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Golf Von Biskaya

Golf von Biskaya

Die Biskaya, auch der Golf von Biskaya genannt, ist eine Bucht des Atlantik nördlich von Spanien und westlich von Südfrankreich und erstreckt sich von Galicien bis zur Bretagne. Die Franzosen sprechen vom Golfe de Gascogne. Dieses Seegebiet ist für schlechtes Wetter und extremen Seegang berüchtigt. Die südliche Biskaya vor der spanischen Küste nennt sich auf Spanisch Mar Cantábrico (kantabrische See), allerdings existiert im Spanischen auch die Bezeichnung Golfo de Vizcaya für die gesamte Biskaya. Das Wort Biskaya stammt von der Bezeichnung der gleichnamigen baskischen Provinz (baskisch Bizkaia, spanisch Vizcaya). Die autonomen Regionen Spaniens und die größten Hafenstädte entlang dieser Küste sind - von West nach Ost -
- Galicien (galic. Galicia)
- Asturien (span. Asturias, astur. Asturies), mit Gijón (astur. Xixón)
- Kantabrien (span. Cantabria), mit Santander
- Baskenland (bask. Euskadi, span. País Vasco), mit Bilbao (bask. Bilbo) und Donostia (span. San Sebastián) Ein Teil dieser Küste ist als Costa Verde bekannt. Entlang der französischen Küste der Biskaya liegen die Häfen
- Bayonne
- Bordeaux
- La Rochelle
- Saint-Nazaire Kategorie:Meer Kategorie:Geographie (Frankreich) Kategorie:Geographie (Spanien) ja:ビスケー湾

Atlantik

Der bis 9.219 m tiefe Atlantische Ozean bzw. Atlantik (umgangssprachlich in Deutschland Großer Teich genannt) bedeckt mit 106,57 Mio. km² Fläche etwa ein Fünftel der gesamten Erdoberfläche und ist damit der zweitgrößte Ozean der Erde.

Geografie

Der Atlantik, der sich bis auf seinen äußersten Nordostteil und seinen Südostteil auf der Westhalbkugel der Erde befindet, liegt zwischen der Arktis im Norden, Europa im Nordosten, Afrika im Südosten, der Antarktis im Süden, Südamerika im Südwesten und Nordamerika im Nordwesten. Im Norden grenzt er an das Nordpolarmeer, im Süden an das Südpolarmeer.

Daten

Ohne Nebenmeere, wie zum Beispiel Karibik, Mittelmeer und Nordsee beträgt die Fläche des 106,57 Mio. km² großen Atlantiks "nur" noch 83,4 Mio. km². Seine Wassermassen umfassen diesbezüglich ein Volumen von 354,7 Mio. km³ (bzw. 323,6 Mio. km³). Während seine mittlere Tiefe dementsprechend 3.926 m (bzw. 3.332 m) beträgt, liegt seine tiefste Stelle bei 9.219 m unter NN (s.u.).

Namensherkunft

Der Name des Atlantiks entstammt der griechischen Mythologie und bedeutet Meer des Atlas.

Meeresboden

Innerhalb des Atlantiks bzw. auf dessen Meeresboden befindet sich ein hoher und sehr langgestreckter Mittelozeanischer Rücken, viele niedrigere Schwellen, Tiefseebecken, Tiefseerinnen und verschiedene Meerestiefs. Zu den Mittelozeanischen Rücken gehört der Mittelatlantische Rücken, der sich ungefähr in der Mitte des Atlantiks von Nord nach Süd durch den Ozean zieht. Er stellt eine divergierende Plattengrenze dar. Der Ozeanboden wird immer älter, je weiter er vom Mittelozeanischen Rücken entfernt ist. Durch die ständig aus dem Mittelozeanischen Rücken hervorquellende Lava verbreitert sich der Atlantik und schiebt die Kontinente auseinander. Zu den Tiefseerinnen bzw. Meerestiefs gehört der Puerto-Rico-Graben mit seiner 9.219 m unter NN liegenden Milwaukeetief, welche die tiefste Stelle des Atlantiks darstellt. Man kann den Atlantik in Nord-, Zentral- und Südatlantik einteilen. Hierbei weisen die Böden des Zentralatlantiks das größte Alter auf - hier öffnete sich der Ozean zuerst.

Nebenmeere

Inseln

Einige der größten Inseln der Erde liegen im Atlantischen Ozean, so beispielsweise Grönland, Island, Großbritannien, Irland und Neufundland. Inselgruppen im Atlantik sind die Kanaren, die Azoren, die Bahamas, die Antillen, die Kapverden und die Falklandinseln. Kleinere, isolierte Inseln sind Madeira, Ascension, St. Helena und Tristan da Cunha.

Literatur


- Holger Afflerbach (2001): Das entfesselte Meer. Die Geschichte des Atlantik, ISBN 3492239897

Siehe auch


- Globales Förderband
- Meerestief
- Meerestiefe
- Tiefseebecken
- Tiefseerinne
- Wasser Kategorie:Ozean als:Atlantik ja:大西洋 ko:대서양 simple:Atlantic Ocean th:มหาสมุทรแอตแลนติก zh-min-nan:Tāi-se-iûⁿ

Frankreich

Frankreich (franz.: La France) ist ein demokratischer, noch immer stark zentralistischer Einheitsstaat im Westen Europas. Es grenzt an Belgien, Luxemburg, Deutschland, die Schweiz, Italien, Monaco, Spanien, Andorra, an den Atlantik mit dem Ärmelkanal und an das Mittelmeer. Neben dem Territorium in Europa gehören zu Frankreich Überseegebiete in der Karibik (u. a. Saint-Martin, das eine Landgrenze mit dem niederländischen Sint Marteen aufweist), Südamerika (Französisch-Guayana, das Landgrenzen zu Brasilien und Surinam hat), vor der Küste Nordamerikas, im Indischen Ozean und in Ozeanien.

Geographie

Hauptartikel: Geographie Frankreichs Insgesamt hat das „französische Mutterland” in Europa eine Fläche von 543.965 km². Frankreichs Landschaftsbild prägen überwiegend Ebenen oder sanfte Hügel im Norden und Westen. Der Rest ist gebirgig, Hauptgebirge sind die Pyrenäen im Südwesten, das Zentralmassiv und die Alpen im Südosten. Der höchste Berg Frankreichs und höchster Berg Europas ist der Mont Blanc (4.808 Meter). Aufgrund seiner Form wird Frankreich auch als l'Hexagone (Sechseck) bezeichnet. Mit Abstand wichtigste und größte Stadt in Frankreich ist die Hauptstadt Paris mit rund 12 Millionen Einwohnern im Großraum Paris (Region Île-de-France). Die Großräume um Marseille, Lille und Lyon haben ebenfalls mehr als eine Million Einwohner. Siehe auch: Städte in Frankreich, Nationalparks in Frankreich

Geschichte

Nationalparks in Frankreich Hauptartikel: Geschichte Frankreichs Durch die Französische Revolution 1789 wurde die mehr als 1.200 Jahre währende Monarchie gestürzt. So begann eine Periode des Umbruchs, in der wechselnd republikanische, napoleonisch-imperiale und monarchistische Staatsformen herrschten. Seit der Niederlage Napoleons III. 1870 ist Frankreich endgültig Republik. Im Ersten und Zweiten Weltkrieg war Frankreich einer der Hauptgegner Deutschlands. Nach dem Zweiten Weltkrieg verlor Frankreich seine größten Kolonien, Vietnam und Algerien, nach kriegerischen Auseinandersetzungen. Seit 1958 (Fünfte Republik) hat der Präsident umfassende Exekutivgewalt. Beim europäischen Einigungsprozess spielt Frankreich heute gemeinsam mit Deutschland eine tragende Rolle.

Politik

Politisches System

Frankreich ist eine zentralistisch organisierte Demokratie mit einem semi-präsidentiellen Regierungssystem. In der Verfassung der V. Republik nimmt der direkt durchs Volk gewählte Staatspräsident eine starke Stellung ein. Er ernennt den Premierminister und das Kabinett, hat gegenüber Gesetzbeschlüssen des Parlaments ein Veto-Recht und kann die Nationalversammlung auflösen. Das Parlament besteht aus zwei Kammern, der Nationalversammlung (Assemblée Nationale) mit 577 vom Volk gewählten Abgeordneten und dem indirekt gewählten Senat mit 331 Mitgliedern. Siehe auch: Politisches System Frankreichs, französische Regierung, Francophonie, französische Präsidenten, französische Premierminister, Cohabitation, Finanzministerium

Aktuelle politische Lage

Finanzministerium Momentan stellt die Partei UMP unter Führung des früheren Wirtschaftsministers und aktuellen Innenministers Nicolas Sarkozy mit 363 Sitzen die absolute Mehrheit in der Nationalversammlung. Am 29. Mai 2005 wurde die neue EU-Verfassung mit 54,87% Gegenstimmen von der Bevölkerung abgelehnt. Darauf trat die Regierung des seit 2002 amtierenden Premierministers Jean-Pierre Raffarin zurück. Als neuer Premierminister wurde Dominique de Villepin eingesetzt. Seit dem 27. Oktober 2005 wird Frankreich von einer Welle gewalttätiger Ausschreitungen heimgesucht. Angefangen in der Pariser Banlieue, griffen die Unruhen inzwischen auf viele, über das gesamte Land verteilte, Großstädte wie Lille, Rouen, Nizza oder Marseille über. Auslöser war der Tod zweier Jugendlicher im Pariser Vorort Clichy-sous-Bois, welche sich vor der Polizei in einem Starkstromhaus verstecken wollten. Die Regierung hat zwischenzeitlich den Notstand ausgerufen und es somit den Präfekten der Départements ermöglicht, in besonders stark betroffenen Gebieten Ausgangssperren zu verhängen. Bisher haben die Ausschreitungen einem Menschen das Leben gekostet und viele Schwerverletzte hervorgebracht.

Außen- und Sicherheitspolitik

Frankreich war 1949 Gründungsmitglied des Nordatlantikvertrages (NATO) und erhielt militärischen Schutz durch die USA. Mit der Machtübernahme von de Gaulle 1958 änderten sich die Beziehungen zu den USA und zu der von den USA dominierten NATO. Unter de Gaulles Führung entwickelte sich Frankreich 1960 zu einer Atommacht und verfügte ab 1965 mit der Force de Frappe über Atomstreitkräfte, die zunächst 50 mit Atombomben (Kernwaffen) ausgestattete Flugzeuge in Dienst stellte. 1968 hatte Frankreich bereits 18 Abschussrampen für Mittelstreckenraketen aufgestellt, die 1970 und 1971 mit Atomsprengköpfen ausgestattet wurden. 1968 verlässt Frankreich den militärischen Teil der NATO, bleibt aber im politischen Teil des Bündnisses integriert. In den 1970er Jahren erweiterte Frankreich ihre Atommacht auch auf See. Vier Atom-U-Boote verfügten über jeweils 16 atomar bestückten Mittelstreckenraketen. In der aktuellen Außenpolitik bemüht sich Frankreich um ein gutes Verhältnis zu seinem Nachbarn Deutschland (siehe auch „Kerneuropa“) und steht mit diesem gemeinsam der Vormachtstellung der USA mit einer gewissen Skepsis gegenüber. Dies führte zu einem Austritt Frankreichs aus der militärischen Organisation der NATO und vielen Eigeninitiativen Frankreichs in weltpolitischen Entscheidungen. Hinzu kommt ein Engagement auch nach Ende der Kolonialherrschaften in Afrika, wo Frankreich bis heute in vielen Ländern die bestimmende Ordnungsmacht geblieben ist. Frankreich ist zudem ständiges Mitglied im UNO-Sicherheitsrat mit Vetorecht. Die Todesstrafe wurde in Frankreich 1981 abgeschafft. Siehe auch: Fremdenlegion, Gendarmerie Nationale

Administrative Gliederung

Frankreich ist in 26 Regionen aufgeteilt, welche sich ihrerseits in 100 Départements untergliedern. Zweiundzwanzig dieser Regionen befinden sich im europäischen Kernland (France métropolitaine), darunter auch die Mittelmeerinsel Korsika, welche allerdings als collectivité territoriale einen Sonderstatus hat. Die übrigen vier Regionen bestehen aus jeweils nur einem Département und werden daher Départements et régions d'outre-mer (D.R.O.M.) genannt (bis zur Verfassungsänderung 2003 Départements d'outre-mer, Abk. D.O.M.). Im Deutschen spricht man von Überseedépartements. Im Einzelnen handelt es sich dabei um Guadeloupe (971), Martinique (972), Französisch-Guayana (973) und La Réunion (974). Abgesehen davon gibt es
- die Départementskörperschaft (Collectivité départementale, Abk. C.D.) Mayotte (976)
- die Gebietskörperschaft (Collectivité territoriale, Abk. C.T.) Saint-Pierre und Miquelon (SPM)
- die vier Überseeterritorien (Territoires d'outre-mer, Abk. T.O.M.) Französisch Polynesien (P), Neukaledonien (NC), Wallis und Futuna (WF) und die Französischen Süd- und Antarktisgebiete (Terres australes et antarctiques françaises, T.A.A.F.)
- die Îles éparses und die Insel Clipperton Die D.R.O.M. sind wie das französische Kernland Teil der EU, für die T.O.M. gilt das nicht. Auch in Frankreich erlassene Gesetze gelten in den TOM nur, wenn dies ausdrücklich erwähnt ist. Siehe auch: Liste der französischen Regionen, Liste der französischen Départements (nach Regionen geordnet)

Demographie

Zum 1. Januar 2004 wurde die Bevölkerung, einschließlich der Menschen in den Überseegebieten, auf 61,9 Millionen geschätzt. Nach Deutschland nimmt Frankreich in der EU den zweiten Platz bei der Bevölkerungszahl ein. Innerhalb der EU hat Frankreich einen Bevölkerungsanteil von 13 %. Im Jahre 2003 kamen auf 792.600 Geburten 560.300 Sterbefälle, das entspricht einem Überschuss von 232.300 Personen. 2004 betrug die Geburtenrate 1,9. Am Stichtag 1. Januar 2004 waren 16,2 % der Bevölkerung älter als 65 Jahre, gegenüber 14,6 % im Jahre 1994. Im selben Zeitraum ist der Anteil der unter 20-Jährigen von 26,7 % auf 25,3 % gesunken. 2003 wurden 280.300 Ehen geschlossen, das sind 6.000 (-2,1 %) weniger als 2002, wobei das Durchschnittsalter bei den Männern 30,4 Jahre und bei den Frauen 28,3 Jahre betrug. Die Kindersterblichkeit beträgt zur Zeit 4,28 ‰. Der durchschnittliche männliche französische Staatsbürger hat eine Lebenserwartung von 76,7 Jahren, während die Frauen auf 83,8 Jahre kommen.

Ethnische Gruppen


- Franzosen
- Bretonen
- Basken
- Italiener (einschließlich Korsen)
- Elsässer/Alemannen, Rheinfranken/Franken
- Flamen (Niederfranken)
- 4,5 Millionen Araber
- Katalanen
- Flamen
- Polen
- andere Ausländer

Sprachen

Neben der (einzigen) Amtssprache Französisch gibt es zahlreiche Minderheitssprachen, über deren Sprecherzahlen aber keine auch nur halbwegs gesicherten Daten vorliegen:
- Bretonisch,
- Deutsch in den Dialekten
  - Elsässisch (Elsass)
  - Rheinfränkisch bzw. Lothringisch (nördliches und östliches Lothringen),
- Niederfränkisch bzw. Flämisch (Flandern, an der Grenze zu Belgien),
- Baskisch (in den zentralen und östlichen Pyrenäen),
- Katalanisch (im Roussillon),
- Korsisch,
- Italienisch (an der französischen Riviera),
- Okzitanisch (in Südfrankreich) mit dem Dialekt
  - Provenzalisch (nur noch wenige Sprecher)
- Polnisch Daneben existieren in Nordfrankreich mehrere enger mit dem Französischen verwandte romanische Oïl-Sprachen, die teilweise als französische Dialekte angesehen werden: Picard, Normannisch, Gallo, Poitevin-Saintongeais, Champanois und Morvandiau.

Religionen

Frankreich ist offiziell ein laizistischer Staat, das heißt, Staat und Religionsgemeinschaften sind vollkommen voneinander getrennt. Da von staatlicher Seite keine Daten über die Religionszugehörigkeit der Einwohner erhoben werden, beruhen alle Angaben über die konfessionelle Zusammensetzung der Bevölkerung auf Schätzungen oder den Angaben der Religionsgemeinschaften selbst und weichen deshalb oft erheblich voneinander ab, weshalb auch die folgenden Zahlen mit Vorsicht zu behandeln sind. 85 % der Franzosen sind katholisch (also etwa 51 Mio.) und etwa 8 % Muslime (etwa 4,8 Mio.). Daneben gibt es protestantische und jüdische Minderheiten, die zusammen etwa 3 % ausmachen. 4 % gehören keiner Religion an, Tendenz davon steigend. Das sind jedoch Schätzungen.

Bildungswesen

Wie in fast allen europäischen Staaten (Ausnahme: z. B. Deutschland) herrscht eine Bildungspflicht, die im Ggs. zur Schulpflicht auch durch Hausunterricht (Homeschooling) oder durch selbstständiges Lernen abgegolten werden kann. Die Zahl der unbeschulten Kinder und Jugendlichen wird gegenwärtig auf etwa 10.000 geschätzt. Der Staat bietet folgende Schulformen an: Lernen
- Vorschule: Maternelle
- Grundschule: école élémentaire
- weiterführende Schulen: collège (das mit dem brevet abgeschlossen wird), gefolgt von
  - lycée
  - lycée professionnel
  - oder CFA für Auszubildende in Betrieben
- Hochschulreife:
  - baccalauréat nach insgesamt 12 Schuljahren; nach elf Schuljahren wird je nach Schulzweig (naturwissenschaftlich, wirtschaftlich oder literarisch) schon ein Teil der Prüfungen bewältigt
  - baccalauréat professionnel nach 13 Schuljahren für Abgänger des lycée professionnel oder des CFA
- Studium (1. und 2. Jahr):
  - Normalweg: DEUG
  - Eliteweg: classe préparatoire (zur Vorbereitung auf Grande école)
- Studium (3. und 4. Jahr):
  - Normalweg: licence und maîtrise oder école d'ingenieur oder école de commerce
  - Eliteweg: Grande école (ENS, ENA etc.)
- Studium (5. Jahr):
  - DESS oder DEA. Letzteres dient auch zur Auswahl für eine eventuell sich anschließende Doktorarbeit (thèse) Im Zuge der europaweiten Harmonisierung der Studienabschlüsse im Rahmen des Bologna-Prozess wird auch an französischen Hochschulen das System LMD eingeführt. LMD bedeutet, dass nacheinander die Licence bzw. Bachelor (nach 3 Jahren), der Master (nach 5 Jahren) und das Doktorat (nach 8 Jahren) erworben werden können. Die bisherigen nationalen Diplome (DEUG, Maîtrise, DEA/DESS) werden an manchen Universitäten übergangsweise noch bescheinigt, fallen ab Ende 2006 aber weg. Siehe auch: Schulsystem in Frankreich, Liste der Bildungsminister von Frankreich, Liste der Universitäten in Frankreich, École Polytechnique (Paris), Kindergeld

Wirtschaft

Traditionell ist in Frankreich die Wirtschaftspolitik von vergleichsweise starken staatlichen Eingriffen gelenkt. Hier spielt die historische Rolle des Merkantilismus – im Speziellen des Colbertismus – im Land eine Rolle. Frankreich ist eine gelenkte Volkswirtschaft, die in den letzten Jahren zunehmend dereguliert und privatisiert wurde. Die Schlüsselindustrien, besonders Energiewirtschaft, sind bislang unter staatlicher Kontrolle; Frankreich ist ein bedeutender Produzent von Atomstrom, und Deutschland sein wichtigster Kunde. In Frankreich wird ca. 80 Prozent der Elektrizität mit Atomkraftwerken produziert. Damit hat Frankreich neben Litauen momentan (Anfang 2005) den höchsten Prozentsatz an Atomstromproduktion der Welt. (Siehe auch: Liste der Kernkraftanlagen) Wein steht in der französischen Ausfuhrliste an fünfter Stelle: nach Autos, Flugzeugen, pharmazeutischen Produkten und Elektronik. (Siehe auch: Weinbaugebiete in Frankreich)
- Tourismus (z. B. Logis de France) Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg im 1. Quartal 2004 um 0,8 Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Im 4. Quartal 2003 waren es 0,6 Prozentpunkte. Die Erwerbstätigenstruktur hat sich gegenüber früher grundlegend gewandelt, so arbeiteten 2003 nur mehr 4 % der Erwerbstätigen in der Land- und Forstwirtschaft und Fischerei, in der Industrie waren es 24 %, wohingegen 72 % im Dienstleistungsbereich tätig waren. Deutschland ist der wichtigste Handelspartner Frankreichs (2003): Es exportiert 14,9 % seines Exportvolumens nach Deutschland, das seinerseits am Import mit 19,1 % beteiligt ist. Die Inflationsrate betrug 2,1 % (2004). Die Arbeitslosenzahl belief sich im Januar 2005 auf 10 %, das sind 2.716.000 Erwerbslose.

Die größten französischen Unternehmen 2003 (ohne Banken und Versicherungen)

# Total – Umsatz 104,7 Mrd. € – 11.000 Beschäftigte # Carrefour – Umsatz 70,5 Mrd. € – 419.000 Beschäftigte # PSA Peugeot Citroën – Umsatz 54,2 Mrd. € – 200.000 Beschäftigte # France Télécom – Umsatz 46,1 Mrd. € – 222.000 Beschäftigte # EDF – Umsatz 44,9 Mrd. € – 167.000 Beschäftigte # Suez – Umsatz 39,6 Mrd. € – 171.000 Beschäftigte # Les Mousquetaires – Umsatz 38,4 Mrd. € – 112.000 Beschäftigte # Renault – Umsatz 37,5 Mrd. € – 140.000 Beschäftigte # Publicis Groupe – Umsatz 32,2 Mrd. € – 35.000 Beschäftigte # Saint-Gobain – Umsatz 29,6 Mrd. € – 172.000 Beschäftigte # Groupe Auchan – Umsatz 28,7 Mrd. € – 156.000 Beschäftigte # Veolia Environnement – Umsatz 28,6 Mrd. € – 257.000 Beschäftigte # Centres Leclerc – Umsatz 27,2 Mrd. € – 84.000 Beschäftigte

Kultur

Frankreich leitet seinen Rang in Europa und der Welt auch aus den Eigenheiten seiner Kultur ab, die sich insbesondere über die Sprache definiert (Sprachschutz- und -pflegegesetzgebung). In der Medienpolitik wird die eigene Kultur und Sprache durch Quoten für Filme und Musik gefördert. Frankreich verfolgt in der Europäischen Union, der UNESCO und der WTO mit Nachdruck seine Konzeption der Verteidigung der kulturellen Vielfalt („diversité culturelle“): Kultur ist keine Ware, die schrankenlos frei gehandelt werden kann. Landesweite Pflege und Erhalt des reichen materiellen kulturellen Erbes wird als Aufgabe von nationalem Rang angesehen. Dieses Verständnis wird durch staatlich organisierte oder geförderte Maßnahmen, die zur Bildung eines nationalen kulturellen Bewusstseins beitragen, wirksam in die Öffentlichkeit transportiert. Im jährlichen Kulturkalender fest verankerte Tage des nationalen Erbes, der Musik oder des Kinos beispielsweise finden lebhaften Zuspruch in der Bevölkerung. Großzügig zugeschnittene kulturelle Veranstaltungen entsprechen dem Selbstverständnis Frankreichs als Kulturnation und von Paris als Kulturmetropole. Die Förderung eines kulturellen Profils der regionalen Zentren in der Provinz wird verstetigt. Siehe auch: Liste französischer Schriftsteller, Liste französischer Komponisten, Burgen und Schlösser in Frankreich

Nationalparks

Die heutigen Nationalparks haben eine Gesamtfläche von 992.000 ha. Die Kernbereiche, die rund 371.000 ha ausmachen, stehen unter strengem Schutz. Es gibt 30 regionale Naturparks, die eine Fläche von 5.020.000 ha haben.
- Naturreservat Cap Sizun
- Regionalpark Armorique
- Naturreservat Les Sept lles
- Naturreservat Cap Frehel
- Naturreservat Pointe d' Arcay
- Naturreservat Golfe du Morbihan
- Regionalpark Briere
- Naturreservat Baie de Bourgneuf
- Naturreservat St. Denis-du-Payre
- Naturreservat Baie de l' Aiguillon
- Naturreservat Banc d' Arguin
- Vogel-Naturreservat Marquenterre
- Naturreservat Vallee de La Grande Pierre et de Vitain
- Naturreservat Le Lac de La Foret d'Orient
- Pyrenäen -Nationalpark
- Regionalpark Vosges du Nord
- Regionalpark Volcans d'Auvergne
- Nationalpark Cevennen
- Naturreservat und Vogelschutzpark Villars-les-Dombes
- Regionalpark Pilat
- Regionalpark Vercors
- Naturreservat Aiguilles Rouges
- Naturreservat Marais du Bout du Lac d' Annecy
- Nationalpark Vanoise
- Nationalpark Ecrins
- Regionalpark Luberon
- Nationalpark Mercantour
- Naturreservat und Regionalpark Camargue
- Nationalpark Port-Cros
- Korsischer Regionalpark
- Scandola Naturreservat
- Korsischer Nationalpark

Sport

Die populärste Sportart Frankreichs ist der Fußball. Als identitätsstiftendes Band gerade zwischen den verschiedenen sozialen und ethnischen Gruppen Frankreichs gilt die französische Fußball-Nationalmannschaft, die so genannte équipe tricolore (siehe auch: Fußball in Frankreich). Aktuell stellt Lyon den französischen Fussballmeister. Weitere populäre Sportarten sind der Radsport (insbesondere im Juli, während der dreiwöchigen Tour de France), Rugby, Leichtathletik, Formel 1 (Großer Preis von Frankreich in Magny Cours) und Tennis (French Open in Paris). In Frankreich fanden bereits mehrmals Olympische Spiele statt: Sommerspiele 1900 und 1924 in Paris, Winterspiele in Chamonix 1924, Grenoble 1968 und Albertville 1992. Siehe auch: Skigebiete in Frankreich

Medien

Die wichtigsten französischen Printmedien sind die nationalen Tageszeitungen:
- Le Monde und Libération (linksorientiert, Druckauflage 2003 ca. 500.000 bzw. 200.000 Exemplare)
- Le Figaro (konservativ, Auflage: 450.000 Exemplare)
- Les Echos, La Tribune (Wirtschaft, 180.000 bzw. 125.000 Exemplare)
- L'Humanité (kommunistisch, 74.000 Exemplare)
- La Croix (katholisch, 114.000 Exemplare)
- L'Equipe (Sport, 485.000 Exemplare und damit die meistgelesene Zeitung überhaupt mit sieben Lesern pro Ausgabe) Die wichtigsten Nachrichtenmagazine in Frankreich:
- Le Nouvel Observateur (400.000 Exemplare)
- L'Express (400.000 Exemplare)
- Le Point (400.000 Exemplare)
- L'événement du Jeudi Größte Regionalzeitung ist die Ouest France mit einer Druckauflage von 900.000 Exemplaren. Bedeutend ist auch das jeweils mittwochs erscheinende Investigations- und Satireblatt Le Canard enchaîné mit einer Auflage von 550.000 Exemplaren.

Feiertage

Militär

Frankreich hat eine Berufsarmee mit 300.000 Soldaten.

Siehe auch


- Chronologie französischsprachiger Zeitungen und Zeitschriften
- Französische Küche
- Nachrichtendienste Frankreichs
- Liste bedeutender Franzosen
- Liste der Präsidenten Frankreichs
- Die schönsten Dörfer Frankreichs
- Weinbaugebiete in Frankreich

Literatur


- Alfred Pletsch: Länderkunde Frankreich. Darmstadt (Wissenschaftliche Buchgesellschaft), 2. Auflage 2003, ISBN 3534116917
- Wilfried Loth: Geschichte Frankreichs im 20. Jahrhundert. Frankfurt am Main, 1995 ISBN 3-596-10860-8
- Bernhard Schmidt, Jürgen Doll, Walther Fekl, Siegfried Loewe und Fritz Taubert: Frankreich-Lexikon. Schlüsselbegriffe zu Wirtschaft, Gesellschaft, Politik, Geschichte, Kultur, Presse- und Bildungswesen. 2. überarbeitete Auflage 2005, 1224 Seiten, ISBN 3-503-06184-3
- Ralf Nestmeyer: Französische Dichter und ihre Häuser. Insel Verlag, Frankfurt am Main 2005, ISBN 3-458-34793-3

Weblinks

20px Portal:Frankreich
- [http://www.diplomatie.gouv.fr/index.de.html Website des französischen Außenministeriums]
- [http://www.auswaertiges-amt.de/www/de/laenderinfos/laender/laender_ausgabe_html?type_id=14&land_id=46 Länder- und Reiseinformationen] des Auswärtigen Amtes
- [http://www.frankreich-forum.de/ Frankreich Forum]
- [http://www.lesvilles.de/ Lokalportal für alle französischen Regionen und Städte]
- [http://www.tu-dresden.de/sulcifra/romanistik/ Romanistik im Internet: Kultur, Literatur und Politik]
Kategorie:Staat !Frankreich Kategorie:Land in der EU Kategorie:Mittelmeer als:Frankreich fiu-vro:Prantsusmaa ja:フランス ko:프랑스 ms:Perancis simple:France th:ประเทศฝรั่งเศส zh-min-nan:Hoat-kok

Galicien

Galicien (auch Galizien; span. Galicia, galic. Galicia oder Galiza; offiziell Comunidad Autónoma de Galicia) ist eine Autonome Gemeinschaft im Nordwesten Spaniens. Sie grenzt im Norden und Westen an den Atlantischen Ozean und wird im Osten von Asturien und Kastilien-León umschlossen, während im Süden die Staatsgrenze zu Portugal verläuft. Sie gliedert sich in die vier Provinzen A Coruña, Lugo, Ourense und Pontevedra.

Geographie

Galicien liegt in Nordwest-Spanien und erstreckt sich etwa zwischen dem 36°W 42°N und dem 7°W 44°N. Im Norden grenzt Galicien an das kantabrische Meer, im Westen an den Atlantischen Ozean. Im Süden grenzt es an Portugal und im Osten an die spanischen automomen Gemeinschaften Kastilien-León und Asturien. Prägend für die Region sind hohe Bergketten, die Galicien vom Rest Spaniens abschotten. Mehr als die Hälfte des Gebietes liegt über 400 m hoch. Die höchste Erhebung ist mit 2100 m die Pena Trevinca. Interessant ist zudem der ausgeprägte Küstenverlauf Galiciens: mit einer Gesamtlänge von rund 1659 km, von denen über 800 km aus Steilküste und rund 300 km aus Strandabschnitten bestehen, umfasst dieser rund ein Drittel der spanischen Küste. Charakteristisch für Galiciens Küste sind die so genannten Rías, schlauch- und trichterförmige, fjordähnliche Flussmündungen, in die das Meer eingedrungen ist. Im Gegensatz zu Fjorden weisen die Rías allerdings nur eine geringe Tiefe auf. Unterschieden werden die Rías Baixas (span. Rías Bajas) und die Rías Altas. Die Rías Altas im Norden reichen von Ribadeo bis A Coruña. Die Rías Baixas reichen vom Kap Finisterre (galic. Cabo Fisterra) bis zur portugiesischen Grenze. Hauptunterscheidungsmerkmal der beiden Küstenabschnitte ist die jeweils sehr spezifische Küstencharakteristik. Während die Rías Baixas sanft ins Meer laufen, ist der Verlauf der die Rías Altas wesentlich steiler. So finden sich an den Rías Altas auch die höchsten Kliffs des europäischen Kontinents. Diese liegen in San Andrés de Teixido (Cedeira), nahe Ferrol, und erreichen eine Höhe von 620 m. Die größte Ría ist die zu den Rías Baixas gehörende Ría de Arousa. Diese hat eine Länge von 37 km und eine Tiefe von maximal 69 m. Ría de Arousa Charakteristisch für Galicien sind überdies die weitläufigen Wälder. Das Waldgebiet in der Autonomen Gemeinschaft entspricht etwa 30 Prozent des Gesamtwaldbestandes in Spanien. Durch Galicien führt der sowohl kulturell als auch touristisch äußerst interessante Jakobsweg, der Pilger und Interessierte zu Fuß, mit dem Rad oder dem Auto bis nach Santiago de Compostela führt. Bedeutende Städte sind A Coruña, Ferrol, Lugo, Ourense, Pontevedra, Santiago de Compostela und Vigo.

Klima

Das Klima der Region wird vom Atlantik geprägt und ist ausgesprochen mild, dabei jedoch sehr feucht. Kennzeichnend für Galicien sind milde Winter mit heftigen Niederschlägen und nicht allzu heiße Sommermonate. Die mittleren Sonnenstunden liegen bei 1.989,4 h im Jahr. Die mittleren Temperaturen an der Küste liegen im Jahresdurchschnitt in A Coruña bei 13,8° und in Vigo bei 14,7°. Im Binnenland erreicht Ourense 14°. In den Bergen liegen die Durchschnittstemperaturen deutlich darunter, so etwa bei 9,7 im "Alto de Rodicio" oder 8° in "Pedrafita do Cebreiro". Der Nordwesten Galiciens weist rund 150 Regentage im Jahr auf und ist die regenreichste Region Spaniens. Diese Zahl reduziert sich zunehmend in Richtung Südosten. Hier werden rund 100 Regentage und weniger im Jahr registriert. Am regenintensivsten sind in abnehmender Reihenfolge der Winter, der Herbst und der Frühling. Die mittlere Niederschlagsmenge liegt bei 1.404,8 l/m². Das feuchte Klima, häufige Nebel und Winde sowie die grüne bergige Landschaft insbesondere im Herbst und im Winter lassen Assoziationen mit Irland oder der Bretagne aufkommen.

Bevölkerung

Die Einwohnerzahl Galiciens liegt bei 2.751.094 Einwohner (Stand: Januar 2003), von denen 48,1 Prozent Männer und 51,9 Prozent Frauen sind. In Galicien wird neben Spanisch das mit dem Portugiesischen eng verwandte Galicische (galic. Galego, span. Gallego) gesprochen. Die deutsche Bezeichnung für die heimische Bevölkerung lautet Galicier (span. gallegos, gal. galegos).

Geschichte

In Galicien wurden vereinzelt Spuren gefunden, die auf die Zeit zwischen 25.000 und 16.000 v. Chr. bestimmt wurden. Die älteste Funde menschlicher Aktivität wurden in Budiño, Porriño, gefunden und stammen aus der Zeit um 25.000 v. Chr. Nach 8.000 v. Chr. sind die Funde von Steinwerkzeugen recht häufig. An der Küste entsteht im Mesolithikum die Fischerei. Diese Periode wird auch als asturianische Periode bezeichnet und bringt entlang der Küste von Vigo bis nach Asturien eine eigene, hochentwickelte Kultur hervor. Es tauchen auch erste Keramiken auf. Umfangreiche Spuren der galicischen Vorgeschichte sind dann aus der Zeit der Megalithkultur (um 4.000 Jahre v. Chr.) bekannt. Mehrere Megalithbauten (v. a. Dolmen) wie die von Dombate, Axeitos, Pedra da Arca bei Baiñas oder Maus de Salas sind Beispiele dieser Zeit. In der Bronzezeit (1800 Jahre v. Chr.) gibt es Hinweise auf eine entwickelte Metallverarbeitung. Aus dieser Periode stammen auch diverse in Stein gravierte Figuren (Petroglyphen) mit religiösem oder kosmischem Symbolen. Ausgehend von abstrakten Irrgartenthemen werden auch Tiere und Menschen dargestellt. Die wichtigsten Fundorte dieser Figuren liegen in der Provinz Pontevedra (Mogor, Castrove, Campolameiro). Aufgrund zahlreicher Metallvorkommen wird Galicien bald als Land der unzähligen Rohstoffe bekannt. Der Schutz der einheimischen Bevölkerung vor Eindringlingen wird somit zu einem gesellschaftsprägenden Merkmal. In dieser Zeit (etwa ab 1000 v. Chr. bis 400 v. Chr.) entstanden wehrhafte Großdörfer (gal. u span. castros), überwiegend an geschützten Hanglagen oder Hügeln. Die Befestigungen und die Grundrisse der meist ovalen Häuser sind noch bis heute an manchen Orten zu sehen. Gute Beispiele für die Castros dieser Zeit sind Santa Tegra bei A Guarda, Troña, Castromao, Borneiro, S. Cibrao de Lás, Viladonga. Aus der Castro-Zeit stammen auch die meisten gefundenen Ausgrabungen. Vermutlich ab dem 7. Jahrhundert v. Chr. fallen die Kelten in verschiedenen Wellen in Galicien ein und vermischen sich mit der einheimischen Bevölkerung. Der Name Galicien leitet sich dann auch von den keltischen Galläkern (Kallaiker, lateinisch Callaici) ab, die in diesem Gebiet siedelten, bevor die Römer erstmals 135 v. Chr. erste Expeditionen nach Galicien durchführten. Die Konsolidierung der römischen Macht erfolgte erst durch Julius Cäsar im Jahre 60 v. Chr. - Galicien wurde zur römischen Provinz Gallaecia. Gallaecia umfasste jedoch - über das heutige Galicien hinaus - Gebiete im westlichen Teil des heutigen Kastilien und im nördlichen Teil Portugals. Die Befriedung Gallaecias erfolgte durch die Kriegszüge Kaiser Augustus. In der Folge entwickelten die Römer eine umfassende Infrastruktur, insbesondere jedoch den Straßenbau, weiter. Die Straßen der Römer blieben neben den Pilgerwegen nach Santiago de Compostela bis ins Mittelalter hinein die einzigen guten Verbindungen nach Galicien. In der Zeit der Völkerwanderung ließen sich in Galicien im Jahr 409 die germanischen Sueben nieder und gründeten 411 unter König Hermerich, der bis 438 regierte, ein Königreich, das 585 von den Westgoten unterworfen wurde. Die im Jahr 711 beginnende Besetzung der iberischen Halbinsel durch die Mauren hatte auf Galicien nur geringen Einfluss. Das erste Eindringen der Mauren in Galicien wird auf das Jahr 716 datiert. Für eine dauerhafte Ansiedlung der Mauren im galicischen Kerngebiet gibt es keine Hinweise. Lediglich in den Randzonen des Landes wurden wohl einige kleinere Gruppen von Berbern sesshaft. Eine Eingliederung Galiciens in das Herrschaftsgebiet von Al-Andalus ist nicht erfolgt. Etwa um 740 zogen sich die Mauren aus Galicien endgültig zurück. Aus den folgenden Jahrzehnten sind jedoch immer wieder maurische Expeditionen auf galicisches Gebiet bekannt. Im Jahr 813 wurden in einem Grab an einer Stelle der heutigen Stadt Santiago de Compostela die vermeintlichen Gebeine des Apostel Jakobus (spanisch Santiago), einem der zwölf Apostel Jesu, gefunden. Der Ort des Fundes wurde etwa um 830 - zur Zeit des Bischofs Theodemir von Iria Flavia - zum Wallfahrtsort. In der Folgezeit begannen gläubige Christen aus ganz Europa auf dem Jakobsweg nach Galicien zu pilgern. Zweck der Pilgerreise war ein Besuch am Grab von Jakobus. Nicht zuletzt für die vermeintlichen Gebeine des Jakobus wurde im Jahr 1075 der Grundstein für die Kathedrale von Santiago de Compostela gelegt, die schließlich im Jahr 1211 geweiht wurde. Im 10. und 11. Jahrhundert war Galicien jeweils kurzzeitig ein selbstständiges Königreich. Im Jahr 1065 wurde Don García zum König von Galicien ausgerufen. Galicien war ansonsten Teil des Königreiches León. Im 13. Jahrhundert fiel Galicien zusammen mit León an die kastilische Krone. Im Jahre 1833 wurde das Königreich Galicien formelle aufgelöst und in vier Provinzen aufgeteilt, die direkt der spanischen Zentralregierung unterstanden. Die sich unter anderem aus der Abgelegenheit der Region ergebende wirtschaftliche Rückständigkeit Galiciens führte im 19. Jahrhundert zu dem Beginn einer Massenauswanderung. In der Zeit zwischen 1836 und 1980 wanderten insgesamt rund 2,5 Mio. Menschen aus Galicien aus. Das beliebteste Ziel war dabei Lateinamerika (u.a. Argentinien, Brasilien). Als Resultat dieser damals beginnenden Auswanderungswelle leben noch gegenwärtig rund 1,4 Mio. Galicier (2003) in der Emigration, wobei mit dem wirtschaftlichen Aufschwung Spanien etwa seit 1980 eine Rückkehrbewegung eingesetzt hat. Im Zuge der Demokratisierung Spaniens in den 1970er Jahren wurde Galicien neben Katalonien und dem Baskenland als eine der historischen Nationalitäten Spaniens anerkannt und erhielt deshalb 1980/1981 als eine der ersten Regionen Spaniens ein Autonomiestatut. Seitdem ist es eine der Autonomen Gemeinschaften Spaniens. Die Jahre zwischen 1989 und 2005 waren dabei auf Ebene der Autonomen Gemeinschaft von einer klaren absoluten Mehrheit des konservativen Partido Popular unter dem Regierungschef Manuel Fraga Iribarne geprägt. In den letzten Jahren gab es vor der Küste von Galicien mehrere Öltanker-Havarien. In das Blickfeld der internationalen Öffentlichkeit gelangte insbesondere die schwere Tankerhavarie Prestige im Jahr 2002 (siehe auch Ölpest). Diese war Ausgangspunkt für die umfassende Bürger- und Sozialbewegung "Nie wieder!" (Nunca Mais). Nach den Regionalwahlen von 2005 wurde die Regierung des Partido Popular durch eine Koalitionsregierung aus Partido Socialista de Galicia und Bloque Nacionalista Galego unter dem neuen Regierungschef Emilio Pérez Touriño abgelöst.

Politik

Galicien hat den Status einer Autonomen Gemeinschaft innerhalb des Königreichs Spanien und verfügt über ein eigenes regionales Parlament. Die Regionalregierung heißt Xunta de Galicia. Die politische Landschaft Galiciens wird durch die regionalen Ableger der großen spanischen Volksparteien Partido Popular (hier: Partido Popular de Galicia - PPG) und Partido Socialista Obrero Español (hier: Partido Socialista de Galicia - PSdeG) sowie der linksnationalistischen Regionalpartei Bloque Nacionalista Galego (BNG) bestimmt. Bei den Regionalwahlen am 19. Juni 2005 erzielte der Partido Popular, mit dem für eine fünfte Amtszeit kandidierenden Manuel Fraga Iribarne an der Spitze, 44,9 % der Stimmen (37 Sitze) und verpaßte damit knapp die erneute absolute Mehrheit. Die Sozialisten, die 32,5 % (25 Sitze) der Stimmen auf sich vereinigten sowie der BNG mit 19,6 % (13 Sitze) verfügten damit über eine knappe Mehrheit im Regionalparlament. Die Vereinigte Linke erzielte bei den Wahlen am 19. Juni 2005 (Izquierda Unida) 0,8 % (0 Sitze) der Stimmen. Nach der Bildung einer Koalitionsregierung aus PSdeG und BNG wurde Emilio Pérez Touriño vom PSdeG am 29. Juli 2005 vom galicischen Parlament zum Nachfolger von Manuel Fraga Iribarne als Regierungschef gewählt und trat am 2. August 2005 sein Amt an.

Politische Gliederung

Die Autonome Gemeinschaft Galicien gliedert sich in die vier Provinzen A Coruña, Lugo, Ourense und Pontevedra. Die Provinzen umfassen ihrerseits 53 Landkreise mit 315 Gemeinden und 3.781 so genannten Parroquias. Bemerkenswert ist, dass Galicien mit einem Anteil von lediglich 5,8 Prozent an der Gesamtfläche Spaniens über die Hälfte der Ortschaften Spaniens umfasst. Im Jahre 1996 waren es 20.947, von denen einige jedoch nur ein einziges Haus zählten.

Wirtschaft und Infrastruktur

Galicien ist eine der ärmeren Regionen Spaniens. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) lag 2002 bei 36,8 Mrd. €. Das Pro-Kopf-BIP lag bei 13.391 € und damit auf einem Niveau, dass lediglich bei 79 Prozent des spanischen Pro-Kopf-BIP auslief. Die Wirtschaftsstruktur des Landes wird von klein- und mittelständischen Unternehmen (KMU) dominiert. Insgesamt gab es im Jahr 2003 174.083 Unternehmen in Galicien, von denen 173.935 (99,9 Prozent) den klein- und mittelständischen Unternehmen (zwischen 0 und 249 Beschäftigte) zuzurechnen waren. Rund 94,9 Prozent der Unternehmen in Galicien gehörten zu der Gruppe der Kleinstunternehen (0 bis 9 Beschäftigte). Die Anzahl von Großunternehmen in Galicien ist im Vergleich mit dem spanischen Gesamtstaat unterentwickelt. Von besonderer Bedeutung in Galicien sind die Landwirtschaft und der Fischfang. Dabei überwiegt die Bedeutung der Landwirtschaft im Osten des Landes und die Industrie sowie die Großhäfen im Westen. Die Beschäftigung der galicischen Wirtschaft verteilte sich 2003 prozentual wie folgt auf die wirtschaftlichen Sektoren:
- Agrarsektor 12,8 Prozent (Spanien gesamt: 5,6 Prozent)
- Industriesektor 20,3 Prozent (18,2 Prozent)
- Bau-/Konstruktionssektor 12,1 Prozent (11,8 Prozent)
- Dienstleistungssektor 54,8 Prozent (64,3 Prozent) Die Arbeitslosenquote lag im Juni 2004 bei 11,1 Prozent, wobei sie in der landwirtschaftlich geprägten Provinz Ourense mit 12,3 Prozent am höchsten und in der Provinz Lugo mit 9,4 Prozent am niedrigsten war. In der Provinz Pontevedra lag die Arbeitslosenquote bei 11,7 Prozent und in A Coruña bei 10,9 Prozent. Importe: 9,4 Mrd. €: 32 Prozent Autos, 14 Prozent Fisch/Meeresfrüchte, 13 Prozent Mineralien hauptsächlich aus Frankreich und Portugal, aber auch aus anderen EU-Staaten. Exporte: 9,3 Mrd. €: 50 Prozent Autos, 8 Prozent Fisch/Meeresfrüchte, 5 Prozent Kleidung hauptsächlich nach Frankreich und Portugal, aber auch in andere EU-Staaten. Frankreich

Sehenswürdigkeiten


- Kathedrale von Santiago de Compostela
- Herkules-Leuchtturm in La Coruña
- Naturschutzgebiet auf den Cies-Inseln (Islas Cíes)
- Cabo Fisterra (span. Cabo Finisterre) - "Das Ende der Welt" in Galicien

Kultur

Literatur

Die Wurzeln der galicischen Literatur reichen bis in das 12. Jahrhundert zurück. Der älteste bekannte und noch erhaltene literarische Text in galicischer Sprache ist ein 1196 komponierter Lobgesang von Xoán Soares de Pavia. Insgesamt sind 170 Autoren mittelalterlicher Lobgesänge bekannt. Obwohl die galicische Sprache auch während des 16. bis 18. Jahrhunderts die verbreitetste Sprache in Galicien war, gibt es für diesen Zeitraum kaum literarische Zeugnisse; dieser Zeitraum wird in Galicien als die "dunklen Jahrhunderte" (galicisch: Os Séculos Escuros) bezeichnet. Erst das Jahr 1863 kennzeichnet den Beginn des so genannten Rexurdimento, der sprachlich-literarischen Wiedergeburt. In diesem Jahr wird das Werk 'Cantares gallegos' (Lieder aus Galicien) von Rosalía de Castro veröffentlicht. Das Werk dieser Lyrikerin, zusammen mit den Werken Curros Enríquez (Aires da miña terra, 1880) sowie Eduardo Pondal (Queixumes dos pinos, 1886), stellt die Wiedergeburt des Galicischen in der spanischen Literatur dar. In den Werken dieser Autoren und insbesondere bei Pondal drücken sich deutliche Bestrebungen galicischer Literaten aus, die galicische Literatur weiterzuentwickeln. Zu den in Spanien bekanntesten galicischen Schriftstellern, die jedoch überwiegend in spanischer Sprache schrieben, gehören auch Ramón María del Valle-Inclán, Camilo José Cela (Nobelpreisträger für Literatur) sowie Torrente Ballester. Nach dem Ende des Franco-Regimes, das die Veröffentlichungen in galicischer Sprache untersagte, erlebte die galicische Literatur eine erneute Phase des Aufschwunges. Im Jahre 1998 wurden insgesamt 1.106 Bücher auf Galicisch veröffentlicht. Die Gesamtauflage dieser Bücher lag bei knapp zwei Millionen Exemplaren. Die in der Gegenwart populärsten galicischen Autoren sind Xosé Neira Vilas, Manuel Rivas, Suso de Toro und X. L. Méndez Ferrín.

Musik

Traditionelle galicische Musik wird geprägt vom Einsatz von Dudelsack (galicisch Gaita), Leier und Harfe. Die Musik erinnert an die Musik aus keltischen Gebieten wie Irland oder die Bretagne und erfreut sich auch heute noch großer Beliebheit in Galicien. Der 'gaiteiro' (deutsch 'Dudelsackspieler') Johan Gonçalves, der 1374 in Monfero lebte, ist der erste namentlich überlieferte Dudelsackspieler Galiciens. Wichtige Vertreter der traditionellen galicischen Musik, die teilweise auch international Beachtung gefunden haben, sind etwa die Gruppen Milladoiro oder Fuxan os Ventos. Insbesondere Milladoiro erlangte dabei bereits vor Jahren einen sehr guten internationalen Ruf auf dem Gebiet keltischer Folkmusik. Musiker, die zwar fest in der traditionellen galicischen Musik verwurzelt sind, aber auch neue Wege suchen sind u. a. Berrogüetto, Carlos Núñez, Luar na Lubre, Pancho Alvarez, Susana Seivane und Xosé Manuel Budiño. Auch diese Musiker konnten in der internationalen Folkszene einige Bekanntheit erlangen.

Feste

In Galicien werden jedes Jahr über 4.000 Ortsfeste gefeiert, zu denen noch unzählige Wallfahrten, gastronomische Feiern und andere Traditionen, wie der Karneval, kommen.

Religiöse Feste


- 25. Juli Namenstag des Heiligen Jakobus in Santiago de Compostela. Gleichzeitig ist dieser Tag galicischer (Día da Patria Galega) und spanischer Nationalfeiertag (Santiago Apostol).

Historische Feste

Einige jährlich begangene Feste mit historischen Hintergrund sind:
- 28. März: Fiesta de la Reconquista in Vigo - Feier der "Rückeroberung" des spanischen Gebietes von den Mauren.
- 1. Sonntag im August: "Wikingerfest" in Catoira, Pontevedra - Das Wikingerfest von Catoira fußt auf einer historischen Begebenheit. Bei dem Fest überfallen als Wikinger verkleidete Einheimische von ihren Drachenbooten aus die friedliebenden Bewohner des Ortes Catoira. Nach Beendigung der nachgestellten Schlacht werden Unmengen von Wein, Muscheln und Tintenfischen verzehrt. Das Wikingerfest von Catoira ist mittlerweile als Fest “von nationalem historischen Interesse” eingestuft worden. Das Fest wird musikalisch von verschiedenen traditionellen Dudelsackgruppen begleitet.

Gastronomie

In den Küstenregionen spiegelt sich die Nähe zum Atlantischen Ozean wider. Zu den Spezialitäten der galicischen Küche gehören hier diverse Krusten- und Schalenweichtieren. Zu diesen zählen u. a. Entenmuscheln (galicisch percebes), Austern (ostras), Langusten (langostas) und Jakobsmuscheln (vieiras). Auch diverse Fischsorten stehen hier regelmäßig auf dem Speiseplan. Dazu gehören etwa der Seehecht (merluza) oder der gesalzene Stockfisch (Bacalao). Typisch für Galicien sind zudem deftige Eintöpfe (z.B. caldo galego), der pulpo a la galega (Krake nach galicischer Art) oder die empanada. Dieses überwiegend aus Teig und einer würzigen Füllung bestehende Gericht ist eine der beliebtesten Speisen der traditionellen galicischen Küche und wurde bereits im Jahr 1188 im Glorienportal der Kathedrale zu Santiago de Compostela dargestellt. Derzeit gibt es sechs Herkunftsbezeichnungen (Denonimación de Origen) für Weine aus Galicien. Dies sind Ribeiro, Rías Baixas, Ribeira Sacra, Valdeorras und Monterrei. Siehe auch: Weinbau in Spanien

Sport

Zwei Fußballvereine der spanischen Primera División sind in Galicien beheimatet:
- Real Club Deportivo de La Coruña (Deportivo) in A Coruña
- Real Club Celta de Vigo in Vigo

Verschiedenes


- Fotografie: Manuel Ferrol, Mariano Grueiro, Xurxo Lobato
- Film: Mariano Grueiro
- Malerei: Castelao
- Architektur: Cesar Portela
- Volkskultur: Meigas

Literatur


- Peter Bohning: Galicien und der Jakobsweg durch den Norden Spaniens. Meyer Reiseführer. Februar 2003. ISBN 3898591344

Weblinks


- [http://www.elcorreogallego.es/ El Correo Gallego - Webseite der galicischen Tageszeitung]
- [http://www.deutsch-galicische-gesellschaft.de/ Webseite der Deutsch-Galicischen-Gesellschaft]
- [http://www.galinor.es/index.html Touristische Informationen zu Galicien]
- [http://www.parlamentodegalicia.es/ Website des galicischen Parlaments]
- [http://www.turgalicia.es Turgalicia.es Tourismusinformationen rund um Galicien]
- [http://www.vieiros.com Vieiros Aktuelle News und Infos aus Galicien]
- [http://www.xacobeo.es Website zum Jakobsweg]
- [http://www.xunta.es Regionalregierung Galiciens]
- [http://www.ige.xunta.es Galicisches Statistisches Institut - IGE] Kategorie:Spanische autonome Gemeinschaft Kategorie:Galicien ja:ガリシア

Bretagne

Die Bretagne [] (bretonisch Breizh //) ist eine Region im Nordwesten Frankreichs. Sie umfasst die Départements Côtes d'Armor (bret. Aodoù-an-Arvor), Finistère (bret. Penn-ar-Bed), Ille-et-Vilaine (bret. Ilh-ha-Gwilen)und Morbihan (bret. Mor-bihan). Die Hauptstadt der Bretagne ist Rennes (bret. Roazhon). Die Gallier nannten ihr Land Aremorica (bret. Arvorig), was soviel bedeutet wie "Land vor dem Meer".

Geografie

Die Bretagne ist die größte Halbinsel Frankreichs und stellt den westlichsten Ausläufer des französischen Festlands dar. Ihre Nordküste grenzt an den Ärmelkanal, die Süd- und Westküste an den Atlantik. Armor, ist die bretonische Bezeichnung für Meer, doch damit ist nicht allein die Küste gemeint, sondern auch die Inseln, die amphibische Zone das Watts und der breite Küstenstreifen. Argoat nennt der Bretone das Waldland der Bretagne. Die Landmasse der Bretagne ruht in weiten Teilen auf sehr altem und hartem Gestein. Die Bretagne besitzt eine sehr zerklüftete Küstenlinie, die – besonders im Westen – über weite Strecken als Steilküste ausgebildet ist. Am Cap Frehel, nahe der alten Festung Fort la Latte, ragen die Granitklippen über 70 Meter aus dem Atlantik heraus. Andernorts stellt sich die Landschaft eher als hügelig dar; besonders steile oder hohe Berge sucht man vergebens. Die höchste Erhebung ist der Roc'h Trévézel (384 Meter) im Höhenzug der Monts d'Arrée (bret. Menez Are). Ursprünglich war die Bretagne überwiegend von Wald bedeckt (Überreste dieses riesigen Waldgebietes zwischen dem früheren Forêt de Scissy in der Nähe des heutigen Mont Saint Michel (bret. Menez Mikael) und der Brocéliande (bret. Brekilien) finden sich zum Beispiel westlich der Stadt Rennes (bret. Roazhon) im sogenannten Zauberwald von Paimpont). Ein weiteres bekanntes Waldgebiet befindet sich bei Huelgoat im Finistère. Doch das ursprüngliche Landschaftsbild im Innern ist seit den mittelalterlichen Rodungsperioden stark verändert worden. Es ist inzwischen weitgehend einer industrialisierten Landwirtschaft gewichen. So finden sich im Inneren der Bretagne nur noch wenige größere Buchen- und Eichenwälder. Die Landschaft wird heute von Äckern und Grünland beherrscht, welches durch die unzähligen Hecken (bocage) und Steinmauern schachbrettartig aufgeteilt wird.

Geschichte

Finistère Um 500 v. Chr. ließen sich die ersten Kelten – das Volk das „aus dem Dunkeln“ kam – auf der bretonischen Halbinsel nieder und nannten sie Aremorica bzw. Armorica, "Land am kleinen Meer" (womit offenbar der Golf von Saint-Malo gemeint ist). Im 2. Jh. v. Chr. lebten auf der bretonischen Halbinsel fünf keltische Stämme: die Veneter im Süden, die Osimier im Nordwesten, die Redoner im Osten, die Coriosoliter im Norden und schließlich die Namneter im Südosten. Sie bildeten keine Einheit, sondern waren untereinander zerstritten. Der mächtigste Stamm unter ihnen waren die Veneter, die im 1. Jh. v. Chr. alle anderen Volksstämme beherrschten. Sie standen an der Spitze des Bundes aller keltisch-bretonischen Stämme, die den Römern ab 58 v. Chr. Widerstand leisteten.

Die Römer

Im Jahr 56 v. Chr. besiegte Cäsar mit seinen römischen Legionen nahezu die gesamte bretonische Armee in einer verheerenden Seeschlacht. Keltische Stämme zogen sich nach Britannien zurück und wichen auch dort vor der römischen Eroberung in die Randzonen aus. Die Romanisierung der Bretagne begann unmittelbar nach der Eroberung. Beendet war sie nach einem lange andauernden Prozess jedoch erst gegen Ende der Spätantike. Zu diesem Zeitpunkt war auch die keltische Sprache wohl fast vollständig verschwunden. Sie war nur noch auf dem Land zu hören und gar nicht mehr in Städten. (Quelle - Cäsars „De Bello Gallico“)

Britannische Einwanderung

Zu Anfang des 5. Jahrhunderts, unter dem Kaiser Honorius, bildeten die aremorischen Häuptlinge und Städte zum Schutz gegen die Germanen einen Bund, der bis zur Eroberung des Landes durch den Frankenkönig Chlodwig I. um 500 bestand. Ab etwa 450 n. Chr., nach dem Niedergang des Römischen Reiches, wanderten die ersten christianisierten Kelten aus dem Südwesten Britanniens auf der bretonischen Halbinsel ein. Zeitgleich dehnten sich die Siedlungsgebiete der heidnischen Sachsen, Angeln und Jüten auf der britischen Hauptinsel immer weiter aus. So setzten etwa zwei Jahrhunderte lang in unregelmäßigen Abständen die sogenannten Inselkelten zur Bretagne über. Sie besiedelten und christianisierten Armorica und brachten ihre bretonische keltische Sprache in das bereits lange romanisierte ehemalige Gallien. Das Bretonische ist also nicht die Fortsetzung der zu Cäsars Zeiten gesprochenen keltischen Sprache (Gallisch). Im Zuge der Stärkung der keltischen Sprache und Kultur wurden die Gallorömer immer weiter zurückgedrängt, bis sie die Vorherrschaft um 580 endgültig verloren.

Königreich, Karolinger, Herzogtum Bretagne

Um 600 gründeten die Bretonen ein Königreich, das 200 Jahre Bestand hatte und erst 799 durch Karl den Großen zerschlagen wurde. 845 besiegt der Bretonnische Graf Nominoë den französischen König Karl den Kahlen in der Schlacht von Ballon und macht aus der Bretagne zu einem vom Papst anerkannten unabhängigen Königreich, dessen König er wird. Aber es kam wie schon Jahrhunderte zuvor zu Streitigkeiten zwischen den einzelnen Gebieten. So endete die Zeit des Königtums in der Bretagne um die Jahrtausendwende, gefolgt von der Etablierung unzähliger kleinerer Herzogtümer, die ständig um das Land stritten. Das Gebiet des bis ins 15. Jahrhundert eigenständigen Herzogtums Bretagne dehnte sich im Zuge von kriegerischen Auseinandersetzungen mit Normannen und Franzosen mal mehr, mal weniger weit aus. Zum Kerngebiet der historischen Bretagne zählen neben den obengenannten vier départements auch die Loire-Atlantique (bret. Liger-Atlantel) und das, seit 851.
- siehe auch: Herrscherliste Bretagne

Mittelalter und Französische Feudalzeit

Schließlich konnten die Herzogtümer den Bedrohungen ihrer Nachbarn nicht standhalten und riefen fremde Länder um Hilfe an. Diese waren Frankreich und England, die in folgenden Jahren ihre Herrschaftsansprüche auf die Bretagne geltend machen wollten und auch in den Bretonischen Erbfolgekrieg verwickelt waren, der Mitte des 14. Jh. für 20 Jahre tobte. Hierbei gelang es Englands Favoriten Jean de Montfort die Herrschaft zu erringen und sich als Herzog der Bretagne durchzusetzen. Es folgen Jahre der Blüte und des Wachstums, als Herzog Franz II. Ende des 15. Jh. zu einer Schlacht gegen die Franzosen zog und kläglich verlor. Franz II. Anne de Bretagne (1477-1514), die Tochter Herzog Franz II., war die letzte unabhängige Herrscherin der Bretagne. Sie heiratete nacheinander zwei französische Könige: Karl VIII. im Jahr 1490, und dessen Thronfolger Ludwig XII. 1499 (Ludwig XII. war nicht Sohn seines Amtsvorgängers). Um die Thronfolge zu gewährleisten und diesbezüglich keinerlei Streitigkeiten zu provozieren, gebar die noch junge Anne bereits in frühen Jahren ihre ersten Kinder (insgesamt 11), von denen jedoch nur drei älter als drei Jahre wurden. Ihre Tochter, Claude de France, heiratete Franz I. Dieser proklamierte auf einer Ständeversammlung in der südbretonischen Stadt Vannes 1532 die offizielle "Angliederung" an das französische Königreich. Bis heute fühlen sich viele Bretonen durch den französischen Staat 'besetzt', was sich z.B. in der Sprengung des Vereinigungsdenkmals in Rennes (bret. Roazhon) im Jahr 1932 manifestiert hat.

Die Neuzeit

Als Provinz Frankreichs bekam die Bretagne das Recht auf eine eigene Städteversammlung. Dieses Parlament, das in Rennes zusammentrat blieb bis zur Französischen Revolution bestehen. Die Jahre nach der Annektierung waren von hohem Wohlstand und Blüte gekennzeichnet. Dieses traf vor allem auf die Küstenstädte zu, wogegen das Hinterland weiter von Armut und Rückständigkeit gekennzeichnet war. Ab etwa 1700 entwickelte sich allmählich das Neubretonische, was im Wesentlichen der wissenschaftlichen Erforschung der Sprache zu verdanken war. War es in vergangenen Zeiten der Fremdherrschaft schon schwierig gewesen, die bretonische Sprache und Kultur zu erhalten, so spitzte sich alles nach der Französischen Revolution zu. Hatten die Bretonen erst große Hoffnungen damit verbunden, zeigten sich die neuen Herrscher nun als erneute Unterdrücker, indem sie die bretonische Sprache und die freie Religionsausübung der dort lebenden Katholiken verboten. Doch die Sprache und Kultur blieb erhalten, getragen von der Mehrheit der Bevölkerung und Gruppen von Unabhängigkeitskämpfern. Aus Furcht, das Französische könne schlechten Einfluss auf das Bretonische haben, wurde 1898 die „Union Régionaliste Bretonne“ gegründet, welche das Ziel hatte, den Gedanken einer unabhängigen Bretagne populär zu machen. Dazu kam die 1911 gegründete „Fédération Régionaliste de Bretagne“, welche sich für die Autonomie der Bretagne einsetzte und die Zeitung „Breiz Dishual“ (Freie Bretagne) herausbrachte. Beide Gesellschaften mussten jedoch ihre Aktivitäten in den Wirren des Ersten Weltkrieges einstellen.

Der Erste Weltkrieg

Im Verlauf des Ersten Weltkrieges mussten die Bretonen viel Blutzoll bezahlen. Etwa 10% der Gesamtbevölkerung, also 240.000 Soldaten ließen ihr Leben. Das war immerhin jeder vierte, der in den Krieg gezogen war. Im Vergleich dazu, wurde im Krieg nur jeder 8. Französische Soldat getötet. Einer der Gründe für die hohen Verluste seitens der Bretonen war, dass sie bei Angriffen und überhaupt oft in erster Linie eingesetzt wurden. Der französischen Sprache kaum mächtig, konnte es auch vorkommen, dass sie von ihren französischen Landsleuten erschossen wurden, da diese sie für Spione hielten.

Die Nachkriegszeit

Bedingt durch die hohen Verluste durch den Krieg wurden die Bretonen um so mehr angestachelt, auf ihre Unabhängigkeit zu drängen. Die rechten Intellektuellen gründeten die Zeitung „Breiz Atao“ (Bretagne für immer), die für eine freie Bretagne in einem Europa ohne Grenzen eintrat. Dicht gefolgt von der linksliberalen „Nationalistischen Bretonischen Partei“ (P. N. B.), welche die Untergrundorganisation „Gwen ha du“ (Weiß und Schwarz), benannt nach der bretonischen Flagge, ins Leben rief. Letztere versuchten ihre Bestrebungen mit Waffengewalt durchzusetzen.

Der Zweite Weltkrieg

Nach dem wirtschaftlichen Aufschwung der 30er Jahre brach der Zweite Weltkrieg aus. Nachdem die Bretagne fast kampflos an die deutschen Truppen gefallen war, bauten diese die Küsten zu wahren Festungen aus, die dann Ziel der Alliierten Bombardierungen wurden. Dabei wurden die meisten Küstenstädte weitgehend zerstört. Trotz dieser Opfer des Krieges in der eigenen Bevölkerung sahen einige Bretonen in der Zusammenarbeit mit den faschistischen Deutschen den Weg zur Unabhängigkeit. Die radikalsten Nationalisten der „Nationalistischen Bretonischen Partei“ (P. N. B.) und deren Untergrundorganisation „Gwen ha du“ wirkten daran mit. 1941 wurde das Département Loire-Atlantique von der Vichy-Regierung (unter deutscher Besatzung) völlig willkürlich vom Rest der Bretagne abgetrennt. Dieser Entscheidung wurde bisher nie – weder durch einen demokratischen Volksentscheid noch durch eine Entscheidung von Volksvertretern – zugestimmt, wobei die letzten Umfragen klar einen Wiedervereinigungswillen der Bretonen von Loire-Atlantique widerspiegeln.

Nach 1945

Nach dem Zweiten Weltkrieg tauchten die als Kollaborateure verhaßten Regionalisten unter und es kam durch die liberalen Kräfte zu einer Wiederbelebung der bretonischen Sprache und Kultur. Dieses verstärkte sich noch, als Präsident Charles de Gaulle 1951 ein Komitee zur Förderung der Interessen der Bretagne einsetzte und die Kultur und Sprache förderte. Durch diese Unterstützung seitens die Regierung erlebte die Region einen ungeahnten wirtschaftlichen Aufschwung und die weitere Abwanderung der Bretonen wurde verhindert. Durch diese Maßnahmen ist die Halbinsel zur bedeutendsten Agrarregion und, hinter der Côte d'Azur, zur zweitwichtigsten Fremdenverkehrregion geworden.

Bevölkerung, Sprache und Kultur

Volksvertreter Volksvertreter In der Bevölkerung der Bretagne mischen sich keltische Einwanderer aus Südwestengland mit von Norden und Osten vordrängenden Normannen und Franzosen. Mit der Einführung der allg. Schulpflicht im Frankreich des späten 19. Jh. wurden alle Minderheitensprachen unterdrückt. An den Schulen war es streng verboten Bretonisch zu sprechen. Schüler, die gegen diese Vorschrift verstießen, mussten als Zeichen der Schande ein Hufeisen um den Hals tragen und durften es erst ablegen, wenn sie einen anderen Mitschüler verrieten, der das verbotene Bretonisch sprach. Nach einer kurzen Phase der (unter dem Eindruck der Schwäche des besetzten Frankreich erzwungenen) Duldung in den vierziger Jahren des 20. Jahrhunderts und einer darauf folgenden Zeit erneuter Repression (unter Kollaborationsvorwurf) wird die bretonische Sprache mittlerweile vom französischen Staat geduldet, wenn auch nicht gefördert. Erst 1951 hob der Staat das Verbot der regionalen Sprachen auf, das Bretonische bleibt aber immer noch offiziell nicht anerkannt. Bis zur Einführung allgemeinen Unterrichts sollten aber noch Jahre vergehen. So wurde 1967 150.000 Unterschriften gesammelt, um für den Unterricht der bretonischen Sprache an Schulen zu demonstrieren. Seit den siebziger Jahren wird in den von einem Verein getragenen Diwan-Schulen Unterricht auf Bretonisch erteilt - mit Französisch als zweiter Schriftsprache ab dem zweiten Schuljahr. Nun besteht die Möglichkeit, Bretonisch im Abitur zu wählen, später auch in den unteren Klassen. Waren es am Anfang nur wenige Schüler, so lernen heute bereits ca. 3.000 Schüler Bretonisch durch Immersionsunterricht. In staatlichen Schulen (Elternverband Div Yezh) können einige tausend Schüler einem Teil ihres Unterrichts auf Bretonisch folgen. Kulturelle Gruppen und private Einrichtungen (Vereine Dihun und Diwan) fördern die Sprache. Daneben existiert noch an einzelnen Schulen die Möglichkeit, die Sprache als Freifach zu erlernen, was aber derzeit aufgrund von Einsparungen im Bildungssektor und vom schlechten Willen der französischen Regierung erschwert wird, da viele Posten nicht nachbesetzt werden. Unter dem Eindruck des drohenden Aussterbens der Sprache hat der bretonische Regionalrat Ende 2004 beschlossen, das Bretonische zu fördern, soweit es mit seinen sehr begrenzten finanziellen und politischen Möglichkeiten machbar ist. An den Universitäten von Brest und Rennes wurden Lehrstühle für die bretonische und die keltischen Sprachen eingerichtet. Die Universitäten geben zudem noch vier Zeitschriften heraus: „Ar Vro“ (Das Land), „Hor Yezh“ (unsere Sprache), „Skol“ (Schule) und „Skrid“ (Essays). Auch Bücher werden veröffentlicht; meistens in Auflagen von 1.500 bis 2.000 Stück. Wahre Bestseller sind hingegen das „Kan an Douar“ (Lieder der Erde) und das Bretonisch-Französische Wörterbuch, welche innerhalb von 10 Jahren 20.000 Mal verkauft worden sind. Mittlerweile gibt es bretonische Zeitungen, Radiostationen und Fernsehsendungen (aber in sehr geringer Zahl im Vergleich mit Ländern wie Wales). Gesprochen wird Bretonisch nur noch von maximal 250.000 der 2,3 Mio. Bretonen und noch einmal so viele verstehen es. Im täglichen Gebrauch wird die Sprache von weitaus weniger Personen regelmäßig verwendet. Über zwei Drittel der Sprecher sind mittlerweile über 60 Jahre alt, der Anteil bei den Unter-15-Jährigen lag zum Zeitpunkt von F. Broudics Untersuchung 1992 deutlich unter 5%. Die Mehrzahl der Sprecher sind Muttersprachler, allerdings verschiebt sich das Gewicht immer mehr in Richtung der vielleicht 30.000 Sprachaktivisten, die das Bretonische erst in der Schule oder später erlernt haben. Kulturell haben die vielfältigen Megalithmonumente nichts "keltisches" an sich, sondern stammen aus der Jungsteinzeit. Die Bezeichnungen für die verschiedenen Typen megalithischer Bauwerke im Deutschen sind pseudobretonisch (d. h. aus bretonischen Wurzeln auf nicht der bretonischen Grammatik entsprechende Weise zusammengesetzt): Dolmen etwa (aus bret. taol - Tisch, Tafel und maen - Stein). Die korrekte bretonische Bezeichnung lautet taol-vaen. Gleiches gilt für den Begriff Menhir (aus bret. maen - Stein und hir - lang), der im Bretonischen nicht existiert, wo stattdessen das Wort peulven verwendet wird. Die bretonische Musikszene ist ausgesprochen lebendig. Wo in anderen Teilen der westlichen Welt Jugendliche in die Disco gehen, zieht es die jungen Bretonen noch heute zum Fest-noz ("Nachtfest"), wo mit sowohl traditionellen - beispielsweise binioù kozh (Dudelsack), bombard (Bombarde) oder treujenn gaol (Klarinette) - als auch modernen Instrumenten zu überlieferten Volkstänzen aufgespielt wird. Daneben gibt es eine Tradition rein vokaler Tanzmusik, die im Stil des Kan-ha-Diskan ("Gesang und Gegengesang") vorgetragen wird. In der bretonischen Vokalmusik ist außerdem das Genre der Gwerzioù (Klagelieder/Balladen/Moritaten) von großer Bedeutung. Bedeutende Interpreten sind u. a. Yann-Fañch Kemener, Annie Ebrel, Erik Marchand und Denez Prigent. Kulturelle Gemeinsamkeiten mit den anderen keltischen Regionen zeigen sich außer in der Sprache auch auf anderen kulturellen Bereichen, etwa in der Literatur (worunter auch das große Feld der mündlichen Überlieferung fällt) und der Küche. In der mittelbretonischen Literatur haben sich Reste einer Versform namens kenganez erhalten, die dem walisischen cynghanedd stark ähneln und durch eine komplizierte Kombination von Stab-, Binnen- und Endreimen gekennzeichnet ist. Außerdem dürften die Motive der Artus-Literatur durch bretonische Vermittlung aus Großbritannien auf den europäischen Kontinent gelangt sein. Klarinette Die traditionelle bretonische Küche ist, so wie die der anderen keltischen Länder auch, trotz ihrer Vielfalt an Fisch und Meeresfrüchten primär das Produkt einer alten Viehzüchter- und Bauernkultur. Neben Fleisch spielten vor allem Milchprodukte wie gesalzene Butter und Buttermilch (die Käseproduktion blieb lange deutlich unterentwickelt), Getreidebreie (bret. yod), in Säckchen gekochter Sterz (bret. farz) und Crêpes (bret. krampouezh) Hauptrollen in der traditionellen Ernährung der ländlichen Bevölkerung.

Politik

Unter den Bretonen gibt es nicht erst seit dem Anfang des 20. Jahrhunderts wieder bedeutsame Autonomiebestrebungen, die sich vor allem in den 70er Jahren mitunter in Attentaten auf staatliche Einrichtungen manifestierten, die von der ARB (bret. ADB, Arme Dispac'hel Breizh) - Bretonische revolutonäre Armee - begangen wurden (Terroranschlag auf das Schloss Versailles...). Auch in den 90er Jahre wurde eine Reihe von Attentaten (in Cintegabelles, Stammsitz vom damaligen Premier Lionel Jospin sowie in Belfort, Stammsitz vom damaligen Innenminister Jean-Pierre Chevenement) geführt.

Wirtschaft

Wirtschaftlich gehört die Bretagne zu den strukturell schwächeren Landesteilen Frankreichs. Vorwiegend im Sommer profitiert sie stark vom Tourismus, der sich überwiegend an den Küsten abspielt. Die französische Regierung unternahm Ende des 20. Jahrhunderts verstärkte Anstrengungen, Industrieunternehmen die Ansiedlung in der Bretagne schmackhaft zu machen - was auch teilweise erfolgreich war. Dennoch ist die Landschaft - besonders im Binnenland - überwiegend agrarisch geprägt. Die Landschaft "Léon" (bret. Bro Leon) im nördlichen Finistère ist bekannt für Gemüseanbau (Artischocken, Blumenkohl, Frühkartoffeln), in den Côtes-d'Armor überwiegen Schweinezucht, Putenmast und Milchviehhaltung. Doch wie steht es mit der wirtschaftlichen Lage der Bretagne? Lange Zeit galt sie als Armenhaus Frankreichs. In den 60er Jahren veranlasste die Unabhängigkeitsbestrebungen die Zentralregierung in Paris, in die Industrialisierung der Bretagne zu investieren. Durch diese hohen Investitionen konnten Tourismus, Fischerei, Landwirtschaft und Industrie zu einträglichen Industriezweigen werden. Erschwerend kam allerdings die ungünstige Lage zu den großen Absatzmärkten hinzu, welches zusammen mit der niedrigen Kaufkraft der Region den Aufschwung erschwerte. Als Küstenregion spielen auch der Fischfang und - speziell an der Nordküste - die Austernzucht für die Bretagne eine Rolle. In Cancale - Nordküste - werden die Austern auf 450 Hektar gezüchtet. im Golfe von Morbihan - Südküste - auf 1500 Hektar. Dabei gelten gemeinhin diejenigen aus Cancale seit Jahrhunderten als die qualitativ und geschmacklich hochwertigsten Austern Frankreichs (überlieferte Transporte der Cancale-Auster bis nach Rom; Lieferprivileg für den französischen Königshof).

Energie

Côtes-d'Armor An der Ärmelkanalküste zwischen Saint-Malo (bret. Sant Maloù) und dem Mont-Saint-Michel (bret. Menez Mikael) herrscht ein enormer Tidenhub von 9 - 15 m (abhängig vom Gezeitenkoeffizienten). Dieser Gezeitenunterschied wird in einem 1967 fertig gestellten Gezeitenkraftwerk in der Mündung der Rance, zwischen Dinard (Dinarzh) und St. Malo, zur Gewinnung von Strom genutzt. Dieses Kraftwerk besitzt ein Besucherzentrum, dass interessante Einblicke in die Technik zur Erzeugung von Strom durch Gezeitenkraft liefert, das allerdings derzeit aufgrund eines nach den Attentaten des 11. September aufgestellten Sicherheitsplans nach wie vor nicht besucht werden kann (Stand Oktober 2004). Weiterhin bietet sich das küstennahe Land mit seinen fast ständig wehenden Winden aus nordwest- und westlichen Richtungen hervorragend zur Stromgewinnung durch Windenergie an. Erste Windparks an den Steilküsten produzierten 2002 bereits Strom, ein schneller weiterer Ausbau ist in Planung. In den letzten Jahren wurden auch auf den Hügeln im Landesinneren zahlreiche Windkraftwerke errichtet. Ein atomarer Versuchsreaktor mit schwerem Wasser war von 1967 bis 1985 in Brennilis in Betrieb. Trotz der guten geografischen Voraussetzungen konnten die Bretonen jedoch durch vehemente Proteste den Bau von weiteren Atomkraftwerken in ihrer Region komplett verhindern. Der Reaktor von Brennilis, das älteste Atomkraftwerk Frankreichs, wird zur Zeit demontiert.

Quellen und Links

Berger, Marianne: Sprechkontakt in der Bretagne Grashäuser, Jochen: Bretagne Rother Almut: Bretagne Stephens, Meic: Linguistic Minorities in Western Europe
- [http://www.ofis-bzh.org Ofis ar brezhoneg - Breton language office ]
- [http://www.gwalarn.org/ Gwalarn - Dorioù Breizh - Breton language & culture]
- [http://www.bretagne-infos.fr/ Keleier diwar-benn Breizh – News about Brittany]
- [http://www.antourtan.org/ An Tour Tan- Dorioù Breizh – Breton culture and traditions]
- [http://www.histoire-bretagne.com/ Skol uhel ar vro – High Institute of Brittany - Ti Istor Breizh – The house for the History of Brittany]
- [http://www.bagadoo.tm.fr/sites-antourtan.html/ Gouelioù Breizh - Breton events]
- [http://www.lexilogos.com/bretagne_drapeau.htm Banniel Breizh – Brittany’s flag & Geography]
- [http://www.frenchentree.com/france-brittany-culture-traditions/ FrenchEntree-Brittany - Breton culture and traditions in english]
- [http://www.chez.com/buan1/history_of_brittany.htm Istor Breizh e saozneg - History of Brittany in english]
- [http://www.breizh.net/identity/ Personelezh Breizh e saozneg - Breton identity in english ]
- [http://www.brittany-bretagne.com/pg/dates.htm Deizoù Istor Breizh e saozneg - Dates of Brittany' s History in english]
- [http://www.geobreizh.com/ Douaroniezh Breizh – Geography of Brittany]
- [http://www.artouest.com/ Arzh ha sevenadur e Breizh – Art and culture in Brittany]
- [http://www.portailbreton.net/ Dorioù Breizh - Breton culture]
- [http://www.antourtan.org/radio_fr.html Skingomz e Breizh – Breton broadcasting - e brezhoneg hag e galleg - in breton and french]
- [http://www.breizh.de/ www.breizh.de - Bretonische Kultur und Musik, das deutsche Online-Magazin]
- Liste der Präsidenten des Regionalrates der Bretagne seit 1986 Kategorie:Bretagne Kategorie:Historisches Territorium Kategorie:Historische Landschaft Kategorie:Halbinsel Kategorie:Geographie (Frankreich) ja:ブルターニュ地域圏

Bizkaia

Bizkaia (spanisch Vizcaya) ist eine der drei Provinzen der Autonomen Region Baskenland. Bizkaia erstreckt sich auf 2.217 km². Die Bevölkerungsdichte liegt bei 472 Einwohnern pro km². Hauptstadt der Provinz ist Bilbao (bask. Bilbo). Früheres Kfz-Kennzeichen ist BI, Postleitzahl ist 48xxx.

Geographie

Bizkaia liegt an der an der Nordküste Spaniens. Die Landgrenze zu den anderen Provinzen ist 167 km lang, die Küstenlänge beträgt 80 km. Die höchste Erhebung ist der Berg Gorbea mit 1.480 m. Das Klima ist maritim mit kühlen Sommern und milden Wintern. Ebenso wie in den anderen Regionen an der spanischen Nordküste, sind die Jahresniederschlagsmengen recht hoch.

Orte

Neben dem internationalen Handelshafen in Bilbao gibt es an der Küste von Bizkaia noch die Fischereihäfen Armintza, Bermeo, Elantxobe, Getxo, Lekeitio, Mundaka, Ondarroa, Plentzia, Portugalete, Santurtzi und Zierbana.

Weblinks


- http://www.bizkaia.net Offizielle Seite der Provinz Bizkaia Kategorie:Spanische Provinz

Galicien

Galicien (auch Galizien; span. Galicia, galic. Galicia oder Galiza; offiziell Comunidad Autónoma de Galicia) ist eine Autonome Gemeinschaft im Nordwesten Spaniens. Sie grenzt im Norden und Westen an den Atlantischen Ozean und wird im Osten von Asturien und Kastilien-León umschlossen, während im Süden die Staatsgrenze zu Portugal verläuft. Sie gliedert sich in die vier Provinzen A Coruña, Lugo, Ourense und Pontevedra.

Geographie

Galicien liegt in Nordwest-Spanien und erstreckt sich etwa zwischen dem 36°W 42°N und dem 7°W 44°N. Im Norden grenzt Galicien an das kantabrische Meer, im Westen an den Atlantischen Ozean. Im Süden grenzt es an Portugal und im Osten an die spanischen automomen Gemeinschaften Kastilien-León und Asturien. Prägend für die Region sind hohe Bergketten, die Galicien vom Rest Spaniens abschotten. Mehr als die Hälfte des Gebietes liegt über 400 m hoch. Die höchste Erhebung ist mit 2100 m die Pena Trevinca. Interessant ist zudem der ausgeprägte Küstenverlauf Galiciens: mit einer Gesamtlänge von rund 1659 km, von denen über 800 km aus Steilküste und rund 300 km aus Strandabschnitten bestehen, umfasst dieser rund ein Drittel der spanischen Küste. Charakteristisch für Galiciens Küste sind die so genannten Rías, schlauch- und trichterförmige, fjordähnliche Flussmündungen, in die das Meer eingedrungen ist. Im Gegensatz zu Fjorden weisen die Rías allerdings nur eine geringe Tiefe auf. Unterschieden werden die Rías Baixas (span. Rías Bajas) und die Rías Altas. Die Rías Altas im Norden reichen von Ribadeo bis A Coruña. Die Rías Baixas reichen vom Kap Finisterre (galic. Cabo Fisterra) bis zur portugiesischen Grenze. Hauptunterscheidungsmerkmal der beiden Küstenabschnitte ist die jeweils sehr spezifische Küstencharakteristik. Während die Rías Baixas sanft ins Meer laufen, ist der Verlauf der die Rías Altas wesentlich steiler. So finden sich an den Rías Altas auch die höchsten Kliffs des europäischen Kontinents. Diese liegen in San Andrés de Teixido (Cedeira), nahe Ferrol, und erreichen eine Höhe von 620 m. Die größte Ría ist die zu den Rías Baixas gehörende Ría de Arousa. Diese hat eine Länge von 37 km und eine Tiefe von maximal 69 m. Ría de Arousa Charakteristisch für Galicien sind überdies die weitläufigen Wälder. Das Waldgebiet in der Autonomen Gemeinschaft entspricht etwa 30 Prozent des Gesamtwaldbestandes in Spanien. Durch Galicien führt der sowohl kulturell als auch touristisch äußerst interessante Jakobsweg, der Pilger und Interessierte zu Fuß, mit dem Rad oder dem Auto bis nach Santiago de Compostela führt. Bedeutende Städte sind A Coruña, Ferrol, Lugo, Ourense, Pontevedra, Santiago de Compostela und Vigo.

Klima

Das Klima der Region wird vom Atlantik geprägt und ist ausgesprochen mild, dabei jedoch sehr feucht. Kennzeichnend für Galicien sind milde Winter mit heftigen Niederschlägen und nicht allzu heiße Sommermonate. Die mittleren Sonnenstunden liegen bei 1.989,4 h im Jahr. Die mittleren Temperaturen an der Küste liegen im Jahresdurchschnitt in A Coruña bei 13,8° und in Vigo bei 14,7°. Im Binnenland erreicht Ourense 14°. In den Bergen liegen die Durchschnittstemperaturen deutlich darunter, so etwa bei 9,7 im "Alto de Rodicio" oder 8° in "Pedrafita do Cebreiro". Der Nordwesten Galiciens weist rund 150 Regentage im Jahr auf und ist die regenreichste Region Spaniens. Diese Zahl reduziert sich zunehmend in Richtung Südosten. Hier werden rund 100 Regentage und weniger im Jahr registriert. Am regenintensivsten sind in abnehmender Reihenfolge der Winter, der Herbst und der Frühling. Die mittlere Niederschlagsmenge liegt bei 1.404,8 l/m². Das feuchte Klima, häufige Nebel und Winde sowie die grüne bergige Landschaft insbesondere im Herbst und im Winter lassen Assoziationen mit Irland oder der Bretagne aufkommen.

Bevölkerung

Die Einwohnerzahl Galiciens liegt bei 2.751.094 Einwohner (Stand: Januar 2003), von denen 48,1 Prozent Männer und 51,9 Prozent Frauen sind. In Galicien wird neben Spanisch das mit dem Portugiesischen eng verwandte Galicische (galic. Galego, span. Gallego) gesprochen. Die deutsche Bezeichnung für die heimische Bevölkerung lautet Galicier (span. gallegos, gal. galegos).

Geschichte

In Galicien wurden vereinzelt Spuren gefunden, die auf die Zeit zwischen 25.000 und 16.000 v. Chr. bestimmt wurden. Die älteste Funde menschlicher Aktivität wurden in Budiño, Porriño, gefunden und stammen aus der Zeit um 25.000 v. Chr. Nach 8.000 v. Chr. sind die Funde von Steinwerkzeugen recht häufig. An der Küste entsteht im Mesolithikum die Fischerei. Diese Periode wird auch als asturianische Periode bezeichnet und bringt entlang der Küste von Vigo bis nach Asturien eine eigene, hochentwickelte Kultur hervor. Es tauchen auch erste Keramiken auf. Umfangreiche Spuren der galicischen Vorgeschichte sind dann aus der Zeit der Megalithkultur (um 4.000 Jahre v. Chr.) bekannt. Mehrere Megalithbauten (v. a. Dolmen) wie die von Dombate, Axeitos, Pedra da Arca bei Baiñas oder Maus de Salas sind Beispiele dieser Zeit. In der Bronzezeit (1800 Jahre v. Chr.) gibt es Hinweise auf eine entwickelte Metallverarbeitung. Aus dieser Periode stammen auch diverse in Stein gravierte Figuren (Petroglyphen) mit religiösem oder kosmischem Symbolen. Ausgehend von abstrakten Irrgartenthemen werden auch Tiere und Menschen dargestellt. Die wichtigsten Fundorte dieser Figuren liegen in der Provinz Pontevedra (Mogor, Castrove, Campolameiro). Aufgrund zahlreicher Metallvorkommen wird Galicien bald als Land der unzähligen Rohstoffe bekannt. Der Schutz der einheimischen Bevölkerung vor Eindringlingen wird somit zu einem gesellschaftsprägenden Merkmal. In dieser Zeit (etwa ab 1000 v. Chr. bis 400 v. Chr.) entstanden wehrhafte Großdörfer (gal. u span. castros), überwiegend an geschützten Hanglagen oder Hügeln. Die Befestigungen und die Grundrisse der meist ovalen Häuser sind noch bis heute an manchen Orten zu sehen. Gute Beispiele für die Castros dieser Zeit sind Santa Tegra bei A Guarda, Troña, Castromao, Borneiro, S. Cibrao de Lás, Viladonga. Aus der Castro-Zeit stammen auch die meisten gefundenen Ausgrabungen. Vermutlich ab dem 7. Jahrhundert v. Chr. fallen die Kelten in verschiedenen Wellen in Galicien ein und vermischen sich mit der einheimischen Bevölkerung. Der Name Galicien leitet sich dann auch von den keltischen Galläkern (Kallaiker, lateinisch Callaici) ab, die in diesem Gebiet siedelten, bevor die Römer erstmals 135 v. Chr. erste Expeditionen nach Galicien durchführten. Die Konsolidierung der römischen Macht erfolgte erst durch Julius Cäsar im Jahre 60 v. Chr. - Galicien wurde zur römischen Provinz Gallaecia. Gallaecia umfasste jedoch - über das heutige Galicien hinaus - Gebiete im westlichen Teil des heutigen Kastilien und im nördlichen Teil Portugals. Die Befriedung Gallaecias erfolgte durch die Kriegszüge Kaiser Augustus. In der Folge entwickelten die Römer eine umfassende Infrastruktur, insbesondere jedoch den Straßenbau, weiter. Die Straßen der Römer blieben neben den Pilgerwegen nach Santiago de Compostela bis ins Mittelalter hinein die einzigen guten Verbindungen nach Galicien. In der Zeit der Völkerwanderung ließen sich in Galicien im Jahr 409 die germanischen Sueben nieder und gründeten 411 unter König Hermerich, der bis 438 regierte, ein Königreich, das 585 von den Westgoten unterworfen wurde. Die im Jahr 711 beginnende Besetzung der iberischen Halbinsel durch die Mauren hatte auf Galicien nur geringen Einfluss. Das erste Eindringen der Mauren in Galicien wird auf das Jahr