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Greifswald

Greifswald

Die Universitäts- und Hansestadt Greifswald ist eine Stadt im Landesteil Vorpommern des deutschen Bundeslandes Mecklenburg-Vorpommern, geografisch zwischen den Inseln Rügen und Usedom gelegen. Sie liegt am Fluss Ryck, der in den Greifswalder Bodden mündet. Greifswald ist Sitz der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald. Einzelheiten zur Stadtgliederung und zu den Straßen finden sich hier: Straßen in Greifswald.

Geschichte

Straßen in Greifswald Greifswalds Gründung in Pommern geht auf das Kloster Eldena zurück, dessen Ruinen ein berühmtes Motiv Caspar David Friedrichs sind. Vom rügenschen Fürst Witzlaf I. und dem Pommernherzog Wratislaw III. erhielt die am Fluss Ryck gelegene Siedlung 1241 die Marktrechte. Sie wurde 1248 erstmals als Oppidum Gripheswaldis erwähnt und erhielt von Wratislaw III. 1250 das Lübische Stadtrecht verliehen. 1254 ernannte Wratislaw die Ryckmündung zum Freihafen und versprach den Kaufleuten Ersatz für durch Seeräuber erlittenen Verluste. Neben der Altstadt entwickelte sich westlich die Neustadt, beide Stadtteile bildeteten jedoch ab 1264 eine Gemeinde. 1278 wurde Greifswald erstmals in einer Urkunde als Mitglied der Hanse genannt. 1296 befreite Herzog Bogislaw IV. Greifswald von der Heeresfolge und sicherte zu, keinen Hof der Stadt zu halten und zur Peene hin keine Befestigungsanlagen zu errichten. Peene 1412 geriet Greifswald mit dem Pommernherzog Wratislaw VIII. aneinander, als seine Bürger dessen Vasallen angriffen. Der Streit zog sich bis 1415 hin, ehe es durch die Vermittlung der Stände zu einer Aussöhnung kam. Die Stadt erhielt außerdem die Fischreirechte im Greifswalder Bodden. Als 1326 Herzog Wratislaw starb und um seine noch unmündigen Kinder ein Streit mit Mecklenburg um die Herrschaftsfrage entbrannte, schloss sich Greifswald mit seinen Nachbarstädten Stralsund, Anklam und Demmin zusammen, um den pommerschen Herzögen die Macht zu erhalten. Mit Hilfe des dänischen Königs konnten die Mecklenburger abgewiesen werden. Das gleiche Städtebündnis wurde erneut geschlossen, als es galt, sich am Ende des 14. Jahrhunderts vor Seeräubern und Raubrittern zu schützen. Als es um 1390 zwischen Pommern und dem Deutschen Orden zu Streitigkeiten kam, der auch die Beziehungen zu Polen beeinträchtigte, räumte Greifswald den polnischen Kaufleuten Verkehrsprivilegien ein, um den Handel mit ihnen aufrecht zu erhalten. Mit der Verleihung der „Goldenen Privilegien“ durch den Pommernherzog Erich I. im Jahre 1452 erhielt Greifswald weitgehende Handelsrechte, die der Stadt zu wirtschaftlicher Macht und Wohlstand verhalfen. Zu einem weitereren Höhepunkt in der Geschichte Greifswalds wurde 1456 die Gründung der einzigsten Universität auf pommerschen Boden durch Herzog Wratislaw IX., der dem Drängen des Bürgermeisters Heinrich Rubenow folgte. Die Universitätsgründung wirkte sich positiv bis in die Gegenwart aus. Die Reformation hielt im Jahre 1531 in Greifswald Einzug. Auf Veranlassung der Bürger kam der Stralsunder lutherische Geistliche Johann Knipstro in die Stadt und konnte dort ohne große Gegenwehr Luthers Lehre einführen. Mit dem Dreißigjährigen Krieg kamen Not und Elend in die Stadt. Der schwerkranke Pommernherzog Bogislaw XIV. überließ durch seine Kapitulation 1627 Pommern den kaiserlichen Truppen. Diese zogen unter Wallenstein am 20. November 1627 in Greifswald ein und errichteten ein Schreckensregime, bei dem die Bevölkerung aufs schlimmste ausgeplündert wurde. Zur Abwehr der schwedischen Truppen ließ Wallenstein die Befestigungsanlagen verstärken und zog dazu die Bevölkerung zur Zwangsarbeit heran. Durch eine Pestepidemie wurden die Einwohner soweit dezimiert, dass zum Kriegsende nur noch die Hälfte der Häuser bewohnt waren. Im Juni 1631 standen die Truppen König Gustav Adolf II. vor der Stadt und nahmen sie nach kurzem Kampf ein. Pest Der nachfolgende Zeitabschnitt, die so genannte Schwedenzeit, dauerte 184 Jahre. Bis zum Wiener Kongress 1815 waren die Schweden Herren über Vorpommern und waren damit auch für die Geschicke Greifswalds verantwortlich. Allerdings ließen die Schweden die pommerschen Städte recht selbständig gewähren. Greifswald wurde insofern aufgewertet, als es Sitz der obersten Gerichts- und Kirchenbehörden für Schwedisch-Pommern wurde. Mehrfach versuchte Brandenburg, das verlorene Gebiet zurückzuerobern, und 1678 gelang es, Greifswald für ein Jahr lang zu besetzen. Bei den voraufgegangenen Gefechten wurde die Innenstadt samt Marienkirche schwer beschädigt. Im Gemäuer der Kirche stecken heute noch etliche Kanonkugeln der Brandenburger. Die Kriege des 18. Jahrhunderts belasteten die Stadt stark. Während des Nordischen Krieges mussten in den Jahren 1712 und 1713 die durchziehenden dänischen, sächsischen und russischen Truppen versorgt werden, und im Siebenjährigen Krieg explodierte 1758 ein in der Stadt von den Preußen angelegtes Pulvermagazin, wodurch große Teile der Stadt zerstört wurden. Zuvor hatten schon 1713 und 1736 Großbrände Teile der Innenstadt eingeäschert. In guter Erinnerung sind die Bemühungen der Schweden um die Greifswalder Universität geblieben. Nach deren Niedergang zum Ende des 30-jährigen Krieges kurbelten sie den Lehrbetrieb wieder an und ließen 1747 den heute noch bestehenden Universitätshauptbau errichten. Am 23. Oktober 1815 übernahm Preußen die schwedischen Teile Pommerns. Im Zuge der preußischen Verwaltungsreform wurde Greifswald 1818 Verwaltungssitz des gleichnamigen Landkreises, erhielt aber 1912 den Status einer kreisfreien Stadt. Mit dem Anschluss an die Fernstraße Berlin – Stralsund 1836 und den Bahnanschluss 1863 wurden Voraussetzungen geschaffen, dass sich in der vormaligen Ackerbürgerstadt eine wenn auch bescheidene Industrie entwickeln konnte. Neben mehreren Maschinenbaubetrieben und Gießereien wurde die 1863 errichtete Eisenbahn-Hauptwerkstatt zu einem bedeutenden Wirtschaftsfaktor. Sie zählte über viele Jahrzehnte zu den größten Arbeitgebern in der Stadt. Größte Bedeutung hatte aber nach wie vor die Universität. Bereits 1856 war mit dem Bau des Klinikviertels im Nordwesten der Stadt begonnen worden, und 1927 erschloss man im Osten ein weiteres Universitätsgelände. Zu Beginn des 1. Weltkrieges waren 1500 Studenten immatrikuliert. Zur Jahrhundertwende entstanden großzügig bebaute neue Straßen, in denen sich die zunehmende wohlhabende Bürgerschaft niederließ, so zum Beispiel die Goethestraße, heute noch eine der schönsten Straßen Greifswalds. Die Weltwirtschaftskrise der 1920er Jahre machte sich durch die Schließung der Eisenbahnwerkstatt und große Arbeitslosigkeit bemerkbar. Anlässlich der 1939 durchgeführten Gebietsreform wurden die Orte Wieck und Eldena eingemeindet. Damit stieg die Einwohnerzahl auf über 37.000. Den 2. Weltkrieg überstand die Stadt ohne Zerstörungen und wurde am 30. April 1945 auf Veranlassung des Stadtkommandanten Petershagen der Roten Armee kampflos übergeben. Roten Armee Nachfolgende Schädigungen und Verluste wichtiger Teile der Bausubstanz der historisch wertvollen Altstadt sind auf unterlassene Restaurierungen und Instandhaltungen in der DDR zurückzuführen. Stattdessen wurden große Plattenbaugebiete im Osten errichtet. Abriss und historisierender (Platten-)Neubau im Norden der Altstadt verschlimmerten die Situation (siehe auch in Gotha oder Cottbus). Zwischen 1945 und 2003 ging etwa die Hälfte der historischen Bausubstanz verloren. Vernachlässigung und Flächenabriss in der Altstadt endeten erst mit der Wende 1989/90. Die seitdem erfolgten Sanierungen haben mittlerweile die trotzdem noch erhaltenen Teile der Altstadt wieder sehenswert gemacht. Insbesondere der Marktplatz gilt als einer der schönsten in Norddeutschland. Aktuell erfolgt der Rückbau und die Umgestaltung in den Plattenbausiedlungen. Die Einwohnerzahl betrug zu DDR-Zeiten etwa 68.000 und fiel nach der Wende, auch durch Umzug vieler Einwohner in umliegende Gemeinden und Wegzug in andere Landesteile. Die Anzahl der Studenten an der Universität nahm kontinuierlich zu, derzeit (2005) gibt es mehr als 10.000 Studenten in Greifswald. Greifswald ist Sitz des Oberverwaltungsgerichtes (OVG) von Mecklenburg-Vorpommern.

Einwohnerentwicklung

(jeweils zum 31. Dezember)
- 1998 - 56.156
- 1999 - 55.255
- 2000 - 54.236
- 2001 - 53.533
- 2002 - 52.994
- 2003 - 52.869
- 2004 - 52.669

Verkehr

2004 Greifswald liegt an der schiffbaren Mündung des Ryck in die Ostsee und besitzt einen Seehafen. Ferner besitzt die Stadt Bahnanschluss an der Strecke Berlin - Anklam - Stralsund. Südwestlich von Greifswald soll die noch nicht vollständig fertig gestellte Bundesautobahn 20 mit der Autobahnabfahrt Greifswald verlaufen. Durch die Stadt führen die Bundesstraßen 96 und 109. Von Greifswald kommt man mit dem Auto in weniger als einer Stunde zu den Inseln Rügen und Usedom mit ihren alten Ostseebädern.

Wirtschaft

Wie viele andere Städte in Mecklenburg-Vorpommern hat Greifswald mit hoher Arbeitslosigkeit (2004: ca. 22,5 %) und Bevölkerungsrückgang zu kämpfen, der auch durch den enormen Zuzug von Studenten in den letzten Jahren nicht ausgeglichen werden konnte. In den 1970er Jahren errichtete die DDR ca. 15 km von Greifswald entfernt (in Lubmin) ein Kernkraftwerk mit vier Blöcken, die ca. 10 % des Strombedarfes der DDR deckten. Vier zusätzliche Blöcke waren geplant, gingen jedoch nie ans Netz (Block 5 ging im Jahre 1989 für kurze Zeit in Probebetrieb). Ca. 10.000 Menschen waren im KKW Lubmin beschäftigt, heute sind es noch ca. 1.000, die mit dem Rückbau und der Entsorgung der atomaren Anlage bei der Energiewerke Nord GmbH beschäftigt sind. Im Zuge des Ausbaus des Kernkraftwerks errichtete man in der DDR große Plattenbausiedlungen im Osten von Greifswald, die heute aufgrund des Leerstandes zurückgebaut werden müssen. Heute ist der größte Arbeitgeber die Universität, daneben noch andere Einrichtungen der Wissenschaft und des Öffentlichen Dienstes. Nicht zu vernachlässigen ist die Kaufkraft von ca. 10.000 Studenten, die an der Universität immatrikuliert sind. Im Jahre 1991 betrug deren Zahl lediglich 3.000. Daneben versucht Greifswald vom Tourismus zu profitieren, der in den letzten Jahren an der Ostseeküste Mecklenburg-Vorpommerns zum wichtigsten Wirtschaftsfaktor des Landes geworden ist. Da Greifswald allerdings nie ein starker Industrie- und Wirtschaftsstandort war, ist die Ansiedelung zusätzlicher Arbeitsplätze von der Verzahnung mit Wissenschaft und Forschung abhängig.

Firmen


- Siemens AG Bereich Communications
- ml&s - manufacturing, logistics & services GmbH&Co. KG - Komplett-Dienstleister für die Elektronik-Branche
- Solon AG - Hersteller von Photovoltaikmodulen für die solare Stromerzeugung
- DEN Netzbau
- Cziotec
- Hanse Yachts - Yachtzentrum Greifswald
- Ostsee-Bildungszentrum Hafenstr. 41

Bedeutung

Obwohl keine Großstadt, ist Greifswald neben Stralsund die größte Stadt in Vorpommern und hat einen großen Einzugsbereich in der ansonsten dünn besiedelten Region, der bis an die polnische Grenze reicht. Die größte Bedeutung hat die Hansestadt sicherlich als Universitäts- und Forschungsstandort und als solcher einen Ruf, der weit über die Grenzen Mecklenburg-Vorpommerns hinausgeht. Seit 1947 ist Greifswald Sitz der Kirchenleitung der Pommerschen Evangelischen Kirche und Bischofssitz.

Bildung und Wissenschaft

Pommerschen Evangelischen Kirche

Hochschulen


- Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald sowie das Universitätsklinikum der Ernst-Moritz-Arndt-Universität
- Fachhochschule für Verwaltung
- Volkshochschule Greifswald

Einrichtungen, Institute, Kooperationen


- Die Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung hat, außer in Essen, ihren Förderschwerpunkt in Greifswald (Alfried-Krupp-Wissenschaftskolleg Greifswald).
- Max-Planck-Institut für Plasmaphysik
- Institut für Niedertemperatur- und Plasmaphysik
- Kernfusions-Forschungsreaktor Wendelstein 7-X
- Bundesforschungsanstalt für Viruskrankheiten der Tiere, Insel Riems (bei Greifswald)
- Technologiezentrum Vorpommern
- Biotechnikum Greifswald
- Institut für Diabetes "Gerhardt Katsch" e.V. (ehemals Zentralinstitut für Diabetes "Gerhardt Katsch"), Karlsburg (bei Greifswald)
- Tierpark
- Freizeitbad
- Uniklinikum

Gymnasien


- Friedrich-Ludwig-Jahn-Gymnasium (gegr. 1561 als schola senatoria)
- Alexander-von-Humboldt-Gymnasium
- Johann-Gottfried-Herder-Gymnasium
- Ostseegymnasium
- Abendgymnasium Wolfgang Koeppen
- Berufliche Schule der Hansestadt Greifswald-Technik, Fachgymnasium

Berufsschulen


- Berufliche Schule der Hansestadt Greifswald, Technikschule
- Berufliche Schule der Hansestadt Greifswald, Kaufmännische Schule

Kultur

Zentralinstitut für Diabetes "Gerhardt Katsch" Gemessen an der Größe der Stadt steht in Greifswald ein reichhaltiges Kulturangebot zur Verfügung:
- Theater Vorpommern
- Pommersches Landesmuseum
- Musikfestival "Nordischer Klang"
- Greifswalder Bachwoche
- Eldenaer Jazzevenings
- Greifswalder Fischerfest "Gaffelrigg", jedes Jahr im Sommer
- Sozio-Kulturelles Zentrum St. Spiritus
- Literaturzentrum Vorpommern (auch Wolfgang-Koeppen-Haus)
- Greifswald International Students Festival (GrIStuF) [www.students-festival.de]
- Seit 1998 verleiht die Stadt den Wolfgang-Koeppen-Preis, einen nach dem in Greifswald geborenen Schriftsteller Wolfgang Koeppen benannten Literaturpreis.

Bauwerke

Wolfgang Koeppen Wolfgang Koeppen
- drei große Backsteinkirchen: Dom St. Nikolai, St. Marien, St. Jakobi
- barockes Universitäts-Hauptgebäude von 1747
- Pommersches Landesmuseum
- gotisch-barockes Rathaus
- weitere Backsteingebäude am Markt
- Klosterruine Eldena
- Wiecker Holzklappbrücke

Nachtleben

Es gibt zahlreiche gastronomische und kulturelle Einrichtungen, in denen man seinen Feierabend in angenehmer Umgebung verbringen kann. Hier eine kleine Auswahl: Studentenclubs
- Mensaclub Greifswald
- Studentenclub Kiste Greifswald
- Club 9 Greifswald
- Geographenkeller Greifswald
- Geologenkeller Greifswald Clubs und Diskotheken
- Mira Club Greifswald
- TV Club Greifswald (TV = Trieb und Verzicht)
- Club Bel Air Greifswald
- Diskothek Crazytown Greifswald
- Diskothek Fly In Greifswald
- Diskothek The Cave Greifswald Sonstige
- Klex
- Penguin
- Pariser
- Ikuwo
- St. Spiritus Kulturzentrum
- Sowie zahlreiche Kneipen und Bars

Söhne und Töchter der Stadt

Wiecker Holzklappbrücke
- Peter Ahlwardt, deutscher Logiker, Theologe und Philosoph
- Hans Bentzien, SED-Funktionär und Minister für Kultur der DDR
- Hans von Beseler, preußischer General und Politiker der Wilhelminischen Zeit
- Holger Biege, deutscher Komponist, Sänger, Pianist, Arrangeur und Texter
- Gerhard Dallmann, deutscher Schriftsteller
- Ernst Albrecht, deutscher Politiker, CDU
- Hans Fallada, deutscher sozialkritischer Schriftsteller
- Caspar David Friedrich (1774-1840), Maler, Vertreter einer mystisch-religiösen und naturverbundenen Romantik. Caspar David Friedrich hat in vielen seiner Werke Motive aus Greifswald und Umgebung abgebildet. Am bekanntesten sind "Wiesen vor Greifswald", "Greifswalder Hafen" und "Kloster Eldena im Riesengebirge"
- Gerhard Gentzen, Mathematiker
- Doris Gercke, deutsche Krimi-Schriftstellerin
- Konrad Haenisch, Politiker
- Renate Herrmann-Winter, deutsche Professorin für niederdeutsche Sprache
- Martin Jankowski, deutscher Autor
- Fritz Kempe, deutscher Fotograf
- Wolfgang Koeppen, deutscher Schriftsteller
- Herbert Nachbar, deutscher Schriftsteller (DDR)
- Steffen Popp, deutscher Lyriker
- Wolfgang Rindfleisch, deutscher Hörspiel-Regisseur
- Heinz Ritter-Schaumburg, deutscher Privatgelehrter
- Johann Karl Rodbertus, deutscher Ökonom, Begründer des Staatssozialismus
- Bartholomäus Sastrow, autobiographischer Schriftsteller
- Sebastian Sylvester, deutscher Profiboxer im Mittelgewicht
- Robin Szolkowy, deutscher Eiskunstläufer
- Jörg-Peter Weigele, Dirigent Siehe auch: Liste der Ehemaligen der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald

Städtepartnerschaft


- Osnabrück, seit 1988
- Twer, Russland
- Kotka, Finnland, seit 1959
- Lund, Schweden, seit 1990
- Kristianstad, Schweden, seit 1998
- Hamar, Norwegen, seit 1997
- Goleniów (deutsch Gollnow), Polen, seit 1986
- Stettin, Polen, seit 1996
- Angers, Frankreich, seit 1994
- Bryan (Texas), USA, seit 1995

Weblinks


- [http://www.greifswald-online.de Hansestadt Greifswald]
- [http://www.greifswald.m-vp.de Greifswalder Informationen]
- [http://www.regiochannel.de/greifswald/index.html Webkatalog für Greifswald]
- [http://www.greif-live.de Aktuelle Informationen, Leben und Kultur der Hansestadt Greifswald]
- [http://www.kulturmodul.de Veranstaltungskalender für Greifswald]
- [http://www.der-greifswalder.de Augenblick - Ansichten und Informationen über die Hansestadt Greifswald]
Kategorie: Ort in Mecklenburg-Vorpommern Kategorie:Hanse Kategorie:Ort mit Seehafen kategorie:Backsteingotik ! ja:グライフスヴァルト

Hansestadt

Hansestädte waren die Städte, die sich der mittelalterlichen Handelsorganisation Hanse angeschlossen hatten. Der Verbund der Städte in der Hanse war sehr lose und wurde mit keinem Vertrag o. ä. beschlossen. Deswegen ist schwer anzugeben, welche Städte genau zur Hanse gehörten, zumal hier der Zeitpunkt der Betrachtung sehr entscheidend ist. Aus- und Eintritte, Zusammenschlüsse und Verfeindungen waren an der Tagesordnung. Viele kleine "Hansestädte" waren nur ihrer größeren Nachbarstadt zugeordnet und gehörten dieser Stadt an, die wiederum in der Hanse war. Auch die Hanse selbst wollte Anzahl und Namen ihrer Städte niemals festlegen - so weigerte sie sich zum Beispiel gegenüber dem König von England, eine detaillierte Liste mit Städtenamen vorzulegen. Vielleicht auch schlicht deswegen, weil es nie eine solche Liste gab. Sie bleibt also auch hier sehr diffizil. In heutiger Zeit hat sich die Hanse neu gegründet als größte internationale Städtepartnerschaft. Dieser gehören eine Vielzahl der ehemaligen Hansestädte an. Darüber hinaus gründete sich regional der sogenannte Westfälische Hansebund in Westfalen in Nordrhein-Westfalen. Die Farbe der Hanseflaggen ist weiß/rot.

Liste der deutschen Hansestädte heute

Heute nennen sich noch mehr als diese acht deutsche Städte Hansestadt, wobei nur die nachstehend aufgeführten offiziell den Namen Hansestadt tragen (Quelle: http://www.destatis.de/gv/suche_gv2000.htm)

Offizielle Hansestädte


- Bremen
- Demmin
- Greifswald
- Hamburg
- Lübeck
- Rostock
- Stralsund
- Wismar

Liste der Hansestädte (regionale Zugehörigkeit)

Unter Beachtung oben genannter Ausführungen zur Zahl der Hansestädte zu Zeiten der Hanse hier der Versuch einer Auflistung von Städten, die der Hanse angehörten. Die Hanse unterteilte sich dabei regional wie folgt:

Wendische Städte


- Lübeck, freie Reichsstadt
- Wismar, Herzogtum Mecklenburg
- Rostock, Fürstentum Rostock, später: Herzogtum Mecklenburg
- Stralsund, Fürstentum Rügen, später: Herzogtum Pommern
- Lüneburg, Herzogtum Braunschweig-Lüneburg
- Greifswald, Herzogtum Pommern
- Anklam, Herzogtum Pommern
- Demmin, Herzogtum Pommern
- Gützkow, Herzogtum Pommern

Rheinische Städte


- Vorort: Köln, freie Reichsstadt
- Arnhem, Grafschaft Geldern, sp. Vereinigte Provinzen (Niederlande)
- Deventer, Overijssel, sp. Vereinigte Provinzen (Niederlande)
- Dinant, Herzogtum Brabant
- Doesburg, Grafschaft Geldern, sp. Vereinigte Provinzen (Niederlande)
- Duisburg, Fürstentum Kleve
- Düsseldorf, Fürstentum Berg
- Elburg, Grafschaft Geldern, sp. Vereinigte Provinzen (Niederlande)
- Emmerich am Rhein, Fürstentum Kleve
- Grieth, Fürstentum Kleve
- Groningen, freie Reichsstadt
- Harderwijk, Grafschaft Geldern, sp. Vereinigte Provinzen (Niederlande)
- Hasselt, Overijssel, sp. Vereinigte Provinzen (Niederlande)
- Hattem, Grafschaft Geldern, sp. Vereinigte Provinzen (Niederlande)
- Kampen, Overijssel, sp. Vereinigte Provinzen (Niederlande)
- Neuss, Kurköln
- Nijmegen, Grafschaft Geldern, sp. Vereinigte Provinzen (Niederlande)
- Oldenzaal, Overijssel - Twente, sp. Vereinigte Provinzen (Niederlande)
- Ommen, Overijssel, sp. Vereinigte Provinzen (Niederlande)
- Roermond, Grafschaft Obergeldern
- Stavoren, Fryzja, sp. Vereinigte Provinzen (Niederlande)
- Tiel, Grafschaft Geldern, sp. Vereinigte Provinzen (Niederlande)
- Venlo, Grafschaft Obergeldern
- Wesel, Fürstentum Kleve
- Zaltbommel, Grafschaft Geldern, sp. Vereinigte Provinzen (Niederlande)
- Zutphen, Grafschaft Geldern, sp. Vereinigte Provinzen (Niederlande)
- Zwolle, Overijssel, sp. Vereinigte Provinzen (Niederlande)

Westfälische Städte


- Hauptstadt des Drittels / Viertels, Vorort: Dortmund, freie Reichsstadt
- Vorort: Münster, Bistum Münster
- Vorort: Osnabrück, Bistum Osnabrück
- Vorort: Soest, Herzogtum Westfalen, später Grafschaft Mark
- Ahlen, Bistum Münster
- Allendorf,
- Altena, Grafschaft Mark
- Arnsberg, Herzogtum Westfalen (zu Kurköln)
- Attendorn, Herzogtum Westfalen (zu Kurköln)
- Balve, Herzogtum Westfalen (zu Kurköln)
- Beckum, Bistum Münster
- Belecke, Herzogtum Westfalen (zu Kurköln)
- Bielefeld, Grafschaft Ravensberg
- Billerbeck, Bistum Münster
- Blankenstein, Grafschaft Mark
- Bocholt, Bistum Münster
- Bochum, Grafschaft Mark
- Bodenfeld,
- Borgentreich,
- Borken, Bistum Münster
- Brakel, Bistum Paderborn
- Breckerfeld, Grafschaft Mark
- Brilon, Herzogtum Westfalen (zu Kurköln)
- Coesfeld, Bistum Münster
- Dorsten, Vest Recklinghausen (zu Kurköln)
- Drolshagen, Herzogtum Westfalen (zu Kurköln)
- Dülmen, Bistum Münster
- Essen, Abtei Essen
- Eversberg, Herzogtum Westfalen (zu Kurköln)
- Freienohl, Herzogtum Westfalen (zu Kurköln)
- Fürstenau,
- Geseke,
- Grevenstein, Herzogtum Westfalen (zu Kurköln)
- Hachen,
- Hagen, Grafschaft Mark
- Haltern, Bistum Münster
- Hamm, Grafschaft Mark
- Haselünne, Bistum Münster
- Hattingen, Grafschaft Mark
- Herford, Grafschaft Lippe
- Hirschberg im Sauerland, Herzogtum Westfalen (zu Kurköln)
- Hörde, Grafschaft Mark
- Hüsten, Herzogtum Westfalen (zu Kurköln)
- Iburg,
- Iserlohn, Grafschaft Mark
- Kallenhardt, Herzogtum Westfalen (zu Kurköln)
- Kamen, Grafschaft Mark
- Korbach, Fürstentum Waldeck
- Langscheid (Sorpesee),
- Lemgo, Grafschaft Lippe
- Lippstadt, Freiherrschaft Lippe sp. Grafschaft Lippe
- Lüdenscheid, Grafschaft Mark
- Lünen, Grafschaft Mark
- Medebach, Herzogtum Westfalen (zu Kurköln)
- Melle,
- Menden (Sauerland), Herzogtum Westfalen (zu Kurköln)
- Meppen, Bistum Münster
- Minden, Bistum Minden
- Neuenrade, Grafschaft Mark
- Neustadt,
- Nieheim,
- Olpe, Herzogtum Westfalen (zu Kurköln)
- Paderborn, Bistum Paderborn
- Peckelsheim,
- Plettenberg, Grafschaft Mark
- Quakenbrück, Hochstift Osnabrück
- Ratingen, Fürstentum Berg
- Recklinghausen, Vest Recklinghausen (zu Kurköln)
- Rheine, Bistum Münster
- Rüthen, Herzogtum Westfalen (zu Kurköln)
- Schwerte, Grafschaft Mark
- Solingen, Fürstentum Berg
- Sundern (Sauerland),
- Telgte, Bistum Münster
- Unna, Grafschaft Mark
- Vörden,
- Vreden, Bistum Münster
- Warburg, Bistum Paderborn
- Warendorf, Bistum Münster
- Warstein, Herzogtum Westfalen (zu Kurköln)
- Wattenscheid, Grafschaft Mark
- Werl, Herzogtum Westfalen (zu Kurköln)
- Werne, Bistum Münster
- Westhofen, Grafschaft Mark
- Wetter (Ruhr), Grafschaft Mark
- Wiedenbrück, Hochstift Osnabrück
- Wipperfürth, Grafschaft Berg

Sächsische Städte


- Vorort: Braunschweig, Fürstentum Braunschweig
- Hamburg, freie Reichsstadt
- Hildesheim, Bistum Hildesheim
- Magdeburg, Erzbistum Magdeburg
- Goslar, Fürstentum Braunschweig
- Alfeld, Bistum Hildesheim
- Aschersleben, Erzbistum Magdeburg
- Bockenem, Fürstentum Braunschweig
- Duderstadt,
- Erfurt, Bistum Erfurt
- Einbeck, Fürstentum Braunschweig
- Gardelegen, Mark Brandenburg, sp. Kurfürstentum Brandenburg
- Göttingen, Fürstentum Braunschweig
- Gronau, Bistum Hildesheim
- Halberstadt,
- Halle, Erzbistum Magdeburg
- Hameln, Fürstentum Braunschweig
- Hannover, Fürstentum Calenberg
- Helmstedt, Fürstentum Braunschweig
- Merseburg, Bistum Merseburg, sp. Herzogtum Sachsen-Merseburg
- Mühlhausen, freie Reichsstadt
- Naumburg, Bistum Naumburg, sp. Herzogtum Sachsen-Zeitz
- Nordhausen, Fürstentum Braunschweig
- Northeim, Fürstentum Braunschweig
- Osterburg, Mark Brandenburg, sp. Kurfürstentum Brandenburg
- Osterode am Harz, Fürstentum Braunschweig
- Quedlinburg, Fürstentum Braunschweig
- Salzwedel, Mark Brandenburg, sp. Kurfürstentum Brandenburg
- Seehausen, Mark Brandenburg, sp. Kurfürstentum Brandenburg
- Stendal, Mark Brandenburg, sp. Kurfürstentum Brandenburg
- Tangermünde, Mark Brandenburg, sp. Kurfürstentum Brandenburg
- Uelzen, Fürstentum Braunschweig-Lüneburg
- Uslar, Fürstentum Braunschweig
- Werben, Mark Brandenburg, sp. Kurfürstentum Brandenburg
- Bremen, freie Reichsstadt
- Berlin-Cölln, Mark Brandenburg, sp. Kurfürstentum Brandenburg
- Brandenburg, Mark Brandenburg, sp. Kurfürstentum Brandenburg
- Frankfurt (Oder), Mark Brandenburg, sp. Kurfürstentum Brandenburg
- Havelberg, Mark Brandenburg, sp. Kurfürstentum Brandenburg
- Kyritz, Mark Brandenburg, sp. Kurfürstentum Brandenburg
- Perleberg, Mark Brandenburg, sp. Kurfürstentum Brandenburg
- Pritzwalk, Mark Brandenburg, sp. Kurfürstentum Brandenburg
- Stade, Erzbistum Bremen
- Buxtehude, Erzbistum Bremen
- Kiel, Grafschaft Holstein, sp. Herzogtum Holstein

Pommersche Städte


- Stettin, Herzogtum Pommern
- Stolp, Herzogtum Pommern
- Belgard, Herzogtum Pommern
- Dramburg, Herzogtum Pommern
- Gollnow, Herzogtum Pommern
- Greifenberg, Herzogtum Pommern
- Kammin, Herzogtum Pommern
- Kolberg, Herzogtum Pommern
- Köslin, Herzogtum Pommern
- Schlawe, Herzogtum Pommern
- Stargard, Herzogtum Pommern
- Treptow, Herzogtum Pommern
- Wolgast, Herzogtum Pommern
- Wollin, Herzogtum Pommern

Preußische Städte


- Vorort: Danzig, Deutschordensland, seit 1457 Stadtstaat
- Thorn, Deutschordensland, seit 1457 Stadtstaat
- Königsberg, Deutschordensland, später Herzogtum Preußen
- Elbing, Deutschordensland, seit 1457 Stadtstaat
- Braunsberg, Deutschordensland, später Fürstbistum Ermland
- Kulm, Deutschordensland, später Königreich Polen?
- Breslau, HRR Fürstentum Schlesien, Königreich Böhmen

Polnische Städte


- Krakau, Königreich Polen

Gotländische, estländische und livländische Städte


- Visby, Gotland (zu Königreich Schweden, 1409-1645 Königreich Dänemark)
- Stockholm, Königreich Schweden
- Riga, Ordensstaat, sp. Fürstentum Livland (Respublica Polen-Litauen), sp. Königreich Schweden
- Dorpat (heute Tartu), Ordensstaat, sp. Fürstentum Livland (Respublica Polen-Litauen), sp. Königreich Schweden
- Reval (heute Tallinn), Estland (Königreich Dänemark), sp. Ordensstaat, sp. Königreich Schweden)
- Pernau (heute Pärnu), Ordensstaat, sp. Fürstentum Livland (Respublica Polen-Litauen), sp. Königreich Schweden
- Windau (heute Ventspils), Ordensstaat, sp. Herzogtum Kurland (Lehen der Respublica Polen-Litauen)
- Wenden (heute Cēsis), Ordensstaat, sp. Fürstentum Livland (Respublica Polen-Litauen), sp. Königreich Schweden
- Fellin (heute Viljandi), Ordensstaat, sp. Fürstentum Livland (Respublica Polen-Litauen), sp. Königreich Schweden
- Wolmar (heute Valmiera), Ordensstaat, sp. Fürstentum Livland (Respublica Polen-Litauen), sp. Königreich Schweden
- Goldingen (heute Kuldīga), Ordensstaat, sp. Herzogtum Kurland (Lehen der Respublica Polen-Litauen)
- Lemsal (heute Limbaži), Ordensstaat, sp. Fürstentum Livland (Respublica Polen-Litauen), sp. Königreich Schweden
- Kokenhusen (heute Koknese), Ordensstaat, sp. Fürstentum Livland (Respublica Polen-Litauen), sp. Königreich Schweden
- Groß Roop (heute Straupe), Ordensstaat, sp. Fürstentum Livland (Respublica Polen-Litauen), sp. Königreich Schweden

Hansekontore


- Bergen (Bryggen - heutzutage Stadtteil), Königreich Norwegen
- Brügge, Grafschaft Flandern
- London (Stalhof), Königreich England
- Nowgorod (Peterhof, Naugarden), Reuß - Fürstentum Nowgorod

Hansische Niederlassungen und Handelshöfe


- Boston, Königreich England
- Bristol, Königreich England
- Hull, Königreich England
- Ipswich, Königreich England
- King's Lynn, Königreich England
- Norwich, Königreich England
- Yarmouth, Königreich England
- York, Königreich England
- Bordeaux, Königreich Frankreich
- Bourgneuf, Königreich Frankreich
- La Rochelle, Königreich Frankreich
- Nantes, Königreich Frankreich
- Lissabon, Königreich Portugal
- Venedig, Republik Venedig
- Kalmar, Königreich Schweden
- Lödöse (Göteborg), Königreich Schweden
- Nyköping, Königreich Schweden
- Turku, Königreich Schweden
- Oslo, Königreich Norwegen
- Tönsberg, Königreich Norwegen
- Ribe, Königreich Dänemark
- Kopenhagen, Königreich Dänemark
- Kaunas, Großherzogtum Litauen
- Pleskau, Republik Pskow, ab 1510 Großfürstentum Moskau
- Narwa
- Polozk
- Witebsk
- Smolensk
- Wilna (heute Vilnius)
- Malmö, Königreich Schweden ----

Siehe auch


- Gemeindearten !Hansestadt

Vorpommern

Vorpommern ist Teil der historischen Region Pommern und bildet zusammen mit Mecklenburg das Bundesland Mecklenburg-Vorpommern. Es umfasst den östlichen Teil und etwa ein Drittel des Landes. Vorpommern liegt in der nordöstlichsten Ecke Deutschlands, grenzt im Osten an Polen und im Norden an die Ostsee, im Westen an Mecklenburg und im Süden an Brandenburg. Brandenburg

Begriff und Grenzen

Unter Vorpommern verstand man (im Gegensatz zu Hinterpommern) seit dem Westfälischen Frieden 1648 den Teil Pommerns links der Oder, also inklusive dessen Hauptstadt Stettin. Durch die Grenzziehung von 1945 - die ab Gartz die Oder verlässt und weiter westlich führt - kam das Gebiet zwischen dieser und der Oder mit Stettin, Swinemünde, Neuwarp zu Polen. Heute wird der Begriff für den deutschen Teil verwendet. Die historische Grenze zwischen Mecklenburg und Vorpommern ist seit der Bildung von Bezirken in der DDR 1952 weitgehend verloren gegangen. Sie lebt heute noch als Grenze zwischen zwei evangelischen Landeskirchen, der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Mecklenburgs und der Pommerschen Evangelischen Kirche, fort. Sie verläuft vom Fischland westlich von Ahrenshoop nach Süden, quert den Saaler Bodden bis zur Recknitzmündung, trennt das mecklenburgische Ribnitz vom pommerschen Damgarten, führt mittig von Recknitz und Trebel bis nördlich von Demmin, um westlich Demmins auf die Peene zu stoßen, führt entlang dieser bis zum Kummerower See, quert diesen und verlässt ihn entlang der Ostpeene. Südlich Altentreptows trifft sie auf die Grenze zum Landkreis Mecklenburg-Strelitz und umrundet Werder und Friedländer Große Wiese entlang des Kleinen und Großen Landgrabens sowie des Weißen Grabens, bis sie schließlich südlich von Rothemühl auf die Landesgrenze zu Brandenburg trifft. Bei der Kreisgebietsreform 1994 gab es Entwürfe diese Grenze entlang der neuen Landkreisen wieder aufzuleben, die aber nicht umgesetzt wurden. So verläuft sie heute durch den Landkreis Nordvorpommern, dessen westlicher kleinerer Teil inklusive des Stadtteils Ribnitz von Ribnitz-Damgarten zu Mecklenburg gehört, und teilt den Landkreis Demmin in zwei Drittel vorpommersches (Altkreise Altentreptow und Demmin) und etwa einen Drittel mecklenburgisches Gebiet (Altkreis Malchin).

Geografie

Vorpommern wird vor allem durch seine lange Küste geprägt, die den größten Teil der Küste von Mecklenburg-Vorpommern einnimmt. Typisch ist eine ausgeprägte "Doppelküste", bei der vorgelagerte Inseln sogenannte Bodden vom offenen Meer trennen, die in dieser Form eine einmalige Landschaft darstellen. Mit Rügen und Usedom besitzt Vorpommern die beiden größten deutschen Inseln. Größte Stadt in Vorpommern ist die einst zur Hansezeit mächtig gewesene Hansestadt Stralsund. Sie ist auch heute die wirtschaftlich bedeutendste Stadt. Geistiges und gerichtliches Oberzentrum ist wegen der vielen Landesgerichtsbarkeiten und der ansässigen alten Ernst-Moritz-Arndt-Universität die Hansestadt Greifswald, etwa 35 km von Stralsund entfernt. Die Städte Stralsund und Greifswald bilden zusammen nach Rostock das nach Einwohnern zweitgrößte Oberzentrum Mecklenburg-Vorpommerns. Außerdem hat das Gebiet die zweitgrößte Bevölkerungsdichte der vier Planungsregionen des Landes. Größter Binnensee ist der Kummerower See. In Vorpommern liegen zwei Nationalparks:
- Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft
- Nationalpark Jasmund

Geschichte

Zur Geschichte siehe auch: Geschichte Pommerns Der Name Vorpommern geht auf die zweite Teilung Pommerns in die Herzogtümer Pommern-Wolgast (Vorpommern) und Pommern-Stettin (Hinterpommern) im Jahre 1532 zurück. Während 1295 noch eine Teilung in ein nördliches (Pommern-Wolgast) und ein südliches Herzogtum (Pommern-Stettin) erfolgte, entstanden 1532 erstmals ein westlicher und ein östlicher Landesteil. Nach dem Westfälischen Frieden (1648) umfasste Vorpommern den zum Königreich Schweden gehörenden Teil Pommerns einschließlich der gesamten Odermündung mit der Stadt Stettin und dem alten Bischofssitz Cammin. Der Teil Vorpommerns südlich der Peene kam 1720 zu Preußen (Preußisch-Vorpommern). Der nördliche Teil hingegen gehörte bis zum Kieler Frieden von 1814 zu Schweden (Schwedisch-Vorpommern, auch Neuvorpommern), wurde dann für kurze Zeit dänisch und kam mit dem Wiener Kongress (1815) zu Preußen. Nach dem Zweiten Weltkrieg kam es zum größten Teil zur DDR und wurde mit Mecklenburg zum Land Mecklenburg-Vorpommern vereinigt. 1947 wurde das Land auf Befehl der SMAD in Mecklenburg umbenannt, um den Begriff Pommern aus dem offiziellen Sprachgebrauch zu entfernen. 1952 wurde der Landesteil Vorpommern vorwiegend Teil der Bezirke Rostock und Neubrandenburg. Zum Bezirk Frankfurt (Oder) kam der südliche Zipfel, der sich mit dem heutigen Amt Gartz (Oder) deckt. Vorpommern wurde 1990 Teil des Bundeslandes Mecklenburg-Vorpommern. Da die Neubildung der Bundesländer in der DDR entlang bestehender Kreisgrenzen vollzogen wurde, verblieb Gartz in Brandenburg, während z.B. das uckermärkische Strasburg sich in einer Volksabstimmung für den Verbleib in Mecklenburg-Vorpommern entschieden hat.

Bildung

In Vorpommern befindet sich mit der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald (1456) eine der ältesten deutschen Universitäten. Weiterhin gibt es in Stralsund eine gute Fachhochschule.

Wirtschaft

Heute lebt das Gebiet weitgehend vom Fremdenverkehr, vor allem auf den Inseln Rügen, Hiddensee, Usedom und den Halbinseln Darß und Zingst sowie der Landwirtschaft. In Stralsund existiert die Volkswerft, in Wolgast die Peene-Werft und in Greifswald hat sich eine mittelständische Yachtwerft etabliert. Ein weiterer Industrie- und Technologiestandort ist das Gelände des ehemaligen Kernkraftwerkes bei Lubmin am Greifswalder Bodden. Ausgehend von der medizinischen und mathematisch-naturwissenschaftlichen Fakultät der Ernst-Moritz-Arndt-Universität und dem Max-Planck-Institut für Plasmaphysik in Greifswald wird mit zunehmendem Erfolg versucht, eine Technologieindustrie, insbesondere im Bereich der Biotechnologie, zu initiieren. Daher gilt Greifswald trotz hoher Arbeitslosigkeit heute als einer der Wachstumskerne in den neuen Bundesländern. Besonders strukturschwach sind die ländlichen Bereiche im Hinterland der Ostseeküste (Landkreise Demmin und Uecker-Randow). Diese Gebiete lebten seit jeher von der Landwirtschaft bzw. von der Armee. Viele Arbeitsplätze gingen nach der Deutschen Einheit dort verloren. Durch Vorpommern wird zur Zeit die Ostseeautobahn A20 von Lübeck über Rostock und Stralsund zum Autobahndreieck Uckermark (an der Autobahn Berlin - Stettin) gebaut.

Tourismus

Der Tourismus in Vorpommern mit seinen Inseln Rügen und Usedom hat seit der Wiedervereinigung Deutschlands eine dynamische Entwicklung genommen. Zweistellige Zuwachsraten bei Kapazität und Gästezahlen bei gleichzeitigem Ausbau der Infrastruktur waren zu verzeichnen. Die offizielle Statistik weist über 21 Millionen Übernachtungen für ganz Mecklenburg-Vorpommern aus. Dazu kommen wahrscheinlich noch einmal die gleiche Zahl auf dem so genannten Grauen Beherbergungsmarkt. Davon entfallen etwa zwei Drittel auf Vorpommern mit den Inseln als Tourismushochburgen. Allerdings flacht die Kurve des Anstiegs zusehends ab und ist 2004 erstmals ins Minus gerutscht. Es gibt in Vorpommern vier regionale Tourismusverbände: den Tourismusverband Rügen, den Tourismusverband Insel Usedom, den Regionalen Fremdenverkehrsverband Vorpommern (für die Festlandsküste) sowie den Tourismusverband Fischland-Darss-Zingst. Alle Verbände sind Mitglieder im Tourismusverband Mecklenburg-Vorpommern, dem Landesverband, der wiederum Mitglied im Deutschen Tourismusverband (DTV) ist.

Aufteilung

Das Gebiet Vorpommerns erstreckt sich etwa auf die Landkreise:
- Landkreis Nordvorpommern
- Landkreis Ostvorpommern
- Landkreis Uecker-Randow
- Landkreis Demmin
- Landkreis Rügen sowie die kreisfreien Städte
- Stralsund
- Greifswald Im Rahmen der geplanten Neustrukturierung der Landkreise in Mecklenburg-Vorpommern sollen diese zu einem oder auch zwei Landkreisen zusammengefasst werden. Der Landkreis Demmin wäre davon allerdings voraussichtlich ausgenommen, da dieser wahrscheinlich zu einem künftigen Landkreis "Mecklenburgische Seenplatte" käme.

Städte


- Altentreptow
- Anklam
- Barth
- Bergen auf Rügen
- Demmin
- Eggesin
- Franzburg
- Gartz (Oder)
- Garz/Rügen
- Greifswald
- Grimmen
- Gützkow
- Jarmen
- Lassan
- Loitz
- Pasewalk
- Penkun
- Putbus
- Ribnitz-Damgarten
- Richtenberg
- Sassnitz
- Stralsund
- Torgelow
- Tribsees
- Ueckermünde
- Usedom
- Wolgast

Sprache

In Vorpommern wird noch häufig der vorpommersche Dialekt des Ostniederdeutschen gesprochen. Dieser in der deutschsprachigen Literatur insbesondere bei den beiden Märchen der Brüder Grimm "Von dem Fischer un syner Fru" und "Von dem Machandelboom" zu finden sowie in dem später vertonten Gedicht "Mine Heimat" ("Wo die Ostseewellen trecken an den Strand"), in dem die Barther Dichterin Martha Müller-Grählert ihre vorpommersche Heimat beschreibt.

Berühmte Vorpommern


- Ernst Moritz Arndt (Schriftsteller, Politiker)
- Heinrich Bandlow (plattdeutscher Schriftsteller)
- Dr. Rudolf Baier (Museumsdirektor und Bibliothekar in Stralsund)
- Theodor Billroth (Arzt)
- Otto Bruchwitz (Heimatforscher)
- Hermann Burmeister (Naturforscher)
- Christian Andreas Cothenius (Arzt)
- Hans Fallada (Schriftsteller)
- Caspar David Friedrich (Maler der Romantik)
- Johann Friedrich Eosander Freiherr von Göthe (Baumeister)
- Martha Müller-Grählert (Dichterin, "Wo die Ostseewellen")
- Ulrich von Hassell (Widerstandskämpfer)
- Peter Kreeft (Erfinder, erster geschlossener Taucheranzug)
- Otto Lilienthal (Flugpionier)
- Helmut Losch (Gewichtheber)
- Oskar Picht (Erfinder der Blindenschreibmaschine)
- Heinrich Rubenow (Gründer der Universität Greifswald)
- Philipp Otto Runge (Maler der Romantik)
- Karsten Sarnow (Bürgermeister von Stralsund)
- Bartholomäus Sastrow (Schriftsteller und Bürgermeister von Stralsund)
- Carl Wilhelm Scheele (Chemiker)
- Günter Schabowski (DDR-Funktionär)
- Johann Joachim Spalding (Philosoph)
- Franziska Tiburtius (1843 - 1927) (Ärztin)
- Harry Tisch (DDR-Funktionär)
- Christian Ehrenfried Weigel (Chemiker, Pharmazeut, Botaniker und Mineraloge)
- Georg Wertheim (Kaufmann, Begründer des Wertheim-Konzerns)
- Bertram Wulflam (Bürgermeister von Stralsund)

Siehe auch


- Westmecklenburg
- Mittleres Mecklenburg
- Mecklenburgische Seenplatte
- Ostniederdeutsche Sprache
- Mecklenburgisch-Pommersche Dialekte
- Mecklenburgisch-Vorpommersche Küche

Weblinks


- [http://www.vorpommern.de www.vorpommern.de]
- [http://www.vorpommern-infoweb.de www.vorpommern-infoweb.de]
- [http://erwin-rosenthal.de/vorpommern erwin-rosenthal.de/vorpommern]
- [http://www.tourismuszentrum-ostseekueste.de www.tourismuszentrum-ostseekueste.de] Kategorie:Pommern Kategorie:Region in Mecklenburg-Vorpommern

Bundesland

Ein Bundesland ist ein Gliedstaat in einem Bundesstaat. Die Bezeichnung wird insbesondere für die Gliedstaaten der Republik Österreich (amtlich) und der Bundesrepublik Deutschland (nichtamtlich; eigentlich Land) gebraucht. Andere Bezeichnungen für föderale Einheiten sind Staat (z.B. in den USA) oder Kanton (in der Schweiz). Im Königreich Belgien und in der Italienischen Republik bezeichnet man die föderalen Einheiten als Regionen, in der Russischen Föderation als "Subjekte", bei denen es unterschiedliche Abstufungen nach dem Grad der Autonomie gibt (siehe hierzu asymmetrischer Föderalismus). In Kanada unterscheidet man zwischen Provinzen und Territorien.

Siehe auch


- Bundesland (Deutschland)
- Bundesland (Österreich)
- Kanton (Schweiz)
- Politische Gliederung Belgiens
- Autonome Regionen Spaniens
- Verwaltungsgliederung Russlands
- US-Bundesstaat
- Provinzen Kanadas Kategorie:Politische Geographie

Rügen

Rügen ist die größte deutsche Insel, in der Nähe der pommerschen Küste und gehört zu Mecklenburg-Vorpommern. Das "Tor" zur Insel Rügen ist die Hansestadt Stralsund. Die Insel, durch den Rügendamm über den 2 km breiten Strelasund mit dem Festland verbunden, hat eine maximale Länge von 52 km (von Süd nach Nord), eine maximale Breite im Süden von 41 km und eine Fläche von 926 km². Die Gesamtlänge der Küste Rügens beträgt 574 km. Ihre Gestalt ist durch zahlreiche Meeresbuchten (Bodden oder Wieke) sowie vorspringende Halbinseln und Landzungen äußerst zerrissen. Die Insel Rügen bildet zusammen mit der Insel Hiddensee verwaltungsmäßig den Landkreis Rügen mit der Kreisstadt Bergen auf Rügen. Weitere Städte sind Putbus, Sassnitz und Garz/Rügen. Hinzu kommen die Ostseebäder Binz, Sellin, Göhren, Baabe und Thiessow. Rügen wird wegen seiner vielfältigen landschaftlichen Schönheiten und der langen, feinsandigen Badestrände von vielen Urlaubern besucht.

Geografie

Thiessow Thiessow Der Kern der Insel hat die Form eines Dreiecks. Im Süden wird die Insel durch den Rügischen Bodden – dem Nordteil des Greifswalder Boddens – ausgebuchtet. Der Küste vorgelagert ist hier die Insel Vilm. Am Westende der Bucht erstreckt sich die Halbinsel Zudar mit dem südlichsten Punkt Rügens (Palmer Ort); am Ostende ragt die wiederum vielgegliederte Halbinsel Mönchgut in das Meer. Diese Halbinsel endet im Osten am Kap Nordperd bei Göhren und im Süden am Kap Südperd bei Thiessow. Im Westen der Halbinsel Mönchgut teilt eine 5 km lange, schmale Landzunge die beiden Buchten Having und Hagensche Wiek. Hagensche Wiek Der Nordosten der Insel Rügen wird von der Halbinsel Jasmund bestimmt, die mit der Kerninsel "Mutland" durch die Nehrung Schmale Heide zwischen Binz-Prora und Sassnitz-Mukran und einen Bahn- und Straßendamm bei Lietzow verbunden ist. Die Schmale Heide trennt die Außenbucht des Prorer Wieks vom Kleinen Jasmunder Bodden. Auf der Halbinsel Jasmund befinden sich die höchsten Erhebungen (Piekberg 161 m ü. NN) und die markanten Kreidefelsen der Stubbenkammer. Eine weitere Landzunge, die Schaabe verbindet Jasmund mit der Halbinsel Wittow im Norden der Insel Rügen, die der Nordspitze des Dreiecks gegenüberliegt. Die Schaabe trennt wiederum die Außenbucht des Tromper Wieks vom Großen Jasmunder Bodden. Die Halbinsel Wittow und die westlich anschließende lange und schmale Halbinsel Bug wird vom Hauptteil Rügens durch den Rassower Strom, den Breetzer Bodden und den Breeger Bodden abgetrennt. Die Halbinsel Wittow schließt nach Norden mit dem Kap Arkona ab. Knapp einen Kilometer nordwestlich befindet sich auf 54° 41' n. Br. der nördlichste Punkt Mecklenburg-Vorpommerns (ein Findling namens Siebenschneiderstein vor dem Kap Gellort). Die Nordwest- und Westseite der Insel Rügen ist ebenfalls stark gegliedert, aber etwas flacher. Ihr vorgelagert sind die Inseln Hiddensee und Ummanz sowie die kleineren Inseln Öhe, Liebitz und Heuwiese. Durch Sandabtragung und Sandanlagerung der Ostsee müssen die Fahrrinnen nördlich und südlich der Insel Hiddensee ständig ausgebaggert werden, anderenfalls würde Hiddensee mit Rügen binnen weniger Jahre "zusammenwachsen". Die Mitte Rügens ist nur leicht hügelig, das Gebiet wird vornehmlich von der Landwirtschaft geprägt. Östlich der Stadt Bergen auf Rügen werden 90 m ü. NN erreicht (Rugard mit Aussichtsturm) und im südöstlichen Hügelland der Granitz 107 m ü. NN. Der Boden auf Rügen ist sehr fruchtbar und ergiebig, besonders auf Wittow, der Kornkammer der Insel. Daneben gibt es grössere Kohl-Anbaugebiete. Rügen ist mit unzähligen Findlingen übersät. Findling

Jasmund

Die Halbinsel Jasmund besteht auf der Nord- und Nordostseite aus Kreidebergen, die von horizontal liegenden Feuersteinlagern durchzogen sind. An den Abbruchkanten zur See haben sich viele kleine Kaps wie die berühmte Stubbenkammer gebildet. Die sogenannte Große Stubbenkammer (man leitet den Namen vom slaw. stopien, "Stufen", und kamen, "Fels", ab) mit der höchsten Spitze, dem Königsstuhl, 119 m ü. NN., ist gegen das Meer hin fast senkrecht abgeschnitten und gewährt eine unvergleichliche Aussicht. Am 24. Februar 2005 rutschte die berühmte Felsformation Wissower Klinken ins Meer und existiert seither nicht mehr. Wissower Klinken Ein anderer Einschnitt des Kreidegebirges, die Kleine Stubbenkammer, liegt ostwärts vom Königsstuhl, ist nicht so hoch, aber fast noch steiler und lässt von seinem mit Bäumen und Gebüsch bewachsenen Rand fast senkrecht in die Tiefe zum Meer blicken. Im Rücken der Großen Stubbenkammer liegt die Stubnitz (Stubbenitz), ein sechs Kilometer langer und vier Kilometer breiter Buchenwald. An dessen Südende liegt die Stadt Sassnitz und in dessen Inneren der sogenannte Herthasee (Borg- oder Schwarzer See), der einen Durchmesser von 52 m hat und 16 m tief ist. Westwärts stößt an den See ein Wall (Burgwall), der einen ovalen Platz einschließt und einen Umfang von 300 m hat und westlich fast in einem Viertelkreis von einem zweiten, aber unregelmäßigen Wall eingefasst wird. Man hat diesen Wall, der 159 m ü. M. liegt, für die Reste der Herthaburg gehalten und dahin den Schauplatz der Hertha oder Nerthus verlegt – ohne triftigen Grund – der betreffende Wall ist viel wahrscheinlicher ein slawischer Burg- und Tempelwall aus heidnischer Zeit, der vielleicht den Tempel des Triglav umschloss. Auch an anderen Denkmälern der Vorzeit, namentlich Hünengräbern, ist Rügen reich.

Geschichte

Hünengräbern Funde in den Bodden weisen auf eine Besiedelung seit der Steinzeit hin. Später wurde die Insel u.a. von Germanen (Rugiern) bewohnt, in der Völkerwanderung von den slawischen Ranen (Rujanen) besetzt und stand unter besonderen Fürsten. Der dänische König Waldemar I. unterwarf die Insel und zerstörte 1168 auf Kap Arkona das letzte Asyl des Svantevit-Kultes. Unter dem Fürsten Jaromar I. (†1218) wurden die Inselbewohner völlig christianisiert. Die Insel füllte sich mit deutschen Ansiedlern aus dem westelbischen Raum. Jaromars Nachfolger eroberten einen Teil der pommerschen Küste bis zum Ryckfluss, gründeten 1234 Stralsund und warfen das dänische Joch ab. Wizlaw II. nahm 1282 die Insel vom deutschen König Rudolf zum Lehen und erhielt das Amt eines Reichsjägermeisters. 1304 und 1317 verwüsteten Sturmfluten die Insel und rissen einen Teil, Ruden genannt, davon ab. Nach dem Tod von Wizlaw III. von Rügen 1325 kam das Land infolge der 1321 geschlossenen Erbverbrüderung an Pommern-Wolgast und war eine Zeit lang das Besitztum einer abgezweigten Linie (Bart), bis es 1478 auf immer mit Pommern vereinigt wurde. Mit diesem Land kam es dann 1648 durch den Westfälischen Frieden an Schweden. Vom 23.- 24. September 1678 und am 15. November 1715 wurde Rügen von den Brandenburgern, 1807 von den Franzosen genommen und von diesen bis 1813 besetzt gehalten. Im Frieden von Kiel von 1814 ging es zunächst von Schweden an Dänemark. 1815 fiel es dann mit Neuvorpommern an Preußen. Die Halbinsel Jasmund war nach dem Dreißigjährigen Krieg eine Zeit lang im Besitz des schwedischen Generals Carl Gustav Wrangel, dann der Grafen de la Gardie, von denen sie Fürst Putbus erwarb. Während der Zeit des Nationalsozialismus baute die Organisation Kraft durch Freude auf Rügen ein großes Bad, Prora. Die Arbeiten wurden aber nicht beendet. Es befindet sich nördlich von Binz, und Teile des Baus werden noch genutzt, unter anderem für Museen.

Tourismus und Verkehr

Prora Rügen ist eine der touristischen Hochburgen Deutschlands. Etwa ein Viertel aller Übernachtungen Mecklenburg-Vorpommerns finden auf Rügen statt. Die wichtigsten Ferienorte sind Binz, Sellin und Göhren. Im Vordergrund stehen dabei der Bade- und Kurtourismus. Die Hauptsaison auf der Insel liegt zwischen Juni und August. Neben den klassischen Sehenswürdigkeiten wie Kap Arkona, den Kreidefelsen, Prora, Jagdschloss Granitz oder den klassizistischen Bauwerken von Putbus erfreuen sich seit einigen Jahren die Störtebeker-Festspiele von Ralswiek großer Beliebtheit. Der Autoverkehr auf die Insel läuft neben einer Autofähre von der Halbinsel Zudar nach Stahlbrode bei Greifswald fast ausschließlich über den nur zweispurigen Rügendamm zwischen Altefähr und Stralsund. Am 31. August 2004 wurde der Grundstein für eine neue, parallel zum Rügendamm verlaufende Brücke gelegt. Um die Stadt Stralsund zu entlasten, wurden in den letzten Jahren Umgehungsstraßen aus südlicher und westlicher Richtung gebaut. Die Bundesstraße 96 zwischen Stralsund und Greifswald ist außerdem über einen Zubringer mit der in Bau befindlichen Autobahn A20 verbunden. Autofrei sind hingegen zum Schutze der Landschaft die wichtigsten Touristenattraktionen Kap Arkona, der Königsstuhl und das Jagdschloss Granitz, aber auch die zum Landkreis Rügen gehörende Insel Hiddensee. Alle diese Ziele können aber mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder touristischen Fahrzeugen erreicht werden. A20] Das Eisenbahnstreckennetz besteht aus den elektrifizierten Normalspurstrecken der Deutschen Bahn AG Stralsund — (Rügendamm) — Bergen — Sassnitz (Kursbuchstrecke (KBS) 195), Lietzow — Binz (KBS 197), der nicht elektrifizierten Strecken Bergen — Putbus — Lauterbach Mole (KBS 198), sowie den Schmalspurstrecken (750 mm) der Rügenschen Kleinbahn GmbH (Rasender Roland): Lauterbach Mole — Putbus — Binz — Göhren (KBS 199). Neben Regionalzügen gibt es von Binz über Bergen und Stralsund auch Intercityverbindungen nach Berlin, Hamburg, München und ins Ruhrgebiet. Der Busverkehr auf Rügen wurde seit 1996 kontinuierlich ausgebaut und zu einem Integralen Taktfahrplan entwickelt. Alle wichtigen Städte und Gemeinden der Insel sind inzwischen mindestens zweistündlich untereinander verbunden, in der Hauptsaison teilweise wesentlich häufiger. Während des ganzen Jahres verkehren die Busse inzwischen mindestens stündlich auf den Strecken KönigsstuhlSassnitzBinzGöhrenKlein Zicker, Sassnitz — Binz — Bergen, Schaprode — Bergen — Klein Zicker, Bergen / Sassnitz — AltenkirchenWiekDranske und Altenkirchen — Putgarten bei Kap Arkona. Darüber hinaus ist der Busverkehr insbesondere in Bergen, aber auch an anderen Stationen, gut mit dem Bahnverkehr verknüpft. Das so entwickelte Angebot gilt als beispielhaft nicht nur für Mecklenburg-Vorpommern. Betrieben wird dieses Netz von der Rügener Personennahverkehrs GmbH (RPNV) und der Firma Rugia-Reisen. Vom Fährhafen Neu Mukran bei Sassnitz gehen die Fährverbindungen ins schwedische Trelleborg und ins Baltikum nach Klaipėda ab. Mit der ebenfalls zum Landkreis Rügen gehörenden Insel Hiddensee ist Rügen vom Fährhafen Schaprode aus im Linienverkehr der Reederei Hiddensee verbunden, die zunehmend in den Integralen Taktfahrplan auf der Insel Rügen eingebunden wird. Zusätzlich verkehren Schiffe im Linienverkehr von Stralsund aus nach Hiddensee. Schließlich verbindet eine Fähre der Weißen Flotte Stralsund Altefähr im Linienverkehr mit Stralsund. Im Ausflusgsverkehr gibt es Verbindungen von Breege und Wiek nach Hiddensee, von Lauterbach nach Gager sowie zwischen Sassnitz, Binz, Sellin und Göhren, hinzu kommen Rundfahrten vor allem von Sassnitz zum Königsstuhl. Der Regionalflughafen Güttin liegt etwa 8km von Bergen entfernt. Nach der Wende wurden auf dem ehemaligen Agrarflugplatz erstmals Rundflüge über die Insel angeboten. Im Mai 1993 wurde die erste Start- und Landebahn mit Asphaltdecke eingeweiht. Seitdem verkehren von Güttin Linienflüge nach Bornholm, Berlin, außerdem wird Hamburg angeflogen.

Bedeutende Rüganer


- Ernst Moritz Arndt
- Theodor Billroth

Literatur


- Insula Rugia e. V.: Rügen-Jahrbuch

antiquarisch


- Boll, Die Insel Rügen (Schwerin 1858)
- Baier, Die Insel Rügen nach ihrer archäologischen Bedeutung (Stralsund 1886)
- Reisehandbücher von Edwin Müller (12. Aufl., Berl. 1884), Dunker (Bergen 1887), Gust. Müller (Greifswald 1887):
- Karte von G. Müller (1:75,000, Greifswald 1887)
- Fabricius, Urkunden zur Geschichte des Fürstentums Rügen (Stralsund und Berlin 1841 bis 1869, 4 Bde.)
- Barthold, Geschichte von Rügen und Pommern (Hamburg 1839-45, 5 Bde.)
- Fock, Rügenschpommersche Geschichten (Leipzig 1861-72, 6 Bde.).

Weblinks


- [http://www.wizlaw.de wizlaw.de] - Die Website zum slawischen Fürstentum Rügen im Mittelalter befasst sich mit der Geschichte Rügens während der Slawenzeit (bis zum Jahre 1325) und mit dem Minnesänger Wizlaw III. von Rügen.
- [http://www.hoeckmann.de/deutschland/regionen/ruegen00.htm Geschichte der Insel Rügen]
- Rugen Rugen Rugen Rugen ! ja:リューゲン島

Ryck

Der Ryck ist ein Fluss in Mecklenburg-Vorpommern, der mit einer Länge von 28 Kilometern in west-östlicher Richtung fließt und bei Greifswald in die Ostsee mündet. Der Name leitet sich von dem slawischen Wort Rjeka = Fluss ab. In Urkunden aus dem 13. Jahrhundert werden auch die Namen „Reke“ und „Hilda“ (wie das gleichnamige Kloster in Eldena) genannt. Der Ryck entspringt in der Feldmark des ehemaligen Gutes Bartmannshagen (Ortsteile von Süderholz) nordöstlich von Grimmen und durchfließt die Hansestadt Greifswald. Er hat nur ein sehr geringes Gefälle und deshalb auch nur eine geringe Strömungsgeschwindigkeit. Im Ortsteil Wieck mündet er dann in die Dänische Wieck, den südlichen Teil des Greifswalder Boddens. Kurz vor der Mündung befindet sich die historische Wiecker Holzklappbrücke. Die Rycklandschaft ist von Wiesenniederungen geprägt, deren zahlreiche kleinen Wasserläufe den Fluss speisen. Erst vom westlichen Stadtrand Greifswalds bis zur Mündung beim Stadtteil Wieck ist der Fluss schiffbar. Während am Oberlauf nur eine Wassertiefe von 0,80 bis 1,50 Meter gemessen werden, ist der schiffbare Teil um 4 Meter tief. Als wirtschaftlicher Faktor war der Ryck bereits im Mittelalter für die Stadt Greifswald von großer Bedeutung. Durch den Ende des 13. Jahrhunderts angelegten Hafen hatte die Stadt Verbindung zu den großen Ostseehäfen und ermöglichte ihr den Beitritt zur Hanse. Als am Ende des 17. Jahrhunderts die Bedeutung der Hanse zurück ging, wurde der Hafen über 150 Jahre vernachlässigt. Die Wassertiefe betrug weniger als zwei Meter, sodass die großen Schiffe nur noch in Wieck anlegen konnten. Ab 1858 wurde der Fluss zu einer modernen Wasserstraße mit einer Breite von 56 Metern und eine Tiefe 3,20 Metern ausgebaut. Heute spielen die Häfen von Greifswald und Wieck wirtschaftlich nur noch eine untergeordnete Rolle und dienen hauptsächlich der Freizeitschifffahrt. Die bedeutendsten Flussquerungen sind von West nach Ost die Brücken für die Bundesstraße 96 und die Eisenbahnstrecke nach Stralsund, die Brücke an der Greifswalder Steinbecker Straße sowie die Klappbrücke in Wieck. Kategorie:Fluss in Deutschland Kategorie:Fluss in Mecklenburg-Vorpommern Kategorie:Greifswald

Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald

Die Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald (auch: Alma Mater Gryphiswaldensis, Universitas Gryphiswaldensis oder Academia Gryphica) ist eine Volluniversität und befindet sich in der vorpommerschen Hansestadt Greifswald, zwischen Usedom und Rügen. Sie wurde bereits 1456 als zweitälteste Universität im Ostseeraum gegründet und hat heute (2005) über 10.000 Studenten. Rechnet man die zeitweilige Zugehörigkeit zu Schweden und Preußen mit ein, so ist die EMAU in gewisser Weise die älteste Universität Schwedens (noch vor Uppsala) und Preußens. Die EMAU Greifswald ist eine von zwei Universitäten in Mecklenburg-Vorpommern neben der Universität Rostock.

Geschichte

Gründung

Am 17. Oktober 1456 wurde sie als zweitälteste Universität des Ostseeraumes im vorpommerschen Greifswald unter großem Engagement des Bürgermeisters (und ersten Rektors) Heinrich Rubenow als Academia Gryphica gegründet, und zwar mit kaiserlicher und päpstlicher Zustimmung (Privileg) unter dem Schutz des pommerschen Herzogs Wartislaw IX. Die Gründungsfeier fand unter dem Bischof Henning Iven im Greifswalder Dom St. Nikolai statt. Dies spiegelte den zunächst starken kirchlichen Charakter der Universität wieder, so daß der Humanismus Schwierigkeiten hatte, im Lehrbetrieb Eingang zu finden. Zunächst wurden die vier klassischen Fakultäten: Theologie, Philosophie, Medizin und Jura eingerichtet. In Deutschland gibt es nur sechs Universitäten, die noch älter sind: Universität Heidelberg (1386), Universität zu Köln (1388), Universität Erfurt (1392/1994), Universität Würzburg (1402/1582), Universität Leipzig (1409) und Universität Rostock (1419). Sie ist die achtälteste deutsche Universität, sofern die Prager Karlsuniversität (1348) als "deutsche" Universität für das Heilige Römischen Reich deutscher Nation und das Königreich Böhmen berücksichtigt wird. Sie war zeitweilig die älteste Universität Preußens und zuvor die älteste Universität im schwedischen Machtbereich. Ihre Gründung hat die Universität in Greifswald der vorausgegangenen Reichsacht gegen Rostock zu verdanken. Wegen Unruhen durfte an der Rostocker Universität nicht gelehrt werden. Große Teile der Professoren- und Studentenschaft zogen vorübergehend von Rostock nach Greifswald und Rubenow bewirkte ihr Bleiben. Begünstigt durch ihre Lage und den Einfluss der Hanse entwickelten sich schon in der Frühzeit der Universität intensive Beziehungen zu den nördlichen Nachbarn. Von 1456 bis zur Reformation (1526) studierten hier 476 Skandinavier; 22 Nordeuropäer finden sich unter den Hochschullehrern und sechs unter den Rektoren dieser Zeit. Ein an damaligen Studentenzahlen gemessen beachtlicher Anteil. Erst die Reformation brachte eine spürbare Fortentwicklung der Universität, die von 1527 bis 1539 jedoch gänzlich geschlossen blieb.

17./18. Jahrhundert

Reformation 1604 wurde hier die erste zentralisierte Universitätsbibliothek Deutschlands eingerichtet. Über mehrere Jahrzehnte bestand ein Ankaufvertrag über 2000 Gulden mit einem Wittenberger Buchdrucker. Der Vertrag endete erst zum Ende des 17. Jahrhunderts. Zum Buchbestand gehören Handschriften und frühe Drucke so renommierter Schriftsteller und Drucker wie Johannes Gutenberg, Thomas Thorild u.v.a. Zur Begleichung der ausstehenden Patronatszahlungen vermachte im Jahr 1634 der Herzog von Pommern der Universität das Amt Eldena vor den Toren der Stadt mit 14.000 ha, wodurch sie zur größten Grundbesitzerin unter den Universitäten wurde. Im Westfälischen Frieden 1648 fiel Vorpommern mit der Universität Greifswald an Schweden und wurde 1715 dänisch, ohne jedoch den Charakter einer deutschen Hochschule zu verlieren. Von der schwedischen Wissenschaftspolitik wurde sie allerdings bis 1815 geprägt. Besonders im ausklingenden 18. Jahrhundert erlangte sie als Kulturbrücke zwischen Schweden und Deutschland neue Bedeutung: mehr als 1500 Schweden studierten oder wirkten hier als Wissenschaftler, so auch der Philosoph Thomas Thorild (1795-1808). Das Hauptgebäude in der Domstraße, ein besonders repräsentatives Kollegiengebäude, errichtete zwischen den Jahren 1747 und 1750 der Greifswalder Mathematikprofessor Andreas Mayer im Stil des norddeutschen Spätbarock. Ein "Kleinod" darin ist seine Aula, die ehemalige Bibliothek. Momentan finden am Hauptgebäude umfangreiche Renovierungsarbeiten ihren Abschluss, die auch zu einer veränderten Außenfarbgebung (lichtgrau statt weinrot) führen.

19./20. Jahrhundert

1815 ging Schwedisch-Pommern mit der Universität Greifswald in preußischen Besitz über, womit sie die älteste Hochschule Preußens wurde. Man sah sie als die pommersche Landesuniversität an. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts entwickelte sie sich zu einer modernen universitas litterarum. Neben der Medizin mit eigenem Klinikviertel erblühten besonders die Juristische Fakultät, die Theologische Fakultät, die Altertumswissenschaften und die Philologien. Die Juristische Fakultät wurde 1905 durch Angliederung einer Ökonomischen Abteilung (heute Abteilung Betriebswirtschaftslehre) zur Rechts- und Staatswissenschaftlichen Fakultät erweitert. Während der Weimarer Republik wurde das Spektrum der Universität noch einmal größer (Nordisches Institut, Gustaf-Dalman-Institut für Palästinawissenschaften, Victor-Schultze-Institut mit christlich-archäologischer Sammlung, Biologische Forschungsanstalt auf der Insel Hiddensee). 1933 wurde sie nach Ernst Moritz Arndt benannt. Arndt, 1791 Theologiestudent der Universität, lehrte hier, mit Unterbrechungen, von 1800 bis 1811 als Historiker. Von hier aus veröffentlichte er seine sozialkritische Schrift "Versuch einer Geschichte der Leibeigenschaft in Pommern und Rügen", sein Werk "Germanien und Europa" sowie den ersten Teil von "Geist der Zeit". Bis in die heutige Zeit gibt es immer wieder Diskussionen über den nicht unumstrittenen Namenspatron; eine Änderung des Universitätsnamens wurde jedoch nach Beratungen stets abgelehnt. Am Ende des zweiten Weltkrieges wurde die Universität geschlossen, um am 15. Februar 1946 wieder zu eröffnen. Auf Befehl der sowjetischen Militäradministration blieb die ökonomische Abteilung zunächst geschlossen. Während der Zeit der DDR gab es mehrere organisatorische Umformungen, Schließungen und Neuausrichtungen. So wurde die medizinische Fakultät zu einer militärmedizinischen Akademie umgebildet, Jura weitestgehend abgeschafft. Es blieben lediglich die philosophische, theologische, medizinische und mathematisch-naturwissenschaftliche Fakultäten übrig. Eine landwirtschaftliche Fakultät war 1946 mit der ehemaligen, 1835 gegründeten Landwirtschaftlichen Akademie Greifswald-Eldena geschaffen worden, 1950 aber an die Universität Rostock verlegt und später als Institut erneut in der Universität Greifswald eingegliedert worden. Von 1946 bis 1955 bestand eine pädagogische Fakultät. Die ebenfalls nach Kriegsende errichtete Arbeiter- und Bauern-Fakultät "Martin Andersen Nexö" wurde 1962 geschlossen. Diese Einschnitte in das Greifswalder Hochschulgefüge sind zu einem großen Teil nach 1990 rückgängig gemacht wurden. Die Autonomie der Universität, deren akademische Selbstverwaltung und die Freiheit von Wissenschaft und Kunst, von Lehre und Studium sind wieder hergestellt. Schon im Dezember 1989 wurde die Sektion Theologie wieder zu einer Theologischen Fakultät aufgewertet. Die Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät folgte zum Sommersemester 1991 mit Jura und nach einem vergeblichen Versuch 1992 zum Wintersemester 1993/94 mit Betriebswirtschaftslehre. Die Idee der Universitas verwirklicht wieder ein Fächerkanon in Forschung und Lehre aus der Theologie, den Rechts- und Staatswissenschaften, den Geisteswissenschaften, der Mathematik, der Medizin und den Naturwissenschaften, die in den folgenden fünf Fakultäten organisiert sind: Theologische, Rechts- und Staatswissenschaftliche, Medizinische, Philosophische und Mathematisch-Naturwissenschaftliche. Heute prägen neben den verschiedenen Philologien besonders die Forschungen in Medizin und Plasmaphysik die Universität. Als forschungsstark gilt nach dem CHE-Ranking au dem Jahr 2002 auch die Betriebswirtschaftslehre. Die Universität Greifswald ist durch die aktuelle Spardiskussion in Mecklenburg-Vorpommern extrem gefährdet, denn das Konzept einer Universitas, d. h. der Vereinigung vielfältiger Wissenschaften, soll bis zur Unkenntlichkeit amputiert werden. Nach den Vorstellungen des Bildungsministers Metelmann sollen z. B. die Lehrerausbildung und die Betriebswirtschaftslehre bis auf wenige Reste an die Universität Rostock verlagert werden.

Schätze und Besitz

Universität Rostock Bis 1945 war sie die Universität mit dem größten Grundbesitz (mehr als 14000 ha) in Deutschland, die sie aus der Übertragung säkularisierter Klostergüter als Ersatz ausstehender Patronatszahlungen des pommerschen Herzogs erhielt. Dadurch war sie eine der wohlhabendsten Universitäten Deutschlands und finanziell bis weit ins 19. Jahrhundert hinein unabhängig. Von dem Reichtum zeugen noch einige Kunstschätze, wie zum Beispiel der Croy-Teppich (ein großer Gobelin mit einer bildlichen Darstellung zur Reformation aus dem Jahre 1554) oder eine originale 36-zeilige Gutenbergbibel (1458), die die Universität im 19. Jahrhundert von der Wolgaster St.-Petri-Gemeinde erwarb, sowie diverse weitere jahrhundertealte wertvolle Bücher. Der Reichtum der Universität an Bodeneigentum endete mit der Bodenreform der sowjetischen Besatzer und der Bodenreform in der DDR. Einige Grundstücke der Enteignung während der DDR-Bodenreform erhielt die Universität unterdessen zurück. Sie werfen aber kaum mehr Geld ab, als sie zum Unterhalt benötigen und sind oft mit Altlasten versehen. Die EMAU besitzt auch einen eigenen Universitätswald, der forstwirtschaftlich betrieben wird.

Ehemalige

Die Ernst-Moritz-Arndt-Universität hat namhafte Ehemalige in fast allen Wissenschaftsbereichen und aus 550 Jahren Universitätsgeschichte, darunter auch zwei Nobelpreisträger. Eine ausführliche Liste findet sich hier: Liste der Ehemaligen der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald

Fakultäten


- Theologische Fakultät (ev.)
- Philosophische Fakultät
- Medizinische Fakultät
- Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät
- Mathematisch-Naturwissenschschaftliche Fakultät

Einrichtungen, Institute, Kooperationen


- Alfred-Krupp-Wissenschaftskolleg Greifswald
- Max-Planck-Institut für Plasmaphysik
- Institut für Niedertemperatur-Plasmaphysik [http://www.inp-greifswald.de]
- Kernfusions-Forschungsreaktor Wendelstein 7-X
- Bundesforschungsanstalt für Viruskrankheiten der Tiere, Insel Riems
- Siemens AG, Bereich Öffentliche Netze
- Technologiezentrum Vorpommern
- Biotechnikum Greifswald
- Technologiepark (im Aufbau)
- Forschungsinstitut für Diabetes, Karlsburg (bei Greifswald)
- Caspar-David-Friedrich Institut für Bildende Kunst [http://www.cdfi.de]
- Caspar-David-Friedrich Gesellschaft [http://www.caspar-david-friedrich-gesellschaft.de]

Partneruniversitäten

Europäische Union


- Universität Aarhus, Dänemark
- University of Aberdeen, Schottland / Großbritannien
- Universität Brünn (tschech. Brno), Tschechien
- Holbæk Seminarium, Dänemark
- Universität Joensuu, Finnland
- Universität Memel (lit. Klaipeda), Litauen
- Universität Lund, Schweden
- Universität Padua, Italien
- Universität Posen, Polen
- Universität Lettlands in Riga, Lettland
- Universität Stettin, Polen
- Universität Dorpat (estn. Tartu Ülikool), Estland
- Universität Wilna (lit. Vilnius), Litauen

Andere


- Universität St. Petersburg (Russland)
- University of Saskatchewan, Saskatoon (Kanada)
- Universität Sarajevo (Bosnien-Herzegowina) Zudem existieren Partnerprogramme auf Institutslevel

Literatur

' Matrikel von Ernst Friedländer, 2 Bde, 1893/94, Nachdruck Osnabrück 1965
- Der Geist der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald, Greifswald 1933
- Festschrift zur 500-Jahr-Feier der Universität Greifswald am 17. Oktober 1956, 3 Bde, Magdeburg 1956-1961
- Universität Greifswald von Friedrich Schubel, Frankfurt