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| Golf Von Aqaba |
Golf von AqabaDer Golf von Akaba (arab. Bahr al-'Aqaba), gelegentlich auch Golf von Elat, bildet die nordöstliche Bucht des Roten Meeres und trennt Arabien von der Halbinsel Sinai.
Die Anrainerstaaten des Golfs sind Ägypten, Israel, Jordanien (mit der Stadt Aqaba als Namensgeberin) sowie Saudi-Arabien.
Die Bucht ist ca. 175 km lang, an der breitesten Stelle misst sie 29 km.
Der Golf von Akaba gilt als Tauchparadies.
Kategorie:Meer
ja:アカバ湾
Elat
Elat (hebräisch: אילת), auch Eilat oder Elath, ist eine Stadt an der Südspitze Israels im Süden der Wüste Negev. Die Stadt ist der einzige Zugang Israels zum Roten Meer und damit zum Indischen Ozean. Die Länge des israelischen Küstenabschnitts beträgt nur knapp 12 Kilometer.
Geschichte
Die Vorläufersiedlungen Elats lagen wegen der besseren Wasserversorgung auf dem Gebiet der heutigen jordanischen Stadt Aqaba bzw. etwas südlich davon. In der Bibel wird neben Elat auch Ezion Geber in dieser Gegend erwähnt (5. Mose 2,8).
Bereits im 10. Jahrhundert v. Chr. besiedelt, wurde Elat unter anderem von König Salomo, von den Römern und Byzantinern als Hafen genutzt. In der Antike liefen vor allem Schiffe den Hafen an, die das Kupfer aus den nahen Minen von Timna abtransportierten.
1116 n. Chr. wurde die Stadt von Kreuzfahrern erobert. Im Jahr 1167 konnte Saladin Elat zurückerobern. Die Stadt verlor in der Folge stark an Bedeutung.
Erst 1949 wurde Elat von Israelis neu besiedelt; 1952 fiel die Entscheidung, einen Hafen zu bauen, der auch große Öltanker aufnehmen kann; um die Stadt zu fördern, erhielt sie den Status einer Entwicklungsstadt. Ab der Gründung der Stadt blockierte Ägypten weiter südlich die Meerenge von Tiran; erst nach dem Sinaifeldzug konnte der Hafen ab 1956 genutzt werden.
1956
Moderne Stadt
Elats Einwohnerzahl beträgt derzeit etwa 55000. Über Israels einzigen Hafen am Roten Meer werden v.a. Rohöl und Kraftfahrzeuge in großen Mengen eingeführt und weiter nach Norden transportiert. Die Stadt verfügt zudem über einen internationalen Flughafen.
Elat ist aufgrund des Meeres und der umgebenden Wüstenlandschaft ein beliebtes Tourismusziel. Auch das milde Winterklima und die extrem seltenen Niederschläge (weniger als zehn Niederschlagstage im Jahr) tragen zur Beliebtheit bei. Im Sommerhalbjahr erreichen die Temperaturen allerdings täglich mindestens 35, häufig sogar über 40 Grad.
Die Stadt blieb außerdem als Reiseziel attraktiv, weil sie bisher von palästinensischen Anschlägen verschont geblieben ist. Zur Unterstützung des Tourismus wurde eine Freihandelszone eingerichtet.
Wichtigste Probleme des modernen Elat sind die Wasserversorgung und die isolierte Lage. Natürliche Wasservorkommen gibt es nicht, das Trinkwasser wird durch Entsalzung und Fernleitungen aus der Aravasenke gewonnen. Durch die extreme Wüstenlage ist die nächste Stadt weit entfernt. Die Distanz Beerscheba - Elat beträgt 250 Kilometer (zum Vergleich: Israel ist in Nord-Süd-Richtung nur 420 Kilometer lang), zwischen beiden Städten bestehen nur vereinzelte, meist landwirtschaftliche Siedlungen.
Die Stadt ist durch den Flughafen Eilat mit Inlandflügen mit Tel Aviv, Haifa und dem Ben-Gurion Flughafen verbunden. Der 40 km nördlich gelegene Flughafen Uvda bedient Charterflüge aus Europa.
Im Jahr 2002 hat die Ben-Gurion-Universität des Negev (Beerscheba) in Eilat einen universitären Campus eröffnet. Im Jahr 2005 hatte die Universitätsfiliale 300 Studenten und ein stetiger Ausbau ist in den nächsten Jahren zu erwarten, sowohl in den Studentenzahlen, als auch in den angebotenen Fächern.
Städtepartnerschaften
- Antibes (Frankreich)
- Arica (Chile)
- Durban (Südafrika)
- Los Angeles (USA)
- Smolian (Bulgarien)
- Kamen (Deutschland)
- Kampen (Niederlande)
- Sopron (Ungarn).
Weblinks
- [http://www.eilat.muni.il eilat.muni.il] Offizielle Seite der Stadt (isr./engl.)
- [http://www.akhlah.com/israel/cities/ELAT.asp Eine Englische Seite mit einigen Photos und Informationen zu Elat]
- [http://www.greatestcities.com/Middle_East/Israel_and_Palestinian_Authority/Elat_town.html Weitere englischsprachige Informationen über Elat]
Kategorie:Ort in Israel
Kategorie:Ort in der Bibel
ja:エイラート
Rotes Meer
Das Rote Meer ( al-Bahr al-ahmar) ist eine schmale Meerenge zwischen Nordost-Afrika und der Arabischen Halbinsel. Die Namensgebung stammt aus dem althergebrachten System der Bezeichnung von Himmelsrichtung durch Farben. Zuerst ist der Name zur Zeit der Achaimeniden bezeugt. Im Bezug auf dieses iranische Volk lag das rote Meer im Süden, welcher durch die rote Farbe symbolisiert wurde. Also bedeutet rotes Meer für Achaimeniden „Südsee“ (und das Schwarze Meer „Nordsee“).
Es ist durch das Bab al-Mandab mit dem Arabischen Meer verbunden, das ein Teil des Indischen Ozeans ist. Bereits unter Dareios wurde in der Antike mit dem Sueskanal eine künstliche Verbindung zwischen dem Roten Meer und dem Mittelmeer geschaffen. Siehe auch: Lessepssche Migration.
Von dieser Ausnahme und einigen gelegentlich auftretenden Wasserzuflüssen durch Wadis abgesehen ist es das einzige Meer, in welches keine Flüsse münden. Dies erklärt die gute Sicht unter Wasser, da sich im Wasser wenige Schwebstoffe befinden.
Anrainer
- Ägypten, Sudan, Eritrea, Dschibuti in Afrika
- Saudi-Arabien, Jemen auf der Arabischen Halbinsel,
- Israel besitzt mit Eilat einen Zugang zum Golf von Aqaba, sowie Jordanien um die Stadt Aqaba.
Kategorie:Meer
Kategorie:Tauchgebiet
Kategorie:Geographie (Afrika)
ja:紅海
ko:홍해
th:ทะเลแดง
ArabienMit der Kurzform Arabien wird allgemein bezeichnet
- die Arabische Halbinsel als Urheimat der Araber
- das Königreich Saudi-Arabien, das sieben Zehntel der eigentlichen Halbinsel (ohne Nordarabien) umfaßt
- das (fiktive) einheitliche "Arabische Vaterland", siehe Arabische Einheit
HalbinselHalbinsel ist ein geografischer Begriff und bezeichnet Festland, das auf drei Seiten von Wasser umgeben ist. Halbinseln können eine Fläche von vielen hundert Quadratkilometern haben, aber auch so klein sein, dass ihre Länge und Breite nur wenige hundert Meter beträgt.
Eine Unterform der Halbinsel ist die Landzunge. Die dreiseitige Umgebung von Wasser muss bei beiden natürlichen Ursprungs sein (vgl. auch Insel), künstliche Bauwerke wie Kanäle, die eine natürliche Halbinsel vom Festland abschneiden, machen diese nicht zur Insel. Ebenso machen Brücken oder künstliche Fahrdämme Inseln nicht zu Halbinseln (Sylt, Rügen, demnächst Sizilien).
Halbinseln sind in:
Zudem kann Europa als Halbinsel von Eurasien angesehen werden.
Kategorie:Physische Geographie
ja:半島
ko:반도
simple:Peninsula
zh-min-nan:Poàn-tó
SinaiDer Name Sinai bezeichnet einerseits eine Halbinsel im Nahen Osten, andererseits einen Berg auf eben dieser Halbinsel.
Sinai-Halbinsel
Berg
Die Sinai-Halbinsel (arab.: سيناء Sīnā' ) liegt zwischen dem afrikanischen Kontinent und der arabischen Halbinsel. Die Landmasse ragt bis ins Rote Meer hinein. Sie wird zu Asien gerechnet. Die Landschaft ist wüstenhaft und von schroffen, kahlen Gebirgen geprägt.
Die Sinai-Halbinsel gehörte bis 1906 zum Osmanischen Reich, danach zu Ägypten. Im Sechstagekrieg von 1967 wurde die Halbinsel von Israel besetzt. Nach dem Friedensvertrag von Camp David 1979 wurde sie 1982 an Ägypten zurückgegeben.
Das Verwaltungszentrum (und damit Hauptstadt) ist El Tur im Westen der Halbinsel. Eine der bekanntesten Städte ist Sharm El-Sheikh mit seinen touristischen Einrichtungen. Das ehemalige Fischerdorf Dahab ist ein beliebtes Ziel für Taucher aus aller Welt, die dort bei den Korallenriffen tauchen.
Von der Hafenstadt Nuweiba verkehrt eine Fährverbindung der "Arab Bridge Maritime Company" ins jordanische Aqaba. Durch diese Verbindung kann das Betreten Israels vermieden werden.
Am 7. Oktober 2004 kam es zu einer Anschlagsserie in Taba und Rās asch-Schaitān (Moon Island Village), bei der mindestens 34 Menschen getötet wurden. Als Urheber wird die Terrororganisation al-Qaida vermutet.
Im ägyptischen Badeort Sharm El-Sheikh auf der Halbinsel Sinai sind zudem bei mehreren Terroranschlägen am 23. Juli 2005 mindestens 88 Menschen getötet und über 100 verletzt worden. Die Hintergründe sind noch unklar. Medienberichten zufolge sind mehrere - vermutlich drei - Autobomben vor einem Café und einem Hotel explodiert. Mehr zu diesem aktuellen Ereignis finden Sie u.a. in einem [http://de.wikinews.org/wiki/Bombenanschl%C3%A4ge_in_Sharm_El-Sheikh Artikel auf Wikinews].
Die Wüste Et Thi
Et Thi ist der Name der Sandwüste Sinais. Es ist ein Schichttafelland zwischen Nordsinai und dem Gebirge Südsinais. Mit 20 bis 50 mm Niederschlag pro Jahr handelt es sich dabei um die unwirtlichste Gegend der Halbinsel. Dagegen ermöglichen Niederschläge von 150 bis 200 mm im Südsinai Nomaden, ihr Vieh in Wadis und an Berghängen weiden zu lassen.
Berg Sinai
Der Berg Sinai erhebt sich auf der Sinai-Halbinsel 2292 m über NN. Er heißt auf Arabisch جبل موسَى (Gabal Mūsā, "Mosesberg"). In der Bibel gilt der Sinai als Ort der Offenbarung Gottes, vor allem der Gabe der Zehn Gebote (2. Mose 34 u.ö.). In Psalm 68,9 wird Gott geradezu mit dem Sinai gleichgesetzt (hebräisch: zä Sinai, der (vom) Sinai). Als Berg der Gottesoffenbarung wird öfters auch der Horeb genannt, der mit dem Sinai identisch zu sein scheint.
Erst im 4. Jahrhundert n. Chr. wird der Gebel Musa mit dem biblischen Berg Sinai gleichgesetzt.
Am Fuß des Sinai befindet sich das Katharinenkloster, an dessen Stelle einer Legende zufolge der brennende Dornbusch gestanden haben soll und in dem Konstantin von Tischendorf (1815–1874) die von ihm Codex Sinaiticus benannte Bibelhandschrift aus dem 4. Jahrhundert n. Chr. fand - eine der wichtigsten und bedeutendsten Quellen für die Rekonstruktion des Bibeltextes.
Kategorie:Nahost
Kategorie:Geographie (Ägypten)
Kategorie:Tauchgebiet
Kategorie:Ort in der Bibel
ja:シナイ半島
ko:시나이 반도
Ägypten
Ägypten ( Misr) liegt im Nordosten Afrikas, die zu Ägypten gehörende Halbinsel Sinai wird im allgemeinen zu Asien gezählt. Das Land grenzt an das Mittelmeer, das Rote Meer (Golf von Aqaba), den Gaza-Streifen, Israel, Libyen und den Sudan. Die Landfläche Ägyptens besteht im wesentlichen aus der Stromoase des Nils sowie der Libyschen Wüste im Westen und Süden und der östlichen arabischen Wüste.
Geographie
Der landschaftliche Charakter Ägyptens ist geprägt vom Gegensatz der Wüstengebiete und dem dicht besiedelten, bewässerten Kulturland entlang des Nils. Diese Landfläche macht etwa 5% des Territoriums aus.
Im Westen Ägyptens liegt die Libysche Wüste, die rund zwei Drittel der Staatsfläche einnimmt. Im Norden dieser Wüste befindet sich das nur recht niedrig gegliederte Libysche Plateau, das in Ägypten bis 241 m Höhe erreicht. Südöstlich dieses Gebiets senkt sich das Gelände in der Kattara-Senke auf knapp 134 m unter den Meeresspiegel ab, im Südwesten steigt es bis 1.098 m Höhe an. Im Osten Ägyptens, wo sich die Arabische Wüste befindet, erheben sich die Berge bis auf 2.184 m. Die höchste Erhebung des Landes ist mit 2.637 m Höhe der Gabal Katrîna (Katharinenberg) im Gebirge Gabal at- auf der Sinai-Halbinsel, die sich im Nordosten des Landes befindet und durch den Sueskanal vom afrikanischen Festland getrennt ist. Der Mittelteil des Landes erhebt sich bis durchschnittlich 500 m Höhe.
Zwischen den beiden zuvor genannten Wüsten durchfließt der Nil, dessen Quellfluss der Kagera im Gebirgsland von Burundi ist, auf etwa 1.550 km Länge in Ägypten von Süden nach Norden, bevor er nach Durchfließen des 24.000 km² großen Nildeltas in das Mittelmeer mündet. Durchschnittlich 100 km südwestlich von Kairo befindet sich das 1.827 km³ große Fayyum-Becken, eine beckenartige Oasenlandschaft, in deren Nordteil sich der 230 km² große Qarun-See befindet.
Die Küsten liegen im Norden zum Mittelmeer, im Osten zum Roten Meer, beide sind durch den Sueskanal miteinander verbunden.
Klima
Am Nildelta und an der Mittelmeerküste herrscht mediterranes Klima, dort gehen im Winter die Temperaturen herunter und es kommt zu Regenfällen. Der Rest des Landes unterliegt dem Wüstenklima: Heiß und trocken im Sommer, mild im Winter, kaum Regen.
Bevölkerung
Die Bevölkerung Ägyptens siedelt primär im Niltal, im Nildelta, am Sueskanal und am touristisch bedeutsamen Roten Meer. In den westlichen Oasen Fajum, Dachla, Farafra, Siwa und Charga leben nur wenige Menschen.
Die größten Städte sind (Mio. Einwohner, Stand 1. Januar 2005): Kairo (7,7), Alexandria (3,8) und Gizeh (2,4), Assuan und Sues.
Siehe auch: Liste der Städte in Ägypten
Ethnien
Die Mehrheit der ägyptischen Bevölkerung sind Araber. Darüber hinaus sind im Süden Ägyptens Nubier ansässig. In der libyschen Wüste lebten einst Berberstämme, von denen heute jedoch nur noch wenige in der Oase Siwa eine Berbersprache sprechen, in den Wüsten östlich des Nils leben arabisch- und Bedscha-sprachige Nomaden.
Religionen
Ägypten ist der Verfassung nach ein islamischer Staat und der Islam ist Staatsreligion, die Scharia ist die Hauptquelle der Gesetzgebung.
Neben der sunnitischen Mehrheit findet man jedoch in Kairo und Alexandria, aber auch auch in Mittel- und Oberägypten, christliche, vor allem Kopten, die nicht selten in überwiegend christlichen Dörfern leben. Eine amtliche Zählung der Christen wird bewusst nicht durchgeführt, obwohl die Religion im Pass eingetragen sein muss.
90,7 % der Ägypter sind Muslime (meist Sunniten) , 8,5 % sind Christen (meis Kopten)
und 0,8 andere.
Besonders in Oberägypten sind die Kopten Ziel des Terrors radikaler Muslime geworden, häufig mit Wissen und Billigung der lokalen Behörden. Muslime die zum Christentum übertreten, müssen mit staatlichen Zwangsmaßnahmen rechnen. Neue Kirchen dürfen nicht gebaut werden, auch kleinere Reparaturen bedürfen eines Präsidialerlasses.
Ägypten ist seit Jahrzehnten, neben Saudi-Arabien, Zentrum des islamischen Fundamentalismus.
Sprachen
Die Sprache des alten Ägyptens, die sich im Koptischen fortsetzt, wird heute nur noch als Sakralsprache gesprochen.
Heute spricht man Ägyptisch-Arabisch, einen neuarabischen Dialekt. Schriftsprache ist seit der arabischen Eroberung im 7. Jh. das Hocharabische, nur in der koptischen Kirche wird als Liturgiesprache noch das Koptische verwendet, das in eigener Schrift, die von der griechischen abgeleitet ist, geschrieben wird.
In der Oase Siwa (auch Siwah) spricht man noch eine Berbersprache, das so genannte Siwi.
Im Süden und in der Oase Charga sprechen viele Menschen Nubisch. Im Südosten gibt es auch Bedscha-Sprecher.
Als Fremdsprache ist Englisch und in der Oberschicht auch noch Französisch verbreitet.
In Ägypten gibt es auch orthodoxe religion.
Bevölkerungsentwicklung
Französisch
Die Bevölkerung Ägyptens wächst sehr schnell und stellt das ohnehin schon in seinen fruchtbaren Teilen sehr dicht besiedelte Land vor große Probleme. Um 1800 hatte das Land nur etwa 2,5 Millionen Einwohner. Im Jahre 1900 erreichte die Bevölkerung etwa 12 Millionen Einwohner, 2000 schon fast 68 Millionen. In der Vergangenheit, etwa in sicheren Zeiten unter den Pharaonen hatte das Land zwischen 4 bis maximal 12 Millionen Einwohner, eine Bevölkerungszahl, die wohl auch in der Spätantike erreicht wurde.
Geschichte
Die Anfänge der ägyptischen Zivilisation liegen ca. 7.000 Jahre in der Vergangenheit. Die ägyptische Geschichte wird in viele Epochen gegliedert:
Epochen]
- Vordynastische Zeit bis 3150 v. Chr.
- Pharaonenzeit
- Frühdynastische Zeit 3032 - 2707 v. Chr.
- Altes Reich 2707 - 2216 v. Chr.
- Erste Zwischenzeit 2216 - 2025 v. Chr.
- Mittleres Reich 2010 - 1793 v. Chr.
- Zweite Zwischenzeit 1648 - 1550 v. Chr.
- Neues Reich 1531 - 1075 v. Chr.
- Dritte Zwischenzeit 1075 - 652 v. Chr.
- Spätzeit 652 - 332 v. Chr.
- Griechisch-Römische Zeit 332 v. Chr. - 395
395]
- Byzantinische Zeit 395 - 638
- Frühislamische Zeit 640 - 968
- Fatimidenzeit 969 - 1171
- Ayyubidenzeit 1171 - 1250
- Mamlukenzeit 1250 - 1517
- Osmanenherrschaft in Ägypten 1517 - 1801
- Ägyptische Expedition 1798 - 1802
- Dynastie des Muhammad Ali 1805 - 1882
- Britische Herrschaft in Ägypten 1892 - 15. März 1922
- Königreich Ägypten 19. April 1922 - Juli 1952
- Republik Ägypten seit Juli 1953
Speziell die Einteilung der geschichtlichen Perioden der vorchristlichen Zeit geht auf Manetho zurück, der die Herrscherlisten des alten Ägyptens bis zum letzten ägyptischen Pharao in 30 Dynastien eingeteilt hat.
Siehe dazu auch den Hauptartikel: Geschichte des Alten Ägypten
Aus der altägyptischen Kultur sind bis heute eine Reihe von Bauwerken erhalten. Die wohl bekanntesten sind die Pyramiden von Gizeh, das einzige noch erhaltene der 7 antiken Weltwunder. Die Zentrum der Wissenschaften, vor allem der jüdischen und christlichen Theologie und Philosophie (siehe auch Alexandrinische Schule).
In späterer Zeit wurden christliche Kirchen und Klöster gebaut. Das bekannteste Kloster ist das auf der Sinai-Halbinsel liegende Katharinenkloster. Die meisten der in islamischer Zeit errichteten Moscheen stehen in Kairo. Deren bedeutendste Moschee ist wohl die zur gleichnamigen Universität gehörige Al-Azhar-Moschee.
Politik
Siehe auch: Politisches System Ägyptens
Ägypten ist seit dem 18. Juni 1953 eine Republik. Das Staatsoberhaupt ist seit 14. Oktober 1981 Muhammad Husni Mubarak, der gleichzeitig Führer der regierenden Nationaldemokratischen Partei (NDP) ist. Ein Referendum über die Wahl eines vom Parlament vorgeschlagenen Präsidentschaftskandidaten findet alle 6 Jahre statt, nach einer Ankündigung von Mubarak vom 26. Februar 2005 sollen daraus jedoch in Zukunft freie Wahlen mit mehreren zugelassenen Kandidaten werden. Die nächsten Parlamentswahlen (alle 5 Jahre) sollen im Oktober/November 2005 stattfinden. Die letzten Wahlen (2000) zum 454 Sitze umfassenden "Rat des Volkes" (10 Sitze werden vom Präsidenten vergeben) gewann die NDP mit 86%, es folgten die Unabhängigen (darunter die Kandidaten der Muslim-Bruderschaft) mit 8%, die Neue Wafd-Partei (NWP) mit 2%, die Nationalprogressive Gewerkschaftsvereinigung Al-Tagammu‘ (NPUG) mit 1% und die Nasseristische Partei sowie die Liberale Partei mit jeweils weniger als 1%.
Der Präsident ist Oberbefehlshaber der Streitkräfte und hat das Recht, Dekrete zu erlassen. Beratendes Legislativorgan ist die Schura. Hauptquelle der Gesetzgebung ist die Scharia. Ein Verfassungsgericht überwacht die konstitutionelle Ordnung.
Verwaltungsgliederung
Siehe hierzu: Gouvernorate Ägyptens
Wirtschaft
Gouvernorate Ägyptens
Die Wirtschaft Ägyptens wird auch heute noch durch die Landwirtschaft geprägt, die sich hauptsächlich auf die Regionen entlang des Nils, im Nildelta und an einzelnen Oasen befinden. Dabei hat sich der landwirtschaftliche Anbau von einer Subsistenz- zu einer Exportorientierung gewandelt, so dass relativ betrachtet weniger landestypische Nahrungsmittel wie Hirse, Saubohnen und Kohl geerntet werden. Dennoch ist Ägypten nicht fähig, seine stark anwachsenden Bevölkerung zu ernähren, so dass riesige Mengen an Lebensmitteln importiert werden müssen - im Jahr 1980 wurden über 5 Mio. Tonnen Weizen aus dem Ausland eingeführt bzw. dreimal soviel, wie in Ägypten selbst angebaut wurde. Die Lebensmitteleinführung macht etwa einen Viertel der Gesamteinfuhr aus, was etwa 3 Mrd. US-Dollar entspricht. Zudem existiert ein riesiges Missverhältnis zwischen Im- und Export, was zu einer enormen Auslandsverschuldung geführt hat. Dieses Problem wird sich auch nicht so schnell beenden lassen, da Ägypten bis auf die bereits genutzten Flächen für die Landwirtschaft kaum bis gar nicht nutzbar ist, da sie sehr arid sind und kaum Wasserquellen für künstliche Bewässerung vorhanden sind. Ein weiterer negativer Punkt für den Lebensmittelanbau in Ägypten ist die Errichtung des Assuan-Staudamms; er sorgte dafür, dass die Überflutung des Nils fast nicht mehr existiert und somit die Ernten bzw. Ernteflächen kleiner und unfruchtbarer wurden. Zurzeit werden jedoch im Rahmen des Toshka-Projekts Teile der ägyptischen Wüste westlich des Nils für die Landwirtschaft nutzbar gemacht.
Die wichtigsten Exportgüter Ägyptens sind Erdöl, Baumwolle und Aluminium, die wichtigsten Importgüter sind Nahrungsmittel, chemische Produkte, Metalle und Maschinen.
Ein weiterer wichtiger Wirtschaftszweig ist der Tourismus, der nach den Terroranschlägen in Luxor am 17. November 1997 und in den USA am 11. September 2001 jedoch starke Einbrüche verkraften musste.
Tourismus
11. September 2001
Der Tourismus ist eine der wichtigsten wirtschaftlichen Einnahmequellen im Land. Besonders die ägyptischen Altertümer sind ein großer Anziehungsmagnet für ausländische Besucher. Neben Gizeh und Kairo wird auch Luxor gern besucht, von wo aus unter anderem das Tal der Könige erreicht werden kann. Luxor ist auch der Ausgangspunkt für Nilkreuzfahrten bis nach Assuan. Von dort werden Flüge und Bus- Touren nach Abu Simbel angeboten. Die meisten Reiseveranstalter bieten dann einen Inlandsflug nach Kairo und nach diesem Kairo- Aufenthalt einen Badeurlaub in Hurghada an.
Die Touristenhochburg ist unbestreitbar Hurghada am Roten Meer. Der moderne Touristenort Sharm El-Sheikh an der Südspitze der Sinai-Halbinsel ist besonders bei Freunden des Tauchsports sehr beliebt. Allerdings ist der Touristenansturm auf Sharm El-Sheikh und die Sinai-Halbinsel an sich seit den Anschlägen im Oktober 2004 und Juli 2005 stark zurückgegangen. Durch den allgemein weiter steigenden Tauch-Tourismus werden auch Orte im Süden, entlang der westlichen Küste des Roten Meeres, erschlossen. Hierzu zählen El Quesir und Marsa Alam, sowie kurz vor der sudanesischen Grenze Zabargad.
Kultur
Siehe auch: Musik Ägyptens
Das Deutsche Welle-TV strahlt ab dem 28. Februar 2005 täglich drei Stunden arabisches Programm über den ägyptischen Satelliten NileSat in den Nahen Osten aus.
Literatur
- [http://susi.e-technik.uni-ulm.de:8080/Meyers2/seite/werk/meyers/band/1/seite/0209/meyers_b1_s0209.html#%C4gypten Ägypten], Meyers Konversationslexikon, 4. Aufl., 1888, Band 1, Seite 209 ff.
Zum alten Ägypten siehe:
- Umfangreiche Literaturliste zum Thema
- Hermann A. Schlögl: Das alte Ägypten (Beck Wissen), München 2003 (knappe Einführung mit Literatur).
Weblinks
-
-
- [http://www.sis.gov.eg/ Offizielle Webseite]
- [http://www.auswaertiges-amt.de/www/de/laenderinfos/laender/laender_ausgabe_html?type_id=14&land_id=2 Informationsseite des Auswärtigen Amtes (D) über Ägypten]
- [http://www.mein-altaegypten.de/ Das Alte Ägypten] Für Ägypten-Interessierte, die sich für die pharaonische Vergangenheit interessieren.
- [http://www.chufu.de/ Ägypten - Land am Nil] Informationen über das Land und seine Sehenswürdigkeiten. Mit Pharaonenliste, Erläuterungen zu Pyramiden, Städten, Tempeln, Nil und Totenkult, Reiseberichte und Reisetipps.
- [http://www.faszination-aegypten.de Faszination Ägypten]: ein weiteres Portal zum alten Ägypten
- [http://www.evdaniken.com/index-g.htm Ägypten aus mystischer Sicht]: Mysterien im alten Ägypten
- [http://www.antikreisen.de/egypt/ Antikes Ägypten] Geschichte, Geographie, Religion, Schrift, Fotos und Rezepte
- [http://anaconda-forum.de/wew00.html Bildergalerie Wüste]
Agypten
Agypten
Kategorie:Mittelmeer
als:Ägypten
ja:エジプト
ko:이집트
ms:Mesir
simple:Egypt
th:ประเทศอียิปต์
zh-min-nan:Ai-ki̍p
Jordanien
Jordanien (arab.: الأُرْدُن al-Urdun) ist ein Staat in Vorder-Asien. Es grenzt an Israel, die Palästinensischen Autonomiegebiete, Syrien, den Irak, Saudi-Arabien und das Rote Meer (Golf von Akaba, dort Seegrenze zu Ägypten).
Geographie
Landschaftsbild
Der sich in Nordsüdrichtung hinziehende 6 bis 20 km breite Jordangraben teilt das Land in Westjordanien und Ostjordanien. Auf den westjordanischen Landesteil hat Jordanien 1988 alle staatsrechtlichen Ansprüche aufgegeben.
Über dem Jordangraben steigen steil die Bergländer Ostjordaniens auf, die 1.000 bis 1.700 m Höhe erreichen. Sie gehen nach Nordost und Ost in die syrisch-arabischen Steppen und Wüsten über, die etwa ein Drittel der Landesfläche einnehmen. Der Nordwesten des Landes hat Mittelmeerklima mit Buschwald als natürlicher Vegetation, der Süden und Osten vorwiegend kontinentaltrockenes Wüsten- und Steppenklima.
Städte
Die größten Städte sind (Stand 1. Januar 2005): Amman 1.217.924 Einwohner, Zarqa 890.000 Einwohner, Irbid 750.962 Einwohner, Ar-Rusayfah 261.843 Einwohner, Wadi as-Sir 193.613 Einwohner, Aqaba 101.769 Einwohner, Madaba 82.457 Einwohner und Al-Baq'ah 80.231 Einwohner.
- Siehe auch: Liste der Städte in Jordanien
Bevölkerung
Die Jordanier sind Araber, abgesehen von einer kleinen tscherkessischen, kurdischen und armenischen Minderheit von jeweils etwa einem Prozent der Bevölkerung. 86% bekennen sich zum sunnitischen Islam. Die Christen stellen etwa 11% der Bevölkerung da, die sich in folgende Konfessionen teilen: Syrische Christen (4,1% der Bevölkerung), assyrische Assyrer (2,9%), Orthodoxe Griechen (2%) und die armenischen Armenier (2%). 1,8% bilden noch alewitische Kurden und 0,2% sind Schiiten. Die restlichen 1% verteilen sich auf Mandäer, Zoroastrier, Baha'i und Yeziden.
Etwa die Hälfte der Bevölkerung kommt ursprünglich aus Palästina und wurde von dort vertrieben oder ist nach Jordanien geflohen. Die Palästineser sind in Jordanien jedoch im Gegensatz zu den meisten anderen Palästinensern in arabischen Staaten bis auf eine kleine Minderheit gut integriert. Die Palästinenser in Jordanien sind insofern ein Politikum, als Israel oft behauptet, es gebe bereits einen palästinensischen Staat, nämlich Jordanien, da die Palästinenser dort die Bevölkerungsmehrheit stellten.
Israel
Israel
Geschichte
Das Jordantal gehört zu den ersten Gebieten, in denen die Menschen vom Jagen und Sammeln zum Ackerbau übergingen. Aus dem dort seit Jahrtausenden geübten Sammeln (ältester Nachweis in der benachbarten Levante 17.000 v. Chr.) von Wildgetreide (Weizen und Gerste) entwickelte sich um 9.000 v. Chr. der Ackerbau. Die älteste bekannte Stadt der Welt Jericho (seit 8.000 v. Chr.) liegt unmittelbar im benachbarten Israel westlich des Jordan.
Um 9.000 v. Chr. wurden auch erstmals Mufflons und Bezoar-Ziegen domestiziert. Eines der ältesten Dörfer der Welt Ain-Ghazal wurde in Jordanien ausgegraben (7.500-5.500 v. Chr.).
Östlich des Jordan entstanden die Staaten (von Süd nach Nord) Edom, Moab, Ammon und Gilead und später das Reich der arabischen Nabatäer.
Das Staatsgebiet des heutigen Jordaniens kam schon in der Anfangsphase der islamischen Expansion im 7. Jahrhundert unter die Herrschaft der Muslime und teilte seitdem die Geschichte mit Palästina und Syrien. Seit dem Untergang der Mamelucken von Ägypten 1517 war das Gebiet Teil des Osmanischen Reiches. Nachdem im 1. Weltkrieg britische und arabische Truppen unter Lawrence von Arabien die Osmanen vertrieben hatten, kam das Gebiet 1920 gegen den Willen der Bevölkerung als Mandat Palästina des Völkerbundes an Großbritannien. Dieses teilte das Land in Palästina westlich des Jordans und Transjordanien östlich des Jordan.
In Transjordanien wurde 1921 Abdallah ibn al-Hussain als Emir eingesetzt, der die Dynastie der Haschemiten begründete. Während des 2. Weltkriegs unterstützte Transjordanien Großbritannien und rückte 1941 mit der Arabischen Legion unter Glubb Pascha in den deutschfreundlichen Irak ein. 1945 war Transjordanien Gründungsmitglied der Arabischen Liga.
Am 25. Mai 1946 gab Großbritannien das Mandat des Völkerbundes über Transjordanien auf und Abdallah ibn Hussain wurde zum König von Jordanien ausgerufen. Während des 1. Palästinakrieges der Araber gegen Israel eroberte die jordanische Armee, die Arabische Legion, das zentrale Palästina und die Altstadt von Jerusalem. Nach dem Waffenstillstand mit Israel wurden die besetzten Gebiete 1950 annektiert. Nach der Ermordung Abdallas (1951) folgte sein Sohn Talal als König, bis dieser 1952 wegen Krankheit abgesetzt wurde. Nachfolger wurde sein Sohn Hussain II. (1952 - 1999).
Nach der Union zwischen Ägypten und Syrien (Vereinigte Arabische Republik) bildeten Jordanien und der Irak ein konservatives Gegenbündnis, das aber schon bald durch die Revolution im Irak 1958 zerbrach. Seit Mitte der 1960er Jahre verstärkten sich die Spannungen mit Israel u. a. wegen der Nutzung des Jordanwassers durch Israel und der Unterstützung der PLO durch Jordanien. Während des Sechstagekriegs im Juni 1967 wurde die Altstadt Jerusalems und das Westjordanland durch Israel erobert. Dies führte zu einer neuen Flüchtlingswelle von 400.000 Palästinensern nach Jordanien.
Seit 1970 kam es zu heftigen Kämpfen mit der PLO, die den Sturz Hussain II. anstrebten und von Syrien unterstützt wurden. Bis 1971 wurden die militärischen Organisationen der Palästinenser in Jordanien aber mit Hilfe der Beduinen, die loyal zu Hussain II. standen, zerschlagen (siehe Schwarzer September). Erst 1974 erkannte Jordanien die PLO als alleiniger Vertreter der Palästinenser an und verzichtete 1988 auf alle Ansprüche auf das Westjordanland zu Gunsten der PLO.
Während der Kuwaitkrise (1990-1991) versuchte Jordanien vergeblich, zwischen dem Irak und den Alliierten zu vermitteln und geriet dadurch in zunehmende politische Isolation. 1991 begann eine Demokratisierung mit der Aufhebung des Verbots aller politischer Parteien. 1994 wurde ein Frieden mit Israel geschlossen, wobei auch das Problem der Nutzung des Jordanwassers geregelt wurde. Nach dem Tod Hussain II. wurde Abdullah II. König von Jordanien. Er ist verheiratet mit Rania Al-Yasin.
Zur Dynastie siehe auch Haschemiten und Quraisch.
Außenpolitik
Jordanien gilt als einer der wichtigsten Verbündeten der USA, zu denen sich Jordanien um gute Bindungen bemüht, nicht nur in der arabischen Welt. Dies ist vermutlich der Hauptgrund weswegen die Terror Organisation Al-Kaida am Abend des 9.11.05 drei Selbstmord Attentäter in der Hauptstadt Amman, in vorwiegend von westlichen Touristen besuchten Hotels, in die Luft sprengen liesen. Zwischen 57 und 67 Menschen sind dabei ums Leben gekommen.
Verwaltungsgliederung
Jordanien gliedert sich in zwölf Gouvernorate. Diese sind:
Ajlun, Al-Fuhais, Al-Balqa, Al-Karak, Al-Mafraq, Amman, Aqabah, At-Tafilah, Irbid, Jarash, Ma'an, Madaba und Zarqa.
Wirtschaft
Quraisch
- Landwirtschaft: Die Landwirtschaft macht ca. 6-7 % des Bruttosozialprodukts Jordaniens aus. Das trockene Klima und die Wasserknappheit in der Region beschränken die Möglichkeiten einer sinnvollen Landwirtschaft. Es wird künstlich bewässert.
- Industrie: Ca. 26 % des BSP. Hauptsächlich Bergbau: Jordanien ist ein bedeutender Phosphat-Produzent. Außerdem wird Pottasche exportiert. Es gibt keine nennenswerten Ölvorkommen. Ein Teil (17 %) der Energieversorgung kann jedoch durch Erdgas abgedeckt werden.
- Handel: Der Handelssektor war schwer von den UN-Sanktionen über den Irak getroffen, da der Irak vor dem Golfkrieg zwei Fünftel der gesamten Handelsübersicht Jordaniens ausmachte. Im Jahre 1997 unterzeichneten Jordanien und die Europäische Union (EU) eine Teilhaberschaftsvereinbarung, die den Weg für eine Freihandelszone bis zum Jahr 2010 ermöglicht. Dieses Abkommen, das Anfang 1999 in Kraft trat, soll auch die Vermittlungen für den Beitritt Jordaniens zur Welthandelsorganisation (WTO) beschleunigen. Im Jahre 1996 schlossen Jordanien und Ägypten eine Teilhaberschaftsvereinbarung, welche die bilateralen ökonomischen Mitarbeitsverträge regelte und beabsichtigte den Handel zu liberalisieren, indem sie eine Freihandelzone aufstellten. Zahlreiche Geschäftsprotokolle und Vereinbarungen sind mit dem Libanon, Syrien, dem Irak, dem Jemen, Saudi-Arabien, Bahrein, Tunesien, Ägypten, Marokko, Libyen und dem Sudan zustande gekommen.
- Mineralien: Jordaniens Rohstoffquellen sind knapp. Bis jetzt sind keine Mineralien außer Phosphate und Kali auf einer kommerziellen Ebene entdeckt und ausgenutzt worden. Jordanien rangiert allerdings unter den oberen drei Exporteuren in der Welt, die Phosphat ausführen. Es gibt zwei große Düngemittelfabriken im Land, eine jordanisch-indische sowie eine jordanisch-japanische Fabrik. 1997 machten allein 49,6 % der jordanischen Exporte die Minenindustrien aus. Die Exporte der industriegefertigten Güter stellten 47,5 % von den Gesamtexporten 1997 dar.
- Tourismus: Ca. 10 % des BSP und zweitwichtigste Devisenquelle. Obwohl in Jordanien selbst seit über 30 Jahren Frieden herrscht, reagieren die Touristenströme sehr empfindlich auf die politischen Entwicklungen im Nahen Osten. So blieb die von der jordanischen Regierung nach dem Friedensschluss mit Israel erhoffte "Friedensdividende" aus dem Tourismus bisher weitgehend aus. Das Land hat zum Teil einzigartige, obwohl nur wenig bekannte touristische Attraktionen zu bieten:
- Antike Stätten und archäologische Ausgrabungen, vor allem
- die Felsenstadt Petra,
- das antike Gerasa (Jerash)
- die Zitadelle von Amman
- die Mosaiken von Madaba
- die Kreuzfahrerburgen Shobeq und Kerak
- die byzantinische Kirche auf dem Berg Nebo
- das omaijadische Wüstenschloss Qasr Amra.
- Landschaften
- die Wüstenlandschaft von Wadi Rum
- das Tote Meer am tiefsten Punkt der Erde
- das Taucherparadies bei Akaba am Roten Meer mit den nördlichsten Korallenriffen der Welt
Kultur
Der Nationalfeiertag ist der 25. Mai.
Bekannt ist auch das Jerash Festival in jedem Sommer, bei dem Musiker aus vielen arabischen Nationen zusammenkommen.
Weblinks
- http://www.jordanienonline.de
- http://www.jordanien.com
- http://www.pervan.de/reiseberichte/reise.jsp?i=677
Literatur
Olaf Köndgen: Jordanien. München (1999), ISBN 3-406-39865-0
Kategorie:Staat
Kategorie:Monarchie
Kategorie:Nahost
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ja:ヨルダン
ko:요르단
ms:Jordan
th:ประเทศจอร์แดน
zh-min-nan:Jordan
Saudi-Arabien
Das große Königreich Saudi-Arabien , ist eine Monarchie in Vorderasien. Saudi-Arabien liegt auf der Arabischen Halbinsel und grenzt an den Irak, Jordanien, Kuwait, Oman, Katar, die Vereinigten Arabischen Emirate, den Jemen, das Rote Meer und den Persischen Golf.
Geographie
Die Arabische Halbinsel besteht größtenteils aus einem ausgedehntem Hochland. Im Westen bildet das Plateau einen steilen Randabbruch, der parallel zur Küste des Roten Meeres verläuft. Im Nordwesten gibt es praktisch keine Küstenebene. Die höchsten Gipfel liegen im Südwesten im Asir-Gebirge.
Östlich des Randabbruchs fällt das unwirtliche Hochland allmählich bis zu den flachen Wassern des Persischen Golfes ab, dessen Küste von Sümpfen und Salzflächen gesäumt wird. Das Hochland wird überwiegend von Sandwüste mit einigen Gebieten von nacktem vulkanischen Gestein bedeckt. Ein breites Wüstenband, "das leere Viertel" Rub al-Chali, erstreckt sich über den gesamten Süden des Landes. Der höchste Berg ist der Dschabal Sauda mit 3.133 m Höhe.
Es herrscht vorwiegend heißes und trockenes Klima. Das kontinentale Klima im Landesinneren weist zum Teil beträchtliche Temperaturunterschiede, vor allem zwischen Tag und Nacht auf. Im Sommer sind tagsüber Maximalwerte von 40 °C möglich, im Winter kann nachts der Gefrierpunkt unterschritten werden. Die durchschnittliche Jahrestemperatur liegt bei 28 °C. Der größte Teil der spärlichen Jahresniederschlagsmenge fällt zwischen November und Januar.
In den meisten Teilen des Landes ist die Vegetation auf niedrige Gräser und kleine Sträucher beschränkt. In verstreuten Oasen wachsen Dattelpalmen. Die arabische Oryxantilope sowie weitere Antilopenarten wurden durch die Jagd in Freiheit ausgerottet, heute lebt sie aufgrund von Auswilderungsprogrammen wieder in geringer Zahl in Freiheit. Auch einige Singvögel sind vom Aussterben bedroht.
Verbreitet sind Wildkatzen, in der Wüste lebende Flughühner, höhlenbauende Nagetiere sowie Wüstenratten und diverse Reptilien und Insekten.
Die in Syrien vor wenigen Jahren wiederentdeckten Waldrappen ziehen wohl auch nach Saudi-Arabien.
Der Halsbandsittich ist als Neozoon in vielen Siedlungen zu finden.
In den Küstengewässern des Roten Meeres wimmelt es von Meerestieren, besonders in den Korallenriffen.
Landesgrenzen
Saudi-Arabien hat folgende Länder als Nachbarländer: Jordanien, Irak, Kuwait, Vereinigte Arabische Emirate (VAE), Bahrain, Katar, Oman und Jemen. Auffällig am Grenzverlauf ist, dass er besonders im Norden sehr gradlinig ist und keine großen Ausbuchtungen hat, weil er von den Kolonialmächten festgelegt wurde.
Im Norden, Nordosten und Süden wird das Land durch Nachbarländer eingegrenzt. Im Osten und Westen stellen die Küsten des Landes, am Roten Meer und am Arabischen Golf, die Grenzen dar. Insgesamt hat Saudi-Arabien 4.415 km Grenzen, die längste davon zum Irak.
Die Grenze zum Jemen wurde in den Jahren 2003 und 2004 durch Sperranlagen gesichert, was zu diplomatischen Schwierigkeiten führte.
Bevölkerung
Die Bevölkerung konzentriert sich auf die Städte und wenige Oasen.
Die ursprüngliche Bevölkerung setzt sich fast nur aus Arabern zusammen.
Das Land wird von etwa 400 Stämmen bewohnt, von denen heute noch einige als Nomaden leben.
Noch über ein Zehntel der Einwohner leben nomadisch oder halbnomadisch.
Über 5 Millionen Gastarbeiter sind in Saudi-Arabien beschäftigt.
Die soziale Absicherung ist gut, die medizinische Versorgung, die allen Einwohnern in den Städten kostenlos zur Verfügung steht, ist sehr gut.
Saudi-Arabien hat eine Bevölkerungsgröße von 20,723 Millionen Menschen. Davon sind 6 Millionen legal im Land lebende Ausländer.
Zusammensetzung der Bevölkerung
90 % der Bevölkerung sind arabischer Herkunft, entweder einheimische Saudis oder Menschen aus dem arabischen Raum, vornehmlich Ägypter, Jordanier und Palästinenser. Der Rest der in Saudi-Arabien lebenden Menschen sind nicht-arabischstämmige Ausländer, die meist als Gastarbeiter im Königreich tätig sind.
Die Bevölkerung ist mit 85 % mehrheitlich sunnitisch, 15 % sind Schiiten. Die Mehrheit der Ausländer kommt aus dem vorderasiatischen und schwarzafrikanischen Raum. Länder, aus denen die Arbeiter zumeist kommen, sind: Indien, Pakistan, Iran, Philippinen, Indonesien und Sudan. Die Arbeitsmigranten arbeiten vor allem in Bereichen, in denen Saudis nicht arbeiten wollen. Während und nach der Mekkawallfahrt im Monat Hadsch kommt es immer wieder zu illegaler Arbeitsaufnahme durch ausländische Pilger. Nach den Anschlägen vom 11. September und den daraus folgenden US-Militäraktionen ist der Zustrom von afghanischen Bauarbeitern, überwiegend Paschtunen, zu beobachten.
Der Wüstenstaat hat eine Bevölkerungsdichte von 10 Einwohnern pro km². 86 % der Menschen in Saudi-Arabien leben in den Städten des Landes, die restlichen 14 % leben auf dem Land oder in den Wüsten des Landes. Im Durchschnitt haben die Menschen im Lande eine Lebenserwartung von 68,4 Jahre, die Frauen werden im Schnitt 70,2 Jahre alt, die Männer 66,7 Jahre. Im Durchschnitt gebärt eine saudi-arabische Frau 5,5 Kinder im Laufe ihres Lebens.
Pro 1.000 Geburten gibt es 50 Kind-Sterbefälle, sowie eine Müttersterblichkeit von 23 auf 100.000 Geburten. Damit wächst die saudi-arabische Bevölkerung jährlich um 3,27 Prozent. Damit hat das Land eine der größten Bevölkerungswachstumsraten der Welt überhaupt. Fast zwei Drittel der saudischen Bevölkerung sind unter 25 Jahre alt. Die Ansteckung durch HIV ist trotz der Nähe zu Afrika und den dadurch resultierenden Einflüssen mit 0,01 % als sehr gering einzustufen. In Deutschland zum Vergleich liegt sie bei 0,1 %, im Sudan bei 2,6 %.
Der Alphabetisierungsgrad der arabischen Bevölkerung ist mit insgesamt 93,6 % fast so hoch wie der bei 99 % liegende Alphabetisierungsgrad in Deutschland. Dabei sind die saudi-arabischen Frauen mit 91,2 % fast ebenso des Lesens und Schreibens mächtig wie die Männer, die einen Alphabetisierungsgrad von 95,9 % erreichen. In Saudi-Arabien kommen auf 1.000 Menschen aus der Bevölkerung im Durchschnitt 1,7 Ärzte sowie 2,3 Betten in einem staatlichen Krankenhaus. Hocharabisch ist die Amtssprache, Englisch gilt als Sprache des Handels, nebenbei werden noch ein paar Dialekte des Arabischen gesprochen, die aber im offiziellen Gebrauch kaum Anwendung finden.
Religion
Im Hedschas, der in Saudi-Arabien liegt, befinden sich die zwei wichtigsten heiligen Stätten des Islam. Die Hauptreligion ist der zum sunnitischen Islam gehörende wahabitische Islam, dem 73 % der Bevölkerung, vor allem im Nadschd und im Norden, angehören. Andere Sunniten stellen 12 % der Bevölkerung, Schiiten etwa 5 %. Andere Religionen als der Islam sind in Saudi-Arabien verboten. Das heißt für Gastarbeiter und Diplomaten ist es bei Strafe verboten etwa einen Gottesdienst zu feiern, eine Taufe oder eine letzte Ölung zu empfangen. Kirchen gibt es keine und die Errichtung von Kirchen ist verboten. Auf Missionierung zu anderen Bekenntnissen als dem Islam und den Abfall vom Islam steht die Todesstrafe, die auch vollstreckt wird.
Die beiden heiligsten Stätten des Islam, die Kaaba in Mekka und die Ruhestätte des Propheten Mohammed in Medina liegen in Saudi-Arabien, sodass das Land jährlich das Ziel von Hunderttausenden Pilgern wird, vor allem während des Hadsch.
Hadsch
Die größten Städte
- Größte Städte: Riad, Dschidda, Mekka, Medina, Taif
In Saudi-Arabien gibt es drei Städte mit über einer Million Einwohnern. Eine davon ist Riad, Hauptstadt und Regierungssitz des Landes, mit rund 4,1 Mio. Einwohnern. Die Stadt liegt ca. 150 km südlich des nördlichen Wendekreises zwischen den beiden größten Wüsten des Landes relativ zentral im östlichen Teil der Landesmitte.
Riad ist seit der Unabhängigkeit Saudi-Arabiens im Jahre 1932 Hauptstadt des Landes. Auch historisch ist Riad ein sehr wichtiger Durchreiseort des arabischen Raums, der Pilgerwege nach Mekka und Medina, die wichtigsten Pilgerstätten des Islam. In Riad befindet sich der Hauptpalast des Königshauses Saud, das seit 1824 in der Stadt residiert. Riad, auch Er-Riad genannt, war ursprünglich eine Oase, die sich nach und nach zur Metropole entwickelte, besonders nach dem Ölboom in der Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts.
Die nächstgrößere Stadt in Saudi-Arabien ist die Hafenstadt Dschidda am Roten Meer in der Nähe von Medina. Dschidda hat 2,8 Millionen Einwohner und ist der wichtigste Exporthafen für Erdölprodukte und Vieh (Ziegen, Schafe und Kamele) aus Saudi-Arabien. Seit 1947 hat die Stadt eine gigantische Entwicklung durchlebt: Damals hatte sie ca. 30.000 Einwohner und war auf eine kleine Fläche innerhalb ihrer Stadtmauern begrenzt. Heute kann man die Ausmaße der Stadt am besten an ihrer Prachtstraße festmachen, der „Corniche“, die von Hotels und Palästen gesäumt 60 km an der Küste des Roten Meeres entlang führt. Die Stadt ist eingebettet zwischen Meer und dem Asir-Gebirge. Dschidda ist ca. 300 Jahre alt, hier ist der Hafen besonders hervorzuheben.
Als nächstes in der Liste der großen Städte des Landes ist Mekka zu nennen, die wichtigste Stadt des Islam. In Mekka leben dauerhaft rund 1,3 Mio. Menschen, zur Zeit der Hadsch, der pflichtgemäßen Pilgerfahrt der Moslems nach Mekka, befinden sich jedoch hunderttausende Pilger in der Stadt. Sie werden oft in Zeltstädten untergebracht und von der saudischen Regierung mit Essen und Trinken versorgt . Mekka hat historisch eine große Bedeutung als Handelsstadt, da sie Knotenpunkt vieler Karawanenrouten aus Asien und Afrika nach Europa war.
Die größere Bedeutung in Mekka ist jedoch der Religion zuzumessen. In der Stadt befindet sich das wichtigste Heiligtum des Islam, die Kaaba, die sich im Zentrum der Stadt befindet und Ziel der islamischen Pilgerreisen ist. Alle Muslime in der Welt richten ihre Position beim Gebet Richtung Kaaba. Mekka befindet sich in der Nähe Dschiddas im Landesinneren ungefähr 200 km südlich des nördlichen Wendekreises im mittleren Westen des Landes. Durch die besondere religiöse Position der Stadt wechselte die Herrschaft über die Stadt in der Geschichte regelmäßig, je nachdem welche muslimische Macht gerade den größten Einfluss hatte.
Die kleinste Großstadt Saudi-Arabiens ist mit 919.000 Einwohnern Medina. Medina liegt in der Mitte des Landes im westlichen Teil auf der Höhe von Riad. Die Stadt hat ebenfalls eine sehr große Bedeutung für den Islam. Sie ist die zweitheiligste Stadt der Moslems. Medina ist so wichtig, da in der Stadt der Prophet Mohammed begraben ist und damit ein wichtiger Pilgerort ist. Medina tat sich ebenfalls als Karawanenstadt hervor und war ein wichtiges Handelszentrum. 1932 wurde Medina von den Truppen des saudischen Königs von der Herrschaft der Haschimiten befreit und dem Königreich einverleibt.
Nicht-Muslimen ist das Betreten der heiligen Städte untersagt.
Siehe: Liste der Städte in Saudi-Arabien
Geschichte
Hauptartikel: Geschichte Saudi-Arabiens
Seit Beginn der historischen Überlieferung war die Arabische Halbinsel von Semiten bewohnt. Wegen des Wüstenklimas war die Nomadenwirtschaft vorherrschend. Immer wieder drangen sie auch aus der Wüste in die fruchtbaren Gebiete Mesopotamiens und Syriens ein (Akkader, Amoriter, Aramäer). Die größte dieser Bewegungen wurde aber durch die Verbreitung des Islams durch den Propheten Muhammad im 7. Jahrhundert ausgelöst. Innerhalb weniger Jahrzehnte eroberten die Muslime ein Reich zwischen Spanien und Indien.
Durch die Verlagerung des Reichszentrums verlor Arabien aber bald wieder seine politische Bedeutung. Nur die Heiligen Stätten Mekka und Medina im Hedschas wurden jährlich von muslimischen Pilgern besucht. Seit dem 18. Jahrhundert verbündete sich die Dynastie der Saud mit der fundamentalistischen islamischen Reformbewegung der Wahhabiten, um auf diese Weise die arabischen Beduinenstämme zu einigen und zu unterwerfen.
Ein erster größerer Expansionsversuch unter Emir Saud I. (1803-1814) provozierte jedoch im Auftrag des ohnmächtigen osmanischen Sultans eine vernichtende Militärintervention des osmanischen Vizekönigs von Ägypten, Muhammad Ali, dessen Truppen Sauds Sohn Abdallah I. 1818 vernichtend schlugen. Zweimal - 1818-1822 und nochmals 1838-1843 - wurde das saudische Herrschaftsgebiet im Nedschd von ägyptischen Truppen besetzt. Nach diesen gewaltigen Rückschlägen gerieten die erheblich geschwächten Saudis unter die Oberherrschaft anderer, osmanentreuer arabischer Stammesfürsten.
Erst Emir Abd-al-Aziz II. ibn Saud (regierend ab 1902), der spätere Gründer von Saudi-Arabien (1932), befreite seine Dynastie und deren Stamm von dieser Unterordnung und konnte den wahabbitischen Fundamentalismus erneut für eine siegreiche militärische Expansion in Arabien nutzen.
Entscheidend war hier der militärische Sieg über die konkurrierende Dynastie der Haschemiten, der ibn-Saud 1925 ihr Stamm-Königreich Hedschas (mit den heiligen Städten Mekka und Medina) nehmen konnte.
Nach weiteren Eroberungen wurden die unterschiedlichen Gebiete 1932 zum neuen Einheitsstaat Saudi-Arabien vereinigt. Durch die reichen Erdölvorkommen erlangte Saudi-Arabien Wohlstand und große Bedeutung für die Wirtschaft der Industrienationen.
Politik
Saudi-Arabien ist eine islamische absolute Monarchie. Bis 1. August 2005 regierte den wahhabitischen Staat König Fahd ibn Abd al-Aziz Al Saud, der gleichzeitig Premierminister war. Auch der Rest der königlichen Familie hat wichtige Regierungsämter inne. Die Regierungsgeschäfte werden bereits seit einigen Jahren vom Kronprinzen und designierten neuen König Abdullah bin Abdelaziz geführt, da König Fahd aufgrund einer schweren Krankheit seit 1995 dazu nicht mehr in der Lage war.
Seit der saudischen Staatsgründung von 1932 herrschten fünf Könige über das Reich, alle aus dem Hause der Al Saud. Muss ein neuer König ernannt werden, so tritt der Rat der Ältesten aus dem Königshaus zusammen, um ihn zu bestimmen. Dem König untersteht ein Ministerrat, der erst 1993 eingerichtet wurde. Er hat jeweils 120 Mitglieder, die vier Jahre diese Position bekleiden. Alle Mitglieder dieses Rates werden vom König persönlich ernannt. Der Rat hat aber keine Verfügungsgewalt über den Staatshaushalt oder über Gesetzesbeschlüsse, er berät lediglich den König. Alle Schlüsselministerien, wie Inneres, Äußeres, Verteidigung und Wirtschaft sind mit Prinzen aus dem Königshaus in ihren Spitzenpositionen besetzt. Großen Einfluss auf das Volk haben die Ulema, die Religionsgelehrten, die in den Moscheen des Landes predigen.
Das Land ist seit 1993 in dreizehn Regierungsbezirke aufgeteilt, die einem vom König ernannten Gouverneur unterstehen. Die kleinen Städte und Dörfer werden in der Regel von einem Dorf- oder Ältestenrat regiert. Die Verfassung des Landes besteht in schriftlicher Form erst seit 1992. In diesem Jahr wurde das 83 Punkte starke Dokument verfasst, das auf der Schari'a, dem islamischen Recht, basiert. Weiterhin orientiert sich das Gesetz am Koran und der Sunna. Diese Regeln werden strikt ausgelegt und vor allem auch durchgesetzt. Im Staat gibt es weder eine legale Opposition noch eine Regierungspartei. Gewerkschaften sind vom König offiziell verboten.
Frauen haben keine politischen Rechte. Bis 2001 durften sie noch nicht einmal einen eigenen Pass besitzen. Daher bekleiden sie auch in der Regierung, die mehrheitlich von Mitgliedern des Königshauses gestellt wird, keine Positionen. Viele Berufe sind ihnen nicht zugänglich. Sie dürfen das Land ohne Erlaubnis ihres Ehemanns oder eines anderen männlichen Vormunds nicht verlassen.
Trotz der nicht demokratischen Herrschaftsform war Saudi-Arabien bislang ein enger Verbündeter der USA. Die US-Armee unterhält seit dem Zweiten Golfkrieg mehrere wichtige Stützpunkte in Saudi-Arabien (zum Beispiel Al Kharj, südlich von Riad).
Seit den Anschlägen vom 11. September 2001 auf das World Trade Center in New York hat sich das Verhältnis zwischen den beiden Staaten jedoch abgekühlt.
15 der 19 Attentäter waren saudische Staatsangehörige, was von offizieller Seite zunächst dementiert wurde. Für den zweiten Golfkrieg gegen den Irak (Insgesamt der dritte Golfkrieg also) durften die saudischen Stützpunkte nur teilweise genutzt werden. Zudem sind wegen der World-Trade-Center-Anschläge eine Reihe von Schadensersatzklagen in Multi-Milliarden-Dollar-Höhe vor allem gegen Saudi-Arabien in den USA anhängig. Dieser Aspekt sorgt für zusätzliche Spannungen zwischen den beiden Staaten.
Saudi-Arabien ist Mitglied des Golf-Kooperationsrats (Gulf Cooperation Council, GCC)
Siehe auch: Politisches System Saudi-Arabiens
Das Königshaus
Seit der Staatsgründung 1932 durch Ibn Saud wurde das Königreich von sechs Monarchen in folgender Reihenfolge regiert:
- Abd al-Aziz al Saud, (1932-1953)
- Saud, (1953-1964), Sohn von König Abd al-Aziz
- Faisal, (1964-1975), Sohn von Abd al-Aziz
- Chalid, (1975-1982), Sohn von Abd al-Aziz
- Fahd, (1982-2005), Sohn von Abd al-Aziz
- Abdullah, (seit 2005), Sohn von Abd al-Aziz
König Fahd, war seit 1982 im Amt und führte maßgebliche Reformen im Land durch. Alle stammen von König Abd al-Aziz ab. Er und seine männlichen Nachkommen zeugten mindestens 5.000 Prinzen, die zum Großteil Funktionen in den Ministerien des Staates innehaben. Die Zahl seiner männlichen Nachkommen in direkter Linie steigt beständig stark an. Das verdeutlicht wie allgegenwärtig das Königshaus im Lande ist.
Saudi-Arabien ist ein religiös legitimierter Staat. Der König bezeichnet sich seit 1986 als Hüter der heiligen Stätten von Mekka und Medina (arab. خادم الحرمين), was ihn und das Königshaus in der islamischen Welt aufwerten sollte. Deshalb legt das Königshaus großen Wert darauf, die Politik nicht von der Religion zu trennen, wie es zum Beispiel in der Türkei strikt getan wird. Insbesondere die langjährige Verbundenheit der Dynastie der Saud mit dem wahabitischen Klerus und umgekehrt trägt zur Verankerung der Monarchie im Königreich bei. In letzter Zeit zeigen sich jedoch Risse in dieser gegenseitigen Verbundenheit.
Starker Mann im Königshaus und neuer König ist der bisherige Kronprinz Abdullah. Der gelähmte und an Krebs leidende König Fahd verstarb am 1. August 2005.
Menschenrechte
In Saudi Arabien sind schwerste Menschenrechtsverletzungen an der Tagesordnung. Der Jahresbericht 2003 der Organisation Amnesty International listet unter anderem die folgenden Tatbestände auf:
- Inhaftierung gewaltloser politischer Oppositioneller
- Folterungen von Gefangenen
- Anwendung von Prügelstrafen (meistens Auspeitschungen)
- Amputationen von Gliedmaßen als Bestrafung
Im Jahre 2003 wurden in Saudi-Arabien nach offiziellen Angaben 50 Menschen hingerichtet. Darunter waren 17 Saudis. Bei den hingerichteten Ausländern handelt es sich größtenteils um Gastarbeiter aus asiatischen Ländern.
In Saudi-Arabien sind Frauen gemäß wahhabitischer Tradition weitgehend rechtlos. Sie müssen sich verhüllen, dürfen sich nicht ohne Aufsichtsbegleitung durch den Ehemann oder andere männliche Verwandte im öffentlichen Raum bewegen und dürfen ohne Genehmigung durch den Ehemann weder einen Personalausweis besitzen noch das Land verlassen. In Saudi-Arabien ist Frauen das Lenken von Kraftfahrzeugen strikt untersagt; im Oktober 2005 bestätige König Abdullah, dass sich daran in nächster Zeit auch nichts ändern werde. Erst seit 1966 dürfen Frauen Schulen besuchen. Inzwischen ist im Bildungssektor die Liberalisierung so weit vorangeschritten, dass die Mehrheit der Studenten Frauen sind. Sie müssen ihre Vorlesungen allerdings am Bildschirm verfolgen, da in der Universität wie im gesamten öffentlichen Raum der Grundsatz gilt, dass Frauen keinerlei Kontakt zu nichtverwandten Männern haben dürfen.
Frauen besitzen derzeit weder ein aktives noch passives Wahlrecht. Demokratische Wahlen gab es erstmals 2005, jedoch nur auf kommunaler Ebene. Dabei konnten die Männer außerdem nur die Hälfte der Abgeordneten bestimmen. Der Rest wird weiterhin vom Königshaus einberufen. An den nächsten Kommunalwahlen sollen sich laut offiziellen Verlautbarungen auch Frauen beteiligen können, was im Land jedoch umstritten ist. Die Umsetzung dieser Ankündigungen bleibt deshalb unsicher.
Auch die Politik und das Strafrechtswesen sind von schweren Menschenrechtsverstößen geprägt. Oppositionelle werden regelmäßig inhaftiert und immer wieder auch gefoltert.
Provinzen
wahhabitischer
Das Land ist in 13 Provinzen (mintaqat, singular - mintaqa) unterteilt, dazu kommen noch zwei Regionen, die neutral, aber dem Königreich zugehörig sind.
#Baha
#Northern Frontier
#Dschauf inklusive Qurayyat
#Medina
#Gasim
#Riad
#Eastern Province
#Asir
#Hail
#Dschaizan
#Mekka
#Nadschran
#Tabuk
Infrastruktur
Das Schienennetz ist 1.390 km lang und meist einspurig.
Das Straßennetz ist 146.524 km lang und 50 % davon sind befestigt.
Es gibt 3 internationale Flughäfen: Dammam, Dschidda und Riad. Die nationale Fluglinie ist Saudi Arabian Airlines. Eine überragende Stellung nehmen die beiden Ölhäfen Ras Tannura bei Dammam am Persisch-Arabischen Golf und Yanbu am Roten Meer ein. Etwa die Hälfte aller Reisenden sind Pilger nach Mekka.
Die Küstenschifffahrt ist von großer regionaler Bedeutung für Handel und Verkehr. Eine Ölpipeline führt von den Ölfeldern am Persisch-Arabischen Golf nach Yanbu am Roten Meer. Sie ist 2.200 km lang.
Wirtschaft
Saudi-Arabien ist der größte Produzent von Erdöl weltweit und kontrolliert ca. 25 % aller bekannten Reserven und ist ein führendes Mitglied der OPEC. 1938 wurde die Erdölförderung aufgenommen, 1944 der Ölexport. Im Jahre 2000 stammten 12,3 % des weltweit geförderten Erdöls aus Saudi-Arabien. Die Vorräte belaufen sich auf 35 bis 36 Milliarden Tonnen. Da Saudi-Arabien 25 % aller Erdölreserven der Welt besitzt, ist die Wirtschaft des Landes im weitesten Sinne auf alles, was mit Öl zu tun hat, spezialisiert.
Das zweitwichtigste Wirtschaftsgut ist Erdgas, danach kommt der Dienstleistungssektor, insbesondere der Tourismus, da jährlich mehr als eine Million Pilger das Land besucht. Saudi-Arabien erwirtschaftete im Jahr 2000 ein Bruttoinlandsprodukt (BIP) von 144,4 Milliarden Euro. Das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf lag im selben Jahr bei 6.967 Euro. Davon wurde mit 7 % der kleinste Teil in der Landwirtschaft erwirtschaftet. Der größte Teil am BIP mit, 47,7 % wurde in der Industrie des Landes, die natürlich zum Großteil in der Ölförderung und deren Derivaten bestand, erwirtschaftet. Der Anteil des Dienstleistungssektors war mit 45,2 % fast ebenbürtig.
Saudi-Arabien hatte damit ein Wirtschaftswachstum von 4,1 %, ein Wert von dem mancher europäischer Staat nur träumen kann. Die Währung im Königreich ist der Riyal. Er spaltet sich in folgende Untereinheit auf: 1 Saudi-Riyal (SR) = 20 Qirshes = 100 Halala. Der Wechselkurs zum Euro beträgt im Moment: 1 SR: 0,24 € (Stand: 11. Oktober 2004). Saudi-Arabien hat eine Inflationsrate von -1,4 %.
Saudi-Arabiens Handelsbilanz vermeldet einen Überschuss von 36,989 Mrd. Euro. Das Land exportierte im Jahr 2002 Waren im Wert von 60,86 Mrd. Euro, davon 88 % Rohöl sowie 5,1 % petrochemische Produkte, in folgende Hauptausfuhrländer: in die USA mit 16,3 % am meisten, danach folgt Japan mit 14,9 % am Anteil der Waren und schließlich Südkorea mit 9,6 %. Diese Länder stellen die wichtigsten Außenhandelsländer Saudi-Arabiens dar. Als wichtige Exportländer sind des Weiteren noch Singapur und Frankreich zu nennen.
Importiert wurden Waren und Güter im Wert von 23,871 Mrd. Euro. Die wichtigsten Waren, die ins Land importiert wurden, waren Maschinen, Transportmittel und Chemikalien. Auch auf diesem Sektor der Wirtschaft spielen die Vereinigten Staaten wieder eine herausragende Rolle. Sie exportierten 18,9 % der Güter ins Königreich. Großbritannien, Japan, Deutschland und Frankreich teilen sich hinter den USA zum größten Teil den Exportmarkt für Saudi-Arabien. Der Staat tätigt im Königreich Ausgaben von 45,17 Mrd. Euro.
Die meisten Mittel werden für die Bevölkerung und die Infrastruktur aufgewendet. Es werden keine Angaben zur Arbeitslosigkeit und zu den Auslandsschulden gemacht. Hinter vorgehaltener Hand wird aber von einer Arbeitslosenquote von bis zu 30 % gesprochen. Ein weiteres Problem für die jungen Saudis ist, dass hoch bezahlte Arbeitsplätze vom Staat nicht mehr selbstverständlich an jeden Saudi verteilt werden.
Sie sehen sich mit der für sie völlig neuen Situation konfrontiert, Arbeiten zu verrichten, die bisher von den ca. 6 Mio. Gastarbeitern verrichtet wurden. Die meisten dieser Arbeiten liegen nach Meinung der Saudis unter ihrem Niveau. Die saudische Regierung versucht nun, die ausländischen Arbeitnehmer aus ihren Positionen zu verdrängen und diese niedrig bezahlten Arbeitsplätze mit jungen Saudis zu besetzen. Bislang werden nur 44 % der Arbeitsplätze von Saudis bekleidet.
Das Land hält Devisenreserven von 17,373 Mrd. Euro. Anscheinend hat Saudi-Arabien seit dem Beginn des Ölbooms in den 1950er Jahren eine sehr gute wirtschaftliche Position inne und behauptet diese. Reichtum ist im Königreich offensichtlich. Die Wirtschaft hat aber in Zeiten, in denen das Öl knapper wird, seinen Zenit wahrscheinlich schon überschritten und Probleme werden sich in Kürze einstellen. Das Pro-Kopf-Einkommen sank, beispielsweise von 1980 bis heute um 70 %.
Bodenschätze
Erdöl, Erdgas, Gold, Kalkstein, Gips, Marmor, Ton, Salz, Eisenerz und Phosphor
Industrie
Erdölraffinerie, Grunderzeugnisse der Petrochemie, Dünger, Zement, Stahl, Textilien, Export
Landwirtschaft
Wassermangel und wenig fruchtbare Böden setzen der landwirtschaftlichen Nutzung Grenzen. In der arabischen Wüste wurden große künstliche Farmen errichtet, in denen unter Klimaanlagen und großem finanziellen Aufwand Rinder gezüchtet werden, um das Land unabhängiger von Fleisch-Importen zu machen.
Kultur
- Nationalfeiertag: 23. September
Die Kultur ist vom wahhabitischen Islam geprägt. Das Land nimmt in der islamischen Welt eine Sonderstellung ein, da auf dem Staatsgebiet die beiden heiligen Städte Mekka und Medina liegen. Die Kultur und das gesellschaftliche Leben in Saudi-Arabien folgen genau festgelegten Regeln, denen der sunnitischen Konfession der islamischen Religion. Erneut begründet es sich damit, dass in Saudi-Arabien Mekka und Medina liegen, die wichtigsten Städte der islamischen Welt.
Das ganze Leben der in Saudi-Arabien lebenden Menschen scheint sich nach den Regeln der wahabitischen Machthaber zu bewegen. Alle müssen sich den aufgestellten Regeln unterwerfen, wie zum Beispiel der Arbeitsruhe während der fünf täglichen Gebetszeiten. Männer müssen sofort an Ort und Stelle beten. Frauen ist es gestattet, das Gebet nachzuholen, wenn sie sich an einem geeigneten Ort befinden. Das ganze öffentliche Leben im Land wird durch die Religionspolizei überwacht.
Saudi-Arabien versucht dem Rest der islamischen Welt ein Vorbild in der Auslegung des Korans und der durch die Schari'a vorgeschriebenen Lebensart zu sein. Daraus resultiert, dass zum Beispiel Frauen nur in Begleitung eines männlichen Verwandten total verschleiert, mit einem schwarzem Gewand, das bis zu den Knöcheln reicht, auf die Straße gehen dürfen. Es ist ihnen nicht erlaubt ein Auto selbst zu fahren. Im Juni 2005 begann Hanadi Zakariyya Hindi als erste Frau in Saudi-Arabien ihre Arbeit als Pilotin bei einer privaten Fluglinie. Sie muss sich aber zum Flugplatz chauffieren lassen.
Dadurch, dass das Königshaus Al Saud so auf seine Verantwortung gegenüber dem Islam beharrt, ist es verboten, öffentliche Theater, Kinos oder Schauspielhäuser zu betreiben. Kultur findet nur in einem sehr engen Rahmen statt. Sie muss traditionell sein und dem Glauben dienen. Wendet sich das beispielsweise in der Literatur dargestellte Thema der Theologie oder der Darstellung anderer Länder zu, wird sie meistens tabuisiert und gilt als verpönt. Versucht man als Mensch aus dem Westen eine kulturelle Veranstaltung durchzuführen, so unterliegt sie immer der strengen Kontrolle und Zensur der wahabitischen Religionsgelehrten.
Das kulturelle Erbe des Landes wird zum Beispiel auf dem alljährlich veranstalteten Dschanadriyya-Kultur-Festival gepflegt. Hier gelangen traditionelle Musik und Tänze zur Aufführung. Das ganze kulturelle Leben im Königreich ist vollkommen auf den Islam ausgelegt.
Verhalten gegenüber Ausländern
Saudi-Arabien ist kein touristisches Reiseland.
Touristenvisa werden nur in sehr geringer Anzahl und unter strengen Auflagen, z. B. nicht an ledige Frauen unter 45 Jahren, für Gruppenreisen vergeben.
In aller Regel erfordert eine Einreise nach Saudi-Arabien die formale, schriftliche Einladung eines Inlands-Saudis mit Benennung von Interessen und Gründen, die darlegen müssen, warum zur Erledigung bestimmter Aufgaben die Einreise eines Ausländers erforderlich wird. Der einladende Saudi bürgt gegenüber dem Staat für das korrekte Verhalten des Einreisenden, er wird in aller Regel "Sponsor" ( kāfil) - und erwartet teils Bezahlung dafür.
Zur Arbeitsaufnahme werden den erteilten Visa meist regionale Einschränkungen mitgegeben. Das bedeutet, dass im Visum die Provinz genannt wird, in der sich der Einreisende aufhalten darf; Umherreisen im ganzen Land wird damit als ungewollt unmöglich gemacht und behindert: diese Auflagen werden im Lande aufgrund der sich verschärfenden Sicherheitslage (Stand 2004/2005) oftmals kontrolliert mittels Straßensperren.
All diese Regelungen geschehen unter der generell so einzuschätzenden Lage, dass Saudis den Kontakt mit nicht-arabischen Menschen oder Nicht-Muslimen überwiegend meiden möchten. Erkennbar nicht-arabische Ausländer haben zum Teil im Alltag mit spontanen Anfeindungen und extrem unfreundlichen Akten zu rechnen, als Beispiel unfallgefährdende Angriffe im Straßenverkehr.
Die im Inland stark umstrittene Regierung Saudi-Arabiens durch das Prinzenheer der Al Saud steht in einem Spagat zwischen den Wünschen der eigenen Bevölkerung nach islamisch integrem Leben ohne Fremdeinflüsse, und der politischen Annäherung an den Westen, genauer an die USA. Sie sieht sich zunehmender Kritik der Einheimischen hierzu ausgesetzt; die Frage des Umgangs mit Nicht-Arabern polarisiert das Land.
Aufgrund zunehmender Arbeitslosigkeit unter der saudischen Bevölkerung plant die Regierung den Ausbau des Pilger-Tourismus. Neben den Pilgerstätten Mekka und Medina sollen muslimische Pilger in Zukunft historische und landschaftlich reizvolle Stätten besuchen können. Eine Teilrealisierung dieses Plans wurde bislang jedoch noch nicht erreicht.
Sehenswürdigkeiten
Das Land hat eine einzige antike Stätte: Mada'in Salih, nahe der Provinzstadt al-Ula, auf halbem Weg zwischen Medina und Ha'il im Norden des Landes. Es handelt sich hierbei um eine ca. 2000 Jahre alte Felsengräberstätte. Bemerkenswert an dieser Stätte sind die aufgrund geringer Witterung gut erhaltenen Felsinschriften auf Aramäisch (ca. 2000 Jahre) und Thamutisch (ca. 4000-5000 Jahre). Sehr außergewöhnlich sind die in dieser Gegend besonders zahlreich vorkommenden und aufgrund von Witterung entstandenen Felsformationen, die dem Betrachter Abbildungen von Tier- und Menschengestalten vermitteln.
Bildung
Es besteht eine offizielle neunjährige Schulpflicht für beide Geschlechter. Von der Grundschule bis zum Hochschulabschluss übernimmt der Staat die Ausbildungskosten. Die Einschulungsquote liegt bei 63 %. Es gibt acht Universitäten und 65 Colleges, unter anderem in Dammam, Zahran, Dschidda, Medina und Riad. 17 Colleges sind den Frauen vorbehalten.
Die Analphabetenquote sank zwischen 1962 und 1995 von 97,5 % auf 37,2 %.
Saudi-Arabien verfügt über ein großes Bildungsangebot in Bezug auf die islamische Religion. Die meisten großen Bildungsinstitutionen liegen in Riad. Neben den islamischen Wissenschaften liegt ein weiterer Schwerpunkt im Bereich der technischen Wissenschaften. Zum Thema Erdöl und dessen Verarbeitung sind die Bildungseinrichtungen Saudi-Arabiens Weltspitze.
Die Unterrichtssprache an den Universitäten des Landes ist meistens Englisch.
Ihre Grundbildung erhalten die saudischen Kinder in Koranschulen, die es in jedem kleinen Dorf gibt. Obwohl die Rechte der Frauen in Saudi-Arabien stark eingeschränkt sind, werden Jungen und Mädchen gleichermaßen unterrichtet. Auch etwa die Hälfte der Universitätsabsolventen ist weiblich - nur finden sie nach dem Abschluss in der Regel keinen Arbeitsplatz.
Umwelt
Die Versorgung mit Trinkwasser stellt aufgrund des Reichtums des Landes kein Problem dar, obwohl Wasserknappheit ein wachsendes Problem ist, da sich auch die Grundwasserreserven langsam erschöpfen. Das Land ohne Flüsse und Seen begegnet dem drohenden Mangel mit Bau von Tiefbrunnen und Meerwasserentsalzungsanlagen, die wiederum einen bedeutenden Teil der Energie verbrauchen. Die Küsten am Persischen Golf und am Roten Meer sind teilweise ölverschmutzt.
Literatur
Sachbücher
- Baer, Robert, Sleeping With The Devil: How Washington Sold Our Soul for Saudi Crude (Crown, 2003) ISBN 1400050219
- Gold, Dore, Hatred's Kingdom : How Saudi Arabia Supports the New Global Terrorism (Regnery Publishing, Inc. 2004) ISBN 0895260611
- Mackey, Sandra, The Saudis: Inside the Desert Kingdom (Houghton Mifflin, 1987) ISBN 0395411653
- Ménoret, Pascal, The Saudi Enigma: A History (Zed Books, 2005) ISBN 1842776053
- al-Rasheed, Madawi, A History of Saudi Arabia (Cambridge University Press, 2002) ISBN 052164335
- Matthew R. Simmons, Twilight in the Desert: The Coming Saudi Oil Shock and the World Economy 2005 ISBN 047173876X
- Guido Steinberg, Saudi-Arabien. Politik Geschichte Religion, München: C.H. Beck 2004, ISBN 3406511120
Romane
- Abdalrachman Munif, Salzstädte, Taschenbuchausgabe, Heyne, 2005
ISBN 3453350197
Weblinks
- [http://www.sueddeutsche.de/ausland/artikel/671/7664/ König Fahd, Saudischer Monarch in der Islamisten-Falle - ein Portrait] in der Süddeutschen Zeitung.
- [http://www.un.org/Depts/Cartographic/map/profile/mideastr.pdf Karte der umgebenden Region] bei der [http://www.un.org/Depts/Cartographic/ UN Cartographic Section].
- [http://www.datenreise.de/de/censorship/saudi.php Internetzensur in Saudi-Arabien]
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Felipe SeadeFelipe Seade (1912 – 18 January 1969) was a painter and teacher who spent most of his life in Uruguay.
Seade was born in Santiago de Chile, the elder son of a Lebanese immigrant family. Eleven years later his whole family moved to Montevideo, Uruguay. At the age of 12 Seade began working as an assistant of the Muralist Enrique Albertazzi and the painter Guillermo Rodríguez. Under Rodríguez' influence Seade took some painting courses at the Fine Arts Circle school. He had his first show in 1925. From 1931 well into the 50's Seade presented work in many national and city halls.
In 1944, Seade began his parallel career as a teacher. He first work as teacher of drawing at the Liceo de Colonia, where he managed to paint the large mural, Alegoría al Trabajo (1936), and later as a professor of the Montevideo Fine Arts School, where he taught for 25 years.
It is impossible to understand Seade's artistic life without a reference to his political life. He wanted to paint for "the people, not for the walls of the bourgeoisie". He aspired to paint murals, the preferred way for his generation to reach the masses, but the only murals he managed to finish were the one in Colonia and the "La marcha del Pueblo a la Piedra Alta" (1939) at the Conference Hall of the Liceo de Florida. However, a significant part or Seade's work is formed by his sketches of murals and preparity sketches for murals.
Thematically, Seade mostly sought to represent the characters of Uruguayan life — washing women, "Gauchos", soccer fans, kids and women. Not from a tourist perspective, which he despised, but with the passion of a convinced social realist.
Seade was also an expert draughtsman. His most public work was a long series of illustrations for a key local magazine, Mundo Uruguayo. His more private drawings were mostly sketches for paintings.
Although Seade had an active participation in Salons and through his teaching was one of the more visible artists of Uruguay in his time, he disliked and avoided the world of galleries and art critics. This is probably one reason why after his death he has remained in relative obscurity. Important critics and historians such as Gabriel Peluffo Linari, Fernando García Esteban and Atahualpa del Cioppo have recognised Seade's cultural importance.
External links
- [http://www.felipeseade.com Felipe Seade Web Site] including many examples of his work.
Seade, Felipe
Seade, Felipe
Seade, Felipe
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