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Glienicker BrückeDie Glienicker Brücke verbindet über die Havel hinweg die Städte Berlin und Potsdam, Stadtteil Berliner Vorstadt. Ihren Namen verdankt sie dem in der Nähe gelegenen Gut Klein-Glienicke, an dessen Stelle heute das Schloss Glienicke liegt. Weltweit bekannt wurde die Glienicker Brücke durch den spektakulär inszenierten 3. und letzten Agentenaustausch am 11. Februar 1986.
1986
Lage
Nördlich der Brücke befindet sich der Jungfernsee, südlich davon die Glienicker Laake und der Tiefe See. Die Bundesstraße 1 verläuft über die Brücke, unter ihr führen Binnenwasserstraßen (Havel, Teltowkanal Letztes Verbindungsstück über Seen) hindurch.
Geschichte
Anfang bis Kriegsende 1945
Teltowkanal
- Anfang des 17. Jahrhunderts wurde eine schmale Holzbrücke an dieser Stelle errichtet. Es war ausschließlich das Privileg der Adeligen, diese als Verbindung zwischen den Potsdamer Schlössern und den Jagdgründen auf der anderen Havelseite zu nutzen.
- 1753 wurde eine ständige Postverbindung zwischen Berlin und Potsdam über die Brücke eingerichtet.
- 1777 Das alte Bauwerk wurde durch eine neue Holzkonstruktion mit Geländer und Zugbrücke ersetzt. Bald wurden Wachsoldaten an der Brücke eingesetzt. Da es häufig zu Problemen bei der Kontrolle kam – manche Kutscher fuhren einfach unkontrolliert durch – wurde erstmals ein Schlagbaum auf dieser Brücke errichtet.
- 1792 - 1795 Die Strecke Berlin - Potsdam wurde zu einer preußischen Muster- und Vorzeigechaussee ausgebaut.
- 1794 Ein "Chausseegeld-Einnehmerhäuschen" wurde errichtet. Das Befahren war gebührenpflichtig, dies galt jedoch nicht für Angehörige des Adels. An mehreren Streckenabschnitten hatte man zum Kassieren Kontrollpunkte eingerichtet. Die Glienicker Brücke erhielt somit ihren ersten festen Kontrollpunkt.
Adel
- 1831 Neben der Holzbrücke wurde mit dem Bau einer Steinbrücke begonnen. Der Preußische Hofarchitekt Karl Friedrich Schinkel war maßgeblich am Entwurf beteiligt.
- Für die Bauausführung bestimmte der Preußische Staat: ... hat elf Durchflussöffnungen, von welchen zehn Öffnungen, jede 31½ Fuß weit und überwölbt, und eine Öffnung zur Durchfahrt der Schiffsgefäße, die 30 Fuß im Lichten weit und mit zwei gegeneinanderschlagenden Zugklappen überdeckt ist. Die ganze Länge der Brücke zwischen den Stirnwänden beträgt 565 Fuß. Die Fahrbahn ist 20 Fuß und jeder Fußweg daneben vier Fuß breit. Erstere ist mit behauenen Granitsteinen gepflastert, die Fußwege sind aus scharf gebrannten Steinen gemauert.... (Anmerkung: 1 Fuß in Preußen = 31,385 cm. Die Brücke hatte somit eine Gesamtlänge von 177,33 m, eine Gesamtbreite von 8,79 m, Die Öffnungen waren 9,88 und 9,42 m breit).
- 1834 Einweihung der neuen Brücke am 30. September durch " ...die erhabene Tochter ...(des) ... allgeliebten Königs, Ihre Majestät die Kaiserin von Russland ... Allerhöchstdieselben und Ihre Kaiserl. Hoh. die Großfürstin Maria .."
- 1835 Das Kassenhäuschen wurde entfernt und verkauft!
- Im gleichen Jahr passierte exotische Fracht unter der Brücke hindurch. Das Dampfschiff "Henriette" brachte von Hamburg für den königlichen Tiergarten auf der Pfaueninsel einen Löwen, zwei Ameisenbären und zwei Affen. Begleitet wurde die Fracht von Prinz Carl und Prinz Wilhelm, Söhne des Königs.
- 7. Oktober 1897 Der Elektrotechnik-Professor Adolf Slaby baut eine Telegrafie-Funkstrecke nach dem "System Marconi" als Versuchsverbindung auf. Die längste Teilstrecke geht von der Matrosenstation an der Glienicker Brücke zur Heilandskirche am Port von Sacrow (1,4 km)
- 2. Juni 1906 Der Teltowkanal wurde eröffnet. Unter der Brücke endet, aus der Glienicker Laake kommend, die seit 1900 gebaute Binnenwasserstraße hier.
- 1907 Eröffnung der neuen Brücke als Stahlkonstruktion mit einer Durchfahrtsbreite von 74 m in der Mitte und 2 Seitendurchfahrten von je 37 m.
- 1927 Die Omnibuslinie "P Bahnhof Zehlendorf-Mitte - Potsdam, Glienicker Brücke" der "Allgemeinen Berliner Omnibus-Aktiengesellschaft" wird mit einer Streckenlänge von 12,5 km in Betrieb genommen. Die Brücke entwickelte sich zu einem beliebten Ausflugsziel. An der Brücke lockten Anlegestellen der beliebten Dampferfahrten.
- 21. April 1930 60 Lkw mit Teilnehmern einer Kundgebung des kommunistischen Jugendtages (20. April, Leipzig) wurden in einer aufwändigen Polizeiaktion an der Glienicker Brücke abgefangen und zwangsgestellt.
- 1934 Umfangreiche Ausbesserungsarbeiten: Entfernung der Straßenbahngleise, das Pflaster wurde durch Asphaltbelag ersetzt. Im Zuge der Reichsstraße 1 (jetzt Bundesstraße 1) gehörte die Glienicker zu den meist befahrendsten Brücken Deutschlands.
- 1944 Die Glienicker Brücke als "Filmstar"! Helmut Käutner drehte den UFA-Film "Unter den Brücken". Die Nachtszenen mussten jedoch an einem Modell im Filmstudio Babelsberg aufgenommen werden. Zu groß war die Gefahr, den Bombern als gut beleuchtetes Ziel zu dienen.
- 1945 Im Frühjahr wurde die Busverbindung eingestellt. Schon in den Kriegsjahren zuvor dünnte man den Fahrplan stark aus.
- In den letzten Apriltagen des Jahres 1945 kam es während der Kämpfe zwischen Deutscher Wehrmacht und der Roten Armee im Bereich der Berliner Vorstadt Potsdams zur Zerstörung der Glienicker Brücke. Entgegen anders lautenden Veröffentlichungen wurde sie weder durch die Wehrmacht noch durch die Rote Armee vorsätzlich gesprengt. Die Brücke war vorsorglich an allen Pfeilern mit Sprengladungen versehen. Der zur Sprengung eingesetzte Pionier hatte seinen Standort in einem der letzen Häuser der Potsdamer Seite. Eine bebsichtigte Sprengung hätte die Brücke völlig zerstört. Man erwartete einen Angriff der Roten Armee von der Berliner Seite aus. Inzwischen näherten sich jedoch Truppenteile der Roten Armee aber aus der Potsdamer Innenstadt, dem Neuen Garten und dem Babelsberger Park der Brücke. Offensichtlich wurden von ihnen aus dem Babelsberger Park Schüsse von Panzern oder Geschützen in Richtung der Brücke abgegeben, auf der sich ein deutsches Flakgeschütz (8,8 cm) sowie mehrere Panzer mit Schusslinie in Richtung der Potsdamer Innenstadt befanden. Beim Schusswechsel wurden vermutlich Teile der an der Brücke montierten Sprengladungen getroffen, welche die Brücke an zwei Sprengschnitten zerstörten. Alle anderen Sprengkapseln blieben unversehrt. Der Pionier setzte sich unverrichteter Dinge von der Truppe ab. Die Reste der Deutschen Wehrmacht zogen sich über die zerstörte Brücke nach Berlin-Wannsee zurück.
Kriegsende bis 1989
- 1945 Nach Kriegsende entstand neben der zerstörten Brücke eine provisorische Holzkonstruktion.
- 20. Juni 1945 Der Dampfer »Potsdam«, das erste Personenschiff, das nach Ende des Krieges wieder betrieben wurde, fährt von diesem Tag an vom Stößensee in Berlin-Spandau bis zur Glienicker Brücke. Es ersetzt die zerstörte S-Bahn-Verbindung zwischen Berlin und Potsdam.
- 17. Juli 1945 Die Berliner Konferenz, die später unter dem Namen Potsdamer Konferenz bekannt wurde, begann im Schloss Cecilienhof. Damit die z.T. über Berlin kommenden alliierten Konferenzteilnehmer über die Havel kommen konnten, haben zuvor sowjetische Pioniere anstelle der zerstörten Glienicker Brücke eine Pontonbrücke errichtet.
Schloss Cecilienhof
- 3. November 1947 Der Wiederaufbau der zerstörten Brücke begann. Unter der Oberbauleitung von Dr.-Ing. Hans Dehnert erfolgten die Hebung der eingestürzten Stahlkonstruktion und die Wiederherstellung der Brücke in der alten Form. Da die Ausbesserung der Tragwerkskonstruktion jedoch die Belastungsmöglichkeiten der Brücke verringerten, wurden die ursprünglich außerhalb der Hauptträger verlaufenden Fußwegkonsolen nach innen verlegt und somit die Fahrbahnbreite von 13 auf 11m herabgesetzt.
- 19. Dezember 1949 Im Dezember wurde die Rekonstruktion von DDR-Minister Hans Reingruber feierlich eröffnet. Er gibt ihr den Namen „Brücke der Einheit“. Genau in der Mitte: Der weiße Grenzstrich zwischen der DDR und West-Berlin.
- 1950 Das hölzerne Provisorium verschwand.
- 1952 Die Brücke wurde für den Kfz-Verkehr von Zivilpersonen gesperrt. Diese durften nur noch mit Sondergenehmigung zu Fuß die Brücke passieren. Entsprechende Kontrollstellen wurden eingerichtet. Die ungehinderte Passage blieb nur noch Angehörigen der Militärverbindungsmission gestattet.
- Diese hatten ihre Hauptsitze in West-Berlin und ihre offiziellen Standorte in Potsdam-Babelsberg. Von dort aus konnten sie – gemäß den Vereinbarungen der Potsdamer Konferenz – Kontrollfahrten zu Militäranlagen der DDR machen.
- 3. Juli 1953 Die Brücke wurde als einer der letzten Verbindungswege von Berlin ins Umland für den zivilen Personenverkehr gesperrt.
- 1953 scheiterte ein Fluchtversuch auf der Brücke. Der PKW blieb beim Durchbruchversuch in den Absperrungen hängen.
- 1961 Die Brücke wurde im Zusammenhang mit dem Bau der Berliner Mauer für den allgemeinen Verkehr gesperrt. Mitglieder der Militärverbindungsmission wurden von der Sperrung nicht betroffen.
- 1962 1. Agentenaustausch Adam ./. Powers (siehe "Agentenbrücke")
- 1963 Der zum Übergang berechtigte Personenkreis erweiterte sich schrittweise. Mitglieder der in West-Berlin residierenden Militärmissionen der ČSSR, Polens und Jugoslawiens und teilweise deren Familienmitglieder durften über die Brücke, wenn sie sich entsprechend legitimieren konnten.
- 1973 Die Regelung wurde auf Angestellte des seit Juni 1973 in West-Berlin ansässigen Generalkonsulats der UdSSR erweitert.
- 15. November 1984 Die DDR-Behörden sperrten die Brücke, da keine Einigung über die Finanzierung der Reparaturen erzielt werden konnte.
- 20. Dezember 1984 Die "Besuchsbeauftragten" des Berliner Senats und DDR-Regierung einigen sich, dass der Senat die Reparaturkosten (2.000.000,–-- DM) für die zur DDR gehörende Hälfte der Brücke übernimmt.
- 1985 2. Agentenaustausch (siehe "Agentenbrücke")
- Beschluss Nr. 131/ I. 2 / 85 des Ministerrats der DDR: Die Grenzübergangsstelle Potsdam, Glienicker Brücke, ist ab 1.12.1985 für den Wechselverkehr von in der DDR akkreditierten Diplomaten und weiteren Diplomaten solcher Staaten, für die aufgrund entsprechender Vereinbarungen Visafreiheit besteht, zugelassen.
- 1986 Letzter Agentenaustausch (siehe "Agentenbrücke")
"Agentenbrücke"]
- 1988 Drei Männer durchbrechen auf der Flucht nach West-Berlin mit einem LKW die Sperren auf der Brücke.
- 10. November 1989 Die "Brücke der Einheit" ist wieder offen und rechtfertigt ihren Namen. Tausende Bürger passieren unkontrolliert in beide Richtungen.
ab 1990
- 1990 Mit Wirkung des Deutschen Einigungsvertrags wurden alle Sperr- und Kontrollmaßnahmen offiziell aufgehoben.
- 8. November 1996 Die turnusgemäße technische Untersuchung der Glienicker Brücke war gefährdet. Weder das Brückenamt Berlins noch Brandenburgs fühlte sich zuständig. Die Verhandlungen liefen seit drei Jahren.
- 21. August 1997 Auf der Glienicker Brücke präsentiert in Anwesenheit des einstigen DDR-Unterhändlers Wolfgang Vogel der "Spiegel"-Redakteur Norbert Pötzl sein Buch über den Agentenaustausch »Basar der Spione«.
- 1998 Eine Briefmarke mit dem Motiv Glienicker Brücke wird von der Deutsche Post AG herausgegeben.
- 10. November 1999 An der Brücke wird die Bronzeskulptur »Nike 89« des Bildhauers Wieland Förster feierlich enthüllt. Sie soll an den Fall der Berliner Mauer erinnern.
- Das Landschaftsensemble um die Brücke wurde von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt.
"Agentenbrücke"
Keine offizielle Bezeichnung, aber der Name "Agentenbrücke" ging als wirksame Überschrift durch die Medien. Die englische Version ist "Brigde of Spies". Tatsächlich wurden hier nur an 3 Terminen Agenten zwischen Ost und West ausgetauscht. Fälschlicherweise erwecken manche Veröffentlichungen den Eindruck, dass der Austausch von Agenten sehr oft stattfand. Eine maßgebliche Vermittlerrolle bei all diesen Aktionen spielte der Ostberliner Rechtsanwalt Dr. Wolfgang Vogel.
Austausch 1
- 10. Februar 1962 zwischen
- Oberst Rudolf Iwanowitsch Abel, Spitzenspion der Sowjets in den USA und
- Captain Francis Gary Powers, dem amerikanischen Piloten, der bei einem "Aufklärungsflug" mit der U2 über der Sowjetunion abgeschossen wurde.
Austausch 2
- 11. Juni 1985 zwischen
- 23 (ursprünglich vereinbart 25) Häftlingen aus der DDR u.A. Eberhardt Fätkenheuer, Werner Jonsek (seine Frau, Renate Jonsek und eine weitere Person blieben freiwillig zurück) und
- vier im Westen von der CIA verhafteten Spionen.
Austausch 3
- 11. Februar 1986 Austausch 4(Ost) ./. 5(West) von
- 1. Anatoli Schtscharanski (UdSSR, Dissident, Regimekritiker, Oppositioneller, aus Sicht der UdSSR ein Agent, verurteilt wegen Verrats und antisowjetischer Agitation, später israelischer Handelsminister)
- 2. Wolf-Georg Frohn, DDR
- 3. Jaroslav Javorsky, ČSSR
- 4. Dietrich Nistroy, BRD
gegen
- 1. Hana Köcher KGB-Agentin, Heimat: ČSSR
- 2. Karel F. Köcher KGB-Agent, Heimat: ČSSR
- 3. Jewgeni Semljakow, Computerspezialist der UdSSR
- 4. Jerzy Kaczmarek, Geheimdienst der VR Polen
- 5. Detlef Scharfenorth
Lange gab es Streit, ob Anatolij Schtscharanski als Freiheitskämpfer (Sicht der USA) oder Agent (sowjetische Auffassung) zu behandeln sei. Die Amerikaner setzten sich mit ihrer Auffassung durch und erwirkten, dass Schtscharanski vor den drei Anderen zur Grenzlinie gefahren wurde. Schtscharanski wurde vom KGB an der Glienicker Brücke mit zu weiten Hosen und ohne Gürtel übergeben, so dass er vor den Fernsehkameras in unvorteilhafter Weise ständig seine Hosen festhalten musste.
Während die westlichen Medien ausführlich vom Ort des Geschehens berichteten, druckte im Osten das SED-Parteiorgan "Neues Deutschland" nur wenigen Zeilen über den Austausch auf der Glienicker Brücke: "Auf Grund von Vereinbarungen zwischen den USA und der BRD sowie der UdSSR, der ČSSR, der VRP und der DDR fand am Dienstag, den 11.2.1986 ein Austausch von Personen statt, die durch die jeweiligen Länder inhaftiert worden waren. Darunter befanden sich mehrere Kundschafter".
Literatur
- Blees, Thomas: "Glienicker Brücke - Ausufernde Geschichten" be.bra-Verlag, Berlin ISBN 3-89819-140-0
- Milde, Maria: "Berlin Glienicker Brücke: Babelsberger Notizen" Universitas Verlag ISBN 3-80040-858-9
- Nicolas, Ilse "Vom Potsdamer Platz zur Glienicker Brücke: Geschichte und Gegenwart eines großen Berliner Straßenzuges (Berlinische Reminiszenzen)" Haude und Spener ISBN 3-77590-206-6
- Dr.-Ing. Dehnert, Hans: "Die Wiederherstellung der Glienicker Brücke bei Potsdam", Bauplanung und Bautechnik Band 3 (1949), Nr. 12, S. 375-384, Verlag Technik Berlin
- Behrendt, Hans-Dieter: "Im Schatten der Agentenbrücke", GNN-Verlag Schkeuditz, ISBN 3-89819-140-0
- Diehl, Heidi: "Die »neue« Glienicker Brücke wird am Sonntag 50 Jahre alt", Neues Deutschland 18./19. Dezember 1999, S. 12
Weblinks
- [http://www.glienicker-bruecke.de/ Ausführliche, illustrierte Dokumentation über die Glienicker Brücke]
- [http://www.pohl-projekt.de/G_M_G/g_m_g_hdb_austausch_glienicker_br%FCcke_01.htm Agententausch auf der Glienicker Brücke]
- [http://www.mdr.de/doku/1311404-hintergrund-1311163.html MDR-Reportage: "Endstation Glienicker Brücke"]
- [http://www.mdr.de/doku/1311318.html Ausführlicher MDR-Reportage über den Agentenaustausch]
- [http://www.das-syndikat.com/bau-06.htm Spielfilm (Drehort u.A. Glienicker Brücke): "Der Schattenspringer"]
- [http://kino.de/newsvoll.php4?typ=kdstarnews&nr=152664 Spielfilm: (Drehort u.A. Glienicker Brücke): "Mission Impossible 3"]
- [http://www.berlinonline.de/berliner-kurier/archiv/.bin/dump.fcgi/1997/0815/lokales/0015/ "Der Basar der Schlapphüte"]
Kategorie:Brücke in Berlin
Kategorie:Berlin (Verkehr)
Kategorie:Grenze
Havel
Die Havel, auch Fontanes Kulturstrom genannt, entspringt in Mecklenburg-Vorpommern, fließt durch Brandenburg und mündet in Sachsen-Anhalt in die Elbe.
Durch zahlreiche Seen fließt sie in ihrem 325 Kilometer langen Verlauf zuerst in südlicher, dann in westlicher und schließlich in nordwestlicher Richtung. Dabei überwindet der Fluss lediglich 40,6 Meter Höhe. Die direkte Entfernung von der Quelle bis zur Mündung beträgt nur 69 Kilometer. Dennoch ist sie der längste rechtsseitige Nebenfluss der Elbe.
2004 wurde die Havel von den NaturFreunden Deutschlands und dem Deutschen Anglerverband zum Fluss des Jahres gekürt.
Flusslauf
Die Havel entspringt im Nationalpark Müritz in der Mecklenburgischen Seenplatte im Landkreis Mecklenburg-Strelitz. Sie sickert aus dem Diekenbruch hervor, einem nur kleinen See, der zwischen Ankershagen und Kratzeburg liegt und dort zwischen Piverstorf und Dambeck. Der Dieckenbruch liegt etwa 18 km vom nordöstlichen Ufer der Müritz entfernt.
Aus dem Quellsee fließt die Havel zuerst nach Süden: Der erste größere See, den ihr Quellbach durchfließt, ist der Käbelicksee. Danach durchquert sie in Richtung Süden diese Seen: Zootzensee (zwischen Krienke und Babke), Jäthensee, Useriner See und Woblitzsee bei Wesenberg. Fortan fließt die Havel als Obere Havel-Wasserstraße, die durch viele Schleusen geregelt ist, durch diese Seen: Drewensee, Wagnitzsee, Großer Priepertsee, Ellbogensee, Ziernsee und Röblinsee, zwischen den beiden zuletzt genannten Seen quert sie die Grenze nach Brandenburg.
Danach teilt sich die Havel bei bzw. in Fürstenberg in vier Flussläufe auf und durchfließt dort den kleinen Baalensee und den Schwedtsee. Etwas weiter östlich erreicht ihr Wasser den Stolpsee und mäandert danach - weiterhin kanalisiert - in Richtung Süden nach Zehdenick und als Vosskanal nach Liebenwalde. Dort verlässt sie die Mecklenburgische Seenplatte.
Mecklenburgische Seenplatte
Anschließend fließt die Havel parallel zum Oder-Havel-Kanal in südwestlicher Richtung nach Oranienburg, wo der Oder-Havel-Kanal vom Fluss abzweigt. Wenig später erreicht der Fluss verschiedene westliche Stadtteile von Berlin, wo ihm am östlichen Rand des Stadtteils Spandau die von Osten kommende Spree zufließt. Dort fließt die Havel zumeist in weitläufigen Flussbecken; daher bildet sie eine längere Seenkette, zu welcher der Tegeler See, der Große Wannsee, der westlich des Grunewalds liegt (dort liegt auch die Pfaueninsel), und nach Potsdam der Templiner See, der Schwielowsee und der Große Zernsee gehören. Im Stadtgebiet von Potsdam liegt die Freundschaftsinsel, die von der Havel nördlich durch die sog. "Alte Fahrt" und südlich durch die wesentlich breitere sog. "Neue Fahrt" umspült wird. Beim Templiner See knickt der Fluss nach Nordwesten ab.
Große Zernsee
Hiernach passiert sie beim Großen Zernsee die Kleinstadt Werder und erreicht etwas weiter nördlich die Kleinstadt Ketzin. Einiges weiter westlich durchfließt sie die Mittelstadt Brandenburg an der Havel und direkt danach den Breitlingsee und den Plauer See, zwei jeweils recht große Seen, die eine gemeinsame Seenlandschaft bilden; aus dem sich daran anschließenden Wendsee zweigt der Elbe-Havel-Kanal in Richtung Magdeburg ab. Am Plauer See knickt die Havel zum Pritzerber See nach Norden ab; von dort an bildet der Fluss die Lebensader für den Naturpark Westhavelland, den größten Naturpark in Brandenburg, den sie hier durchfließt.
Naturpark
Danach gelangt die Havel nach Premnitz und dann nach Rathenow. Nur ein paar Kilometer weiter nördlich fließt sie westlich am Gülper See vorbei, etwa dort wo sie teils genau auf der Grenze von Brandenburg und Sachsen-Anhalt verläuft. Dort fließt ihr der Rhin und die Dosse zu. Kurz darauf mündet die Havel - nun endgültig in Sachsen-Anhalt - westlich und nordwestlich von Havelberg in zwei Mündungsarmen oder -kanälen in die Elbe.
Alleine 285 der insgesamt 325 Flusskilometer verlaufen in Brandenburg.
Binnen-Feuchtgebiet
Mit den angrenzenden Luchlandschaften Rhinluch, Havelländisches Luch, Dossebruch und Jäglitzniederung bildet diese geschützte untere Havelniederung das größte zusammenhängende Binnen-Feuchtgebiet Mitteleuropas.
Geschichte
Geschichte und wirtschaftliche Entwicklung Brandenburgs sind eng mit der Havel verknüpft. Zur Zeit der slawischen Besiedlung bildeten Havel und Nuthe die Grenze zwischen den Hevellern, die in der Zauche und im Havelland siedelten, und den Sprewanen auf östlicher Seite. Verschiedene Burgen wurden an Havel und Nuthe eingerichtet. Bekanntere Burgen an der Havel bestanden auf dem Gebiet der heutigen Zitadelle Spandau, in Potsdam gegenüber der Nuthe-Mündung sowie in der heutigen Stadt Brandenburg die Brennabor. Die Gründung der Mark Brandenburg durch den Askanier Albrecht den Bären im Jahr 1157 vollzog sich, als Albrecht in Spandau an der Havel die Sprewanen entscheidend schlagen konnte.
Als günstiger Wasserweg trug die Havel dazu bei, dass Handel und Gewerbe im Mittelalter eine Blütezeit erlebten. Die Fischerei stellte lange Zeit einen bedeutenden Wirtschaftsfaktor der Region dar.
Protest gegen Ausbau
Fischerei]
Nach der sächsischen Gottleuba 2000/2001 und der bayrischen Ilz 2002/2003 wurde die Havel für 2004/2005 als dritter Fluss in diesem Wettbewerb zu Deutschlands Flusslandschaft des Jahres gewählt. Die Preisverleihung soll unter anderem als Protest gegen den geplanten Ausbau der mittleren Havel für große Containerschiffe verstanden werden, der die Naturparadiese dieser einzigartigen Flusslandschaft erheblich beschädigen würde. Seit 1992 setzt sich ein "Aktionsbündnis gegen den Havelausbau" aus über 30 Organisationen für den Erhalt der natürlichen Vielfalt und Schönheit des Flusses ein.
Nebenflüsse / Kanaleinspeisungen
Von der Quelle flussabwärts:
- Briese
- Tegeler Fließ
- Spree
- Teltowkanal, unter anderem mit Resteinspeisungen der Bäke (Telte)
- Nuthe
- Plane
- Rhin
- Dosse
- Woblitz
Woblitz
Orte
Von der Quelle flussabwärts:
- Wesenberg
- Priepert
- Fürstenberg
- Bredereiche
- Zehdenick
- Krewelin
- Liebenwalde
- Oranienburg
- Birkenwerder
- Hohen Neuendorf
- Hennigsdorf
- Berlin
- Potsdam
- Schwielowsee mit Caputh
- Werder
- Ketzin
- Brandenburg
- Premnitz
- Rathenow
- Havelberg
Siehe auch
- Tourismus in Brandenburg
- Radwege in Brandenburg
- Regionalparks in Brandenburg und Berlin
- Havelkanal
Weblinks
- [http://www.grueneliga.de/havel/ Über die Havel]
- [http://www.havelmanagement.de/Havel-ger/Havel/chrakteristika.htm Havelmanagement]
- [http://www.havelmanagement.de/Havel-ger/Havel/flusslandschaft_des_jahres.htm Die Havel - Flusslandschaft des Jahres 2004/2005]
- [http://www.bund-berlin.de/index.php?id=60&type=10 Aktionsbündnis gegen den Havelausbau]
- [http://www.blaues-band.de/havel/index.htm?havel_bld.htm Die untere Havel]
- [http://wna-b.wsv.de/wasserstrassen/untere_havel-wasserstrasse/ Untere Havel-Wasserstraße]
- [http://www.reiseland-brandenburg.de TMB Tourismus Marketing Brandenburg GmbH]
- [http://www.grossschutzgebiete.brandenburg.de Landesumweltamt Brandenburg, Abt. Großschutzgebiete]
- [http://www.naturwacht.de/cssversion/naturwachten.php Naturwacht Brandenburg]
- [http://www.mv-maritim.de/kanutouren/tour.php?tourid=16&revierid=2&kajak=0 Kanutouren Oberhavel]
Die Stadt Cölln, Teil der Doppelstadt Berlin-Cölln (auf der Spreeinsel gelegen), wurde 1237 erstmals urkundlich erwähnt, 1244 folgte dann die Erwähnung Berlins, welches sich auf dem nördlichen Ufer der Spree befand. Die beiden Städte bekamen 1307 ein gemeinsames Rathaus. Der Name Berlin hat nichts mit dem Bären im heutigen Stadtwappen zu tun. Er geht vermutlich auf die slawische Silbe berl (Sumpf) zurück.
1415 wurde Friedrich I. Kurfürst der Mark Brandenburg und blieb dies bis 1440. Mitglieder der Familie Hohenzollern regierten bis 1918 in Berlin, erst als Markgrafen von Brandenburg, dann als Könige von Preußen und schließlich als deutsche Kaiser. Die Einwohner von Berlin haben diese Veränderungen nicht immer begrüßt.
Preußen
Preußen
Preußen]
1448 revoltierten sie im „Berliner Unwillen“ gegen den Schlossneubau des Kurfürsten Friedrich II. Eisenzahn. Dieser Protest war jedoch nicht von Erfolg gekrönt und die Bevölkerung büßte viele ihrer politischen und ökonomischen Freiheiten ein. 1451 wurde Berlin dann Residenzstadt der brandenburgischen Markgrafen und Kurfürsten und musste seinen Status als freie Hansestadt aufgeben.
Der Dreißigjährige Krieg zwischen 1618 und 1648 hatte für Berlin verheerende Folgen: ein Drittel der Häuser wurden beschädigt, die Bevölkerung halbierte sich. Friedrich Wilhelm, bekannt als der Große Kurfürst, übernahm 1640 die Regierungsgeschäfte von seinem Vater. Er startete eine Politik der Immigration und der religiösen Toleranz. Ab dem folgenden Jahr kam es zur Gründung der Vorstädte Friedrichswerder, Dorotheenstadt und Friedrichstadt.
1671 wurde fünfzig jüdischen Familien aus Österreich ein Zuhause gegeben. Mit dem Edikt von Potsdam 1685 lud Friedrich Wilhelm die französischen Hugenotten nach Brandenburg ein. Über 15.000 Franzosen kamen, von denen sich 6.000 in Berlin niederließen. Um 1700 waren 20 Prozent der Berliner Einwohner Franzosen, und ihr kultureller Einfluss war groß. Viele Einwanderer kamen außerdem aus Böhmen, Polen und Salzburg.
1701 erlangte Berlin durch die Krönung Friedrich I. zum König den Status der Hauptstadt Preußens. Per 1. Januar 1710 erfolgte die Vereinigung der Städte Berlin, Cölln, Friedrichswerder, Dorotheenstadt und Friedrichstadt zur Königlichen Haupt- und Residenzstadt Berlin. Aber schon bald entstanden neue Vorstädte, die Berlin vergrößerten. 1861 kam es zur Eingemeindung von Wedding, Moabit sowie der Tempelhofer, der Schöneberger, der Spandauer und weiteren Vorstädten. 1871 wurde Berlin dann Hauptstadt des neu gegründeten Deutschen Reiches.
Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges wurde 1918 in Berlin die Republik ausgerufen. 1920 folgte dann mit dem Groß-Berlin-Gesetz erneut eine umfassende Eingemeindung mehrerer Städte, Landgemeinden und Gutsbezirke rund um Berlin. Berlin hatte damit rund vier Millionen Einwohner.
Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 wurde Berlin die Hauptstadt des Dritten Reiches. Die Nazis nutzten die 1936 in Berlin stattfindenden Olympischen Sommerspiele für Propagandazwecke. Es gab auch Pläne, Berlin zur Welthauptstadt Germania umzubauen. Diese wurden jedoch durch den Zweiten Weltkrieg vereitelt.
Während des Krieges wurden große Teile Berlins durch Bomben und durch den Häuserkampf zerstört. Nach der Einnahme der Stadt durch die Rote Armee und die Kapitulation 1945 wurde Berlin, analog zu der Regelung für das gesamte Deutschland, in vier Sektoren aufgeteilt. Die Sektoren der Westalliierten (USA, Großbritannien und Frankreich) bildeten den westlichen Teil der Stadt, während der Sektor der Sowjetunion von nun an den Ostteil bildete.
Für Gesamtberlin blieb allerdings eine Gesamtverantwortung aller vier Alliierten bestehen. Die zunehmenden politischen Differenzen zwischen den Westalliierten und der Sowjetunion führten 1948/49 zu einer wirtschaftlichen Blockade West-Berlins, die die Alliierten mit der so genannten Luftbrücke erfolgreich zu umgehen versuchten.
Nach der Gründung der demokratischen Bundesrepublik Deutschland im Westen Deutschlands und der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) im Osten Deutschlands, beides im Jahr 1949, verschärfte sich der Kalte Krieg auch in Berlin. Während die Bundesrepublik ihre Hauptstadt nach Bonn verlegte, was zunächst als Provisorium gedacht war, ernannte die DDR Ost-Berlin zur Hauptstadt der DDR. Der Ost-West-Konflikt gipfelte im Bau der Berliner Mauer durch die DDR am 13. August 1961.
Berlins Osten und Westen waren nun vollkommen voneinander getrennt; der Übergang war nur noch an bestimmten Kontrollpunkten möglich, allerdings nicht mehr für die Bewohner der DDR und Ost-Berlins. 1971 wurde das Viermächte-Abkommen über Berlin unterzeichnet. Während die Sowjetunion den Vier-Mächte-Status nur auf West-Berlin bezog, unterstrichen die Westmächte 1975 in einer Note an die Vereinten Nationen ihre Auffassung vom Vier-Mächte-Status über Gesamt-Berlin.
1989 kam es unter dem Druck der ostdeutschen Bevölkerung zur Wende in der DDR, die Mauer fiel. Bereits 1990 wurden die beiden deutschen Staaten als Bundesrepublik Deutschland wiedervereinigt und Berlin per Einigungsvertrag deutsche Hauptstadt. 1991 beschloss der Bundestag nach kontroverser öffentlicher Diskussion, dass die Stadt auch wieder Sitz der deutschen Bundesregierung sein sollte. Am 1. September 1999 nahmen Regierung und Parlament ihre Arbeit in Berlin auf.
Bevölkerung
Parlament
Parlament
In Berlin leben 3.389.078 Einwohner (Stand Ende März 2005) auf einer Fläche von 891,75 Quadratkilometern. Die Bevölkerungsdichte der Region beträgt 3.811 Einwohner pro Quadratkilometer.
Der durchschnittliche Berliner im Jahre 2004 war 41,7 Jahre alt. Das entspricht einer Erhöhung von 2,5 Jahren über einen Zeitraum von zwölf Jahren. Im Juni 2005 lebten rund 458.600 Einwohner mit ausländischem Pass aus 185 Staaten in Berlin. Das entspricht rund 13,5 Prozent. Insgesamt wohnen rund 36.000 Bürger aus dem nächstgelegenen Nachbarland, Polen, sowie rund 119.000 Türken in Berlin. Berlin hat außerhalb der Türkei die größte türkische Gemeinde in Europa. 2004 erhielten nach Angaben des statistischen Landesamts 6507 Ausländer die deutsche Staatsbürgerschaft
Laut dem Statistischen Landesamt (2005) sind 60 Prozent der Berliner nicht Mitglied einer Religionsgemeinschaft, 23 Prozent evangelische Christen, 9 Prozent Katholiken und sechs Prozent Mitglied der islamischen Gemeinde.
Einwohnerentwicklung
Im Jahre 1919 lebten in Berlin 1,9 Millionen Menschen. Mit der Bildung der Einheitsgemeinde Groß-Berlin verdoppelte sich die Einwohnerzahl am 1. Oktober 1920 sprunghaft auf 3,9 Millionen. Die neue Stadtgemeinde vergrößerte sich in der Fläche auf das Dreizehnfache: von 66,93 auf 878,1 Quadratkilometer.
811,17 Quadratkilometer mit 1,9 Millionen Menschen waren aus der damaligen Provinz Brandenburg an die neue Stadtgemeinde gekommen; das waren zwei Prozent des Territoriums, jedoch fast 44 Prozent der Bevölkerung Brandenburgs. Die neue Fläche entsprach damit fast der Größe der Insel Rügen (926,4 Quadratkilometer). Berlin war 1920 zur flächenmäßig zweitgrößten Stadt der Welt nach Los Angeles und nach der Einwohnerzahl – hinter London und New York – zur drittgrößten Stadt der Erde geworden.
Bis 1934 wuchs die Bevölkerung Berlins auf einen Höchststand von 4,464 Millionen, sank dann aber, bedingt durch die Auswirkungen des Zweiten Weltkrieges und der Teilung der Stadt, bis 1980 um 30 Prozent auf einen Tiefststand von drei Millionen. Der Bevölkerungsverlust in den Jahren 1950 bis 1960 wurde vor allem durch Abwanderungen aus Ost-Berlin verursacht. Während West-Berlin einen Zuwachs von 2,58 % verzeichnete, sank in Ost-Berlin die Einwohnerzahl um 9,86 %. Diese so genannte Abstimmung mit den Füßen war Ausdruck der Unzufriedenheit vieler Ostberliner. Seit 1980 verzeichnete die Stadt wieder einen Anstieg um 350.000 auf circa 3,39 Millionen Einwohner im Januar 2005.
Nach Berechnungen wird die Einwohnerzahl Berlins wegen der niedrigen Geburtenraten bis 2050 auf rund drei Millionen sinken.
Die folgende Übersicht zeigt die Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Bis 1860 handelt es sich meist um Schätzungen, danach um Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen der jeweiligen Statistischen Ämter beziehungsweise der Stadtverwaltung selbst.
¹ Volkszählungsergebnis
Politik
2005]
Hauptartikel: Politik in Berlin
Berlin ist seit der Wiedervereinigung der ehemals getrennten beiden deutschen Staaten am 3. Oktober 1990 ein vollwertiges Bundesland und zugleich eine kreisfreie Stadt, die in nunmehr zwölf Bezirke untergliedert ist. Daneben ist Berlin die Hauptstadt der Bundesrepublik Deutschland.
Der Deutsche Bundestag entschied im so genannten Hauptstadtbeschluss am 20. Juni 1991, dass Berlin auch Regierungs- und Parlamentssitz des vereinigten Deutschlands werden soll. Somit ist die Stadt heutzutage Sitz der Bundesregierung, des Bundestages und des Bundesrates.
Das Land Berlin
Das Landesparlament des Landes Berlin, die gesetzgebende Gewalt, ist nach der Verfassung von Berlin das Abgeordnetenhaus von Berlin. In ihm sind zur Zeit Abgeordnete aus SPD, CDU, Die Linkspartei., Bündnis 90/Die Grünen und FDP vertreten. Die Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) und die Linkspartei.PDS bilden eine Koalition.
Die Landesregierung, die Exekutive, ist der Senat von Berlin, bestehend aus dem Regierenden Bürgermeister (derzeit Klaus Wowereit, SPD) und bis zu acht Senatoren. Der Regierende Bürgermeister ist dabei zugleich Repräsentant des Landes und der Stadt.
1996 scheiterte eine Volksabstimmung zur Vereinigung der Bundesländer Berlin und Brandenburg am Widerstand der Brandenburger Bevölkerung.
Wappen und Flagge
Hauptartikel: Hoheitszeichen Berlins
Die Verwaltung
Hoheitszeichen Berlins
Da Berlin eine Einheitsgemeinde ist, stellen die Bezirke keine eigenständigen Gemeinden dar und sind somit stark vom Senat und auf Verwaltungsebene von den Senatsverwaltungen abhängig, die die Fachaufsicht ausüben. Dennoch gibt es in jedem Berliner Bezirk eine eigene – allerdings nicht als Parlament, sondern als Teil der Verwaltung ausgestaltete – Volksvertretung, die Bezirksverordnetenversammlung (BVV), welche das Bezirksamt, bestehend aus Bezirksbürgermeister und fünf Stadträten, nach Parteienproporz wählt. Bürgermeister und Stadträte haben daher trotz ihrer quasipolitischen Wahl den Status eines Wahlbeamten inne.
Die Bürgermeister der Bezirke bilden unter Vorsitz des Regierenden Bürgermeisters den Rat der Bürgermeister, der den Senat berät.
Berlin hat pro Kopf der Bevölkerung die meisten Landesbeamten. Dies entstammt zum Teil noch der Situation der geteilten Stadt mit Westberliner Exklave, deren Beamtenschaft für das Bundesland übernommen wurden.
Siehe auch: Bezirksverwaltung in Berlin
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Hauptartikel: Sehenswürdigkeiten in Berlin
Theater
Sehenswürdigkeiten in Berlin]
Berlin ist bekannt für seine zahlreichen Theater- und Kleinkunstbühnen. Die bekanntesten sind das Berliner Ensemble, die Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz und das Deutsche Theater Berlin. Es verfügt außerdem über drei Opernhäuser, die Staatsoper, die Deutsche Oper und die Komische Oper. Jedes Jahr finden in Berlin die Internationalen Filmfestspiele, die Berlinale, mit der Verleihung des Goldenen Bären statt.
Daneben besitzt Berlin mehrere Orchester und Chöre. Neben den Berliner Philharmonikern und dem Berliner Sinfonie Orchester gibt es mehrere Orchester und Chöre der Rundfunk Orchester und Chöre GmbH. Dies sind das Deutsche Symphonie-Orchester Berlin (Kent Nagano), das Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin (Marek Janowski), der Rundfunkchor Berlin (Simon Halsey) und der RIAS Kammerchor (Daniel Reuss). Diese Orchester und Chöre treten oft zusammen (Orchester mit Chor) im Konzerthaus, der Philharmonie oder in anderen Sälen in Deutschland oder auf Tourneen auf der ganzen Welt auf. Im Berliner Sängerbund sind 236 Laienchöre mit über 10 000 Mitgliedern vereinigt.
Museen
Berliner Sängerbund ]
Hauptartikel: Museen in Berlin
Berlin verfügt über eine Vielzahl von Museen. Bereits 1841 wurde die von Spree und Kupfergraben umflossene Museumsinsel im nördlichen Teil der Spreeinsel durch königliche Order zu einem „der Kunst und der Altertumswissenschaft geweihten Bezirk“ bestimmt. In der Folge entstanden dort mehrere Museen, wie das Alte Museum im Lustgarten, das Neue Museum, die Alte Nationalgalerie, das heutige Bodemuseum und das Pergamonmuseum. Diese Museen stellen vor allem Exponate aus der Zeit der Antike aus.
Außerhalb der Museumsinsel befinden sich Museen über vielfältige Themen. Die Gemäldegalerie und Neue Nationalgalerie sind Kunstmuseen, das Bauhaus-Archiv ein Architekturmuseum. Das Jüdische Museum zeigt eine ständige Ausstellung zu 2.000 Jahren jüdisch-deutscher Geschichte. Das Jagdschloss Grunewald beherbergt eine erlesene Gemäldesammlung aus dem 15. bis 19. Jahrhundert. In Dahlem konzentrieren sich zahlreiche ethnologische Museen. In Lichtenberg wurde auf dem Areal des früheren Ministeriums für Staatssicherheit der DDR das Stasi-Museum eingerichtet. Das Museum am Checkpoint Charlie, auch als Mauermuseum bekannt, zeigt Momente aus der Teilungsgeschichte.
Bauwerke
Checkpoint Charlie]
Das zwischen 1788 und 1791 errichtete Brandenburger Tor ist Berlins Wahrzeichen und Symbol der überwundenen Teilung. Es ist den Propyläen auf der Akropolis in Athen nachempfunden und wird von einer Quadriga mit der Siegesgöttin Viktoria gekrönt, die von ihrem Schöpfer Johann Gottfried Schadow jedoch als Friedensgöttin Eirene gedacht war. Das Tor ist das westliche Ende der Straße Unter den Linden, die sich bis zur Museumsinsel in der Spree und dem Berliner Dom hinzieht. Bis zur Wiedervereinigung Deutschlands am 3. Oktober 1990 verlief dort die Grenze zwischen beiden Stadthälften.
1990
In diesem Areal liegen die im Jahre 1743 im Rokokostil erbaute Deutsche Staatsoper, die zwischen 1774 und 1780 errichtete Staatsbibliothek, das von 1695 bis 1706 nach Plänen von Andreas Schlüter gebaute barocke ehemalige Zeughaus und die zwischen 1747 und 1773 errichtete Hedwigs-Kathedrale, die Hauptkirche des katholischen Bistums Berlin. Der Französische Dom am Gendarmenmarkt war im 17. Jahrhundert Mittelpunkt des französischen Viertels. Die im Jahre 1809 eröffnete Humboldt-Universität zu Berlin, an welcher der Philosoph Georg Wilhelm Friedrich Hegel lehrte, brachte 27 Nobelpreisträger hervor.
Eine beliebte Einkaufspromenade in Berlin ist der Kurfürstendamm mit seinen zahlreichen Hotels, Geschäften, Restaurants. Die im Zweiten Weltkrieg zerstörte Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche wurde zwischen 1891 und 1895 erbaut. Sie markiert das östliche Ende des Boulevards. Ihre Turmruine blieb als Mahnmal erhalten. Gleich daneben entstand nach Plänen Egon Eiermanns von 1959 bis 1961 eine neue Kirche auf achteckigem Grundriss mit einem sechseckigen frei stehenden Kirchturm.
Die östliche Verlängerung des Kurfürstendammes bildet die Tauentzienstraße, wo sich mit dem KaDeWe (Kaufhaus des Westens) das größte Kaufhaus des europäischen Kontinents und das zwischen 1963 und 1965 erbaute Europa-Center befinden. Das 22-stöckige Gebäude beherbergt viele Geschäfte, Restaurants, Büros, ein Kino und eine Aussichtsplattform. In nordöstlicher Richtung erstreckt sich mit über drei Kilometern Länge die größte Parkanlage Berlins, der Tiergarten.
Tiergarten
In der Nähe des Brandenburger Tores befinden sich die 1957 errichtete Kongresshalle und das zwischen 1884 und 1894 gebaute Reichstagsgebäude. Es wurde am 27. Februar 1933 durch einen Brand schwer beschädigt und im Zweiten Weltkrieg erneut erheblich in Mitleidenschaft gezogen. Seit dem Jahre 1999 ist das Gebäude Sitz des Deutschen Bundestages. Einen Besuch wert ist auch der Zoologische Garten von Berlin, einer der größten und ältesten der Welt, und das 1785 errichtete Schloss Bellevue, einst Sommerwohnung von Prinz August Ferdinand, des Bruders Friedrich des Großen, heute Amtssitz des Bundespräsidenten.
Bundespräsident]
Die Oranienburger Straße war vor dem Zweiten Weltkrieg das Zentrum des jüdischen Viertels. Zu deren Wiederaufbau gehörte unter anderem die Restaurierung der 1866 fertig gestellten Neuen Synagoge. Sie wurde durch Bombenangriffe im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigt. 1995 wieder eröffnet dient sie heute als Mittelpunkt für das Studium und die Erhaltung jüdischer Kultur. In nördlicher Richtung liegt der älteste jüdische Friedhof der Stadt.
Östlich der beiden Spreearme, die die Spreeinsel umfließen, liegt der Alexanderplatz mit vielen Geschäften und Restaurants, ganz in der Nähe davon der 368 Meter hohe Fernsehturm – das höchste Gebäude Deutschlands – und das Rote Rathaus. Zwei Statuen, eine männliche und eine weibliche, mit Blick auf den Eingang des Rathauses sollen an die Beseitigung der vielen Trümmer nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges erinnern. Sehenswert im östlichen Zentrum Berlins sind der alte Stadtteil Prenzlauer Berg und die Einkaufsstraßen Schönhauser Allee und Kastanienallee.
Der Potsdamer Platz ist eine Verkehrsdrehscheibe im Zentrum Berlins, von der mehrere große Straßen ausgehen. Er wurde 1741 auf Erlass von Friedrich Wilhelm I., König in Preußen angelegt. 1923 begann von dem in der Nähe gelegenen Vox-Haus aus die Geschichte des Rundfunks in Deutschland. Bis 1940 war der Potsdamer Platz der verkehrsreichste Platz Europas. Nach dem starken Bombardement durch die Alliierten im Zweiten Weltkrieg lag er in Trümmern.
1961 wurde er durch die Berliner Mauer geteilt und die Gegend verfiel. Der fühere Verlauf der Berliner Mauer wird seit einigen Jahren durch in den Boden eingelassene Pflastersteine gekennzeichnet. Durch die Hochhausbebauung des Potsdamer Platzes, die eine große Anzahl an Geschäften und Restaurants beherbergen, hat dieser sich als Bindeglied zwischen den bis zur Wende getrennten Stadthälften entwickelt.
In Charlottenburg wurde das Olympiastadion für die Olympischen Sommerspiele von 1936 errichtet, sowie der 150 Meter hohe Funkturm, der zwischen 1924 und 1926 anlässlich der 3. Deutschen Funkausstellung entstand und sehr schnell zu einem der Wahrzeichen Berlins avancierte. Weitere Sehenswürdigkeiten der Stadt sind das Schloss Charlottenburg (Baubeginn 1695), ein barocker Repräsentationsbau der Hohenzollern mit bedeutender Gemäldesammlung, die Zitadelle Spandau und das im Stil des Klassizismus erbaute Schloss Tegel (auch Humboldt-Schloss), ehemals Wohnsitz des Naturforschers und Geographen Alexander von Humboldt.
Parkanlagen
Alexander von Humboldt ]]
Alexander von Humboldt]
Alexander von Humboldt]
Der Große Tiergarten liegt im Zentrum Berlins, im Ortsteil Berlin-Tiergarten des Bezirks Mitte. Mit 210 Hektar ist er der größte Berliner Park. Einige große Straßen durchschneiden den Park, darunter die Ost-West-Achse Straße des 17. Juni. Sie kreuzen sich am Großen Stern, in dessen Mitte die Siegessäule steht.
Der erste Tiergarten wurde schon 1527 angelegt, allerdings an anderer Stelle, nämlich in der Nähe des Berliner Schlosses, westlich der Cöllner Stadtmauer. Das kleine Gebiet wurde seit 1530 nach Westen und Norden hin durch Zukäufe erweitert, bis zu den Grenzen des heutigen Tiergartens und darüber hinaus.
Neben dem Tiergarten mit seinen zahlreichen historischen Gebäuden gehört der Treptower Park im Südosten Berlins zu den bedeutendsten Parks der Stadt. Er wurde von 1876 bis 1882 vom ersten Berliner Gartenbaudirektor Gustav Meyer angelegt und war 1896 Schauplatz der Großen Berliner Gewerbeausstellung. Die weite an der Spree sich hinziehende Gartenlandschaft ist eines der beliebtesten Ausflugsziele der Berliner, nicht zuletzt auch wegen der bereits 1821 und 1822 als Neues Gartenhaus an der Spree erbauten heutigen Gaststätte.
Eine Besonderheit unter den Parks ist der Botanische Garten Berlin. Im Südwesten der Stadt gelegen, wird er neben seiner wissenschaftlichen Bestimmung (er gehört zur Freien Universität Berlin) auch als Erholungspark genutzt. Die Vorgängereinrichtung existierte bereits seit 1697 auf dem Gelände des heutigen Kleistparks in Schöneberg, ab 1897 folgte der Bau der neuen Parkanlage in Dahlem. Mit einer Fläche von über 43 Hektar und etwa 22.000 verschiedenen Pflanzenarten gehört er zu den größten und weltweit bedeutendsten Botanischen Gärten und ist der größte in Europa. Das 25 Meter hohe, 30 Meter breite, und 60 Meter lange Große Tropenhaus ist das höchste Gewächshaus der Welt.
Im Südwesten von Berlin an der historischen Brücke zu Potsdam liegt unter anderem die Pfaueninsel mit dem zwischen 1794 und 1797 im Stil einer Ruine erbauten Lustschloss und einem englischen Garten.
Freizeit und Erholung
englischen Garten]
Der von der Havel durchflossene Große Wannsee bedeckt eine Fläche von 260 Hektar. Mit ihm besitzt Zehlendorf, eine der bevorzugtesten Wohngegenden der Stadt, Berlins beliebtestes Naherholungsgebiet, das Wassersport, Ausflugsschifffahrt und das Strandbad Wannsee bietet.
In der Villa Am Großen Wannsee 56-58 allerdings fand am 20. Januar 1942 die sogenannte Wannsee-Konferenz "zur Endlösung der Judenfrage" statt. Heute ist dort eine Gedenkstätte eingerichtet.
Der Müggelsee und die Müggelberge im Südosten Berlins sind zu allen Jahreszeiten beliebte Ausflugsziele. Das Strandbad ist in den Sommermonaten ein Besuchermagnet. Der Müggelsee ist der größte der Berliner Seen. Vielfach findet man die Bezeichnung Großer Müggelsee, da er mit dem Kleinen Müggelsee einen Bruder hat, der allerdings lediglich 0,16 Quadratkilometer umfasst.
Der See dehnt sich über 7,4 Quadratkilometer aus (maximal 4,3 Kilometer lang; 2,6 Kilometer breit) und ist bis zu acht Meter tief. Der See und die am Südrand gelegenen Müggelberge, mit 115 Meter die höchsten Berliner Erhebungen, entstanden während des Pleistozäns. Auf dem sogenannten Kleinen Müggelberg wurde 1889 der vielbesuchte und beliebte Müggelturm errichtet, der einen Ausblick über den See und die Wälder bis hin zur Stadtsilhouette Berlins bietet beziehungsweise bot.
Sport
Müggelturm]
In Berlin gibt es zahlreiche Sportvereine, wobei sich die meisten dem Breitensport widmen. Ein paar Vereine sind aber zusätzlich auch im Bereich des professionellen Sports tätig. Dazu zählen insbesondere im Fußball Hertha BSC und der 1. FC Union Berlin, im Eishockey die Eisbären, im Basketball Alba und im American Football Berlin Thunder. In der Volleyball-Bundesliga ist die Hauptstadt gleich mit drei Vereinen vertreten.
Jedes Jahr findet in Berlin der weltbekannte Berlin-Marathon sowie das ISTAF statt. Nachdem Berlin die Bewerbung um die Olympischen Sommerspiele 2000 verloren hatte, wird im Jahr 2006 nun das Finale der Fußball-Weltmeisterschaft in Berlin ausgetragen werden. Dazu wurde das Olympiastadion komplett saniert. Im Jahr 2009 werden die Leichtathletik-Weltmeisterschaften im Berliner Olympiastadion ausgetragen.
Wirtschaft
Leichtathletik-Weltmeisterschaften]
Hauptartikel: Wirtschaft Berlins
Das Bruttoinlandsprodukt des Landes Berlin betrug im Jahr 2001 75,8 Mrd. Euro. Zum Vergleich: Hamburg erzielte ein Bruttoinlandsprodukt von 73,7 Mrd. Euro, im Land Brandenburg waren es 42,3 Mrd. Euro (Quelle: IHK-Bericht 2000/2001).
In Berlin gab es 2001 insgesamt 138.688 der Industrie- und Handelskammer zugehörige Betriebe. Davon waren 48.289 im Handelsregister eingetragen und 90.399 so genannte Kleingewerbetreibende (IHK-Bericht 2000/2001).
Über 80 Prozent der Unternehmen Berlins gehören dem Tertiärsektor an. Mit 1,2 der 1,5 Millionen Arbeitnehmer Berlins sind in diesem Bereich ebenfalls weit über 80 Prozent der Erwerbstätigen beschäftigt. Berlin ist also Hochburg des Dienstleistungssektors. Die Bruttowertschöpfung liegt bei rund 69 Mrd. Euro pro Jahr.
Medien
Bruttowertschöpfung
Hauptartikel: Berliner Medienlandschaft
Berlin ist der Sitz vieler regional und bundesweit sendender Rundfunkanstalten. Neben Fernsehsendern wie MTV, Nick, bald auch VIVA und VIVA Plus, Sat.1, N24, TV.Berlin oder FAB gibt es in Berlin eine große Anzahl so genannter Privatradios. Auch die öffentlich-rechtlichen Sender RBB und Deutsche Welle TV haben hier ihren Sitz. Der politischen Bedeutung als Hauptstadt tragen die meisten überregionalen Sender wie ARD, ZDF, RTL oder DeutschlandRadio mit einem „Hauptstadtstudio“ Rechnung.
In Berlin erscheinen die meisten Tageszeitungen Deutschlands. Die größten Abonnement-Zeitungen sind die Berliner Zeitung, die Berliner Morgenpost sowie Der Tagesspiegel, die alle drei jeweils einen umfangreichen Berlin-Teil aufweisen. Bundesweite Bedeutung haben die linksliberale taz, die konservative Welt, das Linkspartei-nahe Neue Deutschland und die Linkspartei-kritische Junge Welt. Außerdem gibt es in Berlin die Boulevardzeitungen B.Z., Bild Berlin und Berliner Kurier.
Neben den Zeitungen gibt es verschiedene Anzeigenblätter wie die Berliner Woche, das Berliner Abendblatt oder die Zweite Hand; außerdem erscheinen verschiedene Stadtmagazine wie der Tip, (030) oder die Zitty.
In Berlin haben der Verlag Walter de Gruyter und der Springer-Verlag ihren Sitz. Sie bieten neben Büchern und Zeitschriften auch viele multimediale Angebote.
Infrastruktur
Öffentlicher Verkehr
Springer-Verlag
Springer-Verlag]
Dem innerstädtischen Verkehr dienen die S-Bahn – betrieben von der S-Bahn Berlin GmbH – sowie die U-Bahn, Straßenbahnen und Busse – betrieben von der BVG.
Wie man der Netzspinne leicht entnehmen kann, wird die Innenstadt in Ost-West-Richtung von der als Hochbahn angelegten Stadtbahn durchquert, welche parallel von S-Bahn sowie Regional- und Fernverkehr befahren wird. Sie verbindet das Westkreuz mit dem Ostkreuz, und passiert dabei den Bahnhof Charlottenburg, den Zoologischen Garten, den Lehrter Bahnhof, den Bahnhof Friedrichstraße, den Alexanderplatz und den Ostbahnhof.
Auf der Nord-Süd-Achse übernimmt die U-Bahnlinie 9 den größten Teil des Fahrgastaufkommens, ergänzt durch die teilweise unterirdische Nord-Süd-Trasse der S-Bahn. Die S-Bahntrasse kreuzt am Bahnhof Friedrichstraße die Stadtbahn. Noch im Bau befindet sich die größtenteils unterirdische Fernbahntrasse vom Bahnhof Papestraße über den Lehrter Bahnhof bis nach Gesundbrunnen (als Teil des so genannten Pilzkonzeptes). Vervollständigt wird der Bahnverkehr durch die Ringbahn, welche die Innenstadt einschließt.
Zum Eisenbahnknotenpunkt Berlin gehört auch der bei Potsdam gelegene Rangierbahnhof Seddin. Für den Regionalverkehr verkehren Regionalbahn- und Regionalexpresslinien der Deutschen Bahn sowie zwei InterConnex-Linien.
Siehe auch: Liste Berliner Bahnhöfe
Autobahnen
Die Innenstadt wird von Westen her von einem Autobahn-Halbkreis (A 100 – Berliner Stadtring) umgeben, der langfristig zu einem Ring vervollständigt werden soll und eine reine Stadtautobahn darstellt. Rund um Berlin verläuft die Autobahn A 10 (Berliner Ring).
Von der A 100 gibt es innerhalb des Stadtgebiets folgende Autobahnen Richtung Berliner Ring:
- A 111 in Richtung Nordwesten (Richtung Hamburg und Rostock)
- A 113 in Richtung Südosten (Richtung Dresden und Cottbus). Diese Autobahn beginnt derzeit erst am Dreieck Treptow im äußersten Südosten der Stadt. Bis 2007 soll der im Bau befindliche Anschluss von der A 100 (beginnend am Dreieck Neukölln) bis zur Berliner Stadtgrenze fertig gestellt sein. Am 14. Juli 2004 wurde dazu das erste Teilstück vom Dreieck Neukölln bis zur Anschlussstelle Späthstraße für den Verkehr freigegeben.
- A 115 in Richtung Südwesten (Richtung Hannover und Leipzig), deren anfängliches gerades Teilstück umgangssprachlich auch heute noch AVUS genannt wird.
Zusätzlich hierzu gibt es im Norden der Stadt noch die A 114 von der Prenzlauer Promenade im Bezirk Pankow zur A 10 in Richtung Stettin.
Die nur wenige Kilometer lange ehemalige A 104, die im Südwesten der Stadt den Berliner Stadtring (A 100)) nach Süden hin mit Berlin-Steglitz verbindet, wurde inzwischen zur Autostraße herabgestuft. Die A 103 verbindet den Berliner Stadtring – von einem weiter östlich gelegenen Anschluss – nach Südwesten hin mit dem Steglitzer Kreisel in Richtung Potsdam.
Flughäfen
Berlin besitzt drei Flughäfen: Tegel (TXL), Tempelhof (THF) und Schönefeld (SXF). Letzterer liegt allerdings knapp hinter der Berliner Stadtgrenze und befindet sich somit im Land Brandenburg. Langfristig ist geplant, den Flughafen Schönefeld zu vergrößern, um die im Innenstadtbereich liegenden Flughäfen Tegel und Tempelhof zu entlasten beziehungsweise zu schließen. Das Großprojekt Flughafen Berlin Brandenburg International (BBI) stößt bei einigen Anwohnern in Berlin und Brandenburg auf Widerstand.
Mit dem bereits geschlossenen Flugplatz Johannisthal besaß Berlin den ersten Flugplatz Deutschlands.
Energieversorgung
Die Energieversorgung von Berlin verfügt über einige Besonderheiten. Im Zweiten Weltkrieg wurde geplant, Berlin über eine als Erdkabel ausgeführte Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung (HGÜ) vom Kraftwerk Dessau zu speisen. Mit dem Bau dieser Anlage wurde 1943 begonnen, sie konn
Klein-Glienicke
Klein-Glienicke, früher ein selbständiges Dorf (1375 erstmals im Landbuch Kaiser Karl IV. erwähnt), ist heute ein zu Potsdam-Babelsberg gehörendes Villenviertel. Es liegt am südwestlichen Teil der Insel Wannsee inmitten von Berlin-Wannsee zu Füßen des Böttcherberges, gegenüber des Schlosses Babelsberg. Klein-Glienicke ist heute nur noch durch eine einzig Brücke, die Parkbrücke, die über den Teltowkanal führt und ursprünglich nur für Fußgänger gedacht war, mit Babelsberg auf der Brandenburger Seite verbunden. Eine weitere, auch für Fahrzeuge gemachte Brücke, die ehemalige Enver-Pascha-Brücke, ist 1945 zerstört worden. Es existieren Pläne zur Wiedererrichtung. Klein-Glienicke zieht sich am Griebnitzsee und an der Glienicker Lake entlang, ferner an der kurzen Fortsetzung des Teltowkanals, die beide Seen verbindet.
Zu DDR-Zeiten war Klein-Glienicke Sperrgebiet und ragte als zur DDR gehörig nach West-Berlin hinein. Um eine DDR-Enklave handelte es sich trotzdem nicht, da die Wasserfläche zwischen Babelsberg und Klein-Glienicke vollständig zur DDR gehörte, das Territorium von Klein-Glienicke also nicht von West-Berliner Territorium umschlossen war. Bemerkenswert ist, dass es im westlichen Teil von Klein-Glienicke drei winzige Berliner Exklaven gab.
Ein kurioses Überbleibsel der Mauer sind zwei Straßenlaternen, die zwischen dem Tannenweg und Am Böttcherberg stehen (Tannenweg 15 und Am Böttcherberg 11). Die Laterne im Tannenweg 15 beleuchtet Nacht für Nacht Privatgrundstücke auf Kosten des Steuerzahlers; die zugehörige Straße ist schon vor Jahren eingezogen worden. Bis kurz vor Ostern 2005 tat das auch die andere Laterne. Das Kuriosum hat folgenden Hintergrund: Die DDR hatte bekanntlich die Mauer gebaut, hier im nordöstlichen Teil Klein-Glienickes in Form von zwei Mauern, rechts und links der umlaufenden Erschließungsstraße (heute: Am Böttcherberg und Am Waldrand). Als Ersatzerschließung wurde eine innere Erschließungsstraße, der heutige Tannenweg, gebaut. Von der inneren Erschließungsstraße gingen Stichstraßen nach außen. Alle Straßen hatten Beleuchtungseinrichtungen. Nach dem Wegfall der Mauer entfiel das Bedürfnis für die Stichstraßen, weil die Anlieger wieder von außen auf Ihre Grundstücke fahren konnten. Die Stichstraßen wurden deshalb eingezogen - und die beiden Laternen vergessen.
In der Zeit zwischen 1863 und 1887 entstanden in Klein-Glienicke - entsprechend dem Zeitgeist - unter dem Architekten Ferdinand von Arnim 10 Schweizerhäuser, von denen noch 4 erhalten sind.
In Richtung Königstraße (Bundesstraße 1) liegt ein über 200 Jahre Alter Friedhof, der zu DDR-Zeiten nicht gepflegt wurde und sich deshalb noch in einem schlechten Zustand befindet; Ehrenamtliche und ABM-Kräften sanieren ihn. Er war früher Begräbnisstätte der Einwohner Klein-Glienickes und Neubabelsbergs. Einige bekannte Personen sind hier begraben, zum Beispiel der "Preußische Pestalozzi" Wilhelm von Türk.
Eine kleine, neugotische Kapelle von Klein-Glienicke ist nur wenige Schritte vom Alten Friedhof entfernt. Gebaut von Reinhold Persius, wurde die Kapelle am Reformationstag im Jahr 1881 eingeweiht. Als die DDR Klein-Glienicke zum Sperrgebiet erklärte, gab sie das Gebäude dem Verfall preis. Zur Wende war es dem Einsturz nahe. Nach einer aufwendigen Sanierung und Restaurierung, die in den Jahren 1993 bis 1999 2,4 Mio. Mark kostete, ist es wieder im alten Zustand von 1881. 1999 erhielt die Backsteinkapelle - ermöglicht durch Finanzierung eines Berliner Ehepaars - eine neue Orgel, welche der in Potsdam am Bassinplatz ansässige Orgelbauer Schuke erbaute.
Ein auf das Jahr 1873 zurückgehendes und in Richtung des Babelsberger Parks gelegenes Gartenlokal, der Bürgershof, soll um 1900 zu den größten Gartenlokalen Europas gezählt haben; fast 100 Kellner sollen an Wochenenden dort gearbeitet haben.
Weblinks
- [http://www.klein-glienicker-kapelle.de Webseite der Kapelle]
- [http://www.potsdam-friedhoefe.de/geschichtliches/klglienicke.html Friedhof Klein-Glienicke]
- [http://www.arminweist.de/37130boe.htm Die Enklaven am Böttcherberg]
Kategorie:Potsdam
Kategorie:Ort_in_Berlin
AgentenaustauschUnter einem Agentenaustausch versteht man, wenn zwei Geheimdienste gefangene Agenten der Gegenseite freilassen und im Austausch eigene Agenten von ihr erhalten.
Austauschgründe
Für den Tausch von Agenten können folgende Gründe vorliegen:
- Eigene, vom Gegner gefasste Agenten, zu erhalten, um
- zu verhindern, dass noch unentdeckte Strukturen des eigenen Agentennetzes beim Gegner aufgedeckt werden (Verrat).
- bislang unbekannte Informationen abzuschöpfen, die nach der Verhaftung nicht übermittelt werden konnten und auch nicht nach der Festnahme preisgegeben wurden.
- Erfahrungen des Agenten zu Ausbildungszwecken zu nutzen.
- den gefassten Agenten zu bestrafen.
- die Leistungen des Agenten im eigenen Land propagandistisch zu verwerten.
- Feindliche Aktionen zur Befreiung des gefassten Agenten zu verhindern.
Humanitäre Gründe (Befreiung, Rückkehr in die Heimat, Familienzusammenführung) spielen in der Regel keine Rolle. Sie werden jedoch gegenüber der Öffentlichkeit meist vorgegeben, wenn der Fall bekannt wird.
Austauschpraxis
In der Regel findet ein Austausch unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt, da keine Seite zugeben will, dass sie im Ausland spioniert. So einigt man sich meist auf eine stille Aktion. Nur in wenigen Fällen wird die Öffentlichkeit unbeabsichtigt oder gezielt einbezogen.
Agententausch auf der Glienicker Brücke
Für den Tausch Abel gegen Powers hatte man bewusst die Glienicker Brücke an der Grenze zwischen West-Berlin und Potsdam (DDR) gewählt. Kein anderer Grenzort als Berlin wäre von den beteiligten Mächten USA und UdSSR besser erreichbar gewesen. Hier stand beiden Seiten eine perfekte Logistik für die Sicherung, den An- und den Abtransport zur Verfügung.
Die Glienicker Brücke hatte gegenüber allen anderen Grenzübergängen Zwischen West-Berlin und Ost-Berlin bzw. der DDR den Vorteil, dass sie hermetisch von der Öffentlichkeit abgeschottet werden konnte. An jedem anderen Grenzübergang war weitaus mehr unerwünschter Publikumsverkehr. Beim ersten Agententausch auf der Glienicker Brücke war mindestens von einer Seite nicht beabsichtigt, Öffentlichkeit herzustellen. Dennoch sorgte der Austausch für Schlagzeilen.
Zwischen 1962 und 1985 wurden auf der Glienicker Brücke drei Austauschaktionen mit insgesamt 38 Personen durchgeführt. Später ging sie unter dem Namen "Agentenbrücke" durch die Medien. Der englische Spitzname der Brücke ist "Bridge of Spies".
Eine maßgebliche Vermittlerrolle bei den Austauschen 1985 und 1986 spielte der Ost-Berliner Rechtsanwalt Dr. Wolfgang Vogel.
Austausch 1
- 11. Februar 1962 zwischen
- Oberst Rudolf Iwanowitsch Abel, Spitzenspion der Sowjets in den USA und
- Francis Gary Powers, dem amerikanischen Piloten, der bei einem "Aufklärungsflug" mit der U 2 über der Sowjetunion abgeschossen wurde.
Austausch 2
- 11. Juni 1985 zwischen
- 23 Häftlingen aus der DDR und
- vier im Westen von der CIA verhafteten Spionen.
Austausch 3
- 11. Februar 1986 Austausch 4(Ost) ./. 5(West) von
# Anatoli (Nathan) Scharanski (Schreibweise auch Anatolij Schtscharanski), UdSSR Kybernetiker, Dissident, Regimekritiker, Oppositioneller. Aus Sicht der UdSSR ein Agent, verurteilt wegen Verrats und antisowjetischer Agitation. Später Minister für Jerusalem in Israel.
# Wolf-Georg Frohn, DDR
# Jaroslav Javorský, ČSSR
# Dietrich Niestroj, BRD
gegen
# Hanna Köcher
# Karl Köcher
# Semjiakow, Computerspezialist der UdSSR
# Jerzy Kaczmarek, Geheimdienstler der VR Polen
# Detlef Scharfenorth
Die Amerikaner wählten beim dritten Austausch gezielt den 11. Februar 1986 aus, da exakt 24 Jahre zuvor der Austausch zwischen Oberst Abel und Pilot Powers erfolgt war. Im Vorfeld gab es zwischen der Sowjetunion und den USA Meinungsverschiedenheiten darüber, ob Anatoli Scharanski als Freiheitskämpfer (Sicht der USA) oder Agent (Sowjetische Auffassung) zu behandeln sei. Die Amerikaner setzten sich mit ihrer Auffassung durch und erwirkten, dass Scharanski vor den drei Anderen zur Grenzlinie gefahren wurde.
Während von westlicher Seite ein spektakulärer Medienrummel inszeniert wurde, berichtete im Osten lediglich das Staatsorgan der DDR "Neues Deutschland" in der Ausgabe vom 12. Februar 1986:
:Austausch auf der Glienicker Brücke Auf Grund von Vereinbarungen zwischen den USA und der BRD sowie der UdSSR, ČSSR, der VRP und der DDR fand am Dienstag, den 11. Februar 1986 ein Austausch von Personen statt, die durch die jeweiligen Länder inhaftiert worden waren. Darunter befanden sich mehrere Kundschafter.
Weblinks
- http://www.glienicker-bruecke.de/
- [http://www.berliner-stadtplan.com/topic/bln/str/x_wgs/5.46/y_wgs/24.8/from/form.html Kartenausschnitt]
- [http://www.faz.net/s/Rub61EAD5BEA1EE41CF8EC898B14B05D8D6/Doc~EEA3F7A9380C04A56BD57F5ADD1F9838E~ATpl~Ecommon~Scontent.html Bericht in der FAZ]
- [http://www.pohl-projekt.de/G_M_G/g_m_g_hdb_austausch_glienicker_br%FCcke_01.htm Agententausch auf der Glienicker Brücke]
- [http://www.mdr.de/doku/1311318-hintergrund-1311163.html Über den 11.Juni 1985]
Kategorie:Nachrichtendienstlicher Begriff
11. FebruarDer 11. Februar ist der 42. Tag des Gregorianischen Kalenders - somit bleiben 321 Tage (in Schaltjahren 322 Tage) bis zum Jahresende.
Ereignisse
- 1855 - Kaiser Theodor II. vereinigt die Fürstentümer zum Kaiserreich Äthiopien.
- 1873 - Mit der Abdankung von König Amadeus von Savoyen wird in Spanien die Erste Republik gebildet.
- 1889 - Japan gibt sich eine neue Verfassung nach europäischem Muster.
- 1913 - Der österreichische sozialdemokratische Arbeiterführer F. Schuhmeier kommt bei einem Attentat ums Leben.
- 1919 - Deutschland. Friedrich Ebert wird zum ersten deutschen Reichspräsidenten gewählt.
- 1945 - USA, Großbritannien, Frankreich und Gastgeber Sowjetunion unterzeichnen die Erklärung von Jalta anlässlich der Konferenz von Jalta auf der sowjetischen Schwarzmeer-Halbinsel Krim.
- 1990 - Michael Gorbatschow stimmt bei einem Besuch Helmut Kohls zu, dass Deutschland sich wiedervereinigen dürfe (die vier Siegermächte hatten diesem Zustimmen müssen - die Sowjetunion gab als Letzte ihr Votum ab).
- 1990 - Der südafrikanischer Apartheid-Gegner Nelson Mandela wird nach 28 Jahren Haft freigelassen.
- 1995 - Eröffnung der Botschaft Kirgisistans in Bonn
- 2003 - Bolivien. Aufstand der Polizei und in Folge: Massenunruhen mit mehreren Toten und Hunderte Verletzte
Wissenschaft, Technik
- 1970 - Start des ersten japanischen Satelliten Osumi mit einer Lambda-4 Rakete
Kultur
- 1619 - Uraufführung der Komödie La fiera von Francesca Caccini in Florenz.
- 1761 - Uraufführung der Oper L'Olimpiade von Niccolò Jommelli in Stuttgart.
- 1766 - Uraufführung der Oper Vologeso von Niccolò Jommelli in Ludwigsburg.
- 1825 - Uraufführung der Oper Adelson e Salvini von Vincenzo Bellini im Collegio di San Sebastiano in Neapel.
- 1840 - Uraufführung der Oper La fille du régiment (Die Regimentstochter) von Gaetano Donizetti an der Opéra-Comique in Paris.
- 1903 - Mit der Sinfonie Nr. 9 d-Moll wird in Wien das letzte unvollendete Werk Anton Bruckners zur Uraufführung gebracht.
- 1963 - Die Beatles nehmen zwischen 10:30 und 23:00 Uhr ihr gesamtes erstes Album auf.
- 1982 - Deutschland. Wiedereinweihung der Alten Oper in Frankfurt am Main nach Wiederaufbau.
- 1998 - Eröffnung der Internationalen Filmfestspiele in Berlin.
Religion
- 1929 - Papst Pius XI. schließt mit dem italienischen Diktator Benito Mussolini die Lateranverträge ab, durch die der Staat der Vatikanstadt die Unabhängigkeit erlangt.
Katastrophen
- 1999 - Ein Erdbeben der Stärke 6,0 in Afghanistan. 70 Tote
Sport
- Einträge im Bereich Formel 1 siehe Formel 1.
- Einträge von Leichtathletik-Weltrekorden s. u. der je | | |