Home About us Products Services Contact us Bookmark
:: wikimiki.org ::
Grünzug

Grünzug

Als Grünzug werden in der Raumordnung und der Landschaftsplanung zusammenhängende nicht bebaute Gebiete bezeichnet, die
- zur Vernetzung von Biotopen
- und/oder Gliederung der Siedlungsflächen dienen. Alltagssprachlich wird damit meist ein langstrecktes, häufig parkähnliches Gebiet gemeint, das oft einen hohen Erholungs- und Freizeitwert hat. In der Regel umfassen Grünzüge hauptsächlich Biotopflächen, sie können aber beispielsweise auch land- oder forstwirtschaftlich genutzte Flächen, Parks oder Sportanlagen beinhalten. In der Raumordnungsplanung wird in der Regel eine Mindestbreite von 1.000 m für Grünzüge angesetzt, bei einer hohen Vielfalt der enthaltenen Biotoptypen oder engen räumlichen Verhältnissen kann dieser Wert aber auch unterschritten werden. Kategorie:Raumplanung Kategorie:Naturschutz

Raumordnung

Raumordnung in Deutschland

Unter Raumordnung ist die planmäßige Ordnung, Entwicklung und Sicherung von größeren Gebietseinheiten (Regionen, Länder, Bundesgebiet) zur Gewährleistung der bestmöglichen Nutzung des Lebensraumes zu verstehen. Gesetzlich geregelt ist die Raumordnung in der Bundesrepublik Deutschland im Raumordnungsgesetz (ROG). Leitvorstellung der Raumordnung ist eine nachhaltige Raumentwicklung, die die sozialen und wirtschaftlichen Ansprüche an den Raum mit seinen ökologischen Funktionen in Einklang bringen und zu einer dauerhaften, großräumig ausgewogenen Ordnung führen soll. Raumordnung ist ein komplexer Begriff, der alle Maßnahmen umfasst, die der vorsorgenden Planung einer zweckentsprechenden räumlichen Verteilung von Anlagen und Einrichtungen dienen; sie zielt auf eine im Sinn der öffentlichen Interessen liegende Ordnung des Raumes ab. Dabei sind folgende Leitvorstellungen zu beachten:
- die freie Entfaltung der Persönlichkeit in der Gemeinschaft und in der Verantwortung gegenüber künftigen Generationen ist zu gewährleisten
- die natürlichen Lebensgrundlagen sind zu schützen und zu entwickeln
- die Standortvoraussetzungen für wirtschaftliche Entwicklungen sind zu schaffen
- Gestaltungsmöglichkeiten der Raumnutzung sind langfristig offen zu halten
- die prägende Vielfalt der Teilräume ist zu stärken
- gleichwertige Lebensverhältnisse in allen Teilräumen sind herzustellen
- die räumlichen und strukturellen Ungleichgewichte zwischen den bis zur Herstellung der Einheit Deutschlands getrennten Gebieten sind auszugleichen
- die räumlichen Voraussetzungen für den Zusammenhalt in der Europäischen Gemeinschaft und im größeren europäischen Raum sind zu schaffen Um diese Leitziele zu erreichen sind raumbedeutsame Planungen und Maßnahmen abzustimmen, widersprüchliche Ansprüche an den Raum abzuwägen und die auftretenden Konflikte auszugleichen. Gleichzeitig soll Vorsorge für einzelne Raumfunktionen und Raumnutzungen getroffen werden. Die Ergebnisse der Raumordnung werden in zusammenfassenden und übergeordneten Planwerken festgehalten: Im Raumordnungspolitischen Orientierungsrahmen sowie dem ergänzenden Raumordnungsbericht ist das Leitbild für die räumliche Entwicklung im gesamten Bundesgebiet dargelegt, die Entwicklungsziele für die einzelnen Bundesländer werden in Raumordnungsplänen, die durch erläuternde Raumordnungsprogramme ergänzt werden, dargestellt. Wesentliche Planungsinstrumente, die in den Plänen und Programmen der Raumordnung eingesetzt werden, sind: :#System der Zentralen Orte :#Aufbau von Entwicklungsachsen :#Prinzip der Vorranggebiete :#Aufbau städtischer Netze Raumplanung hingegen ist die Gesamtheit aller zur Erarbeitung, Aufstellung und Durchsetzung einer erstrebten strukturräumlichen Ordnung (Raumordnung) eingesetzten planerischen Mittel.

Siehe auch


- Raumplanung
- Landesplanung
- Regionalplanung
- Stadtplanung
- Flächenwidmungsplan (Österreich)
- Flächennutzungsplan (Deutschland)
- Bebauungsplan
- Städtebau
- Entwicklungsachse
- Verkehrsplanung
- AAA-Mittel

Weblinks


- [http://www.bbr.bund.de Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung]
- [http://www.arl-net.de Akademie für Raumforschung und Landesplanung (ARL)]
- [http://www.raumordnung-noe.at/ Raumordnung Niederösterreich (Österreich)] Kategorie:Raumplanung

Landschaftsplanung

Landschaftsplanung ist eine ökologisch orientierte Fachplanung. Sie hat die Aufgabe, die Ziele und Grundsätze von Naturschutz und Landschaftspflege zu formulieren und zu planen. Landschaftsplanung ist vorsorgeorientiert und verfolgt einen ganzheitlichen, flächendeckenden Ansatz zum Schutz, zur Pflege und zur Entwicklung von Natur und Landschaft. Sie bezieht sich nicht nur auf "Landschaft" im umgangssprachlichen Sinne (freie Landschaft), sondern bindet auch Landschaftsteile wie Dörfer, Siedlungen, Städte und Industriegebiete in die Planungsarbeit mit ein.

Gesetzliche Grundlagen

In Deutschland sind die Aufgaben der Landschaftsplanung in § 13 des BNatSchG 2002 geregelt: (1) Landschaftsplanung hat die Aufgabe, die Erfordernisse und Maßnahmen des Naturschutzes und der Landschaftspflege für den jeweiligen Planungsraum darzustellen und zu begründen. Sie dient der Verwirklichung der Ziele und Grundsätze des Naturschutzes und der Landschaftspflege auch in den Planungen und Verwaltungsverfahren, deren Entscheidungen sich auf Natur und Landschaft im Planungsraum auswirken können. (2) Die Länder erlassen Vorschriften über die Landschaftsplanung und das dabei anzuwendende Verfahren nach Maßgabe der §§ 13 bis 17. Das BNatSchG gibt den Rahmen vor für die Länder, die ebenso wie die anderen Belange des Naturschutzes auch die Landschaftsplanung in ihren Landesnaturschutzgesetzen regeln. Weitere Gesetze (z. B. das BauGB) regeln ebenfalls bestimmte Aspekte der Landschaftsplanung.

Aufgaben und Inhalte der Landschaftsplanung

Dieser gesetzlich formulierte Auftrag der Landschaftsplanung ist die Vertretung der Belange von Natur und Landschaft für den Menschen. Die Aufgabe dieser ökologisch-gestalterischen Planungsdisziplin ist im wesentlichen, Ziele und Maßnahmen des Naturschutzes und der Erholungsvorsorge in einem Gebiet flächendeckend zu erarbeiten und in Text und Karten darzustellen. Landschaftsplanung soll dazu beitragen, die Leistungsfähigkeit des Naturhaushaltes, als Lebensgrundlage des Menschen, zu erhalten bzw. (im Schadensfall) wieder herzustellen und langfristig zu sichern. Dabei sollen sich die Teilräume eines Gebietes auch wirtschaftlich entwickeln können. Der Landschaftsplanung kommt dadurch, neben ihrer ursprünglichen Funktion des Naturschutzes, immer mehr die Rolle zu, diese wirtschaftliche Entwicklung möglichst ökologisch verträglich mitzugestalten. Um die Komplexität des Naturhaushaltes in Analyse und darauf aufbauender Planung hinreichend zu erfassen werden die unterschiedlichen Umweltmedien in folgende Schutzgüter differenziert:
- Boden
- Wasser
- Luft, Lärm und (örtliches) Klima
- Flora, Fauna und Biotope
- Landschaftsbild und Erholung im Freien.

Mitwirkung bei der Bauleitplanung

Gegenüber (bzw. innerhalb) anderer Fachplanungen, wie z.B. der Bauleitplanung, muss die Landschaftsplanung auch Schaden vom Naturhaushalt ("Eingriffe") mit Hilfe der Eingriffsregelung abwenden. Die Eingriffsregelung hat zum Ziel, "unvermeidbare Beeinträchtigungen vorrangig auszugleichen oder zu kompensieren" (BNatSchG). Die wichtigsten rechtlichen Grundlagen der Landschaftsplanung sind das Bundesnaturschutzgesetz, die Naturschutzgesetze der Länder und das Baugesetzbuch (BauGB). Die Landschaftsplanung ist Teil der in Deutschland angestrebten integrativen räumlichen (auf ein Gebiet bezogene) Planung. Diese räumliche Planung soll eine geordnete Entwicklung eines Gebietes sicher stellen. In allen Teilräumen eines beplanten Gebietes sollen die Lebensbedingungen der Menschen, die natürlichen Lebensgrundlagen und die wirtschaftlichen, infrastrukturellen Bedingungen gleichwertig sein (siehe: Grundsätze der Raumplanung, Raumordnungsgesetz (ROG).

Instrumente der Landschaftsplanung

Die behördliche Landschaftsplanung wird in den einzelnen Bundesländern der Bundesrepublik aufgrund von Landesgesetzen unterschiedlich gehandhabt. Auf diesen länderspezifischen rechtlichen Grundlagen wird sie von unterschiedlichen staatlichen Institutionen betrieben (rechtlich umgesetzt). Dementsprechend können Aufgaben, Maßstäbe und die jeweilige Aussagetiefe der Planwerke variieren. Grundsätzlich ist die Landschaftsplanung aber immer in die Planung anderer Planungsebenen und Planungskategorien eingebunden (z.B. die der Raumordnungspläne, Gebietsentwicklungspläne oder Flächennutzungspläne der unterschiedlichen Planungsträger). In Nordrhein-Westfalen beispielsweise ist die Landschaftsplanung eine Aufgabe der kreisfreien Städte und (Land-)Kreise. Ein nordrhein-westfälischer Landschaftsplan mündet immer in eine städtische bzw. in eine Kreissatzung, d.h. der Plan wird vom Rat der jeweiligen kreisfreien Stadt bzw. dem jeweiligen Kreistag beschlossen. In verschiedenen anderen Bundesländern hat aber z.B. ein Landschaftsplan nur empfehlenden Charakter und ist somit rechtlich nicht bindend gegenüber Jedermann. Er ist lediglich behördenverbindlich; das bedeutet, die Inhalte des Planwerks sind von allen öffentlichen Planungsträgern zu beachten. In der Bundesrepublik Deutschland findet Landschaftsplanung auf mehreren Ebenen statt, wobei sie teilweise als Fachplanung der Raumplanung gegenübergestellt ist, sich aber auch auf einzelne Schutzgebiete beziehen kann. Für bestimmte Planungen, die einen Eingriff in Natur und Landschaft verursachen wie der Bau von Verkehrswegen, zur Rohstoffgewinnung (Steinbrüche, Kiesgruben), die Anlage von Windkraftwerken, Freizeit- und Tourismuseinrichtungen und andere sind ökologische Begleitplanungen (meist in Form von landschaftspflegerischen Begleitplänen) erforderlich.

Literatur


- [http://www.dnl-online.de DNL-online] Die Literaturdatenbank des Bundesamtes für Naturschutz

Weblinks


- [http://www.bfn.de/03/0313.htm Landschaftsplanung, Bundesamt für Naturschutz]
- [http://www.lapla-net.de/ Online-Portal]
- [http://www.bdla.de/ Bund Deutscher Landschaftsarchitekten] Kategorie:Raumplanung Kategorie:Landschaftsschutz

Biotop

Biotop (grammatikalisch mask., oft aber inkorrekt neutr. benutzt; von griech. bios = Leben + topos = Ort) Der Begriff Biotop, wörtlich übersetzt, meint einen Lebensort oder den Raum des Lebens; eine kleine räumlich abgrenzbare Einheit, wobei maßgeblich deren abiotische Faktoren (nicht belebte Bestandteile) einen Lebensraum prägen. Die an einem Ort (Topos) vorkommende, durch abiotische Faktoren geprägte, Biozönose (die Lebensgemeinschaft meist mehrerer Arten von Pflanzen und Tieren) ist das Kriterium der räumlichen Abgrenzung. Die Vegetation hat sich wegen ihrer deutlichen Charakterisierbarkeit als Unterscheidungsmerkmal von terrestrischen (land-) Biotopen durchgesetzt.

Abgrenzung

Zu unterscheiden ist aber Habitat (=Lebensraum), dessen Kriterium zur räumlichen Abgrenzung die Ansprüche aus Sicht eines Individuums oder einer Population einer Art ist. Habitate und Biotope müssen nicht deckungsgleich sein. Ein Biotop kann mehrere unterschiedliche Habitate (ein Wald hat Strukturen wie Astlöcher, Kronen- und Krautschicht, Boden...) bereitstellen, z.B. für Insekten, oder ein Habitat umfasst mehrere Biotope, z.B. komplementäre Habitate, wie bei Vögeln oder vielen Säugetieren, die Winter- und Sommerquartiere oder Biotope nur zur Nahrungssuche aufsuchen. Durch die Ausprägung der Biozönose können abiotische und menschliche (hemeroben) Einflüsse eines Ortes erfasst werden. Dennoch sind auch (vermeintlich) unbelebte Orte, wie Wüsten oder nackte Felsen Biotope, die aber durch abiotische Merkmale abgegrenzt werden müssen. Diese Definition geht davon aus, dass jeder Ort der Erde besiedelbar ist. Unter welchen Umständen sich eine Biozönose etablieren kann, ist Gegenstand von Diskussionen in der Ökologie und im Naturschutz. Der Begriff Biotop ist wertfrei. Als Biotope bezeichnet man sowohl natürlich entstandene Landschaftsbestandteile wie Bäche, ein Bergwald, Nadelwald, Mischwald etc., als auch – entgegen des umgangssprachlichen Gebrauchs – vom Menschen erschaffene Landschaftsbestandteile wie "Betonwüsten" (beispielsweise Autobahnen). Weitere gängige Beispiele von Biotopen sind etwa ein Bachlauf, ein Wald, ein Teich, ein Süßwasserwatt oder eine Streuobstwiese. Ein Biotop kann sowohl Raum verschiedener Habitate (faunistische oder floristische „Wohnräume“), als auch selbst Bestandteil ein oder mehrerer Habitate sein. Es kann die vorhandene Biozönose (Lebensgemeinschaft) prägen, als auch von ihr geprägt werden, weshalb man immer von einer Wechselwirkung zwischen Leben und Lebensraum ausgehen darf.

Systematik

In der Systematik der Ökologie setzt sich ein Biotop aus Phytotopen (Pflanzenstandort) und Zootopen (Wohnort) zusammen. Einem Biotop sind damit charakteristische Arten von Pflanzen, Pilzen und Tieren zuzuordnen. Ein Biotop ist die kleinste räumliche Einheit in der Landschaftsökologie. Ein sehr kleines Biotop kann z. B. ein Kirchturm oder ein absterbender Baum sein (Habitat für z. B. Fledermaus und Insekten). Trotzdem können manche Biotope je nach Systematik der Erfassung (Biotopkartierung) eine sehr große Fläche einnehmen (z. B. Seen, Watt). Mehrere Biotope mitsamt den darin lebenden Tieren und Pflanzen und den Interaktionen zwischen ihnen bilden ein Ökosystem. Ausgedehnte Gebiete, wie etwa eine Steppe, ein Regenwald oder das Meer bestehen als Ökosysteme aus einer Vielzahl unterschiedlicher Biotope und Biozönosen (Lebensgemeinschaften).

Liste besonders typischer Biotope

Zuweilen ist die Abgrenzung zu Ökosystemen schwierig. Weitere Biotope siehe unten: Kategorie Biotop.
- Auenwiese
- Bach (Gewässer)
- Bergwald
- Bodden
- Brachfläche mit Ruderalflora
- Brackwasser-See
- Bruchwald
- Buchenwald
- Düne
- Eisscholle
- Felsen
- Feuchtwiese
- Fluss (Gewässer)
- Flussmündung
- Friedhof
- Garten
- Hecke
- Heide (Landschaft)
- Magerrasen
- Mischwald
- Nadelwald
- Obstwiese
- Park
- Quelle (Gewässer)
- Salzwiese
- Seegraswiese
- Süßwasserwatt
- Sumpf
- Teich
- Tiefsee
- Totholz
- tropischer Regenwald (einzelne Zonen)
- tropisches Korallenriff (einzelne Zonen)
- Tümpel
- Viehweide
- Waldrand
- Watt (Küste)
- Wegrand

Bewertung und Gefährdung

Biotope werden häufig nach ihrer Seltenheit (bzw. Flächenentwicklung und funktionaler Stellung im Ökosystem), nach ihrer Eignung als Lebensraum für bedrohte Arten bzw. nach dem Grad ihrer Beeinflussung durch den Menschen Hemerobie bewertet. Habitate (Lebensräume) mobiler Tierarten setzen sich oft aus mehreren Biotopen zusammen. Dabei entstehen bei räumlicher Nachbarschaft von verschiedenen natürlichen Biotopen kleinerere Flächen artenreiche Ökosysteme. Solche mosaikartig zusammengesetzten Kulturlandschaften aus extensiven Wirtschaftsformen ersetzen teilweise Biotope, die sich ohne Beeinflussung des Menschen durch Naturgewalten im Verlauf der Sukzession (Ökosystementwicklung) von alleine entstehen könnten (Naturlandschaften) (siehe auch: Mosaik-Zyklus-Konzept, Megaherbivorentheorie). Kleinräumige und strukturreiche Landschaften dieser Art sind vor allem durch wirtschaftliche Interessen der Gesellschaft bedroht (Landnahme durch Verkehr, Siedlung, Rohstoffe, Intensivierung von Agrar und Forst). Einzelne Biotope oder Ökosysteme leiden zu dem unter den Eintrag von Schadstoffen aus der Luft oder durch direkte Einleitungen. Im Gegensatz dazu haben manche mobile Tierarten einen Minimalbedarf an Flächengröße. Vor allem Tierarten, die sich am Boden fortbewegen oder sehr scheu sind, benötigen größere, zusammenhängende Ökosysteme bzw. Biotope. Verkehrstrassen, landwirtschaftliche oder forstwirtschaftliche Monokulturen und Siedlungen oder Einzelbauwerke (z. B. Wasserkraftwerke) stellen nicht nur einen Verlust von Biotopfläche dar, was zu einem Aussterben von relativ unempfindlichen Arten (die meisten massenhaft auftretenden Insekten, Spinnen, Kleinstlebewesen) in Teilräumen führen kann. Durch Zerschneidungen und negative Randzoneneinflüsse mindern sie die Qualität und Erreichbarkeit der verbleibenden Biotope (Isolation), so dass viele empfindliche und mobile Arten (beispielsweise Luchs, Wolf, Seeadler, viele Fischarten) ausgestorben oder gefährdet sind und trotz intensivster Bemühungen die Biotope nicht wieder besiedeln können. Dies wird als Unterschreitung der kritischen Verbunddistanz bezeichnet.

Biotopschutz und Biotopverbund

Biotopschutz ist eine Maßnahme des Artenschutzes und Ökosystemschutzes. Als Ziel des Naturschutzes dient er dazu, den Naturhaushalt zu erhalten. Da die menschlichen Lebensgrundlagen durch einen zerstörten Naturhaushalt gefährdet sind, ist der Schutz von Biotopen und der Biotopverbund als gesetzliches Ziel in Deutschland definiert worden. Der wesentliche Berührungspunkt zum Umweltschutz ergibt sich hier in der Minimierung der Emissionen von Industrie, Verkehr und Haushalten, die durch ihre Schadstoffe die Biotope gefährden oder zerstören. Das Naturschutzgesetz definiert besonders wertvolle Biotope, die ohne weitere Schutzgebietsausweisung geschützt sind. Das sind vor allem Biotope, die selten sind und eine sehr lange Regenerationszeit (Zeit zur Wiederentstehung) haben, wie z. B. Moore. Störungen und Zerstörungen sind generell verboten. Sofern „überwiegendes öffentliches Interesse“ besteht, müssen Beeinträchtigungen „gleichwertig“ ausgeglichen werden. Der Erfolg anfänglicher Bemühungen des Biotopschutzes, der sich auf den Erhalt und die Wiederherstellung wertvoller Biotope beschränkte, war durch die Isolation der Biotope durch Verkehr und Siedlungen stark eingeschränkt. Wegen des zunehmenden Drucks wirtschaftlicher Landnutzungen lassen sich Minimalansprüche an Habitatsgrößen oder die kritische Verbunddistanzen mancher Arten nicht befriedigen. Die Tiere können ihre komplementären Habitate (z. B. Laichplätze) nicht mehr erreichen oder sind von anderen Populationen isoliert (genetische Verarmung). Daher ist der Biotopverbund seit der Novellierung des Bundesnaturschutzgesetzes 2001 ein weiteres wesentliches Ziel des Naturschutzes geworden. Der Biotopverbund soll die Barrieren für Tierarten abbauen und besteht aus sogenannten Trittsteinen (für mobile Arten, wie z. B. Vögel), aus linearen Elementen (z. B. Hecken, Flüsse, Bäche etc.), Verbundflächen (z. B. strukturreiche Gebiete für Wild), und aus den eigentlich zu schützenden Biotopen oder Kernflächen eines Naturschutzgebietes. Der Biotopverbund beansprucht dabei insbesondere Flächen innerhalb der Siedlungen oder an Verkehrsanlagen, um deren negative Barrierewirkung abzubauen. Einzelmaßnahmen sind z. B. Grünbrücken oder Krötentunnel, die Tiere in die Lage versetzen sollen, trotz der intensiven Landnutzung ihre Lebensraumansprüche ersatzweise zu erhalten. Seit 1988 wird in Hessen das Biotop des Jahres ausgerufen, um die Öffentlichkeit auf gefährdete oder besonders wertvolle Biotope aufmerksam zu machen.

Kritik und Widerstände

Das Ziel des Biotopschutzes ist gesetzlich definiert und demokratisch legitimiert. Andererseits machen Erhalt und Pflege von wertvollen Biotopen einen finanziell und energetisch hohen Aufwand notwendig, der externe, also meist von der Allgemeinheit zu tragende, Kosten bedeutet. Die wertvolle, künstliche Kulturlandschaft ist vor allem, entgegen wirtschaftlicher Interessen flächenintensiver Nutzungen (Land- und Forstwirtschaft, Bau- und Siedlungen, Rohstoffabbau), nur durch politische Instrumente zu erhalten. Die Wirksamkeit von Pflegemaßnahmen erschließt sich dem fachlich nicht gebildeten Beobachter nicht immer, und so werden Maßnahmen häufig als „unsinnige Verschwendung“ oder als „Zumutung“ empfunden. Dass diese externen Kosten nicht internalisiert (dem Verursacher (Verbraucher, Autofahrer) angelastet) werden, ist, nach dem Druck durch Landnahme, ein wesentlicher gesellschaftlicher Widerstand gegen den Biotopschutz. Diese aufwändige Pflege von Biotopen wäre in einem wesentlich geringerem Maße notwendig, wenn ihre Bewirtschaftung durch höhere Preise bezahlt (und gefördert) würde. Durch gesteigerte Effizienz, die mit einer Verschlechterung des Zustandes von Natur und Landschaft einherging, wurden Ressourcen freigestellt. Diese Ressourcen werden aber nicht im ausreichendem Maße zum Erhalt des Zustandes der Natur als Lebensgrundlage des Menschen genutzt. Eine weitere Möglichkeit wäre die Einrichtung von Großschutzgebieten, in denen sich solche Biotope von selbst einstellen könnten. Stattdessen nimmt der Bebauungs- und Siedlungsdruck zu. Die flächige Zersiedelung und der Erholungsbedarf der Bevölkerung machen wirksame Großschutzgebiete, in denen die Natur wirklich in letzter Konsequenz sich selbst überlassen bleiben könnte, scheinbar unmöglich.

Weblinks


- [http://www.nlwkn.niedersachsen.de/master/C7533817_N5512539_L20_D0_I5231158.html Erläuterungen zu gesetzlich besonders geschützten Biotopen des Landes Niedersachsen]

Siehe auch

Neobiota, Sukzession, Biotopkartierung, Biotopwertverfahren Kategorie:Biotop Kategorie:Ökologie Kategorie:Naturschutz ja:ビオトープ

Park

Unter Gartenkunst oder Gartengestaltung versteht man die künstlerische und landschaftsarchitektonische Gestaltung begrenzter Freiräume durch Pflanzen, Wege, Anschüttungen, Planierungen, Architekturelemente, Wasserspiele und Skulpturen. Der folgende Artikel beschreibt die Entwicklung der Gartenkunst von der Zeit des Altertums bis in die Neuzeit. Skulptur

Geschichte der Gartenkunst

Gartenkunst im Altertum

Die Gartenkunst im Alten Ägypten

Aufgrund der umfangreichen archäologischen Ausgrabungen, Grabinschriften und Wandmalereien ist die Entwicklung der Gartenkunst im Alten Ägypten gut dokumentiert. Erhalten geblieben ist beispielsweise das kleine Garten-Modell im Grab des Meketre, einem Kanzler des Pharaos Mentuhotep II. (2061-2010 v. Chr.). Daher wissen wir heute, dass die Pyramiden, die heute in kahler Wüste stehen, einst von umfangreichen Gartenanlagen umgeben waren. Der religiöse Kult sah Blumen-, Speise- und Getränkeopfer zu Ehren der Toten und der Götter vor, so dass frühzeitig rund um die Tempel und Gräber Gartenanlagen gebaut wurden. Aus der Zeit von Ramses III. lassen sich nicht weniger als 513 Tempelgärten nachweisen. Zentrale Bedeutung hatten in diesen Gärten, die der Wüste mühselig abgerungen wurden, künstlich angelegte Teiche. Weinlauben, Baumalleen, Gemüse- und Blumenbeete umgaben diese in streng symmetrischer Form. Den Höhepunkt erreichte die altägyptische Gartenbaukunst während der Zeit des Neuen Reiches zwischen 1550 und 1080 v. Chr., eine Phase, in der so berühmte Herrscher wie Thutmosis III., Echnaton, Ramses II. und Tutanchamun regierten.

Die Gärten der Assyrer und Babylonier

Anders als für Ägypten gibt es für den Gartenbau der Hochkultur, die sich schon 4000 Jahre vor Christi Geburt im Zweistromland zwischen Euphrat und Tigris entfaltete, wenig Belege. Hier liegt zwar die Wiege des modernen Menschen, der in dieser Region die ersten Schritte zu Ackerbau und Viehzucht tat; über die Gestaltung der Gärten wissen wir jedoch wenig. Auf Königsinschriften haben einige frühere Herrscher jedoch Hinweise auf ihre Gärten hinterlassen. So rühmt sich Tiglat-pileser I. (1115-1077 v. Chr.) üppiger Gärten; in Nimrud, dem biblischen Kalach fand sich eine Steinstele, die den königlichen Garten des Assurnasirpal II. (883-859 v. Chr.) beschreibt; eine Keilschrifttafel, die im Britischen Museum, London aufbewahrt wird, zählt die Pflanzen im Garten des babylonischen Königs Mardukapaliddina, dem biblischen Merodachbaladan (721-710 v. Chr) auf, und ein ebenfalls im Britischen Museum befindliches Relief des letzten bedeutenden Königs der Assyrer, Assurbanipal (668-627 v. Chr.) vermittelt wenigstens einen flüchtigen Eindruck, wie ein assyrischer Lustgarten gestaltet war.
Den wichtigsten Hinweis auf eine reiche Gartenkultur Mesopotamiens liefert jedoch die Geschichte der Hängenden Gärten von Babylon, die in der Antike als eines der sieben Weltwunder betrachtet wurden. Die Legende schreibt diese Gärten der Königin Semiramis zu, die möglicherweise der assyrischen Königin Schamuramat (809-782 v. Chr) gleichzusetzen ist, wahrscheinlich wurden sie -zumindest der Überlieferung nach -jedoch von Nebukadnezar II. (605-562) angelegt. Jene berühmten Hängenden Gärten der Semiramis konnten jedoch bis heute nicht lokalisiert werden. Professor Kai Broderson stellt deswegen die Vermutung auf, dass sie nur in der Fantasie der Menschen existieren. Nach seiner Vermutung nahm ein ursprünglich unzugänglicher Palastgarten, den Nebukadnezar für sich errichten ließ, in der Vorstellungswelt der späteren Nachfahren immer wunderbarere Formen, bis daraus eben eines der sieben Weltwunder wurde.

Die persischen Königsgärten

Auch für die altpersischen Gärten sind archäologische Zeugnisse sehr spärlich. Das wenige, was wir über diese Gärten wissen - auch ihre Beeinflussung durch die Gartenkunst der Assyrer und Babylonier - wissen wir durch die Überlieferung griechischer Historiker. Dareios (521-485) ließ bei den Karawansereien der königlichen Poststraße die herrlichsten Paradiese anlegen, schattige Parkanlagen mit Tiergärten, wo auch den Reisenden nach beschwerlicher Tagfahrt ein kühles Quartier und frisches Wasser geboten wurden. Dem jüngern Kyros (gest. 401) werden zwei solcher Paradiese zugeschrieben, schattige Alleen und Haine von Platanen, Zypressen und Palmen, zwischen denen die breitblätterige Aloe, herrliches Rosengebüsch und mannigfache Obstbäume, zahlreiche Blumen, zierliche Kioske, schattige Ruhesitze, Springbrunnen, Vogelhäuser und Aussichtstürme verteilt waren.

Die Gartenkunst im Alten Griechenland

:siehe Abschnitt Gartenbau im frühen Griechenland im Artikel Garten

Die Gartenkunst im Alten Rom

In Italien hatten die alten Römer die Nutz-(Gemüse- und Obst-) Gärten vom Lustgarten getrennt. Letzterer, durchaus regelmäßig gestaltet, wenn er sich an die Villa anschloss, war mit zahlreichen Schlingpflanzen an der Veranda, zierlichen Blumenbeeten und künstlich zu allerhand Figuren zugeschnittenen Bäumen versehen. Die Parkanlagen hatten eine deutende Ausdehnung, waren gleich zeitig Tiergärten, von Mauern u. dgl. eingeschlossen, mit in Stein gefassten Fischteichen, einem Geflügelhof und Marmorbecken, in deren Nähe Sitzplätze und Gartenhäuschen zum Betrachten der Schmuckvögel, und hatten oft ein architektonisch angelegtes Bassin mit Wasserkünsten, gewöhnlich von einer Säulenhalle umgeben. Am berühmtesten war die Villa Hadriana des Kaisers Hadrian in Tibur am Sabinergebirge. Die Anlagen hatten 12 römische Meilen im Umfang, enthielten Berge und Täler, Wasserfälle, Grotten, Wälder, Hippodrom, Theater und viele andre prachtvolle Gebäude. Hier wurde mit Benutzung mancher Überreste im 16. Jahrhundert die Villa d'Este angelegt. Durch Tacitus kennen wir noch andre Kaisergärten Roms, auch den Park am Goldenen Haus des Nero. Sie hatten künstliche Seen und Wälder, glichen also einigermaßen unserem modernen Park. Auch im Italien des römischen Reichs waren die Bewässerungsanlagen vollkommen.

Byzantinische Gärten

Viele byzantinische Palastanlagen waren mit weitläufigen Gärten versehen, wie der Mangana in Konstantinopel. Daneben gab es auch sehr intim gestaltete private Gärten. Teiche und fließendes Wasser spielten, ähnlich wie später in den osmanischen Anlagen, eine wichtige Rolle. Von Kaiser Konstantin IX. wird berichtet, daß er ausgewachsene Bäume versetzen ließ, um den Palastgarten möglichst schnell fertigzustellen.

Die Entwicklung der Gartenkunst in Asien

Gartenkunst in China

Die Entwicklung der Gartenkunst in China lässt sich bis 3000 v. Chr. zurückverfolgen. Chinesische Gärten sind Kunstwerke voll von Zeichen, Metaphern und Symbolen. Anders als die Gartenanlagen im Alten Ägypten und im Vorderen Orient entstanden, stand hier nicht die Pflanze im Vordergrund. Chinesische Gärten sind vielmehr als Abbild eines idealen Universums konzipiert, deren wesentliche Bestandteile künstlich angelegte Seen und Hügel, ungewöhnlich geformte Vegetation und Steine waren. Kein Volk der Erde hat den Garten so kultiviert wie die Chinesen; in ihm haben Herrscher und Reiche einen Luxus entwickelt, der wegen Verbrauchs von Land, Wasser und Arbeitskräften die Landwirtschaft gefährdete und öfters in die Geschicke des Landes eingriff. Der jetzige kaiserliche Garten bei Peking hat 80 km Umfang und ist in der Nachahmung der Natur ein Nonplusultra aller Gartenkunst. Landschaften aller Art, von der lieblichsten bis zur großartigsten, wechseln in demselben; der Pflanzenwuchs aller Zonen ist in ihm in der prächtigsten Entwicklung, Bäche, Flüsse, Seen, Dörfer und Schlösser beleben das Bild. Aber die Bewohner der Dörfer sind eine Art Schauspieler; sie stellen für den Kaiser, je nach den Anordnungen des Hofmarschalls, in schmucker Kleidung Fischer, Matrosen, Arbeiter, Handelsleute, Bauern, Soldaten etc. vor und führen dem Herrscher, welchem die strengste aller Etiketten das Erscheinen vor dem wirklichen Volk verbietet, ein verfeinertes Spiegelbild desselben vor. Die Liebhaberei der Chinesen für Zwergbäume lässt die Anordnungen auch in den größten Gärten doch meist sehr kleinlich erscheinen.

Die Gartenkunst in Japan

:siehe Hauptartikel Zengarten

Rückwirkung auf die europäischen Gartenanlage

Zwar hatte schon Marco Polo die chinesischen Gärten beschrieben, die so gänzlich von den europäischen abwichen, aber seine Beschreibungen waren zu vage, als dass sie großen Einfluss auf die Gartengestaltung in Europa haben konnten. Dies änderte sich, als der Franziskaner Matteo Ripa von seiner Reise in China zahlreiche Kupferstiche mit brachte, die ein Bild von der chinesischen Gartengestaltung vermitteln konnten. Bei seinem Besuch in England traf er mit zahlreichen Vertretern des englischen Hochadels zusammen, die in der Gestaltung ihrer Landschaftsgärten diese Ideen bereitwillig aufgriffen. Im Rahmen der Chinoiserie-Mode des 18. Jahrhunderts wurden chinesische Motive in ganz Europa aufgegriffen. Nachempfindungen chinesischer Gärten und Pagoden gehörten zur exotischen Ausstattung von Sanssouci, Versailles, Schönbrunn oder Schloss Pillnitz bei Dresden.

Die Gartenkunst in der nachrömischen Zeit

Man unterschied zwischen Gärten mit vorwiegend symbolischem Wert (hortus conclusus - von der Welt abgeschlossener Garten, mit christlicher Symbolik in Pflanze und Form ausgestattet) und dem hortus amoenus - dem schönen, lieblichen Garten der Sinne. Das wichtigste Werk des 13. Jahrhunderts zur Gartenkunst stammt von Albertus Magnus: er beschreibt, wie der ideale Lustgarten auszusehen hat. Weitere wichtige Werke zur Gestaltung eines Gartens sind Hypnerotomachia Poliphili von Francesco Colonna und Leon Battista Albertis De re edificatoria. 1493 wurde Amerika, 1498 der Seeweg nach Ostindien entdeckt und durch den neu erblühten Handel ein großer Luxus eingeführt, der sich auch im Garten äußerte und den eigentlichen italienischen Gartenstil schuf. Italien gab Gesetze für hauptsächlich regelmäßige Gartenanlagen. Hohe, dichte, immergrüne Heckenwände und Pflanzungen, welche zugleich Schatten gewährten, stehende and springende Wasser, Grotten, die im Winter auch zur Aufbewahrung der Orangenbäume dienten, mussten die Glut des südlichen Himmels kühlen; reich besetzte Blumenbeete, in ihrer Form der Architektur des Hauses entsprechend, erfreuten durch ihre Farben und Formen; Vögel und Vogelnester unterhielten in anderer Weise den Spaziergänger. Ausgrabungen zahlreicher Statuen u. a. aus alter Zeit gaben Gelegenheit, diese Kunstschätze wieder, oft vielleicht überreich, zu verwenden und zwar, der leichten Übersichtlichkeit wegen, möglichst symmetrisch. Die Villen, welche durch guten Geschmack und den Kunstwert ihrer Gärten sich auszeichneten, waren im 16. Jahrhundert sehr zahlreich und find zum Teil heute noch erhalten, viele durch Anlagen im natürlichen Stil erweitert. Von Privatgärten neuern Datums, ganz in diesem landschaftlichen Stil gehalten, verdienen Erwähnung: der des Chevalier Forti in Chiara bei Brescia, der Garten Casa Ramboldi bei Vicenza, Strozzi bei Florenz, der des Fürsten Stigliano Colonna in Neapel, Olivuzza und der Villa Tasca bei Palermo. Frankreichs Gartenbau kennt im Anfang feiner Geschichte nur das rein Nützliche, erhebt sich nur langsam zur Beachtung der Blumen und erreicht erst sehr spät das ästhetisch Schöne; jedes angenehme und nützliche Erzeugnis des Land- und Gartenbaues stammt aus der Fremde, von den Phönikern, Griechen, Karthagern, Römern und Sarazenen.

Gartenkunst der Neuzeit in Europa

Frankreich

Unter dem französischen König Heinrich IV. (1589-1610) nahm der Luxus mehr und mehr zu. Die Lustgärten bestanden zu Anfang des 17. Jahrhundert nur aus mehr oder weniger quadratischen Kompartimenten, die in einem regelmäßigen Raster angelegt wurden, einigen Rasenplätzen, wenigen Bäumen und Blumen, einigen Wasseranlagen. Sie alle waren im allgemeinen Nachahmungen der italienischen Gärten, übernahmen aber oft auss dem Mittelalter überkommenen französische Traditionen. Die Anlagen verwilderten aufgrund ihrer Vernachlässigung zussehends. Mit der allgemeinen Herausbildung eines sich vom italienischen Vorbild abtrennenden französischen Stiles und der Überwindung der Renaissance in Frankreich bekam auch die Gartenkunst in Frankreich ein neues Bild. Maßgebend für die Herausbildung des französischen Gartens war André Le Nôtre er legte im Auftrag Ludwigs XIV. den Garten von Versailles an, wobei zwar im Grundsatz die italienischen Formen verwandt wurden jedoch ungleich disziplinierter und mit einer straffen Symmetrie. Die Anlage war von großartiger Einfachheit, insbesondere übernahmen die Franzosen nicht die Terrassierung der italienischen Anlagen, sondern entwickelten den Garten in der Ebene. Absolut vorherrschend war der Formschnitt der Planzen, der nicht nur hochdekorative Buchsbaum-Broderieparterres, sondern auch die Kronen der angepflanzten Bäume hervorbrachte. Die Ausstattung mit Wasserkünsten, Skulpturen und kleinen Bauwerken folgte strikten von der Repräsentationsfunktion und ihrem mythologischen Programm vorgegebenen Regeln. Der französische Stil machte schnell seinen Rundlauf durch die zivilisierte Welt und erhielt sich bis Ende des 18. Jahrhunderts. 18. Jahrhundert Bedeutende Beispiele sind: Die Gärten von Versailles und Vaux-le-Vicomte, für die frühen noch stark italienischen Gärten Chenonceau am Cher und Brecy in der Normandie. Jedoch übernahmen die neueren französischen Anlagen einige Forderungen des englischen Gartenbaus und gaben so teilweise den Formschnitt und andere Elemente des klassischen französischen Gartens auf. Beispiele dieses neuern französischen Stils sind unter anderem: der Park von Monceau, die städtischen Anlagen von Paris, das Boulogner und das Vincenner Gehölz, das bizarre Wunderwerk der Buttes Chaumont, Ferrieres, Besitzung des Chefs des Hauses Rothschild, der Garten Gustav v. Rothschilds in der Nähe des Palais d'Elysée.

Iberische Halbinsel

In Spanien blühte der Garten zur Zeit der Mauren und erreichte seinen höchsten Glanz ums Jahr 1000 unter Haschem IL; die mit Orangen, Blütensträuchern, Blumen, Kaskaden und anderen Wasserkünsten in strenger Regelmäßigkeit, dem Charakter des Gebäudes entsprechend, gezierten Höfe der Paläste waren zauberhaft schön; aber die Araber wurden durch die Christen des nördlichen Spanien nach und nach zu- rückgedrängt, zuletzt gänzlich vertrieben. Unter Philipp III. erfolgte die Ausweisung aller Abkömmlinge der Mauren, und Spanien wurde durch den Verlust seiner fleißigsten Arbeiter beinahe in eine Wüstenei verwandelt. Portugal hatte in der Umgebung von Cintra bei Lissabon ebenfalls schöne alte Gärten, die Lord Byron in seinem Childe Harold als "glorious eden", ein herrliches Paradies bezeichnete; aber erst in jüngerer Zeit ließ ein kunstsinniger und fein fühlender deutscher Fürst, der König Ferdinand (von Coburg), dort Gärten anlegen, mit denen kaum ein anderer Garten Europas sich messen kann.

Niederlande

Die holländischen Gärten glichen einem Schachbrett in der Einteilung; das Grottenwerk u. a. der italienischen und französischen Gärten ward hier zur kindischen Spielerei, alles ward kleinlich oder großartig langweilig. Die geschweifte, geschnörkelte Linie der Hausornamente, selbst der Giebel, kehrte in den Gärten an den Hecken wieder, und die Figuren des Schmuckstücks (.Parterre) wiederholten dieselben Formen. Diese eigentümliche Mode der holländischen Gärten verbreitete sich um so schneller in Europa, je geschmackloser sie war, und je mehr Willkür dabei waltete. Die lebhafte Verbindung Hollands mit England war Ursache, dass auch hier der landschaftliche Gartenstil Eingang fand; Anlagen von größerer Bedeutung wurden aber nicht geschaffen, und der alte holländische Stil ist noch nicht erloschen, das beweisen die Gärten des Villendorfs Broek, wo man alle Spielereien, namentlich in den Baumfiguren, wiederfindet.

England

Barock
Im Barock ähnelt der englische Garten noch weitestgehend seinem französischen Vorbild. Geometrische Achsen, Boskette mit Buchsbaumornamenten und eine strenge Ausrichtung auf den Herrscher hin sind seine Kennzeichen. Oft findet man Labyrinthe und lange Alleen aus beschnittenen Bäumen. Ein Beispiel ist Hampton Court. Da England über eine weitreichende Seehandelsflotte verfügte, wurden immer wieder Pflanzen aus fernen Gefilden importiert und im Botanischen Garten von Kew akklimatisiert und erforscht. So kamen die Zitrusgewächse nach England, die ebenso wie Rosen und Tulpen als Raritäten angepflanzt wurden.
Der Landschaftspark
Ab etwa 1720 entstand in England ein neuer Gartenstil, der englische Landschaftsgarten (oder auch englischer Landschaftspark). Als wichtiger Vorläufer gilt der Garten von Chiswick House, von William Kent angelegt, frühe Beispiele sind in Rousham und Stowe erhalten. Als wichtigste Einflüsse gelten die als natürlich empfundenen Gärten des Altertums sowie die Gärten Chinas und Miltons Versepos "Paradise Lost". Kennzeichen des englischen Landschaftsgartens sind die natürlich belassene Bepflanzung, die geschwungene Wegführung, der fließende Übergang in die umgebende Landschaft und das Fehlen von dekorativen Blumenrabatten. Als Ideal wurde ein begehbares Landschaftsgemälde angestrebt, das besonders von Landschaftsmalern wie Gaspard Poussin und Claude Lorrain beeinflusst war. Ebenfalls den Gemälden entstammen die Gartenstaffagen, Follies genannt, in Form kleiner Tempel oder Ruinen, die meist als Blickfang in den Sichtachsen arrangiert sind. In der Spätphase dominierte Lancelot "Capability" Brown mit seinen kargen weiten Gartenräumen, der den Stil auf die Spitze trieb, indem er natürlicher als die Natur gestalten wollte. Wichtige Gärten: Chiswick, Rousham, Twickenham, Stowe, Stourhead, Blenheim Castle. Wichtige Vordenker, Gärtner und Theoretiker: Charles Bridgeman, Joseph Addison, Publizist, Alexander Pope, Dichter, William Kent, Maler, Lancelot "Capability" Brown, Humphrey Repton (1752-1817), William Chambers und sein Jardin Anglo-Chinois.

Deutschland

In Deutschland wurde der erste Englische Park vom Baron Otto von Münchhausen in Schwöbber bei Hameln a. d. Weser 1750 angelegt; dann folgte Hinübers Englischer Garten in Marienwerder bei Hannover, 1765 der beide übertreffende Park zu Harbke bei Helmstedt, Besitzung des Grafen von Veltheim. Letzterer besteht noch und enthält die ältesten nordamerikanischen Bäume in Deutschland, besonders Eichen.
1768 wurde im Auftrag des anglophilen Fürsten von Anhalt-Dessau der bis heute akribisch gepflegte Park von Wörlitz von Schoch und Neumann in chinesisch-englischer Manier angelegt. In ihm finden sich neben der ersten europäischen Eisenbrücke und dem ersten außerhalb von England gebauten neo-gotischen Gartengebäude auch ein künstlicher Vulkan, der mittels Feuerwerkskörpern zum Ausbruch gebracht werden konnte. Für die Entwicklung des natürlichen Gartenstils in Deutschland hat in der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts Weimar einen großen Einfluss ausgeübt. Johann Wolfgang von Goethe, der Begründer einer neuen Richtung in der botanischen Wissenschaft, der Morphologie der Pflanzen, gab hier den Impuls; mit seinem fürstlichen Freunde, dem nachmaligen Großherzog Karl August, wandelte er die Gegend an der Ilm im Süden der Stadt in einen Park (Park an der Ilm) um, wie er noch heute, durch den Fürsten Hermann von Pückler-Muskau verbessert, als lehrreiches Beispiel vor unserm Auge steht. Hermann von Pückler-Muskau Ein Vorkämpfer für den natürlichen Gartenstil war Hirschfeld, Professor in Kiel, ein Bahnbrecher in Deutschland Friedrich Ludwig Sckell in München, der im dortigen Englischen Garten und in Nymphenburg Musteranlagen geschaffen, ein Meister erster Ordnung Lenné, der mit seinem Schüler und Gehilfen Garten Meyer Charlottenhof und die verschiedenen neuen Anlagen bei Sanssouci, letzterer allein die städtischen Anlagen von Berlin geschaffen. Ein Gartenkünstler von außergewöhnlicher Bedeutung aber war Fürst Hermann von Pückler-Muskau, der um die Residenz seiner Standesherrschaft Muskau herum, später bei Branitz noch unübertroffene Muster moderner Gärten hinterlassen hat. Er verfasste auch das wichtigste gartentheoretische Werk seiner Zeit in Deutschland, die "Andeutungen über Landschaftsgärtnerei". Sein Muskauer Parkdirektor, Eduard Petzold, wurde gleichfalls ein bedeutender Parkschöpfer: Park der deutschen Gesandtschaft in Sofia, Park von Philadelphia (USA), zahlreiche Gutsparks (z.B.:Altenstein). Herrliche Gärten sind auch Glienicke, vom Prinzen Karl von Preußen (gest. 1883) angelegt und in stets gleichem Glanz erhalten, die Rheinanlagen der Kaiserin Augusta in Koblenz, die Insel Mainau im Bodensee, der Park von Babelsberg bei Potsdam u. a. Ende des 19. Jahrhunderts kamen so genannte Floragärten in Mode: prächtige und kunstvoll ausgeschmückte Einrichtungen mit Wintergärten, parkartige Anlagen, in denen den Blumen eine ungewöhnliche Bevorzugung eingeräumt ist, mit einem prachtvollen Blumenparterre, worin Teppichbeete vorherrschen, und zu welchem die schattigen Alleen und Parkteile nur den Rahmen bilden. Wasserkünste, welche hier besonders gut angewendet wären, findet man in diesen Gärten nicht so häufig. Als Muster dieser Art Gärten können gelten der Palmengarten in Frankfurt am Main, die Flora in Köln und die Flora in Charlottenburg, letztere mit einem sehr geschmackvoll bepflanzten Palmenhaus, ersterer mit unübertrefflichen Blumenparterres, die Flora von Köln mit einer Gärtnerlehranstalt verbunden. :Siehe auch Arboretum, Hortus Eystettensis, Mill Ends Park, Liste berühmter Parks und Gartenanlagen, Gartendenkmalpflege

Berühmte Gartenkünstler und Gartenarchitekten

Gartendenkmalpflege
- André Le Nôtre (1613-1700)
- Peter Joseph Lenné (1789-1866)
- Hermann von Pückler-Muskau (1785-1871)
- Friedrich Ludwig Sckell (1750-1823)
- Eduard Petzold (1815-1891)
- Maximilian Friedrich Weyhe (1775-1846)
- Frederick Law Olmsted (1822-1903)
- Erwin Albert Barth (1880-1933)
- Ernst F. Cramer (1898-1980)
- Isamu Noguchi (1904-1988), Bildhauer
- Peter Latz (
- 1939)

Literatur


- [http://susi.e-technik.uni-ulm.de:8080/Meyers2/seite/werk/meyers/band/6/seite/0917/meyers_b6_s0917.html#Garten Garten], in:
Meyers Konversationslexikon, 4. Aufl. 1888, Bd. 6, S. 917
- Marianne Beuchert:
Die Gärten Chinas, in: Hans Sarkowicz (Hrsg.): Die Geschichte der Gärten und Parks, Frankfurt am Main 2001
- Kai Broderson:
Die Hängenden Gärten von Babylon, in: Hans Sarkowicz (Hrsg.): Die Geschichte der Gärten und Parks, Frankfurt am Main 2001
- Karin Dzionara:
Der Garten im alten Ägypten, in: Hans Sarkowicz (Hrsg.): Die Geschichte der Gärten und Parks, Frankfurt am Main 2001
- Michaela Kalusok:
Schnellkurs Gartenkunst. Köln 2003
- Christa Hasselhorst:
Meister der Gartenkunst. Die großen Gärten Europas und ihre Schöpfer, Berlin 2004, ISBN: 3894791381
-
Gartenkunst Deutschland, hg. von der Vereinigung der Landesdenkmalpfleger in Deutschland und dem Landesdenkmalamt Berlin, Berlin 2002
- Ronald Clark:
Garten Reiseführer. 1350 Gärten und Parks in Deutschland, München, ISBN 3766716441
- Bund Heimat und Umwelt in Deutschland (BHU)(Hrsg.):
Erfassung der historischen Gärten und Parks in der Bundesrepublik Deutschland (CD-ROM), Bonn, 4. Auflage 2001
- Bund Heimat und Umwelt in Deutschland (BHU)(Hrsg.):
Erfassung der historischen Friedhöfe in der Bundesrepublik Deutschland (CD-ROM), Bonn 1998
- Bund Heimat und Umwelt in Deutschland (BHU)(Hrsg.):
Weißbuch der historischen Gärten und Parks in den neuen Bundesländern, Bonn
- Eva Berger:
Historische Gärten Österreichs, 3 Bde., Wien 2002-2004
- Hans-Rudolf Heyer:
Historische Gärten der Schweiz, Bern 1980, ISBN 3-7165-0341-X
- Vereinigung der Landesdenkmalpfleger in der Bundesrepublik Deutschland und Landesdenkmalamt Berlin (Hrsg.):
Historische Gärten. Eine Standortbestimmung. Berlin 2003, ISBN 3895411612
- Michael Rohde u. Rainer Schomann (Hrsg.):
Historische Gärten heute, 2. Aufl., Leipzig 2004, ISBN 3-361-00567-1

Weblinks


- [http://www.garten-literatur.de/Blattwerk/architekten.htm Bücherliste Gartenkultur]
- [http://www.gartenkunst-museum.de/museum.htm Gartenkunst-Museum Schloss Fantaisie]
- [http://www.schloss-benrath.de/portal_gkm/default.asp Museum für Europäische Gartenkunst Schloss Benrath]
- [http://www.dgg1822.de/Gartenkulturpfad/idee.html Gartenkultur-Pfade - Ein Projekt der Deutschen Gartenbau-Gesellschaft] !Park Kategorie:Stadtbaugeschichte Kategorie:Gartenbau ja:公園


Erholung

1) Als Erholung (auch: Rekreation) bezeichnet man den Vorgang, wenn sich ein biologischer Organismus nach einer anstrengenden Tätigkeit, aber auch von Verletzungen oder Krankheiten durch eine Ruhephase wieder regeneriert und Kräfte sammelt. Beim Menschen wird die Erholung oft mit einer entspannenden Freizeitaktivität oder einem Hobby verknüpft, vor allem, wenn er sich von einer überwiegend geistigen Aktivität erholen möchte. 2) Erholung ist auch die Bezeichnung für das Bestreben eines kaltverformten Werkstoffs sich seinem Gleichgewichtszustand anzunähern. Dies kann auch durch Rekristallisation erfolgen. Häufig treten beide Effekt gleichzeitig auf. Erholung erfolgt durch: 1. Ausheilen von Punktdefekten (zB. Zwischengitteratome rekomibinieren mit Leerstellen) 2. Abnahme der Versetzungsdichte (Versetzungen mit unterschiedlichen Vorzeichen bewegen sich aufeinander zu und löschen sich aus) 3. Abnahme der gesamten elastischen Verzerrungsenergie des Systems durch Bildung von Versetzungsnetzwerken. zu 1: ab ?°C, Messbar durch Abnahme des spezifischen Widerstands und Abnahme der Härte. zu 2 und 3: durch Gleit- und Kletterprozesse, letzter sind diffusions-gesteuert (somit in Abh. von der Temp.) Effekt: Korngrenzen bleiben, Subkörner können sich bilden, spezifischer Widerstands und Härte nehmen ab.

Siehe auch:


- Schlaf
- Ruhe
- Übersicht Tourismus
- Rehabilitation
- Rehamaßnahme ! ms:Rekreasi th:นันทนาการ

Freizeit

Freizeit ist die frei zur Verfügung stehende Zeit des Menschen, vor allem im Vergleich zur Arbeitszeit. Das Wort geht auf die spätmittelalterlichen Rechtsbegriffe "Freye-zeyt" und "frey zeit" und benannte damals die Zeit, in der kein Markt stattfand.

Freizeit als allgemeiner Begriff

Arbeitszeit Eine strikte, auch räumliche (Städtebau) Trennung der Sphären von Arbeit und Freizeit ist ein Phänomen der Neuzeit. Freizeit dient der Entspannung und der persönlichen Entfaltung, sofern diese nicht mit oben erwähnter Arbeitszeit in Verbindung zu bringen ist. In seiner Freizeit widmet sich der Mensch häufig seiner Familie, seinen Freunden und Dingen, die ihm Freude bereiten, Hobbys wie zum Beispiel dem Spielen, Lesen, Sport treiben, Einkaufen, der Musik, Kunst oder Wissenschaft. Er nutzt die Zeit für das, was ihm persönlich wichtig ist. Die Funktionen der Freizeit sind vor allem Regeneration, Rekreation, Kompensation, Kommunikation, Interaktion, Partizipation, Ideation, Edukation, Suspension und Emanzipation. Kritiker der Freizeit sind der Meinung, dass die Freizeit keine wirklich freie Zeit sei. Sie bleibe der Arbeit untergeordnet. In der Freizeit könne man nicht tun, was man will, denn man müsse sich erholen. "Im spätindustriellen Zeitalter bleibt den Massen nichts als der Zwang, sich zu zerstreuen und zu erholen, als ein Teil der Notwendigkeit, die Arbeitskraft wiederherzustellen, die sie in dem entfremdeten Arbeitsprozeß verausgabten. Das allein ist die 'Massenbasis' der Massenkultur. [...] Sie bedeutet eine weitgehende Standardisierung des Geschmacks und der Rezeptionsfähigkeit." (Adorno/Eisler)

Geschichte

Bereits bei den Griechen in der Antike wurde zwischen Arbeit und Freizeit unterschieden, wobei Freizeit oder Muße mit schole und die Arbeit mit der Negation von Muße a-scholia bezeichnet wurde. Die höheren Schichten der griechischen Gesellschaft mussten dank ihrer Sklaven keine körperliche Arbeit verrichten und konnten daher durch Lernen, Nachdenken und Gespräche (Rhetorik) Wissen und Weisheit erlangen. Rhetorik Aber auch die Sklaven und die Unterschicht verfügten über freie Zeit, die sie an ca. 60 Tagen im Jahr bei Olympischen Spielen oder anderen Festen verbrachten. Für alle Griechen galt, dass Freizeit nicht individuell genutzt werden konnte, sondern im öffentlichen Interesse zum Wohl des Staates lag. Ähnliche Ansichten vertraten die Römer: auch hier wurde der Begriff für Arbeit "neg-otium" aus dem Begriff für Muße "otium" abgeleitet. Die herrschende "Otium-Schicht" hatte die Aufgabe, den Staat zu lenken und konnte auch individuellen Annehmlichkeiten nachgehen. Auch die Plebejer verfügten aufgrund der wirtschaftlichen Weiterentwicklung und der Sklavenhalterei über individuelle Freizeit. Um diese in ihrem Sinne zu kanalisieren, veranstalteten die Herrschenden "Brot und Spiele" oder Wagenrennen im Circus maximus, öffentliche Bäder sowie Parks und Sportarenen entstanden und veränderten auch architektonisch sichtbar das Stadtbild von Rom. Comenius (1592-1670) beschäftigte sich mit dem Begriff Freizeit und forderte Erholungspausen zwischen der täglichen Schularbeit. Karl Marx sah in der Freizeit (disponible Zeit) einen "großen Wert für die Emanzipation des Menschen, für die Wiedergewinnung der Menschlichkeit aus der Entfremdung. Eine Gesellschaft, die es schafft disponible Zeiten hervorzubringen, schafft auch Reichtum und zeigt unverkennbar die dialektischen Zusammenhänge von Arbeit und Freizeit. Freie Zeit ist von der Arbeit befreite Zeit, in der sich jedes Individuum besonders gut entfalten kann.".

Freizeitentwicklung ab 1800 in Deutschland

Mit der Industrialisierung nahm in erheblichem Maße auch die Arbeitszeit der Bevölkerung zu. Angestellte in den zahlreichen Fabriken und Manufakturen mussten teilweise bis zu 16 Stunden am Tag arbeiten. Man beachte in diesem Zusammenhang auch, dass es zu dieser Zeit kein einheitlich festgelegtes Wochenende gab. War die Arbeitszeit in der Vergangenheit durch natürliche Bedingungen wie Jahreszeiten oder die Tageszeit begrenzt, so ermöglichte die Entwicklung des künstlichen Lichts, die Verwendung industrieller Maschinen und Motoren und die witterungsunabhängige Arbeit in großen Fabrikhallen die Arbeitszeit auf ein Höchstmaß auszudehnen. „Für die (…) Erwerbstätigen wurde die Arbeitszeit bis zur psychisch möglichen Grenze ausgedehnt.“ (Opaschowski, 1994, S. 27) Der Grund für die ab etwa 1850 fortschreitende Verkürzung der Arbeitszeit war zunächst der gesundheitlich bedenkliche Zustand der Erwerbstätigen. Die für das Militär eingezogenen Rekruten waren in äußerst schlechter Verfassung. Der zweite weitaus umfassendere Grund war die zunehmende Technisierung der Produktion wodurch der Bedarf an menschlichen Arbeitskräften zusehends sank. Als ein dritter Grund sollte auch „der seit etwa 1860 propagierte Kampf um den Achtstunden-Arbeitstag“ (Prahl, 2002, S. 100) genannt werden. Auch wenn dieser erst 1918/19 erreicht werden sollte, so ist dies der Ursprung einer zunehmend an Bedeutung gewinnender Arbeiterbewegung. Obwohl eine Einzelproduktion, wie etwa ein landwirtschaftlicher Familienbetrieb im Mittelalter, allein durch die Abhängigkeit von der Natur eine arbeitsfreie Zeit garantiert, so wurde der Begriff der Freizeit, als die „Restzeit, die übrig bleibt, wenn man die Arbeit (…) erledigt hat“ (Giesecke, 1983, S. 14) erst durch die Industrialisierung festgelegt. Der eindeutig festgelegt Wechsel von Arbeit und Feierabend führte auch zu einem vollkommen neuen Zeitverständnis, welches als Grundlage auch des modernen Zeitempfindens zu bezeich-nen ist. Das "zeiteffektive Denken" weitete sich von den Unternehmen über die Familien bis hin zu den Schulen aus. In gleichem Maße wie die zeitliche Belastung stieg, wuchs auch das Bedürfnis nach einer Zeit der Erholung und Kompensation. Dieses Bedürfnis durch die Erweiterung der Freizeit zu befriedigen war eines der vornehmlichen Ziele der entstehenden Arbeiterbewegung. „Eine Befreiung aus einem Leben, das neben Arbeit und Rekreation wenig Zeit für andere, zum Beispiel kulturelle und gesellige menschliche Tätigkeit ließ“ (Giesecke, 1983, S. 27), ist auch die Grundlage für das politische Mitwirken der unteren Schichten. Sah man vor der Jahrhundertwende in erster Linie das Risiko des zunehmenden Müßiggangs und der sittlichen Verwilderung, so machten sich zur Zeit der Weimarer Republik erste Stimmen breit, dass der Staat die Eingliederung aller Schichten in das Bürgertum zu unterstützen habe, um seinem demokratischen Anspruch gerecht zu werden. Die durchschnittliche Zunahme von Freizeit zu Beginn des 20. Jahrhunderts war jedoch eher unfreiwilliger Natur. Die Folgen des ersten Weltkrieges führten zu einer stark ansteigenden Arbeitslosigkeit. Die erkämpften Arbeitszeitverkürzungen in Form des Achtstundentages und der 48-Stunden-Woche wurden immer wieder missachtet so kam es nur sehr langsam zu einer reellen Entlastung der Erwerbstätigen. Mit der gewonnenen Freizeit war zwar auch eine merkliche Entlastung zu spüren, dennoch kam es zum "Freizeit-Problem": Freizeit war bisher nur die Zeit der Reproduktion bzw. Rekreation der Arbeitskraft. Ein über diese Elemente hinausgehendes Freizeitverständnis musste sich noch entwickeln. Diese Suche ist auch der Ursprung einer frühen Freizeitpädagogik. Die "goldenen Zwanziger" waren auch in Bezug auf Freizeit eine Zeit des Ausprobierens und Feierns, zumindest für die Ober- und Mittelschicht. Die nationalsozialistische Machtübernahme verhinderte dann den Höhepunkt des deutschen Freizeitbewegung. Obwohl sich auch die Nationalsozialisten die neue Freiheit aber besonders die Suche nach Orientierung zunächst zunutze machten, unterbanden sie schnell jede Form der freien Zeitgestaltung, als Zeit der Emanzipation und Privatheit. Durch die Existenzbedrohung in der Nachkriegszeit des zweiten Weltkrieges trat die Freizeit in den Hintergrund. Die Arbeit bestimmte wieder das Leben und die Zeit nach der Arbeit galt erneut fast ausschließlich der Erholung. Erst in den fünfziger Jahren setzte die Diskussion um die 5-Tage- und die 40-Stundenwoche wieder ein. Daneben erhöhte sich in Zeiten des wirtschaftlichen Aufschwungs auch der "Freizeit-Etat" der einzelnen Familien. Dies machte sich besonders auch in der steigenden Verfügbarkeit von Freizeitmitteln (wie etwa Auto und Fernseher) bemerkbar. Spätestens 1990 lässt sich eine, zumindest in den Grundzügen, der Industrialisierung ähnliche Entwicklung beobachten: „Die Arbeitszeiten wurden in den letzten Jahrzehnten in der BRD sichtbar verkürzt, doch gleichzeitig wurde die zu leistende Arbeit intensiviert.“ (Prahl, 2002, S. 112) Dies hatte zunächst eine wachsende Belastung für die Erwerbstätigen zur Folge, und so entwickelte sich die Freizeit erneut zu einer wichtigen Kompensationszeit. Daneben wuchs der Freizeitsektor zu einem wichtigen Wirtschaftfaktor.

Freizeit in der Soziologie

siehe Hauptartikel Freizeitsoziologie

Literatur


- Elisabeth Charlotte Welskopf: Probleme der Muße im alten Hellas. 1962.
- Theodor W. Adorno & Hanns Eisler: Komposition für den Film. München 1969.
- Hans Werner Prahl: Freizeitsoziologie. München 1978.
- Hans Werner Prahl: Soziologie der Freizeit. Paderborn: Ferdinand Schöningh 2002.
- Giesecke, H.: Leben nach der Arbeit – Ursprünge und Perspektiven der Freizeitpädagogik. München: Juventa 1983.
- Horst Opaschowski: Einführung in die Freizeitwissenschaft (2., völlig neu bearb. Auflage). Opladen: Leske+Budrich 1994.
- Horst Opaschowski: Feierabend? – Von der Zukunft ohne Arbeit zur Arbeit mit Zukunft!. Opladen: Leske+Budrich 1998.

Siehe auch


- Freizeitsoziologie
- Arbeit, Arbeitslosigkeit, Muße, Grundeinkommen
- Freizeitpädagogik
- Faulheit
- Simple living
- Do it yourself
- Soziologie
- Jugendfreizeit, Kinderfreizeit, Kirchenfreizeit
- Freizeit (Religion) - religiöse Angebote von Kirchen und Freikirchen
- Bundesjugendtreffen
- Betriebsausflug
- Bunter Abend
- Freizeitindustrie, Freizeitpark, Freizeitgesellschaft, Freizeitsport, Touristik und Freizeit
- Stadtplanung ! Kategorie:Zeitbegriff ja:余暇 simple:Leisure

Acker

Ein Acker (oder Feld) ist ein landwirtschaftlich genutzter Boden, der regelmäßig bearbeitet oder bestellt wird. Boden Boden] Wiesen und Weiden gehören damit nicht zu den Ackerflächen. Das Bestellen der Flächen wird auch gelegentlich als 'beackern' bezeichnet. Als Grenzmarkierung zwischen den Flächen dienten natürliche, nur schwer veränderbare Merkmale wie z.B. Bäume, Hecken, Bachläufe, Wege, oder künstliche Grenzzeichen wie z.B. Gräben, Lesesteinhaufen. Siehe auch: Ackerbauerkultur ---- Acker war auch ein altes Feldmaß, das in einigen deutschen Kleinstaaten angewandt wurde, z.B.:
- in Sachsen: 1 Acker = 2 Morgen = 300 Quadratruten = 55,342 Ar
- in Kurhessen: 1 Acker = 150 Quadratruten = 23,87 Ar Siehe auch: Alte Maße und Gewichte ---- Als Acker, auch Wiese, werden gelegentlich (umgangssprachlich) auch Viertel des Spielfelds einer Tischtennisplatte bezeichnet. Acker oder Wiese spielen (bei der Angabe) bedeutet, dass der Ball im diagonal gegenüberliegenden Feld landen muss. ---- Acker war auch ein Spitzname des deutschen Bundeskanzlers Gerhard Schröder während seiner aktiven Hobbyfußballer-Karriere. ---- Zum englischen Feldmaß, siehe Acre. Kategorie:Bodenkunde Kategorie:Feldwirtschaft

Sportplatz

Ein Sportplatz ist eine große und freie Fläche, auf der man Sport treiben kann. Dort werden auch Wettbewerbe ausgetragen. Sport Viele Sportplätze haben als zentrale Fläche einen Fußballplatz, um den in Form eines Ovals oftmals eine Laufbahn für Leichtathletik herumführt. Die Bahn ist meist 400 Meter lang. Einen Sportplatz mit Zuschauerrängen nennt man Stadion. Gem. DIN 18035-1 (Sportplätze, Teil 1: Freianlagen für Spiele und Leichtathletik, Planung und Maße) ist ein Sportplatz "eine Freianlage, die sowohl dem organisierten Wettkampfsport nach den national und international vereinbarten Regeln der Sportfachverbände als auch den nicht wettkampforientierten, regeloffenen Sport-, Bewegungs- und Freizeitaktivitäten dient. ...." Zugehörige Anlagen für den Wettkampfsport: Großspielfelder (Rasenfläche oder Kunstrasenfläche), Kleinspielfelder (zumeist Kunststofffläche), Leichtathletikanlagen (zumeist Kunststofffläche). Zusammengefasste Leichtathletikanlagen und Spielfelder: Wettkampfanlage Typ A, Wettkampfanlage Typ B, Wettkampfanlage Typ C. Sportplätze und die Freiräume in Sportanlagen werden von entsprechend spezialisierten Landschaftsarchitekten geplant. Der Sportplatzbedarf orientiert sich in Anzahl und Größe, Typ und Ausstattung an den Bedürfnissen der Nutzergruppen wie Sportvereine, Schulen, Breiten- und Freizeitsportler und/oder Behinderte oder Senioren. Vorausgehen sollte der konkreten Objektplanung in einer Kommune eine Sportstätten-Entwicklungsplanung. Geplant und in die Landschaft integriert werden Sportanlagen in der Regel von entsprechend fachkundigen Landschaftsarchitekten. Siehe auch DIN 18035-1. Kategorie:Sport

Kategorie:Naturschutz

Kategorie:Umwelt- und Naturschutz

Kategorija:Rojeni leta 296

Ta kategorija zajema ljudi, ki so se rodili leta 296. Kategorija:Leto 296 296

rozstpy Baby names tanie latanie, tanie loty venice luxury hotels Black-Breath










































:: RELATED NEWS ::
Meadowood, Pennsylvania
Meadowood is a census-designated place located in Butler County, Pennsylvania. As of the 2000 census, the CDP had a total population of 2,912.

Geography

Meadowood is located at 40°50'49" North, 79°53'40" West (40.846949, -79.894440). According to the United States Census Bureau, the CDP has a total area of 4.0
Mercer Township, Pennsylvania
Mercer Township is a township located in Butler County, Pennsylvania. As of the 2000 census, the township had a total population of 1,183.

Geography

According to the United States Census Bureau, the township has a total area of 33.0 km² (12.7 mi²). 33.0 km² (12.7 mi²) of it is land and 0.
Meridian, Pennsylvania
Meridian is a census-designated place located in Butler County, Pennsylvania. As of the 2000 census, the CDP had a total population of 3,794.

Geography

Meridian is located at 40°51'16" North, 79°57'23" West (40.854415, -79.956359). According to the United States Census Bureau, the CDP has a total area of 7.4
Middlesex Township, Butler County, Pennsylvania
Middlesex Township is a township located in Butler County, Pennsylvania. As of the 2000 census, the township had a total population of 5,586.

Geography

According to the United States Census Bureau, the township has a total area of 59.7 km² (23.0 mi²). 59.5 km² (23.0 mi²) of it is land and
Muddy Creek Township, Pennsylvania
Muddy Creek Township is a township located in Butler County, Pennsylvania. As of the 2000 census, the township had a total population of 2,267.

Geography

According to the United States Census Bureau, the township has a total area of 61.7 km² (23.8 mi²). 56.5 km² (21.8 mi²) of it is land a
Nixon, Pennsylvania
Nixon is a census-designated place located in Butler County, Pennsylvania. As of the 2000 census, the CDP had a total population of 1,404.

Geography

Nixon is located at 40°47'8" North, 79°56'17" West (40.785683, -79.937926). According to the United States Census Bureau, the CDP has a total area of 6.9
Oak Hills, Pennsylvania
Oak Hills is a census-designated place located in Butler County, Pennsylvania. As of the 2000 census, the CDP had a total population of 2,335.

Geography

Oak Hills is located at 40°49'30" North, 79°55'8" West (40.825041, -79.918853). According to the United States Census Bureau, the CDP has a total area of 8.4
Oakland Township, Butler County, Pennsylvania
Oakland Township is a township located in Butler County, Pennsylvania. As of the 2000 census, the township had a total population of 3,074.

Geography

According to the United States Census Bureau, the township has a total area of 60.2 km² (23.2 mi²). 59.4 km² (22.9 mi²) of it is land and 0
Parker Township, Pennsylvania
Parker Township is a township located in Butler County, Pennsylvania. As of the 2000 census, the township had a total population of 700.

Geography

According to the United States Census Bureau, the township has a total area of 61.0 km² (23.5 mi²). 61.0 km² (23.5 mi²) of it is land and none
Penn Township, Butler County, Pennsylvania
Penn Township is a township located in Butler County, Pennsylvania. As of the 2000 census, the township had a total population of 5,210.

Geography

According to the United States Census Bureau, the township has a total area of 62.6 km² (24.2 mi²). 62.5 km² (24.1 mi²) of it is land and 0.1
All Rights Reserved 2005 wikimiki.org