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Gran Chaco

Gran Chaco

] Der Gran Chaco oder kurz Chaco ist eine Region mit Trockenwäldern und Dornbuschsavannen im Inneren Südamerikas. Er umfasst den Norden von Argentinien, den westlichen Teil von Paraguay und den Südosten von Bolivien. Seine Ostgrenze bilden die Flüsse Río Paraná und Río Paraguay, während sich seine Westgrenze von Nord nach Süd etwa von Santa Cruz de la Sierra (Bolivien) über Santiago del Estero (Argentinien) bis nach Córdoba erstreckt. Im Süden geht der Chaco fast unmerklich in die Pampa über, im Westen grenzt er an die Regenwälder der Yungas. Hinter denen die Ostgrenze bildenden Flüssen beginnt ein leicht hügeliges, teilweise sumpfiges Grasland. Das Klima ist tropisch bis subtropisch. Die Sommer sind heiß und feucht, die Winter mäßig warm und teils sehr trocken. Im Chaco liegt der Hitzepol Südamerikas, und zwar im argentinischen Rivadavia (+48,7°C). Während der Osten des Chaco ein relativ feuchtes Klima besitzt, ist der Westen deutlich trockener, dort gibt es häufige Dürren im Winterhalbjahr.

Bevölkerung

Der Gran Chaco ist vor allem im Norden und Westen ein sehr dünn besiedeltes Gebiet, das sich nur bedingt als Weideland nutzen lässt. Im Süden, im argentinischen Teil, ist die Besiedlung deutlich dichter, hier wird das Land landwirtschaftlich zum Teil intensiv genutzt. Charakteristisch für das Gebiet sind die so genannten Jesuitenreduktionen. Im Umkreis dieser Missionsstationen sind in der Vergangenheit Guarani-Indianer christianisiert und angesiedelt worden. Auch viele deutschstämmige Mennoniten haben sich im Gran Chaco angesiedelt. Noch heute leben sehr viele Nachkommen verschiedener Indianerstämme im Chaco, die meisten gehören zur schon genannten Tupi-Guaraní-Sprachfamilie, wie die Chiriguano und Chané im nördlichen Argentinien. Nicht zu den Guaranís gehören dagegen die Wichi und Toba im Grenzgebiet zwischen Argentinien und Paraguay. Ausgestorben ist heute dagegen der paraguayische Indianerstamm Abipón.

Geschichtliches

Der Gran Chaco war Schauplatz des blutigen Chacokriegs zwischen Paraguay und Bolivien in den Jahren 1932 bis 1935, der sich an Gerüchten über umfangreiche Ölvorkommen entzündete. Die nach dem paraguayischen Sieg durchgeführten Probebohrungen blieben jedoch erfolglos.

Geographische Gliederung

Der Chaco gliedert sich in drei Zonen. Die geographischen und klimatischen Bedingungen des Chaco begünstigen eine Vielfalt von Fauna und Flora, die ein besonderes Ökosystem schafft.

Chaco Bajo

Der Untere Chaco zieht sich am Westufer der Flüsse Río Paraná und Río Paraguay etwa zwischen Santa Fe in Argentinien und Pedro Juan Caballero in Paraguay entlang. Es handelt sich um einen ca. 50-100 km breiten Gürtel, der deutlich feuchter als die anderen Teile des Chaco ist. Er besteht hauptsächlich aus Palmenhainen und ist in weiten Bereichen ständig überschwemmt. Es herrscht Viehzucht auf riesigen Estancien vor.

Chaco Medio

Der Mittlere Chaco (zwischen 250 und 500 km breit) schließt westlich an den Chaco Bajo an und reicht als Vegetationszone etwa von Córdoba bis in den Raum von Filadelfia im Norden von Paraguay (470 km von Asuncion entfernt). Die Vegetation in der leicht hügeligen Landschaft ist eine Mischung aus Hartholzbäumen und Kakteen. Charakteristischerweise findet man hier Flaschenbäume (Palo Borracho) sowie der Quebracho, aus dessen Hartholz Gerbsäure gewonnen wird. Der Süden dieser Zone wird intensiv landwirtschaftlich genutzt, im Norden ist die Bevölkerung geringer.

Chaco Alto

Der Hohe Chaco liegt nordwestlich des Chaco Medio, etwa zwischen Santiago del Estero in Argentinien und dem Südosten Boliviens. Er besteht aus dichten niedrigen Wäldern, eine undurchlässige Barrikade aus harten Stacheln und feuerfesten Dornen, der im argentinischen Teil Impenetrable genannt wird. Hier leben noch viele Pumas, Tapire und Wildschweine. Im extremen Norden verdünnt sich die Vegetation. Westlich dieser Zone schliesst ein langgestrecktes subtropisches Regenwaldgebiet, die sogenannten Yungas, an. Kategorie:Südamerika Kategorie:Geographie (Argentinien) Kategorie:Paraguay Kategorie:Geographie (Bolivien) Kategorie:Geographie (Paraguay) ja:グランチャコ

Savanne

Als Savanne werden Gebiete definiert, welche aus Graslandschaften mit einzelnen Bäumen oder Baumgruppen bestehen und in einem Gürtel der äquatornäher als die Steppe der gemäßigten Zonen verläuft. Savanne beziehungsweise savana/sabana bedeutet so viel wie „weite Ebene“.

Der Savannenbegriff

Obwohl die Begriffe „Savanne“ und „Steppe“ zur Bezeichnung bestimmter Vegetationstypen eingeführt wurden, wurde die Bezeichnung ab den 1970er Jahren von Geographen mehr für bestimmte Klimazonen verwendet. Carl Troll hat zunächst vorgeschlagen, in den Tropen alle hygrophilen Pflanzengesellschaften als Savannen zu bezeichnen, ganz gleichgültig, um was für eine Vegetation es sich handelt. Da jedoch hygrophil und xerophil relative und schwer definierbare Begriffe sind, hat Jaeger dem Begriff der Savanne einen klimatischen Sinn gegeben, der nichts mehr mit der zonalen Vegetation zu tun hatte. Die Savanne ist eine Vegetationszone der Tropen, die durch ihren offenen Bewuchs (Grasland) und in relativ regelmäßigen Abständen stehende Bäume charakterisiert ist. Sie treten im Übergangsbereich zwischen der ariden Passatwindzone und dem tropischen Regenwaldklima auf. Entsprechend liegt die Vegetationszone der Savannen zwischen den Vegetationszonen Wüste und tropischem Regenwald. Der die Vegetation beherrschende Faktor ist hier der Wassermangel. Typische Werte liegen zwischen 500 und 1500 mm Jahresniederschlag (das heißt 500 bis 1500 Liter Wasser pro m² und Jahr). Dieser Wassermangel führt zur für Savannen typischen regelmäßigen Verteilung der Bäume, denn jeder Baum verhindert durch seinen Wasserkonsum einen Gehölz-Neubewuchs in seiner näheren Umgebung. In der Savanne gibt es wie in allen anderen Klimazonen Tierarten, die sich einerseits der Vegetation dieses Lebensraumes angepasst haben und andereseits die angepaßten Tierarten als Beute schlagen oder als Aas verzehren. Dazu zählen beispielsweise: Gepard, Gazelle, Gnu, Zebra, Elefant, Löwe, Wildschwein und Giraffe. Es gibt drei verschiedene Arten von Savannen: Feucht-, Trocken- und Dornsavanne: Anpassungsmerkmale an das Klima: Feucht-, Trocken- und Dornsavanne: Laubabwerfend in der Trockenzeit, mit zunehmender Trockenheit abnehmender Baumwuchs und zunehmender Wuchs wasserspeichernder Pflanzen und andere Anpassungen an die Trockenheit. Savannen sind insbesondere in Afrika stark verbreitet, treten aber auch in Indien, Australien und im nördlichen Teil Südamerikas auf. Savannen sind zu unterscheiden von den ebenfalls ariden Graslandschaften gemäßigter Breiten, den Steppen und Prärien und den baumlosen Pampas Südamerikas. Kategorie:Klimazonen und Vegetation Kategorie:Ökosystem Kategorie:Steppe Kategorie:Gras ja:サバナ

Argentinien

Argentinien (spanisch Argentina) ist ein Staat in Südamerika. Es grenzt im Osten an den Atlantischen Ozean, im Westen an Chile, im Norden an Bolivien und Paraguay, und im Nordosten an Brasilien und Uruguay. Der von spanischen Kolonisten stammende Landesname ist vom lateinischen Argentum (für Silber) abgeleitet und kennzeichnet, welche Schätze diese dort einst zu finden glaubten und hofften.

Geographie

Argentinien hat eine Fläche von circa 2,8 Millionen Quadratkilometern. Die Ausdehnung von Norden nach Süden beträgt etwa 3.700 km, die von Westen nach Osten an der breitesten Stelle circa 1.400 km. Das gesamte westliche Grenzgebiet wird von den Anden eingenommen, der längsten kontinentalen Gebirgskette der Erde. Deren höchster Berg, der Aconcagua mit 6.959 m Höhe, liegt nahe der argentinisch-chilenischen Grenze in der Provinz Mendoza. Der zentrale Norden Argentiniens wird vom Gran Chaco, einer heißen Trockensavanne eingenommen. Östlich davon schließt sich entlang des Río Paraná das Hügelland der Provinz Misiones an. Dort befinden sich am Dreiländereck Argentinien/Paraguay/Brasilien die Wasserfälle von Iguazú, die zu den größten der Erde zählen. Südlich davon, zwischen den großen Strömen Río Paraná und Río Uruguay, liegt das feuchte und sumpfige Mesopotamia. Am Río de la Plata, dem gemeinsamem Mündungstrichter dieser beiden Ströme, befindet sich die Stadt Buenos Aires und die gleichnamige Provinz Buenos Aires, das wirtschaftliche Herz Argentiniens. Hier konzentriert sich auch der Großteil der Einwohner Argentiniens. Westlich und südlich von Buenos Aires erstrecken sich die Pampas, eine grasbewachsene Ebene, wo der größte Teil der Agrarprodukte des Landes erzeugt wird. In dieser Region befinden sich große Weizenfelder und Weideflächen für Rinder, deren Fleisch immer noch zu den Hauptexportgütern Argentiniens gehört. Zwischen den Pampas und den Anden liegen im zentrale Argentinien die Gebirgszüge der Sierras Pampeanas. Das im Süden Argentiniens gelegene Patagonien ist von starken Westwinden geprägt und hat ein sehr raues Klima. Dieses Gebiet, das etwa ein Viertel der Fläche des Landes ausmacht, ist sehr dünn besiedelt. Der tiefste Punkt des Landes und Gesamtamerikas ist die Laguna del Carbón mit 105 m unter dem Meeresspiegel. Sie befindet sich zwischen Puerto San Julián und Comandante Luís Piedra Buena in der Provinz Santa Cruz. Von Argentinien wird ein Sektor des antarktischen Kontinents beansprucht, siehe hierzu: Argentinisches Antarktisterritorium.

Wichtige Städte

Buenos Aires (auf Deutsch: Gute Lüfte) ist als politische Hauptstadt und wirtschaftliches Zentrum Argentiniens die wichtigste Stadt Argentiniens. Es ist umgeben von einer Reihe von selbstständigen Vorstädten, die zum Teil reine Schlafstädte sind, zum Teil aber auch selbst über Produktionsstätten verfügen. Rosario liegt zwar nicht in der Provinz Buenos Aires, die die Hauptstadt umgibt, gehört aber noch zum größeren Einzugsgebiet der Hauptstadt. Córdoba, die zweitgrößte Stadt Argentiniens, verfügt über größere Produktionsstätten und beherbergt die älteste Universität des Landes, welche gleichzeitig eine der wichtigsten ist. Mendoza ist vor allem für seinen Wein- und Obstanbau bekannt, dient aber auch als Brückenkopf für den Handel mit Santiago de Chile. San Miguel de Tucumán ist die Geburtsstätte der Unabhängigkeit und wurde durch die intensive Landwirtschaft wirtschaftlich und kulturell bedeutsam, hat aber in den letzten Jahrzehnten etwas an Wichtigkeit verloren. Die Universitäten in dieser Stadt haben auch überregionale Bedeutung und werden z.B. von Studenten aus Bolivien besucht. Siehe auch: Liste der Städte in Argentinien

Hohe und bedeutende Berge

Liste der Städte in Argentinien] In den argentinischen Anden gibt es eine Vielzahl sehr hoher Berge über 6000 m Höhe. Hierunter befinden sich auch der höchste Berg des amerikanischen Kontinents, der Aconcagua mit fast 7000 m Höhe und der höchste Vulkan der Erde, der Ojos del Salado mit fast 6900 m. Im Folgenden sind alle Sechstausender sowie einige wichtige oder bekannte Berge unter sechstausend Meter aufgelistet:

Bedeutende Flüsse

Ojos del Salado rechts unten]] Argentiniens Hydrologie wird von den Zuflüssen des Río de la Plata dominiert. Sein Einzugsgebiet umfasst etwa 5.200.000 km². Etwa ein Drittel hiervon liegt in Argentinien, der Rest in Bolivien, Brasilien, Paraguay und Uruguay. Zuflüsse des Río de la Plata sind der Río Paraná und der Río Uruguay.
- Río de la Plata (Mündung des Paraná und Uruguay in den Atlantik)
- Río Paraguay, 2549 km, 4300 m³/s (mündet in den Paraná)
- Río Salado, 2000 km, 15 m³/s (mündet in den Paraná)
- Río Paraná, 1800 km, 16806 m³/s (mündet in den Río de la Plata)
- Bermejo-Desaguadero-Salado, 1200 km, 14 m³/s
- Río Uruguay, 1100 km, 5026 m³/s (mündet in den Río de la Plata)
- Río Bermejo-Teuco, 1000 km, 339 m³/s (mündet in den Paraguay)
- Río Colorado, 860 km, 134 m³/s (mündet in den Atlantik)
- Río Pilcomayo, 850 km, 152 m³/s (mündet in den Paraguay)
- Río Chubut, 810 km, 48 m³/s (mündet in den Atlantik)
- Río Salado (Buenos Aires), 700 km, 88 m³/s (mündet in den Atlantik)
- Río Negro, 635 km, 865 m³/s (mündet in den Atlantik)
- Río San Juan, 500 km, 56m³/s
- Río Mendoza, 400 km, 50 m³/s

Große Seen

Besonders bedeutend ist der See Laguna Mar Chiquita in der Provinz Córdoba sowie die Seen Lago Argentino und Lago Viedma beide im Naturpark Los Glaciares gelegen, der zum UNESCO-Welterbe erklärt wurde. Dort befindet sich auch der Gletscher Perito Moreno.
- Laguna Mar Chiquita, 5770 km² (Oberfläche stark schwankend)
- Lago Argentino, 1415 km²
- Lago Viedma, 1088 km²
- Lago Buenos Aires, 881 km² (argentinischer Teil, Gesamtfläche: 2.240 km²)
- Colhue Huapi, 803 km²
- Nahuel Huapi, 550 km²

Inseln

Die größte Insel ist Feuerland, die sich Argentinien (Provinz Tierra del Fuego) und Chile teilen. Weiterhin bedeutend sind die Malwinen, die zwar von Argentinien beansprucht werden, aber unter britischer Verwaltung stehen. Die Besetzung der Inseln durch Argentinien am 2. April 1982 löste den Falkland-Krieg aus, der bis zum 14. Juni 1982 dauerte und mit einer Niederlage Argentiniens endete.
- Feuerland (für den argentinischen Teil der Insel, siehe Provinz Tierra del Fuego): 21.051 km²
- Islas Malvinas (deutsch: Malwinen bzw. Falklandinseln) (Großbritannien, von Argentinien beansprucht): Isla Soledad (6.353 km²) und Gran Malvina (4.378 km²)
- Islas Georgias del Sur y Islas Sandwich del Sur (Großbritannien, von Argentinien beansprucht): San Pedro (Südgeorgien, 3.528 km²), Jorge (Südlichen Sandwichinseln, 110 km²), Blanco (Südlichen Sandwichinseln, 46 km²), Saunders (Südlichen Sandwichinseln, 40 km²)
- Isla de los Estados: 520 km²
- Islas Orcadas (von Argentinien beansprucht, fällt unter den Antarktisvertrag): Coronación (457 km²) und Laurie (86 km²)
- Trinidad (Provinz Buenos Aires): 207 km²
- Bermejo (Provinz Buenos Aires): 20 km²

Bodenschätze

Wertvolle Mineralerze und Gesteine finden sich in Argentinien nur in kleineren Mengen, so etwa Gold, Silber, Kupfer, Blei, Zink, Eisen, Zinn, Wolfram, Glimmer und Kalkstein. Wirtschaftlich bedeutender sind die Erdöl- und Erdgas-Vorkommen vor der Küste.

Klima

Argentinien hat von tropischen Gebieten im äußersten Nordosten über subtropische im restlichen Norden und eine ausgedehnte gemäßigte Klimazone bis hin zu kalten Klimaregionen im Süden und in den Anden nahezu alle Klimazonen in einem Land vereint. Der Nordwesten Argentiniens ist im Bereich der Anden trocken mit einer kurzen Regenzeit im Sommer. In ihr findet man die Hochwüste Puna, deren Westen zu den regenärmsten Gebieten der Welt zählt, sowie den steppenhaften, unfruchtbaren Monte am Fuß der Anden in den Provinzen Mendoza, San Juan und La Rioja. Eine Abweichung von dieser Regel sind die subtropischen Nebelwälder in den Provinzen Tucumán, Salta und Jujuy, die im Sommer extrem feucht, im Winter aber relativ trocken sind. Der Gran Chaco im zentralen Norden ist zwar etwas feuchter, seine Niederschläge konzentrieren sich jedoch ebenfalls auf den Sommer. Der Nordosten sowie die Pampa-Region sind das ganze Jahr über feucht, wobei die höchsten Niederschlagsmengen im subtropischen Regenwald der Provinz Misiones zu finden sind. Im Süden (Patagonien) ist es umgekehrt: der Westen, die Anden, sind ständig feucht und von der Temperatur kühl gemäßigt, während der Osten, das patagonische Schichtstufenland, sehr trocken und halbwüstenhaft ist. In dieser Region bestimmt der regelmäßig alle ein bis zwei Wochen vom Südwesten her blasende Pampero-Wind das Klima. Ein Sonderfall ist das Klima in Feuerland, wo die Temperaturen in Sommer und Winter nur wenig auseinander liegen, es jedoch insgesamt sehr kühl ist und die Niederschlagsmengen relativ hoch sind.

Flora und Fauna

Entsprechend den sehr unterschiedlichen Klimazonen Argentiniens variieren auch die Vegetation und die Tierwelt sehr stark. Insgesamt sind etwa zwölf Prozent der Landfläche bewaldet.

Flora

Feuerland In den warmfeuchten tropischen und subtropischen Regenwäldern im Norden gedeihen tropische Pflanzen, wie Rosenhölzer (Dalbergia), Guajakholzbäume (Guaiacum officinale), Palisander (Jacaranda mimosifolia) und Quebracho-Bäume (Schinopsis lorentzii), aus denen Gerbsäure gewonnen wird, aber auch Palmen. Der ebenfalls im Norden befindliche Gran Chaco verfügt über eine savannenartige Vegetation, welche von den Algarrobo-Bäumen (hauptsächlich Prosopis alba und Prosopis nigra) dominiert wird, Quebracho kommt auch vor. Die Pampa ist geprägt von ausgedehnten Graslandschaften mit verschiedensten Gräsern. Von Eukalyptus (Eucalptus), amerikanischen Platanen (Platanus occidentalis) und Akazien (Acacia) abgesehen, finden sich hier keine Bäume; die ersteren beiden Gattungen sind nicht heimisch. Aufgrund des sehr feinen steinfreien Bodens ist eine landwirtschaftliche Bebauung gut möglich, so dass sich nur noch wenig ursprüngliche Vegetation erhalten hat. Patagonien liegt schon im Schatten der Anden und ist eine karge und weitestgehend baumlose Landschaft. Hier herrschen wie in der Pampa auch die Gräser vor, die Vegetation ist aber den wesentlich trockeneren Gegebenheiten angepasst. Daneben findet man verschiedenste krautige Gewächse und Sträucher. Wegen des steinigen Boden ist Getreideanbau nicht möglich, stattdessen werden die Graslandschaften als Schafweide genutzt. In den Vorgebirgen der Anden und auf Feuerland finden sich ausgedehnte Nadelwälder mit Fichten (Picea), Zypressen (Cypressus), Kiefern (Pinus), Zedern (Cedrus) und anderen Nutzhölzern. Nahe der chilenischen Grenze gibt es vereinzelte Gruppen von Scheinbuchen (Nothofagus). Die Baumgrenze liegt bei etwa 3 500 m. In den trockenen, nördlichen Hochlagen der Anden finden sich in den ariden Halbwüsten viele Kakteen (Cactaceae) und Dornsträucher. Die Blüte des Ceibos (dt.: Hahnenkammbaum oder Korallenbaum) ist als so genannte "nationale Blume" eines der Nationalsymbole.

Fauna

symbol Im tropischen Norden ist die Tierwelt äußerst vielfältig. Hier kann man hauptsächlich verschiedene Affenarten, Jaguare, Pumas, Ozelots, Waschbären, Nasenbären, Ameisenbären, aber auch Tapire, Nabelschweine und Reptilien wie Schlangen und Alligatoren antreffen. Die Vogelwelt beherbergt im tropischen Norden Kolibris, Flamingos und Papageien. In den Flüssen sind neben vielen anderen Fischen auch Piranhas zu finden. In der Pampa findet man Gürteltiere, Mähnenwölfe, Pampasfüchse, Pampaskatzen, Pampashirsche, Nandus, verschiedene Greifvögel wie Falken sowie Reiher. In den kargen Gebieten der Anden trifft man auf die wilden Lamas, Guanakos und Vikunjas, sowie auf den Andenkondor. Raubtiere sind die Bergkatze, der Puma und der Andenschakal. An Salzseen finden sich häufig Zugvögel wie Flamingos. In Patagonien und Feuerland ist das Tierleben artenärmer. Auch hier leben Pumas, Nandus und Guanakos; der Pudú ist ein kleiner Hirsch der südlichen Anden. Auf Feuerland nisten zudem Kormorane. Die patagonischen Küsten beherbergen Magellanpinguine und Kolonien von Südamerikanischen Seebären und Mähnenrobben. Die Küstengewässer Argentiniens beherbergen unter anderem Südkaper, Orcas und Commerson-Delfine, daneben Seehechte, Sardinen, Makrelen und Dorados.
- Siehe auch: Liste der Nationalparks in Argentinien

Bevölkerung

Liste der Nationalparks in Argentinien Argentinien hat eine Bevölkerung von etwa 38,6 Millionen Einwohnern (Schätzung basierend auf der Volkszählung von 2001, Quelle: [http://www.indec.mecon.ar/]). Dies entspricht einer Bevölkerungsdichte von 13 Einwohnern/km2. Etwa 87 % der Bevölkerung leben in Städten von mehr als 2 000 Einwohnern, wovon allein 11,5 Millionen auf die Agglomeration Gran Buenos Aires entfallen. Diese hat eine Bevölkerungsdichte von 2 989 Einwohnern/km2. Die Stadt und die gesamte Provinz Buenos Aires zusammen haben 16,6 Millionen, die Provinzen Córdoba und Santa Fe jeweils ca. 3 Millionen, so dass in diesen drei im zentralen Teil des Landes gelegenen Provinzen zusammen mehr als 60 % der Bevölkerung leben. Weite Teile des übrigen Landes sind dagegen sehr dünn besiedelt, vor allem im trockenen Süden, wo nur etwa ein bis drei Einwohner/km2 leben.

Nachfahren der Europäer und Mestizen

Mehr als 90 % der Bevölkerung stammen nach der offiziellen Statistik von eingewanderten Europäern ab, hiervon etwa 36 % von Italienern, circa 29 % von Spaniern und etwa 1-2 % von Deutschen. Im Raum Buenos Aires sowie in den Provinzen Chaco und Misiones spielt auch die polnische Kultur eine wichtige Rolle, es handelt sich hierbei um Nachkommen polnischer Emigranten aus den 1920er Jahren. Bis Anfang der 1990er Jahren ging man von einem Anteil der Mestizen - Nachfahren sowohl von Europäern als auch von Indianern - unter 10% aus. Nach neueren Berechnungen ist deren Anteil jedoch weitaus höher. Eine Studie der Universität Buenos Aires, die die DNA einer Auswahl von Argentiniern untersuchte, gab Hinweise darauf: Laut der Studie haben 56 % aller Argentinier mindestens einen indianischen Vorfahren. Diese Diskrepanz kommt vermutlich daher, dass die Mestizen früher unter einer starken Diskriminierung zu leiden hatten und sich daher als "Weiße" ausgaben.

Indigene Bevölkerung

Nur eine Minderheit der Argentinier sind Nachkommen von insgesamt 30 Indianerstämmen, die vor dem Eintreffen der Spanier auf dem Landesterritorium lebten. Dies liegt einerseits daran, dass Argentinien vor der Kolonialzeit nur im Nordwesten dicht bevölkert war, zum anderen auch daran, dass die verbleibenden Indianer von den Spaniern und später von den Argentiniern weitgehend ausgerottet wurden. Vom staatlichen Indianerinstitut INADI wird die Zahl der Indianer auf etwa 1 Million, von Seiten der Indianerorganisationen wie der AIRA (Asociación de Indígenas de la República Argentina) jedoch auf mehr als 1,5 Millionen geschätzt. In einem Sonderzensus des INDEC, der im Jahr 2004 durchgeführt wurde, wurde ermittelt, dass etwa 2,8 % aller argentinischen Haushalte indigene Haushaltsmitglieder haben. Dieser Anteil variiert allerdings von Provinz zu Provinz stark. So ist in der Provinz Jujuy der Anteil mit 10,5 % am größten. Am niedrigsten ist der Anteil in der Provinz Corrientes mit 1,0 %, in der Hauptstadt Buenos Aires beträgt er 2,3 % (Quelle: [http://www.indec.gov.ar/censo2001s2/Datos/01000C141.xls]). Provinz Corrientes Die größten Gruppen sind die Kollas in Jujuy und Salta, die Mapuche (Araukaner) in Neuquén und Río Negro sowie die Wichi und Toba im Chaco und in Formosa. Nur eine Minderheit der Indianer lebt in ihren angestammten Siedlungsgebieten, viele sind in die Großstädte übergesiedelt, wo sie oft unter ärmlichen Bedingungen als schlecht bezahlte Arbeiter leben. So gibt es in Rosario und Resistencia Viertel, die nur von Toba-Indianern bewohnt werden, das selbe gilt für Kollas in San Salvador de Jujuy und San Miguel de Tucumán. Seit den 80er Jahren erstarken innerhalb dieser Stämme Bewegungen, die traditionelle Kultur gezielt zu erhalten und verbreiten, etwa über Radiostationen und an Schulen.

Ausländer und Zuwanderung

Etwa vier Prozent der Bevölkerung sind Ausländer. Einwanderung gibt es heute vor allem aus den Nachbarländern Bolivien, Chile, Paraguay und Uruguay sowie aus dem südamerikanischen Staat Peru. Insgesamt kommen etwa 68 % der Einwanderer aus amerikanischen Staaten. Etwa zwei Prozent aller Einwanderer kommen aus Asien (hauptsächlich Koreaner). Seit den 1990er Jahren findet man immer mehr Einwanderer aus Europa, die hauptsächlich wegen der unberührten Natur hierher ziehen. Im Unterschied zu den anderen Einwanderern weisen sie meist schon eine gesicherte Existenz auf oder sind Rentner, versuchen also durch den Umzug ihre Lebensqualität zu erhöhen. Sie repräsentieren etwa 28 % der Ausländer.

Religion

Europa Mehr als 90 % der Bevölkerung sind römisch-katholischen Glaubens. Im Nordwesten Argentiniens haben sich die christlichen Riten mit der Religion der Ureinwohner vermischt (Pachamama-Kult). Weitere bedeutende Minderheiten bilden Juden, Protestanten und Moslems (vor allem im Nordwesten).

Sprache

Alleinige Amtssprache ist in Argentinien Spanisch. Daneben existieren eine Reihe von mehr oder weniger bedeutenden Minderheitensprache, die von der indigenen Bevölkerung gesprochen werden. Die wichtigsten darunter sind das Quichua und das Guaraní, in manchen Gegenden wird aber auch noch Mapudungun gesprochen. Die Aussprache des argentinischen Spanisch, das die Argentinier Castellano nennen, unterscheidet sich deutlich von der in Spanien und auch von der in anderen lateinamerikanischen Ländern üblichen. Der Buchstabe ll wird wie das deutsche sch ausgesprochen (also auch "Castescháno"), ebenso zwischen Vokalen der Buchstabe y. Der Buchstabe z wird immer wie ein stimmloses s ausgesprochen, das gleiche trifft auf das c vor e und i zu. Des weiteren herrscht in Argentinien der voseo vor, d. h. anstatt des Personalpronomens tu für die 2. Person Singular wird vos verwendet. Die Verben werden dabei anders konjugiert (im Präsens immer endbetont und mit abweichenden Imperativformen). Weiterhin wird die 2. Person Plural vosotros auch in informeller Sprache durch die 3. Person Plural ustedes ersetzt, die im europäischen Spanisch nur die Höflichkeitsform ist. Darüber hinaus gibt es eine Reihe lexikalischer Abweichungen. Während ein Großteil der Nachfahren italienischer Einwanderer in Argentinien die Sprache ihrer Vorfahren aufgegeben haben, wird von den Nachfahren der deutschsprachigen und englischsprachigen Einwanderer teilweise noch die Sprache ihrer Vorfahren gepflegt. So gibt es Stadtviertel im Großraum Buenos Aires, wo man noch sehr viel Deutsch hört. In der Provinz Córdoba gibt es eine relativ große Kolonie von Überlebenden der Graf Spee, die sich in Villa General Belgrano niederließen, wo heute noch teilweise Deutsch gesprochen wird. Siehe auch: Geschichte des Spanischen in Argentinien

Bevölkerungsentwicklung

In der Kolonialzeit lag der Schwerpunkt der argentinischen Bevölkerung lange im Nordwesten, und insbesondere in der Minenregion um Salta und Jujuy. Größte Stadt war das am Kreuzungspunkt mehrerer Handelsrouten gelegene Córdoba. Dies änderte sich mit der Einrichtung des Vizekönigreiches Río de la Plata 1776. Der Handel ließ nun die Bevölkerungszahl des sogenannten Litoral im Osten des Landes (Buenos Aires, Santa Fe, Entre Rios) sprunghaft ansteigen, und nach der Erringung der Unabhängigkeit hatte sich die wirtschaftliche und politische Macht endgültig in dieser Region konzentriert. Das Gebiet südlich einer Linie etwa zwischen dem heutigen La Plata und Mendoza war dagegen bis zur Wüstenkampagne des General Roca in den 1870er Jahren noch von den Indianern bewohnt, es gab allerdings einige spanische und walisische Enklaven. Die Einwanderungswelle 1880-1930 verstärkte die Dominanz des Litoral und besonders von Stadt und Provinz Buenos Aires zusätzlich, da sich der Großteil der Einwanderer in dieser Gegend niederließen. Der Nordwesten wurde mehr und mehr zu einer rückständigen und wirtschaftlich schwachen Region, in dem relativ wenig Einwanderung stattfand, und Patagonien befand sich erst am Beginn seiner Entwicklung. Der Großraum Buenos Aires wuchs so zwischen 1850 und 1914 von 150.000 auf 1,6 Millionen Einwohner. Nach dem Versiegen des Einwandererstroms um 1930 brachte die Industrialisierung einen Binnenwandererstrom, dessen Ziel ebenfalls Buenos Aires und - mit Abstand - Córdoba und Rosario war. Dieser Strom hielt bis in die 1970er Jahre an und führte dazu, dass sich der Großraum rund um die Hauptstadt weit über das eigentliche Stadtgebiet von Buenos Aires ausdehnte. 1980 überschritt der Großraum Buenos Aires im nationalen Zensus zum ersten Mal die 10-Millionen-Marke und konzentrierte damit fast 40% der Bevölkerung (damals 24 Millionen). Danach flachte das Wachstum der Städte des Litorals allerdings deutlich ab. Zwischen 1991 und 2001 verlor die Stadt Buenos Aires 7% ihrer Einwohner, die Bevölkerung des Ballungsraums der Stadt insgesamt stieg nur noch leicht an, auch Rosario und Santa Fe stagnierten. Zum Wachstumsmagnet wurden dagegen abgelegene Regionen wie das wirtschaftlich boomende Patagonien, insbesondere die südlichsten Provinzen Provinz Tierra del Fuego und Santa Cruz (44% bzw. 23% Zuwachs zwischen 1991 und 2001), aber auch die Städte des Nordwestens wie Jujuy, Salta, La Rioja und Tucumán sowie der Ballungsraum Córdoba. In Buenos Aires und den meisten Großstädten existiert seit etwa 1980 das Phänomen der Stadtflucht: Viele, meist besserverdienende Einwohner siedeln von den Stadtzentren ins Umland um. Seit etwa 1990 hat sich dieses Phänomen durch die massenhafte Einrichtung von privaten Stadtvierteln und Country Clubs noch verstärkt. Die Ursache liegt in der als steigend empfundenen Kriminalität, obwohl offizielle Zahlen seit 1995 einen Niedergang der Kriminalitätsrate (mit Ausnahme des Krisenjahres 2002) nahelegen. Auch touristisch und landschaftlich interessante Orte erleben seit dieser Zeit einen Boom, was auch mit der steigenden Mobilität der Bevölkerung sowie der inzwischen deutlich besseren Verfügbarkeit von infrastrukturellen Dienstleistungen wie Telefon, Radio, Fernsehen und Internet selbst in weit entlegenen Gebieten zusammenhängt. So wurden aus ehemals kleinen Ferienorten wie Pinamar und Villa Carlos Paz prosperierende, schnell wachsende Städte.

Soziale Situation

Die soziale Situation des Landes ist in mehrerer Hinsicht durch eine starke Ungleichheit gekennzeichnet. So gibt es einerseits ein sehr großes Wohlstandsgefälle zwischen Ober- und Unterklasse. So gehören die argentinischen Top-Manager-Gehälter zu den höchsten der Welt, während die ärmsten 40 % sich mit nur zehn Prozent des gesamten Volkseinkommens zufrieden geben müssen. Aber auch die Unterschiede zwischen den Regionen Argentiniens sind groß. So liegt etwa die Armutsrate in der Hauptstadt Buenos Aires mit weniger als 25 % nur etwas mehr als halb so hoch wie im Landesdurchschnitt (40 %), während sie in der Provinz Formosa bei etwa 65 % liegt. Eine Durchschnittsfamilie benötigte Anfang 2005 etwa 773 AR$ um nicht unter die Armutslinie zu fallen. Generell kann man sagen, dass die nördlichen Provinzen, besonders die Provinz Tucumán und der Nordosten (Chaco, Formosa, Santiago del Estero) am stärksten von Armut und Unterernährung betroffen sind. Verschärft wird diese Situation durch das relativ schnelle Bevölkerungswachstum in dieser Region. Als relativ reich dagegen gelten die zentralen Provinzen (Buenos Aires, Santa Fe, Córdoba, San Luis und Mendoza), aber auch der äußerste Süden (Santa Cruz und Tierra del Fuego). Es sind neben den grenznahen Gegenden (beispielsweise Jujuy und Formosa) allerdings vor allem die reichen Zentralprovinzen, die am stärksten mit der städtischen Armut und damit mit der Slumbildung zu kämpfen haben. Die Zuwanderung aus den ärmeren Nachbarländern Peru, Bolivien und Paraguay sowie die Binnenwanderung aus abgelegenen Gegenden des Landesinneren sind trotz einer Abschwächung in den 1990er Jahren immer noch ein großes Problem in den Großstädten, die die Zahl der Slumbewohner trotz sozialer Wohnungsprogramme weiterhin anwachsen lässt. So liegt beispielsweise in Rosario der Anteil der Slumbewohner an der Gesamtbevölkerung bei über 15 %. Zudem kam Zuwachs für die Slums auch von den so genannten Neu-Armen, besonders in den wirtschaftlich kritischen Jahren 1989/1990, 1995 sowie zwischen 1998 und 2002. Einige Daten zur sozialen Situation: (Quelle: [http://www.indec.gov.ar])
- Bruttosozialprodukt pro Kopf: 11 427 AR$ (zu aktuellen Preisen, 2004); 10 500 US$ (Kaufkraftparität, 2002)
- Durchschnittslohn: 808 AR$ / 274 US$ (2002)
- Inflationsrate: 13,4 % (2003)
- Anstieg der Konsumentenpreise seit Dezember 2001: 61,3 % (März 2005)
- Arbeitslosigkeit: 12,1 % (4. Quartal 2004)
- Arbeitslosigkeit einschließlich Sozialhilfeempfänger: 19,5 %
- Unterbeschäftigung: 14,3 % (4. Quartal 2004)
- Armutsrate: 40,2 % (2. Halbjahr 2004) (Personen mit Einkommen unter ca. 200 $/Monat)
- Elendsrate: 15 % (2. Halbjahr 2004) (Personen mit Einkommen unter ca. 100 $ pro Monat)
- Analphabetenrate: 2,6 % (2001)
- HIV-Prävalenz: 0,7 %
- Zahl der Kinder pro Frau: 2,1 (2001)
- Bevölkerungswachstum durch Zuwanderung /Jahr: 0,06 % (2002)
- Bevölkerungswachstum insgesamt /Jahr: 1,0 % (Durchschnitt 1991-2001) Anmerkung: Bei der Armuts- und Elendsrate variieren die Einkommen, nach denen sich die Rate richtet, je nach Region, daher wird nur ein ungefährer Durchschnittswert angegeben

Geschichte

Siehe Unterartikel Geschichte Argentiniens Man nimmt an, dass die "Entdeckung" des heutigen Argentiniens durch den Menschen etwa 15000 v.Chr. von Nordamerika aus erfolgte. Die im Pampa-Raum des heutigen Argentinien ansässigen Stämme (Querandíes (Het), Tehuelches (Aonikenk und Gununaküna) waren bis zum Eintreffen der Spanier nicht sesshaft und besaßen auch keine nennenswert entwickelte Technologie. Die Stämme im Nordwesten des Landes hingegen (z. B. die Quilmes) praktizierten etwa ab der Zeit des frühen Mittelalters in Europa Land- und Viehwirtschaft und waren vor allem auf dem Gebiet der Architektur weit fortgeschritten. Im 13. und 14. Jahrhundert expandierte das Inka-Reich stark nach Süden und umfasste um 1450 weite Teile des Nordwestens Argentiniens bis in den Norden der heutigen Provinz Mendoza. Mendoza] Die Europäer erreichten die Region erstmals mit der Reise Amerigo Vespuccis 1502. Das heutige Argentinien wurde im 16. Jahrhundert von den Spaniern aus zwei Richtungen kolonisiert: Von Peru aus nahmen sie die nordwestlichen Teile des Landes in Besitz, während andererseits vom Atlantik aus spanische Niederlassungen am Stromsystem des Río de la Plata gegründet wurden, darunter Buenos Aires, wo sich die Spanier im Jahre 1580 auf Dauer etablieren konnten, nachdem ein erster Versuch zur Gründung einer spanischen Siedlung dort im Jahre 1536 am Widerstand der indigenen Bewohner der Pampa gescheitert war. Die weiter südlich gelegenen Gebiete des heutigen Argentinien wurden zwar theoretisch auch von Spanien beansprucht, blieben aber in der Kolonialzeit faktisch außerhalb der spanischen Herrschaftssphäre. Administrativ war das heutige Argentinien zunächst Teil des Vizekönigreichs Peru, welches Südamerika mit Ausnahme der portugiesischen Einflusssphäre umfasste. Im Jahre 1776 wurde von diesem das Vizekönigreich des Río de la Plata mit Hauptstadt Buenos Aires abgespalten, welches neben Argentinien noch das heutige Bolivien, Paraguay und Uruguay umfasste. Die unter dem Eindruck der Französischen Revolution am 25. Mai 1810 in Buenos Aires erklärte Unabhängigkeit hatte nur lokale Wirkung (Mai-Revolution). Die Unabhängigkeit erlangte das Land schließlich nach einem Befreiungskrieg gegen die Spanier am 9. Juli 1816 in San Miguel de Tucumán. Wie zuvor Paraguay im Jahre 1811, spalteten sich dann auch 1825 Bolivien und 1828 Uruguay von den damaligen Vereinigten Provinzen des Río de la Plata ab. Zwischen 1816 und 1880 war die Entwicklung Argentiniens von Diktaturen (etwa unter Juan Manuel de Rosas) und Bürgerkriegen geprägt. In diese Zeit fiel auch der Tripel-Allianz-Krieg 1864 bis 1870, in dem Argentinien gemeinsam mit Brasilien und Uruguay einen gewaltsamen Expansionsversuch Paraguays abwehrte. Argentinien gewann durch diesen Krieg das Gebiet der heutigen Bundesstaaten Misiones, Formosa und Chaco hinzu. Chaco Die Jahre von 1880 bis 1912 waren durch die zahlreiche Einwanderung vor allem von Italienern und Spaniern gekennzeichnet, die sich in den Städten und in so genannten "Kolonien" auf dem Land ansiedelten. Politisch ist diese Zeit als Scheindemokratie zu bezeichnen, denn die Regierung Julio Argentino Roca und die folgenden Regierungen waren oligarchisch ausgerichtet, mit großem Einfluss der Großgrundbesitzer. Dem Gros der Bevölkerung wurde durch ein ausgeklügeltes Wahlbetrugs-System die politischen Rechte vorenthalten; auch die Einwanderer hatten kein Stimmrecht. Ab 1893 verschärfen sich die Grenzprobleme mit Chile, nachdem Bolivien einen Teil der Puna de Atacama an Argentinien abgetreten hatte. Diese war seit dem Salpeterkrieg von Chile besetzt. Zwischen Chile und Argentinien kommt es zu einem Wettrüsten. Erst der britische König Edward VII. kann 1902 den Grenzstreit schlichten. Patagonien und Feuerland werden neu aufgeteilt, davon fallen 54000 km² an Chile und 40000 km² an Argentinien. Zwischen 1912 und 1946 wechselten sich demokratische Regierungen und Militärdiktaturen ab. Vor allem die 1930er Jahre werden heute als década infame, als berüchtigtes Jahrzehnt bezeichnet, in dem die Demokratie nur auf dem Papier existierte und Wahlbetrug an der Tagesordnung war. Im Laufe der ersten Hälfte der 1940er Jahre gelang es dem jungen Offizier Juan Domingo Perón, sich trickreich an die Macht zu manövrieren. Er belegte zunächst unter den Militärs das Arbeitsministerium und wurde wegen seiner weit reichenden Zugeständnisse an die Gewerkschaften schnell zu einem Volksheld in der Arbeiterklasse. Im Jahre 1946 wurde er zum Präsidenten gewählt. Im Zweiten Weltkrieg war Argentinien offiziell neutral. Es sympathisierte zunächst mit den Achsenmächten, unterstützte gegen Kriegsende jedoch die Alliierten. Während des Krieges war Argentinien Zielland von Flüchtlingen aus Europa; nach dem Krieg fanden in Argentinien ebenso wie in anderen Staaten Lateinamerikas zahlreiche Nazis Unterschlupf. Unter Perón, der mit faschistischem Gedankengut sympathisierte, verfolgte Argentinien das Ziel, in seinem Land einen Spezialdienst für den antikommunistischen Kampf aufzubauen, und konnte die Nazi-Führungskräfte dafür gut brauchen. Unter den prominentesten Nazi-Kriegsverbrechern in Argentinien waren Adolf Eichmann, der am 23. Mai 1960 vom Mossad entführt und in Israel zum Tode verurteilt wurde, Josef Mengele, Arzt des Konzentrationslagers Auschwitz, sowie Walter Rauff, der im Zweiten Weltkrieg mitverantwortlich war für den Einsatz fahrbarer Gaskammern, mit denen die Häftlinge aus Konzentrationslagern ermordet wurden. Über so genannte Schlüsselfirmen wurden auch hohe Vermögenswerte der Nazis nach Argentinien verschoben. Ab der ersten Regierungszeit von Juan Domingo Perón (1946 - 1955) wurde das vorher von der Landwirtschaft geprägte Land industrialisiert; Argentinien verzeichnete in der Folgezeit wirtschaftliche Höhen und Tiefen im Wechsel. Zwischen 1955 und 1983 gab es eine Epoche der Instabilität, in der abwechselnd zivile und Militär-Regierungen das Land in der Hand hatten. Die zweite Amtszeit Peróns von Oktober 1973 bis zu seinem Tod am 1. Juli 1974 brachte nur eine geringfügige Beruhigung in die politischen und wirtschaftlichen Verhältnisse Argentiniens. Nach seinem Tod wurde seine dritte Ehefrau, Isabel Perón (genannt "Isabelita"), die er zur Vizepräsidentin gemacht hatte, auf Betreiben der peronistischen Partei als Präsidentin eingesetzt. Diese, eine ehemalige Nachtclubtänzerin, war mit diesem Amt völlig überfordert und diente den hinter ihr stehenden politischen Machthabern lediglich als Marionette. Die darauf folgende Zeit war geprägt von Unruhen, wildem Streik ("huelga") und von den Gewerkschaften angeordnetem Stillstand des öffentlichen Lebens ("paro general" = Generalstreik), die von einer Minute auf die andere die Hauptstadt überzogen. Oppositionelle sowie Kritiker, die den Machthabern unbequem erschienen, verschwanden, teilweise für immer. Kriminelle Gruppierungen machten sich das Chaos zunutze, für ihre eigenen Interessen Entführungen und andere Verbrechen zu begehen. Die Entführung des für Mercedes-Benz den Standort Argentinien betreuenden Produktionsleiters Heinrich Metz im Oktober 1975 (er kam später für ein Lösegeld in Höhe von mehreren Millionen US-Dollar wieder frei), löste eine Fluchtwelle unter den für deutsche Firmen in Argentinien tätigen Immigranten aus. Im Jahr 1976 kam es zum Umsturz der Regierung und es installierte sich unter der Führung von Jorge Rafael Videla eine Militärdiktatur (Junta). Von da an verschwanden noch mehr Menschen, die genaue Zahl ist nicht bekannt und wird auf bis zu 30.000 Opfer geschätzt. Unter den "desaparecidos" (Verschwundenen) befanden sich auch zahlreiche Studenten, deren Mütter sich zusammenschlossen, um vor dem Regierungsgebäude - der "Casa Rosada" - ungeachtet ihrer Selbstgefährdung zu demonstrieren und damit in die Geschichte eingingen. Ziel der "Madres de la Plaza de Mayo" ("Mütter des Plaza de Mayo", [http://www.madres.org/]) war und ist es, Kenntnis über den Verbleib ihrer Kinder zu erhalten. Mittlerweile gibt es auch eine Organisation "Abuelas de la Plaza de Mayo" ("Großmütter des Plaza de Mayo", [http://www.abuelas.org.ar/]), deren Zweck es ist, die in der Gefangenschaft geborenen und illegal zur Adoption frei gegebenen Kinder der Verschwundenen in ihre Familie zurückzuführen. In späteren Gerichtsverfahren gegen verantwortliche Militärs, die nur mit Mühe durchgesetzt werden konnten, wurde bekannt, dass sich die militärischen Machthaber zahlreicher Menschen auf grausame Weise entledigt hatten: Die Opfer wurden betäubt und über dem Atlantik aus dem Flugzeug geworfen. Im Dezember 1978 kam es zu kriegerischen Drohungen zwischen Argentinien und Chile. Die Inseln Lennox, Picton und Nueva im Beagle-Kanal wurden zum Streitpunkt. Insbesondere da in der Gegend größere Öl-Reserven vermutet wurden. Der Streit wurde erst durch Vermittlung des Heiligen Stuhls mit einem Grenzvertrag am 16. Dezember 1988 friedlich beigelegt. 1988 Im April 1982 trat Argentinien unter dem neuen Junta-Chef Leopoldo Galtieri mit Großbritannien in den Krieg ein. Es ging um die Argentinien vorgelagerten Falklandinseln (in Argentinien als "Islas Malvinas" bezeichnet), die nach argentinischer Rechtsauffassung zum eigenen Staatsgebiet gehören, jedoch von Großbritannien verwaltet werden. Die Invasion argentinischer Soldaten wurde von den Streitkräften des Vereinigten Königreichs mit Luftangriffen, einem Seekrieg und einer Landeoperation erfolgreich revidiert. Argentinien kapitulierte am 14. Juni 1982. 1983 kehrte das Land zur Demokratie zurück. Der erste Präsident dieser Epoche war Raúl Alfonsín (UCR), der jedoch 1989 infolge einer schweren Wirtschaftskrise vorzeitig zurücktrat. Die Peronistische Partei kam mit Carlos Menem wieder an die Macht. Die neoliberale Wirtschaftspolitik Menems und die 1:1-Bindung des Argentinischen Peso an den US-Dollar war während seiner ersten Amtszeit äußerst erfolgreich und konnte das Land stabilisieren. Während seiner zweiten Amtszeit machten sich aber immer mehr die negativen Seiten dieser Wirtschaftspolitik bemerkbar. neoliberal Zwischen 1998 und 2002 fiel daher das Land erneut in eine schwere Wirtschaftskrise, in der die Wirtschaftskraft um 20 % zurückging. 1999 wurde die Regierung Menem durch eine Mitte-Links-Koalition mit dem Präsidentschaftskandidaten Fernando de la Rúa abgelöst. De la Rúa konnte aber die verfahrene wirtschaftliche Situation, die sein Vorgänger hinterließ, nicht schnell und nachhaltig verbessern. Das zögerliche Handeln des Präsidenten, Streitereien innerhalb der Koalition und eine starke außerparlamentarische Opposition durch die Gewerkschaften, die traditionell den Peronisten nahe stehen, schwächten De la Rúa zunehmend. Dies gipfelte Ende 2001 nach starken Unruhen und Plünderungen im Rücktritt von Präsident Fernando de la Rúa. In der Folge gab es mehrere peronistische Interimspräsidenten. Im Mai 2003 wurde nach einer sehr chaotisch verlaufenden Präsidentschaftswahl Néstor Kirchner zum neuen Staatsoberhaupt gewählt. Er gehört eher dem linken Flügel der peronistischen Partei an. Trotz seines niedrigen Wahlergebnisses ist Kirchner jedoch zur Zeit in der Bevölkerung sehr beliebt, weil er fällige Reformen angeht, die die Situation des Landes auf allen (auch auf sozialen) Gebieten verbessern könnten. Derzeit ist die Wirtschaft auf Erholungskurs: 2003 verbuchte Argentinien ein Wachstum des Bruttoinlandsproduktes in Höhe von +8,7 % gegenüber -10,9 % im Jahr 2002 (Quelle: [http://www.indec.gov.ar]). Kritiker werfen jedoch Kirchner vor, nicht gegen die omnipräsenten Gruppen von arbeitslosen Straßenblockierern ("Piqueteros") vorzugehen, die oft illegal Straßenzölle erheben und den Binnenhandel lähmen. Bei den Wahlen zum argentinischen Senat und zur argentinischen Abgeordnetenkammer im Oktober 2005 gingen die Anhänger Néstor Kirchners mit etwa 40% der Stimmen als Sieger hevor. Bei der Wahl um

Paraguay

Die Republik Paraguay ist ein Staat in Südamerika. Die Rückseite der Staatsflagge unterscheidet sich von ihrer Vorderseite. Siehe [http://www.flaggen-server.de/amerika1/paraguay.php].

Geographie

Der Río Paraguay durchfließt das Land von Westen nach Süden und gliedert es in zwei sehr unterschiedliche Teile. Während sich im Westen die sehr dünn besiedelte, trockene und heiße Savannenlandschaft des Gran Chaco erstreckt, befinden sich im Osten des Landes wasserreiche Grasländer und Feuchtwälder. Dort lebt auch der überwiegende Teil der Bevölkerung.

Bevölkerung

Knapp 90 % der Bevölkerung sind Paraguayer, in der Mehrzahl Mestizen, die aus der im wesentlichen vom 16. bis zum 18. Jahrhundert erfolgten Verbindung von Guarani-Indianerinnen mit spanischen Einwanderern hervorgegangen sind. Sporadisch, insbesondere Anfang des 20. Jahrhunderts, kam es zu Einwanderungsschüben aus Europa, sowie aus den Nachbarländern Brasilien und Argentinien. Es gibt regional bedeutende Minderheiten von Europäern und eingeborenen Völkern, unter denen die Guaraní die bedeutendste Gruppe sind. Ihre Sprache (Guaraní) hat heute neben Spanisch offiziellen Status. Als dritte Sprache wird gelegentlich Deutsch vernommen: von deutschen Auswanderern oder von Mennoniten, die jedoch einen niederdeutschen Dialekt sprechen. Im Nordwesten und im Chaco wohnt die zahlenmäßig unbedeutende, aber mit großer Wirtschaftskraft und bestimmten Privilegien ausgestattete Minderheit der deutschsprachigen Mennoniten, die seit 1927 meist aus Russland eingewandert sind. Durch weitere Zuwanderung aus den Vereinigten Staaten, Kanada und Mexiko beläuft sich deren Anzahl inzwischen auf 45.000-50.000 Personen. In der brasilianischen Grenzregion leben inzwischen ca. 500.000 portugiesischsprachige Siedler, davon sind 150.000 deutschstämmige Brasilianer aus den Bundesstaaten Rio Grande do Sul, Santa Catarina, Paraná. Sie werden auch Brasiguayos genannt. 5 % bis 7 % der paraguayischen Bevölkerung sind deutsche oder deutschstämmige Einwanderer. In der Regierungszeit des deutschstämmigen Staatspräsidenten Alfredo Stroessner 1954-1989 sind zehntausende von aus Brasilien stammenden Deutschen eingewandert. Seit seinem Sturz im Februar/März 1989 sind weitere 150.000 Deutschstämmige aus Südbrasilien eingewandert. An der argentinischen Grenze wohnen auch viele Polnisch- und Ukrainischstämmige. Der überwiegende Teil der Bevölkerung wohnt östlich des Río Paraguay und hier besonders in der Gegend um Asunción sowie nahe der Grenze zu Brasilien. Im Norden und Westen des Landes, der von der Ebene des Gran Chaco eingenommen wird, leben nur etwa 5 % der Bevölkerung.

Wichtige Städte

Paraguays größte und wichtigste Stadt ist die Hauptstadt Asunción mit etwa einer Million Einwohner im Ballungsraum, das Zentrum von Verwaltung, Industrie und Handel. Zweitgrößte Stadt ist Ciudad del Este (239.500 Einwohner) nahe der Grenze zu Brasilien und Argentinien, eine schnell wachsende Stadt, die als Einkaufs- und Handelszentrum, aber auch als Metropole des Schmuggels bekannt ist. Weitere wichtige Städte sind Pedro Juan Caballero (etwa 65.000 Einwohner) im Nordosten und Encarnación am Río Paraná. Eine der schönsten Städte ist Concepción mit ca. 50.000 Einwohnern 200 km nördlich von Asunción am Rió Paraguay gelegen, in der sich bis heute der Charme des frühen 19. Jahrhunderts erhalten hat. Siehe auch: Liste der Städte in Paraguay

Geschichte

Hauptartikel: Geschichte Paraguays

Politik

Liste der Präsidenten von Paraguay

Verwaltungsbezirke

Paraguay besteht aus 18 Verwaltungsregionen (departamentos):

Wirtschaft

Paraguay ist ein reines Agrarland mit all jenen Merkmalen, die für lateinamerikanische Staaten typisch sind:
- Großgrundbesitz prägt die Besitzstruktur, etwa 80 % der landwirtschaftlich nutzbaren Flächen gehören 1 % der Bevölkerung.
- 39 % der Bevölkerung arbeitet im Agrarsektor, der 23 % zum BIP beiträgt Auf den Grasfluren des Gran Chaco wird nahezu ausschließlich Weidewirtschaft betrieben. In den letzten Jahrzehnten wurde hier von den Mennoniten die Milchwirtschaft nach europäischen Standards ausgebaut, die nun fest in deren Hand ist. Östlich des Paraguay wird vorwiegend Ackerbau betrieben. Hauptanbauprodukte sind Sojabohnen, Maniok, Baumwolle, Zuckerrohr und Getreide. Forstwirtschaftliche Produkte (29 % Paraguays sind mit Wald bedeckt) sind neben Holz Tannin und Petitgrain. Petitgrain ist ein Öl, das zur Parfümherstellung verwendet wird. Bergbau spielt in Paraguay kaum eine Rolle, da die nachgewiesenen Lagerstätten nur in geringem Umfang abgebaut werden. Es gibt Erdöl-, Eisenerz-, Mangan- und Steinsalzlagerstätten. Seit den 1970er Jahren verzeichnet der Industriesektor beträchtliche Zuwachsraten und trägt nun 22 % zum BIP bei. Die industrielle Produktion beschränkt sich weitgehend auf land- und forstwirtschaftliche Güter. Vorherrschende Zweige sind Holz- und Fleischverarbeitung, Gewinnung pflanzlicher Öle sowie Herstellung von Süßwaren und Fruchtsäften. Darüber hinaus gibt es Textil- und Glasfabriken sowie ein Zementwerk. 22 % der Erwerbstätigen sind in der Industrie beschäftigt. Ein Devisenbringer für Paraguay ist das momentan größte Kraftwerk der Welt Itaipú. Es wurde zur Hälfte von Brasilien mitgebaut. 99,88 % der gesamten elektrischen Energie Paraguays werden in Wasserkraftwerken erzeugt. Da der vom Kraftwerk Itaipú erzeugte Stromanteil von Paraguay nicht verbraucht wird, kann somit der Überschuss verkauft werden. Paraguay hat eine durch starke Schattenwirtschaft gekennzeichnete Marktwirtschaft. Die Schattenwirtschaft zeichnet sich durch die Einfuhr von Konsumartikeln und deren Wiederausfuhr in benachbarte, wohlhabende Länder aus sowie durch die Aktivitäten tausender Kleinstunternehmer und städtischer Straßenhändler. Wegen der Bedeutung der Schattenwirtschaft sind Wirtschaftsdaten schwer zu erhalten. Ein großer Prozentsatz der Bevölkerung arbeitet in der Landwirtschaft und häufig in Form der Subsistenzwirtschaft. Die Wirtschaft ist zwischen 1995 und 1997 formal um 3 % gewachsen, jedoch ist das BIP in den Jahren 1998, 1999 und 2000 leicht gefallen. Das Pro-Kopf-Einkommen stagniert auf dem Niveau von 1980. Die Mehrheit der Beobachter führt die schlechte Entwicklung der paraguayischen Wirtschaft auf unverlässliche Politik, Korruption, Mangel an strukturellen Reformen, die bedeutende interne und externe Staatsverschuldung und die mangelhafte Infrastruktur zurück. Die Grundversorgung der Bevölkerung im Materiellen und im Bereich der Gesundheit ist in Paraguay gewährleistet.

Kultur

Literatur

Über die nationalen Grenzen hinaus wurde für die Literatur Paraguays der Schriftsteller Augusto Roa Bastos von nachhaltiger Bedeutung.

Musik

Bezüglich der klassischen Musik ist der Gitarrenvirtuose Agustin Barrios Mangoré (1885 bis 1947) hervorzuheben, der in San Juan Bautista geboren wurde und in ganz Südamerika und Europa erfolgreich als Virtuose, Lehrer und Komponist tätig war. In Paraguay wird ausserdem die folkloristische Musik sehr gepflegt, besonders wichtig ist hierbei die "Polka". Wie in vielen lateinamerikanischen Ländern ist zur Zeit die Cumbia die wichtigste Form der Populärmusik.

Sport

Fußball ist die Hauptsportart Paraguays. Paraguay verfügt über eine Fußballmannschaft, die seit den 1990er Jahren immer stärker geworden ist und sich in den Jahren 1998 und 2002 erstmals in der Landesgeschichte zweimal in Folge für die Fußball-Weltmeisterschaft qualifizieren konnte. Für die Fußballweltmeisterschaft in Deutschland 2006 konnte sich die Nationalelf von Paraguay am 8.10.2005 mit einem Sieg in Venezuela qualifizieren. Die bekanntesten paraguayischen Fußballspieler sind Jose Luis Chilavert, Roque Santa Cruz und José Saturnino Cardozo.

Weitere Themen

Portal:Südamerika

Weblinks


- [http://www.pla.net.py/embalem/ Deutsche Botschaft Asunción]
- [http://www.paraguay.de Honorargeneralkonsulat von Paraguay in München]
- [http://www.auswaertiges-amt.de/www/de/laenderinfos/laender/laender_ausgabe_html?type_id=14&land_id=133 Paraguayinformationen des Auswärtigen Amtes]
- [http://www.senatur.gov.py/ Touristenministerium Paraguay (span.)]
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Río Paraná

Der Paraná ist ein 3.998 km (bzw. mit Río de la Plata 4.288 km) langer Fluss bzw. Strom in Südamerika.

Flusslauf

Er entsteht in Brasilien durch den Zusammenfluss des Paranaíba und des Rio Grande, der in dem riesigen Ilha-Solteira-Stausee am Dreiländereck der Bundesstaaten Minas Gerais, São Paulo und Mato Grosso do Sul stattfindet. Gleich nach dem zuvor genannten Stausee durchfließt der Paraná den Jupia-Stausee. Danach fließt sein Wasser in einer weitläufigen Niederung, die sich östlich der Serra de Maracaju befindet, in Richtung Süden, wobei er er auch einige Wasserfälle überwindet und später die Grenze der Bundesstaaten São Paulo bzw. Paraná und Mato Grosso bildet. Anschließend bildet er die Grenze von Brasilien und Paraguay. Der Paraná ist fast vollständig seiner natürlichen Form beraubt und beinahe durchgängig angestaut. Zu den zuvor genannten Stauseen kommen noch: Três-Lagoas-Stausee, Porto-Primavera-Stausee und Ilha-Grande-Stausee. Wenige Kilometer oberhalb der Mündung des Iguazú in den Paraná befindet sich der Itaipú-Stausee. Fortan bildet der Paraná die Grenze von Paraguay und Argentinien. Die letzten 500 km durchquert er Argentinien, wobei er in Richtung seiner Mündung immer sumpfigeres Gebiet durchfließt. Er bildet schließlich zusammen mit dem Río Uruguay den 290 km langen Río de la Plata.

Einzugsgebiet

Das Einzugsgebiet des Paraná umfasst rund 3.000.000 km².

Stauseen


- Ilha-Solteira-Stausee (1.195 km², 21,06 km³)
- Jupia-Stausee (544 km², 3,68 km³)
- Três-Lagoas-Stausee
- Porto-Primavera-Stausee (2.250 km², 18,50 km³)
- Ilha-Grande-Stausee
- Itaipú (1.460 km²; 29 km³)

Siehe auch


- Die längsten Flüsse der Erde Kategorie:Fluss in Südamerika Kategorie:Geographie (Brasilien) Kategorie:Geographie (Argentinien) Kategorie:Geographie (Paraguay) ja:パラナ川

Santa Cruz de la Sierra

Santa Cruz de la Sierra ist die Hauptstadt des Departamentos Santa Cruz im südöstlichen Bolivien, ca. 550 km östlich von La Paz. Die Stadt hat etwa 1.364.389 Einwohner (Zählung 1992) und ist damit die größte Stadt des Landes.

Lage

Sie liegt auf ca. 437 m ü. NN innerhalb eines fruchtbaren Flachlandes am Rande der Bergkette Cordillera Oriental, das früher von subtropischem Regenwald bedeckt war, heute aber größtenteils Kulturland ist. Am westlichen Stadtrand fließt der Río Piray (auch Piraí).

Wirtschaft

Der Hauptwirtschaftszweig in der Stadt ist die Verarbeitung der landwirtschaftlichen Produkte (tropische Erzeugnisse, wie Kaffee, Zuckerrohr und Tabak), die im Umland angebaut werden. Die Landwirtschaft erlebt seit mehreren Jahren einen Boom in der Zone, so dass die Bevölkerungszahl von Stadt und Umland sehr schnell angestiegen ist. Das Klima ist am Übergang des Amazonasbeckens zum Gran Chaco tropisch gemäßigt mit einer Regenzeit im Sommer. Die Temperaturen schwanken zwischen 20 °C im Winter und bis zu 40 °C im Sommer. Im Winter kann es durch kalte Südwinde (Surazos) mit polarem Ursprung zu plötzlichen Kälteeinbrüchen mit Temperaturen um 10 °C kommen.

Stadtbild

Santa Cruz gilt als die architektonisch modernste, wirtschaftlich dynamischste und wohlhabendste Stadt Boliviens. Im Zentrum der Stadt liegt der als Flanierpunkt beliebte Platz des 24. September (Plaza 24 de Septiembre), in dessen Umgebung Santa Cruz noch den Charme der spanischen Kolonialzeit bewahrt hat. Santa Cruz ist Universitätsstadt und Sitz einer deutschen Schule. Santa Cruz hat zwei Flughäfen (El Trompillo und Viru Viru Internacional). Eisenbahnlinien verbinden Santa Cruz im Osten mit Porto Suarez an der Grenze zu Brasilien und im Süden mit Yacuiba an der Grenze zu Argentinien. Santa Cruz ist durch Hauptstraßen nach Cochabamba, Yacuiba und ins nördlich gelegene Departamento Beni mit dem Rest des Landes verbunden. Drehscheibe des Personenverkehrs ist der 2001 eröffnete kombinierte Eisenbahn- und Busbahnhof Terminal Bimodal im Osten der Stadt. Santa Cruz wird gegliedert durch ein Hauptstraßennetz aus großen Ringstraßen (Anillos), die kreisförmig um das Zentrum laufen und geraden Ausfallstraßen (Radiales), die sternförmig auf den innersten Ersten Ring (Primer Anillo) zulaufen. Innerhalb des Ersten Rings liegt das alte Stadtzentrum mit seinem schachbrettartigen Straßennetz.

Geschichte

Santa Cruz wurde am 26. Februar 1560 von Nuño de Chaves in der Nähe der heutigen Ortschaft San José de Chiquitos (ca. 250 km östlich des heutigen Santa Cruz) gegründet und 1592 an die heutige Stelle verlegt, da sich die ursprüngliche Lage wegen Konflikten mit Ureinwohnern als ungünstig erwiesen hatte. Südlich von San José de Chiquitos können noch Reste der ersten Siedlung besichtigt werden (Santa Cruz la Vieja). Der wirtschaftliche Aufschwung und das Wachstum der ehemals abgelegenen Kleinstadt Santa Cruz begannen, nachdem es in den 1950er Jahren durch Hauptstraßen mit dem Rest des Landes verbunden wurde. Aufgrund der erreichten Stellung als wirtschaftliches Zentrum Boliviens gibt es inzwischen politische Strömungen, die eine stärkere Unabhängigkeit von der Zentralregierung in La Paz und regionale Autonomie fordern. Kategorie:Ort in Bolivien

Córdoba (Argentinien)

Córdoba ist mit 1,35 Millionen Einwohnern die zweitgrößte Stadt Argentiniens und Hauptstadt der Provinz Córdoba. Sie liegt im zentralen Teil des Landes inmitten eines produktiven Landwirtschaftsgebietes zwischen der Pampa-Region im Osten und der zu den Sierras Pampeanas gehörenden Sierras de Córdoba im Westen. Die Stadt ist ein wichtiges Industriezentrum, ist aber auch wegen zahlreicher Bauwerke im Kolonialstil in der Innenstadt als Touristenzentrum bekannt. Kolonialstil

Geographie

Lage

Córdoba liegt im Tal des Río Suquía, der alternativ auch Río Primero (erster Fluss) genannt wird. Dies liegt daran, das die Spanier das Land im 16. Jahrhundert von Norden her das Land kolonisierten und die Flüsse, die sie dabei überqueren mussten, einfach durchnummerierten. Der Westen der Stadt zieht sich bis in die ersten Ausläufer der Sierras de Córdoba, die Sierras Chicas, hin. Das offizielle Stadtgebiet ist das Departamento Capital, das die Form eines Quadrats mit einer Kantenlänge von 22 km hat. Im Nordwesten und Norden wächst das bebaute Gebiet allerdings teilweise weit über die Grenze dieses Departamentos hinaus. Der Río Suquía schlängelt sich in Ost-West-Richtung durch die Stadt. Er grenzt das Zentrum, das südlich des Flusses liegt, vom sogenannten Alta Córdoba ("Oberes Córdoba") nördlich des Flusses ab. Im Westen wird das Zentrum vom Arroyo La Cañada, einem heute kanalisierten Bach abgegrenzt, an dessen Ufern eine der meistbefahrenen Hauptstraßen der Stadt verläuft.

Umland

Das Umland gehört zu drei verschiedenen Naturräumen. Südöstlich der Stadt liegt die Pampa-Grasebene, die etwa auf der Höhe des Río Suquía in die Savannenlandschaft des Gran Chaco übergeht. Der Westen gehört zu den Sierras Pampeanas. Die die Stadt im Norden, Osten und Süden umgebenen Flächen sind fruchtbar und werden vor allem landwirtschaftlich genutzt, während der bergige Westen weitgehend Weide- oder Ödland ist.

Ökologische Probleme

Im Zentrum und einigen Stadtvierteln ist die Luftverschmutzung hoch, auch wenn Modernisierungen im Automobilverkehr und in der Industrie sowie der Verzicht auf krebserregende Stoffe im Stromnetz auf Besserung hoffen lassen und es wegen dem relativ windigen Klima kaum Smog gibt. Auch die Wasserschmutzung, vor allem des Río Suquía, ist trotz mehrerer Kläranlagen immer noch ein großes Problem und mindert die Qualität des Trinkwassers in unterhalb von Córdoba gelegenen Ortschaften. Ein wachsendes Problem ist die Zersiedelung des Stadtraums vor allem an der nordwestlichen Peripherie sowie im Valle de Punilla sein, wo weite Räume von Wochenendhauskolonien, neuen Stadtvierteln und Country Clubs zugebaut sind und der Bestand an mehreren Tierarten wie etwa des noch vor kurzem weit verbreiteten Puma stark dezimiert wurde. Eine weiträumige Fläche zwischen Córdoba und Villa Carlos Paz gehört derzeit noch dem Militär und wird nur zur Viehzucht genutzt. Es gibt Bestrebungen, das Gebiet in ein Naturreservat umzuwandeln, um zu verhindern, dass die Stadt sich in diese wichtige Pufferzone ausdehnt.

Klima

Die Stadt liegt an der Grenze zwischen der gemäßigten Zone und den Subtropen. Die mittlere Jahrestemperatur liegt bei 18 Grad Celsius; die Sommer sind meist heiß und feucht (mittlere Tagesextreme im Januar: 31°/17°), während die Winter mild und sehr trocken sind (Tagesextreme im Juli: 19°/4°). Besonders in den Übergangszeiten Frühling und Herbst kommt es häufig zu starken Temperaturschwankungen, die von den Winden aus verschiedenen Richtungen herrühren. Der Zonda-Wind, ein von den Anden her wehender Fallwind, hat Auswirkungen bis Córdoba und kann die Temperatur selbst im Winter bis 40 Grad Celsius ansteigen lassen. Besonders nachts ist die Temperatur im Talkessel des Zentrums bis zu 5° Grad höher als in den höhergelegenen Außenbezirken. Daran und an der Luftverschmutzung liegt es auch, dass die reicheren Stadtviertel vornehmlich auf den Hügeln der Nordweststadt liegen.

Geschichte

Bereits vor dem Eintreffen der Spanier befand sich im Nordwesten der heutigen Stadt am Río Suquía die Siedlung Quisquisacate, die von Comechingones-Indianern bewohnt war. Die Stadt selbst wurde von Jerónimo Luis de Cabrera am 24. Juni 1573 gegründet und nach der Stadt Córdoba in Spanien Córdoba la Llana de la Nueva Andalucia benannt. Die ursprüngliche Stadt befand sich nördlich des Río Suquía im heutigen Barrio Yapeyú, wo heute ein Denkmal an dieses historische Datum erinnert. Schon bei der Gründung wurde das Stadtgebiet festgelegt, das im Wesentlichen genauso groß wie das heutige Departamento Capital - das heutige Stadtgebiet - war, doch es war aufgeteilt in den Ejido, die zum Wohnen bestimmte Zone, sowie in militärische und landwirtschaftliche Gebiete. Bereits in der Anfangszeit wurden eine Reihe religiöser Institutionen gegründet, deren Aufgabe es war, die Einwohner zu missionieren. Um 1600 hatte die Stadt noch 500 Einwohner. Die Jesuiten siedelten sich Anfang des 17. Jahrhunderts an und gründeten im Jahr 1613 die erste Universität Argentiniens, die heutige Universidad Nacional de Córdoba, die zugleich die zweitälteste Universität Südamerikas ist. Bis zur Einrichtung des Vizekönigreiches des Río de la Plata war die Stadt die wichtigste Argentiniens, sie prosperierte vor allem wegen der günstigen Bedingungen für die Landwirtschaft in der Umgebung. Nach 1776 verlor die Stadt diese Rolle, da nun die Hafenstadt Buenos Aires als Hauptstadt des Vizekönigreiches zunehmend an Bedeutung gewann. Córdoba wurde 1782 zur Hauptstadt des Teilgebietes Intendencia Córdoba del Tucumán, die etwa die heutigen Provinzen Córdoba, La Rioja, Mendoza, San Juan und San Luis umfasste. Nach der Mairevolution 1810, dem Start Argentiniens in die Unabhängigkeit, erkannte die Stadt die neue Regierung erst an, nachdem die Junta Truppen in die Gegend ersendet hatte. Der erste Gouverneur und Bürgermeister der Stadt im autonomen Argentinien war Juan Manuel de Pueyrredón. Es folgte eine Zeit blutiger Auseinandersetzungen zwischen Unitariern und Föderalisten. Der Gouverneur von Córdoba war traditionell föderalistisch. 1831 wurde nach einer - für Córdoba - verlorenen Schlacht ein hauptstadttreuer, unitarischer Gouverneur eingesetzt. Für eine detaillierte Beschreibung des Konfliktes siehe Geschichte Argentiniens. Nachdem sich die Verhältnisse um 1860 wieder beruhigt hatten, ging es mit der Stadt und ihrem Umland wieder aufwärts. Im Jahr 1870 wurde Córdoba ans Eisenbahnnetz angeschlossen; dies hatte einen starken Zustrom von Einwanderern und Binnenwanderern zur Folge. In dieser Zeit wurden die sogenannten "traditionellen Stadtviertel" Alberdi, Alta Córdoba, General Paz und San Vicente gegründet. 1870 Der Liberalismus triumphierte als neues Dogma in der Wirtschaftspolitik und brachte der Stadt eine rasche Modernisierung. Eine Reihe von wissenschaftlichen Institutionen wurde gegründet, z.B. die Sternwarte, die Escuela Normal und die Wissenschaftsakademie, so dass Córdoba bald zum technologischen und wissenschaftlichen Zentrum des Landes wurde. So wurde 1871 die erste Messe argentinischer Produkte und Kunstwerke veranstaltet. 1886 wurde die Stadt am Reißbrett nach Süden ausgedehnt: der französische Landschaftsarchitekt Carlos Thays entwarf den Parque Sarmiento, den größten Park der Stadt, und unter der Leitung von Miguel Crisol wurde das Stadtviertel Nueva Córdoba angelegt, heute das am dichtesten besiedelte Gebiet der Stadt. Nach der Gründung der Flugzeugfabrik Fábrica Militar de Aviones 1927 dehnte sich die Stadt vermehrt nach Westen aus. Diese Tendenz verstärkte sich in der Zeit nach 1936, als unter Gouverneur Amadeo Sabattini die Stadt umfassend modernisiert und industrialisiert wurde. In den 1950er Jahren siedelten sich infolge der Wirtschaftspolitik der damaligen argentinischen Regierung unter Juan Domingo Perón mehrere ín- und ausländische Großunternehmen wie das später von Renault übernommene Industrias Kaiser Argentina (IKA) und Fiat an; Córdoba wurde so zum zweitwichtigsten Industriestandort nach Buenos Aires. 1969 leitete ein Volksaufstand in der Stadt, der sogenannte Cordobazo, das Ende der Regierungszeit des Diktators Juan Carlos Onganía ein. Nach dem Bruch der Tarifverträge durch den regierungstreuen Provinzgouverneur kam es zu Ausschreitungen, an denen mehrere Hunderttausende beteiligt waren. Erst nach drei Tagen konnte die Polizei die Ordnung wieder herstellen. Nach wenigen Wochen trat Onganía zurück, die Diktatur blieb jedoch zunächst bestehen. 1971 kam es zu einem weiteren Volksaufstand, dem Viborazo, der das endgültige Ende dieser Diktatur einleitete und sie dazu zwang, sich demokratisch gegenüber dem Peronismus zu öffnen. Bis in die 1970er Jahre hinein war das Wachstum der Industrie in der Stadt ungebrochen, dann brach sie nach den neoliberalen Maßnahmen der Militärdiktatur des Nationalen Reorganisationsprozess (1976-1983) allerdings deutlich ein; ein weiterer Einbruch geschah nach der Wirtschaftskrise 1989. Seit dem 21. Juni 1978 ist Córdoba in Österreich berühmt und in Deutschland berüchtigt: hier wurde anlässlich der Fußballweltmeisterschaft die deutsche Nationalmannschaft von der österreichischen 3:2 besiegt. Dies war für den Ausgang der Weltmeisterschaft bedeutungslos, brachte dem österreichischen Fußball aber einen Schub an Selbstvertrauen. "Córdoba" wird in Österreich geradezu als Synonym für "Erfolg im Fußball" verwendet. In Deutschland gilt die Schmach von Córdoba dagegen als eine der schlimmsten Niederlagen aller Zeiten. 1994 wurde die Struktur der Stadtgemeinde reformiert und dezentralisiert. Es entstanden die sogenannten CPC (Centros de Participación Comunal), relativ autonome Zweigstellen der Stadtregierung in mehreren außerhalb gelegenen Stadtvierteln. Ihr gemeinsames äußerliches Merkmal ist eine äußerst moderne, von kubischen Formen dominierte Architektur.

Bevölkerungsentwicklung

In folgenden Zeiträumen wuchs die Bevölkerungszahl besonders schnell an: zunächst beim Aufstieg der Stadt im 17. Jahrhundert, dann infolge der Einwanderungswelle 1870-1920, in der die Stadt zur Großstadt wurde, und in den Jahren 1940 bis 1970 parallel zum Wachstum der Industrie, das viele Binnenwanderer aus dem Landesinneren anzog. Seit den 1990er Jahren wachsen vor allem die Vororte der Stadt schnell an, während die Stadt selbst relativ langsam wächst (ca. 1% im Jahr). Während die zur Agglomeration im engeren Sinne (durchgängig bebautes Gebiet ohne Satellitenstädte) gerechneten Vororte 1980 noch gerade 34.459 Einwohner hatten, waren es 1991 51.047 und 2001 100.780; für 2010 wird mit einer weiteren Verdopplung gerechnet. Dies geht einher mit dem allgemein zur Zeit in Argentinien verbreiteten Phänomen der Stadtflucht, das wirtschaftliche und soziokulturelle Gründe hat: die deutlich niedrigeren Grundpreise in der Umgebung und der Hang besonders der Oberschicht, sich in grüne, oft geschlossene Stadtviertel (z.B. Country Clubs) zurückzuziehen, um der Hektik und der Kriminalität zu entfliehen und "unter sich" zu sein. So ist der Zwischenraum zwischen Córdoba und dem 35 km nordwestlich gelegenen Salsipuedes in den Sierras Chicas bereits zugebaut. Die Stadt zeigt inzwischen trotz weiter freier Flächen sogar Tendenzen, in wenigen Jahrzehnten mit der 40 km westlich gelegenen Stadt Villa Carlos Paz und damit mit einer ausgesprochen touristischen Gegend zusammenzuwachsen, was gerade am massenhaften Neuanlegen von Country-Clubs in dieser Gegend liegt. Probleme dieses Wachstums an der Peripherie sind zum einen die Zerstörung der Natur, da insbesondere landschaftlich attraktive Gebiete bei den Hausbauern sehr begehrt sind und Baugenehmigungen meist schnell erteilt werden. Zum anderen führt besonders in ärmeren Gegenden das explosive Wachstum einiger Vororte, deren Infrastruktur nicht Schritt halten kann, zur Bildung von Elendsvierteln, wie z.B. Juárez Celman, das zwischen 1991 und 2001 seine Einwohnerzahl beinahe verzehnfachte. Einwohnerentwicklung in Zahlen:
- 1573: 25 vecinos fundadores (Gründungsbürger)
- 1600: ca. 500
- 1810: 9.080
- 1870: 36.223
- 1900: 72.500
- 1960: 589.153
- 1980: 970.570 (Agglomeration: 1.004.929)
- 1991: 1.157.507 (Agglomeration: 1.208.554)
- 2001: 1.267.521 (Agglomeration: 1.368.301)

Sehenswürdigkeiten

Bauwerke

Im Volksmund ist Córdoba wegen der vielen Kirchen der Dominikaner und Franziskaner als "ciudad de las campanas" (Glocken-Stadt) bekannt, aber auch aufgrund der zahlreichen Universitäten und Lehr-Institute, die sich in der Stadt befinden, als "La Docta" (Die Gelehrte). Viele der sehenswerten Bauten aus der Kolonialzeit befinden sich in der Umgebung der zentralen Plaza San Martín. An dieser Plaza ändern alle Straßen auch ihren Namen. An der Plaza selbst liegt die 1782 erbaute Kathedrale(Iglesia Catedral), deren Inneres 1914 vom Künstler Emilio Carraffa neu gestaltet wurde. Direkt neben der Kathedrale liegt der Cabildo, der in der Zeit zwischen 1610 und 1784 erbaut wurde. Heute beherbergt er ein Museum mit wechselnden Ausstellungen. Etwas abseits der Plaza liegt das Kloster Santa Teresa, ein sehenswerter rosafarbener Bau. Die Kirche stammt von 1717, die anderen Teile wurden später hinzugefügt. Heute beherbergt es das Museum Religiöser Kunst Juan de Tejeda. Einer der prächtigsten Bauten der Jahrhundertwende ist der Bau des Banco Provincia de Córdoba, erbaut 1889. 100 m südlich der Plaza San Martín befindet sich die Manzana de los Jesuitas , der Block der Jesuiten mit mehreren Bauten aus Kolonial- und Nachkolonialzeit, unter anderem der ältesten noch erhaltenen Kirche Argentiniens, die Compañía de Jesús von 1671. Er wurde 2000 zum Weltkulturerbe der UNESCO erklärt. Das Regierungsviertel um den Kanal La Cañada beherbergt zahlreiche öffentliche Gebäude, von denen einige sehenswert sind. Das größte ist der Palacio de Justicia (Justizpalast), ein prächtiger neuklassizistischer Monumentalbau von 1936. Eine sehenswerte Kirche der Gegend ist die Basilika Santo Domingo, erbaut 1861. Im Inneren werden englische Fahnen aus der Zeit der Invasion 1806 ausgestellt (siehe zu diesem Thema: Geschichte Argentiniens). Die wohl schönste Plaza Córdobas ist der schon 1785 erbaute, 1957 renovierte Paseo Sobremonte, ein runder, etwas vertiefter Platz mit Springbrunnen in der unmittelbaren Umgebung des Justizpalastes. Geschichte Argentiniens Das Stadtviertel Nueva Córdoba stammt aus dem 19. Jahrhundert und ist heute wegen seiner Nähe zum Campus der Universidad Nacional de Córdoba das bedeutendste Studentenviertel der Stadt. In diesem Gebiet findet sich die neogotische Kirche Sagrado Corazón, erbaut 1929 von den Kapuzinern. Ein sehenswertes Schloss ist der Palacio Ferreyra nahe der Plaza España, einem modernen, verkehrsreichen runden Platz, der im rationalistischen Design gestaltet wurde. Im selben Stadtviertel, aber in der Nähe der Cañada liegt auch der Paseo de las Artes, ein alter Sozialwohnungskomplex im neokolonialen Stil, der heute mehrere Galerien, Antiquitätenläden und einen ausgedehnten Kunsthandwerkermarkt beherbergt. Im Stadtviertel Alberdi etwa 1 km westlich des Zentrums stehen ebenfalls einige sehenswerte Bauten: die Iglesia María Auxiliadora, eine monumentale, weithin sichtbare Kirche im neoromanischen Stil, und die Casa Emiliani, ein interessanter Bau im Stil des Art Nouveau. In den alten Vierteln San Vicente (östlich des Busbahnhofes) und General Paz (nördlich des Busbahnhofes) gibt es mehrere traditionelle Bauten aus der Zeit der Jahrhundertwende 1900. Die meisten von ihnen sind heute private Residenzen.

Museen

Das bedeutendste Kunstmuseum ist das Museo Provincial de Bellas Artes Emilio E. Carrafa mit wechselnden Ausstellungen. Das ebenfalls sehenswerte Gebäude liegt im Stadtviertel Nueva Córdoba an der Plaza España. Hier ist auch seit 2005 eine Version des Experimentellen Hauses des japanischen Architekten Hiroshi Hara ausgestellt, ein Versuch, günstige Baumaterialien mit moderner Ästhetik zu verbinden. Weiterhin bedeutend ist das im Zentrum gelegene Museo Municipal de Bellas Artes Dr. Genaro Pérez, und das Museum Obispo Salguero, in dem Kunst und historische Dokumente zu besichtigen sind. Zu erwähnen sind außerdem das Theater- und Musikmuseum Cristóbal de Aguilar im Teatro El Libertador und das Zentrum für zeitgenössische Kunst Chateau Carreras im Parque San Martín im Westen der Stadt. Wegen des Erbes der Jesuiten sind die Museen für religiöse Kunst der Stadt bedeutend. Es gibt das Ekklesiastische Museum Déan Funes und das Museum der Religionskunst Juan de Tejeda Weniger bekannt als die Kunstmuseen sind die naturwissenschaftlichen Museen. Das bedeutendste ist das Paläontologische Museum der Universität von Córdoba, dessen Sammlung unter anderem das Fossil der weltweit größten Spinne der Vorgeschichte enthält, weiterhin erwähnenswert sind das Anatomiemuseum Dr. Pedro Ara und das Naturwissenschaftliche Museum Dr. Bartolomé Mitre im Stadtviertel Nueva Córdoba, das geologische, palöontologische und zoologische Fundstücke aus der Region bietet. In Córdoba liegt außerdem das bedeutendste Museum Argentiniens für Meteorologie, das Nationale Museum der Meteorologie Dr. Benjamin Gould. Wegen der industriellen Vergangenheit und Gegenwart der Stadt gibt es mehrere technische Museen in der Stadt. Im Südwesten der Stadt (Barrio Santa Isabel) liegt das Automobilmuseum im Industriekomplex CIADEA. Das Industriemuseum liegt im Parque General Paz und beherbergt neben diversen Fahrzeugen und Maschinen auch das erste drehbare Haus Amerikas (erbaut 1951). Einige historische Museen geben Aufschluss über die Vergangenheit der Stadt, der Schwerpunkt liegt dabei in der Kolonialzeit. Es gibt zwei bekannte historische Museen: das Historische Museum Marqués de Sobremonte, und das Museum Obispo Fray José Antonio de San Alberto in der Manzana de los Jesuitas. Für Numismatiker interessant sind das Bankmuseum Museo Banco de Provincia de Córdoba und das Numismatische Museum der Nationalbank, das Münzsammlungen ausstellt. Das Museo de la Ciudad im Cabildo hat wechselnde Ausstellungen zu verschiedenen Themen wie Musik, Geschichte, Kunst und Kultur in Córdoba und Argentinien allgemein. Weiterhin gibt es im Ausstellungszentrum José Malanca, im Ausstellungszentrum Obispo Mercadillo und im Kulturmuseum General Paz im gleichnamigen Stadtviertel wechselnde Ausstellungen zu verschiedenen Themen.

Weitere Sehenswürdigkeiten

Die Sternwarte Córdoba, gelegen nur etwa 1 km südwestlich des Zentrums der Stadt, war eine der bedeutendsten Sternwarten im 19. Jahrhundert. An der Sternwarte Córdoba wurde 1892 der Sternenkatalog Córdoba-Durchmusterung, das südliche Gegenstück zur Bonner Durchmusterung erstellt. An ihr waren jedoch keine astrophysischen Messungen möglich. Nach der Sternwarte wurde das Stadtviertel, in dem sie liegt, genannt: es heißt Barrio Observatorio. Die modernere Sternwarte Observatorio Astronómico de Bosque Alegre ersetzte ab 1941 die alte Sternwarte Córdoba und war bis etwa 1980 eine der bedeutendsten Sternwarten der Südhalbkugel. Sie liegt etwa 25 km südwestlich von Córdoba in der Nähe der Stadt Alta Gracia. Mit ihrer 18 m breiten Kuppel kann man hier bis zu 600 Millionen Lichtjahre entfernte Objekte beobachten. In Bosque Alegre werden astrophysische Messungen zur Zusammensetzung und Ermittlung der Struktur von Sternen unternommen. Zudem wurde hier das System erfunden, polierte Spiegel zur Beobachtung einzusetzen. Das Raumfahrtzentrum Teófilo Tabanera ist das Steuerungszentrum der argentinischen Raumfahrt, die sich bisher auf Satelliten beschränkt. Es liegt in Falda del Cañete, etwa 15 km südwestlich von Córdoba. Weithin sichtbar ist seine große Steuerungsantenne. Das Gebäude beherbergt auch ein Museum, in dem Modelle der argentinischen Satelliten ausgestellt sind.

Bevölkerung

Die Einwohner der Stadt sind zum größten Teil Nachkommen von Italienern, Spaniern und Deutschen, es gibt jedoch auch einen hohen Anteil Zuwanderer aus dem Norden und Nordosten des Landes, von denen viele indianischer Abstammung sind. Die Ureinwohner