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Grönland

Grönland

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thumb thumb Grönland (auf Grönländisch Kalaallit Nunaat- "Land der Menschen", dänisch Grønland - "Grünland") ist die größte Insel der Erde. Geographisch wird sie zum arktischen Nordamerika gezählt, politisch ist sie autonomer Bestandteil des Königreichs Dänemark. Seit 1979 besteht das Autonomie-Statut (hjemmestyreloven), seit 1985 ist Grönland nicht mehr Mitglied der Europäischen Gemeinschaft. Größere Orte sind die Hauptstadt Nuuk (Godthåb), Aasiaat (Egedesminde), Uummannaq, Qasigiannguit (Christianshåb), Ilulissat (Jakobshavn), Sisimiut (Holsteinsborg), Maniitsoq (Sukkertoppen), Tasiilaq (Ammassalik), Narsaq, Upernavik, Nanortalik, Paamiut (Frederikshåb), Qaqortoq (Julianehåb). Ebenfalls den Stadtstatus haben Ivittuut, Kangaatsiaq, Qaanaaq (Thule), Ittoqqortoormiit (Scoresbysund). Die internationalen Flughäfen sind Kangerlussuaq (Søndre Strømfjord, bei Sisimiut, Anbindungen an Dänemark), Narsarsuaq (bei Narsaq, Anbindungen an Island und Dänemark), Kulusuk (bei Tasiilaq, Anbindung an Island), und Constaple Point bei Ittoqqortoormiit (Scoresbysund, Anbindungen an Island). Siehe auch: Städte in Grönland.

Bevölkerung

Etwa 20 Prozent der Bevölkerung sind außerhalb des Landes geboren. 87% gelten als Grönländer (Nachfahren der Kalallit). Aufgrund der andauernden Rückwanderung europäischer Bewohner bleibt die Bevölkerungszahl fast konstant. 98 Prozent der Bevölkerung sind protestantisch. Die Inuit Grönlands werden in drei Gruppen unterteilt. Den Hauptteil stellen die Westgrönländer dar, die an der Westküste zwischen Upernavik und Nanortalik leben. Die Ostgrönländer, die in den Kommunen Tasiilaq und Ittoqqortoormiit leben, trafen erst vor etwa 100 Jahren auf Europäer. Die Nachfahren der letzten Einwanderungswelle von Inuit aus Kanada stellen die Polarinuit (Inughuit) dar, die in Avanersuaq leben. Vor allem in den größeren Orten Grönlands lebt auch eine dänische Minderheit. Diese Minderheit ist zu 90% in Nuuk zu finden. Auch ein noch kleinerer Teil Deutsche lebt in Nuuk.

Regierung

Grönland ist demokratisch verfasst. Das Parlament (Landsting) wird alle vier Jahre gewählt und wählt seinerseits den Premierminister und die Regierung (Hjemmestyre). Grönland ist durch zwei direkt gewählte Abgeordnete im dänischen Parlament vertreten. Die grönländische Regierung und das Landsting verwalten die grönländischen Angelegenheiten. Dies geht bis in den Bereich der Gesetze und Rechtsprechung. Dänische Gesetze können vom Landsting übernommen werden. Die Landesverteidigung obliegt Dänemark, die Außenpolitik ist weitgehend von Dänemark übernommen, es gibt spezielle Aspekte grönländischer Außenpolitik, beispielsweise die Beziehungen zu anderen Inuit-Regionen oder die Nichtmitgliedschaft in der EU. Im Jahre 2006 soll ein Referendum den künftigen Status der Insel bestimmen. Gegenwärtig wird durch die Erschließung von Rohstoffen versucht, sich wirtschaftlich weiter von Dänemark zu lösen.

Geschichte


- Um 3000 v. Chr. wanderten die Vorfahren der ersten Inuit über die Beringstraße aus Asien nach Alaska.
- Um 2500 v. Chr. gab es die ersten Einwanderungswellen von Indianern nach Grönland (Sarqaq-Kultur). Bereits aus dieser Zeit sind Jagdplätze zum Beispiel in der Disko-Bucht und bei Qaja in der Nähe des Jakobshavn-Isfjords nachgewiesen.
- 500 v. Chr. bis 1000 indianische Dorset-Kultur.
- Um 875 entdeckte der Wikinger Gunnbjørn die Insel und nannte sie Gunnbjørnland.
- 982 musste Erik der Rote aus Island fliehen und landete schließlich im Südwesten von Grönland. Er gab der Insel ihren Namen. Mit seinen Gefolgsleuten besiedelte er ab 986 die Gegend um Brattahlid.
- 986 erreichten nur 14 von 25 isländischen Auswandererschiffen mit 700 Menschen an Bord Grönland.
- Aus der Zeit um 1000 sind im Süden Wohn- und Kirchenruinen nordländischer Siedler erhalten.
- 1000 kehrte Leif Eriksson, der Sohn Eriks des Roten, von Norwegen, wo er Christ wurde, mit einem Missionar nach Grönland zurück. Die grönländischen Wikinger wurden Christen und errichteten die erste Kirche.
- Um 1000 entdeckte Leif Eriksson von Grönland kommend Nordamerika (Vinland). Die Handelsbeziehungen mit Vinland dauerten bis ins 14. Jahrhundert.
- Ab etwa 1000 wanderten Inuit aus Alaska und Nordkanada ein (Thule-Kultur).
- 1076 gab Adam von Bremen in seiner Chronik des Erzbistums Hamburg den ersten schriftlichen Nachweis über die Besiedlung und Christianisierung Grönlands, das bei ihm Gronland heißt.
- Um 1124-1126 wurde Grönland eine eigene Diözese, der Bischofssitz war in Gardar, dem heutigen Igaliku.
- 1350 berichtete der isländische Kirchenmann Ivar Bardarsson, dass die westliche Siedlung aufgegeben sei. Inuit erschienen in der Nähe des Normannengebietes und rotteten die Versterbygd-Grönländer aus.
- Von 1408 stammt die letzte schriftliche Aufzeichnung der Nordmänner, die von einer Hochzeit in der Kirche von Hvalsey berichtete. Die Kontakte mit Norwegen und Island rissen ab. Aufgrund des Verlustes der Vesterbygd, der Verbindung zu Vinland, kommt es zu vermehrtem Holzmangel.
- Um 1550 erlosch die letzte nordische Siedlung in Grönland. Ob sich die Nordmänner mit den Inuit vermischt haben oder ausgestorben sind, ist bislang ungeklärt.
- 1721 kam es durch die Landung des Missionars Hans Egede zu einer europäischen Neubesiedlung der Insel.
- Im 18. und 19. Jahrhundert wurde Grönland immer wieder von niederländischen, dänischen, deutschen und anderen Walfängern besucht. Die Grönlandfahrt trug wesentlich zur wirtschaftlichen Entwicklung Flensburgs bei, das damals zweitgrößter Hafen Dänemarks war.
- 1814 wurde im Frieden von Kiel die dänisch-norwegische Personalunion aufgelöst, Grönland fiel an Dänemark.
- Im ersten Weltkrieg 1914 - 1918 blieb Dänemark (und damit auch Grönland) neutral.
- 1933 gab Norwegen nach einem Schiedsspruch des Permanenten Internationalen Gerichtshofes in Den Haag zugunsten Dänemarks seine Ansprüche auf Grönland endgültig auf. Seit dem Zweiten Weltkrieg wird Grönland insbesondere von den USA militärisch genutzt. Dabei spielt die geographische Lage Grönlands eine große Rolle. Im Zweiten Weltkrieg wurde es vor allem als Basis für atlantiküberwachende Flugzeuge auf der Suche nach deutschen U-Booten und als Basis und Auftankstation für eigene Seemissionen benutzt. Dies wurde möglich, nachdem das Deutsche Reich Dänemark kampflos besetzte, da Grönland politisch zu Dänemark gehört. Es gab darüber hinaus auch deutsche Versuche, die Insel zur Errichtung von Wetterstationen zu nutzen, die allesamt scheiterten. Ab 1945 bauten die USA an größeren Luftstützpunkten in Grönland wie der Thule Air Base, denn im Kalten Krieg spielte die Nähe zur UdSSR quer über den Nordpol eine wichtige Rolle. Zwar ist diese Nähe weder für Schiffe noch für Bodeneinheiten nutzbar, aber durchaus der Luftraum für Flugzeuge und Raketen. Ein Vertrag über die gemeinsame Verteidigung der Insel zwischen den USA und Dänemark wurde 1951 geschlossen, 1953 wurde Grönland integraler Bestandteil von Dänemark. 1979 erlangte Grönland eine Selbstverwaltung und die innere Autonomie mit eigenem Parlament und eigener Regierung. 1982 gab es eine Volksabstimmung über den Austritt aus der Europäischen Gemeinschaft, der 1985 Grönland vollzogen wurde, in erster Linie wegen der Überfischung grönländischer Gewässer durch damals westdeutsche Fangflotten. Grönland genießt allerdings weiterhin den Status eines überseeischen EU-Territoriums mit den Vorteilen einer Zollunion. Nach dem Ende des Kalten Krieges verblasste die militärische Bedeutung Grönlands, allerdings gibt es Bemühungen seitens der USA, auf Grönland Bodenstationen für den geplanten US-Atomraketenabfangschild errichten zu dürfen.

Geografie

Grönland reicht von 59°50' nördlicher Breite (Kap Farvel) bis 83°37' nördlicher Breite (Kap Morris Jesup), ist 2.650 km lang und bis 1.000 km breit. Grönlands Nordküste ist mit 710 km Abstand das dem Nordpol am nächsten gelegene Festland. Im Norden der Insel liegt der vereiste Arktische Ozean. Im Osten grenzt sie an die Grönlandsee und an die Irminger See sowie im Westen an die Davisstraße und die Baffinbai, alles Randmeere des Atlantiks. Im Nordwesten geht Grönland in die sehr zerklüftete und äußerst weitläufige Inselwelt der Königin-Elizabeth-Inseln über. Grönland hat überaus große Eisvorkommen. Das bis zu 3000 m mächtige, durchschnittlich 1500 m starke) Inlandeis bewegt sich an den Küsten zum Meer und lässt oft Eisberge von mehreren Kilometern Länge entstehen. Lediglich etwa 341.700 km² der Fläche Grönlands sind eisfrei. In Grönland befinden sich mit 4.000 m die zweitgrößten Eishöhen der Welt, nur die Antarktis weist noch größere auf. Würde das gesamte Inlandeis Grönlands schmelzen, so würde der Wasserstand weltweit um 6 m steigen. Das Inlandeis ist weniger eine Folge des heutigen Klimas, vielmehr ist es ein Überbleibsel der letzten Eiszeit vor circa 10.000 Jahren. Eiszeit Grönland ist ein im Süden leicht gewelltes Hochland, das an der Küste durch zahlreiche Fjorde, Buchten und Meeresstraßen gegliedert ist. Im Zentrum und im Norden besteht der Untergrund aus einem riesigen, zum Teil unter dem Meeresspiegel liegenden, Becken. Grönland umsäumen an seinem Hochlandsrand sehr hohe Berge und Gebirge, die im Gunnbjörn am Ostrand der Insel bis zu 3.700 m hoch aufragen. Höchste Erhebung ist der 3.753 m hohe Gunnbjørn Fjeld, der alternativ auch als Hvitserk bezeichnet wird. In Grönland herrscht polares und subpolares Klima, das an der Westküste durch den Golfstrom gemildert wird. Die Temperatur auf dem Inlandeis hat ein absolutes Temperaturminimum von -70 °C; im Sommer kommt sie bis an 0 °C heran. Die Küstenstreifen, an der Westküste bis 150 km breit, und alle vorgelagerten Inseln sind eisfrei und haben Tundravegetation, die nach Norden hin stark abnimmt. Die Städte und Siedlungen liegen durchweg im eisfreien Künstenstreifen, aus klimatischen Gründen überwiegend an der Westküste. Im küstenfernen Inlandeis wurden zeitweilig Forschungsstationen wie Eismitte und North Ice unterhalten.

Tierwelt

Der bekannteste Vertreter der grönländischen Tierwelt ist der Eisbär (Ursus maritimus, grönlandisch: Nanoq). Dieser hat seinen eigentlichen Lebensraum in erster Linie im äußersten Norden und im nordostgrönländischen Nationalpark, dem größten Nationalpark der Welt. Mit dem Treibeis, welches mit dem Ostgrönlandstrom um Kap Farvel bis nach Südgrönland kommt, gelangen Eisbären auf der Jagd nach Robben bis in den äußersten Süden (Nanortalik), und mit anderen Treibeisströmungen nach Upernavik in Nordwestgrönland. Der zweitgrößte Landsäuger Grönlands ist der Moschusochse (Ovibos moschatus), der ursprünglich nur in Nordostgrönland vorkam, wo er in oft großen Herden anzutreffen ist. Der Moschusochse wurde jedoch auch an der Westküste ausgesetzt, etwa in Kangerlussuaq, Ivittuut und bei Upernavik, wo er sich zu stabilen Beständen vermehrt hat. Rentiere (Rangifer tarandus) kommen, teilweise in großen Herden, vor allem an der Westküste vor. Kleinsäuger wie Hermelin (Mustela erminea) und Lemming (Lemmus lemmus) leben nur in Nordostgrönland. Auch der Polarwolf (Canis lupus) kommt nur dort und im äußersten Norden vor. Weit verbreitet sind Polarhase (Lepus arcticus) und Polarfuchs (Alopex lagopus). Auch die Welt der Meeressäuger ist mit Minkwalen, Buckelwalen, Belugas, Schwertwalen, Narwalen, Grönlandwalen, Walrössern, Grönlandrobben, Sattelrobben, Bartrobben und Ringelrobben besonders artenreich. Die Inuit zählen auch den Eisbär zu den Meeressäugern, weil dieser die meiste Zeit seines Lebens auf dem Meer bzw. Pack- und Treibeis verbringt. Die Vogelwelt ist ebenfalls reichhaltig. Am weitesten verbreitet sind Kolkrabe, Gryllteiste, Dreizehenmöwe, Schneeammer, Eiderente, Eistaucher, Odinshühnchen und Alpenschneehuhn. Viele Seevögel nisten an den Vogelfelsen, die besonders groß in Upernavik, Qaanaaq und Ittoqqortoormiit sind. Wichtiger Brutvogel ist die Dickschnabellumme (Uria lomvia), deren größte Kolonien im Upernavik-Distrikt liegen. Es gibt weitere Kolonien in den Distrikten Qaanaaq, Ilulissat (Ritenbenk/Appat), Maniitsoq, Nuuk, Ivittuut, Ittoqqortoormiit und im Archipel Ydre Kitsitsut, welches zu Qaqortoq gerechnet wird. Trottellummen (Uria aalge) sind vergleichsweise selten und kommen an einigen Vogelfelsen in Südwestgrönland vor. Der hocharktische Krabbentaucher (Alle alle) kommt in riesigen Kolonien bei Qaanaaq und Ittoqqortoormiit vor. Es gibt kleinere Kolonien bei Upernavik (Horse Head) und in der Diskobucht (Grönne Ejland). Der Papageitaucher (Fratercula arctica) hat für nordatlantische Verhältnisse eher kleinere Kolonien in Grönland, etwa bei Aasiaat, Upernavik, Nuuk, auf Ydre Kitsitsut (Qaqortoq) und vor Nanortalik sowie bei Ittoqqortoormiit und Qaanaaq. Gryllteisten (Cepphus grylle) sind in ganz Grönland verbreitet und leben nicht nur an den Vogelfelsen. Weitere Bewohner der Vogelfelsen sind Dreizehenmöwen und Kormorane. Küstenseeschwalben haben ihre größten Kolonien in der Diskobucht (Grönne Ejland). Thorshühnchen und Prachteiderenten kommen von der Diskobucht an nördlich vor. Seeadler sind vor allem in Südwestgrönland verbreitet, Falken und Skuas haben einen größeren Lebensraum. Die Schneeeule lebt hauptsächlich in Nord- und Nordostgrönland. Auch viele Gänsearten (etwa Nonnengans, Schneegans, Meerente, Blässgans, u.a.) leben in Grönland. Die hocharktische Rosenmöwe kommt nur im äußersten Norden vor.

Kajak

Das Wort „Kajak“ kommt aus dem Grönländischen. Dieses Boot wurde hier schon sehr früh als Mittel für die Jagd im Sommer benutzt. Im Gegensatz zum Umiaq, dem Frauen-Boot, war das Kajak sehr schmal und genau dem Körper einer bestimmten Person angepasst. Im Winter diente der Hundeschlitten der Jagd. Auch wenn Motorboot, welches von der Form her dem Umiaq entspricht, und Snowscooter die traditionellen Jagdmittel größtenteils abgelöst haben, werden diese nach wie vor, vor allem in den entlegenen Regionen wie Qaanaaq, Ittoqqortoormiit und in den Dörfern bei Upernavik, benutzt.

Kultur und Sport

Universität

An der Universität „Ilisimatusarfik“ in Nuuk studieren etwa 120 Studierende, davon wenige Ausländer. In den Studienfächern Verwaltung, Kultur- und Sozialgeschichte Grönlands sowie Grönländische Sprach-, Literatur- und Medienstudien können Bachelor- und Master-Abschlüsse erworben werden. Außerdem gibt es das Studienfach Theologie. Unterrichtet wird größtenteils auf Dänisch, in einigen Kursen auch auf Grönländisch.

Fußball

Siehe auch: Fußball in Grönland Grönland ist bisher nicht Mitglied der FIFA. Ein Beitritt wird zwar anvisiert, UEFA und FIFA sperren sich aber bisher. Das grönländische Nationalteam wird von Sepp Piontek trainiert. Im Jahr 2001 fand ein Länderspiel gegen eine Auswahl aus Tibet statt, das ebenfalls keine offizielle Nationalelf hat, da es in den 1950er Jahren von der Volksrepublik China okkupiert wurde.

Kunsthandwerk

Siehe: Tupilak

Der Weihnachtsmann von Grönland

Nach Angaben der dänischen Botschaft in Deutschland erreichen jedes Jahr tausende Briefe das Weihnachtspostamt des Weihnachtsmanns in Grönland, weil viele Kinder auf der Welt glauben, der Weihnachtsmann wohne in Grönland. Im Sommer kann man sein Haus besichtigen. Es liegt einen kleinen Spaziergang außerhalb der Ortschaft Uumannaq, unterhalb des markanten Robbenherzberges. Grönland hat darauf reagiert und dem Weihnachtsmann eine eigene Website eingerichtet. Es dürfte die meistbesuchte Website mit der Top-Level-Domain .gl sein: http://www.santa.gl/

Sonstiges

Grönland heißt auch ein Ortsteil von Sommerland in Schleswig-Holstein.

Literatur

Grönland (ISBN 3-7701-4423-6) ein Reiseführer durch Grönland

Weblinks


- [http://dk.nanoq.gl/enhed.asp?page=enhed&objno=522 Grönländische Regierung] (inuktitut, dänisch, englisch)
- [http://www.greenland-guide.gl/ Grönländische Touristen-Informationen] (englisch)
- [http://www.um.dk/deutsch/daenemark/enzyklopaedie/kap7/7-1-8.asp Königlich Dänisches Ministerium des Äußeren]
- [http://news.bbc.co.uk/1/hi/world/europe/country_profiles/1023393.stm Profiles at BBC] (englisch)
- [http://www2.daenemark.org/tysk/tekst.php?id=109 Dänische Botschaft über den Weihnachtsmann in Grönland]
- [http://www.arc-pic.com/ Fotos aus Grönland]
- [http://www.ilisimatusarfik.gl/ Universität von Grönland]
- [http://www.maxweise.de/Greenland/ Grönlandfotos mit einigen Panoramen] Kategorie:Insel (Nordamerika) Kategorie:Insel (Arktis) Kategorie:Insel (Grönland) !,Grönland Kategorie:Dänemark Kategorie:Ehemalige Kolonie Kategorie:Abhängiges Gebiet (Dänemark) Kategorie:Glaziologie ja:グリーンランド ko:그린란드 simple:Greenland zh-min-nan:Chheⁿ-tē

Dänische Sprache

Die dänische Sprache, kurz Dänisch (dänisch dansk [sprog]), gehört zu den germanischen Sprachen und dort zur Gruppe der skandinavischen Sprachen. Sie ist die Amtssprache in Dänemark und zweite Amtssprache in Grönland (neben Grönländisch) und auf den Färöern (neben Färöisch, meist in der Varietät Gøtudanskt) und Verkehrssprache in Island (als ehemalige Kolonialsprache). Weiterhin ist sie als Minderheitensprache in Schleswig-Holstein (dän. Slesvig-Holsten) durch dessen Landesverfassung besonders geschützt. Das Dänisch im ehemaligen Dänisch-Westindien ist im 20. Jahrhundert verschwunden. In Dänemark wird das Dänische von ca. 5 Millionen Muttersprachlern gesprochen. Weitere ca. 330.000 Muttersprachler verteilen sich vor allem auf Deutschland (das bis 1864 dänische Südschleswig (dän. Sydslesvig), Zentrum ist hier Flensburg (dän. Flensborg) mit ca. 20.000 Sprechern), Grönland und die Färöer (beide politisch zu Dänemark gehörend), aber auch auf Kanada, Norwegen, Schweden und die USA. Obwohl es vom Wortschatz her stark vom Plattdeutschen beeinflusst ist, ist die Sprachgrenze zu (nieder-)deutschen Dialekten keine fließende, sondern eine „harte“. Diese verlief historisch an der Eider. Der Language Code ist da bzw. dan (nach ISO 639).

Interskandinavisch und Dialekte

Die Bokmål-Variante des Norwegischen ist linguistisch gesehen auch ein dänischer Dialekt. Kulturhistorisch wird es aber als eigene Sprache gezählt und auch von seinen Sprechern deutlich so empfunden. Zusammen mit Schwedisch bilden Dänisch und Norwegisch die virtuelle „interskandinavische Sprache“, was nichts anderes bedeutet, als dass es diese Sprache nirgends in Schriftform gibt, und alle drei linguistisch gesehen Dialekte, also gegenseitig verständlich, sind, wobei aber Schwedisch kein Dialekt des Dänischen ist, sondern beide Dialekte des „Interskandinavischen“ (Kontinentalskandinavisch im Gegensatz zum Inselskandinavisch auf den Färöern und in Island). Ein Beispiel hierfür ist, dass man auf den Färöern von Muttersprachlern durchaus gefragt wird, ob man Skandinavisch (nicht Dänisch) spräche. In dem Fall würden sie dann aber Dänisch sprechen. Dänisch selber zerfällt in diverse zum Teil gegenseitig nur schwer verständliche Dialekte. Gelehrte Standardsprache ist das so genannte Radio Københavnsk (wörtlich: Radio Kopenhagisch, also durch Radio und Fernsehen im ganzen Land verständlich), welches sich zum Beispiel deutlich von den in Jütland (und dort besonders im Süden) gesprochenen Dialekten unterscheidet. Die Bedeutung von Dialekten nahm jedoch in den letzten Jahrzehnten sehr ab, der Grund ist die Verbreitung der Standardsprache, welche die Dialekte verdrängt. „Verwandt“ mit dem Dänischen ist das Petuh in Flensburg. Es beruht teilweise auf dänischer Grammatik (Satzbau), einer Reihe Danismen, ist aber vom Wortschatz her dem Plattdeutschen sehr ähnlich, so dass es dort eingeordnet und auch als Petuh-Tanten-Deutsch bekannt ist. Es stammt aus dem 19. Jahrhundert und kann vielleicht als der Versuch von Dänen verstanden werden, Deutsch zu sprechen. Vergleiche hierzu auch: Missingsch Weiter gab es bis ins 20. Jahrhundert das Kreoldänische in Dänisch-Westindien, das aber mit seinem letzten Sprecher ausgestorben und auch nicht schriftlich überliefert ist.

Danistik und Dänischunterricht

Danistik ist die dänische Philologie. Sie gehört zur Skandinavistik und wird zum Beispiel an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel gelehrt. In Südschleswig gibt es eine Reihe dänischer Schulen, die in erster Linie für die dänische Minderheit gedacht sind, aber auch von Kindern deutscher Muttersprachler besucht werden können, wenn sich die Eltern ebenfalls Dänisch aneignen (Elternabende finden in der Regel auf Dänisch statt). Bekannteste und traditionsreichste dänische Schule in Deutschland ist die Duborg Skolen in Flensburg. Sie ist bis jetzt das einzige dänische Gymnasium in Deutschland. Ein zweites ist in Schleswig in Planung. In Schleswig-Holstein gibt es darüber hinaus eine Reihe von deutschen Schulen, an denen Dänisch als dritte Fremdsprache angeboten wird.

Danismen

Aus dem Dänischen stammende bzw. entlehnte Wörter heißen Danismen. Der weltweit bekannteste Danismus ist der Name des Spielzeugs Lego (aus dänisch: leg godt! - spiel gut!). Andere bekannte Danismen sind: hyggelig (gemütlich, malerisch, nett, …) und Pølser (Würstchen). Viele Orts- und Familiennamen in Südschleswig sind auch dänischer (altskandinavischer) Herkunft. So zum Beispiel alle Orte mit -by (wie in Husby), -rup (Sörup) und -wig (Schleswig dän.: Slesvig). Wie man am Telefonbuch von Flensburg leicht erkennen kann, sind dort Familiennamen mit -sen am Ende üblich. Bis zum 19. Jahrhundert hatte es einen dänischen Bevölkerungsanteil von über 80 %, der sich nur zum Teil eingedeutscht hat. Namen wie Petersen, Hansen, Jacobsen usw. künden noch von dieser Zeit. Eine nennenswert von Danismen beeinflusste Sprache ist das Färöische. Es sind quasi die einzigen Fremd- und Lehnwörter, die diese Sprache „zulässt“ (wobei es schwierig ist, sie als reine Danismen zu identifizieren, da sie auch als „Interskandinavismen“ empfunden werden können). Aus dem Dänischen kommende Anglizismen werden hier in der gehobenen Sprache aber nicht entlehnt. Norwegisch (Bokmål) ist ebenfalls stark von Danismen beeinflusst. Dies hängt mit der über 400-jährigen Union Norwegens mit Dänemark zusammen. In der norwegischen Geschichte wird diese Epoche vor allem als Fremdherrschaft empfunden und auch als 400-Jahre-Nacht (so Henrik Ibsen) bezeichnet.

Fremdsprachliche Einflüsse auf das Dänische

Besonders bedeutend ist der Einfluss des Deutschen, speziell (und über Vermittlung durch die geographische Nähe) des Niederdeutschen zu allen Zeiten. So besteht ein großer Teil des dänischen Vokabulars aus niederdeutschen Lehnwörtern und Lehnübersetzungen. Das macht für Deutsche das Erlernen und Sprechen des Dänischen einfacher. Viele Begriffe kann man durch Raten selber finden, wenn man weiß, auf welche Art ins Dänische lehnübersetzt wurde. Deutsch war bis ins 19. Jahrhundert gleichzeitig Sprache am dänischen Hof. Es galt also als vornehm, ähnlich wie Französisch am preußischen Hof. Das beförderte die Übernahme deutscher Begriffe nicht unwesentlich. Im heutigen Dänisch gibt es – wie im Deutschen auch – eine große Anzahl von Internationalismen (in den letzten Jahrzehnten verstärkt Anglizismen). Das geht so weit, dass Dänen sich auf Angloamerikanisch grüßen: Hej! wurde nach dem Zweiten Weltkrieg von den US-Amerikanern übernommen (aus amerik.: Hi!). Jedenfalls erleichtert dieser Umstand auch das Lernen, Lesen und Sprechen des Dänischen, da ganz viele Fremd- und Lehnwörter vertraut sind. Aber: Dänisch ist dennoch eine skandinavische Sprache, also existiert – wie oben schon erwähnt – eine harte Sprachgrenze. Diese Grenze unterscheidet es im eigentlichen Kern der Sprache mehr vom Deutschen, als es das Englische tut, was ja trotz seiner westgermanischen Herkunft nicht unbedingt durch alle uns bekannten Anglizismen plötzlich „verständlich“ ist. Kurz: Die fremdsprachlichen Einflüsse des Deutschen und Englischen (als Mittler von weiteren Internationalismen) erleichtern das Erlernen des dänischen Wortschatzes, sie erschließen aber nicht die Sprache an sich.

Das dänische Alphabet

Das dänische Alphabet enthält unter anderem alle im Deutschen auch bekannten 26 Buchstaben von A–Z in der gleichen Reihenfolge. Der Unterschied liegt darin, dass das Dänische keinen der deutschen Umlaute (ä, ö, ü) und auch nicht das ß verwendet. Dafür gibt es drei typische Sonderzeichen: Æ, æ: Typographisch gesehen ist das Æ eine Ligatur aus A und E. Es entspricht dem deutschen Ä. Ø, ø: Das Ø ist typographisch gesehen immer ein O mit einem nach rechts geneigten Schrägstrich, der an beiden Enden über das O herausragt. Es entspricht dem deutschen Ö. Å, å: Das Å ist mit der dänischen Rechtschreibreform von 1948 eingeführt worden. Es ersetzt das ältere Aa, aa. Dieser Buchstabe hat im Deutschen keine graphische Entsprechung. Der Kringel auf dem Å wird als ein kleines O verstanden, womit angedeutet wird, dass es sich hier ursprünglich um einen A-Laut gehandelt hat, der, wenn kurz ausgesprochen, sehr stark zum O tendiert. Die Stadt Ålborg wird z. B. wie „Ollborg“ ausgesprochen. Handelt es sich aber um ein langes Å, wird es wie U in „und“ ausgesprochen, d. h. Ångstrøm wird als „Ungström“ ausgesprochen. Niederdeutschen Sprechern ist dieser Laut allerdings bekannt, z. B. in maken (hochdt.: machen). Das Aa existiert nur noch in Eigennamen und auf „antiken“ Beschriftungen, aber nicht mehr in der sonstigen Schriftsprache. Seit 1984 ist bei Ortsnamen jedoch wieder die Schreibung mit Aa zulässig, und einige Orte wünschen diese alte Schreibweise. Siehe hierzu Aabenraa. Auch sonst kennt das Dänische keine Vokalverdopplungen in der Schrift, wohl aber bei Konsonanten. Diese drei Sonderbuchstaben werden anders als die Umlaute im Deutschen (Wörterbuch) nicht unter A und O einsortiert, sondern stehen immer am Ende des Alphabets, also so: A, B, C, [...] X, Y, Z, Æ, Ø, Å Im deutschen Schriftsatz gilt, dass diese drei Buchstaben in dänischen Namen, Stichwörtern und Zitaten oder gar im Gebrauch des Dänischen selbst niemals mit Ä, Ö, und Aa umschrieben werden sollen (obwohl Dänen das dennoch entziffern könnten). Das gilt analog für das Internet. Ausnahmen bilden nur Eigennamen wie Kierkegaard. Tipp für Computerbenutzer: Anstatt sich die Zahlencodes für diese Zeichen zu merken (oder um sie zu erlernen), gibt es (zumindest bei Windows) das Programm charmap (Character Map) das über Start > Ausführen > „charmap“ zu erreichen ist.

Dänische Phonetik und Phonologie

Die dänische Phonologie ist für Deutsche das Hauptproblem beim Spracherwerb des Dänischen. Sie ist so kompliziert, dass sie nicht in einfache Regeln gefasst werden kann, und gleichzeitig weicht sie in den existierenden Dialekten auch erheblich voneinander ab. Die meisten Deutschen (die nicht auf einer der o. a. dänischen Schulen waren) werden es wohl kaum schaffen, ein Dänisch zu sprechen, das von den Muttersprachlern selber zumindest als ein Dialekt aus ihrem Lande erkannt wird. Was aber durchaus möglich ist, ist eine flüssige Aussprache des Dänischen, die zumindest im interskandinavischen Gespräch völlig ausreicht und natürlich auch von jedem Dänen verstanden wird. So werden Deutsche, die einigermaßen fließend Dänisch beherrschen, oft gefragt, ob sie Norweger seien. Das ist in Dänemark dann als Lob zu verstehen. Wichtigste Besonderheiten

Der Stoßlaut (Stød)

Der Stød ['sdøð] ist ein Glottisschlag [], wie er in vielen Varietäten des Deutschen vorkommt, beispielsweise in beachte []. Er kommt so häufig (und betont) und an für Deutschsprecher so ungewohnten Stellen vor (nämlich nach Vokal und vor Konsonant bzw. am Wortende), dass er den gesamten Charakter der dänischen Lautung dominiert. Hinzu kommt, dass es im Dänischen keine einheitlichen Regeln dafür gibt, wo und wann der Stød genau Anwendung findet. Dies ist nicht nur eine Frage des Dialekts, sondern auch des Soziolekts, wobei gilt, dass gehobenere Schichten den Stød öfters verwenden und dass er im Süden Jütlands weniger vorkommt. Der dänische Stød hat in seinen skandinavischen Verwandten, dem Schwedischen und dem Norwegischen, seine Entsprechung im musikalischen Akzent. Begnügt man sich mit einer interskandinavischen Aussprache des Dänischen, kann man den Stød auch ganz weglassen und wird dennoch verstanden. „Dänisch“ spricht man dann aber nicht. Zudem gibt es einige Fälle, in denen gleichgeschriebene Wörter durch den Stød einen Bedeutungsunterschied erfahren, z. B. ['änən] 'anderer' ~ ['än’ən] 'die Ente', ['ånən] 'das Atmen' ~ ['ån’ən] 'der Geist', ['hεnər] 'geschieht' ~ ['hεn’ər] 'Hände'.

Das weiche D

Für die deutsche Zunge noch schwieriger ist das weiche D. Historisch entstammt es dem altskandinavischen „Ett“, das heute nur noch in Island und auf den Färöern in der Schriftsprache verwendet wird: Ð, ð. Das kleine ð ist bekannt aus der Lautschrift für einen weichen Reibelaut, bei dem eine Enge zwischen Zunge und Zähnen gebildet wird, so wie im englischen the. Es wird auch in der Lautschrift zur Bezeichnung des dänischen weichen D verwendet. Nur wird es im Dänischen erstens nicht am oberen sondern am unteren Zahndamm artikuliert, und zweitens kommt es nie im Anlaut eines Wortes oder einer Silbe vor. In der Schrift ist das weiche D stets mit /d/ bezeichnet. Eine bedeutungsunterscheidende Funktion hat es nicht. Neben dem Stød ist es das zweite Hauptcharakteristikum der gesprochenen dänischen Sprache, wo dann die Kombination von beiden den typischen „weichen“ Klang (im Vergleich etwa zum Norwegischen) ergibt.

Vokalqualitäten

Die dänischen Vokale ähneln den deutschen, doch sind manche nicht identisch. Grundsätzlich verdunkeln sich alle Vokale vor oder nach dem /r/ (welches nie gerollt wird). Das /a/ wird heller ausgesprochen (ähnlich dem Englischen), und das Å ähnelt je nach Kürze oder Länge verschiedenen Arten des [o] (mit Tendenz zum [a], wenn es lang ist, wird es wie u in „und“ ausgesprochen). Am ungewohntesten ist vielleicht die typische helle Aussprache des kurzen /i/. Diese kann am einfachsten erlernt werden, wenn man bei kurzem /i/ immer versucht, ein kurzes [e] zu artikulieren.

„Verschlucken“ von Konsonanten

...und daraus oft Bildung von Diphthongen Wenn beklagt wird, dass das Dänische bei weitem nicht so gesprochen wie es geschrieben wird, so liegt das zum großen Teil nicht nur am weichen D, sondern auch am Verschlucken diverser geschriebener Konsonanten in der Aussprache. Betroffen hiervon sind meist im Auslaut oder im Wortinneren befindliche /g/, /t/ und oft auch des /d/ und anderer Konsonanten. Zum Beispiel wird det (deutsch: das) nicht etwa [det] ausgesprochen, sondern immer [de]. -er im Auslaut verfärbt sich wie im Deutschen zu einer Art Vokal, nur nicht wie im Berlinischen von Hammer zu [hamma], oder im Niederdeutschen zu [hammä], sondern zu einer Art [hammå]. Und so gibt es viele weitere Ausspracheregeln und (-Ausnahmen), welche den praktischen Sprachunterricht unumgänglich machen, will man das Dänische vervollkommnen. An Universitäten dauert die Vermittlung der dänischen Phonologie ein komplettes Semester. Ein bekannter Liedrefrain findet dort zur Veranschaulichung der Diphthongbildung von [ei] Verwendung: En snegl på vejen er tegn på regn i Spanien
[en sneil po vein er tein po rein i Spänien]
Eine Schnecke auf dem Weg ist ein Zeichen für Regen in Spanien (Aus: My Fair Lady, die dänische Version von: Es grünt so grün, wenn Spaniens Blüten blühen) Hier ist das [ei] in regn (weil es nach /r/ kommt) dunkler als in den drei anderen Wörtern. Einige Regeln könnte man zwar mit einigen Ausnahmen aufstellen. Deutsch > dänisch: au > u, z. B. Hausmaus = husmus, eu > y z. B. deuten = tyde und ei = e (wie im Berlinischen) Beine = ben oder ei > i, z. B. Reis = ris Ebenfalls bei Konsonanten sch > sk, z. B. schön = skøn, D > T und umgekehrt, d. h. deutsch = tysk Die meisten dieser Regeln sind entweder vom Plattdeutschen oder Mittelhochdeutschen bekannt. Wo man da überall den Stød setzen kann, muss die dänische Wikipedia-Gemeinde entscheiden.

Siehe auch

Liste dänischsprachiger Schriftsteller, Hyggelig

Literatur

Die Dänische Zentralbibliothek für Südschleswig enthält die größte Sammlung dänischer Titel in Deutschland.

Geschichte der dänischen Sprache


- Peter Skautrup: Det danske sprogs historie. Bd. 1–4, Kopenhagen 1944–1968 (unveränderter Nachdruck 1968) und 1 Registerband, Kopenhagen 1970

Grammatiken


- Barbara Fischer-Hansen, Ann Kledal: Grammatikken. Håndbog i dansk grammatik for udlændinge. Special-pædagogisk forlag, 1998 (Indeholder gode forklaringer på grammatiske funktioner og regler i dansk.)
- Robin Allan, Philip Holmes, Tom Lundskær-Nielsen: Danish. A Comprehensive Grammar. London and New York 1995 nur Syntax:
- Kr. Mikkelsen: Dansk Ordföjningslære. Kopenhagen 1901 (Nachdruck Kopenhagen 1975)

Wörterbücher

Dänisch-Dänisch


- Den Danske Ordbog. 6 Bände, Gyldendal, Kopenhagen bis 2005 (das künftige Monumentalwerk, ca. 400 Euro, nur im Abonnement über den Buchhandel erhältlich)
- Dansk Ordbogen. Erstausgabe. Gyldendal, Kopenhagen 2004, ISBN 8712037591 (105.000 Stichwörter ca. 35 Euro)
- Politikens Store Ordbogs cd-rom. Politikens Forlag, Kopenhagen 2001, ISBN 87-567-6056-6 (Nur Datenträger! – Nudansk Ordbog mit Etymologie, Fremdwörterbuch, Abkürzungswörterbuch und 4000 Biografien, für Mac und Windows, ca. 95 Euro)
- Politikens Nudansk Ordbog. Politikens Forlag, Kopenhagen 2001, ISBN 87-567-6564-9 (100.000 Stichwörter mit CD-ROM für Windows, ca. 55 Euro, gilt als Standardwerk)
- Politikens Nudansk Ordbog med Etymologi. Politikens Forlag, Kopenhagen 2001, ISBN 87-567-6556-8 (100.000 Stichwörter mit Etymologie und CD-ROM für Windows, ca. 70 Euro)
- Politikens Retskrivningsordbog. Politikens Forlag, Kopenhagen 2001, ISBN 87-567-6455-3 (Rechtschreibungswörterbuch, 80.000 Stichwörter mit CD-ROM, ca. 15 Euro, preiswerte Alternative)

Aussprachewörterbücher


- Lars Brink, Jørn Lund u. a.: Den Store Danske Udtaleordbog. Kopenhagen 1991
- Peter Molbæk Hansen: Udtaleordbog. Kopenhagen 1990

Weblinks


- [http://netdob.asb.dk/netdob/index.html Dänisch-dänisches Netzwörterbuch]
- [http://www.kryds.dk/bigsog.htm Dänisches Synonymwörterbuch]
- [http://www.ronzon.de/seiten/dansk1.html Grundlagenwortschatz Deutsch-Dänisch] Kategorie:Indogermanisch Kategorie:Germanisch Kategorie:Einzelsprache
-
Kategorie:Dänemark ja:デンマーク語 ko:덴마크어

Insel

Eine Insel ist eine Landmasse, die vollständig von Wasser umgeben ist, aber nicht als Kontinent gilt. Auch durch den Menschen künstlich erstellte Bauwerke (Brücken, Fahrdämme) verändern die Inseleigenschaft nicht, wenn die Natur bis dahin für die vollständige Wasserumgebung gesorgt hat. Sylt ist also nach wie vor eine Insel. Der Peloponnes ist dementsprechend eine Halbinsel - obwohl ein Kanal die Landenge und Verbindung zur Attika durchschneidet. Einige Länder haben diese Definition noch erweitert. So darf in Kanada erst dann von einer Insel gesprochen werden, wenn auf einem Stück Land ein Baum wächst. Diese Definition ist dort nötig, da nur auf Inseln gebaut werden darf. Man unterscheidet zwei Arten hinsichtlich der Lage von Inseln: #Ozeanische Inseln, die oft als Bestandteil mittelozeanischer Rücken, frei vom Kontinent aus dem Meer aufragen (meist Vulkane oder Koralleninseln (Atolle)) #Kontinentale Inseln, die auf dem Festlandsockel ruhen. Eine weitere denkbare Unterscheidung wäre die nach der Art des Gewässers in: #Hochseeinsel, wie z.B. Helgoland bzw. See- oder Meeresinsel #Binnenseeinsel #Flussinsel

Große Inseln

Legende: ~= bedeutet: bitte ausfüllen

Geowissenschaftlich interessante Inseln in der Wikipedia


- Kachelotplate
- Sable Island
- Surtsey

Verwandte Themen


- Größte Insel
- Schwimmende Insel
- Gefängnisinsel
- Schatzinsel
- Inselkette
- Liste der Inseln
- Liste der Inselstaaten
- Liste britischer Inseln
- Liste dänischer Inseln
- Liste deutscher Inseln
- Liste griechischer Inseln
- Liste niederländischer Inseln
- Liste polnischer Inseln
- Liste russischer Inseln
- Liste unbewohnter Inseln

siehe auch


- Insel (Altmark), Gemeinde im Landkreis Stendal in Sachsen-Anhalt
- Kommissionsinsel, Stadtviertel der Stadt Kehl am Rhein
- Insel-Verlag, Insel-Bücherei Kategorie:Physische Geographie ja:島 ko:섬 ms:Pulau simple:Island th:เกาะ zh-min-nan:Tó-sū

Erde

Die Erde (von indogermanisch er[t]) ist der dritte Planet des Sonnensystems. Sie ist ca. 4,55 Milliarden Jahre alt und ist der einzige bekannte belebte Ort. Das Planetenzeichen ist 18px oder 14px. Der lateinische Name ist Terra. Die Erde zählt zu der Gruppe der erdähnlichen (terrestrischen) Planeten.

Entstehung und Aufbau der Erde

Hauptartikel: Entstehung der Erde, Innerer Aufbau der Erde, Erdfigur und Plattentektonik Plattentektonik Die Erde ist der größte Gesteinsplanet im uns bekannten Sonnensystem. Alle anderen Planeten sind kleiner oder bestehen wie Jupiter hauptsächlich aus Gas in stark komprimierten Zuständen. Die Erde entstand vor etwa 4,6 Milliarden Jahren. Man geht heute allgemein davon aus, dass sie während der ersten 100 Millionen Jahre einem intensiven Bombardement von Meteoriten ausgesetzt war. Heute ist nur noch ein geringer Beschuss zu verzeichnen. Die meisten der Meteore werden von Objekten kleiner als 1 cm hervorgerufen. Im Gegensatz zum Mond sind auf der Erde die meisten Einschlagkrater durch geologische Prozesse wieder ausgelöscht worden. Durch die kinetische Energie der Impakte während des schweren Bombardements und durch die Wärmeproduktion des radioaktiven Zerfalls erhitzte sich die junge Erde, bis sie größtenteils aufgeschmolzen war. In der Folge kam es zu einer gravitativen Differenzierung des Erdkörpers in einen Erdkern und einen Erdmantel. Die schwersten Elemente, vor allem Eisen, sanken in die Richtung des Schwerpunkts des Planeten, während leichte Elemente, vor allem Sauerstoff, Silizium und Aluminium nach oben stiegen. Aus diesen Elementen bildeten sich hauptsächlich silikatische Minerale, aus denen auch die Gesteine der Erdkruste bestehen. Aufgrund ihres vorwiegenden Aufbaus aus Eisen und Silikaten hat die Erde wie alle terrestrischen Planeten eine recht hohe mittlere Dichte von 5,515 g/cm3. Die Erde hat, wie alle Planeten, durch die Eigengravitation ihrer großen Masse annähernd die Form einer Kugel. Durch die Fliehkräfte ihrer ziemlich schnellen Rotation ist sie an den Polen geringfügig abgeplattet. Der Äquatorumfang ist dadurch mit 40.075,004 km um 67,183 km bzw. um 0,17 % größer als der Polumfang mit 39.940,638 km. Der Poldurchmesser ist mit 12.713,500 km dementsprechend um 42,77 km bzw. um 0,34 % kleiner als der Äquatordurchmesser mit 12.756,270 km. Solch ein geometrisches Verhältnis ist das eines Ellipsoids. Der Meeresspiegel (das Geoid) weicht davon nochmals um ± 100 Meter ab. Die Unterschiede im Umfang tragen mit dazu bei, dass es keinen eindeutig höchsten Berg auf der Erde gibt. Nach der Höhe über dem Meeresspiegel ist es der Mt. Everest im Himalaya und nach dem Abstand des Gipfels vom Erdmittelpunkt der auf dem Äquatorwulst stehende Vulkanberg Chimborazo in den Anden. Von der jeweils eigenen Basis an gemessen ist der Mauna Kea auf der vom pazifischen Meeresboden aufragenden großen vulkanischen Hawaii-Insel am höchsten. Wie die meisten festen Planeten und fast alle größeren Monde, z. B. der Erdmond, weist auch die Erde eine deutliche Dichotomie ihrer Oberfläche auf, d. h. eine Zweiteilung in unterschiedlich ausgeprägte Halbkugeln. Die Oberfläche der Erde unterteilt sich in eine Landhemisphäre und eine Wasserhemisphäre. Die Wasserfläche hat in der gegenwärtigen geologischen Epoche einen Gesamtanteil von 70,7 %. Die von der Landfläche umfassten 29,3 % entfallen hauptsächlich auf sieben Kontinente; der Größe nach: Asien, Afrika, Nordamerika, Südamerika, Antarktika, Europa und Australien. Wobei Europa als große westliche Halbinsel Asiens im Rahmen der Plattentektonik wahrscheinlich nie eine selbstständige Einheit gewesen ist. Die kategorische Grenzziehung zwischen Australien als kleinstem Erdteil und Grönland als größter Insel wurde nur rein konventionell festgelegt. Die Fläche des Weltmeeres wird im Allgemeinen in drei Ozeane einschließlich der Nebenmeere unterteilt: In den Pazifik, den Atlantik und den Indik. Die tiefste Stelle, das Witjastief 1 im Marianengraben, liegt 11.034 m unter dem Meeresspiegel. Nach seismischen Messungen ist die Erde hauptsächlich aus drei Schalen aufgebaut: Aus dem Erdkern, dem Erdmantel und der Erdkruste. Diese Schalen sind durch seismische Diskontinuitätsflächen (Unstetigkeitsflächen) voneinander abgegrenzt. Die Erdkruste und der oberste Teil des oberen Mantels bilden zusammen die so genannte Lithosphäre. Sie ist zwischen 50 und 100 km dick und zergliedert sich in große und kleinere tektonische Einheiten, die Platten. Die größten Platten entsprechen in ihrer Anzahl und Ordnung in etwa jener der von ihnen getragenen Kontinente, mit Ausnahme der pazifischen Platte. All diese Schollen bewegen sich gemäß der Plattentektonik relativ zueinander auf den teils aufgeschmolzenen, zähflüssigen Gesteinen des oberen Mantels, der 100 bis 150 km mächtigen Asthenosphäre. Der innere Erdkern ist fest, der äußere geschmolzen und gut 4.000 °C heiß. Ein dreidimensionales Modell der Erde wird, wie alle verkleinerten Nachbildungen von Weltkörpern, Globus genannt.

Atmosphäre

Hauptartikel: Erdatmosphäre Die Erde besitzt eine etwa 640 km hohe Atmosphäre. Deren Masse beträgt 5,13 x 1018 kg und macht somit knapp ein Millionstel der Erdmasse aus. Der mittlere Luftdruck auf dem Niveau des Meeresspiegels ist 1.013 hPa groß; bei einer mittleren Luftdichte von 1,293 kg/m3. In den bodennahen Schichten besteht die Lufthülle im Wesentlichen aus 78 % Stickstoff, 21 % Sauerstoff und 1 % Edelgasen. Dazu kommt ein wechselnder Anteil an Wasserdampf (0 – 5 %), der das Wettergeschehen bestimmt. Die auf der Erde gemessenen Temperaturextreme betragen –89,6 °C (gemessen am 21. Juli 1983 in der Wostok-Station in der Antarktis auf 3.420 Metern Höhe, was einer Temperatur von –60 °C auf Meereshöhe entspräche) und +58 °C (gemessen am 13. September 1922 in Al 'Aziziyah in Libyen auf 111 Metern Höhe). Die mittlere Temperatur in Bodennähe beträgt 15 °C; die Schallgeschwindigkeit bei dieser Temperatur beträgt in der Luft am Meeresniveau etwa 340 m/s. Die Erdatmosphäre streut den kurzwelligen, blauen Spektralanteil des Sonnenlichts etwa fünfmal stärker als den langwelligen, roten und bedingt dadurch bei hohem Sonnenstand die Blaufärbung des Himmels. Dass die Oberfläche der Meere und Ozeane vom Weltall aus gesehen blau erscheinen, weswegen die Erde seit dem Beginn der Raumfahrt auch der Blaue Planet genannt wird, ist jedoch auf die stärkere Absorption roten Lichtes im Wasser selbst zurückzuführen. Die Spiegelung des blauen Himmels an der Wasseroberfläche ist dabei nur von nebensächlicher Bedeutung.

Globaler Energiehaushalt

Der Energiehaushalt der Erde wird im Wesentlichen durch die Einstrahlung der Sonne und die Ausstrahlung der Erdoberfläche bzw. Atmosphäre bestimmt, also durch den Strahlungshaushalt der Erde. Der sonstige vorwiegend durch radioaktive Zerfälle erzeugte Energiebeitrag beträgt nur etwa 0,1 %. Die Albedo der Erde beträgt im Mittel 0,367, wobei ein wesentlicher Anteil auf die Wolken der Erdatmosphäre zurückzuführen ist. Dies führt zu einer globalen effektiven Temperatur von 246 K (-27 °C). Die Durchschnittstemperatur am Boden liegt jedoch durch einen starken atmosphärischen Treibhauseffekt bzw. Gegenstrahlung bei etwa 288 K (15 °C), wobei die Treibhausgase Wasser und Kohlendioxid den Hauptbeitrag liefern.

Herkunft des irdischen Wassers

Hauptartikel: Herkunft des irdischen Wassers Die Herkunft des Wassers auf der Erde, insbesondere die Frage, warum auf der Erde deutlich mehr Wasser vorkommt als auf den anderen erdähnlichen Planeten, ist bis heute nicht befriedigend geklärt. Ein Teil des Wassers dürfte durch das Ausgasen der Magma entstanden sein, also letztlich aus dem Erdinneren stammen. Ob dadurch aber die Menge an Wasser erklärt werden kann, ist fragwürdig. Weitere große Anteile könnten aber auch durch Einschläge von Kometen, transneptunischen Objekten oder wasserreichen Asteroiden (Protoplaneten) aus den äußeren Bereichen des Asteroidengürtels auf die Erde gekommen sein. Messungen des Isotopenverhältnisses von Deuterium zu Protium (D/H-Verhältnis) deuten dabei eher auf Asteroiden hin, da in Wassereinschlüssen in kohligen Chondriten ähnliche Verhältnisse gefunden wurden wie in ozeanischem Wasser, wohingegen bisherige Messungen dieses Isotopen-Verhältnisses an Kometen und transneptunischen Objekten nur schlecht mit irdischem Wasser übereinstimmten.

Himmelsmechanik

Umlaufbahn

Der mittlere Abstand des Zentrums der Erde vom Zentrum der Sonne ist die große Bahnhalbachse und beträgt etwa 149.597.870 km. Ursprünglich wurde dieser Abstand der Definition der Astronomische Einheit (AE) zugrunde gelegt, die als astronomische Längeneinheit hauptsächlich für Entfernungsangaben innerhalb des Sonnensystems verwendet wird. Der sonnennächster Punkt der Erde, das Perihel, liegt bei 0,983 AE AE und sein sonnenfernster Punkt, das Aphel, bei 1,017 AE. Sie läuft also auf einer elliptischen Umlaufbahn mit einer Exzentrizität von 0,0167 um die Sonne. Für einen Umlauf um die Sonne benötigt sie 365 d 6 h 9 min 9,54 s, diese Zeitspanne wird auch als Siderischen Jahres bezeichnet. Die Bahnebene der Erde wird als Ekliptik bezeichnet.

Mond

Hauptartikel: Mond Die Erde wird von einem Mond umkreist. Dieser ist im Vergleich zur Erde deutlich größer als es bei den anderen Planeten mit Ausnahme des Pluto/Charon-Systems der Fall ist. Der große Mond ist verantwortlich für die Stabilität der Schiefe der Ekliptik der Erde und damit auch für die guten Bedingungen zum Entstehen von Leben auf der Erde.

Rotation und Gezeiten

Die Erde rotiert einmal in 23 h 56 min 4,09 s um ihre eigene Achse. Analog zum siderischen Jahr wird diese Zeitspanne als ein Siderischer Tag bezeichnet. Aufgrund der Bahnbewegung der Erde entlang ihrer Umlaufbahn und der daraus resultierenden leicht unterschiedlichen Position der Sonne an nacheinander folgenden Tagen ist ein Sonnentag, der als die Zeitspanne zwischen zwei Sonnenhöchstständen (Mittag) definiert ist, etwas größer als ein Siderischer Tag und wird nach Definition in 24 Stunden eingeteilt. Aufgrund der Neigung der Rotationsachse der Erde von 23,44° gegen die Ekliptik werden die Nord- und die Südhalbkugel der Erde an verschiedenen Punkten ihrer Umlaufbahn um die Sonne unterschiedlich beleuchtet, was zu den das Klima der Erde prägenden Jahreszeiten führt. Jahreszeiten Der Mond verursacht auf der Erde Gezeiten. Ebbe und Flut in den Meeren und im Erdmantel bremsen die Erdrotation und verlängern dadurch gegenwärtig die Tage um etwa 20 Mikrosekunden pro Jahr. Die Gezeiten wirken sich auch auf die Landmassen aus, die sich um etwa einen halben Meter heben und senken.
Die Rotationsenergie der Erde wird dabei in Wärme umgewandelt. Der Drehimpuls wird auf den Mond übertragen, dessen Bahn sich dadurch um etwa 4 Zentimeter pro Jahr von der Erde entfernt. Dieser schon lange vermutete Effekt ist seit etwa 1995 durch Laser-Distanzmessungen abgesichert. Die zunehmende Tageslänge kann geologisch anhand von Wachstumsringen in fossilen Korallen nachgewiesen werden. Man findet in diesen Sedimenten eine Spur für jeden Tag, und eine jährliche Regelmäßigkeit, aus der sich die Anzahl der Tage im damaligen Jahr bestimmen lässt. In der Vergangenheit zeigt sich die Zunahme der Tageslänge anhand überlieferter Sonnenfinsternisse, die bei gleich bleibender Tageslänge an einem anderen Ort auf der Erde sichtbar gewesen wären. Extrapoliert man diese Abbremsung in die Zukunft, wird auch die Erde einmal dem Mond immer die gleiche Seite zuwenden, wobei ein Tag auf der Erde dann 47 Mal so lang wäre wie heute. Damit unterliegt die Erde dem gleichen Effekt, der in der Vergangenheit schon zur gebundenen Rotation des Mondes geführt hat. Zu dem Zeitpunkt, an dem diese Korotation eintreten wird, wird das Wechselspiel der Gezeiten beendet sein. Die Flutberge verbleiben dann immer an einem Ort auf der Verbindungslinie Erde-Mond und es wird zu einer dauerhaften Verformung des Erdkörpers kommen, ähnlich dem des Mondes. Diese Überlegungen kann man allerdings als hypothetisch betrachten, da zum einen die Stabilität der Erdrotation nicht gewährleistet ist. Zum anderen wird sich durch den Übergang der Sonne zu einem weißen Zwerg auch das gesamte Sonnensystem verändert haben.

Leben und Klima

weißen Zwerg Die Erde ist bisher der einzige Planet, auf dem Leben bzw. eine Biosphäre nachweisbar ist. Nach dem gegenwärtigen Stand der Forschung begann das Leben auf der Erde möglicherweise innerhalb eines relativ kurzen Zeitraums, gleich nach dem Ausklingen eines schweren Bombardements großer Asteroiden, dem die Erde nach ihrer Entstehung vor ca. 4,6 Milliarden Jahren bis etwa vor 3,9 Milliarden Jahren als letzte Phase der Bildung des Planetensystems ausgesetzt war. Nach dieser Zeit hat sich eine stabile Erdkruste ausgebildet und soweit abgekühlt, dass sich Wasser auf ihr sammeln konnte. Die ältesten direkten, allerdings umstrittenen Hinweise auf Leben, die als versteinerte Cyanobakterien gedeutet werden, sind 3,5 Milliarden Jahre alt und wurden in Gesteinen der Warrawoona-Gruppe im Nordwesten Australiens gefunden. In 3,85 Milliarden Jahre altem Sedimentgestein aus der Isua-Region im Südwesten Grönlands wurden in den Verhältnissen von Kohlenstoffisotopen Anomalien entdeckt, die auf biologischen Stoffwechsel hindeuten könnten; bei dem Gestein kann es sich aber auch statt um Sedimente lediglich um ein stark verändertes Ergussgestein ohne derartige Bedeutung handeln. Die ältesten und eindeutigen Lebensspuren auf der Erde sind 1,9 Milliarden Jahre alte fossile Bakterien aus der Gunflint-Formation in Ontario. Die chemische wie die biologische Evolution sind untrennbar mit der Klimageschichte verknüpft. Das Leben wird in seiner Entwicklung von den herrschenden Bedingungen geprägt und hat seinerseits Einfluss auf die Entwicklung und das Erscheinungsbild der Erde. Durch den Stoffwechsel des pflanzlichen Lebens bzw. durch die Photosynthese wurde die Erdatmosphäre mit molekularem Sauerstoff angereichert und bekam ihren oxidierenden Charakter. Zudem wurde die Albedo und damit die Energiebilanz durch die Pflanzendecke merklich verändert.

Klimazonen

Die Erde wird anhand unterschiedlich intensiver Sonneneinstrahlung in Klimazonen eingeteilt, die sich vom Nordpol zum Äquator erstrecken – und auf der Südhalbkugel spiegelbildlich verlaufen. Die jahreszeitlichen Temperaturschwankungen sind umso stärker, je weiter die Klimazone vom Äquator und vom nächsten Ozean entfernt liegt.

Polarzone

Unter den Polargebieten versteht man zum einen die Region innerhalb des nördlichen Polarkreises, die Arktis, sowie den Kontinent der Antarktis auf der Südhalbkugel der Erde. Besonderes Kennzeichen der Polarregionen sind neben dem kalten Klima mit viel Schnee und Eis der bis zu einem halben Jahr dauernde Polartag mit der Mitternachtssonne bzw. die Polarnacht, aber auch die Polarlichter.

Gemäßigte Zone

Die gemäßigte Klimazone erstreckt sich vom Polarkreis bis zum vierzigsten Breitengrad und wird in eine kalt-, kühl- und warmgemäßigte Zone eingeteilt. Diese Zone weist einen großen Unterschied zwischen den Jahreszeiten auf, der in Richtung der Erdmitte jedoch etwas abnimmt. Ein weiteres Merkmal sind die Unterschiede zwischen Tag und Nacht, die je nach Jahreszeit stark variieren. Diese Unterschiede nehmen, je näher man dem Pol kommt, immer mehr zu. Die Vegetation wird durch Nadel-, Misch- und Laubwälder geprägt, wobei die Nadelwälder in Richtung Äquator immer weniger werden.

Subtropen

Die Subtropen liegen in der geographischen Breite zwischen den Tropen in Äquatorrichtung und den gemäßigten Zonen in Richtung der Pole, ungefähr zwischen 25°-40° nördlicher und südlicher Breite. Diese Gebiete haben typischerweise tropische Sommer und nicht-tropische Winter. Man kann sie unterteilen in trockene, winterfeuchte, sommerfeuchte und immerfeuchte Subtropen. Eine weit verbreitete Definition definiert das Klima dort als subtropisch, wo die Mitteltemperatur im Jahr über 20 Grad Celsius liegt, die Mitteltemperatur des kältesten Monats jedoch unter der Marke von 20 Grad bleibt. Die Unterschiede zwischen Tag und Nacht fallen relativ gering aus. Die Vegetation reicht von der Artenvielfalt, wie sie z.B. im Mittelmeer auftritt, über die Vegetation der trockenen Savanne bis hin zur kargen oder auch völlig fehlenden Vegetation in Wüsten wie der Sahara.

Tropen

Die Tropen befinden sich zwischen dem nördlichen und südlichen Wendekreis. Die Tropen können in die wechselfeuchten und immerfeuchten Tropen unterschieden werden. In den Tropen sind Tag und Nacht immer gleichlang (jeweils 12 Stunden). Jahreszeiten gibt es als Solches nur in den wechselfeuchten Tropen und lassen sich nur in eine Trocken- und Regenzeit unterscheiden. Typisch für die wechselfeuchten Tropen sind die Feuchtsavannen, die sich nördlich und südlich der großen Regenwälder befinden. Sie zeichnen sich durch ihre weiten Grasländer aus. Beispiele sind die afrikanische Savanne und der Bantanal in Südbrasilien und Paraguay. Für die immerfeuchten Tropen, die sich rund um den Äquator befinden, sind die großen, sehr artenreichen Regenwälder, wie z.B. der Amazonas typisch.

Jahreszeiten

Die Jahreszeiten werden in erster Linie von der Einstrahlung der Sonne verursacht und sind in der gemäßigten Zone am stärksten ausgeprägt. Die Unterschiede entstehen durch die Neigung der Erde. Dies hat zur Folge, dass die Sonne zwischen dem nördlichen und südlichen Wendekreis hin- und herwandert (daher auch der Name). Dadurch entstehen auch neben den unterschiedlichen Einstrahlungen auch die Unterschiede zwischen Tag und Nacht. Die Wanderung erfolgt im Jahresrhythmus wie folgt:
- 21. Dezember (Wintersonnenwende): Die Sonne befindet sich auf dem südlichen Wendekreis bzw. auf dem Kreis des Steinbocks. Auf der Nordhalbkugel ist nun der kürzeste und auf der Südhalbkugel der längste Tag des Jahres. Durch die nun folgende geringe Einstrahlung der Sonne auf die Nordhalbkugel beginnt nun der Winter. Am Nordpol beginnt die Polarnacht und am Südpol der Polartag.
- 19. bis 21. März: Tagundnachtgleiche auf nördlicher und südlicher Halbkugel: Frühlingsbeginn im Norden und Herbstbeginn im Süden.
- 21. Juni (Sommersonnenwende): Längster Tag im Norden und kürzester Tag im Süden. Am Nordpol beginnt der Polartag und am Südpol die Polarnacht. Auf der Nordhalbkugel beginnt nun der astronomische Sommer und auf der Südhalbkugel der astronomische Winter. Die Sonne befindet sich am nördlichen Wendekreis (Kreis des Krebses).
- 22. oder 23. September: Tagundnachtgleiche: Im Norden beginnt der Herbst, im Süden der Frühling. Die Sonne ist auf Höhe des Äquators. Zwischen den beiden Wendekreisen, wo sich die Tropen befinden gibt es kaum Unterschiede zwischen den Jahreszeiten, da die Sonne dort immer im Zenit steht.

Einfluss des Menschen

Die ersten Menschen lebten als Jäger und Sammler. Mit der Neolithischen Revolution begannen im Vorderen Orient (11.), in China (8.) und im mexikanischen Tiefland (6. Jahrtausend vor Christus) Ackerbau und Viehzucht. Die Kulturpflanzen verdrängten die natürliche Pflanzenwelt. Im Zuge der Industrialisierung wurden weiträumige Landflächen in Industrie- und Verkehrsfläche umgewandelt. Die Wechselwirkungen zwischen Lebewesen und Klima haben heute durch den zunehmenden Einfluss des Menschen eine neue Quantität erreicht. Während im Jahr 1920 circa 1,8 Milliarden Menschen die Erde bevölkerten, wuchs die Weltbevölkerung bis zum Jahr 2000 auf 6,1 Milliarden an. In den Entwicklungsländern ist für die absehbare Zukunft weiterhin ein starkes Bevölkerungswachstum zu erwarten, während in vielen hoch entwickelten Ländern die Bevölkerung stagniert oder nur sehr langsam zunimmt, deren industrieller Einfluss auf die Natur aber weiterhin wächst. Siehe auch: Klimazonen

Siehe auch


- Liste aller Länder und Staaten der Erde
- Biosphäre 2
- Magnetismus
- Jahreszeiten
- Satellit
- Geowissenschaften
- Envisat (ESA-Umweltsatellit)
- Merkurtransit, Venustransit
- Die Erde in Daten und Zahlen
- Nasa World Wind (Computerprogramm)
- Google Earth (Computerprogramm)

Literatur


- David Oldroyd: Die Biographie der Erde. Zweitausendeins 1998. ISBN 3-86150-285-2
- J. D. Macdougall: Eine kurze Geschichte der Erde. Econ Taschenbuchverlag 2000. ISBN 3-612-26673-X
- Cesare Emilliani: Planet Earth. Cosmology, Geology, and the Evolution of Live and Environment. Cambridge University Press 1992.

Weblinks


- [http://www.uni-muenster.de/MineralogieMuseum/vulkane/Vulkan-3.htm Bau der Erde und Vulkanismus]
- [http://www.raumfahrer.net/planeterde Raumfahrer.net Sonderseite: Planet Erde]
- [http://www.kowoma.de/gps/geo/mapdatum.htm Ellipsoide, Geoide und topografische Oberflächen]
- [http://home.arcor.de/m.panitzki/html/navigation/index_navigation.htm Ellipsoide, Geoide und topografische Oberflächen II]
- Real Video (Aus der Fernsehsendung Alpha Centauri):
  - [http://www.br-online.de/cgi-bin/ravi?v=alpha/centauri/v/&g2=1&f=050202.rm Wie schnell entstand die Erde?]
  - [http://www.br-online.de/cgi-bin/ravi?v=alpha/centauri/v/&f=020414.rm Warum ist die Erde warm?]
  - [http://www.br-online.de/cgi-bin/ravi?v=alpha/centauri/v/&f=010204.rm&g2=1 Wie alt ist die Erde?] Kategorie:Erde ja:地球 ko:지구 ms:Bumi simple:Earth th:โลก zh-min-nan:Tē-kiû

Arktis

Die Arktis ist die Region innerhalb des nördlichen Polarkreises am Nordpol der Erde. Sie umfasst Teile von Russland, Alaska (USA), Kanada, Grönland, Lappland (Norwegen, Schweden, Finnland) und Spitzbergen (Norwegen) sowie den zu großen Teilen von Eis bedeckten Arktischen Ozean (Nordpolarmeer). Die Bezeichnung "Arktis" leitet sich her aus dem griechischen Wort árktos für Bär, und bedeutet so viel wie "Land unter dem (Sternbild des) Großen Bären". Im Gegensatz zur Antarktis ist die Arktis nicht, wie oft angenommen wird, ein Kontinent, sondern der bis über 5.000 Meter tiefe Arktische Ozean, da sich unter dem Eis der Arktis keine Landmasse befindet. Bezüglich der Uhrzeit gelten in der Arktis, im Gegensatz zur Antarktis, keine speziellen Regelungen. Es ist deshalb möglich, am geographischen Nordpol bei einer Umkreisung alle Zeitzonen in kürzester Zeit zu durchschreiten.

Nördlicher Polarkreis

Der nördliche Polarkreis ist einer der fünf wichtigen Breitengrade, die die Erde einteilen. Alles nördlich dieses Polarkreises gehört zur Arktis. Es ist der Breitengrad 66,5° nördlich vom Äquator. Innerhalb des Polarkreises geht zur Sommersonnenwende die Sonne für mindestens 24 Stunden nicht unter, das heißt sie bleibt oberhalb des Horizonts sichtbar. Daher wird die Arktis auch das Land der Mitternachtssonne genannt. Zur Wintersonnenwende geht die Sonne in Gegenzug für mindestens 24 Stunden nicht auf, das heißt sie bleibt unsichtbar unterhalb des Horizonts. Wintersonnenwende

Bevölkerung

In der Arktis leben gegenwärtig etwa zwei Millionen Menschen. Zu den Polarvölkern zählen Inuit, Nenzen, Jakuten, Saami, Athapasken, Ewenken und Tschuktschen. Zudem leben in der Arktis zahlreiche Skandinavier, Russen und Nordamerikaner. Der typische Bewohner aus dem Tierreich ist der Eisbär, so, wie es in der Antarktis der Pinguin ist. Zum Schutz der Umwelt und der Ureinwohner in der Arktis wurde 1996 der Arktische Rat gegründet.

Die Arktis in der Urzeit

Im Nordpolarmeer herrschten vor 55 Millionen Jahren subtropische Wassertemperaturen. In Bohrkernen wurden Reste von Süßwasserpflanzen entdeckt, die unter anderem in Reiskulturen vorkommen. Dies deutet darauf hin, dass die gesamte Arktis vor mehr als 50 Millionen Jahren ein abgeschlossener gigantischer Süßwassersee war. Andere Funde zeugten von heftigen biologischen Umwälzungen und vom plötzlichen Aussterben vieler Organismen.

Historischer Irrtum

Heute ist bekannt, dass die Eiskappe der Arktis ein unwirtlicher Ort ist. Anfang des 19. Jhds. entwickelte der Amerikaner John Cleve Symmes eine Theorie, nach der die Pole der Erde Öffnungen ins Erdinnere darstellen. Um zu diesen unbekannten Welten vorzudringen, müssten die Pole erobert werden. Jules Verne hat wohl in seiner Geschichte Reise zum Mittelpunkt der Erde diese Theorie noch am Ende des 19. Jhds. kolportiert, obwohl in diesem Buch der Eingang in das Innere der Erde nach Island (und somit an einen Ort südlich des Polarkreises und 2700 km südlich des Nordpols) gelegt wird. Die Symmes'sche Theorie wurde aber schon in den 30er Jahren des 19. Jhds. nicht mehr akzeptiert. Eine weitere Theorie, nach der nördlich des Eisgürtels wieder eisfreies und schiffbares Meer existiere, wurde so populär, dass von verschiedenen Nationen, vorwiegend USA und England, immer wieder Expeditionen zum Erreichen des Nordpols entsandt wurden. Diese drangen vorwiegend über die Baffinbucht westlich von Grönland nach Norden vor und sollten das eisfreie Meer finden. Erst in den 1880er Jahren begann man an dieser Theorie zu zweifeln.

Literatur

Blümel, W.D. (1999): Physische Geographie der Polargebiete. – 239 S., Stuttgart. Vom 9.-12. Mai 1926 erreichen die US-amerikanischen Marineflieger Byrd und Bennett mit dem Flugzeug, vor Amundsen und Nobile im Luftschiff "NORGE" den Nordpol.

Weblinks


- [http://www.wissenschaft.ag/Arktis.php4 Arktis-Newsletter]
- [http://www.wissenschaft.ag/Arktis.php4?tvsearch=Arktis Arktis im Fernsehen]
- [http://www.arctic.noaa.gov Arctic Theme Pages] Kategorie:Arktis Kategorie:Region ja:北極 ko:북극 simple:Arctic

Autonomie

Als eine Autonomie (von (alt)griechisch αυτονομία, (αὐτονομία) autonomía = sich selbst Gesetze gebend, selbstständig) bezeichnet man je nach Fachbereich oder Zusammenhang "Selbstständigkeit", "Unabhängigkeit", "Selbstverwaltung" oder "Entscheidungsfreiheit". Max Webers Definition lautet wie folgt: Autonomie bedeutet, daß nicht, wie bei Heteronomie, die Ordnung des Verbands durch Außenstehende gesatzt wird, sondern durch Verbandsgenossen kraft dieser ihrer Qualität (gleichviel wie sie im übrigen erfolgt). (Wirtschaft und Gesellschaft, Teil 1, Kap. 1, § 12) Besondere Bedeutung hat die Autonomie in der Privat- und Tarifautonomie.

Politologie

Volle Autonomie

Staaten oder Gebiete werden als autonom angesehen, wenn sie sich außenpolitisch von anderen Staaten vertreten lassen, nach innen aber selbstständig sind. Dies sind oft Gebiete innerhalb von Staaten, in denen starke Minderheiten leben:
- Südtirol (zu Italien; Zweites Autonomiestatut von 1972)
- Gagausien (zu Moldawien)
- Autonome Republik Nachitschewan (zu Aserbaidschan)
- Karakalpakistan (zu Usbekistan)
- Färöer und Grönland (zu Dänemark)
- viele Republiken der Russischen Föderation (siehe auch Verwaltungsgliederung Russlands)
- teilweise ehemalige Kolonien, z. B. die des Vereinigten Königreiches und Frankreichs

Teilautonomie

Bestimmte Verwaltungseinheiten eines Staates haben gewisse Kompetenzbereiche, in denen sie frei über ihre Belange entscheiden dürfen. Beispiel: Das französische Département Elsaß hat eine Teilautonomie im ansonsten zentralisierten Bildungswesen (Ausmaß und Gestaltung des Deutschunterrichts, Ausmaß der Benutzung der deutschen Sprache im Unterricht).

Eingeschränkte Autonomie

Eine Verwaltungseinheit eines Staates, z. B. Bundesstaat, kann in bestimmten Kompetenzbereichen vollständig unabhängig über seine eigenen Belange entscheiden. Beispiel: Die Kantone der Schweiz haben Entscheidungsfreiheit in allen Bereichen, die nicht ausdrücklich an die Eidgenossenschaft delegiert wurden (Bildungswesen, innere Sicherheit, Sozialwesen, Gesundheitswesen), und solange die Entscheidungen nicht der Bundesverfassung widersprechen.

Autonomie als Protest

Der Begriff „Autonomie“ zur Kennzeichnung einer politischen oder kulturellen Protesthaltung kam in den 70er Jahren zunächst in Italien auf. Gemeint war, den herrschenden Werten und Regeln in Form einer „zweiten Gesellschaft“ entgegenzutreten, und diese gegen die Mehrheitsgesellschaft durchzusetzen. Konflikte mit dem staatlichen Gewaltmonopol, die sich aus diesem Konzept ergaben, führten zur Militarisierung von Teilen der Protestbewegung, die in Deutschland seit den frühen 80er Jahren als „Autonome“ bekannt wurden.

Philosophie

Siehe Autonomie (Philosophie)

Siehe auch


- Autarkie
- Emanzipation
- Souveränität
- Heteronomie
- Autokephalie
- Autonome Kategorie:Politische Geographie Kategorie:Herrschaftssoziologie

Dänemark

Das Königreich Dänemark (dänisch Kongeriget Danmark) ist ein Staat, dessen Mutterland zwischen Skandinavien und Mitteleuropa etwa 43.000 km² Fläche umfasst, von denen ungefähr ein Drittel auf die insgesamt 406 Inseln entfällt. Die größten Inseln sind Seeland (etwa 7.000 km²), Vendsyssel-Thy (Nordjütland) (4.685 km²) und Fünen (etwa 3.000 km²). Aufgrund seiner Inseln und der zerklüfteten Buchten verfügt das flächenmäßig kleine Land über eine enorme Küstenlänge von 7.314 km. Dänemark ist ein ausgesprochen flaches Land, mit zahlreichen Moränenhügeln im Landesinneren, die der Landschaft eine leicht wellige Kontur geben. Der höchste Punkt Dänemarks erreicht gerade mal 173 Meter über N.N. Dänemark grenzt an Deutschland, die Nordsee, das Skagerrak, das Kattegat und die Ostsee. Neben dem beschriebenen Mutterland gehören zum Königreich Dänemark und der NATO, jedoch nicht zur EU, die weitgehend autonomen Gebiete Grönland und die Färöer.

Geographie

Färöer Die Halbinsel Jütland bildet das dänische Festland. Sie erstreckt sich etwa 300 km weit von der deutschen Grenze nach Norden. Dünen, Haffs und Sandbänke schützen die dänische Westküste vor den schweren Nordseestürmen. Die 406 Inseln liegen in der Ostsee, an die auch Jütlands östliches Flachland grenzt. Nur 80 dieser Inseln sind bewohnt. Dänemark erhebt sich im Durchschnitt nur 30 Meter über den Meeresspiegel. Die höchste Erhebung Dänemarks ist der 173 m hohe Endmoränenzug Yding Skovhøj bei Skanderborg auf Jütland. Die Gletscher der Eiszeiten formten die dänische Landschaft. Ein Endmoränengürtel trennt Ost- und Westjütland. Das größte Haff, der Limfjord, durchschneidet Jütland, das nördlich im sandigen nach Schweden zeigenden Kap Skagen ausläuft. Östlich von Jütland, abgetrennt durch den kleinen Belt liegt die Insel Fünen, der sich südöstlich die kleinere Insel Langeland anschließt. Jenseits des Großen Belts liegt die Insel Seeland, an deren Ostküste sich die dänische Hauptstadt Kopenhagen befindet. Weitab im Osten liegt die Granitinsel Bornholm. In Grönland leben mehr als 55.000 Menschen, davon 48.000 Inuit. Die grönländische Hauptstadt ist Nuuk. Seit 1380 war Grönland dänische Kolonie, seit 1953 Teil Dänemarks. Die Färöer (Hauptstadt: Torshavn, Fläche: 1.399 Quadratkilometer, 44.800 Einwohner) waren von 1035 bis 1814 norwegisch. Für das milde, gemäßigte Klima ist in erster Linie der Golfstrom verantwortlich. Das Klima Dänemarks ist von seiner nördlichen Lage (Nähe zu durchziehenden Tiefdruckgebieten) und vom Golfstrom geprägt: Oft weht ein mäßiger bis starker Wind, vorzugsweise aus westlichen Richtungen, die Sommer sind für mitteleuropäische Verhältnisse kühl, die Winter mild, das ganze Jahr über fällt ausreichend Niederschlag. Die Aufforstung mit Nadelgehölzen hat die ursprünglichen Laubwälder verdrängt. Die meisten Anpflanzungen dienen dem Windschutz und dadurch der Verhinderung des Sandflugs an der Nordsee. Abgesehen vom Rotwild haben sich in den Wäldern kaum größere Wildtiere erhalten. Im Gegensatz dazu gibt es eine artenreiche Vogelwelt. Umweltverschmutzung ist die Hauptursache für Schädigungen der Tierwelt in Binnen- und Küstengewässern. In Dänemark sind die Rohstoffe Erdöl, Erdgas, Fisch, Salz und Kalkstein zu finden. Siehe auch: Liste dänischer Inseln, Städte in Dänemark, Liste deutscher Bezeichnungen dänischer Orte

Bevölkerung

Sprache

Die Amtssprache Dänemarks ist Dänisch, in Sønderjylland (Nordschleswig) auch Deutsch, auf den Färöern Färöisch und in Grönland Grönländisch. Außerdem leben im Süden Dänemarks etwa 80.000 deutschsprachige Dänen. Dänisch ist eine nordgermanische Sprache. Der dänische Wortschatz enthält viele niederdeutsche Lehnwörter. Niederdeutsch war die traditionelle lingua franca des Nordens und der Hanse, zeitweise auch die Sprache der dänischen Könige und des Hofes. Heute ist Englisch die wichtigste Fremdsprache in Dänemark, aber auch das Deutsche und Französische haben noch immer einen nicht unerheblichen Einfluss. Die Mehrheit der Schüler lernt Deutsch.

Religion

Die große Mehrheit der Dänen gehört zur staatlich verankerten evangelisch-lutherischen "Folkekirke" (Volkskirche), die in der Reformationszeit bruchlos und unter Beibehaltung vieler Traditionen und Zeremonien aus den katholischen Bistümern des Landes entstand.
Katholiken (Bistum Kopenhagen) (35 000 [0,6 %]) und Muslime sowie Angehörige anderer religiöser Minderheiten sind größtenteils Immigranten.

Geschichte

Hauptartikel: Geschichte Dänemarks Geschichte Dänemarks Dänemark wurde um 980 von Harald Blauzahn erstmals geeint. Bis weit in das 11. Jahrhundert wurden die Dänen als Wikinger bezeichnet, welche in ganz Europa Kolonien gründeten und Handel trieben, aber auch ganze Länder und Landstriche plünderten und Kriege führten. Mehrmals in der Geschichte kontrollierte Dänemark England, Norwegen, Schweden und weite Teile der Ostseeküsten und Norddeutschlands. Schonen (ein Teil des heutigen Schwedens) war beispielsweise lange Zeit Teil Dänemarks und ging erst 1658 an Schweden. Die dänisch-norwegische Personalunion löste sich durch den Frieden von Kiel 1814 auf, als Norwegen an Schweden fiel (bis 1905). Grönland, Island (bis 1944) und die Färöer verblieben ebenso bei Dänemark wie Dänisch-Westindien (bis 1917). Siehe auch: Dänische Kolonien. Die Dänische Nationalbewegung und die Liberalen begannen in den 1830er Jahren an Macht zu gewinnen, und nach den europäischen Revolutionen um 1848 (vergleiche Märzrevolution) etablierte sich Dänemark 1849 zu einer konstitutionellen Monarchie unter der Linie Glücksburg des Hauses Oldenburg: Es erhielt seine erste Verfassung. Eine wichtige Rolle spielte in dieser Zeit der bedeutende dänische Theologe, Pädagoge, Dichter und Politiker N.F.S. Grundtvig Nach dem Zweiten Schleswigschen Krieg 1864 war Dänemark gezwungen, Schleswig-Holstein an Preußen abzutreten. Hieran erinnert heute noch die nationale Gedenkstätte bei den Düppeler Schanzen, wo jedes Jahr am 18. April der Jahrestag der verlorenen Entscheidungsschlacht begangen wird. Diese Niederlage bewirkte tiefe Einschnitte in der Entwicklung der nationalen Identität Dänemarks, die Innenpolitik erfuhr einen Linksruck, die Außenpolitik der Nation nahm einen strikten Neutralitätskurs an, und behielt diesen bis nach dem Ersten Weltkrieg bei. Ersten Weltkrieg Nach dem Ersten Weltkrieg verschob sich die deutsch-dänische Grenze erneut, diesmal nach Süden, im Jahre 1920 wurde ihr genauer und bis heute gültiger Verlauf per Abstimmung festgelegt, Nordschleswig ging wieder an Dänemark. Als Folge der häufigen Grenzverschiebung existieren auf beiden Seiten Minderheiten der jeweils anderen Nationalität mit besonderen Rechten, auf deutscher Seite in Schleswig-Holstein zum Beispiel ist der Südschleswigsche Wählerverband (SSW) bei Landtagswahlen von der Fünf-Prozent-Klausel ausgenommen und regelmäßig im Kieler Landtag vertreten. Am 9. April 1940 wurde Dänemark von Deutschland (Operation Weserübung) besetzt und blieb bis Ende des Zweiten Weltkriegs unter deutscher Besatzung. Der Widerstand des dänischen Volkes gegen den Holocaust war vorbildlich. Als Protest gegen die Einführung des Judensterns in Dänemark heftete sich der König das Abzeichen an die Kleidung und ritt durch das Land. Im Oktober 1943 kam es zu einer beispiellosen Tat: Die Rettung der dänischen Juden durch das dänische Volk. Nach dem Krieg war Dänemark Gründungsmitglied der NATO, und wurde 1973 nach einer Volksabstimmung Mitglied der Europäischen Gemeinschaft. 1989 hat Dänemark als erstes Land der Welt zivilrechtliche Partnerschaften für Homosexuelle eingeführt. Siehe Liste der dänischen Könige

Politik

Liste der dänischen Könige Dänemark ist eine parlamentarisch-demokratische Monarchie. Das Staatsoberhaupt, das jedoch nur repräsentative Funktionen wahrnimmt, ist die Königin oder der König. Derzeitiges Staatsoberhaupt ist Königin Margrethe II. Das dänische Parlament, das Folketing, besteht aus 179 Abgeordneten, die alle vier Jahre gewählt werden. Unter den 179 befinden sich zwei aus Grönland und zwei von den Färöer-Inseln. Im Folketing sind acht Parteien vertreten:
- die Liberale Partei (Venstre)
- die Sozialdemokratische Partei (Socialdemokratiet)
- die Dänische Volkspartei (Dansk Folkeparti)
- die Konservative Volkspartei (Det Konservative Folkeparti)
- die Sozialistische Volkspartei (Socialistisk Folkeparti)
- die Sozialliberale Partei (Det Radikale Venstre)
- die Einheitsliste (Enhedslisten)
- die Christdemokratische Partei (Kristendemokraterne) Die derzeitige Regierung unter der Leitung von Anders Fogh Rasmussen besteht aus der rechtsliberalen Partei Venstre und der Konservativen Volkspartei.

Verwaltungsgliederung

Venstre Das Mutterland ist bislang in 13 Ämter und in 271 Kommunen eingegeteilt. Die 13 Ämter sind:
- Århus Amt,
- Frederiksborgs Amt,
- Fyns Amt (Fünen)
- Københavns Amt (Kopenhagen),
- Nordjyllands Amt (Nordjütland),
- Ribe Amt,
- Ringkjøbing Amt,
- Roskilde Amt,
- Sønderjyllands Amt (Südjütland),
- Storstrøms Amt,
- Vejle Amt,
- Viborg Amt und
- Vestsjællands Amt (Westseeland). Wichtige Städte sind: Århus, Aalborg, Odense, Roskilde.

Größte Kommunen

Siehe auch: Verwaltungsgliederung Dänemarks

Infrastruktur

Das dänische Schienennetz war im Jahr 2000 etwa 2.875 Kilometer lang. Neben dem staatlichen Eisenbahnunternehmen Danske Statsbaner werden speziell die Nebenstrecken häufig von Privatbahnen befahren. Das Land verfügt über vier internationale Flughäfen in Kopenhagen, Billund, Aalborg sowie Århus.

Wirtschaft

Århus Der Tourismus boomt in Dänemark seit Jahren: 1999 kamen mehr als zwei Millionen Besucher, darunter eine Million Deutsche. Die Einnahmen aus dem Tourismus betrugen in dem Jahr 3,31 Milliarden US-Dollar. siehe dazu den Artikel: Tourismus in Dänemark

Schulsystem

Die Schulbildung beginnt in Dänemark mit der neunjährigen Volksschule (Folkeskole), die mit der Abschlussprüfung FSA (Folkeskolens Afgangsprøve) endet. Eine Trennung der Schüler vor der 9. Klasse findet nicht statt, es besteht insofern eine neunjährige Gemeinschaftsschule. Nach der Abschlussprüfung, die einem anspruchsvollen Hauptschulabschluss gleichzusetzen ist, bieten sich den Schülern je nach Eignung mehrere Wege an. Zunächst gibt es die Möglichkeit, nach der 9. Klasse noch ein Jahr auf die Folkeskole zu gehen und die Erweite