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Graz
Graz (slowenisch Gradec, von grad = „Burg“ und ec = Nachsilbe für „klein“) ist die Hauptstadt des österreichischen Bundeslandes Steiermark. Graz ist bevölkerungsmäßig die zweitgrößte Stadt und zweitwichtigste Universitätsstadt Österreichs (vier Universitäten mit zusammen über 35.000 Studierenden) und war Kulturhauptstadt Europas 2003.
Geographie
Graz liegt an beiden Seiten der Mur, wo diese ihren Durchbruch durch das Grazer Bergland beendet und in das Grazer Becken eintritt. Die Stadt füllt den nördlichen Teil des Grazer Beckens von Westen bis Osten vollständig aus und ist daher an drei Seiten von Bergen umschlossen, die das eigentliche Stadtgebiet um bis zu 400 m überragen. Nur nach Süden öffnet sich das Stadtgebiet zum Grazer Becken hin.
Die höchste Erhebung in Graz ist der Plabutsch mit 754 m im Nordwesten der Stadt. Tiefste Stelle ist mit ca. 330 m dort, wo die Mur das Stadtgebiet nach Süden verlässt.
Nachbargemeinden
- im Norden: Gratkorn, Stattegg, Weinitzen
- im Osten: Kainbach bei Graz, Hart bei Graz, Raaba
- im Süden: Gössendorf, Feldkirchen bei Graz, Seiersberg
- im Westen: Attendorf, Thal, Judendorf-Straßengel
Stadtgliederung
Das Stadtgebiet von Graz ist in 17 Stadtbezirke gegliedert:
Klima
Graz liegt im Bereich der gemäßigten Klimazone, ist jedoch bereits stark beeinflusst vom mediterranen und vom pannonischen Klima. Durch die Lage am Südostrand der Alpen ergibt sich eine gute Abschirmung gegenüber den in Mitteleuropa vorherrschenden Westwetterlagen. Größere Niederschlagsmengen dringen daher vorwiegend aus dem mediterranen Bereich vor. Von dort bringt auch der Föhn immer wieder das typische "Föhnwetter" mit warmem Wind.
- Durchschnittstemperatur: 10,3° (Januar: -1,7°, Juli: 21,3°)
- mittlere Jahresniederschlagsmenge: 840 mm mit durchschnittlich 131 Niederschlagstagen
- Sonnenscheindauer: etwa 1.900 Stunden im Jahr
Geschichte
Die Römer bauten an der Stelle des heutigen Graz ein Kastell. Die Slawen errichteten später eine „kleine Burg“ (Gradec), aus der dann im Laufe der Zeit eine mächtige Befestigungsanlage entstand. 1128 wird der Name Graz in einer Urkunde des Stiftes Rein erwähnt. Markgrafen, später Herzöge aus dem Geschlecht der Traungauer und der Babenberger machten den Ort zu einem wichtigen Handelsplatz. Später kam Graz in den Besitz der Habsburger und erhielt 1281 vom Habsburger Kaiser Rudolf I. besondere Privilegien.
Im 14. Jahrhundert wurde Graz Residenz der Habsburger – die Habsburger wohnten in der Grazer Burg und regierten von dort aus Innerösterreich, zu dem die Steiermark, Kärnten und Teile des heutigen Italiens und Sloweniens (bis nach Triest) gehörten.
1586 wurde die erste Universität gegründet. Zu dieser Zeit prägten italienische Künstler und Baumeister das Bild der Stadt. Einer der bekanntesten Bauten ist das Landhaus, das im Renaissancestil erbaut wurde. Hier tagten die steirischen Landstände. Von 1594 bis 1600 lehrte Johannes Kepler an der Stiftsschule.
Die Türken erreichten bei ihren Kriegszügen immer wieder das Gebiet von Graz. 1619 übersiedelte der gesamte Hofstaat nach Wien. 1797 besetzte die französische Armee unter Napoléon Bonaparte Graz. 1809 konnte ein neuerlicher Angriff der Franzosen erfolgreich abgewehrt werden. Im Frieden von Schönbrunn verpflichtete sich Österreich, die Festungsanlagen auf dem Grazer Schlossberg, die auch von den Franzosen nicht überwunden werden konnten, vollständig zu schleifen. Der bis dahin kahle Schlossberg wurde im 19. Jahrhundert ebenso wie das Gebiet um die ehemaligen Stadtmauern (Glacis) in einen Park umgewandelt.
Unter dem nationalsozialistischen Regime wurde Graz von Adolf Hitler der Ehrentitel „Stadt der Volkserhebung“ verliehen, weil es schon vor dem „Anschluss“ Österreichs an das Deutsche Reich 1938 eines der aktivsten Zentren der (illegalen) österreichischen Nationalsozialisten gewesen war. Bereits im Februar 1938 waren Tausende Nationalsozialisten in Demonstrationszügen durch die Grazer Innenstadt gezogen, obwohl deren Partei im Austrofaschismus verboten war. Im Zuge des „Anschlusses“ übernahmen die lokalen Nationalsozialisten bereits vor dem Eintreffen der deutschen Truppen am Flughafen Thalerhof die Kontrolle in der Stadt und beflaggten die Straßen mit Hakenkreuzfahnen.
Während des Zweiten Weltkrieges wurden in Graz 16 % der Gebäude zerstört. Die Altstadt blieb weitgehend von Bombenangriffen verschont, nur der Bereich Tummelplatz wurde schwer getroffen - darunter auch die Oper. Hauptziele der Angriffe waren der Hauptbahnhof sowie die grossen Industrieanlagen im Westen und Süden der Stadt. Bedingt durch die hohe Zahl der Fehlabwürfe wurden die Gebiete um die Hauptziele schwer in Mitleidenschaft gezogen. Wegen der von Zwangsarbeitern in den Schlossberg gegrabenen, weitläufigen, Luftschutzstollen blieb die Zahl der Bombentoten, in Relation zur schwere der Angriffe, gering.
Einwohnerentwicklung
Die Bevölkerungszahl von Graz überschritt etwa im Jahr 1870, in der sogenannten „Gründerzeit“, die 100.000er-Marke. In der Folge stieg die Einwohnerzahl bis in die 1970er-Jahre stetig an – teilweise durch natürlichen Zuwachs und Zuwanderung, teilweise durch die 1938 erfolgte Eingemeindung von Nachbarorten. In den nachfolgenden Jahren verringerte sich die Zahl wieder, da viele Grazer in die Umlandgemeinden zogen. Der Umstand, dass Graz trotzdem wächst und nicht schrumpft, ist mit einer starken Zunahme der Zweitwohnsitze zu erklären. 2001 hatten 24.852 Personen in Graz ihren Zweitwohnsitz, darunter vermutlich viele der über 35.000 Studenten. Dazu kommen noch viele in Graz wohnende jüngere Werktätige, die ihren Hauptwohnsitz bei den Eltern außerhalb von Graz haben. Dies stellt Graz vor finanzielle Probleme, da die Stadt die Infrastruktur für alle in und um Graz wohnenden Menschen errichten und erhalten muss, vom Bund jedoch nur Geld für die Bewohner mit Hauptwohnsitz bekommt. Anderseits profitiert der Wirtschaftsstandort von den meist jüngeren Zweitwohnsitzbewohnern.
(Zahlen bezogen auf Hauptwohnsitze; ab 1900 offizielle Volkszählungsergebnisse)
Politik
Graz ist eine Statutarstadt. Das bedeutet, dass die Gemeindeorganisation durch ein eigenes Landesgesetz (Statut der Landeshauptstadt Graz aus dem Jahr 1967) geregelt wird und die Gemeindeorgane (insbesondere der Magistrat) neben den üblichen Aufgaben einer Gemeinde auch die der Bezirksverwaltungsbehörde übernehmen. Wegen dieser Sonderstellung finden auch die Grazer Gemeinderatswahlen nicht zusammen mit denen der übrigen steirischen Gemeinden statt.
Gemeinderat
In den letzten Jahrzehnten wartete die Grazer Kommunalpolitik mit einigen Anomalien auf. Das in Graz traditionell starke deutschnationale Lager äußerte sich bis vor wenigen Jahren in einem überdurchschnittlich starken Abschneiden der FPÖ. Diese Partei stellte zwischen 1973 und 1983 mit Alexander Götz sogar den Bürgermeister. Gleichzeitig war Graz die erste österreichische Großstadt, in der die Grünen – damals noch als Alternative Liste Graz (ALG) – in den Gemeinderat einziehen konnten (1983). Die aktuelle kommunalpolitische „Besonderheit“ besteht darin, dass die KPÖ mit über 20 % der Stimmen die drittstärkste politische Kraft in Graz ist. Dies ist einmalig in Österreich, denn überall sonst – außer in einigen kleineren Städten der Mur-Mürz-Furche sowie in Eisenerz – fristet die KPÖ ein Schattendasein.
Der Gemeinderat setzt sich wie folgt zusammen (nach den Gemeinderatswahlen vom 26. Jänner 2003, in Klammer die Mandatsstände von 1998):
- ÖVP 21 (13)
- SPÖ 15 (18)
- KPÖ 12 (4)
- Grüne 4 (3)
- FPÖ 4 (16)
- andere 0 (2)
Bürgermeister
- Bürgermeister: Siegfried Nagl (ÖVP)
Kultur und Sehenswürdigkeiten
FPÖ
FPÖ
FPÖ
- Grazer Schlossberg
- Grazer Uhrturm, Wahrzeichen von Graz
- Grazer Kunsthaus
- Murinsel (Acconci-Insel)
- Neue Galerie
- Schlossbergbahn
- Landeszeughaus
- Schauspielhaus
- Opernhaus
- Landhaus
- Domkirche St. Ägidius: erste Erwähnung im Jahr 1174
- Mausoleum
- Sporgasse
- Schloss Eggenberg
- Rathaus
- Burg
- Glockenspielplatz
- "Gemaltes Haus" in der Herrengasse
- Ruine Gösting: Burg im Norden der Stadt, die das Murtal nördlich von Graz kontrollierte. 1723 durch einen Blitzschlag zerstört und heute als Ruine ein beliebtes Ausflugsziel.
- Kirche St. Veit
- Kirche St. Leonhard: alte Kirche im Osten der Stadt, 1361 erstmals urkundlich erwähnt.
- Herz-Jesu-Kirche: neugotische Kirche mit dem dritthöchsten Kirchturm Österreichs, erbaut 1881-1887
- Heilandskirche: evangelische Kirche am Kaiser-Josef-Platz (1824).
- Basilika Mariatrost
([http://www.vrgraz.at/sights/ Panorama-Rundgang durch die Grazer Sehenswürdigkeiten])
Musik
In den Jahren 2004 und 2005 konnten die Bands Shiver und Rising Girl, deren Bandmitglieder aus Graz kommen, in der österreichischen Hitparade beachtliche Platzierungen landen.
Regelmäßige Veranstaltungen und Festivals
- styriarte
- [http://www.steirischerbst.at steirischer herbst]
- [http://www.jazzsommergraz.at Jazz-Sommer Graz]
- Eggenberger Schlosskonzerte
- AIMS-Mittsommernachtskonzerte
- Graz erzählt – Das Erzählkundefestival
- Classics in the City
- Internationales Chorfestival und A Cappella Competition
- Diagonale – Festival des österreichischen Films
- [http://www.lastrada.at La Strada – Internationales Festival für Straßen- und Figurentheater]
- [http://www.springfestival.at spring festival for electronic music]
- [http://www.elevate.at Elevate - Das Schlossbergfestival]
Veranstaltungsorte
Diagonale – Festival des österreichischen Films
Die wichtigsten Grazer Veranstaltungsorte:
- Kunsthaus
- Stadthalle
- Vereinigte Bühnen Graz: Grazer Oper, Schauspielhaus, NextLiberty und Orpheum
- Grazer Congress - Stephaniensaal
- Helmut-List-Halle
- Grazer Stadtmuseum
- Dom im Berg
- p.p.c.
- Postgarage
- Generalmusikdirektion
- Forum stadtpark
- Das veilchen
- Medienturm
- Tao (Theater am Ortweinplatz)
- Seifenfabrik
- Kristallwerk
Ausflugsziele
Neben den zahlreichen Sehenswürdigkeiten im Grazer Stadtgebiet bietet auch die nähere Umgebung lohnende Ausflugsziele.
- Die Berge, die das Grazer Becken von Westen bis Nordosten umschließen, laden zu kurzen oder auch ausgedehnten Wanderungen ein und bieten Ausblicke auf die Stadt:
- Buchkogel (Buslinie 78)
- Plabutsch (Straßenbahnlinien 1, 7; Buslinien 40, 48, 62, 64, 85; Regionalbusse 710, 711)
- Hohe Rannach (Buslinie 45)
- Leber (Buslinie 41/53)
- Platte
- Thalersee (Buslinie 48)
- :Zur kurzen Erholung eignet sich auch ein Spaziergang um den See in Thal, dem Geburtsort von Arnold Schwarzenegger.
- Österreichisches Freilichtmuseum Stübing (ÖBB-Haltestelle Stübing; Regionalbus 111, 131)
- :Wenige Kilometer nördlich von Graz gelegen sind hier originale Bauernhäuser aus ganz Österreich zu besichtigen.
- Grazer Bergland
- :Das nordwestlich von Graz liegende Gebiet zwischen Murtal, Breitenauer Tal, Feistritztal und Fladnitztal mit zahlreichen Wanderwegen. In diesem Gebiet liegt auch der Grazer Hausberg Schöckl.
- Südsteiermark
- :Hier lohnt sich u.a. ein Ausflug zu einer der zahlreichen Buschenschänken.
- Weststeiermark
- :Als Beispiel sei hier das Lipizzanergestüt in Piber genannt.
- Oststeiermark
- :Bekannteste Ausflugsziele in der Oststeiermark sind z.B. der Tierpark und das Schloss Herberstein und die Riegersburg.
Wirtschaft, Bildung und Infrastruktur
Zum Zeitpunkt der Volks- und Arbeitsstättenzählung von 2001 arbeiteten per Stichtag 15. Mai 158.268 Personen in den 14.148 Arbeitsstätten der Stadt. 89 davon zählen mit je mehr als 200 Mitarbeitern zu Großunternehmen.
Ansässige Unternehmen
Einige bedeutende Unternehmen mit Hauptsitz in oder um Graz (für eine umfassendere Liste siehe [http://www.leitbetriebe.at/graz/index.htm Leitbetriebe der Stadt Graz]):
- Andritz AG (vormals Maschinenfabrik Andritz)
- Kastner & Öhler
- Magna Steyr (vormals Steyr-Daimler-Puch AG)
- [http://www.dccg.at DaimlerChrysler]
- [http://www.avl.com/ AVL]
- [http://www.austriamicrosystems.com/ austriamicrosystems] (Sitz in Unterpremstätten)
- [http://www.grawe.at/ Grazer Wechselseitige Versicherung]
- [http://www.styria.com/ Styria Medien AG]
Außerdem befinden sich in Graz bedeutende Niederlassungen folgender wichtiger internationaler Unternehmen:
- Siemens AG
- Infineon Technologies AG
- Heineken (Brauerei Puntigam)
- DaimlerChrysler
- T-Mobile
Bildung
- Universitäten:
- Karl-Franzens-Universität
- Technische Universität
- Medizinische Universität
- Universität für Musik und darstellende Kunst (Kunstuniversität)
- Fachhochschulen:
- Fachhochschule Joanneum
- Fachhochschule Campus02
- Bibliotheken:
- Universitätsbibliothek Graz
- Steiermärkische Landesbibliothek
Verkehr
Öffentlicher Verkehr
Graz hat ein relativ gut ausgebautes öffentliches Verkehrssystem. Sechs Straßenbahnlinien und eine Vielzahl von Buslinien durchziehen die Stadt. Daneben werden von den Grazer Verkehrsbetrieben auch die Standseilbahn (mit gewöhnlichen Verbundfahrscheinen benutzbar) und der Aufzug auf den Schlossberg betrieben (50 Cent pro Fahrt, jedoch auch mit Verbundfahrschein benutzbar). In den Nächten von Freitag auf Samstag und von Samstag auf Sonntag sowie in den Nächten vor Feiertagen verkehren Nachtbuslinien. Den wichtigsten Knotenpunkt des innerstädtischen öffentlichen Verkehrs bildet der Jakominiplatz, an dem alle Straßenbahnlinien, zehn Buslinien und alle Nachtbuslinien zusammentreffen.
Der Grazer Hauptbahnhof (der übrigens für seine funktionale Innenarchitektur mit dem Brunel Award ausgezeichnet wurde) liegt an der Südbahn. Gleichzeitig bildet er den Anfangspunkt der steirischen Ostbahn und der Graz-Köflacher Eisenbahn (GKB). Von hier fahren Regionalzüge in alle Teile der Steiermark sowie IC-Züge nach Wien, Linz, Salzburg und Villach. Darüber hinaus gibt es Verbindungen in Richtung Slowenien, Ungarn, Schweiz und Italien. Am Hauptbahnhof halten die Straßenbahnlinien 1, 3, 6 und 7 sowie sechs Stadtbus- und zwei Nachtbuslinien.
Weitere Bahnhöfe und Haltestellen im Stadtgebiet:
- Südbahn:
- Bahnhof Graz Puntigam (Straßenbahn 5; Bus 62, 64, 78, 80; Nachtbus N5)
- Haltestelle Graz Don Bosco [in Bau, Stand November 2005] (Bus 31, 32, 33; Nachtbus N2, N6)
- Ostbahn:
- Graz Ostbahnhof (Straßenbahn 4, 13; Bus 71; Nachtbus N4)
- GKB:
- Graz Köflacher Bahnhof
- Haltestelle Graz Wetzelsdorf (Bus 31; Nachbus N2)
- Haltestelle Graz Webling (Bus 32; Nachtbus N6)
- Bahnhof Graz Straßgang (Bus 62)
Darüber hinaus ist das Umland durch zahlreiche Regionalbuslinien des Steirischen Verkehrsverbundes erschlossen, die ihre Endstationen am Andreas-Hofer-Platz, am Jakominiplatz, am Griesplatz, am Lendplatz und beim Hauptbahnhof haben.
Südlich des Stadtgebietes befindet sich (über Bus- und Bahnverbindungen erreichbar) der Flughafen Thalerhof, von dem aus verschiedene Destinationen im In- und Ausland angeflogen werden.
Die innerstädtischen Linien sind in den Steirischen Verkehrsverbund eingegliedert. Ein Ein-Stunden-Ticket für die Zone 101 (Graz) kostet 1,70 €, die 24-Stunden-Karte 3,50 € (Stand 1. 7. 2005). Für Kinder, Familien und Senioren gibt es vergünstigte Tarifangebote, nicht jedoch für Jugendliche.
In regelmäßigen Abständen wird auch an die Einrichtung einer S-Bahn gedacht, nicht zuletzt um der massiven Feinstaubbelastung beizukommen. Deren Realisierung steht aber aufgrund von Finanzierungsproblemen und Protesten der unmittelbaren Anrainer in weiter Ferne. Immerhin werden derzeit (Herbst 2005) die Straßenbahnlinien 4, 5, und 6 nach jahrelangen Verzögerungen verlängert – die erste nennenswerte Erweiterung, seit in den 1950er- und 1960er-Jahren fast die Hälfte des Straßenbahnnetzes eingestellt wurde.
Weblinks öffentlicher Verkehr
- [http://www.gvb.at Grazer Verkehrsbetriebe]
- [http://www.oebb.at Österreichische Bundesbahnen]
- [http://www.gkb.at Graz-Köflacher Bahn und Busbetrieb GmbH]
- [http://www.watzke-bus.at Watzke/Dr. Richard]
- [http://www.verbundlinie.at Steirische Verkehrsverbund GmbH]
- [http://www.busbahnbim.at BusBahnBim-Auskunft]
Fernstraßen
Graz liegt an der Pyhrnautobahn (A 9) und an der Südautobahn (A 2), die sich beim Knoten Graz-West schneiden. Weiters durchzieht die B 67 im Westen die Stadt von Norden nach Süden, von ihr zweigen die die Stadt durchquerenden Teilstücke a, b und c ab, die an der Stadtgrenze wieder in andere ehemalige Bundesstraßen (B 72, B 73, B 65) münden.
Persönlichkeiten
Söhne und Töchter der Stadt
siehe separate Liste
Persönlichkeiten, die mit Graz verbunden sind
- Johannes Kepler ( - 1571 in Weil der Stadt, † 1630 in Regensburg), Mathematiker, Astronom und Optiker, lehrte und forschte von 1594 bis 1600 in Graz.
- Erzherzog Johann ( - 1782 in Florenz, † 1859 in Graz) wirkte von 1811 bis zu seinem Tod in Graz und der Steiermark.
- Johann Nestroy ( - 1801 in Wien, † 1862 in Graz), Schauspieler und Dichter, von 1826 bis 1803 als Schauspieler in Graz, kehrte er in den letzten beiden Lebensjahren noch öfters nach Graz zurück.
- Alexander Graf von Auersperg ( - 1806 in Laibach, † 1876 in Graz), Dichter und Politiker, lebte, studierte und starb in Graz, Mitglied des Steiermärkischen Landtages.
- Ferdinand Heinrich Thieriot ( - 1838 in Hamburg, † 1919 in Hamburg), 1870-1885 Musikdirektor des steirischen Musikvereins in Graz.
- Peter Rosegger ( - 1843 in Alpl, † 1918 in Krieglach), Dichter, verbrachte einen Großteil seines Lebens in Graz.
- Ludwig Boltzmann ( - 1844 in Wien, † 1906 in Duino bei Triest), Physiker, lehrte ab 1869 an der Technischen Universität.
- Johann Puch ( - 1862 in Sakušak bei Pettau, † 1914 in Graz), Unternehmer, kam als ca. 30-Jähriger nach Graz und baute dort seine Fahr- und Motorräder sowie Autos.
- Viktor Geramb ( - 1884 in Deutschlandsberg, † 1958 in Graz), steirischer Volkskundler
- Friedrich Schmiedl ( - 1902 in Schwertberg, † 1994 in Graz), Raketenpionier, Studium an der Technischen Universität, entwickelte er Stratosphärenballons und zündete 1931 die erste Postrakete der Welt.
- Nikolaus Harnoncourt ( - 1929 in Berlin); Dirigent, in Graz aufgewachsen
- Alfred Kolleritsch ( - 1931 in Brunnsee, Südsteiermark), Autor, lebt in Graz
- Günther Domenig ( - 1934 in Klagenfurt), Architekt, Studium und Professur an der Technischen Universität
- Richard Kriesche ( - 1940 in Wien), bildender Künstler, Medienkünstler
- Jochen Rindt ( - 1942 in Mainz, † 1970 in Monza), Formel-1-Weltmeister, bei seinen Großeltern in Graz aufgewachsen.
- Arnold Schwarzenegger ( - 1947 in Thal bei Graz), Bodybuilder, Schauspieler und Politiker.
Sport
Die wohl wichtigsten Sportarten in Graz sind Fußball und Eishockey. Viermal pro Jahr wird das Grazer Stadtderby zwischen den beiden großen Klubs der Stadt GAK und SK Sturm im Arnold-Schwarzenegger-Stadion ausgetragen. Durch die EC Graz 99ers ist Graz in der höchsten Spielklasse der österreichischen Eishockeyliga vertreten.
Auch der Laufsport ist unter den Bürgern der steirischen Landeshauptstadt sehr beliebt. Die Stadt bzw. die nähere Umgebung bieten eine Vielzahl an Trainingsmöglichkeiten. So bieten der Murradweg und die Naherholungszentren Leechwald (21,5 km Laufwege) und Platte beschilderte und vermessene Laufwege. Diese Wege sind auch unter Mountainbikern und Nordic-Walkern beliebt. Höhepunkte der Laufsaison sind der Grazer Kulturmarathon (Ende Oktober), der Grazer Volkslauf, der Silvesterlauf, der Business-Lauf und der Frauenlauf. Graz ist auch Zentrum der neuen Trendsportart Orientierungslauf (Trailrunning). Es gibt drei ansässige Klubs (SU Schöckl Graz, OLC Graz und HSV Graz), von denen regelmäßig nationale, aber auch internationale Wettkämpfe veranstaltet werden.
Internationale Aufmerksamkeit bringt das jährlich unmittelbar im Anschluss an die Tour de France durchgeführte Grazer Altstadtkriterium, ein Radrennen mit Streckenführung durch die engen Gassen der Grazer Altstadt, an dem internationale Spitzenradsportler wie Lance Armstrong oder Jan Ullrich teilnehmen.
Als berühmte Sportler, die aus Graz stammen, sind an oberster Stelle die Medaillengewinner bei Olympischen Spielen zu nennen: Harald Winkler (Gold, Viererbob 1992), Franz Brunner und Walter Reisp (Silber, Handball 1936), und Ine Schäfer (Bronze, Leichtathletik 1948)
Sportvereine
- Liebherr GAK (Fußball)
- SK Sturm Graz (Fußball)
- EC Graz 99ers (Eishockey)
- [http://www.schoeckl.at/ Sportunion Schöckl Graz] (Orientierungslauf)
- OLC Graz (Orientierungslauf)
- [http://www.dirtysoxgraz.com Dirty Sox Graz] (Baseball)
- [http://www.rugby-graz.at RUFC Graz] (Rugby)
- [http://www.grazgiants.com Graz Giants] (American Football)
- Steirische Flugsportunion (Segelflug)
Sportveranstaltungen
- Grazer Altstadtkriterium (Radrennen)
- [http://www.grazmarathon.at/ Kulturmarathon] (Laufveranstaltung)
- [http://www.graz-halbmarathon.org/ Grazer Murpromenaden-Halbmarathon] (Laufveranstaltung)
- [http://www.grazer-silvesterlauf.at/ Grazer Silvesterlauf] (Laufveranstaltung)
- [http://www.kastanienlauf.at/ Kastanienlauf] (Laufveranstaltung)
Stadtbezirke
# Innere Stadt: Der erste Bezirk bildet das Stadtzentrum. Im ersten Bezirk liegt der Hauptplatz der Stadt, auf dem auch das Rathaus steht. In der Mitte des Platzes befindet sich der Erzherzog-Johann-Brunnen. Auf dem Hauptplatz gibt es auch viele Stände, die diverse Waren wie Süßigkeiten, Obst etc., aber auch Imbisse anbieten. Weitere Sehenswürdigkeiten sind das Wahrzeichen der Stadt, der Uhrturm auf dem Schlossberg, und das Gemalte Haus. Durch den Bezirk verläuft die Herrengasse, die schönste und beliebteste Einkaufstraße in Graz, in der sich auch das Landhaus befindet, der Sitz des Steiermärkischen Landtags. Der Hauptplatz ist mit allen Straßenbahnlinien zu erreichen. Der Bezirk ist fast durchgehend eine Fußgängerzone. Tramlinien: alle.
# St. Leonhard: Östlich an die Innenstadt anschließend, erstreckt sich dieser wohlhabende, bürgerlich geprägte Bezirk bis zur Leonhardkirche nach Osten und zum St.-Peter-Stadtfriedhof im Süden. Tramlinien: 1, 3, 7.
# Geidorf: Wohnbezirk nördlich des Zentrums, Sitz dreier Universitäten (Karl-Franzens-Universität, Kunstuniversität sowie Medizinische Universität), dementsprechend Wohnsitz vieler Studenten und Professoren. Tramlinien: 1, 4, 5, 7.
# Lend: Arbeiterbezirk westlich des Zentrums. Der Grazer Hauptbahnhof befindet sich hier. Lend gehörte seit jeher zu den raueren Gegenden der Murmetropole, vor allem aufgrund des dortigen Binnenhafens, über dem auf Flößen Holz und Eisenprodukte aus der Obersteiermark ihren Weg nach Italien und auf den Balkan fanden. Im 60 km entfernten Marburg (Maribor) erfüllte der Bezirk Lent die gleiche Funktion. Der Lendplatz ist Standort eines Bauernmarktes. Tramlinien: 1, 3, 6, 7.
# Gries: Südwestlich des Zentrums. Genauso wie Lend ein Arbeiterbezirk, in dem auch zahlreiche Ausländer wohnen. Die Griesgasse gilt als Zentrum bosnischer und türkischer Kultur in Graz. Das Gebiet um den Griesplatz ist traditionell ein wichtiger Standort der Nachtclubs und zahlreicher anderer Etablissements zweifelhaften Rufes, begründet durch den Grieskai und die dadurch gegebenen Nachfrage durch Binnenschiffer. Zur Zeit der Monarchie war der Griesplatz Verkehrsknotenpunkt in Richtung Triest, und damals schon ein Ort der Immigranten, zu den Zeiten noch vor allem Handwerker aus Italien. Heute ist er die Endstation für Busse aus den südlichen und westlichen Vorstadtgemeinden. Als großes Manko des Griesplatzes gilt das Fehlen eines Straßenbahnanschlusses und das damit verbundene, durchaus auch „traditionelle“ „Autobahnflair“. Immer wieder kommen Pläne zur Einbindung des Platzes ins Straßenbahnnetz in die Regionalseiten der Tageszeitungen. Doch aufgrund der chronisch knappen städtischen Finanzen verschwinden diese Pläne meist relativ schnell wieder in der Versenkung. Gries gewinnt in den letzten Jahren wieder stark an Attraktivität – vor allem in den murnahen Gebieten zwischen Südtiroler Platz, Griesplatz und Grieskai. Der Bezirk gilt als Trendbezirk mit angesagten Lokalen und dynamischem Lokalleben. Darüber hinaus befindet sich hier – an der Grenze zum Bezirk Eggenberg – die Fachhochschule Joanneum. In der Justizanstalt Graz-Karlau waren unter anderem Udo Proksch und der Briefbomber Franz Fuchs inhaftiert. Tramlinie: 5.
# Jakomini: Im südlichen Zentrum gelegener und bevölkerungsreichster Grazer Stadtbezirk. Der Jakominiplatz (eigentlich in der Inneren Stadt gelegen) ist die innerstädtische Verkehrsdrehscheibe der Murstadt. Über den Bezirk verstreut befinden sich die Gebäude der Technischen Universität. Tramlinien: alle.
# Liebenau: Wohnbezirk im Süden der Stadt. Das Arnold-Schwarzenegger-Stadion befindet sich hier. Tramlinie: 4.
# St. Peter: Wohnbezirk im Südosten der Stadt. Die Wohnbevölkerung konzentriert sich hauptsächlich auf große Neubausiedlungen im nördlichen Teil des Bezirkes. Hier ist auch das Landesstudio Steiermark des ORF ansässig. Tramlinie: 6.
# Waltendorf: Bezirk im Osten der Stadt. Ehemals eigene Gemeinde (der Name leitet sich von „Wald-Dorf“ her), heute vorwiegend wohlhabendes Wohnviertel. Tramlinie: 3.
# Ries: Wohnbezirk im Osten der Stadt, aufgrund der hügeligen Topographie dünn besiedelt.
# Mariatrost: Bürgerlicher Wohnbezirk im Nordosten. Tramlinie: 1.
# Andritz: Im Norden der Stadt gelegen, besteht der Bezirk (Namensgeber der hier ansässigen Andritz AG) aus den Ortschaften Oberandritz, Unterandritz und St. Veit. Tramlinien: 4, 5.
# Gösting: Bezirk im Nordwesten von Graz. Ehemals unter der Herrschaft von Gösting mit eigener Burg; seit 1707 den Grafen von Attems gehörig. Ab 1850 eigene Gemeinde, seit 1938 Teil von Graz. Die angrenzende Gemeinde Thal bei Graz ist die Heimat von Arnold Schwarzenegger.
# Eggenberg: Bürgerlicher Wohnbezirk, zum Teil auch traditioneller Arbeiterbezirk im Westen der Stadt. Tramlinie: 1.
# Wetzelsdorf: Wohnbezirk im Westen der Stadt. Tramlinie: 7.
# Straßgang: Im Südwesten des Stadtgebiets gelegen, von der Kärntner Straße durchzogen. Hauptsehenswürdigkeit ist die Kirche am Florianiberg. Im Süden grenzt es an Seiersberg. Weitgehend mit Einfamilienhäusern bebaut.
# Puntigam: Der Arbeiterbezirk im äußersten Süden der Stadt ist Standort der Puntigamer Brauerei und nach der 1989 erfolgten Trennung von Straßgang der jüngste Bezirk der Stadt. Simon Brenner, Hauptfigur in vielen Büchern des Krimiautors Wolf Haas, ist hier aufgewachsen. Tramlinie: 5.
Sonstiges
- Nach Graz benannte die deutsche Kriegsmarine 1941 ein Lazarettschiff im Mittelmeer, siehe Graz (Schiff).
- Den Begriff „der Graz“ verwendet Sven Böttcher in seiner deutschsprachigen Ausgabe des Buches Der tiefere Sinn des Labenz für eine männliche Grazie.
Weblinks
- [http://www.aeiou.at/aeiou.encyclop.g/g679948.htm AEIOU Graz]
- [http://www.graz.at Offizielle Seite der Stadt]
- [http://www.graztourismus.at Tourismus und Fremdenverkehr]
- [http://www.vrgraz.at/ Graz in 3D mit virtuellem Stadtrundgang]
- [http://www.graz.at/webcam/main.htm Grazer Webcam am Hauptplatz]
- [http://www.aeiou.at/aeiou.photo.index.i5.Graz historische Bilder]
- [http://public-transport.net/bim/Graz.htm ÖPNV in Graz]
- [http://www.comuse.net/gallery/graz2003 Bilder von Graz]
- [http://www.lokalguide.com Unabhängiger Lokalführer für Graz]
Kategorie:Steiermark
Kategorie:Ort in der Steiermark
!Graz
Kategorie:Bezirk in der Steiermark
Kategorie:Österreichische Landeshauptstadt
Kategorie:Weltkulturerbe
ja:グラーツ
Slowenische Sprache
Slowenisch ist eine Sprache aus dem slawischen Zweig (siehe südslawische Sprachen) der indogermanischen Sprachen.
Ungefähr 2 Millionen Menschen in Slowenien sprechen Slowenisch als Muttersprache; dort ist es Amtssprache. Seit dem 1. Mai 2004 ist Slowenisch auch eine der Amtssprachen in der EU. Darüber hinaus wird es noch in Teilen Österreichs, insbesondere in Kärnten (die Anzahl der Kärntner Slowenen in Südkärnten beträgt rund 20.000) und in Italien (Gebiet um Gorizia, Resia-Tal, Kanaltal, Collio, Triest) sowie in Teilen Westungarns (Komitat Vas) als Muttersprache gesprochen. Die Sprecher bezeichnen sich selbst als Slovenci, ihre Sprache als slovenščina.
Die Sprache wird mit dem lateinischen Alphabet geschrieben.
Umstritten ist die Bezeichnung windisch.
Sprachgeschichte
Die frühesten slowenischen Textdokumente sind die Brižinski spomeniki (Freisinger Denkmäler), welche man im bayrischen Freising fand. Diese Mischung aus homiletischen und liturgischen Schriften war wahrscheinlich ein bischöfliches Handbuch. Man nimmt an, dass das Freisinger Denkmal aus der Zeit um 1000 n. Chr, stammt.
Slowenisch war lange Zeit eine zweitrangige Sprache in der Österreich-Ungarischen Monarchie. Bis 1918 war es vor allem durch die Deutsche Sprache in zahlreichen Bereichen wie Verwaltung und Wissenschaft zurückgedrängt.
Um 1900 nahm man die alte Schrifttradition wieder auf und entwickelte eine puristische (Germanismen entfernende) Sprachform, wobei Wortschatzentlehnungen gezielt aus anderen slawischen Sprachen erfolgten. Der Revolutionär Ljudevit Gaj wollte in der ersten Hälfte des 19. Jh. alle Südslawischen Sprachen unter einer politischen Führung zusammenbringen. Doch Slowenien lehnte diesen Illyrismus ab.
In dieser Zeit erfuhr das Slowenische zudem eine literarische Blüte durch France Prešeren.
Kodifizierung
Die Kodifizierung der slowenischen Sprache erfolgte durch die Grammatiker Škrabec und Ramovš um die Jahrhundertwende zum 20. Jahrhundert.
Um 1919 wurde die Laibacher Universität gegründet. Die Sprachwissenschaftler Fran Miklošič und Jernej Kopitar wurden zu den Vätern der Slowenischen Sprache.
Dabei wurde die Zugehörigkeit des slowenischen Volkes umstritten diskutiert:
- Windischen-Theorie: Slowenen gehören nicht zur Ethnie der Südslawen.
- Wenden-Theorie: Slowenen gehören nicht zur Ethnie der Ungarn.
Auch später war man um eine Integrierung der Slowenen in die Mitteleuropäisch-Österreichische Kultur bemüht, z. B. durch Kurt Schuschnigg (Österreichischer Bundeskanzler). Auf der anderen Seite wurde der Versuch einer gemeinsamen Serbo-Kroatisch-Slowenischen Schriftsprache unternommen. Als 1929 das Königreich Jugoslawien ausgerufen wurde, fürchtete man um das Slowenische und gründete 1938 eine eigene Akademie der Wissenschaften. 1941 wurde Slowenien durch die Achsenmächte (Deutschland/Italien/Ungarn) zerschlagen.
Alphabet
Das Slowenische Alphabet verwendet die Buchstaben:
A, B, C, Č, D, E, F, G, H, I, J, K, L, M, N, O, P, R, S, Š, T, U, V, Z, Ž.
In der Wikipedia werden die Buchstaben Č, Š, Ž folgendermaßen kodiert:
- Č: Č (groß), č (klein)
- Š: Š (groß), š (klein)
- Ž: Ž (groß), ž (klein)
Ausgesprochen werden sie so:
- č wie deutsches tsch in "klatschen"
- š wie deutsches sch in "schade"
- ž wie (französisches) g in "Garage"
Grammatik
Slowenisch ist eine flektierende Sprache. Die Beziehung des Wortes zum Satz wird hauptsächlich durch äußere Flexion ausgedrückt. Daraus ergibt sich eine sehr freie Satzstellung. Üblich ist jedoch, wie im Deutschen, die Reihenfolge SPO.
Eine Besonderheit ist die Zweizahl (Dual, Dvojina)
Nomen
Nomen werden durch Deklination markiert nach Fall, Zahl und Geschlecht. Diese drei Eigenschaften werden gemeinsam durch eine Nachsilbe (Suffix) ausgedrückt.
Fälle
Im Slowenischen sind von den acht urindogermanischen Fällen sechs erhalten:
#Nominativ (Imenovalnik)
#Genitiv (Rodilnik)
#Dativ (Dajalnik)
#Akkusativ (Tožilnik)
#Lokativ (Mestnik)
#Instrumental (Orodnik)
- Einzahl
- Zweizahl
- Mehrzahl
Wie im Deutschen gibt es die grammatischen Geschlechter Maskulin (Männlich), Feminin (Weiblich), und Neutrum (Sächlich), die oft nicht mit dem Natürlichen Geschlecht übereinstimmen.
Deklinationen
Es gibt vier Grunddeklinationen, mit bedeutenden Ausnahmen:
- Männlich
- Weibliche Nomen auf -a
- Zweite Weibliche Deklination
- Sächliche Deklination
Adjektiv
Das Adjektiv steht unmittelbar vor dem Substantiv, auf das es sich bezieht und stimmt mit ihm in Fall, Zahl und Geschlecht überein. Die Adjektivdeklination unterscheidet sich geringfügig von der der Substantive.
Im Slowenischen gibt es die Zeiten
- Gegenwart
- Vergangenheit
- Zukunft.
Wegen der Ähnlichkeit in der Bildung sei in diesem Zusammenhang auch der Konjunktiv erwähnt.
Um Abgeschlossenheit beziehungsweise Dauerhaftigkeit auszudrücken, bedient sich das Slowenische, ähnlich dem Russischen, der Aspekttrennung. Dies erklärt, warum das Slowenische nur drei Zeiten benötigt, im Gegensatz zum Deutschen oder gar Englischen, wo die Wahl der Zeitform ein wichtiges Stilmittel ist.
Wortschatz
Das Slowenische hat, wie die meisten Sprachen Europas, Fremdwörter aus folgenden Sprachen entlehnt:
- Griechisch
- Latein
- Französisch
- Italienisch
- Tschechisch
- Stroj: Maschine
- Sokol: Falke
- Deutsch, z.B:
- Krompir: Erdapfel (Grundbirn)
- Nagelj: Nelke (Gewürznagel)
- Englisch, z.B:
- Šport: Sport
Das Deutsche hat aus dem Slowenischen übernommen:
- Jause von južina; Dieses Wort kann aber auch aus dem Serbischen/Kroatischen/Bosnischen ins Deutsche aufgenommen worden sein.
- Doline von Dolina (das Tal); Dieses Wort kann aber auch aus dem Serbischen/Kroatischen/Bosnischen ins Deutsche aufgenommen worden sein.
- Polje (das Feld); Dieses Wort kann aber auch aus dem Serbischen/Kroatischen/Bosnischen ins Deutsche aufgenommen worden sein.
Daneben sind ins Kärntnerische einige slowenische Wörter eingegangen.
Aussprache
Slowenisch wird in Lateinschrift geschrieben, und die Ausspracheregeln sind in ihrer Schlichtheit mit Italienisch oder Latein vergleichbar.
Eine Schwierigkeit besteht darin, dass das Slowenische über freien Akzent verfügt, der sich auch in der Schreibung nicht niederschlägt. Eine genauere Schilderung sollte früher oder später unter http://de.wikibooks.org/wiki/Slowenisch entstehen.
Mundarten
Da das slowenische Sprachgebiet durch die Jahrhunderte selten eine politische Einheit bildete und stets vom Deutschen als Schriftsprache bedrängt war, bildeten sich zahlreiche sehr unterschiedliche, aber auch sehr ursprüngliche Mundarten heraus. Diese lassen sich zusammenfassen zu
Sieben Gruppen:
Kärntnerisch
slow. Koroško
Der Kärntner Mundartenzweig des Slowenischen greift über die heutigen Grenzen Kärntens hinaus. Er wurde und wird im Gebiet des Kärntens vor 1914 gesprochen. Daneben in der Gemeinde Rateče (Ratschach, mit dem vom Schispringen her bekannten Ortsteil Planica), die in der Oberkrain (Gorenjska) liegt, sowie im untersteirischen Drautal.
Es lässt sich gliedern in
- Jauntalerisch
- Rosentalerisch
- Gailtalerisch
Als Untergruppe des Jauntalerischen kann man die Obirmundart sehen, die unter Einfluss des Oberkrainerischen steht.
Die Kärntnerischen Mundarten sind besonders ursprünglich.
Steirisch
slow. Štajersko
Oberkrainerisch
slow. Gorenjsko
Unterkrainerisch
slow. Dolenjsko
Primorsko
In der Primorska, dem Küstenland
Prekmursko
Im Prekmurje, dem Übermurgebiet
Rovtarsko
Prleško
In der Region Prlekija (in der slowenischen Steiermark)
Siehe auch
- Sprache
Weblinks
- [http://www.rrz.uni-hamburg.de/slowenisch/ Online-Wörterbuch Slowenisch-Deutsch-Slowenisch]
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Kategorie:Slawische Sprache
ja:スロベニア語
ko:슬로베니아어
HauptstadtDie Hauptstadt ist der Sitz der Vertretung des Souveräns eines Staates (Demokratie: Parlament, Monarchie: Residenz).
Normalerweise sind Hauptstädte und Regierungssitze identisch, es gibt aber auch Ausnahmen wie beispielsweise in den Niederlanden (Hauptstadt Amsterdam, Regierungssitz Den Haag).
Meist ist die Hauptstadt gleichzeitig auch die größte Stadt und das wichtigste Wirtschafts-, Verkehrs-, Wissenschafts- und Kulturzentrum sowie geistiges Zentrum eines Staates. Aber auch hier gibt es Ausnahmen, zum Beispiel in der Türkei: Hauptstadt ist Ankara, größte Stadt jedoch İstanbul; in Marokko: Hauptstadt Rabat, größte Stadt jedoch Casablanca; oder in den USA: Hauptstadt ist Washington, D.C., größte Stadt jedoch New York. Südafrika hat drei "Hauptstädte": Das Parlament tagt in Kapstadt, das Verwaltungs- und Regierungszentrum ist Tshwane (ehem. Pretoria), die obersten judikativen Einrichtungen (Gerichtshöfe) befinden sich in Bloemfontein, größte Stadt jedoch ist Johannesburg.
Einige Länder ließen eine Planhauptstadt errichten, wie z. B. Brasília oder Canberra.
De jure keine Hauptstadt haben folgende Staaten: Monaco, Nauru, Schweiz und Vatikanstadt. Jedoch erfüllt z.B. bei der Schweiz Bern dies de facto (siehe hierzu: Hauptstadtfrage der Schweiz). Bei Monaco und der Vatikanstadt gibt es auf Grund der Tatsache, dass es sich um reine Stadtstaaten handelt, keine Hauptstadt, auch wenn für Monaco häufig fälschlicherweise Monte Carlo als Hauptstadt genannt wird. In Nauru wird der Ort, an dem sich die Regierung befindet (also Yaren), als inoffizielle Hauptstadt aufgefasst.
Auch Teilstaaten (beispielsweise Bundesländer in Deutschland und in Österreich, Kantone in der Schweiz, Bundesstaaten in den USA) haben Landeshauptstädte, die für ihren Landesteil außer den politischen auch die übrigen Hauptstadtfunktionen aufweisen.
Siehe auch
- Bundeshauptstadt
- Bundesstadt (zu Bern und Bonn)
- Hauptstadtfrage der Schweiz
- Liste der Hauptstädte der Welt
Hauptstädte einzelner Staaten
Hierbei handelt es sich um eine historische Aufstellung der Hauptstädte der einzelnen Staaten, ihrer eventuellen Vorgängerstaaten (z. B. Deutscher Bund, Deutsches Reich), obersten Verwaltungseinheiten (Bundesstaaten, Bundesländer, Provinzen) und abhängigen Gebiete.
- Hauptstädte Australiens
- Hauptstädte Brasiliens
- Hauptstädte Deutschlands
- Hauptstädte Kanadas
- Hauptstädte Kasachstans
- Hauptstädte Nigerias
- Hauptstädte Österreichs
- Hauptstädte Polens
- Hauptstädte der Vereinigten Staaten von Amerika
Literatur
- Hauptstadt - Zum Wesen und Wandel eines nationalen Symbols. - 2005: Kirsch, Jens Münster
Weblinks
Kategorie:Politische Geographie
Kategorie:Hauptstadt
als:Hauptstadt
ja:首都
ko:수도
simple:Capital (city)
th:เมืองหลวง
zh-min-nan:Siú-to·
Bundesland (Österreich)Bundesland ist die umgangssprachliche Bezeichnung für einen Gliedstaat und Verwaltungseinheit innerhalb der Republik Österreich. Die Bundesverfassung spricht von Ländern. Sie haben eine eigene Legislative (Landtag), die innerhalb des von der Verfassung vorgegebenen Rahmens selbsständig gesetzgebende Organ ist. Über den Bundesrat wirken sie auch an der Gesetzgebung des Bundes mit.
Die Landesregierungen sind einerseits die unabhängige Exekutive der Länder und andererseits Teil der mittelbaren Bundesverwaltung.
Es gibt folgende Bundesländer:
¹ Daten in der Spalte "Bevölkerung" aus Statistik Austria, Statistisches Jahrbuch 2005, Seite 40 beziehungsweise Abschnitt 02 (Bevölkerung), Absatz 2.02 (Bevölkerung 1527 bis 2003 nach Bundesländern), Jahr 2003; Quelle: http://www.statistik.at/jahrbuch_2005/pdf/k02.pdf.
² Daten aus der Spalte "Fläche in km²" aus Statistik Austria, Statistisches Jahrbuch 2005, Seite 37 beziehungsweise Abschnitt 01 (Geographische und meteorologische Übersichten, adminstrative Einteilungen), Absatz 1.13 (Fläche und Benützungsarten, Stand 1. Jänner 2004); Quelle: http://www.statistik.at/jahrbuch_2005/pdf/k01.pdf.
³ Anzahl Einwohner pro km²
mittelbaren Bundesverwaltung
Siehe auch
- Portal:Österreich
- Städte in Österreich
Kategorie:Verwaltung (Österreich)
ja:オーストリアの地方行政区画
ms:Negeri di Austria
UniversitätUniversitäten (vom lateinischen Wort universitas, Gesamtheit) sind Hochschulen, die die Wissenschaften in Forschung, Lehre, Studium und Ausbildung vollständig vertreten, in systematischer Ordnung lehren sowie Bildungsinhalte und Berufsqualifikationen mit den jeweils höchsten Ansprüchen ihres Geltungsbereichs vermitteln sollen.
Charakteristika und Aufgaben
Prägend für den Begriff der Universität sind seit dem europäischen Mittelalter
- die Gemeinschaft von Lehrenden und Lernenden (universitas magistrorum et scholarium),
- das Recht zur Selbstverwaltung mit der Möglichkeit der eigenständigen Erstellung und Ausführung von Studienplänen und Forschungsvorhaben (Akademische Freiheit) sowie
- das Privileg der Verleihung öffentlich anerkannter akademischer Grade (zum Beispiel Doktorgrad).
Die ersten Universitäten entstanden im Mittelalter. Mit dem Aufkommen der Universitäten wurde das Wissensmonopol der Klöster, und damit des Klerus, durchbrochen.
Seit der Einrichtung der Berliner Universität (seit 1949: Humboldt-Universität) im Jahre 1810 setzte sich auch international das Humboldtsche Modell der Einheit von Forschung und Lehre durch, das besagt, dass die Lehrkräfte zusätzlich zu ihrer Lehrtätigkeit auch Forschung betreiben sollen, damit das hohe Niveau der Lehre erhalten bleibt und den Studierenden wissenschaftliche Qualifikationen besser vermittelt werden können.
Im Gegensatz zu anderen Hochschulen zeichnen sich die Universitäten durch einen breiten Fächerkanon aus. Typisch sind die klassischen, schon im Mittelalter eingeführten Fakultäten für Philosophie (Geisteswissenschaften, heute auch die philologischen und historischen Fächer), Medizin, Theologie und Rechtswissenschaften. Dazu kommen die Naturwissenschaften - die bis in die Renaissance als ein Teilgebiet der Philosophie gelehrt wurden, ebenso wie die Mathematik - sowie die Wirtschafts- und Sozialwissenschaften und weitere Arbeitsgebiete.
Andere Hochschulen, die nicht die Bezeichnung "Universität" führen, beschränken sich dagegen auf Themengebiete wie Technik und Kunst oder gar nur auf einzelne Fächer wie Medizin und Tiermedizin.
- Technische Universitäten bieten zwar eine breite Auswahl an Fächern an, haben aber einen Schwerpunkt in den Ingenieurwissenschaften. Die früheren Hochschulen für Agrarwissenschaft und Forstwissenschaft wurden in der Regel mit klassischen Universitäten zusammengelegt, so dass diese Ingenieurstudiengänge heute an Universitäten angeboten werden.
- Fachhochschulen haben im Gegensatz zu Universitäten kein Promotionsrecht.
- Das Konzept der Gesamthochschule, das an mehreren Studienorten in Nordrhein-Westfalen und in Kassel (Bundesland Hessen) umgesetzt worden war, sah eine Integration der Fachhochschul- und Hochschul- beziehungsweise Universitäts-Studiengänge vor, ist aber zurzeit ein Auslaufmodell. Letzte Immatrikulationen waren zum Wintersemester 2005/2006 möglich.
- Es gibt zwei Universitäten der Bundeswehr (UniBw), eine in München und eine in Hamburg. Der Großteil aller Offizieranwärter der Bundeswehr studiert an einer dieser Universitäten, die nahezu die gesamte Bandbreite der bei der Bundeswehr benötigten Studienrichtungen abdecken können. Das sind vor allem technische, aber auch wirtschafts- und organisationswissenschaftliche Fächer sowie Pädagogik. An diesen Universitäten können auch Fachhochschulabschlüsse erworben werden. Die Offizieranwärter, die Medizin, Zahnmedizin, Tiermedizin oder Pharmazie studieren, besuchen reguläre zivile Universitäten.
- Für Deutschland neu ist das Konzept der Stiftungsuniversität, das zurzeit (Stand 2005) an drei Universitäten in Niedersachsen (Göttingen, Lüneburg, Hildesheim) zumindest teilweise umgesetzt ist. Grundgedanke ist dabei, der Universität ein Stiftungskapital zur Verfügung zu stellen, aus dessen Erträgen sich die Universität finanziert. Das soll die Universitäten von staatlichen Zwängen befreien und flexibler in ihren Entscheidungen machen. Traditionell existiert dieses Modell in den Vereinigten Staaten von Amerika. Die bekannten Universitäten verfügen dort über ein sehr großes Stiftungskapital, das aus v.a. Wirtschaftserträgen und Erbschaften sowie privaten Schenkungen resultiert.
- Zunehmend werden aber auch in Deutschland Privatuniversitäten gegründet. Kleinere Stiftungs- und Privatuniversitäten, wie sie traditionell im anglo-amerikanischen Raum existieren, haben häufig mit dem Problem zu kämpfen, nicht finanziell in zu starke Abhängigkeit von einem bestimmten Sponsor zu geraten. Zudem sind eine weitere Finanzierungsquelle Studiengebühren in erheblicher Höhe, was zu einer finanziellen Auslese unter den Studieninteressierten führen kann.
- Die German University Cairo (GUC) in Kairo/Ägypten ist das zurzeit weltweit größte von Deutschland unterstützte Projekt im Bildungsbereich.
Historisch werden auch mittelalterliche Bildungseinrichtungen in außereuropäischen Ländern (in Afrika und Asien, dabei vor allem im islamischen Raum) als Universitäten bezeichnet, die nicht alle Merkmale einer euopäischen Universität erfüllen (siehe auch: Madrasa). Dabei ist vor allem die Verleihung akademischer Grade als speziell europäische Erfindung zu betrachten.
Bildungseinrichtungen der Antike, so zum Beispiel im antiken Ägypten, Griechenland oder im Römischen Reich werden in der Regel nicht als Universitäten bezeichnet.
Struktur
Madrasa
In Deutschland sind die meisten Universitäten heute als öffentlich-rechtliche Körperschaften organisiert und unterstehen der Aufsicht der Bundesländer. Zuständig ist entsprechende Ministerium beziehungsweise der Senator für Wissenschaft und Kunst. Für allgemeinbildende Schulen ist in der Regel ein anderes Ministerium zuständig.
Die Hochschulrektorenkonferenz (HRK) ist der freiwillige Zusammenschluss beinahe aller deutschen Universitäten und Hochschulen und vertritt die Hochschulen gegenüber Politik und Öffentlichkeit.
Die Hochschulrektorenkonferenz wurde am 21. April 1949 als Westdeutsche Rektorenkonferenz (WRK) gegründet und vertrat anfangs nur die Universitäten und sog. "wissenschaftlichen" Hochschulen (d.h. diejenigen mit Promotionsrecht) der früheren Bundesrepublik und West-Berlins. Seit 1974 wurden auch andere Hochschulen und Fachhochschulen aufgenommen. Nach der Wiedervereinigung kamen auch die Hochschulen aus der ehemaligen DDR dazu. Deshalb erfolgte auch im Jahre 1990 die Umbenennung. Die HRK hat gegenwärtig 262 Mitgliedshochschulen, an denen circa 98 Prozent aller Studierenden in Deutschland immatrikuliert sind. Auf der Ebene der Bundesländer arbeiten die jeweiligen Landesrektorenkonferenzen.
In der Schweiz sind die Kantone Träger der Universitäten und Hochschulen. Einzige Ausnahme ist die Eidgenössische Technische Hochschule Zürich, die von der Schweizer Bundesregierung getragen wird.
Die Lernenden an einer Universität bezeichnet man als Studenten oder heute zunehmend als "Studierende". Die verschiedenen Arten von Lehrenden werden unter dem Oberbegriff Dozenten zusammengefasst. Lehre und Forschung werden an einer Universität von den Professoren des entsprechenden Faches eigenverantwortlich geleitet.
An der Spitze einer Universität steht ein Rektor (traditionelle Anrede: Magnifizenz) oder Präsident, der in der Regel selbst ein Universitätsprofessor ist. Der Leiter der Verwaltung wird in der Regel Kanzler genannt. Ein Kanzler einer Universität ist in der Regel ein Verwaltungsfachmann und kein Wissenschaftler. Als wichtigstes Entscheidungsgremium fungiert der Senat, in dem Professoren, wissenschaftliche und nichtwissenschaftliche Mitarbeiter sowie teilweise auch Studenten ihren Sitz haben.
Universitäten gliedern sich in einzelne Fakultäten, Fachbereiche oder Departemente, die von einem Dekan (traditionelle Anrede: Spektabilität) geleitet werden (siehe auch: Medizinische Fakultät, Theologische Fakultät). Die Position des Dekans wechselt turnusmäßig zwischen den Professoren der Fakultät (siehe auch: Fakultätsentwicklung). Fakultäten haben ein eigenes Siegelrecht und das Recht, akademische Prüfungen abzunehmen sowie daraufhin die entsprechenden akademischen Grade zu verleihen. Die akademischen Grade, insbesondere der Doktortitel sind deshalb auch immer fakultätsspezifisch. Diese Eigenständigkeit der Fakultäten geht bis auf das Mittelalter zurück, als die Universitäten erst langsam aus eigenständigen Einheiten zusammengewachsen sind.
Die Fakultäten gliedern sich wiederum in die einzelnen "Institute" oder "Seminare", an denen die jeweiligen Fächer unterrichtet werden. Diese Einrichtungen werden von einem der dort lehrenden Professoren (zum Beispiel mit dem Titel "Institutsdirektor") geleitet.
Siegel
Zu jeder Universität gehören auch zentrale, fakultätsübergreifende Einrichtungen.
- Ein Beispiel ist das Studentenwerk, das sich um die sozialen Belange der Studenten kümmert. So sorgen Studentenwerke für einen regelmäßigen preiswerten Mittagstisch, die so genannte Mensa (lat. für "Tisch"), und betreiben Studentenwohnheime.
- Das Studentensekretariat ist in einer Universität für die Verwaltung der Studenten zuständig. Hier immatrikulieren und exmatrikulieren sich die Studenten. Aufgrund der hier geführten Unterlagen ist das Sekretariat auch in der Lage, Studienbescheinigungen für die unterschiedlichsten Zwecke auszustellen.
- Wichtig für die wissenschaftliche Arbeit sind die Universitätsbibliotheken, die für die Sammlung und Bereithaltung der erforderlichen wissenschaftlichen Literatur zuständig sind. Dabei werden nicht nur Bücher (Monografien) beschafft, sondern auch wissenschaftliche Zeitschriften und Buchreihen abonniert.
- Das Sportzentrum einer Universität ist in der Regel nicht nur für die Forschung und Lehre im Bereich der Sportwissenschaften zuständig, sondern bietet auch für Studenten aller Fakultäten Trainingsmöglichkeiten in den verschiedensten Disziplinen im Rahmen des Universitätssports an. An einigen Universitäten gibt es Universitäts-Sportclubs (USC).
- Alle Universitäten mit Medizinischer Fakultät haben ein Universitätsklinikum, was einen größeren Posten im Etat der jeweiligen Universität darstellt. Die Chefärzte der einzelnen Fachkliniken sind in der Regel Universitätsprofessoren.
- Das Universitäts-Rechenzentrum ist eine zentrale Einrichtung, die informationstechnische (IT) Infrastruktur (Zentralrechner, Server etc.) bereithält und IT-Dienstleistungen erbringt. Aufgrund der zunehmenden Nutzung von Online-Medien in Lehre und Forschung gewinnen diese Einrichtungen weiter an Bedeutung.
- Weitere institutsübergreifende Einrichtungen können zum Beispiel größere Laboratorien, Observatorien oder Botanische Gärten sein, die von naturwissenchaftlichen Fakultäten unterhalten werden. Manche Institute unterhalten Museen oder Sammlungen für Archäologie, Völkerkunde, Paläontologie oder Biologie.
Ablauf der akademischen Ausbildung
Der Weg zum Examen
Biologie]
Das Studium beginnt für den Studenten mit der Immatrikulation und endet mit der Exmatrikulation. Das Studienjahr ist in zwei Semester unterteilt, an manchen Spezialuniversitäten in drei Trimester.
Nach der Hälfte des Studiums wird in der Regel eine Zwischenprüfung abgelegt, die oft fakultätsspezifische Bezeichnungen trägt. So legen Mediziner nach der Hälfte ihres regulären Studiums ihr Physikum ab, bevor sie mit dem Klinikum beginnen.
Nach dem Hauptstudium, der zweiten Hälfte der regulären Studienzeit, legt der Student sein Examen ab, das auch wieder fakultätsspezifisch nach dem zu erlangenden akademischen Grad bezeichnet wird ("Magisterprüfung", "Diplomprüfung" etc.).
Für die Zulassung zum Examen werden Leistungsnachweise, die so genannten "Scheine", verlangt. Zum Examen müssen in der Regel schriftliche und mündliche Prüfungen abgelegt sowie oft eine schriftliche Arbeit eingereicht werden, die nachweisen soll, dass der Student in der Lage ist, den Forschungsstand der von ihm studierten Wissenschaft wiederzugeben.
Bei Prüfungen, die auf den Staatsdienst vorbereiten (Rechtswissenschaften, Lehramt etc.) oder einer besonderen staatlichen Aufsicht unterliegen (Medizin, Pharmazie, Lebensmittelchemie etc.), wird ein Staatsexamen abgelegt.
Theologen werden für die kirchliche Laufbahn durch eine kirchliche Prüfung qualifiziert.
Nach dem erfolgreichen Examen bekommt der Student einen fakultätsspezifischen akademischen Grad (Diplom, Magister etc.) verliehen, der berufsqualifizierend ist.
Im Rahmen des im Jahre 1999 begonnen Bologna-Prozesses wird sich diese Struktur des akademischen Studiums bis zum Jahre 2010 grundsätzlich ändern. Bereits heute werden die Studiengänge in Deutschland sukzessive auf die Erreichung der neuen Master- und Bachelor-Abschlüsse umgestellt, die europaweit harmonisiert werden und vergleichbar sein sollen. EU-übergreifend haben sich 45 Länder diesem Prozess angeschlossen.
Nach dem Examen kann ein Promotionsstudium begonnen werden, nach dessen Abschluss der Doktorand den Doktorgrad erwirbt, was in einigen Fakultäten für die Berufsqualikation erwartet wird. Dies sind vor allem die Geistes- und Naturwissenschaften sowie die Medizin. Die Promotion wird durch die Vorlage einer Dissertation, einer eigenständigen Forschungsarbeit, erlangt sowie durch das Bestehen eines Rigorosums, einer wissenschaftlichen Disputation, in deren Verlauf der Doktorand seine Arbeit wissenschaftlich argumentativ verteidigen muss.
Der Weg zum Professorentitel
Nach der Promotion kann sich der Doktor - in der Regel in der Position eines "wissenschaftlichen Mitarbeiters" oder "Assistenten" - auf die Habilitation vorbereiten, nach deren Abschluss er die Venia legendi erhält. Dies ist die Erlaubnis, an einer Universität Vorlesungen zu halten. Diese Vorlesungen kann er, wenn er noch keine Professorenstelle eingenommen hat, als Privatdozent halten. Angestrebt wird aber die Einnahme einer Position als Professor, die nach einem bestimmten Berufungsverfahren erfolgt. Eine Professorenstelle ist in Deutschland traditionell eine Beamtenposition und mit einer Einstellung in den Staatsdienst auf Lebenszeit verbunden. Das bisherige Verfahren befindet sich im Zusammenhang mit der Reform der Ausbildungsysteme im Umbruch.
Neuerdings gibt es auch die Einrichtung des Juniorprofessors, eine Position, die auch ohne Habilitation erreicht werden kann. Dies dient der Harmonisierung der akademischen Laufbahnen in Europa, da die meisten Länder außerhalb des deutschsprachigen Raums keine Habilitation kennen. Des Weiteren wird als zwingende Voraussetzung für eine Professorenstelle eine Habilitation nicht mehr verlangt. In manchen Fachbereichen (Kunst, Design, Architektur) kann auch derjenige Lehrstuhlinhaber werden, der anstatt einer promotion so genannte promotionsgleiche Leistungen nachweist; hierzu zählt eine umfangreiche Publikationsliste.
Geschichte
Altertum
Juniorprofessor, 1510/11, Stanzen des Vatikans, Rom.]]
Die abendländischen Universitäten sind Erzeugnisse des späteren Mittelalters, doch haben ältere Vorbilder auf ihre Entstehung mehr oder weniger eingewirkt.
Als solche sind zunächst die großen Lehranstalten des späteren Altertums zu nennen: Das von Ptolemäos Philadelphos um 280 v. Chr. gegründete Museion zu Alexandria, die Philosophenschule zu Athen, anstaltlich verfasst namentlich durch Kaiser Hadrian und Herodes Atticus (130 n.Chr.), und die nach diesen Mustern gebildeten Athenäen zu Rom (135), Lugdunum (Lyon), Nemausus (Nîmes), Konstantinopel (424).
Ferner kommen in Betracht die arabischen Medressen, unter denen im früheren Mittelalter die zu Córdoba, Toledo, Syrakus, Bagdad und Damaskus hohen Ruf genossen.
Klosterschulen
Direkter schlossen die ersten Universitäten sich an die alten Kloster- und Domschulen an, unter denen schon im 8. und 9. Jahrhundert einzelne, wie beispielsweise Tours, St. Gallen, Fulda, Lüttich, Paris als scholae publicae von auswärts zahlreiche Schüler an sich gezogen hatten.
Bis Ende des 11. Jahrhunderts lehren die Magister ausschließlich im Auftrag eines Domkapitels oder Kollegiatstifts, oftmals mit kirchlichen Pfründen versehen. Im 12. Jahrhundert treten jedoch immer mehr wandernde Magister und Scholaren auf und viele Kathedralschulen und abgelegene Klosterschulen können mit der regionalen Schwerpunktbildung nicht mehr mithalten. Hinzu treten die seit dem 11. Jahrhundert laut werdenden kirchlichen Bedenken gegen die Lehrtätigkeit von Mönchen. Die Ausbildung des Diözesanklerus hält sie zwar am Leben, das Niveau bleibt aber auf Elementarausbildung beschränkt. 1155 erlässt Kaiser Friedrich I. die Authentica „Habita“, die die wandernden und sich in Korporationen zusammenschließenden Schüler und Lehrer schützt und ihnen Gerichtswahl unter Bischof oder Magister sichert. Zumal für Finanzverwaltung und Rechtswesen benötigen Adel wie auch die päpstliche Kurie ausgebildete Scholaren, so dass seit 1200 Klärungen ihrer Rechtsstellung zugunsten von bischöflichem Jurisdiktionsprimat vor allem über die Lehrbefugnis autonomer Forschung und Lehre. Eine zunehmend um ihrer selbst willen und nicht mehr für die kirchliche Ausbildung betriebene Wissenschaft ermöglicht freilich erst die im 13. Jh. aus der Verbindung der Magister mit den Kathedralschulen entstandene, als Organisationsform aber neue Universität. Diese Entwicklung bleibt freilich zunächst regional beschränkt, erfasst etwa das deutsche Reich sehr verspätet und so bleibt die Universität teils bis zum 15. Jahrhundert im kirchlichen Rahmen.
Mittelalterliche Universitäten
kirchlichen
Die ersten Universitäten, die nach heutigem Sprachgebrauch jedoch nur einzelne Fakultäten waren, finden wir im 11. Jahrhundert in Italien; es waren die Rechtsschulen zu Ravenna, Bologna und Padua und die medizinische Schule von Salerno.
Festere korporative Verfassung als Hochschule, obwohl immer noch klerikaler Art, errang zuerst die Universität zu Paris, die seit dem 12. Jahrhundert die Führung auf dem Gebiet der Theologie und Philosophie übernahm und als die eigentliche Heimat der Scholastik bezeichnet werden muss.
Die Universität zu Paris wurde Ausgangspunkt und Muster für fast alle abendländischen Universitäten, besonders die englischen, unter denen Oxford durch eine Auswanderung aus Paris unter der Königin Blancha von Kastilien (1226-36), der Ehefrau Ludwig IX. mindestens erst zu höherer Bedeutung gelangte, und die deutschen.
Eine mit besonderen staatlichen und kirchlichen Privilegien ausgestattete Fakultät bildeten freilich schon früher die Juristen in Bologna.
Als die Bedeutung dieser Körperschaften für das geistige Leben der Völker wuchs, nahmen die Päpste die Schutzherrschaft über die neuen Anstalten in Anspruch und dehnten den besonderen Gerichtsstand, den die Kirche für ihre Angehörigen besaß, auch auf die weltlichen Universitätsangehörigen aus.
Nationen und Fakultäten
Bild:Universität_Leipzig_-_Sächsische_Nation.jpg|Universität Leipzig: Abzeichen der (nieder-) sächsischen Landsmannschaft
Bild:Universität_Leipzig_-_Meißnische_Nation.jpg|Abzeichen der meißnischen Landsmannschaft
Bild:Universität_Leipzig_-_Polnische_Nation.jpg|Abzeichen der polnischen Landsmannschaft
Bild:Universität_Leipzig_-_Bayrische_Nation.jpg|Abzeichen der bayerischen Landsmannschaft
Die innere Organisation der Universitäten orientierte sich ab 1249 an den verschiedenen Nationalitäten, wobei sich die kleineren an eine der größeren anschlossen. So entstand in Paris die Einteilung in vier so genannte Nationes: Gallikaner oder Gallier (zu denen auch Italiener, Spanier, Griechen und Morgenländer zählten), Picarden, Normannen und Engländer (die auch die Deutschen und weitere Nord- und Mitteleuropäer beinhalteten). Diese Einteilung galt sowohl für die Universitätsschüler als auch -lehrer.
Normannen in Prag]]
Jede Nation hatte ihre besondern Statuten, besondere Beamten und einen Vorsteher (Prokurator). Die Prokuratoren wählten den Rektor der Universität. Papst Honorius III. verordnete 1219, dass nur diejenigen Gelehrten zu Lehrern wählbar wären, die vom Bischof oder vom Scholastikus des zuständigen Stifts die Lizenz dazu erhalten hätten.
Allmählich entstanden jedoch zunftartige Verbände unter den Lehrern (magistri, Meistern) der Theologie, der Jurisprudenz und der Medizin, die als geschlossene Kollegien zuerst 1231 von Gregor IX. in Paris anerkannt und ordines oder facultates, Fakultäten, genannt wurden. Diese Einteilung löste allmählich die der Nationen ab. Etwas später nahm auch das Kollegium der Artisten, das heißt der Lehrer der "sieben freien Künste", die Verfassung einer vierten Fakultät an, die jedoch bis in die spätere Neuzeit zunächst nur die Aufgabe hatte, für das Studium einer der höheren Fachwissenschaften vorzubereiten. Dementsprechend waren ihre Lehrer häufig auch Scholaren in einer der oberen Fakultäten.
Vorrecht der Fakultäten war bald die Verleihung akademischer Grade. In Paris waren dies drei Hauptgrade, die der Bakkalarien (Bakkalaureen), Lizentiaten und Magister (Meister). Die Bakkalarien wurden von den einzelnen Magistern ernannt; der Grad eines Lizentiaten wurde nach einer Prüfung durch die Fakultätsmeister von Seiten der Kanzler oder Bischöfe erteilt, die aber zuletzt nur noch ihre Bestätigung gaben.
Nur die Magister hatten das uneingeschränkte Recht, als Lehrer ihrer Fakultät aufzutreten. Sie hießen auch oft Doktoren. In Deutschland galt die Bezeichnung Doktor meist für die drei alten oder oberen Fakultäten, während die Fakultäten der freien Künste Magister ernannten. Die Ernennung zum Doktor wurde als Promotion bezeichnet. Diese fanden meistens unter festlichen Zeremonien statt, als Zeichen der Doktorwürde wurde der Doktorhut überreicht.
Kollegien
Ein drittes für die mittelalterliche Verfassung der Universität wichtiges Institut waren die Kollegien oder Kollegiaturen; ursprünglich kirchliche Anstalten, in denen Studierende freien Unterhalt, Lehre und Beaufsichtigung fanden. Eins der ersten Universitätskollegien war die berühmte Pariser Sorbonne. Vorwiegend in Deutschland traten zusätzlich als private, dem Kolleg ähnliche Einrichtungen die Bursen auf; in England und Frankreich verbreiteten sich hingegen die Kollegien stärker, in denen später auch der Unterricht statt fand.
Zusätzlich zu Kollegs- oder Bursenangehörigen gab es im Mittelalter die so genannten fahrenden Schüler unterschiedlichster Alters- und Bildungsstufen.
Alte Universitäten im deutschen Sprachraum und in Mitteleuropa
Das deutsche Universitätswesen hat seine Ursprünge im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation (HRR) mit der Gründung der Universität Prag 1348 durch Karl IV. Die dort vertretenen vier Länder waren: Böhmen, Polen, Bayern und Sachsen. Es entstanden vor der Reformation zahlreiche weitere Universitäten, so zum Beispiel 1365 in Wien, 1386 in Heidelberg, 1392 in Erfurt, 1402 in Würzburg, 1409 in Leipzig, 1419 in Rostock, 1456 in Greifswald und 1477 in Tübingen.
Tübingen
Durch die rasante Entwicklung der Landesfürstentümer seit dem 15. Jahrhundert und die humanistische Bewegung wurde die Bindung zwischen Kirche und Universität gelockert. Im 16. und 17. Jahrhundert entstanden weitere, zum Teil dezidiert evangelische (lutherische oder calvinistische), Universitäten (z.B. Marburg 1527, Albertina (Königsberg) 1544, Gießen 1607, Kiel 1665). Viele dieser Hochschulen dienten den jeweiligen Landesherren dazu, selbst die Fachleute auszubilden, die für die Verwaltung der Territorien dringend benötigt wurden.
Es entstand zudem eine Mittelform zwischen den so genannten lateinischen Schulen (Gymnasien) und Universitäten, die als akademische Gymnasien oder gymnasia illustria bezeichnet wurden. Diese wurden von freien Städten und kleineren Landesfürsten eingerichtet, um ein Abwandern der gebildeten Jugend zu den Universitäten zu vermeiden. Sie unterschieden sich von den Universitäten meist in der Größe und darin, dass sie keine Titel verleihen konnten. Mehrere dieser akademischen Gymnasien entwickelten sich später zu wirklichen Hochschulen.
freien Städten
Während im protestantischen Norden die Universitäten im allmählichen Übergang Staatsanstalten mit einer gewissen korporativen Selbständigkeit wurden, blieben die "neuen" jesuitischen Universitäten des 16. und 17. Jahrhunderts (Würzburg 1582, Olmütz 1573, Graz 1582, Paderborn 1614), nach deren Muster auch mehrere der schon bestehenden katholischen Universitäten umgestaltet wurden, dem älteren Typus im Wesentlichen treu.
An den protestantischen Universitäten entstanden in dieser Zeit die Studentenverbindungen, gleichzeitig fand eine Beteiligung der Studenten an der Universitätsverwaltung nicht mehr statt. Die Wahl junger, studierender Fürsten zum Rektor wurde reine Formsache, da die eigentliche Verwaltung von Prorektoren, die aus der Gruppe der Professoren gewählt wurden, geführt wurde.
Alte Universitäten in Osteuropa
- Universität Vilnius gilt als die älteste Universität im Baltikum. Gegründet von Jesuiten 1579.
- Immanuel-Kant-Universität Kaliningrad, Preußen, 1544 von Herzog Albrecht gegründet.
Verfassung des Lehrkörpers
In der Zeit von 1500 bis 1650 begann auch die Entwicklung des akademischen Lehrkörpers zu der im Wesentlichen noch heute geltenden Verfassung. Danach bilden die ordentlichen Professoren (professores publici ordinarii) als vollberechtigte Mitglieder der vier Fakultäten den akademischen (großen) Senat. Die ordentlichen Professoren einer Fakultät wählen aus ihrer Mitte den Dekan, sämtliche ordentliche Professoren den Rektor. Zudem gibt es nicht dem Senat angehörige Professoren und Privatdozenten, die zwar eine Lehrerlaubnis, aber keine Lehrverpflichtung haben.
Moderne Universitäten
Erste Vorlesungen in deutscher Sprache hielt Christian Thomasius an der durch seine Bemühungen gegründeten Universität in Halle. Dort erschien auch unter seiner Leitung die erste kritische akademische Zeitschrift. Die erste Universität, die mit einer Akademie der Wissenschaften verbunden wurde, war die Universität Göttingen.
Ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts verlagerte sich der Schwerpunkt an den Universitäten vom Sammeln, Ordnen und Vermitteln von Wissen verstärkt hin zur Forschung, also zum Erzeugen von Wissen. Dies geschah inspiriert durch das Humboldtsche Bildungsideal der Einheit von Forschung und Lehre, das in der Friedrich-Wilhelms-Universität Berlin, der heutigen Humboldt-Universität begründet wurde und weltweite Nachahmung fand. In den 1880er Jahren begann eine Neuordnung der Fakultäten an den Universitäten, so entstanden natur-, staats-, geistes- oder wirtschaftswissenschaftliche Fakultäten. Zudem wurden die akademischen Seminare beliebt, bei denen die Studierenden unter Anleitung praktische Übungen durchführen. Gleichzeitig entwickelten sich die Laboratorien, Observatorien und Kliniken, so dass in den Naturwissenschaften und in der Medizin eine praxisnahe Ausbildung vorgenommen werden konnte.
Allerdings traten in dieser Zeit auch erstmals "überfüllte" Studiengänge auf.
Einen besonderen Typus der Universität stellt die Stiftungsuniversität dar (Frankfurt am Main, 1912/14).
Der anhaltende wirtschaftliche Nachkriegsaufschwung und spätere Bildungsreformen gewährten in der Bundesrepublik ab 1960 allmählich Kindern aus allen gesellschaftlichen Schichten einfachen Zugang zu höherer Bildung. Ab 1970 wurden neue Universitäten und Gesamthochschulen gegründet, u.a. in Bremen, Bochum, Augsburg, Regensburg, Düsseldorf, Oldenburg, Trier in Deutschland sowie Salzburg und Linz in Österreich.
Die seit 1965 aufkommende Studentenbewegung war ein Teil des internationalen reformerischen Aufbruchs, der besonders 1968 von Berkeley (USA) über Paris, Berlin bis Prag reichte. Die deutsche "68-er"-Generation rebellierte gegen das Totschweigen der Verbrechen des "Dritten Reiches" durch die Elterngeneration und deckte die unaufgearbeiteten Verstrickungen erheblicher Teile der deutschen Wissenschaft in der Hitlerzeit auf. Der die Diskussion bestimmende Teil der damals Studierenden sah die gründliche Aufarbeitung und Abkehr von Traditionen, die das Dritte Reich vorbereitet hatten, als Voraussetzung für jeden weiteren wissenschaftlichen und sozialen Fortschritt an.
Der gesellschaftliche Umbruch reichte über die Universitäten hinaus: In der Bundesrepublik Deutschland begann die neu gebildete Sozialliberale Koalition eine Aussöhnungspolitik mit dem Osten und schuf damit wesentliche Voraussetzungen für die heutige deutsche Einheit. Die sexuelle Revolution, Dritte-Welt-Solidarität, Ökologiebewegung, Hausbesetzerbewegung, aber auch der RAF-Terrorismus waren nur einige Aspekte, die die tiefgreifende Veränderung des gesellschaftlichen Klima zeigten.
Die Studentenbewegung hat die universitäre Landschaft nachhaltig beeinflusst: Eine erweiterte Mitbestimmung - Drittel- und Viertelparität - in den Universitätgremien der akademischen Selbstverwaltung eröffnete den Studenten eine Fülle an neuen politischen Wirkungsmöglichkeiten. Es existiert heute an den Universitäten eine pluralistische Vielfalt von Vereinigungen. Darunter sind studentische Selbstverwaltungsorgane wie AStA-Referate für hochschul- und gesellschaftspolitische Fragen (z.B. Schwulenreferate, Ausländerreferate), politische Fachbereichsinitiativen, Freizeiteinrichtungen, z.B. Studentencafés, Entrepreneur-Vereine und Ausgründungsinitiativen zur Karriere-Förderung. Studentische Dachverbände wie die fzs verstehen sich bewusst als Gegengewicht zu herkömmlichen Studentenverbindungen, lehnen diese ab und bekämpfen sie offen.
Neben den staatlichen und den privaten kommerziellen Universitäten gab es auch immer wieder Versuche, nichthierarchisch organisierte "offene" Universitäten zu schaffen. Einen solchen Versuch stellt gegenwärtig die [http://www.offeneuni.tk Offene Universität Berlins] dar.
Die German University Cairo (GUC) in Kairo/Ägypten ist das zurzeit weltweit größte von Deutschland unterstützte Projekt im Bildungsbereich. Mit Unterstützung der Universitäten Ulm und Stuttgart wurde die GUC im Jahre 2001 gegründet und hatte bereits zwei Jahre später 3.300 Studierende mit einem Frauenanteil von 40 Prozent.
Eine derzeit große Veränderung in der europäischen Hochschullandschaft ist das Bestreben zur Harmonisierung und Internationalisierung des europäischen Hochschulraums (Bologna-Prozess), der weit über die EU-Grenzen hinausgreift und an dem sich 45 Länder beteiligen. Wichtigste Veränderung für die Studenten ist dabei der einheitliche Wechsel der Studienabschlüsse zum angelsächsischen Bachelor und Master bis 2010. Damit soll ein einfacherer Universitätswechsel sowie eine leichtere Anerkennung und ein besserer Vergleich der Studienabschlüsse beim Berufseinstieg oder -wechsel über alle Ländergrenzen hinweg erreicht werden.
Moderne Universitätsbauten im Bild:
Bild:Tübingen_Uni.jpg|Eberhard-Karls-Universität Tübingen: Blick auf naturwissenschaftliche und medizinische Fakultäten "Auf der Morgenstelle"
Bild:Marburger_Mensa_Lahnberge.jpg|Universität Marburg: Mensa auf den Lahnbergen
Image:Goe.Uni.Nordbereich.Faculty.Buildings.May.2005.image01.JPG|Universität Göttingen: Nordbereich
Bild:Berlin_Charlottenburg_TU-Berlin_Hauptgebaeude.jpg|Technische Universität Berlin: Hauptgebäude
Image:CAUKielLuftaufnahmeUniBib.jpg|Unibibliothek und Fakultätenblöcke der Universität Kiel
Bild:Uni_Hohenheim.jpg|Biologiezentrum der Universität Hohenheim
Die ältesten europäischen Universitäten
siehe auch: Graphische Darstellung der europäischen Universitäten
Liste von Universitäten
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Literatur
- Karl Griewank: "Deutsche Studenten und Universitäten in der Revolution von 1848", Böhlau 1949, ISBN B0000BIRT2
- Die Idee der deutschen Universität: die fünf Grundschriften aus der Zeit ihrer Neubegründung durch klassischen Idealismus und romantischen Idealismus (darin u.a. Wilhelm von Humboldt: Über die innere und äußere Organisation der höheren wissenschaftlichen Anstalten in Berlin. 1810). Darmstadt: Wissenschaftliche Buchgesellschaft, 1956, ISBN B0000BJR17
- Ernst Anrich: "Die Idee der deutschen Universität und die Reform der deutschen Universitäten", Wissenschaftliche Buchgesellschaft 1960, ISBN B0000BFU6B
- Walther Hubatsch: "Deutsche Universitäten un | | |