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Grenadier

Grenadier

Als Grenadier bezeichnete man ursprünglich einen mit Granaten bewaffneten Infanteristen. Der Begriff wurde im 17. Jahrhundert aus dem Französischen übernommen.

Geschichte

Seit 1667 mussten sich in jeder französischen Infanterie-Kompanie vier Soldaten auf den Umgang mit Granaten spezialisieren und wurden deshalb als Grenadiere bezeichnet. Der Anteil der Grenadiere an der Infanterie stieg in der Folgezeit, so dass bereits ab 1671 jedes französische Bataillon eine Kompanie Grenadiere umfasste. Seit 1678 wurden auch in England Grenadier-Einheiten aufgestellt, worauf bis zum Ende des 17. Jahrhunderts die meisten anderen europäischen Staaten folgten. Für die Aufstellung einer Grenadier-Einheit wurden die stärksten und geschicktesten Soldaten ausgesucht. Die Grenadiere bildeten eine militärische Elite und wurden bei Belagerungen mit besonders gefährlichen Aufgaben betraut. Zu ihrer Bewaffnung gehörte neben etwa einem Dutzend Granaten eine Muskete mit Bajonett und ein Säbel. Oft konnte man die Grenadiere auch rein äußerlich von den anderen Soldaten unterscheiden: Um beim Werfen der Granaten nicht behindert zu werden, trugen sie stets schmale Kopfbedeckungen (eine Art Zipfelmütze) statt breiten Hüten (Dreispitz). Schon relativ früh im 18. Jahrhundert wurden die Handgranaten nach und nach wieder abgeschafft, die Grenadiere blieben aber Eliteeinheiten und unterschieden sich häufig durch hohe Mützen mit großen Metallschilden oder aus Pelz. Besonders berühmt wurden die "Alten Grenadiere" der Kaiserlichen Garde von Napoleon I., die bis zur Schlacht von Waterloo den Ruf der Unbesiegbarkeit genossen. Im Zweiten Weltkrieg bezeichnete man ab 42 mit Grenadier einen normalen deutschen Infanteristen.Desweiteren wurden fast alle Bezeichnungen geändert,wie z.B. Infanterieregiment wurde zu Grenadierregiment.Nur ab Divisionsstufe behielten die Divisionen ihren Namen.Nach dem Attentat auf Hitler 44 wurden alle ab dann gegründeten Divisionen mit dem Titel Volksgrenadierdivisionen versehen.Dieses waren ganz normale Infanteriedivisionen und stehen in keinem Zusammenhang mit Volkssturm.

Deutschland

Heutzutage bezeichnet man im Wachbataillon der deutschen Bundeswehr einen Soldaten im niedrigsten Dienstgrad als Grenadier (Gren). Andere Waffengattungen verwenden eigene Bezeichnungen, wie Schütze, Flieger (bei Luftwaffe) oder Matrose (bei Marine).

Österreich

Im österreichischen Bundesheer werden die den Panzereinheiten zugeteilten, motorisierten Infanterieeinheiten als Panzergrenadiere bezeichnet.

Schweiz

In der Schweizer Armee bilden die Grenadiere die Elite-Einheit der Infantrie und werden für sehr anspruchsvolle Operationen eingesetzt. Ausgebildet werden die Grenadiere in Isone im Kanton Tessin, wo umfangreiche Trainingsmöglichkeiten für Häuserkampf, Gebirgskampf und Anti-Terror-Einsätze bestehen. Der Hauptaugenmerk der Ausbildung liegt in der Gefechtstechnik, In- und Exfiltration, Häuser- und Ortskampf, Nahkampf, Seiltechnik am Gebäude und Helikopter und der Spezialistenausbildung. Nach der Armeereform XXI werden in Isone neu auch Scharfschützen und Aufklärer ausgebildet, die ihren Einsatzort mittels Fallschirmabsprung erreichen. Andere mögliche Funktionen sind Medic, PAL (Dragon), Minenwerfer, Übermittler, Panzerfaust, leichtes Maschinengewehr (Minimi). Die Rekrutenschule für angehende Grenadiere dauert 25 Wochen, und ist neben der Fallschirmaufklärer-Kompanie 17 die härteste Ausbildung der Schweizer Armee. Kategorie:Dienstgrad (Bundeswehr) Kategorie:Mannschaftsdienstgrad Kategorie:Truppengattung Kategorie:Militärgeschichte

Granate

Die Granate (ital. granata Granatapfel) ist ein mit einer Sprengladung gefülltes und mit einem Zünder versehenes Hohlgeschoss. Hohlgeschoss Hohlgeschoss Die Granate kann je nach Füllung folgende Wirkungen erzielen:
- Durchschlag
- Sprengung
- Splittern (Brisanzgranate)
- Brandauslösung (Brandstoffe z. B. Thermit, Napalm, Phosphor)
- Giftwirkung (Biologisch, Chemisch)
- Radioaktivität
- Blendung Wird die Granate aus einem gezogenen Rohr (z. B. bei einer Kanone) verschossen, so hat sie Führungsringe zur Aufnahme des Dralls. Diese sind meist aus Kupfer oder Messing; selten wird, wie zum Beispiel bei dem deutschen Parisgeschütz, Stahl verwendet. Geschosse für Granatwerfer sind meist flügelstabilisiert. Raketengetriebene Granaten werden von einem Werfer aus abgefeuert. Diese Werfer haben den Vorteil, dass sie tragbar sind. Handgranaten oder auch Wurfgranaten sind Hohlgeschosse kleineren Kalibers und geringen Gewichts (bis 1 kg), welche mit der Hand geworfen werden. Granaten können auch mit einem Granataufsatz von Gewehren (Anbau-Granatwerfer), mittels spezieller Granatpistolen oder Granatgewehren verschossen werden. Üblicherweise hat diese Munition ein von der NATO standardisiertes Kaliber. Neben der einfachen Sprenggranate gibt es spezielle Anordnungen der Wirkladung, um eine höhere Effektivität gegen bestimmte Ziele zu erreichen. Beim inneren Aufbau kann die Effektivität gegen bestimmte Ziele z. B. durch eine Hohlladung vergrößert werden. Beim äußeren Aufbau, also dem Mantel, ist dieser meist aus Stahl und vorfragmentiert, um eine möglichst hohe Splitterwirkung zu erzielen. Der Sprengstoff wird heutzutage meist von vorne eingebracht. Auf diese Weise kann man die Granate mit einem geschlossenen Boden fertigen, was ein Durchschlagen der Verbrennungsgase der Treibladung zuverlässig verhindert. Die Innenseite der Geschosshülle wird meist lackiert, um zum einen eine zuverlässige Haftung zwischen Sprengstoff und Hülle zu gewährleisten und zum anderen unerwünschte chemische Reaktionen zwischen Hülle und Sprengstoff auszuschließen. Eine 155 mm Sprenggranate enthält beispielsweise 7 kg Sprengstoff bei 42 kg Gesamtgewicht. Übertrifft der Sprengstoffanteil 20% des Gesamtgewichtes, so spricht man auch von Minengranaten. Diese enthalten einen Sprengstoffanteil von bis zu 35%. Dadurch erhöht sich die Wirkung des Gasschlages, allerdings sinkt die Durchschlagsleistung und die Splitterwirkung, auf Grund des geringeren Geschoßgewichtes ist die Genauigkeit auf größere Entfernungen jedoch schlechter. Der Name 'Granate' leitet sich tatsächlich vom Granatapfel ab. Die ersten Handgranaten, die im Mittelalter verwendet wurden, hatten eine dem Granatapfel sehr ähnliche Form. Diese bestanden ebenfalls aus einem hohlen Metallkörper, der mit Schwarzpulver gefüllt war, jedoch wurden sie mit einer Lunte gezündet. Der Nutzen einer solchen Waffe im Mittelalter bestand hauptsächlich darin, dass man sie über eine Festungsmauer werfen konnte und somit relativ gefahrlos den Feind im Inneren einer Burg vor deren Erstürmung ausschalten konnte. siehe auch: Brisanzgranate, Handgranate, Granatwerfer Kategorie:Waffe Kategorie:Explosionswaffe

Infanterie

Als Infanterie bezeichnet man zu Fuß kämpfende Verbände von Soldaten. Die Infanterie wurde in ihrer Geschichte verschieden eingesetzt, bildet jedoch heutzutage bei den meisten Armeen die große Basis der Streitkräfte. Sie trägt die Hauptlast im Gefecht, und ist aber trotzdem vielseitig einsetzbar. Wurden früher vor allem eine große Anzahl Fußsoldaten als Infanterie bezeichnet, steht der Begriff heutzutage für eine bestimmte Gattung von Soldaten in einem Heer, für welche Mobilität und Schlagkraft von großer Bedeutung sind. Innerhalb dieser Truppengattung stellt die militärische Ausbildung eine äußerst große physische und psychische Herausforderung dar, da sehr viel Wert auf Vielfältigkeit gesetzt wird. Eine veraltete Bezeichnung für die Infanterie ist auch Fußvolk, dieser Begriff wird heutzutage häufig mit einer spöttischen Konotation verwandt.

Einsatzaufstellung

Im 17. bis zum 19. Jahrhundert wurden Infanteriearmeen vor allem als große Massen von Fußsoldaten in den Kampf geschickt. Die Weiterentwicklung der Feuerwaffen und das Ziel, ein Höchstmaß an Feuerwirkung zu erzielen, führten im 17. Jahrhundert zur Linientaktik als Hauptkampfform der Infanterie. Aufgrund höherer Feuergeschwindigkeit, größerer Reichweiten und besserer Treffgenauigkeit der neuen Handwaffengeneration entwickelte sich diese neue Taktik bis zum Jahre 1792 zu der so genannten Tirailleur- oder Kolonnentaktik weiter, die bis zum deutsch-französischen Krieg 1870/71 als Gefechtsform das Bild zahlloser Schlachten dieser Zeit prägt. Mit dem Aufkommen von Mehrladern wurde nun das Schützengefecht in Form von Schützenlinie und Schützenschwarm die Hauptkampfform der Infanterie. Die Infanterie operiert meist in achtköpfigen Gruppen.

Ausbildung und Bewaffnung

Jeder Infanterist ist in Häuserkampf, Nahkampf und Territorialkampf geschult. Die Waffen der modernen Infanterie sind sehr vielfältig:
- Sturmgewehr
- Scharfschützengewehr
- Handgranate
- Panzerfaust
- Minen
- Pistole
- Maschinengewehr
- Messer und Bajonett zusätzlich verfügen die meisten Infanterieverbände noch über schwere Waffen wie Mörser (Geschütz) oder Panzerabwehrlenkwaffen.

Einsatzspektrum der Infanterie

Da die Stärke der modernen Infanterie in der Beweglichkeit und Geschwindigkeit liegt, eignet sie sich nicht für große Angriffe in Bataillonsstärke. Sie wird daher für Aufgaben wie verdeckte Operationen, Aufbau und Halten von Verteidigungslinien oder Zerstören von blockierten Gegnern eingesetzt. In Friedenszeiten leistet die Infanterie Dienst im Objektschutz.

Einsatzschwierigkeiten

Infanteristische Einsätze sind immer nur von möglichst kurzer Dauer. Infanteristen haben keine Möglichkeiten, sich vor Angriffen, wie Chemiewaffeneinsatz, Luftangriffen oder Artilleriebeschuss über längere Zeit zu schützen. In vielen Ländern wird darum geforscht, wie man Schutzmechanismen und andere Hilfsmittel verbessern kann, um die Soldaten längere Zeit im Einsatz zu halten. In Deutschland läuft dazu das Programm Infanterist der Zukunft. In den USA wird eine tragbare Waffe entwickelt, die Sturmgewehr, Granatwerfer, Zielfernrohr und Laserzielmarkierung miteinander vereint. Der Vorteil liegt hier im reduzierten Platzbedarf und Gewicht. Die Bundeswehr ist bereits jetzt mittels des Gewehres "G 36" in der Lage, eine Waffe als Sturmgewehr, als Präzisionswaffe und als Granatwerfer einzusetzen und ist somit den amerikanischen Entwicklungen in diesem Punkt teilweise voraus.

Geschichte der Infanterie

17.-18. Jahrhundert

Historisch geht die Bezeichnung Infanterie auf die Infantin Isabella Clara Eugenia, Tochter des Königs Philipp II. von Spanien zu Beginn des 17. Jahrhunderts zurück. Das auf ihren Befehl geworbene Fußvolk wurde auf eine neue Art bewaffnet und geübt und der Infantin zu Ehren "infanteria" genannt. Diese neue Truppe unterschied sich weiter je nach Bewaffnung und Verwendung in die schwere und die leichte Infanterie.
Im deutschsprachigen Raum taucht der Infanteriebegriff erstmals im Jahre 1616 als allgemeine Bezeichnung von Fußtruppen auf. Bis dato waren für eben diese die Bezeichnungen "Fußvolck", "Kriegsvolck zu Fuß", die "Fußknecht", "die Hauffen zu Fuß" und "die Landsknechte" üblich. Die Verwendung und der Wert dieser Fußtruppen sind in der Kriegsgeschichte von unterschiedlicher Bedeutung gewesen. Schon im Altertum trugen sie oft die Hauptlast des Kampfes. Von wenigen Ausnahmen abgesehen, kamen der Reiterei allgemein nur unterstützende Aufgaben zu. Während des Mittelalters war jedoch der Ritter Hauptträger des Kampfes, es bildeten sich ganze Ritterheere. Erst die Schweizer bewirkten 1386 durch die Schlacht bei Sempach eine Wende. Mit Spießen und Streitäxten gut gerüstet, straff organisiert und ausgebildet, zeigten sich Fußtruppen den Rittern überlegen. Diese Gliederungsform der Infanterie wurde Gewalthaufen genannt. Die Wirkung des Gewalthaufens beruhte auf der Stoßkraft der sich geschlossen vorwärts bewegenden Masse. Die Entscheidung wurde im Angriff gesucht. In dieser Weise führten die Spanier 1485 ihr Fußvolk erfolgreich gegen die Mauren. Sie wurden Vorbild für andere europäische Heere. Die Infanterie entwickelte sich zur "Krone aller Waffen". Als Schöpfer der deutschen Infanterie werden Kaiser Maximilian I. und Georg von Frundsberg angesehen. Sie waren die bedeutendsten Führer und Organisatoren der Landsknechtheere. Mit ihnen begann das neuzeitliche Kriegswesen. Mit zunehmender Wiederentstehung einer bedeutenden Reiterwaffe und Einführung von Schusswaffen entstand bei den Fußtruppen die Form des Gevierthaufens als Defensivaufstellung. Arkebusiere, Füsiliere und Musketiere waren die ersten Feuerwaffenträger der Infanterie.

19. Jahrhundert

1825 unternahm Zar Nikolaus I. als erster den Versuch, Kavallerie und Infanterie in einer Waffengattung zu vereinigen. Es entstand das Dragonerkorps. Der Versuch scheiterte, weil das Korps die infanteristischen Aufgaben vernachlässigte. Etwa 1885 nahm England diesen Versuch wieder auf und stellte in einzelnen seiner Kolonien und Schutzstaaten berittene Infanterie auf. So kann die gesamte Streitmacht der Buren im Kampf gegen England als berittene Infanterie charakterisiert werden. Im 19. Jahrhundert unterschieden verschiedene Armeen ihre infanteristischen Soldaten in etwa folgende Truppenteile:
- Preußen: Grenadiere, Musketiere, Füsiliere, Jäger
- Österreich: Linieninfanterie und Feldjäger (zusätzlich die Tiroler Kaiserjäger)
- Frankreich: Linieninfanterie und Zouaven- und Turkosregimenter (als leichte Infanterie), auch die Fremdenlegion kann zur seinerzeitigen Infanterie gezählt werden
- Russland: Garde- und Linieninfanterie und Schützen
- Italien: Linieninfanterie, Bersaglieri (Jäger) und Alpini (Gebirgsjäger)

20. Jahrhundert

Im 20. Jahrhundert entwickelt sich die Infanterie immer mehr zur Hauptwaffe des Kampfes. So ist unter anderem im Reglement für die deutsche Infanterie von 1906, das noch während des gesamten 1. Weltkriegs Gültigkeit hatte, der damalige Stellenwert dieser Truppengattung wiederzufinden: "Die Infanterie ist die Hauptwaffe. Im Verein mit der Artillerie kämpft sie durch ihr Feuer den Gegner nieder. Sie allein bricht seinen letzten Widerstand. Sie trägt die Hauptlast des Kampfes und bringt die größten Opfer. Dafür winkt ihr auch der höchste Ruhm."
Dieser Stellenwert als Schlachten entscheidende Waffe behielt auch im 2. Weltkrieg weiter seine Gültigkeit. Allerdings war die Infanterie im neuen Zeitalter der Panzer und der Flugzeuge nicht mehr die Hauptwaffe und die Königin des Schlachtfeldes, wohl aber noch die Königin auf ihrem Gefechtsfeld. Nach diesem Krieg erfolgte innerhalb der Wiederbewaffnung Deutschlands die Abkehr von der so genannten "Einheitsinfanterie" hin zur "besonders befähigten Infanterie".

Infanterie in Deutschland nach 1950

So ist die Infanterie der Bundeswehr heute nicht mehr in die bisher üblichen Truppengattungen der Jäger, der Fallschirmjäger, der Gebirgsjäger und der Grenadiere differenzierbar. Sie stellt heutzutage einen Truppengattungsverbund dar, welcher sich aus den bisherigen besonderen Befähigungen und Spezialisierungen der Jäger, Gebirgsjäger und Fallschirmjäger zusammensetzt. Sie ist nicht mehr mit den herkömmlichen leichten Infanterieeinheiten zu vergleichen, diese werden gegenwärtig typischerweise von den Panzergrenadieren der Bundeswehr gebildet. Die deutsche Infanterie der Bundeswehr ist somit eine sehr stark spezialisierte Truppengattung des deutschen Heeres, deren Soldaten über ein enorm hohes Anforderungspotential und mit dem System Infanterist der Zukunft über die weltweit beste infanteristische Ausrüstung verfügen. Im Rahmen ihrer Auftragserfüllung und ihres Einsatzspektrums arbeiten sie so auch eng mit dem Kommando Spezialkräfte (KSK) zusammen. Aufgrund dieser besonderen Befähigungen sowie ihrer hohen Beweglichkeit, ihrem exzellenten Ausbildungsstand, ihrer hochwertigen Ausrüstung, ihren neuen Fahrzeugen und Handwaffen stellt sie im gesamten Aufgabenspektrum vor allem die Kräfte der ersten Stunde ("Eingreifkräfte") sowie Mittlere Kräfte für Einsätze bei kleinen und mittleren Operationen ("Stabilisierungskräfte") im Rahmen des internationalen Krisenmanagements bereit. Dabei bildet die Beherrschung der Aufgaben des Allgemeinen Infanteriekampfes weiterhin die gemeinsame Grundbefähigung der gesamten Infanterie.
- Mit den Fallschirmjägern als Kern der Spezialisierten Kräfte des Heeres in der Division Spezielle Operationen (DSO);
- dem Aufbau eines neuen luftbeweglichen Jäger-/Infanterieregimentes bis 2007, welches taktisch der zweiten Spezialdivision, der Division Luftbewegliche Operationen (DLO) zugehörig ist;
- und der Gebirgsjägerbrigade 23, welche weiterhin vorrangig für Einsätze unter extremen Gelände- und Witterungsbedingungen eingesetzt wird, wird ein Beitrag zur Verbesserung der Reaktionsfähigkeit im gesamten Aufgabenspektrum geleistet.

siehe auch


- Fußsoldaten im Mittelalter, Infanteriedivision, General der Infanterie

Weblinks

Deutschland:
- [http://www.deutschesheer.de/C1256B6C002D670C/CurrentBaseLink/N25CSBAU714SWINDE Das deutsche Heer, Truppengattungsprofil der Infanterie]
- [http://www.jaegerseiten.de Jägerseiten - Die deutsche Infanterie: ihre Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, ihre Waffen, Fahrzeuge und Ausrüstung]
- [http://www.infanterie-bund.de/ Bund der deutschen Infanterie] International:
- [http://www.benning.army.mil/Infantry/index.asp US Infantry School, Fort Benning]
- [http://www.army.mod.uk/infantry/index.htm British School of Infantry]
- [http://www.bundesheer.gv.at/waffengattung/wafgt_jager.shtml Österreichs Jägertruppe] Kategorie:Truppengattung ja:歩兵

17. Jahrhundert

Das 17. Jahrhundert begann am 1. Januar 1601 und endete am 31. Dezember 1700. Es ist die Epoche der Neuzeit (Frühe Neuzeit).

Persönlichkeiten


- Francis Bacon, englischer Philosoph
- Oliver Cromwell, englischer Politiker
- René Descartes, Philosoph und Mathematiker
- Galileo Galilei, Wissenschaftler
- Thomas Hobbes, Philosoph
- Jan Amos Komenský, Theologe und Pädagoge
- Gottfried Leibniz, Philosoph und Mathematiker
- John Locke, englischer Philosoph
- Claudio Monteverdi, Komponist
- Isaac Newton, Physiker und Mathematiker
- Blaise Pascal, Theologe, Mathematiker und Philosoph
- Franz von Sales, Bischof und Heiliger
- Heinrich Schütz, Komponist
- William Shakespeare, Dramatiker
- Baruch Spinoza, Philosoph
- Rembrandt van Rijn, Maler

Anderes


- Barock, von 1550 - 1750
- Dreißigjähriger Krieg von 1618 - 1648
- Pfälzischer Erbfolgekrieg, 1688 - 1697: Leitet die Machtverlagerung von Frankreich zu Großbritannien ein.

Erfindungen und Entdeckungen


- Isaac Newton entwickelt den Differentialkalkül und legt die Grundlagen der klassischen Mechanik.
- Erste Messung der Lichtgeschwindigkeit, 1676.
- Flaschenkorken ermöglichen die Lagerung von Wein in Flaschen. 01-17 ! ja:17世紀 ko:17세기

1667

Ereignisse

Politik und Weltgeschehen


- Antigua und Barbuda werden britische Kolonie
- London, Großbritannien. Die Pest fordert fast 100.000 Tote

Kultur


- 30. Januar: Uraufführung des musikalischen Dramas Atalanta von Johann Caspar Kerll in München
- 9. April: Paris, Frankreich. Die welteit erste Kunstausstellung wird im Salon du Louvre eröffnet
- 6. November: Uraufführung des musikalischen Dramas Le pretensioni del sole von Johann Caspar Kerll in München

Geboren


- 3. März: Jakob Heinrich Graf von Flemming, brandenburgischer Heerführer und Staatsmann († 1728)
- 29. April: John Arbuthnot, britischer Mediziner und Schriftsteller († 1735)
- 16. Mai: Germain Boffrand, Baumeister († 1754)
- 26. Mai: Abraham de Moivre, französischer Mathematiker († 1754)
- 6. August: Johann Bernoulli, schweizerischer Mathematiker († 1748)
- 2. November: Jakob Louis Heinrich Sobieski, Kronprinz von Polen († 1734)
- 30. November: Jonathan Swift, anglo-irischer Schriftsteller († 1745)
- Anna Maria Louisa de Medici

Gestorben


- 23. Januar: Hieronymus Bauhin, schweizerischer Arzt mit französischen Vorfahren (
- 1637)
- 22. Mai: Alexander VII., Papst von 1655–1667 (
- 1599)
- 4. Juli: Johann von Anhalt-Zerbst, anhaltinischer Regent (
- 1621)
- 7. Juli: Nicolas Sanson, französischer Kartograph (
- 1600)
- 23. Juli: Justus Henricus Heidfeldt, reformierter Theologe und Philologe (
- 1606)
- 2. August: Francesco Borromini, italienischer Baumeister (
- 1599)
- 31. August: Johann Rist, war Dichter und evangelisch-lutherischer Prediger (
- 1607)
- 3. Oktober: Alonso Cano, spanischer Maler, Bildhauer und Architekt (
- 1601)
- 21. Dezember: Hans Ernst aus dem Winckel (der Austeilende), Stallmeister, Mitglied der „Fruchtbringenden Gesellschaft“ (
- 1585) ko:1667년 ms:1667

1671

Geboren


- 11. Januar: François-Marie de Broglie, französischer Feldherr, Marschall von Frankreich († 1745)
- 7. März: Robert Roy MacGregor („Rob Roy“), schottischer Volksheld (†1734)
- 16. April: John Law, schottischer Nationalökonom († 1729)
- 26. Mai: Burkhard Gotthelf Struve, deutscher Polyhistor, Bibliothekar († 1738)
- 14. Juni: Tomaso Albinoni, italienischer Komponist und Geiger († 1751)
- 16. Juni: Johann Christoph Bach d. J., ältester lebende Bruder Johann Sebastian Bachs († 1721)
- 13. August: Jean-Alphonse Turrettini, reformierter Theologe († 1737)
- 11. Oktober: Friedrich IV. (Dänemark), König von Dänemark und Norwegen von 1699 bis 1730 († 1730)
- 5. Dezember: Joseph Clemens von Bayern, von 1688 bis 1723 Erzbischof des Erzbistums Köln († 1723)
- Erdmann Neumeister

Gestorben


- 28. Januar: Vollrad Ludolf von Krosigk, Soldat und Kommunalpolitiker (
- 1620)
- 22. Februar: Adam Olearius, deutscher Schriftsteller und Diplomat (
- 1603)
- 23. Februar: Leopold Wilhelm von Baden, Markgraf von Baden (
- 1626)
- 31. März: Anne Hyde, erste Frau James Stuarts, des Herzogs von York
- 4. April: Heinrich von Brockdorff, deutscher Soldat und Politiker (
- 1600)
- 16. Juni: Stenka Rasin, russischer Ataman der Don-Kosaken
- 25. Juni: Giovanni Riccioli, italienischer Astronom (
- 1598)
- 12. November: Thomas Fairfax, englischer General (
- 1612)
- 28. Dezember: Johann Friedrich Gronovius, deutscher klassischer Philologe und Textkritiker (
- 1611) ko:1671년

Bataillon

Das Bataillon (bestehend aus 300 bis 1.200 Soldaten) ist der kleinste taktische Verband im Militär. In ihm sind mehrere Kompanien (bei der Artillerie und Heeresflugabwehrtruppe: Batterien) einer Truppengattung, aber zum Teil unterschiedlicher, sich ergänzender Ausrüstung zu einer organisch zusammengesetzten Truppe vereinigt. Es wird im Normalfall von einem Oberstleutnant kommandiert. Das taktische Zeichen des NATO-Codes sind zwei senkrechte Striche. Die übergeordnete Einheit eines Bataillons ist heute die Brigade oder das Regiment, die untergeordnete Einheit die Kompanie oder Batterie. Das Wort "Bataillon" kommt aus dem Französischen und bedeutet so viel wie "Schlachthaufen". Als solcher war es ursprünglich aus den Einheiten mehrerer Regimenter (Schützen- und Pikenierregimenter) zusammengesetzt. Im 15. und 16. Jahrhundert war das Bataillon jeder selbständige Schlachthaufen der Infanterie, der in verschiedener Stärke in der Form eines Vierecks auftrat und daher in Deutschland auch Gevierthaufe oder Gewalthaufe genannt wurde. Im 17. Jahrhundert übertrug man den Namen Bataillon auf eine Abteilung der Infanterie von bestimmter Stärke. Kategorie:Militärischer Verband Kategorie:Allgemeine Truppenkunde ja:大隊

England

England ist das größte und am dichtesten besiedelte Gebiet des Vereinigten Königreichs Großbritannien und Nordirland. Fälschlicherweise wird England oft als Synonym für den Staat des Vereinigten Königreichs oder die Insel Großbritannien gebraucht.

Geografie

England umfasst die südlichste Hälfte der Insel Großbritannien, grenzt im Norden an Schottland und im Westen an Wales und die Irische See. Im Osten grenzt England an die Nordsee, im Süden liegt England am Ärmelkanal.

Politik

Die Regierung des Königreichs hat, ebenso die königliche Familie, ihren Sitz in der englischen Hauptstadt London. England hat - im Gegensatz zu Schottland, Wales oder Nordirland - kein Landesparlament oder eine Landesregierung. Deren Aufgaben werden vom Parlament und der Regierung des Vereinigten Königreiches wahrgenommen. Dabei ist es heute üblich, dass sich bei Abstimmungen im Parlament, die nur England betreffen, die Abgeordneten der anderen Landesteile ihrer Stimme enthalten. Jedoch ist in Planung, England in verschiedene administrative Regionen mit eigener Verwaltung aufzuteilen (Devolution). Siehe auch: Liste der britischen Premierminister.

Heraldik

Liste der britischen Premierminister Die englische Flagge, bekannt als St. Georgs-Kreuz, ist ein rotes Kreuz auf einem weißen Hintergrund. Weitere heraldische Symbole sind die Tudor-Rose und die Drei Löwen.

> Konstitutionelle Demokratie

Geschichte

Hauptartikel: Geschichte Englands

Sport

Siehe: Fußball in England, Rugby, Cricket, Snooker, Fernwanderwege (Vereinigtes Königreich) Können nicht Fußball spielen, obwohl sie es erfunden haben.

Verwaltungsgliederung

Die 39 historischen Grafschaften (engl. Counties)

Diese 39 historischen Grafschaften bestehen seit dem hohen Mittelalter. In ihrer Funktion als Verwaltungsbezirke sind sie seit Mitte des 20. Jahrhunderts mehrmals neu gegliedert worden, jedoch bestehen die historischen Grafschaften im Bewusstsein der Bevölkerung weithin fort. Größere Städte galten als Teil der Grafschaften, wurden jedoch als Boroughs eigenständig verwaltet.
- Siehe Traditionelle Grafschaften Englands

Die gegenwärtige Verwaltungsgliederung

Traditionelle Grafschaften Englands Traditionelle Grafschaften Englands Im Laufe des 20. Jahrhunderts wurde die Verwaltungsgliederung teilweise den neu entstandenen Ballungsgebieten angepasst. Dadurch veränderten sich auch die Grenzen der oben genannten 39 (historischen) Grafschaften (Counties). So wurde z.B. 1965 die Verwaltungseinheit Greater London eingerichtet. 1974 entstanden 6 Metropolitan Counties und die so genannten Non-Metropolitain Counties, darunter auch einige kleinere neue Grafschaften wie Avon, Humberside und Cleveland, die jedoch in den 1990er Jahren zum Teil wieder aufgelöst wurden (so auch Rutland oder Westmorland). Die Counties untergliedern sich in Bezirke (Metropolitain Districts bzw. Districts), die aufgrund ihrer Aufgabenstellung etwa den Stadtverwaltungen Deutschlands entsprechen. Diese Distrikte bestehen meist aus einer Vielzahl von Städten und kleineren Siedlungen, die jedoch keine eigene Verwaltung haben. Man spricht von einer "zweistufigen Verwaltung" (1. Stufe Grafschaften; 2. Stufe Districs) 1986 wurden die Grafschaftsräte bzw. -verwaltungen der Metropolitain Counties aufgelöst. Ihre Aufgaben wurden an die untergliederten Metropolitain Districts delegiert, so dass diese alle Aufgaben der Grafschaften und der Districs erledigen ("einstufige Verwaltung"). In ihrer Funktion können die Metropolitain Districts seither als "Unitary Authorities" bezeichnet werden. Dennoch wurde die Bezeichnungen der 6 Metropolitain Counties beibehalten und ist seither aber nur noch für die Beschreibung der geografischen Lage bzw. für statistische Zwecke von Bedeutung. Zahlreiche Non-Metropoltain Distrikts wurden Mitte der 1990er Jahre als Unitary Authorities aus den Grafschaften ausgegliedert. Sie erledigen seither die Verwaltungseinheiten der Grafschaften mit und sind somit den Metropolitain Districts vergleichbar. Die Grafschaften und Unitary Authorities Englands sind heute zu 9 Regionen zusammen gefasst. Zur Untergliederung der Regionen und Grafschaften siehe Verwaltungsgliederung Englands und Verwaltungsgrafschaften Englands.

Großstädte

Verwaltungsgrafschaften Englands In der englischen Sprache macht man einen Unterschied zwischen den Begriffen City und Town, was, ins Deutsche übersetzt, beides "Stadt" bedeutet. Das Recht, als "City" bezeichnet zu werden, besiegelt eine königliche Ernennungsurkunde, die so genannte Royal Charter. Meist orientierte man sich dabei daran, ob die betreffende Ansiedlung eine Kathedrale besitzt. Während beispielsweise das kleine Hereford mit nicht einmal 60.000 Einwohnern eine "City" darstellt, ist Stockport mit seinen 285.000 Einwohnern "Town". Die folgende Liste der "Großstädte" Englands beinhaltet auch die so genannten Metropolitan Boroughs. Manche dieser einzelnen Verwaltungsbezirke bestehen aus mehren Städten ("Town" oder "City"). So besteht der Metropolitan Borough Salford aus der City of Salford und anderen Städten, die man als "Town" bezeichnet, während der Metropolitan Borough Manchester lediglich aus der City of Manchester besteht. Diese Metropolitan Boroughs sind einstufige Verwaltungseinheiten, die man mit unseren kreisfreien Städten vergleichen kann. Metropolitan Boroughs fasst man in England zu Metropolitan Counties zusammen, die allerdings als Gebietskörperschaften keine Rolle mehr spielen. (Mehr dazu siehe: Verwaltungsgliederung Englands). Siehe auch: Greater London, Unitary Authority Die größten städtischen Verwaltungsbezirke in England mit mehr als 200 000 Einwohner (gemäß dem UK Census 2001 in tausend) sind:
- London (7 172)
- Birmingham (977)
- Leeds (715)
- Sheffield (513)
- Bradford (468)
- Liverpool (439)
- Manchester (393)
- Kirklees (389)
- Bristol (381)
- Wakefield (315)
- Wirral (312)
- Dudley (305)
- Wigan (301)
- Coventry (301)
- Doncaster (287)
- Stockport (285)
- Sefton (283)
- Sandwell (283)
- Sunderland (281)
- Leicester (279)
- Nottingham (266)
- Bolton (261)
- Newcastle-upon-Tyne (260)
- Walsall (253)
- Rotherham (248)
- Kingston upon Hull (244)
- Stoke-on-Trent (241)
- Plymouth (240)
- Wolverhampton (237)
- Derby (222)
- Barnsley (218)
- Southampton (217)
- Oldham (217)
- Salford (216)
- Tameside (213)
- Trafford (210)
- Milton Keynes (210)
- Rochdale (205)
- Solihull (200) Kultur

Das Gärtnern ist eine englische Leidenschaft; es stehen auch eine Vielzahl von Gärten für die Besichtigung offen.

Weblinks

als:England ja:イングランド ko:잉글랜드 ms:England simple:England th:แคว้นอังกฤษ zh-min-nan:England

Belagerung

Die Belagerung ist eine militärische Taktik, die angewendet wird, um befestigte Orte zu erobern oder zumindest als Gefährdung für die eigene Truppe zu neutralisieren. Hierbei wird der zu erobernde oder neutralisierende Ort von eigenen Truppen umschlossen, so dass möglichst jeder Verkehr zwischen dem Inneren und dem Äußeren des Belagerungsrings unterbunden wird. Insbesondere soll der Nachschub an Soldaten, Waffen und Nahrung unterbunden werden.

Allgemein

Ziel der Belagerung ist es, die Befestigungsanlagen mithilfe von Belagerungsgerät so weit zu schwächen, dass ein Sturmangriff erfolgversprechend wird, oder die Belagerten durch Aushungern zur Aufgabe zu zwingen. Von der Belagerung ist der "Handstreich" zu unterscheiden. Diese Taktik nutzt das Überraschungsmoment zum Sturm einer Festung aus und ist eigentlich nur nach einer relativ friedlichen Ruhe erfolgreich. Der Handstreich erfolgt seitens des Angreifers mit einem kleinen Truppenkontingent, das sich schlagartig einer Festung bemächtigen und den Gegner überrumpeln soll.
Diese Taktik gilt als außerordentlich riskant, und es gibt in der Geschichte genügend Beispiele, bei denen ein geplanter Handstreich als Fehlschlag endete. In diesem Sinne ist der deutsche Überfall auf den Festungsring Lüttich zu Beginn des ersten Weltkrieges zu bewerten, während im Zweiten Weltkrieg der ebenfalls als Handstreich ausgeführte Angriff auf Fort Eben-Emael sehr erfolgreich war. Verlässt ein Teil der Belagerten die Festung, um die Belagerer anzugreifen, nennt man das einen Ausfall. Kommen den Belagerten befreundete Truppen von außen zu Hilfe, spricht man von einem Entsatzheer.

Belagerungstechnik der Frühgeschichte und Antike

Städte werden schon seit frühester geschichtlich bekannter Zeit mit Mauern umgeben, um möglichen Feinden die Eroberung zu erschweren. Dagegen bildet sich ebenso früh eine Technik der Belagerung aus. Die einfachste Form der Belagerung besteht darin, den Feind einfach einzuschließen und abzuwarten, bis ihm die Nahrung ausgeht. Die Länge einer Belagerung führt aber bei den belagernden Truppen häufig zu Seuchen wegen der mangelnden Hygiene in den Lagern. Erste Belagerungsgeräte waren die Sturmleiter, mit deren Hilfe Mauern überwindbar werden, und der Rammbock zum Einrammen der Tore oder Mauern. Dieser bestand zunächst nur aus einem an einer Seite verstärkten Baumstamm, mit dem die Belagerer auf ein Tor der belagerten Stadt zurannten. Später kamen mechanische Geschütze hinzu, Katapulte und Schleudern verschiedener Art, mit denen die Mauern oder sogar das Innere beschossen werden konnten. Die Sturmleiter wurde zum Belagerungsturm erweitert, der Rammbock zur Schildkröte, die durch ein Gerüst aus Holz und Fellen geschützt wurde und über Räder verfügte. Griechen und Römer setzten auch Rampen und Gegenbefestigungen ein, um geographisch geschützte Stellungen zu stürmen (z.B. das auf einer Insel gelegene Tyros und den Hügel von Massada). Eine ganz spezielle Form der Belagerungstechnik war die so genannte Menschenpyramide. Hierfür war überhaupt kein Belagerungsgerät notwendig, vielmehr bildete eine Gruppe entschlossener Angreifer selbst die Belagerungsmaschine. Das Ziel war, einen oder einige wenige Angreifer auf die Höhe der Festungswälle zu bringen. Dazu bildeten die Angreifergruppe eine Art Räuberleiter, in dem sie sich pyramidenförmig an der gegnerischen Mauer aufstellte. Diese Pyramide konnte allerdings nur in den Bereichen aufgestellt werden, in denen die Geschütze der Verteidiger nicht wirken konnten - dem so genannte Toten Winkel. Das Verfahren war nur bei relativ niedrigen Mauerhöhen erfolgreich und erhielt erst wieder eine Bedeutung, als die Festungsmauern immer niedriger ausgeführt wurden, um der Bedrohung durch die neuzeitliche Artillerie begegnen zu können.

Belagerung von frühneuzeitlichen Festungen

Mit der Erfindung des Spreng- und Schießpulvers und von Kanonen (siehe auch Steinbüchse) ergaben sich zum Teil neue Möglichkeiten für beide Seiten. Der Angriff auf eine mit massiven Winkelbasteien versehene Festung war stets eine riskante Angelegenheit, so dass auf Seiten der Angreifer oftmals ein so genanntes Sturmgeld ausgelobt wurde. Um eine Bresche in die Festungsmauern zu schlagen, hoben die Belagerer Gräben aus, in der Regel parallel zu einer der vorderen Seiten einer Bastion. Danach wurden in diesem Graben Geschütze postiert, die sofort ein Deckungsfeuer eröffneten. Nun wurde ein Annäherungsgraben in Richtung der Bastion angelegt, und nach einigen Metern wiederum ein Parallelgraben in dem die Kanonen Schutz fanden. Die Belagerer mussten beim Ausheben von Annäherungsgräben damit rechnen, das die Verteidiger der Festung einen Ausfall unternehmen, um die Arbeit der Sappeure zu unterbrechen. Deshalb legten sie oftmals in regelmäßigen Abständen zwischen den Gräben Festungen im Kleinstformat an, in denen man Truppen zur schnellen Abwehr eines Ausfalls stationierte. Bei vielen frühneuzeitlichen Belagerungen entstanden komplexe Grabensysteme mit zahlreichen Befestigungsanlagen. Hatten sich die Belagerer mit Hilfe von Annäherungsgräben nahe genug an eine Bastion herangearbeitet, konnten die Kanonen so viel Feuerkraft entfalten, um eine Bresche in die Bastion zu schießen. Doch die Verteidiger bildeten in solch einem Fall meist eine dichte Schützenlinie hinter der Bresche, und sie hielten Körbe mit Schutt, Erde und Holz bereit, um eine Bresche provisorisch schließen zu können. Zudem konnten Angreifer beim Sturm auf eine Bresche von angrenzenden Bastionen unter Beschuss genommen werden, insbesondere aus zurückgezogenen Flanken. Wenn sich das Schlagen einer Bresche anbahnte, legten die Verteidiger der Festung oftmals eine Retirata hinter der betreffenden Mauerstelle an, wenn eine derartige zweite Front nicht bereits von Anfang an in der Festung vorhanden war. Auch die alte Taktik des Unterminierens kam bei Belagerungen zum Einsatz. Dabei legten die Belagerer vom Gegner möglichst unbemerkt einen Stollen an, der bis unter die Befestigung gegraben wurde. Anfangs wurde das Fundament so lange unterhöhlt bis das Bauwerk unter eigenem Gewicht einstürzte, jedoch war das für die Belagerer selbst sehr gefährlich, weil der Zeitpunkt des Einsturzes ungewiss war. Man ging dazu über die Mauern mit Holzpfeilern abzustützen. Als der freigelegte Abschnitt ausreichend schien, brachte man zusätzlich brennbares Material das in Brand gesetzt wurde und die Pfeiler zerstörte, wodurch die Mauern zum Einsturz gebracht wurden. Bei frühneuzeitlichen Belagerungen bevorzugte man die Verwendung von Schießpulverladungen, wodurch der Begriff "Mine" von einem Stollen auf eine ausgelegte Sprengladung überging. Bestand bei den Belagerten der Verdacht, dass eine Unterminierung im Gang ist, wurden Horchposten eingerichtet die in Feuerpausen auf grabungstypische Geräusche achteten. Andere Mittel waren aufgestellte leere Fässer, auf deren Oberseite etwas Wasser eingefüllt wurde oder erbsenbestreute Trommeln, um die von den Erdarbeiten ausgehenden Erschütterungen festzustellen und zu lokalisieren. War ein Gang lokalisiert gruben die Verteidiger ihrerseits Stollen, um das Vorhaben des Gegners durch eine eigene Sprengladung zu vereiteln. Bereits im späten 16. Jahrhundert wurde es üblich, das die Belagerer ihrerseits einen Ring aus Befestigungsanlagen um die belagerte Stadt oder Festung anlegten. Somit sicherten sich die Belagerer vor dem etwaigen Angriff eines Entsatzheeres, schnitten die belagerte Festung komplett von der Außenwelt ab und schützten sich vor möglichen Ausfallangriffen der Verteidiger. Ein derartiger Befestigungsring bestand aus unzähligen Gräben und Werken, die teilweise so nahe wie möglich an die belagerte Festung getrieben wurden. Ein besonders komplexer Ring aus Feldbefestigungen wurde zum Beispiel bei der Belagerung der niederländischen Stadt 's Hertogenbosch im Jahre 1629 angelegt.

Moderner Grabenkrieg

In gewisser Weise ist der Grabenkrieg des Ersten Weltkrieges eine Erweiterung der Belagerung auf die gesamte Front. Mit weitreichender Artillerie und Flugzeugen wurde es fast unmöglich, Städte gegen eine Belagerung zu schützen. Dennoch kam es im Zweiten Weltkrieg mit der Belagerung von Leningrad zumindest zu einer langwierigen Belagerung einer Stadt. Auch die Eroberung der Festung Brest gestaltete sich äußerst schwierig. Die letzte Belagerung im klassischen Sinne war der Kampf um die französische Festung Dien Bien Phu in Vietnam im Jahre 1954. In neuerer Zeit wurde von der Belagerung von Sarajewo im Bosnienkrieg gesprochen.

Siehe auch


- Liste von Belagerungen
- Kreative Art Belagerer zu demotivieren (Horaffensage) Kategorie:Kriegs- und Gefechtsführung ja:攻城戦 ko:공성전

Bajonett

Als Bajonett (nach der frz. Stadt Bayonne) bezeichnet man eine auf den Gewehrschaft aufsteckbare Stoßwaffe in Form eines langen Dorns oder einer Stahlklinge, die in unaufgepflanztem Zustand wie andere Waffen an der Seite oder am Koppel getragen wird. Bajonette wurden seit Mitte des 17. Jahrhunderts in Frankreich verwendet und wurden allmählich in den meisten europäischen Armeen gebräuchlich. Anfangs wurden Bajonette mit Griff in den Gewehrlauf gesteckt (so genannte Spundbajonette), sodass die Muskete nicht feuern konnte. Bereits 1669 erfand Vauban Bajonette, die mit einer Tülle seitlich am Lauf befestigt wurden - sog. Tüllen- oder Dillenbajonett - und somit auch im aufgepflanzten Zustand das Abfeuern von Musketenkugeln nicht verhinderten. Mit diesen neuartigen Bajonetten wurde die französische Armee seit 1689 ausgestattet. Etwa um 1700 tauchten Bajonette auf, welche einen abgeknickten Arm besaßen und so auch das Nachladen ermöglichten. Zur wichtigsten Klingenform entwickelte sich bald eine stabile, dreikantige Form mit etwa 40 cm Länge. Ab dem 19. Jahrhundert wurde das Tüllenbajonett schrittweise von Bajonetten abgelöst, die eigene Griffe hatten – sog. Messer- oder Säbelbajonette – und wie Messer, kurze Pallasche oder Säbel beschaffen waren. „Vorfahren“ derselben waren im 18. Jahrhundert aufpflanzbare Hirschfänger, die wie diese mittels eines seitlichen Rings am Rohr fixiert wurden. Da solche Waffen aber das Nachladen des Vorderladers verhinderten, setzten sie sich erst mit Einführung des Hinterladers endgültig durch. Doch bereits 1840 wurde der doppelt gekrümmte französische „Yatagan“ mit ca. 60 cm Klingenlänge vorbildhaft, bekannt ist auch das gerade, vorn verbreiterte, etwa 50 cm lange (Klinge) preußische Füsilierseitengewehr von 1860. Die Entwicklung des Bajonetts ließ den Einsatz von Pikenieren und Schweinsfedern in der Schlacht allmählich überflüssig werden. Bis zum Beginn des 18. Jahrhunderts wurden die Pikenier-Einheiten der meisten europäischen Armeen aufgelöst, da die Pike eine sehr schwerfällige Waffe war und längst nur mehr zur Abwehr von Kavallerie diente. Tatsache ist aber, dass das Bajonett keinen echten Schutz vor deren Attacken darstellte- doch das tat die zu geringe Anzahl an Pikenieren auch nicht mehr wirklich. Bajonette sind im 20. Jahrhundert zwar immer kleiner und handlicher geworden – heutige Bajonette haben die Größe und das Gewicht handelsüblicher Haushaltsmesser – wurden jedoch als Standard-Stoßwaffe der Infanterie nie verworfen und sind nach wie vor Zubehör eines jeden Sturmgewehrs. Über den Wert des Bajonetts im Kampf gab es bis in das 20. Jahrhundert hinein heftige Diskussionen. Die teils prominenten Befürworter wurden durch die Entwicklungen des Ersten Weltkriegs widerlegt. Dennoch kamen Bajonette in Stellungskämpfen des Zweiten Weltkriegs auf nahezu allen Kriegsschauplätzen zum Einsatz. Moderne Survivalmesser und die gängigsten Armeemesser können teilweise als Bajonett aufgepflanzt werden. Die weitläufige Meinung, ein solches Messer müsse scharf sein, gilt nicht für die Klinge eines reinen Bajonetts, da die stumpfe Klinge beim Herausziehen größere Wunden verursacht. Kategorie:Hieb- und Stichwaffe ja:銃剣

Dreispitz

Der Dreispitz oder auch Dreimaster ist eine Hutform mit dreiteilig nach oben geklappter Krempe. Entstanden ist er um 1690 aus dem breitrandigen Hut des 17. Jahrhunderts. Der Dreispitz bestimmte zusammen mit dem Zopf das Männerkostüm des 18. Jahrhunderts. Insbesondere Offiziere und der Adel trugen bevorzugt diese Hutform. Zu Beginn des 18. Jahrhunderts wurde er, um die Perücke nicht durcheinanderzubringen, unter dem Arm getragen (Chapeau bras). Etwa um 1720 fand der Dreispitz dann auch Eingang in die bürgerliche Kleidung. Während er aus der militärischen Tracht nach 1786 verschwand, hielt er sich dort bis ins 19. Jahrhundert. Aufgrund der nach vorne gerichteten Spitze trug der Dreispitz auch den Spitznamen Nebelspalter. Kategorie:Kopfbedeckung

Kaiserliche Garde (Napoleon)

an seiner Alten Garde vorbei. Bildausschnitt aus einem Ölgemälde von Emile Jean Horace Vernet (19. Jh.)]] Die Kaiserliche Garde Napoleons (frz.: "Garde Impériale") war eine im Jahre 1804 gegründete Eliteabteilung der Grande Armée.

Napoleon und seine Garde

Die 1804 auf der Grundlage der alten Konsulargarde aufgebaute Kaiserliche Garde war eine persönliche Schöpfung Napoleons. Er allein überprüfte und kontrollierte die Rekrutierungen, Beförderungen und kümmerte sich um alle weiteren Details des Dienstes bis hin zum Aussehen der Uniformen. Über seine zahlreichen Feldzüge und Schlachten hinweg entwickelte Napoleon ein sehr persönliches Verhältnis zur Garde, die nicht nur im Krieg für seine persönliche Sicherheit garantierte, sondern auch in Friedenszeiten zu Repräsentationszwecken – etwa durch ihre Anwesenheit bei Staatsbanketten – eingesetzt wurde. Napoleon kannte mehrere hundert seiner Gardesoldaten namentlich und kümmerte sich auch um Einzelschicksale, was die enge persönliche Bindung zwischen ihm und den Soldaten noch verstärkte.

Privilegien

Angehörige der Gardeinfanterie erhielten einen mehr als doppelt so hohen Sold als Soldaten der einfachen Linienregimenter. Ein Gardegrenadier beispielsweise erhielt täglich 80 centimes, während sein Pendant in der Linie 30 centimes täglich verdiente. Jeder Rang in der Garde entsprach seinem jeweils niedrigeren Rang der übrigen Armee. Die Gardeeinheiten wurden besser verpflegt und jeder Soldat verfügte über eine eigene Suppenschüssel, während alle übrigen Soldaten der Grande Armée zu mehreren aus einem Topf essen mußten. Darüberhinaus verfügte die Garde über ein eigenes Krankenhaus in Gros-Caillou bei Paris, das unter der Leitung des berühmten Militärarztes Dominique Jean Larrey stand und dessen medizinisches Personal mit großer Sorgfalt ausgewählt wurde. Begegnete ein Garderegiment auf seinem Marsch einem einfachen Linienregiment, so war letzteres verpflichtet, der Garde den Weg frei zu machen, anzuhalten und die Waffen zu präsentieren. Alle diese Privilegien waren darauf ausgelegt, unter den Angehörigen der Garde ein Gefühl des Stolzes zu erzeugen und damit die Motivation der Soldaten zu steigern.

Gliederung, Stärke

Die Garde des Kaiserreichs umfaßte alle Waffengattungen der Zeit. Sie bestand aus schwerer Infanterie (Grenadiere), leichter Infanterie (Jäger, Voltigeurs, Tirailleure) schwerer Kavallerie (berittene Grenadiere, Lanciers und Dragoner), leichter Kavallerie (berittene Jäger), Fußartillerie, berittener Artillerie, Gendarmen, Marineinfanteristen und Pionieren. Aufgeteilt war die Kaiserliche Garde in die "Alte" und "Junge" Garde, die 3. und 4. Grenadiere sowie die 3. und 4. Jäger wurden als "Mittlere Garde" bezeichnet. Folgende Momentaufnahme vom Tag der Schlacht bei Ligny (16. Juni 1815) gibt einen ungefähren Überblick über die Organisationsstruktur und Truppenstärke gegen Ende des Ersten Kaiserreichs:

Einsatz der Garde

Napoleon nutzte die Garde in seinen Schlachten häufig als letzte Reserve und setzte sie bevorzugt in schlachtentscheidenden Situationen ein. Insbesondere den Einsatz der Alten Garde zögerte er gerne so lange wie möglich heraus.

Mythen und Legenden

Die Gemälde der Historienmalerei des 19. Jahrhunderts zeigen die Soldaten der Kaiserlichen Garde häufig als alte Männer in Bärenfellmützen. In Wirklichkeit waren die Soldaten aber zwischen 30 und 35 Jahre alt, um die ausgedehnten Eilmärsche bewältigen zu können. Darüberhinaus waren nur die 1. und 2. Grenadiere sowie die 1. und 2. Jäger mit Bärenfellmützen ausgestattet. Auch die Vorstellung, es habe sich bei der Garde ausschließlich um gutausgestattete Soldaten gehandelt, hält vor zeitgenössischen Zeugnissen nicht stand. So beschrieb etwa der britische Künstler Benjamin Haydon die Garde nach seinem Besuch in Fontainebleau im Jahre 1814 wie folgt: :More dreadful looking fellows than Napoleon's Guard I have never seen. They had the look of thoroughbred, veteran, disciplined banditti. Depravity, recklessness, and bloodthirstiness were burned into their faces [...] Black mustachios, gigantic bearskins, and a ferocious expression were their characteristics. Auch wenn sein Urteil über die beschriebenen Soldaten nicht als vorurteilsfrei gewertet werden darf und Haydon mit seiner Schilderung sicherlich die Erwartungen seiner englischen Landsleute bediente, so ist auch aus anderen Quellen belegt, daß die zum Teil unterschiedlich uniformierten und nicht immer perfekt ausgestatteten Garderegimenter nicht immer dem Bild entsprachen, das später von ihnen gemalt wurde.

Literatur


- Jean Tranié: Artikel „Garde impériale“, in: Jean Tulard (Hrsg.): Dictionnaire Napoléon, Paris 1989, ISBN 2-213-02286-0, S. 775–777
- Jean Lachouque: Napoléon et la Garde impériale, Paris 1957 – auch in englischer Übersetzung verfügbar als The anatomy of glory: Napoleon and his guard, übersetzt aus dem Französischen von Anne S. K. Brown, mit einer neuen Einführung von John R. Elting, 4. Auflage, London 1997, ISBN 1-85367-264-5
- G. Charmy: Splendeur des Uniformes de Napoléon, Evreux 2003, Band 2: La Garde impériale à pied, ISBN 2-914417-09-8 sowie Band 3: La Garde Impériale à cheval, ISBN 2-914417-10-1 Kategorie:Militär (Frankreich) Kategorie:Militärischer Verband (historisch) Kategorie:Konsulat und Empire

Schlacht von Waterloo

In der Schlacht bei Waterloo [] (auch Schlacht bei Belle-Alliance) vom 18. Juni 1815 standen sich Frankreich unter Napoleon und die Anglo-Alliierten mit Preußen gegenüber. Napoleon verlor die Schlacht, welche seine letzte war. Napoleons Anhängern zufolge aber ist die Niederlage nicht dem Kaiser selbst, sondern der Erfolglosigkeit Marschall Neys und der Unfähigkeit (oder dem Verrat?) des Marschalls Grouchy zuzuschreiben.

Das Vorspiel

Nachdem Wellington am Morgen des 17. Juni von der Niederlage der Preußen in der Schlacht bei Ligny und deren Rückzug auf Wavre erfahren hatte, brach er um 10 Uhr von Quatre-Bras auf und nahm Stellung zwischen dem Städtchen Braine l'Alleud und dem Meierhof Papelotte. Seine Hauptmacht (67.600 Mann, davon 30.000 Deutsche, 24.000 Briten, 13.000 Niederländer, mit 180 Geschützen) hatte er am Morgen des 18. zu beiden Seiten der Straße von Charleroi nach Brüssel auf einem von Westen nach Osten laufenden Höhenzug in zwei Abteilungen beiderseits der Straße aufgestellt. Vor der Front des rechten Flügels lag das Schloss Hougomont, in der Mitte die befestigte Farm La Haye Sainte, vor dem äußersten linken Flügel die Gehöfte Papelotte und La Haye. Wellington musste nach dem unglücklichen Ausgang der Schlacht bei Ligny erwarten, von Napoleons Hauptmacht angegriffen zu werden, und beschränkte sich daher bis zur Ankunft der Preußen auf eine absolute Verteidigung. Napoleon hatte seines Gegners Stellung sorgfältig bedacht und die Truppen erst gegen 10 Uhr vormittags aus ihren Nachtlagern aufbrechen lassen. Er stellte sie ungefähr 2 km von dem Feind entfernt so in Schlachtordnung auf, dass die Infanterie zwei Flügel, die Kavallerie einen dritten bildete. Die ganze hier versammelte Streitmacht belief sich auf 72.000 Mann mit 246 Geschützen. Napoleons Plan war, den Hauptangriff auf den linken Flügel Wellingtons zu richten; ein Sturm auf Hougomont sollte diese Bewegung maskieren und einen Teil der feindlichen Kräfte dorthin ziehen. Des Regens wegen, der die ganze Nacht hindurch gefallen war, konnte er erst um 11:30 Uhr das Zeichen zum Angriff geben.

Die Schlacht

Die 6. französische Infanteriedivision unter Jérôme Bonaparte rückte gegen das Schloss Hougomont vor. Das davor liegende Lustwäldchen fiel nach mehrstündigem Gefecht in die Gewalt der Franzosen, der Verlust führte jedoch zu umso hartnäckigerer Verteidigung des Vorhofes und des Schlosses selbst durch die Braunschweiger und Nassauer. Der Angriff auf den linken Flügel der Alliierten wurde durch das Feuer von 70 Geschützen eröffnet; doch verzögerte er sich etwas, da Napoléon die unerwartete Nachricht vom Anmarsch der Preußen in seiner rechten Flanke erhielt. Darauf reagierte er aber nur zögerlich und unzureichend. Nassau Erst um 14 Uhr griff Marschall Michel Ney mit der Infanterie des I. Korps unter Marschall d'Erlon La Haiye Sainte an. Dieser Hof wurde von dem 2. leichten Bataillon der Kings German Legion (KGL) unter Major Baring (knapp 400 Mann), später verstärkt durch Schützen des 5. Linienbataillons KGL, des 1. leichten Bataillons KGL und einiger Nassauer, gehalten. Die Franzosen konnten La Haye Sainte nicht erobern, sondern drangen unter großen Opfern um den Hof herum vor und versuchten die Hügel zu stürmen, auf denen die Niederländer postiert waren. Als diese nachgaben, griffen General Picton mit zwei Infanteriebrigaden (die 8. unter Sir James Kempt und die 9. unter Sir Denis Pack) und dann Somerset und Ponsonby mit der 1. und der 2. britischen Kavalleriebrigade Reiterei an, die die Franzosen zurückwarfen und bis unter ihre Batterien verfolgten; die Generäle Picton und Ponsonby fanden dabei den Tod. Von der britischen Kavallerie blieb fast die Hälfte auf dem Schlachtfeld. Aber der erste große Angriff war abgeschlagen und 3.000 Franzosen gefangen. Nach einer Pause, während der die Franzosen eine furchtbare Kanonade eröffneten, unternahm die französische Reiterei (40 Schwadronen) einen zweiten Angriff, um zwischen La Haye Sainte und Hougomont durchzubrechen. Trotz des Kartätschenhagels erklomm sie die Höhe; erst als sie auf 30 Schritt an die englischen Karrees heran gekommen war, eröffneten diese ein verheerendes Feuer. Zugleich stürmte die verbündete Kavallerie hervor und warf die französische Reiterei zurück. Ein zweiter Versuch scheiterte am Widerstand der Alliierten - ebenso wie ein dritter mit mehr Mut und Nachdruck unternommener, bei dem sie durch Kellermanns schwere Reiterei und den Rest der Kaiserlichen Garde auf 77 Schwadronen verstärkt worden waren. An der Kavallerieattacke beteiligten sich im Laufe der Schlacht mehrfach Einheiten, die eigentlich gar nicht an diesem Angriff hatten mitwirken sollen, sondern sich von der Masse der stürmenden Kavallerie mit in den Kampf reißen ließen. Die Angriffe scheiterten unter anderem daran, dass die Infanterie nicht rechzeitig nachrückte, um die Attacken zu unterstützen. Unterdessen tobte der Kampf der Infanterie um den Besitz der Dörfer und Gehöfte. Hougomont wurde trotz immer neuer Angriffe von den Alliierten behauptet, La Haye Sainte musste aber zwischen 17 und 18 Uhr geräumt werden, da die Munition trotz mehrfacher Anforderungen nicht geliefert worden war. Die KGL war mit Baker Rifles ausgerüstet, die ein anderes Kaliber hatten als die Gewehre der Linientruppen und daher nicht benutzt werden konnten. Von den Männern waren nur noch 42 einsatzfähig. Wellingtons Heer war fast bis auf die Hälfte zusammengeschmolzen. Auch die Franzosen hatten große Verluste erlitten; aber sie waren bis dicht an die Linie der Verbündeten vorgedrungen und durften hoffen, sie durch immer neue Vorstöße zu ermüden und endlich zu vernichten. Doch im Vertrauen auf die von Blücher zugesagte preußische Hilfe hielt Wellington stand, angeblich mit den Worten "Ich wollte es wäre Nacht oder die Preußen kämen" (obwohl dieses Zitat sehr bekannt ist, darf seine "Echtheit" angezweifelt werden). Und die Preußen erschienen wirklich. Trotz der Mühen und Beschwerden, die die durch den Regen aufgeweichten Wege den marschierenden Kolonnen bereiteten, erreichten die Spitzen von Bülows Korps nach 13 Uhr den östlichen Rand des Schlachtfeldes, und um 16:30 Uhr konnte Bülow mit seinem ganzen Korps bei Frichemont zum Angriff auf Lobau übergehen, der mit zwei Divisionen den Preußen entgegengeschickt worden war, um sie aufzuhalten. Doch dazu war Lobau bereits zu schwach. Er musste sich auf Planchenois, ein Dorf ungefähr im Rücken des französischen Zentrums, zurückziehen, um dessen Besitz sich nun ein hitziger Kampf entspann. Napoleon schickte General Lobau 12 Bataillone der Jungen Garde mit 24 Geschützen zu Hilfe, um Planchenoit in jedem Fall gegen die inzwischen auf 45.000 Mann verstärkten Preußen zu halten. Er selbst beschloss, mit einem letzten großen Schlag, ehe Planchenoit gefallen war, Wellingtons Schlachtlinie zu durchbrechen und so seine Niederlage abzuwenden. Die verbleibende einsatzbereite Infanterie von d'Erlons I. Korps und 10 Bataillone der Kaisergarde gingen zum Angriff vor, doch sie wurden von den Verbündeten unter Wellingtons persönlicher Führung zurückgeschlagen. Überall waren die Franzosen im Weichen begriffen und sammelten ihre Reste bei Belle-Alliance. Nur die Garde bewahrte einigermaßen ihre Haltung. Ihrem kommandierenden General Cambronne wird das Zitat "Die Garde stirbt, aber sie ergibt sich nicht" zugeschrieben. In manchen Quellen wird allerdings behauptet, Cambronne habe angesichts des drohenden Todes durch eine in unmittelbarer Nähe aufgefahrene britische Batterie lediglich "Merde" (Scheiße) gebrüllt (Der General überlebte die Schlacht schwer verletzt und schwieg sich bis zu seinem Tode über das "Wort" beharrlich aus). In dieser Zeit eroberten die Preußen endlich Planchenoit, drängten dem geschlagenen Feind energisch nach, drückten seinen rechten Flügel völlig ein und verwandelten seinen Rückzug in wilde Flucht. Blücher und Wellington trafen um 9 Uhr bei Belle-Alliance zusammen. Die Verfolgung betrieben die Preußen unter Gneisenaus Leitung mit rastloser Energie die ganze Nacht hindurch. Die Flucht der Franzosen ging über Charleroi und Philippeville nach Laon, wo sich höchstens 2.000 Mann zusammenfanden. Die Resultate der Schlacht waren ungeheuer. Der gesamte Artilleriepark, die Geschütze und die Feldequipage des Kaisers fielen in die Hände der Sieger. Die Franzosen verloren mit allen Toten, Verwundeten und Gefangenen mehr als die Hälfte der Armee, außerdem 182 Geschütze. Der Verlust auf Seiten der Verbündeten betrug 1.120 Offiziere und 20.877 Mann. Napoleon schrieb dem willkürlichen Vordringen der Reservekavallerie und dem Nichteintreffen des Marschall Grouchy die Schuld an seiner Niederlage zu, allein dieser erhielt den von Napoleon am 18. vormittags gegebenen Befehl erst nach 19 Uhr. Napoleon selbst hatte an diesem Tag seine gewohnte feste und kaltblütige Haltung verloren und durch den letzten verzweifelten Angriff die Vernichtung seines Heers und damit den Untergang seiner 100-tägigen Herrschaft selbst verschuldet.

Die Folgen

Grouchy] Auf alliierter Seite entbrannte infolge britischer Anmaßung, auch Wellingtons selbst, der sich das alleinige Verdienst am Sieg beimessen wollte, ein Streit über den Anteil der verschiedenen Heere der Verbündeten am Sieg. Heute wird davon ausgegangen, dass den Preußen unter Blücher ein gleicher Anteil zukommt wie dem Wellingtonschen Heer, welches überdies fast zur Hälfte aus deutschen Truppen bestand. Von dieser Schlacht an führte Wellington den Titel Fürst von Waterloo. Nahe bei Waterloo, auf dem Schlachtfeld, in der Gemarkung des Weilers Mont St.-Jean, steht das von dem Prinzen von Oranien und der holländischen Armee errichtete Denkmal, ein 60 m hoher, künstlicher Hügel in Form eines Hünengrabs mit einer 19 m hohen Säule, die einen kolossalen Löwen trägt. Bei Planchenois, südlich von Waterloo, befindet sich in der Nähe der Ortsmitte, unweit des Meierhofs Belle-Alliance, ein vom König von Preußen errichtetes eisernes Denkmal. Diese beiden Denkmäler wurden 1832 von den Franzosen bei Gelegenheit ihrer Intervention zu Gunsten Belgiens stark beschädigt. Außerdem stehen noch in direkter Nähe zu La Haye Sainte zwei Denkmäler für den Obersten Gordon und die gefallenen Offiziere und Mannschaften der Königlich Deutschen Legion (Kings German Legion). Entlang der Stellungen der Alliierten verteilt befinden sich Gedenktafeln für die verschiedensten Einheiten und ebenso sind Tafeln in und bei Hougoumont.

Zeitungsbericht

Die Neue Zürcher Zeitung vom 4. Juli 1815 berichtet wie folgt: "Nachrichten aus den Niederlanden vom 19. Jun. (Zusätze zu der umständlichen Erzählung der grossen Schlacht.) Feldmarschall Blücher befand sich einmal in der Mitte der Französischen Kuirassire, aber die wackern Uhlanen der Preussischen Landwehr retteten ihn durch die tapferste Gegenwehr. Der Gen. Gneisenau, dem in den Schlachttagen zwey Pferde unter dem Leibe erschossen und der Degen in der Hand zerschmettert wurde, übernahm die Verfolgung des Feindes, und er soll der Erste am Wagen Buonaparte's gewesen seyn, aus dem dieser, mit Zurücklassung von Hut und Mantel, sich eben auf kaum begreifliche Weise gerettet. Am Abend des Schlachttages hatte er Charleroy schon erreicht, und verfolgte die Flüchtigen bis Beaumont. Nach Mitternacht schwieg der Kanonendonner; und der Feldmarschall hatte am 18. sein Hauptquartier in Charleroy. Die Schlacht löste sich zuletzt an den Punkten, wo sie am heftigsten entbrannte, in ein Handgemenge und ein allgemeines Metzeln auf, indem kein Kommando mehr galt, weil Offiziere und Soldaten gleich fochten, und allein Kolben und Bajonette arbeiteten. Die Englische Reiterei, die am Ende in die Haufen eingebrochen, entschied die Schicksale des Tages, und der Feind gab sich auf die Flucht, auf der im Durchzug durch die engen Wege und die mit Tross und Kanonen und Gepäcke zugefahrnen Dörfer ganze Massen vom Kartätschenfeuer des Geschützes aufgerieben wurden. 20 000 Mann Gefangene hat man gezählt, und mit den Kanonen ist das ganze Feldgeräte des feindlichen Heeres genommen."

Literatur


- North Ludlow Beamish: History of the King's German Legion 2 Bde., London 1832 (Nachdruck 1997).
- Heinrich Beitzke: Geschichte des Jahres 1815 2 Bde., Berlin 1865.
- Mike Chappell: The King's German Legion (2) 1812-1816, London 2000.
- Colonel Charles C. Chesney: Waterloo Lectures. A Study of the Campaign of 1815. Introduction by Peter Hofschröer. London 1868, Nachdruck 1997. (Herausragendes Meisterwerk) ISBN 1-85367-288-2
- Étienne Maurice de Gérard, Quelques documents sur la bataille de Waterloo, Paris 1829.
- Étienne Maurice de Gérard: Dernières observations sur la bataille de Waterloo en réponse à Mr. de Grouchy, Paris 1830.
- George Robert Gleig: History of the battle of Waterloo, London 21861.
- Gaspar Gourgaud: Campagne de 1815, Berlin 1819. (mit den Noten eines deutschen Offiziers)
- Peter Hofschröer: 1815, the Waterloo Campaign 2 Bde., London 1998 und 1999.
- Henry Houssaye: 1815 Waterloo, London 1900.
- Helmut Konrad von Keusgen: Waterloo 1815. Meilenstein europäischer Geschichte, Garbsen 1999. ISBN 3-932922-04-2
- Helmut Konrad von Keusgen: Waterloo-Lexikon. Napoléons Belgien-Feldzug 1815 von A bis Z, Garbsen 1999. ISBN 3-932922-05-0
- William Siborne: Geschichte des Kriegs in Frankreich und Belgien im Jahr 1815 2 Bde., Berlin 1846.
- Thomas Speckmann: Verheertes Land, verbrannte Leiber, in: FAZ 18.06.2005, S. 41.
- Detlef Wenzlik: Waterloo. Der Feldzug von 1815, Hamburg 1997. ISBN 3-931482-04-9
- Johannes Wilms: Triumph der Defensive. Waterloo, 18. Juni 1815, in: Schlachten der Weltgeschichte. Von Salamis bis Sinai, hrsg. v. Stig Förster, Dierk Walter und Markus Pöhlmann, München 22004, S. 184-199. ISBN 3-423-34083-5

Weblinks


- [http://www.kgl.info King's German Legion] (Historische Darstellungsgruppe - re-enactment)
- [http://www.kgl.de Arbeitskreis Hannoversche Militärgeschichte] (u.a. detaillierte Beschreibung der Schlacht bei Waterloo)
- [http://www.braunschweiger-feldkorps.de/texte/1815_-_1815_Waterloo.pdf] (Braunschweiger Korps in der Schlacht bei Waterloo - Belle-Alliance)
- [http://www.battlefieldtours.de] (Battlefieldtouren zu napoleonischen Schlachtfeldern - Waterloo 1815) Siehe auch: Liste der Schlachten, Liste der Schlachten von weltgeschichtlicher Bedeutung, Liste von Kriegen, Waterloo Day Waterloo Kategorie [[en:Battle of Waterloo]] [[eo:Batalo de Waterloo ja:ワーテルローの戦い

Wachbataillon

Als Wachbataillon (Vollständiger Name: Wachbataillon beim Bundesministerium der Verteidigung) bezeichnet man den Verband der deutschen Streitkräfte, der für die protokollarischen Einsätze, zur Bewachung des Verteidigungsministeriums und im Kriegsfall zum Schutz von Regierungsmitgliedern und wichtigen Regierungsobjekten eingesetzt wird. Das Wachbataillon ist das größte Bataillon der Bundeswehr und vereinigt als einziges alle TeilstreitkräfteMarine, Luftwaffe und Heer – der Bundeswehr. Das Wachbataillon wurde als einer der ersten Verbände der Bundeswehr bereits im Jahr 1956 aufgestellt; bis dahin, d. h. seit Gründung der Bundesrepublik, übernahm der Bundesgrenzschutz den protokollarischen Ehrendienst. In der Bundeswehr erhalten die Grundwehrdienstleistenden dieser Einheit eine spezielle Ausbildung im Marschieren in Formationen und in der Handhabung des Karabiners K98 K sowie dem Ablauf von Großen Zapfenstreichen, öffentlichen Gelöbnissen, Staatsbesuchen und anderen protokollarischen Ritualen und Zeremonien. Der Karabiner K98 K wird in der Bundeswehr ausschließlich zu Repräsentationszwecken verwendet, in ihrem Sicherungsauftrag des Ministeriums und der Bundesregierung verwendet das Wachbataillon die übliche Bewaffnung der Bundeswehr. Im protokollarischen Ehrendienst sind alle Karabiner K98 K schussfähig. Bei Show-Auftritten sogenannter Drill-Teams wird gelegentlich auch mit Platzpatronen geschossen, um das Publikum zu begeistern. Das Wachbataillon der Bundeswehr ist in der Julius-Leber-Kaserne in Berlin-Wedding, sowie in der Brückberg-Kaserne in Siegburg stationiert und umfasst etwa 1.800 Soldaten und zivile Mitarbeiter. Es gliedert sich in 9 Kompanien auf. Das Wachbataillon führt seine Tradition über das königlich preußische 1. Garde-Regiment zu Fuß und das Infanterie-Regiment 9 der Reichswehr bis ins Jahr 1688 zurück und ist damit der Verband der Bundeswehr mit der ältesten urkundlich verbrieften Tradition. Auf Grund dieser Tradition ist der Schlachtruf des Wachbataillons in Anlehnung an das 1. Garde-Regiment (und besonders dessen I. Bataillon, das diesen im Helmzirat führte) "Semper Talis". Durch die Fortführung dieser Tradition ist das Wachbataillon eng mit dem Semper talis Bund (StB), dem Haus Hohenzollern und dem von Rohdich'schen Legatenfonds verbunden. Das Wachbataillon ist für seine anspruchsvolle und fordernde Ausbildung sowie seinen strikte militärische Disziplin und seinen hohen Korpsgeist bekannt.

Gliederung


- 1./WachBtl BMVg Stabs- und Versorgungskompanie in Berlin
- 2./WachBtl BMVg Protokoll- und Sicherungskompanie Heer in Berlin
- 3./WachBtl BMVg Protokoll- und Sicherungskompanie Heer in Siegburg
- 4./WachBtl BMVg Protokoll- und Sicherungskompanie Marine in Berlin
- 5./WachBtl BMVg Protokoll- und Sicherungskompanie Luftwaffe in Berlin
- 6./WachBtl BMVg Protokoll- und Sicherungskompanie Heer in Siegburg
- 7./WachBtl BMVg Protokoll- und Sicherungskompanie Heer in Berlin
- 8./WachBtl BMVg Sicherungskompanie in Berlin
- 9./WachBtl BMVg Feldersatzkompanie (existiert in Friedenszeiten nur als gekaderte Einheit) Bis März 1994 existierte in Bergisch-Gladbach die Wachausbildungskompanie 902, die für die Grundausbildung der Heeressoldaten im Wachbataillon zuständig war. Sie wurde als 7./WachBtl BMVg in den Protokolldienst eingebunden. Alle Protokollkompanien dürfen nach einer bestandenen Protokollabnahme, in der die Soldaten ihre protokollarischen Fähigkeiten zeigen und bei Bedarf wiederholt werden muss, im protokollarischen Ehrendienst mitwirken. Siehe auch: Wachregiment

Literatur


- Markus Euskirchen: [http://www.euse.de/milrit/ Militärrituale. Analyse und Kritik eines Herrschaftsinstruments], Köln ([http://www.papyrossa.de/militaerrituale.htm PapyRossa-Verlag]) 2005, S. 90ff.

Weblinks


- [http://www.wir-waren-protter.de 5. Wachbataillon BMVg]
- [http://www.wachbataillon-berlin.de Wachbataillon Berlin]
- [http://www.wachbataillon-siegburg.de 3./WachBtl BMVg Jahrgang 2003/2004]
- [http://www.die-siebte.de 7./WachBtl BMVg ] Kategorie:Militärischer Verband (Bundeswehr)

Deutschland

Deutschland (die Langform der amtlichen Staatsbezeichnung lautet Bundesrepublik Deutschland) ist ein Bundesstaat in Mitteleuropa und hat gemeinsame Grenzen mit Dänemark, Polen, Tschechien, Österreich, der Schweiz, Frankreich, Luxemburg, Belgien und den Niederlanden. Im Norden bilden die Nordsee und die Ostsee die natürlichen Staatsgrenzen. Bundeshauptstadt und Regierungssitz ist Berlin; einige Bundesministerien befinden sich in der Bundesstadt Bonn, dem ehemaligen Regierungssitz. Das politische System ist föderal und als parlamentarische Demokratie organisiert: Nach Artikel 20 des Grundgesetzes versteht sich Deutschland als demokratischer und sozialer Bundesstaat und Rechtsstaat. Dieser Bundesstaat besteht aus 16 teilsouveränen Bundesländern. Deutschland ist mit über 82 Mio. Einwohnern der bevölkerungsreichste Staat Europas. Die Bundesrepublik Deutschland ist unter anderem Mitglied der Vereinten Nationen, der Europäischen Union, der NATO und der G8. Viele Links zu Artikeln mit Deutschlandbezug finden sich im Portal Deutschland.

Geografie

Lage

Deutschland liegt in Mitteleuropa zwischen 47°16′15″ und 55°05′33″ nördlicher Breite und 5°52′01″ und 15°02′37″ östlicher Länge. Die Nord-Süd-Ausdehnung reicht von List auf Sylt (Schleswig-Holstein) bis Oberstdorf (Bayern) und beträgt 876 km; die West-Ost-Ausdehnung zwischen der Gemeinde Selfkant (NRW) und Deschka (Sachsen) beträgt 640 km. Nachfolgend sind die an Deutschland angrenzenden Staaten und Meere im Uhrzeigersinn aufgeführt. Die Grenzlänge (insgesamt 3.757 km lang) ist hinter den jeweiligen Staaten in Klammern angegeben. Im Norden grenzt Deutschland an Dänemark (67 km), im Nordosten an Polen (442 km), im Osten an Tschechien (811 km), im Südosten an Österreich (815; ohne Grenze im Bodensee), im Süden an die Schweiz (316 km; mit Grenzen der Exklave Büsingen, aber ohne Grenze im Bodensee), im Südwesten an Frankreich (448 km), im Westen an Luxemburg (135 km) und Belgien (156 km) und im Nordwesten an die Niederlande (567 km). Während im Nordwesten die Küsten der Nordsee und im Nordosten die Ostsee die natürlichen Staatsgrenzen bilden, hat Deutschland im Süden Anteil an den Alpen.

Exklaven

Eine Exklave Deutschlands ist das am Hochrhein gelegene Büsingen, das zum Landkreis Konstanz in Baden-Württemberg gehört. Sie ist 7,62 km² groß und gänzlich von den drei Schweizer Kantonen Schaffhausen, Thurgau und Zürich umgeben. Daneben existiert eine zweite Exklave auf irischem Territorium, unweit von Dublin. Es handelt sich um einen Friedhof, auf dem während des Zweiten Weltkrieg gefallene deutsche Soldaten beerdigt wurden. Um nach dem Krieg eine kostspielige und aufwändige Überführung der Leichen zu vermeiden, wurde das Gebiet an die Bundesrepublik Deutschland übergeben.

Mittelpunkt Deutschlands

Der geographische Mittelpunkt Deutschlands liegt laut dem Statistischen Jahrbuch Deutschland (Stand: 2000) in der Gemeinde Niederdorla im westlichen Thüringen auf der .

Großlandschaften

Die landschaftlichen Großräume unterscheiden sich vor allem in der Abfolge von Nord nach Süd, da das Gelände nach Süden hin tendenziell höher und steiler wird. Der nördliche Teil Deutschlands, die Norddeutsche Tiefebene, ist ein hauptsächlich von den Eiszeiten geformtes Tiefland, an das sich nach Süden die bewaldeten Mittelgebirge im Zentrum und in südlicheren Teilen des Landes anschließen. Insbesondere in Bayern, aber auch in Baden-Württemberg, gehen diese Landschaften in das relativ hoch liegende Nördliche Alpenvorland und dies wiederum in das Hochgebirge der Alpen über.

Geologie

Deutschland ist geologisch vielgestaltig. Während die glazial geprägten Landschaften, die Flussniederungen und -becken erst ab dem Tertiär ihre Gestalt annahmen, sind die Mittelgebirge deutlich älteren Datums. Die kristallinen Rumpfgebirge (z. B. der Schwarzwald) sind bereits im Erdaltertum entstanden und bestehen hauptsächlich aus metamorphem und Tiefengestein wie Gneisen und Granit. Ähnlich alt ist das Rheinische Schiefergebirge, dessen Entstehung auf Silur und Devon zu datieren ist. An dessen Nordrand finden sich auch Formationen aus dem Karbon, in denen die gewaltigen Steinkohlevorkommen im Ruhrgebiet eingelagert waren. Die süddeutsche Landschaft ist größtenteils auf die Entwicklungen im Erdmittelalter zurück zu führen: Während die Pfalz, Thüringen, Teile Bayerns und Sachsens geologisch im Trias gebildet wurden, ist die sich quer durch den süddeutschen Raum ziehende Schwäbische und Fränkische Alb ein Ergebnis der Auffaltung und Hebung von Meeresboden aus dem Jurazeitalter. Erstere Regionen weisen Sandstein, letztere Kalkstein als vorherrschende geologische Formation auf. Vulkanismus wird in Deutschland nicht beobachtet. Dennoch findet sich in einigen Gebieten vulkanisches Gestein aus früherer Aktivität, insbesondere in der Vulkaneifel und auf dem Vogelsberg in Hessen. Auch Erdbeben mit schweren Folgen kommen praktisch nicht vor, da Deutschland vollständig auf der Eurasischen Platte liegt. Das Land wird daher nicht von Grenzen zwischen aneinander anstoßenden großen Platten der Erdkruste durchzogen. Dennoch ist der Rheingraben in Nordrhein-Westfalen als mäßig gefährdete Erdbebenzone eingestuft, die sich bis in die Nachbarländer Belgien und Niederlande erstreckt (siehe auch Erdbebengebiet Kölner Bucht).

Gewässer

Erdbebengebiet Kölner Bucht bei Koblenz (Deutsches Eck)]] Deutschland grenzt mit den Bundesländern Niedersachsen und Schleswig-Holstein an die Nordsee. Diese ist ein Randmeer des Atlantiks und das am dichtesten befahrene Seegebiet der Erde. Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein liegen an der Ostsee, einem Binnenmeer, das über den Skagerrak mit der Nordsee verbunden ist. Der Tidenhub an der Ostsee ist wesentlich geringer als an der Nordsee. Die deutschen Flüsse gehören zu sechs großen Flusssystemen, deren Einzugsbereiche fast die gesamte Fläche einnehmen. Diese sind der Rhein, die Donau, die Elbe, die Oder, die Weser, und die Ems. Der längste dieser Flüsse ist die Donau; sie ist mit 2.845 km ab dem Zusammenfluss von Brigach, Breg und der Donauquelle in Donaueschingen beziehungsweise 2.888 km ab der Breg-Quelle am Rande des Schwarzwaldes nach der Wolga der zweitlängste Strom in Europa. Allerdings verläuft nur ein kleiner Teil der Donau-Gesamtstrecke durch Deutschland. Die Donau mündet ins Schwarze Meer. Alle anderen deutschen Flüsse entwässern in die Nord- oder Ostsee. Der Abschnitt der Europäischen Wasserscheide durch Deutschland verläuft östlich des Oberrheingrabens über den Hauptkamm des Schwarzwaldes, danach folgt sie der Schwäbischen und Fränkischen Alb. Der Rhein ist von diesen Strömen derjenige, der die längste Strecke innerhalb Deutschlands zurücklegt: Von seinem 1.320 km langen Flusslauf führen 852 km durch Deutschland. Er hat zudem für die Deutschen eine identitätsstiftende Rolle inne, die sich aus der Geschichte und zahlreichen Mythen und Sagen speist. Auch seine wirtschaftliche Funktion ist bedeutend: er ist eine der am stärksten befahrenen Wasserstraßen Europas. Die Elbe entspringt im Riesengebirge an der Grenze Tschechiens zu Polen und mündet nach ungefähr 1.165 km – davon 770 km in Deutschland – bei Cuxhaven in die Nordsee. Sie gehörte zeitweilig zu den am meisten mit Schadstoffen belasteten Flüssen Europas, doch mittlerweile hat sich die Wasserqualität deutlich verbessert. Die Oderquellen befinden sich in den tschechischen Beskiden. Nach wenigen Kilometern fließt die Oder nach Polen und in ihrem Mittellauf durch Schlesien. In ihrem Unterlauf bildet sie die deutsch-polnische Grenze um dann wieder in Polen bei Stettin in das Stettiner Haff zu münden. Als Swine fließt sie schließlich zwischen den Inseln Usedom und Wollin durch Swinemünde in die Ostsee. Die Weser speist sich aus den Flüssen Werra und Fulda und entwässert den mittleren Teil Deutschlands. Die Einzugsgebiete von Oder und Ems liegen im äußersten Osten bzw. Westen. Die Seen in Deutschland sind größtenteils in der Folge der Eiszeit entstanden, nach deren Ende sich ehemalige Gletschertäler (Gletscher- und Gletscherwasserabflussrinnen) teilweise mit Wasser füllten. Daher finden sich die meisten der großen Seen in ehemals von Inlandeis bedeckten Gebieten oder deren Vorland, insbesondere in Mecklenburg und dem Alpenvorland. Der größte mit deutschem Anteil ist der Bodensee, an den auch Österreich und die Schweiz grenzen. Der größte vollständig zu deutschem Staatsgebiet gehörende See ist die Müritz, die Teil der mecklenburgischen Seenplatte ist. Siehe auch: Liste der Flüsse in Deutschland, Liste der Seen in Deutschland

Gebirge und Senken

Liste der Seen in Deutschland Die Alpen sind das einzige Hochgebirge, an dem Deutschland Anteil hat. Hier befindet sich mit der Zugspitze (2.962 m) der höchste Berg Deutschlands. Die Mittelgebirge nehmen tendenziell von Nord nach Süd an Höhe und Ausdehnung zu. Höchster Mittelgebirgsgipfel ist der Feldberg im Schwarzwald mit 1.493 m, gefolgt vom Großen Arber im Bayerischen Wald mit 1.453 m. Gipfel über 1.000 m erreichen außerdem das Erzgebirge, das Fichtelgebirge, die Schwäbische Alb und als Sonderfall der Harz, der sich recht isoliert als nördlichstes Mittelgebirge in Deutschland mit dem Brocken auf 1.141 m erhebt. Nördlich der Mittelgebirgsschwelle erheben sich nur noch vereinzelte Formationen über 100 m, von denen der Hagelberg im Fläming mit 200 m die höchste ist. Details finden sich in der Liste der höchsten Berge Deutschlands und der Liste der Gebirge Deutschlands. Die niedrigste begehbare Landesstelle Deutschlands liegt bei 3,54 m unter Normalnull in einer Senke bei Neuendorf-Sachsenbande in der Wilstermarsch (Schleswig-Holstein). Ebenfalls in diesem Bundesland befindet sich die tiefste Kryptodepression: Sie liegt mit 39,10 m u. NN am Grund des Hemmelsdorfer Sees nord-nordöstlich von Lübeck. Die tiefste künstlich geschaffene Stelle liegt bei 293 m u. NN am Grund des Tagebau Hambach östlich von Jülich in Nordrhein-Westfalen.

Inseln

Jülich Gemessen an der Küstenlinie verfügt Deutschland über eine beachtliche Zahl an Inseln. Diese sind in der Nordsee meist in Form von Inselketten dem Festland vorgelagert und stellen Festlandsreste dar, die durch Landsenkung und nachfolgende Überflutung von der Küste getrennt wurden. Unterteilt werden sie in die nordfriesischen und die ostfriesischen Inseln, die Bestandteil des deutschen Wattenmeeres sind. Die nordfriesischen Inseln gehören zu Schleswig-Holstein und bestehen aus den größeren Inseln Sylt,