:: wikimiki.org ::
| Gregor XV. (Papst) |
Gregor XV. (Papst)
Alessandro Ludovisi ( - 9. Januar 1554 in Bologna; † 8. Juli 1623 in Rom) war unter dem Namen Gregor XV. Papst von 1621 bis 1623.
Alessandro Ludovisi war der Sohn von Graf Pompeo Ludovisi. Er studierte in Rom Philosophie und Theologie bei den Jesuiten. 1571 wechselte er zum Jura-Studium nach Bologna. Sein Studium beendete er in Bologna mit der Promotion zum Dr. jur. im Jahr 1575.
Nach der Priesterweihe wurde er von Papst Gregor XIII. in Dienst genommen. 1612 schließlich wurde er unter Papst Paul V. zum Erzbischof von Bologna ernannt. Papst Paul V. ernannte ihn 1616 zum Kardinal.
Das Konklave wählte ihn am 9. Februar 1621 zum neuen Papst. Am 15. Februar 1621 ernannte er seinen Neffen Ludovico Ludovisi zum Kardinal.
Da Gregor XV. sich dafür eingesetzt hatte, dass der Herzog Maximilian von Bayern die pfälzische Kurfürstenwürde erhielt, schenkte dieser ihm die Universitätsbibliothek von Heidelberg, die Bibliotheca Palatina.
Am 6. Januar 1622 gründete er als Zentralbehörde für alle Belange der Missionierung die Congregatio de Propaganda Fide, die kurz auch als die Propaganda bezeichnet wird. Mit zwei Bullen vom 15. November 1621 und vom 12. März 1622 führte er die geheime Abstimmung durch Stimmzettel ein, und gab dadurch der Papstwahl die Grundlage ihre heutige Form.
Am 12. März 1622 sprach er Ignatius von Loyola, den Gründer des Jesuitenordens, heilig. Am 15. September 1622 sprach er den Deutschen Albertus Magnus selig.
Er starb am 8. Juli 1623 in Rom und wurde in der Kirche S. Ignazio beigesetzt.
Weblinks
-
-
Kategorie:Papst
Kategorie:Italiener
Kategorie:Geboren 1554
Kategorie:Gestorben 1623
ja:グレゴリウス15世 (ローマ教皇)
ko:교황 그레고리오 15세
1554
Politik und Weltgeschehen
- Am 24. Februar schließt Kurfürst August I. von Sachsen mit den Ernestinern den Naumburger Vertrag
- Eindhoven wird Opfer eines großen Brandes
- Brasilien. Gründung der Stadt São Paulo
- In Konstantinopel eröffnet das erste europäische Kaffeehaus
- Sir Walter Raleigh, englischer Freibeuter († 1618)
- 1. Januar: Ludwig, Herzog von Württemberg († 1593)
- 9. Januar: Gregor XV., unter dem Namen Gregor XV. Papst von 1621 bis 1623 († 1623)
- 20. Januar: Sebastian I., König von Portugal aus dem Hause Avis († 1578)
- 5. Juli: Elisabeth von Österreich, das fünfte Kind und die zweite Tochter von († 1592)
- 29. November: Philip Sidney, einer der ersten guten englischen Prosaiker († 1586)
- 17. Dezember: Ernst von Bayern, von 1583 bis 1612 Erzbischof des Erzbistums Köln († 1612)
- Augustin Cranach
- 16. Januar: Christiern Pedersen, dänischer Humanist und Schriftsteller ( - 1480)
- 6. Februar: Arnold von Bruck, Komponist ( - um 1490)
- 12. Februar: Johanna (Lady Jane Grey), Königin von England ( - 1537)
- 21. Februar: Hieronymus Bock, saarländischer Botaniker, lutherischer Prediger und Arzt ( - 1498)
- 3. März: Johann Friedrich I., Kurfürst und Herzog von Sachsen ( - 1503)
- 19. Juni: Sixtus Birck, deutscher Dramatiker ( - 1501)
- 22. August: Francisco Vásquez de Coronado, spanischer Konquistador ( - 1510)
- 29. Oktober: Rosine von Baden, Markgräfin von Baden ( - 1487)
- Josel von Rosheim (Joselmann Ben Gerschon Loans), Vertreter der jüdischen Gemeinden im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation und in Polen, ( - 1476)
- 1554 oder 1555: Piri Reis, osmanischer Kartograf ( - 1465)
ko:1554년
8. JuliDer 8. Juli ist der 189. Tag des Gregorianischen Kalenders (der 190. in Schaltjahren) - somit bleiben noch 176 Tage bis zum Jahresende.
Ereignisse
- 1455 - Altenburger Prinzenraub: Initiiert von Kunz von Kaufungen werden die beiden Söhne des sächsischen Kurfürsten aus dem Altenburger Schloss entführt.
- 1497 - Vasco da Gama verlässt den Hafen Rastello bei Lissabon mit vier Schiffen um Indien zu finden.
- 1709 - Der Sieg der russischen Armee unter Peter dem Großen in der Schlacht bei Poltawa entscheidet den Großen Nordischen Krieg.
- 1758 - In der Schlacht bei Ticonderoga (Nordamerika) erleidet eine britische Armee unter General James Abercrombie eine schwere Niederlage gegen die von Louis-Joseph de Montcalm geführten Franzosen
- 1760 - Im Franzosen- und Indianerkrieg kommt es mit dem Gefecht auf dem Restigouche-Fluss zum letzten Versuch der Franzosen, ihre Besitzungen in Neufrankreich zu halten.
- 1810 - Napoleon annektiert die Niederlande.
- 1816 - Argentinien. Die Spanier werden aus dem La Plata-Gebiet vertrieben.
- 1853 - Der US-amerikanische Commodore Matthew Calbraith Perry erzwingt die Aufnahme diplomatischer Beziehungen mit Japan indem er mit seinen Kriegsschiffen in die Bucht von Tokyo eindringt.
- 1859 - Karl XV. besteigt den Thron von Schweden und Norwegen.
- 1864 - Deutsch-Dänischer Krieg
- 1889 - Die Erstausgabe des Wall Street Journal wird veröffentlicht.
- 1908 - Das Kaiserliche Patentamt erteilt Melitta Bentz Gebrauchsmusterschutz auf ihre Erfindung eines Kaffeefiltriersystems.
- 1928 - Das Luftschiff LZ 127 wird auf den Namen „Graf Zeppelin“ getauft.
- 1953 - In Deutschland wird für Bundestagswahlen eine bundesweit geltende Fünf-Prozent-Hürde eingeführt.
- 1966 - Burundi. Ndizeye setzt seinen Vater, König Mwami Mwambutsa II. während Abwesenheit ab und besteigt als König Mwami Ntare V. selbst den Thron.
- 1973 - Italien. Mariano Rumor wird neuer Regierungschef.
- 1986 - Deutschland. Der Siemens-Manager und Atomphysiker Karl Heinz Beckurts wird durch einen RAF-Bombenanschlag in der Nähe Münchens getötet.
- 1989 - In Argentinien wird der peronistische Wahlsieger Carlos Menem nach dem vorzeitigen Rücktritt seines Amtsvorgängers Raúl Alfonsín als neuer Staatspräsident vereidigt.
- 1992 - Dr. Thomas Klestil wird Bundespräsident in Österreich
- 1994 - Gründung der Wirtschaftsunion zwischen Kirgisistan, Kasachstan und Usbekistan
- 1996 - Guinea. Sidia Touré wird Regierungschef.
- 1997 - Unterzeichnung der NATO-Ukraine-Charta
- 1999 - Bundeskanzler Gerhard Schröder zu Besuch beim ukrainischen Präsidenten Leonid Kutschma in Kiew, Ukraine.
2000 - In Großbritannien beginnt der Verkauf des vierten Harry Potter-Romans. „Harry Potter und der Feuerkelch” verkauft sich am Erscheinungstag über 370 000 mal
- 2001 - Chile. Ein Berufungsgericht beschließt die Aussetzung des Verfahrens gegen den Ex-Diktator Augusto Pinochet Ugarte.
- 2003 - Der Start der Raumsonde Opportunity zur geologischen Erforschung des Planeten Mars verläuft erfolgreich.
- 2003 - Rund 50 Stunden nach der am 6. Juli begonnenen weltweit ersten Trennung erwachsener Siamesischer Zwillinge sterben die Schwestern Ladan und Laleh Bijani (29) kurz nacheinander an den Folgen des Eingriffs
- 2004 - Heinz Fischer wird als österreichischer Bundespräsident angelobt (vereidigt).
- 2005 - G8-Gipfel in Gleneagles/Großbritannien Schwerpunktthemen Afrika und Klimawandel
Katastrophen
- 1965 - British Columbia, Kanada. Kollision einer Douglas DC-6B der Canadian Pacific Airlines, wahrscheinlich ausgelöst durch Sabotage. Alle 52 Menschen an Bord sterben.
Sport
- Einträge im Bereich Formel 1 siehe Formel 1.
- Einträge von Leichtathletik-Weltrekorden s. u. der jeweiligen Disziplin unter Leichtathletik.
- 1990 - Durch einen von Brehme verwandelten Foulelfmeter gewinnt die DFB-Auswahl das Finale der 14. Fußball-WM gegen die argentinische Nationalmannschaft mit 1:0 und wird zum dritten Mal Weltmeister.
1995 - Steffi Graf gewinnt zum sechsten Mal das Tennis-Turnier von Wimbledon
Geboren
- 1545 - Don Carlos, spanischer Kronprinz
- 1621 - Jean de La Fontaine, französischer Schriftsteller und Dichter
- 1810 - Gabriel Gustav Valentin, deutscher Arzt und Physiologe
- 1810 - Johanna Kinkel, deutsche Komponistin
- 1822 - Friedrich Kaulbach, deutscher Maler
- 1836 - Emil Jacobsen, deutscher Chemiker und Schriftsteller
- 1836 - Joseph Chamberlain, britischer Staatsmann
- 1838 - Ferdinand Graf von Zeppelin, General, deutscher Unternehmer und Luftschiffbauer
- 1839 - John D. Rockefeller, US-amerikanischer Unternehmer
- 1851 - Arthur Evans, britischer Archäologe
- 1867 - Käthe Kollwitz, deutsche Graphikerin, Bildhauerin und Malerin
- 1871 - Walter Breisky, österreichischer Beamter, Politiker und Bundesminister
- 1885 - Ernst Bloch, deutscher Philosoph
- 1890 - Hanns Johst, deutscher Dramatiker und Hofdichter der Nazis
- 1890 - Walter Hasenclever, expressionistischer deutscher Schriftsteller
- 1892 - Dion O'Banion, Gangster und Rivale von Al Capone
- 1893 - Fritz Perls, Psychiater und Psychotherapeut
- 1894 - Pjotr Kapiza, russischer Physiker
- 1895 - Hubert Materlik, deutscher Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus
- 1895 - Igor Tamm, sowjetischer Physiker
- 1900 - George Antheil, US-amerikanischer Komponist und Pianist
- 1906 - Max Strecker, deutscher Schauspieler
- 1906 - Philip Johnson, US-amerikanischer Architekt
- 1907 - Otto Kranzbühler, Verteidiger von Karl Dönitz bei den Nürnberger Prozessen
- 1908 - Harald Reinl, deutscher Filmregisseur und Drehhbuchautor
- 1908 - Louis Jordan, US-amerikanischer Musiker, Sänger und Songschreiber
- 1908 - Nelson A. Rockefeller, US-amerikanischer Politiker, Vizepräsident unter Gerald Ford
- 1913 - Billy Eckstine, US-amerikanischer Bandleader
- 1914 - Kurt Barthel, deutscher Schriftsteller, Lyriker, Dramatiker und Dramaturg
- 1916 - Peter Pasetti, deutscher Schauspieler
- 1919 - Walter Scheel, deutscher Politiker, 4. Bundespräsident
- 1925 - Marco Cé, emeritierter Patriarch von Venedig und Kardinal
- 1926 - Elisabeth Kübler-Ross, schweizerisch-amerikanische Medizinerin
- 1931 - Jürgen Böttcher, Maler und Regisseur
- 1932 - Jerry Vale, US-amerikanischer Sänger
- 1933 - Marty Feldman, englischer Komiker
- 1934 - Anton Schwarzkopf, deutscher Konstrukteur von Attraktionen und Achterbahnen
- 1935 - Steve Lawrence, US-amerikanischer Sänger
- 1940 - Peter Danckert, deutscher Politiker und MdB
- 1944 - Jai Johanson, US-amerikanischer Musiker
- 1945 - Herbert Schirmer, war Minister für Kultur der DDR
- 1945 - Micheline Calmy-Rey, Schweizer Politikerin und Bundesrat
- 1945 - Ricky Wolff, britischer Musiker
- 1947 - Willie Wilson, britischer Musiker
- 1951 - Anjelica Huston, US-amerikanische Schauspielerin
- 1952 - Ulrich Wehling, deutscher Skisportler
- 1955 - Patrick Streiff, Bischof der evangelisch-methodistischen Kirche
- 1956 - Millard Hampton, US-amerikanischer Leichtathlet und Olympiasieger
- 1957 - Thomas Fuchsberger, deutscher Komponist
- 1958 - Kevin Bacon, US-amerikanischer Schauspieler
- 1959 - Sabine Knoll, deutsche Schauspielerin
- 1961 - Andy Fletcher, britischer Musiker
- 1961 - Toby Keith, US-amerikanischer Country-Musiker
- 1962 - Johan Gielis, belgischer Ingenieur, Wissenschaftler, Mathematiker und Unternehmer
- 1964 - Linda de Mol, niederländische Showmasterin
- 1965 - John Shackley, britischer Schauspieler
- 1969 - Joana Schümer, deutsche Schauspielerin
- 1976 - Wang Liping, chinesische Leichtathletin und Olympiasiegerin
- 1981 - Anastasia Myskina, russische Tennisspielerin
- 1984 - Alexis Dziena, US-amerikanische Schauspielerin
Gestorben
- 1153 - Eugen III., Papst von 1145 bis 1153
- 1184 - Otto I., zweiter Markgraf von Brandenburg
- 1249 - Alexander II., von 1214 bis 1249 König von Schottland
- 1261 - Adolf IV., Graf von Schauenburg und Holstein
- 1390 - Albert von Sachsen, deutscher Mathematiker und Logiker
- 1538 - Diego de Almagro, spanischer Konquistador
- 1597 - Luis Frois, portugiesischer Missionar der Gesellschaft Jesu
- 1623 - Alessandro Ludovisi, Papst von 1621 bis 1623
- 1623 - Gregor XV., Papst von 1621 bis 1623
- 1636 - John Hepburn, schottischer Heerführer, Marschall von Frankreich
- 1681 - Georg Neumark, deutscher Komponist von Kirchenliedern
- 1689 - Luise Christine von Savoyen-Carignan, Mutter von Markgraf Ludwig Wilhelm von Baden
- 1695 - Christiaan Huygens, niederländischer Astronom, Mathematiker und Physiker
- 1753 - Federico Bencovich, italienischer Maler
- 1822 - Percy Bysshe Shelley, britischer Schriftsteller
- 1827 - Robert Surcouf, französischer Marineoffizier und Korsar
- 1832 - Henry Raeburn, britischer Maler
- 1843 - Washington Allston, US-amerikanischer Maler und Dichter
- 1850 - Adolph Friedrich, Herzog von Cambridge, britischer Feldmarschall
- 1855 - William Edward Parry, britischer Admiral und Polarforscher
- 1859 - Oskar I., König von Schweden und Norwegen
- 1878 - Franz Xaver Winterhalter, deutscher Portraitmaler und Lithograf
- 1884 - Prof. Georg Eberlein, deutscher Baumeister und Maler
- 1895 - Johann Josef Loschmidt, österreichischer Physiker und Chemiker
- 1898 - Jefferson Randolph Smith, US-amerikanischer Geschäftsmann
- 1913 - Louis Hémon, französischer Schriftsteller
- 1916 - Henriette Johanne Marie Müller, Hamburger Original
- 1928 - Erich Adickes, deutscher Philosoph
- 1941 - Agnes Straub, deutsche Schauspielerin
- 1943 - Jean Moulin, französischer Kämpfer der Résistance
- 1946 - Alexander Wassiljewitsch Alexandrow, russischer Komponist
- 1948 - Bruno H. Bürgel, Astronom, Schriftsteller und Publizist
- 1952 - Karl Jakob Hirsch, deutscher Künstler und Schriftsteller
- 1962 - Gustav Gundelach, deutscher Politiker
- 1967 - Vivien Leigh, britische Film- und Theaterschauspielerin
- 1975 - Lennart Skoglund, schwedischer Fußballspieler
- 1977 - Katherine Stinson, US-amerikanische Flugpionierin
- 1979 - Robert Burns Woodward, Chemiker
- 1979 - Shinichiro Tomonaga, japanischer Physiker
- 1984 - Franz Fühmann, deutscher Schriftsteller
- 1984 - José Humberto Quintero Parra, Erzbischof von Caracas und Kardinal
- 1985 - Simon Kuznets, Nobelpreisträger und Ökonom
- 1988 - Ray Barbuti, US-amerikanischer American-Football-Spieler, Leichtathlet und Olympiasieger
- 1989 - August Haußleiter, deutscher Politiker und Journalist
- 1994 - Kim Il-sung, kommunistischer Machthaber Nordkoreas
- 1995 - Günter Bialas, deutscher Komponist
- 1999 - Charles Conrad, US-amerikanischer Astronaut
- 1999 - Günter Caspar, Cheflektor des Aufbau Verlages
- 2001 - Christl Haas, österreichische Skirennläuferin
- 2002 - David McWilliams, englisch/irischer Musiker
- 2003 - Armin Mohler, deutscher Publizist
- 2003 - Lewis Alfred Coser, US-amerikanischer Soziologe
- 2004 - Chlodwig Poth, deutscher Humorist, Zeichner und Karikaturist
- 2004 - Jean Lefebvre, französischer Schauspieler
- 2005 - Peter Boenisch, deutscher Journalist
Feier- und Gedenktage
Kilianstag
Siehe auch
:7. Juli - 9. Juli
:8. Juni - 8. August
:Historische Jahrestage - Zeitskala
:Wikipedia:Glaskugel - Wikipedia:Formatvorlage Tag
0708
ja:7月8日
ko:7월 8일
simple:July 8
th:8 กรกฎาคม
1623
Politik und Weltgeschehen
- München wird Kurfürstliche Residenzstadt
- Erste Vier-Spezies-Maschine durch Wilhelm Schickard
- 6. August: Maffeo Kardinal Barberini wird zum Papst Urban VIII. gewählt
- Statue of Monopolies als erstes Patentgesetz für Großbritannien erlassen (siehe auch Patent)
- In London erscheint die erste Gesamtausgabe von Shakespeares Dramen, die so genannte First Folio
- Die Hohenzollernlinien Hohenzollern-Sigmaringen und Hohenzollern-Hechingen werden von Kaiser Ferdinand II. in den Reichsfürstenstand erhoben
- 27. April: Johann Adam Reincken, deutscher Komponist und Organist († 1722)
- 30. April: François de Montmorency-Laval, erster katholischer Bischof in Kanada († 1708)
- 1. Mai: Hans Ernst von Wied-Runkel, deutscher Soldat und Hofbeamter († 1664)
- 26. Mai: William Petty britischer Physiker und ökonom († 1687)
- 19. Juni: Blaise Pascal, französischer Mathematiker († 1662)
- 17. Oktober: François Turrettini, reformierter Theologe († 1687)
- 28. Oktober: Johann Grueber, Missionar († 1680)
- 15. Januar: Paolo Sarpi, italienischer Ordensmann und Historiker ( - 1552)
- 25. März: Henri de La Tour d'Auvergne, duc de Bouillon, französischer Heerführer, Diplomat und Politiker ( - 1555)
- 6. Juli: William Byrd, englischer Komponist ( - 1543)
- 8. Juli: Gregor XV., Papst seit 1621 ( - 1554)
- 11. November: Philippe Duplessis-Mornay, reformierter Theologe und Staatsmann ( - 1549)
- Ludovico Zacconi,italienischer Musiktheoretiker ( - 1550)
- Francisco de Mendoza, spanischer Feldherr ( - 1545)
ko:1623년
Papst
Papst (v. griech.: pappas, Vater; v. lat.: papa, Papa, Vater) ist der religiöse Titel für das Oberhaupt der Römisch-Katholischen Kirche (auch: Heiliger Vater oder Santo Padre).
Römisch-Katholischen Kirche
Unter der Bezeichnung Heiliger Stuhl agiert der Papst sowohl allein, als auch zusammen mit der Kurie international als nichtstaatliches Völkerrechtssubjekt und vertritt zugleich den Vatikanstaat (als staatliches Völkerrechtssubjekt), dessen Staatsoberhaupt er ist.
Der aktuelle Papst ist Benedikt XVI., der am 19. April 2005 in dieses Amt gewählt wurde.
Seit 1871 residiert der Papst im Apostolischen Palast neben dem Petersdom. Kathedralkirche des Papstes ist die Lateranbasilika. Der Papst-Thron wird auch Kathedra Petri genannt.
Geschichte
Kathedra Petri)]] Der Papst ist nach katholischer Auffassung und der einiger anderer christlicher Kirchen Nachfolger des Apostels Petrus, der von diesen Kirchen als erster Bischof von Rom angesehen wird und vermutlich um das Jahr 67 in Rom den Märtyrertod erlitten hat. Einige Kritiker und einige Historiker bezweifeln jedoch, dass er je dort war.
Begründet wird dieser Anspruch mit einer Stelle aus dem Matthäus-Evangelium der Bibel (Kapitel 16, Vers 18-19), die wie folgt lautet (Einheitsübersetzung):
Du bist Petrus und auf diesen Felsen will ich meine Kirche bauen und die Pforten der Hölle sollen sie nicht überwältigen. Und dir will ich geben die Schlüssel über das Himmelreich. Was du auf Erden bindest, soll im Himmel gebunden sein. Und was du auf Erden lösest, soll im Himmel gelöst sein.
Umstritten ist, ob der 1. Clemensbrief aus dem Jahre 98 bereits eine Vorrangstellung der Gemeinde von Rom dokumentiert oder als brüderliche Ermahnung unter Gleichberechtigten anzusehen ist. In diesem Brief an die Gemeinde von Korinth fordert der damalige Bischof von Rom, Clemens, von den Korinthern die Rücknahme von abgesetzten Presbytern. Er nimmt Bezug auf das Martyrium der Apostel Petrus und Paulus in Rom.
In der römisch-katholischen Kirche stammt die erste bekannte Verbindung des Titels "Papst" mit dem Bischof von Rom aus der Zeit des Marcellinus (†304), der in der Grabinschrift des Diakons Severus so bezeichnet wird. Bischof Siricius von Rom (385–399) bezeichnet sich als Erster amtlich als papa, als ausschließliche Amtsbezeichnung für den Bischof von Rom wird der Begriff von Gregor I. (590-604) gesetzlich festgeschrieben.
Vorher (ab dem 3. Jahrhundert) war es eine Ehrbezeichnung für Bischöfe, Patriarchen und Äbte vor allem im Orient – da die koptische Kirche bereits seit dem Konzil von Chalcedon 451 (vor Gregor) nicht mehr zur gleichen Kirche wie die lateinische gehört, führt ihr Oberhaupt ebenfalls den Titel Papst.
Seit Leo I. (Bischof von Rom 440 bis 461) führt der römische Papst die Bezeichnung „Pontifex Maximus“, den bis zu Kaiser Gratian der römische Kaiser als oberster römischer Priester trug (mögliche Etymologien unter anderem: Oberster Brückenbauer oder Pfadbahner).
Im Mittelalter ergab sich des Öfteren die Situation, dass es mehrere Päpste gleichzeitig gab, da zu Lebzeiten eines bereits kanonisch gewählten Papstes ein Gegenpapst eingesetzt wurde. Dazu kam es, weil sich zum Beispiel das Kardinalskollegium spaltete, der Kaiser oder römische aristokratische Familien in die Papstwahl eingriffen. Solche Eingriffe sind inzwischen unter Androhung der Exkommunikation verboten. Außerdem kam es im 14. Jahrhundert zur Verlegung der Residenz nach Avignon und zum großen Schisma (siehe Avignonesisches Papsttum und Abendländisches Schisma).
Im 15. Jahrhundert gewann der Konziliarismus an Auftrieb, der aber bald zurückgedrängt wurde.
Titel
Die Titel des Papstes lauten:
- Bischof von Rom
- Stellvertreter Jesu Christi auf Erden (Vicarius Christi)
- Nachfolger des Apostelfürsten (gemeint ist Petrus; beide Titel haben kirchenrechtlich keine Konsequenzen und spiegeln nur religiöse Aspekte wider)
- Oberster Priester der Weltkirche (Ehrentitel, der seine Stellung in der Liturgie regelt, gerade wenn Patriarchen konzelebrieren.)
- Oberster Brückenbauer (Pontifex maximus) (Geht zurück auf den Titel Pontifex Maximus im römischen Reich)
- Patriarch des Abendlandes
- Primas von Italien (ein Ehrenvorrecht, Primatentitel sind in der Rechtstellung aufgehoben)
- Metropolit und Erzbischof der Kirchenprovinz Rom (wie alle Erzbischöfe übt er eine Art Supervision über die Bischöfe der umliegenden Diözesen aus)
- Souverän des Staates der Vatikanstadt (der weltliche Titel des Papstes)
- Diener der Diener Gottes (ein Titel, den sich Papst Gregor der Große gegeben hat. Lateinisch: servus servorum dei)
Insignien
Vatikanstadt nicht mehr getragen]]
Die päpstlichen Insignien bestehen aus
- dem Papstthron
- der Papstkrone (Tiara). Papst Paul VI. war bislang der letzte Papst, der mit der Tiara gekrönt wurde. 1964 legte er die Tiara ab. Seine Nachfolger verzichteten fortan auf eine Krönungszerememonie, führten die Tiara aber weiterhin in ihrem persönlichen Wappen. Papst Benedikt XVI. ersetzte die Tiara in seinem persönlichen Wappen durch eine einfache Bischofsmitra mit drei goldenen, in der Mitte verbundenen Ringen.
- dem päpstlichen Hirtenstab (Ferula)
- dem Fischerring (anulus piscatoris)
- dem Pallium
- sowie einigen liturgischen Gewändern
Kleidung
Reisebekleidung und Alltagskleidung: Jeder Papst trägt sein eigenes Wappen auf den Gürtel gestickt. Der sog. Mantello ist ein roter Mantel für kaltes Wetter. Wie jeder Bischof trägt auch der Papst ein Pileolus. Im Laufe der Zeit hat sich die Bekleidung des Papstes zum Teil grundlegend verändert.
Bis auf die Papstkrone sind die päpstlichen Insignien spezielle Varianten der bischöflichen Insignien.
Kirchenrecht
Wahl
Zum Papst kann nach dem Kirchenrecht jeder getaufte männliche Katholik gewählt werden; es gibt keine näheren Bestimmungen außer der, daß er unverheiratet sein muss. Allerdings war der letzte nicht als Kardinal gewählte Papst Urban VI. im 14. Jahrhundert (1378). Der Papst wird im Konklave, einer Versammlung aller Kardinäle, die zum Zeitpunkt des Todes des Vorgängers jünger als 80 Jahre sind, auf Lebenszeit gewählt. Das Konklave wird jeweils in der Sixtinischen Kapelle (la cappella sistina) abgehalten. 1996 wurde mit der Konstitution Universi Dominici Gregis die früher geforderte Zweidrittelmehrheit plus eine Stimme ab dem 33. erfolglosen Wahlgang durch eine absolute Mehrheit ersetzt. Ist der Gewählte kein Bischof, oder ist er gar nur Laie, wird er noch im Konklave zum Bischof von Rom geweiht, so dass er dann Papst werden kann.
Nach (römisch-katholischem) kirchlichem Recht ist der Papst, wie alle Bischöfe, immer ein Mann. Ob es die in verschiedenen Überlieferungen erwähnte Päpstin Johanna tatsächlich gegeben hat, ist historisch nicht gesichert.
siehe auch: Sedisvakanz, Konklave
Namensgebung
Nach der erfolgten Wahl wird der neue Papst gefragt, welchen Namen er annimmt. Die Namenswahl unterliegt der freien Entscheidung des Papstes. Aus der Wahl des Namens versuchen Beobachter politische Ziele des neuen Papstes abzuleiten, indem die charakteristischen Eigenschaften von vorherigen Päpsten sowie Heiligen dieses Namens untersucht werden. So war der Name Pius vom Ende des 18. bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts der mit Abstand am häufigsten gewählte Name. Seit dem Tod von Pius XII. (1958) wurde er jedoch nicht mehr gewählt, da diesem Papst oft Untätigkeit gegenüber dem Holocaust vorgeworfen wird. Zudem verkörperten viele Päpste dieses Namens die besonders konservativen Kräfte der Kirche, wie Pius IX. mit dem Syllabus Errorum und Pius X. mit dem Antimodernisteneid. Ein Papst, der sich heute Pius nennen würde, gälte daher von Anfang an als sehr konservativ. (Lucian Pulvermacher, das Oberhaupt der ultrakonservativen True Catholic Church, hat sich den Namen Pius XIII. gegeben.)
Päpste können Namen annehmen, die die latinisierte Form ihres bürgerlichen Namens darstellen (Hadrian VI. = Adrian Florisz, Marcellus II. = Marcello Cervini), was jedoch seit dem 16. Jahrhundert nicht mehr vorgekommen ist. Viele Päpste nehmen die Namen bedeutender Vorgänger an (Leo, Gregor) oder auch jene von Heiligen (z. B. Paul VI. nach dem Apostel Paulus). Andere gehen nach der Bedeutung der Namen (Pius = fromm; Innozenz = unschuldig). Einige Päpste wählen ihren Namen aus persönlichen Gründen (Johannes XXIII. zu Ehren seines Vaters).
Ursprünglich behielten die Päpste nach der Wahl ihren bürgerlichen Vornamen. Der erste Papst, der seinen Namen änderte, war Johannes II. im Jahr 533. Er hieß eigentlich Mercurius und wollte als Papst nicht den Namen eines heidnischen Gottes tragen. Jedoch blieb die Annahme eines neuen Namens bis zum Ende des 1. Jahrtausends eine Ausnahme.
Der erste Papstname, der wiederholt verwendet wurde, war Sixtus (257). Seitdem werden die Namen, die mehrfach vergeben werden, wie Herrschernamen mit römischen Ziffern versehen. Die Päpste der Antike und des Frühmittelalters trugen jedoch häufig Namen, die kein zweites Mal in Gebrauch kamen. Einige der antiken Namen (Clemens, Pius) wurden ab dem Hochmittelalter und damit dem Aufkommen der Namenswahl wieder aufgegriffen.
Johannes Paul I. wählte in Erinnerung an seine beiden Vorgänger den ersten Doppelnamen der Papstgeschichte. Zugleich ist dies der erste neue Papstname seit Lando (913-914). Nachdem er nach 33 Tagen im Amt starb, wählte sein Nachfolger Karol Wojtyła ebenfalls diesen Papstnamen und wurde Johannes Paul II. genannt. Der Name des derzeitigen Papstes Benedikt XVI. nimmt Bezug auf Benedikt XV. (1914-1922), der vergeblich versuchte, den Ersten Weltkrieg zu verhindern bzw. zu beenden, sowie auf den Mönchsvater und Patron Europas, Benedikt von Nursia.
Rücktritte
Päpste werden grundsätzlich auf Lebenszeit gewählt, das Kirchenrecht sieht aber auch ausdrücklich die Möglichkeit eines Rücktritts vor:
:Falls der Papst auf sein Amt verzichten sollte, ist zur Gültigkeit verlangt, dass der Verzicht frei geschieht und hinreichend kundgemacht, nicht jedoch, dass er von irgendwem angenommen wird. (Can. 332 — § 2. CIC)
Es gibt mehrere Beispiele von Rücktritten in der Geschichte der römischen Päpste: Der bekannteste dürfte der Rücktritt Coelestins V. im Jahr 1294 sein. Papst Gregor XII. wurde im Zuge des Konzils von Konstanz zum Rücktritt gezwungen. Benedikt IX. war ganze drei Mal Papst, trat dreimal zurück (1044, 1045, 1048) zu Gunsten seiner Verwandten. Die fromme Legende, es wäre bis jetzt nur ein Papst zurückgetreten (Coelestin V.), ist historisch nicht haltbar und widerlegt. Der am 2. April 2005 verstorbene Papst Johannes Paul II. lehnte noch in seinen letzten Lebenswochen einen Rücktritt aus gesundheitlichen Gründen ab.
Er begründete dies damit, dass er „sein Kreuz tragen“ und Christus im Leiden nachfolgen wolle. Auch Jesus sei nicht vom Kreuze gestiegen. Insbesondere in westlichen Gesellschaften wurde er dafür kritisiert; einige nehmen an, dies sei auf eine Tabuisierung des öffentlichen Leidens und Sterbens in westlichen Gesellschaften zurückzuführen.
Stellung und Kritik
Der universale Primatsanspruch des Bischofs von Rom entwickelte sich im Lauf des ersten Jahrtausends und gipfelte im Dictatus Papae von 1075. Der Papst gilt in der römisch-katholischen Kirche als oberster Herr der Gesamtkirche und Stellvertreter Christi auf Erden – ein Anspruch, der, abgesehen von den Unierten Kirchen, von allen übrigen Kirchen nicht anerkannt wird.
Das erste Vatikanische Konzil (1869 – 1870) erhob die Glaubensüberzeugung, der Papst sei, wenn er ex cathedra spricht, in Glaubensfragen unfehlbar, zum Dogma. Auch dieser Anspruch wird von den übrigen Kirchen abgelehnt; als Folge entstand zudem die Alt-Katholische Kirche. Ausdrücklich angewendet wurde das Unfehlbarkeitsdogma seit 1870 ein einziges Mal, 1950 bei der Formulierung des Dogmas von der leiblichen Aufnahme Mariens in den Himmel. Enzykliken und Lehrschreiben des Papstes sind für die römisch-katholische Kirche zwar bindend, aber nicht ohne weiteres als unfehlbare Lehrentscheidungen anzusehen. Die theologische Diskussion hierüber ist nicht abgeschlossen.
In der Alten Kirche gab es fünf maßgebliche Patriarchen (in der Reihenfolge des durch ökumenische Konzile definierten Ehrenvortritts):
# den Bischof von Rom
# den Bischof von Konstantinopel (seit Chalcedon im gleichen Rang wie Rom, aber im Vortritt nach Rom, da Rom älter ist)
# den Bischof von Alexandria
# den Bischof von Antiochia
# den Bischof von Jerusalem
Damals schon galt unter einigen Christen der römische Bischofssitz als „primus inter pares“, da Rom die Hauptstadt des Römischen Reiches war und die Kirche von Rom insbesondere durch die Gräber der „Apostelfürsten“ Petrus und Paulus als verehrungswürdig angesehen wurde. Der Kirchenhistoriker Eusebius von Caesarea († 339) notiert das Martyrium von Petrus und Paulus in Rom, als sei es eine in der ganzen Kirche bekannte Tatsache. Irenäus von Lyon († um 202) gibt die römische Ortstradition wieder, wonach das römische Bischofsamt sich in direkter Nachfolge vom Apostel Petrus herleite, der der erste Vorsteher (episkopos) der römischen Christengemeinde gewesen sei. Aber auch das Patriarchat von Antiochia beruft sich darauf, dass Petrus (bevor er nach Rom gegangen sei) dort der erste Bischof war (seit dem Jahr 38). Ebenso führen sich die übrigen Patriarchate (und einige weitere östliche Bischofssitze) auf einen Apostel zurück. Ob Petrus überhaupt jemals in Rom gewesen ist, ist unter Historikern umstritten.
Die römische Petrustradition ist historisch nicht ausgeschlossen, war aber in den ersten Jahrhunderten kein wichtiges Thema. Für die Anwendung von Matthäus 16,18 auf die Bischöfe von Rom als Petrusnachfolger findet sich das früheste schriftliche Zeugnis bei Papst Damasus I. im 4. Jahrhundert. Dort wird auch die römische Kirche erstmals exklusiv als "sedes apostolica" (apostolischer Stuhl) bezeichnet - eine Sonderstellung, die von den übrigen Patriarchaten nicht anerkannt wird. Durch die Teilung des Römischen Reiches wurden aber die monarchischen Tendenzen des einzigen westlichen (lateinischen) Patriarchensitzes weiter begünstigt.
Scharfe Kritiker sehen im Papsttum die Fortsetzung des Machtanspruchs des alten Roms. Die Konstantinische Wende rief einen völlig anderen Menschenschlag als den bisherigen an die Spitze der noch jungen Kirche. Während in den ersten Jahrhunderten Christen noch grausam verfolgt wurden und zum Christsein außerordentlich viel Mut gehörte, war nun das Christentum Teil der kaiserlichen Machtpolitik geworden und bot begehrenswerte (weil gut bezahlte und einflussreiche) Ämter. Die römische Kirche hatte im Westen die traditionelle Vorherrschaft Roms übernommen. Versuche, sie auf die übrigen Patriarchate auszudehnen, scheiterten jedoch. In der Folge setzte sich das Papsttum in Westeuropa mehr und mehr auch als weltlicher Herrscher durch.
Eine Stellvertreterschaft Gottes, die aus der Bibel nicht stichhaltig abzuleiten sei, habe ihr Vorbild dagegen im römischen Kaisertum. So war der Papst im Hochmittelalter in geistlichen und weltlichen Fragen Gebieter über Könige und Völker, was sich jedoch ab dem 14. Jahrhundert immer weniger durchsetzen ließ. Auch auf religiösem Gebiet kam es im Spätmittelalter zu einer immer stärkeren Diversifikation, wobei die Kirche allerdings hart gegen Andersdenkende in ihrem Machtbereich vorging.
Literatur
- Ludwig Ring-Eifel: Weltmacht Vatikan. Päpste machen Politik., Pattloch Verlag München 2004, ISBN 3629016790
- Horst Fuhrmann: Die Päpste, Beck, 2004, ISBN 3406510973
- Horst Herrmann: Die Heiligen Väter. Aufbau-Verlag, Berlin 2004, ISBN 3746681103
- Georg Schwaiger: Papsttum und Päpste im 20. Jahrhundert. Von Leo XIII. zu Johannes Paul II.,C.H. Beck Verlag 1999, ISBN 3406448925
- Georg Denzler: Das Papsttum, C.H. Beck Verlag 1997, ISBN 3406418651
- Ludwig Freiherr von Pastor: Die Geschichte der Päpste, Freiburg im Breisgau 1928, 15 Bde.
Weblinks
- [http://www.katholisch.de/9000.htm Katholische Kirche im Internet: Der Papst]
- [http://www.ikvu.de/papst/ IKvu-SPECIAL: Papstamt und Petrusdienst]
- [http://www.requiem-projekt.de Datenbank zu den Grabmälern und Karrieren der Päpste in Renaissance und Barock]
- [http://dmoz.org/World/Deutsch/Gesellschaft/Religion_und_Spiritualit%c3%a4t/Christentum/Glaubensrichtungen/Katholische/Personen/P%c3%a4pste/ Open Directory Project: Päpste]
- [http://papst.jesus.ch/ Papst Special auf jesus.ch]
- [http://www.theologie-systematisch.de/ekklesiologie/12staende.htm Aktuelle Literatur zum Papstamt]
- [http://www.vaticanhistory.de/vh/html/body_deutsche_papste.html "Die acht deutschen Päpste"]
- [http://stephanscom.at/papst/benediktxvi/0/articles/2005/04/21/a8246/ Artikel über die deutschen Päpste]
Siehe auch
- Liste der Päpste
- Papstbesuche in Deutschland
- Papstaudienz
- Liste der historischen Gegenpäpste
- Konzil
- Sedisvakanz
- Konklave (d.h. Papstwahl)
- Primat
- Religiöse Titel
- Päpstin Johanna
- Pornokratie (Mätressenherrschaft)
Kategorie:Christentum
-
Kategorie:Römisch-katholischer Geistlicher
Kategorie:Römisch-Katholische Kirche
Kategorie:Kirchenwesen
Kategorie:Herrschertitel
Kategorie:Kirchliches Amt
als:Papst
ja:ローマ教皇
ko:교황
ms:Paus (Katholik)
nb:Pave
simple:Pope
th:พระสันตะปาปา
1621
Politik und Weltgeschehen
- Philipp III. von Spanien und Portugal (1598–1621) stirbt 42jährig, sein Sohn Philipp IV. folgt ihm nach
- Die Niederländer gründen die Siedlung Neu Amsterdam (Nieuw Amsterdam) am Hudson River (heute New York City)
- Der Krieg zwischen Spanien und den Niederlanden wird erneut aufgenommen
- Willebrord Snellius van Roijen findet das nach ihm benannte Brechungsgesetz der Optik
- Das Nordlicht wird zum ersten Mal systematisch beobachtet
- 9. Februar: Alessandro Ludovisi wird zum Papst Gregor XV. gewählt
- Kaiser Ferdinand II. diktiert den Frieden von Nikolsburg und zwingt Bethlen Gábor, Fürst von Siebenbürgen, zum Verzicht auf die ungarische Königskrone
- Gustav II. Adolf erobert Riga
- 16. März: Georg Neumark, deutscher Komponist von Kirchenliedern († 1681)
- 17. März (vermutlich): Hans Jakob Christoffel von Grimmelshausen, deutscher Dichter († 1676)
- 24. März: Johann von Anhalt-Zerbst, anhaltinischer Regent († 1667)
- 31. März: Andrew Marvell, englischer Dichter († 1678)
- 25. April: Roger Boyle, 1. Earl of Orrery, Baron of Broghill, Baron Castlemartyr, Lord President of Munster; englischer Staatsmann († 1679)
- 8. Juli: Jean de La Fontaine, französischer Schriftsteller und Dichter vieler bekannter Fabeln († 1695)
- 8. September: Ludwig II. von Bourbon, Prinz von Condé, französischer Feldherr († 1686)
- 8. Dezember: Maximilian Heinrich von Bayern, Erzbischof von Köln († 1688)
- 28. Januar: Paul V. (Papst), war unter dem Namen Paul V. Papst von 1605 bis 1621 ( - 1552)
- 15. Februar: Michael Praetorius, deutscher Komponist zwischen den Renaissance- und Barockstilen ( - 1571)
- 28. Februar: Cosimo II., Großherzog von Toskana ( - 1590)
- 31. März: Philipp III., König von Spanien und Portugal (1598–1621) ( - 1578)
- 11. April: Matthias von Oppen, mitteldeutscher Ökonom und Kirchenpolitiker ( - um 1565)
- 11. Mai: Johann Arndt, zählt zu den wichtigsten nachreformatorischen Theologen ( - 1555)
- 21. Juni: Joachim Andreas von Schlick, war Führer der protestantischen Stände in Böhmen ( - 1559)
- 10. Juli: Karl Bonaventura Graf von Buquoy, bedeutender Feldherr im 17. Jahrhundert ( - 1571)
- 20. August: Rudolf von Anhalt-Zerbst, Fürst von Anhalt ( - 1576)
- 17. September: Robert Bellarmin, italienischer Gelehrter, Theologe und Jesuit ( - 1542)
- 16. Oktober: Jan Pieterszoon Sweelinck, niederländischer Organist und Komponist ( - 1562)
- 17. Oktober: Daniel Chamier, reformierter Theologe ( - 1565)
- Hayashizaki Jinsuke Shigenobu, japanischer Samurai ( - 1549)
ko:1621년
simple:1621
1623
Politik und Weltgeschehen
- München wird Kurfürstliche Residenzstadt
- Erste Vier-Spezies-Maschine durch Wilhelm Schickard
- 6. August: Maffeo Kardinal Barberini wird zum Papst Urban VIII. gewählt
- Statue of Monopolies als erstes Patentgesetz für Großbritannien erlassen (siehe auch Patent)
- In London erscheint die erste Gesamtausgabe von Shakespeares Dramen, die so genannte First Folio
- Die Hohenzollernlinien Hohenzollern-Sigmaringen und Hohenzollern-Hechingen werden von Kaiser Ferdinand II. in den Reichsfürstenstand erhoben
- 27. April: Johann Adam Reincken, deutscher Komponist und Organist († 1722)
- 30. April: François de Montmorency-Laval, erster katholischer Bischof in Kanada († 1708)
- 1. Mai: Hans Ernst von Wied-Runkel, deutscher Soldat und Hofbeamter († 1664)
- 26. Mai: William Petty britischer Physiker und ökonom († 1687)
- 19. Juni: Blaise Pascal, französischer Mathematiker († 1662)
- 17. Oktober: François Turrettini, reformierter Theologe († 1687)
- 28. Oktober: Johann Grueber, Missionar († 1680)
- 15. Januar: Paolo Sarpi, italienischer Ordensmann und Historiker ( - 1552)
- 25. März: Henri de La Tour d'Auvergne, duc de Bouillon, französischer Heerführer, Diplomat und Politiker ( - 1555)
- 6. Juli: William Byrd, englischer Komponist ( - 1543)
- 8. Juli: Gregor XV., Papst seit 1621 ( - 1554)
- 11. November: Philippe Duplessis-Mornay, reformierter Theologe und Staatsmann ( - 1549)
- Ludovico Zacconi,italienischer Musiktheoretiker ( - 1550)
- Francisco de Mendoza, spanischer Feldherr ( - 1545)
ko:1623년
Graf
Graf war ein (deutscher) Adelstitel (vom althochdeutschen grafio, gravo, wahrscheinlich vom mittellateinischen graffio, bzw. byzantinisch-griechischen grapheus oder suggrapheus „er die eine Versammlung (= Landtag) zusammen ruft“, lat. comes, frz. comte, ital. conte). Zu spatrömischer Zeit war Comes die Bezeichnung eines hohen kaiserlichen Finanzbeamten (comes largitionum).
Im Merowinger- und Frankenreich war der Graf königlicher Amtsträger in einer Verwaltungseinheit (Grafschaft, Gau), der die Regalien ausübte und in bestimmten Bereichen (Mark, Königsburg, Pfalz, Königsgut) Stellvertreter des Königs. Der Graf war zunächst mit Wehrhoheit, später auch mit Gerichtsbarkeit, Finanz- und Verwaltungshoheit ausgestattet. Die Grafschaftsverfassung des Frankenreichs wurde von England (county), Frankreich, Spanien, Italien und Ungarn (Komitat) übernommen.
Seit den Ottonen wandelte sich die Grafschaft vom ursprünglichen Dienstadel durch die zunehmende Erblichkeit des Grafentitels und die Einbindung ins Lehenssystem zum Geburtsadel. Bereits die Ottonen scheinen die Erblichkeit der Grafenämter und Lehen anerkannt und die gräflichen Adelsherrschaften respektiert zu haben. Dem salischen Versuch, der Reorganisation der Grafschaft als Dienstadel war kein nachhaltiger Erfolg beschieden, so dass im Hochmittelalter die hochadeligen Fürstenfamilien die meisten Grafenherrschaften und damit deren Rechte unter ihre Kontrolle bringen konnten und sich der Grafentitel nur als Adelsklasse erhielt.
Der deutsche Adel teilte sich früher in zwei Klassen, den Hohen und Niederen Adel. Grafen waren die niedrigsten Mitglieder des Hohen Adels. Die Ehefrau des Grafen heißt "Gräfin", die Nachfahren von Grafen erhielten ebenfalls den Titel Graf, die unverheiratete Tochter den Titel Komtess (frz.: comtesse). Alle Grafen aus dem niedrigen Adel wurden mit Hochwohlgeboren, die aus dem hohen Adel, ehemalig regierend, wurden mit Erlaucht angeredet (siehe unter Standesherrliche Häuser im Genealogischen Handbuch des Adels.
Es gab auch den Grafentitel zweiter Klasse. Nur der Besitzer eines Fideikommisses kam in den Grafenstand, seine Kinder blieben Freiherren bzw. Freiinnen. Nach dem Tod des Grafen folgte meistens der älteste Sohn, der dann Graf wurde, seine Geschwister blieben im Freiherrenstand. Nach 1919 ging somit bei einigen freiherrlichen Familien der Grafentitel verloren, da die Titel als Bestandteile des Namens festgeschrieben wurden.
Seit 1919 sind Adelstitel in Deutschland nur noch Bestandteil des Familiennamens.
Landgraf
Landgraf (lat.: comes magnus, comes patriae, comes provinciae, comes terrae, comes principalis, lantgravius) war der Adelstitel königlicher bzw. kaiserlicher Amtsträger, die ein Herrschaftsgebiet, ursprünglich innerhalb der Reichsgrenzen, unmittelbar vom deutschen König zum Lehen hatten, ohne dass die Vermittlung eines Herzogs, Reichbischofs oder Pfalzgrafen vorlag. Landgrafschaften waren politische Schöpfungen um die Macht bestimmter Herzöge abzuschwächen. Im HRR waren ab dem Spätmittelalter Land-, Mark- und Pfalzgrafen ebenfalls dem Fürstenstand angehörig und damit den Herzögen faktisch gleichgestellt.
Am bedeutendsten waren im Hohen Mittelalter die Landgrafen von Thüringen, deren Landgrafentitel durch die Nachfahren der heiligen Elisabeth im Haus Hessen von Thüringen ins benachbarte Hessen „einwanderte“, während der Landgrafentitel in Thüringen selbst, nach dem Herrschaftsantritt durch des Wettiner Herogenhaus, vom Titel eines Herzogs von Sachsen übedeckt wurde.
1292 wird die neue Landgrafschaft Hessen vom Kaiser als Reichsfürstentum bestätigt. Die Brabanter Linien in Hessen - das Haus Hessen - führten bis ins 19. Jahrhundert den Landgrafentitel, bevor der Landgraf von Hessen-Kassel 1803, nach Beschluss des Reichsdeputationshauptschlusses, vom Kaiser des HRR zum Kurfürsten erhoben wurde. Der Landgraf von Hessen-Darmstadt wurde durch Napoleon I. zum Großherzog erhoben.
Die Fürsten nannten sich fortan Kurfürst, respektive Großherzog und souveräner Landgraf. Die zeitweilig von Darmstadt annektierte Landgrafschaft Hessen-Homburg wurde 1817 als souveränes Fürstentum im Deutschen Bund wiederhergestellt. Als 1866 der dortige regierende Landgraf kinderlos verstarb, fiel die Landgrafschaft Hessen-Homburg endgültig an das Großherzogtum Hessen (Darmstadt) zurück. Im selben Jahr wurde, infolge des Preußisch-Österreichischen Krieges, Kurhessen durch Preußen annektiert und das Territorium Hessen-Homburg fiel ebenfalls an das Königreich Preußen.
Im Haus Hessen wird seit 1866 (Kurhessen), bzw. 1918 (Großherzogtum Hessen), nach dem Verlust der Kurfürsten- bzw. Großherzogstitel), heute der Name Landgraf von Hessen geführt.
Älteste Landgrafschaften in Lothringen sind:
- Landgrafschaft Brabant: urkundlich bezeugt bei der Gründung der Abtei von Affligem in 1086, Graf Heinrich III von Löwen, comes patriae Bracbatensis;
- Landgrafschaft Geldern (ndl: Gelre) (wahrscheinlich zu identifizieren mit der Teisterbant) in einer Kaiserurkunde, MGH DD Henrici IV nr. 459: Gerardus lantgrave (= Gerard 'der Lange' von Gelre) in 1096.
- Landgrafschaft Hochstaden (12. Jh).
Weitere Landgrafschaften: Baar, Breisgau, Hegau, Heiligenberg, Leuchtenberg, Nellenburg, Stühlingen.
Literatur: Mayer, T., 'Über Entstehung und Bedeutung der älteren deutschen Landgrafschaften', Theodor Mayer Mitteralterliche Studien – Gesammelte Aufsätze, ed. F. Knapp (Sigmaringen 1958) 187-201. Auch in: Zeitschrift der Savigny-Stiftung für Rechtsgeschichte, Germanische Abteilung 58 (1938) 210-288. Mayer, T., 'Herzogtum und Landeshoheit', Fürsten und Staat. Studien zur Verfassungsgeschichte des deutschen Mittelalters (Weimar 1950) 276-301. Eichenberger, T., Patria: Studien zur Bedeutung des Wortes im Mittelalter (6.-12. Jahrhundert), Nationes – Historische und philologische Untersuchungen zur Entstehung der europäischen Nationen im Mittelalter 9 (Sigmaringen 1991). Van Droogenbroeck, F.J., 'De betekenis van paltsgraaf Herman II (1064-1085) voor het graafschap Brabant', Eigen Schoon en De Brabander 87 (Brussel 2004) 1-166.
Markgraf
Markgraf (engl.: Marquess od. Margrave; frz.: [http://fr.wikipedia.org/wiki/Marquis Marquis]; nl.: Markies, Markgraaf; ital. Marchese; port.: Marquês; span.: Marqués) war der Adelstitel königlicher bzw. kaiserlicher Amtsträger, die eine Mark zum Lehen hatten. Als Mark wurde ein Grenzland im Fränkischen Reich und im Ostfrankenreich bezeichnet (z. B. Mark Brandenburg).
Das Amt des Markgrafen wurde von Kaiser Karl dem Großen um 800 eingeführt und von seinen Nachfolgern lange Zeit beibehalten. Karls Ziel war es, die Grenzen des in z. T. blutigen und langen Kriegen (siehe auch Sachsen (Volk)) erweiterten Reiches gegen Angriffe von außen zu sichern. Dieser fränkische Titel wurde auch nach dem Zerfall des Frankenreiches in zahlreichen Ländern Europas weiterhin genutzt und in weitere Länder (wie z.B. England) exportiert.
Zur Erfüllung ihrer risikoreichen Aufgabe erhielten die Markgrafen Grenzgebiete vom König bzw. Kaiser direkt als Lehen. Die Markgrafen hatten besondere Befugnisse: Sie konnten selbst den Heerbann aufbieten und erhielten eine größere Zahl an fränkischen Vasallen zur Unterstützung zugewiesen. Wehrhafte Bauern wurden im ganzen Frankenreich zur Ansiedlung in den Marken angeworben, so dass die Markgrafen über z. T. beträchtliche Heere verfügen konnten. Die Markgrafen wurden vom Kaiser durch besondere Sendboten kontrolliert.
Zahlreiche Markgrafen, die ursprünglich aus einfacheren Adelsverhältnissen kamen, konnten sich in den Marken eine mächtige Position aufbauen, die später für machtpolitischen Einfluss innerhalb des Reiches genutzt wurde. Dementsprechend stammen einige spätere Königshäuser von Markgrafen ab, z. B.
- die Wettiner (Markgrafschaft Meißen)
- die Hohenzollern (Markgrafschaft Brandenburg)
Vom 12. Jahrhundert an wurden die meisten Markgrafschaften in Reichsfürstentümer umgewandelt.
Im deutschen Sprachraum blieb der Titel des Markgrafen regierenden 1 Fürsten und evtl. deren nichtregierenden Verwandten vorbehalten (z. B. den Markgrafen von Baden, den Königen von Preußen als Markgrafen von Brandenburg, den mit ihnen verwandten in Franken regierenden Markgrafen von Brandenburg-Ansbach und Brandenburg-Bayreuth, zeitweilig auch der nichtregierenden Nebenlinie der Markgrafen von Brandenburg-Schwedt. Der österreichische Kaiser führte bis 1918 auch den Titel eines Markgrafen von Mähren2).
Auch in Italien gab es solche Markgrafschaften. Die bekannteste ist die Markgrafschaft Montferrat, die die französisch-italienische Grenzregion in Savoyen abschirmte und daher lange heftig umkämpft war, bevor sie im 17. Jahrhundert schließlich an das größere Herzogtum Savoyen fiel.
Außerhalb Deutschlands wurde der Markgraf (im Rang den Fürsten und Landgrafen entsprechend) in zahlreichen romanischen Ländern Europas sowie im von normannisch-französischer Tradition beeinflussten England auch als bloßer Adelstitel ohne Herrschaftsfunktion vergeben. Ausländische Adlige wurden im Deutschen zuweilen generell mit dem französischen Titel Marquis bezeichnet: z. B. Marquis von Salisbury, Marquis von Pombal; literarisch: Marquis von Posa, Marquis von Keith).
Seit 1385 ist Marquess der zweithöchste Rang im englischen Adel.
Nach dem Sturz der deutschen Monarchien 1918 gingen die späteren Chefs des königlichen Hauses Sachsen und des großherzoglichen Hauses Baden dazu über, den Namen eines "Markgrafen von Meißen" bzw. eines "Markgrafen von Baden" zu führen.
1:
... andere allg. Haus-Titel werden auch von nicht regierenden Prinzen und Grafen geführet, und zwar so, daß in den Prädikaten Herzog, Pfalzgraf, Markgraf, Landgraf, Burggraf, Graf und Herr zwischen regierenden und nichtregierenden Herrn gar kein Unterschied zu bemerken ist. (Pütter, S. 75).
2: So ist der Oesterreichische Haus-Titel ... Markgraf des heil. Röm. Reichs zu Mähren, zu Burgau, zu Ober- und Nieder-Lausitz ... Das Haus Brandenburg hat zum gemeinschaftlichen Titel: Markgraf zu Brandenburg ... Der gemeinschaftliche Titel des chur- und fürstl. Hauses Sachsen ist ... Marggraf [sic!] zu Meissen (63) Der Markgräfl. Badische Titel ist: "Markgraf zu Baaden und Hochberg, Landgraf zu Sausenberg, Graf zu Sponheim und Eberstein, Herr zu Röteln, Baadenweiler, Lahr und Mahlberg." (Pütter, S. 62 ff.).
Pfalzgraf
Siehe Hauptartikel Pfalzgraf und Hofpfalzgraf
Burggraf
Der Burggraf (lat. praefectus oder castellanus) ist ein Amt aus dem Lehnswesen des Mittelalters. Es unterschied sich vom Grafen nur dadurch, dass der Amtsbezirk typischerweise kleiner war und an einem festen oder sonstwie bedeutenden Ort hing.
Ursprünglich war im 11. bis 12. Jahrhundert der Burggraf nur der militärische Befehlshaber der Reichsburg und damit auch der Übergeordnete der Burgmannen.
Ab Mitte des 12. Jahrhunderts schuf Kaiser Konrad III. eine neue Qualität des Burggrafen während der deutschen Ostexpansion. Sie wurden Schützer und Verwalter von umfangreichem Königsgut im Umkreis der bedeutenden Reichsburgen. Sie traten auch selbst als Kolonialisatoren auf und schufen sich damit eigene Herrschaften. Mit dem Erstarken der Wettiner in Sachsen verschwanden sie in diesem Teil des Reiches im Verlauf der nächsten 200 Jahre.
Die Befugnisse wechselten sehr oft im Verlaufe der mittelalterlichen Geschichte. Jedenfalls war der Burggraf zuständig für die Verwaltung und die Gerichtsbarkeit. Zunächst war es ein Reichsamt, später wurden auch kirchliche Würdenträger (z. B. Bischöfe) Burggrafen.
Wie die anderen Ämter des Lehnsstaats wurde auch der Burggraf bald erblich. Besonders bekannt sind die Burggrafen von Mainz, Meißen, Altenburg und Magdeburg sowie die von Nürnberg (Hohenzollern).
Freigraf
Der Freigraf ist der durch den Gerichtsherrn (Stuhlherrn) eingesetzte Vorsitzende eines Femegerichts.
Raugraf, Wildgraf
Raugraf war im Mittelalter der Name eines reichsgräflichen Geschlechts im Nahegau, das seinen Ursprung von den alten Gaugrafen ableitete. Graf Emichs VI. vom Nahegau Söhne Konrad und Emich (1140-60) teilten die Besitzungen des Geschlechts; ersterer nannte sich Wildgraf (comes silvester), letzterer nach der rauen, gebirgigen Beschaffenheit seiner Herrschaften (Altenbaumberg, Ruwenberg, Stolzenberg) Raugraf (comes hirsutus).
Nachdem diese Besitzungen nach Erlöschen des raugräflichen Geschlechts an die Pfalz gekommen waren, erhob Kurfürst Karl Ludwig von der Pfalz (1648-1680) 1667 seine ihm 1658 morganatisch angetraute Gemahlin Marie Luise von Degenfeld (1634-1677) zur Raugräfin; deren dreizehn Kinder erhielten den gleichen Titel.
Reichsgraf
Entgegen der üblichen Meinung und sprachlichen Parallelen (=>Reichsfürst) zeichnete den Reichsgrafen nicht eine besondere Reichsunmittelbarkeit aus. Von den anderen Grafen unterschied er sich insofern, als er vom Reichsvikar zu Zeiten der Vakanz des dt. Königsthrons zum Grafen erhoben wurde.
- 1521 gab es 144 Reichsgrafen, 1792 nur noch 99. Gründe dafür sind Standeserhebungen, Aussterben von Geschlechtern und Mediatisierung durch mächtigere Reichsfürsten.
- Reichsgrafschaften waren hauptsächlich in sogenannten königsnahen Gebieten, wie Schwaben oder Franken aufzufinden.
- Um ihre politische Interessen wirksamer durchsetzen zu können und um ihre Unabhängigkeit zu bewahren, organisierten sich die Reichsgrafen in Grafenvereinen und hielten Grafentage ab. Auf Reichstagen formierten sich die Reichsgrafen innerhalb des Reichsfürstenrates zu Grafenbänken.
- 1792 existierten vier Reichsgrafenbänke: (nach Größe)
# Niederrheinisch-Westfälisches Reichsgrafenkollegium (33 intern stimmberechtige Mitglieder)
# Wetterauer Grafenbank (25 intern stimmberechtigte Mitglieder)
# Schwäbische Grafenbank (24 intern stimmberechtigte Mitglieder)
# Fränkische Grafenbank (17 intern stimmberechtige Mitglieder)
Mit dem Ende des Heiligen Römischen Reiches 1806 wurden die meisten noch existierenden Reichsgrafen zugunsten benachbarter größerer Staaten mediatisiert. Nur wenige Ausnahmen durften im Rheinbund Napoleons I. noch einige Jahre weiterexistieren und wurden spätestens 1815 durch den Wiener Kongress mediatisiert. Langfristig überlebende Ausnahmen bilden die durch Napoleon in den Fürstenstand erhobenen Reichsgrafen von Schaumburg-Lippe (1807) und die diversen Reichsgrafen der jüngeren Linie des Hauses Reuß (Schleiz, Lobenstein, Ebersdorf), die auch vom Wiener Kongress als regierende Fürsten bestätigt wurden. Schaumburg-Lippe und das ab 1848 vereinigte Reuß jüngere Linie traten 1871 dem Deutschen Reich bei und regierten als deutsche Bundesfürsten noch bis 1918.
Literatur
- Pütter, Johann Stephan, Johann Stephan Pütters Anleitung zur juristischen Praxi wie in Teutschland sowohl gerichtliche als außergerichtliche Rechtshändel ... verhandelt und in Archiven beygeleget werden - Theil 2: Zugaben : insonderheit von der Orthographie und Richtigkeit der Sprache und vom teutschen Canzley-Ceremoniel, 5. Auflage, Göttingen: Vandenhoeck, 1802
----
Siehe auch: Adel, Comte, Dunkelgraf, Earl, Graf Koks
Kategorie:Adelstitel
ja:伯爵
Philosophie. Ausschnitt aus „Die Schule von Athen“ von Raffael (um 1510).]]
Die Philosophie (griech. φιλοσοφία, philosophia wörtlich „Liebe zur Weisheit“) hat im Gegensatz zu den einzelnen Wissenschaften keinen klar bestimmbaren, begrenzten Gegenstandsbereich. Allgemein könnte man sie als den Versuch der kritisch-rationalen Selbstüberprüfung des Denkens bezeichnen, als eine methodische Reflexion. Der Versuch, Philosophie zu definieren, ist bereits Gegenstand der Philosophie selbst.
Der Beginn des philosophischen Denkens im 6. vorchristlichen Jahrhundert markiert den eigentlichen Beginn der europäischen Geistesgeschichte. Erst im Laufe der Jahrhunderte differenzierten sich die Methoden und Diszplinen der Welterschließung, indem sich die einzelnen Wissenschaften nach und nach aus der Philosophie ausgliederten. Die bis heute gültigen Kerngebiete der Philosophie sind die Logik als die Wissenschaft vom folgerichtigen Denken, die Ethik als die Wissenschaft vom rechten Handeln und die Metaphysik als die Wissenschaft von den ersten Gründen des Seins und der Wirklichkeit; weitere Grunddisziplinen sind die Erkenntnis- und Wissenschaftstheorie, die sich mit den Möglichkeiten des Erkenntnisgewinns im allgemeinen bzw. speziell in den unterschiedlichen Einzelwissenschaften beschäftigen.
Begriffsgeschichte
Der Begriff Philosophie, zusammengesetzt aus griech. φίλος „Freund“ und σοφία „Weisheit“, bedeutet, wörtlich aus dem Griechischen übersetzt „Liebe zur Weisheit“ bzw. einfach „zum Wissen“ – denn sophía besitzt zunächst einmal jemand, der ein Fachmann für etwas ist. Die Wortprägung Philosophie tritt wahrscheinlich das erste Mal bei Platon auf.
Zwar wurde in der späteren Antike die Einführung des Begriffes „Philosophie“ Pythagoras von Samos zugeschrieben (vgl. Diogenes Laertios De vita et moribus philosophorum, I, 12; Cicero: Tusculanae disputationes, V, 8-9). Diese Zuschreibung geht zurück auf eine Notiz aus einem verlorenen Werk des Herakleides Pontikos, eines Schülers des Aristoteles. Vermutlich ist diese Notiz aber nicht korrekt: Sie folgt dem Muster der weitverbreiteten Pythagoras-Legenden jener Zeit.
Ursprünglich bezog sich der Begriff „Philosophie“ auf eine Denktradition, die vom antiken Griechenland ausging. Er wird heute aber auch für asiatische Denktraditionen (östliche Philosophie) und eher religiöse Weltanschauungen verwendet. Daneben taucht der Begriff in jüngerer Zeit im Wirtschafts-Jargon und in der Technik als Synonym für Strategie oder Gesamtkonzept auf (Unternehmensphilosophie, Designphilosophie).
Was ist Philosophie?
Die Frage, was Philosophie eigentlich ist, ist bereits eine philosophische Frage. Philosophie ist nicht in eine allgemeingültige feste Definition zu bringen. Es ließe sich auch keine finden, der alle Philosophen zustimmen könnten, weil jeder, der philosophiert, eine eigene Sicht der Dinge entwickelt. Daher gibt es beinahe so viele Antworten auf diese Frage, wie es Philosophen gibt. Die Verwendung des Begriffs „Philosophie“ in der Geschichte füllt im Historischen Wörterbuch der Philosophie so viele Spalten, dass dieser Artikel als eigenständiges Buch publiziert wurde. Carl Friedrich von Weizsäcker hat es einmal so formuliert: „Philosophie ist die Wissenschaft, über die man nicht reden kann, ohne sie selbst zu betreiben.“
Selbstverständnis
Carl Friedrich von Weizsäcker (12. Jh.), Detail]]
Die ersten Philosophen, die sich selbst so bezeichneten – Platon und Sokrates – verstanden Philosophie als Alternative zur mythischen Religion und ihrer Ordnung. Indem sich der Mensch durch Philosophieren die Welt selbst erklärt, emanzipiert er sich von der Welt des Aberglaubens, der Priesterherrschaft und der Götter. Sokrates wurde deshalb als „Verderber der Jugend“ hingerichtet. Bis in die Gegenwart hinein setzt sich die Philosophie stets kritisch mit der Religion auseinander, grenzt sich von ihr ab und betrachtet sich dieser in der Regel als überlegen.
Das Selbstverständnis der Philosophie hat sich im Laufe ihrer Geschichte immer wieder gewandelt. Vor allem in bestimmten Phasen der Neuzeit wurde sie als allen Einzelwissenschaften übergeordnete Universalwissenschaft begriffen, die – um die Wirklichkeit als Ganzes zu erfassen – zu den letzten Ursachen und Prinzipien vordringt und dabei ewiggültige, allgemeine Wahrheiten entdeckt und zugänglich macht (Philosophia perennis). Im Mittelalter wurde der Kern der Philosophie durch die so genannten artes liberales bestimmt, zu denen Grammatik, Dialektik, Rethorik sowie Geometrie, Arithmetik, Astronomie und Musik gehörten. Dabei dominierte zeitweise das Bild der Philosophie als einer „Dienerin der Theologie“ (ancilla theologiae), d.h. als Hilfswissenschaft. Noch bis ins 18. Jahrhundert war die Philosophie eine der klassischen Fakultäten neben Theologie, Medizin und Recht. Erst nach einer grundlegenden Ausbildung in Philosophie, die mit dem Magister abschloss, konnten sich die Studenten naturwissenschaftlichen Fragen und Forschungen zuwenden. Im 19. Jahrhundert begann dann immer mehr die Verselbständigung zunächst der Naturwissenschaften und dann auch der philologischen und der gesellschaftswissenschaftlichen Fächer. Die moderne Fachwissenschaft Philosophie zieht ihre Rechtfertigung aus dem Anspruch, philosophische Methoden könnten auch für andere Wissens- und Praxisgebiete hilfreich sein. Darüber hinaus betrachten die Philosophen die Erörterung ethischer Themen und Grundsatzfragen als ihr ureigenes Gebiet.
Charakteristika
gesellschaftswissenschaftlichen (1750)]]
Der Beginn aller Philosophie ist das Sich-Wundern, das Staunen. Platon schrieb: „Das Staunen ist die Einstellung eines Mannes, der die Weisheit wahrhaft liebt, ja es gibt keinen anderen Anfang der Philosophie als diesen“, und auch Aristoteles stellte fest: „Staunen veranlasste zuerst – wie noch heute – die Menschen zum Philosophieren.“ Menschen, denen alles selbstverständlich erscheint, finden nicht zur Philosophie. Durch ihr Staunen ist die Philosophie die Mutter aller Wissenschaften. Dies gilt sowohl historisch, da aus ihr alle anderen Wissenschaften entstanden sind, als auch systematisch, da sie als Meta-Wissenschaft über die Aufgaben und Möglichkeiten der Wissenschaften reflektiert.
Ein ähnlicher Grundzug der Philosophie ist das Fragen, besonders auch das Infragestellen des scheinbar Zweifelsfreien und Selbstverständlichen. Das Fragen ist damit eine weitere Quelle der Philosophie. Aus sich selbst heraus kann die Philosophie dem Fragen keine Grenzen setzen: Sie stellt radikal alles in Frage – sogar sich selbst. Dadurch beginnt die Philosophie gleichsam immer wieder bei Null, da jede einzelne Aussage immer wieder hinterfragt werden darf. Es ist erlaubt, alles zu bezweifeln, außer dem Zweifeln selbst. Der philosophische Diskurs ist daher eine niemals endende, kontroverse Diskussion.
Die Philosophie umfasst verschiedene geistige Bemühungen. Dabei handelt es sich um Nachdenken, Analysieren und Überprüfen mit Hilfe der Mittel des vernünftig-rationalen, kritischen Denkens. Philosophie stellt die Fragen, die die Wissenschaften (bisher) nicht beantwortet haben oder grundsätzlich nicht beantworten können. Diese Fragen richten sich auf den Menschen selbst und die ihn umgebende Welt. Philosophie wird also nicht um ihrer selbst willen betrieben, sondern um des Menschen willen. Dabei findet sie nie allgemein anerkannte Antworten, sondern stellt einen endlosen, dynamischen Prozess dar.
Philosophisch gebildete Menschen unterscheiden sich darum von den übrigen nicht darin, dass sie mehr (nützliches) Wissen zur Verfügung hätten. Sie besitzen allerdings in der Regel einen besseren Überblick über die Argumente, die in einer philosophischen Debatte über einen bestimmten Diskussionsgegenstand bereits vorgebracht wurden. So kann es etwa hilfreich sein, bei einem aktuell diskutierten Problem (z.B. Euthanasie) danach zu fragen, welche Antwortmöglichkeiten die Philosophie bisher dazu angeboten hat und welche Auseinandersetzungen es um diese Vorschläge bereits gab.
Formen des Philosophierens
Grundsätzlich lassen sich drei verschiedene Arten des Philosophierens unterscheiden: die Philosophie als Streben nach Wissen, die Philosophie als Lebensweise und die akademische Philosophie.
Philosophie als Weltweisheit
Euthanasie
Philosophie als Weltweisheit ist diejenige Philosophie, die sich mit den philosophischen Sachverhalten beschäftigt, die jedermann interessieren. Im Alltag können das verschiedene, für den Einzelnen bedeutsame Gegenstände sein, z.B. "Was ist (für mich) das gute Leben?". Meist handelt es sich um allgemein diskutierte oder gesellschaftlich relevante Fragen. Die Probleme stammen dabei in der Regel nicht aus dem philosophischen, sondern aus dem öffentlichen Diskurs.
Von anderen Herangehensweisen – wie etwa dem Beantworten dieser Fragen mit gesellschaftlichen oder religiösen Traditionen – unterscheidet sich die Philosophie insofern, als dass sie sich bei der Klärung dabei im weitesten Sinne rationaler, d.h. (allein) auf vernunftgemäßes Denken gestützter Methoden bedient.
Philosophie als Lebensform
In der Antike wurde die Philosophie häufig nicht nur theoretisch betrieben, sondern als eigene, praktische Lebensweise kultiviert. Weisheit und die Verwirklichung des „rechten Lebens“ waren die praktische Ausrichtung etwa der Stoa oder des Epikureismus.
Bei der Philosophie als Lebensform geht es darum, sich selber als Mensch auszubilden und ein durch philosophische Erkenntnisse geprägtes Leben zu führen. Bestimmt wird dieses Ideal in der Philosophie traditionell durch das große Vorbild Sokrates, der nicht etwa Bücher schrieb, sondern seine Zeit vornehmlich mit philosophischen Gesprächen zugebracht haben soll.
Philosophie als Wissenschaft
zudecken
In der philosophischen Ausbildung an der Universität ist die Philosophie als Wissenschaft heute die einzige der drei Formen, die noch gelehrt wird. Natürlich bietet der akademische Betrieb mit seiner Verwissenschaftlichung auch nicht den Rahmen, um eine umfassende „Erziehung des Menschen zum Menschen“ zu leisten.
Das akademische Philosophieren unterscheidet sich vom alltäglichen Philosophieren nicht prinzipiell durch die Fragen, sondern eher durch den Rahmen – in der Regel die Universität – und durch bestimmte Formen der Aus- und Abgrenzung philosophischer Tätigkeit. Es gelten verschiedene Übereinkünfte über die Formen des Argumentierens und der wissenschaftlichen Publikation sowie die zugelassene Fachterminologie. Die Tätigkeiten des akademisch Philosophierenden umfassen dabei die Prüfung der Voraussetzungen einer Position, das Rekonstruieren und Widerlegen von Argumenten, die genaue Analyse und Unterscheidung von Begriffen, die eigene Positionierung und die Argumentation für oder gegen Thesen.
Grundsätzlich lassen sich zwei Ansätze bzw. Bereiche des akademischen Philosophierens unterscheiden: die historische und die systematische Vorgehensweise.
- Historisch arbeitet die Philosophie dann, wenn sie versucht, die Positionen und Thesen von Denkern wie Platon, Thomas von Aquin oder | | |