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Goldenes Zeitalter

Goldenes Zeitalter

Goldenes Zeitalter ist ein Begriff aus der antiken griechischen Mythologie. Er ist aber auch in der buddhistisch-mythologischen Zeitalter-Lehre bekannt. Die hinduistische Tradition bezeichnet das Goldene Zeitalter als Satya-Yuga.

Mythos

Als sein Begründer gilt Kronos, der Sohn des Uranus und der Gaia. Literarische Darstellungen dieses goldenen Zeitalters finden sich unter Anderem bei Hesiod (Theogonie). Der römische Dichter Ovid gab der Vorstellung in seinen Metamorphosen die eindrucksvollste Gestalt. Das Goldene Zeitalter kennzeichnet demnach eine ferne, ursprungsnahe Vergangenheit, in der die Menschen miteinander und mit der Natur in vollkommener Sorglosigkeit, Harmonie und Glückseligkeit lebten (siehe auch Naturzustand) und das deswegen nach dem edlen Gold benannt ist. Im Goldenen Zeitalter werden die Menschen gern als unschuldige Kinder gedacht. Es ist mithin eine geschlechtslose Zeit, in der (noch) jeglicher Gegensatz fehlt, vergleichbar dem Paradies. Dieser Zustand wurde durch aufkeimende Habgier und Missgunst gestört und vom silbernen, bronzenen und schließlich eisernen Zeitalter abgelöst, in denen sich die Lebensqualität und die sozialen Beziehungen unter den Menschen fortwährend verschlechterten. Die dahinterstehende Annahme einer heilen und normativen Vergangenheit, von der die Gegenwart sich durch Dekadenz entfernt hat und noch entfernt, ist urmenschlich. Schon Begriffe wie Reform, Reformation und sogar Revolution (lat. re- = "zurück") enthalten sie, und Kulturpessimisten aller Epochen gehen selbstverständlich von ihr aus. Typisch ist dabei die Perspektive des Rückblicks, bei der negative und antagonistische Realitätsanteile der Vergangenheit ausgeblendet werden. Die Gegenposition formuliert sich im Fortschrittsglauben. Beide können als Säkularisierungen ursprünglich religiöser Weltdeutungen verstanden werden (s. Heilsgeschichte).

Geschichte

"Goldene Zeitalter" als wirtschaftlich-kulturelle Blütezeiten finden sich in der Geschichte fast aller Kulturen, z.B.: #Goldenes Zeitalter (Griechenland), das Zeitalter des Perikles, 448-431 v. Chr. #Goldenes Zeitalter (Litauen) #Goldenes Zeitalter (Niederlande) #Goldenes Zeitalter (Rom), nach Vergil die Herrschaft des Augustus (Gaius Octavius Thurinus) #Goldenes Zeitalter (Weißrussland) #Epoche der Lateinischen Literatur

Übertragene Bedeutung

In der Wirtschaftstheorie spricht die britische Wirtschaftswissenschaftlerin Joan Robinson von verschiedenen Arten von Goldenem Zeitalter. Gemeint sind damit bestimmte Arten von gleichgewichtigem Wachstum (Wachstumstheorie). Auch gibt es für Zeiten wirtschaftlichen Wohlstands neben Begriffen wie "Goldene Zwanziger Jahre" oder "Goldene Sechziger Jahre" auch gelegentlich die Bezeichnung "Goldenes Zeitalter" für den langen weltweiten Aufschwung nach dem zweiten Weltkrieg, der mit der ersten Ölkrise ein sichtbares Ende fand.

Namen


- Das Goldene Zeitalter (Buñuel), surrealistischer Film, 1930. Luis Buñuel.

Siehe auch


- Battus, Apokalyptik, Yuga, Zeitalter Kategorie:Wirtschaftstheorie Kategorie:Wirtschaftsgeschichte Kategorie:Mythologie Kategorie:Zeitbegriff

Zeitalter

Ein Zeitalter ist ein längerer Abschnitt in der zeitlichen Betrachtung der Geschichte und durch verbindende Merkmale im gemeinten Zeitraum gekennzeichnet. Oft wird der Begriff synonym zu Epoche gebraucht.
- In der Geologie spricht man auch von Erdzeitaltern oder geologischen Zeitaltern.
- Im historisch kosmologischen sowie mythischen Sinn versteht man unter Zeitaltern Zeitabschnitte, die in ihrer Gesamtheit einen Weltzyklus bilden und meint damit zumeist das als „großes Jahr“ und platonisches Jahr bezeichnete Durchlaufen der Tierkreiszeichen.
- In der Astrologie sowie im New Age werden Begriffe wie das „Zeitalter der Fische“ oder Wassermannzeitalter verwendet.

Historische und kosmologische Auffassungen

Verschiedene Epen, Religionen und Weltanschauungen verwenden mythische Geschichtsbilder, die sich als eine Abfolge kosmologischer Zeitalter mit jeweils spezifischen Bedingungen darstellen. Ein Austausch griechischer und antik indischer Vorstellungen ist nicht ausgeschlossen und kann in den folgenden Abschnitten vielleicht nachvollzogen werden.

Indisch hinduistisches Verständnis

Weltanschauungen Yuga (Sanskrit, n., युग, yuga, []) ist die hinduistische Bezeichnung für die vier Weltalter. Hindus gehen von der Vorstellung aus, dass das Sein einem sich immer wiederholendem Ablauf von Werden und Vergehen ausgesetzt ist. Dieser Kreislauf wird Weltzyklus genannt und in die vier Weltalter aufgeteilt:
- Satya-Yuga
- Treta-Yuga
- Dvapara-Yuga
- Kali-Yuga Im ersten Weltalter, dem Krita Yuga (Satya-Yuga), wird das in ihm Gestalt gewordene Lebensgesetz (Dharma) voll verwirklicht. Die Kraft des Heiligen Dharmas schwindet um je ein Viertel von Weltalter zu Weltalter. Im Treta-Yuga sind also nur noch 3/4, und im Dvapara-Yuga nur noch 1/2 des Dharma vorhanden. Im Kali-Yuga wird mit 1/4 der schwächste und somit schlechteste Zustand erreicht. Die vier Yuga bilden ein Großzeitalter, Maha-Yuga genannt. Dieses umfasst 12.000 Götter- bzw. 4.320.000 Menschenjahre. 1.000 Maha-Yugas sind ein Brahma-Tag. Auf einen Brahma-Tag folgt eine ebenso lange Brahma-Nacht. Das Leben eines Brahmas dauert 100 Brahma-Jahre. Anschließend kommt es zu einem Zustand vollkommener Eingeschmolzenheit für weitere 100 Brahma-Jahre. Ein kompletter Weltenzyklus dauert demnach 311.040 Milliarden Menschenjahre. Es folgen im Anschluss daran weitere Zyklen. Nach Darlegung einer Korrektur der zuvor genannten zeitlichen Dauer der Welt- oder auch Zeitalter durch Swami Sri Yukteswar Giri in seinem Werk Die Heilige Wissenschaft beträgt die tatsächliche Dauer eines vollständigen Zyklus der vier Yugas nur 24.000 Jahre. Die extremen Längen der vorher genannten Zeiten beruhen auf einem Rechenfehler, der sich im Kali-Yuga, dem dunklen Zeitalter einschlich, dessen Ende ungefähr mit der Renaissance ab dem späten 15. eher 16. Jhd. zusammenfällt. Es dürfte nachvollziehbar sein, dass seitdem das Entwicklungstempo der Menschheit in nahezu allen Lebensbereichen zugenommen hat. Nach Sri Yukteswar beträgt die Dauer des Kali-Yuga inklusive einer Übergangszeit am Beginn und am Ende von 100 Jahren 1200 Jahre. Das Dvapara-Yuga dauert mit je 200 Jahren Übergangszeit 2400 Jahre, das Treta-Yuga mit einer Übergangszeit von je 300 Jahren 3600 Jahre und schließlich das Satya-Yuga mit 400 Jahren Übergangszeit 4800 Jahre. Ein aufsteigender Zyklus umfaßt also 12.000 Jahre. Der darauffolgende absteigende Zyklus umfaßt ebenfalls 12.000 Jahre. Zur Zeit befinden wir uns am Beginn des Dvapara-Yuga und haben die Übergangszeit bereits hinter uns. Der Tiefpunkt des Kali-Yuga, jene Zeit, wo sich das letzte Kali-Yuga des absteigenden Zyklus und das erste Kali-Yuga des aufsteigenden Zyklus treffen, war ungefähr 498 nach Christus.

Griechisch hellenistisches Verständnis

Hesiod unterschied in der Theogonie die folgenden Zeitalter:
- Goldenes Zeitalter
- Silbernes Zeitalter
- Ehernes oder Erzenes Zeitalter
- Eisernes Zeitalter

Buddhistisch mythologisches Verständnis

Goldenes Zeitalter In ähnlicher Weise kennt die buddhistisch mythologische Zeitrechnung diese Zeitalter:
- Goldenes Zeitalter
- Silbernes Zeitalter
- Bronzenes oder Kupfernes Zeitalter
- Eisernes Zeitalter Gemäß der buddhistsich-mythologischen Überlieferung degeneriert ein Zeitalter nach dem Erscheinen eines lehrenden Buddhas schrittweise. Nach einem als golden, silbern und kupfern bezeichneten Zeitalter befinden wir uns heute im sogenannten "eisernen Zeitalter" (Sanskrit: Kaliyuga) in der die äußere Welt, als auch die geistige Verfassung der Wesen sehr stark von den drei Wurzel-Geistesgiften Haß, Gier und Verwirrung betroffen sind. Nach der buddhistischen Kosmologie bezeichnet ein "Eisernes Zeitalter" die vierte und letzte größere Zeitperiode innerhalb eines Zeitabschnitts von ca. 3000 Jahren, nach der Geburt eines Buddhas bis zum Erscheinen eines neuen Buddhas. Ein "eisernes Zeitalter" ist daher in stärkerem Maße von Krieg und weitverbreitetem Leid betroffen als die vorausgegangenen Zeitalter es waren. Es wird auch als das Zeitalter des Niedergangs bezeichnet. In einem solchen Zeitalter haben nur noch wenige Wesen die Fähigkeit Meditation zur geistigen Entwicklung auszuüben und bedürfen sehr kraftvoller Methoden, um den Geist zur vollen Erleuchtung zu führen. Am Ende eines eisernen Zeitalters erscheint nach der Überlieferung ein neuer Buddha, der erneut erleuchtete Lehren verkündet, worauf ein neues goldenes Zeitalter anbricht. In einem goldenen Zeitalter finden die Wesen leicht Zugang zu spiritueller Praxis und der Geist der Wesen ist nur wenig durch Geistesgifte verschleiert. In diesem Äon (Sanskrit: Kalpa) werden nach der Legende 1000 Buddhas erscheinen, die das "Rad der Lehre" erneut in Bewegung setzten. Nach der buddhistischen Überlieferung war Buddha Shakyamuni (
- 563 v. Chr.) der 4. Buddha der in diesem Äon erschienen ist. Vorzeitige Buddhas waren Kashyapa (3.Jt.v.Chr.?), Kanakamuni (6.Jt.v.Chr?) und Dipamkara (9 Jt.v.Chr.?) Das Erscheinen des fünften Buddhas mit Namen Maitreya ist für wenige Jahrhunderte (2440?) vorhergesagt. Der letzte von 1000 Buddhas dieses Äons wird am Ende einer unfaßbar langen Zeitspanne den Namen Möpa (Vollendung) tragen. Damit schließt sich nach der Überlieferung der glückliche Zeitzyklus dieses Äons und die Welt, wie wir sie kennen, wird vernichtet werden.

Siehe auch


- Buddha
- Buddhismus
- Kashyapa
- Kanakamuni
- Dipamkara

Literatur


- Swami Sri Yukteswar, Die Heilige Wissenschaft, broschiert ISBN 3502626707, gebunden ISBN 0876120575

Weblinks


- [http://www.yugaproject.org/ The Yuga Project] Bündelt historische und astronomische Untersuchungen zu den Zeitaltern oder Yugas wie durch Sri Yukteswar in Die Heilige Wissenschaft dargelegt.
- [http://www.thegreatyear.com/ The Great Year] Material mit wissenschaftlichen Thesen zur möglichen Existenz der Zeitalter.
- [http://www.binaryresearchinstitute.org/index.shtml The Binary Research Institute] Thesen zur Existenz eine Zwillingssterns unseres Sonnensystems, evtl. verantwortlich für die Zyklen der Zeitalter.
- [http://www.siriusresearchgroup.com/index.shtml The Sirius Research Group] Thesen zur Begründung von Sirius als Zwillingssystem unseres Sonnensystems (auch deutsche Artikel).
- [http://www.geocities.com/Athens/Academy/5185/4-11index.html East-West, September 1932 Vol.4—11] siehe Artikel Astrological World Cycles von Tara Mata (Laurie Pratt)

Wikipedia-Links zum Themenkomplex Kalender und Zeit

Siehe auch: Azteken, Bhagavad_Gita, Buddha, Eckankar, Joachim von Fiore, Jainismus, Utopische_Literatur Kategorie:Zeitbegriff ! Kategorie:Hinduismus Kategorie:Griechische Mythologie Kategorie:Buddhismus

Griechische Mythologie

Die Griechische Mythologie umfasst Geschichten der Götter und Helden (Heroen) des antiken Griechenlands. Die Religion der antiken Griechen entstand aus den Religionen der eingewanderten Griechen und der vorgriechischen Bevölkerung in Kleinasien und Griechenland. Im Vergleich zu den großen monotheistischen Religionen ist das Fehlen klarer Gebote und Verbote auffallend, wenngleich die Göttin Nemesis und die Erinnyen (Eumeniden) Zuwiderhandlungen gegen die Natur und vor allem den Muttermord bestrafen. Es kann, in der Antike seit Xenophanes, von einem Anthropomorphismus - einer Vermenschlichung der Götter - gesprochen werden, sie sind also durch ihren Ursprung als mythologische Gestalten den Menschen vor allem in ihren Schwächen ähnlicher, als der eine Gott der Juden, Christen und Moslems sein kann. Die Religion war in ihrem Kern polytheistisch, mit verschiedenen Göttergeschlechtern (zum Beispiel dem der Titanen), zahlreichen Naturdämonen, Ortsgöttern und Halbgöttern. Einen geschlossenen Priesterstand gab es nicht, sondern bestimmten Heiligtümern zugeordnete Priester, ferner Seher und Wahrsager. Die ältesten Quellen sind unter anderem Homers Ilias und Odyssee sowie Hesiods Theogonie. Homer und Hesiod brachten die Götter in eine bestimmte Ordnung: Aus lokalen Götterkulten mit weit gehenden Zuständigkeiten wird ein funktional differenzierter Götterkosmos. Im hellenistischen Zeitalter vermischte sich die Religion mit orientalischen Elementen. Diese Mythologie wurde von den Römern unter analoger Götter-Zuordnung griechischer zu römischen Gottheiten teilweise übernommen (siehe römische Mythologie, auch: Etrusker). Sie hat trotz Christianisierung und Wegfall der Götterverehrung die Jahrtausende überdauert. Die Gestalten der griechischen Mythologie haben immer wieder die Vorlagen für neuere Werke der Kultur geliefert. Ungezählt sind die Gemälde, Opern oder Theaterstücke, die den antiken Stoff neu aufnehmen und verarbeiten. Mythos (griechisch mýthos) bedeutet ursprünglich "Rede", "Kunde" oder "Überlieferung", später verschiebt sich die Bedeutung mehr auf das Unwahrscheinliche. Bereits antike Autoren verändern den Stoff erheblich, so dass man teilweise unterschiedliche Abstammungen und/oder Nachkommen bei den einzelnen Gestalten finden kann.

Griechischer Götterhimmel

Mythos

Schöpfungsgötter


- Chaos - ungeordneter und ungeformter Weltzustand, aus dem die Götter hervorgingen
- Nyx - die Nacht, entstand aus dem Chaos; nach anderen Quellen auch aus der Paarung des Chaos mit der Dunkelheit
- Gaia - die Erde in Göttergestalt, entstand aus dem Chaos
- Erebos - die Finsternis, entsand aus dem Chaos; nach anderen Quellen auch aus der Paarung des Chaos mit der Dunkelheit
- Aether - Sohn von Erebus und Nyx die reine Luft des oberen Himmels, die die Götter atmen und in der die Gestirne schweben
- Uranos - Himmel in Göttergestalt, durch Gaia ohne Zeugungsakt geboren
- Hemera - der Tag, Tochter des Erebos und der Nyx

Titanen

Die Titanen stammen der Sage nach von Uranos und Gaia ab.
- Okeanos - Herr des Ozean, stärkster der Titanen, zeugte mit seiner Schwester und Gattin Tethys die Flussgötter, Meeres- und Quellnymphen
- Koios - wurde nach der Niederlage gegen die olympischen Götter in den Tartaros gestoßen
- Hyperion - Licht- und Sonnengott, zeugte mit Gattin Theia den Sonnengott Helios, die Mondgöttin Selene und die Göttin der Morgenröte Eos
- Kreios - Gatte der Eurybia
- Iapetos - Gatte der Nymphe Klymene (Tochter des Okeanos), wurde nach der Niederlage gegen die olympischen Götter in den Tartaros verbannt
- Kronos - Vater des Zeus, wurde nach der Entmannung des Vaters Uranos zum Herrscher der Welt; Gatte von Rhea; wurde von seinem Sohn Zeus entmachtet und herrscht nun auf der Insel der Seligen
- Tethys - Meeresgöttin, Gattin des Okeanos, als Amme der Hera verfluchte sie Hera zuliebe die Sternbilder, immer über den Himmel zu wandern
- Rheia - Mutter von Hestia, Demeter, Hera, Hades, Poseidon und Zeus; herrscht mit Gatte Kronos seit dessen Entmachtung auf der Insel der Seligen
- Themis - Göttin der Gerechtigkeit und der Ordnung, zweite Gattin (nach Methis) des Zeus, sie kennt die Zukunft und ermöglicht so Deukalion und Pyrrha, die Sintflut zu überleben und die Erde neu zu bevölkern
- Mnemosyne - Mutter der neun Musen
- Phoibe - Frau des Koios, Mondgöttin
- Theia - Gattin des Koios, fordert für ihre Kinder einen Herrschaftsanspruch neben den Titanen, woraufhin Hyperion und Helios getötet werden und Selene Selbstmord begeht
- Atlas - Sohn von Iapetos und Klymene, musste als Strafe für seine Teilnahme am Titanenkampf das Himmelsgebirge tragen, nachdem er von Perseus versteinert wurde trägt er als Atlasgebirge den Himmel auf seinen Schultern

Olympische Götter

Olympische Götter
- Zeus - Sohn von Kronos und Rhea, Göttervater
- Hera - Tochter von Kronos und Rhea, Gattin des Zeus, Göttin der Ehe und der Niederkunft
- Poseidon - Sohn von Kronos und Rhea, wurde durch Zeus vor Kronos gerettet, Gott des Meeres
- Aphrodite - entstand aus dem Samen des durch Kronos abgeschnittenen Geschlechts des Uranos, Göttin der Liebe und Schönheit
- Hephaistos - Sohn von Zeus und Hera, von Meernymphen aufgezogen, Gott des Feuers und der Schmiede
- Dionysos - Sohn von Zeus und Semele, Gott des Weines, der Masken und somit der Tragödie
- Apollon - Sohn von Zeus und Leto, Gott des Frühlings, des Lichts, der Sittlichkeit und der Künste
- Hermes - Sohn von Zeus und Maia, Götterbote, somit Schutzgott der Wege, Wanderer, Kaufleute und Diebe
- Demeter - Tochter von Kronos und Rhea, Göttin der Fruchtbarkeit der Erde, des Getreides, der Saat und der Jahreszeiten
- Artemis - Tochter von Zeus und Leto, Göttin der Jagd, des Wachstums und der Geburt
- Athene - Tochter von Zeus und Methis, Göttin der Weisheit, der Wissenschaft, der Web- und Zimmererkunst
- Ares - Sohn von Zeus und Hera, Gott des Krieges
- Hestia - Tochter von Kronos und Rhea, Göttin des Feuers, des Herdes und der Familieneintracht
- Eris - Göttin der Zwietracht und des Streites
- Hades - Ort und Gott der Toten, der Unterwelt

Mythologische Gestalten (andere Götter/Halbgötter/Heroen/Menschen)

Hades Hades
- Achilleus, Achilles
- Acheloos
- Agamemnon
- Agenor
- Aias
- Aigisthos
- Aletheia
- Alkmene
- Amazone
- Amphitryon
- Andromeda
- Arachne
- Ariadne
- Asklepios
- Atalanta
- Bellerophon
- Chloris
- Dädalus
- Danaiden
- Deukalion
- Elektra
- Europa (Mythologie)
- Eurystheus
- Hektor
- Herakles (römisch: Hercules)
- Hero
- Hypnos
- Ikarus
- Ixion
- Jason
- Kassandra
- Laokoon
- Leander
- Medea
- Menelaos
- Morpheus
- Nestor
- Ödipus
- Odysseus (etruskisch: Uthuze) Odysseus
- Oknos
- Orestes
- Orpheus
- Paris
- Perseus
- Plutos
- Priamos
- Prometheus, Titan, der den Menschen das Feuer brachte
- Pyrrha
- Sisyphos
- Tantalos
- Telemachos
- Theseus
- Tytios

Mythologische Gestalten (Ungeheuer/Tiere/andere)


- Androphonos
- Circe
- Charybdis
- Chimäre
- Erinnyen (röm. Myth. Furien)
  - Alekto
  - Megaira
  - Tisiphone
- Gorgonen
  - Euryale
  - Medusa
  - Stheno
- Hesperiden
- Horen
  - Chione
  - Irene
- Minotaurus Minotaurus
- Moiren
  - Atropos
  - Klotho
  - Lachesis
- Musen
  - Erato (Liebes-Lyrik)
  - Euterpe (Flötenspiel, Gesang)
  - Kalliope (Epische Dichtung)
  - Klio (Geschichtsschreibung)
  - Melpomene (Tragödie)
  - Polyhymnia (Hymnische Dichtung)
  - Terpsichore (Tanz)
  - Thalia (Komödie)
  - Urania (Sternkunde)
- Nymphen
  - Amphitrite
  - Orseis
  - Thetis
- Pan Pan
- Pegasus
- Satyr
- Sirene
- Skylla
- Zelos
- Zentaur
- Zephyros
- Zyklopen
  - Polyphem

Mythologische Gegenstände und Orte


- Aigis
- Ambrosia
- Delphi
- Nektar (Mythologie)
- Goldene Äpfel der Hesperiden
- Hades
  - Tartaros
  - Elysion
  - Asphodeliengrund
  - Lethe

Literatur


- Karl Kerényi: Die Mythologie der Griechen - Die Götter- und Menschheitsgeschichten, Klett-Cotta (Bd.1), ISBN 3-608-91824-8, dtv, ISBN 3-423-30030-2
- Karl Kerényi: Die Heroengeschichten (Bd.2), Klett-Cotta, ISBN 3-608-91873-6
- Karl Kerényi: Töchter der Sonne - Betrachtungen über griechische Gottheiten, Klett-Cotta, ISBN 3-608-91837-X
- Robert von Ranke-Graves: Griechische Mythologie. Quellen und Deutung. A. d. Engl. v. Hugo Seinfeld. 15. Aufl. Reinbek bei Hamburg: Rowohlt, 2003 (Rowohlts Enzyklopädie; rororo, Bd. 55404). 759 S. ISBN 3-499-55404-6
- Rose, Herbert Jennings: Griechische Mythologie. Ein Handbuch. 9. Aufl. München: C. H. Beck, 1997. IX, 441 S. ISBN 3-406-33223-4
- Gustav Schwab: Die schönsten Sagen des klassischen Altertums (dies Buch kann - in vielen Auflagen - als eherner Hausbuchbestand bei allen Abiturienten Deutschlands bis in die 1960er Jahre voraus gesetzt werden und ist also zumal für ein Studium der Literaturwissenschaft unabdingbar)
- Tripp, Edward: Reclams Lexikon der antiken Mythologie. 7. Aufl. Stuttgart: Reclam, 2001. 560 S. ISBN 3-15-010230-8 (geb.), ISBN 3-15-010451-3 (kart.)

Siehe auch


- Portal:Mythologie
- Klassische Mythologie
- Stammbaum der griechischen Götter
- Liste griechischer Götter
- Liste von Göttinnen
- Olympische Götter (mit ihren Attributen)

Weblinks


- http://gutenberg.spiegel.de/autoren/schwab.htm - Gustav Schwab bei Projekt Gutenberg-DE
- http://gutenberg.spiegel.de/moritz/goetterl/goetterl.htm - Karl Philipp Moritz, Götterlehre oder Mythologische Dichtungen der Alten
- http://www.mythologica.de Beschreibt die einzelnen Gestalten
- http://www.perseus.tufts.edu/ (Englisch) Aber mit einer unglaublichen Funktionsvielfalt, inkl. Volltextsuche über antike Texte. Sehr viele weiterführende Links.
- http://www.br-online.de/alpha/mythen/ Auf dem BR-alpha Bildungskanal läuft eine interessante Serie zu den Griechischen Mythen
- http://home.arcor.de/karger/buechernachlese-archiv/uk_kerenyi_karl_griechen.html - Karl Kerényi: Die Mythologie der Griechen + Die Heroengeschichten
- http://home.arcor.de/karger/buechernachlese-archiv/uk_kerenyi_karl_sonne.html - Karl Kerényi: Töchter der Sonne ! ja:ギリシア神話 ko:그리스 신화

Buddhistisch-mythologischen Zeitalter

Ein Zeitalter ist ein längerer Abschnitt in der zeitlichen Betrachtung der Geschichte und durch verbindende Merkmale im gemeinten Zeitraum gekennzeichnet. Oft wird der Begriff synonym zu Epoche gebraucht.
- In der Geologie spricht man auch von Erdzeitaltern oder geologischen Zeitaltern.
- Im historisch kosmologischen sowie mythischen Sinn versteht man unter Zeitaltern Zeitabschnitte, die in ihrer Gesamtheit einen Weltzyklus bilden und meint damit zumeist das als „großes Jahr“ und platonisches Jahr bezeichnete Durchlaufen der Tierkreiszeichen.
- In der Astrologie sowie im New Age werden Begriffe wie das „Zeitalter der Fische“ oder Wassermannzeitalter verwendet.

Historische und kosmologische Auffassungen

Verschiedene Epen, Religionen und Weltanschauungen verwenden mythische Geschichtsbilder, die sich als eine Abfolge kosmologischer Zeitalter mit jeweils spezifischen Bedingungen darstellen. Ein Austausch griechischer und antik indischer Vorstellungen ist nicht ausgeschlossen und kann in den folgenden Abschnitten vielleicht nachvollzogen werden.

Indisch hinduistisches Verständnis

Weltanschauungen Yuga (Sanskrit, n., युग, yuga, []) ist die hinduistische Bezeichnung für die vier Weltalter. Hindus gehen von der Vorstellung aus, dass das Sein einem sich immer wiederholendem Ablauf von Werden und Vergehen ausgesetzt ist. Dieser Kreislauf wird Weltzyklus genannt und in die vier Weltalter aufgeteilt:
- Satya-Yuga
- Treta-Yuga
- Dvapara-Yuga
- Kali-Yuga Im ersten Weltalter, dem Krita Yuga (Satya-Yuga), wird das in ihm Gestalt gewordene Lebensgesetz (Dharma) voll verwirklicht. Die Kraft des Heiligen Dharmas schwindet um je ein Viertel von Weltalter zu Weltalter. Im Treta-Yuga sind also nur noch 3/4, und im Dvapara-Yuga nur noch 1/2 des Dharma vorhanden. Im Kali-Yuga wird mit 1/4 der schwächste und somit schlechteste Zustand erreicht. Die vier Yuga bilden ein Großzeitalter, Maha-Yuga genannt. Dieses umfasst 12.000 Götter- bzw. 4.320.000 Menschenjahre. 1.000 Maha-Yugas sind ein Brahma-Tag. Auf einen Brahma-Tag folgt eine ebenso lange Brahma-Nacht. Das Leben eines Brahmas dauert 100 Brahma-Jahre. Anschließend kommt es zu einem Zustand vollkommener Eingeschmolzenheit für weitere 100 Brahma-Jahre. Ein kompletter Weltenzyklus dauert demnach 311.040 Milliarden Menschenjahre. Es folgen im Anschluss daran weitere Zyklen. Nach Darlegung einer Korrektur der zuvor genannten zeitlichen Dauer der Welt- oder auch Zeitalter durch Swami Sri Yukteswar Giri in seinem Werk Die Heilige Wissenschaft beträgt die tatsächliche Dauer eines vollständigen Zyklus der vier Yugas nur 24.000 Jahre. Die extremen Längen der vorher genannten Zeiten beruhen auf einem Rechenfehler, der sich im Kali-Yuga, dem dunklen Zeitalter einschlich, dessen Ende ungefähr mit der Renaissance ab dem späten 15. eher 16. Jhd. zusammenfällt. Es dürfte nachvollziehbar sein, dass seitdem das Entwicklungstempo der Menschheit in nahezu allen Lebensbereichen zugenommen hat. Nach Sri Yukteswar beträgt die Dauer des Kali-Yuga inklusive einer Übergangszeit am Beginn und am Ende von 100 Jahren 1200 Jahre. Das Dvapara-Yuga dauert mit je 200 Jahren Übergangszeit 2400 Jahre, das Treta-Yuga mit einer Übergangszeit von je 300 Jahren 3600 Jahre und schließlich das Satya-Yuga mit 400 Jahren Übergangszeit 4800 Jahre. Ein aufsteigender Zyklus umfaßt also 12.000 Jahre. Der darauffolgende absteigende Zyklus umfaßt ebenfalls 12.000 Jahre. Zur Zeit befinden wir uns am Beginn des Dvapara-Yuga und haben die Übergangszeit bereits hinter uns. Der Tiefpunkt des Kali-Yuga, jene Zeit, wo sich das letzte Kali-Yuga des absteigenden Zyklus und das erste Kali-Yuga des aufsteigenden Zyklus treffen, war ungefähr 498 nach Christus.

Griechisch hellenistisches Verständnis

Hesiod unterschied in der Theogonie die folgenden Zeitalter:
- Goldenes Zeitalter
- Silbernes Zeitalter
- Ehernes oder Erzenes Zeitalter
- Eisernes Zeitalter

Buddhistisch mythologisches Verständnis

Goldenes Zeitalter In ähnlicher Weise kennt die buddhistisch mythologische Zeitrechnung diese Zeitalter:
- Goldenes Zeitalter
- Silbernes Zeitalter
- Bronzenes oder Kupfernes Zeitalter
- Eisernes Zeitalter Gemäß der buddhistsich-mythologischen Überlieferung degeneriert ein Zeitalter nach dem Erscheinen eines lehrenden Buddhas schrittweise. Nach einem als golden, silbern und kupfern bezeichneten Zeitalter befinden wir uns heute im sogenannten "eisernen Zeitalter" (Sanskrit: Kaliyuga) in der die äußere Welt, als auch die geistige Verfassung der Wesen sehr stark von den drei Wurzel-Geistesgiften Haß, Gier und Verwirrung betroffen sind. Nach der buddhistischen Kosmologie bezeichnet ein "Eisernes Zeitalter" die vierte und letzte größere Zeitperiode innerhalb eines Zeitabschnitts von ca. 3000 Jahren, nach der Geburt eines Buddhas bis zum Erscheinen eines neuen Buddhas. Ein "eisernes Zeitalter" ist daher in stärkerem Maße von Krieg und weitverbreitetem Leid betroffen als die vorausgegangenen Zeitalter es waren. Es wird auch als das Zeitalter des Niedergangs bezeichnet. In einem solchen Zeitalter haben nur noch wenige Wesen die Fähigkeit Meditation zur geistigen Entwicklung auszuüben und bedürfen sehr kraftvoller Methoden, um den Geist zur vollen Erleuchtung zu führen. Am Ende eines eisernen Zeitalters erscheint nach der Überlieferung ein neuer Buddha, der erneut erleuchtete Lehren verkündet, worauf ein neues goldenes Zeitalter anbricht. In einem goldenen Zeitalter finden die Wesen leicht Zugang zu spiritueller Praxis und der Geist der Wesen ist nur wenig durch Geistesgifte verschleiert. In diesem Äon (Sanskrit: Kalpa) werden nach der Legende 1000 Buddhas erscheinen, die das "Rad der Lehre" erneut in Bewegung setzten. Nach der buddhistischen Überlieferung war Buddha Shakyamuni (
- 563 v. Chr.) der 4. Buddha der in diesem Äon erschienen ist. Vorzeitige Buddhas waren Kashyapa (3.Jt.v.Chr.?), Kanakamuni (6.Jt.v.Chr?) und Dipamkara (9 Jt.v.Chr.?) Das Erscheinen des fünften Buddhas mit Namen Maitreya ist für wenige Jahrhunderte (2440?) vorhergesagt. Der letzte von 1000 Buddhas dieses Äons wird am Ende einer unfaßbar langen Zeitspanne den Namen Möpa (Vollendung) tragen. Damit schließt sich nach der Überlieferung der glückliche Zeitzyklus dieses Äons und die Welt, wie wir sie kennen, wird vernichtet werden.

Siehe auch


- Buddha
- Buddhismus
- Kashyapa
- Kanakamuni
- Dipamkara

Literatur


- Swami Sri Yukteswar, Die Heilige Wissenschaft, broschiert ISBN 3502626707, gebunden ISBN 0876120575

Weblinks


- [http://www.yugaproject.org/ The Yuga Project] Bündelt historische und astronomische Untersuchungen zu den Zeitaltern oder Yugas wie durch Sri Yukteswar in Die Heilige Wissenschaft dargelegt.
- [http://www.thegreatyear.com/ The Great Year] Material mit wissenschaftlichen Thesen zur möglichen Existenz der Zeitalter.
- [http://www.binaryresearchinstitute.org/index.shtml The Binary Research Institute] Thesen zur Existenz eine Zwillingssterns unseres Sonnensystems, evtl. verantwortlich für die Zyklen der Zeitalter.
- [http://www.siriusresearchgroup.com/index.shtml The Sirius Research Group] Thesen zur Begründung von Sirius als Zwillingssystem unseres Sonnensystems (auch deutsche Artikel).
- [http://www.geocities.com/Athens/Academy/5185/4-11index.html East-West, September 1932 Vol.4—11] siehe Artikel Astrological World Cycles von Tara Mata (Laurie Pratt)

Wikipedia-Links zum Themenkomplex Kalender und Zeit

Siehe auch: Azteken, Bhagavad_Gita, Buddha, Eckankar, Joachim von Fiore, Jainismus, Utopische_Literatur Kategorie:Zeitbegriff ! Kategorie:Hinduismus Kategorie:Griechische Mythologie Kategorie:Buddhismus

Yuga

Ein Zeitalter ist ein längerer Abschnitt in der zeitlichen Betrachtung der Geschichte und durch verbindende Merkmale im gemeinten Zeitraum gekennzeichnet. Oft wird der Begriff synonym zu Epoche gebraucht.
- In der Geologie spricht man auch von Erdzeitaltern oder geologischen Zeitaltern.
- Im historisch kosmologischen sowie mythischen Sinn versteht man unter Zeitaltern Zeitabschnitte, die in ihrer Gesamtheit einen Weltzyklus bilden und meint damit zumeist das als „großes Jahr“ und platonisches Jahr bezeichnete Durchlaufen der Tierkreiszeichen.
- In der Astrologie sowie im New Age werden Begriffe wie das „Zeitalter der Fische“ oder Wassermannzeitalter verwendet.

Historische und kosmologische Auffassungen

Verschiedene Epen, Religionen und Weltanschauungen verwenden mythische Geschichtsbilder, die sich als eine Abfolge kosmologischer Zeitalter mit jeweils spezifischen Bedingungen darstellen. Ein Austausch griechischer und antik indischer Vorstellungen ist nicht ausgeschlossen und kann in den folgenden Abschnitten vielleicht nachvollzogen werden.

Indisch hinduistisches Verständnis

Weltanschauungen Yuga (Sanskrit, n., युग, yuga, []) ist die hinduistische Bezeichnung für die vier Weltalter. Hindus gehen von der Vorstellung aus, dass das Sein einem sich immer wiederholendem Ablauf von Werden und Vergehen ausgesetzt ist. Dieser Kreislauf wird Weltzyklus genannt und in die vier Weltalter aufgeteilt:
- Satya-Yuga
- Treta-Yuga
- Dvapara-Yuga
- Kali-Yuga Im ersten Weltalter, dem Krita Yuga (Satya-Yuga), wird das in ihm Gestalt gewordene Lebensgesetz (Dharma) voll verwirklicht. Die Kraft des Heiligen Dharmas schwindet um je ein Viertel von Weltalter zu Weltalter. Im Treta-Yuga sind also nur noch 3/4, und im Dvapara-Yuga nur noch 1/2 des Dharma vorhanden. Im Kali-Yuga wird mit 1/4 der schwächste und somit schlechteste Zustand erreicht. Die vier Yuga bilden ein Großzeitalter, Maha-Yuga genannt. Dieses umfasst 12.000 Götter- bzw. 4.320.000 Menschenjahre. 1.000 Maha-Yugas sind ein Brahma-Tag. Auf einen Brahma-Tag folgt eine ebenso lange Brahma-Nacht. Das Leben eines Brahmas dauert 100 Brahma-Jahre. Anschließend kommt es zu einem Zustand vollkommener Eingeschmolzenheit für weitere 100 Brahma-Jahre. Ein kompletter Weltenzyklus dauert demnach 311.040 Milliarden Menschenjahre. Es folgen im Anschluss daran weitere Zyklen. Nach Darlegung einer Korrektur der zuvor genannten zeitlichen Dauer der Welt- oder auch Zeitalter durch Swami Sri Yukteswar Giri in seinem Werk Die Heilige Wissenschaft beträgt die tatsächliche Dauer eines vollständigen Zyklus der vier Yugas nur 24.000 Jahre. Die extremen Längen der vorher genannten Zeiten beruhen auf einem Rechenfehler, der sich im Kali-Yuga, dem dunklen Zeitalter einschlich, dessen Ende ungefähr mit der Renaissance ab dem späten 15. eher 16. Jhd. zusammenfällt. Es dürfte nachvollziehbar sein, dass seitdem das Entwicklungstempo der Menschheit in nahezu allen Lebensbereichen zugenommen hat. Nach Sri Yukteswar beträgt die Dauer des Kali-Yuga inklusive einer Übergangszeit am Beginn und am Ende von 100 Jahren 1200 Jahre. Das Dvapara-Yuga dauert mit je 200 Jahren Übergangszeit 2400 Jahre, das Treta-Yuga mit einer Übergangszeit von je 300 Jahren 3600 Jahre und schließlich das Satya-Yuga mit 400 Jahren Übergangszeit 4800 Jahre. Ein aufsteigender Zyklus umfaßt also 12.000 Jahre. Der darauffolgende absteigende Zyklus umfaßt ebenfalls 12.000 Jahre. Zur Zeit befinden wir uns am Beginn des Dvapara-Yuga und haben die Übergangszeit bereits hinter uns. Der Tiefpunkt des Kali-Yuga, jene Zeit, wo sich das letzte Kali-Yuga des absteigenden Zyklus und das erste Kali-Yuga des aufsteigenden Zyklus treffen, war ungefähr 498 nach Christus.

Griechisch hellenistisches Verständnis

Hesiod unterschied in der Theogonie die folgenden Zeitalter:
- Goldenes Zeitalter
- Silbernes Zeitalter
- Ehernes oder Erzenes Zeitalter
- Eisernes Zeitalter

Buddhistisch mythologisches Verständnis

Goldenes Zeitalter In ähnlicher Weise kennt die buddhistisch mythologische Zeitrechnung diese Zeitalter:
- Goldenes Zeitalter
- Silbernes Zeitalter
- Bronzenes oder Kupfernes Zeitalter
- Eisernes Zeitalter Gemäß der buddhistsich-mythologischen Überlieferung degeneriert ein Zeitalter nach dem Erscheinen eines lehrenden Buddhas schrittweise. Nach einem als golden, silbern und kupfern bezeichneten Zeitalter befinden wir uns heute im sogenannten "eisernen Zeitalter" (Sanskrit: Kaliyuga) in der die äußere Welt, als auch die geistige Verfassung der Wesen sehr stark von den drei Wurzel-Geistesgiften Haß, Gier und Verwirrung betroffen sind. Nach der buddhistischen Kosmologie bezeichnet ein "Eisernes Zeitalter" die vierte und letzte größere Zeitperiode innerhalb eines Zeitabschnitts von ca. 3000 Jahren, nach der Geburt eines Buddhas bis zum Erscheinen eines neuen Buddhas. Ein "eisernes Zeitalter" ist daher in stärkerem Maße von Krieg und weitverbreitetem Leid betroffen als die vorausgegangenen Zeitalter es waren. Es wird auch als das Zeitalter des Niedergangs bezeichnet. In einem solchen Zeitalter haben nur noch wenige Wesen die Fähigkeit Meditation zur geistigen Entwicklung auszuüben und bedürfen sehr kraftvoller Methoden, um den Geist zur vollen Erleuchtung zu führen. Am Ende eines eisernen Zeitalters erscheint nach der Überlieferung ein neuer Buddha, der erneut erleuchtete Lehren verkündet, worauf ein neues goldenes Zeitalter anbricht. In einem goldenen Zeitalter finden die Wesen leicht Zugang zu spiritueller Praxis und der Geist der Wesen ist nur wenig durch Geistesgifte verschleiert. In diesem Äon (Sanskrit: Kalpa) werden nach der Legende 1000 Buddhas erscheinen, die das "Rad der Lehre" erneut in Bewegung setzten. Nach der buddhistischen Überlieferung war Buddha Shakyamuni (
- 563 v. Chr.) der 4. Buddha der in diesem Äon erschienen ist. Vorzeitige Buddhas waren Kashyapa (3.Jt.v.Chr.?), Kanakamuni (6.Jt.v.Chr?) und Dipamkara (9 Jt.v.Chr.?) Das Erscheinen des fünften Buddhas mit Namen Maitreya ist für wenige Jahrhunderte (2440?) vorhergesagt. Der letzte von 1000 Buddhas dieses Äons wird am Ende einer unfaßbar langen Zeitspanne den Namen Möpa (Vollendung) tragen. Damit schließt sich nach der Überlieferung der glückliche Zeitzyklus dieses Äons und die Welt, wie wir sie kennen, wird vernichtet werden.

Siehe auch


- Buddha
- Buddhismus
- Kashyapa
- Kanakamuni
- Dipamkara

Literatur


- Swami Sri Yukteswar, Die Heilige Wissenschaft, broschiert ISBN 3502626707, gebunden ISBN 0876120575

Weblinks


- [http://www.yugaproject.org/ The Yuga Project] Bündelt historische und astronomische Untersuchungen zu den Zeitaltern oder Yugas wie durch Sri Yukteswar in Die Heilige Wissenschaft dargelegt.
- [http://www.thegreatyear.com/ The Great Year] Material mit wissenschaftlichen Thesen zur möglichen Existenz der Zeitalter.
- [http://www.binaryresearchinstitute.org/index.shtml The Binary Research Institute] Thesen zur Existenz eine Zwillingssterns unseres Sonnensystems, evtl. verantwortlich für die Zyklen der Zeitalter.
- [http://www.siriusresearchgroup.com/index.shtml The Sirius Research Group] Thesen zur Begründung von Sirius als Zwillingssystem unseres Sonnensystems (auch deutsche Artikel).
- [http://www.geocities.com/Athens/Academy/5185/4-11index.html East-West, September 1932 Vol.4—11] siehe Artikel Astrological World Cycles von Tara Mata (Laurie Pratt)

Wikipedia-Links zum Themenkomplex Kalender und Zeit

Siehe auch: Azteken, Bhagavad_Gita, Buddha, Eckankar, Joachim von Fiore, Jainismus, Utopische_Literatur Kategorie:Zeitbegriff ! Kategorie:Hinduismus Kategorie:Griechische Mythologie Kategorie:Buddhismus

Kronos

Kronos ist in der griechischen Mythologie (römische Entsprechung: Saturn) der jüngste Sohn der Gaia und des Uranos (römisch: Uranus) und einer der Titanen. Sein Name gleicht dem griechischen Wort für Zeit (Chronos), es ist, entgegen der weitverbereiteten Meinung, jedoch unwahrscheinlich, dass er als Gott der Zeit galt. Da dem Uranos seine Kinder so verhasst waren, dass er sie – die Kyklopen und Hekatoncheiren – in den Tartaros verbannte, brachte Gaia ihre weiteren Kinder – die Titanen – im Geheimen zur Welt. Sie stiftete schließlich Kronos an, den Vater mit einer Sichel zu entmannen, und Kronos wurde damit zum Herrscher der Welt und Begründer des Goldenen Zeitalters. Nach den Berichten Hesiods wurde Kronos von seiner Schwester Rhea zum Gatten genommen. Aus Angst selbst entmachtet zu werden, fraß er jedoch alle Kinder, die aus dieser Verbindung entstanden: Hestia, Demeter, Hera, Hades und Poseidon. Den jüngsten Sohn jedoch, Zeus, versteckte Rhea auf Anraten von Gaia und Uranos in einer Höhle des Berges Aigaion auf Kreta, während sie dem Kronos einen in eine Windel gewickelten Stein ("Bätylos" genannt) überreichte, den dieser verschlang ohne den Betrug zu bemerken, so dass Zeus ungestört heranwachsen konnte. Die Orphiker erzählten, dass Kronos, eines Tages von dem damals aus den Eichen fließenden Honig berauscht dalag und so von Zeus gefesselt werden konnte. Anschließend brachte dieser ihn auf die Insel der Seligen, die Elysischen Gefilden, die am Rande des Erdkreises liegen, wo Kronos bis heute weile und das Goldene Zeitalter anhalte, während dieses nun mit seiner Entmannung für den Rest der bekannten Welt sein Ende gefunden hatte. Nach einer anderen Erzählung war Metis, die erste Gattin des Zeus, diesem bei der Entmachtung des Vaters behilflich, indem sie ihm den Trank reichte, der Kronos betäubte und ihn schließlich dazu zwang, alle zuvor verschlungenen Kinder wieder von sich zu geben. Dem Kronos entspricht in der römischen Mythologie der Saturnus. Sein Altar stand in Rom am Fuß des Kapitols. Sein Fest waren die Saturnalien. Siehe auch: Portal:Mythologie Weltzeitalter - Chronik - Chronologie - Chronometer - Kairos
Ferner zur Wanderung des Kronos-Zeus-Mythos: Der Wolf und die sieben jungen Geißlein

Literatur


- Michael Grant und John Hazel: Lexikon der antiken Mythen und Gestalten. dtv München 1980, ISBN 3-423-32508-9
- Karl Kerényi: Die Mythologie der Griechen. Die Götter- und Menschheitsgeschichten. dtv München 1992, ISBN 3-423-30030-2
- Knaurs Lexikon der Mythologie, Droemer Knaur Verlag, München, ISBN 3-8289-4154-0

Weblinks


- [http://www.sungaya.de/schwarz/griechen/kronos.htm Das schwarze Netz - Kronos]
- [http://www.mythologica.de/kronos.htm Mythologica - Kronos]
- [http://www.uni-weimar.de/architektur/dsm/Grundstudium/D+G/1.Entwurf2001/Chronisten.html Uni-Weimar - Chronisten]
- [http://www.griechische-antike.de/gott-goetter-helden.php/K/Kronos Griechische Antike und Mythologie - Kronos]
- [http://www.ceryx.de/extra/am_kronos.htm Antike Mythologie: Kronos] Kategorie:Griechische Gottheit ja:クロノス

Uranus

---Sidenote START---
Uranus ist der siebte Planet im Sonnensystem. Er wird zu den jupiterähnlichen (iovianischen) Planeten gerechnet. Uranus wurde 1781 von Wilhelm Herschel als Planet entdeckt, allerdings war er schon lange vorher beobachtet worden. Das Zeichen des Uranus ist entweder ähnlich dem des Mars (Männlichkeitssymbol: Kreis mit Pfeil), nur, dass der Pfeil senkrecht nach oben schaut, oder aber anstatt Pfeilspitze ein H nach seinem Entdecker.

Umlaufbahn

Uranus läuft auf einer annähernd kreisförmigen Umlaufbahn mit einer Exzentrizität von 0,0457 um die Sonne. Sein sonnennächster Punkt, das Perihel, liegt bei 18,324 AE und sein sonnenfernster Punkt, das Aphel, bei 20,078 AE. Seine Umlaufbahn ist mit 0,772° nur sehr leicht gegen die Ekliptik geneigt. Für einen Umlauf um die Sonne benötigt Uranus zirka 84 Jahre.

Aufbau

Uranus hat einen Durchmesser von 51118 km und eine für Gasplaneten typisch niedrige Dichte von 1,27 g/cm3. Er rotiert in 17 h 14 m 24 s einmal um seine Achse, wobei er gegenläufig zu seinem Umlauf um die Sonne rotiert. Eine Besonderheit bei Uranus ist seine Achsenneigung von 97,77°. Die Folge dieser extremen Neigung ist, dass während eines Teils des Umlaufs ein Pol ständig der Sonne zugewandt ist, während der andere ständig von der Sonne abgewandt ist. Damit entspricht ein Uranus-Tag der Länge eines Uranus-Jahres, die thermischen Pole im Sinne der Erde sind zwei diametrale Punkte auf dem Äquator. Die Ursache der starken Achsenneigung ist unbekannt. Eine mögliche Ursache könnte eine Kollision mit einem großen Protoplaneten während der Entstehungsphase sein. Während des Vorbeiflugs von Voyager 2 waren die Wolkenbänder sehr schwach ausgeprägt. Neuere Aufnahmen des Hubble-Teleskops zeigen viel stärker ausgeprägtere Bänder. Als Voyager 2 am Uranus vorbeiflog, zeigte sein Südpol fast genau in Richtung der Sonne. 2007 wird die Verbindungslinie zur Sonne senkrecht zu seiner Achse stehen. Auch das Magnetfeld von Uranus ist ungewöhnlich. Sein Ursprung ist nicht im Zentrum des Planeten und es ist um fast 60° gegenüber der Achse geneigt. Vermutlich wird es durch Bewegungen in nicht allzu großer Tiefe erzeugt. Neptun hat ein ähnlich verschobenes Magnetfeld, was darauf hindeutet, dass es nichts mit der großen Achsenneigung von Uranus zu tun hat. Die Magnetosphäre hinter dem Planeten ist durch die Rotation korkenzieherartig verwirbelt. Es wird vermutet, dass ionisiertes Wasser die Quelle des Magnetfelds ist. Die hellblaue Farbe von Uranus entsteht durch die Absorption von rotem Licht durch seine Methan-Atmosphäre. Darunter besteht Uranus hauptsächlich aus Gestein und Wasser, mit nur etwa 15% Wasserstoff und wenig Helium (im Gegensatz zu Jupiter und Saturn, die zum größten Teil aus Wasserstoff bestehen). Uranus und Neptun ähneln dem Kern von Jupiter und Saturn, nur ohne die massive Hülle aus flüssigem metallischem Wasserstoff. Man vermutet, dass seine Materie einigermaßen gleichmäßig verteilt ist, das heißt Uranus besteht aus einem großen Ozean aus Wasser und geschmolzenem Gestein. Uranus ist nach Jupiter und Saturn der drittgrößte Planet des Sonnensystems. Uranus hat ein schwaches Ringsystem, das aus dunklen Brocken bis zu 10 Metern Durchmesser besteht. Derzeit sind elf Ringe bekannt, der hellste wird Epsilon-Ring genannt.

Monde

Neptun Übersicht aller Uranusmonde: Liste der Uranusmonde Es sind derzeit 27 Uranus-Monde zwischen 10 und 1600 km Durchmesser bekannt. Die beiden ersten wurden von Wilhelm Herschel 1787 entdeckt und von seinem Sohn John Herschel nach Figuren aus Shakespeares Sommernachtstraum Titania und Oberon benannt. Zwei weitere Monde, die William Lassell 1851 entdeckte, wurden Ariel und Umbriel getauft. Gerard Kuiper entdeckte 1948 den Mond Miranda. Alle Monde von Uranus wurden nach Figuren von Shakespeare oder Alexander Pope benannt. Durch den Vorbeiflug der Raumsonde Voyager 2 im Januar 1986 wurden 10 weitere Monde entdeckt, wobei einer bis heute nicht offiziell bestätigt wurde. Seitdem wurden weitere Monde durch Teleskope entdeckt.

Erforschung

Der Uranus ist bei guten Bedingungen mit bloßem Auge sichtbar, allerdings entspricht seine Helligkeit nur den schwächsten gerade noch erkennbaren Sternen - im Gegensatz zu den weiter innen liegenden Planeten bis Saturn, die alle zu den auffälligsten Objekten am Himmel zählen. Daher blieb dem Westen der Uranus bis zur Neuzeit als Planet unbekannt. Die Polynesier aber kannten ihn und hatten einen eigenen Namen für ihn. Sir Friedrich Wilhelm Herschel entdeckte Uranus am 13. März 1781 mit einem selbst entwickelten Teleskop von seinem Garten in der englischen Stadt Bath aus. Der Planet fügte sich genau in die von dem deutschen Astronomen Johann Elert Bode veröffentlichte Titius-Bode-Reihe der Umlaufbahnradien. Auf Herschel deutet die Initiale H im astronomischen Symbol von Uranus hin. Von den Planeten, die nicht schon in der Antike bekannt waren, wurde Uranus als erster entdeckt. Herschel selbst benannte den Planeten zu Ehren des englischen Königs Georg III. Georgium Sidus (Georgs Stern). In Frankreich dagegen nannten ihn die Astronomen Herschel, bis Bode vorschlug, ihn nach dem griechischen Gott Uranos zu benennen. Der Name setzte sich allerdings erst gegen 1850 durch. Uranus war schon zuvor beobachtet und katalogisiert worden, zuerst 1690 von John Flamsteed, jedoch nicht als Planet erkannt. Die Abweichung der beobachteten Positionen des Uranus von den berechneten führten zur gezielten Suche nach Neptun.

Wetter

Auf dem Uranus halten sich häufig monatelang Wirbelstürme, wie Bilder des Keck-Teleskops auf Hawaii zeigten. Diese damit aufgenommenen Bilder zeigten bislang den besten Einblick in das rätselhafte Wettergeschehen des Planeten. In der nördlichen Hemisphäre des Uranus entdeckten Forscher der Universität von Wisconsin in Madison eine rund 29.000 Kilometer lange Wolkenformation. Sie war die größte ihrer Art, die auf Uranus je beobachtet wurde, hatte sich aber nach einem Monat komplett wieder aufgelöst. Langlebiger hingegen sei ein großer Sturm in der südlichen Hemisphäre. Seit mehreren Jahren bewegt er sich über fünf Breitengrade hinweg auf und ab. Eine Erklärung für dieses Phänomen haben die Wissenschaftler noch nicht.

Sichtbarkeit

Hauptartikel: Uranuspositionen bis 2021 In der folgenden Tabelle sind die Sichtbarkeiten des Uranus für die Jahre 2004 bis 2006 angegeben. Neben dem Datum der Opposition ist jeweils auch die scheinbare Helligkeit, der Abstand zur Erde und der Winkeldurchmesser des Saturn bei der Opposition angegeben.

Weblinks


- [http://www.ifa.hawaii.edu/~sheppard/satellites/urasatdata.html Aktuelle Liste der Uranusmonde]

Videos


- Real Video (Aus der Fernsehsendung Alpha Centauri):
  - [http://www.br-online.de/cgi-bin/ravi?v=alpha/centauri/v/&f=010415.rm&g2=1 Warum liegt der Uranus schief?]
- [http://www.gecdsb.on.ca/d&g/astro/movies/discover-ur.avi Uranus Entdeckung] (Englisch)
- [http://hubblesite.org/newscenter/newsdesk/archive/releases/1999/11/ Hubble-Video zur Dynamik von Ring, Monden und Atmosphäre] (Englisch) Kategorie:Uranus (Planet) ja:天王星 ko:천왕성 ms:Uranus simple:Uranus (planet) th:ดาวยูเรนัส

Gaia (Mythologie)

Gaia (grch. Name: gaia, bzw. auch ), in der griechischen Mythologie die Erde in Göttergestalt, die gleichzeitig mit den Göttern Tartaros, Nyx und Erebos aus dem Chaos entstand. Sie war die Mutter des Uranos, mit dem sie den Okeanos, die Titanen und die Kyklopen zeugte. Uranos verbarg diese Kinder sofort tief in der Erde, dies erboste Gaia und sie stiftete Kronos, einen der Titanen, zum Umsturz an. Kronos entmannte auf ihren Rat seinen Vater mit einem sichelförmigen Gerät, als dieser sich voll Verlangen Gaia nahte. Aus dem Blut erschuf Gaia die Giganten, die Erinnyen und die melischen Nymphen. Aus dem Samen im Geschlecht des Uranos, das ins Meer stürzte, entstand Aphrodite. Später bekam Gaia weitere Kinder mit Pontos (Meer), darunter Nereus, Keto, Phorkys. Als Zeus später den Kronos stürzte und mit den Titanen kämpfte, da sandte Gaia diesen den Typhoeus zur Hilfe. Sie musste sich ihm aber fügen und die Oberherrschaft des Zeus anerkennen. Die Göttin Gaia gilt als besonders deutliche Ausprägung des sog. Mutterarchetyps im Sinne der Analytischen Psychologie Carl Gustav Jungs. Siehe auch: Gaia-Hypothese von James Lovelock, Mutterarchetyp Portal:Mythologie -----

Übersicht (griechische Mythologie)

(Quellen sind nicht ganz eindeutig)
- Eltern/Ursprung:
  - Chaos (Mythologie)
- Geschwister:
  - Nyx, Erebos
- Kinder/Abkömlinge:
  - aus sich selbst: Uranos, Pontos, Ourea (=Gebirge)
  - mit Uranos: Titanen, Giganten, Kyklopen, Erinyen, Hekatoncheiren, Dryaden, Nymphen, Oreaden, Meliaden
  - mit Pontos: Nereus, Thaumas, Phorkys, Keto, Eurybia
  - mit Ladon: Daphne
  - mit Poseidon: Antaios
  - mit Hephaistos: Erichthonios
  - mit Tartaros: Typhon
  - sonstige: Python, Tityos, Pheme Siehe auch: Stammbaum der griechischen Götter und Helden Kategorie:Griechische Gottheit ja:ガイア

Theogonie

Bei der Theogonie (griechisch Θεογονία - die Göttergeburt / Gottgeburt) handelt es sich um ein Werk von Hesiod, in dem die Entstehung der Welt und der Götter geschildert wird. Neben der Odyssee und der Ilias von Homer ist die Theogonie die älteste uns bekannte Quelle der griechischen Mythologie. Zuerst war das Chaos, aus dem dann die Nacht und das Totenreich und dann Gaia, die Erde, und weiterhin aus einer Kette von Geburten und Umstürzen die olympischen Götter der Hellenen hervorgehen. Der Hintergrund der ältesten Teile der Theogonie, die von einem Protagonisten der Zeusreligion erstellt wurde, ist, wie bei des Genesis des Alten Testamentes die Erklärung der Entwicklung der (religiösen) Welt gegenüber den aktuellen Gläubigen. Dabei wird stets bis an den Anfang der Schöpfung zurückgegangen um die Religion in einen "ewigen" Kontext zu stellen. Dabei wird das Modell, dass Ackerbauerngötter durch ihre Söhne abgelöst (entmachtet) werden auf die Prä-Ackerbauzeit die nur undeutlich angesprochen wird übertragen. Bei Hesiod zeichnen sich in Anlehnung an die tatsächliche Abfolge in Griechenland drei bis vier Göttergenerationen ab. Die erste Generation, Gaia oder Gea und Uranos meint offensichtlich den Himmel vor der Einführung des Ackerbaus. Dessen erster Gott war Kronos, der Vater des Zeus, der den Uranos entmannt. Dieser hat 12 Kinder die vermutlich aber in die älteren und jüngeren Giganten aufzuteilen sind. Uranos war wohl nur der Vater der jüngeren während der Name seines Vaters (einer Göttegeneration) verloren ging. Kronos verschlingt seine Kinder, eine Metapher für Menschenopfer, ggf. sogar omophagischer Art. Er wird vom weniger archaischen (Abschaffung des Menschopfers im Helladukum) Zeus abgelöst, der seinerseits kurz vor seiner Ablösung durch Apoll stand, als das Christentum den gesamten Polytheismus auflöste. Die per saldo guten Götter haben jedoch so ziemlich alle (schlechten) menschlichen Eigenschaften. Schon Xenophanes klagt Homer und Hesiod an: :"Alles haben Homer und Hesiod den Göttern angehängt, :was bei Menschen Schimpf und Schande ist: :Stehlen, Ehebrechen und sich gegenseitig betrügen!"

Weblinks


- [http://gutenberg.spiegel.de/hesiod/theogon/theogon.htm Die Übersetzung von Johann Heinrich Voß auf Projekt Gutenberg-DE]
- [http://www.symbolon.de/downtxt/hesio_th.htm Eine Quelle für die Übersetzung der Theogonie ins Deutsche] Kategorie:Griechische Mythologie Kategorie:Literarisches Werk ja:神統記

Ovid

Publius Ovidius Naso, kurz Ovid [] (
- 20. März 43 v. Chr. in Sulmo, † 17 n. Chr. oder später in Tomis) war ein römischer Dichter.

Leben

In Tristia IV 10 gibt Ovid den Ort und das Datum seiner Geburt an: den 20. März 43 v. Chr. in Sulmo (heute Sulmona, Mittelitalien). Sein Vater war ein wohlhabender Angehöriger des Ritterstandes und wollte, dass Ovid und sein Bruder die Ämterlaufbahn einschlugen. Ovid folgte diesem Wunsch auch zunächst, brach diese Laufbahn aber bald ab und wandte sich der Dichtung zu. Weil man aber in dieser Zeit nicht von der Dichtkunst leben konnte, legte auch Ovid sich einen Geldgeber zu, einen sogennanten Mäzen. Ovids Mäzen hieß Messalla Corvinus. Im Herbst des Jahres 8 n. Chr hielt sich Ovid gerade auf der Insel Elba auf, als ihn der Beschluss des Kaisers Augustus erreichte, dass er nach Tomis (heute Constanţa) am Schwarzen Meer verbannt wurde. Weder ein Gerichtsverfahren noch ein Beschluss des Senats legitimierte diese Verbannung, wie Ovid später schreibt. Die Verbannung, die über Ovid verhängt wurde, war eine mildere Form, eine relegatio (im Gegensatz zur aquae et ignis interdictio, die eine Erklärung für vogelfrei bedeutete). Ovid gibt selbst an, dass die Ursache für seine Verbannung carmen et error gewesen seien, ein Gedicht und ein Irrtum. Mit dem Gedicht ist sicher die Ars amatoria gemeint, die dem sittenstrengen Augustus, dem viel an der Wiederherstellung der traditionell-römischen Begriffe von Ehe und Familie lag, ein Dorn im Auge war. Wichtiger muss aber der Irrtum gewesen sein, da die Ars amatoria zum Zeitpunkt der Verbannung bereits einige Jahre alt war. Ovid deutet in seinen Tristien einen weiteren Grund nur an: Er habe etwas gesehen, was er nicht habe sehen dürfen. Was genau das war, konnte bis heute aber niemand ergründen. Es wird in der Forschung zumeist vermutet, dass er Mitwisser in der Ehebruchsaffäre von Augustus' Enkelin Julia war. Ovid versuchte viele Jahre lang, den Kaiser zu erweichen und seine Rückberufung zu erreichen, indem er seine Exildichtung nach Rom sandte. Doch sein Bestreben blieb zeitlebens ohne Erfolg. Als Augustus starb, berief auch dessen Nachfolger Tiberius Ovid nicht zurück. Über Ovids Tod ist nichts bekannt. Da man in seinen Dichtungen aber keine Anspielungen auf Ereignisse nach dem Jahr 17 n. Chr. mehr findet, nimmt man an, dass er kurz darauf verstorben ist.

Werke


- Amores (Liebesgedichte)
- Heroides (fiktive Briefe mythischer Heldinnen) :In diesen fiktiven Briefen beklagen 18 berühmte Heroinen des antiken Mythos die Treulosigkeit ihrer Ehemänner/Liebhaber und versuchen sie zur Rückkehr zu bewegen (in drei Fällen gibt es auch Antworten). Die Heroides zeigen Ovids tiefes Verständnis für die weibliche Psyche und seinen spielerischen Umgang mit dem unerschöpflichen Thema Liebe.
- Ars amatoria (Liebeskunst, Lehrgedicht über die Liebe)
- Remedia amoris (Gegenmittel gegen die Liebe)
- Metamorphosen (Verwandlungsgeschichten aus der antiken Sagenwelt, darin Das Goldene Zeitalter, Lykische Bauern, Battus und Narziss und Echo)
- Fasti (römischer Festtagskalender in Gedichtform; verschiedene Feste der Römischen Kultur werden darin beschrieben und ihre Ursprünge genannt. Da Ovid für dieses Werk umfangreiches Material aus den Bibliotheken Roms benötigte, musste er es mit der Verbannung abbrechen. Es sind deshalb nur die Monate Januar bis Juni überliefert.) In der Verbannung:
- Tristia (Klagelieder)
- Epistulae ex Ponto (Briefe)

Spuren

Das Grab Ovids

Im 18. Jahrhundert soll Katharina II. das vergessene und unter Schlingkraut versteckte Grab des Ovid am Schwarzen Meer besucht haben. Sie gab die Anweisung, den Stein wieder aufzurichten und den Ort fortan zu ehren. Die Grabinschrift hatte sich Ovid (entweder ziemlich pathetisch oder, wie viele meinen, selbstironisch) selbst gegeben (in einem Brief an seine Frau; in Tristia 3.3.73-76): :Hic ego qui iaceo tenerorum lusor amorum :Ingenio perii, Naso poeta, meo. :At tibi qui transis, ne sit grave quisquis amasti, :Dicere: Nasonis molliter ossa cubent. zu deutsch: : Ich, der ich hier liege, Naso, der Dichter, Spieler zärtlicher Liebesgeschichten, bin an meinem eigenen Talent zugrunde gegangen. Aber für dich, der du vorbeigehst, wenn du je geliebt hast, soll es dir nicht schwer fallen zu sagen: Mögen die Gebeine des Naso weich ruhen! (Da der lateinische Name Ovidius nicht in das Versmaß des elegischen Distichons passt, nannte er sich in seinen Gedichten immer mit dem Gentilnamen Naso).

Sonstiges

In Rumänien gibt es noch heute den Vornamen „Ovidiu“.

Siehe auch


- Portal:Rom
- Themenliste Rom

Literatur


- Ulrich Schmitzer: Ovid. Olms, Hildesheim 2001 (Studienbücher Antike, 7) ISBN 3-487-11366-X
- Niklas Holzberg: Ovid. Dichter und Werk. Beck, München 1997, 2. Aufl. 1998. ISBN 3-406-41919-4
- Siegmar Döpp: Werke Ovids. Eine Einführung. dtv, München 1992. ISBN 3-423-04587-6
- G. Karl Galinsky: Ovid's Metamorphoses. An Introduction to the Basic Aspects. Univ. of California Press, Berkeley; Blackwell, Oxford 1975. ISBN 0-520-02848-1
- L. P. Wilkinson: Ovid Recalled. Cambridge Univ., Press, Cambridge 1955. Nachdruck Chivers, Bath 1974. ISBN 0-85997-052-3 Eine Zusammenstellung wissenschaftlicher Literatur zu Ovid und insbesondere zu den Metamorphosen findet sich in:
- Publius Ovidius Naso Metamorphosen (Sammlung Tusculum). Artemis & Winkler, 1996, ISBN 3-7608-1569-3

Weblinks


- [http://www.kirke.hu-berlin.de/ovid/start.html KIRKE - Ovid im WWW]
- [http://www.latein-pagina.de/iexplorer/ovids_metas.htm Ovid Metamorphosen - vollständiger lateinischer Text mit mehr als 1.800 Illustrationen]
- [http://www.gottwein.de/Lat/Lat.Lektuere.php#Ovid Deutscher Text der Metamorphosen (Vollständig)]
- [http://gutenberg.spiegel.de/ovid/metamor/metamor.htm Deutscher Text der Metamorphosen (unvollständig)] im Projekt Gutenberg-DE
- [http://www.thelatinlibrary.com/ovid.html Sämtliche Werke Ovids im lateinischen Original]
- [http://www.uvm.edu/~hag/ovid/index.html The Ovid Project]
- [http://12koerbe.de/pan/ovid-vos.htm Metamorphoses XV,60-478: Pythagoras, lat./dt.]
- [http://12koerbe.de/pan/hesiod-b.htm Fasti 5,183 ff: Chloris/ Flora in Botticellis Primavera, lat./dt.] Kategorie:Autor Kategorie:Antike (Literatur) Kategorie:Literatur (Latein) Kategorie:Lyrik Kategorie:Mann Kategorie:Geboren 43 v. Chr. Kategorie:Gestorben 18 ja:オウィディウス ko:오비디우스

Dekadenz

Dekadenz (v. frz.: décadence; < lat.: de- ab, cadere fallen) meint einen kulturellen Niedergang mit typischen Entartungserscheinungen in Lebensgewohnheiten und -ansprüchen ("Verlust der guten Sitten"). Der Begriff setzt voraus, dass ein besserer Zustand sich in einen schlechteren verkehrt hat. Der Begriff gehörte ursprünglich einer biologistischen Weltsicht an, die die Existenz von Menschen, Institutionen und Staatsgebilden als einem natürlichen Werde- und Untergangsprozess unterworfen betrachtet. Die ursprünglich zum Aufstieg der Familie, des Staates, der Institution führenden Eigenschaften entarten zwangsläufig einmal ins Feine, Sensible, kurz: 'Degenerierte'. Nicht zuletzt deshalb betrachtete Friedrich Nietzsche die bis ins feinste verästelten Melodieverläufe der Musik von Richard Wagner als Beweis für dessen dekadentes Wesen.

Dekadenz in der Geschichtsphilosophie

Dekadenz nach Kurt Lenk ein Plastikwort, wie Identität, Kommunikation, Information, und viele andere alltagssprachliche Begriffe. Sie werden zwar häufig gebraucht, besitzen aber keine Klarheit. Umso stärker ist ihre projektive und scheinbar erklärende Wirkung für beunruhigende gesellschaftliche Erscheinungen. Dabei ist Dekadenz ein zentraler Begriff in konservativen und faschistoiden Geschichtsbildern, dem so genannten zyklischen und kulturpessimistischen Geschichtsbild, von Universalhistorikern wie Polybios, Oswald Spengler, Niccolò Machiavelli, Georges Sorel, Friedrich Nietzsche, Henri Bergson und Helmut Schelsky. Nach Kurt Lenk haben eine Reihe „lebensphilosophisch orientierter Autoren“ wie „Oswald Spengler, Ernst Jünger, Gottfried Benn und andere Autoren der „Konservativen Revolution“ die „Attitüde eines faustisch-heroischen Menschen als die einzig angemessene Antwort auf eine zu Dekadenz und Untergang tendierende Welt begreifen wollen“. Alle vorgegebenen gesellschaftlichen Strukturen würden von diesen dabei als Schicksal bejaht. Kurt Lenk: „Zwar sind bei den einzelnen Autoren Ursachen, Symptome und Folgen der Dekadenz variantenreich beschrieben, doch gleichen sie sich in ihrer Dramaturgie. Stets geht es letztlich um eine Entscheidung zwischen Untergang oder Rettung durch irgendwelche heroische Taten.“ Im Zentrum der „faschismus-affinen Krisensemantik, für deren Beginn Sorel steht,“ befinde sich nach Lenk“das Syndrom Dekadenz-Apokalypse-Heroismus, dem die Idee einer Art „Wiedergeburt“ zugrunde“ liege. Siehe auch: Degeneration, Depravation, entartete Kunst, Goldenes Zeitalter, Fin de siècle, Verschwendung, Dekadenzdichtung

Literatur

Kurt Lenk: Das Problem der Dekadenz seit Georges Sorel. In: Heiko Kauffmann, Helmut Kellershohn, Jobst Paul (Hg.): Völkische Bande. Dekadenz und Wiedergeburt – Analysen rechter Ideologie. Münster, 2005. ISBN 3-89771-737-9 Kategorie:Soziologie

Reformation

Die Reformation (v. lat.: reformatio = Umgestaltung), ist eine Bewegung im Christentum des 16. Jahrhunderts, in deren Verlauf es zur Abspaltung von der römisch-katholischen Kirche und zur Entstehung der reformierten, lutherischen und anglikanischen Kirchen sowie einiger Freikirchen kam. Die gemeinsame Grundlage sehen die ersten beiden Strömungen in der Rückbesinnung auf die Bibel und der Abkehr von bestimmten Auswüchsen der katholischen Kirche. Eine Trennung von der Römisch-Katholischen Kirche war zunächst nicht die Absicht der Reformatoren. Die re-Formation ("Wieder-Formierung") sollte die ursprüngliche christliche Lehre in der katholischen Kirche wiederherstellen.

Ausgangssituation

Die Reformation entstand nicht an einem Ort durch einen Menschen - es gab verschiedene Zentren und verschiedene Reformatoren, die von unterschiedlichen Voraussetzungen her kamen und in unterschiedlichen politischen Verhältnissen arbeiteten. Eine Vielzahl von Faktoren bereitete zu Beginn des 16. Jahrhunderts den Nährboden für die Reformation
- Deutschland war kein Zentralstaat wie z.B. Frankreich oder England. Es existierten viele geistliche und weltliche Fürstentümer unterschiedlichster Größe. Die Kurfürsten wählten den Kaiser. Daneben stellten die Reichsstände wesentliche Machtfaktoren dar. Deren Versammlung, der Reichstag sollte im Zuge der Reformation immer wieder eine wichtige Rolle spielen.
- Deutscher Kaiser war Karl V. Seine Verpflichtungen in Spanien, Italien, den Niederlanden und Burgund und seine Kriege mit Frankreich führten nicht selten zu seiner Abwesenheit vom Deutschen Reich und beanspruchten seine volle Aufmerksamkeit.
- In Folge der Konzile von Pisa und Konstanz war das Schisma der abendländischen Kirche beendet worden. Obwohl die Lehren John Wyclifs und Jan Hus' verworfen wurden, kam es durch die Konzile zur Aufstellung umfangreicher Reformprogramme. In der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts konnte der Papst seine Position gegenüber dem Konziliarismus ausbauen. Bestehende Reformbeschlüsse wurden abgeschwächt.
- Verschiedene Steuern, Gebühren und Abgaben flossen in die päpstlichen Kassen. Diese wurden von vielen Fürsten als zu hoch empfunden. Die Praxis des Ablasshandels stand zunehmend in der Kritik.
- Das Erscheinen der Frühreformatoren im Mittelalter: z.B. Jan Hus, John Wyclif, Petrus Waldes
- Die Philosophie der Renaissance: Erasmus von Rotterdam, die Vorstellung Wilhelm von Ockhams zur Trennung von Kirche und Staat.
- Die Übersetzung der Bibel ins Deutsche durch Martin Luther.
- Das seit Johannes Gutenberg wachsende Buchdruckerhandwerk begünstigte die Verbreitung neuer Ideen. Die Auseinandersetzung mit den bestehenden Strukturen hatte dabei zunächst den Charakter eines wissenschaftlichen Disputes der Theologischen Fakultäten; die Disputationen der mittelalterlichen Universitäten trugen wesentlich zur Differenzierung, Festigung und Ausbreitung der reformatorischen Gedanken bei. Schnell wurden auch die Möglichkeiten des Buchdruckes genutzt. Viele Reformatoren veröffentlichten Streitschriften in hoher Auflage. Lucas Cranach der Ältere illustrierte meisterhaft die Streitschriften Luthers und Philipp Melanchthons.

Der lutherische Ansatz

Der Augustinermönch Martin Luther litt und rang damit, sich Gottes Gnade durch eigene Anstrengungen verdienen zu müssen, bis er im Bibelstudium Römer 3, 28 entdeckte: So halten wir nun dafür, daß der Mensch gerecht wird ohne des Gesetzes Werke, allein durch den Glauben. Die oft in den Vordergrund gerückten Mißstände der Römisch-Katholischen Kirche waren für Luther nicht der Auslöser der Reformation. Sein Problem war allein theologischer Natur. Seine Verwerfung des sich in Deutschland durch den Prediger Tetzel verbreitenden Ablasshandels und vieler anderer Traditionen der Kirche war die für ihn notwendige Folge seiner Auslegung der bereits von Paulus diskutierten Gerechtigkeit allein aus Glauben (Römer 1, 17: Denn im Evangelium wird die Gerechtigkeit Gottes offenbart aus Glauben zum Glauben, wie es in der Schrift heißt: Der aus Glauben Gerechte wird leben.)

Grundgedanken

Die wesentlichen Punkte der Reformation, die auch heute noch gemeinsamer Nenner der protestantischen Kirchen sind, werden oft mit dem vierfachen "allein ..." ausgedrückt:
- sola scriptura - allein die Schrift ist die Grundlage des christlichen Glaubens, nicht die Tradition
- solus Christus - allein Christus, nicht die Kirche, hat Autorität über Gläubige
- sola gratia - allein durch die Gnade Gottes wird der Mensch errettet, nicht durch eigenes Tun
- sola fide - allein durch den Glauben wird der Mensch gerechtfertigt, nicht durch gute Werke

Bibelübersetzungen

Luthers Bibelübersetzung war ebenfalls grundlegend und neu. Die zu seiner Zeit verbreiteten Bibelübersetzungen fußten auf der Vulgata, der von Hieronymus geschaffenen lateinischen Bibel, die ihrerseits auf der griechischen Septuaginta beruhte (Altes Testament). Die ursprünglich hebräischen und aramäischen Texte des Alten Testamentes hatten also mindestens drei Übersetzungsvorgänge, die des Neuen Testamentes zwei hinter sich, bevor sie in Deutscher Sprache zu lesen waren. Luther bemühte sich um direktere Übersetzungen aus dem Hebräischen bzw. Griechischen. Dabei bediente er sich einer volkstümlichen und verständlichen Sprache, die für lange Zeit zum Maßstab deutscher Bibelübersetzungen wurde.

Kritik an bestehenden Traditionen

Dabei gibt es zwei Ansätze:
- Luther unterzog die Traditionen der Kirche einer strengen Überprüfung. Messlatte war der Text der Bibel. Traditionen, die nach seiner Meinung der Schrift zuwider liefen, wurden abgeschafft. Er trat aber dafür ein, Traditionen, die nicht direkt auf der Bibel fußten, aber hilfreich für das Leben der Gläubigen waren, beizubehalten. So sprach sich Luther aus didaktischen Gründen gegen ein Bilderverbot in der Kirche aus.
- Ulrich Zwingli und Johannes Calvin lehnten alle Traditionen ab, die nicht in der Bibel begründet sind. Daher haben die reformierten Kirchen nüchterne Gotteshäuser, die höchstens mit Bibelsprüchen dekoriert sind; die Kirchenstruktur ist synodal, presbyterianisch oder kongregationalistisch strukturiert (ohne Bischof), Zwingli lehnte zeitweilig sogar Instrumentalmusik in der Kirche ab. Das Abendmahl ist eine Gedenkfeier. Beiden Richtungen gemeinsam war die massive Kritik am Papsttum. Zugrunde liegt wieder ein theologisches Problem. Die Sonderstellung des römischen Bischofs wird traditionell begründet mit Matthäus 16,18 (Ich aber sage dir: Du bist Petrus und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen und die Mächte der Unterwelt werden sie nicht überwältigen.) Christus bezeichnet Petrus als Fundament der Kirche. Petrus wird später Bischof von Rom. Das wird als Einsetzung des Papstes durch Christus ausgelegt. Dieser wiederum hat stellvertretend für Christus die Vollmacht, weitere Priester zu ernennen. Dem stellt Luther Matthäus 18,19 gegenüber, wo die Gemeinde Christi als Versammlung von mindestens zwei Menschen unter dem Namen Christi definiert wird. In Verbindung mit Kapitel 12 des 1. Korintherbrief wird die Vorstellung vom Laienpriestertum entwickelt. Der Pfarrer ist dann nicht mehr Nachfolger des von Christus eingesetzten Petrus, sondern das Glied der Gemeinde, das es am besten versteht, die Aufgaben des Pfarrers, wie Predigt und Seelsorge, wahrzunehmen. Dieses Gemeindemitglied hat seine Sonderstellung nicht aufgrund seiner Weihe sondern aufgrund seiner Ausbildung.

Neue Gottesdienstordnungen

Verschiedene Reformatoren (Thomas Müntzer mit der ersten deutschsprachigen Gottesdienstordnung 1523, auch Karlstadt oder Luther) bemühten sich um die Schaffung von Gottesdienstordnungen in der Landessprache. Diese ersetzten in den protestantischen Gebieten zunehmend die Liturgie der lateinischen Messe. Im Zentrum dieser Ordnungen standen Schriftlesung und Predigt (Wortgottesdienst). Die deutsche Bibelübersetzung ermöglichte es jedem Gemeindemitglied, die Auslegung des Pfarrers (Predigt) mit dem Wort der Bibel zu vergleichen.

Unmittelbare politische Entwicklungen

Die Grundlagen der Reformation waren im Gegensatz zu späteren Interpretationen nicht die politischen und sozialen Missstände der Kirche. Diese waren lediglich der Nährboden für die neuen theologischen Gedanken der Reformatoren. Luther versuchte zuerst ein theologisches Problem zu lösen. Die protestantischen Reichsfürsten hingegen versuchten mit der Reformation einige ihrer politischen Probleme mit Kaiser und Papst zu lösen. Zum theologischen Ringen um die richtige Auslegung der Bibel traten auch bald politische Aspekte hinzu. Die neuen Gedanken gaben den Reichsfürsten eine theologische Begründung, die von Rom auferlegte Abgabenlast reduzieren zu können. Das Entstehen der protestantischen Landeskirchen stärkte ebenfalls die Autonomie der Fürstentümer. Bedeutende protestantische Territorien im Deutschen Reich waren Hessen, die Pfalz, Sachsen und Württemberg. Es kam in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts zu verschiedenen Kriegen zwischen Katholiken und Protestanten innerhalb von Deutschland und der Schweiz, die in Deutschland 1555 mit dem Augsburger Religionsfrieden und in der Schweiz 1531 mit dem 2. Landfrieden von Kappel endeten. Bei beiden kam es auf "cuius regio, eius religio" (wessen Land, dessen Glaube) heraus. In Deutschland bestimmte der jeweilige Fürst die Konfession seines Landes, in den Schweizer Kantonen die jeweiligen republikanischen Regierungen.

Die radikalen Ansätze

Für radikale Reformatoren wie Thomas Müntzer, Andreas Bodenstein von Karlstadt, Menno Simons oder Jakob Hutter stand die Zeit unter apokalyptischen Vorzeichen. Sie deuteten die Ereignisse spiritualistisch und sahen ihre Aufgabe darin, dem in ihren Augen real hereinbrechenden Reich Gottes als einer endzeitlichen Herrschaft der Gerechtigkeit die Bahn zu ebnen. Sie suchten enthusiastisch die Schaffung endzeitlicher Strukturen. Die Gemeinden sollten aus, in wahrhaftigem Glauben, Getauften bestehen (Täufer), sie wirkten bis in die politischen Strukturen hinein und kehrten die sozialen und politischen Verhältnisse teilweise revolutionär um (Deutscher Bauernkrieg). Dies stieß nicht nur auf Seiten der sozialen Oberschicht und der katholischen Kirche auf heftigen Widerstand. Auch die Protestanten mit Luther an der Spitze riefen zur gewaltsamen Beendigung der Unruhen auf. Mit Waffengewalt bereiteten die fürstlichen Truppen den Aufständen ein Ende - die Täufer fanden erst als Auswanderer in Amerika religiöse Freiheit (Puritaner).

Die Reformation in England

Die Reformation in England wurde vor allem aus politischen Gründen ausgelöst. Allerdings hatten Theologen auch aus eigenen Gründen die Schriften und das Wirken von Martin Luther, Johannes Calvin, und Ulrich Zwingli mit Interesse verfolgt, und es kam vielen von ihnen nicht ungelegen, dass sich nun mehr die Gelegenheit bot, bestimmte Prinzipien, die vormals von Rom verboten waren, auch in England anwenden zu dürfen. So hatte es z.B. Versuche gegeben, die Bibel in englischer Sprache zu verbreiten (siehe John Wycliffe, William Tyndale). Diese endeten auch unter Heinrich VIII. mit der Hinrichtung des Übersetzers. Erst unter Edward VI. wurden größere Reformen (z.B. das erste Book of Common Prayer) eingeführt. Mit seinem Tod wurde England unter der "blutigen Maria" wieder gewaltsam zur römischen Lehre zurückgeführt, aber mit der Nachfolge von Elisabeth I. auf dem Thron wurde die Anglikanische Kirche endgültig in England etabliert. Siehe hierzu: Geschichte der Anglikanischen Kirche.

Reaktion der katholischen Kirche

Die katholische Kirche versuchte zuerst zu überzeugen, dann verlegte sie sich auf politischen und kirchlichen Druck. Luther musste fliehen und überlebte nur durch fürstlichen Schutz. Zwingli gelang es, den Rat von Zürich von der Richtigkeit seiner Lehre zu überzeugen. Die Ideen der Reformation breiteten sich wie ein Lauffeuer aus - die Bevölkerung strömte zum neuen Glauben, Reichsstädte und Fürsten gingen auf die Seite der Reformation über. Der damalige Kaiser Karl V. blieb katholisch, konnte sich jedoch nicht auf die Niederschlagung der Reformation konzentrieren, da ihn die Außenpolitik stark beanspruchte (Türkei, Frankreich). In der Folge leitete der von Ignatius von Loyola gegründete Orden der Jesuiten die Gegenreformation ein.

Ausbreitung in Europa

Um die Mitte des 16. Jahrhunderts kam eine zweite Generation von Reformatoren zum Zug. In Genf Calvin, in Zürich Heinrich Bullinger, der als Nachfolger von Ulrich Zwingli der Züricher Kirche vorstand. Deren Beitrag war es, die Reformation theologisch zu konsolidieren - Calvin mit seiner "Institutio", Bullinger mit dem "Zweiten Helvetischen Bekenntnis". Beide übten einen europaweiten Einfluss auf den Protestantismus aus. Aus ihren Lehren geht die Reformierte Kirche hervor. Theologisch wie auch politisch gipfelte die Reformation in den Bekenntnisschriften der protestantischen Kirchen:
- Augsburger Bekenntnis
- Konkordienformel
- Konkordienbuch
- Zweites Helvetisches Bekenntnis

Bedeutung und Folgen der Reformation

Die Reformation war einer der großen Wendepunkte in der Geschichte des Abendlandes. Für die Geschichte des Christentums bedeutete die Reformation den vorläufigen Höhepunkt einer Entwicklung, die von der beinahe vollständigen Allmacht der katholischen Kirche über die ab dem 13. Jahrhundert verstärkt formulierte Kritik an ihr (Averroismus, Jan Hus, John Wyclif,Wilhelm von Ockham) und die Bildung zahlreicher "häretischer" christlicher Glaubensgruppen bis hin zur endgültigen Spaltung der Christenheit führten. Die neu entstandenen Konfessionen konnten sich nach langem Ringen schließlich als gleichberechtigte Kirchen neben der katholischen etablieren. Da die neuen Konfessionen zu stark waren, um dauerhaft unterdrückt werden zu können, waren, obwohl es zahlreiche Rückschläge und sogar Religionskriege gab, beide Seiten auf Dauer zur religiösen Toleranz gezwungen. Die katholische Kirche verlor nicht nur in weiten Teilen Europas an Einfluss, sondern insbesondere auch ihr bis dahin beinahe unantastbares Deutungsmonopol für die Auslegung der Bibel. Die Reformation führte durch den Druck, der durch den schnellen Abfall ganzer Regionen vom Katholizismus verursacht wurde, auch auf katholischer Seite zu Reformen. Zwar wurde die christliche Religion durch die Reformation nicht grundlegend in Frage ges