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Gradec

Gradec

Gradec (von Grad: Burg bzw. Stadt) ist in den südslawischen Sprachen eine häufige Ortsbezeichnung. Beispiele sind:
- Eine der Siedlungen aus denen die kroatische Hauptstadt Zagreb entstanden ist.
- Eine Gemeinde im Kreis Zagreb Siehe: Gradec (HR)
- Die slowenische Gemeinde Zagradec
- Die slowenische Kreishauptstadt Windischgrätz (Slovenj Gradec)
- "Gradec" ist außerdem die slowenische Bezeichnung für die österreichische Stadt Graz (früher auch Bayrischgrätz)

Südslawische Sprachen

Liste der Sprachen

Die südslawischen Sprachen sind eine Untergruppe des slawischen Zweiges der indogermanischen Sprachen mit ca. 34 Millionen Sprechern. Zu ihnen gehören folgende Schriftsprachen:
- Slowenische Sprache
- Kroatische Sprache
  - Burgenlandkroatische Sprache
- Bosnische Sprache (verwendet das Lateinische Alphabet und das Kyrillische Alphabet)
- Serbische Sprache (verwendet meist das Kyrillische Alphabet, speziell in der Vojvodina auch das Lateinische Alphabet)
  - Serbokroatische Sprache (offiziell obsoleter Kompromiss aus serbischer und kroatischer Schriftsprache, die aber weiterhin gegenseitig verständlich bleiben).
- Montenegrische Sprache (verwendet das Lateinische Alphabet und das Kyrillische Alphabet)
- Mazedonische Sprache
- Bulgarische Sprache

Mazedonische und Bulgarische Sprache

Das mittelalterliche Mazedonische und Bulgarische ist aufgrund seiner liturgischen Funktion auch als Altkirchenslawisch bekannt. Aus der altkirchenslawischen Schriftsprache hat sich das Kirchenslawische entwickelt.

Kroatische Sprache

Das Kroatische lässt sich dialektologisch in drei Dialektgruppen unterteilen: Štokavisch, Kajkavisch und Čakavisch. Kleine kroatische Enklaven in Rumänien neben Karaševo sprechen Torlakisch. Die heutige Amtssprache Kroatisch ist auf dem Štokavischen gebaut. Im Burgenland wird überwiegend Čakavisch verwendet, ebenso im kroatischen Küstenland. Kajkavisch kommt nur im Norden Kroatiens um Zagreb vor.

Serbische Sprache

Das Serbische lässt sich dialektologisch in zwei Dialektgruppen unterteilen: Štokavisch und Torlakisch. Die heutige Amtssprache Serbisch ist auf dem Štokavischen gebaut. Torlakisch kommt nur im Südosten Serbiens vor.

Bosnische Sprache

Bosnisch baut auf dem Štokavischen auf.

Montenegrische Sprache

Montenegrisch baut auf dem Štokavischen auf.

Geschichte

Die südslawischen Sprachen wurden durch die Landnahme der Ungarn und die deutsche Ostkolonisation in Österreich sowie die Reetablierung des Rumänischen zwischen 9. und 11. Jahrhundert von den west- und ostslawischen Sprachen räumlich getrennt. Einheimische Linguisten teilen die Südslawischen Sprachen oft noch weiter auf in eine westliche Gruppe, welche das Slowenische und das Mittelsüdslawische Diasystem bzw. dessen Einzelsprachen umfasst (Kroatische, Serbische, Bosnische und Montenegrische), und eine östliche bestehend aus dem Bulgarischen und Mazedonischen (sowie eventuell dem Torlakischen Dialekt des Serbischen). Die östliche Gruppe hebt sich im Vergleich zu anderen slawischen Sprachen durch einen weitgehenden Verlust der Deklination ab und weist einige übernommene grammatikalische Gemeinsamkeiten mit dem Rumänischen, Albanischen und teilweise auch dem Neugriechischen auf. Gemeinsam mit diesen werden diese "östliche Gruppe" zum Balkan-Sprachbund gerechnet. Das Altkirchenslawische wies diese Merkmale noch nicht auf. Siehe auch: Slawische Sprachen Anmerkung: Jugoslawisch heißt in der Übersetzung Südslawisch, wird aber häufig irrtümlich als Bezeichnung für die Serbokroatische Sprache (im früheren Jugoslawien) verwendet. Siehe: kroatische Sprache Kategorie:Sprachfamilie Kategorie:Slawische Sprache

Zagreb

Die Stadt Zagreb (dt. auch Agram) ist die Hauptstadt und zugleich eine Gespanschaft der Republik Kroatien. Zagreb liegt am Fuß des Medvednica-Gebirges an beiden Seiten der Save im Südwesten der Pannonische Tiefebene. Das Wahrzeichen der Stadt ist die Kathedrale. Die Stadt ist Sitz eines römisch-katholischen Erzbischofs.

Allgemeines

Die Stadt selbst hat etwa 779.145 Einwohner, zusammen mit den Vororten weist sie als Gespanschaft etwa ca. 900.000 Einwohner auf (Volkszählung von 2001). Die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung stellen mit 91,94 % die Kroaten. Etwa ein Fünftel der Gesamtbevölkerung Kroatiens lebt im Großraum Zagreb. Zagreb ist das politische, wirtschaftliche und kulturelle Zentrum des Landes. Verwaltungsmäßig bildet Zagreb heute eine Gespanschaft für sich. Gleichzeitig ist sie Verwaltungssitz der Gespanschaft Zagreb (kroatisch Zagrebačka županija), die die Umgebung der Stadt umfasst.

Geschichte

Gespanschaft Zagreb Der Name Zagreb wurde zum ersten Mal im Jahre 1094 erwähnt, als der ungarisch-kroatische König Ladislaus I. die Zagreber Diözese gegründet hatte. Zagreb bedeutet „am Graben“, woraus später das deutsche „Agram“ abgeleitet wurde. Die Stadt entwickelte sich aus den beiden Siedlungen, Kaptol und Gradec, die heute den Kern der Altstadt Zagrebs bilden. In Gradec hatten sich Kaufleute und Handwerker angesiedelt. Kaptol war die Stadt des Klerus, in der die Kanoniker des Zagreber Bistums wohnten. Interessenskonflikte zwischen den beiden Siedlungen führten immer wieder zu Auseinandersetzungen. Im 13. Jahrhundert hatte Südosteuropa unter verheerenden Plünderungen der asiatischen Tataren (mongolische Volksstämme) zu leiden. Der König von Kroatien und Ungarn, Bela IV., versteckte sich auf der Flucht vor den Tataren in Gradec und versuchte von dort die Verteidigung zu organisieren. Aus Dankbarkeit für seine Rettung verlieh er 1242 den Einwohnern von Gradec die Bulla Aurea. Durch dieses Dokument wurde Gradec zur freien königlichen Stadt. Die Bulla Aurea war ein Symbol der Freiheit und Unabhängigkeit. Nun erlebte Gradec seine wirtschaftliche Blüte. Es entstanden schöne Paläste, Kirchen und Befestigungswerke nach mittel- und westeuropäischem Vorbild, die der Stadt noch heute eine romantische Atmosphäre geben. 1557 wurde Zagreb erstmals als Kroatiens Hauptstadt erwähnt. Auch die Unterstadt (Donji grad) begann sich schnell zu entwickeln und übernahm bald die Rolle von Gradec in Handel und Handwerk. Von 1756 bis 1776 übernahm Varaždin Zagrebs Rolle als Kroatiens Hauptstadt. Varaždin 1850 wurden die zwei Städte Gradec und Kaptol zur Stadt Zagreb vereint und mit der Unterstadt verbunden. Ein schweres Erdbeben richtete 1880 beträchtlichen Schaden an, ermöglichte jedoch auch eine Modernisierung und dynamische Weiterentwicklung der Stadt. Kaptol ist bis heute das Zentrum der katholischen Kirche und des geistlichen Lebens in Kroatien. Gradec, heute Oberstadt genannt, wurde zum politischen und administrativen Zentrum. In der Unterstadt mit ihren vielen prächtigen Gebäuden aus dem späten 19. Jahrhundert pulsiert das wirtschaftliche, wissenschaftliche und kulturelle Leben. Am 29. Oktober 1918 beschloss das kroatische Parlament in Zagreb die Aufhebung sämtlicher staatsrechtlicher Beziehungen zwischen Kroatien und der österreichisch-ungarischen Monarchie. Einen Monat später folgte der Beitritt Kroatiens zum Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen. 1926 wird der erste Zagreber Radiosender in Betrieb genommen. Am 10. April 1941 marschierte die deutsche Wehrmacht in Zagreb ein. Kroatische Nationalisten feierten die Deutschen als Befreier und riefen den so genannten „Unabhängigen Staat Kroatien“ aus. 1941 Am 8. Mai 1945 marschierten die Tito-Partisanen in Zagreb ein. Kroatien wurde daraufhin in die kommunistische Jugoslawische Volksrepublik eingegliedert. 1970-1971: Zagreb war der Mittelpunkt des Widerstandes gegen das kommunistische Regime. Es fanden Demonstrationen gegen die Politik der Belgrader Zentralregierung statt, der Kroatische Frühling wurde niedergeschlagen und endete mit Massenverhaftungen. Am 10. September 1976 kollidierten über Zagreb ein jugoslawisches und ein britisches Flugzeug. Das Unglück forderte 176 Tote, davon 27 Deutsche. 1987 fand in Zagreb die Universiade statt. 1990 fand in Zagreb der von 500 Millionen Fernsehzuschauern verfolgte fünfunddreißigste Grand Prix d'Eurovision de la Chanson (Eurovision Song Contest) statt. Am 30. Mai 1990 fand die erste Sitzung des ersten demokratisch gewählten kroatischen Parlaments statt. Am 25. Juni 1991 erklärte das kroatische Parlament die Unabhängigkeit und Souveränität der Kroatischen Republik. Zagreb wurde die Hauptstadt. Am 7. Oktober 1991 wurde Zagreb im Zuge des Jugoslawienkrieges von der „serbischen Volksarmee“ angegriffen. Die Stadt war zum Zeitpunkt der Bombardierung überfüllt mit Flüchtlingen aus Ostslawonien und Vukovar. Am darauf folgenden Tag, am 8. Oktober 1991, setzte Kroatiens Regierung die nach einer Volksabstimmung erklärte Unabhängigkeit offiziell in Kraft. 1994 feierte man Zagrebs 900-jähriges Jubiläum. Im September besuchte Papst Johannes Paul II die Stadt. Am 2. und 3. Mai 1995 schlugen serbische Raketen in der Innenstadt von Zagreb ein. Der militärisch sinnlose Angriff kostete sieben Zivilisten das Leben; 176 wurden verletzt. Der damalige befehlshabende serbische Anführer Milan Martić muss sich heute vor dem Den Haager Kriegsverbrechertribunal verantworten. Im Dezember 1995 wurde der Vertrag von Dayton unterzeichnet. Am 2. Oktober 1998 kam Papst Johannes Paul II. zum zweiten Mal nach Zagreb. Er besuchte anschließend den Wallfahrtsort Marija Bistrica und die Stadt Split. Am 11. Dezember 1999 starb Kroatiens Präsident, Franjo Tuđman in Zagreb. Am 24. November 2000 fand in Zagreb der EU-Balkan-Gipfel statt. Die Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union sowie der Staaten des westlichen Balkans, also Slowenien, Kroatien, Bosnien und Herzegowina, Bundesrepublik Jugoslawien (heute Serbien und Montenegro), Albanien und Mazedonien besprachen die langfristige Assoziierung der Staaten Südosteuropas an die EU. Am 30. Oktober 2003 hielt sich der deutsche Bundeskanzler a.D. Gerhard Schröder zu einem Besuch in Zagreb auf. Es war der erste Besuch eines deutschen Bundeskanzlers in Kroatien.

Politik

Gerhard Schröder Zagreb ist die Hauptstadt und der Regierungssitz der Kroatischen Republik. In Zagreb tagt auch das kroatische Parlament, der Sabor. Bürgermeister von Zagreb ist Milan Bandić. Stärkste Fraktion im Stadtrat ist die SDP.

Wirtschaft

Wichtige Wirtschaftszweige in Zagreb sind die Pharmaindustrie, die Elektrotechnik, der Handel und der Tourismus. Im südöstlichen Teil der Stadt liegt das größte Industriegebiet Žitnjak. Viele Unternehmen wie z. B der Öl- und Gaskonzern INA haben ihren Hauptsitz in Zagreb. Im Westen der Stadt sind an mehreren Standorten der Pharmakonzern Pliva, der Elektrotechnikkonzern Končar und Ericsson-Tesla angesiedelt. Besucher aus den nahegelegenen EU-Nachbarländern entdecken zunehmend Zagreb als günstige Einkaufsstadt: Neben großen Einkaufszentren in der Peripherie im Osten und Westen der Stadt lädt in der Zagreber Innenstadt besonders die Hauptgeschäftsstraße Ilica mit ihren zahlreichen traditionsreichen Handwerkergeschäften wie z. B. Schustern, Hutmachern, Ledertaschenläden, Küfnern, Boutiquen und Juwelieren zum Einkaufen ein. Juwelier Die Messe Zagreb (Zagrebački Velesajam) ist die bedeutendste Messestandort auch über die Grenzen Kroatiens hinweg. In Zagreb hat auch die Deutsch-Kroatische Industrie- und Handelskammer ihren Sitz.

Verkehr und Transport

Durch den Ausbau der Autobahnen ist Zagreb im Begriff, ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt zwischen Mitteleuropa und dem Adriatischen Meer zu werden. Sie ist durch Autobahnen unter anderem mit den Hafenstädten Rijeka und Split sowie mit der Region Slawonien verbunden. Eisenbahnstrecken führen nach Osijek, Vinkovci, Rijeka und Split sowie nach Slowenien, Ungarn, Bosnien und Herzegowina und Serbien. Zagreb besitzt einen internationalen Verkehrsflughafen, gelegen etwa 20 km südöstlich des Stadtzentrums auf dem Gebiet der Ortschaft Pleso. Der IATA-Flughafencode ist ZAG. Der ÖPNV der Stadt wird unter anderem von der ZET durchgeführt. ZET

Wissenschaft und Forschung

Die Universität Zagreb (gegründet am 23. September 1669) ist eine der ältesten in Ostmitteleuropa. Die Gebäude der Fakultäten befinden sich in mehreren Stadtteilen. Das im Jahr 1950 gegründete Ruder Bošković-Institut ist das größte interdisziplinäre Institut Kroatiens und beschäftigt im Jahr 2005 insgesamt 200 Wissenschaftler.

Medien

Eine Auswahl der in Zagreb erscheinenden Zeitungen und Zeitschriften:
- Večernji list
- Vjesnik
- Jutarnji list
- Dnevnik (Wirtschaftszeitung)
- Nacional

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Institut

Kultur


- Das kroatische Nationaltheater
- Lisinski-Saal

Sehenswürdigkeiten

Institut]
- das Heilbad Stubičke Toplice
- Zagreber Zoo
- das mittelalterliche Steintor kamenita vrata
- der St.-Markus-Platz, die St.-Markus-Kirche (Sveti Marko)
- Banski Dvori aus dem 18. Jahrhundert
- der naheliegende Barockpalast, der Sitz der Regierung Kroatiens
- Parlamentsgebäude Sabor
- Rauch-Palast, der schönste Barockpalast der Altstadt, heute das Kroatische Geschichtsmuseum
- St.-Katarina-Kirche aus dem 17. Jahrhundert (die schönste Barockkirche der Stadt)
- Ausstellungskomplex Klovićevi Dvori
- Kulmer Palast aus dem 18. – 19. Jahrhundert, heute das Museum der Modernen Kunst (im Bestand sind u. a. Werke von Picasso, Vasarely)
- Lotršćak Turm aus dem 13. Jahrhundert
- Museum der Stadt Zagreb
- Das Mimara-Museum Lotršćak
- Ivan-Meštrović-Atelier
- Kaptol – die gotische Domkirche aus dem 15. Jahrhundert
- Bischofspalast
- Ban-Josip-Jelačić-Platz
- Zrinjevac Promenade mit dem Kunstpavillon
- das Kroatische Nationaltheater
- der Mirogoj Friedhof mit Arkaden von Hermann Bollé
- Slijeme (Berg mit Festung vor Zagreb, auf den eine Seilbahn führt und an dem Ski-Weltmeisterschaften ausgetragen werden)
- Maksimir-Stadion/Park
- Der Park und künstliche See Jarun-See, der nicht weit vom Savaufer entfernt liegt und viele Wassersportarten in Zagreb beheimatet.
- Hauptbahnhof
- Strossmayergang in der Altstadt
- Ilica, die die längste Einkaufsstraße Zagrebs ist und durch die Stadtbild prägende Tram getrennt wird.

Regelmäßige Veranstaltungen

Jarun-See
- Zagreb Film Festival
- Animafest
- Queer Festival
- Musikbiennale Zagreb
- Eurokaz

Organisationen

Jarun-See]
- In Zagreb hat das weltbekannte Filmstudio Zagreb Film seinen Sitz. Es produzierte seit 1953 mehr als 600 Animationsfilme, gewann über 400 internationale Preise (darunter einen Oscar) und begründete durch seinen einzigartigen Stil die Zagreber Schule.
- SFera ist Zagrebs Science-Fiction- und Fantasy-Verein.

Bauwerke und Parks


- Zagreb besitzt eine sehenswerte barocke Altstadt.
- Der Maksimir Park ist der großte Park der Stadt, wurde im Jahr 1794 gegründet und ist eine der ältesten Parkanlagen in Europa..
- Das Importanne Centar ist ein großes Einkaufszentrum im Herzen der Stadt. Es erstreckt sich über eine Fläche von 10.000 m².
- Mit 92 m ist der Cibona-Tower eines der höchsten Gebäude der Stadt.
- Das Regent Esplanade ist eines der legendärsten Bauwerke in Zagreb und hat bei den Bewohnern der Stadt beinahe denselben Stellenwert wie der Dom oder das Nationaltheater. 1925 wurde Zagreb durch das Hotel zu einer wichtigen Station des Orient-Express. Berühmte Persönlichkeiten wie Charles Lindbergh, Josephine Baker oder Elizabeth Taylor waren hier schon zu Gast. Nach einer längeren Renovierung wurde es nun wieder eröffnet. Elizabeth Taylor
- In unmittelbarer Nähe der Stadt liegt das Bergland von Zagreb, die Medvednica. Die Medvednica ist ein bewaldetes Gebirge; die höchste Erhebung ist das Sljeme (1032 m). Zwischen Stadtrand und Gipfel verkehrt eine Seilbahn. Zu den Sehenswürdigkeiten gehört die Veternica Höhle, in der prähistorische Lebensspuren gefunden wurden und die mittelalterliche Burg Medvedgrad.
- Der Wehrturm Lotršćak wurde Mitte des 13. Jahrhunderts gebaut. Seit über 100 Jahren wird täglich um Punkt 12 Uhr vom höchsten Turmfenster ein Kanonenschuss abgefeuert.
- Am Stadtrand liegt der Jarun-See. Im Sommer finden hier Theater- und Musicalaufführungen statt (2004 waren es Hair und Jesus-Christ-Superstar).

Bezirke

Die Bezirke (kroat. "kvartovi" oder "cetvrti") in alphabetischer Reihenfolge mit in Klammern angegeber Bevölkerungszahl aus dem Jahr 2001 sind:
- Brezovica (10.884)
- Crnomerec (38.762)
- Dubrava (35.944)
- Donji Grad (45.108)
- Gornja Dubrava (61.388) Jesus-Christ-Superstar
- Gornji Grad Medvescak (36.384)
- Maksimir (49.750)
- Novi Zagreb Istok (65.301)
- Novi Zagreb zapad (48.981)
- Pešćenica (58.283)
- Podsljeme (17.744)
- Podsused (42.360)
- Sesvete (59.212)
- Dubec
- Stenjevec (41.257)
- Trešnjevka (67.162)
- Jarun
- Trešnjevka sjever (55.358)
- Trnje (45.267) Jesus-Christ-Superstar

Sport

Der bekannteste Fußballverein Zagrebs ist Dinamo Zagreb, der wichtigste Basketballverein KK Cibona. Es gibt auch einen Zagreber Damen-Basketball-Verein und einen Zagreber Veteranen-Basketball-Verein. In Zagreb finden das Tennisturnier Zagreb Open und die internationale Ruderregatta Grand Prix Jarun statt. Im Januar 2005 fand auf dem Zagreber Hausberg und zugleich Naturpark Medvednica das erste Ski alpin-Slalom-Rennen der Damen statt. Es ist das erste Weltcup-Skirennen, das in einer europäischen Hauptstadt stattgefunden hat. Im August 2005 fand auf der Regattastrecke des Jarun-Sees die Weltmeisterschaft im Kanurennsport statt.

Verschiedenes

Partnerstädte

Zagreb unterhält Städtepartnerschaften mit folgenden Städten:
- Mainz (Deutschland), seit 1967
- St. Petersburg (Russland), seit 1968
- Tromsø (Norwegen), seit 1971
- Kyoto (Japan), seit 1972
- Krakau (Polen), seit 1975
- Lissabon (Portugal), seit 1977
- Pittsburgh (USA), seit 1980
- Shanghai (China), seit 1980
- Budapest (Ungarn), seit 1994
- Wien (Österreich), seit 1994
- Sarajevo (Bosnien und Herzegovina), seit 2001
- Ljubljana (Slowenien), seit 2001

Persönlichkeiten

Die folgende Übersicht enthält bedeutende, in Zagreb geborene Persönlichkeiten. Ob die Personen ihren späteren Wirkungskreis in Zagreb hatten oder nicht ist dabei unerheblich. Die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.
- Stanislav Pavao Skalić, (1534-1573), Verfasser der ersten Enzyklopädie; Erfinder des Wortes „Enzyklopädie“.
- Janus Pannonius (Ivan Cesmicki) (1434-1472), Dichter
- Slavoljub Eduard Penkala, Erfinder
- Janica Kostelić, Weltmeisterin in Slalom, schrieb bei den Olympischen Winterspielen 2002 in Salt Lake City Sportgeschichte als sie vier Olympia-Medaillen in acht Tagen gewann (dreimal Gold, einmal Silber).
- Ivica Kostelić, Slalom-Weltmeister 2003 in St. Moritz (gleichzeitig mit seiner Schwester Janica), Slalom-Weltcup-Sieger 2001/02.
- Miroslav Nemec, Schauspieler, Tatort-Hauptkommissar.
- William Feller, (1906-1970), Mathematiker. Feller war der Autor des erfolgreichsten Lehrbuches über Wahrscheinlichkeitstheorie, das jemals geschrieben wurde.
- Mira Furlan, Schauspielerin aus der Science Fiction Serie „Babylon 5“ (Botschafterin Delenn).
- Željko Mavrović, Boxer, Ex-Europameister im Schwergewicht. War zu seiner Zeit der einzige Schwergewichts-Profiboxer mit abgeschlossenem Abitur.
- Zinka Milanov, (1906-1989), Opernsängerin (Sopran). Sie sang hauptsächlich für die Metropolitan Opera in New York, aber auch bei den Salzburger Festspielen und in der Wiener Staatsoper.
- Tatjana Šimić, Schauspielerin. Die schöne Zagreberin wurde vor allem durch ihre Rolle als „Kees“ in der niederländischen Trash-Serie „Familie Flodders“ berühmt.
- Josip Franjo Domin, (1754-1819), Begründer der Elektrotherapie. Domin studierte Physik und Theologie in Wien. In Ungarn wurde er später der Dekan an der Fakultät für Philosophie und der Rektor der Universität von Budapest. Anwendung findet die Elektrotherapie heute unter anderem zur Schmerzbehandlung, bei Durchblutungsstörungen, Erkrankungen des Bewegungsapparates, Lähmungen und Muskelschwäche.
- Miroslav Krleža (1893-1981), Schriftsteller. Krleža gilt als der bedeutendste kroatische Schriftsteller.
- Miroslav Šutej (1936-2005), Pop-Art Künstler
- Zlatko Baloković, (1895-1965), Violinist. Gewann 1913 den Österreichischen Staatspreis.
- Zlatko „Tschik“ Cajkovski, (1923-1998), ehemaliger Trainer des FC Bayern München. Seine Mannschaft gewann 1967 den ersten internationalen Titel der Bayern im Endspiel des Europapokals der Pokalsieger in Nürnberg.
- Bora Ćosić, einer der bedeutendsten serbischen Schriftsteller der Gegenwart. 1992 verließ Ćosić Serbien aus Protest gegen das Milošević-Regime. Im Jahr 2002 wurde er mit dem Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung ausgezeichnet.
- Iva Majoli, Tennisspielerin. Der Höhepunkt ihrer Laufbahn war bisher der Sieg bei den French Open 1997.
- Vlado Kristl (1923-2004), deutsch-kroatischer Filmkünstler.
- István Arató, (1910-1980), Komponist
- Oja Kodar, Bildhauerin, Schriftstellerin, Schauspielerin. Sie war die letzte Lebensgefährtin und eine enge Mitarbeiterin von Orson Welles.
- Miro Gavran, Schriftsteller. Er gewann den "Preis des besten mitteleuropäischen Schriftstellers des Jahres 1999" (Budapest).

Weiteres


- Die durchschnittlichen maximalen Tagestemperaturen liegen bei 27 Grad im Juli und 2 Grad im Januar.
- In Österreich wird manchmal noch die Bezeichnung Agram (anstatt „Zagreb“) verwendet.
- Die im Herzen des amerikanischen Bundesstaates Minnesota gelegene Gemeinde Agram (Morrison County) hat ihren Namen von der kroatischen Hauptstadt (benannt nach dem alten deutschen Namen).
- Zagreb 1 ist der Name einer Bohrinsel der Crosco-Bohrgesellschaft.

Weblinks


- [http://www.mainz.de/WGAPublisher/online/html/default/mkuz-5t3g3m.de.0? mainz.de/...] Kurzinformation auf der Seite der Stadt Mainz (deutsch)
- [http://www.swr.de/kaffee-oder-tee/reise/2000/11/09/print.html swr.de/...] Portrait von Zagreb im SWR (dt.)
- [http://www.fivestars.hr fivestars.hr] Ein Internetportal zur Stadt (engl.)
- [http://www.zg360.com/Panorame/Zrinjevac.html Zagreb in 360 Grad]
- [http://www.euroave.com/maps/00mapx.php?xcity=zagreb Stadtplan]
- [https://e-uprava.gzaop.hr/gup/preglednik.asp Satellitenaufnahmen]
- [http://www.zagreb-info.com/ Zagreb Katalog]
- [http://www.fivestars.hr/photo_gallery/ Zagreb in Bildern]
- [http://www.wien.gv.at/stadtentwicklung/04/01/10/01.htm Die neue urbane Strategie der Stadt Zagreb]
- [http://www.hrt.hr/streams/streams_eng.html Öffentlich-rechtlicher Radio- und Fernsehsender (Sitz in Zagreb)]
- [http://www.unizg.hr Universität Zagreb]
- [http://www.emporis.com/ge/wm/ci/bu/?id=100715 Markante Gebäude]
- [http://www.hr/ZagrebLive/index.en.shtml Live Webcam] Kategorie:Ort in Kroatien Kategorie:Hauptstadt in Europa Zagreb ja:ザグレブ ko:자그레브 simple:Zagreb th:ซาเกร็บ

Zagreb

Die Stadt Zagreb (dt. auch Agram) ist die Hauptstadt und zugleich eine Gespanschaft der Republik Kroatien. Zagreb liegt am Fuß des Medvednica-Gebirges an beiden Seiten der Save im Südwesten der Pannonische Tiefebene. Das Wahrzeichen der Stadt ist die Kathedrale. Die Stadt ist Sitz eines römisch-katholischen Erzbischofs.

Allgemeines

Die Stadt selbst hat etwa 779.145 Einwohner, zusammen mit den Vororten weist sie als Gespanschaft etwa ca. 900.000 Einwohner auf (Volkszählung von 2001). Die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung stellen mit 91,94 % die Kroaten. Etwa ein Fünftel der Gesamtbevölkerung Kroatiens lebt im Großraum Zagreb. Zagreb ist das politische, wirtschaftliche und kulturelle Zentrum des Landes. Verwaltungsmäßig bildet Zagreb heute eine Gespanschaft für sich. Gleichzeitig ist sie Verwaltungssitz der Gespanschaft Zagreb (kroatisch Zagrebačka županija), die die Umgebung der Stadt umfasst.

Geschichte

Gespanschaft Zagreb Der Name Zagreb wurde zum ersten Mal im Jahre 1094 erwähnt, als der ungarisch-kroatische König Ladislaus I. die Zagreber Diözese gegründet hatte. Zagreb bedeutet „am Graben“, woraus später das deutsche „Agram“ abgeleitet wurde. Die Stadt entwickelte sich aus den beiden Siedlungen, Kaptol und Gradec, die heute den Kern der Altstadt Zagrebs bilden. In Gradec hatten sich Kaufleute und Handwerker angesiedelt. Kaptol war die Stadt des Klerus, in der die Kanoniker des Zagreber Bistums wohnten. Interessenskonflikte zwischen den beiden Siedlungen führten immer wieder zu Auseinandersetzungen. Im 13. Jahrhundert hatte Südosteuropa unter verheerenden Plünderungen der asiatischen Tataren (mongolische Volksstämme) zu leiden. Der König von Kroatien und Ungarn, Bela IV., versteckte sich auf der Flucht vor den Tataren in Gradec und versuchte von dort die Verteidigung zu organisieren. Aus Dankbarkeit für seine Rettung verlieh er 1242 den Einwohnern von Gradec die Bulla Aurea. Durch dieses Dokument wurde Gradec zur freien königlichen Stadt. Die Bulla Aurea war ein Symbol der Freiheit und Unabhängigkeit. Nun erlebte Gradec seine wirtschaftliche Blüte. Es entstanden schöne Paläste, Kirchen und Befestigungswerke nach mittel- und westeuropäischem Vorbild, die der Stadt noch heute eine romantische Atmosphäre geben. 1557 wurde Zagreb erstmals als Kroatiens Hauptstadt erwähnt. Auch die Unterstadt (Donji grad) begann sich schnell zu entwickeln und übernahm bald die Rolle von Gradec in Handel und Handwerk. Von 1756 bis 1776 übernahm Varaždin Zagrebs Rolle als Kroatiens Hauptstadt. Varaždin 1850 wurden die zwei Städte Gradec und Kaptol zur Stadt Zagreb vereint und mit der Unterstadt verbunden. Ein schweres Erdbeben richtete 1880 beträchtlichen Schaden an, ermöglichte jedoch auch eine Modernisierung und dynamische Weiterentwicklung der Stadt. Kaptol ist bis heute das Zentrum der katholischen Kirche und des geistlichen Lebens in Kroatien. Gradec, heute Oberstadt genannt, wurde zum politischen und administrativen Zentrum. In der Unterstadt mit ihren vielen prächtigen Gebäuden aus dem späten 19. Jahrhundert pulsiert das wirtschaftliche, wissenschaftliche und kulturelle Leben. Am 29. Oktober 1918 beschloss das kroatische Parlament in Zagreb die Aufhebung sämtlicher staatsrechtlicher Beziehungen zwischen Kroatien und der österreichisch-ungarischen Monarchie. Einen Monat später folgte der Beitritt Kroatiens zum Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen. 1926 wird der erste Zagreber Radiosender in Betrieb genommen. Am 10. April 1941 marschierte die deutsche Wehrmacht in Zagreb ein. Kroatische Nationalisten feierten die Deutschen als Befreier und riefen den so genannten „Unabhängigen Staat Kroatien“ aus. 1941 Am 8. Mai 1945 marschierten die Tito-Partisanen in Zagreb ein. Kroatien wurde daraufhin in die kommunistische Jugoslawische Volksrepublik eingegliedert. 1970-1971: Zagreb war der Mittelpunkt des Widerstandes gegen das kommunistische Regime. Es fanden Demonstrationen gegen die Politik der Belgrader Zentralregierung statt, der Kroatische Frühling wurde niedergeschlagen und endete mit Massenverhaftungen. Am 10. September 1976 kollidierten über Zagreb ein jugoslawisches und ein britisches Flugzeug. Das Unglück forderte 176 Tote, davon 27 Deutsche. 1987 fand in Zagreb die Universiade statt. 1990 fand in Zagreb der von 500 Millionen Fernsehzuschauern verfolgte fünfunddreißigste Grand Prix d'Eurovision de la Chanson (Eurovision Song Contest) statt. Am 30. Mai 1990 fand die erste Sitzung des ersten demokratisch gewählten kroatischen Parlaments statt. Am 25. Juni 1991 erklärte das kroatische Parlament die Unabhängigkeit und Souveränität der Kroatischen Republik. Zagreb wurde die Hauptstadt. Am 7. Oktober 1991 wurde Zagreb im Zuge des Jugoslawienkrieges von der „serbischen Volksarmee“ angegriffen. Die Stadt war zum Zeitpunkt der Bombardierung überfüllt mit Flüchtlingen aus Ostslawonien und Vukovar. Am darauf folgenden Tag, am 8. Oktober 1991, setzte Kroatiens Regierung die nach einer Volksabstimmung erklärte Unabhängigkeit offiziell in Kraft. 1994 feierte man Zagrebs 900-jähriges Jubiläum. Im September besuchte Papst Johannes Paul II die Stadt. Am 2. und 3. Mai 1995 schlugen serbische Raketen in der Innenstadt von Zagreb ein. Der militärisch sinnlose Angriff kostete sieben Zivilisten das Leben; 176 wurden verletzt. Der damalige befehlshabende serbische Anführer Milan Martić muss sich heute vor dem Den Haager Kriegsverbrechertribunal verantworten. Im Dezember 1995 wurde der Vertrag von Dayton unterzeichnet. Am 2. Oktober 1998 kam Papst Johannes Paul II. zum zweiten Mal nach Zagreb. Er besuchte anschließend den Wallfahrtsort Marija Bistrica und die Stadt Split. Am 11. Dezember 1999 starb Kroatiens Präsident, Franjo Tuđman in Zagreb. Am 24. November 2000 fand in Zagreb der EU-Balkan-Gipfel statt. Die Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union sowie der Staaten des westlichen Balkans, also Slowenien, Kroatien, Bosnien und Herzegowina, Bundesrepublik Jugoslawien (heute Serbien und Montenegro), Albanien und Mazedonien besprachen die langfristige Assoziierung der Staaten Südosteuropas an die EU. Am 30. Oktober 2003 hielt sich der deutsche Bundeskanzler a.D. Gerhard Schröder zu einem Besuch in Zagreb auf. Es war der erste Besuch eines deutschen Bundeskanzlers in Kroatien.

Politik

Gerhard Schröder Zagreb ist die Hauptstadt und der Regierungssitz der Kroatischen Republik. In Zagreb tagt auch das kroatische Parlament, der Sabor. Bürgermeister von Zagreb ist Milan Bandić. Stärkste Fraktion im Stadtrat ist die SDP.

Wirtschaft

Wichtige Wirtschaftszweige in Zagreb sind die Pharmaindustrie, die Elektrotechnik, der Handel und der Tourismus. Im südöstlichen Teil der Stadt liegt das größte Industriegebiet Žitnjak. Viele Unternehmen wie z. B der Öl- und Gaskonzern INA haben ihren Hauptsitz in Zagreb. Im Westen der Stadt sind an mehreren Standorten der Pharmakonzern Pliva, der Elektrotechnikkonzern Končar und Ericsson-Tesla angesiedelt. Besucher aus den nahegelegenen EU-Nachbarländern entdecken zunehmend Zagreb als günstige Einkaufsstadt: Neben großen Einkaufszentren in der Peripherie im Osten und Westen der Stadt lädt in der Zagreber Innenstadt besonders die Hauptgeschäftsstraße Ilica mit ihren zahlreichen traditionsreichen Handwerkergeschäften wie z. B. Schustern, Hutmachern, Ledertaschenläden, Küfnern, Boutiquen und Juwelieren zum Einkaufen ein. Juwelier Die Messe Zagreb (Zagrebački Velesajam) ist die bedeutendste Messestandort auch über die Grenzen Kroatiens hinweg. In Zagreb hat auch die Deutsch-Kroatische Industrie- und Handelskammer ihren Sitz.

Verkehr und Transport

Durch den Ausbau der Autobahnen ist Zagreb im Begriff, ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt zwischen Mitteleuropa und dem Adriatischen Meer zu werden. Sie ist durch Autobahnen unter anderem mit den Hafenstädten Rijeka und Split sowie mit der Region Slawonien verbunden. Eisenbahnstrecken führen nach Osijek, Vinkovci, Rijeka und Split sowie nach Slowenien, Ungarn, Bosnien und Herzegowina und Serbien. Zagreb besitzt einen internationalen Verkehrsflughafen, gelegen etwa 20 km südöstlich des Stadtzentrums auf dem Gebiet der Ortschaft Pleso. Der IATA-Flughafencode ist ZAG. Der ÖPNV der Stadt wird unter anderem von der ZET durchgeführt. ZET

Wissenschaft und Forschung

Die Universität Zagreb (gegründet am 23. September 1669) ist eine der ältesten in Ostmitteleuropa. Die Gebäude der Fakultäten befinden sich in mehreren Stadtteilen. Das im Jahr 1950 gegründete Ruder Bošković-Institut ist das größte interdisziplinäre Institut Kroatiens und beschäftigt im Jahr 2005 insgesamt 200 Wissenschaftler.

Medien

Eine Auswahl der in Zagreb erscheinenden Zeitungen und Zeitschriften:
- Večernji list
- Vjesnik
- Jutarnji list
- Dnevnik (Wirtschaftszeitung)
- Nacional

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Institut

Kultur


- Das kroatische Nationaltheater
- Lisinski-Saal

Sehenswürdigkeiten

Institut]
- das Heilbad Stubičke Toplice
- Zagreber Zoo
- das mittelalterliche Steintor kamenita vrata
- der St.-Markus-Platz, die St.-Markus-Kirche (Sveti Marko)
- Banski Dvori aus dem 18. Jahrhundert
- der naheliegende Barockpalast, der Sitz der Regierung Kroatiens
- Parlamentsgebäude Sabor
- Rauch-Palast, der schönste Barockpalast der Altstadt, heute das Kroatische Geschichtsmuseum
- St.-Katarina-Kirche aus dem 17. Jahrhundert (die schönste Barockkirche der Stadt)
- Ausstellungskomplex Klovićevi Dvori
- Kulmer Palast aus dem 18. – 19. Jahrhundert, heute das Museum der Modernen Kunst (im Bestand sind u. a. Werke von Picasso, Vasarely)
- Lotršćak Turm aus dem 13. Jahrhundert
- Museum der Stadt Zagreb
- Das Mimara-Museum Lotršćak
- Ivan-Meštrović-Atelier
- Kaptol – die gotische Domkirche aus dem 15. Jahrhundert
- Bischofspalast
- Ban-Josip-Jelačić-Platz
- Zrinjevac Promenade mit dem Kunstpavillon
- das Kroatische Nationaltheater
- der Mirogoj Friedhof mit Arkaden von Hermann Bollé
- Slijeme (Berg mit Festung vor Zagreb, auf den eine Seilbahn führt und an dem Ski-Weltmeisterschaften ausgetragen werden)
- Maksimir-Stadion/Park
- Der Park und künstliche See Jarun-See, der nicht weit vom Savaufer entfernt liegt und viele Wassersportarten in Zagreb beheimatet.
- Hauptbahnhof
- Strossmayergang in der Altstadt
- Ilica, die die längste Einkaufsstraße Zagrebs ist und durch die Stadtbild prägende Tram getrennt wird.

Regelmäßige Veranstaltungen

Jarun-See
- Zagreb Film Festival
- Animafest
- Queer Festival
- Musikbiennale Zagreb
- Eurokaz

Organisationen

Jarun-See]
- In Zagreb hat das weltbekannte Filmstudio Zagreb Film seinen Sitz. Es produzierte seit 1953 mehr als 600 Animationsfilme, gewann über 400 internationale Preise (darunter einen Oscar) und begründete durch seinen einzigartigen Stil die Zagreber Schule.
- SFera ist Zagrebs Science-Fiction- und Fantasy-Verein.

Bauwerke und Parks


- Zagreb besitzt eine sehenswerte barocke Altstadt.
- Der Maksimir Park ist der großte Park der Stadt, wurde im Jahr 1794 gegründet und ist eine der ältesten Parkanlagen in Europa..
- Das Importanne Centar ist ein großes Einkaufszentrum im Herzen der Stadt. Es erstreckt sich über eine Fläche von 10.000 m².
- Mit 92 m ist der Cibona-Tower eines der höchsten Gebäude der Stadt.
- Das Regent Esplanade ist eines der legendärsten Bauwerke in Zagreb und hat bei den Bewohnern der Stadt beinahe denselben Stellenwert wie der Dom oder das Nationaltheater. 1925 wurde Zagreb durch das Hotel zu einer wichtigen Station des Orient-Express. Berühmte Persönlichkeiten wie Charles Lindbergh, Josephine Baker oder Elizabeth Taylor waren hier schon zu Gast. Nach einer längeren Renovierung wurde es nun wieder eröffnet. Elizabeth Taylor
- In unmittelbarer Nähe der Stadt liegt das Bergland von Zagreb, die Medvednica. Die Medvednica ist ein bewaldetes Gebirge; die höchste Erhebung ist das Sljeme (1032 m). Zwischen Stadtrand und Gipfel verkehrt eine Seilbahn. Zu den Sehenswürdigkeiten gehört die Veternica Höhle, in der prähistorische Lebensspuren gefunden wurden und die mittelalterliche Burg Medvedgrad.
- Der Wehrturm Lotršćak wurde Mitte des 13. Jahrhunderts gebaut. Seit über 100 Jahren wird täglich um Punkt 12 Uhr vom höchsten Turmfenster ein Kanonenschuss abgefeuert.
- Am Stadtrand liegt der Jarun-See. Im Sommer finden hier Theater- und Musicalaufführungen statt (2004 waren es Hair und Jesus-Christ-Superstar).

Bezirke

Die Bezirke (kroat. "kvartovi" oder "cetvrti") in alphabetischer Reihenfolge mit in Klammern angegeber Bevölkerungszahl aus dem Jahr 2001 sind:
- Brezovica (10.884)
- Crnomerec (38.762)
- Dubrava (35.944)
- Donji Grad (45.108)
- Gornja Dubrava (61.388) Jesus-Christ-Superstar
- Gornji Grad Medvescak (36.384)
- Maksimir (49.750)
- Novi Zagreb Istok (65.301)
- Novi Zagreb zapad (48.981)
- Pešćenica (58.283)
- Podsljeme (17.744)
- Podsused (42.360)
- Sesvete (59.212)
- Dubec
- Stenjevec (41.257)
- Trešnjevka (67.162)
- Jarun
- Trešnjevka sjever (55.358)
- Trnje (45.267) Jesus-Christ-Superstar

Sport

Der bekannteste Fußballverein Zagrebs ist Dinamo Zagreb, der wichtigste Basketballverein KK Cibona. Es gibt auch einen Zagreber Damen-Basketball-Verein und einen Zagreber Veteranen-Basketball-Verein. In Zagreb finden das Tennisturnier Zagreb Open und die internationale Ruderregatta Grand Prix Jarun statt. Im Januar 2005 fand auf dem Zagreber Hausberg und zugleich Naturpark Medvednica das erste Ski alpin-Slalom-Rennen der Damen statt. Es ist das erste Weltcup-Skirennen, das in einer europäischen Hauptstadt stattgefunden hat. Im August 2005 fand auf der Regattastrecke des Jarun-Sees die Weltmeisterschaft im Kanurennsport statt.

Verschiedenes

Partnerstädte

Zagreb unterhält Städtepartnerschaften mit folgenden Städten:
- Mainz (Deutschland), seit 1967
- St. Petersburg (Russland), seit 1968
- Tromsø (Norwegen), seit 1971
- Kyoto (Japan), seit 1972
- Krakau (Polen), seit 1975
- Lissabon (Portugal), seit 1977
- Pittsburgh (USA), seit 1980
- Shanghai (China), seit 1980
- Budapest (Ungarn), seit 1994
- Wien (Österreich), seit 1994
- Sarajevo (Bosnien und Herzegovina), seit 2001
- Ljubljana (Slowenien), seit 2001

Persönlichkeiten

Die folgende Übersicht enthält bedeutende, in Zagreb geborene Persönlichkeiten. Ob die Personen ihren späteren Wirkungskreis in Zagreb hatten oder nicht ist dabei unerheblich. Die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.
- Stanislav Pavao Skalić, (1534-1573), Verfasser der ersten Enzyklopädie; Erfinder des Wortes „Enzyklopädie“.
- Janus Pannonius (Ivan Cesmicki) (1434-1472), Dichter
- Slavoljub Eduard Penkala, Erfinder
- Janica Kostelić, Weltmeisterin in Slalom, schrieb bei den Olympischen Winterspielen 2002 in Salt Lake City Sportgeschichte als sie vier Olympia-Medaillen in acht Tagen gewann (dreimal Gold, einmal Silber).
- Ivica Kostelić, Slalom-Weltmeister 2003 in St. Moritz (gleichzeitig mit seiner Schwester Janica), Slalom-Weltcup-Sieger 2001/02.
- Miroslav Nemec, Schauspieler, Tatort-Hauptkommissar.
- William Feller, (1906-1970), Mathematiker. Feller war der Autor des erfolgreichsten Lehrbuches über Wahrscheinlichkeitstheorie, das jemals geschrieben wurde.
- Mira Furlan, Schauspielerin aus der Science Fiction Serie „Babylon 5“ (Botschafterin Delenn).
- Željko Mavrović, Boxer, Ex-Europameister im Schwergewicht. War zu seiner Zeit der einzige Schwergewichts-Profiboxer mit abgeschlossenem Abitur.
- Zinka Milanov, (1906-1989), Opernsängerin (Sopran). Sie sang hauptsächlich für die Metropolitan Opera in New York, aber auch bei den Salzburger Festspielen und in der Wiener Staatsoper.
- Tatjana Šimić, Schauspielerin. Die schöne Zagreberin wurde vor allem durch ihre Rolle als „Kees“ in der niederländischen Trash-Serie „Familie Flodders“ berühmt.
- Josip Franjo Domin, (1754-1819), Begründer der Elektrotherapie. Domin studierte Physik und Theologie in Wien. In Ungarn wurde er später der Dekan an der Fakultät für Philosophie und der Rektor der Universität von Budapest. Anwendung findet die Elektrotherapie heute unter anderem zur Schmerzbehandlung, bei Durchblutungsstörungen, Erkrankungen des Bewegungsapparates, Lähmungen und Muskelschwäche.
- Miroslav Krleža (1893-1981), Schriftsteller. Krleža gilt als der bedeutendste kroatische Schriftsteller.
- Miroslav Šutej (1936-2005), Pop-Art Künstler
- Zlatko Baloković, (1895-1965), Violinist. Gewann 1913 den Österreichischen Staatspreis.
- Zlatko „Tschik“ Cajkovski, (1923-1998), ehemaliger Trainer des FC Bayern München. Seine Mannschaft gewann 1967 den ersten internationalen Titel der Bayern im Endspiel des Europapokals der Pokalsieger in Nürnberg.
- Bora Ćosić, einer der bedeutendsten serbischen Schriftsteller der Gegenwart. 1992 verließ Ćosić Serbien aus Protest gegen das Milošević-Regime. Im Jahr 2002 wurde er mit dem Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung ausgezeichnet.
- Iva Majoli, Tennisspielerin. Der Höhepunkt ihrer Laufbahn war bisher der Sieg bei den French Open 1997.
- Vlado Kristl (1923-2004), deutsch-kroatischer Filmkünstler.
- István Arató, (1910-1980), Komponist
- Oja Kodar, Bildhauerin, Schriftstellerin, Schauspielerin. Sie war die letzte Lebensgefährtin und eine enge Mitarbeiterin von Orson Welles.
- Miro Gavran, Schriftsteller. Er gewann den "Preis des besten mitteleuropäischen Schriftstellers des Jahres 1999" (Budapest).

Weiteres


- Die durchschnittlichen maximalen Tagestemperaturen liegen bei 27 Grad im Juli und 2 Grad im Januar.
- In Österreich wird manchmal noch die Bezeichnung Agram (anstatt „Zagreb“) verwendet.
- Die im Herzen des amerikanischen Bundesstaates Minnesota gelegene Gemeinde Agram (Morrison County) hat ihren Namen von der kroatischen Hauptstadt (benannt nach dem alten deutschen Namen).
- Zagreb 1 ist der Name einer Bohrinsel der Crosco-Bohrgesellschaft.

Weblinks


- [http://www.mainz.de/WGAPublisher/online/html/default/mkuz-5t3g3m.de.0? mainz.de/...] Kurzinformation auf der Seite der Stadt Mainz (deutsch)
- [http://www.swr.de/kaffee-oder-tee/reise/2000/11/09/print.html swr.de/...] Portrait von Zagreb im SWR (dt.)
- [http://www.fivestars.hr fivestars.hr] Ein Internetportal zur Stadt (engl.)
- [http://www.zg360.com/Panorame/Zrinjevac.html Zagreb in 360 Grad]
- [http://www.euroave.com/maps/00mapx.php?xcity=zagreb Stadtplan]
- [https://e-uprava.gzaop.hr/gup/preglednik.asp Satellitenaufnahmen]
- [http://www.zagreb-info.com/ Zagreb Katalog]
- [http://www.fivestars.hr/photo_gallery/ Zagreb in Bildern]
- [http://www.wien.gv.at/stadtentwicklung/04/01/10/01.htm Die neue urbane Strategie der Stadt Zagreb]
- [http://www.hrt.hr/streams/streams_eng.html Öffentlich-rechtlicher Radio- und Fernsehsender (Sitz in Zagreb)]
- [http://www.unizg.hr Universität Zagreb]
- [http://www.emporis.com/ge/wm/ci/bu/?id=100715 Markante Gebäude]
- [http://www.hr/ZagrebLive/index.en.shtml Live Webcam] Kategorie:Ort in Kroatien Kategorie:Hauptstadt in Europa Zagreb ja:ザグレブ ko:자그레브 simple:Zagreb th:ซาเกร็บ

Slowenien

Slowenien (slowenisch: Slovenija) ist ein Staat in Mitteleuropa und grenzt an Italien, Österreich, Ungarn und Kroatien.

Geographie

Kroatien Trotz seiner geringen Größe verfügt Slowenien über sehr unterschiedliche Landschaftsformen. Im Norden des Landes befinden sich mit den Julischen Alpen, den Karawanken und den Steiner Alpen Hochgebirgszüge. Im Nationalpark Triglav liegt der Triglav (2.864 m), der die höchste Erhebung des Landes ist. In den Julischen Alpen entspringen auch die Soča und die Save, die neben der Drau und der Mur wichtige Flüsse Sloweniens sind. Der Osten ist von einer Tiefebene geprägt, die in die Pannonische Tiefebene übergeht, während sich in der Mitte und im Westen Mittelgebirgszüge des Dinarischen Gebirges befinden. Hier gibt es auch die typischen Karst-Erscheinungen. Im äußersten Südwesten des Landes liegt die 47 km lange Adria-Küste, die den tiefsten Punkt des Landes markiert. Über die Hälfte der Staatsfläche ist mit Wald bedeckt. Im Südwesten des Landes herrscht mediterranes Klima mit warmen Sommern und milden, feuchten Wintern. Winter und Frühjahr bringen an der Küste häufig kalte Fallwinde (Bora). Im Landesinneren ist das Klima kontinentaler geprägt.

Bevölkerung


- Bevölkerung: 83,06 % Slowenen, 1,98 % Serben, 1,81 % Kroaten, 1,1 % bosnische Muslime (Zensus 2002), sowie kleine autochthone Minderheiten von Italienern in Istrien, Ungarn in der östlichen Region Prekmurje und Deutschen um Marburg, in der Gottschee und in Laibach.
- Städte: Ljubljana (Laibach, 300.000 Einwohner), Maribor (Marburg, 110.000), Celje (Cilli, 41.000), Kranj (Krainburg, 37.000), Velenje (Wöllan, 26.500), Koper (Capodistria, 25.000), Novo Mesto (Rudolfswert, 23.000) und Ptuj (Pettau, 23.000)

Religionen und Konfessionen

Laut dem Zensus von 2002 bekennen sich 57,8 % der Slowenen zur Römisch-Katholischen Kirche, 2,4 % sind Muslime, 2,3 % orthodox, 0,9 % Protestanten. Als "Gläubige, ohne Zugehörigkeit zu einer Konfession" bezeichnen sich 3,5 % der Slowenen. Als Atheisten sehen sich 10,1 %. Bei 22,8 % der Slowenen kann keine Aussage über ihre Religionszugehörigkeit getroffen werden, da entweder die Frage im Zensus nicht beantwortet wurde oder andere Gründe eine Zuordnung unmöglich machen.

Geschichte

Hauptartikel: Geschichte Sloweniens Man nimmt an, dass die slawischen Vorfahren der Slowenen sich im 6. Jahrhundert ins Gebiet vom heutigen Slowenien begaben und dort niederließen. Im 7. Jahrhundert entstand das slawische Fürstentum Karantanien (Karantanija), der erste slowenische Staat, der zum Einen slawischer Herkunft war, und zum Anderen eine bemerkenswerte Stabilität aufwies. Im Verlauf der nächsten zwei Jahrhunderte fiel Karantanien zunächst unter bayerische, dann fränkische Vorherrschaft. In der Mitte des 10. Jahrhunderts war durch den Sieg des Königs und späteren Kaisers Otto I. in der Schlacht auf dem Lechfeld (bei Augsburg) der Weg frei für die Ostkolonisation des Heiligen Römischen Reiches. Die zuvor das Gebiet um das heutige Slowenien, Süddeutschland und Italien unsicher machendenden Ungarn ließen sich daraufhin in der Pannonischen Tiefebene nieder; dadurch wurden die Siedlungsgebiete der Südslawen von denen der Westslawen und der Ostslawen getrennt. Karantanien wurde in das Herzogtum Bayern eingegliedert, und ab 976 zum Herzogtum Kärnten des Heiligen Römischen Reiches, das in den folgenden Jahrhunderten in die Herzogtümer Kärnten (Koroška), Steiermark (Štajerska) und Krain (Kranjska) aufgespalten wurde. Im Zuge des Aufstiegs der Habsburger Mitte des 13. Jahrhunderts wurden große Gebiete Sloweniens habsburgisch. Eine Ausnahme bildete die Grafschaft der Sanegg in Cilli (Celje), die sich durch geschickte Heiratspolitik bis zum Aussterben der Dynastie 1456 gegen die habsburgische Hegemonie behaupten konnte. Danach stand Slowenien bis zum Ende des Ersten Weltkriegs - mit einer kurzen Unterbrechung während der Napoleonischen Kriege - unter habsburgischer Herrschaft. Das schon im 19. Jahrhundert zunehmend aufflammende Nationalbewusstsein führte 1918 dann zur Proklamation des Königreichs der Serben, Kroaten und Slowenen; Italien besetzte daraufhin die slowenische Küstenregion, die das Königreich dann im Vertrag von Rapallo 1920 offiziell abtreten musste. 1929 wurde das Land nach einem Staatsstreich des Königs in Königreich Jugoslawien umbenannt. Dadurch verstärkte sich die schon vorher zunehmende Dominanz der Serben im Königreich, zudem litten die Slowenen unter dem Verlust ihrer Küstenregion. Zunehmend innenpolitisch zerrüttet, bewahrte sich das Land aber seine Neutralität. Am 25. März 1941 wurde der bis dahin die Regierungsgeschäfte führende Prinz Paul (seit 1934 war der minderjährige Peter II. Staatsoberhaupt, Prinz Paul war sein Onkel) von den Achsenmächten zum Mitpaktieren gezwungen. Die Militärführung putschte aber bereits zwei Tage später und setzte Kronprinz Peter II. als Machthaber ein. Die Achsenmächte betrachteten diese Vorgänge an ihrer südöstlichen Flanke als Gefahrenquelle und besetzten im April 1941 das gesamte Jugoslawien. Slowenien wurde danach unter Italien, Ungarn und Deutschland aufgeteilt. Zahlreiche Partisanenverbände formierten sich unter der königstreuen und ab der Kriegserklärung Hitlers an Stalin auch unter den kommunistischen Oppositionellen (unter der Führung Titos). Am Ende des zweiten Weltkrieges wurde nahzu die gesamte deutschsprachige Minderheit vertrieben. Hierbei kam es im Gebiet um Maribor (Marburg an der Drau) und in den Schluchten des Hornwaldes zu Massenmorden. Nach dem zweiten Weltkrieg wurde am 29. November 1945 die Demokratische Föderative Volksrepublik Jugoslawien gegründet, ab 1963 nannte sie sich Sozialistische Föderative Republik Jugoslawien (SFRJ). Die wachsende Unzufriedenheit mit der Belgrader Führung während der 1980er Jahre mündete in die Unabhängigkeitserklärung Sloweniens am 25. Juni 1991. Der darauffolgende Einmarsch jugoslawischer Truppen konnte im sogenannten 10-Tage-Krieg durch die territoriale Abwehr erfolgreich abgewehrt werden, was die Verabschiedung einer demokratischen Verfassung nach europäischem Vorbild am 23. Dezember 1991 ermöglichte. Schon binnen Monatsfrist wurde der neue Staat von allen Mitgliedern der EG anerkannt. Die relativ homogene Bevölkerung und die durch die nur kurzen und wenigen Kriegshandlungen geringen Zerstörungen ermöglichten eine schnelle Stabilisierung und demokratische Entwicklung des Staats. Dies wurde mit dem Beginn der Beitrittsverhandlungen zur EU im November 1998 honoriert und mit dem Beitritt Sloweniens am 1. Mai 2004 zur Europäischen Union besiegelt.

Politik

Staatsoberhaupt der Republik Slowenien ist der Präsident, der alle fünf Jahre direkt von der Bevölkerung gewählt wird. Als Teil der exekutiven Gewalt wird er vom Ministerpräsidenten und dem Ministerrat unterstützt, die beide vom Parlament gewählt werden. Das slowenische Parlament besteht aus zwei Kammern: Die Nationalversammlung (Državni zbor) und dem Nationalrat (Državni svet). Die Nationalversammlung setzt sich aus 90 Abgeordneten zusammen (je einer aus autochthonen Minderheiten von Italienern in Istrien, und Ungarn in der östlichen Region Prekmurje), die jeweils zum Teil durch direkte Wahl beziehungsweise durch Proportionalwahlrecht bestimmt werden. In den Nationalrat werden 40 Abgeordnete aus sozialen, wirtschaftlichen und regionalen Interessensgruppen entsandt. Die Parlamentswahlen finden alle vier Jahre statt. Im Zuge der NATO-Osterweiterung wurde Slowenien am 29. März 2004 Mitglied der NATO. Seit 1. Mai 2004 ist es Mitglied der Europäischen Union.

Verwaltungsgliederung

Slowenien ist in 193 Gemeinden (slowenisch občine, Sg. občina), darunter elf Stadtgemeinden, gegliedert. Allerdings wird über die Schaffung von Regionen nachgedacht. Die elf Stadtgemeinden sind: Siehe auch:
- Liste der Gemeinden in Slowenien
- Liste deutscher Bezeichnungen slowenischer Orte
- Verwaltungsgliederung in Slowenien Zudem ist auch eine Gliederung in 8 historische Landschaften (vor 1918 Kronländern) gebräuchlich:

Infrastruktur

Slowenien besitzt eine ausgezeichnet entwickelte Infrastruktur mit einem modernen Autobahnnetz. Der internationale Flughafen der Hauptstadt heißt Brnik und liegt in der Nähe der Hauptstadt. Es gibt noch zwei kleinere internationale Flughäfen, und zwar Maribor und Portorož. Entlang der Save verläuft die Eisenbahn von Deutschland und Österreich auf den Balkan. Eine weitere wichtige Eisenbahnverbindung verläuft von Italien nach Ungarn.

Wirtschaft

Ein wichtiger Wirtschaftszweig Sloweniens ist der Tourismus, der sich vor allem auf die Alpen, Ljubljana, die Adria und andere Sehenswürdigkeiten wie die Höhlen von Postojna konzentriert. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) betrug im Jahr 2002 21,905 Mrd. €, das bedeutet pro Kopf 11.709 €. Die Auslandsverschuldung belief sich 2002 auf 3968 Millionen Euro. Das reale Wachstum betrug 2002 3,2 % (2001: 3,0 %). Die Inflationsrate ist immer noch relativ hoch und betrug im Jahr 2002 7,5 % (2001: 8,4 %). Die Arbeitslosenquote konnte von 2001 auf 2002 von 6,4 % auf 6,0 % reduziert werden. Momentan (2005) hat Slowenien eine Inflation von 2,0 % und ein geschätztes Wirtschaftswachstum von 3,7 %. Slowenien gehört innerhalb der EU zu den Nettoempfängern. Karte Sloweniens

Kultur

Schriftsteller


- France Prešeren (1800-1849)
- Fran Saleški Finžgar (1871-1962)
- Fran Ksaver Meško (1874-1964)
- Ivan Cankar (1876-1918)
- Oton Župančič (1878-1949)
- France Bevk (1890-1970)
- Juš Kozak (1892-1964)
- Prežihov Voranc (1893-1950)
- Edvard Kocbek (1904-1981)
- Alojz Rebula (
- 1924)
- Drago Jančar
- Boris Pahor
- Ales Debeljak
- Kajetan Kovič -
- Žarko Petan

Feiertage

Literatur


- Steven W. Sowards: Moderne Geschichte des Balkans. Der Balkan im Zeitalter des Nationalismus, BoD 2004, ISBN 3-8334-0977-0

Weblinks


- [http://www.sigov.si Offizielle Seite der Republik Slowenien]
- [http://www.stat.si Statistični urad Republike Slovenije - Statistisches Amt der Republik Slowenien]
- [http://www.monde-diplomatique.de/pm/2002/12/13.mondeText.artikel,a0033.idx,9 Einige Zahlen zu Slowenien aus dem Jahr 2002 (Le monde diplomatique)]
- [http://www.destatis.de/download/d/veroe/laenderprofile/lp_slowenien.pdf Länderprofil Slowenien des Statistischen Bundesamts]
Kategorie:Staat Kategorie:Land in der EU als:Slowenien fiu-vro:Sloveeniä ja:スロベニア ko:슬로베니아 ms:Slovenia th:ประเทศสโลวีเนีย zh-min-nan:Slovenia

Windischgrätz (Ort)

Slovenj Gradec (deutsch: Windischgrätz; frei übersetzt slowenisches Graz) ist eine Kleinstadt im Nordosten Sloweniens, wenige Kilometer von der österreichischen Grenze entfernt. Sie liegt rund 45 km westlich der Stadt Maribor (Marburg an der Drau) und rund 65 km nordöstlich der Landeshauptstadt Ljubljana (Laibach) und hat rund 16.500 Einwohner. Zudem bildet das Umland von Slovenj Gradec unter dem gleichen Namen eine der 193 Gemeinden (siehe Grafik), die das Land gliedern. Die Stadt war bis 1918 eine deutsche Sprachinsel in der slowenischsprachigen Umgebung. 1880 (Volkszählung): 742 Deutsch- (75%) und 238 Slowenischsprachige (25%). Nach der jugoslawischen Machtübernehme 1918 wurde der Großteil der Deutschen nach Österreich vertrieben, 1945 auch der verbliebene Rest. Am 13. März 1860 kam hier der berühmte Tondichter Hugo Wolf († 22. Februar 1903 in Wien) zur Welt. Im Geburtshaus, welches u.a. auch für Konzerte und Kurse genutzt wird, befindet sich heute die Musikschule. An bedeutenden Bauwerken sind neben dem Geburtshaus von Hugo Wolf, die Pfarrkirche am Hauptplatz sowie nebenan die gotische Kapelle mit bedeutenden Fresken aus der Mitte des 15. Jahrhunderts zu nennen. 5 km östlich von Slovenj Gradec befindet sich in Legen eine Georgskirche. Bei archäologische Ausgrabungen im Jahre 2003 kamen die Mauerreste des ältesten Kirchenbaus aus karolingischer Zeit im Gebiet von ganz Karinthien zum Vorschein.

Weblinks


- [http://www.slovenj-gradec.si/ Homepage der Stadt] Kategorie:Ort in Slowenien

Humoras

humoras [angl. humour < lot. humor - drėgmė, skystis; vienas iš keturių organizmo skysčių, kurį sen. medicina laikė lemiančiu žmogaus temperamentą] 1. sugebėjimas pastebėti juokingus, keistus tikrovės reiškinius; linksmumas, polinkis juokauti; 2. estetikoje - viena komiškumo rūšių (greta satyros) - pakantus, nepiktas gyvenimo keistenybių, juokingų situacijų, žmonių ydų pašiepimas, susijęs su optimistiniu ir kontempliaciniu požiūriu į tikrovę.

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