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| Gordischer Knoten |
Gordischer KnotenDer Ausdruck Gordischer Knoten bezeichnet ursprünglich der Legende nach kunstvoll verknotete Seile, die am Streitwagen des Königs Gordios von Phrygien aus der griechischen Antike durch die Götter befestigt waren. Sie sollten die Deichsel des Zeus geweihten Wagens untrennbar mit dem Zugjoch verbinden.
Der Legende nach prophezeite ein Orakel, dass nur derjenige, der diesen Knoten lösen könne, die Herrschaft über Asien erringen würde. Viele kluge und starke Männer versuchten sich an dieser Aufgabe, aber keinem gelang es.
Im Frühjahr 334/333 v. Chr. soll Alexander der Große diesen Knoten einfach mit seinem Schwert durchschlagen und damit seinen darauffolgenden Siegeszug durch Asien eingeläutet haben.
Heute meint die Redewendung von der Lösung des gordischen Knotens die einfache Lösung eines als überaus schwer geltenden Problems.
Siehe auch: Gordion, Phryger, Ei des Kolumbus, Liste der Redensarten
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Der Gordische Knoten bezeichnet auch ein Aufwärmspiel für Kinder und Erwachsene, bei dem je nach Anzahl der Teilnehmer genau halb so viele Seile verdreht werden. Jeder Teilnehmer greift sich ein Seilende und muss nun seinen Partner herausfinden, ohne dabei das Seil los zu lassen. Somit bilden alle Teilnehmer ein riesiges Menschenknäuel, das es zu entwirren gilt.
Alternativ können die Teilnehmer sich eng zusammenstellen und in der Mitte der Gruppe mit jeder Hand die Hand eines anderen Mitspielers greifen. Nach dem Entwirren entstehen ein oder mehrere Kreise.
Kategorie:Knotenkunde
Kategorie:Redewendung
StreitwagenDer Streitwagen, der von der Bauart her eine Karre (da einachsig) mit Speichenrädern ist, war im Altertum sowohl Statussymbol (4-speichige Darstellungen) der Herrscher, als auch militärisch genutztes Fahrzeug (mind. 6 Speichen der Räder), das in der Regel von zwei, seltener von vier Pferden gezogen wurde. Die in der Antike sehr beliebten Wagenrennen wurden auf vierspännigen Streitwagen ausgetragen.
Streitwagen wurden seit dem 3. Jtd v. Chr. eingesetzt und waren bis etwa zum 5. Jh. v. Chr. allgemein verbreitet. Die Kelten Britanniens und Perser (hier Sichelwagen mit Klingen an den Achsen) benutzten ihn mindestens bis Christi Geburt. Im Mittelalter wurden schwere Karren, die zur Deckung von Schützen dienten, gelegentlich auch als Streitwagen bezeichnet.
Mittelalter
Mittelalter Ramses II. im Streitwagen]]
Vom Streitwagen aus wurde mit Bögen sowie mit Wurfspeeren gekämpft, zum Nahkampf mit Schwertern und anderen Waffen sprang man hinunter, was Verwirrung beim Gegner erzeugen sollte. Bei Gefahr kehrte der Wagenlenker zurück, so dass der Kämpfer wieder aufspringen konnte. Adlig war der Streitwagenkämpfer, da im Altertum Waffen und Gerät vom Kämpfer selbst zu stellen waren, und ein Wagen mit Pferden war sehr teuer. In der Ilias werden Streitwagenkämpfer beschrieben. Der Wagenlenker kämpfte meist nicht mit.
Die taktische Rolle von Streitwagen war ähnlich der von Panzern im modernen Krieg.
Streitwagen konnten allerdings nur auf relativ ebenem Gelände eingesetzt werden. Später wurden sie von der flexibleren und billigeren Reiterei abgelöst.
Die frühesten Nutzer des Streitwagens waren wahrscheinlich die Kurganleute. Als nächstes folgten Hethiter, Indoiraner und Iranier, die den Streitwagen in den Orient und nach Indien brachten, wo Babylonier und Assyrer intensiv Gebrauch von ihm machten. Das Alte Testament erwähnt den Einsatz von Streitwagen an mehreren Stellen. Im Buch Josua (17,16 und 18) und im Buch Richter (1,19; 4,3; 4,13) werden sie ausdrücklich als »eiserne Wagen« bezeichnet. Die antiken Perser waren gefürchtet für ihre mit scharfen Klingen an den Rädern versehenen Sensenstreitwagen oder Sichelwagen. In Europa nutzten die Kelten intensiv und mit als letzte den Streitwagen, den sie essedum nannten, im Kampf.
In der Mythologie verschiedener Völker spielen Streitwagen indirekt eine Rolle. So werden viele hinduistischen Gottheiten auf Streitwagen dargestellt. In vielen europäischen Mythen fährt der Sonnengott auf einem Streitwagen über das Himmelsgewölbe.
siehe auch: Kutsche, Wagenburg
Weblinks
- http://www.ndh.net/home/uhofmann/radundwagen.htm
Kategorie:Waffe
Phrygien
Phrygien ist die antike Bezeichnung einer Region im westlichen Zentral-Kleinasien. Sie grenzte im Osten an Kappadokien, im Süden an Pisidien und Lykaonien, im Westen an Lydien im Nordwesten und Norden an Bithynien und Paphlagonien. Die bedeutendste Stadt Phrygiens war Gordion, das am heutigen Sakarya, dem antiken Sangarios, liegt. In der Spätantike war die Hauptstadt Colossae, an dessen christliche Gemeinde der Apostel Paulus einen Brief schrieb
Benannt ist diese Landschaft nach den Phrygern, unter denen Phrygien das Kernland eines großen Reichs in Anatolien war, das im 8. Jahrhundert v. Chr. unter König Midas seinen machtpolitischen Höhepunkt hatte. Die Phryger siedelten sich ab dem 12. Jahrhundert v. Chr., aus dem Gebiet der Troas und Thrakien kommend, in dieser Landschaft an. Vorher gehörte diese Region zum hethitischen Großreich. Anfang des 7. Jahrhundert v. Chr. fielen die Kimmerier in Phrygien ein und eroberten Gordion. Die phrygische Kultur bestand aber noch lange weiter. Ende des 7. Jahrhunderts v. Chr. geriet Phrygien zunehmend in Abhängigkeit zu den Lydern, von 546 bis 334 v. Chr. gehörte es zum Perserreich. Im Winter 334/333 v. Chr. kam Alexander der Große nach Phrygien. Bei seinem Aufenthalt soll er den legendären Gordischen Knoten zerschlagen haben. Um 274 v. Chr. wurden keltische Galater von dem Diadochenherrscher Antiochos I. Soter im östlichen Teil Phrygiens angesiedelt. Nach ihnen wurde diese Gegend bald auch Galatien genannt. Gegen Mitte des 1. Jahrhunderts v. Chr. wurde Phrygien römisch und gehörte fortan zur Provinz Asia. Galatien war römischer Klientelstaat und wurde erst unter dem Prinzipat des Augustus dem römischen Reich angegliedert.
In Phrygien war der Kult der Großen Mutter Kybele und des Weingotts Sabazios, später von den Griechen als Dionysos übernommen, von Bedeutung. Der Kybele-Kult wurde später von den Römern übernommen, wo sie Magna Mater deorum Idaea genannt wurde.
Herrscher
- Tantalus c. 1300 v. Chr.?
- Teuphrant ca. 1300
- Teleph
- Tarhont
- Migdon ca. 1200
- Curtius
- ??
- Gordios I.
- Midas I.
- Gordios II.
- Midas II.
- Gordios III.
- Midas III. 738-695
- Gordios IV. 695-670
- Midas IV. ca. 670
- überrannt von den Kimmerier 695-626
- gehört zu Lydien 626-590
- Midas V. ca. 590-ca. 570
- Gordios V. ca. 570-ca. 546
siehe auch: Phryger, Phrygische Sprache, Phrygische Mütze, Phrygischer Helm, Montanismus
Kategorie:Historische Landschaft
Zeus
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Zeus (griechisch Ζευς oder auch Δίας), Sohn des Kronos und der Rhea (Göttin des Fließens), ist der oberste olympische Gott in der griechischen Mythologie und mächtiger als alle anderen griechischen Götter zusammen. Über ihm stand nur das (personifizierte) Schicksal – seine Töchter, die Moiren – auch er hatte sich ihnen zu fügen.
Zeus wird bei den Römern mit Jupiter gleichgesetzt.
Jupiter
Kronos verschlang alle seine Kinder gleich nach der Geburt, da er Angst hatte, diese könnten ihn entmachten, so wie er selbst seinen Vater Uranos entmachtet hatte. Deswegen brachte Rhea Zeus im Verborgenen auf die Welt, nämlich in einer Höhle des Idagebirges auf Kreta. Dem Kronos gab sie einen in eine Windel gewickelten Stein zu essen. Als Kronos sich daraufhin ein Brechmittel von Rhea geben ließ, da der Stein auch für einen Gott unverdaulich war, spuckte er auch die anderen Kinder zusammen mit dem Stein aus. Zeus wurde in der Zwischenzeit von der Ziege (nach andern von der Nymphe) Amaltheia versorgt und von den Kureten beschützt.
Er stürzte seinen Vater nach schweren Kämpfen mit ihm und dessen Geschwistern, den Titanen. Zeus wurde dabei von den Kyklopen, von denen er auch Blitz und Donner erhielt, und den Hekatoncheiren unterstützt. Nachdem Zeus die Titanen in den Tartaros gestürzt hatte, musste er noch mit den Giganten und dem Typhon kämpfen. Doch auch in diesen Kämpfen war Zeus siegreich und er konnte mit seinen Brüdern die Weltherrschaft antreten. Dabei war ihm durch Los der Himmel, Poseidon das Meer und Hades die Unterwelt zugefallen.
Zeus war mit seiner Schwester Hera verheiratet, mit der er mehrere Kinder hatte. Aber er hatte auch viele Liebschaften, unter anderem mit der Göttin Leto, die ihm Apoll und Artemis gebar, aber auch mit vielen Nymphen, Halbgöttinnen und Sterblichen. Aus dem Sitz seiner Klugheit entsprang Athene. Diese Liebschaften waren nie von Dauer, auch weil Hera äußerst eifersüchtig war. Um die Kinder, die aus diesen Seitensprüngen entstanden (unter anderen Apoll, Artemis, Herakles, die schöne Helena und nach einigen Quellen auch Athene) kümmerte er sich aber. Die einzige Liebschaft von Dauer war wahrscheinlich die zum Königssohn Ganymed. Dieser war so schön, dass Zeus ihn in Gestalt eines Adlers auf den Olymp entführte. Dort diente er ihm als Mundschenk.
Oft hatte Zeus bei der Zeugung seiner Kinder eine je andere Gestalt (Stier, Schwan, Goldener Regen u.a.) angenommen:
Ein in der Antike berühmtes Zeus-Orakel befand sich im Eichenhain von Dodona.
Weblinks
Kategorie:Griechische Gottheit
ja:ゼウス
ko:제우스
Prophezeihung
Das Wort Prophezeiung (Prophetie) stammt von dem griechischen Wort propheteía, was "aussprechen", "aussagen" oder "für jemanden sprechen" bedeutet (phemi = ich spreche; pro = für, heraus, anstelle). Im Allgemeinen wird eine Prophezeiung als eine Aussage (Vorhersage) über die Zukunft bezeichnet - vgl. auch die (wissenschaftliche) Prognose.
Ursprünglich wurden Prophezeiungen in einem religiösen Kontext verstanden, d. h. der Inhalt der Prophetie wird als wiedergegebene Aussage (eines) Gottes verstanden. Eine Prophezeiung muss also nicht zwingend eine Aussage über die Zukunft sein, sondern kann allgemein eine göttlich inspirierte Aussage (Offenbarung) sein.
In nahezu allen Religionen gibt es Prophezeiungen, meist von einem Propheten im Auftrage des/eines Gottes ausgesprochen. In der griechischen Mythologie gab es verschiedene Orakelstätten (z.B. Delphi), wo Vorhersagen der Zukunft gesucht wurden. Auch in der Bibel gibt es ("große" und "kleine") Propheten, welche im Alten Testament Vorhersagen für die Zukunft gemacht haben. Im Neuen Testament wurde die "Apokalypse des Johannes" als prophetisches Buch verstanden (vgl. z. B. den Antichrist und den "Jüngsten Tag" (siehe Eschatologie). Im Islam gilt Mohammed als der letzte und den Ausschlag gebende Prophet.
Viele Verkünder wurden und werden als "Propheten" verehrt oder maßten sich diese Rolle an. Das wird sich auch nicht ändern - und dieser Satz ist nun eine sozialwissenschaftliche Prognose. In der Soziologie gibt es den einschlägigen Fachbegriff der "selbsterfüllenden Prophezeiung".
Kategorie:Parawissenschaft
Siehe auch: Hellsehen, Vaticinium ex eventu, Thetis, Heilige Drei Könige, Menetekel
Weblink
[http://www.prophezeiungen-zur-zukunft-europas.de Website über Prophezeiungen zur Zukunft Europas]
ja:予言
OrakelEin Orakel (lat.) ist eine göttliche Offenbarung, die in Form eines Zeichens (oder per Direkteingabe durch ein Medium) Aufschluss über die Zukunft geben soll.
Interpretationsbedürftigkeit
Natürlich müssen alle Orakel interpretiert werden und bekanntlich ist der Wunsch der Vater des Gedankens. Abhängig sind sie also von der Person, die das Orakel, die göttliche Offenbarung lesen kann, als auch von der Person, die die Antwort annimmt und interpretiert. Gelegentlich wird auch diese Person als Orakel bezeichnet.
Abgrenzung Orakel, Hellseherei und Prophetie
Das Orakel unterscheidet sich von der Hellseherei dadurch, dass das Orakel Offenbarungen eines Gottes übermittelt, während der Hellseher durch seine eigene hellseherische Begabung die Information erlangt.
Das Orakel unterscheidet sich von der Prophetie dadurch, dass das Orakel Fragen beantwortet, während dem Propheten die göttliche Offenbarung ungefragt zuteil wird.
Orakel erfüllten früher die Funktion, die heute Zukunftsforscher erfüllen: Indem sie die Zukunft vorhersagten, gaben sie den Entscheidungsträgern Mittel in die Hand, ihre Entscheidungen anhand dieser Vorhersagen zu rechtfertigen.
Orakel in verschiedenen Kulturen
Antikes Griechenland
Bereits im antiken Griechenland gab es Orakel, von denen das Orakel von Delphi das bekannteste ist. Weitere bedeutende antike Orakelstätten waren Ephyra, Olympia, Dodona, Klaros, Didyma und das Ammonium in der Oase Siwa. Sie verloren seit dem 4. Jahrhundert v. Chr. bis zum 4. Jahrhundert n. Chr. an Bedeutung. Im weiteren Sinne ist auch die Sibylle von Cumae zu den Orakeln zu rechnen.
Römische Antike
Im Staatskult der Römer versuchten die Pontifices und Flamines die Zukunft aus himmlischen Zeichen (Blitz u. Donner) oder dem Vogelflug zu ergründen. Die Haruspices erstellten Orakel, indem sie in den Eingeweiden der Opfertiere lasen. Letzteres ging auf etruskische Traditionen zurück.
Tibet
Im Rahmen des tibetischen Kulturkreises findet man Orakel sowohl im Bön der vorbuddhistischen Religion Tibets, als auch in einigen Schulen des tibetischen Buddhismus. In der buddhistischen Gelug-Schule ist insbesondere das Nechung-Orakel bekannt. Die buddhistische Schutzgottheit Pekar, der ehemalige Schutzgeist des Klosters Samye, bedient sich, nach der Überlieferung, seit mehr als vier Jahrhunderten regelmäßig eines Mönchs als Medium, um zukünftige Geschehnisse vorherzusagen und um die tibetische Regierung durch Ratschläge zu leiten. Der als Medium dienende Mönch hat daher größtes Ansehen im Gelug-Orden. Aufgrund seiner häufigen, sehr kräftezehrenden Orakel-Trancen, hat er aber in aller Regel nur eine geringe Lebenserwartung. Das Nechung-Orakel ist heutzutage noch immer wichtigstes Staatsorakel der tibetischen Exilregierung und des Dalai Lama.
Moderne Formen
Moderne Formen eines Orakels sind das Orakel von Leipzig und das Internet-Orakel.
Daneben gibt es auch sogenannte Orakel- oder Wahrsagekarten, die zum selben Zweck eingesetzt werden.
Literatur
- Evans-Pritchard, E. E. (1976): Witchcraft, oracles, and magic mong the Azande. Oxford: Clarendon Press.
- Fontenrose, Jospeh (1981): The Delphic Oracle. Its responses and operations with a catalogue of responses. Berkeley; Los Angeles; London: University of California Press.
- Rosenberger, Veit (2001): Griechiche Orakel. Eine Kulturgeschichte. Darmstadt: Wissenschaftliche Buchgesellschaft.
- Réné de Nebesky-Wojkowitz: Oracles and Demons of Tibet, Gordon Press, New York 1977, Reprint der Ed. Mouton, s'Gravenhage (1954).
Siehe auch: Channeling - Chiromantie - Fadenorakel - Griechische Mythologie - Numerologie -
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Asien
Asien ist der zentrale-südliche und östliche Teil Eurasiens.
Begriff
Das Wort Asien (Asia) stammt aus dem Assyrischen und bedeutet Sonnenaufgang. Es entspricht also dem lateinischen Wort Orient oder dem deutschen Morgenland. Der vor dem Zweiten Weltkrieg gebräuchliche Begriff Fernost wird heute selten verwendet, da er eine eurozentristische Weltsicht widerspiegelt.
Das chinesische Zeichen 亞 (Kurzzeichen 亚, Pinyin yà) ist eine klangliche Adaption und bedeutet ursprünglich das Zweite, subordiniert.
Innereurasische Grenze
Aus historischen Gründen werden Europa und Asien in Europa (teilweise nicht jedoch in Asien!) als verschiedene Kontinente betrachtet. Das Ural-Gebirge, der Ural-Fluss, das Kaspische Meer, der Kaukasus, das Schwarze Meer sowie Bosporus, Marmarameer und Dardanellen bilden u.a. die Grenze von Europa und Asien (siehe Eurasien).
Lage und Küstengliederung
Eurasien
Asien liegt mit seiner kontinentalen Landmasse bis auf die Tschuktschen-Halbinsel in Ostsibirien ganz in der östlichen Hemisphäre, nördlich des Äquators. Nur die südöstlichsten Inseln (Teile Indonesiens) befinden sich auf der Südhalbkugel der Erde.
Der nördlichste Punkt der Landmasse ist das Kap Tscheljuskin auf der Taimyr-Halbinsel (Sibirien) 77° 40' n. Br., der südlichste Punkt der Landmasse ist die Spitze der Malaiischen Halbinsel (Kap Buru) 1° 16' n. Br. Westlichster Punkt ist das Kap Baba in Kleinasien 26° 4' westl. L., der östlichste Punkt ist auf Kap Deschnjow (an der Nordostspitze von Sibirien) 169° 44' westl. L.
Die Küstenlänge Asiens beträgt etwa 82.300 km, davon entfallen auf den Arktischen Ozean 15.900 km, auf den Pazifischen Ozean 27.300 km, auf den Indischen Ozean 33.600 km und auf das Mittelmeer einschließlich Schwarzes Meer 5.500 km.
Die Küsten verlaufen im Norden, Osten und Süden. Im Westen bildet das Mittelmeer nur teilweise die Landbegrenzung. Mit Afrika verbindet sich Asien nördlich des Roten Meeres über die Halbinsel Sinai (Landenge von Sues, 145 km breit) und mit Europa bildet die Strecke zwischen dem Karischen Golf und dem Kaspischen Meer eine 2.700 km lange Grenze.
Ganz im Osten bildet die Beringstraße mit einer Breite von etwas mehr als 80 km eine Grenze zu Amerika. Im Südosten bildet die Inselwelt des Indonesischen Archipels eine Verbindung zu Australien.
Der riesigen Landmasse sind zahlreiche größere Halbinseln vorgelagert. Im Westen Kleinasien (Anatolien) (früher wurde auch die Insel Zypern hinzugerechnet), im Süden die Arabische Halbinsel zwischen dem Roten Meer und dem Persischen Golf, Indien zwischen dem Persischen Golf und dem Golf von Bengalen (mit der vorgelagerten Insel Sri Lanka) und im Südosten Hinterindien zwischen dem Golf von Bengalen und dem Chinesischen Meer. An der Ostküste Asiens zeigen sich mehrere südwärts gerichtete Halbinseln mit vorgelagerten Inselreihen. Dies sind Korea und Kamtschatka mit den Kurilen, Sachalin und den Inseln Japans: Hokkaidō, Honshū, Shikoku und Kyūshū. Im Norden ist die sibirischen Küste mehr durch die Mündungen mächtiger Ströme geprägt.
Einwohner und Größe
Asien ist mit etwas mehr als 44 Mio. km² der flächenmäßig größte Erdteil, der von mehr als der Hälfte der Erdbevölkerung (etwa 3,5 Milliarden Menschen) bewohnt wird. In der [http://www.datenbank-asien.de Datenbank Asien] sind Informationen zu vielen Ländern Asiens zu finden.
Geschichte
Asien ist die Wiege zahlreicher Kulturen, beispielsweise in China, in Indien sowie Babylonien und Assyrien in Vorderasien. Alle großen Weltreligionen (auch das Christentum, das Judentum und der Islam) sind in Asien entstanden.
Asien und Europa verbindet eine Lange Tradition an Kriegen (beispielsweise Alexander der Große, die Perserkriege, die Kreuzzüge, die Einfälle der Hunnen und der Türken) und an Entdeckungsreisen (beispielsweise Sven Hedin).
Asien ist seit jeher von Großreichen geprägt und nicht so zersplittert wie Europa. Die chinesische Kultur hat in der Welt, vor allem jedoch in Ostasien, ihre Spuren hinterlassen (Papier, Buchdruck, Kompass, Seide, Porzellan uvm.). Aus Indien hat sich der Buddhismus verbreitet. Nordasien (insbesondere Sibirien) blieb lange Zeit nahezu unbesiedelt, erst als sich das Russische Reich weiter ausdehnte, wurden dort größere Städte gegründet. Zentralasien war traditionell die Heimat von Steppenvölkern (Reitervölker), (beispielsweise den Mongolen), die in früheren Zeiten eine Bedrohung für Europa darstellten. Der Nahe Osten ist seit dem 7. Jahrhundert vom Islam geprägt und hat einen stark prägenden Einfluss auf Nordafrika gehabt.
Politische Einteilung nach Regionen
Nordafrika
- Afghanistan
- Kasachstan
- Kirgisistan
- Mongolei
- Tadschikistan
- Turkmenistan
- Usbekistan
siehe auch: Turkstaaten
- Russland (Sibirien)
- Volksrepublik China
- Hongkong (Sonderverwaltungszone)
- Macao (Sonderverwaltungszone)
- Japan
- Korea
- Nordkorea
- Südkorea
- Taiwan (Republik China)
- Brunei
- Indonesien
- Kambodscha
- Laos
- Malaysia
- Myanmar (früher Burma)
- Philippinen
- Singapur
- Thailand (früher Siam)
- Timor-Leste
- Vietnam
:Siehe auch: Tigerstaaten
- Bangladesch
- Bhutan
- Indien
- Malediven
- Nepal
- Pakistan
- Sri Lanka (früher Ceylon)
- Armenien
- Aserbaidschan
- Bahrain
- Georgien
- Irak
- Iran
- Israel
- Jemen
- Jordanien
- Katar
- Kuwait
- Libanon
- Oman
- Palästinensische Autonomiegebiete
- Saudi-Arabien
- Syrien
- Türkei
- Vereinigte Arabische Emirate
- Zypern
Regionale Organisationen
- ASEAN
- ASEM
- ADB - Asia Development Bank
- AHRC - [http://www.ahrchk.net Asiatische Menschenrechtskommission]
Siehe auch
- Portal Asien
- Kleinasien
- Naher Osten
- Liste asiatischer TV-Programme in Europa
Weblinks
- [http://www.inasien.de Magazin „in Asien!“]
- [http://www.Kultur-in-Asien.de Kultur in Asien: Kunst, Religion, Kult, Feste, Kalender, Architektur, Geschichte (von Dr. Bernhard Peter)] (ein breit angelegtes Informationsforum über verschiedene asiatische Länder, das Essays, Photogalerien und Reiseberichte vereint)
- [http://www.zmag.org/asiawatch/asiawatch.cfm ZNet's Resource on Asia (engl.)]
- [http://www.weltkarten-landkarten.de/landkarten/asien/d_default.asp Umfangreiche Landkartensammlung von Asien]
- [http://www.askasia.org/ a resource of the Asia Society (engl.)]
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Kategorie:Kontinent
ja:アジア
ko:아시아
ms:Asia
simple:Asia
th:ทวีปเอเชีย
zh-min-nan:A-chiu
334 v. Chr.
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Ereignisse
- Aristoteles gründet in Athen seine Schule, das Lykeion
- Alexander der Große beginnt den Persienfeldzug mit 5000 Reitern und 30.000 Mann Fußvolk. Sieg in der Schlacht am Granikos und Durchschlagung des Gordischen Knotens.
Geboren
-
Gestorben
-
3-0334
333 v. Chr.
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Ereignisse
- Alexander der Große siegt in der Schlacht bei Issos über den persischen Großkönig Darius III. Merksatz: "Drei Drei Drei bei Issos Keilerei"
Geboren
-
Gestorben
Memnon von Rhodos, griechischer Söldnerführer.
3-0333
Schwert
Das Schwert (von Ahd.: swerd) ist eine Hieb- und Stichwaffe mit gerader ein- oder zweischneidiger Klinge, Griff und je nach Epoche Parierstange und Knauf.
Knauf
Knauf
Geschichte
Antike
Das Schwert ist die erste künstlich hergestellte Waffe, die zum Töten von Menschen angefertigt wurde. Es handelt sich also nicht um eine Jagd- oder Verteidigungswaffe für bzw. gegen Tiere.
Schwerter sind in den meisten antiken und mittelalterlichen Kulturen zu finden, sowohl im abendländischen als auch im orientalischen und ostasiatischen Kulturraum. Erste Schwertfunde existieren bereits aus der frühen Bronzezeit, wie Funde beispielsweise aus Griechenland (Mykene, Sparta) und Nordeuropa sowie viele antike Abbildungen belegen. Allerdings waren die Schwerter dieser Periode auf Grund der geringen Materialhärte eher eingeschränkt für den Kampf geeignet. Die fehlende Härtbarkeit machte diese Klingen sehr kurzlebig. Wesentliche Bedeutung als Waffe erhielt das Schwert erst mit dem Beginn der Eisenzeit, da Eisen und insbesondere Stahl eine wesentlich größere Härte als Bronze aufweisen. Erste Funde eiserner Schwerter finden sich zur Hallstattzeit, sowohl in Nord- als auch in Südeuropa. Obgleich auch zu Beginn der Eisenzeit die Hauptwaffe der Soldaten (beispielsweise griechische Hopliten und römische Legionäre) weiterhin die Lanze war, erlangte das Schwert insbesondere in der römischen Armee in der Form des Kurzschwertes (Gladius) Bedeutung. Dieses wurde später von der längeren Spatha - ursprünglich ein Kavallerieschwert, später auch bei der Infanterie eingesetzt - abgelöst. Dieses wurde bestimmend für die Konstruktion von Schwertern in weiten Teilen Europas.
Völkerwanderungszeit und Mittelalter
Auch bei den germanischen Stämmen der Völkerwanderung hatte das Schwert, neben dem Sax eine herausragende Bedeutung als Waffe und behielt diese auch im Verlaufe des Mittelalters. Die Bedeutung des Schwertes in den Gesellschaften der Völkerwanderungszeit wird besonders deutlich in der herausragenden Stellung, die Schwerter in den meisten mythologischen Erzählungen des frühen und hohen Mittelalters spielen. So findet sich beispielsweise in der Artussage das Schwert Excalibur, im Nibelungenlied Siegfrieds Schwert Balmung.
Die gesellschaftliche Bedeutung spiegelt sich auch darin wieder, dass Schwerter in vielen feudalen Zeremonien eine wesentliche Rolle spielen (Krönung, Schwertleite). Praktisch jedes europäische Krönungsornat enthält ein Schwert, so beispielsweise das Reichsschwert des Heiligen Römischen Reiches, die Reichsschwerter in England und Schottland etc.
Neuzeit
Mit dem Aufkommen zunehmend schwererer Rüstungen mussten auch die Waffen angepasst werden, um die Panzerung zu durchbrechen. Aus den ursprünglich verhältnismäßig kurzen Schwertern (etwa 0,8-1 m) entwickelten sich zunächst Langschwerter (etwa 1,1-1,3 m) -in neuerer Zeit auch Anderthalbhänder oder Bastardschwerter genannt. Die Wucht eines solchen Langschwertes oder Anderthalbhänders konnte, auch ohne die Panzerung zu durchbrechen, immense innere Verletzungen hervorrufen.
Der Zweihänder, der auf Abbildungen aus der Landsknechtszeit häufiger zu sehen ist, wurden hauptsächlich zum Aufbrechen enger Pikenformationen benutzt, nicht zum engen Nahkampf oder zum Zweikampf. Hier setzte sich der Katzbalger durch, der ein kurzes Handgemengeschwert war, bzw. im zivilen Bereich das Rapier.
Aufgrund der Tatsache, dass nicht zuletzt häufig Prunkwaffen überlebt haben, da sie keinem Verschleiß ausgesetzt waren, existieren häufig falsche Vorstellungen über Gewicht und Balance historischer Schwerter. Paradewaffen, die hauptsächlich auf der Schulter getragen bei Umzügen vorgeführt wurden, erreichten nicht selten Gewichte, die für den Kampf absolut nicht praktikabel waren (4kg und mehr). Eine tatsächliche Gebrauchswaffe musste aber -insbesondere so sie für militärischen Gebrauch gedacht war- auch über längere Zeit zu führen sein.
Siehe auch
- Schwert-Typen
Weblinks
- [http://www.mmsseiten.privat.t-online.de/ga-002.htm Schwertmythos und historische Wirklichkeit]
Schwert
ja:剣
RedewendungEine Redewendung (auch: Idiom, idiomatische Wendung, Phraseologismus) ist eine Verbindung von mehreren Wörtern ("feste Wortverbindung"), die eine Einheit bilden und deren Gesamtbedeutung nicht direkt aus der Bedeutung der Einzelelemente abgeleitet werden kann. Es handelt sich um den Spezialfall einer Kollokation.
Wortverbindungen und Wortschatz
Die Idiomatizität einer Wortverbindung zeigt sich daran, dass
- der Austausch einzelner Elemente keine systematische Bedeutungsveränderung ergibt: jemandem einen Katzendienst erweisen gegenüber jemandem einen Bärendienst erweisen, über der Hand gegenüber unter der Hand
- es auch eine "wortwörtliche" Lesart der Phrase gibt, für die die vorhergehende Regel nicht gilt.
Diese Wendungen werden unterschieden von den Gruppen der freien (unfesten) Wortverbindungen und den losen Wortverbindungen. In ungenauer Redeweise werden unter Redewendungen auch Sprichwörter, Redensarten, Funktionsverbgefüge und Zwillingsformeln subsumiert.
Redewendungen sind ein fester Bestandteil des sprachlichen Lexikons. Oft enthalten sie ehemalige rhetorische Figuren, vor allem Metaphern. Fast immer sind sie aus sprachhistorisch älteren unidiomatischen ("wortwörtlich gebrauchten") Syntagmen entstanden. Die Unanalysierbarkeit der Bedeutung löst sich somit fast immer auf, wenn die Geschichte einer Redewendung nur weit genug zurück verfolgt werden kann. Redewendungen können (wie alle Wortschatzelemente) eine eingeschränkte regionale Verbreitung haben.
Literarische Zitate, die als Redewendungen Eingang in den allgemeinen Sprachgebrauch gefunden haben, werden als geflügelte Worte bezeichnet.
Beispiele für gebräuchliche Redewendungen
Bitte alphabetisch einsortieren
- auf den Hund kommen (gesundheitlich oder wirtschaftlich ruiniert werden; verelenden; zugrunde gehen)
- blau sein (betrunken sein) (franz. être noir: schwarz sein)
- Da beißt die Maus keinen Faden ab ! (Das ist so! das ist nicht zu ändern! Bestätigung einer Aussage)
- blaumachen (ohne triftigen Grund nicht zur Arbeit/Schule erscheinen; aus der Färberei: Die Farbe Blau benötigte eine längere Ruhezeit, siehe [http://www.farbimpulse.de/farbwirkung/detail/12.html])
- Blut und Wasser schwitzen (große Angst haben)
- am Katzentischchen sitzen
- C'est la vie
- Das kommt mir spanisch vor
- den Bach hinuntergehen (zu Grunde gehen, beispielsweise ein Vermögen oder eine Firma)
- den Nagel auf den Kopf treffen
- den Teufel an die Wand malen
- der springende Punkt (lat.: punctum saliens; Vorstellung: im Weißen eines Eies befinde sich ein hüpfender Blutfleck, der das Herz des späteren Vogels bildet; Heute: das entscheidende Moment einer Darlegung)
- dem Tod von der Schippe (Schaufel) springen (dem Tod nur knapp entrinnen)
- die Nase in etwas stecken (das einen nichts angeht)
- die Rechnung ohne den Wirt machen
- die Spreu vom Weizen trennen
- einen Brand (Durst) haben
- einen Schuss ins Blaue abgeben (eine Vermutung äußern)
- eine ruhige Kugel schieben (ein ruhiges Leben führen)
- etwas aus dem effeff können
- etwas geht auf keine Kuhhaut
- fröhliche Urständ feiern (ein als schlecht betrachtetes Verhalten das man erledigt glaubte findet wieder Verbreitung)
- für jemanden die Hand ins Feuer legen
- Futschwager sein für "2 Männer die Geschlechtsverkehr mit der gleichen Frau gehabt haben"
- holla die Waldfee (bei Überraschung)
- im Trüben fischen
- ins Schwarze treffen (mit einer Vermutung richtig liegen)
- jemandem Beine machen (jemanden zur Eile antreiben)
- jemandem den Hof machen
- jemandem den schwarzen Peter zuschieben (engl. to frame someone)
- jemandem die Leviten lesen
- jemandem die Suppe versalzen
- jemandem einen Bärendienst erweisen
- jemandem einen Denkzettel verpassen (jemanden eine Lektion erteilen)
- jemandem einen Strich durch die Rechnung machen
- jemandem etwas einbleuen (jemandem etwas unmissverständlich klar machen)
- jemandem etwas heimzahlen
- jemandem geht ein Licht auf (jemand begreift etwas unvermittelt)
- jemandem heimleuchten
- jemandem reißt der Geduldsfaden (jemand verliert die Geduld)
- jemanden Mores lehren
- kein Wässerchen trüben können
- mit dem linken Fuß zuerst aufgestanden sein (einen schlechten Tag haben)
- mit der Kirche ums Kreuz gehen (einen Umweg gehen)
- nahe am Wasser gebaut haben
- neun Leben haben (Katzen oder wie Katzen)
- nur Bahnhof verstehen (nichts verstehen)
- sein Licht unter den Scheffel stellen
- seit Olims Zeiten
- sich die Hände in Unschuld waschen
- sich grün und blau ärgern (sich sehr ärgern)
- Trick 17
- unter der Hand (heimlich, unter Mißachtung geltender Regeln)
- wie ein Elefant im Porzellanladen (sich sehr ungeschickt anstellen)
Schweizer Redewendungen
- bachab schicken (in einer Abstimmung verwerfen)
- in Tat und Wahrheit (in Wirklichkeit)
- jemandem geht der Knopf auf (jemandem geht ein Licht auf); auch in Bayern und Österreich
Siehe auch: Helvetismus
Siehe auch
- Merkspruch, Sinnspruch
- Letzte Worte
- Variantenwörterbuch des Deutschen
Weblinks
- [http://www.redensarten-index.de/ www.redensarten-index.de]
- [http://www.vein.hu/german/Phraseologie.htm Kultur, Interkulturalität und Phraseologie/Redewendungen]
- [http://www.phrasen.com/ Englische und Deutsche Redewendungen]
- [http://www.guteseiten.com/Info_allgemein/phraseologie.htm Sammlung Deutscher Redewendungen]
!Redewendung
ja:慣用句
simple:Idiom
GordionGordion war die Hauptstadt des Phrygerreichs und wurde 1895 von den Gebrüdern Gustav und Alfred Koerte wiederentdeckt. 1900 führten diese erste Grabungen am Siedlunghügel durch und erforschten einige Tumulus-Gräber in der Umgebung. Seit 1950 wird der Fundplatz systematisch und fast ohne Unterbrechung unter der Leitung von Archäologen der Universität Pennsylvania ausgegraben.
Gordion liegt ca. 80 km westlich des heutigen Ankara am Fluss Sangarios (heute Sakarya), in der Nähe der Stelle, an der der Porsuk in diesen mündet. Unmittelbar an Gordion vorbei führt die alte Königsstraße, die spätestens in persischer Zeit, vermutlich aber schon früher gebaut wurde. Die Oberstadt ist auf einem 40-70 Meter hohem Hügel errichtet. Spuren der Unterstadt wurde bei einem Survey Mitte der 90er Jahre entdeckt.
Der Hügel wurde bereits in der Kupferzeit besiedelt, wie einige Tiefengrabungen ergeben haben. Darauf folgen Schichten der Frühen und Mittleren Bronzezeit. In der Späten Bronzezeit gehörte Gordion zum Reich der Hethiter. Auch diese Periode der Besiedlungsgeschichte des Hügels ist erst sporadisch erforscht. Zu Beginn des 12. Jh. v. Chr. wurde Gordion durch die hethitisch geprägten Bewohner verlassen. Einem kurzen - wohl nur wenige Jahrzehnte dauernden - Hiatus folgte dann eine Wiederbesiedlung durch neue Bevölkerung, deren Keramik teilweise Parallelen zur Keramik der gleichzeitigen Schicht VIIIb1 von Troja aufweist. Es sind aber auch andere, eventuell alt-anatolische Elemente bei den neuen Bewohnern anzutreffen. In geringem Umfang könnte auch - die Befunde sind z.Z. widersprüchlich - in der frühen Phase hethitische Traditionen fortgeführt worden sein. Mehrere Schichten dieser früh-eisenzeitlichen Besiedlung sind unterschieden worden. Diese Phase geht dann ohne kulturellen Bruch in die älterphrygische Besiedlungsphase über. Nur diese und die Nachfolgenden Phasen sind bisher gründlich untersucht.
In der älterphrygischen Phase, die kurz nach 700 v. Chr. endet, wurden viele prächtige Gebäude in Megaron-Form gebaut. Vor dem Hauptraum befand sich ein halb abgetrennter Vorraum. Ein "Palast" konnte nicht identifiziert werden, denn keines dieser Gebäude hebt sich von seinen Ausmaßen eindeutig von den übrigen ab. Vermutlich gehörten aber alle Bauten des Siedlungshügel zum Herrscher- bzw. Verwaltungsbezirk. Innen waren die Häuser teils sehr reich dekoriert, einige haben nachweislich ein Obergeschoss besessen. Durch die älterphrygische Oberstadt verliefen Mauern, deren Funktion noch nicht geklärt ist. Umgeben war die Oberstadt von einer mächtigen Mauer, deren Nordtor gut erforscht ist. Es handelt sich um eine Bastion, die ihre stärksten Parallelen in den Befestigungen von Troja VI hat. Das ist bemerkenswert, denn zwischen beiden Stadtmauern liegt ein halbes Jahrtausend. Auch wenn das Nordtor Gordions 4 Bauphasen hat und man die frühste für das 9. oder gar 10. Jh. v. Chr. annimmt, fehlen zeitliche und räumliche Bindeglieder zwischen der Befestigung von Troja VI und Gordion. Die phrygischen Bauten wurden zumeist in einer Art Fachwerkbau konstruiert: Holzbalken stützten Steinmauern und Lehmziegelaufsätze. Ein großes Projekt zur Neugestaltung der Oberstadt war mitten im Gange, als das älterphrygische Gordion völlig zerstört wurde. Aus assyrischen und griechischen Quellen wissen wir, daß die Kimmerier 697 oder 676 v. Chr. für die Zerstörung Gordions verantwortlich waren. Mit der Eroberung Gordions brach auch das Phrygerreich zusammen.
Nach der Zerstörung wurde Gordions Oberstadt bald neu gebaut. Dabei wurden die zerstörten Gebäude der älterphrygischen Phase künstlich mit einer bis zu 10 Meter dicken Schuttschicht bedeckt, auf der dann das neue "mittelphrygische" Gordion errichtet wurde. Dessen Gebäude ähneln denen der älterphrygischen Phase stark, teilweise weisen sie sogar die gleiche Ausrichtung auf. Der Übergang von der mittelphrygischen (ca. 700-550 v. Chr.) zur spätphrygischen Phase ca. 550-330) verlief ohne Bruch. Gordion kam zu Beginn der spätphrygischen Phase unter persische Herrschaft. Auf dem Siedlungshügel soll eine persische Garnision stationiert gewesen sein.
Da sich die Ausgrabungen lange Zeit auf die Erforschung der Siedlungsspuren um 700 v. Chr. konzentriert haben, ist das Gordion der persischen und hellenistischen Zeit wenig erforscht. In den letzten Jahren sind aber eine Reihe keltischer Artefakte ans Licht gekommen, die belegen, dass Gordion in hellenistischer Zeit von Galatern besiedelt worden war. In römischer Zeit verlor Gordion immer mehr an Bedeutung und wurde schließlich verlassen und vergessen, bis es Ende des 19. Jh. wiederentdeckt wurde.
Gordion besaß eine ausgedehnte Unterstadt, die sich sowohl östlich des Siedlungshügels als auch westlich, am anderen Ufer des Sangarios erstreckte. Sie ist bisher noch nicht erforscht.
In der Umgebung von Gordion gibt es über 100 Tumuli, Grabhügel mit Körperbestattung. Teils haben sie große Ausmaße und sehr reiche Grabbeigaben. Im größten dieser Tumuli, der auch mit Abstand die meisten Beigaben hatte, fanden Ärchäologen das Skelett eines etwa 60-70 Jahrigen Mannes. Da für Holzreste durch dendrochronologische Untersuchungen ein Fälldatum von ca. 718 v. chr. ermittelt wurde, könnte es sich um das Grab des berühmten König Midas handeln. Dieser ist sowohl aus assyrischen als auch griechischen Quellen gut bekannt. Er soll bei der Eroberung Gordions Selbstmord begangen haben. Neueste Untersuchungen legen aber ein etwas älteres Datum des Grabes nah, so dass fraglich ist, ob es sich tatsächlich um das Grab Midas handelt. Vermutlich ist es eher das Grab seines Vorgängers, der nach Griechischer Überlieferung Gordios hieß.
Weblinks
- Englischsprachige Seite des Gordion Ausgrabungs-Projekts: [http://home.att.net/%7Egordion/ Gordion Excavation Project]
Literatur
- R.S. Young, Gordion, 1969.
- R.S. Young, Three Great Early Tumuli, 1981.
- E.L. Kohler, The Lesser Phrygian Tumuli I: The Inhumations, 1995.
- Fast jährlich gibt es Kurzberichte über die laufenden Ausgrabungen in Gordion im American Journal of Archeology (AJA)
Kategorie:Ort in der Türkei
Kategorie:Archäologische Grabung
Kategorie:Phrygien
Ei des KolumbusDas Ei des Kolumbus ist eine Redensart, die eine verblüffend einfache Lösung für ein unlösbar scheinendes Problem beschreibt.
Herkunft
Es wird erzählt, dass Christoph Kolumbus nach seiner Rückkehr aus Amerika während eines Essens bei Kardinal Mendoza im Jahr 1493 vorgehalten wird, es sei ein Leichtes gewesen, die "Neue Welt" zu entdecken, es hätte dies schließlich auch jeder andere vollführen können. Daraufhin verlangt Kolumbus von den anwesenden Personen, ein Ei auf der Spitze aufzustellen. Es werden viele Versuche unternommen, aber niemand schafft es, diese Aufgabe zu erfüllen. Man ist schließlich davon überzeugt, dass es sich hierbei um eine unlösbare Aufgabe handelt, und Kolumbus wird darum gebeten, es selbst zu versuchen. Dieser schlägt sein Ei mit der Spitze auf den Tisch, so dass sie leicht eingedrückt wird, und das Ei stehen bleibt.
Ursprünglich war die Anekdote vom Ei des Kolumbus von dem italienischen Künstler Giorgio Vasari auf seinen Landsmann Filippo Brunelleschi gemünzt worden. Dieser Baumeister soll durch die Lösung des "Ei-Problems" den Auftrag zum Bau der Kuppel des Doms Santa Maria del Fiore erhalten haben. Das würde die Anekdote jedenfalls passend machen, da die Domkuppel in Florenz augenscheinlich an die Form eines Eies erinnert, das an der Spitze aufgestoßen ist. In einem Werk des Historikers Girolamo Benzoni findet sich das Geschichtlein dann auf Kolumbus übertragen. Immerhin gibt Vasari zu, nur vom Hörensagen von dem Vorfall erfahren zu haben.
Es wird auch vermutet, dass die Erzählung ursprünglich aus dem orientalischen Raum stammt.
Literatur
- Andreas Venzke: Der "Entdecker Amerikas" - Aufstieg und Fall des Christoph Kolumbus, Zürich 1991 ISBN 3-545-34091-0
Siehe auch
- Gordischer Knoten, Liste der Redensarten
Weblinks
- [http://www.ei-des-kolumbus.de/begriff.htm Der Begriff Ei des Kolumbus]
Kategorie:Redewendung
Liste der Redensarten
Hier werden einige Redensarten aufgelistet. Oft fallen Redewendungen und Redensarten übereinander, weshalb auch Redewendungen aufgezählt wurden:
- Auf Messers Schneide stehen
- Ägyptische Finsternis
- Sich/Jemandem ein Armutszeugnis ausstellen
- Sich Asche aufs Haupt streuen
- Auf dem absteigenden Ast sein
- Augiasstall
- Etwas aus dem Ärmel schütteln
- Etwas ausgefressen haben
- Etwas auf die lange Bank schieben
- Kein Blatt vor den Mund nehmen
- Blauer Brief
- Keinen Bock haben
- Ein Böhmisches Dorf
- Jemandem aufs Dach steigen
- Keinen Deut auf etwas geben
- Mit jemandem Deutsch reden
- Gegen Dummheit kämpfen selbst die Götter vergebens (ursprünglich ein Zitat: Talbot in Schillers Jungfrau von Orleans)
- Das Ei des Kolumbus
- Jemanden etwas eintrichtern
- Eulen nach Athen tragen
- Den Faden verlieren
- Farbe bekennen
- Den Fehdehandschuh hinwerfen/aufnehmen
- Das ist ein weites Feld (ursprünglich ein Zitat: der alte Briest in Fontanes Effi Briest)
- Fersengeld geben
- Ins Fettnäpfchen treten
- Fraktur reden
- Mit dem falschen Fuß aufstehen
- Etwas an die große Glocke hängen
- Jedes Wort auf die Goldwage legen
- Sand ins Getriebe streuen
- Haare auf den Zähnen haben
- Hand aufs Herz
- Etwas hat Hand und Fuß
- Eine Hand wäscht die andere
- Ein Mädchen unter die Haube bringen
- Keinen Heller für etwas geben
- Auf den Hund kommen
- (Für jemand Anderen) die Kastanien aus dem Feuer holen
- Etwas auf dem Kerbholz haben
- Arm wie eine Kirchenmaus sein
- Klotz am Bein sein
- den Kopf in den Sand stecken
- Jemanden einen Korb geben
- Mit seinem Latein am Ende sein
- Sich wie ein Lauffeuer ausbreiten
- Jemandem die Leviten lesen
- Es brennt einem etwas auf den Nägeln (Fingernägeln)
- Sich an die eigene Nase fassen
- Jemandem etwas hinter die Ohren schreiben
- Den Pegasus besteigen
- Postwendend antworten
- Recht und schlecht
- Sack und Asche
- Vom Saulus zum Paulus werden
- Ein Schlitzohr sein
- Schwein haben
- Einen Streit begraben
- Das kann kein Schwein lesen
- In Schwulitäten geraten
- Wider den Stachel löken
- Sich aus dem Staube machen
- Stoische Ruhe
- Tacheles reden
- Aufs Tapet bringen
- Nicht alle Tassen im Schrank haben
- Einen Vogel haben
- Über den grünen Klee loben
- Da beißt die Maus keinen Faden ab
- weg vom Fenster sein
- Durch die Blume sprechen
- Holz in den Wald tragen
- Die Nase von jemanden voll haben
- Einen Sprung in der Schüssel haben
- Mein Lieber Herr Gesangsverein
- Da wird doch der Hund in der Pfanne verrückt!
- Wir sehen uns morgen in alter Frische
- Ach du grüne Neune
- Verflixt und zugenäht!
- Jetzt sei Tabula rasa !
Weblinks
- http://www.redensarten-index.de
Redensarten
Kategorie:RedewendungEine Redewendung ist eine Verbindung von mehreren Wörtern ("feste Wortverbindung"), die eine Einheit bilden und deren Gesamtbedeutung nicht direkt aus der Bedeutung der Einzelelemente abgeleitet werden kann. Ein einzelnes Wort, das in übertragener Bedeutung oder umgangssprachlich verwendet wird, ist meist keine Redewendung und sollte nicht als solche kategorisiert werden.
Kategorie:Sprache
Category:130 BCCategory:130s BC
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