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Grauer Gibbon

Grauer Gibbon

Der Graue Gibbon, auch als Borneo-Gibbon bezeichnet (Hylobates muelleri) ist eine Primatenart aus der Familie der Gibbons (Hylobatidae). Im Gegensatz zu anderen Gibbonarten unterscheiden sich die Geschlechter kaum hinsichtlich ihrer Färbung. Ihr Fell ist grau oder braun gefärbt und weist um das Gesicht einen hellen Haarkranz auf. Am Kopf haben sie oft eine dunkel gefärbte Kappe. Mit einem Durchschnittsgewicht von 5,7 kg zählen sie zu den kleineren Gibbonarten. Graue Gibbons sind auf der Insel Borneo endemisch, sie bewohnen den Nord- und Ostteil der Insel. Im Südwesten der Insel lebt der Schwarzhandgibbon, erstaunlicherweise überschneiden sich die Gebiete beider Arten kaum. Sie sind tagaktive Regenwaldbewohner, die wie alle Gibbonarten durch die langen Arme gekennzeichnet sind, mit denen sie sich durch die Bäume schwingen. Graue Gibbons leben in monogamen Paaren zusammen, die ihr festes Territorium gegen Eindringlinge verteidigen. Mit langen, lauten Gesängen, die vor allem frühmorgens erklingen, machen sie Artgenossen auf ihr Revier aufmerksam. Ihre Nahrung besteht zum Großteil aus Früchten. Über die Fortpflanzung dieser Art ist wenig bekannt, sie dürfte mit den anderen Gibbonarten übereinstimmen. Im Vergleich zu anderen Gibbonarten sind Graue Gibbons noch relativ häufig, da ihre Heimat noch nicht in dem Ausmaß der Besiedlung und Rodung ausgesetzt ist als andere Teile Südostasiens. Sie werden als gering gefährdet gelistet. Kategorie:Primaten

Wikipedia:Taxoboxen

ACHTUNG: Die Taxobox-Vorlage hat sich geändert! Bitte hilf mit, alte Taxoboxen durch diese neue zu ersetzen. Bitte keine Taxoboxen nach der alten Vorlage mehr anlegen! ---- Eine Taxobox ist in einem Artikel über ein Taxon (= eine systematisch erfasste und benannte Tier- oder Pflanzengruppe bzw. Tier- oder Pflanzenart) eine Tabelle mit Informationen zur systematischen Einordnung und Unterteilung. Taxoboxen sollten nur für rezente, nicht aber für ausgestorbene Arten angelegt werden. (Arten, die erst in historischer Zeit ausgestorben sind, bilden eine Ausnahme von dieser Regel). Wenn Du mehr über die Gestaltung eines Tier- oder Pflanzenartikels wissen möchtest, solltest Du auch Wikipedia:WikiProjekt Lebewesen und Wikipedia:Leitlinien Biologie lesen. Eine Möglichkeit, Taxoboxen zu erzeugen, ist der [http://vs.aka-online.de/taxoboxomat/ Taxoboxomat].

Übergeordnete Taxa

Es sollen stets die fünf übergeordneten Taxa genannt werden. Bei einer Art könnten dies also die Gattung, die Tribus, die Unterfamilie, die Familie und die Überfamilie sein. Wenn eines dieser Taxa fehlt, rückt statt dessen ein anderes nach. Wenn also zum Beispiel die Tribus fehlt, wird zusätzlich noch die Unterordnung genannt.

Untergeordnete Taxa

Untergeordnete Taxa können, müssen aber nicht in der Taxobox stehen. Wenn sie genannt werden, müssen alle untergeordneten Taxa erwähnt sein und nicht bloß eine Auswahl. Sind es mehr als zehn untergeordnete Taxa, werden sie nicht in der Taxobox, sondern nur im Fließtext genannt. Allgemein ersetzt die Aufführung in der Taxobox nicht die Erwähnung im Fließtext.

Schreibweise der Taxa

Wissenschaftliche Taxonnamen werden nur für Gattung und Art kursiv dargestellt. Der Name einer Gattung wird immer großgeschrieben, der Artname besteht immer aus zwei Bestandteilen: Dem Gattungsnamen, der auch durch (großgeschriebene) Initiale abgekürzt werden kann und dem Artepithet, das immer kleingeschrieben wird.

Wissenschaftlicher Name

Jede Taxobox hat einen Abschnitt "Wissenschaftlicher Name". Hier wird neben dem gültigen Namen der Autor (Erstbeschreiber) und das Jahr der Erstbeschreibung angegeben. Bei Pflanzen, Pilzen und Algen entfällt das Jahr der Erstbeschreibung. Nähere Informationen hierzu findet man in den Leitlinien Biologie.

Keine Kommentare in der Taxobox

Alle Unklarheiten die Einordnung und Unterteilung betreffend sollen im Text stehen. Die Taxobox soll von Kommentaren freibleiben. Sie soll auch keine Synonyme, Basionyme und andere alternative Schreibweisen des wissenschaftlichen Namens enthalten.

Bild

Steht ein Bild zur Verfügung, wird es in die Taxobox integriert. In einer Taxobox steht nur ein Bild. Weitere Bilder können außerhalb der Taxobox in den Artikel eingebracht werden. Unter dem Bild wird die Art mit eventuellen Besonderheiten (Weibchen, Winterfell, weiße Morphe etc.) genannt.

Weitere Informationen in der Taxobox

In der Taxobox unterbleiben alle Angaben, die nicht die Systematik betreffen. Angaben zu Größe, Gewicht, Verbreitung, Lebensweise, Bedrohungs- und Schutzstatus, Blütezeit etc. gehören in den Text und nicht in die Taxobox.

Schablone für Copy and Paste

Bitte ersetze alle in Großbuchstaben geschriebenen Wörter durch die Entsprechungen. Noch einfacher ist es, wenn Du die Tabelle aus einem Artikel rauskopierst, in der sie bereits halbwegs ähnlich vorhanden ist.



Taxon-Kategorien im MediaWiki-Namensraum

Dies ist eine Auflistung aller im MediaWiki-Namensraum angelegten Elemente zu den Taxoboxen sowie ihrer Entsprechungen. Diese Kürzel sollen in den Taxoboxen statt des Platzhalters "EINHEIT" eingesetzt werden. Für die Kategorien „Klassifikation“, „Domäne“ sowie „Stammgruppe“ gibt es noch kein besonderes Element, hierfür wird bisher einfach Klassifikation, Domäne bzw. Stammgruppe in die Taxobox eingesetzt.

Beispielhaftes Aussehen einer Taxobox

Beispiel für eine Pflanzenart


Beispiel für eine Tierfamilie


Beispiel für einen Speisepilz


Siehe auch: Portal:Lebewesen/Artikel ohne Taxobox, Portal:Lebewesen/Artikel mit alter Taxobox Taxoboxen Taxoboxen Kategorie:WikiProjekt Lebewesen

Gibbons

Die Gibbons (Hylobatidae) bilden eine Familie baumbewohnender Primaten (Primates) aus Südostasien. Sie sind die Schwestergruppe der (Großen) Menschenaffen (Hominidae) und werden dementsprechend auch als "kleine Menschenaffen" bezeichnet. Beide Familien zusammen bilden die Überfamilie der Menschenartigen (Hominoidea).

Verbreitung

Gibbons kommen in Südostasien vor, ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich von Nordostindien, Myanmar und Südchina über Indochina und die Malaiische Halbinsel bis zu den indonesischen Inseln Borneo und Java. In früheren Zeiten waren Gibbons weiter verbreitet, noch in der ersten Hälfte des 2. Jahrtausends fand man sie beispielsweise in einem Großteil Chinas.

Beschreibung

Gibbons sind schwanzlose Primaten, auffallend ist, dass die vorderen Gliedmaßen wesentlich länger als die hinteren sind; das ermöglicht ihnen die im Tierreich einmalige Fortbewegungsform des Schwinghangelns (Brachiation). Ihr Daumen wurzelt nahe dem Handgelenk und ermöglicht so einen sicheren Griff um die Äste. Ihr dichtes Fell ist schwarz, grau oder braun gefärbt; ihre Schnauzen sind kurz und die großen Augen nach vorn gerichtet. Die Zahnformel entspricht mit 2-1-2-3 der der Menschenaffen. Einige Arten haben einen Kehlsacke, der ihnen als Resonanzkörper beim Ausstoßen ihrer lauten Schreie dient. Gibbons erreichen eine Kopfrumpflänge von 45 bis 90 cm und ein Gewicht von 4 bis 13 kg, wobei der Siamang bei weitem die größte und schwerste Art darstellt.

Lebensweise

Siamang Der Name Hylobates bedeutet Baumbewohner und Gibbons werden diesem Namen gerecht. Sie sind tagaktive Waldbewohner, die mit ihren langen Armen und den weit unten ansetzenden Daumen perfekt an die hangelnde Lebensweise angepasst sind. Sie schwingen durch die Bäume und können 3m mit einem einzigen Schwung zurücklegen. Auf dem Boden bewegen sie sich zweibeinig voran (Bipedie), wobei sie die Arme aus Balancegründen hoch in die Luft strecken. Ihr Verbreitungsgebiet sind in erster Linie Regenwälder, manchmal kommen sie auch in Gebirgswäldern bis 1800 m Höhe vor. Gibbons leben monogam. Ein Paar und ihr Nachwuchs lebt in einem Revier, das sie gegen Eindringlinge verteidigen. Gelegentlich findet man auch Einzeltiere, meist junge Erwachsene, die ihre Familie verlassen mussten. Auf der Suche nach einem eigenen Partner verlassen Jungtiere ihre Eltern oder werden von diesen mit Gewalt verjagt. Die Suche nach einem geeigneten Partner kann sich über mehrere Jahre hinziehen. Bei manchen Arten unterstützen die Eltern ihren Nachwuchs, indem sie ein freies Gebiet für sie "reservieren". Gibbons sind streng territorial, das Revier eines Paares ist zwischen 25 und 50 ha groß. Es kommt selten zu Kämpfen mit Eindringlingen, vielmehr versuchen sie, ihr Territorium durch Schreie oder Drohgebärden (Hüpfen oder Abbrechen von Ästen) zu verteidigen. Sie kennen überhaupt ein großes Lautrepertoire, das von den Männchen, manchmal auch im Duett mit Weibchen vorgetragen wird, und verstärkt durch den Kehlsack zu einem eindrucksvollen Konzert wird.

Nahrung

Die Hauptnahrung der Gibbons besteht aus Blättern und Früchten, in geringem Ausmaß nehmen sie auch Blüten, Insekten und gelegentlich Vogeleier und kleine Wirbeltiere zu sich. Sie haben einen schwachen Kauapparat und einen einfach gebauten Magen (im Gegensatz etwa zu den Languren).

Fortpflanzung

Es dürfte bei den Gibbons keine feste Paarungssaison geben. Alle zwei bis drei Jahre bringt das Weibchen ein einzelnes Jungtier zur Welt, Zwillingsgeburten sind selten. Das Neugeborene klammert sich zunächst an den Bauch der Mutter, später beteiligt sich auch der Vater an dessen Aufzucht. Vollständig entwöhnt sind junge Gibbons erst mit eineinhalb bis zwei Jahren und die Geschlechtsreife tritt mit acht bis neun Jahren ein. Ihre Lebenserwartung in freier Wildbahn dürfte rund 25 Jahre betragen, das höchste bekannte Alter eines Tieres in menschlicher Obhut lag bei 34 Jahren.

Systematik

Die Gibbons bilden die Schwestergruppe der Menschenaffen (Hominidae) und werden in vier Gruppen unterteilt. Traditionell werden alle Arten in eine einzige Gattung (Hylobates) gestellt und die Gruppen als Untergattung angesehen. In jüngerer Zeit verbreitet sich die Ansicht, dass die vier Gruppen jeweils eigene Gattungen darstellen. Insgesamt werden elf Arten unterschieden:
- Gattung Gibbons (Hylobates)
  - Untergattung Symphalangus
    - Siamang (H. syndactylus)
  - Untergattung Nomascus (Schopfgibbons)
    - Schwarzer Schopfgibbon (H. concolor)
    - Gelbwangen-Schopfgibbon (H. gabriellae)
    - Weißwangen-Schopfgibbon (H. leucogenys)
  - Untergattung Bunopithecus
    - Weißbrauengibbon (H. hoolock)
  - Untergattung Hylobates
    - Kloss-Gibbon (H. klossii)
    - Kappengibbon (H. pileatus)
    - Grauer Gibbon (H. muelleri)
    - Silbergibbon (H. moloch)
    - Schwarzhandgibbon (H. agilis)
    - Weißhandgibbon (H. lar) Die Beziehung innerhalb der Familie kommen in folgendem Diagramm zum Ausdruck: Gibbons (Hylobatidae) |--Siamang (Untergattung Symphalangus) |--N.N. |--Schopfgibbons (Untergattung Nomascus) |--N.N. |--Weißbrauengibbon (Untergattung Bunopithecus) |--Untergattung Hylobates |--Kappengibbon (H. pileatus) |--N.N. |--N.N. | |--Kloss-Gibbon (H. klossii) | |--Silbergibbon (H. moloch) | |--Grauer Gibbon (H. muelleri) |--N.N. |--Schwarzhandgibbon (H. agilis) |--Weißhandgibbon (H. lar)

Gibbons und Menschen

Etymologie

Das Wort "Gibbon" wurde Ende des 18. Jahrhunderts aus den französischen Kolonien in Südostasien nach Europa gebracht. Es soll aus einer dort gesprochenen Sprache stammen, bislang fand man aber kein entsprechendes Wort.

Gibbons in China

Bis in die erste Hälfte des 2. Jahrtausends waren Gibbons im damaligen Kaiserreich China weitverbreitet und haben dort auch Eingang in die Literatur und Malerei gefunden. Vor allem die Gesänge haben die Dichter beeindruckt: "Traurig sind die Rufe der Gibbons in den drei Schluchten von Pa-tung. Nach drei Rufen in der Nacht netzen Tränen die Kleidung des Reisenden." (Yüan Sung, 4. Jhdt., zitiert nach Geissmann) Es gibt zahlreiche naturalistische Zeichnung der Gibbons, nach taoistischen Vorstellungen konnten sie auch Menschengestalt annehmen. Vor tausend Jahren kamen Gibbons noch im größten Teil Chinas vor (Nordgrenze war der Gelbe Fluss), im 17. Jahrhundert war die Nordgrenze ihres Verbreitungsgebietes der Jangtsekiang, heute leben sie nur mehr im äußersten Süden des Landes (Provinz Yunnan) und auf der Insel Hainan.

Bedrohung

In den letzten Jahrhunderten ist das Verbreitungsgebiet drastisch geschrumpft. Auch in ihrem übrigen Verbreitungsgebiet sind sie durch die Jagd und insbesondere durch den Verlust ihres Lebensraumes gefährdet. Besonders bedroht ist der Silbergibbon, der nur auf Java vorkommt, die IUCN listet alle elf Arten als gefährdet oder bedroht.

Literatur

Geissmann, Thomas: Vergleichende Primatologie, Springer-Verlag 2002, ISBN 3540436456

Weblinks


- [http://www.gibbons.de Linkseite zu umfangreichen Seiten über Gibbons]
- [http://www.gibbonconservation.org/ Gibbon Conservation Alliance für den Schutz der Gibbons als bedrohtesten aller Menschenaffen] Kategorie:Primaten ja:テナガザル ms:Kelawat

Endemisch


- Biologie: Nur in einer bestimmten Gegend vorkommend. Die Darwinfinken sind z.B. auf den Galápagos-Inseln endemisch, da sie nirgendwo anders vorkommen. Eine Festlegung ab welcher Flächegröße dieser Begriff verwendet wird, gibt es nicht. Jedoch wäre es zum Beispiel ungewöhlich, eine Art für Afrika, für den Atlantik oder auch für Australien als "endemisch" zu bezeichnen. Ein Grenzfall scheinen einige sehr große Inseln, wie Neuguinea, Borneo und Madagaskar zu sein. Für kleinere Inseln ist dieser Begriff üblich. In der Regel spricht man auch nur von endemisch, wenn das Verbreitungsgebiet eine offensichtliche und klar definierte physiogeografische Kategorie bildet (wie z.B. Inseln, Inselgruppen, Gebirge, Bergmassive, Hochflächen, Täler, Flusssysteme, Seen und Meeresbuchten). Eher unüblich ist die Anwendung auf politische Grenzen. Dieses findet sich aber öfters und wohl zunehmend in Roten Listen bedrohter Arten.
- Medizin: Endemische Krankheiten sind Krankheiten, die regelmäßig in einer Population auftreten, wobei die Krankheitsursache ständig präsent ist. Es kommt jedoch nicht zur Epidemie.
- Geschichte: die endemischen Synoden sind die seit Ende des vierten Jahrhunderts in Konstantinopel von den dortigen Bischöfen abgehaltenen Versammlungen. Unterschiede: epidemisch, pandemisch Kategorie:Ökologie

Regenwald

Mit dem häufig gebrauchten Wort Regenwald definiert man die Zone, die einen naturbelassenen Wald mit einem feucht-heißen Klima von mehr als 2000 mm Niederschlag im Jahresmittel beherbergt. Man unterscheidet zwischen dem immergrünen Regenwald und dem gemäßigten Regenwald. Man nennt einen immergrünen Regenwald auch tropischen Regenwald, da es dort – im Gegensatz zu einem gemäßigtem Regenwald – mehr als neuneinhalb feuchte Monate im Jahr gibt. Ein weiterer Unterschied besteht darin, dass immergrüne Regenwälder eine deutlich größere Artenvielfalt besitzen, sie sind die Gebiete mit den meisten Arten auf der Erde.

Geografische Verbreitung

Artenvielfalt Immergrüne Regenwälder finden sich auf allen Kontinenten entlang des Äquators im Tageszeitenklima (ohne Jahreszeiten). Die größte zusammenhängende Fläche (mehr als die Hälfte der Gesamtfläche aller Regenwälder) beherbergt das Amazonasbecken. Gemäßigter Regenwald kommt vor allem an der Westküste Nordamerikas, in Chile sowie auf Tasmanien und Neuseeland vor.

Böden und Nährstoffkreislauf

Beiden Regenwaldtypen ist gemeinsam, dass der Boden relativ nährstoffarm ist und sich nur bedingt zum Ackerbau eignet. Nach etwa 10 Jahren sind die Böden soweit ausgelaugt, dass sie nicht mehr nutzbar sind. Immergrüne tropische Regenwälder konnten aufgrund der ganzjährigen Vegetationszeit ohne Jahreszeiten einen (fast) perfekten Kreislauf entwickeln. Sämtliche ehemals im Boden vorhandenen Nährstoffe sind in die lebende Biomasse überführt worden, die Wälder stehen auf dem blanken Quarz uralter Böden (im Gegensatz zu durch Eiszeiten bedingten, jungen und nährstoffreichen Böden oder den borealen Nadelwäldern mit zunehmender Festlegung der Nährstoffe in toter Biomasse, die erst wieder durch Brände im nennenswerten Umfang mobilisiert werden). Die herunterfallenden Blätter und Zweige sowie Tierkadaver werden durch das Klima sehr schnell wieder dem Nährstoffkreislauf zugeführt. Die Wurzeln der oft riesigen Urwaldbäume und anderer Pflanzen sind in Bodennähe angesiedelt, um die dort anfallenden Nährstoffe wieder aufzunehmen. Die Rodung von tropischen Regenwäldern führt zur irreversiblen Zerstörung. Durch Ausschwemmung geht der überwiegende Teil der Nährstoffe verloren. Auch werden fast mit jedem gefällten Baum unwiderruflich Pflanzen- und Tierarten ausgerottet (siehe Artenvielfalt). Dass der Kreislauf nur beinahe perfekt ist, zeigt sich an der natürlichen Degeneration von Regenwäldern im westlichen Südamerika (Kolumbien). Dort kommt es zum kreisförmigen Absterben des primären Regenwaldes mit der Ausbildung von Waldgesellschaften, die mit den Sekundärwäldern nach Rodung vergleichbar sind.

Artenvielfalt

Unter anderem durch die weitläufige Verteilung der einzelnen Baumarten entstand im immergrünen Regenwald ein auf der Erde einzigartiges Phänomen, das der größten Artenvielfalt. Nach Schätzungen befinden sich in immergrünen Regenwäldern 40-60 % aller auf der Erde lebenden Arten.

Gefährdung

Bereits heute sind über 50 % aller Regenwälder verschwunden. Beispielsweise ist der Regenwald Brasiliens durch Brandrodung bedroht, was zu einem Großteil der von diesem Land erzeugten Treibhausgase führt. Allein von August 2003 bis August 2004 wurden in Brasilien 26.130 km² Regenwald vernichtet. Das entspricht fast der Fläche Brandenburgs. Aufgrund fortgesetzten Raubbaus an den noch bestehenden tropischen Regenwäldern zum Zwecke der schnellen Gewinnung von billigem durch Brandrodung aschegedüngten Ackerland oder Tropenhölzern ist der Fortbestand einer ungewissen Anzahl von biologischen Arten akut gefährdet, es besteht die Gefahr des Artensterbens. Jede Art des Holzfällens bringt den Bau von Straßen durch den Wald mit sich, durch den bisher unerschlossene Gebiete zugänglich werden. Das führt zu weiteren Eingriffen etwa wie Wanderfeldbau. Wanderfeldbau zählt durch Brandrodungen, mit denen Ackerland erschlossen wird, neben dem Holzeinschlag zu den stärksten Zerstörern des Regenwaldes. Da der Boden eines immergrünen Regenwaldes sehr nährstoffarm ist, reicht eine Ackerfläche nur für wenige Erntezyklen, danach muss eine neue Fläche erschlossen werden

Selektiver Einschlag

Mit selektivem Einschlag wird das gezielte Fällen einzelner Bäume bezeichnet. Diese Form des Holzfällens soll eine Verarmung der Böden an Nährstoffen im immergrünen Regenwald entgegenwirken. Idealerweise wird die den Nutzbaum umgebende Fauna nicht dauerhaft in Mitleidenschaft gezogen. Oft wird jedoch für den Abtransport der in der Regel sehr großen Bäume eine Schneise geschlagen, die dann an einer Straße endet. Wanderfeldbau

Verwendung der Holzarten

Mahagoni und Teakhölzer werden häufig im Außenbereich verwendet, da sie sehr witterungsbeständig sind. Für Musikinstrumente wird häufig Mahagoni, Palisander und Ebenholz verbaut (siehe auch Klangholz). Die Hölzer sind außerdem beliebt, weil sie aufgrund des Tageszeitenklimas keine Jahresringe haben. Weitere Einsatzbereiche sind Küchenbrettchen, Einwegessstäbchen, Gartenmöbel, und vor allem Papier.

Siehe auch

Regenwald

Weblinks


- [http://www.faszination-regenwald.de www.faszination-regenwald.de] - Faszination Regenwald e.V.
- [http://www.umsu.de/regaus/ www.umsu.de] - Der Tropische Regenwald - Eine Online-Ausstellung
- [http://www.umweltkids.de/schwerpunkte/regenwald/ www.umweltkids.de] - "Kids für die Umwelt": Einführung in die Regenwaldproblematik und weiterführende Informationen
- [http://www.regenwald.org www.regenwald.org] - Webseite von "Rettet den Regenwald e.V."
- [http://www.poema-deutschland.de www.poema-deutschland.de] - POEMA - Armut und Umwelt in Amazonien
- [http://www.tropica-verde.de www.tropica-verde.de] - Regenwaldschutz in Costa Rica
- [http://www.regenwald-peru.de www.regenwald-peru.de] - Ökologischer Landbau als Regenwaldschutz
- [http://info.greenpeace.ch/de/arten/amazonas/index info.greenpeace.ch] - Links zu Firmen, die Holz mit dem FSC-Siegel verkaufen
- [http://www.spiegel.de/wissenschaft/erde/0,1518,380798,00.html Regenwald wird schneller abgeholzt als vermutet]
- [http://www.oew.org/de/aktuellesartikel.php?id=439 Manipulation der öffentlichen Meinung in den USA (über den Regenwald)] Quelle:OEW Kategorie:Wald Kategorie:Klimazonen und Vegetation ja:%E7%86%B1%E5%B8%AF%E9%9B%A8%E6%9E%97

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