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Gradierung

Gradierung

Unter Gradierung versteht man in der Geologie eine sortierte Größenverteilung von Gesteinsfragmenten. Man unterscheidet zwischen normaler und inverser Gradierung.

Normale Gradierung

Bei normaler Gradierung liegen größere Teilchen unten, gefolgt von leichteren, und ganz oben die leichtesten. Dies ist die normale Korngrößenverteilung, bei der eine Schweretrennung im natürlichen Sinn vorliegt. Kleine Fragmente sind leichter als große, somit sinken die großen schneller ab.

Inverse Gradierung

Bei Inverser Gradierung liegen kleine Teilchen (Liegendes) unten, gefolgt von größeren, oben die größten (Hangendes). Inverse Gradierung entsteht beispielsweise bei # Bimsen, die bei einer Eruption aus einem Vulkan geschleudert wurden. Da Bims ein aufgeschäumtes, glasiges Gestein ist, besitzen größere Bimslapilli eine geringere Dichte als kleine. Somit lagern sich erst die kleinen Lapilli ab, dann die großen. # bei Zunahme der Strömungsenergie während der Ablagerung. # an der Basis von proximalen Turbiditen (Bouma-Sequenz nach Bouma (1962)). Kategorie:Geologie

Geologie

Die Geologie (von griechisch γη, ge „Erde“ und λογος, logos „Wort“) ist die Wissenschaft vom Aufbau, von der Zusammensetzung und Struktur der Erde, ihren physikalischen Eigenschaften und ihrer Entwicklungsgeschichte, sowie der Prozesse, die sie formten und auch heute noch formen. Die Bezeichnung Geologie im heutigen Sinn findet man zuerst 1778 bei Jean-André de Luc (1727–1817). Horace-Bénédict de Saussure (1740–1799) führte Geologie im Jahr 1779 als feststehenden Begriff ein. Davor war der Begriff Geognosie gebräuchlich. Geognosie Das Material, mit dem sich Geologen hauptsächlich beschäftigen, sind Gesteine. Im Gelände, oder unter Tage, gliedert der Geologe die aufgeschlossenen (offen zugänglichen) Gesteine, an Hand von äußeren Merkmalen, in definierte Einheiten. Diese Kartiereinheiten müssen sich bei dem gewählten Maßstab auf einer geologischen Karte, oder in einem geologischen Profil, darstellen lassen. Durch Extrapolation kann er so vorhersagen, wie die Gesteine im Untergrund gelagert sind. Die genauere Untersuchung der Gesteine (Petrografie, Petrologie) findet aber meist im Labor statt. Mit den einzelnen, z.T. mikroskopisch kleinen, Bestandteilen der Gesteine, den Mineralen, befasst sich die Mineralogie. Mit dem Fossilinhalt, die Paläontologie. Die Geologie hat vielfältige Berührungspunkte mit anderen Naturwissenschaften, die als Geowissenschaften zusammen gefasst werden. Selbst die Mathematik hat einen speziellen Zweig, die Geostatistik, hervorgebracht, der besonders im Bergbau Verwendung findet. Aber auch in anderen Feldern der Geowissenschaften werden oft statistische Methoden angewandt. Im Grenzgebiet zur Astronomie bewegt sich die Planetengeologie, die sich seit Beginn der Erforschung unseres Sonnensystems mit Sonden und Satelliten, mit fremden Himmelskörpern zu beschäftigen beginnt.

Geschichte der Geologie

Siehe Geschichte der Geologie.

Allgemeine Geologie

Die allgemeine Geologie befasst sich mit den Kräften, die auf den Erdkörper einwirken und zur Gesteinsbildung beitragen. Jedes Gestein kann an Hand seiner spezifischen Ausbildung (Gefüge, Struktur) einer der drei großen Gesteinsfamilien zugeordnet werden: Sedimentite, Magmatite und Metamorphite. Jedes Gestein kann durch geologische Vorgänge in ein Gestein der jeweils anderen beiden Familien umgewandelt werden, (siehe dazu: Kreislauf der Gesteine). Die Prozesse, die an der Erdoberfläche wirken, werden als exogen, die im Erdinneren als endogen bezeichnet. Die exogene Dynamik führt zur Bildung von Sedimentgesteinen. Dies geschieht durch
- physikalische Erosion anderer Gesteine durch Wind, Wasser oder Eis, und Massenbewegungen großer Gesteinsmengen unter dem Einfluss der Schwerkraft,
- chemische Verwitterung,
- physikalische Ablagerung des zerkleinerten Materials (Detritus), z.B. als Sand,
- chemische Ausfällung von Evaporiten (wie z.B. anorganische Kalke, Gips, Salz) und
- biogene Bildung von Sedimenten (wie die meisten Kalksteine oder Diatomit).
- Ein eigenes, komplexes Gebiet exogener Prozesse behandelt die Bodenkunde. Die endogene Dynamik führt zur Bildung von Metamorphiten und Magmatiten. Sie beginnt mit der
- Erhöhung des Drucks, unter der andauernden Ablagerung von weiteren Sedimenten auf die unterlagernden Schichten. Durch Entwässerung, Kompaktion und Verfestigung (Diagenese) wird aus den Lockersedimenten festes Gestein, wie z.B. Sandstein.
- Die Verformung von Gesteinen und die Rekristallisierung von Mineralen unter zunehmend höheren Temperaturen und Drücken wird als Metamorphose bezeichnet. Dabei bleibt das Gestein aber zunächst noch in festem Zustand. Aus magmatischen Gesteinen und grobkörnigen Sedimenten entstehen dabei oft Gneise, aus feinen Sedimenten Schiefer.
- Schließlich kann es aber doch zur Aufschmelzung der Gesteine kommen (Anatexis). Glutflüssige Magmen steigen dann wieder aus dem Erdmantel auf.
- Wenn die Magmen in der Erdkruste stecken bleiben und erkalten, bilden sich Plutonite, z.B. aus Granit, wenn sie die Erdoberfläche erreichen, kommt es zur Bildung von Vulkaniten wie Lava oder vulkanische Asche. Die Bewegungen, die die Oberflächengesteine in die Tiefe verfrachten, verformen und falten, aber gleichzeitig die Tiefengesteine wieder an die Oberfläche bringen, sowie die Spuren, die diese Kräfte in den Gesteinen hinterlassen, wie Faltung, Scherung und Schieferung, werden von der Tektonik und der Strukturgeologie untersucht.

Historische Geologie

Die historische Geologie erforscht die Geschichte der Erde im Allgemeinen und die Entwicklungsgeschichte (Evolution) der Lebewesen im Besonderen. Um aus der heutigen Situation Rückschlüsse auf die Vergangenheit ziehen zu können, bedienen sich die Geologen des Prinzips des Aktualismus. Dieses lässt sich in einem Satz zusammenfassen: Der Schlüssel zur Vergangenheit ist die Gegenwart. Auf die geologische Wirklichkeit angewandt: Findet ein Geologe alte Gesteine, die z.B. fast identisch mit ausgeflossenen Laven eines heute aktiven Vulkans sind, dann geht er davon aus, dass es sich bei dem gefundenen Gestein ebenfalls um vulkanisches Material handelt. Allerdings lässt sich der Aktualismus nicht auf alle Gesteine anwenden. Z.B lässt sich die Bildung von Eisenerzlagerstätten (BIF—„Banded Iron Formations“) heute nicht mehr beobachten, da sich die chemischen Bedingungen auf der Erde derart geändert haben, dass die Entstehung solcher Gesteine nicht mehr stattfindet. Andere Gesteine bilden sich eventuell in solchen Tiefen, dass ihre Bildung außerhalb des Zugriffs des Menschen liegt. Um die Entstehung solcher Gesteine zu verstehen, greifen die Geowissenschaftler auf Laborexperimente zurück. Geologen unterscheiden sich von anderen Naturwissenschaftlern in ihrer Haltung gegenüber der Zeit. Physiker und Chemiker beobachten Vorgänge, die oftmals nur Bruchteile von Sekunden andauern: eine rasch ablaufende chemische Reaktion wie eine Explosion oder radioaktiver Zerfall von Atomkernen. Die Bildung eines Gebirges, oder die Ablagerung mächtiger Sedimentschichten, kann aber mehrere Dutzend Millionen Jahre dauern. Um sich in diesen riesigen Zeiträumen zurechtzufinden, wurde die geologische Zeitskala entwickelt. (siehe auch geologische Zeitskala (Tabelle)) Als Instrument zur Entwicklung einer geologischen Zeittafel oder -skala benutzen Geologen die Stratigraphie. Die Grundlage der Stratigraphie bildet ein einfaches Prinzip: die Lagerungsregel. Eine Schicht im Hangenden ('oben') wurde später abgelagert, als die Schicht im Liegenden ('unten'). Allerdings sollte beachtet werden, dass ursprünglich horizontal abgelagerte Schichten durch spätere tektonische Bewegungen verstellt oder sogar überkippt sein können. In diesem Fall ist man auf die Existenz von eindeutigen Oben-Unten-Kriterien angewiesen, um die ursprüngliche Lagerung zu bestimmen. Weiterhin gilt, dass Schichten, die solche verstellten Gesteine mit einer Diskordanz, dh. schiefwinklig zur Schichtung, überlagern, ebenfalls jünger sind als letztere. Dasselbe gilt aber auch für magmatische Gänge und Intrusionen aus der Tiefe, die die Schichten von unten durchschlagen. Bei der Erstellung eines stratigraphischen Profils werden besonders Erkenntnisse der Paläontologie angewandt. Wenn die Reste eines bestimmten Lebewesens (Fossil) nur in ganz bestimmten Schichten auftreten, gleichzeitig aber eine weite, überregionale Verbreitung haben, und möglichst unabhängig von örtlichen Variationen der Ablagerungsbedingungen (Fazies) sind, dann spricht man von einem Leitfossil. Alle Schichten, in denen sich diese Leitfossilien finden, haben somit das selbe Alter. Nur wenn keine Fossilien vorhanden sind muss man Zuflucht zur Lithostratigraphie nehmen. Dann kann die Zeitgleichheit bestimmter Schichten nur bei seitlicher Verzahnung nachgewiesen werden. Um tektonische Abläufe zu rekonstruieren, untersucht der Geologe den Versatz und die Verformung der Gesteine durch Klüftung, Schieferung, Störung und Faltung. Auch hier sind diejenigen Strukturen die jüngsten, die die anderen durchschlagen, aber selbst nicht versetzt sind. Die Kunst ist hier Verwickeltes einfach, Ruhendes bewegt zu sehen. (Hans Cloos) Ein prinzipielles Problem ist die Tatsache, dass man mit obigen Methoden nur eine relative Zeitskala (Geochronologie), ein Vorher-Nachher der verschiedenen Gesteinsbildungen, aber keine absoluten Datierungen erhält. Zwar hatte man schon früh versucht die Sedimentationsraten bestimmter Gesteine zu schätzen, aber leider steckt die meiste Zeit ja nicht in den Schichten selbst, die sich in relativ kurzer Zeit gebildet haben können, sondern v.a. in den Lücken zwischen den Schichten und in den Diskordanzen zwischen verschiedenen Schichtpaketen. Deshalb reichte die absolute Zeitskala, die mit Hilfe von Jahresringen in Bäumen (Dendrochronologie, oder durch Auszählung der Warven-Schichtung in Ablagerungen der letzten Eiszeit gewonnen wurden, nur wenige tausend Jahre zurück. Erst mit der Entdeckung der natürlichen Radioaktivität fanden sich zuverlässige Methoden für die absolute Datierung, auch von ältesten Gesteinen. Siehe auch: Rubidium-Strontium-Methode, Kalium-Argon-Methode, Radiokarbon-Methode.

Angewandte Geologie

Die angewandte Geologie gliedert sich in eine Vielzahl unterschiedlichster Felder, die sich sowohl unter einander als auch mit anderen Wissenschaften verzahnen. Der Nutzen besteht nicht nur in der effizienten Ausbeutung der natürlichen Ressourcen der Erde, sondern auch in der Vermeidung von Umweltschäden und der Frühwarnung vor Naturkatastrophen, wie Erdbeben, Vulkanausbrüchen und Tsunamis. Siehe: Geowissenschaften Einige wichtige Teilgebiete der angewandten Geologie sind beispielsweise:
- Hydrogeologie
- Ingenieurgeologie
- Lagerstättenkunde Es besteht eine enge Verzahnung angewandter geologischer Gebiete mit anderen Disziplinen, wie z.B. Bauingenieurwesen, Bergbau- und Hüttenwesen, Materialkunde oder Umweltschutz.

Liste bedeutender Geologen


- Georgius Agricola (1494 - 1555)
- Friedrich August von Alberti (1795 - 1878)
- Leopold von Buch (1774 - 1853)
- Johann Georg von Charpentier (1786 - 1855)
- Hans Cloos (1885 - 1951)
- Alcide Dessalines d'Orbigny (1802 - 1857)
- James Dwight Dana (1813 - 1895)
- Bartholomäus Eberl (1883-1960)
- Rudolf Falb (1838-1903)
- Karl von Fritsch (1838 - 1906)
- Gerard Freiherr von de Geer (1858 - 1943)
- James Hutton (1726 - 1797)
- Charles Lyell (1797 - 1875)
- Albrecht Penck (1858 - 1945)
- Karl von Raumer (1783 - 1865)
- William Smith (1769 - 1839)
- Hans Stille (1876 - 1951)
- Eduard Suess (1831 - 1914)
- Otto Martin Torell (1828 - 1900)
- Alfred Wegener (1880 - 1930)
- Abraham Gottlob Werner (1749 - 1817)

Siehe auch


- Geowissenschaften
- Geschichte der Geologie
- Liste geologischer Begriffe
- Wollaston-Medaille
- Geological Society of London

Literatur


- Frank Press und Raymond Siever (3. Aufl. 2003): Allgemeine Geologie, Spektrum Akademischer Verlag, ISBN 3-8274-0307-3 (Originalausgabe: Understanding Earth, W.H.Freeman & Co. New York)
- Heinrich Bahlburg, Christoph Breitkreuz: Grundlagen der Geologie., 2. Aufl. 2003. Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg, ISBN 3-8274-1394-X
- Georg Agricola: Vom Berg- und Hüttenwesen, Dünndruckausgabe im dtv, ISBN 3-423-06086-7.
- Helmut Hölder (1989): Kurze Geschichte der Geologie und Paläontologie, Springer-Verlag, ISBN 3-540-50659-4
- Hans Murawski und Wilhelm Meyer (11. Aufl. 2004): Geologisches Wörterbuch, Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg, ISBN 3-8274-1445-8
- Steven M. Stanley: Historische Geologie, Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg, ISBN 3-86025-009-4. (Originalausgabe: Earth and Life through Time, W. H. Freeman, New York)
- Alan Cutler: Die Muschel auf dem Berg, Knaus, ISBN 3813501884

Weblinks


- [http://www.chgeol.org CHGEOL - Schweizer Geologen Verband]
- [http://www.geoforum.ch GEOforumCH - Die Platform für Geowissenschaften der Akademie der Naturwissenschaften Schweiz]
- [http://www.erlebnis-geologie.ch Erlebnis Geologie]
- [http://www.g-o.de g-o.de – Internetmagazin für Geo- und Naturwissenschaften]
- [http://www.geologieinfo.de/geolexikon/ Geo-Glossar - Wörterbuch für Begriffe aus der Geologie, Mineralogie, Paläontologie...]
- [http://www.vulkanweg.de/geo-lexikon_a.html Geo-Lexikon]
- [http://www.geosciences-forum.com/ Geosciences-Forum: Geologie]
- http://themenpark-umwelt.baden-wuerttemberg.de
- [http://www.geodienst.de/geschichte.htm Personen und Daten zur Geschichte der Geologie und Paläontologie]
- [http://www.eldey.de/Geologie/geologie.html Texte zur allgemeinen Geologie und regionalen Geologie Islands]
- [http://elm-asse-kultur.de/html/geologie.html Zur Geologie des norddeutschen Raums] Kategorie:Naturwissenschaft ! ja:地質学 ko:지질학 nb:Geologi th:ธรณีวิทยา

Fragment

Fragment (v. lat.: frangere brechen) bezeichnet
- das Bruchstück eines ehemals Ganzen; zahlreiche künstlerische Werke zum Beispiel des Altertums liegen nur fragmentarisch vor, da sie nur unvollständig überliefert wurden.
- etwas Unvollendetes, insbesondere ein nicht abgeschlossenes Kunstwerk (zum Beispiel Woyzeck von Georg Büchner)
- in der 3D-Computergrafik ein "potenzielles Pixel". Es kann außer Farbinformationen auch die Tiefe (Z-Wert), Beleuchtungsinformationen, etc. beinhalten, die zum Beispiel bei der Rasterisierung von 3D-Primitiven entstehen. Die Pixelfarbe wird schliesslich aus einem, oder normalerweise sogar auch aus mehreren Fragmenten berechnet. Dabei können auch einige wieder verworfen werden (zum Beispiel aufgrund von Verdeckung, die sich aus dem Tiefenwert des Fragmentes ergibt)
- als literarische Gattung ein bewusst unabgeschlossener Gedankenentwurf, siehe: Frühromantik, Athenäum Fragmentbezeichner ist eine Computertechnologie zur Adressierung von Dokumenten. Siehe auch: Torso

Hangendes

In der Geologie wird unter Hangendem die Gesteinsabfolge verstanden, die topographisch über einem bestimmten Horizont liegt. Das Hangende muss nicht notwendigerweise jünger als der Bezugshorizont sein. Der Begriff stammt aus der Bergmannssprache und bezieht sich auf das über einem Flöz oder einem Gang folgende Gestein. Die Schicht im unmittelbaren Kontakt zum Bezugshorizont heißt "First" bzw. "Dach". Siehe auch: Liegendes Kategorie:Bergbau Kategorie:Geologie

Vulkanausbruch

Die bekannteste Form des Vulkanismus ist der Vulkanausbruch. Hierbei werden die im Magma gelösten Gase freigesetzt und dringen in röhrenförmigen Schloten oder in Spalten durch die Lithosphäre, wobei sie flüssige und feste Magmabestandteile und Ganggesteinsbrocken mitreißen. Gefährlich sind besonders explosive Ausbrüche, die durch Überhitzung von Grund- und oder Meerwässern über der Magmenkammer des Vulkans ausgelöst werden. Sie können schlagartig kubikkilometergrosse Gesteinsmassen in die Luft sprengen. Oft entsteht dabei ein charakteristisch geformter weiter Krater, die Caldera. Wird die Caldera geflutet, bildet sich ein Kratersee. Der berühmte Ausbruch des Krakatau 1883, Indonesien war ein solcher explosiver Ausbruch. Die Reste der Caldera liegen heute als Inselring um eine Kraterlagune angeordnet im Meer. Solche Ausbrüche rufen auch Flutwellen, Tsunamis, hervor, die auf tausende von Kilometern wirken. Gefährlich sind auch pyroklastische Ausbrüche, bei denen sich heiße Glut- und Aschewolken mit großer Geschwindigkeit lawinenartig hangabwärts bewegen und dabei alles mitreissen und unter sich begraben. Die berüchtigten Ausbrüche des Vesuv im Jahr 79 und des Mt. Pelée 1902 fallen unter diese Kategorie. Jeweils Tausende von Menschen wurden in kürzester Zeit von pyroklastischen Strömen überrascht und getötet. Ebenso gefährlich sind Lahare, die im schlimmsten Fall über viele Kilometer einen bis zu 5 m hohen Schlammstrom bilden, der sich mit einer Geschwindigkeit bis zu 100 km/h fortwälzen kann.

Vulkanausbrüche in der Geschichte


- Montserrat, 1997, am 25. Juni zerstören Glutlawinen mehrere Ortschaften, 10 Menschen sterben und 20 werden vermisst. In den folgenden Wochen werden die Hauptstadt Plymouth und der Flughafen durch Glut- und Schlammlawinen zerstört. Zwei Drittel der Insel werden unbewohnbar.
- Pinatubo, 1991, heftigster Ausbruch im 20. Jahrhundert, 1.000 Tote
- Nevado del Ruiz 1985, Kolumbien, 13. November - Eine Schlammlawine (Lahar) tötet mehr als 25.000 Einwohner der 70 km entfernt liegenden Stadt Armero. Ähnliche Ausbrüche fanden 1845 und 1595 statt.
- Mt. St. Helens, 1980, 18. Mai - Der als erloschen geltende Berg brach urplötzlich wieder aus, mitten in einem Naturschutzgebiet. Durch die gewaltige Explosion wird die gesamte Spitze des Berges abgesprengt - in einer Umgebung von 400 Quadratkilometern wird praktisch die gesamte Flora und Faune zerstört. Man schätzt das der Vulkan mit der 500facher Kraft einer Atombombe gewütet hat. 24 Menschen sterben bei dem Ausbruch, 58 bleiben für immer vermisst.
- Noragongo, 1977, Zaire, 10. Januar - Der als ungefährlich geltende Noragongo bricht nach mehreren Jahrzehnten der Ruhe überraschend aus und tötet 2.000 Menschen.
- Kirkjufell, 1973, 23. Februar - Auf der isländischen Insel Heimaey entsteht von einem Tag auf dem andern ein neuer Vulkan der unter der Eisdecke hervorbricht. Die Menschen können sich retten, doch die Stadt nahe dem Berg wird komplett zerstört.
- Surtsey, 1963, 14. November - Ein Vulkan entsteht aus dem Meer, nach wenigen Tagen hatte er eine Länge von 600 Metern und eine Höhe von 60 Metern erreicht. Lava floss aus dem Krater und erlosch - bis die neue Insel entstanden war, die 1,4 Quadratkilometer groß war.
- Gunung Agung, 1963, Bali, 17. März - Bei diesem Ausbruch sterben 1.900 Menschen, es gibt 2.500 Verletzte zu beklagen. Zwar ist der Berg bald darauf erloschen, doch einige Regionen sind noch nach Wochen so erhitzt, dass man sie nicht betreten kann.
- Ätna, 1928, 2. November - Der Ausbruch ist der stärkste des Vulkanes seit 1669. Doch man erkennt die Gefahr rechtzeitig und die Menschen können evakuiert werden.
- Kelud auf Java, 1919, das Wasser des Kratersees bildet Lahars, 65.000 Tote.
- Mt. Pelée auf der Insel Martinique, 1902, 8. Mai, 28.000 Tote, die Stadt Saint-Pierre wird zerstört
- Krakatau, 1883, 26./27. Aug., zwei Drittel der Vulkaninsel werden gesprengt, offiziell 36.417 Tote. Es ist einer der katastrophalsten Vulkanausbrüche in der Geschichte, die atmosphärischen Schockwellen der Explosion wurden weltweit registriert.
- Tambora auf Sumbawa (Indonesien), 1815, 5. April - 15. Juli 1816, 12.000 Tote, weitere 50.000 bis 80.000 sterben durch die folgenden Erdbeben und Flutwellen sowie den Ascheregen auf Lambok, größter neuzeitlicher historischer Vulkanausbruch. Durch den Eintrag großer Aschemengen in die Atmosphäre wird die Sonnenstrahlung so geschwächt, daß das Jahr 1816 als Jahr ohne Sommer in Nordamerika und Teilen Europas in die Geschichte eingeht.
- Ätna, 1669, 8. März - 16. Mai, die Stadt Malpasso und sechs Ortschaften werden zerstört, die Stadt Catania beschädigt
- Vesuv, 1631, 16./17. Dezember, ca. 3.000-4.000 Tote, etwa 80 Ortschaften werden beschädigt
- Ätna, 1169, etwa 15.000 Tote
- Vesuv, 79 n. Chr., 24. August, Zerstörung der Städte Pompeji u. Herculaneum, mind. 2.000 Tote (inkl. Plinius der Ältere).
- Santorin, 1628 v. Chr., Anzahl der Todesopfer unbekannt, Bewohner konnten rechtzeitig die Insel verlassen; mittelbar (Aschregen, evtl. Flutwelle) möglicherweise starke Auswirkungen auf weite Teile des Ägäisraums.
- Toba auf Sumatra, ca. 74.000 v. Chr., 3.000 Kubikkilometer Material werden in die Luft geschleudert, die Erdtemperatur wird im vulkanischen Winter um 5 Grad gesenkt, Homo sapiens stirbt fast aus.
- Yellowstone-Supervulkan, vor ca. 2 Millionen, 1,3 Millionen und 630.000 Jahren fanden hier große Ausbrüche statt. Forscher befürchten bei einem erneuten Ausbruch (der in geologisch naher Zeit erwartet wird) eine globale Klimakatastrophe.
- Fish-Canyon-Tuff-Ereignis in Colorado, vor ca. 27,8 Mio. Jahre, womöglich größter Vulkanausbruch der Erdgeschichte, Vulkan wirft 5.000 Kubikkilometer Lava aus

Siehe auch


- Volcanic Explosivity Index
- Effusion
- Ejektion Kategorie:Naturkatastrophe Kategorie:Katastrophenliste Kategorie:Vulkanismus

Turbidit

Turbidit ist ein Begriff aus der Geologie. Er ist das Ergebnis eines Trübestroms. Ablagerungen über untermeerischen Steilhängen, beispielsweise Kontinentalabhängen, werden von Wasser durchsetzt. Es entstehen Suspensionsströme, also Wasserströme, in denen leichte Bestandteile der Ablagerungen mitschwimmen. Wegen der größeren Dichte fließen sie auf dem Meeresgrund dahin. Wenn die Suspensionsströme einen Steilhang herunterfließen, werden sie schneller. Sie reißen größeres Material mit, was Dichte und Schnelligkeit der Ströme vergrößert: Es entstehen submarine Rutschungen; die Suspensionsströme werden zu Trübeströmen. Schließlich verlangsamt sich der Strom. Die Fracht wird am Fuß des Hangs als Turbidit abgelagert: Meist sinken erst die schweren Bestandteile nach unten, dann folgen die feineren bis ganz feinen Anteile, welche über viele hundert Kilometer verteilt werden können. U. a. anhand der Schichtungsabfolge (sog. Bouma-Sequenz) der Turbidite können unterschieden werden:
- Proximaler Turbidit: Suspensionstrom mit Ablagerung nahe dem Ursprungsort, hoher Geschwindigkeit und erosivem Basiskontakt. Häufig tritt invers-Gradierung an der Basis auf, gefolgt von mehrfach-Gradierungen.
- Normal Turbidit: etwas weiter transportierter Suspensionsstrom mit normaler Gradierung, scharfen Basiskontakten und teilweise Wickelschichtung.
- Distaler Turbidit: weit transportierte Suspensionströme mit geringer Energie ohne Gradierung, mit scharfen Basiskontakten und geschichteten Feinschuttlagen. Turbidite treten auch in nicht-marinen Gewässern auf. Siehe auch:
- Flysch

Literatur


- Hohl, Rudolf (Hrg.): Die Entwicklungsgeschichte der Erde, Hanau 1985
- Louis, H., Fischer, K.: Allgemeine Geomorphologie, Berlin 1979
- Stanley, S.M.: Historische Geologie, Heidelberg 1994 Kategorie:Geologie Kategorie:Geomorphologie

Bouma-Sequenz

Nach Bouma (1962) können Turbidite anhand ihrer Sedimentstrukturen von unten nach oben in fünf Einheiten gegliedert werden: A) gradiertes Basislager B) unteres Laminationsgefüge C) Schrägschichtung D) oberes Laminationsgefüge feinster Korngrößen (Ton, Silt) E) pelagische Lage (kein Teil des Turbitites) Die Bouma-Sequenz kann nur im Zentralbereich eines Turbidits vollständig sein.

Literatur


- Bouma, A.H., Normark, W.R. & Barnes, N.E. (eds.) (1986): Submarine Fans and Related Turbidite Systems. pp. 351. Springer Verlag, New York.
- Tucker, M.E., Wright, V.P.: Carbonate Sedimentology. pp. 482. Blackwell Science Kategorie:Geologie

Kategorie:Geologie

Kategorien und Artikel zur Geologie Kategorie:Geowissenschaft ja:Category:地質学 ko:분류:지질학 th:Category:ธรณีวิทยา

Paul Garon

Paul Garon is an author, writer, and editor, noted for his meditations on surrealist works, and also a noted scholar on blues as a musical and cultural movement.

Works, Books, and References


- What's the Use of Walking if There's A Freight Train Going Your Way? Black Hoboes and Their songs. with Gene Tomko
- Woman With Guitar: Memphis Minnie's Blues, with Beth Garon
- Blues and the Poetic Spirit
- The Forecast Is Hot: Tracts & Other Collective Declarations of the Surrealist Movement in the United States 1966-1976, with Franklin Rosemont and Penelope Rosemont
- The Devil's Son-In-Law: The Story of Peetie Wheatstraw and His Songs
- Rana Mozelle: Surrealist Texts
- The Charles H. Kerr Company Archives 1885-1985: A Century of Socialist and Labor Publishing
- The Forecast is Hot: Collective Statements of the Surrealist Movement in the U. S. with Franklin Rosemont

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The Reform Party of Canada fielded several candidates in the 1997 federal election, and won 60 seats out of 301 to form the Official Opposition. Many of the party's candidates have their own biography pages; information about others may be found here.

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