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Grafenau (Württemberg)
Die Gemeinde Grafenau liegt im Landkreis Böblingen, nahe der Städte Sindelfingen, Weil der Stadt und Calw.
Geografie
Die Flüsse Schwippe und Würm im Gäu durchfließen Grafenau.
Geschichte
Sowohl Döffingen, als auch Dätzingen wurden erstmals 1075 urkundlich erwähnt.
Seit 1971 bilden Döffingen und Dätzingen die Gemeinde Grafenau.
Dätzingen
Ursprünglich gehörte der Ort den Grafen von Fürstenberg, die ihn im 13. Jahrhundert an den Johanniterorden verloren. Aufgrund des Reichsdeputationshauptschlusses kam Dätzingen 1806 an das Königreich Württemberg.
Döffingen
Döffingen unterstand den Pfalzgrafen von Tübingen. Es fiel aber bereits im 14. Jahrhundert an Württemberg. Im Jahre 1388 fand hier die große Schlacht bei Döffingen (siehe auch Ullrichstein) statt welche den entscheidenden Sieg der Landesfürsten unter Eberhard II. von Württemberg gegen die Freien Reichsstädte brachte und zum Landfrieden von Eger führte.
Nahezu ganz Döffingen wurde am 8. September 1634 von einem großen Feuer zerstört - jedoch schnell wieder aufgebaut.
Einwohnerentwicklung
Im Jahr 2001 hatte Döffingen knapp 4400 Einwohner, Dätzingen knapp 2100 Einwohner. Die Gesamtbevölkerung im Jahr 2005 betrug 6565 Einwohner.
Religion
Während sich die Reformation in Dätzingen nicht durchsetzen konnte, wurde Döffingen im 16. Jahrhundert evangelisch. Heutzutage gibt es auch eine neuapostolische Gemeinde im Ort.
Wirtschaft und Infrastruktur
Verkehr
Grafenau ist gut erreichbar über die Bundesautobahnen A 8 und die A 81. Die A 81 ist ca. 7 km von Grafenau entfernt. S-Bahnanschluss besteht über die Haltestelle Hulb in Richtung Stuttgart bzw. Herrenberg oder über Weil der Stadt. Nächstgelegener Flughafen ist Stuttgart Airport.
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Denkmäler
- Ulrichstein, 1888 in Erinnerung an den 500 Jahre zuvor dort gefallenen Kronprinzen Ulrich von Württemberg errichtet.
Gebäude
1888
- Graf-Ulrich Funkturm
- Kapellenbergturm, 1958/59 als Wassertrurm errichtet.
- Schloss Dätzingen
Weblinks
- [http://www.grafenau-wuertt.de Offizielle Internetseite der Gemeinde]
Kategorie:Ort in Baden-WürttembergKategorie:Landkreis Böblingen
Landkreis Böblingen
Der Landkreis Böblingen ist ein Landkreis in Baden-Württemberg. Er gehört zur Region Stuttgart im Regierungsbezirk Stuttgart. Der Landkreis Böblingen grenzt im Norden an den Landkreis Ludwigsburg, im Osten an die kreisfreie Stadt Stuttgart und an den Landkreis Esslingen, im Südosten an den Landkreis Reutlingen, im Süden an den Landkreis Tübingen, im Westen an den Landkreis Calw und im Nordwesten an den Enzkreis.
Geografie
Der Landkreis Böblingen hat Anteil am Oberen Gäu und an den Ausläufern des Schwarzwalds. Im Osten gehören Teile des Schönbuchs zum Kreisgebiet. Größere Flüsse sind im Kreisgebiet nicht vorhanden. Im Kreisgebiet (in Holzgerlingen) entspringt die Aich. Die vorhandenen kleineren Flussläufe münden alle in den Neckar bzw. in die Enz.
Verkehr
Durch das Kreisgebiet führt die Bundesautobahn A8 Stuttgart-Karlsruhe sowie die A 81 Stuttgart-Singen (Hohentwiel). Ferner wird er durch Bundes-, Landes- und Kreisstraßen erschlossen. Die wichtigsten sind die B 14 Rottweil-Stuttgart und die B 295 Calw-Stuttgart.
Die Gäubahn von Stuttgart nach Singen führt in Nord-Süd-Richtung durch das Kreisgebiet. Der Teil der Strecke von Stuttgart bis Herrenberg wird zugleich von der S-Bahn Stuttgart als Linie benutzt. In Böblingen zweigt die Schönbuchbahn nach Dettenhausen ab, die Regio-Shuttle verkehrt. In Herrenberg besteht mit der Ammertalbahn eine Querverbindung nach Tübingen. Eine weitere S-Bahn Linie () führt von Stuttgart über Renningen nach Weil der Stadt und erschließt damit das nördliche Kreisgebiet. Eine Verbindung (S 60) zwischen Böblingen und Renningen ist geplant. Von der zweigt die Strohgäubahn ab, die mit Weissach ihren Endpunkt im Kreisgebiet hat. Verantwortlich für den ÖPNV ist der Verkehrs- und Tarifverbund Stuttgart.
Geschichte
Der Landkreis Böblingen geht auf das alte gleichnamige württembergische Oberamt zurück, das schon zu Zeiten des Herzogtums Württemberg errichtet wurde. Im Laufe der Geschichte wurden es mehrmals verändert und 1938 in den Landkreis Böblingen überführt. Damals wurden nahezu alle Gemeinden des aufgelösten Oberamts Herrenberg sowie einige Gemeinden des Amtsoberamtes Stuttgart dem Landkreis Böblingen angegliedert. Bei der Kreisreform zum 1. Januar 1973 wurde der Landkreis Böblingen um einige Gemeinden des Landkreises Leonberg (die anderen kamen entweder zum Landkreis Ludwigsburg oder zum Enzkreis im Regierungsbezirk Karlsruhe) sowie um einige Gemeinden des Landkreises Calw vergrößert. 1975 gab er noch zwei Gemeinden an den Landkreis Esslingen ab. Damit erreichte er seinen heutigen Umfang. Nach Abschluss der Gemeindereform umfasst der Landkreis Böblingen noch 26 Gemeinden, darunter 8 Städte und hiervon wiederum 4 "Große Kreisstädte" (Böblingen, Herrenberg, Leonberg und Sindelfingen). Größte Stadt des Kreises ist Sindelfingen, kleinste Gemeinde ist Deckenpfronn.
Politik
Der Landkreis wird vom Kreistag und vom Landrat verwaltet.
Kreistag
Der Kreistag wird von den Wahlberechtigten im Landkreis auf 5 Jahre gewählt. Die Wahl am 13. Juni 2004 ergab folgendes Ergebnis:
(83 statt 75 Sitze)
#FWG 31,0% (-1,9) - 28 Sitze (+1)
#CDU 29,1% (=) - 25 Sitze (+2)
#SPD 18,8% (-3,1) - 15 Sitze (-1)
#GRÜNE 12,3% (+3,3) - 10 Sitze (+4)
#FDP/DVP 5,6% (+0,8) 4 Sitze (+1)
#REP 1,9% (-0,4) - 1 Sitz (=)
#PBC 1,2% (+1,2) - 1 Sitz (+1)
Landrat
Der Kreistag wählt den Landrat für eine Amtszeit von 8 Jahren. Dieser ist gesetzlicher Vertreter und Repräsentant des Landkreises sowie Vorsitzender des Kreistags und seiner Ausschüsse. Er leitet das Landratsamt und ist Beamter des Kreises.
Zu seinem Aufgabengebiet zählen die Vorbereitung der Kreistagssitzungen sowie seiner Ausschüsse. Er beruft Sitzungen ein, leitet diese und vollzieht die dort gefassten Beschlüsse. In den Gremien hat er kein Stimmrecht. Sein Stellvertreter ist der Erste Landesbeamte, der nicht Kreis- sondern Landesbeamter ist..
Die Landräte des damaligen Landkreises Leonberg 1945-1972:
- 1945 - 1948: Ludwig Schröter
- 1948 - 1954: Friedrich Michael Jetter
- 1954 - 1972: Wolfgang Ramsauer
Die Oberamtmänner bzw. Landräte des Oberamts bzw. Landkreises Böblingen ab 1808:
- 1808 - 1809: Karl Wolfgang Friedrich Geß
- 1809 - 1811: Ludwig Friedrich Hüttenschmidt
- 1811 - 1823: Ludwig Friedrich Fischer
- 1823: Johann Mathias Becher
- 1823 - 1824: Denzel (Amtsverweser)
- 1824 - 1841: Friedrich Ludwig Faber
- 1841 - 1845: Lambert Haeberlen
- 1845 - 1849: Carl Friedrich Wilhelm Stetter
- 1849 - 1856: Emil Walther
- 1856 - 1864: Eduard Freiherr Schott von Schottenstein
- 1864 - 1871: August Roger
- 1871 - 1895: Albert Baur
- 1895 - 1902: Franz Gambs
- 1902 - 1919: Christian Schlecht
- 1920 - 1933: Karl Rüdiger
- 1933: Walter Kreß
- 1933 - 1934: Rudolf Hagmann (Amtsverweser)
- 1935 - 1938: Otto Meditsch
- 1938 - 1939: Kurt Raunecker
- 1939 - 1944: Willy Ritter (Amtsverweser)
- 1944 - 1945: Viktor Scheufele (Amtsverweser)
- 1945: Walter Atorf (kommissarisch)
- 1945 - 1946: Walther Hoß (kommissarisch)
- 1946 - 1952: Georg Hengstberger
- 1953 - 1972: Karl Heß
- 1973- 2000: Dr. Reiner Heeb
- 2000 - : Bernhard Maier
Wappen
Das Wappen des Landkreises Böblingen zeigt in Gold unter einer liegenden schwarzen Hirschstange eine dreilatzige rote Fahne an drei schwarzen Trageringen. Das Wappen wurde 1947 angenommen und dem neuen vergrößerten Landkreis Böblingen am 30. August 1974 vom Innenministerium Baden-Württemberg neu verliehen.
Die Fahne ist die Wappenfigur der Pfalzgrafen von Tübingen, die u.a. die Städte Böblingen, Sindelfingen und Herrenberg gründeten, ehe diese an das Herzogtum Württemberg kamen. Die württembergischen Hirschstangen symbolisieren die sehr frühe Zugehörigkeit des Kreisgebiets zu Württemberg.
Kreispartnerschaft
Der Kreis unterhält eine Partnerschaft zum Landkreis Temesch in Rumänien.
Städte und Gemeinden
(Einwohner am 30. Juni 2005)
Städte und Gemeinden vor der Kreisreform
Vor der Kreisreform 1973 bzw. vor der Gemeindereform gehörten zum (alten) Landkreis Böblingen seit 1938 insgesamt 40 Gemeinden, darunter 4 Städte. 1965 wurde auch Leinfelden zur Stadt erhoben.
Am 7. März 1968 stellte der Landtag von Baden-Württemberg die Weichen für eine Gemeindereform. Mit dem Gesetz zur Stärkung der Verwaltungskraft kleinerer Gemeinden war es möglich, dass sich kleinere Gemeinden freiwillig zu größeren Gemeinden vereinigen konnten. Den Anfang im alten Landkreis Böblingen machten am 1. Juli 1971 gleich mehrere Gemeinden und zwar Nebringen, Öschelbronn und Tailfingen, die sich zur neuen Gemeinde Gäufelden vereinigten, sowie Neuweiler, das sich mit der Gemeinde Weil im Schönbuch vereinigte. In der Folgezeit reduzierte sich die Zahl der Gemeinden stetig. Alle verbliebenen Gemeinden des alten Landkreises Böblingen gingen am 1. Januar 1973 im neuen vergrößerten Landkreis Böblingen auf. Doch wurden am 1. Januar 1975 die Stadt Leinfelden und die Gemeinde Musberg dem Landkreis Esslingen zugeordnet, weil sie gleichzeitig mit den Gemeinden Echterdingen und Stetten auf den Fildern die neue Stadt Leinfelden-Echterdingen bildeten.
Größte Gemeinde des alten Landkreises Böblingen war die Stadt Sindelfingen, die seit 1. Februar 1962 Große Kreisstadt ist, kleinste Gemeinde war Neuweiler.
Der alte Landkreis Böblingen umfasste zuletzt eine Fläche von 451 km² und hatte bei der Volkszählung 1970 insgesamt 206.560 Einwohner.
Die Gemeinden des alten Landkreises Böblingen vor der Gemeindereform. Alle Gemeinden, mit Ausnahme von Leinfelden und Musberg, welche heute Teil des Landkreises Esslingen sind, gehören auch heute noch zum Landkreis Böblingen.
1970
Weblinks
- [http://www.landkreis-boeblingen.de/ Offizielle Internetseite des Landkreises]
- [http://www.levigo.de/bbcam/ Webcam des Landkreises Böblingen]
Böblingen
Boblingen
als:Landkreis Böblingen
Sindelfingen
Sindelfingen ist eine Stadt in der Mitte des Bundeslandes Baden-Württemberg, etwa 15 km südwestlich von Stuttgart. Sie ist die größte Stadt des Landkreises Böblingen und bildet zusammen mit der südlichen Nachbarstadt Böblingen ein Mittelzentrum für die umliegenden Gemeinden.
Die Einwohnerzahl Sindelfingens überschritt 1957 die Grenze von 20.000. Daraufhin stellte die Stadtverwaltung den Antrag auf Erhebung zur Großen Kreisstadt, was die baden-württembergische Landesregierung dann mit Wirkung vom 1. Februar 1962 beschloss.
Geografie
Sindelfingen liegt am Nordostrand des Oberen Gäus, zu Füßen einiger Höhen des Glemswaldes (Landschaftsschutzgebiet) zwischen der im Stadtgebiet entspringenden Schwippe und dem Sommerhofenbach. Der höchste Punkt der Gemarkung liegt auf 532, der tiefste auf 409 m ü. NN. Das Stadtgebiet erstreckt sich von 425 bis 460 m ü. NN.
Nachbargemeinden
Folgende Städte und Gemeinden grenzen an die Stadt Sindelfingen. Sie werden im Uhrzeigersinn beginnend im Osten genannt: Stuttgart (Stadtkreis), Leinfelden-Echterdingen (Landkreis Esslingen) sowie Böblingen, Aidlingen, Grafenau (Württemberg), Magstadt und Leonberg (alle Landkreis Böblingen)
Stadtgliederung
Sindelfingen besteht aus der Kernstadt und den im Rahmen der Gebietsreform 1971 eingegliederten Stadtteile Maichingen und Darmsheim. Beide eingemeindeten ehemaligen Gemeinden sind Ortschaften im Sinne der baden-württembergischen Gemeindeordnung, das heißt sie haben jeweils einen Ortschaftsrat, der von der Bevölkerung der Ortschaft bei jeder Kommunalwahl neu gewählt wird. Vorsitzender des Ortschaftsrats ist der Ortsvorsteher.
In der Kernstadt werden zum Teil Wohngebiete mit eigenem Namen unterschieden, deren Bezeichnungen sich im Laufe der Geschichte aufgrund der Bebauung ergeben haben und die jedoch meist nicht genau abgrenzbar sind. Hierzu gehören beispielsweise Königsknoll, Pfarrwiesen, Spitzholz, Eschenried, Eichholz, Hinterweil und Goldberg.
Raumplanung
Sindelfingen bildet zusammen mit der Nachbarstadt Böblingen ein Mittelzentrum innerhalb der Region Stuttgart, deren Oberzentrum Stuttgart ist. Zum Mittelbereich Böblingen/Sindelfingen gehöhren neben den beiden Städten noch die Gemeinden im mittleren Teil des Landkreises Böblingen, und zwar Aidlingen, Altdorf bei Böblingen, Ehningen, Gärtringen, Grafenau, Hildrizhausen, Holzgerlingen, Magstadt, Schönaich, Steinenbronn, Waldenbuch und Weil im Schönbuch.
Geschichte
Weil im Schönbuch
Im 4. Jahrtausend v. Chr. existierte eine jungsteinzeitliche Siedlung im Gewann Hinterweil. Auch in der Urnenfelder-, Hallstatt- und Latènezeit gab es im Stadtgebiet vereinzelte Besiedlung, wie Scherbenfunde, Grabhügel und Urnengräber belegen. Im 1.-3. Jahrhundert existierte am Nordhang des Goldbergs ein römischer Vicus (Straßendorf), daneben standen über die Gemarkung verteilt kleinere Gutshöfe. Bald nach dem Fall des Limes 260 n. Chr. siedelten sich hier die Alamannen an, die auf der heutigen Sindelfinger Gemarkung die drei Dörfer Sindelfingen, Altingen und Bochtelfingen gründeten. Seit etwa 700 stand im Bereich eines älteren Herrenhofes von Vorfahren der Grafen von Calw ein Vorgängerbau der heutigen Martinskirche mit Friedhof. Um 1065 gründeten die Grafen von Calw im Bereich des dafür abgebrochenen Herrenhofes das Stift Sindelfingen, das 1155 erstmals als „praepositura in Sindelvinga“ urkundlich erwähnt wurde.
Um 1130 kam Sindelfingen in den Besitz der Welfen, im darauffolgenden Erbstreit wurde das Dorf Sindelfingen 1133 von Adalbert IV. von Calw niedergebrannt. In der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts bestand in Sindelfingen eine welfische Münzstätte; ein Topf mit zahlreichen Silberbrakteaten aus dieser Werkstatt wurden 1973 im Boden der Martinskirche vergraben entdeckt. 1263 erfolgte die Gründung der Stadt Sindelfingen zwischen Stiftsbezirk und Dorf Sindelfingen durch Graf Rudolf von Tübingen-Herrenberg; die Weiler Sindelfingen, Altingen und Bochtelfingen gingen später in der neuen Stadt auf. 1351 wurde die Stadt an Württemberg verkauft. Die neuen Herren führten 1535 die Reformation ein. Sindelfingen blieb aber zunächst ein unbedeutendes Landstädtchen.
Im 19. Jahrhundert wurden mechanische Webereien eingeführt. Im 20. Jahrhundert folgten Maschinenfabriken sowie Industrien für Auto, Büromaschinen, Schuhe, Uhren und anderes. 1914 wurde das Daimler-Werk in Sindelfingen angesiedelt. Dadurch wuchs Sindelfingen zu einer bedeutenden Industriestadt heran. Daher wurde die Stadt im 2. Weltkrieg verhältnismäßig stark zerstört, danach jedoch wieder aufgebaut. Der starke Einwohnerzuwachs führte zum Bau zahlreicher Wohnsiedlungen. Nach Überschreiten der 20.000 Einwohnergrenze 1957 wurde Sindelfingen 1962 zur Großen Kreisstadt erhoben. Bei der Gebietsreform 1971 erreichte sie schließlich ihre heutige Ausdehnung. Von der Landesregierung Baden-Württemberg war seinerzeit eine Fusion mit der Nachbarstadt Böblingen zur Großstadt Böblingen-Sindelfingen vorgesehen. Dieser Plan konnte jedoch nicht realisiert werden.
Religionen
Die Bevölkerung von Sindelfingen gehörte ursprünglich zum Bistum Konstanz. Da die Stadt seit dem 14. Jahrhundert zu Württemberg gehörte, wurde auch hier ab 1535 durch Herzog Ulrich die Reformation eingeführt, daher war Sindelfingen über Jahrhunderte eine überwiegend protestantische Stadt. Sie gehört seit jener Zeit zum Dekanat Böblingen. Die Hauptkirche der Stadt ist die Martinskirche, eine der ältesten Kirchen des Landes. Die zugehörige Kirchengemeinde Sindelfingen war zunächst die einzige der Stadt. Nach dem Zweiten Weltkrieg wuchs die Bevölkerung infolge Zuzugs stark an. Daher wurde die Kirchengemeinde geteilt. Es entstand die Christusgemeinde (Kirche von 1958 mit Nikodemuskirche), die Johannesgemeinde (Kirche von 1962) und die Versöhnungsgemeinde (Kirche von 1967). Innerhalb der Martinsgemeinde gibt es noch die 1976 erbaute Markuskirche. Alle drei Kirchengemeinden bilden die Evangelische Gesamtkirchengemeinde Sindelfingen. Auch in den beiden Stadtteilen Darmsheim und Maichingen wurde infolge der frühen Zugehörigkeit zu Württemberg die Reformation eingeführt. Auch dortig gibt es jeweils ein evangelische Kirchengemeinde, die in alten Kirchen ihre Gottesdienste feiert, in Darmsheim in einer ehemaligen Wehrkirche mit spätgotischem Westturm und Fresken im Innern bzw. in Maichingen in einer umgebauten Chorturmkirche mit Erweiterungen aus dem Jahr 1609. Auch die beiden Stadtteilgemeinden gehören wie alle Sindelfinger Kirchengemeinden zum Dekanat Böblingen innerhalb der Evangelischen Landeskirche in Württemberg.
Katholiken gibt es in Sindelfingen erst wieder seit Ende des 19. Jahrhunderts. Für sie wurde 1952 eine eigene Kirche „Zur Heiligsten Dreifaltigkeit“ gebaut und eine Pfarrei eingerichtet. Weitere Kirchen wurden 1960 (St. Joseph, Pfarrei seit 1965), 1969 (Auferstehung Christi, Pfarrei seit 1974), 1970 (St. Paulus, Pfarrei seit 1974) und 1972 (St. Maria Königin des Friedens, Pfarrei seit 1974) erbaut. In Darmsheim gibt es seit 1974 die Kirche St. Stephan. Sie gehört zur Nachbargemeinde Christkönig Dagersheim, mit der sie eine Kirchengemeinde bildet. In Maichingen wurde 1955 die Kirche St. Anna erbaut. Die Pfarrei Maichingen wurde 1961 errichtet. Die katholischen Gemeinden im Sindelfinger Stadtgebiet bilden die Seelsorgeeinheiten 7, 9 und 10, zu denen teilweise noch benachbarte Kirchengemeinden gehören. Sie alle gehören zum Dekanat Böblingen (zuvor Dekanat Weil der Stadt) des Bistums Rottenburg-Stuttgart.
Neben den beiden großen Kirchen gibt es in Sindelfingen auch Freikirchen und Gemeinden, darunter die Evangelisch-methodistische Kirche (Erlöserkirche) und die Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde (Baptisten). Auch die Neuapostolische Kirche ist in Sindelfingen vertreten.
Eingemeindungen
- 1. September 1971: Darmsheim
- 1. Dezember 1971: Maichingen
Einwohnerentwicklung
Die Einwohnerzahlen sind Schätzungen, Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen der jeweiligen Statistischen Ämter (nur Hauptwohnsitze).
¹ Volkszählungsergebnis
Politik
Gemeinderat
Der Gemeinderat hat seit der letzten Kommunalwahl vom 13. Juni 2004 insgesamt 45 Sitze. Diese verteilen sich auf die einzelnen Parteien und Gruppierungen wie folgt:
Bürgermeister
Ein Schultheiß des Dorfes Sindelfingen wird 1255 erwähnt; 1271 wird erstmals ein Schultheiß der Stadt erwähnt, 1280 gab es einen Vogt, der bis 1605 in Böblingen seine Sitz hatte, bis die Stadt vom Amt Böblingen getrennt wurde. Dann leiteten Amtmänner bzw. Oberamtmänner die Stadtverwaltung.
Seit 1819 trug das Stadtoberhaupt die Bezeichnung "Stadtschultheiß" und seit 1930 Bürgermeister. Mit der Erhebung zur Großen Kreisstadt am 1. Februar 1962 lautet die Amtsbezeichnung Oberbürgermeister. Dieser wird von den Wahlberechtigten auf 8 Jahre direkt gewählt. Er ist Vorsitzender des Gemeinderats. Seine allgemeinen Stellvertreter sind der 1. Beigeordnete mit der Amtsbezeichnung "Erster Bürgermeister" und der 2. Beigeordnete mit der Amtsbezeichnung "Bürgermeister".
Stadtoberhäupter seit 1819
- 1819-1826: Johann Friedrich Dinkelacker
- 1826-1832: Johann Breuning
- 1832-1849: Christian Immanuel Conz
- 1850-1895: Johann Gottfried Frank
- 1895-1932: Wilhelm Hörmann
- 1932-1945: Karl Pfitzer
- 1945-1946: Werner Häring
- 1946-1977: Arthur Gruber
- 1977-1993: Dr. Dieter Burger
- 1993-2001: Dr. Joachim Rücker-Kirschner
- 2001-heute: Dr. Bernd Vöhringer
Wappen und Flagge
Das Wappen der Stadt Sindelfingen zeigt in Silber drei liegende schwarze Hirschstangen übereinander, darunter ein schwarzes Kreuz. Die Sindelfinger Stadtflagge ist schwarz-weiß. Wappen und Flagge haben lange Tradition und wurden 1927 offiziell festgelegt. Die Hirschstangen symbolisieren die Zugehörigkeit zu Württemberg.
Städtepartnerschaften
Sindelfingen unterhält mit folgenden Städten eine Städtepartnerschaft:
- Schaffhausen (Schweiz), seit 1952 (Städtefreundschaft)
- Corbeil-Essonnes (Frankreich), seit 1958
- Sondrio (Italien), seit 1962
- Dronfield, North East Derbyshire (Vereinigtes Königreich), seit 1971
- Győr (Ungarn), seit 1987
- Torgau (Sachsen), seit 1987
- Chelm (Polen), seit 2001
Außerdem unterhält Sindelfingen seit 1955 eine Städtepatenschaft mit Würbenthal (für die Vertriebenen aus dem gleichnamigen Ort im Sudetenland).
Wirtschaft und Infrastruktur
Sindelfingen ist geprägt durch die Automobilindustrie, besonders durch das Automobilwerk der Mercedes-Benz, einer Tochter der DaimlerChrysler AG. Dies ist das weltweit größte Automobilwerk. In der frühen Neuzeit war das Weberhandwerk ansässig, daher gibt es auch heute noch viele Modefirmen.
Verkehr
Sindelfingen ist über die Anschlussstellen Sindelfingen-Ost und Böblingen/Sindelfingen an der Bundesautobahn A 81 (Würzburg - Gottmadingen), die sich im nordöstlichen Stadtgebiet an der Grenze zu Stuttgart mit der A 8 kreuzt, gut erreichbar. Ferner verläuft die Bundesstraße B 464 (nach Reutlingen) durch das westliche Stadtgebiet. Die B 14 führt an Sindelfingen vorbei.
Der Bahnhof Sindelfingen liegt an der Rankbachbahn von Böblingen nach Renningen. Auf dieser Strecke fahren heutzutage nur noch Güterzüge (Güterzugumgehung Stuttgart). Ab 2008 soll diese Strecke für die S-Bahn Stuttgart mit einer neuen Haltestelle am Werk von DaimlerChrysler reaktiviert werden. Derzeit sind jedoch bereits die S-Bahn-Haltestellen "Goldberg"' und "Böblingen" (Bahnhof) an der Linie 1 in Richtung Stuttgart bzw. Herrenberg von Sindelfingen aus gut zu erreichen. Die Stadt hat ein Busliniennetz, das in den Verkehrs- und Tarifverbund Stuttgart (VVS) integriert sind.
Der nächstgelegene Flughafen Stuttgart Airport ist über die Autobahn in wenigen Minuten erreichbar.
Öffentliche Einrichtungen
Sindelfingen ein Notariat und eine Außenstelle des Landratsamts Böblingen (Amt für Schule und Bildung und Schulpsychologische Beratungsstelle).
Bildungseinrichtungen
In Sindelfingen gibt es ein Staatliches Seminar für Didaktik und Lehrerbildung (Grund- und Hauptschule).
Ferner gibt es vier Gymnasien (Goldberg-, Pfarrwiesen, Unterrieden und Stiftsgymnasium), drei Realschulen (Realschule am Goldberg, Eschenried und Hinterweil), eine Förderschule (Martinsschule), 3 Grund- und Hauptschulen mit Werkrealschule (Eichholzschule, GHS Goldberg und Johannes-Widmann-Schule Maichingen), eine Hauptschule mit Werkrealschule am Klostergarten und 6 selbständige Grundschulen (Darmsheim, Gartenstraße, Hinterweil, Klostergarten, Königsknoll und Sommerhofen).
Der Landkreis Böblingen ist Schulträger der beiden Beruflichen Schulen (Gottlieb-Daimler-Schule I und Gottlieb-Daimler-Schule II im Technischen Schulzentrum) sowie der Bodelschwinghschule für Geistigbehinderte mit Bodelschwingh-Schulkindergarte für Geistigbehinderte, der Schule für Körperbehinderte mit Schulkindergarten und der Schule für Sprachbehinderte und Kranke in längerer Krankenhausbehandlung mit Schulkindergarten für Sprachbehinderte.
Die private Abendrealschule Böblingen-Sindelfingen e.V. rundet das schulische Angebot in Sindelfingen ab.
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Museen
Beruflichen Schulen
Beruflichen Schulen
Beruflichen Schulen
Beruflichen Schulen
Das 1970 eingerichtete Donauschwäbisches Museum im Haus der Donauschwaben zeigt eine Sammlung donauschwäbischen Kulturgutes. Angeschlossen ist eine Spezialbibliothek für donauschwäbisches Schrifttum.
Im Alten Rathaus im Stadtteil Maichingen befindet sich die Galerie der Stadt Sindelfingen sowie im 1990 eröffneten Lütze-Museum im Mittleren Rathaus Sindelfingen.
Über die Stadtgeschichte informiert das Stadtmuseum im Alten Rathaus von 1478 mit angrenzendem Salzhaus von 1592. Im Salzhaus ist auch die Würbenthaler Heimatstube untergebracht.
In der Alten Webschule befindet sich das Haus der Handweberei mit Webereimuseum.
Bauwerke
Das Alte Rathaus (heute das Stadtmuseum, der Eintritt ist frei) und die Martinskirche (erbaut im 11.-12. Jahrhundert) sind die Wahrzeichen der Stadt. Weitere Sehenswürdigkeiten:
- Kurze Gasse mit Fachwerkhäusern
- Alter Friedhof (hinter der Stadtbibliothek)
- Hexensprung
- Klostersee
- Ehemalige Landesgartenschau (mit der Kleinbahn Sommerhofen-Park)
- Marmorzebrastreifen am Marktplatz
- Hallenbad und Badezentrum (seit 1985 Landes-Leistungszentrum des Württ. Schwimmverbands)
- Sprungturm mit 10 Meter Brett im Freibad
- Goldbergturm
- Vogelschutzinformationszentrum (VIZ) am Freibad (Eintritt frei)
- Wasserturm Sindelfingen-Steige
- Wasserturm Sindelfingen-Eichholz
- Würbenthaler Heimatstube (Eintritt frei)
- Freundschaftsbrunnen auf dem Marktplatz, gestaltet von [http://www.freienohler.de/personen/bonifatius_stirnberg.htm Bonifatius Stirnberg]. Um einen zentralen Brunnen mit dem Sagenpferd Pegasus sind sechs kleine Brunnen angeordnet, die für 6 Partnerstädte Sindelfingens stehen. Die Figuren sind drehbar.
- Leitungsabzweig Maichingen
- Zweigart-Sawitzki-Brücke
- Gesockelte Maste
- Fernsehumsetzer Darmsheim
- Funkturm Fuchsberg
- Funkturm Raststätte Sindelfinger-Wald
Freizeiteinrichtungen
- Das Badezentrum bestehend aus einem Sauna-Bereich, einem Hallenbad (mit 4 Becken und Sprungturm) und einem Freibad (mit Sprungturm, Riesenrutsche, Beachvolleyballfeld usw.)
- Die Kleinbahn Sommerhofen-Park ( Fahrbetrieb sonntags, von April bis September )
Regelmäßige Veranstaltungen
Das Internationale Straßenfest am 3. Juniwochenende ist eines der größten Straßenfeste Europas. Drei Tage am Stück werden mit Tanz, Folklore und Hunderten von Ständen (meist Kulturvereine und Verbände) die verschiedenen Kulturen der Stadt und natürlich besonders beliebt, die Delikatessen der jeweiligen Heimat präsentiert und gefeiert.
Persönlichkeiten
Ehrenbürger
Die Stadt Sindelfingen hat folgenden Personen das Ehrenbürgerrecht verliehen:
- 1918: Mina Zweigart, Mitinhaberin der Firma Zweigart
- 1946: Wilhelm Hörmann, Bürgermeister
- 1951: Dr. Wilhelm Haspel, Direktor
- 1952: Karl Pfitzer, Bürgermeister
- 1963: Dr. Wilhelm Langheck, Direktor von Daimler-Benz
- 1963: Arthur K. Watson, Präsident von IBM
- 1970: Karl Hummel, Gemeinderat und Fraktionsvorsitzender
- 1975: Ernst Schäfer, Gemeinderat und Landtagsabgeordneter
Daneben vergibt die Stadt Sindelfingen noch Ehrenplaketten in Gold und Silber an Personen, die sich um die Stadt verdient gemacht haben. Ehrungen dieser Art erhielten unter anderem Roger Combrisson (Bürgermeister der Partnerstadt Corbeil-Essonnes) und Arthur Gruber.
Söhne und Töchter der Stadt
- um 1444, Johannes Widmann (in Maichingen), † 31. Dezember 1524 in Pforzheim, Leibarzt des Herzogs Eberhard im Bart und des Herzogs Ulrich von Württemberg.
- 1806, 6. Juni, Ottmar Friedrich Heinrich Schönhuth, † 6. Februar 1864 in Edelfingen (heute Bad Mergentheim), Pfarrer und Historiker.
- 1941, Lutz Ackermann, deutscher Bildhauer.
- 1941, 30. Juni, Wolfgang Hermann Körner, deutscher Schriftsteller
- 1948, 6. April, Friederike Roth, deutsche Schriftstellerin
- 1966, 20. November, Oliver Hasenfratz, † 14. November 2001 in Heidelberg, deutscher Schauspieler.
- 1955, 10. November, Roland Emmerich, Regisseur und Produzent.
Literatur
- Württembergisches Städtebuch; Band IV Teilband Baden-Württemberg Band 2 aus "Deutsches Städtebuch. Handbuch städtischer Geschichte - Im Auftrage der Arbeitsgemeinschaft der historischen Kommissionen und mit Unterstützung des Deutschen Städtetages, des Deutschen Städtebundes und des Deutschen Gemeindetages, hrsg. von Erich Keyser, Stuttgart, 1961
- Lorenz, S., Scholz, G. (Hg.): Böblingen. Vom Mammutzahn zum Mikrochip. Filderstadt 2003 (ISBN 3-935129-09-2)
- Hermann Weisert: Sindelfingen im Wandel der Zeit. Röhm Verlag, Sindelfingen 1988
- Stadt Sindelfingen (Hrsg), Dorothee Ade-Rademacher, Reinhard Rademacher: Reich an Vergangenheit. Römer und Alamannen in Sindelfingen. Sindelfingen 2004 (Schriftenreihe des Stadtarchivs Sindelfingen, Band 6), ISBN 3-00-014744-6
- Thomas Knopf: Das römische Sindelfingen. Konrad Theiss Verlag, Stuttgart 2000 (Materialhefte zur Archäologie in Baden-Württemberg, Band 55), ISBN 3-8062-1497-2
- Beck, Alfred: Chronik von Darmsheim, Böblingen 1930 (Neuauflage 2003)
Weblinks
- [http://www.sindelfingen.de/ Internetpräsenz der Stadt Sindelfingen]
- [http://adv2.adv-boeblingen.de/zrbb/sindelf/exsindel.html Geschichte, Naturraum und Geologie Sindelfingens auf www.zeitreise-bb.de]
Kategorie:Ort in Baden-Württemberg
Kategorie:Landkreis Böblingen
Kategorie:Mercedes-Benz
Calw
Calw ist eine Stadt in Baden-Württemberg etwa 18 km südlich von Pforzheim und ca. 33 km westlich von Stuttgart. Sie ist die Kreisstadt und größte Stadt des Landkreises Calw und bildet ein Mittelzentrum im Bereich des Oberzentrums Pforzheim. Zum Mittelbereich Calw gehören neben Calw die Städte und Gemeinden Althengstett, Bad Liebenzell, Bad Teinach-Zavelstein, Gechingen, Neubulach, Neuweiler, Oberreichenbach, Ostelsheim, Simmozheim und Unterreichenbach.
Seit 1. Januar 1976 ist Calw Große Kreisstadt. Mit der Gemeinde Oberreichenbach hat die Stadt Calw eine Verwaltungsgemeinschaft vereinbart.
Geografie
Calw liegt im Tal der Nagold im Nordschwarzwald. Die Altstadt liegt westlich des Flusses. Die neueren Stadtteile liegen an den Hängen. Weitere Gewässer im Stadtgebiet sind Ziegelbach, Wurstbrunnenbach, Schießbach, Schlittenbach und Schweinbach. Die Höhenlage der Stadt beträgt zwischen 330 und 630 Meter ü. NN.
Nachbargemeinden
Folgende Städte und Gemeinden grenzen an die Stadt Calw. Sie werden im Uhrzeigersinn beginnend im Norden genannt:
Bad Liebenzell, Althengstett, Gechingen, Wildberg, Neubulach, Bad Teinach-Zavelstein, Neuweiler, Bad Wildbad und Oberreichenbach (alle Landkreis Calw).
Stadtgliederung
Das Stadtgebiet Calws gliedert sich in die Kernstadt und die vier Stadtteile Altburg (Waldhufendorf), Hirsau, Holzbronn und Stammheim, die im Rahmen der Gebietsreform der 1970er Jahre eingemeindet wurden. Diese Stadtteile sind heute zugleich Ortschaften im Sinne der Gemeindeordnung für Baden-Württemberg, das heißt sie haben jeweils einen von der Bevölkerung gewählten Ortschaftsrat mit einem Ortsvorsteher.
Darüber hinaus unterscheidet man in einigen Stadtteilen noch teilweise weitere Wohngebiete oder Wohnplätze mit eigenem Namen. Teilweise handelt es sich hier ebenfalls um früher selbständige Gemeinden, oder auch um neue Wohngebiete, die im Laufe der Geschichte entstanden, deren Grenzen dann zum Teil jedoch nicht genau festgelegt sind. Hierzu gehören in Altburg Oberriedt, Speßhardt, Spindlershof und Weltenschwann, in der Kernstadt Calw Alzenberg, Heumaden und Wimberg, in Hirsau Bleiche, Ernstmühl, Kleinwildbad und Lützenhardt, in Holzbronn Talmühle sowie in Stammheim Waldecker Hof und Schleiftal (mit mehreren Gehöften und Mühlen).
Geschichte
Wohnplätze
Erste urkundliche Erwähnung im Jahre 1075. Im 11. Jahrhundert entstand Calw um die ältere Burg der Grafen von Calw. Calw war im Mittelalter eine bedeutende Handelsstadt, insbesondere Tuch- und Lederhandel. 1345 kam Calw an Württemberg und wurde bald Sitz eines Amtes. Im 16. Jahrhundert war Calw Sommerresidenz der württembergischen Herzöge. Im 18. Jahrhundert kam es durch den Holzhandel (Flößerei) zu einer weiteren wirtschaftlichen Blütezeit.
Anfang des 19. Jahrhundert wurde das alte württembergische Oberamt Calw mit dem Klosteramt Hirsau vereinigt. In der Folgezeit wurde dieses mehrfach verändert und 1938 schließlich in den Landkreis Calw überführt. Im Jahre 1957 wurde der Ortsteil Heumaden gegründet.
Bei der Kreisreform zum 1. Januar 1973 erhielt der Landkreis Calw seine heutige Ausdehnung. Er wurde Teil der neu gegründeten Region Nordschwarzwald, die zugleich dem neu umschriebenen Regierungsbezirk Karlsruhe zugeordnet wurde. Damit wird die ehemals württembergische Stadt nunmehr von der ehemals badischen Hauptstadt Karlsruhe aus verwaltet. Im Rahmen der Gebietsreform wurde die Stadt Calw zum 1. Januar 1975 mit der Gemeinde Hirsau und anderen Gemeinden zur Stadt Calw-Hirsau vereinigt. Kurz bevor diese Vereinigung jedoch wirksam wurde, erhielt die neue Stadt den (alten) Namen Calw. Mit dieser Vereinigung überschritt die Einwohnerzahl der Stadt die 20.000-Grenze. Daraufhin stellte die Stadtverwaltung den Antrag auf Erhebung zur Großen Kreisstadt, was die baden-württembergische Landesregierung dann mit Wirkung vom 1. Januar 1976 beschloss.
Religionen
Calw gehörte ursprünglich zum Bistum Speyer und war dem Archidiakonat zur Hl. Trinitatis, Kapitel Weil unterstellt. 1534 wurde in Calw wie im gesamten damaligen Herzogtum Württemberg die Reformation eingeführt. Calw wurde 1555 Sitz eines Dekanats, das bis heute besteht. Zunächst gehörte es zur Generalsuperintendentur Maulbronn, ab 1823 zu Tübingen und heute zur Prälatur Reutlingen. Das Dekanat Calw umfasst heute 43 Kirchengemeinden der Evangelischen Landeskirche in Württemberg. Dekan in Calw ist seit 2004 Erich Hartmann. Im Stadtgebiet Calws gibt es die Gesamtkirchengemeinde Calw, bestehend aus der Innenstadtgemeinde (Stadtkirche Calw), der Bergkirchengemeinde Wimberg/Alzenberg und der Versöhnungskirchengemeinde Heumaden, wobei die beiden letztgenannten Kirchengemeinden erst durch Zuzug von Heimatvertriebenen nach dem Zweiten Weltkrieg entstanden. Ferner gibt es Kirchengemeinden in den Stadtteilen Altburg, Hirsau, Holzbronn und Stammheim.
Im 19. Jahrhundert zogen auch wieder Katholiken nach Calw. Sie gründeten 1885/86 die Pfarrei St. Josef, die später Sitz eines Dekanats innerhalb des Bistums Rottenburg (heute Bistum Rottenburg-Stuttgart) wurde. Die Pfarrei St. Josef ist heute für das gesamte Stadtgebiet und für einige Umlandgemeinden zuständig und bildet zusammen mit der Pfarrei St. Lioba Bad Liebenzell die Seelsorgeeinheit 2 Calw-Bad Liebenzell innerhalb des Dekanats Calw.
Neben den beiden großen christlichen Kirchen gibt es in Calw auch Gemeinden, die zu Freikirchen gehören, darunter eine Evangelisch-methodistische Gemeinde (Methodisten). Auch die Neuapostolische Kirche ist im Stadtteil Stammheim vertreten.
Eingemeindungen
Folgende Gemeinden wurden nach Calw eingegliedert oder mit der Stadt Calw zusammen geschlossen:
- 1933: Alzenberg (Gemeinde Speßhardt)
- 1. Mai 1972: Holzbronn
- 1. Januar 1975: Altburg (mit der 1933 eingegliederte Gemeinde Speßhardt), Hirsau und Stammheim
Einwohnerentwicklung
Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Die Zahlen sind Schätzungen, Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen der jeweiligen Statistischen Ämter (nur Hauptwohnsitze).
¹ Volkszählungsergebnis
Politik
Gemeinderat
Der Gemeinderat der Stadt Calw hat seit der letzten Kommunalwahl vom 13. Juni 2004 insgesamt 27 (bisher 29) Mitglieder, die den Titel Stadträtin/Stadtrat führen. Sie gehören folgenden Parteien an:
Bürgermeister
An der Spitze der Stadt Calw stand schon im 15. Jahrhundert der Bürgermeister, der vom Gericht alle 2 Jahre gewählt wurde. Ein Rat ist seit 1433 nachweisbar. Seit Erhebung zur Großen Kreisstadt 1976 trägt das Stadtoberhaupt den Titel Oberbürgermeister. Sein Stellvertreter ist der Erste Beigeordnete mit der Amtsbezeichnung Bürgermeister.
Bürgermeister und Oberbürgermeister
Wappen
Das Wappen der Stadt Calw zeigt in Gold auf blauem Dreiberg einen stehenden blau bezungten und blau gekrönten Löwen. Die Stadtflagge ist rot-gelb. Der Löwe auf dem Dreiberg ist das Wappen der Grafen von Calw, der früheren Ortsherren der Stadt. Das Wappen wird schon seit Jahrhunderten geführt und auch von der im Rahmen der Gebietsreform der 1970er Jahre neu gebildeten Stadt übernommen. Dabei wurde es am 20. Juli 1976 vom Regierungspräsidium Karlsruhe neu verliehen.
Städtepartnerschaften
Calw unterhält seit 1957 mit Latsch im Vinschgau in Südtirol eine Städtepartnerschaft. Darüber hinaus besteht eine Städtefreundschaft mit der thüringischen Stadt Weida.
Wirtschaft und Infrastruktur
Weida
Calw hat über 8.000 Arbeitsplätze, davon sind über 5.200 im Dienstleistungssektor und ca. 2.700 im produzierenden Gewerbe tätig.
Verkehr
Calw liegt an den Bundesstraßen B 295 und B 463. Der Bahnhof Calw liegt an der Nagoldtalbahn. Ferner führte früher die Württembergische Schwarzwaldbahn von Calw über Weil der Stadt und Leonberg nach Stuttgart.
Den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) bedienen mehrere Buslinien.
Behörden
Calw besitzt ein Finanzamt. Ferner ist hier der Sitz des Landratsamts des Landkreises Calw.
Gerichte
Calw hat ein Amtsgericht, das zum Landgerichtsbezirk Tübingen und zum OLG-Bezirk Stuttgart gehört.
Militär
Das Spezialkommando KSK der Bundeswehr ist in der Graf-Zeppelin-Kaserne bei Calw seit 1996 stationiert.
Bildung
Seit 2002 ist Calw Sitz der staatlich anerkannten Fachhochschule Calw - Hochschule für Wirtschaft und Medien. Derzeit bestehen zwei Fachbereiche: FB1 Steuern- und Prüfungswesen sowie FB2 Medien- und Kommunikationsmanagement.
An allgemein bildenden Schulen hat Calw zwei Gymnasien (Hermann-Hesse-Gymnasium und Maria-von-Linden-Gymnasium), eine Realschule und eine Förderschule (Seeäckerschule) sowie mehrere Grundschulen bzw. Grund- und Hauptschulen (Grund- und Hauptschule mit Werkrealschule Calw, Heumadenschule Grund- und Hauptschule mit Werkrealschule sowie Wimbergschule Grund- und Hauptschule mit Werkrealschule und je eine Grundschule in den Stadtteilen Altburg, Hirsau und Stammheim). Ferner gibt es die Klinikschule für Kranke an der Landesklinik Nordschwarzwald.
Der Landkreis Calw ist Träger der Beruflichen Schulen Hermann-Gundert-Schule (Kaufmännische und Hauswirtschaftliche Schule) und der Gewerblichen Schule Calw.
Die Privatschulen Betriebswirtschaftliche Fachschule Calw e.V., die Evangelische Berufsfachschule für Altenpflege Calw und die Private Heimsonderschule für Sprachbehinderte Calw-Stammheim runden das schulische Angebot in Calw ab.
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Calw verfügt über eine kleine, aber sehenswerte Altstadt, die vom letzten Krieg weitgehend verschont blieb. Von vielen Gästen besucht werden der Marktplatz der Stadt und die Nikolausbrücke.
In den 1970ern wurde ein Teil der historischen Innenstadt durch ein Einkaufszentrum ersetzt, die Innenstadt bald darauf durch die Einrichtung einer Fußgängerzone normiert und abgeriegelt. Gebäude aus Waschbeton (Busbahnhof, Parkhaus) prägen seit einigen Jahren den der Nagold zugewandten Teil. Ein um die Jahrtausendwende gebautes Einkaufszentrum begrenzt die Altstadt nach Norden.
Zu den Höhepunkten des Calwer Kulturjahres gehört der Calwer Hermann-Hesse-Preis. Mit ihm werden alle zwei Jahre Literaturzeitschriften und Übersetzer ausgezeichnet, die sich um das Werk Hermann Hesses verdient gemacht haben.
Theater
Im Kulturzentrum Calw - Badischer Hof finden zahlreiche Theater- und Kleinkunstdarstellung statt. Ferner gibt es während der Hirsauer Klosterspiele Kleinkunstvorführungen im Klosterkeller Calw-Hirsau. Hier gibt es auch die Hirsauer Marionettenbühne und die Stäffelesrutscher, eine schwäbische Mundartbühne.
Museen
Das Hermann-Hesse-Museum widmet sich dem Leben und Schaffen des großen Sohnes der Stadt und zeigt die umfangreichste Sammlung über den Literaturnobelpreisträger von 1946 und weltweit meistgelesenen deutschsprachigen Autors des 20. Jahrhunderts. Zudem laden das Museum der Stadt - Palais Vischer, ein Spielzeugmuseum, ein Gerbereimuseum und ein Bauernhausmuseum neben der mittelalterlichen Fachwerkstadt zum Besuch ein.
Bauwerke
Sehenswert ist vor allem der Marktplatz, das Geburtshaus von Hermann Hesse und die Nikolausbrücke mit Kapelle, welche als Wahrzeichen der Stadt gilt. Im Stadtteil Hirsau sind die Ruinen des ehemaligen Klosters zu besichtigen.
Persönlichkeiten
Hirsau
Ehrenbürger
Die Stadt Calw hat folgenden Personen das Ehrenbürgerrecht verliehen:
- Hermann Hesse, - 2. Juli 1877 in Calw; † 9. August 1962 in Montagnola, Literaturnobelpreisträger.
- Rolf Sannwald
- Richard Bauer
- Karl-Heinz Lehmann, Oberbürgermeister
Söhne und Töchter der Stadt
- 1465, Ulrich Rülein von Calw, † 1523 in Leipzig, Humanist, Arzt und Montanwissenschaftler
- 1772, 1. Mai, Karl Friedrich von Gärtner, † 1. September 1850 in Calw, deutscher Botaniker
- 1803, 5. März, August Friedrich Gfrörer, † 6. Juli 1861 in Karlsbad, Historiker und Abgeordneter der Frankfurter Nationalversammlung
- 1877, 2. Juli, Hermann Hesse, † 9. August 1962 in Montagnola, Schweiz, Schriftsteller
- 1890, 6. Dezember, Rudolf Schlichter † 3. Mai 1955 in München, Künstler
Literatur
- Joseph Stöckle: Führer durch Calw und Umgebung. Würzburg u. Wien, Verlag Leo Woerl, 1889.
- Württembergisches Städtebuch; Band IV Teilband Baden-Württemberg Band 2 aus Deutsches Städtebuch. Handbuch städtischer Geschichte - Im Auftrage der Arbeitsgemeinschaft der historischen Kommissionen und mit Unterstützung des Deutschen Städtetages, des Deutschen Städtebundes und des Deutschen Gemeindetages, hrsg. von Erich Keyser, Stuttgart, 1961.
Weblinks
- [http://www.calw.de Internetpräsenz der Stadt Calw]
- [http://www.fh-calw.de Internetseite der Fachhochschule]
- [http://www.globopix.de/html/nordschwarzwald_2.html Bildreiseführer Calw] - Calw in Fotos und Texten
Kategorie:Ort in Baden-WürttembergKategorie:Landkreis Calw
als:Calw
ja:カルフ
SchwippeDie Schwippe ist ein 15 km langer Nebenfluss der Würm in Baden-Württemberg und entspringt in Böblingen.
Am Flusslauf liegen die Orte Dagersheim, Darmsheim sowie Grafenau; die Nebenflüsse sind der Hinterweiler Bach, der Goldbach, der Aischbach und der Hulbgraben.
Kategorie:Fluss in Deutschland
Kategorie:Fluss_in_Baden-W%C3%BCrttemberg
1075
Politik und Weltgeschehen
- Gregor VII. verfasst das Dictatus Papae.
- Kosmas I. wird Patriarch von Konstantinopel.
- Calw, Dätzingen, Daun, Döffingen, Grötzingen, Jungingen, Metzingen, Ottenbronn und Troisdorf werden erstmals urkundlich erwähnt.
- 9. Juni - Niederlage der aufständischen Sachsen gegen König Heinrich IV. in der Schlacht bei Homburg an der Unstrut.
- Beginn des Investiturstreits zwischen Kirche und Kaiser.
- Friedrich I. von Schwarzenburg, Erzbischof von Köln († 1131)
- Juni - Lothar von Supplinburg, Herzog von Sachsen und als Lothar III. deutscher König und Kaiser († 1137)
- 4. Dezember - Anno II. von Köln, Erzbischof von Köln und Heiliger ( - um 1010)
- Al-Qaim, Kalif der Abbasiden ( - ?)
ko:1075년
13. Jahrhundert
Das 13. Jahrhundert begann am 1. Januar 1201 und endete am 31. Dezember 1300.
Etwa zur Jahrhundertmitte war der Übergang vom Hochmittelalter zum Spätmittelalter in Europa.
Ereignisse und Entwicklungen
- Vierter bis achter Kreuzzug
- Untergang der Dynastie der Hohenstaufen
- Die Mongolen unter Dschingis Khan erobern große Teile Asiens und Osteuropas und errichten eine mongolische Dynastie in China
- Marco Polo erreicht China und Tibet
- Erste islamische Reiche entstehen in Südostasien
- Ewiger Bund der Eidgenossen (Gründungsjahr der Schweiz 1291)
- In Straßburg entsteht die erste Bauhütte. Bauhütten gelten als Vorläufer der Zünfte.
- Gründung des Franziskanerordens
Persönlichkeiten
- Franz von Assisi, Gründer des Franziskanerordens
- Albertus Magnus, Universalgelehrter und Theologe
- Thomas von Aquin, Theologe
- Ludwig IX., König von Frankreich
- Friedrich II., Kaiser des Heiligen Römischen Reichs
- Dante Alighieri, italienischer Dichter
- Dschingis Khan, mongolischer Khan
- Baibars al-Bunduqdari, mamluckischer Sultan von Ägypten und Syrien
- Robert von Sorbon, französischer Gelehrter
Erfindungen und Entdeckungen
- Der Kompass wird aus dem Osten eingeführt. Er ermöglicht den Schiffen, von nun an fernab der Küsten zu segeln.
01-13
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ja:13世紀
ko:13세기
simple:13th century
th:คริสต์ศตวรรษที่ 13
ReichsdeputationshauptschlussDer Reichsdeputationshauptschluss war ein Beschluss der letzten Sitzung des Immerwährenden Reichstags am 25. Februar 1803 in Regensburg. Ihm lag ein im Juni 1802 zwischen Frankreich und Österreich vereinbarter Entschädigungsplan zugrunde, der auf dem Friedensvertrag von Lunéville fußt. Der Hauptschluss ist das letzte große Gesetz des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation.
Die französischen Revolutionskriege hatten die französische Ostgrenze bis zum Rhein hin verschoben und damit zahlreiche deutsche Fürsten um ihre linksrheinischen Besitzungen gebracht. Im Reichsdeputationshauptschluss wurde festgesetzt, dass diese durch kirchliche (Säkularisation) und weltliche Reichsstände (Mediatisierung) abgefunden werden sollten. Dazu wurden die geistlichen Fürstentümer (mit Ausnahme von Mainz, dessen Territorium verbunden mit der Würde eines Kurerzkanzlers auf Regensburg übertragen wurde) und die freien Reichsstädte (mit Ausnahme von Augsburg, Lübeck, Nürnberg, Frankfurt am Main, Bremen und Hamburg) aufgelöst und den benachbarten großen Fürstentümern zugeschlagen. Von der Säkularisation ausgenommen blieben zunächst auch der Deutsche Orden und der Malteserorden. Zugleich erhielten die Fürsten von Salzburg, Württemberg, Baden und Hessen-Kassel die Kurwürde der erloschenen Kurfürstentümer Köln, Trier und Pfalz.
Der Reichsdeputationshauptschluss wurde im März 1803 einstimmig vom Reichstag ratifiziert; der Kaiser schloss sich im April - wenn auch unter Vorbehalt - diesem Votum an.
Die Säkularisation und die anschließende Mediatisierung veränderten das Deutsche Reich völlig. Der Kaiser verlor mit den geistlichen Fürsten und Reichsstädten seine Hauptstützen im Reich. Der bisher katholisch dominierte Reichsfürstenrat wurde mehrheitlich evangelisch. Nachdem auch die Reichsritterschaft und viele kleine Fürstentümer bis 1806 ihre Selbständigkeit verloren hatten, reduzierte sich die Zahl der Territorien von einigen hundert auf etwa vierunddreißig. Fürstentümer wie Baden, Bayern oder Württemberg konnten dadurch große Gebietsgewinne verbuchen, waren im Gegenzug jedoch zur Loyalität gegenüber Napoleon verpflichtet.
Grenzen und Herrschaftsgebiete wurden bereinigt und schließlich führten sie zum Zusammenbruch des fein austarierten Herrschaftssystems des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation: 1806 legte Kaiser Franz II. seine Krone nieder.
Weblinks
- Hauptschluß der außerordentlichen Reichsdeputation
- http://www.napoleon.historicum.net/themen/aussenpolitik/deputatio.html
- Erklärung Sr. Maj. des Kaisers Franz II, wodurch er die deutsche Kaiserkrone und das Reichsregiment niederlegt, die Churfürsten, Fürsten und übrigen Stände, wie auch alle Angehörige und Dienerschaft des deutschen Reiches, ihrer bisherigen Pflichten entbindet vom 6. August 1806
- [http://www.humanistische-union.de/download.php?sid=35 Prof. Johannes Neumann: Der Reichsdeputationshauptschluss von 1803: Voraussetzungen und Folgen (PDF)]
Siehe auch
- Geschichte Deutschlands
- Reichsdeputation
Kategorie:Heiliges Römisches Reich
Kategorie:Kurpfalz
Kategorie:Deutsche Geschichte (19. Jh.)
Kategorie:1803
1806
- München wird Hauptstadt des Königreichs Bayern
- 1. Januar: Bayern und Württemberg werden zu Königreichen
- 1. Januar: Kurfürst Friedrich II. wird als Friedrich I. König von Württemberg
- 27. Februar: Preußen proklamiert die Besetzung Hannovers
- 10. Mai Steins Denkschrift an Luise
- 12. Juli: Gründung des Rheinbundes
- 6. August: Ende des Heiligen Römischen Reiches. Kaiser Franz II. aus dem Hause Habsburg-Lothringen legt die Kaiserkrone nieder
- 26. August: Johann Philipp Palm wird in Braunau am Inn auf Befehl Napoleons hingerichtet
- 2. September: Ein Bergsturz verschüttet das Schweizer Dorf Goldau; 457 Menschen kommen dabei ums Leben
- 9. Oktober: Friedrich Wilhelm III. erklärt Frankreich den Krieg
- 14. Oktober: Napoleon I. schlägt in der Schlacht bei Jena und Auerstedt die preußische Armee. [http://www.jena1806.de/]
- 20. Oktober: Napoleon zieht mit seinen Truppen in Berlin ein
- 28. Oktober: Kapitulation des preußischen Heeres unter Fürst zu Hohenlohe-Ingelfingen an Napoleon Bonaparte bei Prenzlau
- 21. November: Napoleon erlässt das Berliner Dekret und errichtet damit die Kontinentalsperre gegen England
- 11. Dezember Frieden von Posen, Sachsen schließt Frieden mit Frankreich
- Der Walfänger Bristow entdeckt die Gruppe der Auckland-Inseln
- Napoléon Bonaparte ernennt Andorra zur Republik
Kultur
- 25. Februar: Uraufführung der Oper Faniska von Luigi Cherubini am Theater am Kärntnertor in Wien
- 14. April: Uraufführung der Oper Die Sylphen von Friedrich Heinrich Himmel an der Hofoper in Berlin
- 4. Oktober: Uraufführung der komischen Oper Philoclès von Victor Dourlen an der Opéra-Comique in Paris
- 23. Dezember: Uraufführung des Violinenkonzerts von Ludwig van Beethoven in Wien
- Goethe veröffentlicht Faust 1. Teil
- 1. Januar: Karl von Weber, deutscher Historiker († 1863)
- 1. Januar: Lionel Kieseritzky, französisch-polnischer Schachmeister († 1853)
- 3. Januar: Henriette Sontag, Opernsängerin († 1854)
- 13. Januar: Michel Chevalier, französischer Ökonom und Freihändler († 1879)
- 14. Januar: Matthew Fontaine Maury, US-amerikanischer Marineoffizier und Hydrograph († 1873)
- 19. Februar: Johannes von Kuhn, deutscher Theologe († 1887)
- 3. März: Emil Adolf Roßmäßler, deutscher Naturforscher und Volksschriftsteller († 1867)
- 10. März: Eduard Friedrich Weber, deutscher Physiologe und Arzt († 1871)
- 21. März: Benito Juárez, mexikanischer Staatsmann und Präsident († 1872)
- 28. März: Hans Victor von Unruh, Politiker und Regierungsrat († 1886)
- 2. April: Giacomo Antonelli, römischer Kardinal und Staatssekretär († 1876)
- 2. April: Friedrich Halm, österreichischer Dichter und Dramatiker († 1871)
- 6. April: Friedrich Wilhelm Ritschl, deutscher Sprachwissenschaftler († 1876)
- 9. April: Isambard Kingdom Brunel, britischer Ingenieur († 1859)
- 11. April: Alexander Graf von Auersperg, österreichischer Dichter und Politiker († 1876)
- 15. April: Emile Souvestre, französischer Roman- und Bühnendichter († 1854)
- 29. April: Ernst von Feuchtersleben, österreichischer Popularphilosoph († 1849)
- 8. Mai: António José de Ávila, portugiesischer Politiker († 1881)
- 8. Mai: Johann Friedrich Kittl, tschechischer Komponist († 1868)
- 20. Mai: John Stuart Mill, englischer Philosoph und Ökonom († 1873)
- 26. Mai: Vinzenz Jakob von Zuccalmaglio, bergischer Schriftsteller und Dichter († 1876)
- 9. Juni: Ernst von Bibra, Naturforscher und Schriftsteller († 1878)
- 12. Juni: John August Roebling, Ingenieur († 1869)
- 18. Juni: Julius Köbner, Mitbegründer der deutschen Baptistengemeinden
- 21. Juni: Emile de Girardin, französischer Verleger († 1881)
- 27. Juni: Augustus de Morgan, englischer Mathematiker († 1871)
- 19. Juli: Lorenz Diefenbach, deutschnationaler Schriftsteller und Sprachwissenschaftler († 1883)
- 22. Juli: Johann Kaspar Zeuß, deutscher Philologe († 1856)
- 2. August: Alexander von Soiron, Abgeordneter in der Frankfurter Nationalversammlung († 1855)
- 10. August: Carl Franz Wilhelm Edel, deutscher Jurist und Politiker († 1890)
- 10. August: Julius Weisbach, deutscher Mathematiker und Ingenieur († 1871)
- 16. September: Fjodor Fjodorowitsch Andresen, Russischer Maler
- 17. September: Guillaume-Benjamin Duchenne, franzoesischer Physiologe († 1875)
- 18. September: Heinrich Laube, deutscher Schriftsteller und Dramatiker († 1884)
- 19. September: Fabre Geffrard, haitianischer Politiker († 1879)
- 19. September: William Dyce, britischer Maler († 1864)
- 29. September: Friedrich Feuerbach, Philologe und Philosoph († 1880)
- 9. Oktober: Anton von Stabel, Regierungschef von Baden († 1880)
- 13. Oktober: Otto Unverdorben, Kaufmann und Apotheker († 1873)
- 25. Oktober: Max Stirner, deutscher Philosoph († 1856)
- 20. November: Adolf Harless, deutscher protestantischer Theologe († 1879)
- 12. Dezember: François Blanc, französischer Mathematiker und Finanzier († 1877)
- 17. Dezember: Johann Christian Friedrich Tuch, deutscher Orientalist († 1867)
- 16. Januar: Nicolas Leblanc, französischer Arzt, Chemiker und Fabrikant ( - 1742)
- 23. Januar: William Pitt der Jüngere, Premierminister von Großbritannien ( - 1759)
- 22. Februar: James Barry, britischer Maler ( - 1741)
- 3. März: Heinrich Christian Boie, evangelischer Theologe ( - 1744)
- 2. April: Werner Marx, war Generalvikar in Köln ( - 1746)
- 27. April: Amalie von Gallitzin, Mitbegründerin des 'romantischen' Katholizismus ( - 1748)
- 8. Juni: Johann Joseph La Roche, österreichischer Schauspieler ( - 1745)
- 10. Juni: Peter Villaume, deutscher Theologe und Pädagoge ( - 1746)
- 10. Juli: Georg Stubbs, britischer Maler ( - 1724)
- 26. Juli: Karoline von Günderode, deutschsprachige Schriftstellerin ( - 1780)
- 10. August: Johann Michael Haydn, österreichischer Komponist ( - 1737)
- 22. August: Jean-Honoré Fragonard, französischer Maler ( - 1732)
- 23. August: Charles Augustin de Coulomb, französischer Physiker ( - 1736)
- 10. September: Johann Christoph Adelung, deutscher Bibliothekar ( - 1732)
- 13. September: Charles James Fox, britischer Politiker ( - 1749)
- 10. Oktober: General Louis Ferdinand Prinz von Preußen fällt bei Saalfeld ( - 1772)
- 17. Oktober: Jakob I., Kaiser von Haiti seit 1804 ( - etwa 1760)
- 26. Oktober: John Graves Simcoe, Vizegouverneur von Oberkanada (Upper Canada) ( - 1752)
- 31. Oktober: Sophie Mereau, deutsche Schriftstellerin ( - 1770)
- 10. November: Claude-Nicolas Ledoux, französischer Architekt ( - 1736)
- 10. November: Karl Wilhelm Ferdinand von Braunschweig, preußischer Feldmarschall ( - 1735)
- 11. November: Josef Gottlieb Koelreuter, deutscher Botaniker und Professor für Naturgeschichte ( - 1733)
- 11. November: Fra Diavolo, Straßenräuber und Widerstandskämpfer ( - 1760)
- 9. Dezember: Franz, Herzog von Sachsen-Coburg-Saalfeld ( - 1750)
ko:1806년
simple:1806
14. Jahrhundert
Das 14. Jahrhundert begann am 1. Januar 1301 und endete am 31. Dezember 1400.
Es ist die Epoche des Spätmittelalters in Europa.
Ereignisse und Entwicklungen
- Die Krise des 14. Jahrhunderts
- Übergang von der mittelalterlichen Wärmephase zur kleinen Eiszeit
- Entstehung des Osmanischen Reichs
- Ein Drittel der europäischen Bevölkerung stirbt an der seit sechshundert Jahren ersten Epidemie der Pest, siehe Schwarzer Tod. (Erste und gravierendste Welle: 1347–1351, dann mehr oder weniger regelmäßig alle neun bis zwölf Jahre mit Unterbrüchen bis sie 1722 ganz aus Europa verschwindet.)
- Ende der mongolischen Yuan Dynastie in China und Anfang der Ming Dynastie (1368)
- Das Abendländische Schisma der Römisch-Katholischen Kirche beginnt 1378 und führt zu zeitweilig drei gleichzeitigen Päpsten.
- Die seit dem 13. Jahrhundert entstehenden Bauhütten erleben ihre Blütezeit.
Persönlichkeiten
- Bonifatius VIII., Papst
- Albrecht I., Deutscher König
- Longchen Rabjam, buddhistischer Gelehrter
Erfindungen und Entdeckungen
- Richtiges Mischverhältnis des Schwarzpulvers durch den Mönch Berthold Schwarz wird angeblich im Jahre 1313 entdeckt.
- Im Laufe des 14. Jahrhunderts begann man die Kräfte des Wassers und die des Windes aktiv zu nutzen.
- Ein anderes Zeitgefühl hielt Einzug in die Dörfer, es kam mit der Erfindung und Einführung der Turmuhren.
- Die Bauern erhielten ein neues Mittel, ihre Felder zu bestellen, nämlich die Sense.
- Mit der Erfindung des Spinnrades erhielten die Familien eine neue Verdienstmöglichkeit.
- In der Geldwirtschaft wurde die Buchführung wesentlich verfeinert. Kreditbriefe und Wechsel erhielten nicht zuletzt im hundertjährigen Krieg ihre Bedeutung.
- Die Arabischen Zahlen beginnen die Römischen Zahlen abzulösen.
Literatur
- Barbara Tuchman: Der ferne Spiegel. Das dramatische 14. Jahrhundert. ISBN 3-423-10060-5
Links
- [http://www.ig-mim.de Interessengemeinschaft Mensch im Mittelalter e.V] Darstellung des alltäglichen Lebens im 14ten Jahrhundert. Mode, Haushalt, Alltagsleben
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ja:14世紀
ko:14세기
th:คริสต์ศตวรรษที่ 14
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Politik und Weltgeschehen
- Erzbischof Friedrich III. von Saarwerden gründet die Universität zu Köln als erste städtische Universität in Europa
- Schweiz: Mordnacht von Weesen
- Schweiz: Schlacht bei Näfels
- 10. August - Thomas von Haselbach, österreichischer Theologe, Universitätsprofessor und Geschichtsschreiber († 1464)
- 21. Mai - Kuno II. von Falkenstein, Erzbischof und Kurfürst von Trier ( - um 1320)
ko:1388년
Ullrichstein
Der Ulrichstein ist ein historisches Denkmal in der Gemeinde Grafenau (Baden Württemberg) welches 1888, dem 500. Todestage des Grafensohnes Ulrich von Württemberg, errichte wurde. Er fiel in der Schlacht bei Döffingen im Jahre 1388, welche als die größte und blutigste Schlacht des 14. Jahrhunderts in ganz Süddeutschland gilt.
Der Ulrichstein ist 1,50 Meter hoch und besteht aus rotem Sandstein.
Graf Ulrich führte die Vorhut der Armee des Landesfürsten, die hier im Kampf gegen die Freien Reichsstädte zog.
Die gesamte Vorhut wurde aufgerieben. Doch seinem Vater Eberhard dem Greiner der mit der Hauptarmee kam, gelang es die Schlacht noch zu gewinnen.
Die Schlacht um Döffingen gilt als die entscheidende Schlacht welche die Macht des Schwäbischen Städtebundes zerbrach und somit das Herzogtum und später das Königreich Württemberg ermöglichte.
Weblinks
- http://www.zeitreise-bb.de/grafen/doeff/stein.html
Kategorie:Kulturdenkmal (Baden-Württemberg)
Eberhard II. (Württemberg, Graf)
Eberhard II., genannt "der Greiner" ( - nach 1315; † 15. März 1392 in Stuttgart) war Graf von Württemberg von 1344 bis 1392.
Eberhard II. heiratete am 17. September 1342 die Gräfin Elisabeth von Henneberg-Schleusingen. Aus der Ehe gingen zwei Kinder hervor: Ulrich, der Vater seines Nachfolgers Eberhard III., und Sophie, die spätere Herzogin von Lothringen.
Von Beginn seiner Regierungszeit bis 1361 regierte Eberhard II. gemeinsam mit seinem Bruder Ulrich IV., den er zur Zustimmung zu einem Hausvertrag zwang, der die Unteilbarkeit Württembergs bestätigte. Ulrich überließ bald darauf am 1. Mai 1362 Eberhard die alleinige Regentschaft. Zur Festigung seiner Macht und zur territorialen Vergrößerung Württembergs ging Eberhard II. verschiedene Bündnisse und Auseinandersetzungen mit Kaiser Karl IV. ein. Als Ergebnis erhielten Eberhard und sein Bruder 1360 zusätzliche Privilegien (z.B. die alleinige Gerichtsbarkeit), die die Grafschaft Württemberg neu definierten. Aufsehen errregte 1367 der Überfall des Grafen Wolf von Eberstein auf Eberhard, während eines Aufenthalts "im Wildbad" (vermutlich Wildbad oder Teinach). In seiner weiteren Regierungszeit richtete Eberhard seine Politik stark gegen die Reichsstädte aus, die der Ausdehnung des württembergischen Territoriums im Weg standen. 1372 bei Altheim, 1377 bei Reutlingen und 1388 bei Döffingen kam es dabei zu Schlachten gegen die ab 1376 im Schwäbischen Städtebund zusammengeschlossenen Reichsstädte. Ergebnis dieser Auseinandersetzungen war eine Pattsituation, die den Städten ihre Unabhängigkeit erhielt. Die territorialen Zugewinne Württembergs während der Regierungszeit Eberhards waren dennoch beträchtlich (z.B. Calw und Böblingen). In der für Württemberg siegreichen Schlacht bei Döffingen starb Eberhards Sohn und designierter Nachfolger Ulrich (siehe Ulrichstein).
Eberhard ging durch Balladen Schillers und Uhlands in die Literatur ein.
Kategorie:Mann
Kategorie:Deutscher
Kategorie:Graf (Württemberg)
Kategorie:Gestorben 1392
Freie ReichsstadtDer Begriff Freie Reichsstadt bezeichnet im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation sowohl jene Kommunen, die keinem Reichsfürsten, sondern direkt dem Kaiser unterstanden, als auch manche Bischofsstädte, die eine gewisse Autonomie erworben hatten, zum Beispiel dem Kaiser keine Heerfolge leisten mussten. Erstere wurden ursprünglich als Reichsstädte bezeichnet, letztere als Freie Städte.
Aus dem Status der Reichsunmittelbarkeit ergab sich für die Reichsstädte eine Reihe von Freiheiten und Privilegien. Sie waren im Inneren weitgehend autonom und verfügten im Allgemeinen über eine eigene niedere und hohe Gerichtsbarkeit. Insbesondere die Hochgerichtsbarkeit stellte sie den Fürsten gleich und unterschied sie von den landständischen Städten, die einem Landesherren untertan waren. Als Reichsstände hatten die Reichsstädte aber auch besondere Pflichten gegenüber dem Kaiser. So hatten sie ihre Steuern direkt an ihn abzuführen und auf Verlangen Heerfolge zu leisten.
Die Freien Städte erhielten ihren Status durch vom Kaiser und/ oder dem Bischof gewährte Freiheitsprivilegien. Sie waren denen der Reichsstädte meist ähnlich, mit dem Unterschied, dass sie auch von der Heerfolge (außer bei Kreuzzügen) und den Steuern befreit waren.
Geschichte
Wie bereits beschrieben wurde ursprünglich zwischen Reichsstädten, die reichsunmittelbar waren, und den Freien Städten, die sich von einem bischöflichen Stadtregiment im 13. und 14. Jahrhundert befreit hatten, unterschieden. Die Freien Städte waren nicht zur Steuerzahlung an den Kaiser verpflichtet und unterlagen nicht dem Gefolgszwang gegenüber diesem. Zu ihnen gehörten unter anderem | | |