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Grannenkiefer

Grannenkiefer

Die Grannen-Kiefer ist ein Nadelholzgewächs (Coniferophyta) aus der Familie der Kieferngewächse (Pinaceae). Zu ihr gehören zwei Arten innerhalb der Gattung der Kiefern (Pinus). Von Pinus aristata trennte man 1971 als eigene Art Pinus longaeva ab. Sie unterscheidet sich durch die maximal 3 Zentimeter langen, harzlosen Nadeln, die bis 45 Jahre alt werden können. Die Grannen-Kiefer wird 8 bis 15 Meter hoch und erreicht Durchmesser von 0,5 bis 1 Meter. Sie ist sehr langsamwüchsig, zum Teil werden in 100 Jahren nur 3 Zentimeter am Umfang zugelegt. Sie hat knorrige, oft gedrehte Stämme mit einer rotbraunen Schuppenborke. Die fünfnadligen Kurztriebe stehen dicht. Die Nadeln von Pinus aristata sind 2,5 bis 4 Zentimeter lang, mit weissen Harzflecken und haben eine Lebensdauer von 12 bis 15 Jahren. Die Grannen-Kiefer ist einhäusig getrenntgeschlechtig (monözisch). Die Blütezeit liegt im Juli bis August, die Samen reifen im September bis Oktober. Die Zapfen sind bis 9 cm lang und 4 cm breit. Sie enthalten 5 mm große Samen mit 1 cm langen Flügeln.

Vorkommen

In Nordamerika auf trockenen Granit- und Dolomithängen in Höhen von 2300 bis 3500 m NN. Sie bildet dort in lichten Bestände die Baumgrenze. Die Grannen-Kiefer kommt in den Gebirgen von Kalifornien, Arizona, New Mexico und Colorado vor.

Besonderheiten

Im Patriarch Grove in den White Mountains in Kalifornien stehen 17 Grannen-Kiefern, die über 4000 Jahre alt sind. Eine davon trägt den Namen "Methuselah" und gilt mit einem Alter von über 4700 Jahren als das älteste Lebewesen der Erde. Ihr Alter wurde durch Auszählung der Jahresringe in einem kleinen Bohrkern bestimmt. 1964 wurde in Nevada bei einer Untersuchung von einem unerfahrenen Geografiestudenten ein Exemplar mit 4950 Jahresringen gefällt, deren Überreste nun als Eichstandards für die Radiokarbonmethode dienen. Dieses Exemplar erhielt nachträglich den Namen "Prometheus".

Weblinks


- [http://www.boga.ruhr-uni-bochum.de/html/Pinus_aristata.html Kurze Beschreibung beider Arten.]
- [http://www.bambus.de/archiv/ehrwuerdige/grannenkiefer.html Beschreibung und Naturstandort.] Kategorie:Nacktsamer Kategorie:Baum Kategorie:Weltrekorde

Familie (Biologie)

Die Familie (lateinisch: Familia) ist eine hierarchische Stufe der biologischen Systematik. Sie steht zwischen den Hauptrangstufen Ordnung und Gattung. Direkt über der Familie kann die Überfamilie stehen, unter ihr die Unterfamilie (lateinisch:Subfamilia). In der Zoologie besteht die Konvention, dass der wissenschaftliche Familienname auf -idae endet (z. B. Laufkäfer: Carabidae). In der Botanik dagegen endet die Familienbezeichnung meist auf -aceae (zum Beispiel Korbblütengewächse: Asteraceae). Vielfach leiten sich ihre Bezeichner von besonders bekannten Gattungen der Familie ab (zum Beispiel bei den Liliengewächsen Liliaceae), aber auch morphologische Besonderheiten der Familie können namensgebend sein (so bei den Lippenblütengewächsen Labiatae). Kategorie:Taxonomie als:Familie (Biologie) ms:Famili

Art (Biologie)

Eine Art ist eine Population von Lebewesen, deren Individuen auf Grund von Vererbung Ähnlichkeiten in Bau- und Leistungsmerkmalen aufweisen. Sie sind in diesen Merkmalen von Individuen anderer Arten unterscheidbar. Das Fremdwort für den Begriff Art ist Spezies (von lat. species, die Art). Für die Systematik ist Art eine Ebene in der Hierarchie des klassifikatorischen Systems der Lebewesen. In diesem System können Arten in verschiedene Unterarten, Rassen, Varietäten oder Formen unterteilt werden. Der Art übergeordnet ist das Taxon der Gattung. Der Begriff "Art" ist ein theoretisches Konzept. Versuche einer klaren Definition waren bisher nicht eindeutig und allgemein gültig erfolgreich. Im Folgenden sind die wichtigsten Definitionskonzepte dargestellt. Diese Artkonzepte werden in der Biologie noch immer heftig diskutiert. Ihre Verwendung in der wissenschaftlichen Praxis hängt zumeist von der biologischen Teildisziplin und vom Forschungsgegenstand ab.

Morphologisches (typologisches) Artkonzept

:Arten sind Gruppen von Organismen, die sich bezüglich morphologischer Merkmale eindeutig voneinander unterscheiden lassen. :Eine Population wird derjenigen Art zugerechnet, deren Typusbeschreibung mindestens 75 % der Individuen entsprechen. Eine auf Grund dieses Konzepts definierte Art wird als Morphospezies bezeichnet. Hauptprobleme dieses Konzepts:
- künstliche Einengung der Variationsbreite auf einen abstrakten Typus
- Subjektivität: Beispiel Paläontologie: Ein Fund von Fossilien zweier Individuen in der gleichen Fundschicht, also praktisch zeitgleich lebend, unterscheiden sich stark voneinander:
- Sie können jetzt zwei verschiedenen Arten zugeordnet werden, wenn man der Meinung ist, dass sie stark genug von einem morphologischen Typus abweichen. Sie können aber auch der gleichen Art zugeordnet werden, wenn man der Meinung ist, dass in dieser Art auch eine größere Variationsbreite, die die Funde mit einschließt, angenommen werden kann.
- Die Unterschiede können aber auch auf einen deutlichen Sexualdimorphismus (Unterschiede in der Erscheinung der Männchen und Weibchen) innerhalb einer Art zurückzuführen sein. Diese Probleme werden mit zunehmender Zahl der Funde und damit Kenntnis der tatsächlichen Variationsbreite geringer, lassen sich aber nicht vollständig beseitigen. Bei rezenten Lebewesen lassen sich neben den morphologischen Merkmalen auch ethologische, anatomische, physiologische, biochemische und molekulare Merkmale zur Bestimmung heranziehen. In weiten Bereichen, z.B. in der Mikrobiologie oder bei den Nematoden versagen morphologische Artabgrenzungen weitgehend.

Chronologisches Artkonzept

Auch dieses Konzept findet vorwiegend in der Paläontologie Anwendung und ist letztlich nur eine Erweiterung des morphologischen Artkonzeptes um den Faktor Zeit: :Eine Art wird durch eine Sequenz zeitlich aufeinander folgender Populationen charakterisiert, deren Individuen innerhalb einer bestimmten morphologischen Variationsbreite liegen. Dieses Konzept ist dann gut anwendbar, wenn praktisch lückenlose Fundsequenzen vorliegen.

Biologisches (populationsgenetisches) Artkonzept

:Eine Art (Biospezies) besteht aus mindestens einer Population, deren Genpool gegen andere Populationen generativ durch Fortpflanzungsisolation (reproduktive Isolation, siehe Biologische Evolution) isoliert ist. :Angehörige einer Art sind abgesehen von geschlechtspezifischen Merkmalen morphologisch oder physiologisch nur in einzelnen Merkmalen unterscheidbar und können unter natürlichen Bedingungen fruchtbare Nachkommen erzeugen. :Ernst Mayr 1969: Eine Art ist eine reproduktive Gemeinschaft von Populationen (reproduktiv isoliert von anderen), die eine besondere Nische in der Natur einnimmt. Beispiele:
- Pferd und Esel sind zwar kreuzbar, haben aber keine fruchtbaren Nachkommen, gehören damit zu verschiedenen Arten.
- Löwe und Tiger sind kreuzbar (sog. "hybride Katzen": Liger und Tigon) und haben unter Umständen fruchtbare Nachkommen, leben aber in verschiedenen Verbreitungsgebieten, lassen sich morphologisch voneinander abgrenzen und gehören damit zu verschiedenen Arten. Problematik:
- Spitzfindig könnte man frühere Generationen einer Art, die sich ja mit den rezenten Generationen nicht mehr kreuzen können, nach dem Wortlaut dieser Artdefinition als zu einer anderen Art gehörend ansehen. Eine tatsächliche Zeitbarriere zwischen gleichzeitig existierenden Populationen besteht jedoch z.B. zwischen der Frühjahrsform und der Herbstform des Landkärtchen-Schmetterlings. Sie unterscheiden sich farblich stark, kommen in unserm Klimabereich nicht mehr reproduktiv in Kontakt, können aber im Labor fruchtbar gekreuzt werden und gelten deshalb offiziell als eine gemeinsame Art.
- Arten, die sich nur ungeschlechtlich vermehren, werden durch die Definition nicht erfasst.
- Orchideen können sich z.T. sogar über Gattungsgrenzen hinweg fruchtbar kreuzen. Dennoch bilden diese Hybriden die quantitative Ausnahme, während die verschiedenen morphologisch beschriebenen Orchideenarten unterscheidbar bleiben und typreine Populationen bilden.
- Individuen, die sich in einer Population nicht fortpflanzen können (zum Beispiel Arbeiterinnen bei Ameisen oder Bienen) werden scheinbar nicht erfasst. Sie haben aber nachweislich gemeinsame Eltern mit den fruchtbaren Individuen und gehören deshalb zweifelsfrei zur Artpopulation.

Phylogenetisches (evolutionäres) Artkonzept

Dieses Artkonzept schließt das biologische mit ein. :Eine Art ist eine (monophyletische) Abstammungsgemeinschaft aus einer bis vielen Populationen in einer bestimmten Zeitspanne. :Eine Art beginnt nach einer Artspaltung und endet :# wenn alle Individuen dieser Art, ohne Nachkommen zu hinterlassen, aussterben oder :# wenn aus dieser Art durch Artspaltung zwei neue Arten entstehen. Eine Artspaltung ist gekennzeichnet durch die (natürliche) reproduktive Isolation von Teilpopulationen, die durch geografische, morphologische, genetische oder ökologische Barrieren bewirkt wird. Phylogenetische Anagenese ist die Veränderung einer Art im Zeitraum zwischen zwei Artspaltungen, also während ihrer Existenz. Fossilien können zwar auch hier nur auf Grund morphologischer Merkmale einer Art zugeordnet werden, dies erfolgt aber auf der Grundlage einer Verwandtschaftsanalyse, dem Instrumentarium der phylogenetischen Systematik und nicht auf Grund einer Zuordnung zu einem abstrakten Typus oder Bauplan. In phylogenetischen Bäumen werden die meist anhand eines oder mehrerer Gene ermittelten Verwandtschaftsbeziehungen zwischen verschiedenen Arten dargestellt.

Physiologische Definition bei Bakterien

Bakterien zeigen nur wenige morphologische Unterscheidungsmerkmale und weisen praktische keine Rekombinationsschranken auf. Deshalb wird der Stoffwechsel als Unterscheidungskriterium von Stämmen herangezogen.

Art als Taxon

Der wissenschaftliche Name einer Art (traditionell meist lateinischen oder griechischen Ursprungs) setzt sich nach der so genannten binären Nomenklatur aus dem Gattungsnamen (großgeschrieben) und dem Artnamen (kleingeschrieben) zusammen. Er wird im Text gewöhnlich kursiv gesetzt oder alternativ unterstrichen. Völlig korrekt im wissenschaftlichen Sinne wird der Artname erst dann, wenn dem Gattungs- und Artname noch die Autoren beigefügt werden, die die Art als erstes beschrieben haben. Diese Regel sollte in wissenschaftlichen Publikationen immer dann befolgt werden, wenn keine bibliografische Referenz zur Artbeschreibung erfolgt. Um Druckraum zu sparen werden die Autorennamen meist abgekürzt, beispielsweise "L." steht für Linné.
- Beispiel: Shiitake Lentinula edodes (Berk.) Pegler M. J. Berkeley hat die Art zuerst beschrieben, D. Pegler hat sie in das heute gültige System eingeordnet

Geschichtliche Entwicklung des Artbegriffes

Die Entwicklung des Artbegriffs ist eng mit der Entwicklung der Vorstellung von der Veränderlichkeit der Arten verknüpft: Der Beginn der wissenschaftlichen Klassifizierung der Lebewesen liegt im 18. Jahrhundert bei Carl von Linné, der die Fortpflanzungsorgane (zum Beispiel Blüten) als wesentliche Merkmale nahm. Er ging (bewusst oder unbewusst) von einem idealisierten Artenbegriff aus: Nach dem Verständnis seiner Zeit stellte eine Art eine unveränderliche Einheit dar, und Linné versuchte, Standardexemplare jeder Art zu identifizieren. Die natürlich vorkommende Variabilität verstand er als Abweichungen oder Abartigkeiten. Im Verlauf des 19. Jahrhunderts verdichteten sich die Beobachtungen, dass die Arten im Laufe ihrer Naturgeschichte Änderungen durchmachen. Charles Darwins Evolutionstheorie konnte diese Beobachtungen zusammenfassend erklären. Jedes Individuum vererbt die eigenen Merkmale an die Nachkommen. Variationen innerhalb von Populationen sind hierin keine Abweichungen von einer (ideellen) Norm sondern zum Überleben der Art notwendig. Individuen mit ungeeigneten Merkmalen werden durch Selektion im Mittel weniger Nachkommen haben, und somit ihre Merkmale nicht weitergeben.
Damit wurde die gemeinsame Abstammung zum wesentlichen Merkmal der Bestimmung einer Art. Eine Folgerung aus der Theorie von Darwin ist, dass alles Leben auf der Erde von einer (oder einer Gruppe von) primitiven Organismen abstammen muss. Daher ist nicht die Tatsache der gemeinsamen Abstammung, sondern der Verwandtschaftsgrad ausschlaggebend für die Definition einer Art.
Eine zweite Folgerung ist, dass eine Art nur zu einem bestimmten Zeitpunkt wohldefiniert ist. In der Vergangenheit können zwei Populationen, die heute als zwei Arten aufgefasst werden, eine Art gewesen sein. Beispielsweise geht man davon aus, dass der Eisbär sich vor einigen 10.000 bis wenigen 100.000 Jahren von einer in Sibirien lebenden Population des Braunbären abgespaltet hat. In der Zukunft mag sich eine heutige Art in mehrere aufspalten.

Zitate


- "Es gibt nur zwei Art-Konzepte, alles andere sind Definitionen, wie man eine Art als systematische Einheit, also als Taxon, umschreiben soll. Die beiden Konzepte sind das typologische Artkonzept, das eine Art als etwas beschreibt, was sich deutlich äußerlich von anderen Lebewesen unterscheidet, und das biologische Artkonzept, was Arten als Gemeinschaften von Individuen bezeichnet, die potenziell fortpflanzungsfähige Nachkommen mit einander zeugen können. Andere Artkonzepte gibt es nicht." Ernst Mayr
- "Bakterien haben keine Arten. Netzeitung: Was dann? Mayr: Das überlasse ich den Mikrobiologen. Das verstehen die ja selber noch nicht. Archaebakterien zum Beispiel tauschen Gene mit Bakterien aus, Bakterien und Archaebakterien jeweils unter einander sowieso. Muss man also alle Bakterien als große Fortpflanzungsgemeinschaft, also als eine Art bezeichnen? Bakterien haben keine Arten. Die ersten Arten, die es gibt, sind schon Eukaryonten. Warum man einen Zellkern braucht, um eine Art sein zu können, weiß ich auch nicht." Ernst Mayr

Literatur


- Animal Species and Evolution (1963; deutsch: Artbegriff und Evolution, 1967)
- Werner Kunz: Was ist eine Art? In der Praxis bewährt, aber unscharf definiert. Biologie in unserer Zeit 32(1), S. 10 - 19 (2002),

Weblinks


- http://www.abi-bayern.de/bio/evol1.htm Ein Link zu einer einzelnen Art:
- http://www.sandhai.de/ Ein Pressebericht, der viele wissenschaftliche Zweifel offen lässt:
- [http://www.heise.de/tp/r4/artikel/20/20612/1.html Neuer Wirt, neue Art (Artikel aus Telepolis)]

Siehe auch

Artbildung, Evolutionstheorie, Taxonomie Kategorie:Evolution Kategorie:Taxonomie ja:種 (生物) ms:Spesies th:สปีชีส์

Kiefern

(P. mugo, Mitte) und der Pinie (P. pinea, rechts).]] Die Kiefern oder Föhren (Pinus) bilden eine Gattung von Nadelholzgewächsen (Pinophyta) in der Familie der Kieferngewächse (Pinaceae).

Verbreitung

Kiefern sind vor allem auf der Nordhalbkugel heimisch. Nur Pinus merkusii überschreitet den Äquator nach Süden. Verbreitungsschwerpunkt sind kühl-humide Klimabereiche, es werden aber auch subtropische, tropische und semiaride Bereiche besiedelt. Angebaut werde Kiefern aber inzwischen weltweit.

Beschreibung

Kiefern sind immergrüne Pflanzen, die meist als Bäume wachsen. Es treten aber auch strauchförmige Formen auf, vor allem an der Waldgrenze. Kiefern bilden an Sämlingen Primärnadeln, die ein bis zwei Jahre alt werden. Später erscheinen mehrjährige Nadeln, die zu zweit bis zu fünft an gestauchten Kurztrieben stehen. Die Kurztriebbasis ist von 8 - 12häutigen Schuppenblättern umgeben. Kiefern sind einhäusig und werden vom Wind bestäubt. Die weiblichen Blüten stehen einzeln oder zu wenigen an den Spitzen diesjähriger Langtriebe. Die männlichen Blüten sitzen gehäuft an der Triebbasis. Die Pollen besitzen Luftsäcke. Es werden verholzte Zapfen gebildet.

Nutzung

Kiefern sind weltweit gesehen die wichtigsten Baumarten der Forstwirtschaft. Meist anspruchslos und gutwüchsig werden sie oft anstatt der einheimischen Baumarten für Wiederaufforstungen nach Waldzerstörung und Rodung verwendet. Arten wie Pinus radiata oder Pinus patula werden in den Tropen und Subtropen in Holzplantagen angebaut. Auch im Mittelmeergebiet finden sich große Flächen mit Kieferplantagen, vor allem mit der Strand-Kiefer (Pinus pinaster) und in Mitteleuropa wurden große Waldflächen weit über ihr natürliches Vorkommen mit der Waldkiefer (Pinus sylvestris) aufgeforstet. Diese Reinbestände sind zwar einfach zu begründen und zu ernten, weisen aber auch Gefahren auf: Waldbrände, Insekten- und Pilzkalamitäten, Auslaugung der Böden, Artenverarmung. Die großen Kiefernwälder in der Taiga von Asien, Nordamerika und Skandinavien sind dagegen meist die natürliche Vegetation. Das Holz der Kiefern ist meist leicht und harzreich. Es kann als Bauholz, zum Innenausbau, als Möbelholz und zur Papierherstellung verwendet werden. Kiefern werden zur Harzgewinnung genutzt, so die Strand-Kiefer (Pinus pinaster), die Schwarzkiefer (Pinus nigra) und die Waldkiefer (Pinus sylvestris). Die Samen einzelner Kiefern-Arten sind so groß, dass sie als Nahrungsmittel verwendet werden: Pinienkerne (Pinus pinea), Zirbelnüsse (Pinus cembra) und die Samen der Nuss-Kiefer (Pinus sabiniana).

Systematik

Die Gattung Kiefern (Pinus) wird in drei en unterteilt:
- Ducampopinus
- Haploxylon mit meist 5 Nadeln pro Kurztrieb und nur 1 Leitbündel im Zentralstrang.
- Diploxylon mit meist 2 bis 3 Nadeln pro Kurztrieb und 2 Leitbündeln im Zentralstrang. Man unterscheidet circa 115 Arten in der Gattung Pinus (Auswahl):
- Subgenus Ducampopinus
  - P. krempfii
- Subgenus Haploxylon
  - Grannenkiefer (P. aristata)
  - Pinus armandii
  - P.ayacahuite
  - Fuchsschwanzkiefer (P. balfouriana)
  - Zirbelkiefer, Zirbe, Arve (P. cembra)
    - Sibirische Zirbelkiefer (P. cembra ssp. sibirica)
  - Nevada-Zirbelkiefer (P. flexilis)
  - Korea-Kiefer (P. koraiensis)
  - Langlebige Kiefer (P. longaeva), früher für identisch mit P. aristata gehalten und deshalb auch noch immer Grannenkiefer genannt.
  - Westliche Weymouthskiefer (P. monticola)
  - P. morrisonicola
  - Mädchen-Kiefer (P. parviflora)
  - Mazedonische Kiefer, Rumelische Kiefer, Balkan-Kiefer (P. peuce)
  - Japanische Zwergkiefer (P. pumila)
  - P. strobiformis
  - Weymouthskiefer (P. strobus)
  - Tränen-Kiefer, Himalaya-Kiefer (P. wallichiana)
- Subgenus Diploxylon
  - Küstenkiefer (P. contorta)
    - Drehkiefer (P. contorta subsp. latifolia)
  - Coulter-Kiefer (P. coulteri)
  - Aleppokiefer, See-Kiefer (P. halepensis)
  - Panzer-Kiefer (P. heldreichii)
  - Zucker-Kiefer (P. lambertiana)
  - Schlangenhaut-Kiefer, Panzer-Kiefer (P.leucodermis)
  - Bergkiefer, Latsche (P. mugo)
    - Latsche, Legföhre (P. mugo ssp. mugo)
    - Spirke, Aufrechte Berg-Föhre (P. mugo ssp. uncinata)
  - Schwarzkiefer (P. nigra)
  - Sumpfkiefer (P. palustris)
  - Strand-Kiefer, auch Stern-Kiefer oder selten Seestrand-Kiefer genannt, (P. pinaster)
  - Pinie, Italienische Steinkiefer (P. pinea)
  - Gelb-Kiefer (P. ponderosa)
  - Torrey-Kiefer (P. torreyana)
  - Montereykiefer (P. radiata)
  - Pechkiefer, Steife Kiefer (P. rigida)
  - Nuss-Kiefer (P. sabiniana)
  - Wald-Kiefer, Gemeine Kiefer, Föhre (P. sylvestris)
  - Chinesische Kiefer (P. tabuliformis)
  - Weihrauch-Kiefer (P. taeda)
  - Japanische Schwarzkiefer (P. thunbergii)
  - Virginia-Kiefer (P. virginiana) Eine nach Vorkommen geordnete Aufzählung findet sich in der Liste der Kiefernarten.

Krankheiten


- Bläue (verschiedene Erreger wie zum Beispiel Ceratocystis und Ophiostoma piliferum): Hierbei handelt es sich um eine Verfärbung des Holzes.
- Kiefernrindenblasenrost (Cronartium flaccidum oder Endocronartium pini): Ein Rostpilz, der zur Bildung des Kienzopfes führt.
- Strobenrost (Cronartium ribicola): Befällt fünfnadlige Kiefern.
- Weißer Schneeschimmel (Phacidium infestans): Befällt die Zirbelkiefer.
- Schwarzer Schneeschimmel (Herpotrichia coulteri): Befällt die Bergkiefer. Image:Pinus ponderosa cones.jpg|Gelb-Kiefer (P. ponderosa) Bild:Pitch pine.jpg|Pechkiefer (P. rigida) Image:Pinus brutia(02).jpg|P. brutia Image:Crw 1691-web.jpg|P. coulteri Bild:Bristlecones.jpg|Langlebige Kiefer (P. longaeva), gehört zu den langlebigsten Bäumen überhaupt. Es gibt Exemplare, die 4900 Jahre alt sind. Habitat: Great Basin National Park. Bild:Schirmföhre.jpg|Typische Schirmföhre im Wienerwald (bei Mödling.)

Siehe auch


- Pecherei

Weblinks


- [http://www.conifers.org/pi/pin/index.htm Informationen zur Gattung Pinus.] (engl.)
- [http://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/Pinus Fossile Kiefern im Mineralienatlas WiKi] Kategorie:Baum Kategorie:Forstwirtschaft Kategorie:Nacktsamer ja:マツ

Monözisch

Monözisch (einhäusig) ist ein Fachbegriff aus der Botanik und der Zoologie.

Botanik

Eine Pflanzenart wird einhäusig genannt, wenn männliche und weibliche Befruchtungsorgane immer zusammen auf einer einzigen Pflanze zu finden sind, wenn auch in getrennten Pflanzenteilen. Einhäusige Pflanzen haben also keine unterschiedlichen männlichen und weiblichen Exemplare. Beispiele für einhäusige Pflanzen sind der Rohrkolben und die Haselnuss. Pflanzen, bei denen männliche und weibliche Organe auf getrennten Exemplaren wachsen, nennt man diözisch (zweihäusig). Pflanzen, bei denen männliche und weibliche Organe in einer einzigen Blüte oder einem einzigen Zapfen vereinigt sind, werden als zwittrig bezeichnet.

Zoologie

Parasiten, die keinen Wirtswechsel ausführen, nennt man ebenfalls monözisch.
- Beispiele:
  - Eichenbaumlaus
  - Buchenblattlaus
  - Tannentrieblaus Kategorie:Botanik Kategorie:Zoologie

Normalnull

Mit Normalnull (Abkürzung: N.N. oder NN), auch Nullniveau, wird ein Referenzwert für Höhenangaben auf der Erdoberfläche bezeichnet (z. B. die Höhe von Bergen oder die Tiefe von Meeresgräben). In der Luftfahrt werden die Höhen der Lufträume in der Regel über NN angegeben. Auch Luftfahrtkarten wie die ICAO-Karte besitzen Angaben über NN. Die Angabe der Höhe bzw. Tiefe erfolgt dabei meist in einer der folgenden Formen: Meter über NN“, „m ü. NN“, „m NN“ oder „müM“ (umgangssprachlich und in der Schweiz offiziell „Meter über (dem) Meer(esspiegel)“, korrekt „Meter über dem mittleren Meeresspiegel“). In der Luftfahrt und manchmal auch in der Schifffahrt spricht man vom Mean Sea Level (MSL), der mittleren Meereshöhe und gibt die barometrisch gemessene Höhe in Fuß an. Hat man eine Referenz bestimmt, kann man sich durch Nivellement die Höhe in das Landesinnere übertragen. Systematische Fehler können bei unsachgemäßem Nivellement zu Messfehlern im Bereich von mehreren Metern führen:
- Auf lange Strecken summieren sich die Messfehler der Einzelmessungen auf. (Fehlerrechnung)
- Die Abweichung der Erde von der Kugelgestalt führt zu weiteren Fehlern. So kam es bei den Höhenangaben der Stadt Saarbrücken zu großen Höhenunterschieden, je nachdem, ob man die Messung an der Nordsee oder am Atlantik begann.
- Brückenbau mit Stufe: Beim Bau der neuen Rheinbrücke zwischen dem deutschen und dem schweizer Teil der Stadt Laufenburg ist eine peinliche Panne passiert: Zwischen beiden Seiten tut sich ein Höhenunterschied von 54 Zentimetern auf. Während die Schweiz das Niveau des Mittelmeers zu Grunde legt, orientiert sich Deutschland an der Nordsee: „Die Differenz von 27 Zentimetern ist natürlich bekannt, und auf dem Papier war alles klar“, erläuterte Beat von Arx, Abteilungsleiter im Bauamt des Schweizer Kantons Aargau. In der Praxis habe es dann aber gehapert: „Auf Schweizer Seite hätte das Niveau um 27 Zentimeter angehoben werden müssen. Stattdessen sei es aber um 27 Zentimeter gesenkt worden.“

Deutschland

Der Referenzwert ist für Deutschland seit 1879 definiert durch den mittleren Pegel von Amsterdam. In der DDR war die Bezeichnung Höhennormal HN und als Datum galt von 1958 bis zur Einführung des gesamtdeutschen Höhensystems NHN der rund 14 Zentimeter niedrigere Pegel von Kronstadt, d.h. H(NN)=H(HN)+14cm. Die HN-Höhen unterschieden sich nicht nur in der Pegelhöhe, sondern auch vom Höhensystem her, da HN-Höhen genauso wie NHN-Höhen sogenannte Normalhöhen sind. In Ost-Berlin, beim Höhensystem der Deutschen Reichsbahn und an den Binnenwasserstraßen wurden auch in der DDR unverändert NN-Höhen weiter verwendet.

Meter über Normalhöhennull (NHN)

Die neueste Entwicklung ist das 1992 eingeführte gesamtdeutsche amtliche Nivellementsnetz 1. Ordnung, das DHHN 92. Die neuen Höhen werden als Höhen über Normalhöhennull (NHN) bezeichnet. Für die Normalhöhen wurde das genauere Höhensystem entsprechend der Theorie von Molodenskij (System HN) gewählt, Bezugspegel ist der Nullpunkt des Pegels von Amsterdam (System NN). Der NHN wurde eingeführt, da beim NN das Schwerefeld der Erde nicht berücksichtigt wurde. Das Schwerefeld der Erde bildet keine Kugel sondern ähnelt mehr einer Kartoffel. Diese „Kartoffel“ beschreibt als Geoid eine nur mit Wasser bedeckte Erde, auf der nur die Zentrifugalkraft und die Gravitation wirken. Die Bestimmung des Schwerefeld-Geoids gelingt auf Meereshöhe gut, kann aber im Falle eines Berges wie dem Mont Blanc um zwei Meter differieren. Neben dem Deutschen Haupthöhennetz (DHHN92) nimmt auch das United European Levelling Net (UELN) diese „Kartoffel“ als Bezugssystem Damit ändern sich sowohl die bisher normal-orthometrischen westdeutschen NN-Höhen (neue Berechnungsmethode), als auch die Normalhöhen Ostdeutschlands (Bezug auf einen neuen Pegel). \beginh_ &=& \ h_ - 32~ \\ \ &=& h_ - 25~ \end

Schweiz

Für die Schweiz gilt der Repère Pierre du Niton mit 373,6 m über mittlerem Meeresspiegel von Marseille als Ausgangspunkt der Vermessung (der Pierre du Niton ist ein großer Findling im Genfersee bei Genf). Die schweizerischen Höhenangaben weichen um + 0,32 m von den deutschen ab. Die offizielle Bezeichnung lautet: m ü. M. \beginh_ &=& \ h_ + 32~ \\ \ &=& h_ + 7~ \end

Österreich

Für Österreich gilt der mittlere Pegel von Triest an der Adria (Meter über Adria) als Nullpunkt. Die österreichischen Höhenangaben weichen um + 0,25 m von den deutschen ab. \beginh_ &=& \ h_ + 25~ \\ \ &=& h_ - 7~ \end

Sonstiges

NN ist nur eines von vielen möglichen Höhensystemen. Daneben kann man als Referenzwert das so genannte Geoid verwenden, das man durch die Vermessung von Satellitenbahnen bestimmt. Es markiert die Oberfläche, die sich bilden würde, wenn die ganze Erde von Meer bedeckt wäre. Physikalisch handelt es sich dabei um eine Äquipotenzialfläche, eine Fläche, die überall senkrecht zur Richtung der Schwerkraft steht und auf der das Schwerepotenzial (die potentielle Energie) überall denselben Wert hat. Die Erde hat nun nicht mehr Kugelform, sie gleicht auch nicht mehr einem abgeplatteten Ball (Rotationsellipsoid), sondern – übertrieben gesagt – eher einer Kartoffel. Allerdings sind die Abweichungen so klein, dass sie aus dem All gesehen nach wie vor wie eine Kugel aussieht. Im englischen Sprachraum wird die Bezeichnung Sea Level (kurz SL) für NN verwendet.

Weblinks


- [http://www.bsh.de/de/Meeresdaten/Vorhersagen/Gezeiten/808.jsp Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrografie – Begriffserklärungen]
- [http://www.gfz-potsdam.de/pb1/media/champ/eigen-cg01c/anim_web_EIGEN-CHGR01C.gif Gravitationsmodell der GfZ an der Uni Potsdam. Das Eiern der Erde stark überzeichnet]
- [http://www.wissenschaft-online.de/artikel/690951 Wo liegt eigentlich Normalnull?, spektrumdirekt]

Siehe auch


- Geodäsie
- Geografische Lage
- DHDN
- Haupthöhenpunkt
- Höhenmessung
- Kartennull
- Nivellement
- Höhennetz
- Fehlerrechnung
- Ausgleichungsrechnung
- Deutsches Haupthöhennetz Kategorie:Geodäsie Kategorie:Geographischer Begriff Kategorie:Ozeanologie als:Normalnull ja:海抜

Kalifornien

Kalifornien (englisch California) ist ein US-Bundesstaat im Westen der USA, der an den Pazifischen Ozean, Oregon, Nevada, Arizona und den mexikanischen Staat Baja California auf der Halbinsel Niederkalifornien grenzt. __TOC__

Der Name Kalifornien

Der Name Kalifornien hat einen mythischen Ursprung. 1510 veröffentlichte der Spanier Montalvo einen Roman, in dem eine Insel voller Gold namens Kalifornien vorkommt, bewohnt von wunderschönen Amazonen, die von Königin Califia beherrscht werden. Als Cortes' Soldaten 1535 nach Baja California kamen, glaubten sie, es sei eine Insel, und benannten sie nach Montalvos Buch.

Städte

Die Hauptstadt Kaliforniens ist seit 1854 Sacramento. Die bedeutendesten Städte sind Los Angeles, die zweitgrößte Stadt der USA und mit dem umliegenden Ballungsraum eine der größten Metropolregionen der Erde, und San Francisco, das Zentrum des Ballungsgebietes San Francisco Bay Area um die Bucht von San Francisco, die San Francisco Bay. Weitere wichtige Städte sind San Diego, San Jose, Oakland, Santa Barbara, Ventura, Anaheim, Santa Ana, Newport Beach und San Bernardino.

Geographie

Kalifornien liegt an der Nahtstelle zweier tektonischer Platten, der so genannten San-Andreas-Verwerfung, weshalb es in der gesamten Region häufig zu Erdbeben kommt. Zwei mächtige Gebirgszüge durchziehen Kalifornien von Nordosten nach Südwesten: das Küstengebirge im Westen und die Sierra Nevada im Osten. Dadurch wird das Land in sechs physisch unterschiedliche Teile aufgeteilt:
- Zwischen den beiden Gebirgszügen liegt das Sacramento- und San Joaquinbecken, das nach seinen beiden Hauptflüssen benannt ist und zwischen 35° und 40°40' nördlicher Breite liegt; das Gebiet ist etwa 77.000 km² groß
- Der Küstenstrich umfaßt etwa 109.000 km²; die in den Küstenketten entspringenden Flüsse sind kurz und meist auch nur zur Regenzeit vorhanden: am bedeutendsten ist der bei Monterey mündende Salinas, der Gayama (oder auch Santa Maria) und der Santa Ana
- Das etwa 100.000 km² große Gebiet der Sierra Nevada im Osten des Staates, das nach Westen zu allmählich und nach Osten zu steil abfällt
- Das etwa 20.000 km² umfassende Flussbecken des Klamath, nördlich des 41. Breitengrads gelegen, das rauh und von tiefen Canyons durchzogen ist
- Das Gebiet des großen, zwischen dem Columbia, dem Colorado und der Sierra Nevada liegenden Beckens auf der Ostseite, dessen kalifornischer Teil etwa 50.000 km² groß ist; es stellt eine ausgedörrte, wildzerklüftete Hochebene dar, in der im County Inyo das Todestal (Death valley) liegt.
- An der südwestlichen Grenze die Coloradowüste, die etwa 39.000 km² umfasst und der Rest einer ursprünglichen Meeresbucht ist, die jetzt bis zu 100 m unter dem Meeresspiegel liegt. Der Tularesee liegt im Sacramento- und San Joaquin-Becken, das er gleichzeitig im Süden abschließt. Zur Regenzeit ist er etwa 150 km lang, jedoch so flach, dass man ihn überall durchwaten kann. Kalifornien ist auch bekannt als der Fruchtgarten Amerikas, dessen Klima ideal für den Anbau von Trauben, Orangen, Zitronen und Avocados ist. Der höchste Berg der USA außerhalb Alaskas, der Mt. Whitney (4.418 m), liegt in Kalifornien. Am Fuß des Berges befindet sich der Ort Lone Pine, in dem jährlich ein bekanntes Filmfestspiel stattfindet. In etwa 170 Kilometer Entfernung befindet sich das Wüstengebiet Death Valley (Tal des Todes), das seinen Namen in der Zeit der ersten Siedler an der Westküste bekommen hat, die nicht selten die Qualen von Hitze und Durst erleben mussten, wenn sie das "Tal des Todes" durchquerten. Es gibt zahlreiche Naturparks und Strände unterschiedlichster Beschaffenheit. Zu den bekanntesten Parks zählt der Yosemite-Nationalpark. Nahe dem Yosemite-Park befindet sich das Wintersportgebiet Mammoth Mountain. Es entstand aus riesigen Vulkankratern, wodurch sich zahllose heiße und auch kalte Quellen und Geysire betrachten lassen. Nicht weit entfernt von Mt. Whitney gibt es einige salzhaltige Seen, unter anderem den Mono Lake.

Geschichte

Nach Landungen von Juan Rodríguez Cabrillo im Jahre 1542 und Sir Francis Drake im Jahre 1579 (er erhob im Namen der englischen Krone Anspruch auf das Gebiet Kaliforniens, das er "Nova Albion" nannte) verloren die europäischen Kolonialmächte das Gebiet des heutigen US-Bundesstaates Kalifornien wieder weitestgehend aus den Augen. Danach war Kalifornien als Oberkalifornien (Alta California) der Nordteil der spanischen Kolonie Kalifornien (die als Teil Neuspaniens verwaltet wurde), wurde aber erst viel später als der Südteil besiedelt. Erst ab dem Jahre 1769 wurden unter der Leitung des Paters Junipero Serra die ersten der 21 spanischen Missionsstationen von Franziskanermönchen erbaut. Mit den Missionaren kamen auch die ersten der wenigen spanischen Siedler ins Land. Trotz einiger Erfolge beim Aufbau der Missionsstationen und der Christianisierung der Indianer blieb das Land eine verschlafene Provinz Spanisch-Amerikas. Mit der Unabhängigkeit Mexikos wurde das Land dann ein Teil Mexikos. 1812 wurde im heutigen Sonoma County im nördlichen Kalifornien mit Fort Ross ein russischer Stützpunkt als Fortsetzung und Abrundung der russischen Besitzungen in Alaska errichtet. Erst Johann August Sutter brachte nach seiner Ankunft im Jahre 1839 Dynamik in die Entwicklung des Landes. Zu diesem Zeitpunkt zählte das Land ganze 30.000 Indianer und 5.000 Europäer als Einwohner. Sutter erhielt die Bewilligung, eine Niederlassung zu bauen, der er den Namen "Nueva Helvecia" gab. Schnell wurde daraus eine florierende Kolonie mit 20.000 Stück Vieh, drei Pferdemühlen, zwei Wassermühlen, einer Sägemühle, einer Gerberei und über 50 Häusern. Sutter herrschte wie ein kleiner "Kaiser" über sein kleines "Imperium", das auf Landwirtschaft, Rinderzucht, Holzhandel und Jagd aufgebaut war. 1841 erwarb er Fort Ross von Russland. Während des Mexikanisch-Amerikanischen Krieges proklamierte eine spanisch-oberkalifornische Junta in Monterrey 1846 die Unabhängigkeit von Mexiko. Doch noch während um die Frage des Anschlusses an die USA oder einen europäischen Staat gestritten wurden, riefen US-amerikanische Siedler eine Gegenrepublik aus, die mit Hilfe 1846 eingedrungener US-Truppen das ganze Land unterwarf. Doch im Jahre 1848, das Land war gerade durch den Vertrag von Guadalupe Hidalgo den Mexikanern genommen worden, ereignete sich ein Goldfund. Sutter versuchte, dies geheim zu halten, doch die Nachricht verbreitete sich wie ein Lauffeuer. Sofort machte sich ein Treck von Glücksrittern auf den Weg und überschwemmte das Land. Es trat ein völliges Chaos im Lande ein, in dem jetzt nur noch das Recht des Stärkeren galt. Sutters Arbeiter liefen ihm weg, die Glücksritter vergriffen sich an seinem Gut. Hunderttausende durchwühlten die Erde, das Tal des Sacramento war zum "goldenen" Westen geworden. Alle Versuche Sutters, seine rechtmäßigen Ansprüche auf das Land geltend zu machen, scheiterten. Letztendlich erkannte die Regierung die unrechtmäßigen Zustände an, da so die USA plötzlich zu einem wichtigen Goldexportland geworden waren. Die Indianer wurden fast völlig ausgerottet, und Sutter verließ 1865 verbittert das Land, ohne seine Ansprüche durchgesetzt zu haben, lediglich eine kleine Rente von 285 $ im Jahr wurde ihm gewährt. Sutter verstarb 1880 fast völlig verarmt. 1854 wurde Sacramento zur Hauptstadt von Kalifornien ernannt.

Bevölkerung

Kalifornien ist mit 35.484.453 Einwohnern (Stand: 2003) der bevölkerungsreichste und flächenmäßig der drittgrößte Bundesstaat der USA. Die Bevölkerungsstruktur setzt sich wie folgt zusammen: 46,7 % Weiße, 32,4 % Hispanics, 10,9 % Asiaten, 6,7 % Schwarze und Afro-Amerikaner, 1,0 % Indianer, 0,3 % Hawaiianer. Es gibt 11.502.870 Haushalte. Das Pro-Kopf-Einkommen beträgt 29.707 US-Dollar (Stand: 2002). Größte Städte (Einwohner 1. Juli 2004)
- Los Angeles - 3.845.541 - (17.542.279 im Ballungsraum)
- San Diego - 1.263.756
- San Jose - 904.522
- San Francisco - 744.230
- Long Beach - 476.564
- Fresno - 457.719
- Sacramento - 454.330
- Oakland - 397.976
- Santa Ana - 342.715
- Anaheim - 333.776
- Riverside - 288.384
- Bakersfield - 283.936
- Stockton - 279.888
- Modesto - 206.769
- Chula Vista - 204.879
- Fremont - 202.373
- Glendale - 201.326
- San Bernardino - 198.406
- Huntington Beach - 195.305
- Oxnard - 183.587
- Irvine - 178.317
- Ontario - 170.057
- Oceanside - 167.438
- Garden Grove - 167.347
- Moreno Valley - 166.290
- Santa Clarita - 164.800
- Rancho Cucamonga - 159.346
- Fontana - 158.715
- Pomona - 155.448
- Santa Rosa - 153.636
- Salinas - 148.183
- Corona - 145.398
- Pasadena - 144.068
- Torrance - 142.841
- Hayward - 140.795
- Escondido - 135.462
- Orange - 133.819
- Fullerton - 133.439
- Palmdale - 131.153
- Lancaster - 128.928
- Sunnyvale - 128.012
- Thousand Oaks - 125.054
- Concord - 124.328
- El Monte - 122.123
- Simi Valley - 118.893
- Vallejo - 118.349
- Inglewood - 115.313
- Costa Mesa - 110.411
- Downey - 110.318
- West Covina - 108.668
- Norwalk - 106.683
- Visalia - 104.655
- Burbank - 104.114
- San Buenaventura - 104.068
- Santa Clara - 104.001
- Fairfield - 103.949
- Roseville - 103.609
- Richmond - 102.318
- Berkeley - 101.517
- Antioch - 100.923
- Elk Grove - 100.760
- Daly City - 100.620

Politik

Gouverneur des Bundesstaates ist seit 2003 der aus Österreich stammende Filmschauspieler Arnold Schwarzenegger, der der Republikanischen Partei angehört.

Wirtschaft

Republikanischen Partei)]] Republikanischen Partei Mit 14% des jährlich erwirtschafteten Bruttoinlandprodukts (gross domestic product) der USA stellt Kalifornien einen der wichtigsten Wirtschaftsstandorte des Landes dar. Als von den USA losgelöster Einzelstaat wäre Kalifornien weltweit die sechstgrößte Wirtschaftsmacht (2003) noch vor Kanada. Insbesondere der für die industrielle Landwirtschaft wetterbegünstigte Süden und das dortige Einzugsgebiet billiger mexikanischer Landarbeiter verhilft Kalifornien zu diesem Wohlstand. Große Anstrengungen erfordert jedoch die Wasserversorgung. Gewaltigen Stauseen an den Flüssen im Nachbarstaat Arizona, den Kanalbauten (mit Längen wie zwischen Hamburg und München) von Nord nach Süd und den Aquädukten von den östlich der Sierra Nevada (USA) gelegenen Seen und Schmelzwasser liefernden Bergschneegletschern kommt hier große Bedeutung zu. Da die Nachbarstaaten (Arizona, Nevada) ebenfalls von den ihnen zustehenden Naturressourcen schöpfen wollen, gerät die Landwirtschaft zunehmend unter Druck. Naturschutzauflagen vergrößern diesen weiter.

Siehe auch


- Nordkalifornien, Südkalifornien
- Universitäten in Kalifornien
- Liste der Städte in Kalifornien
- Liste der Countys in Kalifornien
- Liste der Gouverneure von Kalifornien

Weblinks


- [http://www.ca.gov/state/portal/myca_homepage.jsp Offizielle Seite Kaliforniens]
Kategorie:US-Bundesstaat ja:カリフォルニア州 ko:캘리포니아 주 simple:California th:มลรัฐแคลิฟอร์เนีย

Nevada

Nevada liegt als siebtgrößter US-Bundesstaat im Westen der USA. Es trägt den Beinamen The Silver State (manchmal auch The Sagebrush State). Die Bevölkerung betrug im Jahr 2003 2.241.154. 2003 Der Name "Nevada" stammt vom spanischen Adjektiv mit der Bedeutung "verschneit". Die verschneiten Berge stehen dabei für die Sierra Nevada im Westen des Bundesstaates.

Geschichte

Ursprünglich ein Teil Mexikos, musste das Gebiet im Vertrag von Guadalupe Hidalgo an die USA abgetreten werden. 1850 wurde durch den Kongress das Territorium von Utah, das damals die heutigen Staaten Utah, Colorado und Nevada umfasste, errichtet. 1859 wurde die Comstock Lode, ein reichhaltiges Silber- und Goldvorkommen entdeckt und Virgina City gegründet. Mit der Entdeckung kam eine Flut von Leuten in das Gebiet: Goldsucher, Prospektoren, Händler und andere, die ihr Glück suchen wollten. Am 2. März 1861 wurde Nevada vom Territorium von Utah abgetrennt und nahm den jetzigen Namen an. Am 31. Oktober 1864 wurde Nevada der 36. Staat der USA. Während der Great Depression erlaubte Nevada am 17. März 1931 das Glücksspiel, um das Wirtschaftswachstum zu fördern. Neben dem Glücksspiel ist in Nevada traditionell auch - als einzigem Bundesstaat der USA - die Prostitution in einigen Counties des Bundesstaates legal, explizit jedoch nicht in Clark County/Las Vegas. Große Teile Nevadas sind militärisches Sperrgebiet, wobei es vor allem die Nellis Range im Süden hervorzuheben gilt. Auf der dortigen Nevada Test Site (NTS) wurden die meisten amerikanischen Atombomben getestet. Daneben gibt es auch noch Anlagen zur Erprobung geheimer militärischer Flugkörper, wie die berühmte Area 51. Auch die durch den gleichnamigen Film bekannte Top Gun Schule für die Elite-Piloten der US-Navy ist hier zu finden. Es handelt sich dabei um die Naval Air Station Fallon in der Wüste Nevadas. US-Navy Zu den wichtigsten Ureinwohnern Nevadas zählen die Paiute im Westen und Süden und die Western Shoshone im Norden und Osten des Bundesstaates. Trotz einer anfänglichen vertraglichen Respektierung territorialer indianischer Souveränität (z. B. im "Vertrag von Ruby Valley" von 1863 zwischen den USA und den Häuptlingen der Western Shoshone) hat der parallel stattfindende politische Aufbau Nevadas, seine Eingliederung in die Konföderation seit den 1860er Jahren und die massive Diskriminierung indianischer Rechte bis in die allerjüngste Zeit hinein in Nevada immer wieder zu Spannungen und Konflikten zwischen US-Bundesbehörden und indianischen Ureinwohnern geführt. Am bekanntesten wurden bei der Verteidigung indianischer Rechte die beiden Western-Shoshone-Rancherinnen und Trägerinnen des Alternativen Nobelpreises (1993) Mary und Carrie Dann aus Crescent Valley, NV.

Politik

Nevadas Hauptstadt ist Carson City. Politisch prägen den Staat gegenwärtig drei gegensätzliche Konfliktfelder: Der von Vieh- und Holzwirtschaft geprägte Nordwesten (Reno, Carson City, Sierra Nevada) auf der einen Seite; die Mitte und der Norden mit seiner Weidewirtschaft und den riesigen Goldminen auf der anderen Seite. Durch das starke Wachstum von Clark County seit Mitte der 1980er Jahre mit Las Vegas im Süden, das mittlerweile mehr als die Hälfte aller Einwohner Nevadas beherbergt, haben sich von hier aus neue Spannungen mit dem Rest des Bundesstaates entwickelt. Vor allem der riesige Wasserbedarf der Spieler- und Touristenmetropole trägt zum Unmut der Vieh- und Weidewirtschaft des Nordens bei, der schon seit mehr als einem Jahrzehnt unter anhaltender Dürre leidet. Seit Ende der 1980er Jahre wird in Nevada kontrovers die Möglichkeit diskutiert, eines Tages das nukleare Endlager für die USA in den Yucca Mountains beherbergen zu müssen. Das Felsmassiv liegt auf dem Gebiet der "Nevada Test Site" und wird von den Western-Shoshone-Indianern als Teil ihres 1963 vertraglich zugesicherten Territoriums betrachtet. In der Frage des Widerstands gegen Yucca Mountain als nuklearem Abfalllager stehen die Landesregierung Nevadas mit den Ureinwohnern und mit den meisten Einwohnern des Bundesstaates in einer Ablehnungsfront.
- Liste der Gouverneure von Nevada
- Liste der Countys in Nevada

Geographie

Liste der Countys in Nevada Nevada grenzt an Oregon und an Idaho im Norden, Kalifornien im Westen, Arizona im Südosten und Utah im Osten. Die Grenze zu Arizona ist größtenteils der Colorado. Nevada ist geologisch geprägt von Wüste bzw. Wüstensteppe im trockenheißen Süden und Westen und von breiten nord-südlich ausgerichteten Längstälern in der Mitte und im Norden. Der Nordwesten kann als quasi-"alpines" Vorgebirgsland zur Sierra Nevada bezeichnet werden. Sagebrush-Sträucher (Salbei) bedecken weite Teile des Steppenbodens, während Pinien- und Juniper-Bäume v.a. im gebirgigen Norden und Osten verbreitet sind. Der größte Teil Nevadas gehört zur Region des "Great Basin" ("Großes Becken") und ist nur spärlich bewohnt. Nevada besitzt neben Südafrika und Australien die reichsten Goldvorkommen der Welt. Bis auf die Stadt West Wendover, die in der Mountain Time Zone liegt, gilt im ganzen Staat die "Pacific Time Zone".

Größte Städte

Geisterstädte/Ghost Towns:
- Manhattan
- Belmont
- Rhyolite
- Cherry Creek
- Goldpoint

Siehe auch


- Liste der Städte in Nevada
- Nevada (Missouri)
- Nevada (Texas)

Weblinks


- [http://www.state.nv.us Die offizielle Website von Nevada]
- [http://www.elkorose.com/cherrycreek.html Cherry Creek, eine Geisterstadt in Nevada]
- [http://www.wsdp.org/ Unterstützer-Website der Western Shoshone-Indianer]
Kategorie:US-Bundesstaat ja:ネバダ州 ko:네바다 주

Radiokarbonmethode

Die Radiokarbonmethode oder C-14-Methode ist eine insbesondere in der Archäologie und Archäobotanik angewendete Methode zur Bestimmung des Alters von organischem Material, das von unserer Erde stammt. Sie basiert auf dem Zerfall des radioaktiven Kohlenstoff-Isotops 14C. Mit dieser Methode können Alter bis etwa 50.000 Jahre bestimmt werden. 1949 wurde diese Methode von Willard Frank Libby entwickelt.

Physikalische Grundlagen

Die drei Kohlenstoff-Isotope 12C, 13C und 14C kommen natürlicherweise in der Luft in Form von Kohlendioxid anteilig am Gesamtkohlenstoffgehalt zu etwa 98,89%, 1,11% und 0,000'000'000'1% (=10-10%) vor. Auf einen 14C-Kern kommen so statistisch 1012 12C-Kerne. Während 12C und 13C stabil sind, zerfällt 14C mit einer Halbwertszeit von 5730 Jahren durch β--Zerfall zu 14N-Kernen. Gleichzeitig bilden sich in den oberen Schichten der Erdatmosphäre neue 14C-Kerne. Wenn die kosmische Strahlung auf Atome der Atmosphäre trifft, werden Neutronen freigesetzt. Trifft ein solches den Kern eines Stickstoff-Isotops 14N, so erfolgt eine Kernreaktion, in der dieses Neutron eingefangen und dafür ein Proton abgespalten wird. Dadurch entsteht aus dem 14N-Kern ein 14C-Kern. In erster Näherung geht man davon aus, dass die Neubildung und der Zerfall der 14C-Kerne und damit auch der Anteil am Kohlenstoff in der Atomosphäre zeitlich konstant ist. Vor allem durch die Photosynthese der Pflanzen gelangt Kohlenstoff in die Biosphäre. Da Lebewesen bei ihrem Stoffwechsel ständig Kohlenstoff mit der Atmosphäre austauschen, stellt sich in lebenden Organismen dasselbe Verteilungsverhältnis der drei Kohlenstoff-Isotope ein, wie es in der Atmosphäre vorliegt. Auch nicht-organische Stoffe, beispielsweise geschmolzene Metalle oder mit anderen thermischen Verfahren gewonnene Werkstoffe weisen einen nennenswerten Kohlenstoff-Anteil auf. Wird Kohlenstoff aus diesem Kreislauf herausgenommen (das heißt: wird er fossil), dann ändert sich das Verhältnis zwischen 14C und 12C, weil die zerfallenden 14C-Kerne nicht durch neue ersetzt werden und es gilt das Zerfallsgesetz: : = _\mathit \cdot e^, _= 121 \cdot 10^ \frac Der hierfür entscheidende Zeitpunkt ist das Ende des Stoffaustauschs mit der Atmosphäre, also der Tod des Lebewesens. So ist das Verhältnis zwischen 14C und 12C eines organischen Materials ein Maß für die Zeit, die seit dem Tod eines Lebewesens - beispielsweise dem Fällen eines Baums und Verwendung dessen Holzes - vergangen ist. Mithin ist es ein Maß für das Alter des Materials. Die Radiokarbonmethode ist somit die Messung des Verhältnisses der Mengen der Kohlenstoff-Isotope 14C zu 12C einer Probe sowie eines Standards, der das Verhältnis zu Beginn des Alterungsprozesses repräsentiert. Der 14C-Gehalt einer Probe kann entweder durch Zählung der zerfallenden 14C-Kerne im Zählrohr, im Flüssigkeits-Szintillations-Spektrometer oder durch Zählung der noch vorhandenen 14C-Kerne mit der Beschleuniger-Massenspektrometrie bestimmt werden. Letztere Methode benötigt weniger Material als die ersten beiden, ist dafür aber aufwändiger und teurer.

Zeitskala

Radiocarbon-Jahre entsprechen jedoch nicht den Kalenderjahren (tropischen Jahren), da die Produktion von 14C-Isotopen im Verlauf der erdgeschichtlichen Zeiten langfristigen und auch kurzfristigen Schwankungen unterworfen ist. Daher gibt es eine Kalibrierungskurve ([http://www.calpal.de/calpal/manual/calibration_curves.htm]), mit deren Hilfe das aus dem 14C-Gehalt berechnete Radiokarbonalter, welches sich unter der Annahme einer konstanten 14C Entstehungsrate ergibt, in ein Kalenderalter umgerechnet werden kann. Diese Kalibrierungskurve wird mittels anderer Datierungsmethoden (beispielsweise Baumringe, Dendrochronologie) ermittelt. Bei einem Radiokarbon-Alter ist es daher wichtig zu wissen, ob es sich um das radiologische oder das korrigierte "kalibrierte" Alter handelt. Das konventionelle 14C-Alter wird in B.P. (before present, Jahre vor 1950), das kalibrierte Kalenderalter in cal BP oder als Datum cal AD / cal BC nach christlicher Zeitrechnung angegeben, wobei die Abkürzungen AD für Anno Domini und BC für Before Christ stehen. Die Schwankungen des 14C Gehaltes der Atmosphäre gehen vor allem auf Sonnenflecken zurück und folgen daher kurzfristigen und langfristigen Zyklen. Verläuft die Kalibrationskurve über einen längeren Abschnitt flach (man spricht dann von einem Plateau), kann das dazu führen, daß Knochen oder Holzkohle, deren Entstehung mehrere hundert Jahre auseinander liegen, das selbe radiometrische Alter zeigen. Das ist zum Beispiel bei dem Bandkeramischen Plateau zwischen 5500 und 5200 BC cal der Fall, dann wieder zwischen 3100-2900, 2850-2650 und 2600-2480 BC (Endneolithisches Plateau). Inzwischen werden die Schwankungen der Kalibrationskurve jedoch auch verwendet, um 14C-Datierungen zu präzisieren, das von Bernhard Weniger von der Universität Köln entwickelte 'Wiggle-matching'. Das ist möglich, wenn präzise Daten vorliegen, deren relative Abfolge durch unabhängige Quellen, etwa der Stratigraphie eines archäologischen Fundortes belegt sind. Damit kann entschieden werden, in welchen Abschnitt der Kalibrationskurve diese Daten am besten hinein passen. Stratigraphie Eine weitere Korrektur kann notwendig werden, wenn die gemessene Probe durch einen Stoff mit einem anderen Radiokarbonalter verunreinigt wurde und diese nicht durch die Reinigungsprozeduren bei der Probenvorbereitung vollständig beseitigt werden konnte. Je nach Umfang der Verunreinigung liegt dann das gemessene Radiokarbonalter zwischen dem Alter der Probe und dem Radiokarbonalter des verunreinigenden Stoffs. Ist der Umfang der Kontamination bekannt, gilt für die Verschiebung des gemessenen Radiokarbonalters zum wirklichen Alter der Probe folgende Formel: \Delta t = - \frac ln \left( 1 + \frac (e^ -1) \right) v, t_v, t_P sind dabei die Verunreinigung in %, das Radiokarbonalter der Verunreinigung beziehungsweise das Alter der Probe. Da, besonders in Flüssen und Seen, das Wasser fossilen Kohlenstoff enthalten kann (gelöste Karbonatgesteine), die entsprechenden Daten also zu alt werden (Hard-Water Error) wird inzwischen auch der Gehalt der Probe an nicht radioaktiven 13C routinemäßig mitbestimmt. Das Verhältnis 13C 14C kann außerdem wichtige Hinweise zur Ernährung liefern.

Nachweisgrenze

Eine junge Kohlenstoff-Probe hat einen C14-Anteil von ca. 10-12. In einem Kilo-Mol C von 12kg befinden sich lediglich ca. 6
- 1011 Atome C14, ca. 0,01μg. Die Nachweisgrenze von C14 liegt um drei Größenordungen darunter und wird begrenzt durch Untergrund-C14, welches zum Beispiel aus nicht zu vermeidenden sehr kleinen Verunreinigungen bei der Probenaufbereitung verursacht wird. Entsprechend seiner Zerfallsrate bei einer Halbwertszeit von 5730 Jahren wird diese Grenze nach ca. 50'000 Jahren unterschritten. Die Radiokarbonmethode ist also nur für jüngere Proben vernünftig anwendbar, eine Anwendung auf ältere Proben ergibt ein falsches, zu junges Alter im Bereich von 50000 Jahren. Höhere Altersangaben als 50.000 Jahre auf Basis der C14-Methode sind also unzulässig und unseriös. Beispielsweise ist es müßig, das Alter von Diamanten mit 60'000 Jahren zu bestimmen, wie in einigen pseudowissenschaftlichen Publikationen verbreitet, um daraus den Beginn der Weltentstehung herzuleiten

Ablauf der Untersuchung

Die Durchführung erfordert neben der Anwendung der Physik auch zahlreiche Schritte mit Hilfe der angewandten Chemie, um die Probe mit einem Zählrohr (nach Libby) oder mit dem Verfahren der Beschleuniger-Massenspektrometrie untersuchen zu können. Die folgende Darstellung des Untersuchungsvorgangs ist sehr stark vereinfacht.

Chemische Vorbereitungen der Probe

Das zu untersuchende organische Material muss zu reinem Kohlenstoff reduziert werden, um eine Bestimmung durchführen zu können. Viele andere Verbindungen müssen also aus der Probe entfernt werden. Dazu ist vor der eigentlichen Untersuchung eine Vielzahl von chemischen Schritten notwendig. Im folgenden wird dies am Beispiel der chem. Vorbereitung von Holz dargestellt, wie sie an vielen Labors gebräuchlich ist. Zu erst wird die Probe mit 1%iger Salzsäure (chem. Summenformel: HCl), anschließend mit Natronlauge (NaOH), dann wieder mit Salzsäure gereinigt. Dies geschieht jeweils vier Stunden lang bei 60°C. Das übriggebliebene reine Zellulosematerial wird mit Kupferoxid und Silber (Ag) in einer evakuierten Quarzampulle eingeschlossen und in einem Ofen erhitzt. Dabei verbrennen die organischen Bestandteile, so dass nur CO2, Stickstoffoxid, Schwefeloxid und Halogenverbindungen verbleiben. Das hinzugegebene Silber bindet das Schwefeloxid und die Halogenverbindungen. Das verbleibende CO2 kann nun entweder zur Befüllung eines Zählrohres verwendet werden, oder es wird mit Eisen (Fe) und Wasserstoff (H2) zu reinem Graphit, der nur aus Kohlenstoff besteht, reduziert, um eine 14C-Bestimmung mithilfe der Beschleuniger-Massenspektrometrie (AMS) durchzuführen.

Zählrohrmethode nach Libby

Die klassische Methode für Radiokarbonmessungen, wie sie schon von Libby benutzt wurde, ist der direkte Nachweis des radioaktiven Zerfalls in einem Zählrohr. Hierbei wird als Zählgas das aus der Probe durch Verbrennung gewonnene CO2 verwendet. Aufgrund der langen Halbwertszeit und der geringen Häufigkeit von 14C beträgt die Aktivität eines Mols modernen Kohlenstoffs nur etwa 3 Zerfälle pro Sekunde. Um eine Genauigkeit von 40 Jahren (1 Standardabweichung) zu erreichen, sind aber Zählraten von insgesamt mehr als 40.000 erforderlich (der relative Fehler der Messung beträgt 1/\sqrt, wobei 'n' hier die Zählrate bezeichnet). Um eine hohe Präzision der Messung zu erzielen, sind also, neben einer guten Abschirmung des Zählrohres gegen die natürliche Strahlung, relativ große Probenmengen (bis zu 1 kg des Ausgangsmaterials) und eine lange Messdauer erforderlich. Da bei sehr alten Proben nur noch sehr wenig 14C enthalten ist, können diese mangels Zählrate nur mit entsprechend kleinerer Präzision (Fehler von einigen hundert Jahren) gemessen werden. Bei einem Probenalter von mehr als etwa 50.000 Jahren ist nur noch so wenig 14C in der Probe enthalten, dass die Nachweisgrenze erreicht ist.

Massenspektrometrischer Nachweis

Durch die Entwicklung der Beschleuniger-Massenspektrometrie, welche die Methoden der Massenspektrometrie und kernphysikalische Untersuchungsmethoden miteinander vereinigt und so die Messung kleinster Isotopenverhältnisse bis zu 10^ ermöglicht, wurde Ende der '70er Jahre der direkte Nachweis von 14C-Atome möglich, ohne erst deren Zerfall abwarten zu müssen. Deshalb können mithilfe dieser Methode auch weitaus kleinere Probenmengen als bei Messungen mit der Zählrohrmethode verwendet werden, was der Radiokarbonmethode ganz neue Anwendungsgebiete erschloss. Die typische Größe einer Probe für die Beschleuniger-Massenspektrometrie beträgt etwa 1 mg; mit dieser Probenmenge können innerhalb einer Messzeit von etwa einer Stunde 40.000 14C-Atome einer modernen Probe nachgewiesen werden bzw. eine Genauigkeit von 0,5% erreicht werden, was einem Fehler von 40 Jahren entspricht. Im Gegensatz zur Zählrohrmethode ist hierzu allerdings eine weitaus aufwändigere und teurere Technik erforderlich.

Zu beachtende Probleme der Radiokarbonmethode

Interpretation der Radiokarbonalter

Die 14C-Methode misst den Todeszeitpunkt eines Organismus, nicht den Zeitpunkt, zu dem eine archäologische Schicht abgelagert wurde. Wurde also in einem prähistorischen Haus ein alter Balken wiederverwendet, wird die Datierung dieses Balkens zwar den Balken selbst richtig datieren, was aber zu einer Fehldatierung führen würde, wenn das so bestimmte Alter als Datum für das prähistorische Haus interpretiert werden würde. Allgemein ausgedrückt; wie bei jeder radiometrischen Datierungsmethode muss der Zusammenhang zwischen tatsächlich datiertem physikalischen Ereignis -das ist der Abschluss des Kohlenstoff-Isotopensystems in der Probe von der Umwelt- und dem zu datierenden historischen Ereignis hergestellt werden. Ein Eichenbaum kann ein Alter von mehreren hundert Jahren erreichen, Holzkohle aus seinen inneren Ringen liefert ebenfalls ein eventuell um mehrere Jahrhunderte "zu altes" Datum für den Zeitpunkt des Absterbens des Baumes. Deshalb versucht man inzwischen, vor allem kurzlebige Organismen wie Getreidekörner oder Tierknochen zu datieren.

Libby- und Cambridge-Halbwertszeit

Libbys Team hatte bei der Entwicklung der Radiokarbonmethode für 14C eine Halbwertszeit von 5568±30 Jahren verwendet, die inzwischen als Libby-Halbwertszeit bekannt ist. Später wurde eine genauere Zahl von 5730±40 (Godwin H., 1962, Half-life of radiocarbon. Nature 195, p984) Jahren gemessen, die Cambridge-Halbwertszeit. Um Verwirrung zu vermeiden, wird im Labor allerdings weiterhin die Libby-Zahl benutzt. Eine unkalibrierte Datierung mit der Libby-Zahl könnte durch Multiplikation mit dem Verhältnis der beiden Zahlen (etwa 1,03) verbessert werden, dies ist aber meist unnötig, da die notwendige Korrektur in modernen Kalibrierkurven bereits enthalten ist.

Kalibration

Die durch die 14C-Methode bestimmten Radiocarbon-Jahre entsprechen nicht genau den tropischen Jahren, weswegen eine Kalibration nötig ist, um größtmögliche Genauigkeit zu erreichen. Verursacht wird dies durch das schwankende 14C/12C Verhältnis in der Atmosphäre, beispielsweise hervorgerufen durch den DeVries-Effekt oder den Süss-Effekt. In der Anfangszeit der Radiokarbondatierung war die zur Kalibrierung verwendete Dendrochronologie selbst noch in einem frühen Entwicklungszustand. Inzwischen existieren jedoch eine Reihe gut belegter und durchgehender Dendro-Kurven aus unterschiedlichen Teilen der Welt. Damit konnten Probleme der frühen Kalibrationskurve ausgeglichen werden. Die Hohenheimer Kurve (z. B. reicht inzwischen (2004) bis ins Jahr 10.461 v. Chr., also ins jüngere Dryas, die ostmediterrane Kurve immerhin bis 1.800 v. Chr. Nach dem Ende der geschlossenen Dendro-Kurve werden die Jahresringe von Korallen zur Kalibration verwendet.

Weitere Effekte

Weitere Effekte die für eine korrekte Datierung eventuell berücksichtigt werden müssen, sind Fraktionierungseffekte sowie der Reservoir-Effekt. Dies kann in vielen Fällen über die Bestimmung des 13C/12C Verhältnisses der Probe geschehen. Durch den Einsatz von Kernwaffen seit 1945 wurde durch den Kernwaffen-Effekt das atmosphärische 14C/12C Verhältnis stark verändert, so dass die Radiokarbonmethode für jüngere Proben nicht mehr angewendet werden kann. Desweiteren verfälscht auch die massive Emission von Treibhausgasen, vor allem von CO2, im 20. Jahrhundert zunehmend das Verhältnis von 14C/12C. Denn der Kohlenstoff in fossilen Rohstoffen wie Kohle oder Erdöl enthält aufgrund der kurzen Halbwertszeit von C14 deutlich geringere Anteile des Isotops.

Siehe auch


- Altersbestimmung
- Dendrochronologie

Literatur

Bücher


- Harry E. Gove: From Hiroshima to the Iceman. The Development and Applications of Accelerator Mass Spectrometry. Bristol: Institute of Physics Publishing, 1999
- Roman Laussermayer: Meta-Physik der Radiokarbon-Datierung des Turiner Grabtuches. VWF Verlag für Wissenschaft und Forschung, Berlin, 2000, ISBN 3-89700-263-9

Aufsätze


- J. R. Arnold and W. F. Libby, Age Determinations by Radiocarbon Content: Checks with Samples of Known Age (SCIENCE December 23, 1949, Vol. 110)
- Gerhard Morgenroth, Gerhard: "Radiokarbon-Datierung: Xerxes' falsche Tochter", Physik in unserer Zeit 34 (1), S. 40 - 43 (2003),
  - [http://www3.interscience.wiley.com/cgi-bin/abstract/102522892/ABSTRACT Abstract]
- Michael Friedrich, Sabine Remmele, Bernd Kromer, Jutta Hofmann, Marco Spurk, Klaus Felix Kaiser, Christian Orcel, Manfred Küppers: The 12,460-Year Hohenheim Oak and Pine Tree-Ring Chronology from Central Europe—a Unique Annual Record for Radiocarbon Calibration and Paleoenvironment Reconstructions. Radiocarbon 46/3, S. 1111-1122 (2004).

Weblinks


- [http://www.abi02.de/enzi/ Umfangreiche Erläuterung der Methode (deutsch)]
- [http://www.calpal-online.de Online Radiocarbon Kalibrierung]
- [http://www.calpal.de CalPal-Programm (Freeware) und Online-Handbuch zur Kalibration von 14C-Daten.]
- http://www.rlaha.ox.ac.uk/O/index.php Oxcal-Kalibrationsprogramm
- http://www.radiocarbon.org
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Prometheus

Prometheus (altgr. Προμηθευς, Prométheus, ~ "der voraus Bedenkende") ist im griechischen Mythos der Freund und Kulturstifter der Menschheit, bei Platon ist er gar der Ahnherr der Menschen. Er fand in der Kulturgeschichte vielfältige Rezeption, so z. B. bei Goethe.

Genealogie

In der griechischen Mythologie ist Prometheus
- entweder der Sohn von Iapetos (Titan) und der Klymene (nach Hesiod)
- oder der Sohn der Gaia (Titan) (nach Aischylos). In der Genealogie nach Hesiod ist er der Bruder des Atlas, des Menoitios und des Epimetheus - vgl. die Theogonie (Verse 507-616). Ein Sohn von Prometheus (mit Klymene oder Kelaone) ist Deukalion. Prometheus ist zwar göttlicher, jedoch titanischer Herkunft. Mit Zeus, dem Oberhaupt der herrschenden Göttergeschlechtes (den Olympiern), steht er also auf gespanntem Fuß.

Prometheus-Mythos

Der Prometheus-Mythos berichtet von der Zeit der Scheidung der Götter und Menschen; Hesiod berichtet von den verschiedenen Schritten dieses Prozesses: Dem Opferbetrug, dem Feuerraub, der Pandora, der Fesselung und schließlich der Befreiung des Prometheus. Hier tritt Prometheus als Freund und Zuarbeiter der Menschen auf, einzig unterstützt von der Göttin Athene. Siehe auch: Gilgamesch-Epos

Der Opferbetrug

Nach Hesiod: Nach der Scheidung von Göttern und Menschen in Mekone speist man nicht mehr an der selben Tafel; die bisher gemeinsame Mahlzeit muss geteilt werden. Prometheus´ Schuld gegenüber den Göttern beruht auf diesem ersten "Opferritual": Prometheus führt Zeus und die anderen Olympier hinters Licht, als er ein Rind zwischen Göttern und Menschen aufteilt. Der eine Stapel, listig getarnt und kunstvoll aufgetürmt, besteht lediglich aus den Knochen. Prometheus bedeckt diesen mit einer (damals als lecker gewerteten) glänzenden Fettschicht. Den Stapel, der gutes Fleisch enthält, bedeckt er mit einer Schicht widerwärtiger Haut. "Ruhmvollster Zeus," sagt nun Prometheus verschlagenen Sinnes, "wähle von beiden den Teil, nach dem das Herz dir gelüstet!" Zeus muss nun entscheiden, welcher der beiden Stapel den Göttern gehören soll. Er wählt den Stapel mit dem glänzenden Fett. "Und mit den Händen hob er (Zeus) empor die glänzende Fettschicht. / Zorn erfüllte sein Herz und bitterer Grimm überkam ihn, / als er das Kunstwerk aus weißen Knochen des Rindes erblickte."

Der Feuerraub

Da Zeus den Menschen das Feuer verweigerte, stahl Prometheus es den Göttern, indem er mit einem Schilfrohr (Narthex) in einem Scheiterwagen zur geheimen Feuerstelle fuhr. Das Feuer sperrte er in dem hohlen Schilfrohr ein und brachte es so zu den Menschen. Nach einer anderen Version entzündete Prometheus einen langen Grashalm am Sonnenwagen des Helios. Da die Menschen nun einmal im Besitz des Feuers waren, konnten es ihnen die Götter nicht mehr nehmen. (Vgl. Sampo.)

Pandora

Zur Bestrafung der Menschheit schenkte Zeus dem Epimetheus, dem Bruder des Prometheus, Pandora, die nach der griechischen Mythologie die erste Frau war. Hesiod beschreibt sie als "schönes Übel" (καλον κακον). Gegen dieses – nach Hesiod – schlimmste aller Übel konnte auch Prometheus kein Gegenmittel finden. Sie brachte die unheilvolle "Büchse der Pandora" mit, die Epimetheus ("der hinterher denkende") neugierig öffnete, so dass aus ihr alle Übel und Seuchen entwichen und über die Menschen herfielen. Am Boden dieser Büchse war die Hoffnung (Elpis), doch bevor sie heraus kam, wurde die Büchse wieder geschlossen. Symbolisch ist diese Entwicklung der Geschlechtertrennung dem Sündenfall in der Bibel vergleichbar. Pandora ist dann die verführende Eva, Epimetheus der sich verführen lassende Adam. Epimetheus erkennt alles nur zu spät ("Epimetheus" bedeutet "der im Nachhinein Bedenkende", "Prometheus" dagegen "der im Voraus Bedenkende"): Als er das Übel besaß, da bemerkte er's. Zeus rief Kratos und Bia ("Macht" und "Gewalt") zu Hilfe, um Prometheus zu fangen. Jedoch konnte Prometheus, kurz bevor diese beiden ihn bändigten, noch die Hoffnung aus der Büchse holen.

Die Fesselung des Prometheus

Als Strafe ließ Zeus den Prometheus mit unzerbrechlichen Klammern an den Kaukasus ketten. Ein Adler mit dem Namen Ethon riss ihm jeden Tag die Leber aus dem Leib, die ihm nachts wieder nachwuchs. Vermutlich handelte es sich dabei um den Berg Kasbek (antike Geographie ist mit Vorsicht zu interpretieren). Der Adler stammt von der Schlange Echidna und dem Typhon ab (siehe den Stammbaum der griechischen Götter).

Die Befreiung des Prometheus

Prometheus wurde nach langer Qual von Herakles durch eine List befreit. Dieser erlegte den Adler und ersetzte Prometheus durch den Kentaur Chiron, den Schöpfer der Heilkunst, der freiwillig die Qualen des Prometheus auf sich nahm. In einer anderen Version der Sage hatte Prometheus' Mutter eine Vision vom Ende des Zeus, der wie sein Großvater und Vater zuvor durch den eigenen Sohn besiegt werden würde. Allerdings kannte nur Prometheus den Namen der Frau, die diesen neuen Göttervater als Geliebte des Zeus gebären würde. Durch Vermittlung zwischen Prometheus und Zeus erreichte sie so die Aufhebung der Strafe. Zur Verbüßung der Strafe und damit Zeus sich weiterhin rühmen konnte, dass seine Strafe über Prometheus ewig sei, brach Prometheus ein sehr kleines Stück des Felsens, an den er gefesselt gewesen war, ab und trug es fortan, gefasst in einen Ring, an einem Finger. Der griechischen Mythologie zufolge begannen die Menschen von da an Ringe zu tragen, die für eine ewige Bindung stehen, um Prometheus zu ehren.

Prometheus in der Literatur

Aischylos

Die Prometheus-Trilogie des Aischylos ist nicht gänzlich erhalten (siehe dort).

Platon

Prometheus wird bei Platon mehrmals thematisiert, besonders erwähnenswert ist aber die Stelle im Protagoras (Protagoras, Steph. 320-323). Demnach gab es eine Zeit, in der zwar Unsterbliche die Erde bevölkerten, nicht aber Sterbliche. Diese wurden von den Göttern geformt, und dann beauftragte man das Bruderpaar Prometheus und Epimetheus damit, den Lebewesen Eigenschaften zuzuordnen. Epimetheus übernimmt diese Aufgabe und lässt sich dann von seinem Bruder, Prometheus, kontrollieren. Zuerst wird er einmal gelobt: Epimetheus hat den Tieren gerecht verteilt Eigenschaften gegeben: Die Schnellen sind klein, die Wehrlosen haben zahlreichen Nachwuchs, ein ausgewogenes Verhältnis aller Arten ist gewährleistet. Doch dann entdeckt Prometheus ein kleines, nacktes Wesen: den Menschen. Er ist leer ausgegangen, denn keine Eigenschaft ist mehr übrig geblieben. So sieht sich Prometheus gezwungen, für den Menschen das Feuer und die Weisheit der Athene, die Kunstfertigkeit dem Hephaistos und andere zum Überleben wichtige Fähigkeiten zu stehlen, wie das Weben. Doch damit ist das Problem nicht gelöst: Die Menschen, die sich aus Schutz vor den Tieren in Städten ("Poleis") zusammen schließen, töten einander, weil sie Scham und Mitgefühl, die staatsbürgerliche Kunst – so Platon – nicht haben. Um diese Gattung nicht zu verlieren, sieht sich Zeus gezwungen, später Hermes mit eben diesen Fähigkeiten auf die Erde zu schicken und sie, im Gegensatz zu den anderen Fähigkeiten, gerecht unter allen zu verteilen. Platon: "Ja, du [Hermes] sollst in meinem Namen das Gesetz geben, dass, wer nicht imstande sei sich Scham und Recht zu eigen zu machen, dem Tod verfallen sei; denn er ist ein Geschwür am Leibe des Staates." (Quelle: s.o. (Hrsg.: Otto Apelt)) Interessant ist die Unterscheidung zwischen Fähigkeiten, die zum Leben in und gegen die Natur nötig sind, und jenen, die zum gemeinschaftlichen Zusammenleben notwendig sind.

Neuzeit

Auch ein hochberühmtes Gedicht Goethes ist Prometheus gewidmet. Er beschreibt darin den Widerstand des schöpferischen Genies Prometheus gegen Zeus. (
Siehe die literarische Epoche des "Sturm und Drangs".)

Weblinks

Kategorie:Griechische Mythologie ja:プロメテウス ko:프로메테우스 (신화)


Kategorie:Baum

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Gilbert and Sullivan

Playwright/lyricist W. S. Gilbert (1836-1911) and composer Sir Arthur Sullivan (1842-1900) defined operetta or comic operas in Victorian England with a series of their internationally successful and timeless works known as the Savoy Operas.

History

Savoy Opera] Savoy Opera] Their first collaboration was Thespis (1871). At the time, W. S. Gilbert was widely known for the Bab Ballads, a popular series of doggerel verse that explored the farthest reaches of topsy-turvydom, such as the ballad of Captain Reece, whose "sisters, cousins, aunts and niece" sailed on the H.M.S. Mantelpiece. He was a successful man of the London theatrical scene, with a string of sketches, comedies, pantomimes, burlesques and musicals which were accounted successful by the standards of the day. Arthur Sullivan was the most popular musician in England and regarded as the bright young hope of serious British music. He was much in demand as a conductor and composer of oratorios, anthems and hymns. He was also earning a considerable income by churning out popular ballads, the Victorian equivalent of Top Forty hits. Thespis was an extravaganza in which the gods of the classical world, now become elderly, were temporarily replaced by a troupe of Nineteenth Century actors and actresses. In concept, the piece was consistent with the Offenbachian Orpheus in the Underworld and The Beautiful Helen which (in translation) then dominated the English musical stage. Thespis had a run estimated at between 64 and 80 performances at the small and not especially attractive Opera Comique Theatre. It was successful as such things were then measured, even moderately profitable, but perceived by no one at the time as the beginning of a great collaboration. The musical score was never published and, except for one song and one chorus, has entirely perished. However, some of the music was recycled by the collaborators into later works. Composers since then have attempted to fill in the gaps by supplying "Sullivan-like" music for the play. [http://math.boisestate.edu/gas/thespis/html/thespis_home.html] Gilbert and Sullivan's first major hit was Trial by Jury (1875). Impresario Richard D'Oyly Carte had hit on the idea of creating an English national opera. He asked W. S. Gilbert for a one-act work to serve as an afterpiece for Offenbach's popular but short La Perichole. Gilbert had already written just such a short piece on commission from another producer, whose unexpected death had left Gilbert's work an orphan. He extracted the libretto of Trial by Jury from his pocket and handed it to Carte. Carte was delighted with it. He suggested that it be set to music by Sullivan and he brought the two men together. Sullivan was equally delighted. Trial by Jury, with Sullivan's brother, Fred, as the Learned Judge, was added to the bill with La Perichole and proved itself to be even more popular than Offenbach's work. Trial by Jury ran for 135 performances, a new record for an English musical, far outdistancing the former record holder, The Beggar's Opera (1728). The Sorcerer (1877) is the first full-length example of what came to be known as the Savoy operas (although the Savoy Theatre had yet to be built.) D'Oyly Carte asked Gilbert for a comic operetta that would serve as the centerpiece for an evening's entertainment. Gilbert rummaged around in his published comic verse and hit on the tale of a respectable Cockney businessman who happened to be a sorcerer, a purveyor of blessings (not much called for) and curses (very popular). With The Sorcerer, the D'Oyly Carte repertory and production system came into being. Until this time, Gilbert had been forced to contend with casts built around one or two established stars, as had been the case with Thespis, a casually collected group of supporting players and a pick-up band of musicians. From The Sorcerer onwards, Gilbert would no longer hire stars, he would create them. Gilbert hired the performers, subject to veto from Sullivan on purely musical grounds. He oversaw the designs of sets and costumes. He directed the performers on stage. Sullivan oversaw musical preparation. The result of all this was a wholly new crispness and polish in English musical theater. A side-effect was that all subsequent Gilbert and Sullivan comic operettas with the exception of The Gondoliers, would have interchangeable casts. The repertory system ensured that the comic patter man who would perform the role of the sorcerous John Wellington Wells, would go from his desk to be ruler of the Queen's navy as Sir Joseph Porter, then join the army as Major General Stanley and so on. Lady Sangazure would transform into Little Buttercup, then Ruth, the piratical maid-of-all-work . . . Two relative unknowns hired by Gilbert for The Sorcerer would stay with his opera company for many years to become great stars of the Victorian stage, George Grossmith, a comic patter man, and Rutland Barrington, baritone and character actor. Gilbert was a tireless taskmaster, seeing to it that The Sorcerer opened as a fully polished show--in marked contrast to the under-rehearsed Thespis. Their first world-wide success was with HMS Pinafore (1878), satirizing the Royal Navy and the British obsession with social status. The Pirates of Penzance (1879), written in a fit of pique at American copyright pirates, also poked fun at romantic melodrama, sense of duty, family obligation, and the relevance of a liberal education. Patience (1881) satirized the aesthetic movement in general and the poet and aesthete Algernon Swinburne in particular. Iolanthe (1882) pokes fun at English law and at the House of Lords. Ruddigore (1887) is a topsy-turvy take on the Victorian Melodrama, and viciously satirizes that entire genre. The Yeomen of the Guard (1888), their only joint work with a tragic ending, concerns a strolling jester who finds himself embroiled in a risky intrigue at the Tower of London. The Gondoliers (1889) pokes fun at the plot devices of opera in the setting of a kingdom ruled by a pair of gondoliers who try to run it in a spirit of "republican equality". Trial By Jury is rather self-evident, but is unique because it was the only operetta with no spoken dialogue. Their most popular work was The Mikado (1885), where English bureaucracy was made fun of in a Japanese setting. Gilbert's plots remain perfect examples of "topsy-turvydom," in which primeval fairies rub elbows with English lords, gondoliers ascend to the monarchy and pirates reconcile with major-generals. Gilbert's lyrics employ double (and triple) rhyming and punning, and served as the very model for such 20th century Broadway lyricists as Cole Porter, Ira Gershwin, and Lorenz Hart. Sullivan, a classically trained musician who devoted much of his career to religious hymns and grand opera, contributed catchy melodies which were also emotionally moving. As seamless as their onstage collaboration was, Gilbert and Sullivan were temperamentally incompatible, and their partnership was frequently ruptured. Their last joint work, The Grand Duke, opened in 1896, and the sickly Sullivan died four years later. Their works were originally produced by British impresario Richard D'Oyly Carte, considered by some to be the third member of this partnership, who built the Savoy Theatre in London to present their operettas, and formed the D'Oyly Carte Opera Company, which would perform the Savoy Operettas with exacting detail until 1982. The Gilbert and Sullivan operettas were even more popular abroad, and many American cities saw amateur and professional Gilbert and Sullivan performing groups. This trend has continued to the present day, and it can be argued that these operettas and The Mikado in particular were instrumental in shaping the American musical of the 20th century.

Cultural influence

Many cultural movements saw the influence of Gilbert and Sullivan. For instance, aestheticism, the cultural movement characterized by Oscar Wilde and satirized in Patience, was actually introduced to the United States by Richard D'Oyly Carte in order that Americans could understand the operetta. In terms of humor, the idea of extending a joke throughout a piece of literature and/or comedy work is prevalent in the Savoy Operas. In 1999 Mike Leigh's film Topsy-Turvy presented an acclaimed film depiction of the team and the creation of their most popular operetta, The Mikado. The works of Gilbert and Sullivan, filled as they are with parodies of their contemporary culture, are themselves frequently parodied or pastiched; a notable example of this is Tom Lehrer's Elements song, which consists of Lehrer's rhyming rendition of the names of all the chemical elements set to the music of Major General's Song from the operetta The Pirates of Penzance. Lehrer also includes a verse parodying a Gilbert and Sullivan finale in his patchwork of stylistic creations Clementine ("full of words and music and signifying nothing", as Lehrer put it, thus parodying G & S and Shakespeare in the same sentence). The Popeye theme song was apparently directly inspired by G & S. The first two phrases :I'm Popeye the Sailor Man, I'm Popeye the Sailor Man are nearly identical to the first two phrases of the "Pirate King" song from The Pirates of Penzance :For I am a Pirate King! (Hoorah for the Pirate King!) except for the high note on the first "King". Another song from "Pirates", which starts "With cat-like tread..." leads up to a segment that starts "Come, friends who plough the sea..." which is more recognizable with its modern lyric, "Hail, hail, the gang's all here..." Allan Sherman sang several parodies...
- I'm called Little Butterball (about Allan's admitted corpulence)
- When I was a lad I went to Yale (about a young advertising agent)
- You need an analyst, a psychoanalyst (a variant on "I've got a little list")
- Titwillow (about a Yiddish-talking bird that meets a sad fate) Anna Russell performed a parody called "How to Write Your Own Gilbert and Sullivan Opera". In Runaround, a short story in Isaac Asimov's I, Robot, Powell and Donovan encounter a robot who is in a state similar to drunkenness, singing "There Grew a Little Flower" (from Ruddigore), upon which Donovan remarks "Where did he pick up Gilbert and Sullivan"? In the early 1980s, around the time of the straight version of "Pirates" starring Kevin Kline and Linda Ronstadt, there was a parody (or "updated") film called The Pirate Movie starring Christopher Atkins and Kristy McNichol. The film Chariots of Fire also draws much from the G & S repertoire. The popular TV series Family Guy drew from Gilbert and Sullivan with a parody of the Captain's Song from H.M.S. Pinafore. Larry David's show Curb Your Enthusiasm uses Three Little Maids from The Mikado as background music. In The Simpsons episode "Cape Fear" Bart asks Sideshow Bob to sing "the