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| Größe |
GrößeIn seiner allgemeinsprachlichen Bedeutung bezeichnet das Wort Größe die räumliche Ausdehnung von etwas. Der Ausdruck kann quantitativ näher bestimmt werden, beispielsweise mit „die Größe beträgt 192 m“, oder eine bestimmte Qualität zum Ausdruck bringen, wie in etwa bei „...weist eine erhebliche Größe auf“. Im letzteren Fall ist Größe der Gegensatz zu Kleinheit.
Daneben wird der Begriff in vielen Fachgebieten in einer speziellen Definition verwendet:
- In den Naturwissenschaften bezeichnet die physikalische Größe alles, was sich durch eine Messung oder auch Schätzung miteinander in Beziehung setzen läßt. Der Ausdruck einer bestimmten Größe ist hier eine Zahl (Maßzahl, Zahlenwert), die gegebenenfalls durch eine Einheit näher bestimmt wird. Unterschieden wird dabei zwischen Zustandsgrößen und Prozessgrößen, sowie bei ersteren zwischen intensiven und extensiven Größen. Je nachdem ob eine physikalische Größe eine Einheit besitzt oder nicht, unterscheidet man zusätzlich zwischen dimensionsbehafteten und dimensionslosen Größen. Auch eine Unterscheidung nach stoffeigenen und systemeigenen Größen ist hierbei möglich, wobei diese bei Gemischen auch als partielle bzw. mittlere Größen genutzt werden.
- Bei Kleidung wird mit Größe die Konfektionsgröße bezeichnet.
- Bei Schuhen ist mit Größe die Schuhgröße gemeint.
- Bezogen auf eine Institution oder Person kann die Größe auch die gesellschaftliche Bedeutung, die Stärke des Moralempfindens oder die Bedeutung des Geistes bezeichnen (vgl. eine „Großbank“, eine „große Seele“, ein „großer Dichter“).
- In der Geschichte wird der Begriff oft im Rahmen der „historischen Größe“ einer Person gebraucht, was zuweilen durch den Namenszusatz „der Große“ zum Ausdruck gebracht wird, wie in etwas bei Otto dem Großen. Gleiches gilt für bedeutende Ereignisse in der Geschichte, wie beispielsweise dem „Großen Vaterländischen Krieg“.
- In Bezug auf die Körpergröße eines Menschen sprach man früher von Höhe („von hoher Gestalt“), heute umgangssprachlich eher von Länge.
Siehe auch: Körpergröße, Größenordnung, Größenwahn, Größenklasse, Dimension (Physik); Kleinheit
Raum (Physik)Der Raum ist die gegebene Leere, die in der menschlichen Erfahrung durch die Dimensionen Höhe, Breite und Tiefe bestimmt ist. Raum ermöglicht zwar allen Objekten eine Ausdehnung, er selbst existiert aber nur in Relation zu diesen Objekte. Ebenso spielen sich alle physikalischen Vorgänge im Raum ab, er ist somit eine Art „Behälter“ für Materie und Felder.
Zur physikalischen Beschreibung werden formale Eigenschaften verschiedener mathematischer Räume, meistens des euklidischen Raumes benutzt. Der Raumbegriff hat sich in der ständigen Fortentwicklung der Physik stark gewandelt.
Raum in der klassischen Mechanik
In der klassischen Mechanik gilt die Raumdefinition von Isaac Newton:
- Der Raum ist absolut, unveränderlich und unbeeinflusst von den physikalischen Vorgängen, die sich in ihm abspielen.
- Der Raum ist euklidisch und dreidimensional.
Hierbei entsprechen die Dimensionen eines Raumes den von ihm realisierten kartesischen Koordinaten, üblicherweise angegeben in x-, y-, und z-Richtung. Man bezeichnet diese als Raumkoordinaten und die durch sie aufgespannten Dimensionen als Raumdimensionen, wobei keine Raumdimension einem Punkt, eine Raumdimension einer Geraden oder Kurve und zwei Raumdimensionen einer Fläche entsprechen. Die Bestimmung des Bezugspunktes eines Koordinatensystems benötigt reale Objekte. Meistens wird dazu der Schwerpunkt einer großen Masse wie der Erde oder der Sonne genommen.
Neben der Vorstellung des unabhängig von der Materie existierenden, wenngleich von diesem beeinflussten Raums, gibt es auch das Machsche Prinzip, welche besagt, dass der Raum erst durch die Materie erzeugt wird, dass also kein Raum ohne Materie existieren könnte.
Raum und Zeit
Die Entdeckung, dass die Lichtgeschwindigkeit für alle Beobachter gleich ist, erforderte eine Modifikation des Raumbegriffes. Albert Einstein leistete in seiner Speziellen Relativitätstheorie die Vorarbeit, so dass Hermann Minkowski Raum und Zeit zu einem gemeinsamen Gebilde, der Raumzeit zusammen fassen konnte. Damit ist der Raum nicht mehr absolut, sondern vom Beobachter (genauer: dem Inertialsystem) abhängig. Dies äußert sich zum Beispiel in der Lorentzkontraktion, derzufolge relativ zueinander bewegte Beobachter für dasselbe Objekt eine unterschiedliche Länge messen.
In der Speziellen Relativitätstheorie ist der Raum zwar vom Beobachter abhängig, nicht jedoch von den physikalischen Vorgängen in ihm. Er ist immer noch für jeden Beobachter euklidisch. Das ändert sich in der Allgemeinen Relativitätstheorie. In dieser wird die Gravitation durch die Krümmung der Raumzeit beschrieben, welche auch eine Krümmung des Raumes bedeutet. Die Geometrie der Raumzeit hängt vom Energie-Impuls-Tensor, also von den im Raum vorhandenen Teilchen und Feldern ab. Der Raum ist daher nur noch lokal euklidisch.
Siehe auch: 4D
Moderne Theorien zur Raumzeit
Die Kaluza-Klein-Theorien und Stringtheorien, die zum Ziel haben, die Gravitation mit den anderen Grundkräften zu vereinigen, fügen der Raumzeit zusätzliche Dimensionen hinzu.
Diese zusätzlichen Dimensionen sind allerdings nicht, wie die bekannten 4 Raum-Zeit-Dimensionen, ins (beinahe) unendliche ausgedehnt;
vielmehr sind sie von einer Ausdehnung von weniger als einem Atomkerndurchmesser.
Zusätzlich nimmt man an, dass sie periodisch 'aufgerollt' sind.
Ein letztendliches Ziel dieser Theorien ist, den Raum mit seinen Eigenschaften nicht als etwas gegebenes zu postulieren, sondern ihn in einer umfassenden Theorie gemeinsam mit den bekannten Grundkräften und Elementarteilchen zu begründen.
Eine abweichende Meinung stellt die konstruktivistische Protophysik dar, in der Geometrie und Chronometrie durch Normen für die Messinstrumente bestimmt wird.
Kategorie:Physik
Quantität
Fall für Wiktionary - Reine Worterklärung
Quantität (lat. quantitas: Größe, Menge) meint die Menge oder Anzahl von Stoffen oder Objekten oder die Häufigkeit von Vorgängen. Im Unterschied zu Qualität lässt sich Quantität durch numerische Werte ausdrücken.
DefinitionEine Definition (lat. de ab, weg; finis Grenze, also Definitio = Abgrenzung) ist die Verdichtung von Merkmalen zu einem Begriff, dessen Sachverhalt (Definiendum) danach auf Eigenschaften (Definiens) zurückgeführt wird. Kurz: Eine Definition ist eine sprachliche Verkürzung eines Sachverhalts. Jede Definitionskette lässt sich nur auf eine natürliche Sprache und die in dieser Sprache verständlichen Grundaussagen zurückführen.
Wissenschaftstheoretische Klassifikation
Nominal- vs. Realdefinitionen
Die in der Wissenschaftstheorie meist an erster Stelle gennannte, traditionelle Klassifikation von Definitionen ist die Unterscheidung zwischen Nominal- und Realdefinition. Während die Nominaldefinitionen einen neuen Begriff aus alten zusammenstellt, zerlegt die Realdefinition einen gängigen Begriff in seine Merkmale. Während Nominaldefinitionen besonders der Domäne der Strukturwissenschaften zuzuordnen sind, lassen sich Realdefinitionen vor allem in den Geistes-, Natur- und Sozialwissenschaften finden. Da in diesen meist die (notwendigerweise) vagen und ambigen bereits vorhandenen Begriffe der natürlichen Sprache begründet werden, empfiehlt sich für Realdefinitionen der treffendere Ausdruck der Begriffsexplikation oder -zerlegung.
Identitäten vs. Gebrauchsdefinitionen
Man spricht von Gebrauchsdefinition (oder Kontextdefinition), weil das Definiendum darin nur so definiert wird, wie man es innerhalb von Sätzen gebraucht. Fällt beispielsweise eine allgemeine Definition des Prädikates "'adäquat"' schwer, so lässt sich leicht definieren, dass die Aussage "'X ist ein adäquater Kalkül"' genau dann wahr ist, wenn X ein Kalkül ist der vollständig und korrekt ist. Adäquatheit wurde damit nur im Kontext "'Kalkül"' definiert, und die Frage wann überhaupt etwas adäquat ist, beziehungsweise welche Dinge unter diesen Begriff fallen, stellt sich nicht. Dieser ontologische Unterschied erspart beispielsweise der modernen Mathematik die philosophische Frage nach dem Wesen der Zahl (empirisch, psychologistisch, oder logisch). Die mathematischen Axiome sagen nicht was eine Zahl ist, sondern wann sich etwas Zahl nennen darf und welche arithmetischen Eigenschaften dann für diese gelten. Dass zum Beispiel die Gruppenaxiome gerade davon leben, dass sie verschiedenste Interpretationen erlauben, widerspricht zudem der klassischen Anschauung, Definitionen müßten eindeutig sein.
Totale versus Partielle Definitionen
Während in totalen Definitionen Definiendum und Definiens äquivalent sind, gilt dies in partiellen Definitionen nur für einen Teilbereich, das heißt nur für den Fall, dass eine Vorbedingung erfüllt ist. Operationale Definitionen sind häufig partiell. In ihnen ist die Vorbedingung die Operation mit der man die zu definierende Eigenschaft überprüft. Die zugehörige Gattung der Dispositionsbegriffe wie "wasserlöslich" beschreibt keine Eigenschaften die direkt ablesbar sind, sondern ist an eine (Prüf-)bedingung geknüpft. Zum Beispiel: "Wenn man den Gegenstand in Wasser gibt, dann löst er sich auf".
Explizite vs. Rekursive Definitionen
Eine im Zusammenhang mit Definitionen stets genannte Regel ist die, dass das Definiendum im Definiens selbst nicht vorkommen darf. Unter Beachtung dieser Regel entstehenden die sogenannten Explizitdefinitionen. Wie die Definition der Ackermannfunktion jedoch zeigt, kann eine Definition einer Funktion unter direkter oder indirekter Rückführung auf Terme mit ebendieser Funktion eben doch zweckmäßig sein. Diese Fälle erfordern vielmehr eine genauere Betrachtung und die Angabe spezieller Kriterien zur Vermeidung von Zyklen. Im Einzelnen geschieht dies, indem sich die stufenweise Elemination des Definiendums auf die natürlichen Zahlen abbilden lassen muß.
Notwendigkeit von wissenschaftlichen Definitionen
- Die Notwendigkeit einer wissenschaftlichen Definition ergibt sich in der Regel dann, wenn im Laufe des wissenschaftlichen Erkenntnisgewinnes Hypothesen und Theorien aufgestellt oder Modelle konstruiert werden, welche von verschiedenen Wissenschaftlern nachvollzogen und diskutiert werden sollen. Um den Kriterien der Wissenschaftlichkeit zu genügen, muss deshalb Einvernehmen über die Bedeutung der verwendeten Begriffen herrschen.
- Definitionen bewirken durch ihren abkürzenden Charakter eine leichtere Formulierung und ein leichteres Verständnis von Theorien
- Zwar sind, wie sich formal beweisen lässt Definitionen notwendiger Weise weder wahr, noch falsch, jedoch tragen sie durch den Auswahlprozess beim Definieren bereits Erkenntnis mit sich.
Definitionsregeln und -anforderungen
Die klassischen Definitionsregeln gehen auf Aristoteles zurück (Vergleiche Analytica Posteriora, Organon) (zitiert nach Kondakow 1983, S. 81):
# Ein Begriff wird durch seine nächste Gattung und den Artunterschied definiert (Praecisio definitionis). (veraltet)
# Der Artunterschied muss ein Merkmal oder eine Gruppe von Merkmalen sein, die nur dem vorliegenden Begriff zukommen und bei anderen Begriffen fehlen, die zur selben Gattung gehören. (veraltet)
# Eine Definition muss angemessen sein, d.h. weder zu weit noch zu eng gefasst sein.
# Eine Definition darf keinen Zirkelschluss enthalten.
# Eine Definition darf keine logischen Widersprüche enthalten.
# Eine Definition darf nicht nur negativ bestimmt sein
# Eine Definition darf keine Mehrdeutigkeiten enthalten.
Anstatt dieser größtenteils überholten Anforderungen sind die inzwischen entscheidenden formalen Kriterien an Definitionen Eliminierbarkeit und Nicht-Kreativität. Eliminierbar ist ein Begriff dann, wenn er innerhalb einer Theorie vollständig zu Gunsten seines Definiens ersetzt werden kann, ohne den Wahrheitswert der Theorie zu beeinflussen. Nicht-Kreativität bedeutet, dass unter Hinzunahme der Definition zu einer Theorie nichts erschlossen werden kann, was nicht bereits ohne jene Definition erschließbar wäre.
Eine weitere klassische Form der Definition ist die unter Angabe eines genus proximus (Gattung) und einer diferenzia specifica (Spezifisches Abgrenzungskriterium). Während man lange Zeit glaubte es handle sich dabei um eine universelle Form, zeigt bereits das einfache Beispiel "Ein Skandinavier ist ein Mensch der aus Dänemark, Norwegen oder Schweden kommt", dass sinnvolle Definitionen diesem Schema nicht folgen müssen.
Im praktischen Betrieb der (nicht-formal-)Wissenschaften, erweisen sich folgende Anforderungen als sinnvoll:
- Die Anzahl unterschiedlicher Interpretationsmöglichkeiten soll so weit wie möglich reduziert werden.
- Trotzdem soll eine Definition so einfach wie möglich sein.
- Eine Definition ist um so besser, je schärfer die Grenzen zu anderen Begriffen gezogen sind.
- Es dürfen nur Begriffe verwendet werden, die schon als Allgemeinbegriff eindeutig sind oder die bereits innerhalb der jeweiligen Wissenschaft definiert sind.
- Eine Definition soll möglichst keine Ausnahmeregelungen enthalten.
- Definitionen sind weder wahr noch falsch, Realdefinitionen sollten jedoch (nach Carnap) die 4 Kriterien zur Adäquatheit erfüllen:
- # Ähnlichkeit von Explikat und Explikandum
- # Exaktheit des Explikats
- # Fruchtbarkeit für das Aufstellen vieler Gesetze
- # Einfachheit der Definition selbst und der resultierenden Gesetze
Beispiele
- Realdefinition: "Eine Definition ist die genaue Bestimmung eines Begriffes durch Beschreibung und/oder Erklärung seines Inhalts."
- Nominaldefinition: "Eine Primzahl ist eine natürliche Zahl mit genau zwei natürlichen Teilern."
- Gebrauchsdefinition:: "Die natürliche Zahl n ist Primzahl n besitzt genau zwei natürliche Teiler"
- Rekursive Definition: Ackermannfunktion
- Empirische Definition, besser: empirische Analyse: "Der Mensch ist ein ungefiederter Zweibeiner."
Zitate
"Omnia determinatio negatio est." (deutsch: Jede Begriffsbestimmung ist eine Abgrenzung.)
(Spinoza)
"Was man überhaupt sagen kann, das kann man auch klar und verständlich sagen"
(Ludwig Wittgenstein)
”Wir sind unfähig, die Begriffe, die wir gebrauchen, klar zu umschreiben - nicht, weil wir ihre Definition nicht wissen, sondern weil sie keine wirkliche ”Definition” haben. Die Annahme, daß sie eine solche Definition haben müssen, wäre wie die Annahme, daß ballspielende Kinder grundsätzlich nach strengen Regeln spielen.” (Ludwig Wittgenstein)
„Alle Definitionen sind wissenschaftlich von geringem Wert.“ Friedrich Engels, Anti-Dühring, MEW 20, 77.
„Definitionen sind für die Wissenschaft wertlos, weil stets unzulänglich. Die einzig reelle Definition ist die Entwicklung der Sache selbst, und diese ist aber keine Definition mehr.“ Friedrich Engels, 20, 578.
"[...] als die Creme der im Südwesten tätigen Archäologen zur gleichen Zeit an einem Ort versammelt war und zwei unschätzbare Tage damit verbrachte, die Frage: "wann ist ein Kiva kein Kiva" zu diskutieren. Nicht nur konnten sie sich nicht über diese negative Behauptung einigen, sondern, was viel schlimmer war, sie entschieden auch nie im positiven Sinne, was ein Kiva war. Und das - es mag zu ihrer Schande und ihrem Unbehagen berichtet werden- zu einer Zeit, als jeder Mann, jede Frau und jedes Kind unter ihnen sofort einen Kiva erkannte, soweit ihn überhaupt ein Auge erblicken konnte." Ann Morris, zitiert nach C. W. Ceram in "Der erste Amerikaner".
Siehe auch: Prädikat (Logik), Terminus, Terminologie
Literatur
- N. Kondakow: Wörterbuch der Logik (2. Aufl.). Leipzig 1983
- Lothar Schmidt (Auswahl, 1971): Schlagfertige Definitionen. Von Aberglaube bis Zynismus - ISBN 3-499-16186-9
- Wolfgang Stegmüller: Hauptströmungen der Gegenwartsphilosophie, Eine kritische Einführung. Stuttgart, 1989.
Weblinks
- http://achimwagenknecht.de/Definitionslehre/diephysi.htm
- http://www.phillex.de/def.htm
- Definitionen [http://www.uni-erfurt.de/sprachwissenschaft/personal/lehmann/CL_Lehr/Begriffe/Begriffe_Definition.html] (Eine gründliche Einführung in den Begriff der "Definition")
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Kategorie:Wissenschaftstheorie
ja:定義
simple:Definition
NaturwissenschaftNaturwissenschaften sind Wissenschaften, die sich mit der unbelebten und belebten Natur befassen, diese zu beschreiben und zu erklären versuchen. Die traditionellen Gebiete der Naturwissenschaften – Physik, Chemie und Biologie – prägen auch heute noch nachhaltig das verbreitete Bild der Naturwissenschaften. In der Gegenwart wird der Begriff Naturwissenschaften jedoch deutlich weiter gezogen. Ein Beispiel für eine Erweiterung ist die Astronomie, die sich von ihrer historischen Rolle als Astrologie zu einer modernen Naturwissenschaft entwickelt hat. Eine systematische Zusammenstellung der modernen Auffassung findet sich im Artikel Wissenschaft.
Einordnung als Wissenschaft
Die Naturwissenschaften stehen nach traditioneller Auffassung den Geisteswissenschaften gegenüber. Allerdings ist diese ausschließliche Zweiteilung der Wissenschaften in zwei große Kategorien heute weitgehend nicht mehr begriffliche Grundlage: Als prominentestes Beispiel für eine Wissenschaft, die weder als Natur- noch als Geisteswissenschaft einzuordnen ist, gilt die Mathematik, die den Strukturwissenschaften zugeordnet wird.
Entwicklung
Zu den Naturwissenschaften wurden historisch zunächst nur die Wissenschaften gezählt, die sich mit den materiellen Dingen der unbelebten Natur beschäftigen. Die Ansicht, was materiell (physisch) zu erklären sei, und was metaphysich, also jenseits der materiellen Phänome liegend und damit der materiellen Erklärung nicht zugänglich sei, unterliegt einem beständigen Wandel. Auch die Erweiterung auf neue Wissenschaftsgebiete gehört zu den Aspekten dieser Entwicklung. Ein zentrales Thema für die Naturwissenschaften war und ist die Frage nach der objektiven Erkenntnis, also einer Erkenntnis, deren Gültigkeit über das erkennende Subjekt hinausgeht und Allgemeingültigkeit erlangt.
Prinzipien der Naturwissenschaften
Heute definieren sich die Naturwissenschaften über ihre Methoden und den Wissenschaftsprozess. Es werden Hypothesen gebildet und systematische Experimente durchgeführt, um diese Hypothesen zu überprüfen. Die Hypothesen werden möglichst präzise formuliert, was in der Praxis heißt, dass die Hypothese als mathematisches Modell formuliert wird. "Mathematisches Modell" darf hierbei nicht zu eng verstanden werden, denn neben der klassischen Differentialgleichung, können solche Modelle statistische Natur haben und entsprechend formuliert werden, oder es kann sich um Abläufe handeln, die als Graphen dargestellt werden. Die Hypothese (= Modell) muss kausal und nachprüfbar sein. Die Hypothese sollte bekannte Phänomene erklären und, idealer Weise, neue Phänomene vorhersagen oder mehr Phänomene erklären als die bekannten Modelle. Ist die Hypothese erfolgreich ("sie bewährt sich") wird ihr im Laufe der Zeit immer mehr Vertrauen entgegengebracht. Bewährte Hypothesen werden oft auch als Theorie bezeichnet. Theorien, die lange Zeit und in verschiedenen Gebieten ihre Tests immer wieder bestanden haben, werden auch Naturgesetz genannt. Häufig haben sogenannte Naturgesetze aber weitere Attribute, die wissenschaftstheoretisch nur schwierig exakt zu fassen sind. Zu diesen gehören Einfachheit, großer Geltungsbereich, elegante mathematische Formulierung und hoher Erklärungswert. Erklärungswert heißt, dass die Theorie möglichst wenig freie Parameter enthält, die erst durch Messungen und Experimente bestimmt werden müssen. Als Beispiele für weithin anerkannte Naturgesetze können der Energieerhaltungssatz und die Relativitätstheorie angeführt werden. Dagegen würde man das eigentlich sehr erfolgreiche Standardmodell der Elementarteilchenphysik noch nicht als "Naturgesetz" bezeichnen, denn es mangelt ihm an Erklärungswert, da es mindestens 19 freie Parameter hat, die durch Messung und Experiment bestimmt werden müssen.
Der naturwissenschaftliche Prozess benötigt zu seiner Funktion weitere Spielregeln. Dazu gehören Veröffentlichung in etablierten wissenschaftlichen Zeitschriften, Respekt vor dem Wissenschaftler ohne Vorurteile, genaue Dokumentation der Versuchs- und Messbedingungen, sorgfältige Fehleranalyse und Freiheit der Information. Angesehene wissenschaftliche Zeitschriften unterhalten kompetente Stäbe von Gutachtern, die dafür sorgen, dass die Veröffentlichungen bestimmte Qualitätsmerkmale erfüllen (Neuigkeit, Fehlerfreiheit, Sorgfalt, korrekte und vollständige Zitate etc.). Die Gutachter sind selbst aktive Wissenschaftler, was eine selbstregulierende Fairness garantiert. Dieser Teilprozess heißt "Peer Review".
Die drei klassischen Naturwissenschaften Physik – Chemie – Biologie
- Physik: Die Physik (griechisch φυσική, physike „die Natürliche“) ist die am meisten grundlegende der Naturwissenschaften. Sie beschreibt elementare Gebiete der Natur und deren Zusammenhänge, zum Beispiel Kräfte und die Bewegung von Körpern, aber auch komplexe Zusammenhänge wie die Dynamik von Raum und Zeit oder den Atombau.
- Chemie: Die Chemie (von arabisch al-kimiya', dieses von griechisch χημεία, chemeia) ist die Lehre von den Elementen. Sie beschreibt deren Eigenschaften, Verhalten und ihre Veränderung. Zu einer tiefergehenden Erklärung dieser Vorgänge greift sie auf die Physik zurück.
- Biologie: Die Biologie (griech. βίος, bíos Leben und λόγος, lógos Lehre) befasst sich mit lebenden Organismen, angefangen bei den kleinsten Organismen wie Bakterien bis hin zum Menschen. Sie baut dabei einerseits auf Erkenntnisse der Chemie auf und beschreibt und erklärt die stofflichen Vorgänge in lebenden Organismen. Andererseits formuliert sie übergreifende Gesetze über die Entwicklung, die Lebensweise und Fortpflanzung und andere Vorgänge und Erscheinungen.
Heutige Auffassung, exakte Wissenschaften, Science
Der oben beschriebene Prozess wird auch in anderen Wissenschaftsgebieten angewendet, die nicht zu den klassischen Naturwissenschaften zählen oder zu den Naturwissenschaften aus der erweiterten Aufstellung im Artikel Wissenschaft zählen. Diese erhalten im angelsächsischen üblicherweise den Zusatz "Science". Eine Eins-zu-Eins-Übersetzung ins Deutsche ist nicht möglich, nahe kommt vielleicht der Begriff der "Exakten Wissenschaft". Als Beispiel sei "Cognitive Science" genannt, ein Teilgebiet der Psychologie, welches mit naturwissenschaftlichen Methoden arbeitet.
Anmerkungen
Der Zugang zur Information ist heute leichter, aber auch erheblich unübersichtlicher als zu früheren Zeiten. Insbesondere das Internet hat hier zu einem enormen Informationsschub geführt. Freiheit und leichter Zugang zu Information können schnell zu Verwirrung und Desinformation führen. Das Verständnis des naturwissenschaftlichen Prozesses gibt hier eine Hilfestellung, der eine Wertung der präsentierten Information ermöglicht. Sind Erfordernisse des beschriebenen Prozesses verletzt, darf man der präsentierten Information nicht die Qualität einer naturwissenschaftlichen Tatsache oder Theorie zumessen. Um Missverständnissen gleich vorzubeugen, sei gesagt, dass es natürlich viele wertvolle und nützliche Informationen gibt, die nicht naturwissenschaftlich begründet sind.
Kritiker des naturwissenschaftlichen Prozesses führen häufig die Machtstrukturen und Interessenkonflikte im realen Leben an, die wesentlichen Einfluss auf den Gang der Wissenschaft nehmen. Die sachfremden Einflüsse führen zu Umwegen und Verzögerungen, die zusammen mit dem sprunghaften und unberechenbaren (kreativen) Prozess der Hypothesenfindung zu einer starken chaotischen Komponente in der Weiterentwicklung des Wissens führen. Dies führt Kuhn zu seiner These eines sprunghaften Fortgangs des Erkenntnisgewinns. Ein solcher Sprung ist jeweils mit einem Paradigmenwechsel verbunden, der die Interpretation großer Teile der Naturwissenschaft verändert.
Zitate
"Der Beginn aller Wissenschaften ist das Erstaunen, dass die Dinge sind, wie sie sind." Aristoteles
"Das Ziel der Wissenschaft ist es immer gewesen, die Komplexität der Welt auf simple Regeln zu reduzieren." Benoit Mandelbrot
"Die naturwissenschaftliche Frage ist die logische Hypothese, welche von einem bekannten Gesetz durch Analogie und Induction weiterschreitet; die Antwort darauf gibt das Experiment, welches in der Frage selbst vorgeschrieben liegt. ... Die Naturforschung setzt also Kenntnis der Thatsachen, logisches Denken und Material voraus; diese drei, in methodischer Verknüpfung, erzeugen die Naturwissenschaft". Rudolf Virchow
"Jeder Fortschritt, den eine Kirche in dem Aufbau ihrer Dogmen macht, führt zu einer ... Bändigung des freien Geistes; jedes neue Dogma ... verengt den Kreis des freien Denkens ... Die Naturwissenschaft umgekehrt befreit mit jedem Schritte ihrer Entwickelung ... Sie gestattet ... dem Einzelnen in vollem Maße wahr zu sein". Rudolf Virchow
Literatur
Monographien:
- Karl Popper: Logik der Forschung, Mohr Siebeck, 2005, ISBN 316148410X
- Karl Popper: Objektive Erkenntnis, Hoffmann und Campe 1998, ISBN 3455103065
- Thomas S. Kuhn: Die Struktur wissenschaftlicher Revolutionen, Suhrkamp, Frankfurt/M. 2003, (stw; Bd. 25) ISBN 3-518-27625-5
:Kuhns Thema ist der Prozess, in dem wissenschaftliche Erkenntnisse erzielt werden. Fortschritt in der Wissenschaft - das ist seine These - vollzieht sich nicht durch kontinuierliche Veränderung, sondern durch revolutionäre Prozesse. Dabei beschreibt der Begriff der wissenschaftlichen Revolution den Vorgang, bei dem bestehende Erklärungsmodelle, an denen und mit denen die wissenschaftliche Welt bis dahin gearbeitet hat, abgelöst und durch andere ersetzt werden: es findet ein Paradigmenwechsel statt.
- Wolfgang Kullmann: Aristoteles und die moderne Wissenschaft, Steiner, Stuttgart 2001, ISBN 3-515-06620-9
- Peter Mittelstädt u.a. (Hrsg.): Was sind und warum gelten Naturgesetze?, Klostermann, Frankfurt/M. 2000, (Philosophia naturalis; Bd. 37,2) ISBN 3-465-03118-0
- Gregor Markl: Geisteswissenschaften und Naturwissenschaften - Verbündete, nicht Kontrahenten, in: Florian Keisinger u.a. (Hrsg.): Wozu Geisteswissenschaften? Kontroverse Argumente für eine überfällige Debatte, Campus Verl., Frankfurt/M. 2003, ISBN 3-593-37336-X
- Erwin Schrödinger: Was ist ein Naturgesetz? Beiträge zum naturwissenschaftlichen Weltbild, Oldenbourg, München 1997, ISBN 3-486-46275-X (Scientia Nova)
Zeitschriften:
- Philosophia naturalis. Archiv für Naturphilosophie und die philosophischen Grenzgebiete der exakten Wissenschaften und Wissenschaftsgeschichte, Klostermann, Frankfurt/M. 1. (1950/52) ff.
Siehe auch
In den Wikibooks gibt es ein Buch zum naturwissenschaftlichen Weltbild:
- Wissenschaft
- Wissenschaftssoziologie
- Natur
- Experiment
- Sozialwissenschaften
Weblinks
- [http://www.wissen-news.de Naturwissenschaft-Newsblog (dt.)]
- [http://www.wissenschaft24.info/themen.php4 Naturwissenschafts-Newsticker (dt.)]
- [http://www.lsw.uni-heidelberg.de/users/amueller/wissen.html Private Website zur wissenschaftlichen Methode]
- [http://www.physik-lexikon.de Physikforum]
Kategorie:Wissenschaftstheorie
ja:自然科学
ko:자연과학
th:วิทยาศาสตร์ธรรมชาติ
MessungMessen heißt vergleichen. Um messen, d.h. vergleichen zu können, hat sich der Mensch ein wohldefiniertes System von Standards und Einheiten geschaffen. Sie sind im Système Internationale, kurz SI-System, definiert und zusammenfassend dargestellt.
Beispielsweise wird der Standard der Masse durch eine kleine, geometrisch wohl definierte zylindrische Platin-Iridium Trommel dargestellt. Diese Trommel ist der physikalische Standard der Masse. Traditionell wir die Masse in der Einheit kg gemessen. Per definitionem verkörpert die Trommel die Masse 1kg.
Messen bedeutet nach allem die quantitative Bestimmung des Wertes einer Messgröße (Messwert) durch Vergleich mit einem geeigneten Standard gleicher Einheit.
Die Wissenschaft des Messens heißt Metrologie.
Die möglichst exakte Messung ist Aufgabe der Messtechnik.
Die qualitative Bestimmung des Messergebnisses (also Messunsicherheit und Messfehler) ist Aufgabe der Fehlerrechnung.
Die Messgröße kann eine physikalische Größe sein, aber auch eine beliebige andere Größe, wie beispielsweise die Inflationsrate, der Intelligenzquotient oder die Kundenzufriedenheit.
In der Physik und den Ingenieurwissenschaften handelt es sich bei der Messgröße stets um eine physikalische Größe.
Messungen erfolgen durch reine Zählung oder durch Vergleich
- mit einer Grundeinheit,
- einem definierenden Normal (beispielsweise wird bei der Messung der Masse im SI-System mit der Masse des Urkilogramms in Paris verglichen, bei der Zeitmessung mit der Periodendauer der elektromagnetischen Strahlung eines bestimmten Feinstruktur-Energieniveauübergangs im Cäsium-Atom)
- oder, im erweiterten Sinne, mit einer abgeleiteten Einheit (beispielsweise Meter/Sekunde).
Gesetze zur Regulierung von Maßeinheiten wurden ursprünglich eingeführt, um Betrug zu vermeiden. Heute beruht die Definition der Einheit meist auf wissenschaftlicher Basis und wird durch internationale Verträge geregelt.
Direkte vs. indirekte Messung
Unter direkten Messungen versteht man solche, deren Ergebnis unmittelbar am Messmittel ablesbar sind, beispielsweise Messungen mit Lineal, Winkelmesser oder Maßband.
Bei indirekten Messmethoden liegt das Resultat erst nach einigen Zwischenstufen vor (siehe auch Messsystem), beispielsweise Temperatur-Bestimmung von Sternen aus deren Spektrum.
:No elementary phenomenon is a real phenomenon until it is a measured phenomenon. (John Wheeler)
In der Kopenhagener Interpretation der Quantenmechanik nimmt die Messung einen entscheidenden Platz ein. Anders als in der klassischen Mechanik kann eine Größe in der Quantenmechanik nicht gemessen werden, ohne das System zu beeinflussen. Dies drückt sich darin aus, dass es neben der Schrödingergleichung, die die Zeitentwicklung eines quantenmechanischen Zustands beschreibt, auch eigene Gesetze zum Verhalten des Systems bei einer Messung gibt.
Siehe auch
- Messtechnik
- Messfehler
- Messreihe
- Messgeräte
- Kalibrierung
- Eichung
- Ringversuch
- Geschichte von Maßen und Gewichten
- Einheitensystem
- SI-Einheiten
- Beobachtung (Geodäsie)
- Experiment
Kategorie:Messtechnik
ja:測定
simple:Measurement
ZahlEine Zahl (von althochdeutsch zala: eingekerbtes Merkzeichen) ist ein Mengenbegriff.
In der Mathematik ist eine Zahl ein durch ein bestimmtes Zeichen oder eine Kombination von Zeichen darstellbarer abstrakter Begriff, mit dessen Hilfe mathematische Verknüpfungen gebildet werden können. Die Zahlschrift setzt sich aus Einzelsymbolen, den so genannten Ziffern, zusammen.
Eine Zahl wird benutzt, um eine Quantität zum Ausdruck zu bringen, beispielsweise 5 m2 oder 12 €, wobei man diese Quantität selbst als den Wert der Zahl, Zahlenwert oder Maßzahl bezeichnet (hier 5 und 12) und die Vergleichsbasis dieser Quantität als Maßeinheit (hier m2 und €), siehe auch physikalische Größe.
Die Wörter, mit denen die abstrakten Zahlenbegriffe benannt werden, nennt man Zahlwörter (beispielsweise vier).
- Natürliche Zahlen
- Primzahl
- Wieferich-Primzahl
- Illegale Primzahl
- Sophie-Germain-Primzahl
- Mersenne-Primzahl
- Fermatsche Primzahl
- Wilson-Primzahl
- Wolstenholme-Primzahl
- Primzahlzwillinge
- Zusammengesetzte Zahl
- Dreieckszahl
- Zeisel-Zahl
- Pseudoprimzahl
- Fermatsche Pseudoprimzahl
- Eulersche Pseudoprimzahl
- starke Pseudoprimzahl
- Carmichael-Zahl
- Vollkommene Zahl
- Befreundete Zahl
- Abundante Zahl
- Defiziente Zahl
- Glatte Zahl
- Fibonacci-Zahlen
- Zyklische Zahl
- Pandigitale Zahl
- Gerade Zahlen
- Ungerade Zahlen
- Ganze Zahlen
- Rationale Zahlen
- p-ganze Zahlen
- Reelle Zahlen
- Positive und negative Zahlen
- Normale Zahl
- Berechenbare Zahlen
- Komplexe Zahlen
- Algebraische Zahlen
- Transzendente Zahlen
- Imaginäre Zahlen
- Quaternionen
- Oktaven
- Kardinalzahlen
- Ordinalzahlen
- Hyperreelle Zahlen
- Surreale Zahlen
Weiterführende Informationen
Artikel die sich mit den Eigenschaften von Zahlen, ihrer Verbreitung, Geschichte, Schreibweise und den Umgang mit ihnen befassen:
- Arithmetik (das "Zahlenrechnen")
- Chinesische Zahlen
- Dyskalkulie (Rechenschwäche)
- Googol (eine Bezeichnung für die Zahl )
- Griechische Zahlen
- Indische Zahlen
- Jahreszahlen
- Japanische Zahlen
- Liste besonderer Zahlen
- Römische Zahlen
- Schnapszahl
- Schreibweise von Zahlen
- Zahlen in unterschiedlichen Sprachen
- Zahlennamen
- Zahlensymbolik
- Zahlensystem
- zählen
- Zählung
Literatur
- Ebbinghaus et. al.: Zahlen. Berlin: Springer, 1992, ISBN 3-54055-654-0
- Ifrah, Georges: Universalgeschichte der Zahlen. Frankfurt, New York: Campus, 1991, ISBN 3-88059-956-4
Kategorie:Zahlen
ja:数
simple:Number
th:จำนวน
ZustandsgrößeEine Zustandsgröße ist eine physikalische Größe beziehungsweise ein Parameter in einer Zustandsgleichung, die nur vom momentanen Zustand des betrachteten physikalischen Systems abhängt und daher vom Weg, auf dem dieser Zustand erreicht wurde, unabhängig ist. Sie beschreibt also eine Eigenschaft des Systems in diesem Zustand.
Den Wechsel zwischen zwei verschiedenen Zuständen und damit auch die Veränderung der Zustandsgrößen bezeichnet man als Zustandsänderung.
Beispiel
Bei Vernachlässigung der Reibung ist die Arbeit, die verrichtet werden muss um einen Berggipfel zu erklimmen eine Zustandsgröße. Es ist völlig gleich ob man den direkten Weg zum Gipfel nimmt oder in Serpentinen hochläuft, die Arbeit ist gleich der potentiellen Energie und die ist Masse mal Erdbeschleunigung mal Höhe, hat also keine Wegabhängigkeit. Wird die Reibung jedoch nicht vernachlässigt, so ist die Arbeit keine Zustandsgröße mehr, weil um so mehr Reibungsarbeit verrichtet werden muss, je länger der Weg ist.
Zustandsgrößen in der Thermodynamik
In der Thermodynamik erfolgt die eindeutige Beschreibung eines Systems unter anderem mittels der Zustandsgrößen Druck p, (absolute) Temperatur T, Volumen V und Teilchenzahl N bzw. Stoffmenge n, Dichte ρ, innere Energie U, Enthalpie H und Entropie S. Diese Zustandsgrößen bleiben konstant, wenn sich ein System im thermodynamischen Gleichgewicht befindet.
Weiterhin lassen sich Zustandsgrößen in intensive und extensive Größen einteilen. Intensive Zustandsgrößen sind von der Größe des Systems unabhängig, also beispielsweise Druck und Temperatur. Extensive Zustandsgrößen hingegen sind jedoch von der Größe des Systems abhängig, so wie beispielsweise Teilchenzahl und Volumen. Im Bierglas-Beispiel: Die Biermenge im Glas ist eine extensive Größe, da zwei Gläser die doppelte Menge Bier enthalten. Die Temperatur des Bieres hingegen ist eine intensive Größe, da zwei Gläser Bier nicht doppelt so warm sind wie ein einzelnes.
Experimentelle Befunde zeigen, dass die genannten Größen nicht voneinander unabhängig geändert werden können, was auch in der Gibbssche Phasenregel beziehungsweise in der Festlegung des Zustands eines Systems auf eine bestimmte Anzahl Freiheitsgrade zum Ausdruck kommt. Den Zusammenhang zwischen den Zustandsgrößen eines Systems beschreiben Zustandsgleichungen. Die meisten realen Systeme können nicht durch Zustandsgleichungen beschrieben werden, da zwischen deren Zustandsgrößen keine mathematische Beziehung formuliert werden kann.
Bei Gasen sehr geringer Dichte hingegen lässt sich ein solcher Zusammenhang unter bestimmten Bedingungen, wie einem geringen Druck und einer hoher Temperatur, näherungsweise durch die Annahme eines idealen Verhaltens beschreiben, was in der allgemeinen Gasgleichung ausformuliert wurde:
: (mit R = 8,3145 J/(mol•K) - allgemeine Gaskonstante)
Ebenfalls nur mit einer Näherung, jedoch gültig auch für stärker reale Gase, ist die Van-der-Waals-Gleichung:
:
Zustandsfunktionen wie die innere Energie oder die Enthalpie eines Systems sind aus den grundlegenderen Zustandsgrößen abgeleite Größen, welche man in der Zustandsgleichung in der Folge als Zustandsvariablen bezeichnet und welche daher ihrerseits wiederum Zustandsgrößen darstellen, also auch wegunabhängig sind. Hierbei entscheidet der Einzelfall welche Größe man als Zustandsfunktion und welche man als Zustandsvariablen nutzt, so dass auch beispielsweise die Enthalpie, wie bei der Definition der freien Enthalpie, wiederum als eine Zustandsvariable genutzt werden kann. Einige Beziehungen zwischen den verschiedenen Zustandsgrößen hat man unter dem Begriff der Maxwell-Beziehungen zusammengefasst.
Zustandsgrößen in der Astrophysik
In der Astrophysik charakterisieren Zustandsgrößen unter anderem Sterne, indem beispielsweise ihre Oberflächentemperatur, Schwerebeschleunigung an der Oberfläche, Leuchtkraft, Masse und Radius betrachtet werden.
Siehe auch: stoffeigene Größe, systemeigene Größe, molare Größe, spezifische Größe, partielle Größe
Kategorie:Thermodynamik
Kategorie:Stellarphysik
Intensive GrößeEine intensive Größe ist eine Zustandsgröße, die sich nicht mit der Größe des betrachteten Systems ändert. Man unterscheidet hierbei systemeigene intensiven Größen, wie beispielsweise Temperatur und Druck, und stoffeigene intensive Größen, wie alle molaren und spezifischen Größen reiner Stoffe.
Das Gegenstück zu den intensiven Größen sind die extensiven Größen, wie beispielsweise Teilchenzahl, Volumen und Entropie, welche sich mit der Größe des Systems ändern.
Die Abhängigkeit einer Größe vom betrachteten System kann beispielsweise durch zwei identische Systeme, die durch eine Zwischenwand getrennt sind, leicht nachvollzogen werden. Hebt man diese Trennung auf, so wird der Unterschied zwischen intensiven und extensiven Größen deutlich. Alle Größen die nun den gleichen Wert wie vor der Aufhebung der Zwischenwand besitzen sind intensive Größen. Alle Größen die einen anderen Wert besitzen, sind hingegen extensive Größen. Daraus leitet sich auch ab, dass speziell der Druck eine intensive Größe darstellt, denn er ist unabhängig davon, ob man das System verdoppelt oder halbiert.
Es ist hierbei auch möglich, extensive Größen in intensive Größen umzuwandeln, indem man diese auf eine bestimmte Masse (spezifische Größe) oder eine bestimmte Stoffmenge (molare Größe) bezieht. So ist zwar das Volumen eine extensive Größe, das molare Volumen stellt im Gegensatz hierzu jedoch eine intensive Größe dar.
Kategorie:Thermodynamik
Dimensionslose GrößeIm Zusammenhang mit der Verwendung von Einheitensystemen, sagt man von einer physikalischen Größe, sie habe die Dimension 1, wenn ihre konkreten Repräsentationen (sogenannter Größenwert), ohne Einheit angegeben werden können. Sehr oft wird stattdessen formuliert, die Größe sei „dimensionslos“.
Beispiele für dimensionslose Größen sind Anzahlen, Wahrscheinlichkeiten oder Quantenzahlen und dimensionslose Kennzahlen. Im engeren Sinne versteht man unter der Dimensionslosigkeit einer Größe auch deren Eigenschaft, keine räumliche Dimension, also keine Ausdehnung zu besitzen.
Besonders interessant sind die dimensionslosen Größen als Kennzahlen, anhand derer man das Systemverhalten vorhersagen kann bzw. die einen Vergleich zwischen verschiedenen Systemen (unterschiedlicher Abmessung) ermöglicht. Hierzu zählt zum Beispiel die Reynolds-Zahl, die als Kennzahl für die Strömungsqualität herangezogen wird (laminar/turbulent). Ein weiteres Beispiel ist die Sommerfeld'sche Feinstrukturkonstante, die sich aus elektrischer Elementarladung, Planck'schem Wirkungsquantum und der Lichtgeschwindigkeit zusammensetzt. Ihr Wert beträgt etwa 1/137. Diese Konstante wurde von Arnold Sommerfeld 1916 eingeführt, um die durch Magnetfelder bedingte Feinstrukturaufspaltung von Spektrallinien berechnen zu können.
Mindestens ebenso wichtig, wenn auch weniger interessant, sind logarithmierte Größenverhältnisse und Pegelmaße wie Bel, Neper und Phon.
Physikalische Konstanten, die wie das Beispiel oben dimensionslose Größen sind, lassen sich oft an der Endung "-zahl" erkennen. Im Gegensatz dazu wird die Endung Koeffizient teilweise als Synonym und teilweise als Gegenteil verwendet. Beispiele:
- Brechzahl
- Permeabilitätszahl
- Reibungskoeffizient (Synonym)
- Wärmeausdehnungskoeffizient (Gegenteil)
Kategorie:Theoretische Physik
Kategorie:Maßeinheit
Kategorie:Dimensionslose Größe
Stoffeigene GrößeEine stoffeigene Größe ist eine physikalische Größe, die eine Stoffeigenschaft beschreibt und somit einem Reinstoff zugerechnet und für diesen auch tabelliert werden kann. Im Falle einer Unabhängigkeit der stoffeigenen Größe von anderen Faktoren als der Art des Reinstoffes selbst, bezeichnet man diese auch als Stoffkonstante. Insbesondere sind alle molaren und spezifischen intensiven Zustandsgrößen reiner Stoffe zugleich auch Stoffkonstanten, während deren nicht mengen- bzw. massebezogenen Gegenstücke stoffeigene Größen darstellen. Das Gegenstück zu einer stoffeigenen Größe ist eine systemeigene Größe.
Beispiele:
- Wärmekapazität
- elektrischer Widerstand
- Siedepunkt
- Schmelzpunkt
- Gefrierpunkt
- Taupunkt
- Sättigungsdampfdruck
Kategorie:Chemie
Kategorie:Werkstoffeigenschaft
Systemeigene GrößeEine sytemeigene Größe ist eine physikalische Größe, die eine Eigenschaft eines Systems beschreibt und somit keinem einzelnen Stoff zugerechnet werden kann, was wiederum einer stoffeigene Größe entspräche. Man unterscheidet auch zwischen extensiven und intensiven stoffeigenen Größen.
Extensive stoffeigene Größen:
- Volumen
- innere Energie
Intensive stoffeigene Größen:
- Druck
- Temperatur.
Kategorie:Chemie
Kategorie:Werkstoffeigenschaft
GemischUnter einem Gemisch, Stoffgemisch oder Stoffgemenge versteht man einen Stoff, der mindestens aus zwei Reinstoffen besteht.
Die verschiedenen Arten der Gemische, welche nach den Aggregatzuständen der vermischten Stoffe unterschieden werden, lassen sich in die zwei Gruppen unterordnen:
- Homogene Gemische sind auf molekularer Ebene vermischte Reinstoffe, also einphasig
- Heterogene Gemische (Dispersionen) sind nicht vollends vermischt, da die Reinstoffe in klar abgegrenzte Phasen vorliegen, also mehrphasig sind.
Kolloide sind eine Zwischenform homogener und heterogener Gemische. In diesen Flüssigkeiten sind Feststoffe vermischt, die allerdings in sehr kleinen Phasen von wenigen Molekülen vorkommen und sich deshalb ähnlich wie Lösungen (homogen) verhalten.
Folgende Arten von Gemischen gibt es (rot=homogen, gelb=heterogen):
In der Metallurgie wird ein geschmolzenes Gemenge unterschiedlicher Reinsubstanzen letztendlich auch als Legierung bezeichnet.
Will man Gemische in ihre Reinstoffe auftrennen, so nutzt man die unterschiedlichen physikalischen Eigenschaften aus. Daraus ergibt sich die Auswahl der jeweiligen Trennmethode.
Siehe auch
chemisches Element - Atom - Molekül - Mischung (Textil)
Weblinks
[http://www.chemienet.info/7-stof.html Stoffe - Stofftrennung]
[http://www.ranking-abc.de/chemie-und-technik/stoffe.html Einteilung von Stoffen und Gemischen]
Kategorie:Chemie
ko:혼합물
simple:Mixture
KleidungKleidung ist die Gesamtheit der Kleider. Der Begriff Kleidung ist zu unterscheiden vom Begriff Mode(siehe auch dort).
Kleidung bildet eine Hülle um den (menschlichen) Körper. Sie begrenzt den engsten, intimsten Raum um den Körper. Diesen Raumhüllen-Charakter hat Kleidung mit Architektur gemein. Wenn bei Kleidung oft von der zweiten Haut die Rede ist, dann ist Architektur die dritte Haut um den Menschen. Architektur ist im Unterschied zu Kleidung die Hülle um den Raum, in dem sich der Mensch aufhält, sich bewegt, tätig wird und seine Dinge aufbewahrt. Im Gegensatz zur Architektur trägt der Mensch seine Kleidung mit sich herum.
Die ursprüngliche Funktion der Kleidung ist der Schutz des menschlichen Körpers vor unerwünschten Einflüssen der Außenwelt wie Kälte, Nässe, Hitze etc. Weitere Schutzfunktionen: der Schutz vor Blicken, der Schutz vor Gewalt und Verletzung (Helm, Rüstung), der Schutz vor Bakterien (Hygiene), usw. (siehe auch Schutzkleidung).
Neben der Schutzfunktion hat Kleidung häufig auch eine Markierungfunktion. In diesem Sinne kennzeichnet und spezifiziert Kleidung den Träger der Kleidung. Damit wird Kleidung zum Kommunikationsmittel, zum Zeichen.
Die simpelste Form der Kennzeichnung ist Kennzeichnung als beachtenswertes Objekt. Ein Beispiel dafür sind die orange-farbenen Warnwesten von Straßenarbeitern.
Häufig kennzeichnet Kleidung ihren Träger als Zugehörigen einer Gruppe. Im Sport kennzeichnet Kleidung beispielsweise die Angehörigen einer Mannschaft. Weitere Beispiele für diese Art von Kennzeichnung sind die Präsentation von Berufsrollen, Rangunterschieden oder Standesunterschieden und somit die Abgrenzung bzw. Zugehörigkeit von anderen gesellschaftlichen Gruppen bzw. Individuen.
Weitere Markierungs-Funktionen der Kleidung sind ästhetischer Art: das sich Ausdrücken-Wollen oder das Schmücken des Trägers, des weiteren das ästhetische-ironische Spielen und Experimentieren mit etablierten Formen der Kennzeichnung, usw.
Darüber hinaus hat Kleidung oft auch noch eine sinnliche Erlebnisfunktion. Darunter fällt der sinnliche Genuss an bestimmten Materilien, Formen und Farben und am Spielen und Experimentieren mit Formen, Farben, Materialien. Beispiele sind das Kuscheln in weichen Materialien und die erotisch-sexuell stimulierend wirkung bei Materialfetischismen (siehe auch Fetischismus), sowie der Genuss einer anmutigen Erscheinung.
Ähnliche aber nicht synonyme Begriffe
Wenn von Kleidung die Rede ist, werden oft auch andere Begriffe mit nicht identischer Bedeutung verwendet:
- Textilien: Der Begriff geht stärker von der bei Kleidung vorherrschenden aber nicht notwendigen Materialität aus. Nicht alle Textilien sind Kleidungsstücke.
- Outfit: Die Gesamtheit der bewussten Gestaltung der äußeren Erscheinung: Kleidung, Schuhe, Schmuck, Frisur etc.
- äußere Erscheinung: Schließt neben Outfit auch das Aussehen des Körpers selbst mit ein.
- Mode
- Bekleidung
Möglichkeiten der Unterteilung
Kleidung lässt sich unterscheiden durch:
- unterschiedliche Materialien (z. B. Leder, Pelz, Webstoff, künstlicher Faserstoff mit unterschiedlichem Design),
- Lage der Kleidung (Oberbekleidung und Unterbekleidung (Unterwäsche)
- unterschiedliche Formen (z. B. Jacke, Hose, Rock, Mantel, Kleid, Bluse, Schuhe etc.)
- unterschiedliches Beiwerk der Kleidung (Accessoires und Schmuck)
- Geschlecht der Träger: Branchenbezeichnung DOB (Damenoberbekleidung) und HAKA (Herren und Knaben)
- unterschiedliche Moden der einzelnen Epochen oder Jahrzehnte
- die gesellschaftlichen Gründe für die Ausprägung: Gesellschaftliche Distinktion
Zeichenhaftigkeit
Die Gründe der Abgrenzung durch Kleidung können gruppenspezifisch sein. So kann man anhand der Kleidung unterscheiden:
- den Volksstamm (stammesspezifische Kleidung),
- die Nation (Nationaltracht, z.B. Burnus, Tunika oder Toga)
- die Funktion als Amtsträger (Uniform, Amtstracht, Dienstkleidung)
- die Religion (religionsspezifische Kleidung) Kopftuch, Burka,
- den Beruf (Berufskleidung)
- die Vereinszugehörigkeit, (Tracht) etc., die jeweils bestimmte Gattungen und Ränge markiert.
Kleidung kann geschlechtsspezifisch, altersspezifisch oder auch standes-/klassen-/kastenspezifisch sein. In den westlichen Industriestaaten begründen die verschiedenen Lebensstile die unterschiedlichen Ausprägungen von und Abgrenzungen durch Kleidung. Die wissenschaftliche Beschäftigung mit Kleidung erfolgt durch die volkskundliche Kleidungsforschung.
Kennzeichnung von Kleidung
Um die Auswahl und Pflege der Kleidung zu erleichtern werden im oder auf dem konfektionsmäßig hergestellten Kleidungsstück meist einige Angaben gemacht:
Die Marke.
Die Zusammensetzung der Materialien.
Die unterschiedlichen Größen moderner Kleidung, in Konfektionsgrößen gegliedert.
Textilpflegesymbole für die Orientierung, wie Kleidung gereinigt werden soll.
Die Modellbezeichnung des einzelnen Kleidungsstrückes.
Siehe auch
- Altkleidersammlung
- Kleiderordnung
- Liste der Kleidungsstücke
- Liste der Uniformstücke
- Mode
- Statussymbol
- Nacktheit
- Parament
! Kategorie:Volkskunde
ja:衣類
simple:Clothing
KonfektionsgrößeDie Konfektionsgröße auch Kleidergröße oder Kleidungsgröße ist die unterschiedliche Größe moderner Bekleidung (Konfektion), die sich nach der unterschiedlichen Körpergrößen der Träger richtet. Das Größensystem unterscheidet sich bei Männern und Frauen. Des Weiteren wird zwischen europäischen und amerikanischen Größen unterschieden. Für die Schuhgröße existieren eigene Maßsysteme.
Messen
In naher Zukunft soll die europäische Norm EN 13402 die Angaben vereinheitlichen, indem jeweils die maßgeblichen (Körper-)Größen in Zentimetern angegeben werden, zum Beispiel Bundweite und Beinlänge bei Hosen wie es bei Jeans schon lange üblich ist, allerdings dort in Zoll (2,54 cm). Dies kann entweder durch Text oder ein normiertes Diagramm eines menschlichen Körpers geschehen. Die berücksichtigten Maße sind:
; Kopfumfang: maximaler horizontaler Umfang des Kopfes über den Ohren gemessen,
; Halsumfang: Umfang des Halses gemessen mit einem Maßband 2 cm unter dem Adamsapfel und auf Höhe des siebten Halswirbels,
; Brust(korb)umfang: maximaler horizontaler Umfang gemessen bei normaler Atmung und aufrechter Haltung, das Bandmaß über die Schulterblätter, unter den Achseln und über die Brust,
; Brustumfang, Oberweite: maximaler horizontaler Umfang gemessen bei normaler Atmung und aufrechter Haltung, das Maßband horizontal unter den Achseln und über die Brusterhebung,
; Unterbrustumfang (f): horizontaler Körperumfang direkt unterhalb der Brüste,
; Taillen-, Bauchumfang: Umfang der natürlichen Gürtellinie zwischen der Oberkante der Hüftknochen und den unteren Rippen, gemessen bei normaler Atmung, aufrechter Haltung und entspanntem Unterleib,
; Hüft-, Gesäßumfang: horizontaler Umfang des Gesäßes gemessen an der breitesten Stelle,
; Körperhöhe: vertikaler Abstand zwischen Scheitel und Fußsohle, gemessen bei aufrechter Haltung ohne Schuhe und geschlossenen Füßen; Kleinkinder, die noch nicht aufrecht stehen können, auch liegend,
; Beininnenlänge: Abstand zwischen Schritt und Fußsohle, gemessen als gerade vertikale Linie bei aufrechter Haltung, leicht geöffneten Füßen und gleichmäßiger Verteilung des Gewichts auf beide Füße,
; Armlänge: Abstand vom Schulterblattgrätenende über den Ellbogen bis zum Ende des Handgelenkknochens, gemessen mit Maßband bei geschlossener rechter Faust an der Hüfte, also dem Arm im rechten Winkel,
; Handumfang: maximaler Umfang gemessen über die Knöchel der geöffneten rechten Hand, Finger beieinander und ohne Daumen,
; Fußlänge: horizontaler Abstand zwischen zwei Loten, das eine mit Kontakt zum Ende des längsten Zehs, das ander mit der Ferse, gemessen barfuß und mit dem Körpergewicht gleichmäßig auf beide Füße verteilt und
; Gewicht, Körpermasse: gemessen mit so wenig Kleidung wie möglich – gilt auch für die anderen Werte.
Derzeit werden die Konfektionsgrößen in der Regel nach der Formel: Brustumfang - 0,5= Konfektionsgröße angegeben. Bei Frauen werden von diesem Wert charmanterweise 6 cm abgezogen. Da es dafür keine verbindliche Festlegung gibt, variieren die Konfektionsgrößen allerdings von Hersteller zu Hersteller.
Kinder
Bei Kinderbekleidung gibt die Konfektionsgröße die Körperhöhe in cm an. So ist beispielsweise die Größe 164 für Kinder, die bis 164 cm groß sind. Die Tabelle enthält gängige Größen. Außer diesen gibt es noch kleinere Größen für Kleinkinder und Zwischengrößen im 6-cm-Abstand (110, 122, 134 etc.).
L: Körperhöhe, B: Brustumfang, T: Taillenumfang, H: Hüftumfang
Die Mädchengrößen haben eine schmalere Taille als die Knabengrößen, aber dafür einen größeren Hüftumfang. Bis etwa zur Größe 164 werden die Kleider mit zunehmender Größe schlanker.
Herren (Männer)
Oberbekleidung
Bei der Oberbekleidung wird die Konfektionsgröße entweder in europäischen oder amerikanischen Größen angegeben. Diese Größe gilt dann normalerweise für die gesamte Oberbekleidung. Eine Ausnahme bildet die Hemdengröße.
Normale, schlanke und untersetzte Größen
Bild:HGADO.png
Damen (Frauen)
Die Normalgrößen (34-44) für Frauen gehen davon aus, dass eine Frau zwischen 164 und 170 cm groß ist. Für kleinere Frauen gibt es die Kurzgrößen (17-22), für größere die Langgrößen (68-88). Innerhalb einer Reihe unterscheiden sich die Größen nur im Taillenumfang (und entsprechend auch im Brust- und Hüftumfang). Die Tabelle enthält nur eine Auswahl.
L: Körperhöhe, B: Brustumfang, T: Taillenumfang, H: Hüftumfang
Weblinks
- [http://bu1.de/Infopool/Konfektionsgroessen.php Konfektionsgrößen]
- [http://jumk.de/konfektionsgroessen/index.shtml Umrechnung internationaler Konfektionsgrößen]
Kategorie:Kleidung
Schuhgröße
Die Schuhgröße richtet sich nach der Länge und gegebenenfalls der Breite der Füße. International sind unterschiedliche Systeme von Schuhgrößen verbreitet.
In einigen Systemen decken sich bei gleicher Fußlänge die Größen für Frauen und für Männer nicht. Da aber auch viele Schuhe, wie etwa Sportschuhe, von beiderlei Geschlecht getragen werden, können Schuhgrößenangaben nicht "blind" angewendet werden.
Europäische Schuhgrößensysteme
In Europa herrschen zwei Systeme zur Berechnung der Schuhgröße vor:
- Das französische System, bei dem eine Schuhgröße 2/3 cm (ca. 0,6667 cm) entspricht (Pariser oder französische Stiche)
- das 'deutsche' System, bei dem eine Schuhgröße 1/4 Zoll (0,635 cm) entpricht.
Daraus resultieren auch die scheinbar so unterschiedlich 'ausfallenden' Schuhe, die je nach Herstellerland entweder nach dem einen oder anderen System produziert werden. Dänemark verwendet bsp. das französische System.
Beispiel: 28 cm Fußlänge ist nach 'deutschem' Maß Schuhgröße 44, nach französischem Maß jedoch nur Schuhgröße 42.
Schuhgröße 40 sind 40 x 1/4 Zoll = 10 Zoll, was 25,4 cm entspricht. Bei Damenschuhen weichen die Schuhgrößen-Angaben oberhalb der Schuhgröße 38 jedoch oft stark nach unten ab, um einen kleineren Fuß zu 'erzeugen'.
Die durchschnittliche Schuhgröße ist bei Männern 44, bei Frauen 40, wobei die Durchschnittsgröße selten auftaucht. Öfter taucht beispielsweise bei Männern entweder Schuhgröße 42 oder 45/46 auf, die Größen 43 und 44 sind etwas seltener.
US-amerikanisches Größensystem
Schuhgröße · 1/3 Zoll + 7 1/3 Zoll = Fußlänge
Japanisches Größensystem
Angabe der Fußlänge in cm.
Tabelle
siehe auch
- Mondopoint, ein neues Größensystem auf metrischer Grundlage, das auch die Fußbreite berücksichtigt
- Konfektionsgröße
- Schuh
- Fuß
- Foot
Kategorie:Kleidung
MoralMoral (frz.: moral, v. lat.: moralis die Sitten betreffend; lat.:mos Sitte, Plural mores) beschreibt
#die Gesamtheit der sittlichen Normen, Werte, Grundsätze, die das zwischenmenschliche Verhalten in einer Gesellschaft regulieren und von ihrem überwiegenden Teil als verbindlich akzeptiert oder zumindest hingenommen werden. (herrschende Moral; bürgerliche Moral)
#das sittliche Empfinden / Verhalten eines Einzelnen, bzw. einer Gruppe. (hohe Moral; niedere Moral)
#in der Philosophie die Lehre vom sittlichen Verhalten des Menschen (häufiger Ethik genannt)
#in der Literatur die Nutzanwendung z.B. einer Erzählung ("Moral von der Geschichte")
#Moral ist eine Instanz, die es uns ermöglicht in Systemen zusammenzuarbeiten, die zu komplex sind als sie in ihrer Gesamtheit zu erfassen.
Der Unterschied zwischen Moral und Ethik besteht darin, dass die faktische Moral teilweise emotionale Ursprünge hat (Ekel, Hass, Angst) sowie kultur- und gesellschaftsabhängig ist, die Ethik hingegen systematisch allgemeine Maßtäbe zu setzen versucht. Ethik kann auch als das Nachdenken über Moral verstanden werden, sie ist das System, innerhalb dessen die konkrete Handlung als "moralisch" bemessen wird.
Als moralinsauer wird jemand bezeichnet, der sich auf die Moral beruft, sobald ihm die Argumente ausgehen.
Das Wort Moral ist ein sog. Singularetantum: ein Wort, zu dem kein Plural existiert.
Kategorie:Ethik
ja:道徳
Geist
Mit dem Begriff Geist bezeichnet die deutsche Sprache eine im Ansatz von körperlichen Funktionen zu unterscheidende Fähigkeit oder Eigenschaft von Menschen oder Menschengruppen, im weiteren Sinne auch anderer Lebewesen oder unbelebter Gegenstände.
Der Begriff des Geistes
Geist als menschliche Fähigkeit
Im Zusammenhang mit dem Menschen wird als Geist seine kognitive Existenz bezeichnet, also die Tatsache, dass er Verstand und Denkkraft besitzt, aber auch Ideen und Vorstellungen hat.
Der Begriff Geist umfasst alle mentalen (lateinisch mens = Geist) Fähigkeiten des Menschen: Verstand, Intellekt, Intelligenz, Urteilskraft, Erfahrung sowie die Fähigkeit Zusammenhänge aufzudecken. Geist hat vor allem aber auch kommunikative Aspekte, denn Geist will sich mitteilen, sucht Kontakte und entwickelt sich im kommunikativen Austausch mit anderen.
Die Tätigkeit des kognitiven Geistes wird durch das Gehirn vermittelt und in vieler Hinsicht ermöglicht. Der kognitive Geist steht im "Gegensatz" zum Körper, also zur materiellen, sozialen und körperlichen Existenz des Menschen. Aber auch kognitiver Geist und Seele können ein Gegensatzpaar bilden. Dann wird der kognitive Geist (lateinisch: mens) dem rationalen Verstand, der Vernunft, Intelligenz, der Kognition oder dem Bewusstsein seiner Selbst zugeordnet. Die Seele (lateinisch: anima) ist demgegenüber das belebende, gefühlsmäßige Prinzip. Die Seele bzw. der Geist überdauert nach Ansicht der meisten Religionen sowie vieler Philosophen den biologischen Tod, da sie nicht zusammengesetzt ist.
Geist als menschliche Eigenschaft
Der Begriff Geist kann eine menschliche Eigenschaft bezeichnen,wenn von jemandem gesagt wird, er habe Geist. Gemeint ist damit, dass ein Mensch seinen Verstand einsetzt oder intelligent ist. Geistreich ist ein Mensch, der mit seinem Denk- und Sprachvermögen brilliert.
Geist als Bewusstsein
Buddhismus
Insbesondere im Buddhismus wird Geist als Bewusstsein definiert, welches in seiner Essenz ewig besteht, dem unendlichen Raum gleicht und die menschliche Existenz überschreitet und überdauert. Das Individuum identifiziert den eigenen Geist, nach dieser Auffassung, lediglich fälschlich mit dem eigenen Körper und unterliegt der Fehleinschätzung, Geist sei Bewusstsein eines von anderen getrennten Individuums. Ein erleuchtetes Wesen (Buddha) lässt diese Eingrenzungen hinter sich, erkennt den Geist, das eigene Bewusstsein als nicht an Körper und Ich-Vorstellung gebunden und erfasst die Raumähnlichkeit des Geistes.
Man findet in buddhistischen Schriften (insbesondere bei Longchenpa) auch die Bezeichnung Grundlegender Raum der Phänomene zur Charakterisierung des Geistes. Nach diesem Ansatz erscheinen die Phänomene (Wahrnehmung des eigenen Körpers und der Welt) als energetisches Spiel im Kontinuum des Geistes, ohne aber selbst Geist zu sein. Sie sind lediglich leere Erscheinungen ohne ein ihnen innewohnendes Sein (Sanskrit: Shunyata).
Alle fühlenden Wesen sind nach dieser Sichtweise mit Geist ausgestattet und letztlich miteinander verbunden. Im Buddhismus haben aber auch Wesen einen Geist, die sich ihrer Selbst nicht bewusst sind, noch kein rationales Denken entwickelt haben und verstandesmäßiger Prozesse nicht fähig sind (Tiere).
Geist als Grundidee
"Geist" kann auch die Quintessenz einer Idee, auch eines philosophischen Modells, eines Tuns oder einer Gruppe von Menschen bedeuten, die im gleichen Sinne denken oder handeln. Es kann sich hierbei um einen symbolischen Inbegriff gemeinsamer innerer Haltungen oder Überzeugungen von Menschen handeln, wie etwa im "Geist von Langemarck" oder (ironisch) im "Geist von Malente". In ähnlicher Bedeutung wird der Begriff "Geist" dann verwendet, wenn vom "Geist des Humanismus" oder vom "Geist des Christentums" gesprochen wird, vgl. Montesquieus Schrift Vom Geist der Gesetze.
vgl. auch die Redewendung: "Wes Geistes Kind...".
Auch für Epochen wird der Begriff übertragen benutzt, etwa in Max Webers Die protestantische Ethik und der 'Geist' des Kapitalismus und Ferdinand Tönnies' Geist der Neuzeit.
Nur auf die Wortbedeutung als Grundidee zielt auch die Negation "Ungeist", von dem etwa verbrecherische Zeiten oder Menschen "beherrscht" werden.
Geist als Seele
Gelegentlich wird der Begriff des Geistes mit dem der Seele gleichgesetzt. In der abendländischen Philosophie ist die geistige Seele (auch Geistseele oder Geist-Seele genannt) gleichzeitig das Belebungsprinzip (vgl. anima und forma) und der substanzielle Grund für die Fähigkeit des Willens und der Vernunft. Während der Trialismus eine Dreiheit von Leib, Seele und Geist annimmt, argumentiert die klassische Philosophie für die substanzielle Einheit von Seele und Geist beim Menschen.
Im christlichen Glauben wird davon gesprochen, dass während der Schwangerschaft durch Gott Leben in den Embyro eingepflanzt wird.
Der Geist wird nicht nur von großen Teilen der abendländischen Philosophie, sondern auch von einigen Religionen als der oder ein unsterbliche Teil eines Menschen aufgefasst.
In Anlehnung an die Vorstellung der Unsterblichkeit des Geistes ist Geist auch ein anderes Wort für Gespenst, siehe dort.
Einordnung des Begriffs Geist in die naturwissenschaftlichen Grundkategorien
Wenn man die drei Basisbegriffe der heutigen Naturwissenschaften Stoff (= Materie), Strahlung (= Energie) und Struktur (= Information) betrachtet, kann man fragen, wo der Begriff Geist naturwissenschaftlich eingeordnet werden kann.
Die erste und wichtigste Unterteilung der Struktur ist die Unterscheidung zwischen Zufallsstruktur und nichtzufälliger Struktur ( beispielsweise eine Kristallstruktur) oder auch zwischen Zufallsinformation und nicht zufälliger Information. Reine Zufallsinformation hat kaum Informationsgehalt, ist geistlos. Geist gehört zur nichtzufälligen Information.
Dazu kommt dann der Basisbegriff des Lebewesens. In den Naturwissenschaften gesteht man Geist nur Lebewesen mit einem Nervensystem zu. Noch enger wird die Definition, wenn man Geist nur auf den Menschen bezieht. Man muss die Definition aber wieder ausweiten, weil auch die Produkte des menschlichen Geistes beispielsweise Bücher nach allgemeiner Vorstellung geistige Produkte sind.
Basisbegriffe der Natur- und Strukturwissenschaften
Materie ------------ Energie
\ /
\ /
\ /
\ /
Information
/\
/ \
/ \
/ \
/ \
Zufalls- geordnete Information
Information \
\
geordnete Strukturen in Lebewesen
\
\
Informationsverarbeitung in Lebewesen
\
\
Geist ist die Informationsverarbeitung im menschlichen Gehirn
(nervale Algorithmen und Inhalte )
\
\
Geist steckt auch in den Produkten z. B. in Büchern
Die Erforschung des Geistes
Geist im Gehirn
Der Geist ist in der Hirnforschung der Teil, der sich durch Beschreibung von Nervenzellen und chemischen Vorgängen im Hirn nicht fassen lässt. Egal, ob man von Bewusstsein spricht oder von Geist, gemeint ist der Teil, der den Menschen zu einer Persönlichkeit macht. Die Neurologie des 20. und beginnenden 21. Jahrhunderts geht davon aus, dass das komplexe geistige Gebilde eines Individuums im Lauf der Entwicklung, die im Fötus im Mutterleib beginnt, über eine Reihe von Prägungen (Verstärkung und Verkümmerung bestimmter Nervenstränge und -gruppen im Gehirn) entsteht. Der menschliche Verstand besitzt ein Bewusstsein seiner selbst. Er kann über sich selbst nachdenken. Ohne Zweifel besitzen Tiere ein ebenfalls oft hochentwickeltes Gehirn, zuweilen sogar "Persönlichkeit". Es ist jedoch noch nicht erforscht, ob Tiere etwa Selbstbewusstsein haben (beispielsweise über den Tod, also das Ende ihrer Existenz nachdenken können). Man muss auch davon ausgehen, dass im Hirn von Tieren Denkvorgänge nicht an Sprache und deren Semantik und Grammatik gebunden sind. Wie auch immer der Geist von Tieren geartet sein mag, er gestattet es dem Menschen bislang nicht seinen Anspruch, sich mit einem Tier darüber zu verständigen zu befriedigen.
Geist ist, informationstheoretisch definiert, im menschlichen Gehirn auch das, was viele Informationen im Sinne einer groben Richtung zusammenfasst. Er ist die Art, wie ein Hirn Informationen verarbeitet, und das Ergebnis dieser Informationsverarbeitung. Er gibt der Vielfalt zufälliger Informationen, die auf das Gehirn einstürmen, Richtung und Sinn. Er ordnet. Wobei im Gehirn eine ordnende Instanz noch nicht nachgewiesen werden kann. Derzeit liegt es nahe zu vermuten, dass es sich beim Gehirn mit seinen neuronalen Netzen um ein nichtlineares System dicht am Chaos handelt, das sich immer wieder neu selbst organisiert und allmählich in eine Richtung entwickelt, die sich dabei selbst verstärkt. Diesen Prozess könnte man als Geist bezeichnen.
Künstliche neuronale Netze versuchen die vielfach vernetzten Lernprozesse des lebendigen Gehirns mit zunehmendem Erfolg nachzuahmen. Abgesehen davon, dass der Computer mit einem Bewusstsein seiner selbst immer wieder Gegenstand von Romanen und Filmen ist, stellt sich die Frage, ob in künstlichen neuronalen Netzen tatsächlich irgendwann ein Bewusstsein der Befindlichkeit des eigenen (künstlichen) Organs entsteht, ob ein künstliches neuronales Netz also wird mitteilen können, dass es sich zufrieden oder unzufrieden fühlt.
Ein Problem des Ansatzes, der versucht, den Geist über das Gehirn zu erklären ist, dass sogenannte Qualias bestehen. Oder kurz gesagt: der Geist unterscheidet zwischen Positivem und Negativem. Ginge der Geist nur aus einem Neuronennetzwerk hervor, so bestünde keine plausible Erklärung, wieso etwas als gut empfunden wird. Selbiges gilt auch für die Willensbildung, da der Wille und eine elektrochemisch ausgelöste Handlung grundlegend verschiedene Phänomene sind.
So wäre es also denkbar, dass Geist und Gehirn unabhängig voneinander sind und dass die Informationen im Gehirn lediglich von dem außen stehenden Geist genutzt werden, so wie er laut Ecclesscher Hypothese auch das Gehirn zur Steuerung seines Körpers verwendet. Während der Willensbildung ist eine erhöhte Aktivität in der äußeren Hirnrinde, in den Dendronen-Arealen, festellbar. Womöglich greift der Geist über diese auf das neuronale Netzwerk zu.
Für einen außerhalb des Gehirns bestehenden Geist spricht auch, dass im Gehirn kein Entscheidungszentrum nachgewiesen wurde. Von Reflexen abgesehen, erfolgt vor einer Handlung jedoch eine Überlegung, in der aus allen Informationen eine Grundlage für die Entscheidung geschaffen wird, welche zudem mit den Qualias übereinstimmen muss.
So wäre es also denkbar, dass der Geist das Entscheidungszentrum darstellt, das erfahrungsgemäß vorhanden ist.
Geist in Bild und Zahlen
Künstliche neuronale Netze
Im antiken Griechenland wurde dem "Geist" der Dodekaeder als einer der fünf platonischen Körper zugeordnet.
Mittlerweile kann man durch neuroradiologische Untersuchungsmethoden wie Kernspintomografie und Positronenemissionstomografie in grober Vereinfachung dem menschlichen oder tierischen Geist im Gehirn beim Denken zuschauen. Es ist also eine Bildgebung der die einzelnen geistigen Funktionen begleitenden Stoffwechselvorgänge - nicht der Denktätigkeit oder der Gedankeninhalte - möglich.
Die Funktion einzelner Nervenfasern am lebenden Menschen ist dabei schwer zu erfassen. Es gelingt, einzelne Gehirngebiete als aktiv oder inaktiv zu beschreiben; einzelne Gedanken kann man technisch bisher nicht aufschlüsseln und es ist fraglich, ob dies prinzipiell überhaupt möglich ist.
Einzelne Leistungen des Geistes lassen sich quantifizieren mittels psychologischer Tests.
Persönlichkeiten über den "Geist"
Buddha: Es ist der Geist selbst, der das Aufgebot der Myriaden von Wesen hervorruft, als auch die Welt, in der sie sich befinden. (Madhyamakavatara VI.89 aus Dalai Lama: Dzogchen - Die Herz-Essenz der Großen Vollkommenheit, Theseus Verlag 2001)
Aristoteles: Die Seele ist die Form (nicht im heutigen umgangssprachlichen Sinne) des Leibes. Anima forma corporis. Der Geist ist die einfache, immaterielle Substanz, die zum Denken und freien Wollen disponiert ist. Idee von den Nervenzellen: der Nervenursprung liege im Herzen, das Gehirn dient nur der Kühlung. In der Antike vermutete man auch in den Seitenventrikeln den Platz für unsere geistigen Zustände.
Galileo Galilei: Ich befand mich eines Tages im Hause eines in Venedig sehr angesehenen Arztes, wohin öfters Leute kamen, teils aus Neugier, um eine Leichensektion von der Hand eines ebenso wahrhaft gelehrten, wie sorgfältigen und geschickten Anatomen ausführen zu sehen. Diesen Tag nun geschah es, dass man den Ausgangspunkt der Nerven aufsuchte, welches eine berühmte Streitfrage zwischen den Ärzten aus der Schule des Galen und den Peripatetikern ist. Als nun der Anatom zeigte, wie der Hauptstamm der Nerven, vom Gehirn ausgehend, den Nacken entlang zieht, sich durch das Rückgrat erstreckt und durch den ganzen Körper verzweigt, und wie nur ein ganz feiner Faden von Zwirnsdicke zum Herzen gelangt, wendete er sich an einen Edelmann, der Ihm als Peripatetiker bekannt war und um dessentwillen er mit außerordentlicher Sorgfalt alles bloßgelegt und hatte, mit der Frage, ob er nun zufrieden sei und sich überzeugt habe, dass die Nerven im Gehirn ihren Ursprung nehmen und nicht im Herzen. Worauf unser Philosoph, nachdem er ein Weilchen in Gedanken dagestanden, erwiderte: Ihr habt mir das alles so klar, so augenfällig gezeigt - stünde nicht der Text des Aristoteles entgegen, der deutlich besagt, der Nervenursprung liege im Herzen, man sähe sich zu dem Zugeständnis gezwungen, dass Ihr Recht habt."
Für Descartes: waren die wichtigsten Eigenschaften des menschlichen Geistes die Erkenntnisfähigkeit und der Wille. Zur Lokalisierung meinte er die Schnittstelle zwischen Leib und Seele wäre in der Zirbeldrüse zu finden, dem einzigen unpaarigen Organ des Gehirns. Gegenthese: Entgegen der Vermutung Descartes', dass es irgendwo im Gehirn ein singuläres Zentrum geben müsse, in dem alle Informationen zusammenkommen und einer einheitlichen Interpretation zugeführt werden, - einen Ort an der Spitze der Verarbeitungspyramide, wo das innere Auge die Welt und sich selbst betrachtet, entgegen dieser plausiblen Annahme erbrachte die Hirnforschung den Beweis, dass ein solches Zentrum nicht existiert. Korbinian Brodmans Vermutung hat sich bestätigt. Er folgerte schon zu Beginn dieses Jahrhunderts aus seiner Entdeckung funktionell und anatomisch abgrenzbarer Hirnrindenareale, ich zitiere: "Wir müssen daher die Annahme, dass eine Verstandesleistung oder ein Gemütsvorgang ... in einem einzelnen umschriebenen Rindenteile zustande komme, mag man diesen nun "Assoziationszentren" oder "Denkorgan" oder ähnlich nennen, als eine ganz unmögliche psychologische Vorstellung ablehnen." Uns stellt sich heute das Gehirn als extrem distributiv organisiertes System dar, in dem zahllose Teilaspekte der einlaufenden Signale parzelliert und parallel abgearbeitet werden.
Geistwesen, Geister
Als Geist kann auch ein mit einer Eigenexistenz versehenes, nicht notwendig unkörperliches Wesen bezeichnet werden. Die Existenz solcher Geistwesen ist naturwissenschaftlich jedoch nicht nachweisbar. Die Vorstellungen von Geistwesen sind breit gefächert.
Der Heilige Geist
Die christliche Religion kennt den Heiligen Geist als dritte Person der Dreifaltigkeit neben Gottvater und Sohn. Nach der biblischen Überlieferung (Matthäus-Evangelium) wird die Jungfrau Maria schwanger "vom Heiligen Geist". Nach Jesu Himmelfahrt wird der Heilige Geist zu Pfingsten über die Apostel ausgegossen, die daraufhin mit verschiedenen Geistesgaben ausgestattet sind. Hiervon abgeleitet werden Pfarrer und andere kirchliche Amtsträger als Geistliche bezeichnet. Auch von Gottvater wird neutestamentlich ausgesagt, dass er Geist sei.
Geister in der Bibel
Sowohl das Alte als auch das Neue Testament weisen darüber hinaus zahlreiche Textstellen auf, in denen ausdrücklich von Geistern die Rede ist. Von Jesus wird ausdrücklich berichtet, dass er aus vielen Menschen unreine Geister austrieb. Die Geister sind in diesem Zusammenhang nicht metaphorisch, sondern konkret zu verstehen. Charakteristisch ist Lukas Lk 11,24-26.
Naturgeister, Totengeister
In vielen Kulturen spielen Naturgeister eine Rolle. Gemeint sind Wesen, die Pflanzen, Tiere oder tote Gegenstände, aber auch Landschaften bewohnen, aber oft keine Götter im engeren Sinne sind. Siehe Naturgeist.
In vielen Religionen hält man es für möglich, dass Menschen von Geistern besessen sein können. Dann verlieren sie die Kontrolle über ihr Tun. Ihr Verstand erscheint fremdgelenkt. Viele Geisteskrankheiten wurden bis ins zwanzigste Jahrhundert hinein so erklärt. Siehe Besessenheit.
Ferner kennen zahlreiche Kulturen Totengeister als Relikt Verstorbener. Siehe Gespenst.
Zitate
- [...] orandum est ut sit mens sana in corpore sano (lat., Juvenal Satire 10: man muss beten, dass ein gesunder Geist im gesunden Körper wohnt.)
- Ausdehnung ist das wesentliche Merkmal alles körperlich Materialen, dem seelischen und Geistigen fehlt dieses Merkmal. Ein Gefühl und ein Gedanke haben keine räumliche Ausdehnung.
- Wenn der Geist in Frieden ist, leidet der Leib keine Qualen.
- Geist und Leben sind untrennbar miteinander verbunden.
- List, Klugheit, Mut, Trotz - alles Geist.
- Damasio: "Ich bin also der Ansicht, daß ein Organismus dann Geist besitzt, wenn er neuronale Repräsentationen bildet, die zu Vorstellungsbildern werden, sich in einem Prozeß, den wir Denken nennen, manipulieren lassen und schließlich das Verhalten beeinflussen [...]."
- Ist es das Blut, mit dem wir denken, oder die Luft, oder das Feuer? Oder ist es keines von diesen, sondern vielmehr das Gehirn, das die Tätigkeit des Hörens, Sehens und Riechens verleiht ? Und daraus entsteht dann Gedächtnis und Meinung, und aus Gedächtnis und Meinung .. das Wissen ... Solange das Gehirn unversehrt ist, solange hat auch der Mensch seinen Verstand .. Daher behaupte ich, daß das Gehirn es ist, das den Verstand sprechen läßt. Alkmaion lebte um 500 v. Chr.. Er war ein griechischer Arzt und Philosoph aus Kroton. Alkmaion war einer der ersten, der im Gehirn das zentrales Organ der menschlichen Wahrnehmung und die stoffliche Grundlage des Denkens vermutete. Von Alkmaion ist selbst nichts überliefert. Obiges Zitat wurde ihm von Platon und Hippokrates zugeschrieben. nach W.Capelle, Die Vorsokratiker, Kröner Verlag Stuttgart 1963, Seite 111
Siehe auch
- Portal:Geist und Gehirn
- Weltgeist, Zeitgeist,
- Idealismus, Georg Wilhelm Friedrich Hegel,
- Leib-Seele-Problem
- Philosophie des Geistes
- Portal:Philosophie, Portal:Bibel
Literatur
- Noam Chomsky: Sprache und Geist. Suhrkamp, 1967 (3 Vorlesungen)
- Peter Düweke: Kleine Geschichte der Hirnforschung: Von Descartes bis Eccles. Beck, München 2001, ISBN 3-406-45945-5
- Kenneth A. Klivington: Gehirn und Geist. Spektrum Akademischer Verlag
- Gilbert Ryle: Der Begriff des Geistes. Reclam UB
- Michael Schneider: Rätselhafte Welt – Mysterien und Rätsel unserer Zeit. BOD, Norderstedt 2004, ISBN 3833420588
- Varda Hasselmann, Frank Schmolke: Welten der Seele. München 1993, S. 31–45
- Bertrand Russell: Die Analyse des Geistes. Philosophische Bibliothek Bd. 527. 2000. VII, ISBN 3-7873-1527-6 (407 S., Buchleinen)
- Was charakterisiert den Geist im Gegensatz zur Materie? Wodurch unterscheidet sich die Psychologie von der Physik? Ich werde Sie im Verlaufe dieser Vorlesungen zu überzeugen versuchen, dass der Geist nicht so geistig und die Materie nicht so materiell ist, wie man für gewöhnlich glaubt. (Bertrand Russell; aus Vorlesungen entstanden)
Gerhard Roth:
- Das Gehirn und seine Wirklichkeit. Suhrkamp (Taschenbuch, 383 Seiten)
- Schnittstelle Gehirn. Zwischen Geist und Welt.
- Neurowissenschaften und Philosophie. Eine Einführung. Mit Michael Pauen.
- Fühlen, Denken, Handeln. Wie das Gehirn unser Verhalten steuert.
Weblinks
- [http://buecherei.philo.at/neuro.htm Kommentierte Linkliste zum Thema Geist]
- [http://psydok.sulb.uni-saarland.de/volltexte/2004/102/ Philosophische Dissertation, die u.a. ausführlich auf die Leib/Seele/Geist-Problematik eingeht]
- http://www.informatik.hu-berlin.de/~bach/Geist_und_KI/index.html
- http://www.madeasy.de/1/2geist.htm
- http://www.bewusstsein.ws/Wissen/Materie-Geist.htm
- [http://www.igpp.de Link zur seite des Instituts für Grenzgebiete der Psychologie un Psychohygiene (IGPP)]
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GroßbankAllgemein
Als Großbank werden die privaten Kreditinstitute eines Landes bezeichnet, die ihre Dienstleistungen in Filialen/Zweigstellen landesweit anbieten.
Deutschland
Zu den Großbanken zählen momentan die vier größten privaten Kreditinstitute Deutsche Bank, Dresdner Bank, Commerzbank und HypoVereinsbank die auch unter dieser Position in der Bankenstatistik der Deutschen Bundesbank zusammengefasst werden. Sie stellen das Schwergewicht der Privaten Gruppe dar. Die durchschnittliche Bilanzsumme der Großbanken entsprach im Jahr 2003 etwa 32% der Summe aller Kreditinstitute und belief sich auf 1,5 Billionen Euro.
Außerhalb der Bankenstatistik wird auch des öfteren die Deutsche Postbank zu den Großbanken gerechnet.
Österreich
Hier werden zur der Gruppe der privaten Großbanken die Bank Austria Creditanstalt und die Bank für Arbeit und Wirtschaft gezählt.
Schweiz
Als private Großbanken gelten in der Schweiz die UBS und die Credit Suisse.
Weblinks
- [http://www.mergers-and-acquisitions.de/fakten2030.htm Die 20 größten Banken der Welt per 10.05.2004]
- [http://www.die-bank.de/printArtikel.asp?artID=361 Die 25 größten Banken der Welt per 31.12.2003]
- [http://www.die-bank.de/index.asp?channel=151010&art=411&issue=072005 Die 100 größten deutschen Banken 1998 - 2004]
!Grossbank
Geschichte
Begriff Geschichte
Allgemein
Geschichte im allgemeinen Sinn meint die ständige Entwicklung und Anpassung gesellschaftlich organisierter Lebewesen an ihre Umwelt. Im engeren Sinn bezieht sie sich auf die Entwicklung des Menschen und der Menschheit. Auch bei der Erde, bei Natur und Universum sprechen wir von Geschichte, Erdgeschichte, Naturgeschichte. Doch nur ein kleines Teilgebiet dieser Gesamtgeschichte ist Gegenstand der Geschichtswissenschaft. Bei genauer Betrachtung gibt es folgende vier Bereiche zu unterscheiden:
# Die Entstehung des Universums: Sie wird von Astronomen, Astrophysikern, Mathematikern und Philosophen betrachtet. (Urknall, Kosmologie)
# Damit ist die Geschichte der Menschen gemeint, denn hier setzt Entwicklung ein, die nicht nur genetisch und von Ähnlichem, sondern auch kulturell bedingt ist: Handeln u. Traditionen verändern. Der Mensch greift bewusst in die Veränderung seiner Umwelt ein, um diese seinen Bedürfnissen anzupassen. Diese Geschichte ist Gegenstand von Archäologie und Ethnologie.
# Die Geschichte seit Erfindung von Schrift, von Zeichen mit Bedeutung, denn hier hat sich Bewusstsein manifestiert und braucht nicht mehr bloß erraten und erschlossen zu werden. Außerdem wird hier die Tradition überpersönlich, weil hier sekundäre Kommunikation einsetzt - sprich auf Schriftzeichen gegründete Überlieferung. - Denn es lässt sich auch über Bildsprache, die keine Bilderschrift ist, kommunizieren. Frühe Formen sind unter anderem die Höhlenmalerei, die Tätowierungen der Ureinwohner in der Südsee, die Keilschrift und die Hieroglyphen.
# Die Geschichte, die sich selbst als Geschichte versteht, die der Mensch sich anverwandelt hat, erzählbare Geschichte.
Im engeren Sinne ist nur Geschichte in diesem vierten engsten Bereich Gegenstand der Geschichtswissenschaft, doch haben sich Geschichtsschreiber und Historiker schon immer auch für Geschichte im weiteren Sinne interessiert. Auch wird in historischen Kompendien meist auch dieser weitere Bereich mit behandelt, obwohl Historiker bei der wissenschaftlichen Erschließung dieser Fragen mit ihrer Methode nichts beitragen können.
Geschichte als Begriff der Geschichtswissenschaft
Geschichte im Sinne der Geschichtswissenschaft meint das in menschlichen Kulturen Geschehene. Geschichte in diesem Sinn ist etwas dem Menschen Eigenes; der Begriff wird jedoch häufig auch erweitert verwendet, um die Zeit vor dem Auftreten des Menschen bzw. vor der Entwicklung des Geschichtsbewusstseins darzustellen, insbesondere also die Naturgeschichte, dabei speziell die Erdgeschichte, die Vorgeschichte und andere Forschungsgebiete. (vgl. dazu Geschichtlichkeit)
Zu scheiden von diesem Begriff von Geschichte ist Geschichte als Überlieferung, Erforschung und Darstellung in ihrer zeitlichen oder sachlichen Aufeinanderfolge (vgl. Geschichtsschreibung).
Die Geschichtserkenntnis gründet sich auf Überreste und Tradition. (vgl. Geschichtswissenschaft).
Solche Erkenntnis ist allerdings nie objektiv, sondern abhängig von der historischen Situation, der Perspektive des Betrachtenden. Eine bestimmte Perspektive gegen andere Perspektiven durchzusetzen (aber auch der Versuch, Multiperspektivität zu ermöglichen) ist Sache der Geschichtspolitik.
Dagegen hat sich Geschichtsdidaktik die Aufgabe gestellt, den Zugang zu den wichtigsten Bereichen von Geschichte zu erleichtern und ein mehrdimensionales Geschichtsbewusstsein zu ermöglichen.
Der Geschichtsunterricht ist der Versuch der praktischen Umsetzung von Geschichtsdidaktik.
Einen Zugriff auf Geschichte von den verschiedenen Geschichtsräumen und Nationalgeschichten aus ermöglicht das Portal:Geschichte. Einen Zugriff auf spezifische Sachbereiche der Geschichte ermöglichen die verschiedenen Disziplinen der Geschichtswissenschaft.
Definitionsversuche
Über Geschichte gibt es sowohl aus der Philosophie als auch der Geschichtswissenschaft eine Reihe von allgemeinen Definitionsversuchen. Beispielhaft nur diese:
Georg Wilhelm Friedrich Hegel: Geschichte ist „Fortschritt im Bewusstsein der Freiheit“ – „die Entfaltung der Natur Gottes in einem besonderen, bestimmten Element“
Wilhelm von Humboldt | | |