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Grabmal

Grabmal

Grabmal, auch Grabdenkmal, im weitern Sinn jedes einem Toten an seiner Beerdigungs- oder Beisetzungsstätte errichtete Erinnerungszeichen, im engern Sinn ein solches von künstlerischer, durch Architektur oder Plastik hergestellter Form. Ursprünglich eine Auszeichnung für Fürsten, Helden und hervorragende Persönlichkeiten, wurde die Sitte, Grabmäler zu errichten, schon im frühen Altertum allgemein und auf alle Toten ausgedehnt. Aus roh aufgeworfenen Erdhügeln und unbearbeiteten Steinblöcken entwickelte sich bereits im Altertum das Grabmal bis zur edelsten künstlerischen Form. In uralten Grabmälern, wie z. B. dem sogen. Grabe des Kyros (vgl. in Meyers Konversationslexikon dieses und andere auf Tafel "Baukunst II", Fig. 6; Tafel III, Fig. 10; Tafel V, Fig. 9 und 10; Tafel VI, Fig. 8-10), den ägyptischen Pyramiden und Königsgräbern, den lykischen Felsengräbern, den jüdischen Königsgräbern, sind uns für die gesamte Entwickelungsgeschichte der Kunst wichtige Monumente erhalten. Bei den Ägyptern und Griechen wurde der Gräberkultus am weitesten getrieben, wofür unter andere das Mausoleum (s. d.) zu Halikarnassos Zeugnis ablegt. Vor den griechischen, griechisch-römischen und römischen Städten wurden ganze Gräberstraßen (Athen, Pompeji, Via Appia bei Rom) angelegt, welche dicht mit Grabsteinen (Stelen), kleinen Baulichkeilen, Tempeln und imposanten Monumenten (Grabmal der Cäcilia Metella bei Rom) besetzt waren. Römische Grabsteine mit Inschriften und Reliefdarstellungen sind überall gefunden worden, soweit sich römische Herrschaft und Kolonisation erstreckten. Herrschaft Die Christen übernahmen die Sitte, Grabmäler zu errichten (Grabsteine und Steinsarkophage in den Katakomben), von den Römern. Aus der Beisetzung von Leichen in unterirdischen Begräbnisstätten entsprang dann die Gewohnheit, Geistliche, Fürsten und später auch wohlhabende, um die Kirche verdiente Bürger in Gewölben unter dem Fußboden der Kirchen, Kapellen und Kreuzgänge zu bestatten. Als äußeres Zeichen des Bestattungsortes wurden oberhalb des Fußbodens entweder Sarkophage aufgestellt, oder in denselben Grabplatten mit Inschriften und den Reliefbildnissen der Verstorbenen eingelassen. Diese Grabplatten, eine besondere Gruppe der Grabmäler, wurden entweder aus Marmor, Sand- und Kalkstein, Granit, Schiefer etc. oder aus Metall (Messing, Bronze) gefertigt. Die metallenen Grabplatten, in welche die Darstellungen entweder eingraviert, oder auf denen sie in erhabenem Guss angebracht wurden, finden sich noch häufig in norddeutschen (pommerschen und lübischen) Kirchen. Als der Raum auf den Fußböden der Kirchen zu mangeln begann, wurden die Grabplatten an den Wänden und Pfeilern der Kirchenschiffe und Kapellen aufgerichtet und befestigt. Ein Gleiches geschah auch später mit solchen in den Fußboden eingelassenen Grabplatten, welche man vor der völligen Zerstörung durch Fußtritte schützen wollte. Die gotische Kunst fügte zu dem Sarkophag oder der Tumba noch einen Baldachin hinzu, welcher, tempelartig ausgebildet, bisweilen mit einer Unzahl von Figuren und Reliefs geschmückt wurde (Sebaldusgrab von Peter Vischer in Nürnberg). Auf dem Sarkophag lag gewöhnlich die Porträtfigur des Verstorbenen in vollem Waffenschmuck, in Fürstentracht, Ornat u. dgl. und zu ihren Füßen ein Tier, welches entweder dem Wappen entlehnt war, oder eine Tugend symbolisierte. Die minder bevorzugten Gemeindemitglieder wurden außerhalb der Kirche, aber in unmittelbar an dieselbe grenzendem Terrain (Kirchhof) begraben, wo man ihnen ebenfalls Grabsteine errichtete, die oft an den Kirchenmauern befestigt wurden. Mit der wachsenden Ruhmsucht des Individuums, welche sich mit dem Beginn der Renaissance zuerst in Italien entwickelte, wuchs auch der Grabmälerluxus. Die italienischen Kirchen und Klöster sowie die Hallen der Friedhöfe (Campi santi in Pisa und Florenz) sind voll von prächtigen, oft von ersten Meistern ausgeführten Grabmälern. Päpste und Fürsten wetteiferten in der Errichtung von prunkvollen Grabmonumenten, mit deren Ausführung bisweilen schon bei Lebzeiten derer, für welche die Grabmäler bestimmt waren, begonnen wurde (Grabmäler der Päpste in St. Peter zu Rom, Michelangelos Grabkapelle der Mediceer in Florenz). Die Grabmäler waren teils Sarkophage mit den schlafenden oder betenden Figuren der Toten, teils Freibauten mit Baldachinen, Kuppeln u. dgl. m. (Grabmal Kaiser Maximilians in Innsbruck), teils architektonisch gegliederte, durch Nischen, Statuen und Reliefs belebte fassadenartige Aufbauten, welche an die Wände gelehnt wurden (Dogen- und Patriziergrabmäler in Venedig). Letztere Gestalt der Grabmäler wurde besonders im 17. und 18. Jahrh. von der Barock- und Rokokokunst weiter ausgebildet und zu üppigstem, völlig weltlichem und bis zur Geschmacklosigkeit überladenem Prunk getrieben (Grabmal Moritz' von Sachsen in Straßburg). In neuerer Zeit werden Grabmäler in Kirchen nur für fürstliche Personen oder zum Ehrengedächtnis berühmter Männer (Pantheon zu Rom, Westminsterabtei zu London) errichtet. Daneben werden auch isolierte Ruhestätten für Mitglieder von Fürstenfamilien in Gestalt von Kapellen mit Grabmälern angelegt (Mausoleen zu Charlottenburg bei Berlin, Herrenhausen bei Hannover). Eine besondere Form haben auch die alten Inder ihren Grabmälern gegeben, indem sie über den Gräbern glockenförmige Hügel (Topes) wölbten, die von Säulen umgeben und mit Steinbildwerken gekrönt wurden. Die Muslime zeichneten die Gräber ihrer Fürsten, Propheten und Heiligen durch große oder kleine Grabmoscheen mit Denksteinen aus. Über die Grabmäler der prähistorischen und altnordischen Völker s. Dolmen und Gräber, prähistorische.

Literatur


- [http://susi.e-technik.uni-ulm.de:8080/Meyers2/seite/werk/meyers/band/7/seite/0586/meyers_b7_s0586.html#Grabmal Grabmal]. In: Meyers Konversationslexikon, 4. Aufl. 1888-90, Bd. 7, S. 586.
- Arne Karsten, Philipp (Hg.): Tod und Verklärung. Grabmalskultur in der frühen Neuzeit. Köln/Wien/Weimar 2004

Weblinks


- [http://www.requiem-projekt.de Datenbank zu den Grabmälern und Karrieren der Kardinäle in Renaissance und Barock] Siehe auch: Denkmal, Epitaph (Begriffsklärung), Epitaph (Grabinschrift), Grab, Mausoleum, Grabstein, Ehrengrab, Kenotaph, Totenschild, Grabmalprüfung Kategorie:Denkmal Kategorie:Friedhof Kategorie:Grabbau ja:墓

Beerdigung

: Bestattung

Plastik

Plastik (griech. plastein = formen, bilden) kann bedeuten:
- das Plastik als umgangssprachliche Bezeichnung für Kunststoff,
- die Plastik als Kunstwerk ähnlich einer Skulptur, jedoch geformt, siehe Plastik (Kunst),
- die Plastik als chirurgischen Eingriff, siehe Plastik (Chirurgie).

Held

weiteres siehe: Held (Begriffsklärung) ---- Ein Held (althochdeutsch helido) ist die (meist männliche) Hauptfigur einer Geschichte, Legende oder Sage, die über Kräfte verfügt, die weit über die eines normalen Menschen hinausgehen, so dass er zu schweren und großen "Heldentaten" in der Lage ist, die ihm Ruhm bescheren. Dabei ist nicht nur körperliche, sondern auch seelische Kraft gemeint. Helden stehen meist in einem Gegensatz zum Schurken oder Feigling (Neiding). Zur Heldin vgl. auch Virago.

Der Held als Heros

Abstammung oder Vorzeichen können vor allem einen antiken Heros ankündigen, doch kann (etwa in den isländischen Sagas) der kommende Held ein nichtsnutziger junger Mann sein, der immer nur hinter dem Ofen liegt. Zum "Helden" wird er jedenfalls durch seine erste außergewöhnliche ("heroische") Tat, wenn er etwa ein Ungeheuer oder einen Riesen erschlägt, eine Blutrache ausführt oder Menschen (gerne Jungfrauen) aus Bedrängnis rettet. Ein Held entspricht normalerweise der Definition dessen, was in der jeweiligen Kultur als vortrefflich gilt. Dass ihm das Glück ("Heil") regelmäßig zur Seite steht, ist dabei nicht notwendig, in der altnordischen Heldenepik sogar ungewöhnlich. Bekannte Helden näherten sich in einigen Kulturen dem Status von Göttern an. Viele waren Halbgötter, Nachkommen von Sterblichen und Göttern. Das Wort "Heros" kommt aus dem Altgriechischen "ήρoς" und bezeichnet den Kulturheros der Mythologie. Die griechischen Heroen (ήρóες) waren häufig die Gestalten, die als mythische Gründer der griechischen Städte, Staaten und Länder galten. Diese mythischen Helden waren nicht immer tadellose Vorbilder. Das Zeitalter, in dem Helden dieser Art wirkten, und wo die Geschichten der griechischen Mythologie spielten, wird auch das "Heroische Zeitalter" genannt. Diese Ära endete kurz nach dem Trojanischen Krieg, als die legendären Kämpfer fast ausnahmslos fielen oder auf der Heimkehr umkamen. Zuweilen vermochte auch eine historische Person so viel Ansehen zu erzielen, dass sie ein Held in den Augen des Volkes wurde (Volksheld, vgl. auch Nationalheld). Dieses Phänomen war häufig begleitet von einem schnellen Wachstum an Mythen um die Person; häufig wurden ihr besondere Kräfte zugeschrieben.

Der Propagandaheld

Trivialliteratur und Film zehrten noch vom Image des Helden, machten ihn aber bereits unterschwellig lächerlich. Ganz aus der Mode gekommen war er zumindest in Deutschland und Österreich seit dem verlorenen Zweiten Weltkrieg, weil propagandistisch allzu Vielen der Status des "Kriegshelden" und dann der "Heldentod" zugesprochen wurde, so dass aus für das Heldische begeisterten Kindern die "Skeptische Generation" des Nachkriegs wurde. In der ehemaligen DDR waren Helden der Arbeit jene Kollegen, die die Norm deutlich übererfüllten. Heute (2005) wird das Wort fast nur noch ironisch verwendet: Du bist mir vielleicht ein Held.

Helden heute

In der heutigen Zeit gibt es keine eindeutige Definition für Held mehr, der Versuch einer Definition in der heutigen Zeit kann jedoch lauten: Ein Held setzt sich für eine uneigennützige Sache ein und ist dabei bereit seine Existenz aufzuopfern, wobei er eine Vorbildfunktion erfüllt, mutig und willensstark ist. Von starkem Gegenwartsbezug ist das psychologische Konzept der Heldenreise, wie es sich in den Büchern des Mythologen Joseph Campbell findet.

Bekannte Helden


- Samson (altes Israel)
- David (altes Israel)
- Herakles (Heros der Griechen; lateinisch "Hercules")
- Odysseus (griechischer Held der Odyssee und der Ilias)
- Achill (berühmtester griech. Held vor Troja)
- Hektor (berühmtester trojanischer Held ebenda))
- Cú Chulainn (bekantester Held der keltischen Mythologie)
- Paris (berühmter trojanischer Held und Frauenräuber, ebenda))
- Perseus (Griechenland)
- Totila und Teja (Ostgotenkönige, Italien)
- Beowulf (Skandinavien, England)
- Siegfried (germanischer Held, in Skandinavien "Sigurd")
- König Artus und seine Ritter der Tafelrunde (spätantikes/frühmittelalterliches England)
- Sindbad, der Seefahrer (arabisch, aus Tausendundeiner Nacht)
- Hua Mulan (China)
- Ilja Muromez (russischer Bogatyr, wird in versch. Bylinen besungen)
- Stenka Rasin (russischer Volksheld)
- Fürst Igor (historisch, wird im Igorlied besungen)
- Die zwölf Paladine Karls des Großen waren wichtige Helden, deren Geschichten in der Entwicklung der höfischen Liebe und der Ritterromanze wichtig waren
- Roland (Deutschland, Frankreich)
- Grettir und Gisli (Island)
- Winkelried (Schweiz)
- El Cid (Spanien)
- Fra Diavolo (Italien)
- Zorro (Spanien, Mexiko)
- Buffalo Bill (Wilder Westen)
- Musashi Miyamoto (Japan)
- Wilhelm Tell (Schweiz)
- Liu Hulan (China) Eine typische Heldenverehrung genossen noch im 20. Jahrhundert z.B. Otto Weddigen, Erwin Rommel, Mao Tsetung oder Che Guevara.

Wissenschaftliche Behandlung

Soziologie

Soziologen sehen in Zeiten sozialer Umwälzungen (vgl. Barbarei) oder nationaler Krisen nachgerade die Notwendigkeit eines Helden. Solche Helden bilden dann ein bestimmtes Vorbild (teilweise ein Klischee), besonders für die Jugend. Solche Mythenbildung scheint früher wirksamer gewesen zu sein; heute hat sie sich unter dem Einfluss der Massenmedien zum Starkult fortgebildet.

Religionswissenschaft

Der Religionswissenschaftler Georges Dumézil wies im indoeuropäischen Vergleich darauf hin, dass viele strukturell vergleichbare Götersagen von Indien bis Europa auf gemeinsame urgeschichtliche Heldensagen zurück gehen könnten. Der Religionsphilosoph Hermann Usener dreht in seinem Buch "Götternamen" den Spieß um, indem er folgendes Postulat aufstellt: ...daß alle Heroen, deren Geschichtlichkeit nicht nachweisbar oder wahrscheinlich ist, ursprünglich Götter waren. Interessanterweise kommt Norbert Lönnendonker in seinem Buch "Als die Götter noch jung waren; Namenkundliche Untersuchungen zur Nibelungensage" zu dem gleichen Ergebnis - zumindest was die Helden Siegfried/Sigurd (Drachentöter), Hagen von Tronje (Högni in der Thidrekssaga) und Dietrich von Bern (Thidrek af Berne in der Thidrekssaga) betrifft.

Literaturwissenschaft

Literaturwissenschaftlich ist ein Held - mit abweichender Wortbedeutung - in literarischen Werken ganz allgemein die Hauptperson einer Erzählung oder eines Bühnenstückes, unabhängig von seinen Fähigkeiten oder seinem moralischen Status. Man spricht dann auch vom Romanhelden oder Protagonisten. Er kann dann auch schwach oder böse sein (Antiheld) oder ernste Fehler begehen, die zu seinem Fall führen (besonders in der Tragödie, siehe zum Beispiel Hamlet).

Zitate


- Zeige mir einen Helden und ich schreibe dir eine Tragödie. -- F. Scott Fitzgerald

Literatur


- Hermann Usener Götternamen, Klostermann, September 2000, ISBN 3465031148
- Norbert Lönnendonker Als die Götter noch jung waren; Namenkundliche Untersuchungen zur Nibelungensage, . Rhombos-Verlag, 340 Seiten. 2003, ISBN 3930894920, auch [http://www.rhombos.de/onlinesh/jjeo/produkte/niebe.htm]
- Nicolaus Sombart: "Die deutschen Männer und ihre Feinde. Carl Schmitt - ein deutsches Schicksal zwischen Männerbund und Matriachatsmythos", Reihe Geschichte Fischer, 1997, Fischer-Taschenbuchverlag, ISBN 3-596-11341-5, Erstausgabe 1991 im Carl Hanser Verlag
- Joseph Campbell: Der Heros in tausend Gestalten, Insel, April 1999, ISBN 3458342567

Siehe auch


- Heldensage
- Volksheld, Nationalheld, Held der Sowjetunion, Held der Arbeit, Superheld, Superman
- Antiheld

Weblinks


- [http://www.sungaya.de/schwarz/germanen/thidrekssaga.htm Zur Thidrekssaga]
- [http://www.willscheck.de/zugabe/negative-helden Negative Helden: Über 'unmenschlich' handelnde Protagonisten im Film] Kategorie:Held ja:ヒーロー

Sitte

Sitte ist eine auf Tradition und Gewohnheit beruhende, durch moralische Werte und Regeln bedingte, in einer bestimmten sozialen Gruppe oder Gemeinschaft übliche und für den einzelnen dann als verbindlich geltende Soziale Norm. Die Sitte im Singular wird als Gesamtheit moralischer Werte und Regeln (Sittlichkeit, Gesittung, Sittsamkeit, Anstand) im Sinne einer moralischen Autorität verstanden (Heteronomie). Es heißt dann: Etwas ist Sitte oder die Sitte will bzw. verlangt etwas. In diesem Sinne versteht sich das Motto "Sitt´ und Tracht der Alten wollen wir erhalten." Im Plural werden unter Sitten Einzelnormen verstanden, z.B. in Form der Höflichkeit, der Tischsitte(n) oder der Hofsitte(n). Weniger zwingende, oft gar nicht diskutierte soziale Gepflogenheiten werden auch als Brauch bezeichnet. Auch menschliche Umgangs- bzw. Verhaltensformen (-weisen, -regeln (z.B. Manieren) fallen darunter. Sitten können alt oder neu, gut oder schlecht, schön oder rau/wild, streng/starr bzw. locker usw. sein. Sitten achtet man, bewahrt bzw. pflegt sie, hält sie (ein), verletzt oder bricht sie, verstößt gegen sie, fügt oder unterwirft sich ihnen. Mit der Zeit werden sie gelockert oder aber verschärft. Sie unterliegen sämtich dem sozialen Wandel. Sitten haben Kultur-Bezug, dass heißt sie gelten in der Regel in Bezug auf einen geographisch-zeitlichen Raum (vgl. Sprichwort "Andere Länder, andere Sitten!"). Einem Außenstehenden können sie daher sonderbar oder seltsam erscheinen. Infolgedessen kann man sich auch sittenwidrig verhalten. Insofern es Personen gibt, die über die dauerhaft oder als Mode "herrschenden" Sitten wachen, werden diese umgangssprachlich als Sittenwächter bezeichnet. Darüberhinaus gibt es eine Abteilung der Kriminalpolizei, die sich mit Sittendelikten befasst. Diese wurde früher und wird heute noch umgangssprachlich Sittenpolizei (oder kurz "die Sitte") genannt. Im subjektiven Urteil über eine andere Person kann dies soweit gehen, dass man jemandem vorwirft, er habe keine Sitten (Sittenlosigkeit). Das Verhalten selbst wird dann als Unsitte empfunden. Aus dieser Wahrnehmung heraus wird dann auch vom Verfall der Sitten gesprochen. Sittlich ist das äußerliche Verhalten in der Gesellschaft, wobei man innerlich anderer Meinung sein kann. Kategorie:Ethisches Prinzip Kategorie:Volkskunde Kategorie:Soziale Norm

Meyers Konversationslexikon

Meyers Konversations-Lexikon, neben dem Brockhaus und dem Piererschen Universal-Lexikon der Gegenwart und Vergangenheit ein weiteres bedeutendes deutschsprachiges enzyklopädisches Werk allgemeinen Inhalts, erschien im 19. und 20. Jahrhundert in mehreren Auflagen. Benannt wurde es nach dem Gründer des Bibliographischen Instituts, Joseph Meyer. Die Leser dieses Werkes konnten mit den Herausgebern am Bibliographischen Institut in Kontakt treten. So enthält jeder Band einen Anhang über den stattgefundenen Briefwechsel, das so genannte Korrespondenzblatt. Die ersten Auflagen enthalten bereits zahlreiche Zeichnungen und Pläne: "Dieser Encyklopädie des menschlichen Wissens sind beigegeben: die Bildnisse der bedeutendsten Menschen aller Zeiten, die Ansichten der merkwürdigsten Orte, die Pläne der größten Städte, einhundert Karten für alte und neue Erdbeschreibung, für Statistik, Geschichte und Religion usw. und viele tausend Abbildungen naturgeschichtlicher und gewerblicher Gegenstände." (Titelblatt der ersten Ausgabe).

Übersicht aller Auflagen


- Das große Conversations-Lexicon für die gebildeten Stände (der sogenannte "Wunder-Meyer", = 0. Auflage). 46 Bde. Hildburghausen, Bibliographisches Institut, 1839-52. 6 Ergänzungsbde., 1853-55. Nachdruck in 52 Bdn. 1858-59.
- Neues Conversations-Lexikon für alle Stände (= 1. Auflage). 15 Bde. Hildburghausen, Bibliographisches Institut, 1857-60.
- Neues Konversations-Lexikon, ein Wörterbuch des allgemeinen Wissens. 2., gänzlich umgearbeitete Auflage. 15 Bde. Hildburghausen, Bibliographisches Institut, 1861-67. Bd. 16: Register (u. Nachträge), 1868.
- Meyers Konversations-Lexikon. Eine Encyklopädie des allgemeinen Wissens. 3., gänzlich umgearbeitete Auflage. 15 Bde. Leipzig, Bibliographisches Institut, 1874-78. Bd. 16: Ergänzungen u. Register, 1878. Bde. 17-21: 5 Jahres-Supplemente, 1880-84.
- Meyers Konversations-Lexikon. Eine Encyklopädie des allgemeinen Wissens. 4., gänzlich umgearbeitete Auflage. 16 Bde. Leipzig, Bibliographisches Institut, 1885-90. Bd. 17: Ergänzungen und Nachträge. Register, 1890. Bde. 18 u. 19: Jahres-Supplemente, 1891, 1892. Siehe auch unten.
- Meyers Konversations-Lexikon. Ein Nachschlagewerk des allgemeinen Wissens. 5., gänzlich neubearbeitete Auflage. 17 Bde. Leipzig u. Wien, Bibliographisches Institut, 1893-97. Bd. 18: Ergänzungen, Nachträge u. Register, 1898. Bde. 19-21: Jahres-Supplemente, 1899, 1900/01, 1901.
- Meyers Großes Konversations-Lexikon. Ein Nachschlagewerk des allgemeinen Wissens. 6., gänzlich neubearbeitete u. vermehrte Auflage. 20 Bde. Leipzig u. Wien, Bibliographisches Institut, 1902-08. Bd. 21: Ergänzungen u. Nachträge, 1909. Bde. 22-24: Jahres-Supplemente, 1910, 1912, 1913. Kriegsnachträge: 3 Teile, 1916, 1917, 1920. Bemerkung: Die 20 Bände der 6. Auflage sind nur einen halben Band stärker als die 17 Bände der 5. Auflage!
- Meyers Lexikon. 7. Auflage. In vollständig neuer Bearbeitung. 12 Bde. Leipzig, Bibliographisches Institut, 1924-30. Bde. 13-15: Ergänzungsbde., 1931, 1932, 1933. Atlas-Ergänzungsband, 1933.
- Meyers Lexikon. 8. Auflage. In völlig neuer Bearbeitung u. Bebilderung. 12 Bde. Leipzig, Bibliographisches Institut AG., 1936-42. Erschienen: Bde. 1-9 u. 12 (Atlasband). Bemerkung: Mit dem 9. Band mussten die Arbeiten aufgrund der Kriegsereignisse eingestellt werden.
- Meyers Enzyklopädisches Lexikon in 25 Bänden. 9., völlig neubearbeitete Auflage zum 150jährigen Bestehen des Verlages. Mannheim, Wien, Zürich, Bibliographisches Institut, 1971-79. Bd. 26: Nachträge A-Z, 1980. Bd. 27: Weltatlas, 1974. Bd. 28: Personenregister, 1981. Bd. 29: Bildwörterbuch Deutsch-Englisch-Französisch, 1981. Bde. 30-32: Deutsches Wörterbuch, 1979-81.
- Meyers Grosses Universallexikon in 15 Bänden. Mannheim, Wien, Zürich, Bibliographisches Institut, 1981-86. Bde. 16-18: Deutsches Wörterbuch in drei Bänden, 1986. Der geplante Nachtragsband erschien nicht. Die beiden Ausgaben, die nach dem 2. Weltkrieg aus Leipzig herkamen, knüpfen nicht unmittelbar an die ersten 8 Auflagen an:
- Meyers Neues Lexikon (= 1. Auflage). 8 Bde. Leipzig, VEB Bibliographisches Institut, 1961-64. Bd. 9: Ergänzungen zu Sachbegriffen und geograph. Eigennamen, 1969.
- Meyers Neues Lexikon. 2. Auflage. 15 Bde. Leipzig, VEB Bibliographisches Institut, 1971-77. Bd. 16: Register A-Z, 1978. Bd. 17: Atlas (Karten), 1978. Bd. 18: Atlas (Register), 1978.

Vierte Auflage

Die 1885-90 in 16 Bänden erschienene vierte Auflage ist urheberrechtlich frei. Mittlerweile sind alle Bände als eingescannte Bilder und als OCR-Volltext einsehbar (u. z. über [http://susi.e-technik.uni-ulm.de:8080/Meyers2/index/index.html]), was etwa 16.000 Seiten entspricht. Es fehlen noch die großen Bildtafeln (meist DIN A3). Mehr als 12.000 Seiten sind textlich bereits mindestens in einem ersten Durchgang überprüft und nachkorrigiert. Eine Mailingliste für die Mitarbeiter an diesem Digitalisierungsprojekt gibt es auch. Wenn man Links auf die Online-Bände setzt, kann man mit folgender Syntax zu einem Stichwort springen, sofern die entsprechende Seite bereits verschlagwortet ist. (hier zum Artikel "Maxwell, James Clerk"):
:[http://susi.e-technik.uni-ulm.de:8080/Meyers2/seite/werk/meyers/band/11/seite/0374/meyers_b11_s0374.html#Maxwell Maxwell, James Clerk], in: Meyers Konversationslexikon, 4. Aufl., 1885-90, Bd. 6, S. 1025.
Zum Herausschneiden:
:[http://susi.e-technik.uni-ulm.de:8080/Meyers2/seite/werk/meyers/band/XX/seite/YYYY/meyers_bXX_sYYYY.html#SCHLAGWORT SCHLAGWORT], in: Meyers Konversations-Lexikon, 4. Aufl., 1885-90, Bd. XX, S. YYYY

Bände

Siehe auch: Nachschlagewerk, Klemens Mercks Warenlexikon, :Kategorie:Wikipedia:Meyers

Weblinks


- [http://www.meyers-konversationslexikon.de Digitalisierungsprojekt Meyers Konversationslexikon 4. Auflage von 1888 (Volltext)]
- [http://lists.franken.de/mailman/listinfo/meyers Mailingliste für die Mitarbeiter] Kategorie:Literarisches Werk Kategorie:Lexikon, Enzyklopädie

Mausoleum

]] ]] Ein Mausoleum ist ein monumentales Grabmal in Gebäudeform. Der Name leitet sich von dem prachtvollen Grabmal des Königs Mausolos von Karien her. Das Grabmal ließ dessen Witwe, Artemisia in Halikarnassos in der Mitte des 4. Jahrhunderts vor Christus errichten. In der Antike galt es als eines der sieben Weltwunder. Es war etwa 50 m hoch und bestand aus einem hohen quadratischen Sockel auf dem sich eine ionische Säulenhalle befand; das Dach war pyramidenförmig und mit einer Figurengruppe gekrönt. An den Relieffriesen haben bedeutende zeitgenössige Bildhauer mitgearbeitet: Skopas, Leochares, Bryaxis und Timotheos. Das Mausoleum wurde bei einem Erdbeben zerstört, eine Beschreibung findet sich bei Plinius. Die Friese sowie einige Statuen befinden sich jetzt im Britischen Museum in London. Im deutschsprachigen Schrifttum ist das Wort seit dem 16. Jahrhundert bezeugt, in seiner verallgemeinerten Bedeutung als "prunkvolles Grabmal" ist es seit dem 18. Jahrhundert gebräuchlich.

Bekannte Mausoleen


- Asien
  - Mausoleum von Halikarnassos (Grab des Königs Mausolos II.) (eins der sieben Weltwunder)
  - Mausoleum des ersten Kaisers von China, Qin Shi Huangdi, in Xi'an mit seiner Terrakottaarmee (UNESCO-Weltkulturerbe)
  - Mausoleum von Jalal ad-Din Rumi in Konya/Türkei (Wahrzeichen der Stadt)
  - Taj Mahal (UNESCO-Weltkulturerbe) in Agra (Indien)
  - Gol Gumbaz, Mausoleum des Sultans Mohammed Adil Shah, in Bijapur / Indien
  - Ho Chi Minh-Mausoleum in Hanoi / Vietnam am Ba Dinh Platz
  - Timur Lenk-Mausoleum "Gur-e Amir" in Samarkand / Usbekistan
- Amerika
  - Che Guevara-Mausoleum in Santa Clara / Kuba
  - "Grant’s Tomb" in New York City / USA (größtes Mausoleum in Nordamerika)
- Europa
  - Deutschland
    - Mausoleum in Oldenburg (Oldb.) / Deutschland
    - Die Grabkapelle auf dem Württemberg in Stuttgart-Rotenberg, das Mausoleum für Königin Katharina Pawlowna
    - Mausoleum der Fürsten zu Schaumburg-Lippe in Bückeburg
    - Grabkapelle_(Karlsruhe)
    - Stourdza-Kapelle - Rumänisch-Orthodoxe Grabkapelle in Baden-Baden
  - Österreich
    - Mausoleum des Ruprecht von Eggenberg in Ehrenhausen (Österreich)
    - Mausoleum Kaiser Ferdinands II. in Graz
  - Italien
    - Engelsburg in Rom
    - Mausoleum des Augustus in Rom
    - Mausoleum des Theoderich in Ravenna
  - Tschechien
    - Klement Gottwald-Mausoleum auf dem Prager Veitsberg (Mumie wurde 1962 wegen Zerfalls entfernt)
  - Rußland
    - Leninmausoleum in Moskau / Russland am Roten Platz
  - Albanien
    - Enver Hoxha-Mausoleum in Tirana / Albanien (heute Kulturzentrum) Siehe auch: Liste berühmter Friedhöfe, Turbe Kategorie:Grabbau

Tempel

Tempel (v. lat. templum) ist die deutsche Bezeichnung von Gebäuden, die seit dem Neolithikum in vielen Religionen als Heiligtum dienten. Zuvor wurden Naturhöhlen und Abris als Kultstätten genutzt, die diese Funktion auch noch lange beibehielten und neben den ersten Tempeln existierten. Der älteste Bau auf den die Bezeichnung direkt angewendet wird ist der maltesische Tempel (ab 3.800 v. Chr). Von der Grundbedeutung des Wortes ausgehend, ist Tempel (in der etruskischen und römischen Religion) allerdings zunächst nichts anderes als ein vom Bereich des Profanen abgegrenzter Bezirk, in dem Auguren die Beobachtung und Deutung des Vogelfluges ausübten. Auch in der altgriechischen Religion war der Tempel anfangs kein "Gotteshaus", sondern Altar und Götterbild befanden sich innerhalb des Heiligen Bezirks, aber außerhalb des eigentlichen Tempels (so noch in unmittelbar vorklassischer Zeit zum Beispiel auf der Akropolis von Athen). Dementsprechend fand die Gottesverehrung im Freien statt, was auch für andere Völker galt. Der Tempel ist auf vielfältige Weise in das Religionssystem eingebunden. Der visuelle Aspekt steht anfangs noch nicht im Vordergrund. Der Tempel ist der Ort, an dem rituelle Handlungen für oder durch die Gläubigen (eher durch die in ihrem Auftrag handelnden) ausgeführt werden. Eine kosmologische Symbolik gewinnt bereits beim Tempel von Newgrange (3150 v. Chr.) an Bedeutung, bleibt aber auf wenige Parallelfälle beschränkt. In manchen Kulturen repräsentiert der Tempel den Kosmos schlechthin. Tempel werden oftmals als Aufenthaltsort der Götter aufgefasst. Stellt man sich den Berg als Sitz der Götter vor (Olymp), so ist u. U. auch der Tempel als Berg (Pyramide, Ziggurat) konzipiert. Es kommt schließlich zur Vorstellung eines häuslichen Lebens der Götter, das dem der Menschen entspricht; z.B. Tagesabläufe mit Weckung, Toilette, Speisung. Der sakrale Bezirk ist immer vom profanen Raum getrennt (Temenoi); der Tempel kann bestimmten Göttern vorbehalten sein oder in verschiedene Bereiche aufgeteilt sein, die bei den ältesten Tempeln auch verschiedene göttliche Kompetenzen voraussetzen. Für die Gläubigen bedeutet der Gang zum Tempel die Begegnung mit dem Heiligen. In Stadtkulturen ist der Tempel das zentrale Bauwerk und prägt die Siedlung. Neben der religiösen Bedeutung des Tempels ist, besonders in Hochkulturen, auch die wirtschaftliche nicht zu unterschätzen. Es kommt zum Austausch materieller und geistiger Güter. Auch die Bildungseinrichtungen sind häufig an den Tempel gebunden. Heiligen Bezirks

Die israelitischen Tempel

Die Hebräer besaßen nur einen einzigen Tempel, zuerst den Zelt-Tempel, Tabernakel oder Stiftshütte. Davon wird in der hebräischen Bibel erzählt. Es folgten der salomonische und der herodianische Tempel, später der berühmte Tempel zu Jerusalem. Die Tempel des Judentums unterschieden sich von den Tempeln des klassischen Altertums (s.u.). Siehe Hauptartikel Israelitischer Tempel

Ursprung der Tempel der klassischen Antike

Die ältesten Bauten mit ausschließlich kultischer Funktion entstanden bereits um 10.000 vor Chr. in der Levante. Bei den Völkern des klassischen Altertums ein der Gottheit geweihter Bezirk, dann das auf demselben stehende Gebäude, zur Aufnahme der Götterbilder, des Altars und der Priester, aber nur selten des Volkes bestimmt.
Im Innern des eigentlichen Tempelhauses oder der Zelle (cella) stand vielfach die Bildsäule oder das Bild der Gottheit, welcher der Tempel gewidmet war, auf einem Postament an der dem Eingang gegenüberliegenden Mauer, vor ihm ein entweder runder oder viereckiger Opfer- und Betaltar.
Die Decke klassischer Tempel bestand aus Holz, selten aus Stein und war gewöhnlich eben, später bisweilen auch gewölbt. Der Fußboden war anfangs aus Steinplatten, später aus Mosaik hergestellt. Die Säulen des Portikus schmückte man mit erbeuteten feindlichen Schilden. Stufen hatten die griechischen Tempel in der Regel, und zwar liefen sie stets ringsherum. Der dadurch geschaffene Stufenunterbau hieß Krepidoma.
Der Platz um den Tempel, soweit er der Gottheit geweiht war, hieß Peribolus. Mit einer Mauer umgeben, enthielt er Altäre, Statuen, Monumente aller Art.

Tempel der Griechen

Monument Die höchste künstlerische Ausbildung erfuhr der Tempelbau durch die Griechen. Die ersten Ansätze eines Tempels entstanden ca. im 10. Jahrhundert v. Chr.. Zu dieser Zeit war die Bauweise noch sehr einfach. Mit der Einführung von Stein als Baumaterial differzierten sich verschieden Arten von Tempeln. Heute unterscheidet man bis zu 9 Bauweisen und drei Baustile(Dorische Ordnung, Ionische Ordnung, Korinthische Ordnung). Die griechischen Tempel waren nicht nur für die Römer maßgebend gewesen, sondern sie hatten auch auf spätere Baustile Einfluss. Siehe Detailartikel Griechischer Tempel

Tempel der Römer

Griechischer Tempel Im römischen Sakralbau vermischen sich etruskische und griechische Einflüsse. Die etruskischen Tempel haben einen Sockel und heben sich somit deutlich von der Umgebung ab. Sie sind richtungsbezogen, haben also einen rechteckigen Grundriss. Eine Freitreppe an der Schmalseite führt in die Vorhalle, eine offene Säulenhalle, die vor der oft dreiteiligen Cella, dem Innenraum liegt. Der römische Architekt Vitruv untersuchte die Tempel und überlieferte die Proportionen Länge zu Breite: 6 zu 5; Länge von Vorhalle und Cella: je 1/2. Das ganze wird von einem flachen Satteldach mit Tonziegeln abgedeckt. Die römischen Tempel übernehmen die etruskischen Vorbilder, griechische Einflüsse werden aber im Laufe der Zeit - vor allem nach der römischen Eroberung Griechenlands im 2. Jahrhundert v. Chr. - immer stärker: der Grundriss wird in Längsrichtung gestreckt, die Cella wird im Verhältnis zur Vorhalle größer, ihre Dreiteilung wird zugunsten eines Großraums aufgegeben. Ein gut erhaltenes Beispiel aus der augusteischen Zeit ist die Maison Carrée in Nîmes.

Tempel im Christentum

Im Judenchristentum spielte in der ersten Zeit der Jerusalemer Tempel noch eine Rolle. Da sich Jesus kritisch gegenüber dem Tempel verhalten hatte und der getaufte Mensch selbst als Tempel Gottes verstanden wurde, endete der Tempelkult im Christentum mit der Zerstörung des zweiten Israelitischen Tempels. Ab Konstantin I. (Rom) entstand eine neue Form in den Kirchenbauten. Die Bauform der Basilika ist einerseits eine neutrale, da auch Gerichts- und Marktgebäude ähnlich aussahen, hatte zuletzt andererseits aber auch dem Kult der vergöttlichten Kaiser gedient und machte insofern die Ablösung des Kaiserkultes durch die neue Religion sichtbar. Auch in der Orthodoxen Kirche werden die Gotteshäuser als Tempel (griechisch naos) bezeichnet, während das Wort Kirche (griechisch ekklesia) nur für die Gemeinschaft selbst verwendet wird. Unter den neueren Gemeinschaften auf christlicher Basis ist die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage ("Mormonen") für ihre weltweit errichteten Tempel bekannt. Siehe dazu den Artikel Tempel der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage. Eine weitere Gemeinschaft, die sich auf die gleiche Gründerfigur Joseph Smith beruft, die Gemeinschaft Christi, besitzt zwei Tempel. Ebenso nennt die Gemeinschaft in Christo Jesu ihr zentrales Heiligtum, die Eliasburg, Tempel.

Tempel im Hinduismus

Eliasburg Eliasburg Im Hinduismus repräsentiert der Tempel (Mandir) den Kosmos schlechthin. Im Tempel "berühren" sich die Welt der Götter und die Welt der Menschen. Im Gegensatz zu den Hausriten ist der Tempelbesuch jedoch nicht obligatorisch. Es gibt fromme Hindus, die nie oder selten in einen Tempel gehen. In den Tempeln dienen Priester verschiedenen Ranges. In den großen Heiligtümern überlässt man die technischen Handlungen den Assistenten des Hauptpriesters - oft Personen geringen Ansehens. Bade- und Feuerzeremonien werden von Veda-kundigen Priestern ausgeführt. Andere Priester sind auf die Rezitation spezialisiert, andere (nicht notwendig brahmanische) Helfer sind für die Salbung eines Bildes zuständig. Auch in schnellwachsenden Großstädten haben Kaufleute und Landbesitzer immer Tempel gegründet und Dichter, Tänzer und Sanskritgelehrte begünstigt. Das Stiften von Tempeln gehört zu den religiös verdienstvollen Handlungen. Neben den riesigen Tempelkomplexen und Pilgerzentren wie Tirumala Tirupati gibt es tausende von sehr einfachen Dorftempeln, in denen weniger gebildete Dorf-Brahmanen ihren Dienst verrichten. Der Zugang zu den Tempeln für unberührbare Kasten hat sich im modernen Indien verbessert. Der Tempelturm - als nordindischer Shikhara oder als südindischer Vimana - stellt als Abbild des mythischen Weltberges Meru den Mittelpunkt des Universums dar. Im Tempelturm befindet sich das heiligste Areal des Tempels, das Garbhagriha (wörtl.: "Schoßhaus"), welches den höhlenartigen unbeleuchteten Innenraum bildet. Im Ritual wird die Gottheit präsent; das Kernstück jeder priesterlichen Aktivität ist die Puja. Eine Predigt wie im Christentum spielt im hinduistischen Tempelritual keine Rolle; hierfür gibt es religiöse Vorträge (lectures), die jedoch außerhalb des Tempels stattfinden.

Tempel im Buddhismus

Zu den großen Weltreligionen, die Tempel als Heiligtümer haben, gehört der Buddhismus, zu dem auch Zen, Tantra(-ismus) und Lamaismus zählen. Im Buddhismus ist der Begriff Tempel eng mit Kloster verbunden und nicht immer klar zu trennen. Wichtige Elemente eines buddhistischem Tempel sind Pagode und die Dhamma-Halle (für Zeremonien und Lehrvorträge) in Thailand auch Bot und in Japen Zendo genannt. Ein Ritual, das in Tempeln häufig abgehalten wird, ist die Puja, eine Andacht zu Ehren Buddhas. Es werden zwar Rauch, Blumen, Speiseopfer und dergleichen mehr verwendet, aber Buddha lehnte (große) Opfer als sinnlos ab. Insofern ist es als Verdienstübertragung zu verstehen, als dass man durch gute Werke (z.B. das Beschenken von Mönchen) Verdienste erwerben würde, die sich gut auf das eigene Glück auswirken sollen. Die Tempel können je nach Schule und Kulturkreis sehr unterschiedlich sein. So ist z.B. Indien und Sri Lanka für seine Höhlentempel bekannt. Mit der Verbreitung in Deutschland, entstanden auch hier buddhistische Tempel, die den hiesigen klimatischen und kulturellen Bedürfnissen angepasst sind, wie z.B. Das Buddhistische Haus.

Tempel der Baha'i

Das Buddhistische Haus Bei den Baha'i gibt es Häuser der Andacht, die für Anhänger aller Religionen offen sind und in ihrer Architektur unterschiedlich sind, jedoch eine zentrale Kuppel und neun Eingänge gemein haben. Der bekannteste Baha'i-Tempel ist der in Indien.

Tempel als touristische Anziehungspunkte

Die Tempelruinen vergangener Kulturen wie die von Ägypten, Assyrien, Babylon, Griechenland, Rom, oder der Azteken und Inka sowie die der vorschichtlichen Kulturen auf Malta, Sardinien etc. sind wichtige archäologische Denkmäler, die häufig auch touristische Anziehungspunkte sind.

Siehe auch:


- Ggantija
- Portal:Bibel

Weblink


- [http://www.antikefan.de/Themen/tempel/tempel.html Antike Tempel und Kultstätten] ! ja:寺院 simple:Temple

Relief

Relief (von lat.: relevare = in die Höhe heben) bedeutet #in der Kunst eine plastische Darstellung aus einem Hintergrund heraus, siehe Relief (Kunst) #in der Geologie die Höhengestaltung der Erdoberfläche, siehe Relief (Geologie) #in der Kartographie eine dreidimensionale Darstellung eines Teils der Erdoberfläche, siehe Relief (Kartographie)

Christen

Buchstaben Alpha und Omega ]] Das Christentum (auch Christenheit genannt) ist mit etwa 2,0 Milliarden Anhängern vor dem Islam (ca. 1,2 Milliarden) und dem Hinduismus (ca. 900 Millionen) die größte Religion der Erde und eine der fünf Weltreligionen. Der Begriff Christentum (v. griech. christianismós) wird erstmals in einem Brief des syrischen Bischofs Ignatius von Antiochia erwähnt. Die Anhänger des Christentums nennen sich selbst Christen, nach Jesus Christus. Die Apostelgeschichte erzählt, dass die Nachfolger Christi den Namen Christen zuerst von den Ungläubigen der syrischen Stadt Antiochia erhielten, in welche sie nach den ersten Verfolgungen in Palästina geflohen waren. Das Christentum ist eine monotheistische, gestiftete und missionierende Religion. Ihre Wurzeln liegen im Judentum des zweiten Tempels, in Palästina, zur Zeit der römischen Herrschaft vor circa 2.000 Jahren. Das Christentum geht zurück auf die Anhänger eines jüdischen Wanderpredigers namens Jesus von Nazaret. Jesus wird von den Christen als der Christus (der Gesalbte), also der jüdische Messias, verehrt sowie als der Mensch gewordene Sohn Gottes. Der Kern der christlichen Religion rührt nach ihrem Selbstverständnis aus einer Zuwendung Gottes an den Menschen. In dieser Zuwendung, bei der sich Gott offenbart bzw. sich selbst erschließt, wird die Beziehung Mensch-Welt-Gott geklärt. Wie alle Religionen mit Exklusivitätsanspruch versteht sich das Christentum selbst entweder als der alleinige Ort, an dem sich Gott den Menschen zugewandt hat oder zumindest als der Ort, an dem er dies in angemessenster, geklärtester und unüberholbarer Weise getan hat. Nach der ersten Position werden alle anderen Religionen als unzulässige und unmögliche Versuche des Menschen angesehen, mit seinen Anstrengungen und „Werken“ Gott, oder das, was er dafür hält, zu gefallen und sich ihm zu nahen; die andere sieht diese Versuche als unzureichend geklärte an. Diese Klärung, die in Gottes Offenbarung geschieht, ist jedoch für beide dieser Positionen ein Geschenk (Gnade) Gottes, kein aktives Tun des Menschen. Mehrheitlich herrscht im Christentum der Glaube vor, dass Gott sich in Jesus Christus der sündigen Menschheit zugewandt hat. Der Tod Jesu Christi am Kreuz wird dabei als dienende Erlösertat Gottes angesehen. In Jesus sei somit die Schuld und Sünde der gesamten Menschheit aufgehoben. Als Initialzündung des christlichen Glaubens gilt die Erschließung dieser Gewissheit an Ostern, dem dritten Tag nach Jesu Kreuzigung, an dem Gott an Jesus die Auferstehung bzw. Auferweckung als erstem von allen Menschen gewirkt und somit die Botschaft dieses Jesus von Nazareth bestätigt haben soll. Durch diesen Oster- bzw. Auferstehungsglauben entstand die christliche Gemeinschaft („Kirche“). Ein weiteres Kennzeichen des Christentums ist das Bekennen von Jesus von Nazareth als „Christus“, „Sohn Gottes“ etc. (Hoheitstitel). Diesen Glauben versuchte man, zusammen mit der Erinnerung an Jesus von Nazareth als dem Initiator der Gemeinschaft und dem Glauben an Jesus Christus, als dem Verkünder der Botschaft Gottes, im historisch gewachsenen und in mehreren Konsensbewegungen festgelegten neutestamentlichen Kanon authentisch festzuhalten und zu bewahren (Weiterführendes siehe „Christliche Lehre“). „Christliche Lehre“

Verbreitung

„Christliche Lehre“ Die christliche Religion, alle Glaubensrichtungen zusammengenommen, ist die zahlenmäßig bedeutendste Weltreligion; es wird geschätzt, dass ungefähr ein Drittel aller Menschen auf der Welt einer der christlichen Kirchen angehören. Diese Zahlen beruhen jedoch nur auf Schätzungen, da die Definitionen, wer als Christ mitzuzählen sei und wer nicht, auseinandergehen. Die meisten staatlichen Statistiken werden auf Selbstbezeichnungen der einzelnen Staatsbürger oder Hochrechnungen zurückzuführen sein, manchmal auch auf amtliche Listen. Inwieweit andere Christen aufgrund dieser Merkmale in den dort gezählten Personen Christen sehen, kann auf statistischer Basis nicht geschätzt werden, da es meistens auf sehr individuelle Geisteshaltungen geprägt wird. In vielen Ländern der Erde werden Christen auch heute verfolgt, so dass von dort auch nur sehr ungewisse Zahlen vorliegen.

Christentum weltweit in Zahlen (2000)

Bevölkerungszahlen der UNO von 1998. Zahlen über Religionszugehörigkeit aus Gebet für die Welt, Ausgabe 2003 (siehe unten). Die Daten stammen aus den Jahren 1998-2000. Die Wachstumsraten betreffen das durchschnittliche Wachstum von 1995-2000, beruhen jedoch zum Teil auf einem Wechsel der Datenbasis.

Zusammenhalt, Organisation und Richtungen


- Chronologie der christlichen Kirchen, Konfessionen und Sondergruppen
- Liste der christlichen Konfessionen
- Ekklesiologie Die gesamte Christenheit wird als „die Kirche“ angesehen, als Leib Christi mit Christus als Kirchenoberhaupt und jeder einzelne Christ stellt ein Glied dieses mystischen Leibes dar. Manche christlichen Theologen unterscheiden zwischen der „unsichtbaren Kirche“, die alle gläubigen Christen aller Konfessionen umfasst, und der oder den sichtbaren Kirchen, deren Mitglieder mehr oder weniger gläubig sein können. Alle christlichen Kirchen und Gemeinden fühlen sich dem Leib Christi zugehörig. Die Meinungen darüber, wer außer der spezifischen Kirche auch noch dem Leib Christi zugehört, sind jedoch sehr unterschiedlich: das Spektrum geht von „alle getauften Mitglieder aller christlichen Kirchen“ über „wir wissen es nicht“ bis zu „nur wer so wie wir glaubt und in unserer Gemeinschaft getauft ist“. Viele Kirchen sind in einer mehr oder weniger lockeren Gemeinschaft mit anderen Kirchen, die in beiderseits anerkannten Lehren begründet ist, ohne deshalb ihre spezifischen Lehren und Bräuche aufzugeben. Beispiele für solche Gemeinschaften sind der Ökumenische Rat der Kirchen, die Evangelische Allianz, die Leuenberger Konkordie. Daneben gibt es auch Kirchengemeinschaften, die die vollständige gegenseitige Anerkennung von Sakramenten, Kirchenmitgliedschaft und Ämtern beinhalten. Beispiele für solche Kirchengemeinschaften sind die anglikanische Kommunion oder die östlich-orthodoxen Kirche oder die evangelischen Unierten Kirchen. Innerhalb des Christentums entstanden bald mehrere Gruppierungen bzw. Strömungen, manchmal durch politische Motive oder geografische Gegebenheiten, aber auch durch abweichende Lehrmeinungen. Grob lassen sich diese Richtungen nach ihren Merkmalen in Konfessionen einteilen. Zu einer Konfession gehören eine oder mehrere Kirchen oder Gemeinden. Der einzelne Christ ist Mitglied einer bestimmten Kirche oder Gemeinde. Neben den Konfessionen gibt es heute auch konfessionsübergreifende theologische Richtungen, beispielsweise liberal, evangelikal, oder charismatisch.

Historische Entwicklung

In der antiken Welt gab es fünf christliche Patriarchate, denen jeweils die lokalen Metropoliten, Erzbischöfe und Bischöfe unterstellt waren: Rom, Konstantinopel, Alexandria, Antiochia und Jerusalem. War über wesentliche Lehrfragen zu entscheiden, wurde ein Konzil (eine Versammlung von Bischöfen) einberufen. Das höchste Ansehen genossen die ökumenischen Konzile, in denen Bischöfe aus allen Patriarchaten zusammenkamen; allerdings hatten auch diese nicht „das letzte Wort“, denn mehreren Konzilen, die sich selbst als „ökumenisch“ betrachteten, wurde dieser Status wegen mangelnder Zustimmung der Bevölkerung später aberkannt. Insgesamt gab es zwischen 321 und 787 sieben ökumenische Konzile, die bis heute von östlich-orthodoxen, katholischen und den meisten evangelischen Kirchen anerkannt werden; viele evangelische Kirchen erkennen allerdings das siebte Konzil nicht an wegen seiner Ikonenlehre. Zu einer ersten Spaltung kam es 451 nach dem ökumenischen Konzil von Chalcedon, das die Natur Christi als sowohl menschlich als auch göttlich definierte. Die Patriarchate einschließlich Rom akzeptierten den Konzilsentscheid. Die henophysitischen Kirchen haben dagegen eine Auslegung gewählt, die nicht mit der des Konzils vereinbar ist. Die Koptische Kirche hält Jesus für fleischgewordenes Wort, d.h. er ist göttlich, jedoch in vollkommen fleischlicher Gestalt. Beide spalteten sich von ihren jeweiligen Patriarchaten Antiochia und Alexandria ab. Die Assyrische Kirche des Ostens vertrat eine dem Henophysitismus entgegengesetzte Position. In den folgenden Jahrhunderten vertiefte sich in der Reichskirche die Entfremdung zwischen der östlichen und westlichen Tradition bis zum definitiven Bruch. Die westliche Tradition entwickelte sich in der Spätantike und im frühen Mittelalter im west-römischen Reich, während die östliche Tradition in Konstantinopel, Kleinasien, Syrien und Ägypten entstand. Die eigentlich dogmatischen Unterschiede bleiben zwar bis heute gering, aber die römische Kirche hatte in dieser Zeit Lehren entwickelt, die nicht von ökumenischen Konzilen abgesegnet worden waren, z.B. bezüglich Primat des Papsttums und Filioque und forderte Jurisdiktion über die übrigen Patriarchate, was diese verweigerten. Weitere Unterschiede bestanden seit langem bezüglich politischer Umgebung, Sprache und theologischen Ansätzen. Die Situation eskalierte und 1054 kam es zu einer gegenseitigen Exkommunikation zwischen dem Papst und dem Patriarchen von Konstantinopel. Auf diesen Anlass wird üblicherweise das Morgenländische Schisma zwischen östlich-orthodoxen Kirchen und der römisch-katholischen Kirche datiert. Trotz einiger Versöhnungsversuche blieben die Traditionen von da an getrennt. Die westliche Tradition (Römisch-katholische Kirche ohne unierte Ostkirchen) erfuhr durch die Reformation des 16. Jahrhunderts eine neue tief greifende Spaltung. Sie betraf vor allem das Kirchen- und Sakramentsverständnis und die Erlösungslehre. Die reformatorische Bewegung führte zu mehreren parallelen Kirchenbildungen, von denen sich im weiteren Verlauf neue Gruppierungen lösten, die sich aber auch wieder zu Kirchengemeinschaften zusammenfanden. Während die verschiedenen Traditionen sich früher gegenseitig exkommunizierten, sind sie heute bei einer gewissen Akzeptanz und einer unterschiedlich stark ausgeprägten Zusammenarbeit in der Ökumene angelangt und sehen Konfessionen, die die zentralen Elemente der christlichen Lehre ebenfalls bejahen, als christliche Schwesterkirchen, oder zumindest christliche Kirchengemeinschaften (siehe Domine Jesu) an. In der evangelikalen Tradition ist die ökumenische Zusammenarbeit mit Kirchen, die dieser Tradition nicht angehören (z.B. im Weltkirchenrat), umstritten; auch die römisch-katholische Kirche arbeitet nicht in diesem Gremium mit. Das folgende ASCII-Diagramm zeigt die geschichtliche Entwicklung der traditionellen christlichen Gruppen:
                                   /----------------------Evangelische bzw. anglikanische Tradition
Reformation ---------------->     /
               Westliche Tradition -------------------Römisch katholisch (westliche Bräuche)
              /                           /---Griechisch katholisch (östliche Bräuche)
             /    Großes Schisma         /
Urgemeinde  .....................

/

= / \ \ Östliche Tradition -------------Östlich-Orthodoxe Kirche Kontroverse ---------------> von Chalcedon \ -----Nestorianer ) Orientalisch- \-----Henophysiten ) Orthodoxe Kirche

Östliche Tradition

Die Patriarchate von Konstantinopel, Alexandria, Antiochia und Jerusalem und einige seither neu dazugekommene nationale Kirchen, haben bis heute die gleiche Theologie und Spiritualität, die sich, im Gegensatz zur protestantischen und katholischen Theologie, kaum verändert hat, und sehen sich als Teil der ursprünglichen, von Christus gegründeten Kirche. Allen ist gemeinsam, dass sie Bibel und Liturgie in der jeweiligen Landessprache haben. Die größte orthodoxe Kirche ist heute die Russisch Orthodoxe Kirche. Heute haben die orthodoxen Patriarchate oft auch Kirchen im Ausland, die ihnen unterstellt sind. Es gibt signifikante Unterschiede zwischen den Orthodoxen und den westlichen Kirchen - dazu gehören z.B. die Interpretation der Dreieinigkeit und der Erlösungstat Christi, der Stellenwert der Liturgie, die Heiligungslehre, die Spiritualität, die Bedeutung von Ikonen, oder die Lehre über die Kirche. Die orthodoxen Kirchen haben ihre historischen Schwerpunkte in Osteuropa, im Balkan, im Nahen Osten, in Indien und in Nordostafrika, sind heute als Auswandererkirchen in allen Teilen der Welt zu finden. Römisch-katholische Kirche und orthodoxe Kirchen unterscheiden sich also hauptsächlich darin, dass es in der orthodoxen Kirche keinen Papst gibt (obwohl der Patriarch von Konstantinopel einen Ehrenvorrang innehat) und die Orthodoxie von synodalen Prozessen geleitet wird. In beiden Kirchen gibt es 7 heilige Sakramente (Taufe, Heilige Eucharistie/Kommunion, Salbung bzw. Firmung, Sakrament der Versöhnung/Bußsakrament, Krankensalbung, Priesterweihe, Ehe). In orthodoxen Kirchen werden die Sakramente Taufe, Erstkommunion und Firmung zusammen im Kindesalter gespendet, während dies in der römisch-katholischen Kirche zeitlich abgestuft wurde; in den katholischen Ostkirchen werden Eucharistie und Firmung ebenfalls unmittelbar nach der Taufe gespendet. Der Zölibat wird in der orthodoxen Kirche wie auch in den katholischen Ostkirchen nur für das Bischofsamt und für Ordensleute vorgeschrieben, während er in der westlichen katholischen Kirche für alle Priester vorgeschrieben ist. Die Lehre beider Kirchen basiert auf der Lehre Christi, deren Verständnis in der kirchlichen Tradition unter der Leitung des Heiligen Geistes fortschreiten kann, wobei eine „traditio constitutiva“ (unveränderbar) und eine „traditio divino-apostolica“ die sich in der menschlichen traditiones zeigt (Ausdruck, daher veränderbar) zu unterscheiden ist. Die Orthodoxie beschränkt die „traditio constitutiva“ auf die von ihnen anerkannten ökumenischen Konzilien.

Westliche Tradition

Im weströmischen Reich entwickelte sich eine Lehre, dass der Bischof von Rom (Papst) eine Autorität besitzt, die direkt auf den Apostel Petrus zurückgeführt werden kann und die ihn zum Stellvertreter Christi und damit Inhaber des obersten Jurisdiktions-, Lehr- und Hirtenamts in der christlichen Kirche macht. Diese Entwicklung, die schon unter Irenäus von Lyon angefangen hatte, vollzog sich schrittweise, bis im 1. Vatikanischen Konzil das Dogma der päpstlichen Unfehlbarkeit promulgiert wurde. Um die Mitte des zweiten Jahrtausends entwickelte sich an verschiedenen Orten in Europa (Martin Luther und Ulrich Zwingli im deutschen Sprachraum, Johannes Calvin im französischen, und Thomas Cranmer im englischen) aus Protest gegen Missbräuche in der katholischen Kirche die Reformation. Nach der Reformation war die westliche Kirche weiter in eine römische Tradition (die in der Reformation zu Rom hielt) und eine reformatorische Tradition (die sich von Rom löste) gespalten. Im Ersten Vatikanischen Konzil trennten sich dann, unter Führung des Erzbischofs von Utrecht, die Altkatholische Kirche von der römisch-katholischen Kirche; weil ihre historische Tradition zwischen dem 16. und dem 19. Jahrhundert mit Rom parallel lief, sie sich aber heute in ihrer Lehre mit der Anglikanischen Kirche, die aus der Reformation hervorging, einig ist, ist ihre Klassifizierung schwierig.

Römische Tradition

Die römisch-katholische Kirche sieht sich – gemeinsam mit der orthodoxen Kirche – als alleinige Verwalterin aller Sakramente, da sie in ihr die Kirche Christi subsistiert sieht (vgl. 2. Vatikanisches Konzil Lumen Gentium so wie Apostolicae Curae und Domine Jesu). Römisch-katholische Kirche und orthodoxe Kirchen unterscheiden sich also hauptsächlich darin, dass es in der orthodoxen Kirche keinen Papst gibt (obwohl der Patriarch von Konstantinopel einen Ehrenvorrang innehat) und die Orthodoxie von synodalen Prozessen geleitet wird. In beiden Kirchen gibt es 7 heilige Sakramente (Taufe, Heilige Eucharistie/Kommunion, Salbung bzw. Firmung, Sakrament der Versöhnung/Bußsakrament, Krankensalbung, Priesterweihe, Ehe). In orthodoxen Kirchen werden die Sakramente Taufe, Erstkommunion und Firmung zusammen im Kindesalter gespendet, während dies in der römisch-katholischen Kirche zeitlich abgestuft wurde; in den katholischen Ostkirchen werden Eucharistie und Firmung ebenfalls unmittelbar nach der Taufe gespendet. Der Zölibat wird in der orthodoxen Kirche wie auch in den katholischen Ostkirchen nur für das Bischofsamt und für Ordensleute vorgeschrieben, während er in der westlichen katholischen Kirche für alle Priester vorgeschrieben ist. Die Lehre beider Kirchen basiert auf der Lehre Christi, deren Verständnis in der kirchlichen Tradition unter der Leitung des Heiligen Geistes fortschreiten kann, wobei eine „traditio constitutiva“ (unveränderbar) und eine „traditio divino-apostolica“ die sich in der menschlichen traditiones zeigt (Ausdruck, daher veränderbar) zu unterscheiden ist. Die Orthodoxie beschränkt die „traditio constitutiva“ auf die von ihnen anerkannten ökumenischen Konzilien. Die römisch-katholische Kirche ist bei weitem die größte christliche Konfession und in regional unterschiedlicher Stärke weltweit vertreten. Die apostolische Sukzession spielt bei ihr, bei den Altkatholiken und bei den Anglikanern eine Rolle bei der Gültigkeit der Weihe von Bischöfen und daran anknüpfend Priestern. Im I. Vatikanischen Konzil trennten sich die Kirchen der römischen Katholiken und die der Altkatholiken; letztere lehnen die Unfehlbarkeit des Papstes ab und ebenso den Pflichtzölibat, während erstere die gegenteilige Position in diesen Fragen hat; die Leitung bei den Altkatholiken obliegt ähnlich der Orthodoxie einer Synode. Römisch-katholische Gottesdienste sind, wie bei anderen Kirchen auch, für alle zugänglich; anders als bei vielen anderen Kirchen ist der Kommunion-Empfang jedoch nur für getaufte Christen, die sich in Einheit mit der römischen Lehre wissen, und auch nur nach Empfang der Erstkommunion möglich. Die Interkommunion ist untersagt und nur in Ausnahmefällen gestattet.

Evangelische Tradition

Die evangelischen Kirchen verstehen sich als aus der biblischen Schrift heraus begründet (Sola Scriptura), während die römisch-katholische Kirche sich durch die Schrift und die Überlieferung begründet sieht. Dennoch erkennen die evangelischen Kirchen die frühen kirchlichen Traditionen, ihre Synode, und die aus ihr stammenden Bekenntnisse (Apostolikum, Nizäisches Glaubensbekenntnis) an. Diese beziehen ihre Autorität jedoch nur aus ihrem Einklang mit dem evangelischen Verständnis der Schrift, und nicht aufgrund der Ämter ihrer Autoren. Die öffentliche Auseinandersetzung Luthers mit der römisch-katholischen Tradition begann – nach einer mehrjährigen theologischen Entwicklung – mit den 95 Thesen; seine Lehre ist in zwei von ihm verfassten Katechismen (Großer und Kleiner Katechismus) u.a. Schriften festgehalten. Luther selbst war noch Verfechter der Kindstaufe, des Bußsakraments und der Marienverehrung. Der als Augustinermönch ausgebildete Theologe verfasste allerdings eine neue, auf Augustin fussende Rechtfertigungslehre, die besagt, der „Glaube allein“ (Sola fide) würde den Menschen „coram Deo“ (vor Gott) gerecht machen und ihn so vor der gerechten Strafe Gottes erretten. Basierend auf dieser Rechtfertigungslehre, sowie dem Prinzip der Sola scriptura, erkennen evangelische Christen als Sakramente nur zwei Handlungen an: die Taufe Jesu, bei der er selbst nicht handelnder gewesen ist, sondern Johannes der Täufer, und das Abendmahl oder Herrenmahl, das Jesus selbst begründete. Für beide Handlungen sind ein Wort und ein Element konstitutiv, die in der biblischen Überlieferung mit dem Gebot Jesu verbunden sind, sie durchzuführen. In der evangelischen Tradition gibt es unterschiedliche Abendmahlsverständnisse, die jedoch in der Leuenberger Konkordie für nicht kirchentrennend gehalten werden. Außerhalb der lutherischen und anglikanischen Kirchen und Gemeinden stellt das Abendmahl in der (überwiegend reformierten Tradition ein rein symbolisches Gedächtnismahl dar (keine Realpräsenz Jesu in Brot und Wein). Es ist weiterhin möglich, die Beichte abzulegen und Absolution zu empfangen, aber dies sei weder notwendig, noch sei es ein Sakrament. In manchen evangelischen Kirchen (nicht jedoch den deutschen Landeskirchen, die in der Evangelische Kirche in Deutschland vereint sind) wurde die Kindstaufe oft durch die Gläubigentaufe ersetzt, da diese Kirchen davon ausgehen, es müsse ein aktiver Glaube zur Errettung vorhanden sein (Sola Fide). Die vielfältigen evangelischen Konfessionen sind institutionell autonom und haben keine offizielle gemeinsame Lehre, die über die Schrift hinaus geht, und kein gemeinsames Oberhaupt außer Christus. Gemeinsam ist den evangelischen Kirchen die „vier Solas“: solus Christus, allein Jesus Christus als Herr der Kirche, sola scriptura allein die Bibel als „regula fidei“ (Regel/Richtschnur des Glaubens), sola gratia Erlösung allein aus Gnade, sola fide Rechtfertigung allein durch den Glauben. Ein besonderer Fall ist die Anglikanische Kirche, die an der apostolischen Sukzession festhält (obwohl die römisch-katholische Kirche an der Gültigkeit der anglikanischen Bischofsweihe zweifelt), und an vielen katholischen Bräuchen in der Liturgie und an eucharistischem Verständnis festhält. Bezüglich Einstellung zur Kirchentradition gibt es alle Zwischenstufen von der Anglikanischen Kirche bis zu den calvinistisch-reformierten Kirchen, die alle Kirchentradition außerhalb der Bibel ablehnen. Über Lehre und Praxis wird in den meisten Konfessionen durch Synoden oder Konferenzen auf internationaler Ebene entschieden, in anderen Konfessionen auf der Ebene der lokalen Kirche. Heute sind die Unterschiede zwischen liberalen und konservativen Flügeln innerhalb einer Konfession oft größer als die Unterschiede zwischen einzelnen Liberalen bzw. zwischen einzelnen Konservativen aus verschiedenen Konfessionen. Während die evangelischen Konfessionen früher sehr stark die Unterschiede betonten, gibt es heute einige Ansätze zur Annäherung: Viele evangelische Konfessionen in Europa haben sich in der Leuenberger Konkordie zusammengeschlossen, konservative Konfessionen arbeiten in der evangelischen Allianz zusammen, in einigen Fällen ist es sogar zu Wiedervereinigungen gekommen (United Church of Canada aus Lutheranern, Methodisten und Presbyterianern; Uniting Church of Australia aus Presbyterianern, Kongregationalisten und Methodisten; United Church of Christ aus sieben Konfessionen). Mit dem Weltkirchenrat gibt es auch ein Gremium der ökumenischen Zusammenarbeit nicht nur zwischen den verschiedenen evangelischen Kirchen, sondern auch mit den orthodoxen Kirchen zusammen.

Andere Konfessionen

Verschiedene andere Konfessionen, für die Jesus Christus ebenfalls eine zentrale Figur ist, sehen sich weder in der orthodoxen, katholischen noch in der evangelischen Tradition. Gruppen die sich selbst so einordnen, sind beispielsweise die Quäker, die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage („Mormonen“) die Freien Bibelforscher, die Vereinigungskirche und die Zeugen Jehovas. Diese Neureligiösen Gemeinschaften haben in der Regel sehr spezielle Auslegungen oder Strukturen, welche für Außenstehende oft nur schwer nachvollziehbar sind. Beispielsweise haben sie Ansichten über Dreieinigkeit, die nicht mit den ökumenischen Konzilen übereinstimmen oder gleichwertige Schriften neben der Bibel. Solche Gruppen haben oft die (allerdings unterschiedlich stark ausgeprägte) Tendenz, ihre eigene Sicht des Christentums absolut zu setzen und allen anderen Traditionen das Christsein abzusprechen oder intern undemokratische Strukturen zu etablieren. Die Unitarier bezeichnen sich als Grenzchristen (borderline Christians), da Jesus Christus keine zentrale Rolle in ihrem Glaubenssystem spielt.

Oberhäupter einiger christlicher Konfessionen

Geschichte

Siehe: Christentumsgeschichte

Christentum heute

Christentumsgeschichte Nicht alle Menschen, die sich als Christen verstehen, akzeptieren sämtliche theologischen Positionen, die von ihren jeweiligen Kirchen vertreten werden, und nicht alle Menschen, die Kirchenmitglieder sind, glauben tatsächlich an Gott und haben das Gottesverständnis „ihrer“ Kirche. Die Aufklärung hat das Christentum im 17. und frühen 18. Jahrhundert politisch in erheblichem Maße geschwächt. Der bedeutendste Wandel bestand in der teilweisen Distanzierung von Kirche und Staat. Seither ist es in vielen Staaten möglich, ein freies Mitglied der Gesellschaft zu sein und die Ansichten der jeweiligen Kirche in verschiedenen Bereichen abzulehnen oder sogar ungefährdet aus der Kirche auszutreten. Millionen beschritten diesen Weg und wurden zu Freidenkern und entwickelten komplett eigene Glaubenssysteme wie den Humanismus, Atheismus, Agnostizismus und Deismus oder das New Age; andere gründeten liberale Flügel der evangelischen Theologie. Bei den östlichen und orientalischen Kirchen hinterließ die Aufklärung keinen so starken Eindruck. Heirat zwischen Christen und Nicht-Christen oder zwischen Christen unterschiedlicher Konfessionen (siehe Interkonfessionelle Ehe) wird von jeweils verschiedenen Konfessionen, bzw. auch nur Auslegungstraditionen, unterschiedlich beurteilt. Was das persönliche Glaubensleben betrifft, so kann man feststellen, dass es Länder und Gegenden gibt, in denen ein größerer Anteil von Menschen ihrem Glaubensleben eine große Bedeutung zuschreiben (z.B. USA, Polen, Portugal, Kroatien) und Länder, wo der Glaube bei weniger Menschen eine große Rolle spielt (z.B. Deutschland, Frankreich). Ebenfalls gibt es Länder, bei denen die Kirche und der Staat enger verknüpft sind (z.B. Deutschland/Konkordat, Vatikanstaat, oder England), und solche, die eine strikte Trennung durch Verfassung oder Tradition festgeschrieben haben (z.B. USA, Frankreich). Parallel zu der zunehmenden Säkularisierung in den Großstädten Europas und Nordamerikas des 20. Jahrhunderts kam es zu einem exponentiellen Wachstum des Christentums in der Dritten Welt, die heute die Mehrheit der Christen stellt. Um 1900 waren 16 % der Christen in Asien, Afrika und Lateinamerika – 1960 waren es bereits 35% und heute leben 60% der Christen in der so genannten Dritten Welt. Dieses Wachstum verteilt sich gleichermaßen auf die katholische Kirche, evangelikale Konfessionen und lokale Kirchen der Pfingstbewegung. Der Anteil der traditionellen evangelischen Konfessionen geht somit langsam zurück, auch in Europa und Nordamerika (obwohl sie eine viel größere Anfangsposition besaßen). Siehe auch: Dogmatik Lehre

Dogmatik]] Die zentralen Elemente der christlichen Lehre sind die Liebe zu Gott, die Liebe zum Nächsten und die Liebe zu sich selbst (christliche Ethik); die Menschwerdung Gottes im Messias Jesus, sein Opfertod in Form der Kreuzigung sowie der Glaube an die Auferstehung der Seele nach dem leiblichen Tode. Die Christen glauben, dass diese Ereignisse die Basis von Gottes Werk bilden, mit welchem die Menschheit mit ihm ausgesöhnt werden sollte, da alle Menschen, nach christlicher Lehre, von Geburt an mit der Erbsünde behaftet sind. Dies schloss jüdische Urchristen, die diesen Glauben annahmen, von der Gemeinschaft der Juden untereinander aus, da diese es unter anderem ablehnten, einen Menschen anzubeten, denn sie sahen in Jesus Christus nicht den verheißenen Messias und Sohn Gottes. Jesus ist nach christlichem Glaubensverständnis ganzer Gott und ganzer Mensch - mit der Betonung: ganzer Mensch, jedoch ohne menschliche Sünde und von der Erbsünde frei. Zudem wird gelehrt, dass Jesus Christus nicht gesündigt hat und nicht sündigen könne. Er wird als Mensch und als Gott angebetet. Im Gegensatz dazu lehnen der jüdische Glaube sowie Lehre und Auslegung des Islam sowohl die Möglichkeit der Inkarnation Gottes als Mensch als auch die Anbetung von Menschen ab. Es existieren allerdings viele Meinungsunterschiede, was nun wirklich das entscheidende Kriterium für das Christ-Sein darstellt. Zum einen gehen sehr viele davon aus, dass zum Christ-Sein sowohl das Befolgen der ethischen Prinzipien, wie auch aktive Teilnahme an der christlichen Kirche dazugehört. Andere Menschen sehen sich selbst als Christen, weil sie gottesgläubig sind und die christliche Ethik achten, ohne dass sie allerdings selbst (aktives) Mitglied in einer Kirche sind. Der Ausdruck humanistische Christen bezeichnet wiederum Menschen, welche weder in einer Kirche sind noch an Gott glauben, jedoch ihre Ethik als christlich betrachten. Anonyme Christen (nach Karl Rahner) sind hingegen diejenigen, welche das Christentum nicht kennen oder es sogar bewusst ablehnen, aber dennoch den moralischen Prinzipien folgen. Wieder andere lehren, dass es einer bewussten Entscheidung für den christlichen Glauben bedarf (Bekehrung), die eine radikale Veränderung des Lebens mit sich ziehen würde.

Ursprung und Einflüsse

radikal] Christentum geht auf die Lehren des Jesus von Nazareth zurück, die im ersten Jahrhundert der (daher rührenden) christlichen Zeitrechnung (A.D. = anno domini = Jahr des Herrn) von Urchristen entscheidend entwickelt und elaboriert wurde. Die Christen übernahmen die fünf Bücher Mose und andere alttestamentliche Schriften aus der jüdischen Tradition und viele grundsätzliche Lehren wie den Glauben an einen Messias oder Christus (aus dem griechischen: christos: Gesalbter). Von den Juden übernommen wurde auch die Art der Gottesverehrung sowie das Gebet und die Verwendung der Psalmen. Eine weitere Gemeinsamkeit mit dem Judentum besteht in der Anbetung des gleichen Schöpfergottes. Jedoch sehen die Christen Gott als einen dreifaltigen Gott an (Trinität): Den Vater, den Sohn (Christus) und den Heiligen Geist. Jesus Christus ist nach christlicher Lehre zugleich ganz Mensch und ganz Gott. Die ersten Christen waren Juden, die sich zum christlichen Glauben bekehrten. Dem Christentum wird oft der Vorwurf gemacht, eine Hauptschuld an der Judenverfolgung gehabt zu haben. So gibt es auch heute noch Diskussionen darüber, ob Christen Juden die Schuld am Kreuzestod Jesu geben, da es jüdische Schriftgelehrte bzw. Priester waren, die von Pontius Pilatus die Hinrichtung Jesu forderten. Das christliche Glaubensverständnis geht davon aus, dass ein jeder Sünder selber die Schuld am Kreuzestod Jesu trägt und hierfür nicht einfach eine bestimmte Gruppe verantwortlich zu machen sei.

Bezugsquellen und heilige Schriften

Die zentrale Bezugsquelle für den Inhalt und das Wesen des christlichen Glaubens ist die Bibel, wobei ihre Wertung und Auslegung stark variiert. Die christliche Bibel besteht aus zwei Teilen: dem Alten Testament und dem Neuen Testament. Das Alte Testament entspricht inhaltlich bis auf Details dem jüdischen Tanach und wurde von Jesus und den Urchristen ebenso wie von den Juden als Heilige Schrift gesehen. Das Neue Testament enthält Berichte vom Leben Jesu (Evangelien), der frühen Kirche (Apostelgeschichte; Urchristentum), Briefe der Apostel, sowie die Offenbarung des Johannes. Die Begriffe „Alt“ und „Neu“ für die Testamente bezeichnen den Tatbestand, dass es aus Sicht der Christen einen alten und einem neuen Bund zwischen Gott und den Menschen gibt. Der Umfang des Alten Testaments wird von verschiedenen Konfessionen unterschiedlich bestimmt, da die griechische Überlieferung der Septuaginta auch mehrere Texte enthält, die in der hebräischen Überlieferung nicht enthalten sind. Die Teile, die nur in der Septuaginta stehen, werden je nach Sichtweise als deuterokanonische Schriften bzw. Apokryphen bezeichnet. Einzelheiten sind im Artikel Kanon des Alten Testaments aufgeführt. Über den Inhalt des Neuen Testaments besteht bei allen großen Konfessionen ein Konsens, der sich in den ersten vier Jahrhunderten entwickelt hat. Der Kanon des Neuen Testaments geht dazu in Details. Durch zahlreiche Funde von Kodizes und Papyri in den letzten zwei Jahrhunderten kann der ursprüngliche Text des Neuen Testaments heute mit recht großer Genauigkeit wissenschaftlich rekonstruiert werden. Einzelheiten dazu sind in der Thematik Textgeschichte des Neuen Testaments beschrieben. Jedoch gehen die Meinungen der Theologen und der einzelnen Christen heute sehr weit auseinander in der Frage, in wie weit es sich bei diesem Text um exakte Überlieferungen von Jesus und den Aposteln oder um Zusätze der frühen Kirche handelt. Ebenso gibt es sehr unterschiedliche Sichtweisen bezüglich der richtigen Methode der Übersetzung, die im Artikel Bibelübersetzung und bei Artikeln über die einzelnen Bibelübersetzungen detailliert dargelegt sind. Auch bezüglich Auslegung der biblischen Texte und ihrer praktischen Anwendbarkeit auf Ethik und tägliches Leben gibt es eine große Bandbreite von Meinungen, sowohl unter den Konfessionen als auch bei einzelnen Christen innerhalb der Konfessionen. Die offiziellen Aussagen und Bibelinterpretationen seitens der Kirchen spielten vor allem in früherer Zeit eine große Rolle, während die Menschen heute sich oft eigene Interpretationen zurecht legen, wobei sie nicht selten dabei offen den Vorgaben ihrer jeweiligen Kirchen widersprechen. Wieder andere Christen gehen davon aus, dass allein die persönliche Führung durch den Heiligen Geist ihr eigenes Verständnis für das Wort Gottes öffnet. Neben der Bibel spielen bei den meisten Konfessionen auch andere Überlieferungen wie Glaubensbekenntnisse, Tradition, Liturgie und christliche Vorbilder wie Heilige eine wesentliche Rolle in der Ausformung der kirchlichen Praxis. Heute lassen sich einige Christen auch durch andere, insbesondere östliche Religionen oder durch neutestamentliche Apokryphen inspirieren, Texte aus den ersten zwei Jahrhunderten, die nicht in den Kanon der Bibel mit aufgenommen wurden. Beides gehört in keiner Kirche zur offiziellen Lehre.

Christliche Lehre

Während in der christlichen Lehre zahllose Varianten der zentralen Elemente der christlichen Lehre existieren, gibt es doch einige Punkte, die orthodoxe, katholische und evangelische Konfessionen über die meiste Zeit in den letzten 2.000 Jahren für unverzichtbar für den christlichen Glauben gehalten und mehrfach offiziell bestätigt haben:
- Es existiert nur ein einziger Gott, Gott ist dreieinig - ein einziges ewiges Wesen, das in drei Erscheinungen existiert: Vater (Schöpfer), Sohn (Jesus Christus) und Heiliger Geist. Es gibt den verborgenen (deus absconditus) und den geoffenbarten (deus relevatus) Gott.
- Jesus Christus ist der Sohn Gottes und der Messias der jüdischen Vorhersage. Die jüdische Mutterreligion erwartet nach wie vor einen Messias. Auch im Islam trägt Jesus (Isa) den Titel al-masih und nicht wenige Muslime sind überzeugt, dass seine Wiederkehr die Endzeit einleiten wird.
- Jesus Christus hat das kommende Gottesreich verkündet und ist selbst vorweggenommener Beginn, mit seiner leiblichen Auferstehung hin zu Gott im Himmel. Jesus konnte nicht sündigen. Durch sein Selbstopfer am Kreuz ist allen Menschen ihre Schuld der Erbsünde vergeben, welche ihnen seit ihrer Geburt anhaftet, und sie sind durch das Blut Christi mit Gott versöhnt. Jesus ist ganz Gott und ganz Mensch, zwei Naturen in einer Person.
- Gläubige werden auf den Tod von Christi Leib getauft. Durch den Glauben leben sie spirituell und werden vom Tod in ein ewiges Leben (seelisch) auferstehen, sofern sie an dieses Erlösungswerk Gottes fur sie glauben. Sie empfangen mit ihrer Bekehrung den Heiligen Geist, der Hoffnung bringt und die Kirche in Gottes Wahrheit und gemäß Gottes Absichten führt.
- Jesus sitzt zur Rechten Gottes in aller Vollmacht und Autorität in leiblicher Auferstehung. Er wird den Menschen wiederkehren, um die Gläubigen zu sich zu holen, damit sie ewig in der heiligen Gegenwart Gottes leben werden, in Macht und Herrlichkeit, um zusammen mit den Seinen gemeinsam zu regieren. Bis er „am Ende der Zeiten“ zurückkehrt, hat die Kirche den Auftrag, die Frohe Botschaft an jeden zu predigen.
- Die Lehre, dass der Mensch durch die Erbsünde von der Gemeinschaft mit Gott getrennt erklärt wird und aus eigener Kraft diese Gemeinschaft nicht wieder herstellen kann, sondern dass sie durch den Glauben an Jesus Christus wieder hergestellt wird. Über die genaue Art dieser Erlösung der Gläubigen und den Weg dazu gibt es innerhalb der verschiedenen christlichen Konfessionen unterschiedliche Auffassungen.
- Die christliche Bibel ist das Wort Gottes bzw. von Gott verbalinspiriertes Werk und es gibt keine anderen Bücher, als die Bücher der Bibel, die einen gleichen Stellenwert für die Christen haben. Obwohl die Christen sich nicht einig sind, wie wörtlich die Bibel genommen werden sollte und es unterschiedliche Interpretationen vieler Stellen gibt, ist sie dennoch generell anerkannte Quelle von Informationen über Jesus und Gott.
- Maria, die Mutter von Jesus, gebar den Sohn Gottes, der, obwohl in Ewigkeit existierend, in ihrem Leib gezeugt wurde durch den Heiligen Geist. Von ihrer Menschlichkeit empfing er menschlichen Verstand und Willen und all das, was ein Kind natürlicherweise von seiner Mutter mitbekommt. Maria wird, laut frühchristlichem Konzilsbeschluss, Theotokos = Muttergottes genannt. In der katholischen und orthodoxen Kirche wird Maria um Fürsprache gebeten, aber offiziell nicht angebetet, sondern überstark verehrt (Marienverehrung). Die evangelische Kirchen messen Maria unterschiedliche Grade der Bedeutung bei und lehnen den Begriff „Muttergottes“ zumeist ab. Während Martin Luther den Gläubigen noch die Fürsprache Mariens empfahl, hat sich dies, besonders bei den Evangelikalen, nicht bis in die Gegenwart gehalten. Selten finden sich vereinzelt noch Marienstatuen oder -bildnisse in anglikanischen Kirchen, nur selten in lutherischen Kirchen, und in den übrigen evangelischen Kirchen fehlen sie ganz. Ähnlich das Verhältnis zu anderen sogen. „Heiligen“ und ihren bildlichen Darstellungen. Für den evangelischen Christen ist einzig allein Gott heilig. Siehe auch: christliche Ethik, christliche Eschatologie, christliche Moral

Zeremonien und Glaubenspraxis

Beziehung zu anderen Religionen

Das Christentum hat andere Religionen beeinflusst, deren Anhänger sich zwar nicht als Christen sehen, aber Jesus als Propheten Gottes anerkennen. Der Islam ist die größte dieser Religionen, Jahrhunderte christlich-islamischer Auseinandersetzungen haben jedoch das Jesus-Bild im Koran undeutlich werden lassen. So trägt Jesus im Koran einerseits positive Titel wie Messias, Wort Gottes und auch Geist Gottes; ebenso wird er, wie sämtliche biblische Propheten, als ein solcher angesehen. Scharf zurück gewiesen werden jedoch Dreieinigkeit und jede Anbetung Jesu. Umstritten (und nach mehrheitlicher, nicht ausschließlicher Auffassung geleugnet) ist die Kreuzigung. Erst sehr langsam beginnt der entfaltende Dialog hier anzusetzen. Dem Christentum wird generell unter Nichtchristen positives wie negatives zugesprochen. Positiv wird meist die Lehre der Nächstenliebe gesehen. Auch setzen sich weltweit viele Christen für den Frieden und für barmherzige Konzepte gegen die Armut ein. Negativ wird die Geschichte des Christentums mit Kreuzzügen, Hexenverfolgungen und Antijudaismus gesehen, wobei diese Handlungen der katholisch sich nennenden Einheitskirche damals nicht im Einklang mit dem Handeln, das die Bibel vorgibt, gestanden haben. Die Positionen zu künstlicher Empfängnisverhütung, Homosexualität, Abtreibung - sind nicht nur innerchristlich heftigst umstritten. Es ist ein Anliegen vieler christlichen Kirchen, sich untereinander zu versöhnen und eine gemeinsame Basis zu schaffen (Ökumene), als auch mögliche Aussöhnung mit anderen Religionen herbeizuführen. Hierzu veranstaltet beispielsweise der Vatikan regelmäßig interreligiöse Treffen, das bekannteste dabei das Gebet der Weltreligionen in Assisi. Ziel ist ein friedliches Koexistieren der Religionen, denn viele Kriege wurden aus religiösen Motiven heraus geführt. Nicht übersehen darf man, dass die frühen Christen stark verfolgt wurden und dass es auch heute, gerade in kommunistischen und islamischen Ländern, eine starke Christenverfolgung gibt.

Kultureller Einfluss des Christentums

In der Geschichte des Abendlandes haben sich Glaube, Kultur und Kunst wechselseitig beeinflusst. Eine entscheidende Station war beispielsweise der Bilderstreit im frühen Mittelalter. Im Abendland beschäftigte sich Kunst oft mit christlichen Themen, obwohl seit der Renaissance stärker auch Rückgriff auf nichtchristliche Motive aus der Antike genommen wurde. Im Bereich der Musik sind profane und säkulare Musik zwar oft nur anhand der Texte zu unterscheiden, jedoch haben viele Komponisten auch versucht, einem Text einen besonders passenden musikalischen Ausdruck zu verleihen.

Kritik am Christentum

Anhänger anderer Religionen, Agnostiker, Atheisten, aber auch Christen selbst, übten seit jeher Kritik am Christentum. Hierbei ist es manchmal schwer zu unterscheiden, ob sich die Kritikpunkte gegen die Kirche als Institution, die kirchliche Interpretation der Bibel, die Bibel selbst, oder gegen fundamentale Prinzipien des Christentums selbst richten. In der Kritik lässt sich eine Tendenz ausmachen, sich nicht nur auf rein institutioneller Ebene verbreitende fundamental-dogmatische Richtungen des Christentums als im Kern der christlichen Lehre widersprechend zu zeigen. Das gilt besonders, wenn in den fundamental-dogmatischen Richtungen u.a. die Bibel unkritisch und unhistorisch wörtlich genommen wird und daraus Verhaltensregeln - z.B. zur Sexualmoral - und konservative Weltanschauungen als zum Christentum zugehörig postuliert werden. Autoren dieser Bewegung wie etwa Bruce Bawer (Stealing Jesus: How Fundamentalism Betrays Christianity), Clayton Sullivan (Rescuing Jesus from the Christians) und der episkopalische Bischof John Shelby Spong (mannigfaltige Publikationen) versuchen, die Lehre des Jesus von diesen späteren Zutaten (also auch von kirchlichen Lehren wie der Erbsünde des Menschen) zu befreien. Stattdessen verteidigen diese Autoren ein auch die menschliche Sexualität in all ihren Varianten bejahendes Christentum, da sie den Menschen für fähig halten, in diesen Fragen selbst zu urteilen. In diesem Zusammenhang speziell die Auslegung von Bibeltexten bezüglich des aktuellen Themas Homosexualität kritisiert u.a. Daniel Helminiak in What the Bible Really Says About Homosexuality. (In eine ähnliche Richtung übt die ökumenische Arbeitsbewegung Homosexuelle und Kirche Kritik.) Andere Wissenschaftler führen Kritikpunkte auf bezüglich der Historizität der Person Jesu Christi, der Bibel oder der urchristlichen Geschichte.
- Die Bibelgeschichte von der Geburt in Betlehem wird von unbekannten Wissenschaftlern als eine spätere Erfindung im Dienste der Missionierung der Juden gesehen, da diese einen Messias aus dem Hause Davids erwarteten, was für einen Aramäer aus Nazaret nicht zugetroffen hätte. Also sei die Geburtsgeschichte mit Verheißung nach Betlehem verschoben und ausgeschmückt worden.
- Michael Baigent und Richard Leigh nehmen an, dass die Lehre von Jesus die gleiche war, die auch die Essener vertraten, oder auch, dass Jesus selbst ein Essener war.
- Gerd Lüdemann hält nicht die Apostel, sondern Paulus von Tarsus als eigentlichen Begründer des Christentums und geht außerdem davon aus, dass erst später unter den entwurzelten Randgruppen und Sklaven des römischen Reiches die reichlich ausgeschmückte und abgewandelte Geschichte von dem ans Kreuz geschlagenen Gottessohn ihre hohe Attraktivität bekommen habe.

Literatur


- Bruce Bawer: Stealing Jesus: How Fundamentalism Betrays Christianity. Three Rivers Press 1998. ISBN 0609802224. (Kritik an fundamental-dogmatischen Tendenzen.)
- Eugen Biser, Ferdinand Hahn, Michael Langer: Lexikon des christlichen Glaubens, 2004, ISBN 3-62901-667-7
- Handbuch der Kirchengeschichte, herausgegeben von H. Jedin u.a., 7 Bde., Freiburg 1962 - 1979, ISBN 3-45120-454-1 :Standardwerk zur Geschichte (des Christentums aus dem Blickwinkel) der katholischen Kirche
- H.-P. Hasenfratz: Das Christentum. Eine kleine Problemgeschichte. Theol. Verlag Zürich, 1992. - ISBN 3-29010-151-7 : Das Buch behandelt Fragen, die in der Geschichte des Christentums immer wieder zu Problemen führten.
- Koschorke, Klaus/Meier, Johannes: Art. Christentum, Ausbreitungsgeschichte, in: Religion in Geschichte und Gegenwart, 4., völlig neu bearbeitete Auflage, Band 2, 1999, 239-246. - ISBN 3-16-146942-9
- Hans Küng: Das Christentum. Wesen und Geschichte. München: Piper Verlag, 1995. - ISBN 3-49203-747-X : Rezension: „Was ist das Christentum? Was ist das wirklich Christliche? Was hält die so vielfältigen und in sich verschiedenen christlichen Kirchen... überhaupt zusammen?“ Fragen, auf die die Kirchen klare Antworten finden müssen, wenn sie die augenblickliche große Krise des Christentums überwinden wollen. : Küng liefert mit seinem Buch eine umfassende Analyse von zwanzig Jahrhunderten der Kirchengeschichte und damit den Grundstock, auf dem sich eine fruchtbare Diskussion über die Zukunft des Christentums führen ließe.
- Stolz, Fritz u.a.: Art. Christentum, in: Religion in Geschichte und Gegenwart, 4., völlig neu bearbeitete Auflage, Band 2, 1999, 183-238. - ISBN 3-16-146942-9
- Zitelmann, Arnulf: Die Geschichte der Christen. Campus Verlag, 2004. - ISBN 3-59337-413-7

Siehe auch


- Portal:Christentum
- Bibel
- Römisch-Katholische Kirche
- Anglikanische Kirche
- Protestantismus
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- Christlicher Fundamentalismus
- Bibelkritik,