genauere Beschreibungen finden sich auf den Seiten der betreffenden Muskeln.

Abbildungen der Muskeln

Die Zahlen entsprechen denen in der Tabelle.

Rotatorenmanschette

Als Rotatorenmanschette wird beim Menschen eine Gruppe von vier Muskeln bezeichnet: Musculus supraspinatus, Musculus infraspinatus, Musculus teres minor und Musculus subscapularis. Die Aufgabe dieser Muskeln besteht darin, den Kopf des Humerus in der sehr flachen Gelenkpfanne des Schulterblatts zu halten. Das funktionelle Resultat ist eine extreme Beweglichkeit in mehreren Beugeebenen und der Rotationsachse. Auf der anderen Seite bedingt diese dynamische Fixierung eine potentielle Instabilität, weshalb Verrenkungen (Luxationen) im Schultergelenk besonders häufig sind.

Arterien

Die Arteria axillaris (lat.: Achselarterie) wird in der Achselhöhle zur Arteria brachialis (Oberarmarterie). Diese ist Ursprung für
- Arteria profunda brachii (tiefe Armarterie), Ursprung für
  - Arteria collateralis radialis (seitliche radiale Arterie) und
  - Arteria collateralis media (seitliche mittige Arterie)
- Arteria collateralis ulnaris superior (seitliche obere ulnare Arterie)
- Arteria collateralis ulnaris inferior (seitliche untere ulnare Arterie) Am Ellenbogen teilt sie sich schließlich in Arteria mediana, Arteria radialis und Arteria ulnaris auf.

Venen

Die Vena brachialis begleitet die Arteria brachialis im Oberarm. Außerdem gibt es innen die Vena basilica (Königsvene), die sich mit der Vena brachialis zur Vena axillaris (Achselvene) vereint. An der Außenseite verläuft die Vena cephalica (Kopfvene), die sich später in die Vena axillaris oder in die Vena jugularis externa ergießt.

Nerven

Am Oberarm verlaufen einige Nerven des Plexus brachialis:
- Nervus musculocutaneus: innerviert Biceps brachii, Brachialis und Coracobrachialis
- Nervus radialis: innerviert Triceps, Anconeus und Brachioradialis sowie Hand- und Fingerstrecker am Unterarm
- Nervus medianus: innerviert Hand- und Fingerbeuger am Unterarm
- Nervus ulnaris: innerviert Hand- und Fingerbeuger am Unterarm
- Nervus cutaneus brachii medialis: innerviert die Haut am Oberarm
- Nervus cutaneus antebrachii medialis: innerviert die Haut am Unterarm

Literatur


- R. Bertolini u. A.: Systematische Anatomie des Menschen. Urban & Fischer Verlag, Januar 2002 ISBN 3861260778

Siehe auch


- Anatomie des Menschen
- Nomenklatur (Anatomie)
- Portal Medizin
- Unterarm
- Ellenbogen
- Schultergelenk Kategorie:Anatomie

Oberschenkel

Der Oberschenkel (lat. Femur) ist ein Teil des Beines (bei Tieren: der Hintergliedmaße) und befindet sich zwischen Hüfte bzw. Gesäß und Knie.

Knochen

Der Oberschenkel besitzt eine knöcherne Struktur, den Oberschenkelknochen (lat. Os femoris oder Femur). Im Inneren ist er von feinen Knochenbälkchen (Spongiosa) ausgefüllt, die entlang der mechanischen Belastungslinien (trajektorellen Linien) ausgerichtet sind. Sie ermöglichen eine sehr hohe Stabilität bei möglichst geringem Materialverbrauch bzw. Gewicht. Ferner werden die Zwischenräume auch von Knochenmark ausgefüllt und dienen somit zur Blutbildung. Das Knochenmark wird im Alter teilweise durch Fettgewebe ersetzt.

Angrenzende Gelenke

Das Gelenk zwischen Hüfte und Oberschenkel (Hüftgelenk, lat. Articulatio coxae) ist ein Kugelgelenk zwischen dem Kopf des Femur (Caput ossis femoris) und der Gelenkpfanne des Beckens (Acetabulum). Beim Gelenk zwischen Unterschenkel und Oberschenkel (Kniegelenk, lat. Articulatio genus) handelt es sich um ein Scharniergelenk, die Gelenkflächen sind die Kondylen des Oberschenkelknochens und des Schienbeins. Allerdings ist dieses Gelenk in Beugestellung auch drehbar und wird deshalb als Drehbeuger oder Trochoginglymus bezeichnet.

Muskeln

Die den Oberschenkel bewegenden Muskeln kann man in 4 Gruppen einteilen: die Hüftmuskeln, die Adduktoren, die vorderen Muskeln und die hinteren Muskeln des Oberschenkels.

Quadriceps femoris

Der Quadrizeps femoris ("Vierköpfiger Oberschenkelmuskel") besteht aus vier Muskelköpfen (Rectus femoris, Vastus medialis, Vastus intermedius und Vastus lateralis), die in einer gemeinsamen Endsehne zur Tuberositas tibiae ziehen. In diese ist die Kniescheibe (Patella) eingelagert. Unterhalb der Kniescheibe wird die Sehne auch Kniescheibenband (lat. Ligamentum patellae) genannt.

Arterien

Die Aorta abdominalis teilt sich im Unterleib in zwei Arteriae iliaca communis (lat. gemeinsame Arterien des Iliums). Diese teilen sich jeweils in eine Arteria iliaca externa (äußere Darmbeinarterie) und eine Arteria iliaca interna (innere Darmbeinarterie). Aus der Arteria iliaca interna entspringen für die Versorgung von Gesäß und Oberschenkel:
- Arteria glutealis superior (obere Gesäßarterie, bei Tieren als Arteria glutea cranialis bezeichnet)
- Arteria glutealis inferior (untere Gesäßarterie, bei Tieren als Arteria glutea caudalis bezeichnet)
- Arteria obturatoria (verstopfende Arterie): aus ihr entspringen ein oberflächlicher und ein tiefer Ast, ein Zweig des tiefen Astes versorgt den Kopf des Femurs.

Arteria femoralis des Menschen

Aus der Arteria iliaca externa wird die Arteria femoralis (Oberschenkelarterie). Aus der Oberschenkelarterie entspringen beim Menschen:
- Arteria epigastrica superficialis
- Arteria circumflexa iliaca superficialis (oberflächliche das Ilium umgebende Arterie)
- Arteria pudenda externa (äußere Schamarterie)
- Arteria profunda femoris (tiefe Beinarterie)
  - Arteria circumflexa femoris medialis (innere den Femur umgebende Arterie)
  - Arteria circumflexa femoris lateralis (äußere den Femur umgebende Arterie)
- Arteria genus descendens (absteigende Kniearterie) Am Knie wird die Arteria femoralis zur Arteria poplitea (Kniekehlarterie).

Arteria femoralis der Haustiere

Bei Haustieren geht aus der Arteria iliaca externa die Arteria profunda femoris und aus dieser die Arteria circumflexa femoris medialis für die Innenseite des Oberschenkels ab. Die Fortsetzung der Arteria iliaca externa ab dem Übertritt auf die Innenseite des Oberschenkels wird ebenfalls als Arteria femoralis bezeichnet. Diese Arterie wird bei Hund, Katze, Schaf und Ziege als Pulsfühlstelle genutzt. Aus der Oberschenkelartrie entspringen:
- Arteria circumflexa femoris lateralis (versorgt den Quadrizeps)
- mehrere Arteriae caudales femoris (versorgen die Hinterbackenmuskeln)
- Arteria saphena (versorgt Innenseite des Oberschenkels)
- Arteria genus descendens (versorgt die Kniegegend) Ab der Kniekehle wird die Fortsetzung der Arteria femoralis, wie beim Menschen, als Arteria poplitea bezeichnet.

Venen

Aus der Vena poplitea wird am Oberschenkel die Vena femoralis, sie nimmt die Vena profunda femoris und die Vena saphena magna auf und ergießt sich schließlich in die Vena iliaca externa.

Nerven

Der Oberschenkel wird, wie der übrige Teil des Beines, von den Nerven des Plexus lumbosacralis versorgt.

Siehe auch


- Schenkeldreieck
- Anatomie des Menschen
- Nomenklatur (Anatomie)
- Portal Medizin
- Unterschenkel
- Kniegelenk
- Hüfte
- Hüftgelenk
- Körper des Menschen Kategorie:Anatomie

Unterschenkel

Der Unterschenkel (lat. crus) ist ein Teil des Beines und befindet sich zwischen Fuß und Knie.

Knochen

Der Unterschenkel (lat. crus) besitzt zwei knöcherne Strukturen, Tibia (Schienbein) und Fibula (Wadenbein). Diese sind proximal durch die Amphiarthrose und distal durch die Syndesmosis tibiofibularis miteinander verbunden. Zwischen ihnen verläuft die Membrana interossea.

Angrenzende Gelenke

Beim Gelenk zwischen Knie und Unterschenkel (dem Kniegelenk) handelt es sich um ein Scharniergelenk, die Gelenkflächen sind die Kondylen des Femur und der Tibia. Das Gelenk zwischen Unterschenkel und Fuß (Oberes Sprunggelenk) ist ebenso ein Scharniergelenk.

Muskeln

Die Muskeln des Unterschenkels werden in drei Gruppen unterteilt: die seitlich-vorderen Muskeln, die Wadenmuskeln und die hinteren Muskeln.
Bei vierfüßigen Säugetieren liegt zwischen den Köpfen des Gastrocnemius noch der Musculus flexor digitorum pedis superficialis (oberflächlicher Zehenbeuger des Fußes).

Arterien

In der Kniebeuge teilt sich die Arteria poplitea (Kniebeugenarterie) in die
- Arteria tibialis anterior (vordere Arterie des Schienbeins, bei Tieren als Arteria tibialis cranialis bezeichnet) und die
- Arteria tibialis posterior (hintere Arterie des Schienbeins, bei Tieren als Arteria tibialis caudalis bezeichnet). Der Arteria tibialis anterior (cranialis) entspringt die Arteria recurrens tibialis anterior (vordere zurücklaufende Arterie des Schienbeins), die wieder zum Knie aufsteigt, und die Arteriae malleolaris anterior medialis et lateralis (innere und äußere vorderen Arterien des Knöchels). Schließlich endet sie in der Arteria dorsalis pedis (Arterie des Fußrückens). Aus der Arteria tibialis posterior (caudalis) entspringt die Arteria fibularis (Arterie des Wadenbeins), die Arteria plantaris medialis (innere Fußsohlenarterie) und die Arteria plantaris lateralis (äußere Fußsohlenarterie).

Venen

Im Unterschenkel befindet sich zum einen die Vena saphena magna (große verborgene Vene, bei Tieren auch als Vena saphena medialis bezeichnet), die vom Fuß aus vor dem inneren Knöchel, dann medial zur Tibia und schließlich hinter dem Condylus medialis tibiae (innerer Gelenkkopf der Tibia) in den Oberschenkel übergeht.
Die Vena saphena parva (kleine verborgene Vene, bei Tieren auch als Vena saphena lateralis bezeichnet) verläuft hinter dem äußeren Knöchel, dann außen am Unterschenkel entlang und ergießt sich schließlich in die Vena poplitea (Kniebeugenvene). Die Vena saphena parva wird bei Fleischfressern (Hund, Katze) häufig zur Blutentnahme oder intravenösen Injektion genutzt.

Nerven

In der Kniekehle teilt sich der Nervus ischiadicus (Ischiasnerv) in den Nervus peroneus communis (gemeinsamer Wadenbeinnerv) und den Nervus tibialis (Schienbeinnerv). Der Nervus peroneus communis teilt sich wiederum in den Nervus peroneus profundus (tiefer Wadenbeinnerv) und den Nervus peroneus superficialis (oberflächlicher Wadenbeinnerv). Der Nervus tibialis teilt sich erst am Fuß auf.

Siehe auch


- Anatomie des Menschen
- Nomenklatur (Anatomie)
- Portal Medizin
- Oberschenkel
- Knie
- Fuß
- Kompartmentsyndrom Kategorie:Anatomie

Fußwurzel

Der Fuß (lat. pes) ist der unterste Teil des Beines. Die Struktur des menschlichen Fußes und der Hand sind Variationen der selben fünf-Finger-Anatomie, die auch bei vielen anderen Wirbeltieren angelegt ist. Als Anpassung an den aufrechten Gang weist der menschliche Fuß eine hohe anatomische und funktionale Komplexität auf. Der Fuß besteht u.a. aus Zehen, Sohle und Ferse. Die Verbindung zum Unterschenkel wird durch den Knöchel (das Sprunggelenk) gebildet. In den Füßen befinden sich ein Viertel der 206 Knochen des menschlichen Körpers. An Fußsohle und Zehen finden sich die Rezeptoren der Hautsinne (Tastsinn) in besonders hoher Dichte. siehe auch:
- Fehlbildungen des Fußes siehe unter Plattfuß, Senkfuß, Podologie, Spreizfuß, Hallux valgus
- Schweißfuß
- Schuhgröße Schuhgröße Kategorie:Anatomie simple:Foot

Zehe (Fuß)

Als Zehen werden die Endabschnitte der Gliedmaßen der vierfüßigen Wirbeltiere bezeichnet, bei Primaten und Menschen nur die der hinteren Gliedmaßen. Die lateinische Bezeichnung lautet Digiti pedis und bedeutet "Finger des Fußes", die deutsche Bezeichnung geht wohl auf das indogermanische deik (Zeiger) zurück. Der Mensch besitzt normalerweise an jedem Fuß fünf Zehen. Die größte Zehe befindet sich hierbei innen, die kleinste außen am Fuß. Die große Zehe teilt sich in zwei Glieder kurzer Röhrenknochen, die übrigen Zehen sind dreigliedrig. Wie jeder Finger so besitzt auch jede Zehe einen Nagel. Bei Tieren können Zehen neben Nägeln aber auch Hufe, Krallen tragen. Es gibt auch Tiere, deren Zehen durch Flug- oder Schwimmhäute verbunden sind. Siehe auch: Zehengänger Kategorie:Anatomie

Sinnesorgan

Ein Sinnesorgan ist ein Organ, der Information in Form von Reizen aus der Umwelt aufnimmt, diese in elektrische Impulse umwandelt, die entlang von Nervenfasern als Reiz weitergeleitet und dann vom Gehirn in Wahrnehmungen umgewandelt werden. Die eigentliche Umwandlung der eintreffenden Reize wird von den Rezeptoren des Sinnesorgans vollzogen; dabei spielen chemische und/oder physikalische Prozesse eine Rolle. Der Rest des Sinnesorgans dient zur geeigneten Übertragung des Signals auf nachgeschaltete Nerven, die für die Weiterleitung zu den zentralen Verarbeitungsstellen im Gehirn sorgen.

Die wichtigsten Sinnesorgane des Menschen:


- Auge (Gesichtssinn)
- Ohr (Gehörsinn)
- Nase (Geruchssinn)
- Geschmacksknospen auf der Zunge (Geschmackssinn)
- Tastrezeptoren in der Haut (Tastsinn)
- Gleichgewichtsorgan im Innenohr (Gleichgewichtssinn)
- Wärme- und Kälterezeptoren in der Haut (Temperaturwahrnehmung)

Sinnesorgane der Tiere

Tiere haben oft auch andere Sinnesorgane, z.B.:
- Seitenlinienorgan bei Fischen
- Wahrnehmung elektrischer Felder bei manchen Raubfischen
- Wahrnehmung des Erdmagnetfeldes (nicht nur) bei Zugvögeln aufgrund eines Magnetsinns
- Wahrnehmung von Wärme bei Schlangen
- Wahrnehmung von Erschütterungen bei Spinnen

Siehe auch


- Sinne
- Sensorische Substitution

Weblinks


- http://www.physiology.de/hvsinne/auge/seh01.htm
- http://www.physiology.de/hvsinne/hoeren/audioin.htm
- http://www.physiology.de/hvsinne/haut/hautin.htm ! KAtegorie:Wahrnehmung

Tentakel

Als Tentakel bezeichnet man längliche Strukturen bei verschiedenen Tieren. Sie dienen häufig dem Ertasten und Greifen von Beutetieren. Zu den Tieren mit Tentakeln gehören Quallen, Kalmare, Nautilusse und Tintenfische. Die Tentakel der Quallen können bis zu vierzig Meter lang werden. Im Videospiel Maniac Mansion und der Fortsetzung "Der Tag des Tentakels" spielt sowohl das grüne als auch das purpurne Tentakel eine entscheidende Rolle. Die einzelnen Tentakel sind eigenständige Lebewesen, welche mit dem Spieler agieren. Während das grüne Tentakel Rockmusik liebt und dem Spieler hilft, ist das purpurne Tentakel dem bösen Fred ergeben und ist im zweiten Teil sogar der Erzfeind. Kategorie:Anatomie (Wirbellose) ja:触手

Kiefer (Insekt)

Die Kiefer bzw. Kieferpaare von Insekten sind - ähnlich wie bei anderen Tieren - ein Hartgebilde am Anfang des Verdauungskanals. Doch haben sie bei Insekten drei wesentliche Unterschiede:
- sie bewegen sich meistens rechts-links (statt oben-unten)
- sie sind bei weitem vielfältiger als in jeder anderen Tierklasse
- die dienen außer der Nahrungsaufnahme noch anderen Zwecken, die sich von jenen anderer Tierstämme unterscheiden
- sie wandeln im Laufe der Entwicklung zum fertigen Insekt meist ihre Form und Funktion.

Grundstruktur von Insektenkiefern

Die Mundwerkzeuge zählen anatomisch zur Gruppe der Gliedmaßen und können in ihrer primären Funktion folgende Werkzeugtypen sein: # kauend - beißend (z.B. bei Käfern, Ameisen oder Schaben). Oft sind sie sichelförmig ausgebildet, aber auch dolchförmig, wie Werkzeugbacken etc. # Kauend - leckend (beispielsweise bei ...) # Stechend - saugend (z.B. Blattläuse, Mücken) # Leckend - saugend (oft mit Verdauungs-Enzymen wie bei Fliegen und anderen Klassen). Sie setzen sich im wesentlichen aus 3 Teilen zusammen:
- Mandibeln (sie entsprechen dem Oberkiefer ¹) und deren Grundglied Cardo,
- 1.Maxille (Unterkiefer) mit Unterkiefertastern (dem ersten Paar von Mundwerkzeugen),
- 2.Maxille oder Labium (Unterlippe mit Unterlippetastern. Diese Gliedmaßen sind von vorne nach hinten paarig angeordnet, dahinter folgt unpaarig das Labrum (Oberlippe).
¹) Der Oberkiefer wird auch öfters Maxilla superior genannt, und der Unterkiefer Maxilla inferior bzw. Mandibula. Das Konversationslexikon 1888 ([http://susi.e-technik.uni-ulm.de:8080/meyers/servlet/showSeite?ID=1029700306939&BandNr=14]) spricht bei manchen Insekten sogar vom "Schnabel":
Der Schnabel vieler Insekten (Schnabelkerfe: Wanzen, Cikaden, Blattläuse etc.) bildet ein Rohr, das aus Ober- und Unterlippe hervorgeht und im Innern die zu Stechborsten umgewandelten Kieferpaare birgt. Ähnlich verhält es sich mit dem S. mancher Schmarotzerkrebse. Im weitern Sinn ...

Ameisen und andere Hautflügler

Allein schon bei den Ameisen finden sich verschiedenste Kieferformen. Während die meisten Arten Kiefern zum Beißen haben, sind sie bei Pilze-züchtenden Arten Süd- und Mittelamerikas auch schneidend entwickelt. Die von Obstplantagen gefürchteten Blattschneider-Ameisen etwa plündern jede Nacht (bei hoher Luftfeuchtigkeit auch tagsüber) in ganzen Heerscharen alle Blattpflanzen im Umkreis. Sie schneiden centgroße Blattstücke ab und schleppen sie ins Nest. Heimische Ameisen kennen abwechslungsreichere Nahrung (Gemüse, Zucker, Fleisch ...); bei der Jagd nach letzterem hat z.B. die Rote Ameise eine geschickte Taktik: hat sie ein Tierchen aufgespürt und mit ihren "Kolleginnen" umzingelt, schießen sie ihm zunächst eine Salve beißende Ameisensäure in die Augen. Dann beißen sie sich mit den Kiefern fest und schleppen die Beute ins Nest. Die Mundwerkzeuge der Käfer sind meist beißend-kauend, bei mehreren Familien ist der Kopf rüsselartig verlängert (z.B. bei den Rüsselkäfern). Hautflügler [http://www.insektenbox.de/fibel/fi87hautfl.htm] haben meist kauende Mundwerkzeuge, können aber auch Nektar saugen; Raupen haben kauende Mundwerkzeuge; Schmetterlinge haben zu einem Saugrüssel umgebildete Mundwerkzeuge, wobei der Saugrüssel in Ruhestellung dicht aufgerollt an der Unterseite des Kopfes liegt. Manche haben Lippentaster (Palpen), die mit Sinneshaaren besetzt sind und zur Prüfung des Nahrungsangebots dienen.

Stechende Insekten

Die bekannten Methoden etwa von Stechmücken (Gelsen, Schnaken) beim Stechen müssen hier nicht beschrieben werden. Weniger bekannt ist (gottlob) die Methode von Milben: die weibliche Krätzmilbe etwa gräbt sich mit ihren Kiefern in die Hornschicht der menschlich