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Grabbeigabe

Grabbeigabe

Eine Grabbeigabe ist ein Gegenstand, der einem Toten mit ins Grab gelegt wird. Oft wurden Tote nicht nur mit ihrem persönlichen Hab und Gut, sondern auch mit solchen Beigaben bestattet, die als notwendig für die Reise ins Jenseits galten. Heute liefern Grabbeigaben wertvolle Hinweise für die zeitliche und ethnische Zuordnung von Funden und geben einen Einblick in die damalige Sachkultur. Die ersten Grabbeigaben in Form von Waffen und sonstigen Gegenständen sind bereits aus der Steinzeit erhalten. In der frühen mitteleuropäischen Bronzezeit wurden die Menschen mit ihren persönlichen Habseligkeiten bestattet, die also nicht vererbt werden, und erhalten ein wenig Nahrung mit auf die Reise ins Jenseits. Wichtige Persönlichkeiten werden mit neuwertigen Waffen und Schmuckgegenständen ausgestattet, die für diesen Zweck gefertigt wurden. Später ging man aus bisher ungeklärten Ursachen dazu über, diese neuwertigen Gegenstände unbrauchbar zu machen. Im alten Ägypten wurden dem Toten zwei Münzen auf die Augen gelegt, die er für den Fährmann benötigte, der ihn über den Totensee bringen sollte. Im europäischen Frühmittelalter wurden den Verstorbenen wichtige Teile der Habe mit in das Grab gegeben. Bei Frauen waren es vor allem Kleidung, Schmuck, Toilettenartikel, Küchen- und Haushaltsgegenstände, bei Männern Kleidung, Waffen, Messer, Werkzeug und Zaumzeug. Mit der Chrstianisierung kommt bei den Alamannen die Grabbeigabe der Goldblattkreuze auf. Um 700 verschwindet nach und nach der Brauch der Grabbeigabe. Die Toten werden nur noch mit ihrer Totenkleidung und allenfalls religiösen Beigaben bestattet. Wertvolle Grabbeigaben erhielten seit frühgeschichtlicher Zeit die Herrscher (z.B. Pharaonen und Könige) und sozial hochgestellte Personen. In Ägypten, Mykene, in der Hallstatt-Kultur, bei den Kelten und im Hellenismus wurden ganze Grabstätten gebaut und mit kostbaren Beigaben gefüllt, damit der Verstorbene auch im Jenseits ein angenehmes Leben führen könne. Diese Grabstätten wurden als Erdhügel, als kunstvolle, mit Erde überdeckte Gewölbe oder als überirdisch sichtbare, eigentliche Grabmonumente erbaut. Eines der berühmtesten dieser Grabbauten war das Mausoleum des persischen Satrapen Maussollos, eines der Sieben Weltwunder der Antike. Eine spezielle Grabbeigabe war der Obolus. Viele Beigaben fielen Grabräubern zum Opfer. Kategorie:Archäologie Kategorie:Bestattungsritual

Grab

Hier wird die Grabstätte abgehandelt, weiteres siehe Grab (Begriffsklärung) ---- Ein Grab ist ursprünglich eine Erdgrube zur Bestattung der sterblichen Überreste eines Menschen. Neben den Erdgräbern hat sich die Bezeichnung Grab auch für andere Bestattungsorte etabliert. Mit der Begräbniskultur finden wir die Spuren der ältesten menschlichen Kultur, teilweise der reichsten und vielfältigsten überhaupt.

Gräberformen

Erdgräber

Gräber sind sowohl als Körpergräber wie als Brandgräber erhalten. Das älteste erhaltene Grab (Qafzeh, Israel) lässt sich auf 100.000 Jahre datieren. Die Blickrichtung der Bestatteten einer frühen Kultur ist immer nach einer Himmelsrichtung orientiert.
- Das Hockergrab gilt als die älteste Grabform der Menschheit. Dort liegt der Leichnam gleichsam wie ein Embryo in Hockstellung im Mutterleib. Diese Position wurde als Rückkehr zu den Ursprüngen des Lebens gedeutet.
- Das sogenannte Hünengrab ist eine Megalithanlage und stellt die älteste Form des Monumentalbaus in Mitteleuropa dar. Es besteht aus einer (in Deutschland bis zu 29 m, in Dänemark bis zu 12 m langen) aus Findlingen gebauten Kammer.

Höhlen

Zu den ältesten Plätzen an denen menschliche Skelette gefunden wurden zählen Höhlen. Der Begriff Höhlengräber (älteste 60.000 Jahre Kebarahöhle, Israel) ist jedoch im Bezug auf eine allgemeine Grablege falsch, da nur wenige Plätze dafür genutzt wurden. Später dienten artifizielle Höhlen (Mastabas, Rock-cut-tombs) oder Katakomben als Deponierungsorte für menschliche Überreste, die in vielen Fällen jedoch Opfer gewesen sein können.

Gräber in bestimmten Kulturen und Religionen


- In bestimmten alten Kulturen wurden Tote nicht beerdigt, sondern auf Bäume oder Türme verbracht und der Verwesung bzw. den Vögeln überlassen.
- Baumgräber: Die Seminolen setzten ihre Toten in hohlen Bäumen bei.
- Im Judentum gibt es aus religiösen Gründen das Körpergrab (Glaube an die Auferstehung), das außerhalb der Stadt angelegt wurde. (Bestattungsriten)
- Dieser Tradition folgte das Christentum, bis zum Aufkommen des Urnengrabes mit der Feuerbestattung. Mit der Praxis der Heiligenverehrung wurden zunächst die Gräber von Heiligen, dann auch die Gräber von Klerus und Laien ins Zentrum, in den Raum in und um die Kirche herum verlagert. Die Anordnung der Gräber erfolgte gemäß dem gesellschaftlichen Status zu Lebzeiten. Im 18. / 19. Jahrhundert erfolgte die Verlagerung der Gräber aus Gründen der Hygiene auf Friedhöfe an die örtliche Peripherie.

Grabmale

Friedhöfe]] Grabmale und Gruften sind besondere Gräber für Einzelpersonen von besonderem Rang. Bedeutende Grabmäler sind Pyramiden, Mausoleen oder auch Grabkapellen (Grabkapelle (Württemberg) für Königin Katharina Pawlowna).

Sonderformen

In bestimmten Ländern (z.B. Tirol, Paris, Alentejo) erfolgte zeitweilig die Sammlung der Gebeine in Ossuarien (Beinhäusern) zu deutsch: Karner. Im Zuge bestimmter Katastrophen, besonders der Neuzeit, kommt es zur Anlage von Massengräbern.

Siehe auch


- Ehrengrab, Felsengrab, Bestattung, Epitaph, Friedhof, Grabkammer, Grabstein, Kenotaph, Larnax, Mastaba, Pyramide (Bauwerk), Sarg, Sarkophag, Totenschild, Steingrab, Kriegsgrab, Seekriegsgrab, Totengräber

Literatur


- Philipe Aries: Geschichte des Todes. dtv, ISBN 3-423-30169-4

Weblinks

Kategorie:Grabbau ja:墓場

Steinzeit

Als Steinzeit bezeichnet man im allgemeinen Sprachgebrauch den Zeitabschnitt der Menschheitsgeschichte, bevor die technische Nutzung von Metallen bekannt war. Die Steinzeit ist die älteste Stufe des von dem dänischen Altertumsforscher Christian Jürgensen Thomsen und anderen seit 1830 propagierten Dreiperiodensystems, welches die Ur- oder Vorgeschichte in die Steinzeit, die Bronzezeit und die Eisenzeit unterteilt. Die Steinzeit selbst wird wiederum dreigeteilt in Paläolithikum (Altsteinzeit), Mesolithikum (Mittelsteinzeit) und Neolithikum (Jungsteinzeit). Die Dreiteilung nach dem verwendeten Werkstoff ist weitgehend auf Europa und Teile Westasiens und Nordafrikas beschränkt. Für die Urgeschichte des südlichen Afrika gibt es eine eigene Terminologie (Early, Middle und Late Stone Age), die der europäischen Einteilung chronologisch und inhaltlich nur zum Teil entspricht, und in der Erforschung der amerikanischen Urgeschichte hat sich die Idee einer Periodisierung nach dem Kriterium des Werkstoffs überhaupt nicht niedergeschlagen. Die Unterteilung des langen Zeitraums erfolgt zwangsläufig nur nach den Werkzeugfunden und den wenigen Knochenfunden. Das bedeutet natürlich auch, dass sich die Stufen nicht oder zumindest nicht zwangsläufig mit verschiedenen Entwicklungsstufen des Menschen parallelisieren lassen. Der Wechsel zwischen verschiedenen Entwicklungsstufen ging meist von einzelnen Gebieten aus, Überschneidungen mit vorherigen oder nachfolgenden zeitlichen Entwicklungen sind ebenfalls zu beachten.

Paläolithikum oder Altsteinzeit

Die Altsteinzeit dauerte etwa von vor 2.500.000 bis 8.000 v. Chr. und stellt damit den allergrößten Teil der Menschheitsgeschichte dar.

Altpaläolithikum

Late Stone Age Per Definition beginnt die Steinzeit mit dem erstmaligen Gebrauch von Werkzeugen aus dem Material Stein durch den Menschen. Werkzeuge können so definiert werden, dass das Grundmaterial in irgendeiner Form zum Zwecke des Gebrauches verändert wurde. Demnach sind die Gerölle des Oldowan, die durch einige wenige Abschläge scharfe Kanten erhielten, die ersten so zu bezeichnenden Werkzeuge. Ob diese Veränderungen anfangs bewusst herbeigeführt wurden oder aber durch Zufall entstanden, wird sich wohl nie restlos klären lassen. Mindestens aber erkannte der frühe Mensch den Nutzen und tradierte wohl auch bald die Werkzeuge und deren Herstellungsmethoden. Die ältesten Funde des Altpaläolithikums finden sich in Afrika (Äthiopien) und sind etwa 2,5 Millionen Jahre alt, die ältesten europäischen Funde datieren auf etwa 1,5 Millionen Jahre und stammen aus Georgien. Wahrscheinlich waren frühe Formen des Homo (Homo erectus, Homo habilis) die Erzeuger, eventuell aber auch Australopithecinen. Für viele Jahrtausende änderte sich am Inventar wenig. Vor etwa 600.000 Jahren entwickelte sich dann die Werkzeugkultur weiter, das Acheuléen mit seinen Faustkeilindustrien begann, wiederum zuerst in Afrika. Auch in diesem Zeitalter änderte sich sehr lange nichts, das Acheuléen lässt sich bis vor etwa 100.000 Jahren finden. Erstmals wird im Altpaläolithikum das Feuer genutzt - eine wichtige Voraussetzung um auch kältere Regionen zu besiedeln und fleischliche Nahrung für die Verdauung des Menschen bekömmlicher zu machen.

Mittelpaläolithikum

Verdauung Die Faustkeile des Acheuléen veränderten sich vor etwa 130.000 - 120.000 Jahren, wurden asymmetrisch (sogenannte Faustkeilmesser). Man spricht nun vom Mittelpaläolithikum und seiner ersten Stufe, dem Micoquien, zeitgleich entwickelte sich eine ganz neue Form der Werkzeugbearbeitung: Abschläge vom Kernstein wurden erzeugt, die kleiner und leichter waren und flexibler gehandhabt werden konnten (Moustérien mit Levalloistechnik). Im allgemeinen wird das Mittelpaläolithikum mit dem Neandertaler assoziiert, allerdings fanden sich seit etwa 90.000 auch anatomisch moderne Menschen (archaischer Homo Sapiens). Die Menschen waren weiterhin Jäger und Sammler, besonders das eiszeitliche Großwild wurde gejagt, zusammengesetzte Waffen (Holz und Stein, verbunden durch einen Klebstoff aus Birkenpech) und Feuer waren bekannt. Erste Kunstwerke (Löwenmensch) und Musikinstrumente (Flöten vom Fundort Geißenklösterle) entstanden, die Menschen begruben ihre Toten und gaben ihnen wahrscheinlich auch schon Grabbeigaben mit in die Gräber, was eine religiöse Vorstellung über ein Leben nach dem Tod impliziert. Holz-, Knochen- und Geweihgeräte wurden wahrscheinlich intensiv genutzt, leider hat sich davon fast nichts erhalten.

Jungpaläolithikum

Grabbeigaben Der Beginn des Jungpaläolithikum wird heute etwa 40.000 Jahre vor unserer Zeit angesetzt. Erstmals kann man regionale Unterschiede in der Entwicklung feststellen - die es eventuell auch vorher bereits gab, die man aber anhand des Fundinventars nicht trennen kann. Lange, schmale Klingen und Messer tauchen im Aurignacien in Mittel- West- und Südeuropa auf, deren Träger nunmehr der moderne Mensch ist. Frühe Felsmalereien finden sich in Frankreich, Bestattungen sind erhalten. Auch Geräte aus organischer Substanz sind nunmehr weit häufiger überliefert. In Frankreich und Nordspanien findet man zeitgleich das Châtelperronien (bis vor etwa 34.000 Jahren), dessen Inventar neben den jungpaläolithischen Elementen wie beim Aurignacien (bis vor etwa 28.000 Jahren) auch noch eine deutliche Tradition der Levalloistechnik aus dem Mittelpaläolithikum aufweist. Manche Forscher sehen im Unterschied dieser beiden Kulturen auch den Unterschied zwischen Neandertaler und Homo sapiens (in der frühen Form als Cro-Magnon-Mensch oder Archaischer Homo Sapiens). In Ost- und Mitteleuropa kann man zeitgleich die Kulturen des Bohunicien und des Szeletien unterscheiden. Ab etwa 28.000 bis vor 21.000 Jahren findet sich das Gravettien, Fruchtbarkeitssymbole (oder Göttinen?) wie die Venus von Willendorf deuten auf religiöse Vorstellungen hin. In Frankreich, Spanien und Portugal dagegen verbreitet sich das Solutréen von etwa 22.000 bis 16.500 vor unserer Zeit, das sich durch Lamellen und flächenretuschierte Blatt- und Kerbspitzen auszeichnet. Felszeichnungen, gravierte Knochen und Figuren finden sich ebenso. Im Magdalénien, dem letzten Abschnitt der jüngeren Altsteinzeit geht die letzte Eiszeit langsam zu Ende. Typisch sind Klingenvarianten mit ersten Anzeichen der im Mesolithikum weit verbreiteten Mikrolithisierung. Die bekanntesten Höhlenmalereien (Höhle von Lascaux) stammen aus dem Magdalénien, ebenso eine zunehmende Zahl an kleinen, beweglichen Kunstwerken. Überreste von Zeltbauten fanden sich ebenso wie Lampen mit Docht, verbesserte Jagdwaffen und Schmuck, der bereits weit gehandelt wurde.

Mesolithikum oder Mittelsteinzeit

Die Mittelsteinzeit ist nicht eindeutig und aus sich selbst heraus definiert. Man kann sie mit Ende der Altsteinzeit beginnen lassen (also etwa ab 8.000 v. Chr.) und als Endpunkt den Beginn der Jungsteinzeit ansetzen. Diese beginnt aber in verschiedenen Weltgegenden zu sehr unterschiedlichen Zeitpunkten. So findet man in der Levante nur eine sehr kurze Übergangszeit bis etwa 6.000 v. Chr. , die hier auch nicht Mesolithikum, sondern Epipaläolithikum genannt wird. Im nacheiszeitlichen Mitteleuropa dagegen dauerte diese Phase bis etwa 4.500 v. Chr. Die Zeit ist vom Zurückweichen des Eises der letzten Eiszeit und der damit verbundenen Erwärmung des Klimas und einer entsprechenden Änderung der Flora und Fauna geprägt. Kennzeichnend für diese Epoche sind Kleingeräte aus Feuerstein (Mikrolithen), die als Teil komplexerer Werkzeuge (z.B. Sägen) verwendet wurden. Die Sesshaftigkeit nahm weiter zu. Anhand der wechselnden verschiedenen Mikrolithentypen können eine Reihe einzelner Kulturen und Gruppen definiert werden, die in der jüngeren Altsteinzeit einsetzende Differenzierung nimmt weiter zu. Eine frühe Nordeuropäische Kultur war die Maglemose-Kultur, eine andere bekannte Kultur war in der Spätphase z.B. die Ertebölle-Kultur. In der Übergangszeit finden sich erste Hinweise auf eine Neolithisierung: Intentioneller Anbau von Pflanzen, vereinzelte Tierhaltungen und erste Keramik.

Neolithikum oder Jungsteinzeit

Neolithisierung 1882 zur Definition der bandkeramischen Kultur benutzte.]] Der Beginn der Jungsteinzeit wird heute über den Übergang von der aneignenden zur produzierenden Wirtschaftsweise (Neolithische Revolution) definiert, also dem Beginn von Viehhaltung und Ackerbau. Dieser Übergang erfolgte zu sehr unterschiedlichen Zeitpunkten, beginnend in Mesopotamien um 11.000 v. Chr., in Mitteleuropa um 5.500 v. Chr.. Manche Bewohner entlegener Regionen befinden sich noch heute technologisch in der Jungsteinzeit. Einheitlich zu definierende regionale und zeitliche Kulturräume lassen sich nunmehr weit häufiger aus den archäologischen Funden bestimmen, als das in den vorhergehenden Epochen der Fall ist. In Mitteleuropa beginnt das Neolithikum mit der Bandkeramik zwischen etwa 5.600 und 4.900 v. Chr. Auf deutschem Boden folgt die Rössener Kultur, weiter östlich die Stichbandkeramik. In Südosteuropa bilden sich eigenständige Kulturen bis hin zu den endneolithischen Kulturen von Vinča im serbisch-rumänischen Raum und Tisza in Ungarn. Erste Versuche mit der Metallbearbeitung erfolgten im 8. Jahrtausend v. Chr., anfangs beschränkt auf gediegene Edelmetalle wie Gold, Silber und Kupfer und auf die Ausarbeitung von Schmuck. Für Werkzeuge oder Waffen waren diese weichen Metalle ohne Legierungen nicht geeignet. Bekannte Funde von gut erhaltenen jungsteinzeitlichen Menschen sind u.a der Kennewick-Mann und Ötzi.

Übergang zum Metallzeitalter

Am Ende der Steinzeit begann der Übergang zur Verwendung eines grundlegend anderen Materials, des Metalls. Neue, bessere, Eigenschaften ermöglichten bisher unbekannte Nutzungsmöglichkeiten, erforderten aber auch eine weitaus komplexere Handhabung und Technologie sowie einen funktionierenden Fernhandel um an das begehrte Material zu kommen, das nicht überall vorhanden war. Diese Übergangsphase wird Kupferzeit, auch Chalcolithikum oder Äneolithikum genannt. Sie endet mit dem Beginn der Bronzezeit. Viele Werkzeuge und Waffen wurden noch mit den bewährten Materialien hergestellt aber erste neue Formen tauchten auf. Grundlegende Metallbearbeitungstechniken wie der Metallguss wurden entwickelt. Durch den Guss war erstmals eine Serienfertigung gleichartig aussehender Werkzeuge möglich. Auch wurden erste Techniken der Prospektion und Gewinnung von Kupfererzen in offenen Gruben (Bergbau) entwickelt. Durch die Entwicklung der Verhüttung von Kupfer konnte der schnell entstehende Engpass an gediegenem Kupfer entschärft werden. Diese Technik wurde später auch zur Gewinnung von Zinn, Zink und Blei genutzt und legte die technologische Basis für die spätere Bronzezeit. Eine erste nachweisbare Hierarchisierung fand statt, Oberschichten begannen sich zu bilden, die den Abbau und die Verhüttung des Metalls kontrollierten und die nach ihrem Tod mit vielen wertvollen Grabbeigaben bestattet wurden. Siedlungen in Mitteleuropa wurden tendenziell kleiner, dafür aber stärker befestigt. Sie lagen vor allem auf Anhöhen. Insbesondere im Mittelmeer-Raum führte die Entwicklung der Kupfertechnologie zu einem verstärkten Fernhandel. Ötzi hatte neben ansonsten jungsteinzeitlichem Gepäck auch bereits ein Kupferbeil bei sich.

Zeitliche Abgrenzungen

Die zeitliche Abgrenzung der einzelnen Epochen und Stufen der Steinzeit gestaltet sich schwierig. Das liegt vor allem an der Fundsituation, die abhängig ist von den geologischen Verhältnissen, der späteren Nutzung oder Überbauung des Geländes und anderem mehr. Die Stufengrenzen und Übergänge unterscheiden sich auch in verschiedenen Regionen. Manche Unterteilung tritt nur in bestimmten Gebieten auf. Eine Parallelisierung mit bestimmten Menschenarten ist oft nicht möglich. Trotz all dieser Schwierigkeiten hier der Versuch einer Übersicht:
- Altsteinzeit (Paläolithikum)
  - Altpaläolithikum
    - Afrika: 2.500.000 - 1.000.000 vor heute
      - Oldowan 2.500.000 - 1.000.000 vor heute
      - Acheuléen 1.500.000 - 200.000 vor heute
    - Europa: 1.200.000 - 600.000 vor heute
      - Protoacheuléen oder Abbevillien 1.500.000 - 600.000 vor heute
      - Altacheuléen 600.000 - 350.000 vor heute
      - Jungacheuléen 350.000 - 150.000 vor heute
      - Spätacheuléen 150.000 - 100.000 vor heute
  - Mittelpaläolithikum 125.000 - 35.000 v. Chr.
    - Europa
      - Micoquien 125.000 - 38.000 v. Chr.
      - Moustérien 125.000 - 38.000 v. Chr.
      - Blattspitzen-Gruppe 50.000 - 35.000 v. Chr.
      - Szeletien 50.000 - 35.000 v. Chr.
    - Nordafrika
      - Atérien 40.000 - 18.000 v. Chr.
      - Ibéromaurusien 17.000 - 8.000 v. Chr.
      - Capsien 9.000 - 3.000 v. Chr.
  - Jungpaläolithikum 35.000 - 8.000 v. Chr.
    - Europa
      - Aurignacien
      -
- Südost- und Mitteleuropa 45.000 - 25.000 v. Chr.
      -
- Frankreich und Spanien 30.000 - 25.000 v. Chr.
      - Châtelperronien / Perigordien 35.000 - 30.000 v. Chr.
      - Gravettien 26.000 - 19.000 v. Chr.
      - Solutréen (Spanien und Frankreich) 19.000 - 16.000 v. Chr.
      - Magdalénien
      -
- Südwestfrankreich und Nordspanien 16.000 - 9.500 v. Chr.
      -
- Deutschland 13.000 - 9.500 v. Chr.
      -
  - Deutschland
      -
  - Hamburger Kultur 13.000 - 12.000 v. Chr.
      -
  - Federmessergruppe 10.000 - 8.700 v. Chr.
      -
  - Bromme-Kultur 9.700 - 9.000 v. Chr.
      -
  - Ahrensburger Kultur 9.500 - 8.500 v. Chr.
      -
  - Dänemark
      -
  - Hamburger Zeit 13.000 - 10.000 v. Chr.
      -
  - Lyngby Kultur 10.700 - 10.000 v. Chr.
      -
  - Bromme-Kultur 11.700 - 9.000 v. Chr.
      -
  - Ahrensburger Kultur 9.000 - 8.000 v. Chr.
- Mittelsteinzeit (Mesolithikum) 8.000 - 4.000 v. Chr.
  - Deutschland
    - Beuronien 7.700 - 5.800 v. Chr.
    - Maglemose-Kultur
      - Duvensee-Gruppe 7.000 - 5.800 v. Chr.
      - Oldesloer Gruppe 6.000 - 5.000 v. Chr.
  - Dänemark
    - Maglemose-Kultur 8.300 - 6.000 v. Chr.
    - Gudenå-Kultur 8.000 - 4.000 v. Chr.
    - Klosterlund 8.000 - 5.000 v. Chr.
    - Kongemose 6.000 - 5.200 v. Chr.
    - Ertebölle (ältere) 5.200 - 3.000 v. Chr.
  - Nordskandinavien
    - Fosna 9.000 - 2.000 v. Chr.
    - Komsa 8.000 - 3.000 v. Chr.
    - Askola um 7.500 v. Chr.
  - Frankreich
    - Sauveterrien 8.000 - 4.000 v. Chr.
    - Tardenoisien 4.500 - 3.500 v. Chr.
    - Campignien um 4.000 v. Chr.
  - Spanien
    - Azilien 8.500 - 5.000 v. Chr.
    - Asturien (Kultur) 8.500 - 5.000 v. Chr.
  - Nordafrika
    - Natufien 12.000 - 7.000 v. Chr.
    - Capsien 9.000 - 3.000 v. Chr.
- Jungsteinzeit (Neolithikum)
  - West-, Mittel- und Nordeuropa
    - Linearbandkeramik 5.500 - 4.500 v. Chr.
    - Stichbandkeramik 4.900 - 4.500 v. Chr.
    - Ertebölle-Ellerbeck-Kultur 5.000 - 4.300 v. Chr.
    - Rössener Kultur 4.600 - 4.300 v. Chr.
    - Michelsberger Kultur 4.300 - 3.500 v. Chr.
    - Trichterbecherkultur 4.300 - 2.700 v. Chr.
    - Kugelamphoren-Kultur 3.100 - 2.700 v. Chr.
    - Schnurkeramik 2.800 - 2.400 v. Chr.
    - Glockenbecherkultur 2.500 - 2.200 v. Chr.
    - Dolchzeit 2.300 - 1.600 v. Chr.
  - Dänemark
    - Jüngstes Ertebölle 3.000 - 2.000 v. Chr.
    - Streitaxtkultur 3.000 - 2.500 v. Chr.
    - Dolchzeit 2.500 - 1.600 v. Chr.
  - Schweden und Norwegen
    - Streitaxtkultur/Bootaxtkultur 2.800 - 2.300 v. Chr.
  - Frankreich
    - Chasséen 4.600 - 2.400 v. Chr.
    - Tardenoisien 4.500 - 3.500 v. Chr.
  - Schweiz
    - Cortaillod-Kultur 4.000 - 3.500 v. Chr.

Die Menschen der Steinzeit

Cortaillod-Kultur Als erste Menschen, die Werkzeuge nutzten werden Homo habilis und Homo rudolfensis, eventuell aber auch schon die Australopithecinen angesehen. Der ihnen nachfolgende Homo erectus hat sicher bereits Werkzeuge und Feuer genutzt. Letzterer lebte bis vor etwa 300.000 Jahren (allerdings wird die erst kürzlich entdeckte kleinwüchsige Art des Homo floresiensis, der noch vor ca. 12.000 Jahren auf der indonesischen Insel Flores lebte, ebenfalls dem Homo erectus zugerechnet). All diese Menschenarten sind dem Altpaläolithikum und seinen Geröll- und Faustkeilkulturen zuzurechnen. Hochrechnungen gehen davon aus, dass zu dieser Zeit auf der Erde nur wenige zehntausende Menschen existierten. Als Menschentypus des Mittelpaläolithikums schlechthin wird von vielen Forschern der Neandertaler angesehen, daneben existierten wohl parallel auch die Übergänge vom Homo erectus zum moderneren Menschen (wie Homo heidelbergensis, Homo antecessor, Homo rhodesiensis) und die ersten modernen Menschen vom Typ Cro Magnon. Am Beginn des Jungpaläolithikum lebten Neandertaler und moderner Mensch noch nebeneinander, manche Forscher sehen in den Kulturen des Aurignacien (Homo Sapiens) und dem etwa zeitgleichen Châtelperronien (Neandertaler) eine mögliche Unterscheidung auch in der materiellen Hinterlassenschaft, was allerdings umstritten ist. Vor etwa 30.000 Jahren starb der Neandertaler aus und überließ die Erde allein dem modernen Menschen, der Träger der weiteren Kulturen wurde.

Die materielle Kultur der Steinzeit

Nahrung

Nahrungsquelle der Jäger und Sammler war lange Zeit alles, was sich im natürlichen direkten Umfeld der Menschen finden liess: Pflanzen, Früchte, Samen, Wurzeln, Pilze genauso wie Honig, Eier, Fleisch (anfangs wohl hauptsächlich die Reste von verendeten oder durch Raubtiere erlegten Kadavern), Fisch und Weichtiere. Milch und Milchprodukte waren vor der Domestizierung von Weidetieren ebensowenig verfügbar wie die Zuchtformen von Obst, Gemüse und Getreide, die später zu Hauptnahrungsquellen wurden. Die Menschen lebten in kleinen Sippen, die mit ihrer Jagd-Beute im jahreszeitlichen Wechsel herumzogen. Moderne Untersuchungen haben ergeben, dass die steinzeitlichen Menschen etwa 2/3 ihrer Energie aus tierischer Nahrung bezogen und nur 1/3 aus pflanzlicher Quelle. Am Ende der letzten Eiszeit wandelte sich das Faunenbild komplett: Die bisher als Jagdbeute bevorzugten großen, kälteliebenden Tiere (wie Mammut, Wollnashorn) starben aus und kleinere, flinke Säugetiere wanderten aus wärmeren Zonen ein. Bereits im Mesolithikum wurden die ersten dieser Tierarten bei den nun ortsfester werdenden Behausungen gehalten. Pflanzliche Nahrung nahm nach und nach einen immer größeren Stellenwert ein, da sich aufgrund des verbesserten Klimas mehr derartige Nahrung finden liess. Eine der größten Erfindungen des Menschen und eine gewaltige Zäsur stellte die Neolithische Revolution dar - der bewusste und gesteuerte Anbau von Nahrungsmitteln (Ackerbau) und die Viehzucht. Dies ermöglichte erst die wirklich dauerhafte Sesshaftwerdung, den Anbau von zusätzlichen Nahrungsmitteln, die Bevorratung der Überschüsse oder den gezielten und weitreichenden Handel damit und nicht zuletzt eine Bevölkerungsexplosion, weil mehr Menschen satt werden konnten. Eine weitere Folge war die Ausbreitung des Menschen auch in bis dahin unbesiedelte Gebiete.

Unterkunft

In Gebieten, in denen aufgrund der geologischen Voraussetzungen Höhlen zu finden sind, wurden diese seit frühester Zeit als Unterschlupf genutzt. Ansonsten wurden für das Altpaläolithikum bisher nur künstliche Steinkreise gefunden, die als Reste von Behausungen gedeutet werden können. Dabei wurden wohl bereits vor zwei Millionen Jahren Äste oder kleine Stämme durch Steine befestigt und bildeten eine kurzzeitig bewohnte Unterkunft. Die älteste Hütte Europas ist etwa 600.000 Jahre alt und wurde in Przletice (bei Prag) gefunden, die in Terra Amata bei Nizza in Frankreich haben ein Alter von etwa 500.000 Jahren und in Bilzingsleben von etwa 370.000 Jahre. Im Mittelpaläolithikum findet man Hütten von Mammutjägern aus Knochen und Stoßzähnen, vermutlich in Verbindung mit Stangen und Fellen, mit Feuerstellen im Inneren. In der Grotte du Lazaret in Frankreich ist ein Hüttengrundriss etwa 35 Quadratmeter groß, besitzt zwei Feuerstellen und reichte als Unterkunft bereits für etwa zehn Personen. Im Jungpaläolithikum tauchen Hüttengruben (Wohngruben) auf. Sie reichen von tief in den Erdboden eingegrabenen Gruben bis hin zu fast ebenerdigen Hütten. Sie enthalten meist Herdstellen und regelmäßig angeordnete Pfostenlöcher, die auf einen festen Oberbau hinweisen. Es wird angenommen, dass die Hütten zeltartige oder zelthüttenartige Formen aufwiesen. Im Laufe des Neolithikums, mit den ersten Bauernkulturen um 10.500 v. Chr., gab es dann auch feste, dauerhaft besiedelte Wohnhäuser in Pfostenbauweise. Keine Behausungen sondern Gräber und oder Kultstätten sind die besonders in Westeuropa zu findenden Megalithbauten und Dolmen.

Kunst und Kultur

Petroglyphen, Felszeichnungen, Felsmalereien und Höhlenmalereien

Dolmen Petroglyphen sind auf das Trägermaterial Stein geritzte bildliche oder grafische Darstellungen. Eine wichtige und tiefe kulturelle und religiöse Bedeutung wird für die Gesellschaften angenommen. Zu finden sind sie auf allen Kontinenten. Die Bedeutung der Symbole ist noch weitgehend ungeklärt. Bekannte Fundstellen finden sich z.B. im Death-Valley-Nationalpark, dem Canyonlands-Nationalpark, Ayers Rock usw. Eine genaue Datierung ist oft schwierig, im allgemeinen ordnet man die Petroglyphen aber der Jungsteinzeit und den Metallzeiten zu. Anders geartet, nicht eingeritzt, sondern mit Farbe aufgemalt, sind Felsmalereien oder Höhlenmalereien. Die künstlerischen Ausgestaltungen erhielten sich witterungsbedingt zumeist nur in Höhlen und spiegeln vor allem die religiösen Vorstellungen ihrer Erzeuger wieder. Als Farben wurden vor allem Ocker, Holzkohle sowie diverse Gesteine und Erze verwendet, als Bindemittel Wasser, Pflanzenharz und -säfte. Erstaunlicherweise zeigen viele Malereien bereits perspektivische Zeichnungen, die Gesteinsunterlage wurde in den Aufbau der Darstellung mit einbezogen, Wisch- und Sprühtechniken fanden bereits Verwendung. Bekannte Fundorte finden sich auch hier weltweit, so etwa fast 15.000 Felsbilder im Hochplateau von Tassili n'Ajjer in Algerien, dem Ayers Rock in Australien, der bekannten Höhle von Lascaux in Frankreich, oder der Höhle von Altamira in Spanien. Über die C-14-Methode lassen sich die ältesten derartigen Kunstwerke (über die Analyse der verwendeten Farben und Bindemittel) bis ins Aurignacien zurückverfolgen, also mehrere zehntausend Jahre vor heute.

Skulpturen

C-14-Methode Erste dreidimensionale Skulpturen zeigten meistens weibliche Figuren mit stark hervorgehobenen Geschlechtsmerkmalen wie großen Brüsten und breitem Becken oder aber Jagdtiere. Hergestellt wurden sie aus Stein und Ton, wahrscheinlich aber auch leichter vergänglichem Material wie Holz oder Knochen. Dabei wurden manche Details bei den weiblichen Statuetten nicht oder fast nicht ausgeführt, so etwa Gesichter, Arme und Beine. Die Forschung interpretiert die Darstellungen als Fruchtbarkeits-Göttinen (Erdmutter), eventuell auch als Hinweis auf ein vorherrschendes Matriarchat, sicher aber sind es keine realen Portraits. Man kann davon ausgehen, das die durchschnittliche normale Steinzeitfrau keine Chance hatte, derartige ausgreifende Formen anzunehmen. Die gefundenen Tierfiguren dagegen weisen oft einen erstaunlichen Naturalismus auf, oft wurden sie etwa in Fluchthaltung oder im Augenblick des tödlichen Treffers dargestellt. Hier deuten die Forscher die Figuren als Objekte zur Beschwörung des Jagderfolges. Eine der bekanntesten jungpaläolithischen Skulpturen ist die im heutigen Österreich gefundene und etwa 11 cm hohe Venus von Willendorf. Daneben finden sich auch gravierte Knochen, deren Deutung aber meist nicht gelingt. Darstellungen von Männern finden sich weitaus seltener, was wohl nicht nur auf die Erhaltungsbedingungen zurückzuführen ist. Diese Figuren weisen auch keine geschlechtsspezifischen Ausprägungen auf wie die weiblichen, Phallussymbole als Skulpturen treten erst in späteren Zeitaltern auf, sehr wohl fanden sich aber jungsteinzeitliche Felsmalereien zu diesem Themenkreis.

Religion

Bereits die Menschen des Mittelpaläolithikum begruben offensichtlich ihre Toten. Auffällige Ansammlungen von Pollen können als Beigaben von Blumen oder allgemeiner Pflanzen gedeutet werden, Ocker als wertvoller Rohstoff wurde beigegeben, auch benutzte oder neue Werkzeuge fanden sich. Über die Vorstellungen über ein Leben nach dem Tod oder die religiösen Gefühle weiß man trotzdem so gut wie nichts, die Funde belegen aber gleichwohl derartige Vorstellungen. Moderne Schriftsteller haben mit der entsprechenden künstlerischen Freiheit diese Rituale und religiösen Vorstellungen ausgearbeitet. Rituale und religiöse Zeremonien - Fruchtbarkeitskulte, Regen- und Jagdzauber, Begräbnisriten, Heilungen usw. werden trotz der naturgemäß schwierigen Fundlage aber von der Forschung als sicher angenommen. Auch fanden sich bereits Musikinstrumente, Spuren deuten auf Tänze hin und Gesänge werden ebenfalls angenommen.

Tausch und Handel

Der Tausch von Nahrung, Material, Werkzeug im unmittelbaren Umfeld kann schon für die ersten Kulturen der Steinzeit angenommen werden. Wichtige Güter wurden bereits früh auch über weite Strecken gehandelt. Funde von Muscheln weit im Landesinneren werden als Teil von Schmuckstücken interpretiert, Feuerstein und andere zur Werkzeug- und Waffenherstellung geeignete Materialien als wichtigste Rohstoffe der Steinzeit überhaupt wurden sogar über richtige Handelsrouten gehandelt. Mit dem Entstehen von Hierarchien kann man von einem Handelsadel ausgehen, der mit den Gewinnen aus dem Handel in eine gehobene soziale Position aufstieg. Handel bedeutete auch - sogar in viel späteren Zeitaltern noch - den Handel mit Nachrichten, die Verbreitung von Innovationen und Moden.

Weblinks


- [http://www.kulturendersteinzeit.de.vu Kulturen der Steinzeit - kurze Beschreibung der wichtigsten Stufen]
- [http://www.archaeologie-online.de/links/154/155/index.php Archäologie Online Guide - sehr ausführliches weiterführendes Linkverzeichnis]
- [http://www.zeit.de/2005/28/Pal_8aogenom Paläogenetiker rekonstruieren das Genom des Neandertalers, ZEIT-Artikel]
- [http://www.wcurrlin.de/links/basiswissen/basiswissen_steinzeit.htm Basiswissen Steinzeit]
- [http://www.quarks.de/urmenschen/05.htm Jagdwaffen der Steinzeit, WDR-Seite]
- [http://www.landschaftsmuseum.de/seiten/lexikon/altsteinzeit.htm Einführung in die Altsteinzeit, Landschaftsmuseum Obermain Kulmbach]

Literatur


- Baur, Manfred, Ziegler, Gudrun: Die Odyssee des Menschen. Ullstein, 2001, ISBN 355007168X
- Bergemann, Johannes: Orientierung Archäologie. Rowohlt Tb., 2000, ISBN 349955612X
- Bernbeck, Reinhard: Theorien in der Archäologie. UTB, Stuttgart, 1997, ISBN 382521964X
- Eggert, Manfred K.H.: Prähistorische Archäologie. Konzepte und Methoden, UTB, Stuttgart, 2005, ISBN 3825220923
- von Freeden, Uta, von Schnurbein, Siegmar: Spuren der Jahrtausende. Theiss, Stuttgart, 2002, ISBN 3806213372
- Gersbach, Egon: Ausgrabung heute. Theiss, Stuttgart, 1998, ISBN 3806213798
- Gorys, Andrea, Gorys, Christel: Wörterbuch Archäologie. Marixverlag, 2004, ISBN 3937715290
- Henke, Winfried, Rothe, Hartmut: Menschwerdung. Fischer (Tb.), Frankfurt, 2003, ISBN 3596155541
- Henke, Winfried, Rothe, Hartmut: Stammesgeschichte des Menschen. Springer, Berlin, 1998, ISBN 3540648313
- Johanson, Donald C., Edgar, Blake, Brill, David: Lucy und ihre Kinder. Spektrum Verlag, 2000, ISBN 3827410495
- Leakey, Richard E.: Die ersten Spuren. Goldmann, 1999, ISBN 3442150310
- Mahlstedt, Ina: Die religiöse Welt der Jungsteinzeit. Theiss, Stuttgart, 2004, ISBN 3806218390
- Meller, Harald: Der geschmiedete Himmel. Theiss, Stuttgart, 2004, ISBN 3806219079
- Müller-Beck, Hansjürgen: Die Steinzeit. Beck Wissen, 2004, ISBN 3406477194
- Nawroth, Manfred, von Schnurbein, Rüdiger, Weiss, Rainer-Maria: Menschen, Zeiten, Räume - Archäologie in Deutschland. Theiss, Stuttgart, 2002, ISBN 3806217521
- Olson, Steve: Herkunft und Geschichte des Menschen. Berlin Verlag, 2003, ISBN 3827005000
- Probst, Ernst: Deutschland in der Steinzeit. C. Bertelsmann, München 1991, ISBN 3-570-02669-8
- Schmitz, Ralf W., Thissen, Jürgen: Neandertal. Spektrum Akademischer Verlag, 2002, ISBN 3827413451
- Schrenk, Friedemann: Die Frühzeit des Menschen. Beck Wissen, 2003, ISBN 3406480306
- Schrenk, Friedemann, Brommage, Timothy G.: Adams Eltern. Expeditionen in die Welt der Frühmenschen. Beck Wissen, 2002, ISBN 3406486150
- Versch.: Die Evolution des Menschen. Spektrum der Wissenschaft, 2004, ISBN 3936278652
- Wells, Spencer: Die Wege der Menschheit. Fischer (S.), Frankfurt, 2003, ISBN 3100894308
- Weniger, Gerd-Christian: Projekt Menschwerdung. Spektrum Akademischer Verlag, 2003, ISBN 3827414253

Siehe auch

Portal:Vor- und Frühgeschichte, Urgesellschaft, Hominisation Kategorie:Zeitalter ja:石器時代 ko:석기시대 nb:Steinalderen

Ägypten

Ägypten ( Misr) liegt im Nordosten Afrikas, die zu Ägypten gehörende Halbinsel Sinai wird im allgemeinen zu Asien gezählt. Das Land grenzt an das Mittelmeer, das Rote Meer (Golf von Aqaba), den Gaza-Streifen, Israel, Libyen und den Sudan. Die Landfläche Ägyptens besteht im wesentlichen aus der Stromoase des Nils sowie der Libyschen Wüste im Westen und Süden und der östlichen arabischen Wüste.

Geographie

Der landschaftliche Charakter Ägyptens ist geprägt vom Gegensatz der Wüstengebiete und dem dicht besiedelten, bewässerten Kulturland entlang des Nils. Diese Landfläche macht etwa 5% des Territoriums aus. Im Westen Ägyptens liegt die Libysche Wüste, die rund zwei Drittel der Staatsfläche einnimmt. Im Norden dieser Wüste befindet sich das nur recht niedrig gegliederte Libysche Plateau, das in Ägypten bis 241 m Höhe erreicht. Südöstlich dieses Gebiets senkt sich das Gelände in der Kattara-Senke auf knapp 134 m unter den Meeresspiegel ab, im Südwesten steigt es bis 1.098 m Höhe an. Im Osten Ägyptens, wo sich die Arabische Wüste befindet, erheben sich die Berge bis auf 2.184 m. Die höchste Erhebung des Landes ist mit 2.637 m Höhe der Gabal Katrîna (Katharinenberg) im Gebirge Gabal at- auf der Sinai-Halbinsel, die sich im Nordosten des Landes befindet und durch den Sueskanal vom afrikanischen Festland getrennt ist. Der Mittelteil des Landes erhebt sich bis durchschnittlich 500 m Höhe. Zwischen den beiden zuvor genannten Wüsten durchfließt der Nil, dessen Quellfluss der Kagera im Gebirgsland von Burundi ist, auf etwa 1.550 km Länge in Ägypten von Süden nach Norden, bevor er nach Durchfließen des 24.000 km² großen Nildeltas in das Mittelmeer mündet. Durchschnittlich 100 km südwestlich von Kairo befindet sich das 1.827 km³ große Fayyum-Becken, eine beckenartige Oasenlandschaft, in deren Nordteil sich der 230 km² große Qarun-See befindet. Die Küsten liegen im Norden zum Mittelmeer, im Osten zum Roten Meer, beide sind durch den Sueskanal miteinander verbunden.

Klima

Am Nildelta und an der Mittelmeerküste herrscht mediterranes Klima, dort gehen im Winter die Temperaturen herunter und es kommt zu Regenfällen. Der Rest des Landes unterliegt dem Wüstenklima: Heiß und trocken im Sommer, mild im Winter, kaum Regen.

Bevölkerung

Die Bevölkerung Ägyptens siedelt primär im Niltal, im Nildelta, am Sueskanal und am touristisch bedeutsamen Roten Meer. In den westlichen Oasen Fajum, Dachla, Farafra, Siwa und Charga leben nur wenige Menschen. Die größten Städte sind (Mio. Einwohner, Stand 1. Januar 2005): Kairo (7,7), Alexandria (3,8) und Gizeh (2,4), Assuan und Sues. Siehe auch: Liste der Städte in Ägypten

Ethnien

Die Mehrheit der ägyptischen Bevölkerung sind Araber. Darüber hinaus sind im Süden Ägyptens Nubier ansässig. In der libyschen Wüste lebten einst Berberstämme, von denen heute jedoch nur noch wenige in der Oase Siwa eine Berbersprache sprechen, in den Wüsten östlich des Nils leben arabisch- und Bedscha-sprachige Nomaden.

Religionen

Ägypten ist der Verfassung nach ein islamischer Staat und der Islam ist Staatsreligion, die Scharia ist die Hauptquelle der Gesetzgebung. Neben der sunnitischen Mehrheit findet man jedoch in Kairo und Alexandria, aber auch auch in Mittel- und Oberägypten, christliche, vor allem Kopten, die nicht selten in überwiegend christlichen Dörfern leben. Eine amtliche Zählung der Christen wird bewusst nicht durchgeführt, obwohl die Religion im Pass eingetragen sein muss. 90,7 % der Ägypter sind Muslime (meist Sunniten) , 8,5 % sind Christen (meis Kopten) und 0,8 andere. Besonders in Oberägypten sind die Kopten Ziel des Terrors radikaler Muslime geworden, häufig mit Wissen und Billigung der lokalen Behörden. Muslime die zum Christentum übertreten, müssen mit staatlichen Zwangsmaßnahmen rechnen. Neue Kirchen dürfen nicht gebaut werden, auch kleinere Reparaturen bedürfen eines Präsidialerlasses. Ägypten ist seit Jahrzehnten, neben Saudi-Arabien, Zentrum des islamischen Fundamentalismus.

Sprachen

Die Sprache des alten Ägyptens, die sich im Koptischen fortsetzt, wird heute nur noch als Sakralsprache gesprochen. Heute spricht man Ägyptisch-Arabisch, einen neuarabischen Dialekt. Schriftsprache ist seit der arabischen Eroberung im 7. Jh. das Hocharabische, nur in der koptischen Kirche wird als Liturgiesprache noch das Koptische verwendet, das in eigener Schrift, die von der griechischen abgeleitet ist, geschrieben wird. In der Oase Siwa (auch Siwah) spricht man noch eine Berbersprache, das so genannte Siwi. Im Süden und in der Oase Charga sprechen viele Menschen Nubisch. Im Südosten gibt es auch Bedscha-Sprecher. Als Fremdsprache ist Englisch und in der Oberschicht auch noch Französisch verbreitet. In Ägypten gibt es auch orthodoxe religion.

Bevölkerungsentwicklung

Französisch Die Bevölkerung Ägyptens wächst sehr schnell und stellt das ohnehin schon in seinen fruchtbaren Teilen sehr dicht besiedelte Land vor große Probleme. Um 1800 hatte das Land nur etwa 2,5 Millionen Einwohner. Im Jahre 1900 erreichte die Bevölkerung etwa 12 Millionen Einwohner, 2000 schon fast 68 Millionen. In der Vergangenheit, etwa in sicheren Zeiten unter den Pharaonen hatte das Land zwischen 4 bis maximal 12 Millionen Einwohner, eine Bevölkerungszahl, die wohl auch in der Spätantike erreicht wurde.

Geschichte

Die Anfänge der ägyptischen Zivilisation liegen ca. 7.000 Jahre in der Vergangenheit. Die ägyptische Geschichte wird in viele Epochen gegliedert: Epochen]
- Vordynastische Zeit bis 3150 v. Chr.
- Pharaonenzeit
  - Frühdynastische Zeit 3032 - 2707 v. Chr.
  - Altes Reich 2707 - 2216 v. Chr.
  - Erste Zwischenzeit 2216 - 2025 v. Chr.
  - Mittleres Reich 2010 - 1793 v. Chr.
  - Zweite Zwischenzeit 1648 - 1550 v. Chr.
  - Neues Reich 1531 - 1075 v. Chr.
  - Dritte Zwischenzeit 1075 - 652 v. Chr.
  - Spätzeit 652 - 332 v. Chr.
  - Griechisch-Römische Zeit 332 v. Chr. - 395 395]
- Byzantinische Zeit 395 - 638
- Frühislamische Zeit 640 - 968
- Fatimidenzeit 969 - 1171
- Ayyubidenzeit 1171 - 1250
- Mamlukenzeit 1250 - 1517
- Osmanenherrschaft in Ägypten 1517 - 1801
- Ägyptische Expedition 1798 - 1802
- Dynastie des Muhammad Ali 1805 - 1882
- Britische Herrschaft in Ägypten 1892 - 15. März 1922
- Königreich Ägypten 19. April 1922 - Juli 1952
- Republik Ägypten seit Juli 1953 Speziell die Einteilung der geschichtlichen Perioden der vorchristlichen Zeit geht auf Manetho zurück, der die Herrscherlisten des alten Ägyptens bis zum letzten ägyptischen Pharao in 30 Dynastien eingeteilt hat. Siehe dazu auch den Hauptartikel: Geschichte des Alten Ägypten Aus der altägyptischen Kultur sind bis heute eine Reihe von Bauwerken erhalten. Die wohl bekanntesten sind die Pyramiden von Gizeh, das einzige noch erhaltene der 7 antiken Weltwunder. Die Zentrum der Wissenschaften, vor allem der jüdischen und christlichen Theologie und Philosophie (siehe auch Alexandrinische Schule). In späterer Zeit wurden christliche Kirchen und Klöster gebaut. Das bekannteste Kloster ist das auf der Sinai-Halbinsel liegende Katharinenkloster. Die meisten der in islamischer Zeit errichteten Moscheen stehen in Kairo. Deren bedeutendste Moschee ist wohl die zur gleichnamigen Universität gehörige Al-Azhar-Moschee.

Politik

Siehe auch: Politisches System Ägyptens Ägypten ist seit dem 18. Juni 1953 eine Republik. Das Staatsoberhaupt ist seit 14. Oktober 1981 Muhammad Husni Mubarak, der gleichzeitig Führer der regierenden Nationaldemokratischen Partei (NDP) ist. Ein Referendum über die Wahl eines vom Parlament vorgeschlagenen Präsidentschaftskandidaten findet alle 6 Jahre statt, nach einer Ankündigung von Mubarak vom 26. Februar 2005 sollen daraus jedoch in Zukunft freie Wahlen mit mehreren zugelassenen Kandidaten werden. Die nächsten Parlamentswahlen (alle 5 Jahre) sollen im Oktober/November 2005 stattfinden. Die letzten Wahlen (2000) zum 454 Sitze umfassenden "Rat des Volkes" (10 Sitze werden vom Präsidenten vergeben) gewann die NDP mit 86%, es folgten die Unabhängigen (darunter die Kandidaten der Muslim-Bruderschaft) mit 8%, die Neue Wafd-Partei (NWP) mit 2%, die Nationalprogressive Gewerkschaftsvereinigung Al-Tagammu‘ (NPUG) mit 1% und die Nasseristische Partei sowie die Liberale Partei mit jeweils weniger als 1%. Der Präsident ist Oberbefehlshaber der Streitkräfte und hat das Recht, Dekrete zu erlassen. Beratendes Legislativorgan ist die Schura. Hauptquelle der Gesetzgebung ist die Scharia. Ein Verfassungsgericht überwacht die konstitutionelle Ordnung.

Verwaltungsgliederung

Siehe hierzu: Gouvernorate Ägyptens

Wirtschaft

Gouvernorate Ägyptens Die Wirtschaft Ägyptens wird auch heute noch durch die Landwirtschaft geprägt, die sich hauptsächlich auf die Regionen entlang des Nils, im Nildelta und an einzelnen Oasen befinden. Dabei hat sich der landwirtschaftliche Anbau von einer Subsistenz- zu einer Exportorientierung gewandelt, so dass relativ betrachtet weniger landestypische Nahrungsmittel wie Hirse, Saubohnen und Kohl geerntet werden. Dennoch ist Ägypten nicht fähig, seine stark anwachsenden Bevölkerung zu ernähren, so dass riesige Mengen an Lebensmitteln importiert werden müssen - im Jahr 1980 wurden über 5 Mio. Tonnen Weizen aus dem Ausland eingeführt bzw. dreimal soviel, wie in Ägypten selbst angebaut wurde. Die Lebensmitteleinführung macht etwa einen Viertel der Gesamteinfuhr aus, was etwa 3 Mrd. US-Dollar entspricht. Zudem existiert ein riesiges Missverhältnis zwischen Im- und Export, was zu einer enormen Auslandsverschuldung geführt hat. Dieses Problem wird sich auch nicht so schnell beenden lassen, da Ägypten bis auf die bereits genutzten Flächen für die Landwirtschaft kaum bis gar nicht nutzbar ist, da sie sehr arid sind und kaum Wasserquellen für künstliche Bewässerung vorhanden sind. Ein weiterer negativer Punkt für den Lebensmittelanbau in Ägypten ist die Errichtung des Assuan-Staudamms; er sorgte dafür, dass die Überflutung des Nils fast nicht mehr existiert und somit die Ernten bzw. Ernteflächen kleiner und unfruchtbarer wurden. Zurzeit werden jedoch im Rahmen des Toshka-Projekts Teile der ägyptischen Wüste westlich des Nils für die Landwirtschaft nutzbar gemacht. Die wichtigsten Exportgüter Ägyptens sind Erdöl, Baumwolle und Aluminium, die wichtigsten Importgüter sind Nahrungsmittel, chemische Produkte, Metalle und Maschinen. Ein weiterer wichtiger Wirtschaftszweig ist der Tourismus, der nach den Terroranschlägen in Luxor am 17. November 1997 und in den USA am 11. September 2001 jedoch starke Einbrüche verkraften musste.

Tourismus

11. September 2001 Der Tourismus ist eine der wichtigsten wirtschaftlichen Einnahmequellen im Land. Besonders die ägyptischen Altertümer sind ein großer Anziehungsmagnet für ausländische Besucher. Neben Gizeh und Kairo wird auch Luxor gern besucht, von wo aus unter anderem das Tal der Könige erreicht werden kann. Luxor ist auch der Ausgangspunkt für Nilkreuzfahrten bis nach Assuan. Von dort werden Flüge und Bus- Touren nach Abu Simbel angeboten. Die meisten Reiseveranstalter bieten dann einen Inlandsflug nach Kairo und nach diesem Kairo- Aufenthalt einen Badeurlaub in Hurghada an. Die Touristenhochburg ist unbestreitbar Hurghada am Roten Meer. Der moderne Touristenort Sharm El-Sheikh an der Südspitze der Sinai-Halbinsel ist besonders bei Freunden des Tauchsports sehr beliebt. Allerdings ist der Touristenansturm auf Sharm El-Sheikh und die Sinai-Halbinsel an sich seit den Anschlägen im Oktober 2004 und Juli 2005 stark zurückgegangen. Durch den allgemein weiter steigenden Tauch-Tourismus werden auch Orte im Süden, entlang der westlichen Küste des Roten Meeres, erschlossen. Hierzu zählen El Quesir und Marsa Alam, sowie kurz vor der sudanesischen Grenze Zabargad.

Kultur

Siehe auch: Musik Ägyptens Das Deutsche Welle-TV strahlt ab dem 28. Februar 2005 täglich drei Stunden arabisches Programm über den ägyptischen Satelliten NileSat in den Nahen Osten aus.

Literatur


- [http://susi.e-technik.uni-ulm.de:8080/Meyers2/seite/werk/meyers/band/1/seite/0209/meyers_b1_s0209.html#%C4gypten Ägypten], Meyers Konversationslexikon, 4. Aufl., 1888, Band 1, Seite 209 ff. Zum alten Ägypten siehe:
- Umfangreiche Literaturliste zum Thema
- Hermann A. Schlögl: Das alte Ägypten (Beck Wissen), München 2003 (knappe Einführung mit Literatur).

Weblinks


-
-
- [http://www.sis.gov.eg/ Offizielle Webseite]
- [http://www.auswaertiges-amt.de/www/de/laenderinfos/laender/laender_ausgabe_html?type_id=14&land_id=2 Informationsseite des Auswärtigen Amtes (D) über Ägypten]
- [http://www.mein-altaegypten.de/ Das Alte Ägypten] Für Ägypten-Interessierte, die sich für die pharaonische Vergangenheit interessieren.
- [http://www.chufu.de/ Ägypten - Land am Nil] Informationen über das Land und seine Sehenswürdigkeiten. Mit Pharaonenliste, Erläuterungen zu Pyramiden, Städten, Tempeln, Nil und Totenkult, Reiseberichte und Reisetipps.
- [http://www.faszination-aegypten.de Faszination Ägypten]: ein weiteres Portal zum alten Ägypten
- [http://www.evdaniken.com/index-g.htm Ägypten aus mystischer Sicht]: Mysterien im alten Ägypten
- [http://www.antikreisen.de/egypt/ Antikes Ägypten] Geschichte, Geographie, Religion, Schrift, Fotos und Rezepte
- [http://anaconda-forum.de/wew00.html Bildergalerie Wüste]
Agypten Agypten Kategorie:Mittelmeer als:Ägypten ja:エジプト ko:이집트 ms:Mesir simple:Egypt th:ประเทศอียิปต์ zh-min-nan:Ai-ki̍p

Frühmittelalter

Unter dem Begriff Frühmittelalter wird ein in der Mediävistik gebrauchter, nicht exakt umrissener Zeitraum zwischen dem Ende des 6. Jahrhunderts und dem Beginn des 11. Jahrhunderts verstanden, wobei die Anfangszeit höchst umstritten ist. Man spricht daher lieber von einer Übergangsphase, die, je nach Interpretation und betrachteter Region, zwischen dem späten 5. und dem frühen 7. Jahrhundert liegt. In diesem Zeitraum wandelte sich die spätantike-mediterrane Welt hin zu einer, die man als das so genannte europäische Mittelalter bezeichnet.

Die Transformationsphase der spätantiken Welt

In der Zeit der ausgehenden Spätantike und der Völkerwanderung stießen germanische und slawische Stämme nach Westen vor und wurden mit der Kultur der Antike und dem Christentum konfrontiert. Dort, wo die Kultur des Römischen Reiches lange Zeit bestanden hatte, wurde sie von den Germanen zumindest teilweise aufgenommen, so dass, obwohl der römische Staat im Westen langsam zerfiel, die antike Kultur weiterbestand und mit ihr auch einige wirtschaftliche und soziale Strukturen. Auch nach dem Ende des weströmischen Kaisertums 476 bzw. 480 blieb die Idee des Imperium Romanum lebendig. Der oströmische Kaiser Justinian konnte weite Teile des alten Westreichs zeitweilig wieder seiner Herrschaft unterwerfen, und noch bis etwa 600 sahen sich die germanischen Nachfolgestaaten im Westen nominell als Untertanen des einzig souveränen Herrschers, des oströmischen Kaisers. Erst danach ist ein beschleunigtes Verschwinden spätantiker Elemente zu beobachten. Und noch 200 Jahre später war die Idee des weströmischen Kaisertums so wirkmächtig, dass Karl der Große seine Erneuerung versuchte. Der spätrömische Staat war recht stark bürokratisiert und zentralisiert gewesen (siehe dazu Spätantike). Da mit ihm auch die übergeordnete Herrschaftsgewalt und die vereinheitlichten Verwaltungsstrukten verloren gingen, bildeten sich neue Herrschaftsstrukten heraus, die auf der germanischen Tradition der Personenverbände basierten. Eine Adelsschicht bildete sich heraus, die auf der Grundherrschaft gründete, d.h. auf Recht über Haus und Grund und allen darauf lebenden Personen. Diese Macht wurde auf die Verwandtschaft ausgedehnt, später auch über die eigentlichen Familien hinaus, bis hin zu hierarchischen Strukturen, an dessen Spitze der König stand.

Gesellschaft, Kirche, "Staat"

Die frühmittelalterliche Gesellschaft war agrar- und naturalwirtschaftlich geprägt. Im Vergleich zur Antike verloren Handel und Geldwirtschaft an Bedeutung, wenn auch die moderne Forschung betont, dass es neben den Brüchen in bestimmten Bereichen durchaus auch Kontinuität zur Spätantike gegeben hat. Nachdem der Staat zerfiel, blieb die Kirche die einzig übergeordnete Institution. Allerdings wurde auch hier die Macht fragmentiert; viel Macht lag bei den Bischöfen, die oft von den lokalen Grundherren eingesetzt wurden, und das Papsttum hatte sich noch nicht herausgebildet. Die wesentlichen Träger der Kultur und des Wissens waren die Klöster der Benediktiner und die Kirche. Das Lesen und Schreiben beherrschten meist nur Angehörige des Klerus. Kultur hieß überwiegend Bereitstellung und Systematisierung des vorhandenen Wissens und das Kopieren von Werken antiker Autoren. Beim Wissen wurden auch praktische Aspekte aus der Antike tradiert, z.B. Obstbau und Weinbau. Die geschichtlichen Personen und Ereignisse des 7. bis 10. Jh. (siehe dazu unter anderem Frankenreich, Angelsachsen, Deutschland im Frühmittelalter) sind größtenteils aus den vielen handschriftlichen und datierten Dokumenten der Mönche aller Länder Europas bekannt, die in mühsamer Fleißarbeit die geschichtlichen Zusammenhänge aufschrieben. Ihnen sind im Grunde genommen unsere Erkenntnisse über die Geschichte zu verdanken, ebenso, dass die uns bekannten Ereignisse jener Zeit dokumentiert wurden, so dass größtenteils ihre Sicht unser Bild dieser Epoche (wie auch jeder anderen) geprägt hat und kritisch hinterfragt werden muss. Auch die zeitliche Einordnung bedeutender Gelehrter des frühen Mittelalters wie beispielsweise Beda Venerabilis, Einhard usw., deren Werke nur in Abschriften späterer Zeiten vorliegen, ist wissenschaftlich nicht unumstritten. Auch im Oströmischen Reich (Byzanz) fand der Übergang zur frühmittelalterlichen Kultur statt, wenn er sich auch in anderen Bahnen vollzog, da im Osten die antike Kultur stärker fortbestand als im Westen. Beschleunigt wurde die Entwicklung des oströmischen Reiches hin zum "Byzantinischem Reich" durch die Islamische Expansion, wodurch Byzanz seinen spätantiken Charakter weitgehend verlor.

Literatur


- Hans-Werner Goetz: Europa im frühen Mittelalter. 500-1050. Ulmer, Stuttgart 2003 (Handbuch der Geschichte Europas, 2), ISBN 3-8001-2790-3 (Eine ganz vorzügliche Einführung mit Forschungsteil und reichhaltigen Literaturangaben, die zudem Europa als gesamtgeschichtlichen Raum wahr nimmt.)

Weblinks


- [http://www.oeaw.ac.at/gema/fm Arbeitsgruppe Frühmittelalter, Uni Wien (Betreuung: Walter Pohl, einer der anerkanntesten Historiker auf diesem Gebiet ]
- [http://72.rapidforum.com Diskussionsforum zur Frühmittelaltergeschichte] Kategorie:Zeitalter Kategorie:Mittelalter

Alamannen

Die Alamannen oder Alemannen sind ein westgermanischer Stammesverband. Ihr Siedlungs- und Herrschaftsgebiet wurde im Frühmittelalter als Alamannien bezeichnet. Die Bedeutung des Namens, der erstmals 289 n. Chr. in seiner lateinischen Form Alamanni (später auch Alemanni) erscheint, ist umstritten. Wahrscheinlich bedeutet er einfach «die Männer allgemein». Denkbar sind jedoch auch «alle (wehrfähigen) Männer» oder abwertend «zusammengelaufene, vermischte Männer». Der historische Stammesverband der Alamannen ging über in den altdeutschen Stamm der Schwaben. Heute bezeichnen sich ein Teil der Bewohner im süddeutschen Raum als «Alemannen». Sie sprechen Dialekte, welche in der Linguistik als Alemannischen Dialekte bezeichnet werden und pflegen «alemannisches» Brauchtum wie die Alemannische Fasnacht. In Baden-Württemberg grenzen sich die Bewohner des alten Baden oft als «Alemannen» gegen die «Schwaben» aus Württemberg ab.

Herkunft der Alamannen

Die Alamannen bildeten sich wahrscheinlich im 3. Jahrhundert n. Chr. aus verschiedenen elbgermanischen und suebischen (verm. Semnonen, Juthungen usw.) Stammesgruppen, Heerhaufen und Gefolgschaften im Gebiet zwischen Rhein, Main und Lech. Die früher oft geäusserte Vermutung, die Alamannen hätten sich im inneren Germaniens gebildet gilt heute als überholt. Gesicherte Erkenntnisse darüber gibt es jedenfalls keine, da nur archäologische Funde und keine schriftlichen Quellen vorliegen. Die Deutung des Namens als «die Männer allgemein» nach dem römischen Historiker Asinius Quadratus wäre so zu deuten, dass damit ein Unterschied zu den nach spezifischen Stämmen unterschiedenen Männern gemacht wurde. Er verweist also auf die Entstehung des Volkes durch die Vermischung von Männern (mit ihren Sippen) aus verschiedenen Stämmen. Die Alamannen gliederten sich in die Bucinobantes, Brisigavi, Lentienses, Raetovarii und Juthungen. Bis um 500 wurden Alamannen und Sueben ebenfalls unterschieden. Es ist anzunehmen, dass der alte Name Sueben zum Teil weiter verwendet wurde. Er taucht später wieder auf, als das Siedlungsgebiet der Alamannen, das bis dahin als Alamannia betitelt worden war, im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation zum Herzogtum Schwaben wurde. Der Name Alamannen wird pars pro toto (ein Teil [steht] für das Ganze), im Französischen (les Allemands), im Türkischen (Almanlar), im Spanischen (los alemanes) und im Portugiesischen (os alemães) als Bezeichnung für die Deutschen verwendet. Siehe auch: Liste der germanischen Stämme, Schwaben

Geschichte

Die Stammesbildung der Alamannen fand wahrscheinlich erst im fortgeschrittenen 3. Jahrhundert statt. Der Einfall der Alamannen nach Italien und Gallien unter dem König Chrocus 268 n. Chr. soll gemäss den Berichten von Gregor von Tours (Historia Francorum, lib. I, 32-34) das Land völlig verwüstet zurückgelassen haben. Kaiser Gallienus gelangen es mehrmals (259 bei Mailand und 260 bei Augsburg) die Alamannen zu bezwingen, dennoch konnte das Römische Reich danach den Limes und damit das Gebiet nördlich und östlich des Rheins in Süddeutschland, das Dekumatland nicht mehr halten. Das Dekumatland war wohl schon zuvor von verschiedenen germanischen bzw. alamannischen Sippen unter römischer Duldung oder Förderung besiedelt worden, da es sich hier um ein vernachlässigtes, strukturschwaches und krisengeschütteltes Grenzgebiet handelte. Die alamannischen Ansiedlungen entstanden oftmals in oder bei den Ruinen der römischen Kastelle und Villen. Vereinzelt wurden auch so genannte Höhenburgen errichtet wie auf dem Glauberg und Runden Berg bei Bad Urach. Am 21. April 289 n. Chr. hielt Mamertinus in Augusta Treverorum (Trier) eine Lobrede auf Kaiser Maximianus und erwähnte dabei die Alamanni. Dies ist die erste zeitgenössische Erwähnung der Alamannen. Ab 289 ist für das Gebiet nördlich des Rheins die Bezeichnung Alamannia nachweisbar. Eine erste Nennung der Alamannen zum Jahr 213, als nach dem römischen Historiker Dio Cassius Kaiser M. Aurelius Antoninus Caracalla nach einem Sieg über die Alamannen den Beinamen Alamannicus angenommen haben soll, ist nicht zeitgenössisch und deshalb unzuverlässig. Vom ehemaligen Dekumatland aus unternahmen die Alamannen wiederholte Raubzüge in die angrenzenden Provinzen des römischen Reiches Raetia und Maxima Sequanorum, aber auch bis weit nach Gallien hinein. Sie erlitten dabei wiederholt Niederlagen gegen römische Heere, so durch Kaiser Constantius 298 bei Langres und bei Vindonissa (Windisch). Nach der verlustreichen Schlacht bei Mursa 351 zwischen dem gallischen Usurpator Magnentius und Kaiser Constantius II. brachen die Franken und Alamannen gemeinsam über die Rheingrenze. Die Alamannen besetzten die Pfalz, das Elsass und die Nordostschweiz. Erst der Sieg des Caesar (Unterkaiser) Julian in der Schlacht von Argentoratum (Straßburg) 357 gegen die vereinigten Alamannen unter Chnodomar sicherte die Rheingrenze erneut. Während der Regierungszeit Kaiser Valentinians I. gelang es den Alamannen zweimal, 365 und 368, ins Reichsgebiet einzudringen und unter anderem Mogontiacum (Mainz) zu plündern. Nach einem Vergeltungsfeldzug, der 369 Valentinian I. den Beinamen Alamannicus einbrachte, ließ er die Rheingrenze durch eine neue Reihe von Kastellen sichern, so in Altrip, Breisach am Rhein und gegenüber von Basel (Robur). Die Grenze am Hochrhein wurde mit einer Kette von Wachttürmen (burgi) verstärkt. 374 schlossen die Alamannen unter ihrem König Makrian einen dauerhaften Frieden mit Valentinian I. Dennoch musste sein Nachfolger, Kaiser Gratian 378 wiederum einen Feldzug gegen die Alamannen führen, der als letzter Vorstoß römischer Truppen über die Rheingrenze gilt. Danach standen die Alamannen in einem Foederaten-Verhältnis mit dem römischen Reich. Die Usurpation durch Magnus Maximus in Britannien und der Krieg mit den Franken erlaubte 383 einen Einbruch der Alamannen in Rätien, das Kaiser Valentinian II. nur mit Unterstützung der Alanen und der Hunnen wieder sichern konnte. Weitere interne römische Machtkämpfe unter Kaiser Theodosius I. schwächten die römische Position am Rhein. Dem Heermeister Stilicho gelang es zwar 396/398, die Verträge mit den Alamannen zu erneuern, dennoch musste er zum Schutz Italiens vor den Goten ab 401 die römischen Truppen von der Reichsgrenze abziehen. Es scheint nach neuesten Erkenntnissen danach jedoch nicht zu einem sofortigen «Alamannensturm» in die ehemals römischen Gebiete gekommen zu sein. Archäologische Funde weisen darauf hin, dass die föderierten Alamannen zumindest eine Zeit lang noch die Grenze schützten. Insbesondere Rätien wurde als «Schutzschild Italiens» noch bis Mitte des 5. Jahrhunderts verteidigt: Römische Truppen wehrten 430 unter Flavius Aetius und 457 unter Kaiser Majorian alamannische Einfälle nach Rätien und Italien ab. Gallien war den Plünderungszügen der Alamannen hingegen mehr oder weniger schutzlos ausgeliefert und wurde gemäss dem Chronisten Fredegar nach 406 wiederholt verwüstet. Ab 455 setzte eine West- und Ostexpansion der Alamannen nach Gallien und Noricum ein, über die nur ungesicherte Informationen vorliegen. Ein Konflikt mit den benachbarten Franken führte nach Gregor von Tours zwischen 496 und 507 zur entscheidenden Niederlage der Alamannen bei Zülpich gegen den fränkischen König Chlodwig I.. Chlodwig habe danach in Zusammenhang mit diesem Sieg den christlichen Glauben angenommen. Die Alamannen fielen danach unter die Hoheit der Franken und der Ostgoten. 536/537 überließ der Ostgotenkönig Witigis dem Frankenkönig Theudebert I. unter anderem Churrätien und das Protektorat über «die Alamannen und andere benachbarte Stämme». Damit befanden sich alle Alamannen unter fränkischer Herrschaft. Siehe auch: Römisches Reich, Spätantike, Fränkisches Reich, Heiliges Römisches Reich, Geschichte der Schweiz

Alamannien – Königreich und Herzogtum

Geschichte der Schweiz Bis 496/497 herrschte ein König (rex) oder ein Herzog (dux) über die Alamannen, manchmal auch mehrere gleichzeitig über verschiedene Teile des Stammes. Die Titel wurden ihnen von römischen Chronisten zugeordnet. Mit der Unterwerfung der Alamannen durch die Franken endete deren Souveränität und es wurden unregelmäßig durch den fränkischen König Herzöge für das alamannische Gebiet eingesetzt. Eine lückenlose lineare Liste zu erstellen ist aufgrund der Quellenlage jedoch nicht möglich. Alamannien wurde durch seinen autonomen Status im Frankenreich als Herzogtum in einem Gebiet gefestigt, das wohl grösstenteils mit dem späteren Herzogtum Schwaben übereinstimmt. Das Elsass wurde jedoch meist als eigenes Herzogtum geführt und gehörte eigentlich nicht zu Alamannien. Die Herzöge stammten verschiedentlich noch aus vornehmen alamannischen Familien und standen nicht immer in Konkurrenz zu fränkischen Adligen. So gründete z.B. ein alamannischer Herzog zusammen mit dem fränkischen Hausmeier das Kloster Reichenau. Der Schwerpunkt des fränkischen Herzogtums lag im Gebiet südlich des Hochrheins und im Bodenseegebiet. Die Franken mussten wiederholt gegen aufständische alamannische Herzöge ins Feld ziehen. Im so genannten Blutsgerichtstag zu Cannstatt 746 wurde der Widerstand endgültig gebrochen: Das Herzogtum Alamannien wurde aufgehoben und direkt von den Franken beherrscht. Damit verschwand der alamannische Herzogstitel längere Zeit. Allerdings versuchte Kaiser Ludwig der Fromme seinem Sohn Karl zwischen 829 und 838 ein KönigreichAlamannia zu schaffen. Im 10. Jahrhundert wurde das ostfränkisch/deutsche Herzogtum Schwaben gegründet, für das die lateinischen Bezeichnungen Suevia und Alamannia bis weit ins Hochmittelalter gleichbedeutend verwendet wurden. Dieses Herzogtum lässt sich einigermassen eingrenzen. Auch ist seine fränkische Gaueinteilung einigermassen gesichert. Umstrittene Gebiete waren nach wie vor das Elsass und der Aargau, die vom benachbarten Herzogtum Lothringen bzw. vom Königreich Burgund beansprucht wurden. Nach dem Schwabenkrieg 1499 wurde Alamannien nur noch für den südlich des Rheins gelegenen, eidgenössischen Teil des alten Herzogtums verwendet. Siehe weiter: Herzogtum Schwaben, Geschichte der Schweiz

Die Religion der Alamannen

Die Alamannen verehrten noch im 5. Jahrhundert die altgermanischen Gottheiten, hauptsächlich den Ziu. Nach der Eroberung durch die Franken setzte die Missionierung der Alamannen ein, insbesondere durch den irischen Missionar Kolumban und seine Gefolgsleute. Sie gründeten die Klöster St. Gallen (614), St. Trudpert, Säckingen und Reichenau (724). In Alamannien bestanden noch aus römischer Zeit Bischofssitze in Basel (früher in Augusta Raurica bei Basel), Konstanz, Straßburg und Augsburg. Die kirchlichen Verhältnisse wurden zum ersten Mal in der Lex Alamannorum, einer frühen Kodifikation des alamannischen Rechts im 7. Jahrhundert festgelegt. Es gab wahrscheinlich eine ununterbrochene Existenz von Christen in den alten römischen Gebieten südlich und westlich des Rheins, zumindest in den Städten und in den Alpentälern. Untergegangen war in Alamannien seit der Römerzeit nur der Bischofssitz in Vindonissa (Windisch). Siehe weiter: Germanische Mythologie

Siedlungsgebiet der historischen Alamannen und der heutigen Alemannen

Germanische Mythologie Betreffend das Siedlungsgebiet der Alamannen gilt es klar zu unterscheiden zwischen denjenigen Gebieten, in denen archäologische Funde und Flurnamen auf eine mindestens zeitweise Ansiedlung von alamannischen Sippen deuten und denjenigen Gebieten, die von den Sprechern der modernen alemannischen Dialekte bewohnt werden. Die Flurnamen und Funde liegen zwischen Mainz, Würzburg, Alpennordkamm, Vogesen und jenseits der Burgundischen Pforte in der Franche-Comté bis Dijon. In der Schweiz bildet der Raum zwischen Bern und Freiburg im Üechtland im Westen und der Walen- und Bodensee die Grenze. Die Linguistik bezeichnet eine Reihe von heutigenoberdeutschen Sprachen bzw. Großdialekten, die auf den Volksstamm der Alamannen zurückgehen als «Alemannisch». Die Alamannen vermischten sich in den von ihnen besiedelten Gebieten mit der bereits ansässigen romanisierten keltischen Bevölkerung, wobei sich meist das Alamannische als Umgangssprache durchsetzte. Vor allem das Rätoromanische wurde und wird bis heute von den alamannischen Dialekten im Alpenraum stark zurückgedrängt. Manche Gebiete wie das Wallis wurden erst im Mittelalter von alamannischsprechenden Siedlern erschlossen. Gegenüber dem Französischen ist eher ein umgekehrter Trend festzustellen, insbesondere im Elsass und im Raum Neuenburg und Freiburg im Üechtland scheint sich das Alemannische eher zurückzuziehen. Siehe weiter: Alemannische Dialekte, Schwäbisch-alemannische Fastnacht, Alemannischer Separatismus

Museen


- Alamannenmuseum Ellwangen
- Alamannenmuseum Weingarten
- Württembergisches Landesmuseum in Stuttgart

Literatur


- R. Christlein: Die Alamannen. Archäologie eines lebendigen Volkes, Stuttgart u.a. 1978.
- K. Fuchs, M. Kempa, R. Redies: Die Alamannen (Ausstellungskatalog), Verlag Theiss, Stuttgart 2001, ISBN 3806215359.
- D. Geuenich: Geschichte der Alemannen, Verlag Kohlhammer, Stuttgart 2004, ISBN 3170182277 / ISBN 3170120956.
- D. Geuenich: Die Franken und die Alemannen bis zur "Schlacht bei Zülpich" (496/497), Reallexikon der Germanischen Altertumskunde - Ergänzungsband 19, Mainz 1998.
- W. Müller: Zur Geschichte der Alamannen (Wege der Forschung), Darmstadt 1979.
- Lexikon des Mittelalters, Bd. 1, Sp. 263 ff. (mit Literaturübersicht).
- P. Paulsen: Alamannische Adelsgräber von Niederstotzingen Kr. Heidenheim, Bd. I und II Veröffentlichungen des staatlichen Amtes für Denkmalpflege Stuttgart, Verlag Müller & Gräff, Stuttgart.
- H. Siebenmorgen u.a.: Imperium Romanum. Römer, Christen, Alamannen - Die Spätantike am Oberrhein. Herausgegeben vom Badischen Landesmuseum Karlsruhe, Stuttgart 2005.
- B. Krusch (Hg.): Fredegarii et aliorum Chronica. Vitae sanctorum. Monumenta Germaniae Historica. Scriptores. 1888, Nachdruck 1984
- Gregor von Tours: Zehn Bücher Geschichten, Bd.1, Buch 1-5, Wissenschaftliche Buchgesellschaft, 1991, ISBN 3534068092
- R. Wörner: Das alamannische Ortsgräberfeld von Oberndorf-Beffendorf, Kreis Rottweil / Renate Wörner, Stuttgart 1999. (=Materialhefte zur Archäologie in Baden-Württemberg ; 44) Zugl.: Tübingen, Univ., Diss., 1996.

Weblinks


- [http://www.archaeologie-online.de/thema/2001/01/index.php3 Archäologie Online: An der Schwelle von der Antike zum Mittelalter: Die Alemannen]
- [http://www.uni-duisburg.de/FB1/GESCHICHTE/AleZeit.htm Zeittafel zur Geschichte der Alamannen]
- [http://www.novaesium.de/glossar/alamannen.htm Geschichte der Alamannen]
- [http://www.alamannenmuseum-ellwangen.de Alamannenmuseum Ellwangen]
- [http://www.weingarten-online.de/kultur/f_museen.html Alamannenmuseum Weingarten]
- [http://www.cityinfonetz.de/alamannen/inhalt.html Landesausstellung Die Alamannen]
- [http://www.mittelalter-genealogie.de/alamannen_herzoege/alamannen.html Mittelalter-Genealogie: Alamannen]
- [http://www.mittelalter-genealogie.de/alamannen_herzoege/familie_der_alamannen_herzoege.html Mittelalter-Genealogie: Alamannenherzöge]
- [http://www.mittelalter-genealogie.de/alamannen_koenige/familie_der_alamannen_koenige.html Mittelalter-Genealogie: Alamannenkönige]
- [http://www.lexhist.ch/externe/protect/textes/d/D8027-1-39.html Historisches Lexikon der Schweiz: Alemannen]
- [http://www.archaeologie-online.de/thema/2001/01/ Archaeologie-online – Die Herkunft der Alamannen]
- [http://als.wikipedia.org/ Alemannische Wikipedia]
- [http://www.alemannisch.de Muettersproch-Gsellschaft]
- [http://www.alemannisches-institut.de Alemannisches Institut Freiburg]
- [http://www.bad-bad.de/gesch/alaman.htm Alemannen im Gebiet von Baden-Baden]
- [http://www.deheim.de/alemannisch/ Alemannisch und Alemannen: Infos & Alemannische Gedichte] ! Kategorie:Schweizerische Geschichte Kategorie:Germanischer Stamm Kategorie:Historisches Territorium Kategorie:Europäische Ethnie als:Alamannen

Pharao

Für das auch Pharao genannte Kartenspiel siehe Pharo ----

Ursprung und Verwendung

Mit dem Wort Pharao wird in der Bibel und von den griechisch-römischen Schriftstellern der Herrscher Ägyptens bezeichnet. Der Begriff geht auf das ägyptische Wort "Per aa" O1:O29 (wörtl. "großes Haus") zurück, das ursprünglich (wie es im hebräischen Original der Bibel verstanden wird) weder ein Herrschertitel noch ein Eigenname, sondern vielmehr die Bezeichnung für den Palast war. Die Bezeichnung Pharao für die Person des Königs kam erst ab Thutmosis III. auf, als Titel vor dem Herrschernamen ab Scheschonq I., die Schreibung in der Kartusche seit der 22. Dyn. Im koptischen - der letzten Sprachstufe des ägyptischen - ist es dann das normale Wort für König. Ein ägyptischer König hatte fünf Titel, wobei die Bezeichnung "Nesut" oder "Nisut" die häufigste ist, wenn auf den König als weltlichen Herrscher verwiesen wird. Das bedeutet: Der von der Binse, bezeichnete allerdings nur den Herrscher Oberägyptens, also Südägyptens. Der Titel des Pharaos von Unterägypten war "Biti", das heißt: Der von der Biene. Die beiden Titel wurden in offiziellen Inschriften verbunden zu nesut-biti. Trotz alle dem hielt sich die Bezeichnung "Pharao" in den meisten Sprachen bis heute für die Bezeichnung des altägyptischen Herrschers.

Weitere königliche Titel

In religiösen Texten wird auf den ägyptischen König meist als Horus verwiesen. Andere Titel, in eher weltlichen Kontext waren z.B. neb, "der Herr", oft als "Herr der Zwei Länder", oder "hem"; immer wieder übersetzt als "Majestät". Es bedeutet eigentlich nur Person und erscheint meist in Formulierungen wie seine Person des Herrn der Zwei Länder (hemef n neb-tauy). koptisch in Kairo]]

Verständnis

In der Frühzeit und im frühen Alten Reich besaß der Pharao vermutlich göttlichen Status; in der 5. Dynastie tritt hier ein offensichtlicher Ideologiewandel ein: Der Pharao galt nur noch als Sohn der Götter, zum Gott wurde er erst wieder nach seinem Tod. Erst viel später versuchten einzelne Pharaonen (Amenophis III., Ramses II.), sich wieder bereits zu Lebzeiten als Gott verehren zu lassen.

Pharaonische Insignien


- die Rote und die Weiße Krone, zusammen getragen die Doppelkrone
- andere Kronen, wie der Chepresh oder das Nemes-Tuch
- Uräus und Geier, meist zusammen, z.B. auf Totenmasken, die bekannteste ist die des Tutenchamun
- Krummstab und Wedel (oft auch Geißel genannt); sie stehen für Unter- und Oberägypten und geben einen Hinweis auf die Anfänge der Hochkultur.
- der Zeremonialbart: Pharaonen tragen auf allen Reliefs und Malerien einen langen, gebogenen Bart. Dieser Bart war nie gewachsen, sondern künstlich hergestellt und wurde - ebenso wie die Kronen etc. - zu offiziellen Anlässen angelegt.

Die bekanntesten Pharaonen


- Cheops
- Echnaton
- Hatschepsut
- Kleopatra
- Nofretete
- Ramses II.
- Thutmosis III.
- Tutenchamun Siehe auch: Liste der Pharaonen, Liste der Pyramiden, Liste der römischen Kaiser, Pyramide (Bauwerk), Fluch des Pharao

Weblinks


- [http://www.manetho.de/pharao/index.htm Chronologische Übersicht der ägyptischen Pharaonen]
- [http://www.semataui.de/ Semataui.de - weitere Übersicht]
- [http://www.chufu.de/ Pharaonenliste und ausführliches Material über Pharao Chufu (Cheops)]
- [http://www.pharaonen.info/ Pharaonen.info - weitere Infos über Ägypten]
- [http://www.mein-altaegypten.de/internet/Alt_Aegypten_2/pharaoframe.html Der Pharao]
- [http://www.cartigli.it/Storica/Titolatura.htm Titulaturen (Kartuschen) bekannter Pharaonen] (italienisch)
- [http://www.wissenschaft.de/wissen/news/254836.html Das zahnlose Lächeln der Pharaonen: Alte Ägypter hatten keine Zahnärzte] Kategorie:Adelstitel Kategorie:Ägyptologie ja:ファラオ simple:Pharaoh

Grab

Hier wird die Grabstätte abgehandelt, weiteres siehe Grab (Begriffsklärung) ---- Ein Grab ist ursprünglich eine Erdgrube zur Bestattung der sterblichen Überreste eines Menschen. Neben den Erdgräbern hat sich die Bezeichnung Grab auch für andere Bestattungsorte etabliert. Mit der Begräbniskultur finden wir die Spuren der ältesten menschlichen Kultur, teilweise der reichsten und vielfältigsten überhaupt.

Gräberformen

Erdgräber

Gräber sind sowohl als Körpergräber wie als Brandgräber erhalten. Das älteste erhaltene Grab (Qafzeh, Israel) lässt sich auf 100.000 Jahre datieren. Die Blickrichtung der Bestatteten einer frühen Kultur ist immer nach einer Himmelsrichtung orientiert.
- Das Hockergrab gilt als die älteste Grabform der Menschheit. Dort liegt der Leichnam gleichsam wie ein Embryo in Hockstellung im Mutterleib. Diese Position wurde als Rückkehr zu den Ursprüngen des Lebens gedeutet.
- Das sogenannte Hünengrab ist eine Megalithanlage und stellt die älteste Form des Monumentalbaus in Mitteleuropa dar. Es besteht aus einer (in Deutschland bis zu 29 m, in Dänemark bis zu 12 m langen) aus Findlingen gebauten Kammer.

Höhlen

Zu den ältesten Plätzen an denen menschliche Skelette gefunden wurden zählen Höhlen. Der Begriff Höhlengräber (älteste 60.000 Jahre Kebarahöhle, Israel) ist jedoch im Bezug auf eine allgemeine Grablege falsch, da nur wenige Plätze dafür genutzt wurden. Später dienten artifizielle Höhlen (Mastabas, Rock-cut-tombs) oder Katakomben als Deponierungsorte für menschliche Überreste, die in vielen Fällen jedoch Opfer gewesen sein können.

Gräber in bestimmten Kulturen und Religionen


- In bestimmten alten Kulturen wurden Tote nicht beerdigt, sondern auf Bäume oder Türme verbracht und der Verwesung bzw. den Vögeln überlassen.
- Baumgräber: Die Seminolen setzten ihre Toten in hohlen Bäumen bei.
- Im Judentum gibt es aus religiösen Gründen das Körpergrab (Glaube an die Auferstehung), das außerhalb der Stadt angelegt wurde. (Bestattungsriten)
- Dieser Tradition folgte das Christentum, bis zum Aufkommen des Urnengrabes mit der Feuerbestattung. Mit der Praxis der Heiligenverehrung wurden zunächst die Gräber von Heiligen, dann auch die Gräber von Klerus und Laien ins Zentrum, in den Raum in und um die Kirche herum verlagert. Die Anordnung der Gräber erfolgte gemäß dem gesellschaftlichen Status zu Lebzeiten. Im 18. / 19. Jahrhundert erfolgte die Verlagerung der Gräber aus Gründen der Hygiene auf Friedhöfe an die örtliche Peripherie.

Grabmale

Friedhöfe]] Grabmale und Gruften sind besondere Gräber für Einzelpersonen von besonderem Rang. Bedeutende Grabmäler sind Pyramiden, Mausoleen oder auch Grabkapellen (Grabkapelle (Württemberg) für Königin Katharina Pawlowna).

Sonderformen

In bestimmten Ländern (z.B. Tirol, Paris, Alentejo) erfolgte zeitweilig die Sammlung der Gebeine in Ossuarien (Beinhäusern) zu deutsch: Karner. Im Zuge bestimmter Katastrophen, besonders der Neuzeit, kommt es zur Anlage von Massengräbern.

Siehe auch


- Ehrengrab, Felsengrab, Bestattung,