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Gregorianischer KalenderDer gregorianische Kalender, benannt nach Papst Gregor XIII., ist der heute in den meisten Teilen der Welt gültige Kalender.
Gregorianische Kalenderreform
Kalender
Das erste Konzil von Nizäa bestimmte im Jahre 325, dass das Osterfest immer am ersten Sonntag nach dem ersten Vollmond nach Frühlings-Anfang (bezogen auf Jerusalem) gefeiert werden sollte. Das astronomische Ereignis des Primar-Äquinoktiums (Frühlings-Tagundnachtgleiche der nördlichen Hälfte unseres Planeten) fand im Konzilsjahr 325 am 21. März statt, und die julianische Schalttagsregelung wurde damals noch nicht als verbesserungsbedürftig erkannt. Der damals gültige julianische Kalender ging von einem mittleren Sonnenjahr von 365,25 Tagen aus und glich die Differenz (bezogen auf 365 Tage) von annähernd 6 Stunden alle vier Jahre durch die Einfügung eines Schalttags aus. Gegenüber dem vom tatsächlichen Gang der Himmelsmechanik astronomisch vorgegebenen Sonnenjahr, das im Jahre 2000 auf 365,242190517 Tage bestimmt wurde -also etwa 365 Tage, 5 Stunden, 48 Minuten und 45,25 Sekunden- war das Jahr des julianischen Kalenders also etwas mehr als 11 Minuten zu lang. Bis ins 16. Jahrhundert, zur Zeit Papst Gregors XIII., hatte sich dieser Fehler so ausgewirkt, dass das Primar-Äquinoktium im Jahr 1582 schon am 11. März stattfand.
Diese Verschiebung des Kalenders war jedoch schon längere Zeit vorher offenkundig geworden. Seit dem 14. Jahrhundert wurden immer wieder Vorschläge für eine Kalenderreform unterbreitet – u. a. durch Nikolaus von Kues, Regiomontanus und Nikolaus Kopernikus. Diese waren aber stets abgelehnt worden. Gleichwohl bildeten Kopernikus' Werk De Revolutionibus Orbium Coelestium (»Von den Umdrehungen der Himmelskörper«) sowie die prutenischen Tafeln von Erasmus Reinhold die Basis für die schließlich von Papst Gregor XIII. dekretierte Reform.
Um die Frühlings-Tagundnachtgleiche wieder mit dem 21. März in Übereinstimmung zu bringen und Ostern wieder am richtigen Tage feiern zu können, folgte der Papst dem Vorschlag des Mediziners und Hobby-Astronomen Aloisius Lilius und bestimmte, dass im Jahre 1582 zehn Tage übersprungen werden sollten. Daher folgte in einigen römisch-katholischen Ländern auf den 4. Oktober gleich der 15. Oktober – die Abfolge der Wochentage blieb dabei jedoch unverändert. Damit fand das Primar-Äquinoktium dort im Folgejahr 1583 wieder am 21. März statt; die Zeitrechnung innerhalb des Christentums war jedoch nicht mehr einheitlich. Damit war die Ausgangslage, wie sie zur Zeit des Konzils bestand, wieder ungefähr hergestellt.
Um ein erneutes Abrücken des 21. März vom Zeitpunkt des Primar-Äquinoktiums für alle Zukunft zu vermeiden, legte der neue gregorianische Kalender die Dauer des mittleren Sonnenjahrs auf 365,2425 statt wie bisher auf 365,25 Tage fest. Diese Verkürzung erfolgte dadurch, dass – abweichend von der Schaltregel des julianischen Kalenders – die Jahre keinen Schalttag haben, deren Zahl zwar ohne Rest durch 100, nicht aber durch 400 geteilt werden kann.
Weil bis zur ersten Anwendung dieser neuen Ausnahmeregel im Jahre 1700 noch 117 Jahre vergingen, hat sich der Kalender gegenüber dem astronomischen Ereignis des Primar-Äquinoktiums im Durchschnitt wieder um 1 Tag verrückt. Seither pendelt es zwischen dem 19. und 21. März.
Die Schaltregeln
- Nach der grundsätzlich weiterhin gültigen Julianischen Schaltregel weisen Jahre, deren Zahlen durch 4 dividiert natürliche Zahlen ergeben, im Februar einen 29. Tag (“Schalttag“) auf und umfassen dadurch als Schaltjahre 366 Tage.
- Die Gregorianische Schaltregel bestimmt hiervon drei Ausnahmen : Keine Schaltjahre sind diejenigen Säkular-Jahre (Jahre, deren Zahl am Ende zwei Nullen aufweist), deren Zahl durch 400 dividiert keine natürliche Zahl ergibt.(Deshalb waren die Jahre 1700, 1800 und 1900 keine Schaltjahre, und auch die Jahre 2100, 2200 und 2300 werden keine Schaltjahre sein.)
oder:
- Ist die Jahreszahl durch 4 teilbar, aber nicht durch 100, dann ist es ein Schaltjahr mit 366 Tagen. Beispiele: 1980, 1972, 1720.
- Ist die Jahreszahl durch 100 teilbar, aber nicht durch 400, dann ist das Jahr ein gewöhnliches Gemeinjahr und hat nur 365 Tage, z. B. in den Jahren 1700, 1800 und 1900 oder ferner 2100.
- Ist die Jahreszahl durch 400 teilbar, ist das Jahr ein Schaltjahr. Die Jahre 1600 und 2000 waren – in Übereinstimmung mit der Julianischen Schaltregel – Schaltjahre zu 366 Tagen.
Einführung des gregorianischen Kalenders in verschiedenen Ländern
Nur wenige Länder wie Spanien oder Portugal übernahmen den gregorianischen Kalender tatsächlich am 4./15. Oktober 1582. Die meisten römisch-katholischen Länder Europas folgten in den nächsten Jahren, während die protestantischen Länder den neuen Kalender, weil vom Papst dekretiert, zunächst ablehnten. Beispielsweise führten ihn die meisten katholischen Kantone der Schweiz 1584 ein, das Wallis jedoch erst 1655. Dort folgte damals auf den 28. Februar der 11. März. Die evangelischen Territorien des Deutschen Reichs übernahmen den gregorianischen Kalender erst 1700. Auf den 18. Februar folgte dort unmittelbar der 1. März 1700. Zuvor mussten beispielsweise Verträge zwischen katholischen und protestantischen Fürsten mit beiden Daten versehen werden, etwa als 5./15. Oktober 1582. Um die Jahreswende differierten die Jahreszahlen zwischen den Gebieten des alten und neuen Kalenders. Aus dieser Zeit stammt der Ausdruck »zwischen den Jahren« für die Tage nach Weihnachten. Die reformierten Orte der Schweiz folgten ein Jahr später, allerdings mit drei Ausnahmen: Der protestantische Halbkanton Appenzell Ausserrhoden und die protestantischen Teile von Glarus und Graubünden. Der offizielle Übergang zum neuen Kalender sollte dort bis 1812 dauern; der alte Kalender blieb aber noch länger in der Bevölkerung lebendig. Die Appenzeller Silvesterkläuse werden noch immer am 31. Dezember nach dem julianischen Kalender (13. Januar nach dem gregorianischen Kalender) gefeiert. In England (und auch in den späteren USA) wurde der gregorianische Kalender erst in der Nacht vom 2. September auf den 14. September 1752 eingeführt.
Die orthodoxen Länder Osteuropas behielten den julianischen Kalender noch bis Anfang des 20. Jahrhunderts bei. Da die Jahre 1700, 1800 und 1900 in Russland Schaltjahre gewesen sind, machte die Abweichung vom gregorianischen Kalender dort mittlerweile 13 Tage aus. Die russische Oktoberrevolution 1917 fiel deshalb nach dem gregorianischen Kalender auf den 7. November. An diesem Tag wurde die Revolution denn auch bis zum Ende der Sowjetunion gefeiert, nachdem Russland 1918 die neue Kalenderrechnung eingeführt hatte. Einige orthodoxe Kirchen (z. B. in Russland und Serbien) begehen ihre feststehenden Feste weiterhin nach dem julianischen Kalender. Ihr Weihnachten (25. Dezember) fällt darum derzeit auf den 7. Januar (greg.). Andere orthodoxe Kirchen (z. B. in Griechenland und Bulgarien) verwenden hierfür den so genannten neo-julianischen Kalender, der bis zum Jahr 2799 dem gregorianischen Kalender entsprechen wird. Alle orthodoxen Kirchen berechnen Ostern und die anderen beweglichen Feste nach dem julianischen Frühlingsanfang sowie nach dem metonischen Vollmond; das Fest fällt daher nur gelegentlich mit dem Osterdatum der westlichen Kirchen zusammen; meist ist es eine, vier, oder fünf Wochen später als im Westen.
Als bisher letzter Staat übernahm 1927 die Türkei den gregorianischen Kalender; dort hatte bis dahin der islamische Kalender gegolten. Die nicht zeitgleiche Einführung des gregorianischen Kalenders in den verschiedenen Ländern sorgte für Verwirrung, aber auch für interessante Paradoxa: So sind sowohl William Shakespeare als auch Miguel de Cervantes am 23. April 1616 gestorben, obwohl Shakespeare Cervantes um 11 Tage überlebt hat. Auch die Feiern des Geburtstags von George Washington wurden verschiedentlich am 11. und am 22. Februar ausgerichtet, bis zu einer bundesgesetzlichen Feiertagsregelung.
Charakteristika
Die Regeln des gregorianischen Kalenders führen zu einer durchschnittlichen Länge des Kalenderjahres von 365,2425 Tagen.
Das sogenannte tropische Jahr – der zwischen zwei aufeinanderfolgenden Primar-Äquinoktien (Frühlings-Tag-Nachtgleichen) liegende Zeitraum – ist gegenwärtig im Mittel 365,24219879 mittlere Sonnentage lang. Danach ist also auch der gregorianische Kalender im Verhältnis zur astronomischen Wirklichkeit etwas zu lang, nämlich 0,000301 Tage (= 26 Sekunden) pro Jahr. Das bedeutet, dass nach rund 3320 Jahren das Primar-Äquinoktium wieder einen ganzen Tag früher eintreten würde. Sofern bis dahin die christliche Jahreszählung beibehalten wird, würde es sich anbieten, in allen durch 3200 teilbaren Jahren den Schalttag wiederum entfallen zu lassen, wenn auch zu jener Zeit noch die Bindung des Primar-Äquinoktiums an den 21. März gewünscht wird.
Der gregorianische Kalender hat eine Periode von 400 Jahren: Nach dieser Zeit wiederholen sich nicht nur der Ablauf der Schalttage und damit die Tages- und Monatszählung, sondern auch die zugehörigen Wochentage. 400 Jahre enthalten nämlich 400×365 + 97 Tage, also 146097 Tage; das sind genau 20871 Wochen; es geht also nach 400 Jahren mit demselben Wochentag weiter. Infolge dieser Periodizität kann ein bestimmtes Datum (Tag und Monat oder nur Tag) nicht gleich häufig auf alle Wochentage fallen. Ausgerechnet der 13. eines beliebigen Monats fällt öfter (nämlich 688mal in 400 Jahren) auf einen Freitag als auf andere Wochentage (Donnerstag und Samstag: 684mal, Montag und Dienstag: 685mal, Sonntag und Mittwoch: 687mal).
Siehe auch
- Julianischer Kalender, Osterdatum
- Umrechnung zwischen julianischem Datum und gregorianischem Kalender, Wochentagsberechnung
- Zeitrechnung, Kalender, Jüdischer Kalender, Christlicher Kalender, Islamischer Kalender, Chinesischer Kalender, v. u. Z., v. d. Z., v. d. Chr., n. d. Chr., v. Chr., n. u. Z., n. d. Z., n. Chr.
Wikipedia-Links zum Themenkomplex Kalender und Zeit
Weblinks
- [http://personal.ecu.edu/MCCARTYR/inter-grav-text.html Papst Gregor XIII: Inter Gravissimas – Die päpstliche Bulle, mit der der gregorianische Kalender verordnet wurde]
- [http://www.fh-friedberg.de/users/boergens/marken/beispiele/kalender.htm Briefmarke: Sondermarke zur Vollendung der ersten Periode des gregorianischen Kalenders]
- [http://www.kalenderlexikon.de 1. deutsches Online-Kalenderlexikon]
Kategorie:Kalender
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ja:グレゴリオ暦
ko:그레고리력
ms:Kalendar Gregorian
simple:Gregorian calendar
th:ปฏิทินเกรกอเรียน
Papst
Papst (v. griech.: pappas, Vater; v. lat.: papa, Papa, Vater) ist der religiöse Titel für das Oberhaupt der Römisch-Katholischen Kirche (auch: Heiliger Vater oder Santo Padre).
Römisch-Katholischen Kirche
Unter der Bezeichnung Heiliger Stuhl agiert der Papst sowohl allein, als auch zusammen mit der Kurie international als nichtstaatliches Völkerrechtssubjekt und vertritt zugleich den Vatikanstaat (als staatliches Völkerrechtssubjekt), dessen Staatsoberhaupt er ist.
Der aktuelle Papst ist Benedikt XVI., der am 19. April 2005 in dieses Amt gewählt wurde.
Seit 1871 residiert der Papst im Apostolischen Palast neben dem Petersdom. Kathedralkirche des Papstes ist die Lateranbasilika. Der Papst-Thron wird auch Kathedra Petri genannt.
Geschichte
Kathedra Petri)]] Der Papst ist nach katholischer Auffassung und der einiger anderer christlicher Kirchen Nachfolger des Apostels Petrus, der von diesen Kirchen als erster Bischof von Rom angesehen wird und vermutlich um das Jahr 67 in Rom den Märtyrertod erlitten hat. Einige Kritiker und einige Historiker bezweifeln jedoch, dass er je dort war.
Begründet wird dieser Anspruch mit einer Stelle aus dem Matthäus-Evangelium der Bibel (Kapitel 16, Vers 18-19), die wie folgt lautet (Einheitsübersetzung):
Du bist Petrus und auf diesen Felsen will ich meine Kirche bauen und die Pforten der Hölle sollen sie nicht überwältigen. Und dir will ich geben die Schlüssel über das Himmelreich. Was du auf Erden bindest, soll im Himmel gebunden sein. Und was du auf Erden lösest, soll im Himmel gelöst sein.
Umstritten ist, ob der 1. Clemensbrief aus dem Jahre 98 bereits eine Vorrangstellung der Gemeinde von Rom dokumentiert oder als brüderliche Ermahnung unter Gleichberechtigten anzusehen ist. In diesem Brief an die Gemeinde von Korinth fordert der damalige Bischof von Rom, Clemens, von den Korinthern die Rücknahme von abgesetzten Presbytern. Er nimmt Bezug auf das Martyrium der Apostel Petrus und Paulus in Rom.
In der römisch-katholischen Kirche stammt die erste bekannte Verbindung des Titels "Papst" mit dem Bischof von Rom aus der Zeit des Marcellinus (†304), der in der Grabinschrift des Diakons Severus so bezeichnet wird. Bischof Siricius von Rom (385–399) bezeichnet sich als Erster amtlich als papa, als ausschließliche Amtsbezeichnung für den Bischof von Rom wird der Begriff von Gregor I. (590-604) gesetzlich festgeschrieben.
Vorher (ab dem 3. Jahrhundert) war es eine Ehrbezeichnung für Bischöfe, Patriarchen und Äbte vor allem im Orient – da die koptische Kirche bereits seit dem Konzil von Chalcedon 451 (vor Gregor) nicht mehr zur gleichen Kirche wie die lateinische gehört, führt ihr Oberhaupt ebenfalls den Titel Papst.
Seit Leo I. (Bischof von Rom 440 bis 461) führt der römische Papst die Bezeichnung „Pontifex Maximus“, den bis zu Kaiser Gratian der römische Kaiser als oberster römischer Priester trug (mögliche Etymologien unter anderem: Oberster Brückenbauer oder Pfadbahner).
Im Mittelalter ergab sich des Öfteren die Situation, dass es mehrere Päpste gleichzeitig gab, da zu Lebzeiten eines bereits kanonisch gewählten Papstes ein Gegenpapst eingesetzt wurde. Dazu kam es, weil sich zum Beispiel das Kardinalskollegium spaltete, der Kaiser oder römische aristokratische Familien in die Papstwahl eingriffen. Solche Eingriffe sind inzwischen unter Androhung der Exkommunikation verboten. Außerdem kam es im 14. Jahrhundert zur Verlegung der Residenz nach Avignon und zum großen Schisma (siehe Avignonesisches Papsttum und Abendländisches Schisma).
Im 15. Jahrhundert gewann der Konziliarismus an Auftrieb, der aber bald zurückgedrängt wurde.
Titel
Die Titel des Papstes lauten:
- Bischof von Rom
- Stellvertreter Jesu Christi auf Erden (Vicarius Christi)
- Nachfolger des Apostelfürsten (gemeint ist Petrus; beide Titel haben kirchenrechtlich keine Konsequenzen und spiegeln nur religiöse Aspekte wider)
- Oberster Priester der Weltkirche (Ehrentitel, der seine Stellung in der Liturgie regelt, gerade wenn Patriarchen konzelebrieren.)
- Oberster Brückenbauer (Pontifex maximus) (Geht zurück auf den Titel Pontifex Maximus im römischen Reich)
- Patriarch des Abendlandes
- Primas von Italien (ein Ehrenvorrecht, Primatentitel sind in der Rechtstellung aufgehoben)
- Metropolit und Erzbischof der Kirchenprovinz Rom (wie alle Erzbischöfe übt er eine Art Supervision über die Bischöfe der umliegenden Diözesen aus)
- Souverän des Staates der Vatikanstadt (der weltliche Titel des Papstes)
- Diener der Diener Gottes (ein Titel, den sich Papst Gregor der Große gegeben hat. Lateinisch: servus servorum dei)
Insignien
Vatikanstadt nicht mehr getragen]]
Die päpstlichen Insignien bestehen aus
- dem Papstthron
- der Papstkrone (Tiara). Papst Paul VI. war bislang der letzte Papst, der mit der Tiara gekrönt wurde. 1964 legte er die Tiara ab. Seine Nachfolger verzichteten fortan auf eine Krönungszerememonie, führten die Tiara aber weiterhin in ihrem persönlichen Wappen. Papst Benedikt XVI. ersetzte die Tiara in seinem persönlichen Wappen durch eine einfache Bischofsmitra mit drei goldenen, in der Mitte verbundenen Ringen.
- dem päpstlichen Hirtenstab (Ferula)
- dem Fischerring (anulus piscatoris)
- dem Pallium
- sowie einigen liturgischen Gewändern
Kleidung
Reisebekleidung und Alltagskleidung: Jeder Papst trägt sein eigenes Wappen auf den Gürtel gestickt. Der sog. Mantello ist ein roter Mantel für kaltes Wetter. Wie jeder Bischof trägt auch der Papst ein Pileolus. Im Laufe der Zeit hat sich die Bekleidung des Papstes zum Teil grundlegend verändert.
Bis auf die Papstkrone sind die päpstlichen Insignien spezielle Varianten der bischöflichen Insignien.
Kirchenrecht
Wahl
Zum Papst kann nach dem Kirchenrecht jeder getaufte männliche Katholik gewählt werden; es gibt keine näheren Bestimmungen außer der, daß er unverheiratet sein muss. Allerdings war der letzte nicht als Kardinal gewählte Papst Urban VI. im 14. Jahrhundert (1378). Der Papst wird im Konklave, einer Versammlung aller Kardinäle, die zum Zeitpunkt des Todes des Vorgängers jünger als 80 Jahre sind, auf Lebenszeit gewählt. Das Konklave wird jeweils in der Sixtinischen Kapelle (la cappella sistina) abgehalten. 1996 wurde mit der Konstitution Universi Dominici Gregis die früher geforderte Zweidrittelmehrheit plus eine Stimme ab dem 33. erfolglosen Wahlgang durch eine absolute Mehrheit ersetzt. Ist der Gewählte kein Bischof, oder ist er gar nur Laie, wird er noch im Konklave zum Bischof von Rom geweiht, so dass er dann Papst werden kann.
Nach (römisch-katholischem) kirchlichem Recht ist der Papst, wie alle Bischöfe, immer ein Mann. Ob es die in verschiedenen Überlieferungen erwähnte Päpstin Johanna tatsächlich gegeben hat, ist historisch nicht gesichert.
siehe auch: Sedisvakanz, Konklave
Namensgebung
Nach der erfolgten Wahl wird der neue Papst gefragt, welchen Namen er annimmt. Die Namenswahl unterliegt der freien Entscheidung des Papstes. Aus der Wahl des Namens versuchen Beobachter politische Ziele des neuen Papstes abzuleiten, indem die charakteristischen Eigenschaften von vorherigen Päpsten sowie Heiligen dieses Namens untersucht werden. So war der Name Pius vom Ende des 18. bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts der mit Abstand am häufigsten gewählte Name. Seit dem Tod von Pius XII. (1958) wurde er jedoch nicht mehr gewählt, da diesem Papst oft Untätigkeit gegenüber dem Holocaust vorgeworfen wird. Zudem verkörperten viele Päpste dieses Namens die besonders konservativen Kräfte der Kirche, wie Pius IX. mit dem Syllabus Errorum und Pius X. mit dem Antimodernisteneid. Ein Papst, der sich heute Pius nennen würde, gälte daher von Anfang an als sehr konservativ. (Lucian Pulvermacher, das Oberhaupt der ultrakonservativen True Catholic Church, hat sich den Namen Pius XIII. gegeben.)
Päpste können Namen annehmen, die die latinisierte Form ihres bürgerlichen Namens darstellen (Hadrian VI. = Adrian Florisz, Marcellus II. = Marcello Cervini), was jedoch seit dem 16. Jahrhundert nicht mehr vorgekommen ist. Viele Päpste nehmen die Namen bedeutender Vorgänger an (Leo, Gregor) oder auch jene von Heiligen (z. B. Paul VI. nach dem Apostel Paulus). Andere gehen nach der Bedeutung der Namen (Pius = fromm; Innozenz = unschuldig). Einige Päpste wählen ihren Namen aus persönlichen Gründen (Johannes XXIII. zu Ehren seines Vaters).
Ursprünglich behielten die Päpste nach der Wahl ihren bürgerlichen Vornamen. Der erste Papst, der seinen Namen änderte, war Johannes II. im Jahr 533. Er hieß eigentlich Mercurius und wollte als Papst nicht den Namen eines heidnischen Gottes tragen. Jedoch blieb die Annahme eines neuen Namens bis zum Ende des 1. Jahrtausends eine Ausnahme.
Der erste Papstname, der wiederholt verwendet wurde, war Sixtus (257). Seitdem werden die Namen, die mehrfach vergeben werden, wie Herrschernamen mit römischen Ziffern versehen. Die Päpste der Antike und des Frühmittelalters trugen jedoch häufig Namen, die kein zweites Mal in Gebrauch kamen. Einige der antiken Namen (Clemens, Pius) wurden ab dem Hochmittelalter und damit dem Aufkommen der Namenswahl wieder aufgegriffen.
Johannes Paul I. wählte in Erinnerung an seine beiden Vorgänger den ersten Doppelnamen der Papstgeschichte. Zugleich ist dies der erste neue Papstname seit Lando (913-914). Nachdem er nach 33 Tagen im Amt starb, wählte sein Nachfolger Karol Wojtyła ebenfalls diesen Papstnamen und wurde Johannes Paul II. genannt. Der Name des derzeitigen Papstes Benedikt XVI. nimmt Bezug auf Benedikt XV. (1914-1922), der vergeblich versuchte, den Ersten Weltkrieg zu verhindern bzw. zu beenden, sowie auf den Mönchsvater und Patron Europas, Benedikt von Nursia.
Rücktritte
Päpste werden grundsätzlich auf Lebenszeit gewählt, das Kirchenrecht sieht aber auch ausdrücklich die Möglichkeit eines Rücktritts vor:
:Falls der Papst auf sein Amt verzichten sollte, ist zur Gültigkeit verlangt, dass der Verzicht frei geschieht und hinreichend kundgemacht, nicht jedoch, dass er von irgendwem angenommen wird. (Can. 332 — § 2. CIC)
Es gibt mehrere Beispiele von Rücktritten in der Geschichte der römischen Päpste: Der bekannteste dürfte der Rücktritt Coelestins V. im Jahr 1294 sein. Papst Gregor XII. wurde im Zuge des Konzils von Konstanz zum Rücktritt gezwungen. Benedikt IX. war ganze drei Mal Papst, trat dreimal zurück (1044, 1045, 1048) zu Gunsten seiner Verwandten. Die fromme Legende, es wäre bis jetzt nur ein Papst zurückgetreten (Coelestin V.), ist historisch nicht haltbar und widerlegt. Der am 2. April 2005 verstorbene Papst Johannes Paul II. lehnte noch in seinen letzten Lebenswochen einen Rücktritt aus gesundheitlichen Gründen ab.
Er begründete dies damit, dass er „sein Kreuz tragen“ und Christus im Leiden nachfolgen wolle. Auch Jesus sei nicht vom Kreuze gestiegen. Insbesondere in westlichen Gesellschaften wurde er dafür kritisiert; einige nehmen an, dies sei auf eine Tabuisierung des öffentlichen Leidens und Sterbens in westlichen Gesellschaften zurückzuführen.
Stellung und Kritik
Der universale Primatsanspruch des Bischofs von Rom entwickelte sich im Lauf des ersten Jahrtausends und gipfelte im Dictatus Papae von 1075. Der Papst gilt in der römisch-katholischen Kirche als oberster Herr der Gesamtkirche und Stellvertreter Christi auf Erden – ein Anspruch, der, abgesehen von den Unierten Kirchen, von allen übrigen Kirchen nicht anerkannt wird.
Das erste Vatikanische Konzil (1869 – 1870) erhob die Glaubensüberzeugung, der Papst sei, wenn er ex cathedra spricht, in Glaubensfragen unfehlbar, zum Dogma. Auch dieser Anspruch wird von den übrigen Kirchen abgelehnt; als Folge entstand zudem die Alt-Katholische Kirche. Ausdrücklich angewendet wurde das Unfehlbarkeitsdogma seit 1870 ein einziges Mal, 1950 bei der Formulierung des Dogmas von der leiblichen Aufnahme Mariens in den Himmel. Enzykliken und Lehrschreiben des Papstes sind für die römisch-katholische Kirche zwar bindend, aber nicht ohne weiteres als unfehlbare Lehrentscheidungen anzusehen. Die theologische Diskussion hierüber ist nicht abgeschlossen.
In der Alten Kirche gab es fünf maßgebliche Patriarchen (in der Reihenfolge des durch ökumenische Konzile definierten Ehrenvortritts):
# den Bischof von Rom
# den Bischof von Konstantinopel (seit Chalcedon im gleichen Rang wie Rom, aber im Vortritt nach Rom, da Rom älter ist)
# den Bischof von Alexandria
# den Bischof von Antiochia
# den Bischof von Jerusalem
Damals schon galt unter einigen Christen der römische Bischofssitz als „primus inter pares“, da Rom die Hauptstadt des Römischen Reiches war und die Kirche von Rom insbesondere durch die Gräber der „Apostelfürsten“ Petrus und Paulus als verehrungswürdig angesehen wurde. Der Kirchenhistoriker Eusebius von Caesarea († 339) notiert das Martyrium von Petrus und Paulus in Rom, als sei es eine in der ganzen Kirche bekannte Tatsache. Irenäus von Lyon († um 202) gibt die römische Ortstradition wieder, wonach das römische Bischofsamt sich in direkter Nachfolge vom Apostel Petrus herleite, der der erste Vorsteher (episkopos) der römischen Christengemeinde gewesen sei. Aber auch das Patriarchat von Antiochia beruft sich darauf, dass Petrus (bevor er nach Rom gegangen sei) dort der erste Bischof war (seit dem Jahr 38). Ebenso führen sich die übrigen Patriarchate (und einige weitere östliche Bischofssitze) auf einen Apostel zurück. Ob Petrus überhaupt jemals in Rom gewesen ist, ist unter Historikern umstritten.
Die römische Petrustradition ist historisch nicht ausgeschlossen, war aber in den ersten Jahrhunderten kein wichtiges Thema. Für die Anwendung von Matthäus 16,18 auf die Bischöfe von Rom als Petrusnachfolger findet sich das früheste schriftliche Zeugnis bei Papst Damasus I. im 4. Jahrhundert. Dort wird auch die römische Kirche erstmals exklusiv als "sedes apostolica" (apostolischer Stuhl) bezeichnet - eine Sonderstellung, die von den übrigen Patriarchaten nicht anerkannt wird. Durch die Teilung des Römischen Reiches wurden aber die monarchischen Tendenzen des einzigen westlichen (lateinischen) Patriarchensitzes weiter begünstigt.
Scharfe Kritiker sehen im Papsttum die Fortsetzung des Machtanspruchs des alten Roms. Die Konstantinische Wende rief einen völlig anderen Menschenschlag als den bisherigen an die Spitze der noch jungen Kirche. Während in den ersten Jahrhunderten Christen noch grausam verfolgt wurden und zum Christsein außerordentlich viel Mut gehörte, war nun das Christentum Teil der kaiserlichen Machtpolitik geworden und bot begehrenswerte (weil gut bezahlte und einflussreiche) Ämter. Die römische Kirche hatte im Westen die traditionelle Vorherrschaft Roms übernommen. Versuche, sie auf die übrigen Patriarchate auszudehnen, scheiterten jedoch. In der Folge setzte sich das Papsttum in Westeuropa mehr und mehr auch als weltlicher Herrscher durch.
Eine Stellvertreterschaft Gottes, die aus der Bibel nicht stichhaltig abzuleiten sei, habe ihr Vorbild dagegen im römischen Kaisertum. So war der Papst im Hochmittelalter in geistlichen und weltlichen Fragen Gebieter über Könige und Völker, was sich jedoch ab dem 14. Jahrhundert immer weniger durchsetzen ließ. Auch auf religiösem Gebiet kam es im Spätmittelalter zu einer immer stärkeren Diversifikation, wobei die Kirche allerdings hart gegen Andersdenkende in ihrem Machtbereich vorging.
Literatur
- Ludwig Ring-Eifel: Weltmacht Vatikan. Päpste machen Politik., Pattloch Verlag München 2004, ISBN 3629016790
- Horst Fuhrmann: Die Päpste, Beck, 2004, ISBN 3406510973
- Horst Herrmann: Die Heiligen Väter. Aufbau-Verlag, Berlin 2004, ISBN 3746681103
- Georg Schwaiger: Papsttum und Päpste im 20. Jahrhundert. Von Leo XIII. zu Johannes Paul II.,C.H. Beck Verlag 1999, ISBN 3406448925
- Georg Denzler: Das Papsttum, C.H. Beck Verlag 1997, ISBN 3406418651
- Ludwig Freiherr von Pastor: Die Geschichte der Päpste, Freiburg im Breisgau 1928, 15 Bde.
Weblinks
- [http://www.katholisch.de/9000.htm Katholische Kirche im Internet: Der Papst]
- [http://www.ikvu.de/papst/ IKvu-SPECIAL: Papstamt und Petrusdienst]
- [http://www.requiem-projekt.de Datenbank zu den Grabmälern und Karrieren der Päpste in Renaissance und Barock]
- [http://dmoz.org/World/Deutsch/Gesellschaft/Religion_und_Spiritualit%c3%a4t/Christentum/Glaubensrichtungen/Katholische/Personen/P%c3%a4pste/ Open Directory Project: Päpste]
- [http://papst.jesus.ch/ Papst Special auf jesus.ch]
- [http://www.theologie-systematisch.de/ekklesiologie/12staende.htm Aktuelle Literatur zum Papstamt]
- [http://www.vaticanhistory.de/vh/html/body_deutsche_papste.html "Die acht deutschen Päpste"]
- [http://stephanscom.at/papst/benediktxvi/0/articles/2005/04/21/a8246/ Artikel über die deutschen Päpste]
Siehe auch
- Liste der Päpste
- Papstbesuche in Deutschland
- Papstaudienz
- Liste der historischen Gegenpäpste
- Konzil
- Sedisvakanz
- Konklave (d.h. Papstwahl)
- Primat
- Religiöse Titel
- Päpstin Johanna
- Pornokratie (Mätressenherrschaft)
Kategorie:Christentum
-
Kategorie:Römisch-katholischer Geistlicher
Kategorie:Römisch-Katholische Kirche
Kategorie:Kirchenwesen
Kategorie:Herrschertitel
Kategorie:Kirchliches Amt
als:Papst
ja:ローマ教皇
ko:교황
ms:Paus (Katholik)
nb:Pave
simple:Pope
th:พระสันตะปาปา
Kalender
Das Wort Kalender kommt von Lateinisch Calendarium, ein Verzeichnis der Calendae (Bezeichnung für den jeweils ersten, auszurufenden Tag eines Monats (von calare 'ausrufen'). Man versteht darunter die Festlegung der Zeiteinteilung in Jahre, seine Untereinteilung in Monate sowie deren Länge in Tagen und auch die Wochenunterteilung. Der römische Mönch Dionysius Exiguus († um 545) errechnete den Zeitpunkt der Geburt Christi für das Jahr 754 ab urbe condita nach dem Römischen Kalender (siehe: Julianischer Kalender).
Als Kalender werden zudem auch die Jahresübersichten bezeichnet, die eine Orientierung über Jahresverlauf, religiöse und staatliche Festtage und etwa jahreszeitlich gebundene Arbeiten (Landwirtschaft) geben sollen.
Im Türkischen bedeutet das Wort "kalender" Bettelmönch, siehe Kalenter.
Geschichte des Kalenders
Grundlage der modernen Zeitrechnung ist das Sonnenjahr mit seinen Bruchteilen (Monat, Tag, Stunde ... usw.). Diese geht auf den aus dem antiken griechisch-römischen Mondkalender und den Einflüssen ägyptisch-antiker Sonnenkalender hervor und fusst auf dem römischen Julianischen Kalender nach Julius Cäsar. Die Länge des Jahres wird bestimmt von der Dauer des Erdumlaufs um die Sonne (auch Erd-Revolution genannt). Der Anfangspunkt (die Epoche) der Zeitskala wird willkürlich auf ein wirkliches oder angenommenes Ereignis gesetzt, von dem aus die Jahre gezählt werden.
Solche Zeitpunkte waren in der Chronologie z. B. die biblische Weltentstehung, das definierte Gründungsjahr Roms -753, in der islamischen Geschichte das Jahr der Hedschra (Auswanderung Mohammeds von Mekka nach Medina im Jahr 622) und in der christlichen Geschichte die Geburt Christi.
Bereits im vierten Jahrtausend v. d. Chr. führten die Ägypter das 365-tägige Sonnenjahr ein. Der heute übliche Kalender geht auf den von Gaius Julius Cäsar eingeführten Julianischen Kalender zurück. Die Monate hatten eine Länge von 30 oder 31 Tagen. Der Monat Februar war nur mit 28 Tagen ausgestattet. In den alle vier Jahre durchgeführten Schaltjahren wurde jedoch nach dem 23. Februar der dies caleris eingeschoben und danach erst der 24. Februar gezählt, so dass der Februar dann eine Länge von 29 Tagen erreichte. Seit Dionysius Exiguus ist es in den Schaltjahren auch praktischerweise so, dass die Jahreszahl dividiert durch den Schaltzyklus 4 eine natürliche Zahl ergab. Der Jahresbegin war der 1. März.
Da der julianische Kalender jedoch länger als das astronomische Sonnenjahr ist (Differenz: 0,0078 Tage), rückte der Kalender mit dem 21. März als dem ursprünglichen Datum des Primar-Äquinoktiums immer weiter weg von dem Zeitpunkt des tatsächlichen Eintritts dieses astronomischen Ereignisses. Schließlich war es soweit gekommen, dass das Primar-Äquinoktium im Jahre 1582 schon am 11. März stattfand.
Gregorianischer Kalender
Der 1582 von Papst Gregor XIII. eingeführte Gregorianische Kalender beseitigte diesen bis Ende des 16. Jahrhunderts aufgetretenen Fehler von zehn Tagen. Auf den 4. folgte der 15. Oktober 1582. Damit war der Überhang des julianischen Kalenders abgebaut. Zusätzlich wurde eine neue Schaltjahrsregelung eingeführt (siehe auch Schaltjahr).
Umgangssprachlich sind dadurch alle durch
- 4 teilbare Jahre Schaltjahre.
- 100 teilbare Jahre keine Schaltjahre.
- 400 teilbare Jahre wieder Schaltjahre.
Dies ist eine relativ einfache mathematische Berechnung auf der damaligen (falschen) Annahme, dass ein tropisches Jahr 365,2425 Tage lang ist.
In der Vergangenheit waren aufgrund dieser Regel die Jahre 1700, 1800 und 1900 keine Schaltjahre, die Jahre 1600 und 2000 aber schon.
Europa war damit aber noch weit entfernt von einer einheitlichen Zeitrechnung. Am Anfang führten nur die katholischen Länder Italien (größtenteils), Spanien, Portugal und Polen den gregorianischen Kalender ein. Ein Großteil der weiteren katholischen Länder, darunter auch viele katholische Kleinstaaten Deutschlands folgten zwischen 1582 und 1584. Russland ersetzte am Samstag, dem 1. Januar 1700 den byzantinischen Kalender durch die julianische Zeitrechnung. Damit wollte Zar Peter der Große sein Land mit dieser Maßnahme weiter an Europa annähern. Im gleichen Jahr folgten die protestantischen Staaten Deutschlands, Dänemark und Norwegen, 1752 Großbritannien und 1753 Schweden mit dem gregorianischen Kalender. Russland behielt den julianischen Kalender bis in das Jahr 1918.
Kalendersysteme
Mondkalender
- Mondkalender in Gebrauch:
- Islamischer Kalender
- Porhalaan
- Historische Mondkalender:
- Römischer Kalender
Sonnenkalender
- Sonnenkalender, die sich gegenwärtig in Gebrauch befinden:
- Christlicher Kalender
- Julianischer Kalender
- Gregorianischer Kalender
- Schwedischer Kalender
- Griechisch-Orthodoxer Kalender
- Koptischer Kalender
- Bahá'í-Kalender
- Thailändischer Sonnenkalender
- Laquai´scher Sonnenkalender
- Tamilischer Sonnenkalender
- Zoroastrischer Kalender (als Qadimi-, Shenshai- oder Fasli-Kalender)
- iranischer Kalender (Iran, Afghanistan, Zentralasien)
- Malayalam-Kalender
- historische Sonnenkalender:
- Ägyptischer Kalender
- Isländischer Kalender
- Keltischer Jahreskreis
- Republikanischer Kalender der Französischen Revolution
- Sowjetischer Revolutionskalender
Lunisolarkalender
- Lunisolarkalender in Gebrauch:
- Chinesischer Kalender
- Griechischer Kalender
- Jüdischer Kalender
- Historische Lunisolarkalender:
- Positivisten-Kalender
- Thailändischer Mondkalender
Sonstige Kalendersysteme
- Sonstige Kalendersysteme in Gebrauch:
- Irischer Kalender
- Japanischer Kalender
- Nepalesischer Kalender
- Historische sonstige Kalendersysteme:
- Azteken-Kalender
- Maya-Kalender
- Hindu-Kalender
- babylonischer Kalender
Kalenderentwürfe
- One-Earth-Calendar
- Darius-Kalender
- Weltkalender
- Internationaler Ewiger Kalender
Kalender / Volkskalender
Mehrere Formen des gedruckten Kalenders werden unterschieden: Einblatt- und Wandkalender, Kalenderhefte in Form periodischer Publikationen. Die bekannteste Form ist der sogenannte Quartschreibkalender, der seit etwa der Mitte des 16. Jahrhunderts bis in die Gegenwart ein vergleichsweise festes Erscheinunsgbild aufweist. Die Jahreskalender beschränkten sich kaum je auf die reine Darstellung des Jahresverlaufes, sondern informierten auch über jahreszeitabhängige Tätigkeiten, landwirtschaftliche Aufgaben oder im Jahresverlauf zu erwartende Wetterlagen. Schon früh gehört das sogenannte Aderlassmännlein zu den bis ins 19. Jahrhundert unverzichtbaren Bestandteilen des Kalenders. So weist etwa das Calendarium Romanum aus dem Kloster Interlaken (Johanna von Arberg und Agnese Stollera, 1446) bereits mit der Aderlassfigur nach, welche Sternzeichen die einzelnen Körpergegenden regieren und sich daher für bestimmte Leiden und zu bestimmten Sternkonstellation für den Aderlass eignen. Weiterhin wurden die besten Tage für das Haareschneiden, Baden, Schröpfen, Abstillen etc. angegeben. Solche Angaben finden sich durchgängig bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts, als im Zug der Volksaufklärung versucht wurde, den Aberglauben aus dem Kalender zu verbannen (zum Beispiel preußische Kalenderreform 1778/79). Als diese Reformbemühungen scheiterten, kehrte die Aderlassfigur, oder zumindest eine Aderlasstafel, wieder in den Kalender ein (so noch im "Neuen Berner-Kalender" unter der Redaktion von Jeremias Gotthelf, 1840–1845).
Kalender und Volksaufklärung
Schon in der frühen gemeinnützigen Aufklärung, die seit den 1760er Jahren in eine breite Volksaufklärung mündet, gab es Bemühungen, das Medium des Kalenders zur praktischen und ökonomischen, später vor allem erbaulichen und moralischen Belehrung der Bevölkerung zu nutzen. Wie kaum ein anderer Lesestoff gelangte der Kalender in die breitesten Schichten der Bevölkerung. Vor einer flächendeckenden Verbreitung von Tageszeitungen war er zudem das wichtigste Informationsmedium. Die Kalenderreformer des 18. Jahrhunderts wollten nun zum ökonomischen Nutzen des Lesers wie des Vaterlandes land- und hauswirtschaftliche Informationen, medizinische und veterinärmedizinische Ratschläge neben erbaulichen Geschichten in den Kalender einrücken. Der alte Aberglauben sollte ebenso verbannt werden wie die häufig vertretenen Erzählungen bloß merkwürdiger oder spektakulärer Begebenheiten, die für den Leser keinen unmittelbaren Nutzen haben konnten. Mit gesetzlichen Regelungen versuchte man Reformkalender auf einem Markt durchzusetzen, der durch Lesegewohnheiten und gut eingeführte populäre Kalender geprägt war. Die teils radikalen Versuche scheiterten häufig bereits in den Anfängen: die Leser kauften lieber keinen Kalender als den von Gelehrten und Staatsbeamten kreierten Nachfolger ihres Traditionsheftes.
Volkskalender
Aus dem Scheitern der ersten Reformbemühungen entwickelte sich eine Volksbildungsbewegung, die nun sehr viel stärker die Leseinteressen der Kalenderleser berücksichtigten und teils lieber das Aderlassmännlein beibehielten, um so für die belehrenden Erzählungen (Kalendergeschichte) eine aufnahmebereite Leserschaft zu finden. Das Vorbild dieser Volkskalender war der Rheinische Hausfreund von Johann Peter Hebel; ihm folgten bekannte Autoren wie Berthold Auerbach, Jeremias Gotthelf, Alban Stolz und zahlreiche Kalendermacher des 19. Jahrhunderts. Neben der Tageszeitung behielt der Kalender auch in manchen Regionen bis ins 20. Jahrhundert eine zentrale Stellung unter den Volkslesestoffen.
[http://www.volkskalender.ch Volkskalenderforschung]
Siehe auch:
Komputistik - Liturgischer Kalender - Heiligenkalender - Literaturkalender -Julianisches Datum - Neujahr - Fiskaljahr - Abreißkalender - iCalendar - Astronomischer Kalender - Arithmetischer Kalender - Kalenderdatum - Datumsformat - ISO 8601 - Kalendarium -Jahresübersicht - Berechnung des Osterdatums - Berechnung des Wochentags - Metonischer Zyklus - Diskordischer Kalender - Hundertjähriger Kalender - Doomsday-Methode - Kalendergeschichte - Kosmischer Kalender - Ablaufkalender
Literatur
- Friedrich Karl Ginzel: Handbuch der mathematischen und technischen Chronologie. 3 Bände, 1906-1914. (bis heute das Standardwerk schlechthin)
- Holger Böning: Volksaufklärung und Kalender. Zu den Anfängen der Diskussion über die Nutzung traditioneller Volkslesestoffe zur Aufklärung und zu ersten praktischen Versuchen bis 1780. In: Archiv für Geschichte des Buchwesens. 56/2002, S. 79-107
- Michael Buhlmann: Zeitrechnung des Mittelalters. Einführung, Tabellen, CD-ROM InternetKalenderrechnung. Vortrag „Mittelalterliche Zeitrechnung anhand von St. Georgener Geschichtsquellen“ beim Verein für Heimatgeschichte St. Georgen. St. Georgen, 19. Mai 2005. (Vertex Alemanniae, Heft 18), St. Georgen 2005
- Hermann Grotefend: Taschenbuch der Zeitrechnung des deutschen Mittelalters und der Neuzeit. 13. Auflage. Hannover 1991
- Katherina Masel: Kalender und Volksaufklärung in Bayern. Zur Entwicklung des Kalenderwesens 1750 bis 1830. St. Ottilien 1997
- Ludwig Rohner: Kalendergeschichte und Kalender. Wiesbaden 1978
- Rudolf Schenda: Hinkende Botschaften? Zur Entwicklung und Bedeutung der schweizerischen Volkskalender. In: Schweizerisches Archiv für Volkskunde. 2/92/1996, S. 161-181
- H. Zemanek: Kalender und Chronologie. Bekanntes und Unbekanntes aus der Kalenderwissenschaft. 5. Auflage. München-Wien 1990
- Robert Schram: Kalendariographische und chronologische Tafeln. Leipzig 1908.
Weblinks
- [http://www.Kultur-in-Asien.de/Kalender/seite208.htm Kalendersysteme Asiens (von Dr. Bernhard Peter)] (umfangreiche Darstellung vieler Kalendersysteme mit Schwerpunkt auf asiatischen Kalendern und Zeitrechnungen: Indien, China, Japan, Kambodscha, Thailand, Birma, Bali etc.)
- [http://www.tondering.dk/claus/calendar.html FAQ about calendars] (englisch, sehr umfangreich)
- [http://www.kalendersysteme.de Verschiedene Kalendersysteme (von Jens Schneider)] (deutsch und englisch, sehr umfangreich)
- [http://www.kalenderlexikon.de/ Kalenderlexikon]
- [http://www.nabkal.de/kalrech1.html Kalenderrechner von Nikolaus A. Bär]
- [http://www.ortelius.de/kalender/ Verschiedene Kalender/Kalenderrechner (von Holger Oertel)]
- [http://www.greschner-rastatt.de/ewkal.htm Ewiger Kalender (von Helmut Greschner)]
- [http://kalender-365.de/ Jahreskalender 1800 - 2400]
- [http://learning.jgutzeit.de/tips/calendar.html Bestimmung des Wochentages eines beliebigen Datums im Kopf]
- [http://www.nabkal.de/umrechnung.html Umrechnungen von Kalenderdaten]
- [http://www.ortelius.de/kalender/greg_de.php Der Gregorianische Kalender]
- [http://www.uni-duisburg.de/FB1/Geschichte/Sites-Zeitrechnung/zeitrech01.htm InternetKalenderrechnung (von Michael Buhlmann)] (Zeitrechnungsprogramm; europäische Zeitrechnung des Mittelalters und der Neuzeit, jüdischer Kalender, islamischer Hidschra-Kalender)
Kategorie:Kalender
ja:暦
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Erstes Konzil von Nicäa
Das Erste Konzil von Nicäa wurde von Kaiser Konstantin I. im Jahr 325 in der kleinen Stadt Nicäa (heute İznik, Türkei) bei Konstantinopel einberufen, um den in Alexandria ausgebrochenen arianischen Streit zwischen Arianern und Trinitariern zu schlichten. Das Konzil endete mit dem (vorläufigen) Sieg der Trinitarier und dem nicäischen Glaubensbekenntnis.
Allgemeines
Es war das erste ökumenische Konzil und die erste allgemein gültige Lehrentscheidung der christlichen Kirche seit dem Apostelkonzil in Jerusalem.
Der römische Kaiser Konstantin I. bevorzugte seit etwa 313 (Toleranzedikt von Mailand) das Christentum als Religion des Römischen Staates. Konstantin erhoffte sich vom Christentum ein stabilisierendes Element für die eben erst gewonnene Einheit seines römischen Reiches. Diese völkerverbindende Funktion war durch den Arianismusstreit der Kirche gefährdet. Eine Spaltung drohte. Da das Problem von der Kirche alleine nicht gelöst werden konnte, drängte nun Konstantin auf eine Beendigung des Streites. Er griff auch mit Kompromissformeln aktiv in den Konzilverlauf ein. Für das römische Kaiserreich war die Sicherung des Religionsfriedens eine wesentliche kaiserliche Aufgabe mit politischen Implikationen (siehe auch Pax romana).
Über das Konzil berichten die Teilnehmer Eustathius von Antiochia (Arianer), der möglicherweise einer der Vorsitzenden war, Eusebius von Caesarea (eher Arianer) und Athanasius (Trinitarier). Die eigentlichen Akten des Konzils sind nicht erhalten. Es wird vermutet, die Arianer (die einige Zeit später Konstantinopel vollständig beherrschten) hätten sie vernichtet.
Ein Vorläufer: Das Konzil von Antiochia
Im 20. Jahrhundert wurden die Akten eines lokalen Konzils entdeckt, das ein halbes Jahr vor dem Konzil von Nicäa in Antiochia (heute Antakya/Türkei) stattgefunden hat. Dieses Konzil wird von einigen Autoren (J.N.D. Kelly, Eduard Schwartz) als wesentlicher Vorläufer von Nicäa angesehen. Teilnehmer waren 59 Bischöfe aus Palästina, Arabien, Phönizien und Kappadozien. Die Leitung hatte Ossius von Córdoba, der auch in Nicäa eine führende Rolle spielte. Der Anlass für das Konzil war die Wahl eines neuen Bischofs von Antiochia, aber daneben wurde eine deutliche Stellungnahme zum Arianismus und ein ausführliches antiarianisches Glaubensbekenntnis verfasst, das jedoch keine literarische Verwandtschaft zum Nicäischen Glaubensbekenntnis aufweist. Drei der Bischöfe, unter ihnen Eusebius von Caesarea, weigerten sich, dieses Bekenntnis zu unterzeichnen, und wurden deshalb provisorisch exkommuniziert, mit der Chance, ihre Meinung vor der großen und heiligen Synode von Ancyra (die dann in Nicäa stattfand) zu ändern.
Die Teilnehmer
Kaiser Konstantin I. hatte alle 1800 Bischöfe der damaligen christlichen Kirche (etwa 1000 im griechischen und 800 im lateinischen Sprachraum) brieflich zur Teilnahme aufgefordert und übernahm die Reisespesen der etwa 300 Bischöfe, die die Einladung annahmen.
Die Eröffnungssitzung fand am 19. Juni statt, das Konzil selbst dauerte bis zum 25. Juli, aber die versammelten Bischöfe blieben noch einen Monat länger, um an den Feierlichkeiten zum zwanzigsten Jahrestag der Thronbesteigung Konstantins teilzunehmen.
Da jeder Bischof zwei Presbyter und drei Diakone mitbringen konnte, dürften an die zweitausend Leute am Konzil teilgenommen haben. Die meisten östlichen Provinzen des Reichs waren gut vertreten. Von der lateinischen Kirche kamen jedoch nur sieben: Ossius von Córdoba, Nicasius von Dijon, Caecilian von Karthago, Domnus von Strido, Markus von Kalabrien und die beiden Presbyter Victor (oder Vitus) und Vicentius als Abgeordnete des alten Bischofs von Rom Silvester I..
Unter den Bischöfen waren einige, z.B. Paphnutius von Theben, Potamon von Heraklea und Paul von Neo-Caesarea sichtbar durch die erst 15 Jahre zurückliegende Christenverfolgung verstümmelt. Bemerkenswert sind Jakobus von Nisibis, der als Einsiedler, oder Spyridion von Zypern, der auch als Bischof noch als Schafhirte gelebt hatte. Daneben waren auch Nikolaus von Myra, ein persischer Bischof Johannes und ein gotischer Bischof Theophilus anwesend.
Beim Kaiser dürften Ossius von Córdoba und Eusebius von Caesarea am meisten Einfluss gehabt haben.
Theologische Parteien
Theologisch gab es drei Parteien:
Erstens: Die Arianer oder Eusebianer waren etwa zwanzig Bischöfe unter der Führung des einflussreichen Eusebius von Nikomedia, des späteren Patriarchen von Konstantinopel, der mit der kaiserlichen Familie verbunden war, und des Presbyters Arius, der auf Befehl des Kaisers teilnahm und oft offiziell nach seiner Sicht gefragt wurde.
Arius argumentierte aus einer absolut monotheistischen Theologie, die Gottheit Gottes dürfe in keiner Weise verletzt werden. Dagegen sprach er der Person Jesu Christi die Gottheit ab, und sprach ihr nur die Rolle des vornehmsten aller Geschöpfe zu. In seinen philosophischen Argumenten ging er von platonischen und neuplatonischen Prämissen aus. Es wurde genau von homoi-ousios gesprochen, ähnlichen Wesens.
Zweitens: Die trinitarische Partei, die an der Göttlichkeit von Christus festhielt. Sie war zu Beginn in der Minderheit, hatte aber bezüglich Begabung und Einfluss mehr Gewicht. An der Spitze standen die Patriarchen Alexander von Alexandria, Eustathius von Antiochia und Makarius von Jerusalem, dazu Ossius von Córdoba, der Hofbischof, und insbesondere der junge Erzdiakon Athanasius von Alexandria, der zwar weder Sitz noch Stimme hatte, aber sich bezüglich Beharrlichkeit, Argumentation und Eifer auszeichnete. Sie argumentierten mit homo-ousios, eines Wesens.
Die Trinitarier argumentierten, dass der Arianismus die christliche Lehre von der Dreieinigkeit de facto nicht durch Monotheismus, sondern durch einen Polytheismus ersetze, da Gott und Jesus Christus für die Arianer völlig verschiedene Wesen sind, die beide verehrt werden. Daneben würden dadurch liturgische Traditionen wie die Taufe im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes oder Gebete zu Jesus Christus unsinnig. Außerdem, vielleicht am wichtigsten, sei beim Arianismus das christliche Konzept der Erlösung in Christus nicht denkbar, da nur ein wirklich göttlicher Mittler eine Versöhnung der Schöpfung mit Gott zustandebringen könne - für ein Geschöpf sei das nicht möglich.
Drittens: Die Mehrheit. Sie nahm auf die eine oder andere Art eine Mittelposition ein. Eine wichtige Gruppe gehörte zu den Schülern des Origenes, die theologisch in der Mitte standen (auch beide Parteien gebrauchten Argumente, die sie von Origenes herleiteten). Viele hatten einen anti-arianischen Instinkt, aber wenig theologisches Unterscheidungsvermögen, andere hatte nur unsichere Meinungen und keine feste Überzeugung und wechselten die Seiten je nach Argumenten oder äußeren Einflüssen.
Verlauf
Zu Beginn brachten viele Bischöfe Eingaben über private Streitigkeiten vor den Kaiser, der alle diese Papiere verbrennen ließ, ohne über sie zu reden, und die Teilnehmer zu Versöhnung und Harmonie ermahnte.
Zuerst schlugen die Arianer ein Bekenntnis vor, das jedoch, gemäß Eustathius unter Tumulten von den Anwesenden zerrissen wurde, worauf sechzehn der achtzehn Unterzeichner die Seite wechselten.
Dann schlug Eusebius von Caesarea, der Arius nach seiner Verbannung von Alexandria bei sich aufgenommen hatte, ein altes palästinisches Bekenntnis vor, das die Göttlichkeit von Christus in allgemeinen biblischen Ausdrücken bestätigte. Gemäß neueren Erkenntnissen aufgrund des Konzils von Antiochia dürfte das jedoch kein Vorschlag eines Bekenntnisses für die Versammlung gewesen sein sondern eine Rechtfertigung seiner Rechtgläubigkeit vor dem Konzil aufgrund seiner Exkommunikation (was Eusebius verständlicherweise in einem Brief an seine Gemeinde nicht besonders betont).
Seine Aussage, dass der Kaiser sein Bekenntnis für gut befand, dürfte den Tatsachen entsprechen (offen bleibt, ob es als Vorschlag oder als Rechtfertigung akzeptiert wurde).
Da auf der einen Seite die arianische Seite für jeden biblischen Ausdruck, den die trinitarische Seite vorschlug, eine ihnen gemäße Interpretation fand, und auf der anderen Seite die Trinitarier nicht bereit waren, die Entscheidung durch ein doppeldeutiges Bekenntnis weiter offen zu lassen, stimmte der Kaiser ausdrücklich für den von Arius zurückgewiesenen Ausdruck wesenseins (griechisch oμooυσιoς homoousios, lateinisch consubstantialis (von gleicher Substanz), und ordnete an, das Bekenntnis entsprechend zu überarbeiten. Eusebius schreibt, der Kaiser persönlich habe diesen Ausdruck so ausgelegt, dass er möglichst breit akzeptiert werden konnte: "Er erklärte, dass oμooυσιoς nicht im Sinn von körperlichen Beziehungen verstanden werden dürften, (?) da eine immaterielle geistige und nichtkörperliche Natur nicht körperlichen Beziehungen unterworfen sein könne. Diese Dinge müssten verstanden werden als geistliche und unaussprechliche Bedeutung."
Da verschiedene sehr ähnlich lautende östliche Bekenntnisse existieren, kann nicht entschieden werden, welches davon die Grundlage für das neu erarbeitete Bekenntnis war. Die überarbeitende Gruppe unter Ossius von Córdoba hat sich nicht mit dem Einfügen eines Worts begnügt sondern ziemlich alle Formeln eingefügt, gegen die sich die Arianer in den letzten Jahren gestellt hatten. Zu den Formeln gehörte gezeugt aus dem Wesen des Vaters, gezeugt und ungeschaffen, und wesenseins mit dem Vater. Das Konzil betonte, dass der Sohn Person der Dreieinigkeit sei, und nicht Teil der Schöpfung. Dazu kam ein Zusatz, der die arianische Häresie ausdrücklich verurteilt.
Ergebnisse
Praktisch alle Bischöfe unterschrieben das von Hosius vorgeschlagene nicäische Glaubensbekenntnis, zuerst Hosius und nach ihm die beiden römischen Presbyter im Namen ihres Bischofs. Auch Eusebius von Caesarea unterschrieb nach einem Tag Bedenkzeit und verteidigte seine Unterschrift in einem Brief an sein Bistum. Eusebius von Nikomedia und Theognis von Nicäa unterschrieben das Bekenntnis, jedoch ohne den Zusatz der Verdammung der Arianer, und wurden dafür abgesetzt und für eine Zeit verbannt, schlossen sich aber schließlich den Beschlüssen des Konzils an.
Nur zwei ägyptische Bischöfe, Theonas und Secundus weigerten sich konsequent zu unterschreiben und wurden mit Arius nach Illyrien verbannt. Die Bücher von Arius wurden verbrannt, der Besitz seiner Schriften unter Todesstrafe gestellt, und seine Partei als Feinde der Christenheit bezeichnet - der erste Fall, wo eine Irrlehre nicht bloß als Vergehen gegen die Kirche, sondern auch als Vergehen gegen den Staat angesehen wurde.
Ein weiteres, heute noch wichtiges Ergebnis des Konzils war eine verbindliche Regelung für das Datum des Osterfestes.
Folgen
Trotz des Konzilsentscheids blieb die Christenheit durch den arianischen Streit gespalten, und eine Reihe der Unterzeichner widerriefen später. Beispielsweise schrieb der Arianer Eusebius von Nikomedia in einem Brief an den Kaiser: "Wir handelten sündig, o Fürst, als wir aus Furcht vor Euch einer Blasphemie zustimmten."
Einfluss des Kaisers auf das Ergebnis
Konstantin nahm die Zeichen des bevorstehenden Endes des Römischen Imperiums wahr. Mit allen Mitteln suchte er die Stabilität und Einheit des Reiches zu festigen. Die dynamisch wachsende christliche Kirche bot sich daher als ein integrierender Faktor an, dessen er sich bediente.
Konstantin war vermutlich Christ, aber wie weit er sich in Theologie auskannte, ist nicht überliefert. Aus seinem Verhalten in den Jahren nach dem Konzil, wo er einmal die Trinitarier und dann wieder die Arianer unterstützte, je nach dem, was ihm für den Frieden dienlicher schien, lässt sich schließen, dass er dogmatisch weder sehr auf der einen noch auf der anderen Seite stand.
Belegt ist, dass dem Kaiser in erster Linie an Frieden und Einheit in der Kirche - und damit des Reiches - lag. Er schreibt in einem Brief: "Mein Ziel war es, die unterschiedlichen Urteile unter allen Nationen, die die Gottheit verehren, zu einem Zustand der beschlossenen Einheit zu bringen, und zweitens, den gesunden Ton im Weltsystem wieder herzustellen..." Dieses Ziel hat der Kaiser jedoch weder am Konzil noch in den Folgejahren erreicht.
Gegen ein kaiserliches Diktat sprechen die folgenden Argumente:
- Das Konzil von Antiochia ist, ohne jeden kaiserlichen Einfluss, theologisch zum gleichen Ergebnis gekommen
- Die Trinitarier hatten keine wirkliche Regierungsunterstützung: Konstantin selbst war alles andere als ein energischer Verfechter des Nizäanums: er verbannte einige Jahre später Athanasius, ließ sich vom Arianer Eusebius von Nikomedia taufen, und war drauf und dran, Arius, den er schon 327 aus der Verbannung zurückgerufen hatte, auch als Priester rehabilitieren zu lassen (was durch den Tod von Arius nichtig wurde). Die meisten Kaiser im vierten Jahrhundert unterstützten den Arianismus und verfolgten die Trinitarier massiv.
- Viele der anwesenden Bischöfe hatten noch die letzte Christenverfolgung erlebt und durchgestanden, waren von daher nicht so leicht unter Druck zu setzen.
- In den Folgejahren wurden viele trinitarische Bischöfe wegen ihrer Lehre verbannt, ohne dass sie deshalb zu den Arianern wechselten.
- Im nächsten ökumenischen Konzil von Konstantinopel wurde die Lehre von Nicäa voll bestätigt, ohne dass ein Kaiser Druck ausübte.
Siehe auch
- Arianischer Streit
- Zweites Konzil von Nicäa
Weblinks
- [http://www.newadvent.org/fathers/2804.htm Schilderung des Konzils von Eusebius von Caesarea (englisch)]
- [http://www.theologie-systematisch.de/christologie/4nizaea.htm Aktuelle Literatur zum ersten Konzil von Nicäa]
Nicäa1
Konzil Nicäa1
Kategorie:Spätantike
ja:第1ニカイア公会議
ko:니케아 공의회
325
Politik und Weltgeschehen
- Konstantin I. lässt seinen Mitkaiser und Schwager Licinius hinrichten und wird damit alleiniger Herrscher des römischen Reiches.
- Das Mailänder Toleranzedikt wird von Konstantin auf das gesamte römische Reich ausgedehnt und sichert ihm die Unterstützung der Christen.
- Konstantin erhebt das Christentum zur römischen Reichsreligion.
- Erstes Konzil von Nizäa. Nach einem Machtwort des Kaisers Konstantin I. wird der Arianismus als Ketzerei verdammt und die Verbannung arianischer Geistlicher und die Verbrennung arianischer Schriften angeordnet. Das Glaubensbekenntnis von Nicäa schreibt die athanasische Trinitätslehre verbindlich für die gesamte Christenheit vor. Der Termin des Osterfestes wird auf den Sonntag nach dem ersten Frühlingsvollmond festgeschrieben.
-
- Licinius, römischer Kaiser ( - um 250)
Besonderheiten
- Besondere Umrechnung nach der Theorie des Erfundenen Mittelalters
ja:325年
ko:325년
Ostern
An Ostern gedenken die christlichen Kirchen der Auferstehung Jesu von Nazareth vom Tod, wie sie durch die Bibel überliefert wird; es ist das höchste und wichtigste Fest der Christen.
Anders als andere Feste christlichen Datums besteht ein Großteil der österlichen Gebräuche und Symbole aus heidnischen Überlieferungen, wie zum Beispiel der Osterhase und das Osterei.
Das christliche Osterfest
Osterei.]]
Der österliche Festkreis beginnt in den westlichen Kirchen seit dem Jahr 1091 mit dem Aschermittwoch, dem eine 40-tägige Fastenzeit folgt (siehe auch Fastnacht). Diese erinnert an die 40 Jahre des Volkes Israel in der Wüste, an die 40 Tage, die Jesus in der Wüste gefastet hat. Da die Sonntage seit 1091 vom Fasten ausgenommen sind, liegt der Aschermittwoch tatsächlich 46 Tage vor Karsamstag. Die österliche Bußzeit, umgangssprachlich auch Fastenzeit genannt, endet mit dem Karsamstag. Genau genommen am Vorabend zum Ostersonntag, da nach jüdisch-christlicher Überlieferung der Tag mit dem Vorabend beginnt. (Osternachtfeier ist Teil des Ostersonntags.) Es sind daher genau 40 Tage.
Die letzte Woche vor Ostern heißt Karwoche. Sie beginnt mit dem Palmsonntag, an dem die Christen den Einzug Jesu von Nazaret in Jerusalem feiern. Am Gründonnerstag (das "Grün" kommt nicht von der Farbe, sondern von dem altdeutschen Wort greinen, was so viel wie weinen heißt) feiert das Christentum das Letzte Abendmahl, das letzte Pessah-Fest (auch: Pessach- oder Pascha-Fest) Jesu mit den Jüngern und die Einsetzung der Eucharistie / des Abendmahls. Am nächsten Tag, dem Karfreitag, wird des Todes Jesu am Kreuz gedacht, am Karsamstag ist Grabesruhe, und am dritten Tage (Ostersonntag) ist die Auferstehungsfeier, da Jesus - nach der Bibel - auferstanden ist.
Osterdatum
Ostern gehört zu den beweglichen Festen, deren Datum jedes Jahr anders ist. Alle beweglichen christlichen Feiertage werden vom Ostersonntag aus berechnet. Der Ostersonntag ist der erste Sonntag nach dem ersten Frühlingsvollmond (Vollmond, damit es an Karfreitag nie mehr eine Sonnenfinsternis geben kann).
Das Osterdatum wurde vermutlich Erzbischof Athanasius folgend auf dem Konzil von Nizäa im Jahre 325 auf den ersten Sonntag festgelegt, der dem ersten Vollmond im Frühling (der sogenannten Ostergrenze) folgt. Gleichzeitig wurde wohl der 21. März als Frühlingsanfang bestimmt. Der genaue Wortlaut des Beschlusses ist jedoch nicht mehr erhalten.
Die Berechnung des Osterdatums ist folglich direkt an die Bestimmung der Vollmonde geknüpft. Dazu wird nicht der nach heutigem Wissenstand exakt bestimmbare astronomische Vollmond, sondern traditionell der Mondkalender herangezogen.
Grundlage des Mondkalenders ist der synodische Monat, d.h. die Zeit von einem Neumond zum nächsten. Er entspricht ca. 29,53 Tagen. Da 19 (tropische) Jahre fast genau 235 synodischen Monaten entsprechen, wiederholen sich die Mondphasen also alle 19 Jahre – das ist der sogenannte Metonische Zyklus.
Innerhalb eines kompletten Mondzyklus lassen sich die Neumonde im Prinzip vollständig angeben. Ihre genaue Berechnung fußt auf der Goldenen Zahl (die laufende Nummer eines Jahres im Mondzyklus) sowie der Epakte (das „Alter“ des Mondes am 1. Januar in Tagen). Vollmond ist dann nach Definition des Mondkalenders immer 14 Tage später.
Trotz der im Christentum verwendeten Sonnenkalender wurden Mondkalender im Hintergrund immer parallel dazu mitgeführt.
Zur Zeit des julianischen Kalenders gültigen Mondkalender konnte Ostern spätestens auf den 25. April fallen – das früheste Osterdatum ist natürlich immer der 22. März.
Mit der gregorianischen Kalenderreform im Jahre 1582 wurde nicht nur der Sonnenkalender, sondern auch der Mondkalender angepasst, da auch der Metonische Zyklus sich ebenso wie der Zyklus der Schaltjahre als nicht exakt erwiesen hatte und ein Vollmonddatum ergab, dass damals bereits einige Tage vom echten Vollmond entfernt lag. Daher wird der Metonische Zyklus seitdem alle 100 Jahre bei Bedarf angepasst. Nach dem nun gültigen Mondkalender wäre nach der Kalenderreform aber auch der 26. April als Osterdatum in Frage gekommen. Um den alten Gepflogenheiten aus julianischer Zeit weiterhin Rechnung tragen zu können, mussten zum oben genannten Grundsatz zur Bestimmung des Osterdatums zwei zusätzliche Regeln hinzugefügt werden:
- Fällt die Ostergrenze auf den 19. April, wird sie auf den 18. April zurückverlegt.
- Fällt die Ostergrenze auf den 18. April und ist die Goldene Zahl des Jahres größer als 11, wird die Ostergrenze auf den 17. April zurückverlegt.
Mit der zweiten Regel wurde sichergestellt, dass sich wie beim julianischen Mondkalender die Ostergrenze innerhalb eines Mondzyklus nicht wiederholt.
Im Übrigen ergeben sich aus der Differenz zwischen astronomischem und Mondkalender-Vollmond in der Tat hin und wieder sogenannte Osterparadoxien, d.h. Jahre, in denen ein nach dem astronomischen Vollmond berechnetes Osterdatum auf einen anderen Tag fallen würde.
In allen orthodoxen Kirchen wird bei der Berechnung des Osterdatums am julianischen Kalender festgehalten. Daher findet der 21. März (im 20. und 21. Jahrhundert) 13 Tage später statt als im gregorianischen Kalender. (Übrigens war das Zusammenlegen des "liturgischen" mit dem "astronomischen" Frühlingsbeginn einer der Hauptgründe für die Einführung des gregorianischen Kalenders). Daher findet das orthodoxe Osterfest manchmal eine Mondphase später statt. Außerdem berechnet die orthodoxe Kirche das Osterdatum nach einer bereits in der Antike festgelegten Rechenvorschrift, eben dem oben beschriebenen Metonischen Zyklus. Die Länge des 19-jährigen Mondzyklus wurde damals um ca. 2 Stunden zu lang angenommen, was sich im Laufe von 17 Jahrhunderten zu einigen Tagen addiert hat. Dies ist ein weiterer Effekt, der dazu führen kann, dass das orthodoxe Osterfest eine Woche oder im Extremfall, wenn er sich mit dem obigen Effekt addiert (z. B. 2005), fünf Wochen später stattfindet als das lateinische. Von diesem letzteren Effekt ist übrigens auch der Jüdische Kalender betroffen.
Siehe auch: Kalendarisches Osterdatum, Komputistik
Ostern und Pessach
Das Fest der Auferstehung Jesu Christi hat sich aus dem jüdischen Pessachfest weiterentwickelt und fällt daher zeitlich in die Nähe zum jüdischen Pessach- oder Passah-Fest . Es enthält daher auch heute noch Elemente des jüdischen Pessach, mit dem die jüdischen Gemeinden die Befreiung der Israeliten (den Exodus) aus der ägyptischen Gefangenschaft begehen. Das Pessachfest beginnt (theoretisch) am Abend des ersten Frühlingsvollmonds und dauert eine Woche; siehe Jüdischer Kalender für nähere Details.
In den meisten Sprachen kommt die Bezeichnung des Osterfests vom jüdischen Pessach: Auf Italienisch heißt Ostern pasqua, auf Spanisch pascua, auf Französisch pâques, auf Russisch pascha, auf Esperanto pasko, auf Schwedisch påskdagen und auf Isländisch páskar. In den meisten slawischen Sprachen wird Ostern Auferstehung (woskresjenjie) genannt.
Verwandt mit dem deutschen Ostern ist das englische Easter. Die beiden Wörter dürften den selben Ursprung haben, aber in beiden Sprachen ist die Etymologie nicht geklärt. So gibt es zum Ursprung von Ostern mehrere Theorien.
- Da im Mittelalter die österliche Taufe zur Zeit der Morgenröte erteilt wurde, wurde das entsprechende Wort im germanischen Sprachgebiet verwendet. Honorius Augustodunensis (12. Jh.) leitet Ostern von Osten ab, der Himmelsrichtung des Sonnenaufgangs als Symbol der Auferstehung. Somit leite sich Ostern von dem lateinischen alba, in albis (im Sinn von bei Sonnenaufgang, althochdeutsch zu den ostarun) ab - wohl auf dem Hintergrund von Mk 16,2.
- Nach Knobloch steht das Wort Ostern im Zusammenhang mit der christlichen Benennung der Osterwoche als albae paschales (österlich weiße Kleider der Neugetauften). Die Kurzform albae wird als Plural von alba – "Morgenröte" – verstanden und mit dem althochdeutschen Wort eostarum übersetzt.
- Nach dem Namensforscher Jürgen Udolph kennen die nordgermanischen Sprachen eine Wortfamilie, die zu Ostern passt: nämlich ausa – Wasser gießen, und austr – Begießen. Eine heidnische Form der Taufe wurde als vatni ausa – mit Wasser begießen bezeichnet. Das Wort Ostern beziehe sich somit eher auf die Taufe, die das zentrale Ereignis der Osternacht ist.
- Eine Theorie nach der Ostern sich von dem althochdeutschen Ostara (Osten), Eostre oder Eoastrae ableite, dem angelsächsischen Namen der teutonischen Göttin der Morgenröte, des Frühlings und der Fruchtbarkeit, der Braut des jungen Maigrafen (Freyr – Freyja), geht auf Beda Venerabilis (de temporum ratione 15) (8. Jh.) zurück und wurde von Jacob Grimm weitgehend übernommen und bestärkt. Es ist jedoch bis heute umstritten, ob eine Göttin dieses Namens tatsächlich in der germanischen Mythologie vorkam. Etymologisch weisen die litauische Göttin Aušrine, die lettische Auseklis, die römische Aurora, die griechische Eos und die hinduistische Usha auf eine indogermanische Frühlingsgöttin mit ähnlichem Namen hin.
Ostern als heidnisches Frühlingsfest
Usha
In vielen nichtchristlichen Religionen wird die Sonne als Lichtspenderin und göttliche Fruchtbarkeitsquelle verehrt und bei Frühlingsfesten gefeiert.
Einige Osterbräuche werden daher auf den germanischen Sonnenkult zurückgeführt. Dazu gehören Frühlings- und Osterfeuer, aber auch die Osterräder, die vermutlich über zweitausend Jahre alt sind. Selbst eine Verbindung zwischen dem nordischen Sonnengott Baldur und Christus wird manchmal hergestellt.
Die Neuheiden feiern Ostern unter dem Namen Ostara-Fest nach einer angeblichen altgermanischen Göttin Ostara, deren Symbole dem Mythos nach Hase und Ei sein sollen. Ostereier und Osterhasen (oft deswegen als heidnische Fruchtbarkeitssymbole bezeichnet) sind jedoch erst seit dem 17. Jahrhundert belegt.
Osterbräuche
17. Jahrhundert
- Ostereiertitschen (Eierhärten)
- Osterbrunnen
- Ostereier bemalen
- Schokoladen-Ostereier verstecken, suchen und essen
- Ostereierschieben
- Eierschibbeln
- Osterhase
- Osterfeuer
- Osternacht
- Ostermesse
- Osterwasser
- Osterreiten
- Osterlachen
- Osterrad
Weblinks
- EKHN: [http://www.ekhn.de/inhalt/glaube/kirchenjahr/ostern/index.htm Infos zu Ostern (Feiertage, christliche Bedeutung, Bräuche)]
- [http://www.katholisch.de/2548_2971.htm Ostern von der katholische Kirche in Deutschland erklärt]
- [http://www.theology.de/osterbrauch.htm Ostereier, Osterhase ... und viele weitere Osterbräuche]
- [http://www.osterbrunnen-online.de Ostern im Amberg-Sulzbacher Land]
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Kategorie: Ostern
ja:復活祭
Sonntag
Der Sonntag (althochdeutsch: sunnun tag, lateinisch: dies solis, griechisch: heméra Helíou = Tag der Sonne) ist nach deutscher Zählung (DIN 1355) seit 1.1.1976 der siebte Wochentag, nach christlich/jüdischer Zählung der erste, und in den vom Christentum geprägten Ländern wöchentlicher Feiertag.
Gesetzliche Regelungen
Praktisch alle europäischen Länder haben gesetzliche Einschränkungen der Sonntagsarbeit. Diese werden heute nicht mehr religiös, sondern sozial oder humanitär begründet.
Entwicklung des Sonntags
Frühes Christentum
Die ersten Christen waren Juden und hielten den in der Torah bzw. in den zehn Geboten vorgeschriebenen Sabbat als Ruhetag.
"Gedenke des Sabbattages, daß du ihn heiligest. Sechs Tage sollst du arbeiten und alle deine Werke beschicken. Aber am siebenten Tag ist der Sabbat des Herrn, deines Gottes, da sollst du kein Werk tun, weder du, noch dein Sohn, noch deine Tochter, noch dein Knecht, noch deine Magd, noch dein Vieh, noch dein Fremdling, der in deinen Toren ist. Denn in sechs Tagen hat der Herr Himmel und Erde gemacht und das Meer, und alles was darinnen ist. Aber am siebenten Tag ruhte er von allen seinen Werken. Darum segnete der Herr den Sabbattag und heiligte ihn." (2. Mose 20, 8-10)
Parallel zum Sabbat trafen sie (Judenchristen und Heidenchristen) sich aber auch wöchentlich am Tag des Herrn, dem Sonntag (die Bibel erwähnt jedoch an keiner Stelle, dass der Sonntag der Tag des Herrn sei) , zu Schriftlesung, Gebet und Abendmahl. Johannes empfing die Offenbarung "an dem Herrn gehörenden Tag" (welcher nach Genesis 2,3 unverändert der Sabbat ist). An diesem Tag des Herrn (welcher ohne biblischen Bezug eingeführt worden ist) wurde die Auferstehung gefeiert, die nach den Evangelien am dritten Tage nach der Kreuzigung, d.h. am Ostersonntag, erfolgte. Die Bezeichnung Tag des Herrn lebt heute noch in vielen romanischen Sprachen als Bezeichnung des Sonntags fort: franz. Dimanche, ital. Domenica, spa. Domingo leiten sich von dies domini, der lateinischen Übersetzung des griechischen Kyriake heméra, ab.
Eine erste Erwähnung des Sonntags gibt es bereits in der Mitte des 1. Jahrhunderts bei Paulus im 1. Korintherbrief: Was aber die Sammlung für die Heiligen angeht: wie ich in den Gemeinden in Galatien angeordnet habe, so sollt auch ihr tun! An jedem ersten Tag der Woche lege ein jeder von euch bei sich etwas zurück und sammle an, soviel ihm möglich ist, damit die Sammlung nicht erst dann geschieht, wenn ich komme. (1. Korintherbrief Kapitel 16, Vers 2)
Die Bedeutung des Sonntags wird bereits für den Beginn des 2. Jahrhunderts durch die Didache (ca. 90), später auch durch Plinius, den Barnabasbrief, durch Ignatius von Antiochia um 110 in Asien, durch Justin den Märtyrer und durch Irenäus von Lyon (um 180) bezeugt.
:Didache (ca. 90): Wenn ihr aber am Herrentag zusammenkommt, dann brecht das Brot und sagt Dank, nachdem ihr zuvor eure Übertretungen bekannt habt, damit euer Opfer rein sei.
:Barnabasbrief, Alexandria (um 100): Deshalb begehen wir auch den achten Tag (= den Sonntag, den ersten Tag der neuen Woche) in Freude, an dem auch Jesus von den Toten auferstanden und, nachdem er sich geoffenbart hatte, in den Himmel aufgestiegen ist.
:Plinius, Kleinasien (um 110): Sie pflegten sich an einem bestimmten Tage vor Sonnenaufgang zu versammeln, Christus als ihrem Gott einen Wechselgesang zu singen... Hernach seien sie auseinandergegangen und dann wieder zusammengekommen, um Speise zu sich zu nehmen...
:Justin der Märtyrer, Rom, 1. Apologie (um 150): An dem nach der Sonne benannten Tage findet die Zusammenkunft von allen, die in Städten oder auf dem Lande herum weilen, an einem gemeinsamen Ort statt. Es werden die Aufzeichnungen der Apostel und die Schriften der Propheten vorgelesen, soweit es die Zeit erlaubt. Wenn dann der Vorleser aufgehört hat, hält der Vorsteher eine Ansprache, in der er ermahnt und auffordert, diesen schönen Lehren und Beispielen nachzufolgen. Sodann stehen wir alle zusammen auf und schicken Gebete zum Himmel - für uns selbst ... und für alle anderen auf der ganzen Welt, auf daß wir würdig werden, ... auch in Werken als gute ... Menschen und als Beobachter der Gebote befunden zu werden, um so das ewige Heil zu erlangen. Nachdem wir die Gebete beendet haben, grüßen wir einander mit einem Kusse. Dann wird dem Vorsteher der Brüder Brot gebracht und ein Becher mit einer Mischung von Wasser und Wein. Dieser nimmt es, sendet durch den Namen des Sohnes und des Heiligen Geistes Lob und Preis zum Vater aller Dinge empor und verrichtet eine lange Danksagung dafür, daß wir dieser Gaben von ihm gewürdigt wurden. Ist er mit den Gebeten und der Danksagung zu Ende, stimmt das ganze anwesende Volk ein, indem es spricht: Amen. Nachdem der Vorsteher die Dankhandlung vollbracht und das ganze Volk eingestimmt hat, reichen die Diakone, wie sie bei uns heißen, jedem Anwesenden vom dankgesegneten Brot und vom mit Wasser vermischten Wein zum Genuß dar und bringen davon auch den Abwesenden.
Während die Einzelheiten bezüglich des Sonntags (Tag des Herrn) in christlichen Gruppen im 2. Jahrhundert variierten (parallel zum Sabbat, ohne Sabbat, als sabbatähnlicher Ruhetag, als Arbeitstag mit Gottesdienst am Abend), gab es keine christliche Gruppe, die den Tag des Herrn nicht feierte.
Auch gab es bereits im zweiten Jahrhundert keinen Hinweis darauf, dass der Tag des Herrn als solcher je irgendwie umstritten gewesen war oder neu eingeführt wurde.
Daraus lässt sich schließen, dass der Brauch bereits zur Zeit der ältesten Schriftquellen verbreitet war.
Was sich allerdings nicht daraus schließen lässt, ist eine durchgehende "Heilighaltung" des Sonntags im Sinne einer Arbeitsruhe. Eher scheint es sich bei den meisten Christen um ein Sammeln der Gaben vor der Geschäftstätigkeit am ersten Tag der Woche (bei Paulus) und um eine geistliche Stärkung vor Beginn der Arbeit (Sonntag als Arbeitstag) gehandelt zu haben. Auch Jesus ruhte nicht am ersten Tag bei seiner Auferstehung (Lukasevangelium Kapitel 24).
Ab dem 3. Jahrhundert gab es außer den Ebioniten noch mehrmals uns wenig bekannte Gruppen, die parallel zum Tag des Herrn auch den Sabbat feierten, wie z.B. die Albigenser.
Die orthodoxe Kirche hält bis heute an besonderen biblischen Lesungen und während der Fastenzeiten erleichtertem Fasten sowohl für den Samstag wie auch für den Sonntag fest. Die Hauptliturgie findet allerdings auch hier am Sonntag statt, und dieser ist auch in den orthodoxen Ländern der traditionelle Tag der Arbeitsruhe.
Spätes Römisches Reich
Im Jahre 321 erklärte Konstantin I. den dies solis zum Feiertag. Dieser von den Christen als Tag des Herrn gefeierte Tag war auch bei den Anhängern des Mithraskults der heilige Tag. Konstantin konnte mit diesem Edikt also gleich zwei wichtigen Religionen einen Gefallen tun (und offen lassen, welche er besonders meinte).
:Alle Richter und Einwohner der Städte, auch die Arbeiter aller Künste, sollen am ehrwürdigen Tag der Sonne ruhen.
Dringende landwirtschaftliche Arbeit ist bei Konstantin ausgenommen.
Mittelalter
Während im Frühmittelalter Sonntagsruhe im heutigen deutschen Sprachraum noch kein Thema war, entwickelten sich im Laufe des Mittelalter kirchliche Gebote: Christen hatten am Gottesdienst teilzunehmen, der Sonntagsfrevel (Sonntagsarbeit) gefährde das Seelenheil. Gleiches galt auch für eine allmählich immer weiter zunehmende Zahl von kirchliche Feiertagen.
Reformation
In der Reformation war der absolut arbeitsfreie Sonntag nicht wesentlich, es ging bei der Sonntagsheiligung in erster Linie um den Gottesdienstbesuch. Die meisten anderen kirchlichen Feiertage wurden abgeschafft.
:Martin Luther, Großer Katechismus: Darum geht nun dies Gebot nach dem groben Verstand uns Christen nichts an, denn es ein ganz äußerliches Ding ist, wie andere Satzungen des Alten Testaments, an sonderliche Weise, Person, Zeit und Stätte gebunden, welche nun durch Christum alle frei gelassen sind. Aber einen christlichen Verstand zu fassen für die Einfältigen, was Gott in diesem Gebot von uns fordert, so merke, daß wir Feiertage halten nicht um der verständigen und gelehrten Christen willen, denn diese bedürfen nirgends zu, sondern erstlich auch um leiblicher Ursache und Notdurft willen, welche die Natur lehrt und fordert für den Gemeinden Haufen, Knechte und Mägde, so die ganze Woche ihrer Arbeit und Gewerbe gewartet, daß sie sich auch einen Tag einziehen, zu ruhen und erquicken. Darnach allermeist darum, daß man an solchem Ruhetage (weil man sonst nicht dazu kommen kann) Raum und Zeit nehme, Gottesdienstes zu warten; also daß man zu Haufe komme, Gottes Wort zu hören und handeln, darnach Gott loben, singen und beten.
:Heidelberger Katechismus: 103. Was will Gott im vierten Gebot? -- Zum Ersten will Gott, daß das Predigtamt und die Schulen erhalten werden und ich besonders am Feiertage regelmäßig zur Gemeinde Gottes komme, um das Wort Gottes zu lernen, die heiligen Sakramente zu gebrauchen, den Herrn öffentlich anzurufen und das christliche Almosen zu geben. Zum Zweiten will er, daß ich alle Tage meines Lebens von meinen bösen Werken feiere, den Herrn durch seinen Geist in mir wirken lasse und so den ewigen Sabbat in diesem Leben anfange.
Neuzeit
Im 17. Jahrhundert kommt durch die von den Puritanern beeinflussten Pietisten wieder eine sabbatähnliche Sonntagsheiligung auf, die in den folgenden Jahrhunderten durch die Industrialisierung immer weniger eingehalten wird.
Erst Ende des 19. Jahrhunderts kommen wieder erste Arbeitsgesetze, die die Arbeit am Sonntag einschränken (z.B. Schweizer Fabrikgesetz von 1877).
Die Weimarer Reichsverfassung legte 1919 fest: Der Sonntag und die staatlich anerkannten Feiertage bleiben als Tage der Arbeitsruhe und der seelischen Erbauung gesetzlich geschützt. Nach dem Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland von 1949 ist dieser Artikel der Weimarer Verfassung "Bestandteil dieses Grundgesetzes".
Gegenwart
Der wirtschaftliche Druck durch Maschinen, deren Auslastungszeit möglichst 24 Stunden am Tag betragen soll, setzt sich sowohl gegen die traditionell-religiösen als auch gegen die sozialen und humanitären Gründe durch.
Neuere Arbeitsgesetze lassen für den Sonntag wieder mehr und mehr Ausnahmen zu.
Neben dem Christentum kennen auch das Judentum und der Islam den siebentägigen Feiertagsrhythmus. Zum Judentum siehe Schabbat. Im Islam nimmt der Freitag die Rolle des Sonntags ein, wobei der Tag jedoch früher nicht komplett arbeitsfrei war, sondern nur aus religiösen Gründen jedermann der mittägliche Besuch der Moschee ermöglicht werden sollte. Der Wochenbeginn ist jedoch auch im Islam am Sonntag. Arbeitsfreier Tag wurde der Freitag in einigen islamischen Ländern im 20. Jahrhundert -- analog zum Sonntag in westlichen Ländern.
In den USA beginnen Kalenderwochen immer am Sonntag. Damit wird die Christusbezogenheit der amerikanischen Gesellschaftsordnung bekräftigt.
Siehe auch
- Siebenten-Tags-Adventisten
- Siebenten-Tags-Baptisten
- Das Wort zum Sonntag
Weblinks
- [http://www.ekd.de/EKD-Texte/2064_menschen_sonntag_1999.html Gemeinsame Erklärung des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland und der Deutschen Bischofskonferenz, 1999]
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Kategorie:Kalender
ja:日曜日
ko:일요일
ms:Ahad
simple:Sunday
th:วันอาทิตย์
Primar-ÄquinoktiumEine Frühlingstagundnachtgleiche bzw. Frühjahrstagundnachtgleiche - formal Frühlingsäquinoktium - ist eine Tagundnachtgleiche, nach der die Nordhalbkugel der Erde der Sonne zugewandt ist. Am Tag der Frühlingstagundnachtgleiche befindet sich die Sonne im Frühlingspunkt. Für viele Naturvölker war und ist sie eines der zentralen Feste des Jahres. Im Gregorianischen Kalender ist die Frühlingstagundnachtgleiche zwischen dem 19. März und 21. März.
21. März
Die Zeit zwischen zwei Frühlingstagundnachtgleichen entspricht relativ genau einem tropischen Jahr. Dessen genaue Definition ist heutzutage aber anders.
Siehe auch: Herbst-Tagundnachtgleiche, Sommersonnenwende, Wintersonnenwende, Jahreszeiten
Kategorie:Astronomische Größe der Zeit
ja:春分
ko:춘분
Frühlings-TagundnachtgleicheEine Frühlingstagundnachtgleiche bzw. Frühjahrstagundnachtgleiche - formal Frühlingsäquinoktium - ist eine Tagundnachtgleiche, nach der die Nordhalbkugel der Erde der Sonne zugewandt ist. Am Tag der Frühlingstagundnachtgleiche befindet sich die Sonne im Frühlingspunkt. Für viele Naturvölker war und ist sie eines der zentralen Feste des Jahres. Im Gregorianischen Kalender ist die Frühlingstagundnachtgleiche zwischen dem 19. März und 21. März.
21. März
Die Zeit zwischen zwei Frühlingstagundnachtgleichen entspricht relativ genau einem tropischen Jahr. Dessen genaue Definition ist heutzutage aber anders.
Siehe auch: Herbst-Tagundnachtgleiche, Sommersonnenwende, Wintersonnenwende, Jahreszeiten
Kategorie:Astronomische Größe der Zeit
ja:春分
ko:춘분
21. MärzDer 21. März ist der 80. Tag des Gregorianischen Kalenders (der 81. in Schaltjahren) - somit bleiben 285 Tage bis zum Jahresende.
Tag des Frühlingsäquinoktiums (Tagundnachtgleiche)
Ereignisse
Frühlingsäquinoktiums
- 1804 - Der Code Napoleon wird Frankreichs Bürgerliches Gesetzbuch.
- 1871 - Otto von Bismarck wird Reichskanzler.
- 1913 - Albert Schweitzer und seine Frau Helene brechen zu ihrer ersten Reise nach Afrika auf, um in Lambaréné in Äquatorialafrika ein Krankenhaus aufzubauen.
- 1918 - 1. Weltkrieg: Beginn der Deutsche Frühjahrsoffensive 1918
- 1933 - Tag von Potsdam. Staatsakt in der Garnisonkirche
- 1935 - Rückbenennung Persiens in Iran
- 1938 - das Gebiet von Aš wird von | | |