Grünland (Landwirtschaft)
Grünland ist der Fachbegriff für landwirtschaftlich genutzte Flächen, auf denen Gras als Dauerkultur angebaut wird. Das Gras wird vor allem an Wiederkäuer verfüttert und bildet daher für Futterbaubetriebe häufig die hauptsächliche Grundfutterquelle.
Grünland im engeren Sinne sind Wiesen, Weiden oder Mähweiden. Es wird auch als Wirtschaftsgrünland oder von der Pflanzensoziologie als sogenannte "Fettwiesen" bzw. "Fettweiden" bezeichnet. Diese Flächen werden in der Regel mehr als zweimal im Jahr gemäht oder abgeweidet und liefern bei rechtzeitiger Nutzung gutes Futter. Diese Grünlandgesellschaften sind eine Kulturformationen, die ohne diese Bewirtschaftung im Klima Mitteleuropas nicht existieren würde.
Grünland im weiteren Sinne umfasst neben den oben genannten Flächen noch Magerwiesen und -weiden, Feuchtwiesen, Trocken- und Halbtrockenrasen, Borstgrasrasen, Zwergstrauchheiden sowie die früher noch häufigen Pfeifengras-Streuwiesen und Seggenriede, die allerdings lediglich der Streugewinnung oder der gelegentlichen Beweidung (Wanderschäferei) dienten. Diese Pflanzengesellschaften sind Halbkultur- oder Kulturformationen. Echte (natürlich entstandene) Trocken-, Halbtrocken-, Bortsgras- oder alpine Rasen sind sehr selten.
Zu Grünland im weiteren Sinne gehören aber auch Rasenflächen und Straßenbegleitgrün. Eine Mischform stellen Streuobstwiesen dar.
Definitionen nach Nutzungsweise und -häufigkeit
Nutzungshäufigkeit
Die botanische Artenzusammensetzung der Grünflächen (Gräser, Kräuter, Leguminosen) ist stark von der Stärke der Nutzung abhängig, die sich ihrerseits wieder zum Teil durch den Standort ergibt. Je häufiger die Nutzung ist, also je mehr Schnittnutzungen oder je mehr Tiere pro Fläche bei Weidenutzung es gibt, desto geringer ist die Artenzahl des Graslandes.
Kennzeichen moderner Grünlandwirtschaft
Im Vergleich zu jenen Wirtschaftsformen Anfang bis Mitte des 20. Jahrhunderts wird die heutige Grünlandwirtschaft durch folgende Merkmale geprägt:
# Übergang von einer Festmistwirtschaft zur Güllewirtschaft.
# Übergang von Dürrfutterbereitung (Heu) auf Silage.
# Früherer Nutzungszeitpunkt des ersten Aufwuchses und dadurch insgesamt mehr Nutzungen pro Jahr.
# Im Zusammenhang mit hohen Viehzahlen pro Betrieb und hoher Besatzstärke Gefahr der Überdüngung hofnaher Flächen mit Flüssigmist (Gülle).
Standortbezug
Hinsichtlich der Standort- und Bodenverhältnisse unterscheidet man fakultatives und obligates Grünland: Auf fakultativem Grünland könnten auch mehr oder weniger problemlos andere Früchte, z.B. Getreide angebaut werden. Obligates Grünland hingegen ist meistens ein Grenzstandort, auf dem nur schwer andere Früchte wachsen; als Gründe hierfür kommen hohe Niederschläge (z.B. in Skandinavien), steppenartige Trockenheit oder auch Moorböden bzw. Auenböden in Frage.
Dauergrünland, Wiese, Weide
Dauergrünland werden solche Grundfutterflächen genannt, die längere Zeit eine kurzrasige Vegetation als Dauerkultur tragen. Dauergrünland ist somit eine mindestens 5 Jahre alte Vegetationsform (Wiese oder Weide) mit relativ geschlossener Grasnarbe, die von einer Pflanzengemeinschaft aus Gräsern, Kräutern und Leguminosen gebildet wird. Grünland wird durch mehr oder weniger regelmäßige Mahd und/oder Beweidung gehölzfrei bzw. waldfrei gehalten und dient(e) entweder der Futter- oder zu früheren Zeiten der Streugewinnung in der Landwirtschaft. Die botanische Zusammensetzung von Grünland ist das Ergebnis einer bestimmten Bewirtschaftung und Nutzung am jeweiligen Standort.
Ein- und mehrjähriger Futterbau in Form von Futtergräsern (so genanntes "Ackergras") ist kein Grünland in diesem Sinne. Er wird dem Ackerfutterbau zugerechnet.
Definitionen nach der Typologie
Wirtschaftsgrünland
waldfrei
Unter Wirtschaftsgrünland wird ein Grünlandtyp verstanden, der so stark genutzt wird, dass sich die Erzeugung von Grundfutter für die Milchviehhaltung – in Konkurrenz zu Silomais – ökonomisch noch lohnt. Die Häufigkeit liegt je nach Naturraum und Standortverhältnissen zwischen 3 und 6 Nutzungen pro Jahr (als Schnitt, Weide oder Mähweide). Die dem Boden entzogenen Nährstoffe werden bei landschaftsökologisch verträglicher Nutzungsweise fast ausschließlich über Hofdung (Wirtschaftsdünger), überwiegend als Gülle zurückgeführt. Die Ertragserwartung liegt zwischen 80 und 120 dt TM/ha, die Qualität des Futters zwischen 5,0 und 6,0 MJ NEL/kg TM. Die Anzahl der Pflanzenarten ist mit 15 bis 20 pro 25 qm Referenzfläche vergleichsweise gering.
Extensivgrünland
waldfrei
Unter Extensivgrünland bzw. artenreichem Grünland sind vorwiegend 1-2-schürige Heu- und Öhmdwiesen zu verstehen. Es gehören aber auch langjährig extensiv bewirtschaftete Weiden in Höhenlagen dazu. Solches Grünland wird standortgerecht genutzt und erfährt nur eine teilweise Rückführung der Nährstoffe über Wirtschaftsdünger (Stallmist, Jauche).
Extensivgrünland darf jedoch nicht mit "extensiviertem Grünland" gleichgesetzt oder verwechselt werden, das sich durch Reduzierung von Nutzungshäufigkeit und Düngung aus artenarmem Wirtschaftsgrünland heraus entwickelte, in der Regel aber (noch) nicht den besagten bioökologischen Wert besitzt. Die Anzahl der Pflanzenarten ist mit 30 bis 45 pro 25 qm Referenzfläche vergleichsweise hoch und wird nur noch vom Biotopgrünland übertroffen. Siehe auch Blumenwiese.
Feldgraswirtschaft, Wechselgrünland
Grünland wird in der Regel nicht umgebrochen. Trotzdem gibt es in den Höhengebieten des Landes vereinzelt noch die historische Feldgraswirtschaft mit Wechselgrünland (regional: Eggartwirtschaft). Hier wird die fördernde Wirkung des Grünlandes auf die Bodenfruchtbarkeit für eine Ackerfruchtfolge auf einem Teil der Grünlandfläche genutzt.
Grünlandbrache
Blumenwiese
Im Sinne dieser Definition von Grünland ist die Grünlandbrache, also brachgefallenes Dauergrünland, darüber hinaus die Rotations- und Dauerbrache auf Ackerland oder das bewusst der natürlichen Sukzession überlassene Grünland zu unterscheiden. Kennzeichen der Brache ist das Fehlen jeglicher landwirtschaftlicher oder sonstiger Nutzung des Pflanzenaufwuchses. Ein dauerhafter Verzicht jeglicher Grünlandnutzung würde als potentielle natürliche Vegetation mit der Zeit Wald entstehen lassen.
Definition im fiskalisch-juristischen Sinne
Im Sinne des EU-Beihilferechts besteht zwischen Dauergrünland und Ackerland folgende Unterscheidung (gemäß der Agrarstatistik-Entscheidung 2000/115/EG der EU-Kommission): Ackerland ist „Land, das regelmäßig bearbeitet (gepflügt oder bestellt) wird und im Allgemeinen einer Fruchtfolge unterliegt“. Für die Unterscheidung zwischen Ackerland und Dauerkulturen oder Dauergrünland wird eine Schwelle von fünf Jahren angesetzt.
Literatur
- Dierschke, H. & G. Briemle (2002): Kulturgrasland. Wiesen, Weiden und verwandte Staudenfluren. – Ulmer-Verlag, Stuttgart, 240 S., ISBN 3800138166.
- Briemle, G., M. Elsäßer, T. Jilg, W. Müller & H. Nußbaum (1996): Nachhaltige Grünlandbewirtschaftung in Baden-Württemberg. – in: Nachhaltige Land- und Forstwirtschaft; Springer Verlag, Berlin, Heidelberg, New York: 215-256, ISBN 3540610901.
- OPITZ v. BOBERFELD, W. (1994): Grünlandlehre - biologische und ökologische Grundlagen. Ulmer, Stuttgart 1994, ISBN 3-8252-1770-1
- Voigtländer,G. & H. Jacob (1987): Grünlandwirtschaft und Futterbau. - Ulmer, Stuttgart.
- Ellenberg, H. (1982): Vegetation Mitteleuropas mit den Alpen in ökologische Sicht. - Ulmer-Verlag, Stuttgart, 980 S.
- Klapp, E. (1971): Wiesen und Weiden. – 4.Aufl., Parey-Verlag, Berlin, Hamburg: 519 S.
Kategorie:Feldwirtschaft
Kategorie:Biotop
Kategorie:Gras
GrasDer Begriff Gras (v. althochdt.: gras das Keimende, Hervorstechende) bezeichnet:
- eine in vielen Arten und Gattungen auf der ganzen Welt verbreitete Familie von Einkeimblättrigen Pflanzen mit einem durch Knoten gegliederten Halm, langen schmalen, und besonderen als Ähren oder Rispen ausgebildeten Blütenständen mit unscheinbaren Blüten (Familie der Süßgräser (Poaceae).
- auch die Sauergräser werden oft einfach Gräser genannt. Ihre Halme sind nicht durch Knoten gegliedert. Als Sauergräser bezeichnet man Planzenarten aus zwei Familien:
- # Riedgräser (Cyperaceae)
- # Binsen (Juncaceae).
- die Gesamtheit von Süßgräsern als Pflanzendecke, Rasen.
- (aus engl.: grass) in der Umgangssprache getrocknete Pflanzenteile des Hanfs, siehe Marihuana, Cannabis. Die Hanfpflanze selbst gehört jedoch biologisch nicht zur Familie der Gräser.
siehe auch
- Wuchsformen von Gräsern, Borstgras, Pfeifengras,
Außerdem
# Eine Farbe von Spielkarten, siehe Gras (Farbe)
# Kurzbezeichnung für Grüne und Alternative StudentInnen – eine zu den Wahlen der Österreichischen HochschülerInnenschaft kandidierende Studierendenfraktion
# Abkürzung für "generally recognized as safe" als Bezeichnung für eine Liste von Lebensmittelzusatzstoffen aus den USA, die als sicher erachtet werden
"Gras" als Metapher
Einige Redensarten benutzen das "Gras" als Metapher:
- Das Gras wachsen hören für "sich besonders schlau vorkommen"
- Ins Gras beißen für "sterben"
- Bis Gras darüber gewachsen ist für "bis es längst vergessen ist"
- Gras als Synonym für Marihuana
Wiederkäuer
Wiederkäuer (Ruminantia) sind Paarhufer (Artiodactyla) mit mehrteiligem Magen, der aus den drei Vormägen Pansen (Rumen), Netzmagen oder Haube (Retikulum), dem Blättermagen oder Buchmagen (Psalter, Omasum) und dem eigentlichen Magen, dem Labmagen (Abomasum) besteht.
In sehr vereinfachter Darstellung kann man sagen, dass der Labmagen dem einhöhligen Magen der Monogastrier (gleich Tiere mit einem Magen) entspricht. In den drei Vormägen, hier vor allem dem Pansen, findet intensives Wachstum von Mikroorganismen (Bakterien, Protozoen und Hefen) statt: die Fermentation. Wesentlich für die Fermentation im Pansen ist, dass hier ein weitgehender Abbau (nahezu) sämtlicher Kohlenhydrate stattfindet, auch solcher, die für andere Tierarten unverdaulich sind wie zum Beispiel Zellulose. Diese werden durch die im Pansen wachsenden Mikroorganismen gespalten und damit dem Wiederkäuer zur energetischen Verwertung zur Verfügung gestellt. Gleichzeitig wird auch ein Großteil des pflanzlichen Eiweißes aus dem Futter zunächst zerlegt und dann daraus wiederum Eiweiß aufgebaut: die Mikroorganismen selbst.
Letztlich werden die Mikroorganismen dann im Dünndarm des Wiederkäuers verdaut.
Vereinfacht ausgedrückt heißt das, dass die bei Säugern mit einhöhligem Magen im Dickdarm stattfindende Fermentation beim Wiederkäuer im Pansen abläuft.
Im Magen werden häufig Bezoarsteine gebildet.
Systematik
Man unterscheidet in dieser Unterordnung sechs Familien:
- Giraffenartige (Giraffidae)
- Moschushirsche (Moschidae)
- Hirschferkel (Tragulidae)
- Gabelhornträger (Antilocapridae)
- Hirsche (Cervidae)
- Hornträger, Rinderartige (Bovidae)
Kategorie:Paarhufer
ja:ウシ亜目
Wiese (Grünland)
Bei der Wiese handelt es sich im Gegensatz zur Weide um landwirtschaftliches Grünland, das nicht durch das Grasen von Tieren, sondern durch Mähen erhalten wird. Bei der regelmäßigen Mahd wird die Verbuschung und anschließende Waldentstehung verhindert. Wiesen sind wie die Weiden ein Lebensraum, der seit einigen Jahrtausenden durch den Menschen geschaffen und erhalten wird. Man spricht daher von einer Halbkulturformation.
Natürlich würden Wiesen unter heutigen Verhältnissen in Mitteleuropa nicht mehr entstehen und erhalten bleiben. Sie weisen dennoch Ähnlichkeiten mit Steppen und Waldsteppen, zu alpine Matten und Rasen sowie zu Magerwiesen bzw. Trockenrasen auf, die im Volksmund manchmal auch als Wiesen bezeichnet werden, da sie vornehmlich aus krautigen Pflanzen wie Süßgräsern bestehen.
Durch den Selektionsdruck der Mahd werden Pflanzen begünstigt, die mit dem häufigen Schnitt und der hohen Lichteinstrahlung gut zurecht kommen, unter anderem viele Gräser. Aufgrund der regelmäßigen Mahd werden ausdauernde Pflanzen (perennierend, Stauden) gegenüber einjährigen Kräutern bevorzugt. Sie überdauern die Winter und vermehren sich vegetativ. Ihre Samen sind in der Regel Lichtkeimer. Bestimmte Pflanzen, wie zum Beispiel die Disteln, fehlen den Wiesen gegenüber den Weiden, wo sie vom Vieh gemieden werden und nicht vom Schnitt beeinträchtigt werden.
Eine Sonderformen ist die Streuobstwiese, die traditionelle Obstbauform, bei der verschiedene Obstbaumsorten in Hochstammform unregelmäßig ("gestreut") auf einer Wiese stehen.
Siehe auch:
- Salzwiese, Blumenwiese, Streuwiese
Kategorie:Biotop
Kategorie:Gras
Weide (Grünland)
Die Weide ist landwirtschaftliches Grünland, das Vieh Nahrung in Form von krautigen Pflanzen, vornehmlich Süßgräser, bereitstellt. Im übertragenen Sinne spricht man auch von Weide, wenn Wildtiere eine Fläche beweiden, also abfressen, oder von Bienenweide und Vogelweide.
Im Gegensatz zur Wiese wird die Weide nicht zur Futterwerbung (Mahd für die Konservierung wie Heu- oder Silage-Herstellung) genutzt; ihr Aufwuchs wird von den Tieren abgefressen. Übergangsformen sind Mähweiden, deren Aufwüchse innerhalb eines Jahres sowohl zeitweise abgeweidet werden als auch zur Heu- oder Silageherstellung gemäht werden können. Die landwirtschaftliche Nutzung der Weide kann als Dauerweide, Umtriebsweide oder Portionsweide erfolgen. Einteilungen sind auch nach der Viehart möglich und sinnvoll, da sich in Abhängigkeiten der Nutzungsformen und Standortverhältnisse unterschiedliche Pflanzengesellschaften einstellen.
Geschichte der Viehweiden
In Siedlungsresten der Steinzeit findet man heute, Käfer, Pollen und Pflanzenreste, die darauf hinweisen, dass Teile Mitteleuropas bereits vor über 7000 Jahre eine relativ dicht besiedelte Landschaft mit Äckern und Weiden war. Heinz Ellenberg beurteilte aber diese auch durch andere Quellen belegte Beweidung aber als "nicht planmäßig". Die Bewirtschaftung könnte ihm zufolge dem Wanderfeldbau ähnlich gewesen sein.
Bis in die Neuzeit wurde in Mitteleuropa im Wesentlichen die Dreifelderwirtschaft angewendet, bei der die Brachen beweidet wurden (Brachweide). Der Flurzwang des Mittelalters zielte auf eine möglichst lange Nutzung der Flächen "allgemeine Weide" (Allmende), in die auch die Äcker zwischen Ernte und Schossen des Getreides mit einbezogen wurden. Die Pflanzengemeinschaften der Ackerfluren wiesen damals einen wesentlich höherern Anteil an Gräsern auf und waren auch wesentlich artenreicher als heute.
Der Verbiss des aufgelaufenen Getreides förderte die Bestockung und die Beweidung des damals rasenähnlichen Bewuchses nach der Ernte half Unkräuter zu bekämpfen und das Vieh zu ernähren. Der Kot der Tiere düngte die Äcker vor allem beim nächtlichen Einpferchen. Erst beim Schossen (Halmbildung) des Getreides wurde das Vieh von den Äckern ferngehalten. Die Flurstücken, die "Zelge" und später "Kämpe", waren mit Dornenhölzern, Mauern und Wällen eingezäunt, aus denen die teilweise wie Niederwälder bewirtschafteten Hecken und Knicks entstanden.
Außerhalb dieser Brachzelgen der Dreifelderwirtschaft des Hochmittelalters gab es natürlich auch die Hutewälder, die im Mittelalter daraus entstanden sind, dass man das Vieh zur Mast in die Wälder getrieben hat. Die Tiere schädigten die Pflanzen nachhaltig. Schließlich spielte auch die Wanderschäferei in Gegenden mit leichten und unfruchtbaren Böden eine Rolle, wie z.B. in der Lüneburger Heide.
Weidepflege
Ohne Weidepflege sind auf Weideland Pflanzen begünstigt, die dem Vieh weniger gut schmecken, z.B. dornige oder giftige Arten; durch Weidepflege wird deren Ausbreitung verhindert. Auf gepflegten Weiden sind daher solche Pflanzen anzutreffen, die häufigen Verbiss und das Betreten durch die Tiere gut ertragen (z.B. Deutsches Weidelgras oder Weißklee).
Mechanische Pflege
- Das Walzen ist im Frühjahr besonders auf Moorböden erforderlich. Durch den hohen Wassergehalt mooriger oder anmooriger Böden kommt es im Winter durch Frosteinwirkung zum periodischen Hochfrieren. Das Walzen dient vor allem dazu, den hochgeforenen stark humosen Bodenschichten, Rohhumus- bzw. Torfschichten wieder an untere Horizonte anzuschließen und die Wasserführung zu verbessern.
- Das Schleppen wird im Frühjahr durchgeführt und bei Notwendigkeit im Jahresverlauf wiederholt. Beim Schleppen, wird eine schonende "Weideegge" über die Grasnarbe gezogen, die alte Pflanzenteile ausreißt, Maulwurfshaufen einebnet und und Kuhfladen sowie Kotstellen verteilt. Auf diesen Stellen wird der bewuchs unterdrückt. An Kothaufen können Geilstellen entstehen, da das Vieh bekotete Pflanzen meidet und diese Bereiche stark überdüngt sind. Wo die Grasnarbe durch maulwurfshügel oder Kotstellen bedeckt wird können auch ungewünschte Arten keimen, da ihre Samen im Gegensatz zu den gewünschten Arten durch Samen in der Diasporenbank vertreten sind, da bei Weide- oder Schnittnutzung das Gras geerntet wird, bevor es zu Blüte kommt.
- Ausmähen: Das nachträgliche Abmähen (Aus- oder Nachmähen) von Weiden, die nur durch eine Viehart extensiv beweidet werden, nach deren Abweidung fördert eine günstige Futterpflanzenzusammensetzung. Das Vieh hat Nahrungspräferenzen und verbeißt die wertvollen Futterpflanzen, während die ungewünschten Pflanzen besonders an Geilstellen (Kothaufen) nicht beschädigt werden und sich durch diesen Vorteil ausbreiten können. Die Nahchmahd verhindert dies.
- Nachsaat: Im Herbst, Frühjahr oder nach einer Schnittnutzung können Futtergräser nachgesät werden. Soweit die Grasnarbe grundsätzlich noch eine zufriedenstellende Artenzusammensetzung hat bzw. nicht zu große Lücken aufweist, werden kleinere Lücken oder Schäden durch Auswinterung durch Nachsaat behoben. Die Nachsaat erfolgt durch Schlitzsaat, Breitwurf oder einfach durch Zugabe der Samen in Güllebehälter oder Miststreuer.
Ökologie
Durch die Beweidung von Grünflächen kommt es durch das ständig kurz gehaltene Gras zu höheren Feuchtigkeitsverlusten durch Evapotranspiration als bei Wiesen. . Wenn Pflanzen zu lange oder ohne ausreichende Erholungsphase einer Beweidung durch zu viele Tiere ausgesetzt sind, die also Aufwuchsmenge über einen längeren Zeitraum niedriger als der Futterbedarf der Tiere ist, spricht man von Überweidung. Auch eine zu geringe Beweidung kann zu einer unerwünschten Veränderung der Pflanzenzusammensetzung und damit zu erhöhten Pflegeaufwand führen.
Der Lebensraum Viehweide wurde 2004-2005 durch das Naturschutzzentrum Hessen als Biotop des Jahres ausgerufen, um auf die Gefährdung dieses Lebensraumes aufmerksam zu machen.
Literatur
- Ellenberg, Heinz 1996: Vegetation Mitteleruropas mit den Alpen in ökologischer, dynamischer und historischer Sicht. Verlag Eugen Ulmer Stuttgart, 1996.
- Küster 1992: 7000 Jahr Ackerbau in Bayern. Botanische Untersuchungen zu historischen Problemen. Naturwissenschaftliche Rundschau 45: 385 -391.
- Schön, Stefan: Spuren im Schlamm. Sächsische Zeitung vom 15. April 2005.
- Pott, 1992b: Entwicklung von Pflanzengesellschaften durch Ackerbau und Grünlandnutzung. Gartenbauwiss. Stuttgart, 57: 157 - 166
- Willerding 1986: Zur Geschichte der Unkräuter Mitteleuropas. Göttinger Schriften zur Vor- und Frühgeschichte, Bd. 22, Verlag Karl Wachholz, Göttingen.
- Willerding 1986:Aussagen von Pollenanalysen und Makrorestanalysen zur Frage der früheren Landnutzung. In Behre: Anthropogenic indiv´cators in pollen diagrams. A. A. Balkema, Rotterdam.
Siehe auch
Weidegerechtigkeit, Alm (Bergweide), Lichtweide
Kategorie:Viehwirtschaft
Kategorie:Biotop
MitteleuropaMitteleuropa oder Zentraleuropa bezeichnet eine Region in Europa zwischen Westeuropa, Osteuropa, Südosteuropa, Südeuropa und Nordeuropa. Es gibt wenig deutliche geographische Kriterien, die zur Abgrenzung herangezogen werden könnten.
Der Begriff „Mitteleuropa“ kann auch politisch, kulturhistorisch oder naturräumlich definiert werden, wobei sich Verortung Mitteleuropas verschiebt und teils erhebliche Unterschiede auftreten können. Die Auffassung des Begriffes Mitteleuropa unterliegt auch dem geschichtlichen und politischen Wandel. Mitteleuropa wird daher niemals eindeutig zu definieren sein. Seit dem Ende des Kalten Krieges kommt der Definition Mitteleuropas erneut Aufmerksamkeit zu. Der Begriff Mitteleuropa macht deutlich, dass regionale Definitionen – neben dem praktischen und harmlosen Zweck der Ortsangabe – immer auch dem Zweck der Wertung und Abgrenzung dienen können, wodurch die Definition zum Streitobjekt, wenn nicht Kampfbegriff werden kann.
Geographische Abgrenzung Mitteleuropas
Kalten Krieges
Bei der geographischen Abgrenzung können klimatische und naturräumliche Gegebenheiten (beispielsweise Vegetationstypen oder tektonische Erscheinungen) herangezogen werden. Die Naturwissenschaften definieren als Kriterium das ozeanische bis subkontinentale, gemäßigt warme Großklima. Eine grobe Abgrenzung Mitteleuropas ist im Westen und Nordwesten der Rhein, im Norden die Nordsee, Skagerrak, Kattegat und die Ostsee, oder die Eider, im Osten die Weichsel, im Süden die Hauptkämme der Karpaten und Alpen. Auch hier gibt es Zweifel, ob Flüsse wie die Eider oder die Weichsel ausreichen, um einen Teilkontinent zu definieren. Die geographische Einteilung bleibt unscharf.
Im Gegensatz dazu findet man in Südeuropa mediterranes Klima (gemäßigt warm bis subtropisch), in Westeuropa gemäßigt warmes euozeanisches bis ozeanisches Klima, in Nordeuropa kühl-gemäßigtes bis subboreales Klima, in Osteuropa kontinentales bis eukontinentales Klima und entsprechende Naturräume vor.
Auch hier gelingt kaum eine eindeutige Abgrenzung durch fließende Übergänge und lokale Begebenheiten wie Höhenlage und Geländeform. Diese Abgrenzung ist nicht deckungsgleich mit Staatsgrenzen oder Kulturen.
Häufig werden die mittel- und osteuropäischen Länder gemeinsam betrachtet. Im EU-Jargon bezeichnet man die Region MOEL.
Kulturelle und politische Abgrenzung heute
MOEL
Wenig Zweifel bestehen an der Zugehörigkeit der Niederlande, Belgien, Luxemburg, Deutschland, Schweiz, Liechtenstein, Österreich, Tschechien, der Slowakei und Polen zu Mitteleuropa.
Spielräume bei der Einteilung gibt es aber bereits durch kulturelle Verflechtungen und Überlagerungen in Teilen
- Ungarns, Rumäniens (Siebenbürgen) und der Ukraine, die innerhalb des Karpatenbogens liegen: mit Südosteuropa und Osteuropa;
- Sloweniens: mit Südosteuropa und Südeuropa;
- Kroatiens, sie sind streng genommen (nördlich der Save und Teile Slawoniens) mitteleuropäisch (gehören also zu Ostmitteleuropa), überschneiden sich aber auch mit Südosteuropa, Zentralkroatien und die Küste Dalmatiens sowie Istrien gehören zu Südosteuropa, haben aber auch mediterrane (südeuropäische) Einflüsse;
Dies gilt aber auch bei der Einordnung von Regionen, die Staatsgrenzen überschreiten oder in Grenzgebieten liegen, wie
- Elsass (zu Frankreich in Westeuropa mit Einordnung der deutschen Kultur der Elsässer zu Mitteleuropa)
- Südtirol (zu Italien in Südeuropa mit Einordnung der deutschen Kultur der Südtiroler zu Mitteleuropa),
- Friesland (zu Deutschland und den Niederlanden in Mitteleuropa und zu Dänemark in Nordeuropa beziehungsweise Skandinavien.
Häufig sind diese Gebiete wegen vielfacher Einflüsse mehrerer Regionen nicht eindeutig zuzuordnen und werden je nach politischer Intention oder „Heimatgefühl“ zugeordnet. Heute soll die Verortung eine Landes(-teils) zu „Mitteleuropa“ gleichzeitig auch eine tatsächliche oder angestrebte Nähe oder Zugehörigkeit zur Europäischen Union verdeutlichen. Auf diese Weise wird Mitteleuropa zum Politikum erhoben. Die Unschärfe der Abgrenzung zeigt jedoch deutlich, dass die Definition relativ beliebig ist.
Im heutigen englischen Sprachraum wird häufig nur zwischen ost- und westeuropäischen Ländern unterschieden. Dabei werden die Länder Ostmitteleuropas (siehe auch: Visegrád-Länder) manchmal auch als "Central Europe" bezeichnet. Die Staaten Westmitteleuropas (Niederlande, Deutschland, Schweiz, Liechtenstein, Österreich) werden
zu Westeuropa („Western Europe”) gerechnet. Diese Ost-/West-Einteilung verliert seit der EU-Osterweiterung an Bedeutung.
In dem kleinen Bergland Österreich wiederum ist die (empfundene) Abgrenzung eine ganz andere: dort wird Mitteleuropa oft mit den Nachfolgestaaten der ehemaligen österreichisch-ungarischen Monarchie gleichgesetzt. Mitunter werden
zur Abgrenzung Mitteleuropas auch kulturreligiöse Kriterien herangezogen, genauer, das römisch-katholische Bekenntnis zum Protestantismus. Diese „Grenze” würde demnach durch Norddeutschland verlaufen, nach Ost- und Südosteuropa zum orthodoxen Bekenntnis (z.B. Weißrussland, Ukraine, Rumänien, Serbien und nach Süden (vor allem Bosnien) zum Islam.
Geschichte des Begriffs Mitteleuropa
Der Begriff Mitteleuropa war zunächst ein politischer Begriff, der jedoch unterschiedlichen Zielsetzungen gedient hat. Er kam in der Mitte des 19. Jh. auf,
als Constantin Frantz eine Föderation „Mitteleuropa“ aus Deutschland, Polen und Donauslawen vorschlug, um ein Gegengewicht zu den Großmächten Russland und Amerika zu schaffen. Ähnliche Ideen waren auch in der Nationalliberalen Partei verbreitet, so bei Friedrich List und Heinrich von Gagern, die ein deutsch-österreichisch geführtes Mitteleuropa von Hamburg bis Triest propagierten.
Zur selben Zeit – vor 1871 – wurde der Begriff auch in Österreich-Ungarn wichtig: als Alternative zur von vielen in Deutschland und Österreich propagierten großdeutschen Lösung, die vorsah, alle Deutschen – und nur diese – in einem Staat zusammenzufassen. In Österreich lehnte man dies mehrheitlich ab, da dies eine Zerschlagung des Vielvölkerstaates Österreich-Ungarns bedeutet hätte. Die Regierung Österreichs schlug daher als Alternative die „mitteleuropäische Lösung“ der deutschen Frage vor: den Zusammenschluss Deutschlands mit ganz Österreich-Ungarn zu einem „70-Millionen-Reich“.
Tatsächlich wurde 1871 das „kleindeutsche“ bismarcksche Deutsche Reich gegründet.
Vor dem 1. Weltkrieg verbanden sich mit der Mitteleuropa-Idee vor allem wirtschaftliche Ziele, so forderte Walther Rathenau die Schaffung einer mitteleuropäischen Zollunion. Zu Beginn des 1. Weltkriegs plante Theobald von Bethmann Hollweg in seinem Septemberprogramm die Gründung eines mitteleuropäischen Wirtschaftsverbandes. 1915 veröffentlichte Friedrich Naumann sein Buch Mitteleuropa. Er schlug darin einen Staatenbund vor, in dem Deutschland eine führende – jedoch nicht beherrschende – Rolle spielen sollte. Naumanns Idee fand in Deutschland großes Echo.
Im Dritten Reich wurde der Begriff von den Nationalsozialisten vereinnahmt und zur Rechtfertigung ihrer großdeutschen Ideologie benutzt.
Nach dem 2. Weltkrieg verlor der Begriff etwas an Bedeutung, da Europa nunmehr im Kalten Krieg in West- und Osteuropa geteilt war. Entsprechend dieser dualistischen Nomenklatur wurden die westlichen Staaten Mitteleuropas zu Westeuropa gerechnet und die östlichen Staaten zu Osteuropa. Allerdings wurde der Begriff Mitteleuropa oft und gern verwendet, wenn man die Teilung Europas in die zwei Blöcke thematisieren wollte; diese Teilung verlief durch die „Mitte Europas“. Auch im Zusammenhang mit polemisierenden Slogans wie „Mitteleuropa ist ein Pulverfass“ – eine Anspielung auf den extrem hohen Bestand an Atombomben in Ost- und Westdeutschland – hatte dieser Begriff seine Bedeutung.
Erst nach Ende des Kalten Krieges kam dem Begriff wieder vermehrt Aufmerksamkeit zu; er diente nunmehr der Identitätsstiftung für die im Kalten Krieg als osteuropäisch bezeichneten Staaten des ehemaligen Warschauer Paktes, insbesondere für Polen, Ungarn und die Tschechoslowakei, die sich friedlich in Tschechien und die Slowakei teilte, mit dem Zerfall Jugoslawiens auch für Slowenien und Kroatien. Insofern ändert sich die politische räumliche Auffassung des Begriffes Mitteleuropa wieder zu einer größeren Ausdehnung in Richtung Osten.
Die mitteleuropäische Zeitzone
Wenn man Mitteleuropa als die Region Europas definiert, in der die mitteleuropäische Zeit (MEZ) gilt, so gehören folgende Länder dazu:
Albanien, Andorra, Belgien, Bosnien und Herzegowina, Dänemark, Deutschland, Frankreich (ohne Guyana, Réunion, Martinique und Guadeloupe), Italien, Kroatien, Liechtenstein, Luxemburg, Malta, Mazedonien, Monaco, Niederlande, Norwegen, Österreich, Polen, San Marino, Schweiz, Schweden, Serbien und Montenegro, Slowakei, Slowenien, Spanien (ohne Kanarische Inseln), Tschechien, Ungarn und Vatikanstadt
Diese großzügige Einteilung hat jedoch teilweise paradoxe Folgen.
Siehe auch
Europäische Gliederung:
- Europa
- Mitteleuropa
- Ostmitteleuropa
- Nordeuropa
- Nordwesteuropa
- Nordosteuropa
- Osteuropa
- Südeuropa
- Südosteuropa
- Westeuropa
Sonstiges:
- Himmelsrichtungen
- Norden
- Osten
- Süden
- Westen
- Kerneuropa
- Mittelpunkt Europas
- Geschichte des Waldes in Mitteleuropa
- Handbuch der Vögel Mitteleuropas
- Liste von Bäumen und Sträuchern in Mitteleuropa
- Ur- und Frühgeschichte Mitteleuropas
Weblinks
- [http://www.uni-mainz.de/FB/Geschichte/Osteuropa/Dateien/Geographie.pdf Uni Mainz, FB Geschichte, Osteuropa]
- [http://www.geo.uni-augsburg.de/sozgeo/schrift/online/mitteleu.htm Uni Augsburg, Sozialgeografische Schriften]
- [http://www.integrace.cz/integrace/tisk.asp?id=651 Aktuelle Problematik des Begriffs]
- [http://geogate.geographie.uni-marburg.de/parser/parser.php?file=/deuframat/deutsch/1/1_2/mommsen/start.htm Geschichte des Begriffs von 1840 bis 1945]
- [http://www.uni-graz.at/geowww/geo/geoweb_magazin_artikel_detail.php?recordID=113 Der Mitteleuropabegriff. Entwicklung und Wandel unter dem Einfluss zeitspezifischer Geisteshaltungen] aus dem geoWEB Magazin - Institut für Geographie und Raumforschung
Kategorie:Europa
ja:中央ヨーロッパ
ko:중앙유럽
TrockenrasenAls Trockenrasen oder auch Magerrasen wird ein besonderes Biotop bezeichnet, das sich an trockenen, nährstoffarmen Standorten ausbildet. Die Artenzusammensetzung des Trockenrasens ist geprägt von niedrigen Rasen- Kraut- und Halbstrauchpflanzen. Gehölze kommen eher randständig vor. Der Bestand ist nur selten geschlossen ausgeprägt, in der Regel ist er lückig, aber artenreich.
Standortbedingungen
Trockenrasen entwickeln sich auf trockenen Standorten mit häufig nur gering entwickelten Bodenprofilen. Die Standorte liegen oft auf südlich exponierten Hängen mit guten Drainagebedingungen. Aber auch kiesig-sandige Flachlandböden mit gutem Sickervermögen begünstigen die Entwicklung von Trockenrasen. Das meist schon spärliche Niederschlagsangebot wird schnell abgeführt bzw. verdunstet. Zusätzlich zu den Feuchtebedingungen können derartige Standorte einer verstärkten gravitationsbedingten Massenbewegung am Hang unterliegen (Solifluktion).
Als Folge dieser Bedingungen besitzen die vorhandenen Bodenprofile nur einen niedrigen Entwicklungsstand und geringes Nährstoffnachlieferungsvermögen.
Aufgrund von Trockenheit und Nährstoffarmut siedeln sich auf Trockenrasen Pflanzenarten an, die eine hohe Trockenheitsresistenz besitzen. Diese Arten sind nicht auf die Trockenheit und Nährstoffarmut angewiesen, sie könnten auch an besser versorgten Standorten existieren. Hier unterliegen sie aber aufgrund ihrer nur geringen Konkurrenzkraft anderen Pflanzen im Kampf um das Überleben.
Entstehung
Der Trockenrasen als Pflanzengesellschaft an nährstoffarmen Standorten existiert nur in seltenen Fällen wie z.Bsp. an stark den gravitativen Prozessen unterliegenden Hängen natürlich. Viele Vertreter dieses Typs wurden in ihrer Entwicklung begünstigt durch extensive landwirtschaftliche Nutzung (einschürige Mähwiesen oder Schafweiden) auf trockenen, nährstoffarmen Flächen. Als exotische Beispiele können auch Flächen auf ehemaligen Truppenübungsplätzen genannt werden, hier kam es durch ständiges Aufreißen der Vegetationsdecke sandiger, flachgründiger Standorte als Folge der Fahrtätigkeit von Kettenfahrzeugen zu ähnlichen Entstehungsbedingungen (Beispiel: Mainzer Sand).
Typische Arten
Vegetationsdecke]
Als typische Arten von Trockenrasen wären verschiedene Arten der Steppenvegetation zu nennen, aber auch Hochgebirgsarten und Orchideen kommen häufig vor.
Bodentypen
Bodentypen, auf denen sich Trockenrasengesellschaft entwickeln, sind: Syroseme (auf Lockergestein wie z.Bsp. Sand), Rendzinen (auf Kalkgestein), Ranker (auf Silikatgestein)
Untergliederung
Die Vegetationsform Trockenrasen kann, je nach Ausprägung und Standortbedingungen untergliedert werden.
Sandtrockenrasen
Der magere, aber artenreiche Sandtrockenrasen oder Sand-Magerrasen ist vor allem in Landschaften mit eiszeitlich geprägten waldfreien, sandigen Höhenrücken und Moränenzungen anzutreffen. Die lockere, oft auch lückenhafte Vegetation aus Gräsern und niedrig wachsenden Kräutern ist graugrün bis bräunlich gefärbt.
- Siehe ausführlich: Sand-Magerrasen
Kalktrockenrasen
Der Kalktrockenrasen gehört zu Mitteleuropas artenreichsten Pflanzengesellschaften. Diese Form des Trockenrasens ist an kalk- oder doch basenreiche Böden gebunden.
Weitere Formen
- Steppentrockenrasen (Lehm)
- Übergangsformen mit günstigeren Nährstoff- und Feuchtebedingungen wie Magerrasen und Halbtrockenrasen.
- Silikattrockenrasen
Naturschutz/Pflegemaßnahmen
Die genannten Bedingungen machen den Trockenrasen zum Rückzugsgebiet gefährdeter Tier- und Pflanzenarten. Viele Arten der Roten Liste existieren hier.
Um den Trockenrasen zu schützen und seine Weiterentwicklung zum Gehölz zu verhindern, müssen die Flächen regelmässig gepflegt werden. Zu den Pflegemaßnahmen zählen extensive Beweidung (Beweidung durch Schafe) und Entbuschungsmaßnahmen.
Kategorie:Klimazonen_und_Vegetation
Kategorie:Biotop
Kategorie:Geographie
Kategorie:Gras
BorstgrasrasenDer Borstgrasrasen (Nardetum strictae) ist eine unter menschlichem Einfluss (anthropogen) entstandene, mässig artenreiche Weide, die von der Grasart Borstgras (Nardus stricta) dominiert ist.
Die Borstgrasrasen kommen von der oberen subalpinen Stufe bis zur unteren alpinen Stufe (1600-2500 m NN), auf flachen bis schwach geneigten Hängen vor. Sie entstehen auf Silikat- und Karbonatgestein, wobei beim letzteren die Böden ausgewaschen und somit basenarm sind. Die Böden sind tiefgründig, sauer (pH 4.3-5.5) und nährstoffarm.
Der prägende Faktor des Nardetum ist die Beweidung. Das selektive Fressen des Viehs führt dazu, dass beliebte Pflanzen (Pflanzen, die von diesen Tieren gerne gefressen werden) mit der Zeit fast ausgemerzt werden und unbeliebte (stachelige, haarige, giftige) sich anreichern können. Die Nährstoffarmut entsteht durch die Tendenz des Viehs, die konsumierten Nährstoffe an anderen Stellen (über Nacht bei Alphütten (Bezeichnung in der Schweiz, oder in Deutschland Almhütten genannt)) wieder abzulagern und sie somit dem Nardetum zu entziehen.
Artenzusammensetzung (Beispiel)
Auf einer untersuchten Fläche, die zum Geo montani-Nardetum strictae gehört, auf der Schynigen Platte (Schweiz, Kanton Bern) auf einer Höhe von ca. 1960 m NN, wurden folgende Arten gefunden:
Kanton Bern
- Häufige Arten:
- Borstgras (Nardus stricta), geringer Futterwert, wird nur jung gefressen
- Horst-Segge (Carex sempervirens),
- Arnika (Arnica montana), giftig
- Koch`scher Enzian (Gentiana accaulis), giftig
- Blutwurz (Potentilla erecta), geringer Futterwert, reich an Gerbstoffen
- Berg-Nelkenwurz (Geum montanum), geringer Futterwert, wird kaum gefressen
- Zottiger Klappertopf (Rhinanthus alectorolophus), giftig
- Alpen-Hornklee (Lotus alpinus)
- Heidelbeere (Vaccinium myrtillus), Blätter schwach giftig
- Arznei-Thymian (Thymus pulegioides)
- Weitere Arten:
- Bärtige Glockenblume (Campanula barbata)
- Mücken-Händelwurz (Gymnadenia conopsea)
- Frauenmantel (Alchemilla vulgaris aggr.)
- Alpen-Wegerich (Plantago alpina)
- Berg-Wegerich (Plantago atrata)
- Dorniger Moosfarn (Selaginella selaginoides)
- Knöllchen-Knöterich (Polygonum viviparum)
- Kriechender Günsel (Ajuga reptans)
- Alpen-Kuhschelle (Pulsatilla alpina)
- Vogelfuss-Segge (Carex ornitopoda)
- Frühlings-Krokus (Crocus albiflorus).
Kategorie:Klimazonen und Vegetation
Kategorie:Biotop
Streuwiese
Streuwiesen sind Wiesen auf nassen Grenzertragsstandorten. Streuwiesentypen sind an Standorte gebunden, bei denen der Wurzelraum durch Grund- oder Stauwasser geprägt ist. Je nach Ertragsfähigkeit werden sie alle ein bis zwei Jahre gemäht. Das Mähgut wurde früher als Stalleinstreu verwendet, daher der Name Streuwiese. Streuwiesen bieten als besondere Biotope (zwischen extensivem Grünland, Groß-, Kleinseggen- und Hochstaudenflur) zahlreichen Rote Liste gefährdeter Arten gefährdeteten Tier- und Pflanzenarten einen Lebensraum. Wenn Streuwiesen gedüngt, beweidet oder häufiger gemäht werden, verlieren sie ihre ökologische Bedeutung. Die größte Problematik liegt aber in der Nutzungsaufgabe, da aufgrund der heutzutage praktizierten Stallhaltung keine Streu mehr benötigt wird. Dies führt auf Dauer zu einer Zunahme der Hochstauden bzw. von Gehölzen. Die kleinwüchsigen Pflanzen, die an die Mahd angepaßt waren, werden dann verdrängt.
Literatur
- Ellenberg, H. (1996): Vegetation Mitteleuropas mit den Alpen. Ulmer Stuttgart, ISBN 3825281043
- Quinger et. al. (1995): Streuwiesen, Band II.9 in der Reihe Landschaftspflegekonzept Bayern. München.
Kategorie:Biotop
Mist
Mist ist die Mischung der Exkremente von Stalltieren, speziell von Rindern, mit einem Bindemedium, traditionellerweise Stroh, neuerdings oft Sägespäne oder Hanf.
Der Düngewert von Mist ist auf Grund seines Stickstoffgehaltes sehr hoch. Mist wird auf Bauernhöfen gewonnen, einfach indem die Streu in den Tierboxen regelmäßig gesammelt (ausgemistet) wird. Die Misthaufen, auf denen der Mist bis zur Ausbringung auf die Felder lagert, waren für Dorfbewohner bis vor ein paar Jahren ein gewöhnlicher Anblick (und eine stetige Geruchsquelle). Regional lag der Misthaufen (oder Miststock) teils vor dem Hof (z. B. in Hessen), teils dahinter (z. B. in Pommern).
Darüber hinaus wird der Begriff auch im umgangssprachlich-derben Sprachgebrauch für Unsinn verwendet, und "Mist!" ist auch ein missmutiger Ausruf (eine Interjektion), etwas weniger deftig als "Kacke" oder gar "Scheiße!".
Siehe auch
Mistgabel, Miststreuer, Mistbiene, Gülle, Jauche, Pferdeäpfel, Kuhfladen, Biogas; Augiasstall
Kategorie:Biomasse
Kategorie:Dünger
Kategorie:Viehwirtschaft
GülleGülle ist ein zähflüssiger Wirtschaftsdünger, der hauptsächlich aus Harn und Kot besteht, je nach Beigabe von Einstreu und Wasser spricht man von Dick- oder Dünngülle, Schwemmmist oder Flüssigmist. Gegenüber der Jauche ist der eigentliche Begriff Gülle ausschließlich auf tierische Exkremente beschränkt, wird aber in Südwestdeutschland und in der Schweiz meist synonym für diese verwendet.
Methoden der Güllebeseitigung
- Kompostierung
- Trocknung
- Vermischung mit Trockenstoffen
- Ausbringung auf den Feldern durch Maschinen, die die Gülle direkt in den Boden einimpfen oder auf diesem oberflächlich verteilen
Die Ausbringung von Gülle auf landwirtschaftlichen Nutzflächen unterliegt rechtlichen Beschränkungen. In Deutschland wird das Ausbringen von Gülle grundsätzlich durch die
[http://bundesrecht.juris.de/bundesrecht/d_ngev/index.html Düngeverordnung (DüngeV)] geregelt. In Ergänzung dazu haben die Bundesländer ebenfalls Verordnungen erlassen. Dort ist genau definiert, was Gülle ist und zu welchen Jahreszeiten die Ausbringung zulässig ist. Die standortunabhängigen Grenzwerte berücksichtigen jedoch weder die Unterschiede im Aufnahmevermögen verschiedener Böden noch die Problematik der Abschwemmung in Oberflächengewässer.
Nutzung von Gülle
Die Gülle wird überwiegend als wirtschaftseigener Dünger auf den Feldern ausgebracht.
Die Ausbringung auf der Bodenoberfläche ist aus Sicht der Nährstoffeffizienz negativ zu beurteilen, da die leichtlöslichen Stickstoffverbindungen verloren gehen. Eine Verbesserung ist die schnelle Einarbeitung in den Boden.
Vor der Ausbringung können die enthaltenen Kohlenstoffverbindungen aber auch energetisch genutzt werden. Dazu wird die Gülle in einem Sammelbehälter auf ca. 38°C erwärmt und mit Mikroorganismen versetzt. Diese bauen die Kohlenstoffverbindungen ab und bilden dabei Gase, überwiegend Methan. Das Biogas wird aufgefangen und in einem Verbrennungsmotor verbrannt. Durch die Motorbewegung entsteht Elektrizität. Biogas zählt zu den regenerativen Energien und seine Einspeisung in das öffentliche Stromnetz muss von den Elektrizitätsunternehmen mit einem gesetzlich geregelten Entgelt bezahlt werden (Erneuerbare-Energien-Gesetz).
Sämtliche Nährstoffe bleiben dabei erhalten und die Gülle kann danach wie üblich ausgebracht werden. Zusätzlich ändern sich die Fließeigenschaften der Gülle, da das Stroh abgebaut wurde und die Gülle dadurch besser fließt und leichter von den Pflanzen abtropft. Einige Landwirte berichten auch von geringeren Geruchsbelastungen.
Je nachdem von welcher Tierart die Gülle stammt, unterscheiden sich die Nährstoffgehalte. Das muss bei der Ausbringung berücksichtigt werden.
Probleme und Kritiken
Mensch und Gesundheit
Da die Gülle auf Grünland nicht untergepflügt werden kann, kann es bei ihrer Ausbringung zu starken Geruchs- und möglicherweise auch zu Gesundheitsbelastungen für die Anwohner kommen. Vor allem in den Marschgebieten von Schleswig-Holstein, wo die Grünlandwirtschaft überwiegt, ist die Belastung hoch, ebenso im Oldenburger Münsterland (Niedersachsen; vgl. Landkreis Vechta).
Massive Probleme mit Gülle entstehen immer da, wo es durch Massentierhaltung zu großen Tierkonzentrationen kommt.
Mensch und Umwelt
Die Auswirkungen auf die Umwelt sind nicht zu vernachlässigen. (Ammonium, Nitrat) und andere Inhaltsstoffe können in das Grundwasser einsickern und durch Abschwemmung (Erosion) in Oberflächengewässer eingetragen werden, wodurch sie letztendlich in das Meer gelangen.
Im Sommer 2002 kam es dadurch zu einem starken Fischsterben vor der dänischen Küste und im Sommer 2003 zur Algenplage an den deutschen Küsten.
Mit viel Geld werden Kläranlagen gebaut, um die Umwelt zu schützen, bei der Landwirtschaft wird dies jedoch in Gebieten mit starkem Viehbesatz nicht berücksichtigt, da die Gülleausbringung häufig über das natürlichen Aufnahmevermögen der Böden bzw. des Bewuchses hinausgeht und in Folge dessen die Gewässer verschmutzt.
Siehe auch
- Güllegrube
- Biogas
- Jauche
Weblinks
- [http://bundesrecht.juris.de/bundesrecht/d_ngev/index.html Düngeverordnung (DüngeV) (Deutschland)]
- [http://www.umweltfibel.de/bremer/bre_bv_3.htm Beispiel für Gülleverordnung (Land Bremen)]
Kategorie:Biomasse
Kategorie:Dünger
Kategorie:Sekundärrohstoff
Kategorie:Nicht essbares Tierprodukt
SilageDefinition
Silage ist durch Milchsäuregärung konserviertes hochwertiges Grünfutter für Nutztiere, hier vor allem Wiederkäuer und insbesondere Rinder, da diese durch die Fermentation im Pansen in der Lage sind, Struktur-Kohlenhydrate zu verdauen. Für diese Art der Konservierung sind grundsätzlich alle Grünfuttermittel geeignet: unter anderem Gras, Mais, Klee, Luzerne, Ackerbohnen, Hafer und Rübenblätter.
Inhaltsstoffe
Anzustrebende Inhaltsstoffe für eine gute Silage für Milchvieh sind:
dient dem Zeilenumbruch, bitte nicht entfernen
Mais hat den höchsten Energiegehalt aufgrund der Stärke gefolgt von reiner Grassilage. Luzerne oder Klee sind proteinreich und haben weniger Energie. Der Rohprotein- und Rohfasergehalt sind abhängig vom Wuchsstadium zum Erntezeitpunkt.
Der Rohfasergehalt steigt mit dem Alter an, der Rohproteingehalt sinkt hingegen ab. Der Rohaschegehalt ist abhängig von der Verschmutzung der Silage mit Sand oder Schmutzpartikeln und lässt damit Rückschlüsse auf die Ernte zu.
Der Trockensubstanzgehalt variiert zwischen 30% und 45% und beeinflusst Silierung. Er ist abhängig von der Trocknungsdauer auf der Wiese.
Fütterung
In der Milchviehfütterung ist Maissilage neben Grassilage das am häufigsten verwendete Futtermittel. Die Vorteile gegenüber dem Heu sind die höhere Witterungsunabhängigkeit, höhere Schlagkraft und die geringeren Bröckelverluste. Die Futterration wird in Bezug auf die Proteinversorgung meistens mit importiertem Sojaextraktionssschrot ausgeglichen.
Wenn die Silage hohe Rohfaser- und Eiweißgehalte aufweist, eignet sie sich nur bedingt für den Einsatz in der Pferdefütterung. Soll Silage in der Pferdefütterung eingesetzt werden, wird sie daher später geerntet (siehe auch Heulage).
In Gebieten mit einer hohen Bedeutung der Käseherstellung, wird auf die Fütterung von Silage verzichtet, da die Hartkäseherstellung durch aus der Silage in die Milch übertragene Clostridien deutlich erschwert wird.
Ablauf der Silierung
Das Pflanzenmaterial wird luftdicht abgeschlossen, verdichtet und gelagert. Dabei werden pflanzeneigene Enzyme sowie aerobe und fakultativ anaerobe Mikroorganismen (Bakterien, Hefen, Schimmelpilze) unterdrückt. Die Milchsäurebakterien wandeln den Zucker in Säure um und der pH-Wert fällt auf typischerweise 4,0 - 4,5 ab. Dadurch werden weitere gärschädliche Bakterien am Wachstum gehindert: Coli-aeorogene Gruppe, Listerien und Clostridien.
Hemmende Faktoren
Ein zu hoher pH-Wert kann aufgrund zu hoher Pufferkapazität (zu hoher Gehalt an Protein, Ammoniak und basischen Aschebstandteilen) entstehen. Ist der Trockensubstanzgehalt zu niedrig (< 30%), ist auch die Nährstoffkonzentration zu gering und die Milchsäurebakterien finden zu wenig Kohlenhydrate.
Lange Pflanzenteile (> 5cm) und eine lange Befüllzeit (> 2 Tage) erhöhen die Luftzufuhr und begünstigen so die Atmung des Materials. Dadurch wird der Kohlenhydratanteil weiter reduziert.
Silierhilfsmittel
Silierhilfsmittel können die Qualität einer Silage verbessern, sie können aber keine Fehler ausgleichen. In Deutschland lässt die Deutsche Landwirtschaftsgesellschaft (DLG) Silierhilfsmittel auf Wirksamkeit bei Silier- und Fütterungsversuchen prüfen. Sie teilt die Silierhilfsmittel in vier Wirkungsrichtungen ein:
- Verbesserung des Gärverlaufs
- Verbesserung der aeroben Stabilität
- Reduzierung des Gärsaftanfalls
- Steigerung der Futteraufnahme
- Anhebung der Verdaulichkeit (v.a. der Rohfaser bzw. NDF)
- Zusätzliche Wirkungen (z. B. Clostridien-Hemmung)
Die Silierhilfsmittel gibt es in flüssiger und fester Form, wobei die flüssige Form besser in das Material gemischt werden kann, einfacher zu dosieren ist und bei Trockensubstanzgehalten >45% ausschließlich eingesetzt werden sollte.
Enzyme in der Silage
Die neuen biologischen Siliermittel enthalten neben Bakterienkulturen auch Enzyme.
Ein korrekter Siliervorgang ist in erster Linie dadurch gekennzeichnet, dass der pH-Wert rasch absinkt. Diese Ansäuerung wird durch natürlich vorkommende oder zudosierte Bakterien verursacht, die Kohlenhydrate zu konservierenden Säuren, idealer weise Milchsäure, verarbeiten. Jedoch können diese kleinen Helfer keine langkettigen Kohlenhydrate der Rohfaser wie Zellulosen oder Hemizellulosen verwerten. Sie benötigen leicht verfügbare Zucker, wie sie reichlich in Mais und Getreide aber wenig im Gras vorkommen. Wer füttert also die Bakterien in der Grassilage?
In der Vergangenheit wurde dieser Aufgabe durch den Einsatz von Melasse begegnet. Da jedoch der Zusatz von Melasse als Bakterienfutter abgesehen von den hohen Kosten ein Risiko für die Stabilität des Siliervorgangs und der fertigen Silage darstellt, wird modernen biologischen Siliermitteln eine Kombination verschiedener Enzyme zugesetzt.
Enzyme sind im Wesentlichen kleinste Eiweißbausteine mit der Eigenschaft, Molekülverbindungen in organischen Strukturen wie Proteinen und Kohlenhydraten zu „knacken“. Ohne Enzyme gäbe es keine biologischen Vorgänge und kein Leben. Ihr Name setzt sich aus den Strukturen, die sie angreifen sollen und der Wortendung „-ase“ zusammen. Hemizellulase spaltet den Faserbestandteil Hemizellulose, Zellulase bricht Zellulose, Amylase spaltet Stärkeamylose, Protease die Proteine und Pentosanasen spalten die für Bakterien unverdaulichen 5-fach-Zucker-Verbindungen der Faser.
Für ihre Wirksamkeit benötigen die einzelnen Enzyme jeweils eine ausreichende Dosierung und ein optimales Milieu. Je nach Herkunft, Herstellungsform und Aufgabe zeigen Enzyme unterschiedliche Toleranzen gegenüber dem pH-Wert, der Temperatur und Lösung des Substrats in dem sie wirken. In der Silage sind weder der pH-Wert noch Feuchtigkeit oder Temperatur konstant und stellen somit hohe Anforderungen an die Art der eingesetzten Enzyme. Es reicht also nicht, dass ein Siliermittel beispielsweise einfach Zellulase enthält, denn die genaue Herkunft und Aktivität des Enzyms sind ebenfalls entscheidend.
Die Herstellung einzelner Enzyme geschieht durch die Zucht von Bakterien oder Pilzen, die diese Substanzen beinhalten oder ausscheiden und extrahierbar sind. Das älteste Verfahren der Enzymproduktion ist übrigens das Mälzen der Braugerste. Der Ansatz über gentechnisch veränderte Mikroorganismen neue stabilere Enzymgenerationen zu kreieren, ist weit verbreitet, aber auch die Wiederentdeckung natürlicher Gärungsverfahren ermöglicht die Herstellung neuer Enzymgenerationen, die den Ansprüchen ihres Aufgabenbereichs entgegenkommen. Siliermittel aus nicht-gentechnisch veränderten Organismen sind nach den EU-Richtlinien sogar für die Ökolandwirtschaft zugelassen.
Durch die Anwesenheit der Enzyme im Siliergut werden die Kohlenhydrate langsam und kontinuierlich aufgespaltet und somit die gewünschten Silierbakterien „löffelchenweise“ gefüttert. Das ist sehr wichtig, denn zum einen verlieren diese Bakterien nicht ihre Nahrungsgrundlage bei fortgeschrittener Silierung und zum anderen wird ein Zuckerschock wie bei der Zugabe von Melasse vermieden. Eine rasche Anflutung von Zucker in der Silage ist nicht erwünscht, da diese Zucker auch das Wachstum unerwünschter Bakterien wie den Clostridien fördern. Nach einigen Wochen Silierzeit und nach der Einstellung eines stabilen, niedrigen pH-Wertes werden Enzyme denaturiert. Das heißt, sie lösen sich auf und sind zum Zeitpunkt der Fütterung nicht mehr nachweisbar.
Silagequalität
Eine sinnliche Beurteilung erfolgt durch das Riechen und Sehen. Riecht die Silage nach Butter- oder Essigsäure oder verbrannt, ist die Gärung misslungen. Schimmel oder starkte Verunreinigungen lassen sich optisch erkennen und beurteilen. Die länge der Pflanzeteile lässt eine grobe Aussage auf die Strukturwirkung der Silage zu.
Fehler bei der Silierung machen die Silage ungenießbar und bergen die Gefahr von Erkrankungen durch toxische Ausscheidungsprodukte von Bakterien (z. B. Botulismus).
Der „DLG-Schlüssel zur Bewertung von Grünfuttersilagen auf der Basis der chemischen Untersuchung nach Weißbach und Honig 1997“ bietet konkrete Hinweise für eine grundlegende und umfassende Beurteilung. Aus einer solchen Untersuchung lassen sich nicht nur Hinweise zu Futteraufnahme, Konservierungsverlusten, hygienischer Futterbeschaffenheit sowie eventuellen Risiken für Milchqualität und Tiergesundheit ableiten. Im Zusammenhang mit der Futterwertanalyse sind auch Rückschlüsse möglich auf eventuelle Fehler in Grünlandbewirtschaftung, Futterernte und Futterkonservierung sowie ihre Ursachen.
Silierverlauf, Silagequalität und deren Beurteilung
In der Praxis wird noch oft die irrige Meinung vertreten, dass eine Untersuchung der Gärqualität unnötig ist, sofern neben der Futterwertanalyse auch der pH-Wert ermittelt wird. Nach dieser Meinung garantiert ein niedriger pH-Wert unter 4,6 bereits eine gute Gärqualität.
Es besteht in der Tat ein Zusammenhang zwischen pH-Wert und der Gärqualität. Allerdings unterliegt der pH-Wert innerhalb der einzelnen Gärqualitätsstufen erheblichen Schwankungsbreiten. Bei sehr guter Gärqualität variiert der pH-Wert zwischen 3,4 und 5,0, bei schlechter und sehr schlechter Gärqualität zwischen 4,6 und 6,9. Damit garantiert weder ein niedriger pH-Wert eine hohe Gärqualität, noch muss bei einem hohen pH-Wert eine geringe Gärqualität vorliegen.
Eine Ursache für pH-Wertschwankungen ist der Anwelkgrad. Je stärker das Siliergut angewelkt ist, desto weniger Säure wird gebildet und desto weniger stark sinkt der pH-Wert. Auch wenn die Wahrscheinlichkeit für sehr gute Gärqualitäten bei 30 – 40 % Anwelkgrad am größten ist, besteht kein zwingender Zusammenhang zwischen Anwelkgrad und Gärqualität einer Silage. Alle Anwelkgrade von Nassilagen bis zur Heulage kommen in allen Gärqualitätsstufen vor. Entsprechend variieren auch die pH-Werte relativ stark mit Überschneidungen in allen Gärqualitätsstufen.
Im Silierprozess wird im Siliergut enthaltener Zucker bzw. Stärke durch Bakterien umgewandelt in Milchsäure, etwas Essigsäure und, wenn der Silierprozess nicht ganz optimal verläuft, mehr oder weniger Buttersäure. Diese drei Säuren werden als Gärsäuren bezeichnet.
- Milchsäure riecht aromatisch und ist unter anderem das natürliche Konservierungsmittel von Sauerkraut und Silagen. Sie wird durch Milchsäurebakterien gebildet. Je nach Anwelkgrad werden Gärschädlinge wie Clostridien, Hefen und koliforme Keime unterhalb eines pH-Wertes von etwa 4,2 (Nassilagen) bis 5,1 (stark angewelkte Silage mit 50 % TM) so sehr gehemmt, dass die Silagen mit relativ hoher Sicherheit stabil sind (Weißbach 1968). Bei einem Anwelkgrad um 30 – 40 % kann der pH-Wert bis etwa 4,0 – 4,5 absinken. Dann stellen auch die Milchsäurebakterien ihre Arbeit ein. Aus diesem Grunde sind mit chemischen Mitteln konservierte Silagen nahezu bis gänzlich frei von Gärsäuren.
- Essigsäure ist von stechendem Geruch und findet unter anderem in der Küche Verwendung zum Konservieren und Verfeinern von Lebensmitteln. Sie durchdringt Zellwände von Mikroorganismen und denaturiert die Zellproteine. Aus diesem Grunde sind geringe Essigsäuregehalte in Silagen durchaus erwünscht.
- Buttersäure riecht stark nach Erbrochenem und reizt Augen und Atemwege. Buttersäurebakterien sind unter anderem im Pansen von Wiederkäuern oder dem menschlichen Dickdarm an der Verdauung von Cellulose beteiligt. Aufgrund ihres Geruches findet Buttersäure keine Verwendung in der Küche, jedoch liefern Buttersäureester Aromastoffe für die Lebensmittel- und Parfumindustrie. In Silagen ist Buttersäure unerwünscht.
Nassilagen neigen aufgrund der puffernden Wirkung des Wassers sowie geringer Zuckergehalte oft zu Essig- und Buttersäuregärung. Die pH-Wertabsenkung ist in diesem Falle nicht so hoch wie bei der Milchsäuregärung. Zudem kann in diesen Silagen Milchsäure bakteriell in Essig- und Buttersäure überführt werden.
Zu stark angewelktes Siliergut bietet, insbesondere bei unzureichender Verdichtung, gute Vermehrungsmöglichkeiten für Hefen. Diese stellen ihre Tätigkeit ein, sobald kein Sauerstoff im Silo mehr vorhanden ist. Die Milchsäurebakterien senken in diesen Silagen zwar den pH-Wert ab, jedoch ist bei Öffnen der Miete mit einem starken Wachstum der Hefen zu rechnen. Äußerlich macht sich dieses durch Nacherwärmung bemerkbar. Warmes Siliergut bietet gute Lebensbedingungen für koliforme Keime, die Milchsäure in Buttersäure umwandeln, so den pH-Wert erhöhen und schließlich zum Verderb der Silage führen. Zudem sind die Stoffwechselprodukte insbesondere von Hefen und anderen Pilzen toxisch. Verfüttern derart geschädigter Silagen kann bei den Tieren zu Leistungsdepressionen und Krankheit bis hin zum Tode führen.
Die Summe aus Milch-, Essig- und Buttersäure sinkt von der sehr guten bis zur verbesserungsbedürftigen Gärqualität und der pH-Wert steigt. Allerdings steigt der pH-Wert auch noch von der verbesserungsbedürftigen zur schlechten und sehr schlechten Gärqualität an, obwohl gleichzeitig der Gärsäuregehalt ebenfalls ansteigt. Die Ursache hierfür ist, dass den wesentlichen Einfluss auf den pH-Wert die Milchsäure ausübt. Ihr Gehalt verringert sich bei mittlerer Betrachtung mit jeder Gärqualitätsstufe von der sehr guten zur sehr schlechten Gärqualität zunächst stark und schließlich nur gering. Dagegen sind die Veränderungen der Gehalte an Essig- und Buttersäure wesentlich geringere. Der Essigsäuregehalt bleibt in der sehr guten bis verbesserungsbedürftigen Gärqualität mit 0,8 – 1,0 % relativ konstant und steigt bei schlechter und sehr schlechter Gärqualität auf 1,5 % an. Der Buttersäuregehalt steigt mit abnehmender Gärqualität von 0,24 auf etwa 1 % an.
Bei Betrachtung der Gärsäuremuster, also der Anteile der einzelnen Gärsäuren am gesamten Gärsäurespektrum, in Abhängigkeit von der Gärqualität wird deutlich, dass die Dominanz der Milchsäure als Träger von Gärqualität und Stabilität der Silage mit abnehmender Gärqualität zusehends verloren geht. Das Gärsäuremuster hervorragender Silagen besteht zu 80 – 100 % aus Milchsäure. Ferner kann ihr Gärsäuremuster 10 – 20 % Essigsäure und maximal 5 % Buttersäure enthalten. Mit abnehmender Gärqualität gleichen sich die Anteile der einzelnen Gärsäuren innerhalb des Gärsäuremusters zusehends an, bis bei sehr schlechter Gärqualität Milch-, Essig- und Buttersäure annähernd zu gleichen Anteilen im Gärsäuremuster vertreten sind.
Die Untersuchung der Gärqualität umfasst mehr als nur Messungen von Milch-, Essig-, Buttersäuregehalt, Ammoniakanteil am Gesamtstickstoff und pH-Wert. Sie wird ergänzt durch die Sinnenprüfung auf etwaigen Schimmelbefall, bakterielle Zersetzung usw. Auf Grundlage all dieser Untersuchungen erfolgt die Qualitätsbewertung nach dem „DLG-Schlüssel zur Bewertung von Grünfuttersilagen auf der Basis der chemischen Untersuchung nach Weißbach und Honig 1997“. Aus einer solchen umfassenden Untersuchung lassen sich nicht nur Hinweise zu Futteraufnahme, Konservierungsverlusten, hygienischer Futterbeschaffenheit sowie eventuellen Risiken für Milchqualität und Tiergesundheit ableiten. Im Zusammenhang mit der Futterwertanalyse sind auch Rückschlüsse möglich auf eventuelle Fehler in Grünlandbewirtschaftung, Futterernte und Futterkonservierung sowie ihre Ursachen.
Lagerung
Ist die Silage zu feucht, entsteht unnötiger Sickersaft, der nicht in das Grundwasser gelangen darf. Der Sickersaft verbraucht sehr viel Sauerstoff im Wasser und beeinträchtigt das Gleichgewicht im Ökosystem.
Durch Luftzufuhr während der Lagerung kann es zu Nacherwärmungen kommen. Hefen vermehren sich und verbrauchen Zucker und Milchsäurebakterien. Um das zu verhindern sollte die Anschnittfläche der Silage möglichst klein und der Vorschub groß (im Sommer mind. 2,5 m je Woche, im Winter 1,5 m je Woche) sein.
Es gibt folgende Formen der Lagerung:
- Hochsilo
- Fahrsilo/Flachsilo
- Ballen/Schlauchsilo
Beim Hochsilo handelt es sich um einen zylindrischen Hohlkörper, der von oben mit dem Material befüllt wird. Der Vorteil ist, dass das Material durch das Eigengewicht gut verdichtet wird und luftdicht gelagert werden kann. Nachteilig sind die sehr hohen Baukosten.
Das Fahrsilo ist ebenerdig (teilweise mit befestigtem Untergrund) und kann seitlich von Wänden begrenzt sein. Das Material wird in Längsrichtung aufgebracht und verdichtet. Abgedichtet wird es mit speziellen Folien. Als unterste Folie eine dünne Unterziehfolie, die durch die Restatmung angesaugt wird, gefolgt von einer dicken Deckfolie die schwarz oder weiß sein kann. Diese kann noch durch Netze gegen Vogelfraß geschützt werden und mit Reifen oder Sandsäcken beschwert werden. Die Vorteile sind die hohe Schlagkraft und die je nach Ausführung sehr geringen Baukosten. Nachteilig ist im Gegensatz zu den Ballen, dass jeweils ein komplettes Silo gefüllt werden muss und die Verdichtung und der luftdichte Abschluss problematisch sein können.
Ballen gibt es als Rund- oder Quaderballen. Sie werden in einer Ballenpresse aufgewickelt und verdichtet und mit einem weiteren Gerät mit Folie verschlossen. Beim Schlauchsilo, das erst mit Beginn des 21. Jahrhunderts in Deutschland Verbreitung findet, wird das Material mit einer speziellen Presse in einen langen Schlauch gepresst. Im Unterschied zu den Ballen ist die Silage dann nicht mehr in einfachen Portionen zu transportieren, aber der Platz- und Folienbedarf ist geringer.
Literatur
- Briemle, G., M. Elsässer, T. Jilg, W. Müller & H. Nussbaum (1996): Nachhaltige Grünlandbewirtschaftung in Baden-Württemberg. - in: Nachhaltige Land- und Forstwirtschaft; Springer Verlag, Berlin, Heidelberg, New York (1996): 125-256 (ISBN 3540610901)
Weblinks
- [http://www.LVVG-BW.de/ Fachberatung]
Kategorie:Futtermittel
Kategorie:Haus- und Heimtierhaltung
Grönland---Sidenote START---
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Grönland (auf Grönländisch Kalaallit Nunaat- "Land der Menschen", dänisch Grønland - "Grünland") ist die größte Insel der Erde. Geographisch wird sie zum arktischen Nordamerika gezählt, politisch ist sie autonomer Bestandteil des Königreichs Dänemark. Seit 1979 besteht das Autonomie-Statut (hjemmestyreloven), seit 1985 ist Grönland nicht mehr Mitglied der Europäischen Gemeinschaft.
Größere Orte sind die Hauptstadt Nuuk (Godthåb), Aasiaat (Egedesminde), Uummannaq, Qasigiannguit (Christianshåb), Ilulissat (Jakobshavn), Sisimiut (Holsteinsborg), Maniitsoq (Sukkertoppen), Tasiilaq (Ammassalik), Narsaq, Upernavik, Nanortalik, Paamiut (Frederikshåb), Qaqortoq (Julianehåb).
Ebenfalls den Stadtstatus haben Ivittuut, Kangaatsiaq, Qaanaaq (Thule), Ittoqqortoormiit (Scoresbysund).
Die internationalen Flughäfen sind Kangerlussuaq (Søndre Strømfjord, bei Sisimiut, Anbindungen an Dänemark), Narsarsuaq (bei Narsaq, Anbindungen an Island und Dänemark), Kulusuk (bei Tasiilaq, Anbindung an Island), und Constaple Point bei Ittoqqortoormiit (Scoresbysund, Anbindungen an Island).
Siehe auch: Städte in Grönland.
Bevölkerung
Etwa 20 Prozent der Bevölkerung sind außerhalb des Landes geboren. 87% gelten als Grönländer (Nachfahren der Kalallit). Aufgrund der andauernden Rückwanderung europäischer Bewohner bleibt die Bevölkerungszahl fast konstant. 98 Prozent der Bevölkerung sind protestantisch.
Die Inuit Grönlands werden in drei Gruppen unterteilt. Den Hauptteil stellen die Westgrönländer dar, die an der Westküste zwischen Upernavik und Nanortalik leben. Die Ostgrönländer, die in den Kommunen Tasiilaq und Ittoqqortoormiit leben, trafen erst vor etwa 100 Jahren auf Europäer. Die Nachfahren der letzten Einwanderungswelle von Inuit aus Kanada stellen die Polarinuit (Inughuit) dar, die in Avanersuaq leben.
Vor allem in den größeren Orten Grönlands lebt auch eine dänische Minderheit. Diese Minderheit ist zu 90% in Nuuk zu finden. Auch ein noch kleinerer Teil Deutsche lebt in Nuuk.
Regierung
Grönland ist demokratisch verfasst. Das Parlament (Landsting) wird alle vier Jahre gewählt und wählt seinerseits den Premierminister und die Regierung (Hjemmestyre). Grönland ist durch zwei direkt gewählte Abgeordnete im dänischen Parlament vertreten.
Die grönländische Regierung und das Landsting verwalten die grönländischen Angelegenheiten. Dies geht bis in den Bereich der Gesetze und Rechtsprechung. Dänische Gesetze können vom Landsting übernommen werden. Die Landesverteidigung obliegt Dänemark, die Außenpolitik ist weitgehend von Dänemark übernommen, es gibt spezielle Aspekte grönländischer Außenpolitik, beispielsweise die Beziehungen zu anderen Inuit-Regionen oder die Nichtmitgliedschaft in der EU.
Im Jahre 2006 soll ein Referendum den künftigen Status der Insel bestimmen. Gegenwärtig wird durch die Erschließung von Rohstoffen versucht, sich wirtschaftlich weiter von Dänemark zu lösen.
Geschichte
- Um 3000 v. Chr. wanderten die Vorfahren der ersten Inuit über die Beringstraße aus Asien nach Alaska.
- Um 2500 v. Chr. gab es die ersten Einwanderungswellen von Indianern nach Grönland (Sarqaq-Kultur). Bereits aus dieser Zeit sind Jagdplätze zum Beispiel in der Disko-Bucht und bei Qaja in der Nähe des Jakobshavn-Isfjords nachgewiesen.
- 500 v. Chr. bis 1000 indianische Dorset-Kultur.
- Um 875 entdeckte der Wikinger Gunnbjørn die Insel und nannte sie Gunnbjørnland.
- 982 musste Erik der Rote aus Island fliehen und landete schließlich im Südwesten von Grönland. Er gab der Insel ihren Namen. Mit seinen Gefolgsleuten besiedelte er ab 986 die Gegend um Brattahlid.
- 986 erreichten nur 14 von 25 isländischen Auswandererschiffen mit 700 Menschen an Bord Grönland.
- Aus der Zeit um 1000 sind im Süden Wohn- und Kirchenruinen nordländischer Siedler erhalten.
- 1000 kehrte Leif Eriksson, der Sohn Eriks des Roten, von Norwegen, wo er Christ wurde, mit einem Missionar nach Grönland zurück. Die grönländischen Wikinger wurden Christen und errichteten die erste Kirche.
- Um 1000 entdeckte Leif Eriksson von Grönland kommend Nordamerika (Vinland). Die Handelsbeziehungen mit Vinland dauerten bis ins 14. Jahrhundert.
- Ab etwa 1000 wanderten Inuit aus Alaska und Nordkanada ein (Thule-Kultur).
- 1076 gab Adam von Bremen in seiner Chronik des Erzbistums Hamburg den ersten schriftlichen Nachweis über die Besiedlung und Christianisierung Grönlands, das bei ihm Gronland heißt.
- Um 1124-1126 wurde Grönland eine eigene Diözese, der Bischofssitz war in Gardar, dem heutigen Igaliku.
- 1350 berichtete der isländische Kirchenmann Ivar Bardarsson, dass die westliche Siedlung aufgegeben sei. Inuit erschienen in der Nähe des Normannengebietes und rotteten die Versterbygd-Grönländer aus.
- Von 1408 stammt die letzte schriftliche Aufzeichnung der Nordmänner, die von einer Hochzeit in der Kirche von Hvalsey berichtete. Die Kontakte mit Norwegen und Island rissen ab. Aufgrund des Verlustes der Vesterbygd, der Verbindung zu Vinland, kommt es zu vermehrtem Holzmangel.
- Um 1550 erlosch die letzte nordische Siedlung in Grönland. Ob sich die Nordmänner mit den Inuit vermischt haben oder ausgestorben sind, ist bislang ungeklärt.
- 1721 kam es durch die Landung des Missionars Hans Egede zu einer europäischen Neubesiedlung der Insel.
- Im 18. und 19. Jahrhundert wurde Grönland immer wieder von niederländischen, dänischen, deutschen und anderen Walfängern besucht. Die Grönlandfahrt trug wesentlich zur wirtschaftlichen Entwicklung Flensburgs bei, das damals zweitgrößter Hafen Dänemarks war.
- 1814 wurde im Frieden von Kiel die dänisch-norwegische Personalunion aufgelöst, Grönland fiel an Dänemark.
- Im ersten Weltkrieg 1914 - 1918 blieb Dänemark (und damit auch Grönland) neutral.
- 1933 gab Norwegen nach einem Schiedsspruch des Permanenten Internationalen Gerichtshofes in Den Haag zugunsten Dänemarks seine Ansprüche auf Grönland endgültig auf.
Seit dem Zweiten Weltkrieg wird Grönland insbesondere von den USA militärisch genutzt. Dabei spielt die geographische Lage Grönlands eine große Rolle.
Im Zweiten Weltkrieg wurde es vor allem als Basis für atlantiküberwachende Flugzeuge auf der Suche nach deutschen U-Booten und als Basis und Auftankstation für eigene Seemissionen benutzt. Dies wurde möglich, nachdem das Deutsche Reich Dänemark kampflos besetzte, da Grönland politisch zu Dänemark gehört. Es gab darüber hinaus auch deutsche Versuche, die Insel zur Errichtung von Wetterstationen zu nutzen, die allesamt scheiterten.
Ab 1945 bauten die USA an größeren Luftstützpunkten in Grönland wie der Thule Air Base, denn im Kalten Krieg spielte die Nähe zur UdSSR quer über den Nordpol eine wichtige Rolle. Zwar ist diese Nähe weder für Schiffe noch für Bodeneinheiten nutzbar, aber durchaus der Luftraum für Flugzeuge und Raketen. Ein Vertrag über die gemeinsame Verteidigung der Insel zwischen den USA und Dänemark wurde 1951 geschlossen, 1953 wurde Grönland integraler Bestandteil von Dänemark.
1979 erlangte Grönland eine Selbstverwaltung und die innere Autonomie mit eigenem Parlament und eigener Regierung. 1982 gab es eine Volksabstimmung über den Austritt aus der Europäischen Gemeinschaft, der 1985 Grönland vollzogen wurde, in erster Linie wegen der Überfischung grönländischer Gewässer durch damals westdeutsche Fangflotten. Grönland genießt allerdings weiterhin den Status eines überseeischen EU-Territoriums mit den Vorteilen einer Zollunion.
Nach dem Ende des Kalten Krieges verblasste die militärische Bedeutung Grönlands, allerdings gibt es Bemühungen seitens der USA, auf Grönland Bodenstationen für den geplanten US-Atomraketenabfangschild errichten zu dürfen.
Geografie
Grönland reicht von 59°50' nördlicher Breite (Kap Farvel) bis 83°37' nördlicher Breite (Kap Morris Jesup), ist 2.650 km lang und bis 1.000 km breit. Grönlands Nordküste ist mit 710 km Abstand das dem Nordpol am nächsten gelegene Festland.
Im Norden der Insel liegt der vereiste Arktische Ozean. Im Osten grenzt sie an die Grönlandsee und an die Irminger See sowie im Westen an die Davisstraße und die Baffinbai, alles Randmeere des Atlantiks. Im Nordwesten geht Grönland in die sehr zerklüftete und äußerst weitläufige Inselwelt der Königin-Elizabeth-Inseln über.
Grönland hat überaus große Eisvorkommen. Das bis zu 3000 m mächtige, durchschnittlich 1500 m starke) Inlandeis bewegt sich an den Küsten zum Meer und lässt oft Eisberge von mehreren Kilometern Länge entstehen. Lediglich etwa 341.700 km² der Fläche Grönlands sind eisfrei. In Grönland befinden sich mit 4.000 m die zweitgrößten Eishöhen der Welt, nur die Antarktis weist noch größere auf. Würde das gesamte Inlandeis Grönlands schmelzen, so würde der Wasserstand weltweit um 6 m steigen. Das Inlandeis ist weniger eine Folge des heutigen Klimas, vielmehr ist es ein Überbleibsel der letzten Eiszeit vor circa 10.000 Jahren.
Eiszeit
Grönland ist ein im Süden leicht gewelltes Hochland, das an der Küste durch zahlreiche Fjorde, Buchten und Meeresstraßen gegliedert ist. Im Zentrum und im Norden besteht der Untergrund aus einem riesigen, zum Teil unter dem Meeresspiegel liegenden, Becken. Grönland umsäumen an seinem Hochlandsrand sehr hohe Berge und Gebirge, die im Gunnbjörn am Ostrand der Insel bis zu 3.700 m hoch aufragen. Höchste Erhebung ist der 3.753 m hohe Gunnbjørn Fjeld, der alternativ auch als Hvitserk bezeichnet wird.
In Grönland herrscht polares und subpolares Klima, das an der Westküste durch den Golfstrom gemildert wird. Die Temperatur auf dem Inlandeis hat ein absolutes Temperaturminimum von -70 °C; im Sommer kommt sie bis an 0 °C heran. Die Küstenstreifen, an der Westküste bis 150 km breit, und alle vorgelagerten Inseln sind eisfrei und haben Tundravegetation, die nach Norden hin stark abnimmt.
Die Städte und Siedlungen liegen durchweg im eisfreien Künstenstreifen, aus klimatischen Gründen überwiegend an der Westküste. Im küstenfernen Inlandeis wurden zeitweilig Forschungsstationen wie Eismitte und North Ice unterhalten.
Tierwelt
Der bekannteste Vertreter der grönländischen Tierwelt ist der Eisbär (Ursus maritimus, grönlandisch: Nanoq). Dieser hat seinen eigentlichen Lebensraum in erster Linie im äußersten Norden und im nordostgrönländischen Nationalpark, dem größten Nationalpark der Welt. Mit dem Treibeis, welches mit dem Ostgrönlandstrom um Kap Farvel bis nach Südgrönland kommt, gelangen Eisbären auf der Jagd nach Robben bis in den äußersten Süden (Nanortalik), und mit anderen Treibeisströmungen nach Upernavik in Nordwestgrönland.
Der zweitgrößte Landsäuger Grönlands ist der Moschusochse (Ovibos moschatus), der ursprünglich nur in Nordostgrönland vorkam, wo er in oft großen Herden anzutreffen ist. Der Moschusochse wurde jedoch auch an der Westküste ausgesetzt, etwa in Kangerlussuaq, Ivittuut und bei Upernavik, wo er sich zu stabilen Beständen vermehrt hat. Rentiere (Rangifer tarandus) kommen, teilweise in großen Herden, vor allem an der Westküste vor.
Kleinsäuger wie Hermelin (Mustela erminea) und Lemming (Lemmus lemmus) leben nur in Nordostgrönland. Auch der Polarwolf (Canis lupus) kommt nur dort und im äußersten Norden vor.
Weit verbreitet sind Polarhase (Lepus arcticus) und Polarfuchs (Alopex lagopus).
Auch die Welt der Meeressäuger ist mit Minkwalen, Buckelwalen, Belugas, Schwertwalen, Narwalen, Grönlandwalen, Walrössern, Grönlandrobben, Sattelrobben, Bartrobben und Ringelrobben besonders artenreich. Die Inuit zählen auch den Eisbär zu den Meeressäugern, weil dieser die meiste Zeit seines Lebens auf dem Meer bzw. Pack- und Treibeis verbringt.
Die Vogelwelt ist ebenfalls reichhaltig. Am weitesten verbreitet sind Kolkrabe, Gryllteiste, Dreizehenmöwe, Schneeammer, Eiderente, Eistaucher, Odinshühnchen und Alpenschneehuhn.
Viele Seevögel nisten an den Vogelfelsen, die besonders groß in Upernavik, Qaanaaq und Ittoqqortoormiit sind. Wichtiger Brutvogel ist die Dickschnabellumme (Uria lomvia), deren größte Kolonien im Upernavik-Distrikt liegen. Es gibt weitere Kolonien in den Distrikten Qaanaaq, Ilulissat (Ritenbenk/Appat), Maniitsoq, Nuuk, Ivittuut, Ittoqqortoormiit und im Archipel Ydre Kitsitsut, welches zu Qaqortoq gerechnet wird. Trottellummen (Uria aalge) sind vergleichsweise selten und kommen an einigen Vogelfelsen in Südwestgrönland vor. Der hocharktische Krabbentaucher (Alle alle) kommt in riesigen Kolonien bei Qaanaaq und Ittoqqortoormiit vor. Es gibt kleinere Kolonien bei Upernavik (Horse Head) und in der Diskobucht (Grönne Ejland). Der Papageitaucher (Fratercula arctica) hat für nordatlantische Verhältnisse eher kleinere Kolonien in Grönland, etwa bei Aasiaat, Upernavik, Nuuk, auf Ydre Kitsitsut (Qaqortoq) und vor Nanortalik sowie bei Ittoqqortoormiit und Qaanaaq. Gryllteisten (Cepphus grylle) sind in ganz Grönland verbreitet und leben nicht nur an den Vogelfelsen. Weitere Bewohner der Vogelfelsen sind Dreizehenmöwen und Kormorane.
Küstenseeschwalben haben ihre größten Kolonien in der Diskobucht (Grönne Ejland). Thorshühnchen und Prachteiderenten kommen von der Diskobucht an nördlich vor. Seeadler sind vor allem in Südwestgrönland verbreitet, Falken und Skuas haben einen größeren Lebensraum.
Die Schneeeule lebt hauptsächlich in Nord- und Nordostgrönland. Auch viele Gänsearten (etwa Nonnengans, Schneegans, Meerente, Blässgans, u.a.) leben in Grönland. Die hocharktische Rosenmöwe kommt nur im äußersten Norden vor.
Kajak
Das Wort „Kajak“ kommt aus dem Grönländischen. Dieses Boot wurde hier schon sehr früh als Mittel für die Jagd im Sommer benutzt. Im Gegensatz zum Umiaq, dem Frauen-Boot, war das Kajak sehr schmal und genau dem Körper einer bestimmten Person angepasst. Im Winter diente der Hundeschlitten der Jagd.
Auch wenn Motorboot, welches von der Form her dem Umiaq entspricht, und Snowscooter die traditionellen Jagdmittel größtenteils abgelöst haben, werden diese nach wie vor, vor allem in den entlegenen Regionen wie Qaanaaq, Ittoqqortoormiit und in den Dörfern bei Upernavik, benutzt.
Kultur und Sport
Universität
An der Universität „Ilisimatusarfik“ in Nuuk studieren etwa 120 Studierende, davon wenige Ausländer. In den Studienfächern Verwaltung, Kultur- und Sozialgeschichte Grönlands sowie Grönländische Sprach-, Literatur- und Medienstudien können Bachelor- und Master-Abschlüsse erworben werden. Außerdem gibt es das Studienfach Theologie. Unterrichtet wird größtenteils auf Dänisch, in einigen Kursen auch auf Grönländisch.
Fußball
Siehe auch: Fußball in Grönland
Grönland ist bisher nicht Mitglied der FIFA. Ein Beitritt wird zwar anvisiert, UEFA und FIFA sperren sich aber bisher. Das grönländische Nationalteam wird von Sepp Piontek trainiert. Im Jahr 2001 fand ein Länderspiel gegen eine Auswahl aus Tibet statt, das ebenfalls keine offizielle Nationalelf hat, da es in den 1950er Jahren von der Volksrepublik China okkupiert wurde.
Kunsthandwerk
Siehe: Tupilak
Der Weihnachtsmann von Grönland
Nach Angaben der dänischen Botschaft in Deutschland erreichen jedes Jahr tausende Briefe das Weihnachtspostamt des Weihnachtsmanns in Grönland, weil viele Kinder auf der Welt glauben, der Weihnachtsmann wohne in Grönland. Im Sommer kann man sein Haus besichtigen. Es liegt einen kleinen Spaziergang außerhalb der Ortschaft Uumannaq, unterhalb des markanten Robbenherzberges.
Grönland hat darauf reagiert und dem Weihnachtsmann eine eigene Website eingerichtet. Es dürfte die meistbesuchte Website mit der Top-Level-Domain .gl sein: http://www.santa.gl/
Sonstiges
Grönland heißt auch ein Ortsteil von Sommerland in Schleswig-Holstein.
Literatur
Grönland (ISBN 3-7701-4423-6) ein Reiseführer durch Grönland
Weblinks
- [http://dk.nanoq.gl/enhed.asp?page=enhed&objno=522 Grönländische Regierung] (inuktitut, dänisch, englisch)
- [http://www.greenland-guide.gl/ Grönländische Touristen-Informationen] (englisch)
- [http://www.um.dk/deutsch/daenemark/enzyklopaedie/kap7/7-1-8.asp Königlich Dänisches Ministerium des Äußeren]
- [http://news.bbc.co.uk/1/hi/world/europe/country_profiles/1023393.stm Profiles at BBC] (englisch)
- [http://www2.daenemark.org/tysk/tekst.php?id=109 Dänische Botschaft über den Weihnachtsmann in Grönland]
- [http://www.arc-pic.com/ Fotos aus Grönland]
- [http://www.ilisimatusarfik.gl/ Universität von Grönland]
- [http://www.maxweise.de/Greenland/ Grönlandfotos mit einigen Panoramen]
Kategorie:Insel (Nordamerika)
Kategorie:Insel (Arktis)
Kategorie:Insel (Grönland)
!,Grönland
Kategorie:Dänemark
Kategorie:Ehemalige Kolonie
Kategorie:Abhängiges Gebiet (Dänemark)
Kategorie:Glaziologie
ja:グリーンランド
ko:그린란드
simple:Greenland
zh-min-nan:Chheⁿ-tē
Skandinavien
Skandinavien ist ein Begriff für eine geographische Region. Es umfasst, Dänemark, Norwegen und Schweden, die sich durch ähnliche Sprachen von den benachbarten, durch die Geschichte verbundenen heutigen Staaten Nordeuropas unterscheiden, mit Ausnahme von Island und den Färöern. Deren Sprachen (Isländisch als Landes- wie Amtssprache, Färöisch als Landessprache, aber nicht als Amtssprache) werden ebenfalls zu den skandinavischen Sprachen gezählt.
Die Nordischen Länder umfassen darüberhinaus Finnland, Island, Grönland und die Färöer. In diesen Ländern wird neben den anderen Sprachen auch Schwedisch bzw. Dänisch (Schwedisch in Finnland als zweite Landes- wie Amtssprache und Dänisch in Grönland und auf Färöern als Amtssprache) gesprochen. Alle Nordischen Länder sind Mitglieder des Nordischen Rats.
Manchmal wird im deutschen Sprachgebrauch auch Finnland zu Skandinavien gezählt. Skandinavien und Finnland werden allerdings korrekterweise unter dem Begriff Fennoskandinavien zusammengefasst.
Finnland bildete jahrhundertelang die Osthälfte Schwedens (lat. Ostrobothnia, schwed. Österbotten). Auch gibt es in Finnland eine trotz kleinem Bevölkerungsanteil politisch nicht unbedeutende schwedische Minderheit, und Schwedisch (Finnlandschwedisch) ist zweite Landessprache in Finnland. Die finnische Sprache unterscheidet sich allerdings sehr vom Schwedischen und zählt nicht zu den germanischen, noch nicht einmal zu den indogermanischen Sprachen, sondern zur Familie der finnougrischen Sprachen, zu der auch Ungarisch zählt. Aufgrund der langen gemeinsamen Geschichte hören es manche Finnen nicht gerne, mit den Schweden begrifflich subsumiert zu werden. Genauso wenig wie manche Schweden mit Finnland in Verbindung gebracht werden wollen.
Im Norden Schleswig-Holsteins (Südsch |