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Gmunden

Gmunden

Gmunden ist eine Bezirkshauptstadt im österreichischen Salzkammergut und liegt an der Nordseite des Traunsees.

Geografie

Gmunden liegt auf 425 m Höhe im Traunviertel. Die Ausdehnung beträgt von Nord nach Süd 9,4 km, von West nach Ost 13,5 km. Die Gesamtfläche beträgt 63,49 km². 52,7 % der Fläche sind bewaldet, 9,7% der Fläche sind landwirtschaftlich genutzt.

Geschichte

Die Stadt Gmunden war schon früher sehr bekannt durch den Salzhandel, hier befand sich während der Kaiserzeit die Salzhauptmannschaft. Das Salz wurde damals mit Zillen über den Traunsee nach Gmunden gebracht, dann Traunabwärts in das ganze Kaiserreich verschifft. Von 1829 bis 1872 war Gmunden auch Endstation der Pferdeeisenbahn Budweis–Linz–Gmunden. 1862 wurde Gmunden zur Kurstadt ernannt. Auch durch die einzigartigen Keramikerzeugnisse insbesondere durch die Schleiss-Keramik ist der Ort weltweit bekannt geworden. Die 1903 gegründete Gmundner-Keramik-Schleiss wurde von Leopold und seinem Sohn Franz Schleiss erbaut. Die weiß-grün geflammte Keramik ist heute noch begehrtes Sammlergut. In Gmunden wurde in der Besatzungszeit von den US-Truppen ein Spionagezentrum gegenüber der Sowjetunion errichtet. Dabei wurden auch viele ehemalige SS-Leute angeheuert, da man Kenntnisse über die sowjetischen Verhältnisse vermutete. In jüngster Zeit wurde die Stadt durch die Dreharbeiten der Fernsehserie "Schloßhotel Orth" bekannt.

Wappen


- Viermal geteilt; 1. in Rot ein goldenes, großes Küfel, beiderseits begleitet von je einem kleinen; 2. in Silber auf gewelltem Wasser eine goldene, mit Küfeln beladene, verheftete Salzzille; 3. in Blau ein silberner, linkshin schwimmender Fisch; 4. in Gold drei grüne, fächerförmig angeordnete Seeblätter; 5. in Rot ein silberner, schroffiger Berg.
- Gemeindefarben: Rot-Blau-Gelb
Das Recht zum Gebrauch eines eigenen Siegels erhielt die Bürgergemeinde durch ein (in Abschrift erhaltenes) Privileg Herzog Rudolfs III. vom 4. Mai 1301, dessen Echtheit allerdings angezweifelt wird. - Das erstmals in einem anhangenden Siegel zu einer Jahrtagstiftung vom 12. Juli 1354 mit der Umschrift + SECRETVM . CIVIVM . IN . GEMVNDEN nachweisbare ursprüngliche Stadtwappen zeigt im Dreieckschild auf gewelltem Schildfuß einen Fünfberg, dessen Mittelkuppe besteckt mit drei Blättern, begleitet rechts von einem aufrechten, abgewendeten Fisch, links von einem Salzküfel. Die älteste farbige Darstellung dieses Wappens hat sich im Rieder Sebastian-Bruderschaftsbuch aus dem Jahre 1503 erhalten. Mit Urkunde vom 8. März 1593 "vermehrte und verbesserte" Kaiser Rudolf II. auf Bitte der Bürger von Gmunden das Stadtwappen zu der heute gebräuchlichen Form und erteilte zugleich der Stadt die Erlaubnis zum Siegeln in rotem Wachs. - Auf einem mit 2. Oktober 1765 datierten Briefumschlag findet sich der Abdruck eines kleinen Siegels mit der Umschrift STADT . GMUNDT . INSIGIL, in dessen geteiltem Wappen nur ein Dreiberg und drei aus der Mittelkuppe entspringende Blätter zu sehen sind. Seit den achtziger Jahren des 18. Jahrhunderts erscheint - wie in den anderen landesfürstlichen Städten - der österreichische gekrönte Doppeladler im Siegel, das vollständige Stadtwappen von 1593 als Brustschild, Umschrift: K : K : LANDES FIRSTLICH STADT . GMUNDEN . SIGIL, unter dem Adler die Jahreszahl 1788; Abdruck erstmals belegbar auf einem Akt vom 2. Februar 1793. Die Gemeindefarben werden nach altem Herkommen ohne nachweisbare formelle Genehmigung geführt. Küfeln und Zille weisen auf die ehemalige "Fertigung" und Verfrachtung des Salzes; Gmunden war Jahrhunderte hindurch Stapel- und Umschlagplatz des im inneren Kammergut gewonnenen Minerals und Sitz des Salzoberamtes. Der Saibling deutet auf das Fischereigewerbe, die Seeblätter und der Felsen charakterisieren die Lage der Stadt am See und nahe dem Gebirge (Traunsee/Traunstein).

Sehenswürdigkeiten

Traunstein
- Landschloss Ort und Seeschloss Ort
- Villa Toscana (Gmunden)
- Rathaus (16. Jhdt.) mit Keramikglockenspiel
- Kammerhof Stadtmuseum (15. Jhdt.)
- Grünbergseilbahn
- Stadtpfarrkirche mit Schwanthaler-Altar
- älteste und steilste (10 % Steigung) Straßenbahn Österreichs (Linienbetrieb)
- Raddampfer Gisela - Baujahr 1870/71, benannt nach der Tochter Kaiser Franz Josephs Gisela Louise Marie von Österreich und Stolz der Traunseeschiffahrt
- Schloss Weyer
- Schloss Cumberland (19. Jhdt.)
- Bummelzug Gmunden, Verbindung Rathausplatz mit dem Schloss Ort, 30 Minuten Rundfahrt Bummelzug Bummelzug Bummelzug

Persönlichkeiten

Klaus Eberhartinger von der Austropop–Gruppe EAV ist 1950 in Gmunden geboren und in Braunau am Inn aufgewachsen. Der Cellist Heinrich Schiff stammt ebenfalls aus Gmunden. Thomas Bernhard, österreichischer Dramatiker, verbrachte einen Großteil seines Lebens in Ohlsdorf bei Gmunden.

Wirtschaft

Industrie

Ansässige Unternehmen sind :
- Stern & Hafferl Verkehrs-GmbH

Verkehr

Der ÖPNV im Ort wird unter anderem von der Straßenbahn Gmunden betrieben. Zudem besteht über die Traunseebahn eine Verbindung nach Vorchdorf und weiter mit der Lokalbahn Lambach-Vorchdorf nach Lambach mit Anschluss an die ÖBB.

Weblinks


- [http://www.salzkammergut-zeitung.at Weitere Informationen: Salzkammergut Internet Zeitung]
- [http://www.gmunden.at Offizielle Seite der Gemeinde]
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- [http://members.aon.at/kastler/Heimatkunde.htm Website über Gmunden und seine Schlösser] Kategorie:Ort in Oberösterreich Kategorie:Ort im Salzkammergut

Bezirk Gmunden

Der politische Bezirk Gmunden im Traunviertel ist der südlichste Bezirk Oberösterreichs. Er grenzt im Norden an die Bezirke Vöcklabruck und Wels-Land, im Osten an den Bezirk Kirchdorf a.d. Krems, im Süden an den steirischen Bezirk Liezen und im Westen an die drei Salzburger Bezirke St. Johann/Pongau, Hallein und Salzburg-Umgebung.

Verwaltung

Der Bezirk Gmunden gliedert sich in 20 Gemeinden, darunter 2 Städte. (alle Einwohnerzahlen Stand: 1. Januar 2004) Gmunden

Österreich

Die Republik Österreich ist ein Bundesstaat in Mitteleuropa mit der Staatsform einer parlamentarischen Demokratie. Das Land ist seit 1955 Mitglied in der UNO und seit 1995 in der Europäischen Union. Es grenzt im Norden an Deutschland und Tschechien, im Osten an die Slowakei und Ungarn, im Süden an Slowenien und Italien und im Westen an die Schweiz und Liechtenstein.

Geografie

Hauptartikel: Geografie Österreichs

Landschaft

Etwa 60 Prozent des Landes sind gebirgig und haben Anteil an den Ostalpen (vor allem Tiroler Zentralalpen, Hohe Tauern und Niedere Tauern, Nördliche Kalkalpen, Südliche Kalkalpen und Wienerwald). In Ober- und Niederösterreich liegt - bereits nördlich der Donau - die Böhmische Masse, ein altes Rumpfgebirge, das auch nach Tschechien und Bayern hinüberreicht, und an der Ostgrenze die Kleinen Karpaten. Die fünf Großlandschaften Österreichs:
- Anteil an den Ostalpen (52.600 km², 62,8 % der Staatsfläche)
- Anteil am Alpen- und Karpatenvorland (9.500 km², 12,3 %)
- Vorland im Osten, Anteil an Randgebieten des Pannonischen Tieflands (9.500 km², 12,3 %)
- Granit- und Gneisplateau, Anteil am Mittelgebirgsland der Böhmischen Masse (8.500 km², 10,1 %)
- Anteil am Wiener Becken (3.700 km², 4,4 %) Von der Gesamtfläche Österreichs (rd. 84.000 km²) entfällt etwa ein Viertel auf Tief- und Hügelländer. Nur 32 % liegen tiefer als 500 m.

Gebirge

km² km²] km² km²]] Die sieben höchsten Berge Österreichs sind:

Ebenen

Die großen Ebenen liegen im Osten entlang der Donau, vor allem das Alpenvorland und das Wiener Becken mit dem Marchfeld, sowie in der südlichen Steiermark, die wegen ihrer Landschaftsähnlichkeit zur Toskana auch oftmals Steirische Toskana genannt wird. tiefster Punkt: Hedwighof (Gemeinde Apetlon - Burgenland) 114 m

Seen

Der größte See ist der Neusiedler See im Burgenland, der mit ca. 77 % seiner Gesamtfläche von 315 km² in Österreich liegt, gefolgt vom Attersee mit 46 km² und dem Traunsee mit 24 km² in Oberösterreich. Auch der große Bodensee mit seinen 536 km² im Dreiländereck mit Deutschland (Freistaat Bayern und Land Baden-Württemberg) und der Schweiz liegt zu einem kleinen Anteil auf österreichischem Staatsgebiet. Allerdings sind die Staatsgrenzen innerhalb des Bodensees nicht genau bestimmt. Für den Sommertourismus in Österreich haben die Seen neben den Bergen die größte Bedeutung, insbesondere die Kärntner Seen und jene des Salzkammerguts. Die Bekanntesten davon sind der Wörthersee, der Millstättersee, der Ossiachersee und der Weißensee. Weitere bekannte Seen sind der Mondsee und Wolfgangsee an der Grenze von Salzburg und Oberösterreich. siehe auch: Liste der Seen in Österreich

Flüsse

Der größte Teil Österreichs wird über die Donau zum Schwarzen Meer entwässert, nur kleine Gebiete über Rhein oder Elbe zur Nordsee. Große Nebenflüsse der Donau sind (von Westen nach Osten):
- Lech und Inn (entwässern Tirol) mit Salzach (entwässert Salzburg).
- die Ager, Traun, Enns, Ybbs, Erlauf, Traisen, Wien, und Fischa entwässern die südlich der Donau gelegenen Gebiete von Oberösterreich und Niederösterreich sowie Wiens.
- die Große und Kleine Mühl, Rodl und Aist, der Kamp, Göllersbach und Rußbach, sowie die March an der Ostgrenze entwässern die nördlich der Donau gelegenen Gebiete von Oberösterreich und Niederösterreich

Klima

Das Klima wird vom Westen nach Osten immer trockener (In Wien sind die Niederschläge nur noch halb so hoch wie in Salzburg) und erreicht in den östlichen und südöstlichen Landesteilen das pannonische Kontinentalklima, das teilweise im südlichen Seengebiet mediterran beeinflusst wird. Die schneereichen Winter bringen dem Tourismus eine zweite Saison. Die Sonnenscheindauer ist etwa um 10 bis 20 Prozent länger als beispielsweise in Norddeutschland. Die niederschlagsreichsten Gegenden sind das gesamte Alpenvorland sowie das Tiroler Unterland, das Außerfern und der Bregenzer Wald. Dort fallen bis zu 3.000 mm Regen pro Jahr (Durchschnitt 900 mm). In diesen Regionen kann es auch sehr oft zu Überschwemmungen kommen.

Bundesländer

Bregenzer Wald Die österreichischen Bundesländer: B Burgenland, K Kärnten, NÖ Niederösterreich, OÖ Oberösterreich, S Salzburg, St Steiermark, T Tirol, V Vorarlberg, W Wien Die neun österreichischen Bundesländer sind in Bezirke aufgeteilt, diese wiederum in Gemeinden.

Städte

Siehe auch: Städte in Österreich Das mit Abstand größte Siedlungsgebiet in Österreich ist die Metropolregion Wien mit einer Einwohnerzahl von 2.067.652 (Stand 1. Januar 2005). Damit konzentriert sich ein Viertel der Bevölkerung des Landes in der Hauptstadtregion. In Österreich besitzen rund 200 Gemeinden das Stadtrecht. Ein großes Problem, vor allem in wirtschaftlich schwachen Gegenden, ist die Abwanderung (Landflucht) der ländlichen Bevölkerung in die städtischen Ballungsräume.

Große Städte

Die größten Städte Österreichs (nach Einwohnerzahl) sind: Landflucht] Landflucht Landflucht Landflucht mit Bodensee (vom Pfänder gesehen)]] Stand: 2001

Ballungsräume in Österreich

Die nachstehenden Gemeinden, die in einem größeren bebauten Siedlungsgebiet liegen, sind nach ihrer Einwohnerzahl sortiert. Stand: 2001

Entfernungen (Luftlinie)


- Wien - Bregenz 505 km
- Wien - Innsbruck 390 km
- Wien - Salzburg 253 km
- Wien - Linz 155 km
- Wien - Graz 148 km
- Wien - Bratislava (SK) 55 km
- Salzburg - München (D) 116 km
- Wien - Berlin (D) 530 km
- Wien - Budapest (H) 255 km
- Bregenz - Paris (F) 568 km
- Villach - Triest (Mittelmeer) (I) 109 km
- Graz - Maribor (SLO) 70 km

Grenzlängen


- Staatsgrenzen insgesamt 2.562 km, davon zu:
  - Deutschland (Bayern): 784 km
  - Italien: 430 km
  - Ungarn: 366 km
  - Tschechische Republik: 362 km
  - Slowenien: 330 km
  - Schweiz: 164 km
  - Slowakei: 91 km
  - Liechtenstein: 35 km

Bevölkerung

siehe auch: Österreicher Österreicher

Lebenserwartung

Die durchschnittliche Lebenserwartung in Österreich beträgt zur Zeit (2005) bei den Frauen 82,1 Jahre und bei den Männern 76,4 Jahre (im Vergleich 1971: 75,7 Frauen und 73,3 Männer). Die Kindersterblichkeit beträgt 0,45 %. siehe auch: Österreichisches Gesundheitssystem

Sprache

Deutsch ist Amts- und Muttersprache von etwa 98 % der österreichischen Bevölkerung. Die deutsche Sprache wird vielfach in Form eines der vielen oberdeutschen Dialekte gesprochen, die zu den Mundartfamilien des
- Alemannischen (gesprochen in Vorarlberg sowie dem Tiroler Außerfern) und
- Bairischen (gesprochen in allen anderen Bundesländern – siehe Sprachgebrauch in Österreich) gehören. Sieben Millionen Österreicher sprechen einen mittel- oder südbairischen Dialekt. Daneben werden slawische und andere Sprachen von autochthonen Minderheiten gesprochen. Die alteingesessenen burgenlandkroatischen, slowenischen und ungarischen Bevölkerungsanteile in Österreich haben einen Anspruch auf muttersprachlichen Schulunterricht und Behördenverkehr. Burgenlandkroatisch und Slowenisch sind zusätzliche Amtssprachen in jenen Verwaltungs- und Gerichtsbezirken der Steiermark, des Burgenlandes und Kärntens mit kroatischer oder slowenischer, bzw. gemischter Bevölkerung. Auch die alteingesessene Roma-Bevölkerung hat ihre eigene Sprache. Außerdem leben 35.000 Jenische in Österreich, wovon gerade noch 3.500 ein fahrendes Leben führen. Sie wurden in den 1960er Jahren im Burgenland, im Mühlviertel, im Waldviertel, auf dem Hausruck, im Toten Gebirge, in den Seetaler Alpen und Fischbacher Alpen angesiedelt. Siehe auch: Minderheitssprachen in Österreich, Kärntner Slowenen

Zuwanderung

Das Land beherbergt Menschen aus vielen anderen Ländern, die aus wirtschaftlichen oder politischen Gründen ins Land gekommen sind. Diese Zuwanderer oder vorübergehend im Land lebenden Menschen stammen vornehmlich aus Russland, dem ehemaligen Jugoslawien (v.a. Serbien und Montenegro), Deutschland, Georgien, dem asiatischen Raum (Indien, Türkei, Afghanistan, Pakistan, China u.a.), aber auch aus anderen Weltregionen; Deren Anteil an der einheimischen Bevölkerung beträgt etwa 12,5 % (Anfang 2005). Bereits in den 1960er und 1970er Jahren wurden viele damals noch als Fremdarbeiter wegen des herrschenden Arbeitskräftemangels von den Firmen direkt in den Herkunftsländern angeworben um in Österreich zu arbeiten. Viele dieser Familien leben mittlerweile in der zweiten oder dritten Generation im Land. Ungefähr die Hälfte aller Menschen mit Migrationshintergrund bzw. deren Nachkommen lebt im Großraum Wien, wo etwa ein Viertel der gesamten Bevölkerung Österreichs ansässig ist. Der Rest verteilt sich vorwiegend auf die übrigen Ballungszentren, in denen ihr Anteil zwischen 10 und 20 % ausmacht. In einigen ländlichen Regionen liegt der Anteil der Migranten und Migrantinnen zwischen 0 und 5 %. In den vergangenen Jahren wurde pro Jahr an etwa 30.000 - 40.000 Menschen die österreichische Staatsbürgerschaft verliehen.

Prognose

Laut Prognosen der Statistik Austria, dem statistischen Amt der Republik Österreich, halten sich Geburten und Sterbefälle in Österreich noch für etwa 20 Jahre die Waage, danach werden die Geburten- voraussichtlich unter den Sterbezahlen liegen, was zu einem höheren Altersdurchschnitt führen wird. Durch Zuwanderung kann die Bevölkerung bis zum Jahr 2050 auf rund 9 Millionen anwachsen und das Geburtendefizit teilweise ausgeglichen werden. Nur in Wien, als einzigem der neun Bundesländer, wird der Altersdurschnitt niedriger und das Bevölkerungswachstum höher als im Bundesdurchschnitt sein; bis 2050 kann Wien demnach wieder zur Zweimillionenstadt werden. Als Grund führt Statistik Austria an, dass die Geburtenraten höher liegen und rund 40% der Immigration nach Österreich auf die Bundeshauptstadt entfallen.

Religion

73,6 % der einheimischen Bevölkerung bekennen sich zum römisch-katholischen Glauben und 4,7 % zum Protestantismus (überwiegend Augsburger Bekenntnis). Etwa 12 % der Bevölkerung gehören keiner Kirche oder Glaubensgemeinschaft an, die israelitische Kultusgemeinde zählt etwa 7.300 Mitglieder. Zum Buddhismus, der in Österreich 1983 als Religionsgemeinschaft anerkannt wurde, bekennen sich etwas über 10.000 Menschen. Etwa 20.000 sind aktive Mitglieder der Zeugen Jehovas. Von den zugewanderten Personen sind etwa 180.000 Mitglieder christlich-orthodoxer Kirchen, und rund 350.000 Menschen Mitglieder verschiedener muslimischer Religionsgemeinschaften (August 2005). Siehe auch: Geschichte des Christentums in Österreich, Anerkannte Religionen in Österreich, Baptisten in Österreich, Buddhismus in Österreich, Religionsfreiheit in Österreich

Geschichte

Hauptartikel: Geschichte Österreichs

Franken- und Ostfrankenreich

Weite Gebiete des heutigen Österreich gehörten im späten 8. Jahrhundert zum bayrischen Stammesherzogtum im fränkischen Reich Karls des Großen. Im folgenden Ostfrankenreich, in der Region des heutigen Niederösterreich, war seit 856 eine Marchia Orientalis den Karolingern unterstellt. Diese Grenzmark im Südosten des Reiches wurde zur Keimzelle des späteren Österreich. Dieses Gebiet ging 907 allerdings an die Ungarn verloren. Erst nach der Schlacht auf dem Lechfeld 955 konnte das ostfränkische Reich wieder nach Osten expandieren und es entstanden neue Herzogtümer und Markgrafschaften. Damit begann auch eine weitere Welle bajuwarischer (bayerischer) Siedlungstätigkeit.

Heiliges Römisches Reich (HRR) (962 - 1806)

955 Im Jahr 976 wurde die Marchia Orientalis von Kaiser Otto II. einem Babenberger-Grafen übereignet. In einer Urkunde von 996 wurde diese Marchia Orientalis erstmals Ostarrichi genannt; Aussprache und Schreibweise wandelten sich später zu Österreich. Das Gebiet wurde auch als Ostland (lat. Austria) oder Osterland bekannt und 1156 von Kaiser Friedrich I. (Barbarossa) zu einem Herzogtum erhoben. Den Babenbergern folgten ab 1278 die Habsburger, die bis 1526 ihr Herrschaftsgebiet weiter ausdehnten und ein Erzherzogtum schufen, das ein bedeutender Faktor im Heiligen Römischen Reich wurde. Schon die späten Babenberger hatten die Steiermark mit Österreich verbinden können, die Habsburger schufen davon ausgehend mit der Erwerbung Kärntens, Tirols, Krains und anderer Gebiete einen Länderkomplex in den Ostalpen, der Herrschaft zu Österreich genannt wurde. Ab 1438 besaß das Fürstenhaus fast durchgehend die römisch-deutsche Königs- und die damit verbundene Kaiserwürde. Vom späten 15. Jahrhundert bis 1690 waren die habsburger Länder von ständigen militärischen Auseinandersetzungen mit dem Osmanischen Reich geprägt. Die Reformation der Kirche konnte sich anfangs schnell durchsetzen, wurde aber im Laufe des 17. Jahrhunderts zurückgedrängt. 1713 wurde mit der Pragmatischen Sanktion erstmals ein für alle Länder gleichermaßen gültiges Grundgesetz in Kraft gesetzt. Im Österreichischen Erbfolgekrieg konnte das neue Haus Habsburg-Lothringen die Erbländer großteils für sich behaupten. Die Kriege gegen Napoleon und seine Kaiserkrönung führten 1804 dazu, dass Kaiser Franz II. den Titel als Kaiser Franz I. von Österreich für seine Erbländer annahm und 1806 unter dem Druck Napoleons auf die Kaiserkrone des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation verzichtete.

Kaisertum Österreich (1804 – 1867); Österreich-Ungarn (1867 - 1918)

Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation Das neue Kaiserreich Österreich war ein Vielvölkerstaat und reichte von Böhmen und Mähren über die heutige Republik hinweg weiter über Ungarn bis tief in den Balkan hinein. 1815 erhielt Österreich den Vorsitz im Deutschen Bund. Mit der Niederschlagung der Märzrevolution 1848 sicherte sich das Kaiserreich sein Überleben. Auch der ungarische Aufstand gegen die österreichische Vorherrschaft wurde niedergerungen. Der Krieg des Deutschen Bundes unter dem Vorsitz Österreichs gegen Preußen (Deutscher Krieg) führte 1866 nach dem Sieg Moltkes bei Königgrätz zur Auflösung des Bundes der deutschen Staaten. 1867 wurde im Zuge des Ausgleiches eine österreich-ungarische Doppelmonarchie unter der Herrschaft vom österreichischen Kaiser Franz Joseph I. geformt, der zugleich als König von Ungarn galt und über 40 Jahre an der Macht bleiben sollte. Da hierbei die Forderungen der „K.u.k.”-Völker nach mehr Selbstständigkeit außer Acht gelassen wurden spitzten sich die Nationalitätenprobleme zu und trieben das Reich an den Rand der Unregierbarkeit. Ausgelöst vom Attentat von Sarajevo und weitergetrieben von den europäischen Beistandspakten begann 1914 der erste Weltkrieg, der 1918 zum Ende der „kaiserlich-königlichen Monarchie” führte.

I. Republik (1918 – 1938) und Drittes Reich (1938 – 1945)

Österreich-Ungarn wurde aufgelöst. Auf dem vorwiegend von Menschen mit deutscher Muttersprache bewohnten Gebiet der Doppelmonarchie entstand die Republik „Deutschösterreich”, wobei einige Gebiete, in welchen ebenfalls eine große Bevölkerungszahl vorwiegend Deutsch sprach (z.B.: Egerland, Südmähren, Südtirol) abgetrennt wurden. Im Vertrag von Saint-Germain wurde dieser Staatsname „Deutschösterreich” und der von vielen angestrebte Zusammenschluss mit der neuen Deutschen Republik untersagt. Am 21. Oktober 1919 wurde der Name in „Republik Österreich“ geändert und 1920 die neue österreichische Verfassung beschlossen. In den folgenden Jahren führten die schlechte Wirtschaftslage und politische Auseinandersetzungen Österreich immer tiefer in eine Krise die schließlich im Bürgerkrieg (1934) gipfelte. Nachdem Bundeskanzler Engelbert Dollfuß 1933 den Nationalrat aufgelöst hatte, wurde in Österreich eine austrofaschistische Diktatur in Form eines autoritären Ständestaates etabliert. 1938 erfolgte der Anschluss an das Deutsche Reich. Der gebürtige Österreicher Adolf Hitler führte nach seinem beruflichen Scheitern in seinem Heimatland und seiner politischen Karriere in Deutschland Österreich in die nationalsozialistische Willkürherrschaft und ließ in der Folge alle Hinweise auf eine Eigenständigkeit des Landes tilgen. Österreich wurde in „Ostmark” und bald danach in „Donau- und Alpengaue” umbenannt. Der 1939 von ihm entfesselte Zweite Weltkrieg führte schließlich zum Untergang des „Dritten Reiches“.

II. Republik (ab 1945)

Dritten Reiches Mit dem Kriegsende 1945, der Niederlage des Großdeutschen Reiches und der Befreiung von der Herrschaft Hitlers und der Nationalsozialisten, wurde von den Siegermächten ein Staat Österreich wiederhergestellt. Bereits am 27. April trat eine provisorische Staatsregierung mit Karl Renner als Staatskanzler zusammen und proklamierte die Wiedererrichtung der Republik. Nach Renners Tod wurde Theodor Körner als Kandidat der SPÖ am 27. Mai 1951 zum Bundespräsidenten gewählt. Dies war die erste Volkswahl des Staatsoberhauptes in der Österreichischen Geschichte überhaupt. Bis 1955 war das neue Österreich, wie auch Deutschland, in vier Besatzungszonen aufgeteilt. Erst mit der Unterzeichnung des Österreichischen Staatsvertrags durch die Bundesregierung und Vertreter der Siegermächte am 15. Mai 1955, und damit dem Bekenntnis zur Neutralität und der Verpflichtung keinen neuen Anschluss anzustreben, erlangte die Republik ihre volle Souveränität. Bis zum 25. Oktober 1955 verließen die letzten alliierten Truppen das Land. Tags darauf wurde die „immerwährende Neutralität” im Nationalrat in Form eines Verfassungsgesetzes festgeschrieben. Seit 1965 ist der 26. Oktober, in Erinnerung an den Beschluss der Neutralität, österreichischer Nationalfeiertag. 1960 war die Republik Mitbegründer der EFTA, die einen Wirtschaftszusammenhalt anstrebte. Bedingt durch die Neutralität konnten sowohl mit den westlichen Ländern als auch mit den damaligen Ostblockländern gute kulturelle und wirtschaftliche Bande geknüpft werden, was dem Land in der Zeit des Wiederaufbaues noch lange half. Nach dem Ende des Kalten Krieges 1991 wurde die strikte Neutralitätspolitik zwar gelockert, aber die angemessene Interpretation der Neutralität in der geänderten Weltordnung ist seitdem ein umstrittenes innenpolitisches Thema. 1995 trat Österreich der Europäischen Union (EU) bei. 1999 schaffte es seine bisherige Währung, den Schilling ab und führte zusammen mit anderen EU-Staaten den Euro ein.

Politik

Hauptartikel: Politisches System Österreichs Siehe auch: Politische Parteien in Österreich, Endogene Regionalentwicklung, Bundesverfassung (Österreich)

System

Österreich ist nach der Bundesverfassung von 1920, die 1945 wieder eingeführt wurde, eine föderale, parlamentarisch-demokratische Republik, bestehend aus neun Bundesländern. Staatsoberhaupt ist ein Bundespräsident, der für 6 Jahre direkt von der Bevölkerung gewählt wird. "Regierungschef" und Vorsitzender der Bundesregierung ist ein Bundeskanzler, der vom Bundespräsidenten de facto entsprechend den Mehrheitsverhältnissen im Nationalrat ernannt wird. Die Bundesregierung kann durch ein Misstrauensvotum des Nationalrates abberufen werden.

Institutionen

Das österreichische Parlament besteht aus zwei Kammern. Die Zusammensetzung des Nationalrates mit seinen 183 Mitgliedern wird alle 4 Jahre durch freie und allgemeine Bürgerwahlen bestimmt. Eine 4-Prozent-Hürde verhindert eine zu große Zersplitterung der Parteienlandschaft im Nationalrat. Der Bundesrat wird von den einzelnen Landtagen (Parlamente der Bundesländer) beschickt. Der Nationalrat ist die dominierende Kammer in der österreichischen Gesetzgebung. Der Bundesrat besitzt in den überwiegenden Fällen nur ein aufschiebendes Vetorecht, das durch einen Beharrungsbeschluss des Nationalrates außer Kraft gesetzt werden kann. Vom 1. Juli 2003 bis 31. Jänner 2005 tagte ein Verfassungskonvent ("Österreich-Konvent") unter Franz Fiedler, der Vorschläge für eine Reform der österreichischen Bundesverfassung erarbeitete. Dabei kam man aber nicht zu einer einheitlichen Meinung über die zukünftige Kompetenzverteilung zwischen Bund und Ländern. Diese muss in Verhandlungen der verschiedenen politischen Ebenen ausgearbeitet werden.

Politische Parteien

Hauptartikel: Politische Parteien in Österreich. Seit der Gründung der Republik Österreich wird die Politik von zwei großen Parteien, der christlich-konservativen Volkspartei ÖVP (vor dem 2. Weltkrieg unter dem Namen Christlichsoziale Partei) sowie der sozialdemokratischen SPÖ (vorher Sozialdemokratische Arbeiterpartei Österreichs), geprägt. Beide entstanden schon während der Monarchie und erlebten jeweils nach dem 2. Weltkrieg eine Neugründung, der eine intensivierte Zusammenarbeit folgte. Die positiven Auswirkungen dieser Kooperation wurde unter dem Begriff der Sozialpartnerschaft, die negativen als Parteipolitischer Proporz bekannt. Drittes, allerdings wesentlich kleineres, parteipolitisches Kontinuum ist das deutschnationale Lager, welches sich in der ersten Republik vor allem in der Großdeutschen Volkspartei, danach in der FPÖ, der Freiheitlichen Partei Österreichs, sammelte. In den ersten Jahren der zweiten Republik spielte auch die Kommunistische Partei Österreichs (KPÖ) ein Rolle in der Politik des Landes, seit den 60er Jahren ist sie jedoch als Kleinstpartei auf Bundesebene relativ bedeutungslos. Bei regionalen Wahlen, wie zB. in Graz, erreicht sie aber auch heute noch nennenswerte Stimmanteile.
In den 80er-Jahren brach das starre, manchmal auch als
hyperstabil bezeichnete Parteiensystem (mit einer der höchsten Dichte an Pateimitgliedern weltweit) auf. Einerseits durch den Eintritt der Grünen Partei auf dem linken Parteienspektrum, andererseits durch die Forcierung der FPÖ als rechtspopulistische Partei. Von der bis zum Regierungseintritt im Jahr 2000 stark wachsenden Partei spaltete sich 1993 das Liberale Forum ab, das allerdings bald wieder von der politischen Bühne verschwinden sollte. Im Jahr 2005 erlebte die FPÖ mit der Gründung des BZÖ ihre zweite Spaltung. Derzeit besteht die Bundesregierung aus einer Koalition zwischen ÖVP und BZÖ unter Bundeskanzler Wolfgang Schüssel. Vizekanzler ist derzeit Hubert Gorbach.

Rechtswesen

Die zentrale Privatrechtskodifikation Österreichs, das Allgemeine Bürgerliche Gesetzbuch 1811 (ABGB), ist eine Naturrechtskodifikation, die 1914-1916 unter Einfluss der Historischen Rechtsschule tiefgreifend novelliert wurde. Weit reichende Änderungen erfolgten dann erst wieder ab 1970, insbesondere im Familienrecht. Große Bereiche des Privatrechts sind allerdings außerhalb des ABGB geregelt, wobei viele dieser Sondergesetze im Zuge des "Anschlusses" 1938 aus Deutschland in Österreich eingeführt wurden und nach 1945 in gegebenenfalls entnazifierter Fassung in Österreich beibehalten wurden; so etwa das Ehegesetz (EheG), das Handelsgesetzbuch (HGB) und das Aktiengesetz (AktG). Auch das Verfassungsrecht ist zersplittert, da es - im Gegensatz etwa zum deutschen Grundgesetz - kein Inkorporationsgebot gibt, wonach Verfassungsbestimmungen nur in den Text der Verfassungsurkunde aufgenommen werden dürfen. Als solche kann das Bundesverfassungsgesetz vom 1. Oktober 1920 angesehen werden, welches sozusagen den "Kern" des Bundesverfassungsrechts enthält; daneben bestehen jedoch mehr als 1.300 (!) Verfassungsgesetze und Verfassungsbestimmungen in einfachen Gesetzen sowie Staatsverträge im Verfassungsrang. Als die wichtigsten sind das Staatsgrundgesetz über die allgemeinen Rechte der Staatsbürger vom 21. Dezember 1867, das Finanz-Verfassungsgesetz vom 21. Jänner 1948, das Neutralitätsgesetz vom 26. Oktober 1955 sowie die Europäische Menschenrechtskonvention vom 4. November 1950 zu nennen. Das Strafrecht ist in einer modernen Kodifikation, dem Strafgesetzbuch vom 23. Jänner 1974, geregelt. Es kennt außer Strafen auch "vorbeugende Maßnahmen" (= Unterbringung von geistig abnormen, entwöhnungsbedürftigen oder potentiell rückfälligen Tätern in entsprechende Anstalten), beide dürfen nur wegen einer Tat verhängt werden, die schon zur Zeit ihrer Begehung mit Strafe bedroht war (
Nulla poena sine lege, § 1 StGB). Die Todesstrafe ist im ordentlichen Verfahren seit 1950, im außerordentlichen Verfahren seit 1968 abgeschafft. Die Gerichtsbarkeit wird in Zivilrechts- und Strafrechtssachen von Bezirksgerichten, Landesgerichten, Oberlandesgerichten und dem Obersten Gerichtshof als höchste Instanz wahrgenommen. Die Gerichtsbarkeit des öffentlichen Rechts wird vom Verwaltungsgerichtshof und vom Verfassungsgerichtshof wahrgenommen. siehe auch: Gerichtsorganisation in Österreich

Militärische Landesverteidigung

Hauptartikel: Österreichisches Bundesheer. Die militärische Landesverteidung fußt auf einer allgemeinen Wehrpflicht aller männlichen Staatsbürger im Alter von 17 - 50 Jahren. Frauen können einen freiwilligen Wehrdienst ableisten. Das Bundesheer besteht aus ca. 35.000 Mann im Präsenzstand und ca. 75.000 Mann der Miliz. Der Präsenzdienst dauert bisher acht Monate und ab 1. Jänner 2006 sechs Monate. Bis zum Jahr 2009 wird voraussichtlich die allgemeine Wehrpflicht abgeschafft und durch ein Berufsheer ersetzt. Die Hauptaufgaben des Bundesheeres sind:
- Militärische Landesverteidigung
- Schutz der verfassungsmäßigen Einrichtungen sowie der demokratischen Freiheiten der Bürger
- Aufrechterhaltung der Ordnung und Sicherheit im Inneren
- Hilfeleistung bei Elementarereignissen und Unglücksfällen außergewöhnlichen Umfanges
- Hilfeleistung im Ausland Wehrpflichtige, die einen Wehrdienst aus Gewissensgründen ablehnen, können einen Zivildienst ableisten. Dieser dauert zwölf Monate und ab 1. Jänner 2006 neun Monate.

Staatsverschuldung

Die Verschuldung des Gesamtstaates einschl. Parafisken wird 2005 ihren bisher höchsten Stand mit 154,86 Mrd. EUR erreichen, danach sollen die Schulden über 154,500 (2006) auf 154,200 Mrd. EUR (2007) zurückgeführt werden. Die Schuldenstandsquote wird für 2005 mit 63,3% veranschlagt (durch die Revision der VGR (Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung) fällt der Quotient niedriger aus als bisher). 1995 - im Jahre des EU-Beitritts - lag sie noch bei 69,2%. Das Maastricht-Ziel eines Schuldenstands von höchstens 60% des BIP hatte Österreich zuletzt - vor dem Beitritt zur EU - 1992 erreicht.

Bundeshaushalt

Der Bundeshaushalt 2005 sieht bei Ausgaben in Höhe von 64,001 Mrd. EUR Einnahmen von 58,866 Mrd. EUR vor, so dass sich ein Defizit in Höhe von 5,135 Mrd. EUR oder 2,1% des BIP ergibt.

Infrastruktur

Verkehr

Die Verkehrsinfrastruktur ist geprägt einerseits durch die Lage in den Alpen und andererseits durch die zentrale Lage in Mitteleuropa. Dies gilt für Straßen- und Bahnverbindungen gleichermaßen. Die logistische Erschließung der Alpen erfordert viele Tunnel- und Brückenbauten, die extremen Witterungsbedingungen standhalten müssen. Durch die zentrale Lage gilt Österreich als typisches Transitland, vor allem in Nord-Süd- und Nord-Südost-Richtung, durch die Öffnung des Eisernen Vorhangs auch in Ost-Westrichtung. Das bedeutet aber oft eine wesentlich größere Dimensionierung der Verkehrswege, auch in ökologisch sensiblen Gebieten, was oft zu Widerständen der Bevölkerung führt. Um diese Gratwanderung zwischen Ökonomie und Ökologie zu bewältigen, sind oft Maßnahmen notwendig, welche dem Land eine Vorreiterrolle im Umweltschutz gebracht haben, vor allem am Kraftfahrzeugsektor. Es wurde in der Alpenrepublik beispielsweise vergleichsweise früh gesetzlich vorgeschrieben, in jedem Kraftfahrzeug einen Katalysator einzubauen. Ebenso wurden auf bestimmten Strecken nur Lärmarme LKW zugelassen. Durch verschiedene Deregulierungen fühlen sich die Bewohner jedoch in bestimmten Regionen, wie im Inntal, von den verkehrsregelnden Institutionen auf nationaler und internationaler Ebene, vor allem von der EU, im Stich gelassen.

Straßenverkehr

Das österreichische Straßennetz umfasst derzeit:
- 2.000 km Autobahnen und Schnellstraßen
- 10.000 km Straßen mit Vorrang (früher Bundesstraßen)
- 24.000 km Landesstraßen
- 70.000 km Gemeindestraßen Das Straßennetz ist großteils in öffentlicher Hand, wobei auf Autobahnen und Schnellstraßen die PKWs mit so genannten Mautvignetten und die LKWs kilometerabhängig durch die ASFINAG bemautet werden. Siehe: Straßensystem in Österreich, Liste der Autobahnen und Schnellstraßen in Österreich, Liste der österreichischen Kfz-Kennzeichen

Schienenverkehr

Liste der österreichischen Kfz-Kennzeichen Der größte Teil der Eisenbahnstrecken wird durch die Österreichische Bundesbahnen (ÖBB) betrieben. Ein geringerer Teil wird durch Privatbahnen, die aber auch teilweise im Besitz der Bundesländer sind, befahren. S-Bahnen gibt es derzeit nur in der Hauptstadtregion Wien und in Salzburg. Weitere S-Bahn Systeme sind für die Städte Graz, Linz und Innsbruck geplant. Die einzige U-Bahn Österreichs befindet sich in Wien. Des weiteren besitzt die Linzer Straßenbahn einige unterirdische Stationen. Straßenbahnverkehr gibt es in den Städten Wien, Graz, Linz, Innsbruck und Gmunden.

Schiffsverkehr

Der Personenschiffsverkehr dient hauptsächlich dem Tourismus und findet sowohl auf der Donau, als auch auf den größeren Seen statt. Meist werden die Gewässer nur im Sommerhalbjahr befahren. Im Güterverkehr wird nur die Donau genutzt, die durch den Bau des Rhein-Main-Donau-Kanals wesentlich aufgewertet wurde und so viel Transitverkehr von der Nordsee bis ans Schwarze Meer aufnehmen kann. Hauptsächlich werden Schüttgüter befördert. Die wichtigsten Häfen sind Linz, Krems und Wien.

Flugverkehr

Die größte nationale Fluggesellschaft ist die Austrian-Gruppe (Austrian Airlines, Lauda Air, Austrian Arrows). Mit FlyNiki besitzt Österreich seit 2003 auch eine Billigflugairline. Wichtigster Flughafen ist der Flughafen Wien-Schwechat, daneben sind Graz, Linz, Klagenfurt, Salzburg und Innsbruck internationale Anbindungen.

Energieversorgung

Hauptartikel: Energieversorgung in Österreich Energieversorgung in Österreich

Elektrische Energie

Die Elektrische Energie wird zum größten Teil aus Wasserkraft, sowohl aus Laufkraftwerken an der Donau, der Enns, Drau und vielen kleineren, als auch aus Pumpspeicherkraftwerken, wie Kraftwerk Kaprun oder Maltakraftwerke hergestellt. Zur Deckung von Spitzenstrom werden auch Gaskraftwerke betrieben. Strom aus Atomkraftwerken wird auf Grund des Atomsperrgesetzes nicht hergestellt. Das einzige Kernkraftwerk wurde zwar in Zwentendorf errichtet, ging aber nach einer Volksabstimmung 1978 nie in Betrieb. Die Verteilung erfolgt hauptsächlich durch neun Landesgesellschaften, die auch die letzte Meile zum Endverbraucher haben. Daneben gibt es einige kleinere Versorger, die meist auch im Besitz der öffentlichen Hand sind.

Gasversorgung

letzte Meile Bei der Erdgasversorgung ist Österreich weitgehend vom Ausland abhängig. Traditionellerweise ist die Hauptversorgung aus Russland. Verhältnismäßig kleine Erdgaslager befinden sich im Marchfeld und Weinviertel, wo sich auch unterirdische Pufferspeicher als Sicherheitslager befinden. Die Verteilung erfolgt ebenfalls über neun Landesgesellschaften.

Ölversorgung

Dasselbe gilt für das Erdöl. Hauptimportland ist dabei Libyen. Die größte Raffinerie befindet sich in Schwechat und wird von der OMV AG betrieben.

Rechtliche und soziale Infrastruktur

Schule und Ausbildung

Siehe: Schulsystem in Österreich, Liste bedeutender Österreicher, Österreichische Universitäten, Hochschulen und Fachhochschulen, Schülerzeitung

Notrufdienste

Polizei
Österreichweit wurde 2005 die für ländliche Gebiete zuständige Bundesgendarmerie mit den in den Städten vorhandenen Bundessicherheitswachekorps und Kriminalbeamtenkorps zum neuen Wachkörper Bundespolizei zusammengelegt. Dadurch wurde versucht, Zweigleisigkeiten in der Organisation zu beseitigen und die Effizienz zu erhöhen. Der Beweis dieses Anspruchs konnte bis dato nicht erbracht werden.
Feuerwehr
Das österreichische Feuerwehrensystem basiert fast vollständig auf Freiwilligen Feuerwehren. Nur in den sechs größten Städten wird der Brandschutz von Berufsfeuerwehren wahrgenommen. Hauptartikel:Feuerwehr in Österreich
Rettungsdienst
Bei Unfällen mit Verletzten wird in Österreich die Rettung informiert. Vor allem in den ländlichen Gebieten übernimmt das Österreichische Rote Kreuz den Rettungsdient. Daneben unterhalten andere Hilfsorganisationen wie des ASBÖ oder die Johanniter Rettungswachen. In Wien teilen sich die städtische Wiener Rettung und die Hilfsorganisationen die Aufgabe. Rettungshubschrauber spielen eine sehr wichtige Rolle im österreichischen Rettungsdienst. Das Land dürfte über die größte Dichte an Rettungshubschraubern weltweit verfügen. Flächendeckend stellt der Christophorus Flugrettungsverein des ÖAMTC 16 Hubschrauber. Daneben sind vor allem in den Tourismus-Regionen mehrere private Anbieter tätig. Siehe auch Luftrettung.

Wetterdienst

Wetterstationen befinden sich übers ganze Land verteilt, in größeren Städten und in allen Landeshauptstädten. Die nationale Einrichtung für meteorologische und geophysikalische Dienste ist die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) mit mehreren Zweigstellen in den Bundesländern. Die aktuellen Wetterdaten und Wetterentwicklungen lassen sich, auf Internetseiten gesammelt, für viele Orte abrufen und außerdem über Radio und Fernsehen verfolgen. In Zukunft soll außerdem ein zuverlässiger Unwetterwarndienst im Internet angeboten werden. Zusätzlich gibt es noch die Flugwetterdienste oder spezielle Systeme, wie das Blitzortungssystem ALDIS, die auch mit der ZAMG zusammenarbeiten und Daten austauschen.

Medien

Hauptartikel: Medien in Österreich

Wirtschaft

Hauptartikel: Österreichische Wirtschaft
In Österreich waren 2001 3.420.788 Personen in 396.288 Arbeitsstätten beschäftigt. Die größte Börse in Österreich ist die Wiener Börse, dessen größter Index der ATX ist.

Land- und Forstwirtschaft

Österreich hat eine sehr kleinstrukturierte Landwirtsch

Salzkammergut

im Vordergrund]] ]] Das Salzkammergut ist eine Landschaft in Österreich, die sich im Westen bis vor die Tore der Stadt Salzburg in Richtung Osten bis zum Almtal erstreckt. Im Norden ist die Region durch die Linie Irrsee-Attersee-Traunsee begrenzt und erstreckt sich im Süden bis zum Dachstein und in das Ausseerland. Meist rechnet man auch den Flachgau mit den Seen Mattsee und Wallersee zum Salzkammergut. Die Region liegt in drei österreichischen Bundesländern: Der größte Teil des Salzkammergutes gehört zu Oberösterreich, die Gegend um den Wolfgangsee und den Fuschlsee liegt im Land Salzburg und das Ausseerland liegt bereits in der Steiermark. Der Name Salzkammergut leitet sich von den ausgeprägten Salzvorkommen der Region ab. Schon die Kelten bauten das „Weisse Gold“ ab. Eine ganze Epoche ist danach benannt: Die Hallstattkultur – bekannt durch die keltischen Pfahlbauten und benannt nach dem Ort Hallstatt am Hallstätter See. Die Siedlungen der Region waren seit jeher durch den Reichtum an Salz geprägt. Bis ins 19. Jahrhundert war die Region deshalb unmittelbar dem Salzamt der Wiener Regierung – der Hofkammer – unterstellt, die das staatliche Salzmonopol verwaltete – so wie Jahrhunderte vorher die Bischöfe von Salzburg und Passau. Die Landschaft des Salzkammergutes ist geprägt von über siebzig Seen und den umliegenden Bergen (Dachstein, Totes Gebirge und Höllengebirge). Rund um die Kernregion Bad Ischl ist das Salzkammergut heute vor allem vom Tourismus geprägt. Der namensgebende Kochsalzabbau ist heute nicht mehr von großer Bedeutung. Beliebte Urlaubsziele in der Region sind: Wolfgangsee, Attersee und Mondsee. Weitere bekannte Seen: Fuschlsee, Zeller See (Irrsee), Hallstätter See und Traunsee. Bekannte Orte: Bad Ischl, Bad Aussee, Gmunden, St. Gilgen, Bad Goisern, Hallstatt und Sankt Wolfgang. Bekannte Großveranstaltungen im Salzkammergut sind zum Beispiel das Skifliegen am Kulm in Bad Mitterndorf/Tauplitz und das alljährlich stattfindende Narzissenfest (Diese Narzissenart wächst nur im Salzkammergut). Weiters ist die Region noch aufgrund ihren althergebrachten Bräuchen und Traditionen bekannt, die nur dort so zelebriert werden. Auch die Tracht hat hier noch einen großen Stellenwert und daher gibt es im Salzkammergut noch alte Handwerksberufe wie Schneider, Schuster, Lederhosenmacher usw. 1997 hat die UNESCO das Salzkammergut zum Weltkulturerbe erklärt.

Weblinks


- [http://www.salzkammergut-zeitung.at Weitere Informationen: Salzkammergut Internet Zeitung]
- [http://www.salzkammergut.at Weitere Informationen: Salzkammergut Tourismus]
-
- [http://www.salzburgnet.com Sehr umfangreiche Informationsseite zur Stadt Salzburg, dem Land Salzburg und dem Salzkammergut]
- [http://susi.e-technik.uni-ulm.de:8080/Meyers2/seite/bild/werk/meyers/band/14/seite/0246a/meyers_b14_s0246a.html Karte_des_Salzkammerguts_1889] im Meyers Konversationslexikon
- [http://perso.wanadoo.fr/crampman/album_cris/lacs_1.html Photo Reportage über Salzkammergut (Französisch)]

Salzhandel

:Auf Gold kann man verzichten, nicht aber auf Salz (Cassiodor). Salzhandel war historisch eine lange Zeit ein Handelsbereich von höchster wirtschaftlicher Bedeutung. Salz diente zum einen Konservieren und Würzen von Lebensmitteln, zum anderen als Zahlungsmittel.

Europa

Bis zur Industrialisierung im 19. Jahrhundert war Salz in vielen Gebieten Europas selten. Wer über Salz verfügte, verfügte über Macht und Reichtum. Der systematische Salzabbau und -handel ist in Europa bereits seit der Jungsteinzeit bekannt. In Europa wurde das Salz entweder per Pferdefuhrwerk, oder auf Schiffen transportiert. Auch wurde die erste gebaute Pipeline Europas zum Transport der Sole von Bad Reichenhall zum Sudhaus in Traunstein verwendet. Schiffe auf dem Inn hatten ein Fassungsvermögen von bis zu 65 Tonnen, im 18. Jahrhundert waren es bereits 125 Tonnen. Anderenorts erfuhren die Schiffe eine ähnliche Steigerung. Dabei legten sie flussaufwärts ca. 15 km und flussabwärts bis zu 40 km zurück. Bei der Gegenfahrt wurden allgemein erst Tagelöhner eingesetzt, später zogen dann Pferde das Schiff. Die Fahrt auf dem Wasser war nicht ungefährlich, weil Felsen, Sandbänke, Wasserstrudel, Brücken, Eis und Herbstnebel die Fahrt behinderten. Es hatte aber den Vorteil, dass größere Mengen transportiert werden konnten. Wegen der hohen Zölle, die an verschiedenen Orten gezahlt werden mussten, versuchten zum einen die Händler, andere Transportwege zu finden (z.B. Passauer Salzstreit um 1520), oder die Landesherren sabotierten die fremden Transportwege um die Handelsstraßen auf eigenes Gebiet zu führen (z.B. Gründung Münchens 1185) Das Handelsgut verteuerte sich in dem Maße, wie weit das Gebiet vom Zentrum der Salzgewinnung entfernt war, dabei musste man „gesalzene Preise“ zahlen. Das aus der Saline von Lüneburg stammende Salz wurde im Mittelalter über Lübeck in der gesamten Ostsee gehandelt. Dieser Salzhandel war Teil des Handelsnetzes der Hanse, das den größten Teil Nord- und Westeuropas umfaßte.

Amerika

In Amerika hatten Forscher an der Südküste von Belize fast vierzig Salzwerkstätten entdeckt, die von den Mayas genutzt wurden. Der blühende Handel erfolgte dabei oft per Kanu zu den dicht besiedelten Maya-Städten ins Innere des Landes. Vermutlich wurde der Salzhandel hier nicht vom Staat kontrolliert, weil die Salzfabriken so weit weg von den Zielorten lagen. Archäologische Funde von indianischen Salzsiedereien sind vor allem von den Azteken und Maya in Mittelamerika, aber auch aus den USA (Louisiana und Kentucky)und aus Kolumbien bekannt. Von den Azteken ist bekannt, daß das Salz von Trägern über Land und mit Einbäumen auf dem Wasserweg von den Produzenten zu den Verbrauchern transportiert wurde.

Asien

Das Königreich Nepal verfügt über keine eigenen Salzvorkommen. Der Salzbedarf der Bewohner wurde jahrhundertelang durch Salzkarawanen gedeckt, die Salz von den Salzseen in Tibet durch den Himalaya transportierten. Wegen der Unschiffbarkeit der Flüsse im Himalaya wurden Yaks, Pferde, Ziegen und sogar Schafe als Tragtiere für den Salztransport nach Nepal und Nordindien verwendet. Als Tauschobjekte für das Salz wurden dabei Gerste und Gewürze gehandelt. Dieser Handelsweg verlor an Bedeutung mit dem Aufkommen motorisierter Transportmittel für das billigere indische Meersalz. Man kennt auch den Transport von Salz durch Yaks und Pferde von Tibet nach Nepal entlang der Kali-Gandaki-Schlucht. In China sind Funde vom Salzhandel aus dem 7. Jh. v. Chr. bekannt. Es existiert eine umfangreiche historische Überlieferung zu Salzproduktion , Salzhandel und Salzsteuer in China.

Afrika

In Westafrika, in den Staaten Mali und Niger wird immer noch mit Kamelkarawanen das wichtige Handelsgut von den Salinen am Südrand der Sahara zu den Verbrauchern im Sahel transportiert. Der Link zum deutschen Salzmuseum: http://www.salzmuseum.de/sammlung.html#Auswahl Kategorie:Salz Kategorie:Handel

Pferdeeisenbahn Budweis–Linz–Gmunden

Die zwischen 1827 und 1836 abschnittsweise eröffnete Pferdeeisenbahn Budweis–Linz–Gmunden diente hauptsächlich dem Transport von Salz aus dem oberösterreichischen Salzkammergut nach Böhmen. Böhmen

Kanalpläne

Böhmen Bis zur Eröffnung der Pferdeeisenbahn wurde das in den Sudhütten Hallstatt, Bad Ischl und Ebensee erzeugte Salz auf der Traun und der Donau bis Linz und Mauthausen transportiert. Von dort wurde das für Böhmen bestimmte Salz von den sogenannten Salzbauern mit Fuhrwerken zum südböhmischen Salzstapelplatz Budweis gebracht. Ein großer Teil wurde wiederum auf dem Wasserweg (Moldau und Elbe) weitertransportiert. Schon seit dem Mittelalter tauchten Pläne für einen Donau–Moldau-Kanal auf. Einen letzten Anlauf nahm die 1807 gegründete böhmisch-hydrotechnische Gesellschaft. Deren technischer Berater, [http://www.komotau.de/gerstner.htm|Franz Josef Ritter von Gerstner] kam zu dem Schluss, dass ein Kanalbau unwirtschaftlich sei (er errechnete z.B. einen Bedarf von 290 Schleusen) und schlug stattdessen ein kombiniertes Wasserstrassen-/Eisenbahnprojekt vor: er wollte die Moldau von Budweis bis Joachimsmühle schiffbar machen und von dort eine Eisenbahn nach Katzbach (bei Linz) bauen. 1808 legte er bereits das Projekt einer durchgehenden Eisenbahn BudweisFreistadtMauthausen vor und wollte mit Vermessungsarbeiten beginnen, was aber der Krieg gegen Napoleon 1809 verhinderte.

Vorarbeiten

1809 Franz Anton von Gerstner, der Sohn von Franz Josef Ritter von Gerstner, nahm 1820 im Auftrag der Wiener Kommerz-Hofkommission die Pläne seines Vaters wieder auf. Nach einer 1822 unternommenen Studienreise nach England fiel die Entscheidung endgültig zugunsten des Bahnbaus. Ab 1824 unternahm Gerstner erste Vorarbeiten. Im gleichen Jahr erhielt er die Konzession für eine Holz- und Eisenbahn BudweisMauthausen für 50 Jahre. Mauthausen (statt Linz) wurde gewählt, weil es von den von der Traun kommenden, beladenen Salzschiffen flussabwärts erreicht werden konnte. 1825 wurde die k.k. privilegierte Erste Eisenbahn-Gesellschaft gegründet, die Gerstners Konzession erwarb und ihn zum Bauleiter machte.

Bau der Strecke Budweis–Linz

Bau der Nordrampe

Im Juli 1825 begann der Bahnbau auf der Nordrampe. Gerstner hatte für den Bau Gesamtkosten von 910.000 Gulden (1 Gulden entspricht etwa 10 €) veranschlagt, doch bereits im Spätsommer musste man mit 1,2 bis 1,5 Millionen Gulden rechnen. Es kam zu einer ersten Vertrauenskrise zwischen Gerstner und den Aktionären. Dieser begegnet Gerstner, indem er mit seinem Aktienpaket von 100.000 Gulden dafür haftete, dass die Gesamtbaukosten unter 1.200.000 Gulden bleiben. Im Winter 1826/1827 unternahm Franz Anton von Gerstner eine zweite Studienreise nach England. Nach dieser Reise schlug er erstmals vor, die Bahn nach Linz statt nach Mauthausen zu führen, weil Linz der bedeutendere Handelsplatz war. Außerdem gab es in Linz eine Donaubrücke, über die die Bahn nach Süden zum Hafen Zizlau an der Traunmündung verlängert werden konnte.

Teileröffnung mit Hindernissen

Am 7. September 1827 konnten die ersten 50 km von Budweis nach Zartlesdorf (heute Rybník) eröffnet werden. Ursprünglich war geplant, den Betrieb der Bahn an die Salzbauern zu verpachten. Damit hoffte man ihren Widerstand gegen das Bahnprojekt zu mindern. Das gelang aber nicht, die Gesellschaft musste den Betrieb in Eigenregie übernehmen. Auch weigerten sich die Salzbauern, der Bahn Salz von der Donau her anzuliefern. Ende November wurde der Betrieb mangels Fracht wieder eingestellt. Schon Anfang November hatten auch die Bauarbeiten wegen Geldmangels eingestellt werden müssen. Diese Einstellung des Betriebs und der Bauarbeiten im November 1827 hatten die Stellung Franz Anton von Gerstners schwer erschüttert. Die Gesellschaft ließ ohne seine Mitwirkung Kostenrechnungen anstellen, die für die Nordrampe einen Mehrbedarf von 100.000 Gulden ergaben. Die Gesamtkosten wurden nun mit 1.500.000 Gulden beziffert, damit verlor Gerstner sein Aktienpaket.

Die Frage des Dampfbetriebs und Salztransportmonopols

Trotz dieser Rückschläge befasste sich Gerstner mit ungebrochenem Eifer mit seinem Projekt. Da der Plan misslang, den Betrieb an die Salzbauern zu verpachten, schlug Gerstner der Gesellschaft die Einführung des Lokomotivbetriebs vor. Die Entwicklung der Dampflokomotive hatte zwischen seiner ersten und zweiten Studienreise einen entscheidenden Sprung gemacht: 1825 wurde das erste Teilstück der dampfbetriebenen Stockton and Darlington Railway eröffnet. Die Aktionäre fürchteten aber die zusätzlichen Investitionen und lehnten den Vorschlag ab. Ein anderer Vorschlag Gerstners wurde hingegen aufgegriffen: die Erste Eisenbahn-Gesellschaft bewarb sich erfolgreich um die vertragliche Übernahme der gesamten Salzverfrachtung zwischen Gmunden und Böhmen (Salztransportmonopol).

Gerstners Entlassung

Die ständigen Kostenüberschreitungen, technische Probleme sowie kostspielige Abänderungsvorschläge (Dampfbetrieb) führten zu Differenzen zwischen Gerstner und den Gesellschaftern. Aber auch zu seinen Ingenieuren hatte er ein gespanntes Verhältnis. Gerstner fehlte das nötige Fingerspitzengefühl im Umgang mit seinen Mitarbeitern. Es scheint, als ob die Gesellschaft einen Kuraufenthalt Gerstners in Bad Ischl im Sommer 1828 ausnützte und ihn als Bauleiter absetzte. Endgültig gelöst wurde der Vertrag mit Gerstner am 27. Februar 1829.

Wiederaufnahme des Bahnverkehrs auf der Nordrampe

Am 10. Oktober 1828 wurde der Verkehr auf dem fertigen Abschnitt Budweis–Trojern–Untersteindörfl wieder aufgenommen. Im Dezember 1828 war die Nordrampe bis Pramhöf fertiggestellt und in Betrieb. Ab 2. April 1829, als der Salzfrachtvertrag wirksam wurde, der der Bahn das Salztransportmonopol sicherte, stand die Bahn erstmals im Vollbetrieb. Am 1. November 1829 wurde allerdings der Salzhandel in Böhmen freigegeben, damit wurde das Salzfrachtvertrag hinfällig. Um die Bahn auszulasten, begann die Bahngesellschaft selbst mit Salz zu handeln.

Bau der Südrampe

Salzhandel Nachdem im August 1828 kurzzeitig die Auflösung der Gesellschaft und der Verkauf der fertiggestellten Nordrampe zur Diskussion stand, entschloss man sich im Februar 1829 doch zum Weiterbau der Strecke bis Lest. Am 28. April 1829 wurde Matthias Schönerer zum provisorischen Bauleiter bestellt. Er baute die Strecke im Wesentlichen nach den Gerstnerschen Plänen, allerdings zur Kostenreduzierung mit kleineren Kurvenradien (57 statt 80 m). Die Eröffnung erfolgte am 1. Juni 1830. Nun musste man sich entscheiden, ob die Bahn wie ursprünglich geplant nach Mauthausen weitergeführt werden sollte. Im August 1830 fiel die Entscheidung zugunsten von Linz. Die Fortsetzungsstrecke Lest–Linz wurde von Matthias Schönerer nach den Wünschen der Aktionäre, das heißt möglichst billig, geplant. Er passte die Trasse mit engen Kurven (Krümmungsradien bis 17 m) und starken Steigungen (20 Promille) weitgehend dem Gelände an. Sogar drei Gegensteigungen wies die Strecke auf. Am 1. August 1832 wurde die Strecke Lest–Linz eröffnet. Damit war die Strecke Budweis–Linz fertiggestellt.

Bau der Strecke Linz–Gmunden

1832 Der Bau der 68 km langen Fortsetzungsstrecke über Wels nach Gmunden begann 1834 unter der Leitung Matthias Schönerers und bot keine Schwierigkeiten. Bis 1836 war die Strecke inklusive einer 2,5 km langen Zweigstrecke zum Hafen Zizlau fertiggestellt. Nur in Gmunden dauerte es wegen Meinungsverschiedenheiten zwischen Bahngesellschaft und Stadt bis 1842, bis die Strecke ihren definitiven Endpunkt am Gmundner Rathausplatz erreichte.

Technik der Pferdeeisenbahn

1842 Der Oberbau bestand aus schmiede- oder gusseisernen Flachschienen, die auf hölzernen Längsschwellen aufgenagelt wurden (daher die Bezeichnung "gemischte Holz- und Eisenbahn"). Die Längsschwellen ruhten auf im Abstand von 1,9 m verlegten Querschwellen. Die Spurweite betrug 1106 mm. Bei Dämmen hatte Gerstner unterhalb der Schienen Steinmauern, sogenannte Geleisemauern, zur Abstützung eingebaut. Später wurde sogar nur eine kompakte Mauer vorgesehen. Diese Bauweise war teuer und bewährte sich außerdem nicht – die Steinmauern begannen sich unter ihrem Gewicht zu setzen. Als Gerstner von seiner zweiten Englandreise zurückkehrte schlug er in Anlehnung an die englischen Dammbauten vor, auf die Geleisemauern zu verzichten, was beim Bau der Südrampe auch geschah. Die Strecke war durch Stationsplätze unterteilt. Diese lagen immer eine halbe Pferde-Tagesreise entfernt und damit oft außerhalb der Siedlungen. Daher gab es in einigen Städten sogenannte "Aufsitzplätze" für den Personenverkehr.

Umstellung auf Dampfbetrieb

1854 beschäftigte sich die Erste Eisenbahn-Gesellschaft mit der Einführung des Dampfbetriebs. Im gleichen Jahr fanden erste Probefahrten statt. Es zeigte sich, dass die Flachschienen dem Gewicht der Lok nicht standhielten. Trotzdem wurde 1855/56 die Gmundner Linie auf Dampfbetrieb umgestellt. Zahlreiche Schienenbrüche waren die Folge. Eher halbherzig beschloss man die Umrüstung von Flach- auf Hochschienen. Die Budweiser Linie war aufgrund ihrer Trassierung auf der Südrampe für Lokomotivbetrieb ohnehin ungeeignet.

Das Ende der Pferdeeisenbahn

Oberbau Der Bau der Westbahn leitete das Ende der Pferdeeisenbahn ein. Das der Ersten Eisenbahn-Gesellschaft erteilte "ausschließende Privileg" schützte sie vor Konkurrenzstrecken. Eine solche stellte aber die geplante Westbahn im Abschnitt Linz–Lambach dar. Also musste sich die Kaiserin-Elisabeth-Bahn (KEB) als Erbauerin der Westbahn mit der Ersten Eisenbahn-Gesellschaft einigen. De facto lief das auf Übernahmeverhandlungen heraus. Den Aktionären der Ersten Eisenbahn-Gesellschaft kam das nicht ungelegen, da ihre Bahnlinie ohne aufwändige Modernisierung ohnehin nicht überlebensfähig war. Nach längerem Feilschen um den Kaufpreis wurde 1857 unter Druck des Handelsministeriums eine Einigung erzielt. Die Kaiserin-Elisabeth-Bahn übernahm somit die Strecke Budweis–Linz–Gmunden mit der Zweigbahn nach Zizlau mit der Auflage, die Budweiser Linie bis 1874 auf Dampfbetrieb umzubauen.

Linz–Gmunden

1859, nach Eröffnung des Abschnitts Linz–Lambach der Westbahn wurde die ehemalige Pferdeeisenbahnstrecke zwischen Linz Südbahnhof und Alt-Lambach (heute: Stadl-Paura) einschließlich der Zizlauer Zweigbahn stillgelegt und abgetragen. Zwischen Alt-Lambach und dem Bahnhof Lambach der Westbahn wurde ein Verbindungsgleis gebaut. Die Strecke Lambach–Gmunden bildete seither eine Zweigstrecke der Westbahn. Nach der Verstaatlichung wurde auf der Gmundner Bahn der Rollbockbetrieb eingeführt. 1903 wurde die Strecke auf Normalspur umgebaut.

Budweis–Linz

Normalspur Gemäß ihrer Verpflichtung erbaute die Kaiserin-Elisabeth-Bahn 1871 bis 1873 die Normalspurstrecke Budweis–Mauthausen–St. Valentin mit Flügelstrecke Gaisbach-Wartberg–Linz. Dass die Bahn, wie in den allerersten Pferdeeisenbahn-Planungen über Mauthausen geführt wurde hatte den Grund in der in St. Valentin anschließenden Rudolfsbahn. Die Normalspurbahn folgt auf der Nordrampe zunächst ungefähr der Pferdeeisenbahntrasse, allerdings mit größeren Kurvenradien. Im Scheitelbereich wurde gegenüber der Gerstnerschen Trasse ein 20 m tiefer gelegener Übergang gefunden. Von Summerau bis Freistadt folgt die Strecke wieder der Pferdeeisenbahn. Bis Lest laufen beide Strecken in einigem Abstand parallel, ab Lest schlägt die Normalspur einen völlig anderen Weg ein. Gemäß dem Baufortschritt der Normalspurbahn wurde die Pferdeeisenbahn ab Budweis abschnittsweise eingestellt. Am 15. Dezember 1872 endete der Pferdeeisenbahnbetrieb auf dem letzten Teilstück Freistadt–Linz. Bemerkenswert ist, dass im Jahre 1854 von der "Wolfsegg-Traunthaler Kohlenwerks- und Eisenbahngesellschaft" eine 11 km lange Kohlenbahn in der Spurweite der Pferde-Eisenbahn erbaut wurde. Sie führte von der Station Breitenschützing, an der einige Jahre später eröffneten Westbahn gelegen, hinauf in das Kohlenrevier am Hausruck. Sie war mehr als einhundert Jahre in Betrieb und erinnerte mit ihrer seltenen Spurweite an die Erste Eisenbahngesellschaft Österreichs.

Überreste

1872 Überreste der Pferdeeisenbahn findet man hauptsächlich in den dünn besiedelten Abschnitten in Südböhmen und im Mühlviertel: Dämme und Einschnitte, Hochbauten (Stationsgebäude, Wächterhäuser) und Brücken. 1872 Im Linzer Stadtteil St. Magdalena kann man auf der Pferdebahnpromenade auf der alten Bahntrasse spazieren. Einige Viadukte sind noch im Originalzustand erhalten geblieben. Wo früher ein Wächterhaus stand, ist jetzt ein Kinderspielplatz angelegt. An dieser Stelle befindet sich auch das früher vor dem Linzer Hauptbahnhof aufgestellte Pferdebahndenkmal. Von der Brücke über den Haselgraben ist noch ein Widerlager erhalten. Gegenüber befindet sich eine Gedenktafel. Außerdem markieren im Stadtgebiet die Eisenbahngasse und die Eisenhandstraße den Verlauf der Bahn. Das Gebäude des Südbahnhofs ist erhalten geblieben, außerdem erinnert der Name des in der Nähe befindlichen Südbahnhofmarktes an ihn. 1872 Im Zentralraum zwischen Linz und Wels findet man ausser einigen Gebäuden (Wagram, Maxlhaid) kaum Spuren. Zwischen Wels und Lambach ist die Trasse teilweise erkennbar. In Stadl-Paura ist das Stationsgebäude Lambach erhalten geblieben. Ab Stadl-Paura folgt die Normalspurbahn der einstigen Pferdeeisenbahn. In diesem Abschnitt sticht vor allem das Bahnhofsgebäude von Englhof (heute: Engelhof) hervor.

Museen


- Budweis: Ausstellung im alten Bahnwärterhäuschen.
- Bujanov (Angern): Kleinmuseum in einem Bahnwärterhäuschen. [http://www.ckrumlov.cz/de/region/soucas/i_mkdbuj.htm]
- Kerschbaum: Museum in den ehemaligen Stallungen. 500 m nachgebaute Pferdeeisenbahnstrecke. [http://www.pferdeeisenbahn.at/mainframe.htm]
- Maxlhaid: Bahnzeit-Stall im Gasthof Maxlhaid. [http://www.maxlhaid.at/museum_deutsch.htm]

Literatur


- Pfeffer/Kleinhanns: Budweis–Linz–Gmunden. Pferdeeisenbahn und Dampfbetrieb auf 1106 mm Spurweite Verlag Slezak, Wien 1982, ISBN 3-85416-082-8 und OÖ Landesverlag, Linz 1982, ISBN 3-85214-373-X.

Weblinks


- [http://www.fg.vs.bw.schule.de/doztg/pferdebahn/index.htm Die Pferdeeisenbahn von Linz nach Böhmisch Budweis]
- [http://www.bez-freistadt.at/pferdeeisenbahn/artikel.htm Die Pferdeeisenbahn, eine technische Pionierleistung] Kategorie:Bahnstrecke Kategorie:Schienenverkehr (Österreich)

Besetztes Nachkriegsösterreich

Österreich war in der Zeit von 1945 bis 1955 wie Deutschland von den vier Siegermächten besetzt. Das Land, wie es bis zum „Anschluss“ 1938 bestanden hatte, war in vier Besatzungszonen eingeteilt.

Besatzungszonen in Österreich

Die Besatzungszonen und die gemeinsame Verwaltung der Stadt Wien wurden im Abkommen über die Alliierte Kontrolle vom 4. Juli 1945 und im Abkommen der Alliierten über die Besatzungszonen vom 9. Juli 1945 festgelegt. Der ungefähre Verlauf wurde aber bereits bei der Moskauer Deklaration (am 30. Oktober 1943) beschlossen. Kleine Änderungen und Verschiebungen erfuhr diese Einteilung nur durch das Hinzukommen der Franzosen als Besatzungsmacht. Der Verlauf dürfte der Wehrmacht und der Waffen-SS schon im Jänner (Januar) 1945 bekannt gewesen sein, weshalb zahlreiche Nazigrößen aus der „Ostmark“ knapp vor Kriegsende in das später amerikanisch besetzte Salzkammergut flüchteten. Die Besatzungszonen hatten außerhalb Wiens in ihrer definitiven Form folgenden Umfang:
- sowjetische Zone: Burgenland, Niederösterreich, Oberösterreich nördlich der Donau (Mühlviertel) und östlich der Enns
- US-amerikanische Zone: Oberösterreich südlich der Donau und westlich der Enns, Salzburg, steirisches Salzkammergut
- britische Zone: Kärnten, Osttirol, Steiermark mit Ausnahme des steirischen Salzkammerguts
- französische Zone: Nordtirol, Vorarlberg Um die Demarkationslinien zu überschreiten, brauchte man eine alliierte Identitätskarte. Die elf Stempel, die dazu notwendig waren, zeigen, wie schwierig es war, die Zonen zu verlassen. Im Juli 1954 wurden diese Kontrollen beendet.

Besatzungszonen in Wien

1954 Wien war ursprünglich nur durch die Sowjets besetzt. Erst in Folge des Potsdamer Abkommens kamen im August 1945 auch die anderen Alliierten nach Wien. Dabei wurde die Bundeshauptstadt wie folgt eingeteilt:
- gemeinsame Verwaltung durch alle vier Mächte: 1. Bezirk (Innere Stadt) (die vier Mächte wechselten im Monatsrhythmus ab)
- US-amerikanische Zone: 7., 8., 9., 17., 18., 19. Bezirk
- britische Zone: 3., 5., 11., 12., 13. Bezirk
- französische Zone: 6., 14., 15., 16. Bezirk
- sowjetische Zone: 2., 4., 10., 20., 21. Bezirk Die jeweiligen Hauptquartiere waren:
- das Gebäude der Nationalbank der Amerikaner
- das Schloss Schönbrunn der Briten,
- ein Hotel in Mariahilf der Franzosen
- Das sowjetische Oberkommando war nicht in Wien angesiedelt sondern in Baden bei Wien. Siehe auch: Wiener Gemeindebezirke Die Zonengrenzen waren zwar als solche gekennzeichnet, trotzdem war von Beginn an ein freier Zonenwechsel möglich. Den Polizeistreifen war jeweils ein Soldat der vier Besatzungsmächte zugeteilt, wodurch die Freundschaft der Alliierten untereinander dargestellt werden sollte. Wien wurde in diesen Jahren aber durch das gegenseitige Misstrauen der vier Mächte ein Spionagezentrum. Motiviert durch diese allgemein bekannte Situation entstanden auch die beiden Spielfilme Der dritte Mann und Die Vier im Jeep.

Die alliierte Verwaltung

Hauptartikel: Alliierte Kommission für Österreich Am 11. September 1945 konstituierte sich der „Alliierte Rat“ aus den vier Oberbefehlshabern. Später bestand der Rat aus den vier Hochkommissaren. Die ersten Mitglieder waren für die Sowjetunion Marschall Konjew, für die USA General Clark, Generalleutnant Richard L. McCreery für Großbritannien und Korpsgeneral Béthouart für Frankreich. Für die Besatzungskosten der vorerst 700.000 Mann, die später sukzessive auf 60.000 Mann reduziert wurden, musste der österreichische Staat aufkommen.

Medien in der Besatzungszeit

Nach Ende des Zweiten Weltkriegs in Österreich lag die gesamte Medienlandschaft brach. Die Alliierten Mächte benutzten eigens gegründete Medien, um gezielt gute Stimmung für die eigene Nation zu machen und so sanfte Propaganda zu betreiben. Das geschah vor allem auf dem Sektor der Printmedien (siehe Heeresgruppenpresse).

Printmedien

Wien blieb nur etwa zwei Wochen lang ohne Tageszeitung. Bereits am 15. April 1945, als in Westösterreich der Krieg noch nicht beendet war, brachten die Sowjets als Erste ein Propagandablatt heraus. Es hieß Österreichische Zeitung und erschien täglich in einem Umfang von 4 Seiten, und wurde gratis verteilt. Die Zeitung wurde 31. Juli 1955 eingestellt. Alleine im Jahr 1945 wurden insgesamt 32 Tages- oder Wochenzeitungen gegründet, nur acht davon wurden von einer der Alliierten Mächte herausgegeben. So erfolgte bereits am 21. April die erste österreichische Gründung, die Tageszeitung Neues Österreich, von den drei Parteien ÖVP, SPÖ und KPÖ herausgegeben. Die ersten partei-unabhängigen Zeitungen, Die Presse und die Kleine Zeitung wurden erst 1948 gegründet. Die britischen Besatzer brachten im Mai 1945, als sich auch langsam österreichische Zeitungen zu entwickeln begannen (Anfangs lediglich Parteizeitungen), die Kärntner Nachrichten und die Neue Steirische Zeitung heraus. Beide wurden nach einigen Wochen wieder eingestellt. Die britische Wochenzeitung Weltpresse erschien erstmals am 18. September, und wurde erst im Mai 1958 eingestellt. Die Franzosen versuchten sich mit nur einem Blatt im österreichischen Markt. Im Oktober 1946 gründen sie die Welt am Abend, die sie im Oktober 1948 wieder einstellten. Die Amerikaner stellten sich in ihren Zeitungsgründungen geschickter an. Alle von ihnen als Besatzungsmedien installierten Zeitungen erscheinen heute noch. Sie gründeten im Juni 1945 die Oberösterreichischen Nachrichten, und die Salzburger Nachrichten, und im Juli die Tiroler Tageszeitung. Alle drei Blätter gingen noch im selben Jahr in den Besitz österreichischer Privatleute über. Die im August von den Amerikanischen Besatzern gegründete Wochenzeitung Wiener Kurier erwies sich als höchst erfolgreiche Boulevardzeitung, und erschien bis Mai 1955 jedes Wochenende. Schon 1954 wurde er von Ludwig Polsterer und Alfred Maleta gekauft und erschien wochentags parallel als Tageszeitung Kurier.

Rundfunk

Die Wiedergeburt des freien Hörfunks in Österreich erfolgte sehr improvisatorisch und praktisch zeitgleich mit dem Einmarsch der Alliierten. Am 29. April 1945 startete der Oskar Czeija, einstiger Mitgründer der RAVAG mit etwa 20 Helfern den Sendebetrieb im Wiener Funkhaus. Die sowjetischen Besatzer tolerierten den Sender vorerst, wiewohl ein Zensuroffizier stets über die geplanten Sendungen informiert werden musste. Die erste Sendung hätte ein Live-Bericht über einer konstituierenden Sitzung der Regierung unter Karl Renner werden sollen. Wegen technischer Probleme mussten Renner und Theodor Körner nach der abgeschlossenen Sitzung ins Funkhaus kommen, um ihre Reden für die Radiosendung zu wiederholen. Den Tausenden Zuhörern wurde es als Übertragung aus dem Parlament verkauft. In Vorarlberg gelang es Otto Schubert, der schon vor 1938 in Klagenfurt Sendeleiter gewesen war, in ein unterirdisches Studio im Rathaus von Dornbirn einzudringen, und dort am 2. Mai 1945 die Ankunft der Franzosen in Vorarlberg mit einer ersten Sendung zu feiern. Am 3. Mai wurde in Innsbruck zum ersten Mal gesendet. Eine Widerstandsgruppe rund um den späteren Außenminister Karl Gruber berichtete damals von der Kapitulation der Südfront, die in Wahrheit erst einen Tag später erfolgte. Wenig später begannen auch in Graz und Klagenfurt provisorische Sendungen. Nachdem Österreich in vier Besatzungszonen aufgeteilt worden war, etablierte jede der Besatzungsmächte ihre eigenen Radioprogramme, die in Österreich bis 1955 die ausschließlich empfangbaren Programme darstellten.

Sowjetische Zone

Schon im November 1945 wurde Oskar Czeija, inzwischen "öffentlicher Verwalter" des wiedererstandenen Wiener Hörfunks, wegen eine von der kommunistischen Zeitung Volksstimme veröffentlichten Dokuments, das angebliche Bestrebungen, in die NSDAP aufgenommen zu werden, dokumentierte, zum Rücktritt gezwungen. Das Dokument gilt heute aufgrund fehlender Unterschriften als dubios. Seine Nachfolge trat Sigmund Guggenberger an. Das sowjetisch kontrollierte Radio Wien unterlag einer restriktiven Zensur der Besatzer. Zeitzeugen berichteten später von vielen Vorfällen, bei denen sowjetische Offiziere das Radiostudio unangemeldet betraten, und die Verlesung vorgefertigter Texte verlangten. Die offiziell von den Sowjets verantwortete Sendung "Russische Stunde" wurde 1950 auf 16 Wochenstunden verlängert.

Amerikanische Zone

Das amerikanisch kontrollierte Radio Rot-Weiß-Rot sendete aus Salzburg, Linz und ab November 1945 auch aus Wien. Das Programm bestand aus in den USA äußerst populären Elementen: Unterhaltungssendungen und Service-Programmen, dazwischen Musik von Disk Jockeys. Die offiziellen Programmteile der Besatzungsmacht wurden auch als solche ausgewiesen. Für ihre Soldaten installierten die Amerikaner in Wien den Sender Blue Danube Radio. Das englischsprachige Radioprogramm des ORF trug bis in die 1990iger Jahre den selben Namen. Erst nach der Unterzeichnung des Staatsvertrags 1955 wurden die letzten von den Amerikanern übernommenen Sendeanlagen und damit die Kontrolle des Radios wieder an die österreichische Verwaltung übergeben.

Britische Zone

Die britisch kontrollierte Sendergruppe Alpenland sendete ab Juli 1945 aus Graz, Klagenfurt und Wien. Die Sendestationen wurden 1954 wieder an Österreich übergeben, wobei auf dem Sender in Wien noch bis zum Juli 1955 einzelne britisch kontrollierte Sendungen ausgestrahlt wurden. Für ihre stationierten Truppen installierten die Briten in Klagenfurt, Graz und Wien ihre eigenen Sender British Forces Network (BFN), der bis 1955 sendete.

Französische Zone

Ab Juli 1945 Innsbruck und Dornbirn sendete die französisch kontrollierte "Sendegruppe West", die schon im August 1952 an die Landesregierungen überantwortet wurde. Die einzige überregionale Sendung war die sogenannte Allierte Stunde, die für offizielle Bekanntmachungen und Nachrichten der Besatzungsmächte verwendet wurde. Kurz vor der Unterzeichnung des Staatsvertrags begannen österreichische Radiomacher mittels neuer UKW-Technik damit, eigene, unzensierte Programme auszustrahlen. Nach 1955 wurden die Sendergruppen wieder zu einer einzigen gesammtösterreichischen Gesellschaft zusammengeführt, die im Besitz der öffentlichen Hand blieben. Mehrere private Investoren, allen voran Zeitungsgesellschaften wie der Kurier unter Ludwig Polsterer, hatten sich zur Übernahme der Sender angeboten. Nach einer Umstrukturierung der RAVAG und zwei Jahren der Debatten zwischen ÖVP und SPÖ, über die zukünftige Organisationsform des Rundfunks, wurde der Hörfunk 1957 gemeinsam mit dem 1956 installierten ersten österreichischen TV-Sender in der neu gegründeten Österreichische Rundfunkgesellschaft m.b.H. zusammengelegt.

Das Ende der Besatzung

Erleichterungen waren zum Teil schon ab 1953 zu spüren. So wurden die beiden Grenzübergänge von der sowjetischen Zone über die Enns und am Semmering soweit gelockert, dass Eisenbahnzüge nicht mehr anhalten mussten. Es gab wieder einen einheitlichen Reisepass und man benötigte nicht mehr die Identitätskarte. Auch die letzten Lebensmittelkarten wurden abgeschafft. Aber erst am 15. Mai 1955 wurde der Österreichische Staatsvertrag abgeschlossen, aufgrund dessen am