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Grafschaft

Grafschaft

Eine Grafschaft war ursprünglich der Amtsbezirk, dem ein Graf als Richter vorstand; dann das reichsunmittelbare Besitztum und später die Standesherrschaft eines Grafen; auch Bezeichnung der Provinzen in Großbritannien (für England siehe Grafschaft (England)), der Republik Irland und Nordamerika (County), wobei in den USA aber Landkreis wohl die bessere Übersetzung ist. Die letzten souveränen deutschen Grafschaften fielen dem Reichsdeputationshauptschluss von 1803 zum Opfer.
- Landkreise, die ihre Territorialgeschichte auf ehemals souveräne Grafschaften zurückführen können, tragen häufig diesen Titel in ihrem offiziellen Namen:
  - Landkreis Grafschaft Bentheim (Niedersachsen, Deutschland)
  - Landkreis Grafschaft Diepholz (Niedersachsen, Deutschland)
- Es existieren außerdem Orte bzw. Ortsteile, die den Namen Grafschaft tragen:
  - Grafschaft (Friesland) (Deutschland)
  - Grafschaft (Sauerland) (Ortsteil der Stadt Schmallenberg im Hochsauerlandkreis, Nordrhein-Westfalen, Deutschland)
  - Grafschaft (Rheinland) (Gemeinde im Landkreis Ahrweiler, Rheinland-Pfalz, Deutschland)
  - Grafschaft Hoya (Gemeinde im Landkreis Nienburg, Niedersachsen, Deutschland)
  - Grafschaft VS (Gemeinde im Kanton Wallis, Schweiz)
  - Grafschaft ZH (Ortsteil der Gemeinde Niederglatt im Kanton Zürich, Schweiz) Kategorie:Region in Deutschland Kategorie:Geographischer Begriff

Amtsbezirk

Amtsbezirk ist die Bezeichnung für einen Verwaltungsbezirk in Preußen/Deutschland von 1874 bis 1945 und heute noch in einigen Kantonen der Schweiz (siehe: Bezirke der Schweiz).

Amtsbezirke nach der preußischen östlichen Kreisordnung

Die preußischen Amtsbezirke fassten mehrere Landgemeinden und Gutsbezirke zur gemeinsamen Verwaltung zusammen.

Preußen

Mit der Einführung der Kreisordnung für die sechs östlichen preußischen Provinzen vom 13. Dezember 1872 zum 1. Januar 1874 wurde die gutsherrliche Polizeigewalt beseitigt. Sie wurde aber nicht auf die Gemeinden oder auf den Kreis übertragen, sondern den neuen Amtsvorstehern anvertraut. Diese wurden vom Kreistag für ihren Bezirk, den Amtsbezirk gewählt und vom König, später vom Oberpräsidenten und zuletzt vom Regierungspräsidenten ernannt. Der Amtsbezirk umfasste mehrere Landgemeinden und/oder Gutsbezirke, während die Stadtgemeinden außerhalb des Bereichs eines Amtsbezirks blieben. Größere Landgemeinden oder Gutsbezirke konnten auch allein für sich einen Amtsbezirk bilden (Eigenamtsbezirk). Der Amtsvorsteher war die Ortspolizeibehörde. Er wurde für die Dauer von 6 Jahren gewählt und ernannt. Bei Fehlen geeigneter Kandidaten konnte auch ein Amtsvorsteher für den Bereich eines oder mehrerer benachbarter Amtsbezirke kommissarisch ernannt werden. In einem Eigenamtsbezirk nahm der Gemeinde- oder Gutsvorsteher die Aufgaben des Amtsvorstehers wahr. Einen bestimmten Amtssitz gab es nicht. Die Geschäfte wurden vom Wohnsitz des Amtsvorstehers aus ehrenamtlich geleitet, so dass dieser Sitz bei der Benennung eines neuen Amtsvorstehers auch örtlich wechseln konnte. So sollte eine sparsame Verwaltung gewährleistet sein und die schwache Finanzkraft der östlichen Kreise Preußens nicht durch eine hauptamliche Verwaltung überfordert werden. Nach der Revolution wurden 1919/1920 kreisweise ohne Rücksicht auf die jeweilige Amtsdauer in ganz Preußen alle Amtsvorsteher geschlossen neu gewählt. Die Dauer der Wahlperiode war offen, sie sollte gesetzlich neu bestimmt werden. Dazu ist es aber bis 1945 nicht mehr gekommen. Danach wurden die Amtsvorsteher ab 1919 auf unbestimmte Dauer bis zur neuen Wahl oder Ernennung eines Amtsvorstehers ernannt.

Freie Stadt Danzig

Die bisherigen preußischen Regelungen blieben nach 1920 bestehen, nur wurde die Amtsdauer der Amtsvorsteher auf 4 Jahre verkürzt.

Memelgebiet

Die bisherigen preußischen Regelungen blieben nach 1920 bestehen, nur wurde die Amtsdauer der Amtsvorsteher auf 3 Jahre verkürzt.

Amtsbezirke in außerpreußischen Ländern

Auch die Landkreise des Landes Anhalt waren ähnlich dem preußischen Muster in Amtsbezirke eingeteilt.

Amtsbezirke in den „eingegliederten Ostgebieten“

Nach der Annexion weiter Gebiete Westpolens durch das Deutsche Reich zum 26. Oktober/20. November 1939 – sogenannte „eingegliederte Ostgebiete“ – musste die Verwaltung der dortigen Gemeinden dem Reichsrecht angepasst werden. Während den Stadtkreisen ab 1. Januar 1940 und den meisten wichtigen Städten nach und nach das Recht der Deutschen Gemeindeordnung von 30. Januar 1935 verliehen wurde, sah Artikel III1 der Verordnung über die Einführung der Deutschen Gemeindeordnung in den eingegliederten Ostgebieten vom 21. Dezember 1939 mit Wirkung vom 1. April 1940 vor, dass die „übrigen“ Gemeinden vorläufig in Amtsbezirken zusammengefasst wurden und von Amtskommissaren verwaltet wurden. Diese Amtsbezirke wurden neu bestimmt, fußten aber zum größten Teil auf den Bezirken der bisherigen polnischen Großgemeinden (Gmina), die wiederum mehrere Dorfgemeinden umfassten. Die früheren Posener Polizeidistrikte wurden nicht wieder hergestellt. Der Amtskommissar war ein Beamter des Landkreises, der die Einzelgemeinden des Amtsbezirks insgesamt verwaltete. Insbesondere haushaltsrechtlich wurde der gesamte Amtsbezirk als Einheit betrachtet. Von „kommunalrechtlicher Selbstständigkeit“ konnte daher auch im nationalsozialistischen Sinne keine Rede sein. In einem einzigen Falle ist bis Kriegsende ein solcher Amtsbezirk unter Verleihung der Deutschen Gemeindeordnung von 30. Januar 1935 an die Einzelgemeinden noch umgewandelt worden. Das geschah mit Wirkung vom 1. April 1944 für die Gemeinden der „Koschneiderei“ im Landkreis Konitz, Reichsgau Danzig-Westpreußen für den Amtsbezirk Osterwick, Kr. Konitz. Dieser umfasste danach die nach der Deutschen Gemeindeordnung verwalteten Gemeinden:
- Döringsdorf
- Dützenfließ
- Frankenhagen
- Görsdorf, Kr. Konitz
- Götzendorf
- Granau
- Harmsdorf, Kr. Konitz
- Heideneuhof
- Lichnau
- Osterwick, Kr. Konitz
- Schlagenthin Kategorie:Kommunalverwaltung

Richter

Ein Richter ist Inhaber eines öffentlichen Amtes bei einem Gericht, der Aufgaben der rechtsprechenden Gewalt wahrnimmt. Er trifft als neutrale Person allein oder zusammen mit anderen Richtern in einem Spruchkörper Entscheidungen über konkrete Sachverhalte, zum Beispiel im Zivilprozess in einem Streit zwischen zwei oder mehr Parteien über privatrechtliche Ansprüche, im Strafprozess über die Verurteilung eines Angeklagten oder im Verwaltungsgerichtsprozess über die Rechtmäßigkeit von Verwaltungshandeln, wie z. B. Verwaltungsakten. Dabei soll er unparteiisch die Wahrheit erkennen und Gerechtigkeit üben. Der Richter ist bei seiner Entscheidungsfindung an Gesetze und an die in seinem Land geltende Verfassung gebunden. In einigen Ländern hat eine Jury aus Geschworenen die Entscheidung über die Schuld zu treffen. Die Aufgabe des Richters ist es dann, die Gesetze zu benennen, unter denen die Verurteilung erfolgt, und das Strafmaß zu bestimmen. In Großbritannien trägt der Richter noch die Allongeperücke. Diese wird im restlichen Europa seit etwa dem 18. Jh. nicht mehr verwendet.

Richter in Deutschland

In Deutschland ist dem Richter nach Artikel 92 Grundgesetz die rechtsprechende Gewalt anvertraut. Nach Artikel 97 Grundgesetz sind die Richter sachlich und persönlich unabhängig; das heißt, sie sind im Rahmen der rechtsprechenden Tätigkeit keinen Weisungen, nur dem Gesetz unterworfen. Die persönliche Unabhängigkeit bezieht sich nur auf die Berufsrichter; sie können nur unter ganz besonderen Voraussetzungen und gegen ihren Willen nur kraft richterlicher Entscheidung abberufen werden. Berufsrichter kann nur sein, wer die Befähigung zum Richteramt erworben hat. Diese setzt ein rechtswissenschaftliches Studium mit einer ersten Prüfung und einen anschließenden Vorbereitungsdienst mit Abschluss der zweiten Staatsprüfung voraus. Richter stehen nicht in einem Arbeitsverhältnis, sondern beim Bund oder einem Land in einem öffentlich-rechtlichen Dienstverhältnis eigener Art, dem Richterverhältnis, das in mancher Hinsicht Ähnlichkeiten mit dem Dienstverhältnis eines Beamten hat. Die Rechtsprechung wird von Berufsrichtern und ehrenamtlichen Richtern ausgeübt.

Berühmte Personen die (auch) als Richter fungierten


- Salomon
- Solon
- Pontius Pilatus
- Francis Bacon
- Thomas More
- E.T.A. Hoffmann
- Thurgood Marshall
- Herbert Rosendorfer
- Roman Herzog Siehe auch: Einzelrichter, Kollegialgericht Kategorie:Gerichtsverfassungsrecht Kategorie:Dienstleistungsberuf !

Reichsunmittelbarkeit

Als reichsunmittelbar wurden im spätmittelalterlichen und frühneuzeitlichen Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation diejenigen Personen und Institutionen bezeichnet, die keiner anderen Herrschaft unterstanden, sondern direkt und unmittelbar dem Kaiser untergeben waren. Man unterscheidet drei Gruppen von reichsunmittelbaren Personen oder Körperschaften: # jene, die persönlich zur Teilnahme an den Reichstagen berechtigt waren, # solche, die nur über Korporationen dort vertreten waren und # schließlich jene, die nicht auf dem Reichstag erscheinen konnten. Zur ersten Gruppe gehörten die Kurfürsten, Fürsten und die reichsunmittelbaren Bischöfe. Die zweite Gruppe waren die Grafen und Herren, die Reichsstädte sowie die reichsunmittelbaren Äbte. Alle zusammen bildeten die Reichsstände. Reichsunmittelbar – aber nicht zu den Reichsständen gehörig – waren die Reichsritter, eine Reihe von Klöstern (vor allem Frauenklöster) und einige Freiorte oder Reichsdörfer. Diese reichsunmittelbaren Leute waren die verbliebenen direkten Vasallen des Kaisers, die im Mittelalter das Krongut gebildet hatten und wesentlich zahlreicher waren als am Ende des Reiches. In vielen Fällen war die Reichsunmittelbarkeit eines Ortes oder Klosters umstritten, denn die benachbarten Fürsten trachteten danach, die reichsunmittelbaren Gebiete ihren Territorien anzuschließen. Mit dem Reichsdeputationshauptschluss von 1803 war die Reichsunmittelbarkeit bis auf wenige Reichsstädte beendet. Nach der Auflösung des Reiches im Jahre 1806 hörte die Institution der Reichsunmittelbarkeit endgültig auf zu existieren. Kategorie:Heiliges Römisches Reich

Graf

Graf war ein (deutscher) Adelstitel (vom althochdeutschen grafio, gravo, wahrscheinlich vom mittellateinischen graffio, bzw. byzantinisch-griechischen grapheus oder suggrapheus „er die eine Versammlung (= Landtag) zusammen ruft“, lat. comes, frz. comte, ital. conte). Zu spatrömischer Zeit war Comes die Bezeichnung eines hohen kaiserlichen Finanzbeamten (comes largitionum). Im Merowinger- und Frankenreich war der Graf königlicher Amtsträger in einer Verwaltungseinheit (Grafschaft, Gau), der die Regalien ausübte und in bestimmten Bereichen (Mark, Königsburg, Pfalz, Königsgut) Stellvertreter des Königs. Der Graf war zunächst mit Wehrhoheit, später auch mit Gerichtsbarkeit, Finanz- und Verwaltungshoheit ausgestattet. Die Grafschaftsverfassung des Frankenreichs wurde von England (county), Frankreich, Spanien, Italien und Ungarn (Komitat) übernommen. Seit den Ottonen wandelte sich die Grafschaft vom ursprünglichen Dienstadel durch die zunehmende Erblichkeit des Grafentitels und die Einbindung ins Lehenssystem zum Geburtsadel. Bereits die Ottonen scheinen die Erblichkeit der Grafenämter und Lehen anerkannt und die gräflichen Adelsherrschaften respektiert zu haben. Dem salischen Versuch, der Reorganisation der Grafschaft als Dienstadel war kein nachhaltiger Erfolg beschieden, so dass im Hochmittelalter die hochadeligen Fürstenfamilien die meisten Grafenherrschaften und damit deren Rechte unter ihre Kontrolle bringen konnten und sich der Grafentitel nur als Adelsklasse erhielt. Der deutsche Adel teilte sich früher in zwei Klassen, den Hohen und Niederen Adel. Grafen waren die niedrigsten Mitglieder des Hohen Adels. Die Ehefrau des Grafen heißt "Gräfin", die Nachfahren von Grafen erhielten ebenfalls den Titel Graf, die unverheiratete Tochter den Titel Komtess (frz.: comtesse). Alle Grafen aus dem niedrigen Adel wurden mit Hochwohlgeboren, die aus dem hohen Adel, ehemalig regierend, wurden mit Erlaucht angeredet (siehe unter Standesherrliche Häuser im Genealogischen Handbuch des Adels. Es gab auch den Grafentitel zweiter Klasse. Nur der Besitzer eines Fideikommisses kam in den Grafenstand, seine Kinder blieben Freiherren bzw. Freiinnen. Nach dem Tod des Grafen folgte meistens der älteste Sohn, der dann Graf wurde, seine Geschwister blieben im Freiherrenstand. Nach 1919 ging somit bei einigen freiherrlichen Familien der Grafentitel verloren, da die Titel als Bestandteile des Namens festgeschrieben wurden. Seit 1919 sind Adelstitel in Deutschland nur noch Bestandteil des Familiennamens.

Landgraf

Landgraf (lat.: comes magnus, comes patriae, comes provinciae, comes terrae, comes principalis, lantgravius) war der Adelstitel königlicher bzw. kaiserlicher Amtsträger, die ein Herrschaftsgebiet, ursprünglich innerhalb der Reichsgrenzen, unmittelbar vom deutschen König zum Lehen hatten, ohne dass die Vermittlung eines Herzogs, Reichbischofs oder Pfalzgrafen vorlag. Landgrafschaften waren politische Schöpfungen um die Macht bestimmter Herzöge abzuschwächen. Im HRR waren ab dem Spätmittelalter Land-, Mark- und Pfalzgrafen ebenfalls dem Fürstenstand angehörig und damit den Herzögen faktisch gleichgestellt. Am bedeutendsten waren im Hohen Mittelalter die Landgrafen von Thüringen, deren Landgrafentitel durch die Nachfahren der heiligen Elisabeth im Haus Hessen von Thüringen ins benachbarte Hessen „einwanderte“, während der Landgrafentitel in Thüringen selbst, nach dem Herrschaftsantritt durch des Wettiner Herogenhaus, vom Titel eines Herzogs von Sachsen übedeckt wurde. 1292 wird die neue Landgrafschaft Hessen vom Kaiser als Reichsfürstentum bestätigt. Die Brabanter Linien in Hessen - das Haus Hessen - führten bis ins 19. Jahrhundert den Landgrafentitel, bevor der Landgraf von Hessen-Kassel 1803, nach Beschluss des Reichsdeputationshauptschlusses, vom Kaiser des HRR zum Kurfürsten erhoben wurde. Der Landgraf von Hessen-Darmstadt wurde durch Napoleon I. zum Großherzog erhoben. Die Fürsten nannten sich fortan Kurfürst, respektive Großherzog und souveräner Landgraf. Die zeitweilig von Darmstadt annektierte Landgrafschaft Hessen-Homburg wurde 1817 als souveränes Fürstentum im Deutschen Bund wiederhergestellt. Als 1866 der dortige regierende Landgraf kinderlos verstarb, fiel die Landgrafschaft Hessen-Homburg endgültig an das Großherzogtum Hessen (Darmstadt) zurück. Im selben Jahr wurde, infolge des Preußisch-Österreichischen Krieges, Kurhessen durch Preußen annektiert und das Territorium Hessen-Homburg fiel ebenfalls an das Königreich Preußen. Im Haus Hessen wird seit 1866 (Kurhessen), bzw. 1918 (Großherzogtum Hessen), nach dem Verlust der Kurfürsten- bzw. Großherzogstitel), heute der Name Landgraf von Hessen geführt. Älteste Landgrafschaften in Lothringen sind:
- Landgrafschaft Brabant: urkundlich bezeugt bei der Gründung der Abtei von Affligem in 1086, Graf Heinrich III von Löwen, comes patriae Bracbatensis;
- Landgrafschaft Geldern (ndl: Gelre) (wahrscheinlich zu identifizieren mit der Teisterbant) in einer Kaiserurkunde, MGH DD Henrici IV nr. 459: Gerardus lantgrave (= Gerard 'der Lange' von Gelre) in 1096.
- Landgrafschaft Hochstaden (12. Jh). Weitere Landgrafschaften: Baar, Breisgau, Hegau, Heiligenberg, Leuchtenberg, Nellenburg, Stühlingen. Literatur: Mayer, T., 'Über Entstehung und Bedeutung der älteren deutschen Landgrafschaften', Theodor Mayer Mitteralterliche Studien – Gesammelte Aufsätze, ed. F. Knapp (Sigmaringen 1958) 187-201. Auch in: Zeitschrift der Savigny-Stiftung für Rechtsgeschichte, Germanische Abteilung 58 (1938) 210-288. Mayer, T., 'Herzogtum und Landeshoheit', Fürsten und Staat. Studien zur Verfassungsgeschichte des deutschen Mittelalters (Weimar 1950) 276-301. Eichenberger, T., Patria: Studien zur Bedeutung des Wortes im Mittelalter (6.-12. Jahrhundert), Nationes – Historische und philologische Untersuchungen zur Entstehung der europäischen Nationen im Mittelalter 9 (Sigmaringen 1991). Van Droogenbroeck, F.J., 'De betekenis van paltsgraaf Herman II (1064-1085) voor het graafschap Brabant', Eigen Schoon en De Brabander 87 (Brussel 2004) 1-166.

Markgraf

Markgraf (engl.: Marquess od. Margrave; frz.: [http://fr.wikipedia.org/wiki/Marquis Marquis]; nl.: Markies, Markgraaf; ital. Marchese; port.: Marquês; span.: Marqués) war der Adelstitel königlicher bzw. kaiserlicher Amtsträger, die eine Mark zum Lehen hatten. Als Mark wurde ein Grenzland im Fränkischen Reich und im Ostfrankenreich bezeichnet (z. B. Mark Brandenburg). Das Amt des Markgrafen wurde von Kaiser Karl dem Großen um 800 eingeführt und von seinen Nachfolgern lange Zeit beibehalten. Karls Ziel war es, die Grenzen des in z. T. blutigen und langen Kriegen (siehe auch Sachsen (Volk)) erweiterten Reiches gegen Angriffe von außen zu sichern. Dieser fränkische Titel wurde auch nach dem Zerfall des Frankenreiches in zahlreichen Ländern Europas weiterhin genutzt und in weitere Länder (wie z.B. England) exportiert. Zur Erfüllung ihrer risikoreichen Aufgabe erhielten die Markgrafen Grenzgebiete vom König bzw. Kaiser direkt als Lehen. Die Markgrafen hatten besondere Befugnisse: Sie konnten selbst den Heerbann aufbieten und erhielten eine größere Zahl an fränkischen Vasallen zur Unterstützung zugewiesen. Wehrhafte Bauern wurden im ganzen Frankenreich zur Ansiedlung in den Marken angeworben, so dass die Markgrafen über z. T. beträchtliche Heere verfügen konnten. Die Markgrafen wurden vom Kaiser durch besondere Sendboten kontrolliert. Zahlreiche Markgrafen, die ursprünglich aus einfacheren Adelsverhältnissen kamen, konnten sich in den Marken eine mächtige Position aufbauen, die später für machtpolitischen Einfluss innerhalb des Reiches genutzt wurde. Dementsprechend stammen einige spätere Königshäuser von Markgrafen ab, z. B.
- die Wettiner (Markgrafschaft Meißen)
- die Hohenzollern (Markgrafschaft Brandenburg) Vom 12. Jahrhundert an wurden die meisten Markgrafschaften in Reichsfürstentümer umgewandelt. Im deutschen Sprachraum blieb der Titel des Markgrafen regierenden 1 Fürsten und evtl. deren nichtregierenden Verwandten vorbehalten (z. B. den Markgrafen von Baden, den Königen von Preußen als Markgrafen von Brandenburg, den mit ihnen verwandten in Franken regierenden Markgrafen von Brandenburg-Ansbach und Brandenburg-Bayreuth, zeitweilig auch der nichtregierenden Nebenlinie der Markgrafen von Brandenburg-Schwedt. Der österreichische Kaiser führte bis 1918 auch den Titel eines Markgrafen von Mähren2). Auch in Italien gab es solche Markgrafschaften. Die bekannteste ist die Markgrafschaft Montferrat, die die französisch-italienische Grenzregion in Savoyen abschirmte und daher lange heftig umkämpft war, bevor sie im 17. Jahrhundert schließlich an das größere Herzogtum Savoyen fiel. Außerhalb Deutschlands wurde der Markgraf (im Rang den Fürsten und Landgrafen entsprechend) in zahlreichen romanischen Ländern Europas sowie im von normannisch-französischer Tradition beeinflussten England auch als bloßer Adelstitel ohne Herrschaftsfunktion vergeben. Ausländische Adlige wurden im Deutschen zuweilen generell mit dem französischen Titel Marquis bezeichnet: z. B. Marquis von Salisbury, Marquis von Pombal; literarisch: Marquis von Posa, Marquis von Keith). Seit 1385 ist Marquess der zweithöchste Rang im englischen Adel. Nach dem Sturz der deutschen Monarchien 1918 gingen die späteren Chefs des königlichen Hauses Sachsen und des großherzoglichen Hauses Baden dazu über, den Namen eines "Markgrafen von Meißen" bzw. eines "Markgrafen von Baden" zu führen.
1: ... andere allg. Haus-Titel werden auch von nicht regierenden Prinzen und Grafen geführet, und zwar so, daß in den Prädikaten Herzog, Pfalzgraf, Markgraf, Landgraf, Burggraf, Graf und Herr zwischen regierenden und nichtregierenden Herrn gar kein Unterschied zu bemerken ist. (Pütter, S. 75).
2: So ist der Oesterreichische Haus-Titel ... Markgraf des heil. Röm. Reichs zu Mähren, zu Burgau, zu Ober- und Nieder-Lausitz ... Das Haus Brandenburg hat zum gemeinschaftlichen Titel: Markgraf zu Brandenburg ... Der gemeinschaftliche Titel des chur- und fürstl. Hauses Sachsen ist ... Marggraf [sic!] zu Meissen (63) Der Markgräfl. Badische Titel ist: "Markgraf zu Baaden und Hochberg, Landgraf zu Sausenberg, Graf zu Sponheim und Eberstein, Herr zu Röteln, Baadenweiler, Lahr und Mahlberg." (Pütter, S. 62 ff.).

Pfalzgraf

Siehe Hauptartikel Pfalzgraf und Hofpfalzgraf

Burggraf

Der Burggraf (lat. praefectus oder castellanus) ist ein Amt aus dem Lehnswesen des Mittelalters. Es unterschied sich vom Grafen nur dadurch, dass der Amtsbezirk typischerweise kleiner war und an einem festen oder sonstwie bedeutenden Ort hing. Ursprünglich war im 11. bis 12. Jahrhundert der Burggraf nur der militärische Befehlshaber der Reichsburg und damit auch der Übergeordnete der Burgmannen. Ab Mitte des 12. Jahrhunderts schuf Kaiser Konrad III. eine neue Qualität des Burggrafen während der deutschen Ostexpansion. Sie wurden Schützer und Verwalter von umfangreichem Königsgut im Umkreis der bedeutenden Reichsburgen. Sie traten auch selbst als Kolonialisatoren auf und schufen sich damit eigene Herrschaften. Mit dem Erstarken der Wettiner in Sachsen verschwanden sie in diesem Teil des Reiches im Verlauf der nächsten 200 Jahre. Die Befugnisse wechselten sehr oft im Verlaufe der mittelalterlichen Geschichte. Jedenfalls war der Burggraf zuständig für die Verwaltung und die Gerichtsbarkeit. Zunächst war es ein Reichsamt, später wurden auch kirchliche Würdenträger (z. B. Bischöfe) Burggrafen. Wie die anderen Ämter des Lehnsstaats wurde auch der Burggraf bald erblich. Besonders bekannt sind die Burggrafen von Mainz, Meißen, Altenburg und Magdeburg sowie die von Nürnberg (Hohenzollern).

Freigraf

Der Freigraf ist der durch den Gerichtsherrn (Stuhlherrn) eingesetzte Vorsitzende eines Femegerichts.

Raugraf, Wildgraf

Raugraf war im Mittelalter der Name eines reichsgräflichen Geschlechts im Nahegau, das seinen Ursprung von den alten Gaugrafen ableitete. Graf Emichs VI. vom Nahegau Söhne Konrad und Emich (1140-60) teilten die Besitzungen des Geschlechts; ersterer nannte sich Wildgraf (comes silvester), letzterer nach der rauen, gebirgigen Beschaffenheit seiner Herrschaften (Altenbaumberg, Ruwenberg, Stolzenberg) Raugraf (comes hirsutus). Nachdem diese Besitzungen nach Erlöschen des raugräflichen Geschlechts an die Pfalz gekommen waren, erhob Kurfürst Karl Ludwig von der Pfalz (1648-1680) 1667 seine ihm 1658 morganatisch angetraute Gemahlin Marie Luise von Degenfeld (1634-1677) zur Raugräfin; deren dreizehn Kinder erhielten den gleichen Titel.

Reichsgraf

Entgegen der üblichen Meinung und sprachlichen Parallelen (=>Reichsfürst) zeichnete den Reichsgrafen nicht eine besondere Reichsunmittelbarkeit aus. Von den anderen Grafen unterschied er sich insofern, als er vom Reichsvikar zu Zeiten der Vakanz des dt. Königsthrons zum Grafen erhoben wurde.
- 1521 gab es 144 Reichsgrafen, 1792 nur noch 99. Gründe dafür sind Standeserhebungen, Aussterben von Geschlechtern und Mediatisierung durch mächtigere Reichsfürsten.
- Reichsgrafschaften waren hauptsächlich in sogenannten königsnahen Gebieten, wie Schwaben oder Franken aufzufinden.
- Um ihre politische Interessen wirksamer durchsetzen zu können und um ihre Unabhängigkeit zu bewahren, organisierten sich die Reichsgrafen in Grafenvereinen und hielten Grafentage ab. Auf Reichstagen formierten sich die Reichsgrafen innerhalb des Reichsfürstenrates zu Grafenbänken.
- 1792 existierten vier Reichsgrafenbänke: (nach Größe) # Niederrheinisch-Westfälisches Reichsgrafenkollegium (33 intern stimmberechtige Mitglieder) # Wetterauer Grafenbank (25 intern stimmberechtigte Mitglieder) # Schwäbische Grafenbank (24 intern stimmberechtigte Mitglieder) # Fränkische Grafenbank (17 intern stimmberechtige Mitglieder) Mit dem Ende des Heiligen Römischen Reiches 1806 wurden die meisten noch existierenden Reichsgrafen zugunsten benachbarter größerer Staaten mediatisiert. Nur wenige Ausnahmen durften im Rheinbund Napoleons I. noch einige Jahre weiterexistieren und wurden spätestens 1815 durch den Wiener Kongress mediatisiert. Langfristig überlebende Ausnahmen bilden die durch Napoleon in den Fürstenstand erhobenen Reichsgrafen von Schaumburg-Lippe (1807) und die diversen Reichsgrafen der jüngeren Linie des Hauses Reuß (Schleiz, Lobenstein, Ebersdorf), die auch vom Wiener Kongress als regierende Fürsten bestätigt wurden. Schaumburg-Lippe und das ab 1848 vereinigte Reuß jüngere Linie traten 1871 dem Deutschen Reich bei und regierten als deutsche Bundesfürsten noch bis 1918.

Literatur


- Pütter, Johann Stephan, Johann Stephan Pütters Anleitung zur juristischen Praxi wie in Teutschland sowohl gerichtliche als außergerichtliche Rechtshändel ... verhandelt und in Archiven beygeleget werden - Theil 2: Zugaben : insonderheit von der Orthographie und Richtigkeit der Sprache und vom teutschen Canzley-Ceremoniel, 5. Auflage, Göttingen: Vandenhoeck, 1802 ---- Siehe auch: Adel, Comte, Dunkelgraf, Earl, Graf Koks Kategorie:Adelstitel ja:伯爵

Großbritannien und Nordirland

Das Vereinigte Königreich von Großbritannien und Nordirland (engl. United Kingdom of Great Britain and Northern Ireland - meist verkürzt zu United Kingdom oder UK) ist eine konstitutionelle Monarchie im Nordwesten Europas. Der größte Inselstaat Europas besteht aus den Landesteilen England, Wales und Schottland auf der Insel Großbritannien und Nordirland auf der Insel Irland. __TOC__ Im deutschen Sprachraum wird der Name oft auf Vereinigtes Königreich, entsprechend den amtlichen Kurzformen verkürzt. Die Bezeichnung Großbritannien wird ugs. oft als Synonym verwendet, bezeichnet aber nur Teile der britischen Inseln, nämlich nur die Insel, auf der England, Wales und Schottland liegen, und nicht noch das benachbarte Nordirland. Die Bezeichnung England schränkt das Vereinigte Königreich noch mehr ein. Zwar ist England der größte und nach wie vor beherrschende Landesteil, aber eben nur ein Teil des Landes und der Insel. So würde sich ein Schotte oder Nordire selbst nicht als Engländer bezeichnen. Woher das „Groß“ in „Großbritannien“ stammt, wird im Französischen klar: „Großbritannien“ ist die „Grande-Bretagne“, im Unterschied zu der auch im Deutschen so genannten „Bretagne“. Die Bezeichnung Britannia hingegen stammt aus der Spätantike, nämlich aus dem Wortschatz der Urengländer, dem keltischen Brith, was buntfarbig oder gefleckt bedeutet. Offenbar war es dort einst Sitte, sich zu bemalen.

Geographie

Bretagne Der größte Teil Englands besteht aus flachen Ebenen. Eine imaginäre Linie zwischen den Flüssen Tees (bei Middlesbrough) und Exe (bei Exeter) unterteilt England in einen sehr flachen und in einen eher hügeligen Teil. Die wichtigsten Hügelzüge (Gebirgsketten) von Nord nach Süd sind die Cumbrian Mountains, die Pennines, der Peak District, die Cotswolds und die Chilterns. Die wichtigsten Flüsse sind Themse, Severn, Trent, Great Ouse und Humber. Die größten Städte sind London, Birmingham, Manchester, Sheffield, Liverpool, Leeds, Bristol und Newcastle-upon-Tyne. Wales ist abgesehen von einer flachen Ebene im Süden äußerst hügelig. Der höchste Berg, der Snowdon, ist 1.085 Meter hoch. Nördlich des Festlandes liegt die Insel Anglesey. Die größte Stadt ist Cardiff an der Südküste. Die Geographie Schottlands ist sehr unterschiedlich, mit den flachen Lowlands im Süden und Osten sowie den teils gebirgigen Highlands im Norden und Westen. Der Ben Nevis (1.344 Meter) ist der höchste Berg Großbritanniens. Es gibt zahlreiche lange und tiefe Meeresarme, Firths und Lochs. An der Nord- und Westküste gibt es eine stattliche Anzahl von Inseln, darunter die Hebriden, die Orkney- und die Shetlandinseln. Die größten Städte sind Edinburgh, Glasgow und Aberdeen. Nordirland umfasst den nordöstlichen Teil der Insel Irland. Das Gelände ist hügelig. Ziemlich exakt in der Mitte des Territoriums liegt der Lough Neagh, der größte Binnensee der Britischen Inseln. Die wichtigsten Städte sind Belfast und Derry. Siehe auch: Liste der Seen in Großbritannien, Liste der Berge in Großbritannien

Klima und Vegetation

Das Klima von Großbritannien und Nordirland variiert, ist jedoch gemäßigt. Es ist aufgrund des Golfstroms markant wärmer als in anderen Gebieten auf den gleichen Breitengraden (wie z. B. Polen). Allgemein ist das Klima im Süden wärmer und trockener als im Norden. Der Wind bläst hauptsächlich von Südwesten, vom Atlantischen Ozean her. Während mehr als der Hälfte des Jahres ist der Himmel bewölkt. Das Land ist relativ selten von Naturkatastrophen betroffen, vor allem im Winter können jedoch starke Sturmwinde und Überschwemmungen auftreten. Die Regenmenge beträgt im Norden durchschnittlich 1.000 mm pro Jahr, im Süden 700 mm. Die Grafschaft Essex ist die trockenste Gegend des Landes. Die jährliche Regenmenge beträgt hier nur 600 mm, obwohl an über 100 Tagen im Jahr Regen fällt. In manchen Jahren kann die Regenmenge nur 450 mm betragen, weniger als z. B. in Jerusalem oder Beirut. Der früher weit verbreitete Laub- und Mischwald ist wegen Raubbau und Landwirtschaft auf 8 % zurückgedrängt worden. Jetzt versucht man die Wälder wieder aufzuforsten. Die Gebirge sind mit Mooren und Heiden bedeckt.

Bevölkerung

Das Vereinigte Königreich hatte bei der letzten Volkszählung im Jahre 2004 60.294.000 Einwohner. Sie gliedert sich in Engländer (83,6 %), Schotten (8,6 %), Iren (2,9 %), Waliser (4,9 %) und Andere 7,9 %.

Sprachen

Das Vereinigte Königreich Großbritannien und Nordirland hat keine offizielle Amtssprache. Englisch ist jedoch de facto offizielle Sprache und wird von 95 % der Bevölkerung als einzige Sprache gesprochen. Als „Hochsprache“ gilt die so genannte Aussprachevariante der Received Pronunciation. Dieses Englisch wird auch in den meisten Schulen Deutschlands unterrichtet. Allerdings haben zwei Teilstaaten offizielle Sprachen: In Wales sind sowohl Englisch als auch Walisisch offizielle Sprachen. In Nordirland sind dies Englisch, Irisch und Ulster Scots. Zusätzlich wird in den Äußeren Hebriden die Schottisch-Gälische Sprache anerkannt. Daneben gibt es in Großbritannien diverse lokale Dialekte des Englischen, die aber keinen offiziellen Status haben und meist rein mündlicher Natur sind. Noch bis in die jüngste Vergangenheit hinein empfand man Dialekte und dialektal gefärbte Aussprache im klassenbewussten Königreich als sozialen Makel. Die Minderheitensprachen sind durch die Europäische Charta für Regional- und Minderheitensprachen anerkannt und geschützt. Walisisch genießt in Wales Gleichberechtigung mit Englisch; in Schottland ist dies Scots, in Cornwall die Kornische Sprache, in Nordirland das Ulster Scots. Die Gehörlosen verwenden die British Sign Language. Laut der Volkszählung von 2001 wird Walisisch von rund 20 % der Bevölkerung in Wales gesprochen (ca. 600.000 Menschen), schottisches Gälisch von rund 60.000 Menschen, Irisch von rund 20.000 Menschen (7 % der Bevölkerung Nordirlands) und Kornisch von 3.500 Menschen (etwa 0,6 % der Bevölkerung von Cornwall). Schreibweise des Landesnamens in den offiziell anerkannten Sprachen:
- United Kingdom of Great Britain and Northern Ireland (Englisch)
- Teyrnas Unedig Prydain Fawr a Gogledd Iwerddon (Walisisch)
- An Rìoghachd Aonaichte na Breatainn Mhòr agus Eirinn a Tuath (schottisches Gälisch)
- Ríocht Aontaithe na Breataine Móire agus Thuaisceart Éireann (Irisch)
- An Rywvaneth Unys a Vreten Veur hag Iwerdhon Glédh (Kornisch)
- Unitit Kinrick o Great Breetain an Northren Ireland (Scots)

Minderheiten

Es gibt mehrere ethnische Minderheiten im Vereinigten Königreich, die ca. 7,9 % der Bevölkerung ausmachen. Zu über 50 % sind ihre Angehörigen im Vereinigten Königreich selbst geboren worden. Der relativ große Anteil dieser Minderheiten erklärt sich aus der Einwanderung einer großen Anzahl von Bewohnern ehemaliger britischer Kolonien in der Karibik und des indischen Subkontinents, vor allem in den 1950ern und den 1960ern. Es gibt folgende Hauptminderheiten: Karibischer oder afrikanischer Abstammung („Black Caribbean“ bzw. „Black African“ - über 1,1 Millionen) Der Großteil der eingewanderten Westinder kam in den 1950ern, in der Hoffnung auf Arbeit und um der schlechten Lebensqualität in ihren Heimatländern zu entfliehen. Die meisten kamen aus Jamaika, Trinidad und Tobago und Dominica. Bei der letzten Volkszählung 2001 wurden 1.148.738 Menschen gezählt (davon 565.876 aus dem karibischen Raum und 485.277 aus Afrika), was etwa 2,1 % der Gesamtbevölkerung entspricht. Inder (über 1 Million - 2001) Die Inder stellen die größte Einwanderergruppe aus einem einzigen Land. Ihr Anteil an der Bevölkerung beträgt 1,8 %. Bei der letzten Volkszählung (2001) wurden 1.053.411 Menschen gezählt. Obwohl sie als eine einzige Minderheitengruppe zusammengefasst werden, gibt es weitere Unterschiede innerhalb derselben. 45 % der britischen Inder sind Hindus, die Sikhs folgen mit 29 % und an dritter Stelle die indischen Moslems mit 13 %. Diverse Gründe haben die Inder dazu veranlasst, nach Großbritannien auszuwandern; neben wirtschaftlichen Gründen wie Armut, Arbeitssuche oder dem Wunsch nach einem höheren Lebensstandard spielt auch politische Verfolgung eine Rolle. Pakistaner (747.285 - 2001) Pakistaner sind die zweitgrößte südasiatische Minderheit in Großbritannien. Sie kamen mit Seefahrern nach Großbritannien und suchten dort für kurze Zeit Arbeit, um Geld für ihre Familien zu verdienen, und fuhren dann wieder zurück nach Pakistan. Viele von ihnen aber blieben in Großbritannien. Der größte Teil der Pakistaner sind Anhänger des Islam. Bengalen (283.063 - 2001) Die Bengalen gehören ebenso wie die Inder und Pakistaner zu den sogenannten „Asian or Asian British People“. Die Gründe für ihre Einwanderung waren der Bürgerkrieg und die Abspaltung Bangladeschs von Pakistan 1971 ebenso wie die der Suche nach Arbeit und die Hoffnung auf einen höheren Lebensstandard. Die meisten Bengalen sind ebenfalls Muslime. Chinesen (247.403 - 2001) Ein Großteil der chinesischen Einwanderer in Großbritannien wanderte nach dem Zweiten Weltkrieg ein, vor allem aufgrund des Preisverfalls von Reis in Hongkong. Im Jahre 2001 lebten 247.403 Chinesen in Großbritannien, was 0,4 % der Gesamtbevölkerung entspricht. Heutzutage gehören die Chinesen zu den bestverdienenden und bestausgebildeten Einwohnern Großbritanniens. Sinti & Roma (ca. 120.000) Unter dem englischen Begriff „Gypsy“ oder „Traveller“ versteht man eine Vielzahl ethnischer Minderheiten. Die Minderheit, die den traditionellen „Zigeunern“ in ihrer Lebensweise am nächsten kommt, sind die Roma, deren Ursprung in Nordindien liegt. Heutzutage werden aber auch Einwanderer aus Osteuropa, etwa aus Polen, Rumänien, Tschechien und der Slowakei dazugezählt. Die Hauptprobleme der Roma und auch der relativ wenigen britischen Sinti sind Diskriminierung, Armut und eine hohe Kindersterblichkeitsrate. Nach Schätzungen der UNO leben in Großbritannien mehrere hunderttausend Menschen polnischer Herkunft.

Religion

Die Mehrzahl der Einwohner des Vereinigten Königreichs (ca. 74 %) versteht sich als Christen. Bei der letzten Volkszählung 2001 beantworteten 92 % der Einwohner die freiwillige Frage nach der Religion. Wie in anderen Ländern auch ist die Kirchenmitgliedschaft nicht mit der Religionszugehörigkeit gleichzusetzen. Genaue Statistiken der Kirchenmitgliedschaft sind schwer zu erstellen, da man in Großbritannien gewöhnlich nur dann offiziell Mitglied einer Kirche wird, wenn man sich über den gelegentlichen Gottesdienstbesuch hinaus am Gemeindeleben beteiligen will. 1995 waren nur 14 % der Bevölkerung solche Mitglieder von Kirchen. Laut Umfragen aus dem Jahr 1995 fühlen sich noch ca. 27 Millionen (45 %) der anglikanischen Kirche zugehörig, 11 Millionen (19 %) anderen protestantischen Kirchen im weitesten Sinne und knapp 6 Millionen (10 %) der katholischen Kirche. Katholiken wurden früher oft als kuriose Minderheit empfunden (vgl. z. B. Evelyn Waughs Wiedersehen in Brideshead), sind heute aber etwas relativ normales geworden. Zu den großen Kirchen (grob nach Größe und Einfluss geordnet) zählen in
- England die
  - Church of England (Anglikanisch)
  - Römisch-Katholische Kirche
  - Methodistische Kirche
  - United Reformed Church (Reformiert)
- Schottland die
  - Church of Scotland (Reformiert/Presbyterianisch)
  - Römisch-Katholische Kirche
  - United Reformed Church (Reformiert) (in Schottland entstanden aus der Congregational Union bzw. Church und anderen reformierten Gemeinden)
  - Methodistische Kirche
- Wales die
  - Church in Wales (Anglikanisch)
  - United Reformed Church (Reformiert)
  - Römisch-Katholische Kirche
  - Methodistische Kirche
- Nordirland die
  - Church of Ireland (Anglikanisch)
  - Römisch-Katholische Kirche
  - Verschiedene Presbyterianische Kirchen Über 9 Millionen Einwohner gehören keiner Religion an (Agnostiker, Atheisten und Heiden). Daneben sind auch Islam, Hinduismus, Sikhismus und andere Religionen verbreitet:

Geschichte

Hauptartikel: Geschichte der Britischen Inseln, Geschichte des Vereinigten Königreiches von Großbritannien und Nordirland Geschichte des Vereinigten Königreiches von Großbritannien und Nordirland In der Antike waren weite Teile der Insel Großbritannien, abgesehen vom Gebiet des heutigen Schottlands, für rund 350 Jahre von den Römern besetzt. Als diese sich zurückzogen, bildeten sich mehrere kleine Königreiche, die von den eingewanderten Angeln und Sachsen (Angelsachsen) und später auch von den Wikingern beherrscht wurden. Die keltische Urbevölkerung wurde in die westlichen Randgebiete verdrängt. Im 10. Jahrhundert entstanden die voneinander unabhängigen Königreiche Schottland und England. 1066 eroberten die Normannen, französisierte Wikinger aus der Normandie, die Insel und prägten sie für die folgenden Jahrhunderte. Wales, das seit 1284 unter der Kontrolle Englands war, wurde mit der Act of Union 1536 Teil des Englischen Königreichs. Mit der Act of Union 1707 wurden die Königreiche Schottland und England zum Königreich Großbritannien vereinigt; beide Staaten hatten seit 1603 durch Personalunion denselben Monarchen. Die Act of Union 1800 vereinigte das Königreich Großbritannien mit dem Königreich Irland, das von 1169 bis 1603 mehr und mehr unter englische Kontrolle geraten war. Durch diese Verschmelzung entstand das Vereinigte Königreich von Großbritannien und Irland. 1922 bildeten 26 irische Grafschaften den Irischen Freistaat (ab 1937 Éire, ab 1949 Republik Irland). Die restlichen 6 Grafschaften in der Provinz Ulster verblieben beim Vereinigten Königreich. Der heutige Staatsname Vereinigtes Königreich Großbritannien und Nordirland wird seit 1927 verwendet. Das Vereinigte Königreich, die dominierende Industrie- und Seefahrtsnation im 19. Jahrhundert, spielte eine bedeutende Rolle bei der Entwicklung der parlamentarischen Monarchie, bei Literatur und Wissenschaft. Unter dem außenpolitischen Prinzip der Balance of Power trat Großbritannien über viele Jahrhunderte für ein Mächtegleichgewicht auf dem europäischen Kontinent ein und schloss dafür wechselnde Bündnisse. Auf seinem Höhepunkt umfasste das Britische Imperium zwei Fünftel der Landfläche der Erde, die in vielen Kriegen erobert worden waren. Durch die beiden Weltkriege verlor das Land seine Weltmachtstellung, obwohl es beide Male auf der Siegerseite stand. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurde das Imperium bis auf einige kleine Reste aufgelöst. Großbritannien war gezwungen, sich mehr Europa (Kontinentaleuropa) zuzuwenden, hält sich aber bis heute bei der Integration zurück. Das Land ist zwar Mitglied der Europäischen Union, hat aber den Euro wegen innenpolitischer Widerstände nicht eingeführt. Im Zuge einer Verfassungsreform erhielten Schottland, Wales und Nordirland im Jahre 1999 eigene Parlamente. Siehe auch: Geschichte des Vereinigten Königreiches, Geschichte Englands, Geschichte Irlands, Geschichte Nordirlands, Geschichte Schottlands, Geschichte von Wales, Britisches Imperium, Commonwealth of Nations, Britische Unterhauswahlen 2005

Politik

Hauptartikel: Politisches System Großbritanniens und Nordirlands, Britische Monarchie Das Vereinigte Königreich ist eine konstitutionelle Monarchie (Staatsoberhaupt ist Königin Elisabeth II.), Premierminister ist Tony Blair. Hort der Souveränität ist das Parlament, das aus Oberhaus (House of Lords: Adel, heute größtenteils nichterblicher Verdienstadel, und einige anglikanische Bischöfe) und Unterhaus (House of Commons: nach Mehrheitswahlrecht gewählte Abgeordnete) besteht. Der Landesteil England ist in Europa das Land mit der ältesten ununterbrochenen parlamentarischen Tradition, die bis ins Mittelalter zurückreicht (Magna Charta). Eine geschriebene Verfassung gibt es nicht, es gibt allerdings Gesetze mit Verfassungsrang. Schottland und Wales haben seit den 1990er Jahren eigene Landesparlamente und -regierungen. In Schottland und Wales gilt schon die Europäische Menschenrechtserklärung, in England steht sie vor der Einführung. Das Vereinigte Königreich ist eines der Gründungsmitglieder der NATO und des Commonwealth of the Nations. Es ist außerdem ständiges Mitglied des UNO-Sicherheitsrates sowie Teil der Europäischen Union.

Militär

Das Vereinigte Königreich hat die höchsten Rüstungsausgaben in Europa und ist dessen wichtigste Militärnation. Traditionell konzentriert sich das britische Militär mehr auf die Kriegsmarine, Royal Navy, und die Luftwaffe, Royal Air Force, als auf das Heer, die British Army. Das Vereinigte Königreich besitzt seit 1952 Atomwaffen, deren Bestand in den vergangenen Jahren zwar deutlich reduziert wurde, jedoch ständig modernisiert wird. Das Vereinigte Königreich unterhält zudem etliche Militärbasen im Ausland. Hierzu gehören mehrere Basen in Deutschland mit insgesamt 27.000 Soldaten sowie zwei britische Hoheitsgebiete auf Zypern mit etwa 7.000 Soldaten. Außer den USA hat kein Staat mehr Soldaten im Ausland stationiert als Großbritannien. Aktuell sind 67.000 britische Soldaten im Ausland stationiert, darunter 8.900 im Irak.

Verwaltungsgliederung

Hauptartikel: Verwaltungsgliederung Großbritanniens und Nordirlands Das Vereinigte Königreich besteht aus den vier Landesteilen: England (Königreich), Wales (Fürstentum), Schottland (Königreich) und Nordirland (Provinz). Wales, Schottland und Nordirland besitzen seit den 1990er Jahren eigene Landesteilparlamente und -regierungen mit einem sog. Ersten Minister als Chef (vergleichbar einem Ministerpräsidenten in Deutschland oder einem Landeshauptmann in Österreich). England besitzt, mit Ausnahme Londons (noch) keine Landesverwaltung. Eine „Northern Assembly“ (Nordenglische Versammlung) ist gegenwärtig in der Diskussion. Die Aufgaben einer Staatsspitze Englands werden von Parlament und Regierung des Vereinigten Königreiches mit wahrgenommen. Dabei ist es inzwischen üblich geworden, dass sich im Parlament die Abgeordneten der anderen Landesteile enthalten, wenn eine Entscheidung nur England betrifft (siehe auch West-Lothian Question). Die unteren Verwaltungsebenen sind seit dem späten 19. Jahrhundert mehrmals neu strukturiert worden, weitere Veränderungen sind in der Zukunft zu erwarten. Traditionell bestand England seit dem Mittelalter aus 39, Schottland aus 34, Wales aus 13 und Nordirland aus 6 Grafschaften (engl. counties). Heute (2004) gibt es in England 35 Grafschaften, 40 so genannte „Unitary Authories“, 6 Metropolitan Counties sowie Greater London mit seinem Bürgermeister Ken Livingstone (siehe hierzu auch Verwaltungsgliederung Englands). Wales besteht aus 22, Schottland aus 32 Unitary Authorities. In Nordirland gibt es 26 Bezirke (District). Die Namen der alten Grafschaften werden aber im Alltagsgebrauch aller Landesteile oft weiterhin verwendet. Abhängige Gebiete (offiziell Überseegebiete/Overseas territories of the United Kingdom):
- Anguilla
- Bermuda
- Britische Jungferninseln
- Britisches Antarktis-Territorium
- Britisches Territorium im Indischen Ozean
- Kaimaninseln
- Falklandinseln
- Gibraltar
- Montserrat
- Pitcairninseln
- St. Helena
- Südgeorgien und die Südlichen Sandwichinseln
- Turks- und Caicosinseln Gebiete, die nur der britischen Krone unterstehen und nicht dem Vereinigten Königreich (Crown dependencies):
- Kanalinseln
- Man Beide haben eigene Legislativen und Rechtssysteme, werden jedoch im Bereich Verteidigung und internationale Beziehungen von der britischen Regierung vertreten. Der britische Monarch ist Staatsoberhaupt nicht nur des Vereinigten Königreichs, sondern auch einer ganzen Reihe weiterer, unabhängiger Commonwealth-Staaten. Siehe auch: Liste der Städte in Großbritannien und Nordirland, Kronkolonie

Infrastruktur

Der Verkehr orientiert sich in Nord-Süd-Richtung. Im Straßenverkehr wird links gefahren, im Gegensatz zu den meisten anderen europäischen Ländern. Kreisverkehre sind bei britischen Verkehrsplanern besonders beliebt, da es keine Rechts-vor-Links- oder Links-vor-Rechts-Regel gibt; an Kreuzungen ohne Kreisverkehr ist stets eine der Straßen als Vorfahrtsstraße markiert. Von Bedeutung sind die Autobahnen (Motorways), die das Land (insbesondere England) sehr gut erschließen. Zudem begann man in den 1990er Jahren mit dem Bau mehrspuriger Überlandstraßen, um sowohl die Autobahnen wie auch die an kleineren Straßen gelegenen Orte zu entlasten. Die Inseln Großbritannien und Irland sind durch Fähren verbunden. Das Vereinigte Königreich ist die wichtigste Drehscheibe des Weltluftverkehrs. Das gesamte Fluggastaufkommen ist mit rund 200 Mio. Passagieren pro Jahr (davon 125 Mio. auf den Londoner Flughäfen) das größte Europas. Insgesamt verfügt es über acht internationale und viele regionale Flughäfen. Heathrow im Westen Londons war mit 64 Millionen Passagieren 2003 der Flughafen mit dem größten internationalen Passagieraufkommen der Welt und zugleich auch der mit den meisten Flugbewegungen. Weitere wichtige Flughäfen sind Gatwick und Stansted bei London sowie Birmingham und Manchester. Das dichte, 1994 privatisierte, älteste Eisenbahnnetz der Welt ist in den 1960er- und 1970er-Jahren aus Rentabilitätsgründen stark geschrumpft. Durch den Eurotunnel besteht Anschluss an das Eisenbahnnetz des europäischen Kontinents. Um diese Verbindung zu verbessern, wurde 2003 der erste Teil des Channel Tunnel Rail Link in Betrieb genommen. Diese erste Hochgeschwindigkeitsstrecke Großbritanniens soll die Reisezeit deutlich verkürzen. Ende der 1990er-Jahre und zu Beginn des aktuellen Jahrzehnts kam es wiederholt zu schweren Eisenbahnunfällen, die von Fachleuten auch auf eine mangelhafte Organisation bei der Privatisierung des Schienennetzes zurückgeführt wurden. Dies war mit ein Grund dafür, dass die Schieneninfrastruktur 2002 wieder verstaatlicht wurde. Auch kommt es immer wieder zu erheblichen Verspätungen im Personenverkehr. Die offiziellen Erklärungen für die Verspätungen und Ausfälle sorgen auf der Insel immer wieder für Heiterkeit: Mal sind es „Blätter auf den Schienen“ (im Herbst), mal ist es „die falsche Sorte Schnee“ (im Winter), im Rest des Jahres sind es „Weichenprobleme“ oder „fehlende Lokführer“. Der Schienengüterverkehr in Nordirland wurde im Jahre 2004 eingestellt, während in Großbritannien in den letzten Jahren Zuwächse erzielt werden konnten. Durch die Insellage des Vereinigten Königreiches, die räumliche Trennung Nordirlands vom restlichen Staatsgebiet und die vielen vorgelagerten Inseln besitzt die Seeschifffahrt traditionell eine große Bedeutung. Die wichtigsten Häfen sind Southampton, London und Belfast. Schon seit der Antike sind regelmäßige Schiffsverbindungen zwischen den Inseln und dem (Insel-)Festland bekannt. Es war einfacher, per Schiff von einem Ort zum anderen zu kommen als über das unwegsame bergige Land.

Siehe auch


- Kfz-Kennzeichen (UK)
- Straßensystem in Großbritannien
- Liste der Autobahnen in Großbritannien
- Liste von Eisenbahngesellschaften in Großbritannien und Nordirland

Wirtschaft

Das Vereinigte Königreich zählt zu den am stärksten deregulierten und privatisierten Volkswirtschaften der Welt. Die Wirtschaft des Vereinigten Königreiches ist dienstleistungsorientiert. Wichtigste Exportgüter sind Maschinen, Computer und vor allem die Bodenschätze der Nordsee, nämlich Erdöl und Erdgas. In den vergangenen Jahren erlebten vor allem die Rüstungsindustrie und der Schiffbau einen großen Aufschwung. Auch in der Luftfahrtindustrie ist Großbritannien wieder verstärkt vertreten, u. a. im Airbus-Konsortium und durch zahlreiche Kooperationen mit Boeing und Lockheed-Martin. Großbritannien stellt zudem mehrere der größten Konzerne der Welt, darunter British Aerospace, BP, Shell und HSBC. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) wuchs im 1. Quartal 2004 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 3,4 %. Mit 23.080 Euro liegt das BIP pro Kopf im oberen europäischen Referenzrahmen. Die Arbeitslosenquote beträgt 3,7 % (2004).

Kultur

Höchste Bauwerke


- Belmont-Sendemast, 385 Meter - höchstes Bauwerk Großbritanniens und der EU
- VLF-Sendemast Skelton, 365 Meter
- (Wolkenkratzer London Bridge Tower (London), 310 Meter - höchstes Hochhaus Europas (in Planung))
- Wolkenkratzer 1 Canada Square (London), 235 Meter
- Wolkenkratzer 8 Canada Square (London), 210 Meter
- Wolkenkratzer 25 Canada Square (London), 210 Meter

Weitere Themen


- Portal:Großbritannien
- Anglozentrismus

Weblinks

Geschichte Großbritanniens


- http://www.schottlandgeschichte.de/ – Umfangreiche Zeittafel und Informationen zu Schottland (deutsch)
- http://www.britannia.com/ – UK Travel & British History (englisch)
- http://www.historic-uk.com/ – history and heritage accommodation guide (englisch)
- http://www.woodlands-junior.kent.sch.uk/geography/unionjack.html – Union Jack: die britische Flagge (englisch)
- http://www.royal.gov.uk – Monarchy Today: Vergangenheit und Gegenwart des englischen Köngigshauses (englisch)
- http://www.britishbattles.com/ – British Battles (englisch)

Landschaft und Natur


- http://www.beautifulbritain.co.uk/ – Beautiful Britain (englisch)

Politik


- http://www.politik.uni-koeln.de/jaeger/links/britauspol – Linksammlung zur Britischen Außenpolitik
- http://www.fco.gov.uk – Britisches Außenministerium
- http://www.parliament.uk – Britisches Parlament
- http://www.number-10.gov.uk – No. 10 Downing Street (Britische Regierung)

Institutionen


- http://www.statistics.gov.uk/products/p5703.asp – Britain 2004: Das offizielle Jahrbuch über Großbritannien
- http://www.agf.org.uk – Anglo-German Foundation (Deutsch-Britische Stiftung)
- http://www.gbf.com – Deutsch-Britisches Forum
- http://www.britischebotschaft.de/ – Britische Botschaft in Berlin

Reisen


- [http://www.auswaertiges-amt.de/www/de/laenderinfos/laender/laender_ausgabe_html?land_id=189 Länder- und Reiseinformationen] des Auswärtigen Amtes
- http://www.nationalexpress.com – National Express: bekanntester britischer Reisebus-Service (englisch)
- http://www.schottlandportal.de/ – Schottland: Portal und Informationsseite zu Urlaub, Reisen, Land und Leute
- http://www.vereinigtes-königreich.de/ – Vereinigtes Königreich

Vermischtes


- http://www.spiegel.de/jahrbuch/0,1518,GBR,00.html – Spiegel online / Jahrbuch / Großbritannien
- http://www.career-contact.de/laenderinfos/grossbritannien/uebersicht.php – Jobs und Praktikum in Großbritannien - Das Infoportal
Kategorie:Monarchie Kategorie:Staat Kategorie:Land in der EU als:Grossbritannien und Nordirland ja:イギリス ko:영국 ms:United Kingdom simple:United Kingdom th:สหราชอาณาจักร zh-min-nan:Liân-ha̍p Ông-kok

Republik Irland

Irland (amtlicher deutscher Name, irisch Éire, engl. Ireland), häufig auch Republik Irland (irisch Poblacht na hÉireann, engl. Republic of Ireland) ist ein Inselstaat auf der gleichnamigen Insel Irland. Er grenzt an das Vereinigte Königreich Großbritannien und Nordirland und ist Mitglied der Europäischen Union. Der Großteil der Bevölkerung bekennt sich zum Römisch-Katholischen Glauben.

Geografie

Im Landesinneren der Insel finden sich überwiegend Ebenen, die nach außen von hügeligem Gebiet eingeschlossen sind. Der Fluss Shannon, welcher von Nord nach Süd verläuft, ist der längste Fluss der Insel. In den Ebenen liegen eine große Zahl von Seen, die die Landschaft maßgeblich geprägt haben. Lough Neagh ist der bekannteste der irischen Seen, auch wenn dieser genau genommen zu Nordirland gehörrt. Über das Land verteilt gibt es eine Reihe von Nationalparks.

Geschichte

Die Geschichte Irlands beginnt mit der Besiedlung in der Steinzeit. Die Kelten brachten etwa 300 v. Chr. den Übergang von der Bronzezeit zur Eisenzeit. Schon im Römischen Reich war die Insel Irland unter dem Namen Hibernia bekannt. Im Laufe der Geschichte gab es eine Reihe von Königreichen und Fürstentümern in Irland. Der Christianisierung Anfang des 5. Jahrhunderts durch Patrick von Irland, der bis heute die Stellung des Nationalheiligen der Iren inne hat, folgte die erste irische Blütezeit, die jäh durch die Beutezüge der Wikinger unterbrochen wurde. Es folgte im Jahre 1169 die Eroberung durch die Normannen, die eine fortgesetzte Dominanz Englands über Irland einläutete. Englische Eroberer konfiszierten den Landbesitz der Iren und vertrieben sie in westliche unfruchtbare Regionen der Insel. Die egoistische Politik der großen englischen Grundbesitzer in Irland verursachte eine Hungersnot von 1845-1847. 1.5 Millionen Iren starben an Hunger. Es folgte eine enorme Auswanderung nach Amerika. Die Unabhängigkeit Irlands von England begann am 6. Dezember 1921 nach politischen und militärischen Auseinandersetzungen des Nordirlandkonflikts mit der Gewährung eines Dominion-Status und damit innerer Eigenständigkeit durch die britische Regierung. Sechs Grafschaften in der Provinz Ulster blieben nach dem Abkommen Bestandteil Großbritanniens. Die Nordirland betreffende Problematik wurde damals nicht gelöst und überschattet die irisch-britische und innerirische Politik bis heute. Jedoch zeichnet sich seit dem Karfreitagsabkommen und dem Verzicht auf Nordirland durch die Republik Irland eine deutliche Entspannung ab. Nach mehr als 300 Jahren britischer Herrschaft schied Irland schließlich am 18. April 1949 aus dem britischen Commonwealth aus. Die sechs nordirischen Grafschaften verblieben im Vereinigten Königreich. Siehe auch Geschichte Irlands.

Politik

Die Republik Irland hat das politische System einer parlamentarischen Demokratie. Der Präsident (ir. Uachtaráin na hÉireann), das Staatsoberhaupt der Republik Irland, wird für sieben Jahre von der wahlberechtigten Bevölkerung gewählt und kann sein Amt höchstens für zwei Amtszeiten ausfüllen. Seine politische Macht ist nicht sehr hoch – im Wesentlichen kommen ihm repräsentative und zeremoniale Aufgaben im Inland wie im Ausland zu. Er hat keinen Einfluss auf die Regierungspolitik; dieser begrenzte tagespolitische Spielraum bringt ihm aber hohe Akzeptanz ein. Der Premierminister (ir. Taoiseach, gesprochen "Tíschach") wird vom Parlament nominiert und vom Präsidenten ernannt. Üblicherweise ist er der Parteichef der stärksten Parlamentspartei oder der größten Koalitionspartei. Das Parlament (Oireachtas) besteht aus zwei Kammern und dem Präsidenten: Dabei bildet der Senat (Seanad Éireann) das Oberhaus und das Repräsentantenhaus (Dáil Éireann) das Unterhaus. Der Senat besteht aus 60 Mitgliedern, von denen 11 durch den Premierminister ernannt und 49 von verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen gewählt werden (Landwirtschaft und Arbeiterschaft je 11, Industrie und Handel 9, Öffentliche Verwaltung 7, Universitäten 6 und Kultur und Erziehung 5). Diese Wahlen finden innerhalb von 90 Tagen nach der Auflösung des Repräsentantenhauses statt. Das Unterhaus besteht aus 166 Mitgliedern, wobei die Zahl der Mitglieder von der Einwohnerzahl Irlands abhängt. Auf je 20.000 bis 30.000 Einwohner kommt ein Abgeordneter. Die Mitglieder des Unterhauses werden nach der übertragbaren Einzelstimmgebung (engl. Single Transferable Vote) in 42 Wahlkreisen, in denen je zwischen drei und fünf Mandate zu vergeben sind, gewählt. Wahlen müssen innerhalb von 30 Tagen nach der Auflösung des Repräsentantenhauses stattfinden. Das Unterhaus wird derzeit für höchstens fünf Jahre gewählt, eine frühere Auflösung ist aber möglich. Die Regierung (Án Rialtas) besteht aus höchstens 15 Mitgliedern. Dabei dürfen nicht mehr als zwei Minister aus dem Senat kommen, der Premier, der Stellvertreter des Premier und der Finanzminister müssen dem Repräsentantenhaus angehören. Irische Parteien:
- Fianna Fáil und Fine Gael (die größten Parteien Irlands)
- Sinn Féin (die älteste Partei Irlands)
- Grüne (Irland)
- Labour Party (Irland)
- Progressive Democrats Irland stellt einen EU-Kommissar: David Byrne und (bis 2004) den Präsidenten des Europaparlaments Pat Cox.

Aktuelle Politik

Pat Cox Am 29. März 2004 führte Irland als erstes EU-Land ein totales Rauchverbot in allen öffentlichen Einrichtungen ein. Nach einer Umfrage im vergangenen November hatten sich rund 80 Prozent der Bürger, darunter auch über 60 Prozent Raucher, für ein Rauchverbot ausgesprochen. Das Gesetz trat um 0:00 Uhr in Kraft. Ein Teil der 10.000 Pubbesitzer befürchtet, nicht nur mit Einkommensverlusten, sondern, bei Missachtung des Gesetzes, auch mit einer Strafe von bis zu 3.000 € rechnen zu müssen. Laut Kommissar Byrne entstehen jedoch völlig neue Umsatzchancen, so werden zukünftig auch Personengruppen ein Pub besuchen, die dies vorher nie getan hätten. Um die Einhaltung zu überwachen, wurden rund 400 amtliche Kontrolleure eingestellt. Das Verbot gilt nicht für Hotelzimmer, Gefängnisse und psychiatrische Anstalten. Mit dieser Entscheidung will Irland eine Vorreiterrolle in Europa einnehmen und hofft auf ähnliche Reaktionen anderer Staaten. Am 25./26. Juni 2004 besuchte der US-Präsident George W. Bush für 18 Stunden Irland. Er traf mit dem irischen Premierminister Bertie Ahern zusammen und besprach zusammen mit seiner Führungscrew die europäisch-amerikanischen Beziehungen. 6.000 Polizisten und die Armee sorgten für die Sicherheit des Präsidenten, während einige tausend Demonstranten gegen die Politik von Bush am Flughafen Shannon protestierten.

Provinzen

Siehe Unterartikel: Gliederung Irlands Irland besteht aus 4 Provinzen (Connacht, Leinster, Munster, Ulster), die sich nochmal in Bezirke (counties) aufspalten. Diese Provinzen haben in dieser Form allerdings keine Bedeutung mehr für die Verwaltung des Staates. Sie sind historisch gewachsen und spielen lediglich im Sport noch eine Rolle, da dieser in Irland auf kommunaler Basis organisiert ist. Siehe auch: Liste der Städte in der Republik Irland

Infrastruktur

Irland hat Flughäfen in Dublin, Kerry, Cork, Shannon (Irland) u.a., die von Lufthansa, Austrian Airlines, Swiss, Ryanair, HLX und der einheimischen Fluggesellschaft AerLingus angeflogen werden. Irland hat ein recht dünnes Eisenbahnnetz, das aber ausgebaut wird. Bus Eireann ist die nationale Busgesellschaft, die eine große Zahl von Verbindungen anbietet. Die Straßen in der Republik sind meistens schlechter als auf dem europäischen Festland; es gibt quasi keine Autobahnen bis auf den Ring um Dublin und einige Verlängerungen dessen. Anfang 2005 stellte die Republik auf das metrische System um, seitdem werden Geschwindigkeiten in km/h und nicht mehr in mph gemessen. Entfernungen wurden davor schon hauptsächlich in km angegeben.

Kultur

Bibliothekswesen

1947 wurde mit dem Public Library Act der Bibliotheksrat An Chomhairle Leabharlanna ins Leben gerufen. Damit wurde das Bibliothekswesen revolutioniert. An Chomhairle Leabharlanna, zunächst gegründet um die Versorgung und Entwicklung von Bibliotheksdienstleistungen zu gewährleisten, bekam 2001 zusätzliche Aufgaben. Diese Aufgaben sind im Wesentlichen, die Hauptbibliotheken zu beraten und sie unterstützen, Empfehlungen und Gutachten für die Ministerien zu erstellen und die Kooperation zwischen den öffentlichen Bibliotheken und den wissenschaftlichen Bibliotheken zu unterstützen und zu erleichtern. Außerdem ist An Chomhairle Leabharlanna in viele Aktivitäten und Programme, die die Bibliotheken fördern, integriert. (Zum Vergleich: in Deutschland gibt es weder ein Bibliotheksgesetz, noch - seit der Schließung des Deutschen Bibliotheksinstituts (DBI) im Jahre 2000 - eine zentrale Beratungs- und Entwicklungsagentur) In Irland gibt es 32 Hauptbibliotheken. Davon werden 27 von den Landkreisen getragen und 4 von den Städten Cork, Dublin, Limerick und Waterford. Eine Bibliothek liegt dabei zwischen zwei Counties und wird deshalb von beiden unterstützt. Die Strategien und Methoden der Bibliotheken variieren von Stadt zu Stadt, denn die Hauptbibliotheken handeln unabhängig voneinander. Zu den 32 Hauptbibliotheken kommen weitere 345 Zweigbibliotheken hinzu. Dazu zählen auch Bibliotheken von Krankenhäusern, Schulen, Gefängnissen und so genannte Kommunikationszentren. Auch die 29 Fahrbibliotheken sind hier mit einberechnet, welche entlegene oder bevölkerungsarme Landstriche mit Büchern und anderen Medien versorgen. Zu den Angeboten der Bibliotheken gehören im allgemeinen Sachliteratur und Belletristik, Service und Programme für Kinder und Jugendliche, Referenzmedien, Informationen zur Weiterbildung und allgemeine, lokale Informationen. Außerdem wird in jeder Bibliothek ein öffentlicher Zugang zum Internet angeboten. Alle Hauptbibliotheken bieten zusätzlich in der Bibliothek Opacs an, welche den Nutzern zur Verfügung stehen. Das heißt, dass alle Bibliotheken ein elektronisches Verwaltungssystem besitzen. Einige Kataloge sind auch über das Internet abrufbar. In den Öffentlichen Bibliotheken gibt es ca. 12,5 Millionen Medieneinheiten. Dazu gehören Bücher, Manuskripte, Bilder, Loseblattsammlungen, CDs, CD-Roms, DVDs, Kassetten, Videos und vieles mehr. Im Gegensatz zu Deutschland wird in irischen öffentlichen Bibliotheken pro Einwohner weniger ausgeliehen. In Deutschland sind es 4,1 Medieneinheiten pro Einwohner, in Irland 3,4. Die öffentlichen Bibliotheken werden dennoch von ca. 21% der Bevölkerung genutzt. 2002 gab es 809.158 Leser mit einem Bibliotheksausweis. Mit den Sachkosten liegen die irischen Bibliotheken jedoch höher als deutsche Bibliotheken. In Irland werden 2,10 € pro Einwohner und in Deutschland 1,10 € pro Einwohner ausgegeben. Finanziert werden die Bibliotheken hauptsächlich über Steuern. Ca. 10 % werden über Mitgliedsbeiträge, Nutzergebühren und Bußgelder finanziert. Außerdem unterstützt das Department of the Environment and Local Government die Bibliotheken seit 1998 mit 34 Millionen €, die für den Bau und das Mieten von Gebäuden verwendet werden. Aber auch die Automatisierung von Arbeitsabläufen und der Bestandsaufbau wird mit diesen Geldern gefördert.

Irische Renaissance

Siehe Unterartikel: Irische Renaissance

Bekannte Iren

- in alphabetischer Reihenfolge -
- Bartholomew ("Bertie") Patrick Ahern, Irischer Premierminister
- Mary McAleese, Staatspräsidentin
- Francis Bacon, Maler
- Samuel Beckett, Schriftsteller
- Brendan Behan, Schriftsteller
- Boyzone, erste Boyband aus Irland
- Máire Brennan, Sängerin
- Pierce Brosnan, Schauspieler
- Chris de Burgh, Musiker
- Jean Butler, Tänzer (Irish Dance)
- Gabriel Byrne, Schauspieler
- Nicky Byrne, Musiker
- Eoin Colfer, Schriftsteller
- Michael Collins, Gründer der IRA
- Gavin Friday, Musiker
- The Corrs, Band
- The Cranberries, Band
- James Michael Donnellan, Tänzer (Irish Dance)
- Roddy Doyle, wichtigster, zeitgenössischer Schriftsteller
- The Dubliners, Band
- Damien Duff, Fußballer
- Keith Duffy, Schauspieler, Musiker
- Collin Dunne, Tänzer (Irish Dance)
- Kian Egan, Musiker
- Enya, Musikerin
- Colin Farrell, Schauspieler
- Mark Feehily, Musiker
- Shane Filan, Musiker
- Rory Gallagher, Musiker
- Michael Gambon, Schauspieler
- Stephen Gately, Sänger, Musical-Star
- Bob Geldof. Rockmusiker, Live-Aid-Organisator
- Mikey Graham, Musiker
- Richard Harris, Schauspieler
- Moarin O'Hara, Filmstar
- Seamus Heaney, Dichter
- Ray Houghton, ehemaliger Fußballer
- Eddie Irvine, ehemaliger Formel-1 Fahrer
- James Joyce, Schriftsteller
- Roy Keane, Fußballer
- Robbie Keane, Fußballer
- Ronan Keating, Musiker
- Johnny Logan, Sänger
- Shane Lynch, Rennfahrer, Sänger
- Shane MacGowan, Musiker
- Constance Markiewicz, Freiheitskämpferin
- Brian McFadden, Musiker
- Danny Morrison, Schriftsteller / Politiker
- Gary Moore, Sänger, Gittarist
- Liam Neeson, Schauspieler
- Flann O'Brien, Schriftsteller
- Turlough O'Carolan, Komponist
- Sean O'Casey, Schriftsteller
- Daniel O´Connell, Politiker, Befreier der Katholiken
- Sinéad O'Connor, Musikerin
- Bram Stoker, Schriftsteller (Dracula)
- Peter O'Toole, Schauspieler
- Bobby Sands – Hungerstreikopfer / IRA
- George Bernard Shaw Schriftsteller und Dramatiker
- Jonathan Swift, Schriftsteller
- U2, Rockband
- Eamon de Valera - Politiker
- Oscar Wilde, Schriftsteller, Dichter
- William Butler Yeats, Schriftsteller

Wahrzeichen


- Kleeblatt (Shamrock)
- Rundtürme
- Hochkreuze

Siehe auch


- Portal Irland

Weblinks


- [http://www.cia.gov/cia/publications/factbook/geos/ei.html Eintrag im CIA World Factbook]
- [http://www.oireachtas.ie/ Irisches Parlament]
- [http://www.irland-ferien.de/ Fremdenverkehrsamt Irland]
- [http://www.irland-inside.de/wissen/irland/ Umfangreiche Informationen zur irischen Geschichte]
- [http://www.irland-reise.org/ Webseite über Irland aus der Sicht eines deutschen Auswanderers]
- [http://www.irland-photos.com/ Webseite mit Irland Fotos]
- [http://www.pharologie.de/1_leuchttuerme_irland.htm pharologie.de - Irische Leuchttürme] Fotos und Informationen zu Leuchttürmen an der irischen Küste
- [http://wikitravel.org/de/Irland Reiseinfos zu Irland] auf Wikitravel
Irland, Republik Irland, Republik !Irland, Republik ja:アイルランド ko:아일랜드 ms:Ireland nb:Republikken Irland simple:Republic of Ireland zh-min-nan:Éire

County

County ['Kaunti] (engl.) ist eine Verwaltungseinheit in englischsprachigen Ländern und findet sich dort als Namenbestandteil von Gebietsbezeichnungen (Beispiel: Los Angeles County).

Etymologie und Schreibung

Der Begriff County bezeichnete ursprünglich das Gebiet, das der Rechtsprechung eines Count bzw. eines Earl unterstand. Beide Adelstitel werden im deutschen üblicherweise mit "Graf" übersetzt, wobei Earl die Bezeichnung für einen englischen und Count für einen nicht-englischen Grafen ist. County ist daher auch der englische Begriff für deutsche Grafschaften und die 1790 abgeschafften französischen comtés. Zudem ist County die im englischen gängige Übersetzung für die schwedischen Län, die japanischen gun, die norwegischen fylker und die polnischen powiat. Auch deutschsprachige Wörterbücher verzeichnen den Begriff. Der Duden legt die Pluralbildung Countys (im Gegensatz zu engl. Counties) und den Genus die fest. Im Langenscheidt wird das englische County sächlich und der amerikanische County männlich eingeordnet. In deutschsprachigen WWW-Dokumenten findet sich (Ende 2005) die Schreibung Counties etwa 16-mal-häufiger als Countys. Die Genusverteilung für County: der: 55%, die: 10%, das: 35%.

Großbritannien

England war seit der Zeit der Angelsachsen in shires aufgeteilt. Diese Steuerbezirke hatten meist eine befestigte Hauptstadt, die shire town. Die normannischen Eroberer Englands führten dann ab dem 11. Jahrhundert das Grafschaftssystem ein; die Grenzen der so geschaffenen Countys deckten sich meist mit denen der bisherigen Shires. Die Anzahl, die Grenzen und der rechtliche Status der englischen Countys haben sich über die Jahrhunderte oft geändert. Im Mittelalter erhielten einige Städte wie London oder Coventry den Status einer Grafschaft, viele von ihnen wurden aber ab 1844 wieder mit ihrem Umland vereinigt. Die Countys waren nur Rechtsprechungsbezirke; erst ab 1889 wurden sogenannte Administrative Counties (engl.) geschaffen, denen eine begrenzte legislative und exekutive Autorität auf lokaler Ebene zugestanden wurde. In den 1970er Jahren wurde die britische Verwaltungsstruktur wiederum reorganisiert; so wurden etwa in London und anderen Großstädten sog. Metropolitan Counties (engl.) geschaffen, die aber 1986 wieder abgeschafft wurden. Briten identifizieren sich bis heute mit den historischen Traditional Counties (engl.), auch wenn diese als politische Einheiten nicht mehr bestehen mögen. Auch Wales, Schottland und Irland wurden nach englischem Muster in Countys eingeteilt, später auch englische Kolonien.

England

Hauptartikel: Grafschaft (England) England wird traditionell in 39 Countys eingeteilt. 1974 wurde die Kommunalverwaltung Englands neu organisiert, infolgedessen sich auch die Zahl der Countys veränderte. Man unterschied danach zwischen Metropolitan Counties (engl.) und Non-Metropolitan Counties (engl.). Sie alle gliederten sich in Districts. Ab 1996 wurde die Zahl der Countys erneut verändert und es entstanden aus verschiedenen Districts neue Gebietskörperschaften, die so genannten Unitary Authorities, die seither neben den Countys bestehen.

Schottland

Schottland wird traditionell in 34 Grafschaften eingeteilt. Siehe hierzu: Traditionelle Grafschaften Schottlands. 1975 wurden diese zugunsten von Regionen mit untergliederten Districts aufgegeben, welche 1996 erneut aufgehoben wurden. Seither gibt es nur noch so genannte Unitary Authorities.

Wales

Wales wird traditionell in 13 Grafschaften aufgeteilt. Siehe hierzu: Traditionelle Grafschaften von Wales. 1975 wurden diese neu gegliedert und sie unterteilten sich danach in Districts. 1996 wurden die Countys und Districts zugunsten von so genannten Unitary Authorities aufgehoben. Doch führen einige dieser neuen Gebietskörperschaften bis heute die Bezeichnung "County". Zur aktuellen Verwaltungsgliederung von Wales siehe auch Verwaltungsgliederung von Wales. Siehe auch: Bedeutung der Namen der Countys im Vereinigten Königreich

Irland

Die englischen Besatzer übertrugen das Grafschaftssystem auch auf Irland. Die traditionelle Einteilung Irlands in 32 Countys stammt allerdings erst aus dem 19. Jahrhundert. Die heutige Republik Irland umfasst 26 dieser Countys, Nordirland 6. Siehe Liste irischer Grafschaften

USA

USA In den USA heißen die den deutschen Landkreisen oder österreichischen Bezirken vergleichbaren Verwaltungseinheiten, die in 48 Bundesstaaten bestehen, Countys. In Louisiana werden sie Parishes genannt. Alaska ist nicht in Countys eingeteilt, sondern in 15 Boroughs, die zum Teil die Funktion einer Gemeinde, die einer Township und die einer County einnehmen. Darüber hinaus ist als einzige Stadt in Alaska Anchorage zu keinem Borough zugehörig. Der restliche Gebiet von Alaska, außerhalb der Boroughs und der Stadt, ist in 11 weitere statistischen Gebieten (Census Areas) aufgeteilt, die jedoch keine politische oder Verwaltungsfunktion haben. Insgesamt gibt es in den USA 3141 Countys oder äquivalente Einheiten. Je nach Bundesstaat sind ihre Befugnisse sehr unterschiedlich, sie fungieren aber meist als Verwaltungs- und Rechtssprechungsbezirke. Die Polizeigewalt ist in den USA auf verschiedenen Ebenen angesiedelt; auf der Ebene der Countys wird sie von einem Sheriff und seinen Hilfskräften ausgeübt. Es kommt vor, dass in vielen Bundesstaaten die Zuständigkeit der Countys und der Sheriffs jedoch nur außerhalb der Grenzen von inkorporierten Städten und Gemeinden gilt. In Connecticut wurden die County-Verwaltungen 1960 abgeschafft; dort funktionieren sie nur noch als statistische und geografische Bezeichnungen. In Rhode Island haben die Countys nur noch die Funktion von Gerichtsbezirken. In Massachusetts verfügen nur noch 5 der 14 Countys über eine eigene Verwaltung; in den anderen Countys wurden diese Funktionen von den Townships übernommen. Im allgemeinen sind die östlichen, dichter besiedelten Staaten in mehr und auch kleinere Countys eingeteilt als die westlichen Bundesstaaten. Delaware hat aufgrund seiner kleinen Fläche mit nur drei die wenigsten, Texas aufgrund seiner großen Fläche mit 254 die meisten Countys. In Virginia gibt es zudem 39 Independent Cities, vergleichbar den kreisfreien Städten Deutschlands. Auch die Städte Baltimore (Maryland), Carson City (Nevada) und St. Louis (Missouri) haben einen ähnlichen Sonderstatus.

Liste der Countys geordnet nach Staaten

Kanada

St. Louis (Missouri) Fünf von Kanadas zehn Provinzen sind aufgeteilt in Countys. In Ontario, Nova Scotia, New Brunswick werden diese als lokale Verwaltungseinheiten genutzt, wogegen in Quebec und Prince Edward Island sie nur noch geographische Einteilungen darstellen. Viele Countys bestehen aus mehreren Stadtbezirken, mit Ausnahme einiger weniger, die nur aus einer einzigen großen Stadt bestehen. In dünn besiedelten Gebieten, wie dem nördlichen Ontario oder Quebec werden diese Verwaltungseinheiten District anstatt County genannt. Dagegen werden in stark bevölkerten Gegenden, wie im südlich-zentralen Ontario, neue Stadtbezirke (regional municipalities) gegründet und diese anstatt der Countys als regionale Verwaltungseinheiten genutzt. Siehe auch: Übersicht über die Provinzen und Territorien Kanadas Kategorie:Politische Geographie simple:County zh-cn:县

USA

Die Vereinigten Staaten von Amerika (engl.: United States of America, kurz: USA) sind eine Bundesrepublik in Nordamerika. Sie grenzen im Norden an Kanada und (über die 100 km breite Beringstraße mit dem Bundesstaat Alaska) an Russland, im Süden an Mexiko, im Osten an den Atlantik und im Westen an den Pazifik. Die Vereinigten Staaten entstanden 1776 mit der Unabhängigkeitserklärung der britischen Kolonien in Amerika und gewannen durch starke Industrialisierung und massive Immigration aus Europa im 19. Jahrhundert rasch an Einfluss. Am Ende des 20. Jahrhunderts waren sie nach der Überwindung des totalitären Faschismus (im 2. Weltkrieg) und Kommunismus (im Kalten Krieg), zu der sie wesentlich beitrugen, die einzige verbliebene Supermacht. Seit etwa der Mitte des 20. Jahrhunderts sind die USA weltweit die weltpolitisch, wissenschaftlich, wirtschaftlich, (populär)kulturell und militärisch führende Macht. In all diesen Gebieten prägen sie die Gegenwart in einem Maße wie kein anderes Land der Welt.

Geographie

Hauptartikel: Geographie der USA Das Kernland der USA besteht aus 48 Bundesstaaten und dem District of Columbia (D.C.), die innerhalb einer gemeinsamen Grenze liegen. Inklusive der beiden Bundesstaaten Alaska und Hawaii, die außerhalb dieses Kernlandes liegen, zählen die USA 50 Bundesstaaten. Das Landschaftsbild ist sehr vielfältig: es gibt Waldgebiete und Mittelgebirge an der Ostküste, Mangrovenwälder im subtropischen Florida, die Flusssysteme von Mississippi und Missouri, weite Ebenen im Zentrum des Landes, große Gebirgszüge wie die Rocky Mountains, trockene Wüsten im Südwesten, gemäßigte Regenwälder im Nordwesten und Küstengebirge an der Westküste der USA. Hinzu kommen die arktische Region der Tundra in Alaska und die tropischen Inseln von Hawaii mit dem 4.170 Meter hohen Vulkan Mauna Loa. Das Kernland der USA liegt zwischen dem 24. und 49. nördlichen Breitengrad und zwischen dem 68. und 125. westlichen Längengrad und ist in vier Zeitzonen eingeteilt. Alaska und Hawaii sowie die politisch an die USA angeschlossenen Außengebiete (beispielsweise Puerto Rico und Guam) liegen außerhalb dieser Zone. Im Norden grenzt das Kernland an Kanada, im Süden an Mexiko und an den Golf von Mexiko. Im Osten liegt der Atlantische Ozean und im Westen der Pazifische Ozean. Die Nord-Süd-Ausdehnung beträgt etwa 2.500 km. Zwischen Atlantik und Pazifik liegen rund 4.500 km. Hawaii ist eine Inselkette im Pazifischen Ozean. Alaska liegt nordwestlich von Kanada und ist durch die Beringstraße von Russland getrennt.
- Grenze zu Kanada: 8.895 km (davon 2.477 km zwischen Alaska und Kanada)
- Grenze zu Mexiko: 3.326 km
- Küstenlinie: 19.924 km

Fläche

Die Vereinigten Staaten sind der flächenmäßig drittgrößte Staat der Erde nach Rußland und Kanada.
- Fläche der 50 Bundesstaaten (inkl. District of Columbia): 9.629.891 km²
- Landmasse: 9.158.453 km²
- Wasserfläche: 47.356 km² Siehe auch: Liste der US-amerikanischen Staaten nach Fläche sortiert

Bevölkerung

Bevölkerungsgruppen

Die USA gelten traditionell als Schmelztiegel (melting pot) der Völker. Die ersten kolonialen Einwanderer auf dem von Indianern besiedelten Kontinent waren Europäer; anfänglich vorrangig spanischer, französischer und englischer Herkunft. Ab Mitte des 18. und verstärkt zur Mitte des 19. Jahrhunderts folgten Europäer deutscher und irischer Herkunft. Später kamen Einwanderer aus anderen Regionen Europas, vor allem aus It