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GrenzeEine Grenze (von polnisch granica) ist eine Trennlinie. Mit Grenze bezeichnet man zum Beispiel Eigentumsgrenzen, politische Grenzen, wirtschaftliche Grenzen, Zollgrenzen oder Grundstücksgrenzen.
Grenzen im historischen und politischen Sinn
Grundstück, VO) auf der Salhöhe / Schweiz]]
Das ursprüngliche deutsche Wort für Grenze war die Mark. Als aber in der ottonischen Epoche dieser Begriff auch für die an der Grenze liegenden Länder in Gebrauch kam, wurde für die Grenzlinie das slawische Wort übernommen.
Ältere politische Grenzen zwischen zwei Ländern fallen oft mit den natürlichen, teilweise nur schwer überwindbaren Grenzen zusammen: ein Gebirge, ein Fluss (Grenzfluss), ein Meer oder Meeresarm, eine Wüste, ein Urwald oder eine Hügelkette.
Viele spätere Grenzen, wie jene zwischen den Bundesstaaten der USA, wurden vertraglich auf bestimmte Längen- oder Breitengrade festgelegt.
Eine Besonderheit ist beispielsweise die beim Wiener Kongress 1815 vereinbarte Grenze zwischen dem Norden der niederländischen Provinz Limburg und Deutschland. Sie wurde als jene Linie östlich der Maas festgelegt, von der mit damals üblichen Kanonen die auf der Maas verkehrenden Schiffe nicht mehr getroffen werden konnten.
Wenn der Grenzverlauf nicht in der Natur ersichtlich ist, können die Grenzpunkte durch Grenzzeichen wie Grenzsteine, Rohre, Grenzbäume, Grenzbolzen, Meißelzeichen u. Ä. markiert werden. Dabei spricht man von Grenzvermarkung. Entscheidend ist hierbei die hoheitliche Rechtslage des betreffenden Staates und in Deutschland des betreffenden Bundeslandes.
Werden Grenzen von Flurstücken, Verwaltungseinheiten oder Staaten durch bauliche oder landschaftsgestaltende Maßnahmen befestigt, so spricht man von einer Grenzbefestigung.
Grenzen in der Mathematik
In der Mathematik sind obere Grenze und untere Grenze Zahlen, die reelle Teilmengen einschließen, siehe Supremum.
Biologische und soziale Grenzen
Die erste menschliche Grenze ist die Haut, die im „Inneren“ des Körpers in die Schleimhäute übergeht, diese Innengrenzen sind fließend. Die Grenze der Intimsphäre entspricht bei den meisten Menschen etwa ihrer Armlänge. Daraus hat sich der Gruß bzw. die Geste entwickelt, dem Anderen die Hand zu reichen.
Grenzen im übertragenen Sinn
Das Wort „Grenze“ wird jedoch auch im übertragenen Sinn benutzt. So spricht man davon, dass bei unüblicher Verhaltensweise eine Grenze überschritten wurde, oder wenn eine grundlegende Änderung einer Situation eingetreten ist.
Siehe auch:
- Grenzkontrolle
!
ja:国境
ko:국경
Polnische Sprache
Die Polnische Sprache (Polnisch, poln. język polski) zählt zur lechitischen Gruppe der westslawischen Sprachen, einer Untergruppe der indogermanischen Sprachfamilie.
Sie ist eng verwandt mit dem Kaschubischen, dem Tschechischen, dem Slowakischen und dem Sorbischen (das von einer in Deutschland lebenden Minderheit gesprochen wird).
Polnisch ist die Landessprache Polens. Weltweit weist sie fast 46 Millionen Sprechern auf. Bedeutende polnische Minderheiten gibt es in Litauen, Weißrussland und der Ukraine. Zudem ist Polnisch die Muttersprache von etwa zehn Millionen Sprechern in den USA, ferner in Russland und den anderen Nachfolgestaaten der Sowjetunion, aber auch in Kanada, Deutschland und Frankreich.
Dialekte
Zu den polnischen Dialekten gehören Kleinpolnisch (Südostpolen mit Krakau), Schlesisch (im Südwesten), Masowisch (Nordostpolen mit Warschau) und Großpolnisch (im Norden und Westen). Das Kaschubische (im Norden) ist eine eigenständige westslawische Sprache, aber insbesondere in der polnischen Literatur auch als polnischer Dialekt zu finden. Das Góralische ist ein Übergangsdialekt vom Polnischen zum Slowakischen, der im äußersten Süden Kleinpolens und in Teilen des slowakischen Gebiets Orava gesprochen wird.
Geschichte
Die ältesten, heute bekannten polnischen Schriftzeugnisse sind Namen und Glossen in lateinischen Schriftstücken, insbesondere in der Bulle von Gnesen des Papstes Innozenz II. von 1136, in der fast 400 einzelne polnische Namen der Ortschaften und Personen auftauchen. Den ersten geschriebenen vollständigen Satz fand man dagegen in der Chronik des Zisterzienserklosters in Henryków bei Wrocław. Unter den Einträgen des Jahres 1270 lesen wir die Aufforderung eines Mannes zu seiner mahlenden Frau. "Daj, ać ja pobruszę, a ty poczywaj", was in der Übersetzung lautet: "Lass mich jetzt mahlen, und du ruh dich aus."
Zu den frühesten Denkmälern der polnischen Sprache gehören die "Bogurodzica" – die erste polnische Hymne, die "Heilig-Kreuz-Predigten", der "Florianer Psalter" und die "Gnesener Predigten". Später wurden auch religiöse Texte aus dem Lateinischen ins Polnische übertragen, beispielsweise der Psałterz Floriański ("Florianer Psalter") aus dem 14. Jahrhundert. Im 15. Jahrhundert wurde der zunächst bestehende Einfluss des Tschechischen zurückgedrängt, und das Schriftpolnische emanzipierte sich vom Lateinischen. Nachdem Polnisch bis zum 16. Jahrhundert überwiegend von Geistlichen geschrieben wurde, verbreitete es sich in der Folgezeit auch bei Adel und Bürgertum.
Die moderne polnische Literatursprache entwickelte sich im 16. Jahrhundert auf der Grundlage von Dialekten, die in der Gegend von Poznań (Posen) im Westen Polens gesprochen wurden. Aus dieser Zeit stammen die Eulenspiegelliteratur sowie die Chronikliteratur von Marcin Bielski und die Prosaschriften von Mikołaj Rej. Ihr hohes sprachliches Niveau lässt auf eine lange gesprochene Tradition des Polnischen auf dem Königshof, in der staatlichen Verwaltung wie auch in der weltlichen und kirchlichen Rhetorik schließen. Im 16. Jahrhundert erreichte die polnische Sprache einen Stand, der sie wegen ihres Reichtums und ihrer Geschmeidigkeit zu den wichtigsten Sprachen Mitteleuropas aufsteigen lies. Die Gebildeten der Renaissance kämpften um die weitere Entwicklung des Polnischen und seine Durchsetzung gegenüber dem Latein. "Gesagt sei´s allen Völkern außerhalb, der Lache (Pole) ist keine Gans, auch er hat seine eigene Sprache!" lautete die berühmte Maxime des als Vater der polnischen Literatur geltenden Mikołaj Rej aus dem Jahre 1562.
Im Polnischen gibt es eine Reihe von Lehnwörtern aus dem Alttschechischen und Mittelhochdeutschen sowie aus dem Lateinischen; in jüngerer Zeit gingen Einflüsse auf die polnische Sprache insbesondere vom Weißrussischen, Ukrainischen, Deutschen, Französischen und Englischen aus.
Alphabet
Polnisch wird von Anfang an mit dem lateinischen Alphabet geschrieben (vgl. andere slawische Sprachen) und benutzt zur Wiedergabe der polnischen Laute diakritische Zeichen.
Das polnische Alphabet besteht aus 32 Buchstaben und lautet vollständig:
A, Ą, B, C, Ć, D, E, Ę, F, G, H, I, J, K, L, Ł, M, N, Ń, O, Ó, P, R, S, Ś, T, U, W, Y, Z, Ź, Ż.
Ą, Ę, Ń und Y kommen nie am Wortanfang vor, deshalb sind die entsprechenden Großbuchstaben sehr selten und werden nur dann verwendet, wenn das ganze Wort in Großbuchstaben geschrieben wird. Q, V und X werden nur bei Fremdwörtern benutzt, die noch nicht polonisiert wurden.
Im Lauf seiner Entwicklung ging im Polnischen die Unterscheidung von langen und kurzen Vokalen verloren, und der Wortakzent festigte sich auf der vorletzten Silbe.
Zur Aussprache von h und ł:
In einigen Regionen ist eine abweichende Aussprache anzutreffen:
- ł - apico dental (ähnlich der Aussprache von л im Russischen)
- h - als stimmhaftes pharyngales Frikativ [] - allerdings artikuliert im Larynx .
Diese Aussprache gilt als korrekt, wird auch vereinzelt von (älteren) Schauspielern verwendet.
Noch im 19. Jahrhundert galt diese Aussprache als einzig korrekte.
r wird als „gerollter“ Zungenspitzlaut [] also (alveolarer Vibrant), ein Zäpfchen-R [] (uvularer Vibrant), wie auch ein Zungenseitenlaut, gilt streng genommen als (häufiger) Aussprachefehler.
Grammatik
Das Polnische hat eine sehr freie Wortstellung, tendiert jedoch langsam zur Verbzweitstellung.
Es gibt zwei Numeri:
- Singular
- Plural
- Dual.
Es gibt fünf Genera:
- Personalmaskulinum (beschränkt auf männliche Personen)
- belebtes Maskulinum
- unbelebtes Maskulinum
- Femininum
- Neutrum
Polnisch verfügt über ein gut ausgebautes Formensystem und hat das altslawische Kasussystem bewahrt: sechs Kasus für Nomen, Pronomen und Adjektive und ein siebter Kasus, der Vokativ, für Nomen und Pronomen, der in der direkten Anrede gebraucht wird.
Im Polnischen werden Substantive – im Gegensatz zum Deutschen – grundsätzlich klein geschrieben, Ausnahmen sind Eigennamen und Satzanfänge. Es werden wahrnehmbare und nicht wahrnehmbare (abstrakte Objekte oder Eigenschaften) sowie belebte (personale) und unbelebte (nichtpersonale) Substantive unterschieden. Dies ist für die Deklination sehr wichtig.
Fast alle Adjektive werden nach einem Grundmuster dekliniert. Es gibt zwei Arten von Adjektiven:
- weichstämmige, die auf einen weichen Konsonanten oder auf k bzw. g auslauten, haben die Endung -i
- hartstämmige (alle anderen) haben die Endung -y
Verben werden nach Person, Numerus und Genus flektiert. Das Tempussystem hat eine Vereinfachung erfahren, indem drei alte Tempora (Aorist, Imperfekt und Plusquamperfekt) aufgegeben wurden. Das Präteritum ist die einzige Vergangenheitsform, die in der Alltagssprache gebraucht wird. Sehr selten vor allem in der Schriftsprache wird noch Plusquamperfekt verwendet - und ist schon mehr oder weniger veraltet.
Präpositionen sind unveränderlich und bilden zusammen mit einem Substantiv oder einem Pronomen eine Sinneseinheit.
Mehr über polnische Grammatik gibt es in den Wikibooks
Wie jede lebendige Sprache unterliegt auch das Polnische im Laufe der Zeit normalen Entwicklungen und Veränderungen, sowohl in der Grammatik wie auch im Wortschatz. Manche Änderungen werden tief in die Sprache verwurzelt, andere wiederum haben kaum einen Einfluss oder geraten in Vergessenheit.
Änderungen
in der Dialektstruktur
Die Dialekte der polnischen Sprache vereinheitlichen sich im Zusammenhang mit der Umsiedlung der Bevölkerung nach dem zweiten Weltkrieg, der Verstädterung, den Einflüssen der Massenmedien und der Bildung, die im allgemeinen Dialekt durchgeführt wird, immer mehr. Die Dialekte sind in der jüngeren Generation kaum ausgeprägt, davon ausgenommen sind jedoch der gorallische und der schlesische Dialekt, denen im Augenblick das Aussterben nicht droht, doch die Allgemeinheit spricht im gemeinsamen Dialekt.
in der Grammatik
Eine gegenwärtig zu beobachtende Veränderung besteht darin, dass die maskuline unbelebte Sachform durch die maskuline belebte Sachform ersetzt wird. Viele Wörter, die bisher als eindeutig unbelebt betrachtet wurden, werden umgangssprachlich, vor allem in der Jugendsprache, als belebt angesehen. Es äußert sich dadurch, dass der Akkusativ dem Genitiv gleicht, und nicht wie bisher, dem Nominativ. Sehr oft (noch in der Umgangssprache) anzutreffende Formen sind „mieć pomysła“ (eine Idee haben) oder „obejrzeć filma“ (einen Film ansehen). Doch die meisten Neologismen und Fremdwörter, die sich auf nichtmaterielle oder nichtwahrnehmbare Begriffe beziehen, nehmen auch in der offiziellen Sprache die maskuline belebte Sachform an. Beispiel: „dostać e-maila/SMSa” (eine E-Mail/SMS bekommen).
im Wortschatz
Es werden immer mehr Wörter aus dem Englischen entliehen. Gleichzeitig verschwinden viele französische und russische Fremdwörter. Eine interessante Erscheinung ist die Änderung mancher französischer Fremdwörter von der französischen in die englische Aussprache, z. B. wird image wie im Englischen imidż ausgesprochen und nicht wie im Französischen imaż.
in der Phonetik
Da immer mehr Wörter aus dem Englischen mit seiner unterschiedlichen Sprachstruktur entliehen werden, verbreiten sich in diesem Zusammenhang immer mehr bisher selten anzutreffende Lautverbindungen. Es erscheint z. B. i nach alveolaren Lauten t, d, s, z, r (didżej, tir, ring).
in der Vulgarität
In den letzten Jahren flossen sehr viele vulgäre Ausdrücke in die Umgangssprache hinein (z. B. das Adjektiv zajebiste, lässt sich mit der heutigen Bedeutung von geil vergleichen, bedeutet ursprünglich aber etwas völlig anderes als die damalige deutsche Bedeutung). Viele andere Wörter, welche weiterhin vulgär sind, verloren ihre Stärke und werden oft in Situationen gebraucht, die früher undenkbar waren (das Wort kurwa, polnisch für Nutte, wird z. B. von vielen Polen in der Umgangssprache als Interjektion verwendet und entspricht damit in etwa dem fuck in der englischen Sprache).
Auf der anderen Seite werden im Rahmen der politischen Korrektheit manche Wörter als stärker beleidigend empfunden als früher. Zum Beispiel gehört es sich heutzutage nicht das Wort pedał (hier: schwul) zu benutzen (außer in der Bedeutung Pedal), das englische Wort gej oder homoseksualista (Homosexueller) haben es ersetzt.
Fremdwörter aus dem Polnischen
Es sind nur relativ wenige polnische Wörter aus dem Polnischen ins Deutsche übernommen.
Gurke - mittelgriechisch αγγούριον „Gurke“ (pl. ogórek), das möglicherweise vom altgriechischen αωρος „grün, unreif“ stammt. Das griechische Wort wurde wahrscheinlich aus dem Polnischen ins Deutsche übernommen. Auch das Wort Grenze (pl. granica) sowie einige Vogelarten (z.B. Stieglitz) kamen aus dem Polnischen ins Deutsche.
Weblinks
- [http://www.dep.pl DeP - Deutsch-Polnisch-Online-Wörterbuch]
- [http://portalwiedzy.onet.pl/tlumacz.html?tr=nie-auto Onet - Deutsch-Polnisch Wörterbuch]
- [http://www.ponsline.de/cgi-bin/wb/w.pl Pons - Deutsch-Polnisch Wörterbuch]
- [http://www.deutsches-polen-institut.de/ Deutsches Polen-Institut]
- [http://www.pol-institut.de/int/woert.htm Polnische Wörterbücher]
Kategorie:Einzelsprache
Kategorie:Slawische Sprache
ja:ポーランド語
ko:폴란드어
Politische Grenze
Eine politische Grenze (politisch-administrative Grenze) ist die Trennungslinie zwischen Staaten, abhängigen Gebieten und deren Verwaltungseinheiten.
Letztere sind z.B. in Deutschland (bzw. Österreich): Bundesland, Regierungsbezirk und Landkreis (politischer Bezirk), Gemeinde und Katastralgemeinde. Im Allgemeinen fallen diese Grenzen stückweise mit den Grundstücksgrenzen des privaten oder öffentlichen Eigentums zusammen.
In der Schweiz sind Grenzen von folgenden Verwaltungseinheiten bekannt:
- Staat
- Kantone
- Amtsbezirk, Bezirk beziehungsweise Wahlkreise je nach Kanton. Manche Kantone kennen diese Ebene nicht.
- Kreis, in wenigen Kantonen wie Kanton Graubünden oder Kanton Tessin
- Politische Gemeinde, ausser Kanton Appenzell-Innerrhoden
- Stadtbezirk, Stadtkreis, Quartiere, Dorfkooperationen, Weiler je nach Gemeinde, falls existent bzw. verwaltungstechnisch relevant.
- Grundstücksgrenzen
Umgangssprachlich werden jene Staats- und Landesgrenzen bzw. Grenzübergänge, die nicht ständig überwacht werden, als Grüne Grenze bezeichnet.
Siehe auch:
- Grenzverlauf, Fluss, Gebirge, Enklave, Exklave, Grenzregelung, Vermarkung, Vermessung
- Grenzvertrag, Grenzregime, Innerdeutsche Grenze
- Bundesland (Deutschland), Politischer Bezirk, Gemeinde
- Kataster, Grenzstein, Grenzstreit, Grenzverhandlung
Kategorie:Grenze Kategorie:Politische Geographie
Kategorie:Politik
GrundstückUnter einem Grundstück versteht man in der Umgangssprache einen äußerlich erkennbar abgegrenzten Teil der Erdoberfläche. Der juristische Begriff weicht hiervon ab: Der Begriff des Grundstücks wird im deutschen Bürgerlichen Gesetzbuch BGB nicht näher definiert, sondern vorausgesetzt, sein Gehalt ergibt sich aus der Grundbuchordnung: Grundstück bezeichnet danach im deutschen Sachenrecht einen räumlich abgegrenzten Teil der Erdoberfläche, der im Grundbuch auf einem gesonderten Grundbuchblatt oder unter einer eigenen Nummer auf einem gemeinschaftlichen Grundbuchblatt verzeichnet ist. Es kann als Personalfolium und als Realfolium aufgestellt sein. Ein Grundstück kann aus einem oder mehreren, in einem unmittelbaren räumlichen Zusammenhang bestehenden Flurstücken bestehen.
Ein Grundstück, das gemäß den öffentlich-rechtlichen Vorschriften mit Gebäuden bebaut ist oder bebaut werden darf, wird als Baugrundstück bezeichnet.
Mehrere Grundstücke im Rechtssinne können im Grundbuch durch Erklärung des Eigentümers zu einem Grundstück vereinigt werden. Auch ist möglich, ein Nebengrundstück (etwa nur mit der Garage bebaut) einem Hauptgrundstück (beispielsweise bebaut mit dem Haus) als Bestandteil im Grundbuch zuzuschreiben. Letztlich ist es auch möglich, von einem bestehenden Grundstück nach Vermessung und Erfassung im Kataster eine Teilfläche abzuschreiben und ein neues, eigenes Grundstück in das Grundbuch einzutragen.
Zum Grundstück gehören nach den deutschen gesetzlichen Bestimmungen als wesentliche Bestandteile (§§ 93-94 BGB) insbesondere die fest mit dem Grund und Boden verbundenen Gebäude und sonstigen baulichen Anlagen sowie der Aufwuchs. Grund und Boden sowie die damit fest verbundenen Gebäude und bauliche Anlagen bilden also eine sachliche und rechtliche Einheit, so dass diese grundsätzlich (Ausnahme: Wohnungseigentum) keinen unterschiedlichen Eigentümer haben können.
Als Grenzmarkierung zwischen landwirtschaftlichen Grundstücken dienten unter anderem über Jahrhunderte und partiell noch heute Lesesteinhaufen. Diese Steine mussten zur Kultivierung mühsam per Hand von den Feldern geräumt werden und wurden – bisweilen über Generationen hinweg – platzsparend an den Rändern von Äckern zu Haufen aufgetürmt.
Wert eines Grundstückes
Der Wert eines Grundstückes hängt wesentlich von seiner Lage ab: Eine zentrale Lage mit einer guten Infrastruktur führt zu einem hohen Wert. Die Höhe des Quadratmeterpreises für ein Baugrundstück ist zudem vom Zuschnitt des Grundstücks abhängig. Grundstücke mit übergroßer Tiefe haben oft einen geringeren Wert. Als Grundstückstiefe wird dabei die, ausgehend von der Straße, rückwärtige Länge eines Grundstücks bezeichnet.
Siehe auch: Flurstück, Immobilie
Kategorie:Sachenrecht
Kategorie:Städtebau
Wort
Wort bezeichnet eine grammatische Einheit.
Der Plural von "Wort" lautet Wörter, wenn es um das Auftreten mehrerer einzelner davon geht (Das Verzeichnis enthält 100.000 Wörter.). Worte hingegen bezeichnet eine Aneinanderreihung in einem Sinnzusammenhang, zum Beispiel einer Rede (Dankesworte, Der Worte sind genug gewechselt...).
Wort bezeichnet als Kollektivum auch eine bedeutsame, kurze Aussage (Ein Wort der Weisheit, Machtwort), insbesondere wenn sie eine feste Form bilden, in die Einschübe nicht möglich sind (etwa in Sprichwort). Diese bestehen ihrerseits aus mehreren grammatikalischen Wörtern. Der Plural Worte ist hierbei obligat (Wörter der Weisheit ist ein Oxymoron).
Des Weiteren bezeichnet Wort als Singularetantum – von dem hierbei kein Plural gebildet werden kann – eine Lehre (z.B. das Wort Gottes) oder ein Versprechen (z.B. sein Wort brechen).
Entstehung
Wörter gehören zu den ältesten abstrahierenden symbolischen Formen der Menschheit. Ob nicht z.B. Bilder älter sind, ist eine empirisch schwer beantwortbare Frage (vgl. Urgesellschaft). Vorauf gingen ihnen jedenfalls erfahrungsbewährte Wiederholungen konkreter Handlungen. Ob sich bestimmte Urwörter (Ur-Sätze?) annehmen lassen, ist strittig, obwohl die Vergleichende Sprachwissenschaft hieran arbeitet. Erste etablierte Worte, wahrscheinlich sehr konkret durch Gestik und Mimik darstellenden Charakters begleitet, erlaubten dann weitere und stärker abstrahierende Wörter – zum Beispiel konnten sich aus „eine Handvoll“, „in Hörweite“ bzw. „zuerst“, „tags“ bzw. „Mamma“, „Vortänzer“, noch stärker abstrahierend, dann kategoriale Wörter bezüglich „Raum“ bzw. „Zeit“ bzw. benennbaren „Subjekten“ entwickeln. Schlüsse, die sich auf den Spracherwerb in der Ontogenese des einzelnen Kleinkindes stützen und daraus auf das erste Sprechen in der Phylogenese der Menschheit folgern, sind keineswegs zwingend, obwohl hilfreich.
Charakterisierung
Muttersprachler haben ein intuitives Verständnis davon, was in ihrer Sprache ein Wort ausmacht, die Sprachwissenschaft aber tut sich damit schwer, allgemein gültige Kriterien zur Abgrenzung von Wörtern zu finden. Je nach Blickwinkel sind verschiedene Kriterien möglich, die je nach theoretischem Hintergrund und Erkenntinisinteresse miteinander kombiniert oder ergänzt werden:
- morphologisches Kriterium: Ein Wort ist eine möglichst kleine sprachliche Einheit, die eine Bedeutung trägt und frei vorkommen kann. In dieser Definition entspricht Wort etwa einem freien Morphem, das aber durch Prä - oder Suffixe ergänzt sein kann (Bsp: Herr, herrlich, verherrlichen). Ein so definiertes Wort kann durch Flexionsendungen erweitert werden, wodurch man die Wortformen dieses Wortes erhält (zum Beispiel Frau, Frauen; laut, lauter, mache, machst, macht etc.). In der Sprachwissenschaft spricht man in diesem Fall statt von Wort von Lexem.
- orthographisches Kriterium: Ein Wort ist eine Buchstabengruppe zwischen zwei Trennzeichen, meistens Leerzeichen. Diese Definition schließt Sprachen ohne Schrifttradition aus, und ist stark vom Wandel der Orthographie abhängig.
- phonetisch/phonologisches Kriterium: Wörter sind Lautfolgen, die durch Grenzsignale wie zum Beispiel Pausen voneinander abgehoben sind. Im Deutschen hat jedes Wort genau eine Hauptakzentstelle. In einigen Sprachen, wie beispielsweise im Französischen, werden die Wörter beim Sprechen stark aneinander gebunden und miteinander verschmolzen. Das führt dazu, dass eine vom Schriftbild ausgehende Definition stark von einer lautorientierten Definition abweichen kann.
- semantisches Kriterium: Wörter zeichnen sich dadurch aus, dass sie eine Bedeutung tragen. Die Bedeutung von Wörtern wird aber von ihrem Äußerungskontext mitbestimmt und ist deshalb nicht ohne weiters fassbar. Einigen Wörtern lässt sich keine lexikalische Bedeutung zuordnen, allenfalls eine grammatische (Funktionswörter).
- syntaktisches Kriterium: Wörter sind Einheiten, die sich innerhalb eines Satzes verschieben, durch andere austauschen und durch das Einfügen weiterer Wörter voneinander trennen lassen. Problematisch an dieser Definition ist, dass man mit diesem Kriterium Wortformen wie Frau und Frauen nicht als zusammengehörig bestimmen kann. Weitere Probleme werfen zum Beispiel die trennbaren Verben im Deutschen auf, die sich zwar voneinander trennen lassen, aber trotzdem als Ganzes ersetzbar sind.
Symbolische Bedeutung
Laut der neutestamentalichen Schöpfungsgeschichte am Anfang des Johannesevangeliums begann die Welt durch das Wort (griech. logos, lat. verbum, hebr. dvr):
:en archē ēn ho Logos kai ho Logos ēn pros ton Theon kai Theos ēn ho Logos
:in principio erat Verbum et Verbum erat apud Deum et Deus erat Verbum
:Im Anfang war das Wort und das Wort war bei Gott und Gott war das Wort
Dieser Wortmythos, die Schöpfung durch Benennung, findet sich schon in uralten Religionen, Mythen und Aberglauben.
Zaubersprüche haben als wesentliche Ingredienz mächtige Zauberworte.
Flüche, d.h. Verfluchungen sollen angeblich dem Verfluchten anhaften und physische Wirkung zeigen.
Zu beachten ist hier, dass die Bedeutung des griechischen Wortes lógos im Originaltext über die des deutschen Wortes „Wort“ hinaus geht. logos bezeichnet u.a. auch Sprache, Rede, Beweis, Lehrsatz, Lehre und Vernunft. Die Übersetzung von logos mit Wort reduziert die Bedeutung.
Aus logos stammt auch das deutsche Wort Logik.
Klassifikation
Grammatisch
In der Grammatik werden Wörter nach Wortarten (zum Beispiel Substantiv, Adjektiv, Verb...) unterschieden und hinsichtlich Satzstellung, Flexion, Tonalität (in Tonsprachen wie Mandarin-Chinesisch) et cetera untersucht.
Nach Wortarten
Es gibt verschiedene Ansätze, Wörter nach Wortarten zu gliedern. Es werden syntaktische, morphologische und funktionale Kriterien verwendet. Im Wesentlichen geht die heutige Klassifikation schon auf die Antike (Dionysos Thrax) zurück, hat aber auch deren Probleme mitgeschleppt.
Plural
Für „Wort“ gibt es zwei Pluralformen.
- Wörter bezieht sich auf die Form bzw. die grammatische Einheit „Wort“.
- Worte bezieht sich auf den Inhalt, zum Beispiel für im Sinnzusammenhang stehende Wörter eines bekannten Ausspruchs (siehe Schlagwort (Sprachwissenschaft), Sprichwort).
Die Unterscheidung wird inzwischen oft ignoriert, so dass auch im Plural Homonymie auftritt.
Aufbau
Wörter bestehen aus Morphemen, das sind die kleinsten bedeutungstragenden Einheiten im Sprachsystem, in flektierenden Sprachen aus Stamm- + Flexionsmorphem (Haus+es). In einer isolierenden Sprache wie im klassischen Chinesisch oder Vietnamesischen hingegen gibt es keine Flexion.
Geschriebene Wörter
Geschriebene Wörter werden mit Buchstaben, Schriftzeichen oder Symbolen dargestellt und in vielen Sprachen durch Leerzeichen vor dem Wort oder Satzzeichen voneinander abgetrennt. Im klassischen Chinesischen entspricht jedem Zeichen ein Wort, ein Morphem und eine Silbe.
Die Schrift und die Schreibrichtung ist abhängig von der Sprache (Deutsch: links>rechts; Arabisch und Hebräisch: rechts>links).
Gesprochene Wörter
Gesprochene Wörter bestehen aus Silben, die wiederum aus einem oder mehreren Phonemen (Lauten) bestehen. In manchen Sprachen kommen bedeutungsunterscheidende Töne hinzu (Mandarin-Chinesisch, Hausa, Vietnamesisch), sie werden Tonsprachen genannt (vgl. auch die Intonation deutscher Interjektionen wie hm). In Akzentsprachen wie Deutsch hat jedes Wort eine Hauptakzenstelle. In der gesprochenen Sprache liegt potenziell vor und hinter dem Wort eine kurze Pause.
Zum Wortschatz
Ein großer Teil des deutschen Wortschatzes besteht aus Wörtern, die anderen Sprachen entstammen, so genannten Fremd- und Lehnwörtern.
Mit den 207 häufigsten Wörtern im Wortschatz eines deutschen Muttersprachlers lassen sich bereits 50% eines fast beliebigen Textes darstellen. Davon sind einsilbige Wörter die häufigsten. Je länger ein Wort, desto geringer seine Häufigkeit (wie in nahezu allen Sprachen, das zugrundeliegende Prinzip nennt sich Huffman-Kodierung).
Zitate
- „Die meisten Menschen leiden an dieser geistigen Schwäche, zu glauben, weil ein Wort da sei, muß es auch das Wort für etwas sein; weil ein Wort da sei, muß dem Worte etwas Wirkliches entsprechen.“
- Fritz Mauthner (1849-1923)
Siehe auch
- Wortstamm
- Komposition
- Begriff/Bezeichnung
- Synonym, Homonym, Polysem, Antonym, Hapax legomenon
- Worthülse
- Abkürzung
- Wort des Jahres
- 100 Wörter des 20. Jahrhunderts
- Semasiologie, Onomasiologie
- Bedeutungswandel, Etymologie
- Ausdruck
- Logos
- Galgenmännchen
- Wortspiel
Weblinks
- http://www.udoklinger.de/Grammatik/inhalt.htm
Kategorie:Linguistische Morphologie
Kategorie:Syntax
!
ja:言葉
simple:Word
zh-cn:词汇
MarkMark beschreibt
Einheit
- eine alte Gewichtseinheit, siehe Mark (Gewicht). Daraus sind verschiedene Währungen abgeleitet:
- Goldmark (Deutsches Reich, 1871-1918)
- Silbermark
- Mark Banco (imaginäre Währung in Hamburg, 17.-19. Jh.)
- Papiermark (Deutsches Reich 1919-1923)
- Rentenmark (Deutsches Reich 1923-1924)
- Reichsmark (Deutsches Reich 1924-1948)
- Deutsche Mark (Bundesrepublik Deutschland 1948-2001)
- Ost-Mark (DDR 1948-1974, ab den 1960er-Jahren Mark der Deutschen Notenbank genannt)
- Mark der DDR (DDR 1974-1990)
- Finnische Mark (Finnland 1864-2001)
- Polnische Mark (Polen 1918-1926)
- Konvertible Mark (Bosnien und Herzegowina 1998-heute)
Geografisches Gebiet
- vor allem in Norddeutschland früher das freie (Weide-)Land außerhalb der Dörfer, das im gemeinsamen Besitz der Bauern war, siehe Gemarkung
- ein Gebiet an den Grenzen des Frankenreiches oder des Heiligen Römischen Reiches (Deutscher Nation), siehe Grenzmark
Substanz
- eine weiche Substanz im Inneren von Knochen und Organen, siehe Knochenmark
- eine weiche Substanz im Kernbereich pflanzlicher Sprossen, siehe Mark (Botanik)
- gemahlenes oder püriertes Obst, siehe Fruchtmark
- umgangssprachlich Wurzelgemüse
Geografische Eigennamen
- Mark, kurz für die Mark Brandenburg,
- Mark (Fluss), Fluss in den Niederlanden,
- Mark (Schweden), Gemeinde im Westen Schwedens, siehe
- Märkischer Kreis, Landkreis in Nordrhein-Westfalen,
- Grafschaft Mark, historisches Gebiet in Westfalen,
Personen
- einen männlichen Vornamen, siehe Markus
- zur westfälischen Grafschaft Mark gehörende Adelige, siehe Haus von der Mark
- einen russisch-orthodoxen Theologen ( - 1941), siehe Michael Arndt
Sonstiges
- ein Hilfsmittel in der Landvermessung (z.B. Grenzmark, ital. marca, frz. marque, lat. margo, engl. margin)
Siehe auch
- Marke, Marc, Mark I, Markus
EpocheDer Begriff Epoche (v. griech.: epoch, epoché = Haltepunkt) wird in verschiedenem Zusammenhang verwendet:
#Eine Epoche ist ein längerer Zeitraum, der sich durch eine oder mehrere grundlegende Gemeinsamkeiten auszeichnet. Dies kann z.B. sein:
# - gemeinsame Stilelemente in Baukunst, Innenarchitektur und bildender Kunst - siehe Stilepoche
# - gemeinsame Stilelemente in der Musik - siehe Epochen der Musik
# - ein historischer Zeitabschnitt
# - ein literarischer Zeitabschnitt mit besonderen religiösen, intellektuellen und stilistischen Merkmalen
# - ein historischer bzw. technischer Zeitabschnitt in der Geschichte der Eisenbahn - siehe Epoche (Modelleisenbahn)
#In der Chronologie und Zeitrechnungen ist die Epoche der Ausgangspunkt einer Jahreszählung; in unserer Zeitrechnung z.B. das Jahr 1 n. Chr., im islamischen Kalender das Jahr 622 n. Chr.
#In der Astronomie ist Epoche jener mittlere Zeitpunkt, auf den veränderliche Größen reduziert, d.h. vereinheitlicht werden. Die aktuelle Epoche ist die Standard-Epoche 2000.0. Siehe Epoche (Astronomie).
#In der Geologie ist Epoche eine Unterteilung der Erdzeitalter des jüngsten Äons der Erdgeschichte. Siehe Geologische Zeitskala.
#In der Philosophie der antiken Skepsis wird mit Epoché eine Enthaltung im Urteil bezeichnet, die sich aus der Einsicht in die Ungewissheit allen Wissens herleitet. In der Moderne gewinnt der Begriff bei Edmund Husserl Bedeutung. Als Methode kennzeichnet "Epoché" bei Husserl die phänomenologische Reduktion, durch die der äußeren Welt die Geltung entzogen wird.
#In der Pädagogik von Rudolf Steiner wird mit Epoche eine besondere Unterrichtsform bezeichnet, der Epochenunterricht.
#In der Informatik bezeichnet es auch einen Taskzyklus in Multitasking-Betriebssystemen. Daneben steht es kurz für die Unix-Epoche, der „Sekunde Null“ der Echtzeituhren von Unix-Systemen.
#Als epochales Ereignis wird ein Ereignis bezeichnet, das in seiner Bedeutung oder aufgrund seiner Seltenheit herausragend ist und damit einen längeren Zeitraum charakterisiert - siehe auch Zeitenwende.
#Die Zeitschrift Epoche (Zeitschrift)
BegriffBegriff (mittelhochdeutsch begrif oder begrifunge) ist eine Zusammenstellung von Merkmalen, die in Gegenständen und Sachverhalten als deren identische Eigenschaften „begriffen“ werden.
Der Begriff Begriff lässt sich nicht eindeutig vom Begriff Wort (der Bezeichnung eines Begriffs) trennen: Synonyme sind unterschiedliche Wörter für einen identischen Begriff, ein Homonym ist ein Wort, das für verschiedene Begriffe stehen kann.
Unter einer Begrifflichkeit versteht man die Menge der Begriffe, die im Zusammenhang mit einem konkreten Thema, in einem bestimmten Kontext oder in einer bestimmten Theorie verwendet werden. Die Begriffe innerhalb einer Begrifflichkeit stehen in einem engen inhaltlichen Zusammenhang und können häufig nur relativ aufeinander bezogen erläutert und definiert werden.
In der Philosophie nimmt man die Begriffe als elementare Einheiten des Denkens an.
Begriffsumfang, Begriffsdefinition und Begriffsinhalt
Einige Theorien unterscheiden Begriffsumfang und Begriffsinhalt.
Der Begriffsumfang (= Extension) ist die Menge (oder Klasse) aller Gegenstände, die der gegebene Begriff umfasst. Beispielsweise ist der Begriffsumfang des Begriffes „weiß“ die Menge aller weißen Gegenstände. Begriffe, die denselben Begriffsumfang haben, heißen äquipollent, umfangsgleich oder extensional gleich und gelten bei logischen Untersuchungen, insbesondere in der mathematischen Logik, häufig als identisch (siehe auch: Extensionalitätsprinzip).
Wird ein Begriff weiter unterteilt, ist auf Dichotomie bei der Einteilung des Begriffsumfangs zu achten, um Fehlschlüsse zu vermeiden. Siehe Pseudodichotomische Einteilung eines Begriffsumfangs.
Die Definition eines Begriffes wird in der Logik als angemessen bezeichnet, wenn Definiendum und Definiens, d.h. der zu definierende Begriff und der Ausdruck, der diesen definiert, gleichen Umfang besitzen. Zum Beispiel ist in der Definition
: Ein Quadrat ist ein Rechteck mit vier gleich langen Seiten.
diese Bedingung erfüllt: Die Begriffsumfänge von Quadrat, dem Definiendum, und Rechteck mit vier gleich langen Seiten, dem Definiens, decken sich völlig.
Der Begriffsinhalt (= Intension) bezeichnet die Gesamtheit derjenigen im Bewusstsein vorhandenen Eigenschaften und Beziehungen von Gegenständen, die zur Begriffsbildung dienen. Zum Inhalt des Begriffes Zootechnik gehören z.B. alles, was als Eigenschaft dieser Technik verstanden wird. Wenn er aber kurz definiert werden soll, wenn die Grenzen des Begriffes festgestellt werden sollen, wählt man nur die wesentlichen Eigenschaften aus, und definiert z.B. „Zootechnik als die Technik von der Aufzucht, Fütterung, Haltung und richtigen Nutzung landwirtschaftlichen Nutzviehs zur Gewinnung hochwertiger Produkte“.
Historische Definitionen
Nach der klassischen auf der Antike fußenden Definition wird ein Begriff durch Abstraktion und Unterscheidung gewonnen.
Im Mittelalter wurden Begriffe auch als Universalia post res (lat.: post = nach + res = Sache) bezeichnet, da im Begriff die Gemeinsamkeiten aller Exemplare der Sache, aus welcher der Begriff abstrahiert ist, enthalten sind (s.u.).
In die Terminologie der deutschen Philosophie wurde der "Begriff" durch Christian Wolff eingeführt als eine jede Vorstellung einer Sache in Gedanken.
Für Descartes und Leibniz sind Klarheit und Deutlichkeit hinreichende Merkmale eines Begriffs.
Immanuel Kant unterscheidet zwischen der Anschauung und dem Begriff. Die Anschauung ist eine Vorstellung, die auf einen einzelnen Gegenstand bezogen ist. Der Begriff ist als eine „allgemeine Vorstellung dessen, was mehreren Objekten gemein ist“ zu verstehen.
Streitpunkte
Zur Diskussion über den ontologischen Status von Begriffen siehe Universalienproblem.
Die Auffassung, dass es neben den Bezeichnungen als sprachlichen (gesprochenen, geschriebenen, gedachten) Entitäten und den von ihnen bezeichneten Gegenständen noch weitere mentale, geistige oder abstrakte Entitäten wie „Denkeinheiten“, Intensionen oder Extensionen gibt, ist philosophisch umstritten. Der Extensionalismus verzichtet im Sinne einer wissenschaftstheoretischen Sparsamkeit (Ockhams Rasiermesser) auf die Annahme der Existenz von Intensionen. Der Nominalismus geht weiter und verzichtet auf die Annahme der Existenz von Intensionen wie von Extensionen.
Einigen Erkenntnistheorien gilt der Begriff als „Widerspiegelung“ der objektiv, d.h. unabhängig vom Menschen existierenden wesentlichen Eigenschaften der realen Gegenstände. Erweiterung und Änderung von Begriffen seien Ausdruck von tieferem Wissen über die Welt und damit fortschreitender Erkenntnis.
Definition nach DIN
DIN 2342 definiert Begriff als eine „Denkeinheit, die aus einer Menge von Gegenständen unter Ermittlung der diesen Gegenständen gemeinsamen Eigenschaften mittels Abstraktion gebildet wird“
DIN 2330 "Begriffe und ihre Bennungen" geht etwas ausführlicher auf den Begriff ein und beginnt mit Gegenständen
:Jeder Mensch lebt in einer Umwelt von Gegenständen, die einmalig, d.h. zeitlich gebunden sind, und deshalb „individuelle Gegenstände“ genannt werden. Individuelle Gegenstände können materieller oder nichtmaterieller Art sein.
und leitet aus der Notwendigkeit die unüberschaubare Anzahl von individuellen Gegenständen zu strukturieren die Begriffe ab:
:Die gedankliche Zusammenfassung von individuellen Gegenständen zu gedachten „allgemeinen Gegenständen“ führt zu Denkeinheiten, die als „Begriffe“ bezeichnet werden können.
Im Weiteren wird dann erklärt, dass sich die Zusammenfassung auf Grund von Merkmalen vollzieht.
Als Mermale werden die Eigenschaften eines einzelnen oder mehrer individueller Gegenstände verstanden, die zur Bildung bzw. Analyse des jeweiligen Begriffs herrangezogen werden.
Sie definiert dann noch zwei Hauptformen von Begriffen.
- Individualbegriffe, z.B. die Person Albert Einstein, die Wikimedia Foundation, die Zugspitze etc.
: Individuelle Gegenstände bestehen, wenn auch mit Variationen einzelner Eigenschaften, über gewisse Zeiträume. Durch die gedankliche Zusammenfassung all dieser zeitlichen Varianten eines individuellen Gegenstandes (Zeitabstraktion, diachrone Abstraktion) entsteht der zugehörige Individualbegriff.
- Allgemeinbegriffe wie Mensch, Stiftung, Berg etc.
: Diese entstehen dadurch, dass unterschiedliche individuelle Gegenstände hinsichtlich ihrer gemeinsamen Merkmale gedanklich zusammengefasst werden.
Ferner weist die Norm explizit daraufhin zu beachten, dass den Allgemeinbegriffen unterschiedliche Gegenstandsarten, insbesondere materielle und immaterielle Gegenstände, Beziehungen zwischen Gegenständen und andere Begriffe (allgemeine Gegenstände), zugrunde liegen können.
Klassifikation
Begriffe lassen sich nach verschiedenen Kriterien unterteilen:
- Allgemeinbegriff / Individualbegriff
- Gattungsbegriff / Artbegriff
- Abstrakter Begriff / Konkreter Begriff
Als konkreter Begriff im Gegensatz zum abstrakten Begriff wird ein bestimmter, gegebener Gegenstand oder eine bestimmte Klasse von Gegenständen bezeichnet: z.B. Hotel, Berlin, Umgebung, Apfel.
Als abstrakten Begriff dagegen bezeichnet man nichtgegenständliche Entitäten wie "Freiheit", "Begriff", "Sein".
In der Logikliteratur findet man mitunter Einwände gegen diese Einteilung, da alle Begriffe durch Abstrahieren und Verallgemeinern gebildet werden. Insofern ist auch der konkrete Begriff ein Resultat der Abstraktion.
Um die Unterteilung beizubehalten und strenger zu fassen, ist versucht worden, sie auf unterschiedliche methodische Arten der Abstraktion zurückzuführen. So müsse auf irgendeine Weise das Abbild eines Gegenstandes und das Abbild von Eigenschaften eines Gegenstandes unterschieden werden. Diese Unterscheidung führe dann zur Einteilung der Begriffe in konkrete und abstrakte.
Zitat
: SCHÜLER:
: Doch ein Begriff muß bei dem Worte sein.
: MEPHISTOPHELES:
: Schon gut! Nur muß man sich nicht allzu ängstlich quälen
: Denn eben wo Begriffe fehlen,
: Da stellt ein Wort zur rechten Zeit sich ein.
: (aus Faust I von J.W.v.Goethe)
Siehe auch
Bedeutung, Thesaurus, Glossar, Name, Benennung, Begriffsbesetzung, Onomasiologie und Semasiologie (Teilgebiete der Semantik), Semiotisches Dreieck, Notiones inter se convenientes
Kognitionswissenschaft, Künstliche Intelligenz
Weblinks
- [http://act-r.psy.cmu.edu/papers/58/Concepts.JRA.pdf John R. Anderson: What Are The Cognitive Units?]
- http://www.phillex.de/begriff.htm
- [http://culturitalia.uibk.ac.at/hispanoteca/Lexikon%20der%20Linguistik/ao/ARBOR%20PORPHYRII%20%20%20%C3%81rbol%20de%20Porfirio.htm Arbor Prophyrii]
Kategorie:Erkenntnistheorie
Kategorie:Linguistik
Kategorie:Logik
Kategorie:Sprachphilosophie
ja:概念
Fluss (Gewässer)
Ein Fluss (althochdeutsch.: fluz zu fliozan «fließen») ist ein größerer natürlicher Wasserlauf, ein Fließgewässer.
Im Alpenraum werden Flüsse oft auch als Achen (zu althochdeutsch aha [st. f.], «Fluss») bezeichnet.
__TOC__
Ein Fluss wird aus Niederschlägen gespeist und entwickelt sich aus dem Zufluss mehrerer Bäche oder anderer Flüsse.
Ein Fluss hat mindestens zwei Ufer. Die meisten Flüsse haben eine Quelle und eine Mündung.
An flachen Wasserscheiden können Gabelungen, so genannte Bifurkationen gebildet werden.
Große Flüsse, die nicht Nebenfluss eines größeren Flusses sind, sondern im offenen Meer münden, werden auch als Strom bezeichnet. Sie bilden als Mündung entweder einen Ästuar oder ein Flussdelta.
Manche Flüsse versickern auch in der Wüste oder in anderen porösen Gesteinsschichten. Andere gehen nach der Mündung unter dem Meer noch als Flussrinne (bekannteste Kongo-Rinne) weiter. Bisweilen bilden Flüsse Staatsgrenzen. Oftmals durchfließen Flüsse mehrere Staaten.
Man unterscheidet hinsichtlich des zeitlichen Bestehens perennierende (beständige, ausdauernde), episodische (manchmal, in unregelmäßigen Abständen) und periodische (manchmal, in regelmäßigen Abständen) Flüsse.
Stürzt ein Fluss über eine Felskante hinab, so bildet sich dabei ein Wasserfall oder eine Kaskade.
Ein Fluss wird in vier Regionen aufgeteilt (siehe Flussregionen).
Flora, Fauna und menschliche Nutzung
Die meisten Flüsse führen Süßwasser und sind somit der Lebensraum einer besonderen Süßwasserflora und -fauna.
Wirtschaftlich werden Flüsse vor allem für den Transport (siehe auch: Transportweg), zur Trinkwassergewinnung, zur Elektrizitätserzeugung in Laufkraftwerken und zur Kühlung von konventionellen und nuklearen Elektrizitätswerken genutzt. Oft werden sie als Abwasserkanal missbraucht.
Die 10 längsten Flüsse der Erde
# 7.250 km - Amazonas: Apurimac-Ene-Tambo-Ucayali-Amazonas - (Südamerika). Länge seit Bestätigung des Río Apurímac als Quellfluss (2001).
# 6.671 km - Nil: Luvironza-Ruvuvu-Ruvusu-Kagera-Weißer Nil-Nil - (Afrika)
# 6.300 km - Cháng Jiāng - (Asien)
# 6.051 km - Mississippi-Missouri - (Nordamerika)
# 5.940 km - Jenissei-Angara-Selenga-Ider - (Asien)
# 5.410 km - Ob-Irtysch - (Asien)
# 5.052 km - Amur-Argun-Kerulen - (Asien). Der Amur-Argun-Kerulen entsteht nur in niederschlagsreichen Jahren.
# 4.845 km - Huáng Hé (Gelber Fluss) - (Asien)
# 4.500 km - Mekong - (Asien)
# 4.374 km - Kongo - (Afrika)
Weitere "Längste Flüsse" siehe: Die längsten Flüsse der Erde
Die 10 längsten Flüsse, die durch Deutschland fließen
# 2.852 km - Donau
# 1.320 km - Rhein
# 1.165 km - Elbe
# 866 km - Oder
# 545 km - Mosel
# 524 km - Main
# 510 km - Inn
# 433 km - Weser
# 413 km - Saale
# 343 km - Spree
Weitere "Deutsche Flüsse" siehe: Liste der Flüsse in Deutschland
Die 5 längsten Flüsse, die durch die Schweiz fließen
# 1.320 km - Rhein (davon 375 km in der Schweiz) - mündet in die Nordsee
# 812 km - Rhône (davon 264 km in der Schweiz) - mündet ins Mittelmeer
# 510 km - Inn (davon 104 km in der Schweiz) - mündet in die Donau
# 291 km - Aare - mündet in den Rhein
# 248 km - Ticino - mündet in den Po
Weitere Schweizer Flüsse siehe: Liste der Flüsse in der Schweiz, :Kategorie:Fluss in der Schweiz
Orografie
Blickt man von der Quelle zur Mündung, dann kann man das rechte und linke Ufer als orografisch rechtes oder linkes Ufer eindeutig festlegen.
Siehe auch
- Die längsten Flüsse der Erde
- Flussbegradigung
- Hydrologie, Limnologie
- Liste der Flüsse (weltweit), Liste der Flüsse in Deutschland, Liste der Flüsse in der Schweiz, Liste europäischer Flüsse
- Wadi
- Flussordnungszahl
- Fluss des Jahres
Kategorie:Hydrologie
Kategorie:Limnologie
Kategorie:Physische Geographie
Kategorie:Geomorphologie
Kategorie:Biotop
Kategorie:Fluss
ja:川
ko:강
ms:Sungai
simple:River
th:แม่น้ำ
zh-min-nan:Hô
Meer
Unter Meer (von lateinisch mare: Meer oder althochdeutsch meri: Sumpf, stehendes Gewässer, verwandt mit Moor) versteht man im Hochdeutschen die miteinander verbundenen Gewässer der Erde, die die Kontinente umgeben, im Gegensatz zu den auf Landflächen liegenden Binnengewässern.
Im Niederdeutschen (und ebenso im Niederländischen) sind demgegenüber die Wortbedeutungen von "Meer" und "See" vertauscht: die an Norddeutschland angrenzenden Meere heißen Nordsee und Ostsee (die See); im Landesinneren liegen dagegen das Steinhuder Meer, das Zwischenahner Meer; in den Niederlanden wurde die Zuiderzee nach ihrer Eindeichung in IJsselmeer umbenannt.
Das Meer ist eine zusammenhängende, reich gegliederte Wassermasse, die rund 71% der Erdoberfläche bedeckt. 31,7% des Weltmeeres sind 4000 - 5000 m tief. Die Meeresflora produziert ungefähr 70% des Sauerstoffes, den die Menschen einatmen.
Die Kontinente gliedern es in drei Ozeane: den Atlantischen, den Indischen und den Pazifischen Ozean. Insgesamt hat das Meer ein Volumen von 1,338 Mrd. km³ und damit einen Anteil von 96,5% am Weltwasservorkommen. Meerwasser ist wegen des hohen Salzgehaltes von rund 3,5% für den Gebrauch als Trink- und Bewässerungswasser nicht direkt geeignet. Nur 3,5% des gesamten Wasservorrates auf der Erde ist Süßwasser.
Man unterscheidet die Ozeane (Pazifischer Ozean, Atlantischer Ozean, Indischer Ozean) und deren Nebenmeere. Zu diesen gehören unter anderem
:Chinesisches Meer
:Japanisches Meer
:Karibisches Meer
:Nordsee
:Ostsee (umrandet von Skandinavien und Deutschland, Polen und Baltikum)
:Mittelmeer (zwischen Europa, Afrika und Asien)
:Schwarzes Meer (umrandet von Bulgarien, Rumänien, Ukraine, Russland, Kaukasus, Türkei)
:Rotes Meer (zwischen Asien und Afrika)
:Gelbes Meer (zwischen Korea und der Volksrepublik China)
Weil das Kaspische Meer und das Tote Meer auf einem Kontinent liegen; zählen sie weder zu den Meeren noch zu den Binnenseen; sie gelten als Seen.
Alle Meere unterliegen den Gezeitenkräften. Durch die Anziehung des Mondes entstehen Ebbe und Flut - auch Tide genannt. Den bei Ebbe freiliegenden Meeresboden nennt man Watt.
Meeresgrund
Vor der Erfindung des Echolots stellte man sich den Meeresboden als eine weitestgehend ebene Fläche vor. Später erkannte man, dass der Meeresgrund mindestens genauso gebirgig ist wie die Erdoberfläche. Unter der Wasseroberfläche gibt es Riffe, Gebirge, Erdspalten, Graben und Rinnen. Durch die Verschiebung der Erdplatten (Tektonik) kommt es zu untermeerischen Vulkanausbrüchen und Seebeben.
Salzgehalt (Salinität)
Meerwasser zeichnet sich durch einen relativ einheitlichen Salzgehalt aus, der durchschnittlich 3,5% beträgt. Erhöht ist er dort, wo die Verdunstung sehr hoch ist, wodurch relativ gesehen die Wassermenge weniger wird, während der Salzgehalt steigt. Zusätzlich steigt er, wenn wenige Zuflüsse bestehen, die das Meer mit dem Süßwasser verdünnen.
Wirtschaftliche Bedeutung
Meere sind seit jeher eine der Nahrungsquellen. Seit Jahrtausenden leben viele Menschen an den Küsten, ja ganze Inselvölker vom Fischfang im Meer. Meere sind weiterhin für den internationalen Verkehr und Warenaustausch von größter Bedeutung. Die maritimen Branchen erreichen pro Jahr einen Weltmarktumsatz von 1 200 Milliarden Euro bei stark steigender Perspektive.
Vor der Erfindung des Flugzeugs war der Transport durch Schiffe über die Meere die einzige Möglichkeit, von Europa nach Amerika oder nach Australien zu gelangen. Auch die meisten in den Ozeanen gelegenen Inseln, wie z.B. Madagaskar, und Inselgruppen, wie z.B. die Kanarischen Inseln, waren nur auf dem Meerweg zu erreichen.
Da der Transport per Luftfracht viel teurer ist als per Schiff, ist der Warentransport über die Meere für Massengüter nach wie vor die erste Wahl. Nach dem Gewicht werden weiterhin 92% aller Güter im Welthandel - 5,7 Milliarden Tonnen jährlich - über den Seeweg transportiert.
In den letzten Jahrzehnten wurden Ideen zur Erzeugung elektrischen Stromes in den Meeren entwickelt und in den letzten Jahren auch vermehrt umgesetzt. (Windkraft, Gezeitenkraftwerk, Osmosekraftwerk ...)
Gefahren des Meeres
Das Meer hält für den Schiffsverkehr und für die Küstenstaaten einige Gefahren bereit. So können z. B. Untiefen, Riffe und Klippen, aber auch Sturmfluten für Schiffe gefährlich werden. Wattwanderer und Badende sollten auf Ebbe und Flut sowie auf starke Strömungen achten. Küstenländer können von Sturmfluten und Springfluten bedroht sein. Seebeben und Meteoriteneinschläge können riesige Schwerewellen auslösen, die Tsunamis.
Verwandte Themen
Wasserhalbkugel, Salinität, Liste der Meere
Siehe auch
- Meeresboden
- Meereskunde
- Meerestief
- Meerestiefe
- Nebenmeer (= Oberbegriff für):
- Binnenmeer
- Binnensee
- Mittelmeer
- Randmeer
- Ozean
- Ozeanografie
- Tiefseebecken
- Tiefseerinne
- Schwelle
- Weltmeer
- [http://www.meercam.com/ Webcams am Meer]
Kategorie:Ozeanologie
ja:海
ko:바다
ms:Laut
simple:Sea
zh-min-nan:Hái
UrwaldEin Urwald ist ein naturbelassener, das heißt ohne forstwirtschaftliche oder andere das ökologische Gleichgewicht berührende menschliche Eingriffe gewachsener Wald. In Deutschland gibt es solche gänzlich unberührten Waldgebiete nicht mehr, urwaldähnlich sind u.a. der Buchenwald auf dem Hainich in Thüringen und im hessischen Kellerwald sowie der Kiefern-Buchen-Mischwald auf der Halbinsel Darß in Mecklenburg-Vorpommern.
Mecklenburg-Vorpommern von der Velika Jastrebica im Gletschertal Dobri do stehen 45 m hohe Buchen]]
Die erheblich zerstreuten Urwaldrelikte in Deutschland nehmen eine Gesamtfläche von 14.500 ha ein (1,3% der Waldfläche). 46,5% davon sind Bergfichtenwälder - vermutlich der zusammenhängendste Teil; 23,3% Bergmischwälder aus Tanne, Fichte, Buche; 13,1% reine Buchenwaldgesellschaften; 2,8% Buchen-Eichen-Waldgesellschaften (die ursprünglich im Flach- und Hügelland die vorherrschenden - in Konkurrenz zur menschlichen Besiedelung); 4,8% Eichenwald-Vegetationsgesellschaften (inkl. Auwälder aus Weichlaubbaumarten und Erlenbrüchen - erst nach Flussregulierung/Entwässerung siedlungstauglich).
Der letzte wirklich großflächige, über Relikte hinausgehende Urwald der potentiell natürlichen Waldgesellschaft für weite Teile Europas findet sich am östlichen Rande des Buchenareals zwischen Elburs-Gebirge und Kaspischem Meer: 300.000 ha von 2.000.000 ha im Iran wurden noch 1998 als "unberührt" bezeichnet. Außerdem gelten noch große Teile der Dinarischen Bergwälder als Urwälder unter denen die Nationalparke Perucica in Bosnien sowie Biogradska gora Montenegro, mit bis zu 63 m hohen Fichten und 60 m hohen Tannen auch die höchsten Bäume in Europa bergen. Ein weiteres bedeutendes Urwaldgebiet findet sich zudem im mediterranen Orjen wo auch seltene Waldgesellschaften wie der Dinarische Karst-Blockhalden-Tannenwald sowie Schlangenhaut-Kiefer-Felswälder auftreten.
Ein weiterer urwaldähnlicher Wald in Europa befindet sich im Białowieża-Nationalpark zwischen Polen und Weißrussland und im Naturschutzgebiet Fiby in der Nähe von Uppsala in Schweden.
Größere, weitgehend unberührte Urwaldgebiete gibt es noch in Teilen Kanadas und Sibiriens (Taiga) sowie in Teilen der immerfeuchten Tropen (Tropischer Regenwald).
Umgangssprachlich versteht man unter Urwald auch den Tropischen Regenwald.
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Siehe auch: Borealer Nadelwald
Kategorie:Wald
HügellandAls Hügelland wird eine Form der Landschaft bezeichnet, deren Oberflächenstruktur zwischen der von Flachland (Ebenen, Niederterrassen) und jener des Mittelgebirges liegt. Entscheidend ist aber nicht die (absolute) Höhe über dem Meeresspiegel, sondern die relative Höhe zur Umgebung.
Der Begriff "Hügelland(schaft)" ist aber nicht eindeutig definiert; so wird man ihn in den Ebenen Norddeutschlands, Polens oder Ungarns bereits in wiederkehrenden Hügeln von 50 Meter Höhendifferenz sehen, während im Alpenvorland oder in den Voralpen mindestens 100-200 Meter anzusetzen sind.
Struktur: kleinräumig und zufällig
Eine Hügellandschaft hat strukturell- geomorphologisch einen merklichen Anteil an "zufälligen" Komponenten:
- sie ist topografisch nicht so klar gegliedert wie Landrücken oder gar Berglandschaften,
- was an der meist unregelmäßiger angreifenden Erosion liegt (die Exposition der Hänge streut über alle Himmelsrichtungen) und
- kaum parallele Gewässerläufe wie im Gebirge erzeugt.
- Die Siedlungen können in der Niederung oder auf den Anhöhen sein (Sonnenlage im Winter, windabgewandt (Leeseite), früher auch bessere Verteidigung);
- ebenso unterschiedlich können die Ackerflächen liegen - je nach Bodentyp, lokalem Klima und Grundwasser.
- Die Entstehung von Hügeln hat oft andere geologische Ursachen als bei Bergen:
Gebirge entstehen durch Faltung entlang von tektonischen Schwäche- oder Störungslinien, denen dann auch die Flüsse folgen. Dadurch ergibt sich ein paralleles Grundmuster, das durch die Erosion noch regelmäßiger werden kann. Diese Eigenschaften hat ein Hügelland kaum.
Wenn sich eine "sanfte Hügellandschaft" für die Landwirtschaft eignet, wird ihr kleinräumiger Charakter noch zusätzlich verstärkt: es kann eine bunte Abfolge von Mischwald und offenen Flächen entstehen (Wiesen, Ackerflächen, Obstbau, der entlang der Wege und Böschungen durch Hecken gegliedert ist. Mischwälder, Hecken, Gewässer, Streusiedlungen usw. entstehen, die aus der Luft einem Mosaik ähneln.
Verschiedene Entstehungsprozesse
Die Entstehung von Hügeln und der dadurch geprägte Landschaftstyp hat hingegen vielfältigere Ursachen – unter anderem:
- durch Erosion kleinerer Berge
- aus labilen Hängen durch Erdrutsche und Sackungen
- durch Wind - z.B. in der Eiszeit (siehe Löss)
- durch vegetationsbedingte Ablagerung von Sand oder Staub
- durch fluviatile Schotter und Erosion von Flussterrassen
- durch Gletscher - aus Moränen oder im Vorland als Seenplatte
- durch Vulkanismus und Erdbeben
- durch Asteroiden der Vorzeit
- durch menschliche Aktivität - z.B. Abraumhalden, Deponien, Siedlungshügel
- als Freizeit-Landschaft - z.B. Golfplatz,
- ...PARK
Einige Landschaften mit Hügelregionen (Mitteleuropa)
- Deutschland:
- Aachener Hügelland, Münsterland und Beckumer Berge, Lüneburger Heide
- Mecklenburgische Schweiz, Feldberger Seenlandschaft
- Rheinhessen, Alzeyer Hügelland
- Nordsachsen, mittelsächsisches Hügelland, Fläming, Niederlausitz
- Oberschwaben, Kraichgau, Jagst-Ries
- Steigerwald, Mittelfranken
- Polen und Ostgebiete:
- Pommersche Seenplatte, Preußischer-, Baltischer Landrücken
- Niederschlesien, Region Lodz
- Österreich:
- OÖ: Innviertel, Hausruckviertel
- NÖ: teilweise Mostviertel; Weinviertel, Wienerwaldsee
- Oststeirisches Hügelland, südl.Burgenland, SE-Kärnten
- Schweiz: Freiburger Hügelland, teilweise Jura
- Schweizer Mittelland, Napf
- Ungarn, Rumänien, Serbien
- Göcsej, Raabtal, Balaton-Süd; Budaer Berge, Zemplin
- Slawonien, Batschka, Banat, Siebenbürgen, Dobrudscha
- Physische Geografie, Geologie:
- Gelände, Landschaftspflege, Rumpflandschaft
- Flysch, Molasse, Hochterrasse, Seenplatte
- Hügelgrab, Großmugel, Mugel, Mügeln
- Hochterrasse, Windenergie
- Landschafts-Verzeichnisse:
- Landschaften in Baden-Württemberg
- Liste der Landschaften in Nordrhein-Westfalen
- Liste der Landschaften in Rheinland-Pfalz
- Liste der Landschaften in Sachsen
- Moskauer Höhenrücken,
- [http://huegelland.tripod.com/inhalt.htm Rheinhessisches Hügelland]
- [http://www.huegelland.at/profil.html Hügelland östlich von] Graz-Genussregion
- [http://www.rkk.hu/bacs/dunamente_e.html Along the Danube], Dunamente
Kategorie:Physische Geographie
Kategorie:Geologie
Kategorie:Geomorphologie
LängengradDie Geografische Länge, λ, international mit long. (longitude = engl., frz. etc. „Länge“) abgekürzt, beschreibt eine der beiden Koordinaten eines Ortes auf der Erdoberfläche, und zwar seine Position östlich oder westlich einer definierten (künstlich festgelegten) Nord-Süd-Linie, des Nullmeridians. Sie wurde früher als Längengrad bezeichnet.
Für die Begriffsbildung wird die Gestalt der Erde zu einer Kugel vereinfacht. Die geografische Länge ist ein Winkel, der ausgehend vom Nullmeridian (0°) bis 180° in östlicher und 180° in westlicher Richtung gemessen wird. Der Scheitel dieses Winkels ist der Mittelpunkt der gedachten Erdkugel, die Schenkel gehen vom Mittelpunkt aus durch den Nullmeridian bzw. den Meridian, auf dem der Ort liegt, dessen geografische Länge angegeben werden soll.
Beispiele
- Koordinaten von München: ca. 48° 9' Nord (Breitengrad), 11° 35' Ost (Längengrad)
- San Francisco: ca. 37° Nord, 122° West
Orte mit derselben Länge liegen auf einem Meridian. Ein Meridian verläuft von Pol zu Pol und ist die Hälfte eines Längenkreises. Auf der Erdkugel ist ein Längenkreis (bestehend aus zwei einander gegenüberliegeneden Meridianen) ein Großkreis.
Zur Bestimmung eines Punktes auf der Erdoberfläche - zur Angabe seiner geografischen Lage - wird zusätzlich die Angabe seiner geografischen Breite (früher: seines „Breitengrades“) als zweite Koordinate benötigt.
Orts- und Zeitfestlegung
Nullmeridian
Da es für die Meridiane (oder Längenkreise) keine natürliche Nullmarke gibt, wie der Äquator sie für die Breitenmessung darstellt, muss ein Nullmeridian definiert werden. Erst 1884 wurde dafür weltweit einheitlich derjenige Meridian festgelegt, auf dem sich die Mittelachse eines bestimmten Teleskops des Observatorium von Greenwich (London) befindet (siehe Historisches).
Die geografische Länge wird als Winkelabstand in Grad, (Bogen-) Minuten und Sekunden vom Nullmeridian nach Ost (E) oder West (W) angegeben.
:Anmerkung: Die Abkürzung E für Ost wird beispielsweise von der für Nautik und Flugnavigation maßgeblichen DIN-Norm empfohlen, um Fehler durch Verwechslung von O mit 0 von vornherein auszuschließen.
Der größte mögliche Zahlenwert ist also 180 Grad, wobei 180°E = 180°W. Annähernd entlang dieses Längengrades, allerdings mit erheblichen Abweichungen, verläuft im Pazifik die von den betroffenen Ländern festgelegte Datumsgrenze.
Schreibweisen der Zahlenwerte
Der Abstand zwischen zwei Längenkreisen ist am Äquator am größten. Dort entspricht ein Grad Abweichung einer Entfernung von ca. 111 km (40000 km/360 entspricht ca. 60 Seemeilen). An den Polen hingegen fallen alle Längengrade in einem Punkt zusammen.
Die Beschränkung der Längenangabe auf ganzzahlig viele Grad wäre also für Positionsangaben fast überall (ausgenommen in unmittelbarer Polnähe) zu ungenau (eben deshalb ist ja der Begriff Längengrad veraltet). Genauere Angaben der geografischen Länge können folgendermaßen gestaltet werden:
- in der Winkeleinheit Grad in Dezimalschreibweise (z. B. 66,34°)
- in Minuten und Sekunden (im gleichen Beispiel 66° 20' 24"). 66° 20' 24" ist eine Kurzschreibweise für folgende Summe dreier Winkel 66° + 20' + 24". Diese Pluszeichen werden weggelassen. Die Summanden werden dabei so gewählt, dass die Zahlenwerte vor Minute und Sekunde kleiner als 60 sind.- Eine Sekunde geografischer Länge entspricht am Äquator einer Strecke von rund 31 Metern, in Mitteleuropa (auf 50° N geografischer Breite) etwa 20 Metern.
- In der Nautik wird bei der Angabe geografischer Koordinaten heutzutage die Winkeleinheit Sekunde vermieden, so dass aus obigem Beispiel wird: 66° 20' 24" = 66° 20,4'. Noch genauere Positionsangaben, wie sie z. B. in der Satellitennavigation erzielt werden, schlagen sich in weiteren Nachkommastellen nieder.
- Wegen der Erdrotation, 360° in 24 Stunden, kann die geografische Länge auch als Zeit ausgedrückt werden. Der Ortsstundenwinkel wird in der Astronavigation genutzt.
Zeit
Aufgrund der Erdrotation ist die Ortszeit auf verschiedenen Längengraden unterschiedlich. Der Zeitunterschied zum Nullmeridian beträgt eine Stunde pro 15° Längenunterschied. Daraus ergeben sich Zeitzonen.
Historisches
Der griechische Astronom und Mathematiker Hipparchos (ca. 190–120 v. Chr.) teilte die Erde in ost-westlicher Richtung erstmals in 360 Grad.
Das Bezugssystem der Längengrade war lange Zeit uneinheitlich. Je nach Nation bezogen sich Koordinatennetze auf Nullmeridiane in London, Paris, St.Petersburg, Ferro (Hierro, auf den Kanaren, 17° 40'W). Erst auf der Internationalen Meridiankonferenz, Washington 1884, wurde Greenwich bei London weltweit festgelegt, unter anderem, weil britische Seekarten bereits längst weltweit genutzt wurden.
Längenproblem
Während die geografische Breite durch Messung von Vertikalwinkeln der Sonne oder des Polarsterns relativ einfach bestimmbar ist, gestaltete sich die Bestimmung der aktuellen geografischen Länge mit ähnlicher Genauigkeit über lange Zeit extrem schwierig. Das für die Seenavigation bedeutsame Längenproblem wurde erst Ende des 18. Jahrhunderts gelöst, dazu sind wegen der Wetterunabhängigkeit auch auf See sehr genau gehende Uhren notwendig, auch ohne Strom.
Literatur
- Dava Sobel: Längengrad. Taschenbuch ISBN 3-442-72318-3 (Illustrierte Ausgabe ISBN 3827003644)
siehe auch
- Geographische Breite
- Geographische Koordinaten
Weblinks
- [http://www.arte-tv.com/de/wissen-entdeckung/abenteuer__arte/Diese_20Woche/Mission_20X/Entscheidung_20L_C3_A4ngengrad/737562.html Sender arte, Mission X - Entscheidung Längengrad]
- [http://www.ucolick.org/~sla/leapsecs/scans-meridian.html Konferenz-Protokoll von Washington 1884]
- [http://www.fallingrain.com/world/ Geographische Koordinaten für Orte auf der ganzen Welt]
Kategorie:Geodäsie
ja:経度
BreitengradDie geografische Breite φ (englisch latitude, auch deutsch abgekürzt mit Lat., lat. oder LAT) ist die im Winkelmaß angegebene nördliche oder südliche Entfernung eines Ortes (Punktes) der Erdoberfläche vom Äquator. Die Breite kann Werte von 0° (am Äquator) bis 90° (am Pol) annehmen. Nord und Süd sind dabei als Vorzeichen anzusehen.
Beispiele
Koordinaten von München: ca. 48° 9' Nord (geografische Breite), 11° 35' Ost (geografische Länge)
San Francisco: ca. 37 Grad Nord, 122 Grad West
Orte mit derselben Breite liegen auf einem Breitenkreis, auch Breitenparallel oder Parallelkreis genannt.
Zur Identifikation eines Punktes, zur Bestimmung seiner geografischen Lage, wird zusätzlich zur Breite die Angabe seiner Länge benötigt.
Unterteilung
Die geografische Breite wird in Bogengrad, -minuten und -sekunden angegeben, wobei eine Minute 60 Sekunden und ein Grad 60 Minuten entsprechen (wie in der Zeitangabe). Bei Dezimalgrad/-minuten/-sekunden kommt das Dezimalsystem zur Anwendung.
Es gibt verschiedene Methoden der Darstellung, z. B.:
# Grad, Dezimalminuten: 66° 43,2'.
# Dezimalgrad: 66,72°
# Grad, Minuten, Sekunden: 66° 43' 12"
# Grad, Minuten, Dezimalsekunden: 66° 43' 12,96"
Nur die erste Form ist in der Flugnavigation und seit Langem auch in der Nautik gebräuchlich.
Der Abstand einer Bogenminute beträgt am Äquator und auf einem Meridian eine Seemeile bzw. 1852 Meter, während der Abstand (einer Bogenminute) auf einem Breitenkreis (nördlich oder südlich des Äquators) kleiner ist.
Bei der Angabe von Ortskoordinaten ist die Breite stets zuerst anzugeben, dann erst die Länge: „B vor L, wie im Alphabet“. Ihren Grund hat diese Konvention in der Geschichte: die Breite konnte bereits Jahrhunderte vor der Länge ziemlich exakt bestimmt werden.
Ermittlung der Breite
Die Breite lässt sich sehr einfach aus dem Sonnenhöchststand bestimmen (Mittagsbreite), oder aus der Höhe kulminierender Sterne.
Auf der Nordhalbkugel der Erde gibt die Höhe des relativ hellen Polarsterns über dem Horizont ziemlich genau den Breitengrad an: Am Äquator erscheint der Polarstern am Horizont, am Nordpol steht er nahezu senkrecht am Himmel. Der Fehler, der aus dem ca. zwei-Grad-Abstand des Polarsterns vom Pol entsteht, beträgt wegen der Erddrehung zweimal täglich 0°, zweimal 2° und kann mit einfachsten Mitteln verringert werden.
Bereits die Seefahrer des 15. Jahrhunderts verstanden die Breite zur Navigation zu nutzen. Wer hingegen auf umständliche astronomische Messungen zur Bestimmung der Länge verzichten will oder (auf See) muss, braucht eine genaue Uhrzeit.
geodätische, ellipsoidische, astronomische, geozentrische Breite
Wird als Erdmodell ein Rotationsellipsoid verwendet, so enspricht die ellipsoidische Breite dem Winkel zwischen der Äquatorebene und der Ellipsoidnormalen. Diese Breite wird auch geodätische Breite genannt.
Mit astronomischer Breite bezeichnen Geodäten den Winkel zwischen der tatsächlichen Lotrichtung und der Äquatorebene.
Lotrichtung und Ellipsoidnormale verlaufen in der Regel nicht durch den Erdmittelpunkt.
Die Richtung zum Erdmittelpunkt wird durch die Geozentrische Breite ausgedrückt.
Siehe auch
Navigation, Konfluenzpunkt
Weblinks
- http://www.explorermagazin.de/gps/gpsbas1.jpg
Kategorie:Geodäsie
Kategorie:Nautik
ja:緯度
Wiener Kongress
Der Wiener Kongress (18. September 1814 bis 9. Juni 1815) war eine Konferenz aller politischen Mächte Europas, die sich anlässlich der Niederlage des napoleonischen Frankreichs im vorangegangenen Frühjahr zur Neuzeichnung der politischen Landkarte des Kontinentes im Sinne des Legitimitätsprinzips versammelte. Leiter des Kongresses war Fürst von Metternich.
Er wird als Beginn der metternichschen Restauration angesehen.
Die Verhandlungen wurden auch fortgeführt, als Exkaiser Napoleon I. aus dem Exil zurückkehrte und seine Macht in Frankreich im März 1815 wiederherstellte. Die Schlussakte des Kongresses wurde neun Tage vor Napoleons endgültiger Niederlage bei Waterloo unterzeichnet.
Wichtigste Teilnehmer des Kongresses waren Fürst von Metternich für Österreich, der preußische Fürst von Hardenberg und Zar Alexander I. von Russland, die sich zur so genannten Heiligen Allianz zusammenschlossen sowie Viscount Castlereagh für England und Talleyrand für Frankreich.
Hauptresultate des Kongresses
- Frankreich gibt seine von 1795-1810 annektierten Gebiete zurück, bleibt aber Großmacht in den Grenzen von 1792.
- Russland vergrößert sein Territorium auf Kosten von Polen. Große Teile des von Napoléon I. beherrschten polnischen Gebietes hatte der Zar dem Herzogtum von Warschau als "Königreich von Polen" ("Kongresspolen") einverleibt. Galizien geht an Österreich, mit Ausnahme der Republik Krakau.
- Preußen verzichtet auf Polen, erhält jedoch das Gebiet um Posen und verschiebt seinen Bereich nach Westen. Es gewinnt Westfalen und das Rheinland.
- Die Zahl der Einzelstaaten in Deutschland wird erheblich verkleinert, ein Prozess, der bereits durch den Reichsdeputationshauptschluss 1803 eingeleitet wurde. Der lockere Deutsche Bund souveräner Staaten entsteht und verabschiedet als Grundgesetz die Deutsche Bundesakte. Sie ist auch direkter Bestandteil der Wiener Kongressakte.
- Auch Österreich erwirbt Gebiete hinzu, vornehmlich die ehemalige Republik Venedig, erobert durch Frankreich 1797. Es wird aber durch die Vergrößerung der imperialen Nachbarn eher geschwächt.
- Die früher österreichisch beherrschten südlichen Niederlande (in etwa das heutige Belgien) werden den Nordniederlanden einverleibt und bilde | | |