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Gobi
Die Wüste Gobi (mongolisch: Говь (Gowj), chinesisch: 戈壁 (gē bì shamò)), früher auch Schamo, ist eine Steppenwüste in Zentralasien und nach der Sahara die zweitgrößte Wüste der Welt.
Benennung
Die Bezeichnung „Gobi“ ist zweideutig, da sie in China und der Mongolei nicht für ein konkretes Gebiet verwendet wird. Stattdessen steht „Gobi“ für die Landschaftsform der zentralasiatischen Fels- und Geröllwüsten. Die Sandwüsten heißen im Chinesischen „Shamo“, weshalb teilweise auch diese (falsche) Bezeichnung für das Wüstengebiet benutzt wird.
Die Region wird in China auch „han-hai“ (trockene See) genannt.
Definition
Die Definition der Gobi ist unklar, die doppeldeutige, und somit verwirrende Verwendung des Wortes „Gobi“ mag ein Teilgrund dafür sein.
Der weitesten Definition nach erstreckt sich die Gobi über den gesamten wüstenhaften Bereich Zentralasiens. Das ist der lange Streifen aus Wüsten und Halbwüsten vom Pamir (77° Ost) bis zum Hinggan-Gebirge (116°-118° Ost) an der Grenze zur Mandschurei. Im Norden bilden demnach die Altaiberge, die Sayan- und Yablonoi-Berge die Grenze, im Süden die Gebirgsketten Kunlun Shan, Altun Shan und Qilian Shan, welche den Norden des ebenfalls ariden tibetischen Plateaus formen. Diese Bestimmung schließt das Ordos-Plateau, die Dsungarei und die Taklamakan ein; dass diese Wüsten jeweils eigene geologische Becken bilden zeigt jedoch die Ungenauigkeit dieser Definition auf.
Théodore Monod begrenzt die Gobi dagegen streng auf die Steppe im Süden der Mongolei und im Norden der Inneren Mongolei. Im Westen schließen sich nach Monod die Alashan und die Bejschan als eigenständige Wüsten an. Im Nordwesten liegt das Altaigebirge, im Osten die Mandschurei, im Norden geht die Gobi in die mongolischen Steppen und Grasländer über. Durch Winde breitet sich die Gobi weiter aus und ist im Süden stellenweise bereits bis zu 70 Kilometer an Peking herangerückt.
Geographie
Die Gobi ist streng genommen keine echte Wüste, sondern eher eine monotone Halbwüste bzw. Wüstensteppe. Nur 3% der Fläche sind typische Dünengebiete, welche in der Mongolei „Els“ genannt werden. Im Gegensatz zu den typischen Assoziationen mit der Gobi ist der größte Teil mit kahlen Felsen bedeckt. In der Öde finden sich immer wieder Seen – darunter auch Salzseen.
Die Wüste erstreckt sich von Westen nach Osten über eine Länge von 2000 km, die größte Nord-Süd-Ausdehnung beträgt 800 km. Insgesamt bedeckt die Gobi eine Fläche von über 1 Million km², damit ist sie nach der Sahara die zweitgrößte Wüste der Welt – wenn man die Australischen Wüsten nicht zusammengefasst betrachtet. Die durchschnittliche Höhe beträgt etwa 1000 m über Normalnull.
Bejschan
Die Bejschan (auch Beishan) ist eine vor allem gebirgige Wüste, sie wird daher manchmal auch als Gebirge eingeordnet. Sie stellt eine Verknüpfung zwischen der Steppe Gobi im Osten und dem Tarimbecken im Westen dar.
Monod klassifizierte Bejschan als eigene Wüste, da hier bestimmte Tier- und Pflanzenarten vorkommen, und sie somit ein eigenes Ökosystem bildet. Dazu kommt die eigene geologische Struktur. Die Abgrenzung des Gebiets erfolgt im Süden durch das Nanschan-Gebirge, im Norden durch die mongolische Grenze, im Osten durch de Flusslauf des Edsin Gol, dahinter schließt sich die Alashan an.
Durch die Wüste verläuft heute eine Schnellstraße als Verbindung von Xinjiang mit dem östlichen China.
Alashan
Die Alashan (auch Alaschan) ist eine Sandwüste südwestlich der Gobi. Sie wird im Süden durch die Verlängerung des Nanschan-Gebirges abgegrenzt, im Norden durch die mongolische Grenze. Im Westen schließt sich die Bejschan an, im Osten reicht die Alashan bis zum gelben Fluss. Die Landschaft hat eine allgemeine Höhe von 1000 bis 1500 m.
Die Namensgebung ist umstritten, da manche Wissenschaftler den Begriff „Alashan-Gobi“ verwenden und sie als Teil der Gobi ansehen. Dabei soll „Gobi“ allerdings für die Form der Fels- und Geröllwüste stehen. Teilweise wird der Begriff Alashan selbst vermieden, da „Shan“ für Gebirge steht. Stattdessen wird die Region in die Badain-Jaran-Wüste und in die Tengger-Wüste (mongolisch: „weiter Himmel“) eingeteilt.
Laut dem Forscher Prschewalski ist die Alashan eine Ebene, die aller Wahrscheinlichkeit nach einmal das Bett eines großen Sees oder Meeres bildete. Er folgerte dies aus der ebenen Form der Region insgesamt und den Salztonebenen samt Salzseen in den tiefsten Teilen. Über Hunderte Kilometer soll laut Prschewalski nichts als bloßer Sand zu sehen sein, daher kommt auch die mongolische Bezeichnung „Tengger“ für weiter Himmel. Es gibt in der Alashan keine Oasen. Nahe der angrenzenden Gebirge ist anstelle des gelben Sandes auch Kies zu finden.
Im westlichen Teil der Alashan gibt es Dünen, die bis zu 400 m hoch sind, und somit zu den höchsten Dünen der Welt gehören. Von den 100 Salzseen, die zwischen den Dünen zu finden sind, gelten einige den Mongolen als heilig. Daher befinden sich hier auch lamaistische Klöster. Die einzigen Einwohner von Alashan sind die Torgod-Mongolen.
Klima
lamaistische
Das Klima der Gobi ist kontinental, also mit extrem niedrigen Temperaturen im Winter und heißen Sommern. Durch das Fehlen von ausgleichenden Wassermassen sind die Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht genau wie über das Jahr verbreitet extrem hoch. In den Wintermonaten gibt es Tage, an denen es unter -40°C ist. Die Mongolen nennen sich abwechselnde Dürresommer und kalte Winter „Zud“. Sie führen zu großem Verlust an Vieh.
Obwohl im Südosten Ausläufer des Monsuns die Steppe erreichen, ist das Gebiet mit 30-200 mm Niederschlag pro Jahr durch Trockenheit ausgezeichnet. Besonders die kalten Winter sind gleichzeitig sehr trocken. Im Frühling und frühen Sommer kann es allerdings zu eisigen Sand- und Schneestürmen kommen. Damit ist das Gebiet im Gegensatz zur Taklamakan nicht hyperarid.
Funde
In der Gobi wurden viele bedeutende Fossilien, darunter auch Versteinerungen, aus unterschiedlichen geologischen Epochen gefunden. Die meisten Funde von Sauriereiern und ganzen Nestern stammen von hier. In vergangenen Abschnitten der Erdgeschichte herrschten andere klimatische Verhältnisse mit üppigerer Vegetation, die entsprechend gute Lebensbedingungen für Saurier bot.
Geschichte
Die Gobi ist in der Geschichte vor allem als Teil des Mongolischen Reichs bekannt. Außerdem liegen einige wichtige Handelsstädte der Seidenstraße am Rande der Gobi.
Ökologie
In der Wüste und den umliegenden Regionen sind zahlreiche Tierarten anzutreffen, darunter die Kropfgazelle und der Steppeniltis. Manchmal sind auch Schneeleoparden und Wölfe anzutreffen.
Die Wüste beherbergt einige an Trockenheit angepasste Sträucher und Gräser. Das Gebiet ist allerdings gegen Beweidung und Fahrzeuge sehr anfällig. Menschliche Einflüsse sind vor allem im östlichen Teil größer, wo auch mehr Regen fällt und sich Viehhaltung lohnt. In der Mongolei wurde das Grasland von Ziegenherden zurückgedrängt, die zur Gewinnung von Kaschmirwolle eingesetzt werden. Die Produktion von Kaschmirwolle ist in den letzten Jahren stark gesteigert worden. Diese qualitativ hochwertige Wolle ist Hauptexportgut der Mongolei und wird fast zu 100% von großen chinesische Textilunternehmen abgenommen. Da diese Produktionssteigerung nicht nachhaltig vorangetrieben wurde, gilt dieses Ökosystem als extrem gefährdet. Die zunehmende Privatisierung von staatlichen Viehzuchtunternehmen schränkt die Kontrolle der Weideflächen stark ein.
In letzter Zeit gibt es eine Gegenbewegung der Urbanisierung zu beobachten, eine Rückkehr aus den Städten zum ländlichen Leben.
Kategorie:Wüste in Asien
ja:ゴビ砂漠
ko:고비 사막
Wüste
Als Wüste bezeichnet man ein Gebiet, in dem auf Grund seiner extremen Trockenheit oder Kälte keine oder nur wenig hochspezialisierte Vegetation existieren kann und welches dadurch zur Anökumene zählt. Die Araber bezeichnen die Wüste auch als Meer ohne Wasser.
Wüstenarten
Trockenwüsten
Trockenwüsten verhindern durch ihren Wassermangel das pflanzliche Wachstum. Einige Arten von Trockenwüsten sind:
- Die Sandwüste - eine Wüste, deren Oberfläche großteils aus Sand besteht. Sie entstehen durch Erosion von Kieswüsten, wenn das Gestein hauptsächlich aus Quarz besteht. Ein wesentliches Merkmal sind die Dünen, die vielfach auch Wanderdünen sind. Von allen Wüsten sind die Lebensbedingungen in Sandwüsten am härtesten. Die weltweit größte solcher Wüsten ist die Rub al-Chali in Arabien.
- Kieswüsten - sie entstehen durch Erosion von Stein- oder Felswüsten (Akkumulation von gröberen Korngrößen durch Ausblasung der feineren Korngrößen), oder durch die Ablagerung von Kiesen im Vorfeld von Gletschern.
- Stein- und Salzwüsten (Salztonebenen) - sie entstehen meist in ariden, abflusslosen Sedimentbecken durch starke Verdunstung. Viele Wüsten dieses Typs liegen in Persien und Mittelasien.
- Die Halbwüste stellt eine Vegetationszone dar, die geringfügig feuchter als die echte Wüste, aber immer noch trockener als die Dornsavanne ist. Sie befindet sich meist am Rand (in der Übergangszone) einer solchen "Vollwüste" - siehe auch Sahelzone.
- Relif- oder Binnenwüsten - sie befinden sich im Inneren der Kontinente oder hinter hohen Gebirgsketten befinden sich ebenfalls ausgedehnte Wüstengebiete. Dort fällt nur geringer Niederschlag, weil sie in zu großer Meeresferne oder in Regenschatten von Randgebirgen liegen. Die feuchten Luftmassen sind vor den Gebirgen zum aufsteigen gezwungen. Oben auf der Gebirgskette ist die Luft zu kühl. Kalte Luft kann nicht so viel Wasser speichern deshalb sind die feuchten, kalten Luftmassen dazu gezwungen abzuregnen. Auf der anderen Seite der Gebirgskette wird die Luft erwärmt und die warmen, trockenen Luftmassen sinken. Dort wo die Luftmassen gesunken sind bilden sich aufgrund der Wärme und Trockenheit die Relif- oder Binnenwüsten. Die berümtesten solcher Wüsten ist die Wüste Gobi und Takla Makan.
Die 'Subtropischen Trockenwüsten, liegen bei einer geografischen Breite bis zu etwa 30° beidseits des Erdäquators. Sowohl auf der nördlichen als auch auf der südlichen Halbkugel werden die Luftmassen vom Urpassat kommend gezwungen abzusteigen. Dies bewirkt eine zunehmende Erwärmung der Luftmassen, wodurch die relative Luftfeuchtigkeit abnimmt und es zu trockenen, wolkenlosen Klimaverhältnissen kommt. Beispiele für solche Wüsten sind die größten Teile der Sahara, die Gobi und die Kalahari.
Darüber hinaus gibt es die Küstenwüsten, die durch spezielle Meeresströmungen entstehen. Das kalte aufsteigende Wasser des Meeres führt zur Kondensation der in der Luft enthaltenen Feuchtigkeit an der Meeresoberfläche. Dadurch nimmt die relative Luftfeuchtigkeit ab und eine Wolkenbildung und folglich auch Niederschlag wird verhindert." So nah am Wasser und doch so arm an Wasser", hatte der berühmte Forscher Alexander von Humbold einmal die Küstenwüste der Atacama beschrieben. Die bekanntesten küstennahen Wüsten sind die Atacama, die Namib und die Nullarbor-Wüste. Aber auch meeresnahe Teile der Sahara stehen unter dem Einfluss kühler Meeresströme.
Weiterhin gibt es Nebelwüsten in den Subtropen.
Vegetation und Regen
In der Wüste ist Vegetationsarmut bzw. Vegetationslosigkeit, es sind nur 1/4 aller Wüstenflächen bewachsen. Auch herrscht in der Wüste Wasserarmut.Es gib nur wenig Regenschauer in der Wüste doch wenn es einmal Regnet dann oft sehr heftig. Nach den Regenschauern blüt die Wüste auf. Es Wachsen bunte Wüstenpflanzen die aber wegen des fehlenden Wassers nicht lange überleben. Wenn Regen fällt, dann ca. 250mm pro Quadratmeter, durch die Hitze, Tagsüber verdunstet das Wasser schon bevor es den Boden berührt.
Weitere Trockenwüsten und der Mars
Weitere Trockenwüsten liegen in isolierten Gebirgsbecken wie das Great Basin oder die Schattenwüsten an den windabgewandten Abhängen (d.h. im Lee, dem Regenschatten) von Gebirgen wie die Wüste Juda.
Die Böden der Trockenwüste zählen zu den Aridosolen.
Auch am Planeten Mars herrscht eine Art Wüstenklima, weil die äußerst dünne CO2-Atmosphäre kaum Wasserdampf enthält und freies Wasser sofort verdunsten würde. Trotzdem fegen oft langandauernde Winde über weite Gebiete, weil der Mars ähnliche Jahreszeiten wie die Erde und auch merkliche Temperaturgradienten aufweist. Sie erodieren den braunen und grauen Marsboden und rufen oft globale Sandstürme hervor. Dies hat auch dazu geführt, dass die 1877 entdeckten "Canali" (Marskanäle) jahrzehnelang als natürliche oder künstliche Wasserrinnen gedeutet wurden, die der Sand zeitweilig bedeckt, danach aber der vermutete Bewuchs wieder ein Ergrünen bewirkt hätte.
Edaphische Wüsten
In edaphischen (bodenbedingten) Wüsten werden zugeführte Niederschläge im stark wasserdurchlässigen Boden sehr schnell abgeführt. Wasser kann nicht oder nur sehr schlecht im Boden gespeichert werden, steht für pflanzliches Wachstum also nicht zur Verfügung. So bilden die riesigen Schotterflure im Isländischen Hochland trotz erheblicher Niederschlags- und Schmelzwassermengen eine Wüstenlandschaft.
Isländischen Hochland
Kältewüsten
Kältewüsten sind Wüsten in polaren Gebieten (Eiswüsten) und im Hochgebirge, deren extrem niedrige Temperaturen die Ausbreitung von Vegetation verhindern. Zum Beispiel: Wright Valley in der Antarktis.
Kulturgeschichte
In kulturhistorischer Hinsicht spielte die Wüste seit der Antike eine wichtige Rolle in der europäischen Historiographie und Literatur. Einerseits symbolisierte die Wüste seit Herodot das Fremde und Andersartige, das sich dem europäischen Zugriff entzog. Andererseits bot die Wüste aber auch Rückzugsmöglichkeiten, die es sonst nirgendwo gab. Insbesondere durch die Bibel (Exodus der Israeliten, Versuchungen Christi) und die spätere hagiographische Literatur (Eremiten) wurde ein Bild der Wüste nach Europa transportiert, das im Kern bis heute fortwirkt. Durch die Domestizierung des Dromedar gelang es dem Menschen, tiefer in die großen Wüsten vorzudringen oder sie zu durchqueren. Dadurch konnte die Wüste zum Lebensraum des Menschen werden.
Die UN Organisation UNCCD kämpft gegen die weitere Ausbreitung der Wüsten.
Die größten Wüsten
# 8.700.000 km² - Sahara (Afrika)
# 1.560.000 km² - Australische Wüsten (Australien)
# 1.300.000 km² - Arabische Wüsten (Asien)
# 1.040.000 km² - Gobi (Asien)
# 715.000 km² - Kalahari (Afrika)
# 330.000 km² - Takla Makan (Asien)
# 312.000 km² - Sonora (Nordamerika)
# 273.000 km² - Karakum (Asien)
# 273.000 km² - Tharr und Cholistan (Asien)
Alle Wüsten bedecken ein Siebtel der ganzen Erdfläche.
Tägliche Temperaturschwankung in Wüsten
In Sand- und Felswüsten existiert nur wenig Wasser - weder in der Luft noch im Boden. Wasser kann etwa sechs mal soviel Energie speichern wie Sand. Da es in Wüsten weitgehend fehlt, können diese keine größeren Wärmemengen speichern. Außerdem isoliert sandiger Boden sehr gut. Sand besteht in der Hauptsache aus Quarz, einem schlechten Wärmeleiter. Die einzelnen Sandkörner sind überwiegend locker geschichtet (siehe auch Wanderdünen), in den Zwickeln befindet sich Luft, die ebenfalls gut isoliert. Das hat zur Folge, dass der Boden die Hitze des Tages nicht sehr tief in sich aufnehmen kann und nur oberflächlich erhitzt. Daher kann er nur geringe Wärmemengen speichern.
Hinzu kommt die geringe Wolkenbildung. Wolken wirken als Isolierungsschicht sowohl vom Weltall zur Erde als auch umgekehrt. Durch das Fehlen dieser Isolierschicht dringt tagsüber Wärmestrahlung ungedämpft zu Boden und erhitzt diesen sehr stark (bis zu etwa 70°). Nachts hingegen strahlt die wenige gespeicherte Wärme ungehindert ins Weltall ab, was Temperaturunterschiede von 50° und mehr hervorrufen kann. Dieser Effekt ermöglicht allerdings auch in den trockensten Wüsten bescheidenes Leben, weil ein niedriger Taupunkt die starke Abkühlung ermöglicht, wobei bodennah der Taupunkt erreicht werden kann. Pflanzen oder Insekten leben dann von den gebildeten Tautropfen.
Die starken Temperatureffekte machen übrigens auch den Unterschied zwischendem Kontinentalklima und einem maritimen Seeklima aus. Am Meer oder in der Nähe von Ozeanen wirkt die Wärmespeicherung des Wassers und macht das Klima sehr viel ausgeglichener als im Inneren der Kontinente. Man denke nur an den klimatischen Unterschied etwa zwischen Moskau - heiße Sommer und bitterkalte Winter - und Kopenhagen, welches etwa am selben geografischen Breitengrad liegt. In Europa werden diese Unterschiede noch durch den Golfstrom verstärkt.
Wüsten-Glossar
- Arroyo (Südamerika und US-Westen). Identisch mit > Wadi.
- Barchan ist eine bewegliche Sicheldüne
- Chott (Schott)(arab.) Weitgespannte Senken mit Salzwüsten; auch Salzsee, Salzpfanne, Salzsumpf
- Churd (a) (arab.) Grosse Wanderdüne
- Djebel (Dschebel) (arab. = Berg)
- Draa (arab. = Arm ) Langgestrecktes Dünengebiet
- Enneri (arab.) Trockenfluss, trockenes Bachbett
- Erg (arab. = Ader) Riesige Dünengebiete; aber auch allgem. für Staubwüste
- Fata Morgana (arab. Bacher-el-Alfrid = Wasser des Satans). Luftspiegelungen als Folge von Reflexionen von Lichtstrahlen an der Grenzfläche zwischen Luftschichten von unterschiedlicher Temperatur und unterschiedlicher optischer Dichte.
- Fulgurit (lat. fulgur Blitz) Blitzröhre: Durch Blitzschlag gebildete Röhren aus zu Kieselglas verschmolzenem feinkörnigem Sediment
- Hammada (arab.) Stein-Geröllwüste
- Harra (arab.) Lava-Wüste
- Kavir (persisch); identisch mit > Chott
- Sahara (arab. = von gelber Farbe ; syn. für Wüste)
- Sebhka (Sebkra) (arab.) Salztonpfannen, in welchen Salz und Gips an der Oberfläche über Tonablagerungen kristallisieren.
- Seif(s) (arabisch = Schwert) sind Längsdünen, welche besonders schmal und scharfgratig sind.
- Serir (berb.) Kieswüste
- Oase (arab. - berberisch uau) Stellen an denen Grundwasser zutage tritt
- Reg (arab.) Kies-Kieselwüste
- Wadi (arabisch Oued = syn. für Trockenbett, Rinne). Bei Abtragung bis zur Schuttsedimentierung eines Gebirges werden die Reste erodiert. Ruckartig einsetzender Regen fliesst an der Oberfläche ab, wobei er Fliessrinnen in den Wüstenboden schneidet. (spanisch: Arroyo)
- Wüstenglas, ein diaplektisches Glas, wahrscheinlich vor 20 Mio. Jahren durch einen Meteoriten-Impakt in der libyschen Wüste gebildet
- Wüstenlack Infolge starker Verdunstung gebildeter Überzug aus Eisen- seltener Manganverbindungen, auch der durch Windschliff hervorgerufene matte Firnisglanz auf Steinen und anderen Oberflächen
- Yardang durch Windschliff hervorgerufene Erosionsform
Literatur
- Uwe Lindemann: Die Wüste. Terra incognita - Erlebnis - Symbol. Eine Genealogie der abendländischen Wüstenvorstellungen in der Literatur von der Antike bis zur Gegenwart. Heidelberg 2000
- [http://www.michael-martin.de Michael Martin]: Die Wüsten der Erde. - Dieses Buch bietet einen Überblick über sämtliche Wüsten der Erde
Siehe auch
- Desertifikation
Weblinks
Kategorie:Klimazonen und Vegetation
ja:砂漠
ko:사막
Sahara
am 22. Februar 2004]]
Die Sahara ist mit 9 Millionen km² die größte Trockenwüste der Erde. Sie erstreckt sich von der Atlantikküste bis zur Küste des Roten Meeres und bildet ein Trapez von 4.500–5.500 km westöstlicher und 1.500–2.000 km nordsüdlicher Ausdehnung.
Die Sahara ist größtenteils eine Steinwüste (Hamada) oder Felswüste (Serir), oder auch Geröllwüste; die klischeehafte Sandwüste (Erg) macht nur einen ziemlich geringen Teil aus.
Etymologie
Die Bezeichnung Sahara kommt von der arabischen Übersetzung Sahhra صحراء des Tuareg-Wortes Tenere, das Wüste oder Sand bedeutet. Nach einer weiteren Theorie leitet sich der Begriff von sahraa bzw. es-ssah-ra ab, wobei der Prefix es ein Artikel ist und wurde denn auf Deutsch die bedeuten. Bei Ländereien kann man das Wort auch mit "öde, leer, nichts" oder "unfruchtbar" übersetzen.
Die alten Römer nannten das Land südlich von Karthago Terra Deserta für "unbewohntes/verlassenes Land". Im Mittelalter nannte man die Sahara schlicht "Große Wüste". Erst im 19. Jahrhundert hat sich die Bezeichnung "Sahara" durchgesetzt.
Die Araber nennen die Sahara Bahr bela ma für "Meer ohne Wasser" (vgl. Sahel für "Ufer").
Lage
In Ägypten wird sie durch die Flussoase des Nils unterbrochen. Im Norden befindet sich der Maghreb (Marokko, Algerien, Tunesien) und Libyen, im Süden liegt der Sahel.
Im Westen der Sahara gibt es einen Staat gleichen Namens (gelegentlich auch West-Sahara genannt), dessen offizielle Bezeichnung Demokratisch-arabische Republik Sahara ist. Dieser Staat ist de facto von Marokko besetzt und wurde bislang lediglich von wenigen, meist afrikanischen, Staaten anerkannt.
Geographie
Das Klima ist äußerst trocken und heiß. Meistens weht während des ganzen Jahres der Passat, der wenig Niederschlag bringt. Der einzige Dauerfluss ist der Nil. Die extremen Temperaturschwankungen von tagsüber bis zu 63 °C – nachts bis zu 30 °C geringer – tragen u.a
zur Wüstenbildung bei. Im Winter sind nachts bis zu -10 °C zu messen. Die durchschnittliche Niederschlagsmenge in der Sahara beträgt ca. 45,5 mm. Manche Jahre regnet es jedoch gar nicht. Die Sahara weist einige Gebirgsketten auf, wie etwa das Hoggargebirge und das Tibestigebirge. Höchste Erhebung ist der Emi Koussi im Tibesti mit 3415 m ü.NN
Geologie
In der Pluvialzeit war die Sahara wasserreicher und begrünt, wie zahlreiche Felsmalereien und die von den Gebirgen ausstragenden, oft über 1.000 km langen Trockenflussbetten (Wadis) beweisen. Neueste Forschungen der Universität von Illinois in Chicago aus dem Jahr 2004 haben ergeben, dass das Grundwasser unter Ägypten und Libyen bis zu einer Million Jahre alt ist. Es fließt langsam in einem unterirdischen System von Nubien aus mit einer Geschwindigkeit von nur ein bis zwei Metern pro Jahr nordwärts.
Geschichte
Die Sahara, einst wasserreicher und grüner als heute, erfasste die neolithische Revolution beinahe zur selben Zeit wie die Hochkulturen an Nil, Euphrat und Tigris. Etwa im 6. Jahrtausend v. Chr. begannen die Bewohner der Region mit dem Ackerbau. Eine Städtekultur wie in den genannten Gebieten der Hochkulturen bildeten sie aber nie aus.
Im 20. Jahrhundert v. Chr. beginnt die Pferdezeit, so benannt, weil ab dieser Zeit Pferde in den Motiven der Höhlenmalerei vorherrschen. Ebenso wie in Ägypten, Anatolien und der Ägäis wurde im 16. Jahrhundert die "Wunderwaffe" der Bronzezeit, der Streitwagen, eingeführt. Pharao Ramses III. listet 92 Streitwagen sowie 184 Pferde als Beute seines Libyen-Feldzuges auf.
Anfang des 1. Jahrtausend v. Chr. beginnt die Austrocknung der Sahara und somit der langsame Niedergang von Ackerbau und Viehzucht. Durch die assyrische Eroberung Ägyptens im 7. Jahrhundert v. Chr. kommt das Kamel nach Afrika und löst das Pferd als wichtigstes Lastentier ab. Spätestens seit der Ptolemäerzeit wird es im größeren Maße eingesetzt.
Bevölkerung
Die geringe einheimische Bevölkerung besteht hauptsächlich aus Arabern, Berbern und Mauren. Daneben gibt es kleine Gruppen wie die Tubu (auch Tibbu) und Tuareg. Neben der Viehhaltung war bis ins 19. Jahrhundert der Transsaharahandel eine wesentliche Lebensgrundlage für diese Bevölkerungsgruppen die auch als Yallas bekannt sind.
Literatur
- Barich, Barbara E.: People, water, and grain. The beginnings of domestication in the Sahara and the Nile valley, Rom 1998. ISBN 88-8265-017-0 (engl.)
- Rohlfs, Gerhard: Quer durch Afrika. Die Erstdurchquerung der Sahara vom Mittelmeer zum Golf von Guinea 1865-1867, Stuttgart 1984. ISBN 3-522-60580-2
- Mori, Fabrizio: The great civilisations of the ancient Sahara, Rom 1998. ISBN 88-7062-971-6 (engl.)
- Schiffers, Heinrich: Die Sahara. Entwicklungen in einem Wüstenkontinent, Kiel 1980. ISBN 3-554-60106-3
siehe auch
Sahara (Film)
Kategorie:Geographie (Afrika)
Kategorie:Wüste in Afrika
ja:サハラ砂漠
ko:사하라 사막
simple:Sahara Desert
th:ทะเลทรายซาฮารา
Wüste
Als Wüste bezeichnet man ein Gebiet, in dem auf Grund seiner extremen Trockenheit oder Kälte keine oder nur wenig hochspezialisierte Vegetation existieren kann und welches dadurch zur Anökumene zählt. Die Araber bezeichnen die Wüste auch als Meer ohne Wasser.
Wüstenarten
Trockenwüsten
Trockenwüsten verhindern durch ihren Wassermangel das pflanzliche Wachstum. Einige Arten von Trockenwüsten sind:
- Die Sandwüste - eine Wüste, deren Oberfläche großteils aus Sand besteht. Sie entstehen durch Erosion von Kieswüsten, wenn das Gestein hauptsächlich aus Quarz besteht. Ein wesentliches Merkmal sind die Dünen, die vielfach auch Wanderdünen sind. Von allen Wüsten sind die Lebensbedingungen in Sandwüsten am härtesten. Die weltweit größte solcher Wüsten ist die Rub al-Chali in Arabien.
- Kieswüsten - sie entstehen durch Erosion von Stein- oder Felswüsten (Akkumulation von gröberen Korngrößen durch Ausblasung der feineren Korngrößen), oder durch die Ablagerung von Kiesen im Vorfeld von Gletschern.
- Stein- und Salzwüsten (Salztonebenen) - sie entstehen meist in ariden, abflusslosen Sedimentbecken durch starke Verdunstung. Viele Wüsten dieses Typs liegen in Persien und Mittelasien.
- Die Halbwüste stellt eine Vegetationszone dar, die geringfügig feuchter als die echte Wüste, aber immer noch trockener als die Dornsavanne ist. Sie befindet sich meist am Rand (in der Übergangszone) einer solchen "Vollwüste" - siehe auch Sahelzone.
- Relif- oder Binnenwüsten - sie befinden sich im Inneren der Kontinente oder hinter hohen Gebirgsketten befinden sich ebenfalls ausgedehnte Wüstengebiete. Dort fällt nur geringer Niederschlag, weil sie in zu großer Meeresferne oder in Regenschatten von Randgebirgen liegen. Die feuchten Luftmassen sind vor den Gebirgen zum aufsteigen gezwungen. Oben auf der Gebirgskette ist die Luft zu kühl. Kalte Luft kann nicht so viel Wasser speichern deshalb sind die feuchten, kalten Luftmassen dazu gezwungen abzuregnen. Auf der anderen Seite der Gebirgskette wird die Luft erwärmt und die warmen, trockenen Luftmassen sinken. Dort wo die Luftmassen gesunken sind bilden sich aufgrund der Wärme und Trockenheit die Relif- oder Binnenwüsten. Die berümtesten solcher Wüsten ist die Wüste Gobi und Takla Makan.
Die 'Subtropischen Trockenwüsten, liegen bei einer geografischen Breite bis zu etwa 30° beidseits des Erdäquators. Sowohl auf der nördlichen als auch auf der südlichen Halbkugel werden die Luftmassen vom Urpassat kommend gezwungen abzusteigen. Dies bewirkt eine zunehmende Erwärmung der Luftmassen, wodurch die relative Luftfeuchtigkeit abnimmt und es zu trockenen, wolkenlosen Klimaverhältnissen kommt. Beispiele für solche Wüsten sind die größten Teile der Sahara, die Gobi und die Kalahari.
Darüber hinaus gibt es die Küstenwüsten, die durch spezielle Meeresströmungen entstehen. Das kalte aufsteigende Wasser des Meeres führt zur Kondensation der in der Luft enthaltenen Feuchtigkeit an der Meeresoberfläche. Dadurch nimmt die relative Luftfeuchtigkeit ab und eine Wolkenbildung und folglich auch Niederschlag wird verhindert." So nah am Wasser und doch so arm an Wasser", hatte der berühmte Forscher Alexander von Humbold einmal die Küstenwüste der Atacama beschrieben. Die bekanntesten küstennahen Wüsten sind die Atacama, die Namib und die Nullarbor-Wüste. Aber auch meeresnahe Teile der Sahara stehen unter dem Einfluss kühler Meeresströme.
Weiterhin gibt es Nebelwüsten in den Subtropen.
Vegetation und Regen
In der Wüste ist Vegetationsarmut bzw. Vegetationslosigkeit, es sind nur 1/4 aller Wüstenflächen bewachsen. Auch herrscht in der Wüste Wasserarmut.Es gib nur wenig Regenschauer in der Wüste doch wenn es einmal Regnet dann oft sehr heftig. Nach den Regenschauern blüt die Wüste auf. Es Wachsen bunte Wüstenpflanzen die aber wegen des fehlenden Wassers nicht lange überleben. Wenn Regen fällt, dann ca. 250mm pro Quadratmeter, durch die Hitze, Tagsüber verdunstet das Wasser schon bevor es den Boden berührt.
Weitere Trockenwüsten und der Mars
Weitere Trockenwüsten liegen in isolierten Gebirgsbecken wie das Great Basin oder die Schattenwüsten an den windabgewandten Abhängen (d.h. im Lee, dem Regenschatten) von Gebirgen wie die Wüste Juda.
Die Böden der Trockenwüste zählen zu den Aridosolen.
Auch am Planeten Mars herrscht eine Art Wüstenklima, weil die äußerst dünne CO2-Atmosphäre kaum Wasserdampf enthält und freies Wasser sofort verdunsten würde. Trotzdem fegen oft langandauernde Winde über weite Gebiete, weil der Mars ähnliche Jahreszeiten wie die Erde und auch merkliche Temperaturgradienten aufweist. Sie erodieren den braunen und grauen Marsboden und rufen oft globale Sandstürme hervor. Dies hat auch dazu geführt, dass die 1877 entdeckten "Canali" (Marskanäle) jahrzehnelang als natürliche oder künstliche Wasserrinnen gedeutet wurden, die der Sand zeitweilig bedeckt, danach aber der vermutete Bewuchs wieder ein Ergrünen bewirkt hätte.
Edaphische Wüsten
In edaphischen (bodenbedingten) Wüsten werden zugeführte Niederschläge im stark wasserdurchlässigen Boden sehr schnell abgeführt. Wasser kann nicht oder nur sehr schlecht im Boden gespeichert werden, steht für pflanzliches Wachstum also nicht zur Verfügung. So bilden die riesigen Schotterflure im Isländischen Hochland trotz erheblicher Niederschlags- und Schmelzwassermengen eine Wüstenlandschaft.
Isländischen Hochland
Kältewüsten
Kältewüsten sind Wüsten in polaren Gebieten (Eiswüsten) und im Hochgebirge, deren extrem niedrige Temperaturen die Ausbreitung von Vegetation verhindern. Zum Beispiel: Wright Valley in der Antarktis.
Kulturgeschichte
In kulturhistorischer Hinsicht spielte die Wüste seit der Antike eine wichtige Rolle in der europäischen Historiographie und Literatur. Einerseits symbolisierte die Wüste seit Herodot das Fremde und Andersartige, das sich dem europäischen Zugriff entzog. Andererseits bot die Wüste aber auch Rückzugsmöglichkeiten, die es sonst nirgendwo gab. Insbesondere durch die Bibel (Exodus der Israeliten, Versuchungen Christi) und die spätere hagiographische Literatur (Eremiten) wurde ein Bild der Wüste nach Europa transportiert, das im Kern bis heute fortwirkt. Durch die Domestizierung des Dromedar gelang es dem Menschen, tiefer in die großen Wüsten vorzudringen oder sie zu durchqueren. Dadurch konnte die Wüste zum Lebensraum des Menschen werden.
Die UN Organisation UNCCD kämpft gegen die weitere Ausbreitung der Wüsten.
Die größten Wüsten
# 8.700.000 km² - Sahara (Afrika)
# 1.560.000 km² - Australische Wüsten (Australien)
# 1.300.000 km² - Arabische Wüsten (Asien)
# 1.040.000 km² - Gobi (Asien)
# 715.000 km² - Kalahari (Afrika)
# 330.000 km² - Takla Makan (Asien)
# 312.000 km² - Sonora (Nordamerika)
# 273.000 km² - Karakum (Asien)
# 273.000 km² - Tharr und Cholistan (Asien)
Alle Wüsten bedecken ein Siebtel der ganzen Erdfläche.
Tägliche Temperaturschwankung in Wüsten
In Sand- und Felswüsten existiert nur wenig Wasser - weder in der Luft noch im Boden. Wasser kann etwa sechs mal soviel Energie speichern wie Sand. Da es in Wüsten weitgehend fehlt, können diese keine größeren Wärmemengen speichern. Außerdem isoliert sandiger Boden sehr gut. Sand besteht in der Hauptsache aus Quarz, einem schlechten Wärmeleiter. Die einzelnen Sandkörner sind überwiegend locker geschichtet (siehe auch Wanderdünen), in den Zwickeln befindet sich Luft, die ebenfalls gut isoliert. Das hat zur Folge, dass der Boden die Hitze des Tages nicht sehr tief in sich aufnehmen kann und nur oberflächlich erhitzt. Daher kann er nur geringe Wärmemengen speichern.
Hinzu kommt die geringe Wolkenbildung. Wolken wirken als Isolierungsschicht sowohl vom Weltall zur Erde als auch umgekehrt. Durch das Fehlen dieser Isolierschicht dringt tagsüber Wärmestrahlung ungedämpft zu Boden und erhitzt diesen sehr stark (bis zu etwa 70°). Nachts hingegen strahlt die wenige gespeicherte Wärme ungehindert ins Weltall ab, was Temperaturunterschiede von 50° und mehr hervorrufen kann. Dieser Effekt ermöglicht allerdings auch in den trockensten Wüsten bescheidenes Leben, weil ein niedriger Taupunkt die starke Abkühlung ermöglicht, wobei bodennah der Taupunkt erreicht werden kann. Pflanzen oder Insekten leben dann von den gebildeten Tautropfen.
Die starken Temperatureffekte machen übrigens auch den Unterschied zwischendem Kontinentalklima und einem maritimen Seeklima aus. Am Meer oder in der Nähe von Ozeanen wirkt die Wärmespeicherung des Wassers und macht das Klima sehr viel ausgeglichener als im Inneren der Kontinente. Man denke nur an den klimatischen Unterschied etwa zwischen Moskau - heiße Sommer und bitterkalte Winter - und Kopenhagen, welches etwa am selben geografischen Breitengrad liegt. In Europa werden diese Unterschiede noch durch den Golfstrom verstärkt.
Wüsten-Glossar
- Arroyo (Südamerika und US-Westen). Identisch mit > Wadi.
- Barchan ist eine bewegliche Sicheldüne
- Chott (Schott)(arab.) Weitgespannte Senken mit Salzwüsten; auch Salzsee, Salzpfanne, Salzsumpf
- Churd (a) (arab.) Grosse Wanderdüne
- Djebel (Dschebel) (arab. = Berg)
- Draa (arab. = Arm ) Langgestrecktes Dünengebiet
- Enneri (arab.) Trockenfluss, trockenes Bachbett
- Erg (arab. = Ader) Riesige Dünengebiete; aber auch allgem. für Staubwüste
- Fata Morgana (arab. Bacher-el-Alfrid = Wasser des Satans). Luftspiegelungen als Folge von Reflexionen von Lichtstrahlen an der Grenzfläche zwischen Luftschichten von unterschiedlicher Temperatur und unterschiedlicher optischer Dichte.
- Fulgurit (lat. fulgur Blitz) Blitzröhre: Durch Blitzschlag gebildete Röhren aus zu Kieselglas verschmolzenem feinkörnigem Sediment
- Hammada (arab.) Stein-Geröllwüste
- Harra (arab.) Lava-Wüste
- Kavir (persisch); identisch mit > Chott
- Sahara (arab. = von gelber Farbe ; syn. für Wüste)
- Sebhka (Sebkra) (arab.) Salztonpfannen, in welchen Salz und Gips an der Oberfläche über Tonablagerungen kristallisieren.
- Seif(s) (arabisch = Schwert) sind Längsdünen, welche besonders schmal und scharfgratig sind.
- Serir (berb.) Kieswüste
- Oase (arab. - berberisch uau) Stellen an denen Grundwasser zutage tritt
- Reg (arab.) Kies-Kieselwüste
- Wadi (arabisch Oued = syn. für Trockenbett, Rinne). Bei Abtragung bis zur Schuttsedimentierung eines Gebirges werden die Reste erodiert. Ruckartig einsetzender Regen fliesst an der Oberfläche ab, wobei er Fliessrinnen in den Wüstenboden schneidet. (spanisch: Arroyo)
- Wüstenglas, ein diaplektisches Glas, wahrscheinlich vor 20 Mio. Jahren durch einen Meteoriten-Impakt in der libyschen Wüste gebildet
- Wüstenlack Infolge starker Verdunstung gebildeter Überzug aus Eisen- seltener Manganverbindungen, auch der durch Windschliff hervorgerufene matte Firnisglanz auf Steinen und anderen Oberflächen
- Yardang durch Windschliff hervorgerufene Erosionsform
Literatur
- Uwe Lindemann: Die Wüste. Terra incognita - Erlebnis - Symbol. Eine Genealogie der abendländischen Wüstenvorstellungen in der Literatur von der Antike bis zur Gegenwart. Heidelberg 2000
- [http://www.michael-martin.de Michael Martin]: Die Wüsten der Erde. - Dieses Buch bietet einen Überblick über sämtliche Wüsten der Erde
Siehe auch
- Desertifikation
Weblinks
Kategorie:Klimazonen und Vegetation
ja:砂漠
ko:사막
Pamir
Der Pamir (türkisch: „kalte Steppenweide“) ist ein Hochgebirge in Zentralasien.
Der Pamir, auch "Dach der Welt" genannt, hat eine Fläche von etwa 120.000 km², wovon 1200 km² vergletschert sind. Der Osten gehört zur Volksrepublik China, der Süden zu Afghanistan, der Rest zu Tadschikistan. Der Pamir erreicht mit dem Pik Ismail Samani (früher Pik Kommunismus) in Tadschikistan 7.495 Meter, und mit dem Kongur in China 7.719 m. Der Pamir verbindet die großen Gebirgszüge Asiens: den Karakorum, den Hindukusch, das Alai und den Kunlun Shan.
Der Pamir ist ein Faltengebirge. Die mittlere Höhe liegt bei etwa 3.600 bis 4.400 m, was meist über der hier bei 3.700 m liegenden Baumgrenze ist. Es gibt häufig Erdbeben, das Klima ist rau und trocken. Die Bewohner sind meist Viehzüchter und halten Yaks und Fettschwanzschafe.
Literatur
- The Pamirs. 1:500.000 - A tourist map of Gorno-Badkshan-Tajikistan and background information on the region. Verlag „Gecko-Maps“, Schweiz 2004 (ISBN 3-906593-35-5)
Weblinks
- [http://www.li.lu.free.fr/Asien/ASI/ Reisebeschreibung (Radreise, 1986)]
- [http://www.lib.berkeley.edu/EART/tajikistan/100k.html Topographische Karten Tadschikistan 1:100.000] Berkeley University.
Kategorie:Gebirge in Asien
Kategorie:Geographie (Tadschikistan)
ja:パミール高原
HingganDer Hinggan-Bund (兴安盟) ist eine administrative Untergliederung auf Bezirksebene im Nordosten des Autonomen Gebiets Innere Mongolei der Volksrepublik China. Der Hinggan-Bund hat eine Fläche von 59.806 km² und etwa 1,62 Millionen Einwohner (Ende 2002). Seine Hauptstadt ist Ulan Hot. Sein Verwaltungsgebiet grenzt im Norden an die Stadt Hulun Buir, im Westen an den Staat Mongolei und den Xilin-Gol-Bund, im Süden an die Stadt Tongliao und im Osten an die Provinzen Jilin und Heilongjiang. Sein Name ist vom waldreichen Großen Hinggan-Gebirge (大兴安岭) abgeleitet, das den Bund von Nordwest nach Südost durchzieht.
Administrative Gliederung
Der Hinggan-Bund besteht aus zwei kreisfreien Städten, einem Kreis und drei Bannern:
- Stadt Ulan Hot (乌兰浩特市), 772 km², ca. 280.000 Einwohner,
- Stadt Arxan (阿尔山市), 7.409 km², ca. 50.000 Einwohner,
- Kreis Tuquan (突泉县), Hauptort: Großgemeinde Tuquan (突泉镇), 4.800 km², 300.000 Einwohner,
- Vorderes Horqin-Banner Rechter Flügel (科尔沁右翼前旗), Hauptort: Großgemeinde Daban Gou (大坝沟镇), 19.375 km², ca. 360.000 Einwohner,
- Mittleres Horqin-Banner Rechter Flügel (科尔沁右翼中旗), Hauptort: Großgemeinde Bayan Huxu (白音呼硕镇), 15.613 km², ca. 240.000 Einwohner,
- Jalaid-Banner (扎赉特旗), Hauptort: Großgemeinde Inder (音德尔镇), 11.837 km², ca. 390.000 Einwohner.
Ethnische Gliederung der Bevölkerung des Hinggan-Bundes (2000)
Laut Zensus des Jahres 2000 hatte der Hinggan-Bund 1.588.787 Einwohner (Bevölkerungsdichte: 26,57 Einwohner/km²).
Literatur
- Jinri Nei Menggu: Xing'an 今日内蒙古: 兴安 (Die Innere Mongolei heute: Hinggan). 内蒙古人民出版社 Nei Menggu renmin chubanshe (Volksverlag der Inneren Mongolei). 呼和浩特 Hohhot 1997. ISBN 7204035429. 9+121 Seiten.
Kategorie:Ort in China
Kategorie:Regierungsbezirk / Bund (China)
MandschureiDie Mandschurei (chin. 满洲/滿洲 Mănzhōu), auch Manjurei, liegt im Nordosten der Volksrepublik China, um die Stadt Harbin und umfasst die Provinzen Heilongjiang, Jilin und Liaoning. Aus historischen Gründen wird die Bezeichnung der Region in China jedoch nicht mehr verwendet. Dort spricht man von Nordostchina (东北/東北 Dōngběi).
Liaoning]
Das Gebiet wird im Osten durch die Flüsse Heilong Jiang und Ussuri, im Norden durch den Heilong Jiang und das Große Hinggan-Gebirge, im Westen durch die Chinesische Mauer und im Süden durch den Fluß Yalu Jiang begrenzt. Im Norden und Osten grenzt Russland (Sibirien), im Westen die Mongolei und im Süden Nordkorea an die Mandschurei an.
Geschichte
Die Mandschurei (ohne die Provinz Liaoning) war das traditionelle Siedlungsgebiet des Volkes der Mandschu. Von ihnen leitet sich der heutige Name der Region ab, der sich im 19. Jh. eingebürgert hat. Die alte chinesische Bezeichnung ist 關外 Guānwài, d. h. außerhalb der Grenze. Im 17. Jh. dehnten die Mandschu ihren Machtbereich über ganz China aus und gründeten die Qing-Dynastie. Die Mandschurei selbst war bis 1859 für Chinesen gesperrt. Ab 1859 bis 1930 strömten viele chinesische Siedler in die Mandschurei, so dass die Mandschu dort heute nur noch eine Minderheit darstellen.
Mit der Expansion Russlands nach Sibirien und Japans nach Korea geriet die Mandschurei in die Interessenssphäre beider Großmächte. Die Gebiete nördlich des Amur und östlich des Ussuri, auch Äußere Mandschurei genannt (in der Karte hellrosa dargestellt), wurden 1858/1860 von Russland annektiert. Danach beschränkte sich die Bezeichnung Mandschurei auf den bei China verbliebenen Teil, die Innere Mandschurei (in der Karte rot dargestellt). Das westliche Teilgebiet (in der Karte dunkelrosa dargestellt) war nur zeitweise Teil der Mandschurei, meist wurde es der Inneren Mongolei zugeordnet.
Im Jahr 1900 besetzte Russland auch die Mandschurei südlich des Amur. Es kam zu immer größeren Spannungen zwischen Russland und Japan, die, nachdem 1903 der japanische Botschafter einen Rückzug der russischen Truppen aus der Mandschurei und die Anerkennung der japanischen Interessen in Korea gefordert hatte, 1904 im russisch-japanischen Krieg endeten. Japan konnte den Krieg 1905 für sich entscheiden und Russland musste die Mandschurei räumen, die wieder an China zurückgegeben wurde.
Japan sicherte sich jedoch großen Einfluss und baute die Südmandschurische Eisenbahn, um Rohstoffe aus der Mandschurei nach Korea bringen und von dort nach Japan verschiffen zu können. Die Eisenbahn wurde von der japanischen Guandong-Armee beschützt.
1915 richtete Japan Einundzwanzig Forderungen an China, die unter anderem einen Anspruch auf größeren Einfluss auf die Mandschurei enthielten. Diese Forderungen und die Annahme durch Yuan Shikai führten zu heftigen Protesten in China und unterstützte die Bewegung des vierten Mai. 1917-1928 war die Mandschurei unter dem chinesischen Warlord Zhang Zuolin völlig autonom.
Doch nach der Weltwirtschaftskrise sahen viele Militärs eine Lösung der Probleme, durch eine weitere Expansion in Richtung Mandschurei. Nach dem Mukden-Zwischenfall 1931, der vermutlich von den Japanern selbst erzeugt wurde, kam es zur Mandschurei-Krise und die Guandong-Armee besetzte, angeblich ohne größere Rücksprache mit der japanischen Regierung, die Mandschurei. In der Mandschurei wurde der Marionettenstaat Mandschuko eingerichtet. Diese Okkupation wurde von Seiten der USA durch die Hoover-Stimson-Doktrin verurteilt.
1938/1939 kam es zum japanisch-russischen Grenzkonflikt, als Japan versuchte den Mandschuko-Staat weiter nach Norden auszudehnen. Dieser Versuch wurde jedoch von der Sowjetunion unter hohen Verlusten abgewehrt. Während des Pazifikkriegs hatten Russland und Japan einen Waffenstilstand unterzeichnet, den die Russen erst gegen Ende des Krieges, am 8. August 1945, brachen und in der Operation Auguststurm in die Mandschurei einmarschierten. Nachdem das Gebiet 1945 von der Sowjetunion besetzt wurde, ging es 1946 wieder an China zurück.
Bedeutende Städte
- Changchun (长春/長春)
- Dalian (大连/大連)
- Fushun (撫順)
- Harbin (哈尔滨/哈爾濱)
- Jilin (吉林)
- Qiqihar (齐齐哈尔/齊齊哈爾)
- Shenyang (沈阳/瀋陽; früher Mukden)
Wichtige Flüsse
- Hēilóng Jiāng (黑龙江/黑龍江; russ. Amur)
- Songhua Jiang (松花江)
Verkehr
Durch die Mandschurei verläuft die Transmandschurische Eisenbahn, ein Abzweig der Transsibirischen Eisenbahn.
Auf dem Abschnitt Dalian - Changchun fuhr 1934-1945 (also während der japanischen Besatzung) der legendäre Expreßzug Ajia (siehe Shinkansen).
Siehe auch
- Mandschu
- Mandschurische Sprache
- Qing-Dynastie
- Mandschuko
- Heilongjiang
- Jilin
- Liaoning
- Russische Ostasienpolitik
- Japanische Kolonien
Kategorie:Ehemalige Kolonie
Kategorie:Geographie (China)
Kategorie:Chinesische Geschichte
Kategorie:Japanische Geschichte
ja:満州
ko:만주
Altaigebirge
Der Altai (russ. Altaj, türk. und uigur. Altay = Unter dem Mond) ist ein über 2000 km langes mittelasiatisches Hochgebirge im Grenzgebiet von Kasachstan, Russland (Sibirien), der Mongolei und China (Sinkiang).
Der höchste Berg ist die Belucha (russ. Gora Beluha) mit 4.506 m Höhe bei Ust-Kamenogorsk im russischen Zentral-Altai und in jedem Atlas als signifikanter Punkt zu finden. Der Gipfel ist nahe den Dreiländerecken von Russland-Sinkiang mit Kasachstan bzw. der Mongolei; letzteres wird vom 4.356 m hohen Youyi Feng markiert. Im Osten und Süden der Mongolei liegen weitere Viertausender.
Viertausender und größere Orte]]
Der nordwestliche Teil des Altai bei Semei mit der Beluha gehört zum Südsibirischen Gebirge und stellt die Wasserscheide zwischen den Einzugsgebieten der großen sibirischen Flüsse Ob und Irtysch dar. Der östlich anschließende Altaj trennt (zusammen mit den Gebirgen Alatau und Westsajan) die verzahnten Quellgebiete des Ob und des Jenissei.
Zwei lange östliche Ausläufer des Gebirges in der Mongolei heißen Mongolischer Altai (Ektag) und Gobi-Altai.
Abgrenzung
Großräumig wird das Gebirgssystem des Altai begrenzt vom Westsibirischen Tiefland im Norden, den Bergketten des West- und Ostsajan und dem Tannu-ola-Gebirge im Osten, dem mongolischen Hochland und der Wüste Gobi im Südosten, der Dsungarei-Wüste im Süden und der Kasachischen Schwelle im Westen.
In Richtung Nordwest - Südost erreicht es mit rund 2.100 km seine längste Ausdehnung und wird untergliedert in den Russischen Altai, den Mongolischen Altai und den Gobi-Altai. Im Übergangsbereich zur etwa gleichlangen Gebirgskette des Tienschan liegt der geografische Schwerpunkt des Kontinents Asien.
Bild:Altai_Kutscherla-Tal_und_See.jpg|Kutscherla-Tal und See
Bild:Altai_Kutscherla-See.jpg|Kutscherla-See
Bild:Altai_Kutscherla-Tal.jpg|Kutscherla-Tal
Bild:Altai_Kutscherla-Fluss.jpg|Fluss Kutscherla
Entstehung und Geologie des Altai-Gebirges
Der Grundstock des Altai ist ein paläozoisches Faltengebirge, dessen Bildung in zwei verschiedenen Erdzeitaltern erfolgte. Während die Orogenese des Gebirgsaltai bereits im Unterpaläozoikum, also kaledonisch vonstatten ging, unterlagen die Randbereiche wie der Erz-Altai nochmaliger variszischer Faltung, welche erst an der Grenze zum Mesozoikum ihren Abschluss fand. Heute ist von dem alten Faltengebirge kaum etwas zu erkennen; nur im Bereich des Zentralaltai können die Fachleute einige der ursprünglichen Faltungsschichten erkennen.
Erneute tektonische Bewegungen im Tertiär führten zu einer allgemeinen Hebung der Rumpffläche en bloc. Diese wurde durch Brüche fragmentiert, wobei die Hebung und Senkung der einzelnen Schollen bis ins eiszeitliche Quartär reichte. Die entstandenen Verwerfungen bilden die Ausgangslinien, an denen die Gebirgsbildung des gegenwärtigen Altai ansetzte.
Extreme Klimaschwankungen und langsame Umpolungen des Erdmagnetfeldes während des Pleistozäns lösten auf der ganzen Welt mehrfache Vereisungsperioden aus. Man spricht von fünf glazialen Zyklen, welche im Altai-Gebiet stattgefunden haben. Man wies anhand von zahlreichen Bohrungen, Schnitten und C14-Datierungen nach, dass das meiste glaziale Formengut des Gebirges auf der letzten Eiszeit, der Würmeiszeit, beruht. Etwa 20.000 bis 16.000 Jahre vor unserer Zeitrechnung erreichte sie ihr Maximum, wobei Gletscher weite Täler und intramontane Becken abriegelten. Während der Degradierungsphase füllten sich diese mit Schmelzwasser, so dass riesige Paläoseen wie in der Tschuja-, Kurai- und Uimon-Steppe entstanden. Brüche in den natürlichen Eisstaudämmen führten zu katastrophalem Ausfließen dieser Seen. Die damit freigesetzte Energie wirkte sich nicht nur auf das lokale Relief aus, sondern verursachte auch impulsartige Veränderungen in entfernteren Zonen der Erde [Anm.: Belege dafür wären hier interessant]. Heute sind die Zeugnisse dieser Naturkatastrophen in Form von Gigantrippeln und Wellenschlag-Terrassen in den großen intramontanen Becken sichtbar.
Da das Gebirge während der quartären Kaltzeit in großen Teilen vereist war – die Schneegrenze lag gegenüber dem jetzigen Niveau um durchschnittlich 1.000 m tiefer, bestimmt der übliche glaziale Formenschatz das heutige Landschaftsbild: Kare, Kartreppen und Taltröge im Bereich der hohen Ketten; Endmoränen und glazialfluviale Schotterfelder in den Tälern. Außer einigen größeren Seen (Zajsansee und Ozero Markakol in Kasachstan; Kobdo, Acid-Nur und Hara-Us-Nur in der Mongolei) gibt es im Altai auch viele kleine Gebirgsseen, die im Gefolge der Eiszeit entstanden sind. Auch großräumig ist diese Gebirgsregion von großen Seen umgeben, wie dem Alakol-, Bortala- und Balchaschsee im Südwestem und den Hubsugul Nur und Baikalsee im Osten.
Relief
Das gegenwärtige Relief des Altais ist stark untergliedert. Neben schroffen, steilen Gebirgskämmen sind mehr oder weniger breite Plateaus und großflächige Einsenkungen charakteristisch. Ferner umringen typische Mittelgebirgsformen sowie einzelne Gebirgsketten und Hochflächen den Gesamtaltai. Meist verlaufen diese Reliefformen in NW-SO streichender Richtung.
Umsäumt von Bergketten liegen die mit Lockermaterial aufgefüllten Ebenen - hier befanden sich in Höhen von 1.000 bis 1.800m die eiszeitlichen Stauseen. Die größten und bedeutendsten dieser Art sind das Tschuja-, Kurai- und Uimonbecken, welche sich im zentralen und östlichen Teil des Gebirges befinden. Dem gegenüber stehen die 2.000 bis 3.000m hohen Hochplateaus, wie die Ukok-, Baschkaus-, Tschulyschman- und Terekta-Hochfläche. Auch bei den am stärksten zergliederten, höchsten und schmalsten Gebirgsketten des Altai, wie den Katun-, Süd-Tschuja- und Nord- Tschuja-Rücken (3.000 bis 4.500m), konnten alte Plateauflächen rekonstruiert werden.
Oberhalb von etwa 3.000 Höhenmeter (stellenweise auch darunter) sind die Kämme des Altais heute noch intensiv vergletschert, insbesondere die Nordhänge, was für die nördliche Halbkugel der Erde charakteristisch ist. Mit 1.330 Gletschern auf einer Gesamtfläche von 890 km² ist das Gebirge nach dem Kaukasus eines der bedeutendsten Gletscherreservoire Russlands und Innerasiens.
Bemerkenswert sind die Gletscher in den Katun- und Tschujaketten, wo die Belucha das Hauptzentrum der Vereisung bildet. An ihren Flanken befinden sich einige 4 bis 9 km² große, radial angeordnete Gletscher, deren Gletschertore bis herab in eine Höhe von 2.320m (Mensugletscher) gelangen.
Weblinks
- [http://141.30.139.182/researchProjects/altai Forschungsprojekt Altai der TU Dresden - Institut für Kartographie]
Kategorie:Gebirge
Kategorie:Weltnaturerbe
Kategorie:Gebirge (Russland)
Kategorie:Gebirge (China)
Kategorie:Geographie (Mongolei)
Kategorie:Geographie (Kasachstan)
Kategorie:Altai
Kunlun ShanKunlun Shan (chin. 昆仑山脉; auch Kunlun) ist eine über 3000 km lange Gebirgskette in den westchinesischen Autonomen Gebieten Xinjiang und Tibet. Sie verläuft östlich des Pamir entlang der Nordgrenze Tibets und des Südrandes der Takla Makan-Wüste. Die östliche Fortsetzung wird als Quinling Shan bezeichnet.
Die Kette weist über 200 Gipfel über 6000 m auf. Die höchsten Gipfel sind der Kongur (7719 m), der Dingbei (7625 m) und der Muztagata (7546 m).
Das Gebirge entstand durch den Zusammenstoß der Platte des indischen Subkontinents mit der Eurasischen Platte im späten Trias, wodurch sich der Urozean Tethys schloss.
Das bodenschatzreiche Gebirge ist großenteils eine Hochgebirgswüste.
Mythologie
Das Gebirge ist auch in der chinesischen Mythologie als daoistisches Paradies bekannt. Die erste überlieferte Reise dorthin unternahm nach der Legende der König Mu Wang (1001 - 946 v. Chr.) aus der Zhou-Dynastie. Er entdeckte dort angeblich den Jade-Palast des Huang Di, des mythischen Gelben Kaisers und traf Xiwangmu, die Königliche Mutter des Westens, die ebenfalls dort ihren mythologischen Aufenthaltsort hatte.
Kategorie:Gebirge (China)
Kategorie:Chinesische Mythologie
ja:崑崙山脈
Chang Tang im Süden]]
Chang Tang (tibetisch für nördliche Ebene) ist eine wüstenhafte Landschaft im Norden Tibets. Die Nordgrenze ist die Gebirgskette Kunlun Shan. Mit einer West-Ost-Ausdehnung von rund 1300 km nimmt sie etwa die Hälfte des Landes ein. Im Osten fehlt eine klare Grenze, stattdessen gibt es eine Absenkung in die Tiefebene von Sichuan.
Geographie
Obwohl von den hohen Gebirgen Himalaya und Kunlun umgeben, ist die Landschaft im westlichen Teil von großen Gebirgs- und Flusstälern durchzogen. Chang Tang ist der Ursprung für viele der größten Flüsse Asiens. Diese sind unter anderem der Indus, Brahmaputra, Gelber Fluss, Jangtse (mit über 6000 km drittlängster Strom der Welt), Salween und Mekong.
Klima
Das Tibetische Hochplateau hat eine Höhe von durchschnittlich 4100 m, weshalb das Klima im Hochland insbesondere im Winter bitterkalt ist. Das Klima ist durch einen hohen Temperaturunterschied zwischen Tag und Nacht und durch schnelle, starke Wetterwechsel gekennzeichnet. Zwar gibt es geringe Vegetation, dennoch wächst auf einer Fläche von rund 1 Million km² kein Baum. Teilweise gibt es in der Chang Tang dünn bewachsene Sanddünen. Die Trockenheit Tibets ist darauf zurückzuführen, dass der indische Monsun vom Himalaya abgeschirmt wird. Der Regen fällt stattdessen auf der nepalesischen Seite des Himalaya, im dortigen Bergnebelwald.
Lebensraum
In Sommermonaten wird die raue Ebene extensiv von Nomaden für ihre Schafe, Ziegen und Yaks genutzt. In der Chang Tang sind einige Tierarten anzutreffen, die einst in ganz Tibet heimisch waren und zurückgedrängt wurden. Dazu gehören der Wildjak, der Kiang, der tibetische Braunbär, das tibetische Argali-Schaf, die Tibetantilope Tschiru. 1983 wurden knapp 500.000 km² der Chang Tang von der chinesischen Regierung zur Naturschutzzone erklärt.
Wirtschaft
Trotz der widrigen Bedingungen gibt es Erzvorkommen, die die Hochebene generell wirtschaftlich interessant machen. Dazu kommt die Salzgewinnung durch die vielen Salzseen. Außerdem gibt es vereinzelte Thermalquellen.
Kategorie:Wüste
Ordos-Plateau
Das Ordos-Plateau ist eine steppen- und wüstenhafte Landschaft im Autonomen Gebiet Innere Mongolei im Norden der Volksrepublik China. Früher hieß die Region auch He-tau und später He-nan („Land südlich des Flusses“). Die Hochebene hat eine durchschnittliche Höhe von 1200 m über NN.
Lage
Das Plateau wird im Westen, Norden und Osten vom großen Bogen des Gelben Flusses umrahmt. Nördlich des Gelben Flusses trennen die Gebirge Kara-naryn-ula, Sheitenula, und In Shan - Ausläufer des Chingan - die Ebene von der Gobi. Im Süden und Osten grenzt die Große Mauer das Plateau vom fruchtbaren Lößgebiet Shaanxis ab. Die Fläche beträgt etwa 90.000 km. Die Orodosebene bedeckt den südlichen Teil der Inneren Mongolei, aber auch die Autonome Region Ningxia und die Provinzen Shaanxi und Gansu.
Wüstencharakter
Der nördliche Teil des Plateaus besteht aus Steppen und Halbwüsten, die stellenweise in Sandwüste übergehen. Auch wenn es eher eine Steppe als Wüste ist, wird es von manchen Wissenschaftlern als Teil der Wüste Alashan bzw. der Gobi eingeordnet wird. Im südlichen Teil ist vereinzelt bescheidener Ackerbau möglich, wenn durch Flüsse genügend Wasser zur Verfügung steht. Die Niederschläge nehmen von West nach Ost zu - dementsprechend geht in dieser Richtung die extensive Viehhaltung von Schafen und Ziegen zur normalen Landwirtschaft über. So wachsen im Norden nur Gräser und vereinzelte Sträucher (z. B. Feld-Beifuß auf den Dünen im Norden), während Richtung Süden mehr Büsche und dichtere Vegetation vorkommen.
Relief
Die Wüste kann als mittlere Stufe zwischen dem Himalaya und der tibetischen Hochebene und dem Flachland im Osten Chinas angesehen werden. Nach Süden hin steigt sie auf eine Höhe von über 1.500 m an. Im Westen verlaufen die Arbisoberge entlang des Gelben Flusses. Sie überragen die Ebene um etwa 900 m und stellen eine Verknüpfung zur Alashan dar.
Der Nordteil des großen Flussbogens ist mit 12 bis 15 m hohen Dünen bedeckt. Mancherorts reichen diese Dünen dicht an den Fluss, an anderen Stellen ist ein trennender Gürtel aus Sand und auch Ton dazwischen, welcher Klippen bildet, die bis zu 30 m über dem Fluss sein können. Die Sanddünen können auch auf dem gegenüberliegenden Ufer fortlaufen, wo sie von ausgetrockneten Flussbädern durchzogen werden.
Das In Shan nördlich des Flusses unterscheidet sich von den anderen Gebirgen in der südlichen Mongolei durch das Wasser und die folglich reiche Vegetation. Ein Gebirgszug, der Munni-ula, zeichnet sich zudem durch steile Flanken und enge, raue Schluchten aus.
Bevölkerung
Das Land war über einige Jahrhunderte von nomadischen Reitervölkern besetzt, die oft im Krieg mit China standen. Möglicherweise handelte es sich dabei auch um Osttürken. Im ersten und zweiten Jahrhundert n. Chr. gehörte es den Hsiung-nu. Nach dem Aufstand der muslimischen Minderheit, der Hui-Chinesen, 1869 wurde das Land teilweise entvölkert.
Im Jahr 1989 belief sich die Bevölkerung des Ordos-Plateaus auf 1,2 Millionen, von denen 88% Han-Chinesen und nur 12% Mongolen waren. 83% der Bevölkerung lebten auf dem Lande, 17% in Städten.
Klima
Mongolen
Das Klima des Ordos wird durch trocken-kalte Winter und feucht-warme Sommer geprägt. Die jährliche Niederschlagssumme beläuft sich auf 200 mm im Westen und bis zu 450 mm im Osten, die vor allem während Gewitterstürmen zwischen Juni und September fallen. Im Januar liegt die Durchschnittstemperatur zwischen -13 und -10 °C, dazu kommen kalte Winde aus dem Nord und Westen. Der Niederschlag weist allerdings eine große Variabilität auf, so dass das Dürrerisiko recht groß ist. Ein zusätzliches klimatisches Merkmal ist das häufige Auftreten starker Winde.
Der Erdboden besteht aus einer Mischung aus Ton und Sand, weshalb er sich wenig für Ackerbau eignet. Das Gebiet hat einige Soda-Vorkommen, die abgebaut werden. Ein erheblicher Teil der Böden des Ordos ist degradiert, da zum einen im 20. Jahrhundert - vor allem zwischen 1958 und 1962 und zwischen 1967 und 1972 - etwa 20% der Weideflächen in Ackerland umgewandelt wurden. Zum anderen fand aufgrund der Bevölkerungszunahme eine Überweidung statt, da immer mehr Vieh auf der gleichen Fläche gehalten wurde. Beides zusammen führte in Verbindung mit den natürlichen Niederschlagsschwankungen zu einer zunehmenden Erosion der labilen Sand- und Lößböden und damit zur Desertifikation.
Kategorie:Geographie (China)
Kategorie:Wüste
TaklamakanDie Taklamakan-Wüste (= Takla Makan = Takelamagan Shamo = Taklimakan Shamo) ist nach der Rub al-Chali die zweitgrößte Sandwüste der Erde. Sie ist Teil der Gashun Gobi Wüste und erstreckt sich in Zentralasien im nordwestchinesischen Uigurischen Autonomen Gebiet Xinjiang durch den westlichen Teil des Tarim-Beckens bis zu der Straße 218. Östlich dieser Straße liegt die Wüste Lop Nor an der tiefsten Stelle des Tarim-Beckens.
Die genaue Bedeutung des Namen „Taklamakan“ ist unklar. Laut dem Magazin Geo stammt der Name aus dem Uigurischen und lautet so viel wie Begib dich hinein, und du kommst nie wieder heraus. Es finden sich aber auch Bezeichnungen wie Platz ohne Wiederkehr (angeblich arabisch) oder Wüste des Todes. In jedem Fall zeigt der Name, dass es sich um eines der lebensfeindlichsten Gebiete der Erde handelt.
arabisch
Geographie
Die Taklamakan-Wüste füllt etwa zwei Drittel von Xinjiang aus. Sie ist dominierender Teil der 700.000 km² großen Gashun Gobi Wüste zwischen den Gebirgen Tienshan, Pamir, Kunlun und Bejschan.
Ihre Fläche von rund 300.000 km² ist zum Großteil mit bis zu 100 m hohen Dünen bedeckt. Sie entstanden durch Staub- und Sandablagerungen der Eiszeit; die Dünen wandern wegen der starken Winde sehr schnell. Die Winde führen auch zur Formung von Yardangs.
Die Taklamakan ist stark erdbebengefährdet.
In der Wüste liegen Salzseen. In der Nähe befinden sich das Kernwaffentestgebiet und das Raketentestgebiet Lop Nor.
Klima
Mit unter 30 mm Niederschlag im Jahr gilt die Wüste als hyperarid. Dieses extreme trockene Klima entsteht durch die Kombination zweier Faktoren. Zum einen ist die Taklamakan eine Reliefwüste, eine Wüste, die im Regenschatten von Gebirgen liegt. Dazu kommt die kontinentale Lage. Vom Meer herangeführte Luftmassen haben ihre Feuchtigkeit verloren, bevor sie Zentralasien erreicht haben. Durch die Ferne zu einem Meer mit ausgleichender Wärme schwanken die Temperaturen aufs Jahr bezogen zwischen -30 bis +50°C. Auch im Tagesverlauf schwankt die Temperatur sehr stark.
Kara Buran
Berüchtigt ist der kara buran, der schwarze Sandsturm. Er kann tonnenweise Sand aufwirbeln und über Tage oder gar Wochen andauern. Seinen Namen erhielt er, weil er dabei oftmals den Himmel verfinstert. Die Zeit des Kara Buran ist vom Februar bis zum Juni; der Sandsturm kommt alle drei bis fünf Tage vor allem aus dem Nordosten. Da ihm bereits viele Karawanen, und wahrscheinlich sogar ganze Städte zum Opfer fielen, wird er mit vielen Mythen verbunden. So gibt es die Sage von der Armee eines chinesischen Kaisers, die unter dem Sand einer 250 m hohen Düne begraben sein soll.
Besiedelungsgeschichte
Sage
Viele archäologische Spuren sind durch die Trockenheit gut konserviert. So sind in der Taklamakan einige versunkene Städte zu finden, die entweder durch Wüstenausbreitung und Sandstürme unbewohnbar wurden oder deren Zuflüsse ausgetrocknet sind. Die archäologischen Funde deuten auf tocharische, hellenistische und buddhistische Einflüsse hin. Die Forscher und Entdecker Nikolai Michailowitsch Prschewalski, Aurel Stein, Albert von Le Coq, Paul Pelliot und besonders Sven Hedin beschrieben die Gefahren der Reise und die untergegangenen Städte der Wüste.
Neben Städteruinen wurden auch Mumien in der Region gefunden, von denen einige bis zu 4000 Jahre alt sind. Sie zeigen, welche verschiedenen Völker die Wüste einst durchquerten. Viele von ihnen scheinen ursprünglich aus Europa zu stammen und könnten Mitglieder der Tocharer gewesen sein.
Später wurden die Oasen der Wüste von Turkvölkern bewohnt. Während der Tang-Dynastie wurden die Osttürken erstmals besiegt, und China konnte damit seinen Einfluss auf die wichtige Seidenstraße ausweiten. Die Seidenstraße war in dieser Region zweigeteilt: ihre Teilstrecken führten am nördlichen und südlichem Rande der unzugänglichen Taklamakan entlang. Phasen der chinesischen Herrschaft waren von der Herrschaft von Osttürken, Mongolen und Tibetern unterbrochen. Die heutige Bevölkerung besteht auf dem Land hauptsächlich aus den Turkvölkern der Uiguren und den Kasachen, während die größeren Städte inzwischen überwiegend von Han-Chinesen bevölkert sind.
Entdeckungsgeschichte
In Europa geriet die Taklamakan das erste Mal 1888 (laut manchen Quellen 1889) ins Blickfeld. Nach dem Mord an dem britischen Händler Andrew Dalgleishs im Himalaya flüchtete der Täter entlang der Wüste. Der einen zweiten Anschlag überlebende Bowers verfolgte den Täter und stieß in einer Oase auf alte Schriftstücke. Sie waren in einer indischen Sprache aus dem 5. Jahrhundert verfasst und handelten von einer Stadt im Wüstensand. Sie gelten als erste buddhistische Dokumente, die den Einfluss der damaligen indischen Kultur beweisen.
1895 machte sich der Entdecker Sven Hedin auf seine Reise zur Durchquerung der Wüste. Bei der Durchquerung kam er wegen Wassermangel nur knapp mit dem Leben davon. Die dramatische Reise wurde zu einem bis heute anhaltenden Mythos. Der Extremsportler Bruno Baumann wagte am 8. April 2000 eine Reise durch die Wüste, um die Hintergründe von Hedins Reise zu erkunden und überlebte ebenfalls nur knapp. Sven Hedin fand damals die Überreste von Dandan Oilik, einer in der Wüste versunkenen Stadt. Dortige Wandmalereien zeigten einen indischen, griechischen und persischen Einfluss.
Erschließung
Aufgrund ihres Klimas war die Taklamakan lange Zeit unzugänglich. Die Trassen der ehemaligen Seidenstraße sind heute zu asphaltierten Verkehrsstraßen ausgebaut, auf denen die gesamte Wüste umfahren werden kann. Auf der Nordroute der Seidenstraße befindet sich heute die Straße 314, auf der Südroute die Straße 315; die Ostverbindung beider Straßen bildet die Straße 218. An diesen Straßen am Rand des Tarimbeckens liegen Oasenstädte wie Hotan (= Khotan), Kaschgar und Aksu. Die Oasen werden durch Schmelzwasser der umliegenden Hochgebirge mit Wasser versorgt. Die frühere Nordroute der Seidenstraße von Korla über Loulan Gucheng nach Yumenguan Guzhi und weiter nach Dunhuang (= Mingoshan) besteht nicht mehr; deshalb wurde der Bau der Straße 218 notwendig.
Ungefähr in der Mitte der Wüste sind große Erdöl- und Gasvorkommen entdeckt worden. Zu ihrer Erschließung baute die chinesische Regierung 1995 für etwa 10 Millionen € pro Kilometer den Tarim Highway, der die Wüste Taklamakan von dem an der Straße 314 gelegenen Ort Luntai (=Bügür) bis zu dem an der Straße 315 gelegenen Ort Yawatongguzlangar bei Mingfeng (=Minfeng = Niya) in Nord-Süd-Richtung vollständig durchquert. Mit einer Länge von 520 Kilometern gilt sie als die weltweit längste Wüstenstraße. Diese Straße mit beidseitigen Sanddünenbefestigungen und permanentem Straßenreinigungsservice wird deshalb auch hinsichtlich ihres Baus und der Erhaltung als die teuerste Straße der Welt angesehen.
Am 4. Oktober 2002 wurde die Autobahn mit dem Namen Qieta Desert Highway für den Verkehr geöffnet. Diese führt ebenfalls in Nord-Süd-Richtung durch die Wüste und verbindet Korla (Kurla) mit dem Kreis Qarqan (Qiemo xian 且末县) und seinem Hauptort, der Großgemeinde Qiemo (Qiemo zhen 且末鎮, Chümo = Tarran). Durch den Bau dieser neuen Schnellstraße kann die ehemals zwei Tage dauernde Reise von Korla nach Qiemo in lediglich acht Stunden bewältigt werden.
Der Bau einer weiteren Landstraße durch die Taklamakan wurde im Mai 2005 begonnen. Diese Straße wird mit einer Länge von 400 Kilometern von Nord nach Süd die Städte Aral und Hotan verbinden. Für ihre Realisierung werden 800 Millionen Yuan (74,4 Millionen €) veranschlagt.
Literatur
- Baumann, Bruno: Karawane ohne Wiederkehr Malik Verlag, Berlin 2000. ISBN 3890291775
- Baumer, Christoph: Geisterstädte in der Wüste Taklamakan Belser, Stuttgart 1996. ISBN 3763023348
- Baumer, Christoph: Die südliche Seidenstraße. Inseln im Sandmeer. Versunkene Kulturen der Wüste Taklamakan Verlag Philipp von Zabern, Mainz am Rhein 2002. ISBN 3-8053-2845-1
- Kausch, Anke: Seidenstraße. Von China durch die Wüsten Gobi und Taklamakan über den Karakorum Highway nach Pakistan. Dumont Kunstreiseführer. Köln 2001. ISBN 3-7701-5243-3
Landkarten
- Westchina. Maßstab 1:2 700 000. Reise-Know-How Verlag Bielefeld 2005. ISBN 3-8317-7163-4.
Weblinks
Kartenmaterial
- [http://map.huhai.net/69.jpg Karte vom Ende des 20. Jahrhunderts]
- [http://depts.washington.edu/uwch/silkroad/maps/cities/tarim.html Die Seidenstraße und die benachbarten Oasenstädte im Tarimbecken]
Kategorie:Wüste in Asien
ja:タクラ=マカン砂漠
Théodore MonodThéodore André Monod ( - 9. April 1902 in Rouen; † 22. November 2000 in Versailles) war ein Meereszoologe und
Afrikaforscher.
Leben
Théodore Monod war Director des 'Institut d'Africque Noir' und Professor am Museum für Naturgeschichte in Paris.
Er unternahm mehrere Forschungsreisen durch die Sahara. In der Nähe von Essouk in Mali entdeckte er das ca. 6000 Jahre alte Skelett eines Humanioden, des 'Menschen von Asselar'.
Werke
- Méharées, explorations au vrai Sahara (Méharées, Erkundungsreisen in die wirkliche Sahara), Paris 1937
Weblinks
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Monod, Théodore
Monod, Théodore
Monod, Théodore
Monod, Théodore
Monod, Théodore
Altaigebirge
Der Altai (russ. Altaj, türk. und uigur. Altay = Unter dem Mond) ist ein über 2000 km langes mittelasiatisches Hochgebirge im Grenzgebiet von Kasachstan, Russland (Sibirien), der Mongolei und China (Sinkiang).
Der höchste Berg ist die Belucha (russ. Gora Beluha) mit 4.506 m Höhe bei Ust-Kamenogorsk im russischen Zentral-Altai und in jedem Atlas als signifikanter Punkt zu finden. Der Gipfel ist nahe den Dreiländerecken von Russland-Sinkiang mit Kasachstan bzw. der Mongolei; letzteres wird vom 4.356 m hohen Youyi Feng markiert. Im Osten und Süden der Mongolei liegen weitere Viertausender.
Viertausender und größere Orte]]
Der nordwestliche Teil des Altai bei Semei mit der Beluha gehört zum Südsibirischen Gebirge und stellt die Wasserscheide zwischen den Einzugsgebieten der großen sibirischen Flüsse Ob und Irtysch dar. Der östlich anschließende Altaj trennt (zusammen mit den Gebirgen Alatau und Westsajan) die verzahnten Quellgebiete des Ob und des Jenissei.
Zwei lange östliche Ausläufer des Gebirges in der Mongolei heißen Mongolischer Altai (Ektag) und Gobi-Altai.
Abgrenzung
Großräumig wird das Gebirgssystem des Altai begrenzt vom Westsibirischen Tiefland im Norden, den Bergketten des West- und Ostsajan und dem Tannu-ola-Gebirge im Osten, dem mongolischen Hochland und der Wüste Gobi im Südosten, der Dsungarei-Wüste im Süden und der Kasachischen Schwelle im Westen.
In Richtung Nordwest - Südost erreicht es mit rund 2.100 km seine längste Ausdehnung und wird untergliedert in den Russischen Altai, den Mongolischen Altai und den Gobi-Altai. Im Übergangsbereich zur etwa gleichlangen Gebirgskette des Tienschan liegt der geografische Schwerpunkt des Kontinents Asien.
Bild:Altai_Kutscherla-Tal_und_See.jpg|Kutscherla-Tal und See
Bild:Altai_Kutscherla-See.jpg|Kutscherla-See
Bild:Altai_Kutscherla-Tal.jpg|Kutscherla-Tal
Bild:Altai_Kutscherla-Fluss.jpg|Fluss Kutscherla
Entstehung und Geologie des Altai-Gebirges
Der Grundstock des Altai ist ein paläozoisches Faltengebirge, dessen Bildung in zwei verschiedenen Erdzeitaltern erfolgte. Während die Orogenese des Gebirgsaltai bereits im Unterpaläozoikum, also kaledonisch vonstatten ging, unterlagen die Randbereiche wie der Erz-Altai nochmaliger variszischer Faltung, welche erst an der Grenze zum Mesozoikum ihren Abschluss fand. Heute ist von dem alten Faltengebirge kaum etwas zu erkennen; nur im Bereich des Zentralaltai können die Fachleute einige der ursprünglichen Faltungsschichten erkennen.
Erneute tektonische Bewegungen im Tertiär führten zu einer allgemeinen Hebung der Rumpffläche en bloc. Diese wurde durch Brüche fragmentiert, wobei die Hebung und Senkung der einzelnen Schollen bis ins eiszeitliche Quartär reichte. Die entstandenen Verwerfungen bilden die Ausgangslinien, an denen die Gebirgsbildung des gegenwärtigen Altai ansetzte.
Extreme Klimaschwankungen und langsame Umpolungen des Erdmagnetfeldes während des Pleistozäns lösten auf der ganzen Welt mehrfache Vereisungsperioden aus. Man spricht von fünf glazialen Zyklen, welche im Altai-Gebiet stattgefunden haben. Man wies anhand von zahlreichen Bohrungen, Schnitten und C14-Datierungen nach, dass das meiste glaziale Formengut des Gebirges auf der letzten Eiszeit, der Würmeiszeit, beruht. Etwa 20.000 bis 16.000 Jahre vor unserer Zeitrechnung erreichte sie ihr Maximum, wobei Gletscher weite Täler und intramontane Becken abriegelten. Während der Degradierungsphase füllten sich diese mit Schmelzwasser, so dass riesige Paläoseen wie in der Tschuja-, Kurai- und Uimon-Steppe entstanden. Brüche in den natürlichen Eisstaudämmen führten zu katastrophalem Ausfließen dieser Seen. Die damit freigesetzte Energie wirkte sich nicht nur auf das lokale Relief aus, sondern verursachte auch impulsartige Veränderungen in entfernteren Zonen der Erde [Anm.: Belege dafür wären hier interessant]. Heute sind die Zeugnisse dieser Naturkatastrophen in Form von Gigantrippeln und Wellenschlag-Terrassen in den großen intramontanen Becken sichtbar.
Da das Gebirge während der quartären Kaltzeit in großen Teilen vereist war – die Schneegrenze lag gegenüber dem jetzigen Niveau um durchschnittlich 1.000 m tiefer, bestimmt der übliche glaziale Formenschatz das heutige Landschaftsbild: Kare, Kartreppen und Taltröge im Bereich der hohen Ketten; Endmoränen und glazialfluviale Schotterfelder in den Tälern. Außer einigen größeren Seen (Zajsansee und Ozero Markakol in Kasachstan; Kobdo, Acid-Nur und Hara-Us-Nur in der Mongolei) gibt es im Altai auch viele kleine Gebirgsseen, die im Gefolge der Eiszeit entstanden sind. Auch großräumig ist diese Gebirgsregion von großen Seen umgeben, wie dem Alakol-, Bortala- und Balchaschsee im Südwestem und den Hubsugul Nur und Baikalsee im Osten.
Relief
Das gegenwärtige Relief des Altais ist stark untergliedert. Neben schroffen, steilen Gebirgskämmen sind mehr oder weniger breite Plateaus und großflächige Einsenkungen charakteristisch. Ferner umringen typische Mittelgebirgsformen sowie einzelne Gebirgsketten und Hochflächen den Gesamtaltai. Meist verlaufen diese Reliefformen in NW-SO streichender Richtung.
Umsäumt von Bergketten liegen die mit Lockermaterial aufgefüllten Ebenen - hier befanden sich in Höhen von 1.000 bis 1.800m die eiszeitlichen Stauseen. Die größten und bedeutendsten dieser Art sind das Tschuja-, Kurai- und Uimonbecken, welche sich im zentralen und östlichen Teil des Gebirges befinden. Dem gegenüber stehen die 2.000 bis 3.000m hohen Hochplateaus, wie die Ukok-, Baschkaus-, Tschulyschman- und Terekta-Hochfläche. Auch bei den am stärksten zergliederten, höchsten und schmalsten Gebirgsketten des Altai, wie den Katun-, Süd-Tschuja- und Nord- Tschuja-Rücken (3.000 bis 4.500m), konnten alte Plateauflächen rekonstruiert werden.
Oberhalb von etwa 3.000 Höhenmeter (stellenweise auch darunter) sind die Kämme des Altais heute noch intensiv vergletschert, insbesondere die Nordhänge, was für die nördliche Halbkugel der Erde charakteristisch ist. Mit 1.330 Gletschern auf einer Gesamtfläche von 890 km² ist das Gebirge nach dem Kaukasus eines der bedeutendsten Gletscherreservoire Russlands und Innerasiens.
Bemerkenswert sind die Gletscher in den Katun- und Tschujaketten, wo die Belucha das Hauptzentrum der Vereisung bildet. An ihren Flanken befinden sich einige 4 bis 9 km² große, radial angeordnete Gletscher, deren Gletschertore bis herab in eine Höhe von 2.320m (Mensugletscher) gelangen.
Weblinks
- [http://141.30.139.182/researchProjects/altai Forschungsprojekt Altai der TU Dresden - Institut für Kartographie]
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Peking
Peking () ist die Hauptstadt der Volksrepublik China und hat eine über dreitausendjährige Geschichte. Der chinesische Name lässt sich mit Nördliche Hauptstadt übersetzen. Peking ist heute eine Regierungsunmittelbare Stadt, das heißt sie ist direkt der Zentralregierung unterstell | | |