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Griechisch-Orthodoxer Kalender

Griechisch-Orthodoxer Kalender

Die Griechische und einige andere Orthodoxe Kirchen übernahmen 1924 mit einem Sprung vom 9. März auf den 23. März den Gregorianischen Kalender, jedoch mit einer Ausnahme bei der Regelung für Schaltjahre, die von einem serbischen Gelehrten entwickelt worden war. #Wenn die Jahreszahl ohne Rest durch 4 teilbar ist, ist das Jahr ein Schaltjahr (wie im Julianischen Kalender). #Wenn die Jahreszahl ohne Rest durch 100 teilbar ist, ist das Jahr abweichend von 1. kein Schaltjahr (wie im Gregorianischen Kalender). #Wenn die Jahreszahl geteilt durch 900 einen Rest von 200 oder 600 ergibt, ist das Jahr abweichend von 2. doch ein Schaltjahr (anders als im Gregorianischen Kalender, wo Teilbarkeit ohne Rest durch 400 das Kriterium ist). Durch diese Regelung erreicht der Kalender eine Genauigkeit von einem Tag in etwa 43.200 Jahren -- mehr ist wegen der im Detail unvorhersagbaren kleinen Änderungen der Drehgeschwindkeit der Erde (siehe Delta T), wie sie zum Beispiel durch Magmaströme im Erdinneren, oder durch Winde und Meeresströmungen entstehen können, auch kaum erreichbar. Die erste Abweichung vom Gregorianischen Kalender ergibt sich erst im Jahr 2800. Dieser in der Orthodoxie sogenannte Neo-Julianische oder kurz "Neue Kalender" war und ist innerhalb der Orthodoxie umstritten, sowohl inhaltlich als auch was die von Gegnern als "handstreichartig" beschriebene Art und Weise seiner Einführung betrifft. Nur etwa die Hälfte der Orthodoxen Kirchen hat ihn eingeführt; insbesondere die große russische Kirche blieb beim sogenannten "Alten Kalender", dem Julianischen Kalender. Ursprünglich sollte der neue Kalender auch für das Osterdatum gelten, bei diesem wichtigsten Fest der Orthodoxie entschied man sich jedoch einige Jahre später, dass die Gemeinsamkeit des Datums in allen orthodoxen Kirchen wichtiger ist als das Bestehen auf der astronomischen Richtigkeit. Daher wird für die Bestimmung der beweglichen Feste grundsätzlich der Alte Kalender verwendet. Dennoch spalteten sich eine Reihe von altkalendarischen Sekten von den Kirchen ab, die den neuen Kalender einführten. Siehe auch: Altkalendarier, Neukalendarier Kategorie:Kalender

Orthodoxe Kirchen

Orthodoxe Kirchen (von altgriechisch ορθός, richtig oder geradlinig, und δόξα, Lehre oder Verehrung - also richtige Lehre oder richtige Verehrung Gottes) - nennen sich die christlichen Kirchen des byzantinischen Ritus, die im griechischen Kulturraum entstanden oder von dorther gegründet worden sind.

Ursprünge

Die kirchlichen Traditionen und Lehren der orthodoxen Kirchen nahmen ihren Anfang im byzantinischen Reich mit seinem Zentrum Byzanz bzw. Konstantinopel. Deshalb spricht man auch von der griechischen Kirche im Gegensatz zur lateinischen Kirche bzw. römischen Kirche. Der Begriff Ostkirchen ist ebenfalls gebräuchlich, schließt aber genau genommen auch andere im östlichen Mittelmeerraum beheimatete Kirchen ein, die sich entweder theologisch und/oder liturgisch von der Orthodoxie byzantinischer Tradition unterscheiden - nämlich die katholischen unierten Kirchen, die Altorientalischen Kirchen, im Westen auch als "monophysitische" Kirchen bezeichnet, und die Assyrische Kirche des Ostens. Die letzteren Kirchen bezeichnen sich gelegentlich auch als orthodox. Bei den orthodoxen Kirchen handelt sich um eine Gruppe von Kirchen, die in Kirchenverständnis, Lehre und Kult weitgehend übereinstimmen und ein starkes Zusammengehörigkeitsgefühl haben. Sie betrachten sich nicht jeweils als Teil einer einzigen Kirche, sondern als unmittelbaren Ausdruck der Einen Kirche (siehe Absatz darunter). Bibel- und Liturgiesprache ist die jeweilige Landessprache oder eine ältere Form derselben wie etwa Altgriechisch oder Kirchenslawisch, eine alte slawische Sprachform. Außer der griechischen Tradition ist vor allem die slawische bei den orthodoxen Kirchen des byzantinischen Ritus bedeutend, da slawische Gebiete im frühen Mittelalter das Christentum besonders von Byzanz übernommen haben und sich auch später eher auf Konstantinopel als auf Rom bezogen. Eine weitere bedeutende Kulturgruppe in der Orthodoxie bilden die arabischen Christen. Die orthodoxen Kirchen sind nach der katholischen Kirche weltweit gesehen die zweitgrößte christliche Kirche. Die Bezeichnung Konfession ist ihnen eher fremd. Die Gruppe der orthodoxen Kirchen ist etwa dreimal größer als die größten einzelnen evangelischen Konfessionen. Begriffe wie griechisch-orthodox oder russisch-orthodox sollten nach Meinung einiger Autoren für die Konfession nicht verwendet werden, man sagt ja auch nicht rheinisch-evangelisch, nordelbisch-evangelisch oder deutsch-evangelisch. Diese Argumentation verkennt aber, dass die Unterschiede zwischen den einzelnen orthodoxen Ortskirchen sowohl organisatorisch als auch im Ritus wesentlich größer sind als zwischen den evangelischen Landeskirchen in Deutschland. Andererseits verstehen sich orthodoxe Christen tatsächlich nicht als "russisch-orthodox" oder "bulgarisch-orthodox", auch nicht als "Teil der Einen Kirche" (da ja Jesus Christus auch nicht die Summe einzelner Teile ist, sondern eine unteilbare Einheit), sondern als unmittelbaren Ausdruck der "ganzen Einen Kirche". Das hindert sie aber nicht daran, jeweils durch Ort, nationale Zugehörigkeit Sprache und Tradition z.B. an die russische orthodoxe Kirche oder die bulgarische orthodoxe Kirche gebunden zu sein.

Bezeichnung

In den Orthodoxen Kirchen werden verschiedene Bezeichnungen verwendet, die die orthodoxe Identität ausdrücken: Orthodoxe Kirche, Orthodoxe Katholische Kirche, Östlich-orthodoxe Kirche, Ostkirche, oder Griechisch-orthodoxe Kirche (letzteres bezieht sich in diesem Fall nicht auf Griechenland sondern auf den griechischen Kulturraum, in dem die Kirche entstanden ist) oder auch Griechisch-orientalische Kirche. Die eigentliche, umfassende Bezeichnung aus Sicht der Orthodoxen Kirche selbst ist Die Eine, Heilige, Katholische und Apostolische Kirche, wie sie im Glaubensbekenntnis genannt wird.

Organisation

Beispiele für die einzelnen Organisationstypen siehe orthodoxe Kirche. Dieser Artikel ist eine Liste mit (nach Möglichkeit) allen orthodoxen Kirchen, die meist auch eigene Artikel haben, die dort verlinkt sind.

Kanonische Kirchen

Die orthodoxen Kirchen unterscheiden zwischen kanonischen und nicht-kanonischen Kirchen. Kanonische Kirchen sind autokephale und autonome Kirchen, die in voller Kommunion mit dem ökumenischen Patriarchat von Konstantinopel stehen. Nicht-kanonische Kirchen haben sich irgendwann aus theologischen oder politischen Gründen von der Kommunion mit dem ökumenischen Patriarchat oder einer kanonischen Kirche getrennt. Für die kanonischen orthodoxen Kirchen stehen nur die kanonischen orthodoxen Kirchen in der vollen apostolischen Nachfolge und daher sind nur ihre Sakramente im vollsten Sinn wirksam. Theologische Aussagen über andere Kirchen und den Heils- oder Unheilsstatus ihrer Mitglieder werden in der Orthdoxie soweit wie möglich vermieden.

Autokephale und autonome Kirchen

In der Orthodoxen Kirche wird unterschieden zwischen autokephalen Kirchen, die rechtlich und geistlich vollständig selbständig sind und ihr eigenes Oberhaupt wählen und oft noch für weitere Kirchen zuständig sind und autonomen Kirchen, die bezüglich interner Angelegenheiten bis zu einem gewissen Grad selbständig sind, aber in mancher Hinsicht von einer autokephalen Kirche abhängen. Eine autokephale Kirche kann, je nach Größe und historischer Bedeutung, den Titel Patriarchat, Erzbistum oder Metropolie tragen und wird entsprechend von einem Patriarchen, Erzbischof oder Metropoliten geleitet. An der Spitze einer autonomen Kirche steht ein Erzbischof. Die zahlreichen orthodoxen Kirchen im deutschen Sprachraum sind z. Z. jeweils der heimatlichen autokephalen Kirche oder dem ökumenischen Patriarchat unterstellt. Dies widerspricht eigentlich dem Orthodoxen Kirchenrecht, nach dem in jedem Gebiet nur eine orthodoxe Kirche existieren soll, wird aber wegen der ungewöhnlichen Situation des 20. und 21. Jahrhunderts (große Zahlen an Migranten mit Bedarf an muttersprachlicher Seelsorge) vorübergehend erduldet. Ein zweites Argument hierfür ist, dass man in einem seit alters her katholischen Gebiet keine vollgültige Parallelkirche errichten möchte, da ja (wie weiter unten erklärt wird) die Orthodoxen solches umgekehrt auch in ihren eigenen Ländern ablehnen. In der Orthodoxen Kirche sind alle Bischöfe rechtlich und geistlich gleichgestellt - ein Patriarch, Metropolit oder Erzbischof hat gegenüber einem Bischof keine höhere Autorität und keine Jurisdiktion im Gebiet eines anderen Bischofs, steht den Bischöfen seines Gebiets aber als "primus inter pares" (erster unter gleichen) vor und vertritt die Kirche nach außen. Für eine ganze Kirche bindende Entschlüsse können aber nur von der Gemeinschaft der Bischöfe an einem Konzil oder einer Synode getroffen werden. Innerhalb seines Gebiets hat jeder Bischof die geistliche Jurisdiktion.

Kirchenverständnis

Die orthodoxe Kirche versteht sich als die ursprüngliche christliche Kirche, von der sich alle übrigen Kirchen abgespalten bzw. entfernt haben sollen (so auch die von Petrus gegründete Römisch-Katholische Kirche). Von daher sieht sich die orthodoxe Kirche auch als geistliche Heimat aller Christen in ihrem Gebiet und sieht mit mehr oder weniger Befremden auf die zahlreichen evangelischen Konfessionen, insbesondere, wenn diese auf dem eigenen Gebiet Parallelkirchen eröffnen. Auch für die Errichtung von papsttreuen Parallelkirchen (Unierte Kirchen) und neuerdings von (lateinischen) katholischen Bistümern in orthodoxen Ländern herrscht wenig Verständnis. Vor allem die russisch-orthodoxe Kirche verteidigt ihr kanonisches Territorium und wirft der römisch-katholischen Kirche Proselytismus vor. Den orthodoxen Kirchen liegt an der Einheit des Christentums, fast alle von ihnen haben sich aus diesem Grund dem ökumenischen Rat der Kirchen angeschlossen und führen einen ökumenischen Dialog zwecks Annäherung vor allem mit der katholischen, den anglikanischen, und den anderen orientalischen Kirchen. Sie sind jedoch nicht bereit, sich durch Mehrheitsbeschluss nicht-traditionelle Werte und Praktiken aufzwingen zu lassen (beispielsweise von einer Priesterin geleiteter Gemeinschaftsgottesdienst, gemeinsame Eucharistie, inklusive Sprache in Liturgie, Befreiungstheologie).

Weihe und Amt

Das Sakrament der Weihe ist in drei Stufen aufgeteilt. Die erste Stufe ist das Diakonat, die zweite das Priestertum und die dritte die des Bischofs. Die Weihe können nur Männer empfangen. Nur die Bischöfe, die meist (fast immer) zugleich auch Mönche sind, sind zum Zölibat verpflichtet. Allerdings sind auch die Bischöfe oft nicht ursprünglich aus dem unverheirateten Klerus, denn es werden häufig verwitwete Priester zum Bischof geweiht. Priester und Diakone dürfen verheiratet sein, allerdings nicht nach der Priesterweihe heiraten. Wenn sie verwitwen oder sich von ihrer Frau trennen, müssen sie unverheiratet bleiben. Neben dem Weihesakrament kennen die orthodoxen Kirchen auch die sogenannten Niederen Weihen zum Lektorat und Subdiakonat (Hypodiakon). Die Ämter sind in eine kirchliche Hierarchie eingebunden: An der Spitze steht der Patriarch, Erzbischof oder Metropolit als primus inter pares unter den Bischöfen, dann kommen Bischof (griech. επίσκοπος episkopos, eigentlich Aufseher oder Vorarbeiter), Priester (griech. πρεσβύτερος presbyteros, eigentl. Ältester), und Diakon (griech. διάκονος diakonos, eigentl. Helfer oder Tischdiener). Subdiakon, Vorleser, Sänger und Türhüter sind weitere Ämter ohne sakramentale Weihe und ohne Altardienst, die ihren Ursprung in der frühchristlichen Liturgie haben, heute aber zum Teil andere Funktionen haben als die Namen nahelegen. Ebenfalls in die Gruppe der Ämter ohne Weihe gehören die Diakonissen, die hauptsächlich für die Vorbereitung und Assistenz bei der Taufe von Frauen zuständig waren – es galt als ungehörig, wenn ein männlicher Priester eine Frau bei der Taufe im Wasser berührte. Das Diakonissenamt wurde aber mit der Abnahme der Erwachsenentaufen immer unbedeutender, so dass es nach dem Ende des byzantinischen Reiches schließlich komplett verschwand; in einigen orthodoxen Kirchen wird heute über die Wiedereinführung diskutiert, bisher jedoch ohne konkrete Ergebnisse. Die Diakonissen leisteten niemals Altardienst und waren somit keine "weiblichen Diakone". Im Gegensatz zu westlichen Kirchen sind in der orthodoxen Kirche traditionell die meisten Theologen, in deren Hand auch ein großer Teil der Lehre liegt, Laien und nicht Priester, und umgekehrt die Mehrzahl der Priester keine Theologen; die Priesterausbildung ist meist kurz und praxisorientiert, sie findet nicht an Universitäten statt. Sozialdienste gelten ebenfalls als Aufgabe vor allem der Laien, in mehrheitlich Orthodoxen Ländern auch als Aufgabe des Staates – nicht als Aufgabe der kirchlichen Hierarchie, deren Aufgabe vor allem die Durchführung von Gottesdiensten ist. Auch die Mönche sind nur selten Priester, die meisten sind Laien. Orden im westlichen Sinne gibt es in der Orthodoxie nicht, sondern jedes einzelne Kloster ist sozusagen ein eigener Orden. Allerdings gibt es oft eine informelle Zusammenarbeit zwischen Klostern mit ähnlicher geistlicher Orientierung und gemeinsamer Gründungstradition. Es gibt keine Frauenordination und keinen Altardienst für Frauen. Die Ehefrau des Priesters hat eine Sonderstellung in der Gemeinde und einen speziellen Titel, arabisch Khouria und griechisch πρεσβυτέρα, Presbytera (Älteste), oder russisch Matuschka (Mama). Vom Altardienst abgesehen können Frauen prinzipiell sämtliche Funktionen in der Gemeinde ausüben, zum Beispiel Kirchenrat, Chor leiten, Lektorendienst, Unterricht erteilen (auch für Erwachsene), Ikonen malen – je nach lokaler Kultur ist die Beteiligung der Frauen am Gemeindeleben jedoch unterschiedlich.

Spiritualität

Theologie

Die Theologie der Orthodoxen Kirchen ähnelt in vieler Hinsicht derjenigen der Römisch-Katholischen Kirche, im Detail gibt es allerdings diverse kleine Unterschiede. Ein wichtiger Unterschied in der Mentalität ergibt sich daraus, dass im Westen fast alle der wenigen, dafür aber herausragenden und prägenden frühen Kirchenväter und Theologen beruflich Rechtsanwälte und/oder Staatsbeamte des römischen Reiches waren, und das rechtliche Denken in der römischen Gesellschaft tief verankert war. Dadurch denkt die westliche Theologie oft in Kategorien des Rechts, wie beispielsweise Strafe und Gnade. In der östlichen Kirche war dies so nicht der Fall; sie hatte eine größere Anzahl von frühen "Vätern" recht unterschiedlicher ethnischer, sozialer und beruflicher Herkuft, die je einzeln betrachtet jedoch deutlich weniger bemerkenswert und prägend waren als die westlichen. Die östliche Theologie neigt dazu, in medizinischen Kategorien zu denken, wie beispielsweise Krankheit und Heilung. Ein weiterer Hauptunterschied ist vermutlich, dass die Orthodoxen insgesamt eine weniger positive Sicht der heidnischen griechischen Philosophie haben – vor allem fehlt die im Katholizismus sehr verbreitete Hochschätzung des Aristoteles – und somit auch deren Denkweise weniger als ein geeignetes Vehikel der christlichen Theologie sehen als die Katholiken. Demgegenüber werden das Erbe Israels und die direkte spirituelle Erfahrung stärker betont. Daraus ergibt sich, dass viele Bereiche der Theologie bewusst im Vagen gelassen werden; beispielsweise wird bei der Eucharistie zwar eine "Veränderung" der Elemente bekannt, der Begriff der Transsubstantiation aber abgelehnt, und auch die Marienlehre ist in der Orthodoxie zwar in der Liturgie klar vorhanden, aber kaum formell dogmatisiert. Die von den Orthodoxen Kirchen benutzen Bibeln enthalten im alten Testament einen umfangreicheren Schriftenkanon. Neben den auch von der römisch-katholischen Kirche anerkannten Spätschriften des Alten Testaments werden im allgemeinen auch das 3. Buch Esra (1 Esdras), das 3. Buch der Makkabäer und der 151. Psalm als voll kanonisch betrachtet; das 4. Buch der Makkabäer erscheint oft als Anhang, das 4. Buch Esra (2 Esdras, Esra-Apokalypse) nur teilweise in den slawischen Kirchen.

Sakramente

Die orthodoxen Kirchen kennen sieben Sakramente oder richtiger Mysterien: Taufe, Myronsalbung (die unmittelbar auf die Taufe folgt, aber im übrigen der westlichen Firmung oder Konfirmation entspricht), Eucharistie (wird das erste mal ebenfalls schon unmittelbar nach der Taufe empfangen), Buße, Weihe, Ehe und Krankensalbung. Die Siebenzahl wurde erst um die Reformationszeit von der katholischen Kirche übernommen, um sich von protestantisierenden Tendenzen abzugrenzen, und ist nicht dogmatisch festgelegt; eine klare Abgrenzung zwischen Sakramenten und Sakramentalien (wie beispielsweise Begräbnis und Wasserweihe) gibt es im Gegensatz zur katholischen Kirche nicht. Da Salbung und erste Eucharistie ja schon von Kleinkindern empfangen werden, hat die orthodoxe Kirche im Gegensatz zu den meisten Religionen der Welt kein allgemeines Ritual, welches den Übergang vom Kind zum Erwachsenen feiert; es gibt aber viele lokale Traditionen dieser Art, in Teilen Griechenlands, Serbiens und Bulgariens etwa das Tauchen und Heraufholen eines Kreuzes aus einem eiskalten Fluss durch Jugendliche am Tag der Taufe Christi, dem Theophaniefest am 6. Januar.

Byzantinische Liturgie

Der Mittelpunkt der orthodoxen Spiritualität steht die reiche, hauptsächlich gesungene Liturgie voller Symbolik, deren heutige Form großteils bis ins vierte Jahrhundert zurückgeht, in ihrer Grundstruktur wohl sogar bis ins erste und zweite Jahrhundert. Die Form des ersten Teils der Liturgie, die so genannte Liturgie der Katechumenen mit Gebeten und Bibellesungen, geht auf den jüdischen Synagogengottesdienst zurück, wie er zur Zeit Jesu üblich war, während der zweite Teil, die Liturgie der Gläubigen mit der Eucharistiefeier, rein christlichen Ursprungs ist. Die Namen beziehen sich darauf, dass früher alle noch nicht getauften Glaubensanwärter nach dem ersten Teil die Kirche verlassen mussten. Die ursprüngliche Liturgie dauerte fünf Stunden, die Basilius-Liturgie dauert etwa zweieinhalb, die Chrysostomos-Liturgie ab dem 11. Jahrhundert etwa eineinhalb Stunden. An den meisten Sonntagen wird die Chrysostomos-Liturgie gefeiert, an hohen Feiertagen die Basilius-Liturgie. Daneben gibt es noch die "Liturgie der vorgeweihten Gaben", die an den Werktagen der Fastenzeit gefeiert wird, und die Jakobus-Liturgie, die nur im Patriarchat Jerusalem einmal im Jahr am Namenstag des Jakobus gefeiert wird. Alle orthodoxen Liturgien benötigen zur vollen Feier neben dem Priester (oder Bischof) noch einen Diakon. Dieser assistiert dem Priester, und die Struktur des abwechselnden gegenseitigen Ansprechens dient beiden als Gedächtnisstütze. Notfalls können die Liturgien aber auch in einer vereinfachten Form ohne Diakon gefeiert werden. Mit Orthros (entspricht der Terz und Sext der Katholiken) und weiteren Gebeten ist der Gottesdienst auch an normalen Sonntagen reichlich drei Stunden lang - wobei nicht alle von Anfang bis Ende dabei sind, späteres Erscheinen und früheres Verlassen des Gottesdienstes sind relativ normal. Typisch ist der häufige Anruf Kyrie eleison (Κύριε ἐλέησον, Herr, erbarme dich). Besonderen Stellenwert in russisch-orthodoxen Liturgie haben die Gesänge. Sie werden als Gebete verstanden und sollen deshalb nur von menschlichen Stimmen "produziert" werden. Der Gebrauch von Instrumenten ist demzufolge in russisch-orthodoxen Kirchen nicht gestattet, weil Instrumente nicht beten können. Auch in anderen orthodoxen Kirchen ist Instrumentalmusik unüblich. Eine andere Theorie für diese Abneigung gegen Instrumentalmusik geht auf die bei den römischen Zirkusspielen üblichen Orchester zurück; die Christen betrachteten die Zirkusspiele, in denen sie teilweise selbst die Opfer waren, als Götzenkult. Jedoch haben diese Anschauungen historisch variiert. Die weltweit erste Orgel im heutigen Sinne wurde zum Beispiel im Spätmittelalter in der Hagia Sophia von Konstantinopel installiert; beim Fall der Stadt wurde sie zerstört. In der orthodoxen Liturgie bekreuzigt man sich jedes Mal, wenn die Trinität erwähnt wird, wenn das Kreuz oder eine Ikone verehrt wird, beim Segen, und bei unzähligen weiteren Gelegenheiten, die aber nicht genau geregelt sind und von verschieden Gläubigen recht unterschiedlich gehandhabt werden. Man bekreuzigt sich mit recht ausladender Bewegung und von rechts nach links (Stirn, Brust, rechte Schulter, linke Schulter), umgekehrt wie in der katholischen Kirche. Beim Bekreuzigen werden Daumen, Zeigefinger und Mittelfinger zusammengehalten (drei Finger - Trinität), während Ringfinger und kleiner Finger an der Handfläche sind (zwei Finger - die zwei Naturen Christi, in die Handfläche - kommen herab zur Erde). In manchen orthodoxen Kirchen folgt der Bekreuzigung grundsätzlich noch eine Verbeugung. Gebetet wird prinzipiell stehend, auch in den Gottesdiensten wird meistens gestanden; viele Kirchen haben nur Bestuhlung entlang den Wänden für Alte und Schwache. Knien ist in der sonntäglichen Liturgie nicht üblich und gilt sogar als unangemessen, da der Sonntag an die Auferstehung erinnern soll; an anderen Wochentagen gibt es in manchen Kirchen Niederwerfungen (Metanie) ähnlich wie im Islam, der diese Gebetshaltung vermutlich von den Ostkirchen übernommen hat. Besucher in russisch-orthodoxen Kirchen sollten nicht die Hände auf den Rücken legen. Das war die übliche Haltung der KGB-Agenten, die den Gottesdienst überwachten, und gilt bis heute als verletzend.

Feste und Kalender

Das Hauptfest der Orthodoxie ist das Osterfest (gewöhnlich nach jüdischem Vorbild Pascha oder Passah genannt), welches in der orthodoxen Kultur eine ähnlich zentrale Stellung hat wie Weihnachten im Westen. Das Osterfest wird in allen orthodoxen Kirchen (mit Ausnahme der Finnischen Kirche) nach dem Julianischen Kalender berechnet und kann daher eine, vier, oder fünf Wochen nach dem westlichen Ostern sein. Das Kirchenjahr der Orthodoxie beginnt am 1. September; an diesem Tag begann im Byzantinischen Reich auch die neue Indiktion, was etwa dem heutigen fiskalischen Jahr entspricht. An zweiter Stelle nach dem Oster- beziehungsweise Passahfest stehen die untereinander gleichrangigen so genannten "Zwölf Feste":
- Geburt der Gottesgebärerin (entspr. Mariä Geburt) 8. September
- Kreuzerhöhung (ehemals eine Art Nationalfeiertag des byzantinischen Reiches, gewidmet der Verehrung des Kreuzes Christi) 14. September
- Darstellung der Gottesgebärerin im Tempel 21. November
- Weihnachten 25. Dezember
- Taufe Christi oder Theophanie (entspr. Epiphanias oder Dreikönigstag) 6. Januar
- Begegnung Christi (Luk. 2,22-39)(entspr. Mariä Lichtmeß) 2. Februar
- Verkündigung der Geburt Christi (Luk. 1,26-38) (enstpr. Mariä Verkündigung) 25. März
- Einzug Christi in Jerusalem (entspr. Palmsonntag)
- Himmelfahrt Christi
- Pfingsten
- Verklärung Christi (Matth. 17, 1-13) 6. August
- Entschlafung der Gottesgebärerin (entspr. Mariä Himmelfahrt, allerdings ist die eigentliche Himmelfahrt kein Dogma in der orthodoxen Kirche) 15. August Während die beweglichen Feste (wie beispielsweise Ostern und Pfingsten) in allen Orthodoxen Kirchen nach dem von Julius Caesar eingeführten Julianischen Kalender gefeiert werden, hat ein Teil der Kirchen in den 20er Jahren des 20sten Jahrhunderts für die festliegenden Feste (wie zum Beispiel Weihnachten und Taufe Christi) den so genannten Neo-Julianischen Kalender eingeführt, der bis zum Jahr 2800 dem westlichen Gregorianischen Kalender entsprechen wird. Andere Kirchen halten jedoch auch für diese Feste am Julianischen Kalender fest, so dass beispielsweise Weihnachten in Griechenland am 25. Dezember, in Russland jedoch erst an unserem 7. Januar (dem "alten" 25. Dezember) gefeiert wird. Diese Kalenderreform, die ziemlich spontan und ohne große Diskussion – und auch ohne vernünftige Abstimmung der Orthodoxen Kirchen untereinander – von oben herab beschlossen wurde, war im 20. Jahrhundert stark umkämpft und führte zur Abspaltung der Altkalendarier.

Liste der orthodoxen Kirchen

Kanonische Kirchen

Heute gehören zur kanonischen orthodoxen Kirchenfamilie die folgenden Kirchen, in Reihenfolge ihres historischen Rangs:
- die vier (von fünf) verbliebenen altkirchlichen Patriarchate
  - an erster Stelle stand ursprünglich Rom(-> Papst).
  - das Ökumenische Patriarchat von Konstantinopel (Sitz Istanbul), dessen eigene Kirche in der Türkei heute nur noch sehr klein ist, das aber weltweit zuständig ist für lokale Bistümer und Erzbistümer, die keinem anderen Patriarchat unterstehen, sowie für den östlichsten Teil Griechenlands um Thessaloniki und die griechischen Inseln; Liturgie gewöhnlich in altgriechischer Sprache; der Patriarch ist kein "orthodoxer Papst" und seine Macht über die Gesamt-Orthodoxie ist sehr beschränkt, er wird jedoch als Ehrenoberhaupt der orthodoxen Kirche überall anerkannt.
  - das Patriarchat von Alexandria und ganz Afrika, heutiger Sitz ist Kairo, Liturgie hauptsächlich Altgriechisch, jedoch auch einige afrikanische Sprachen;
  - das Patriarchat von Antiochia und dem ganzen Osten, heutiger Sitz ist Damaskus, die Kirchen sind hauptsächlich in Syrien, Liturgie in modernem Arabisch;
  - das Patriarchat von Jerusalem, zuständig für Israel, die Palästinensergebiete, und Jordanien, Liturgie meist Altgriechisch;
- die Patriarchate der nachkaiserlichen Zeit
  - das Patriarchat von Moskau und ganz Russland (oder: und dem ganzen Norden), Liturgie Altslawisch;
  - das Patriarchat von Serbien, Liturgie Altslawisch;
  - das Patriarchat von Rumänien, Liturgie in modernem Rumänisch;
  - das Patriarchat von Bulgarien, Liturgie Altslawisch;
  - das Patriarchat von Georgien, Liturgie Altgeorgisch;
- weitere autokephale Kirchen (bestimmen ihr Oberhaupt und ihre Bischöfe selbst)
  - das autokephale orthodoxe Erzbistum von Zypern, Liturgie Altgriechisch;
  - das autokephale orthodoxe Erzbistum von Griechenland (zuständig für den Großteil des griechischen Festlands), Liturgie Altgriechisch;
  - das autokephale orthodoxe Erzbistum von Polen
  - die autokephale orthodoxe Kirche von Albanien, Liturgie in modernem Albanisch;
  - das autokephale orthodoxe Erzbistum der tschechischen Länder und der Slowakei
  - die Orthodoxe Kirche in Amerika, deren Autokephalie von der Russisch-Orthodoxen Kirche gewährt wurde, die aber von den übrigen Autokephalen Kirchen nur als Autonom anerkannt wird. Liturgie meist in Deutsch.
- autonome Kirchen (eine andere Kirche hat Mitspracherecht bei der Bestimmung des Oberhaupts)
  - das autonome orthodoxe Erzbistum von Finnland, Liturgie Finnisch;
  - das autonome orthodoxe Erzbistum von Japan, Liturgie Japanisch;
  - das autonome orthodoxe Erzbistum des Sinai (unter 1000 Gläubige, besteht aus dem Katharinenkloster und ein paar Beduinenfamilien)
  - die autonome orthodoxe Metropolie von Estland (die Autonomie wird von der Russischen Kirche jedoch z.Z. nicht anerkannt) Alle anderen kanonischen orthodoxen Kirchen stehen unter der geistlichen Leitung einer autokephalen Kirche.

"Nichtkanonische" Kirchen und Sondergemeinschaften

Von den ihrem eigenen Selbstverständnis nach kanonischen orthodoxen (Groß- oder Haupt-)kirchen haben sich zu verschiedenen Zeiten Kirchen und Gruppen abgespalten. Diese betrachten sich als authentische Fortsetzerinnen bestimmter Traditionslinien. Dazu gehören:
- Die meisten der katholischen unierten Kirchen
- Die sich seit dem 17. Jahrhundert in Russland entwickelnden Raskolniken (Altritualisten, Altgläubige), die sich gegen die Anpassung der russischen Liturgie an die griechische wandten, und die heute durch zwei Kirchenfamilien mit bischöflich-priesterlicher Struktur (Popovtsi), sowie viele Gemeinschaften und Gemeinden der so genannten "Priesterlosen" (Bezpopovtsi) vertreten sind. Letztere glauben, dass ein gültiges Priestertum auf der Welt nicht mehr existiert, und feiern daher auch keine Eucharistie mehr.
- Die Gruppe der Exil- oder Auslandskirchen, die sich im 20. Jahrhundert von den Großkirchen der ehemaligen sozialistischen Länder lossagten. Ihnen nahestehend waren die so genannten Katakomben- oder Untergrundkirchen ("Wahre Orthodoxe"), die als illegale Kleingruppen im sozialistischen Osteuropa überlebt haben. Die größte dieser Kirchen ist die Russisch-Orthodoxe Auslandskirche. Es gibt z.Z. Bestrebungen zur Wiedervereinigung mit den Mutterkirchen, welche aber durch eine lange Tradition gegenseitiger Verurteilungen erschwert werden.
- Die von den übrigen Kirchen nicht anerkannten (nationalen) Kirchen. Von Bedeutung sind hier die autokephalen Kirchen wie die Ukrainische, die Makedonische und die (eher in Amerika verbreitete) Belarussische autokephale Kirche. 1942-1945 existierte auch Kroatische autokephale Kirche.
Zahlreiche Gläubige in Osteuropa fühlen sich mit der Ukrainischen Orthodoxe Kirche Kiewer Patriarchats verbunden (Sie ist von der oben genannten autokephalen Kirche zu unterscheiden).
Eine besondere Gruppe stellen die in den letzten zwei Jahrzehnten entstandenen Orthodoxen Gegenkirchen in Südosteuropa dar.
- Schließlich sind noch traditionalistische Gruppierungen, wie die hauptsächlich in Griechenland aktiven Altkalendarier, die sich gegen den Neo-Julianischen Kalender wenden, und modernistische Strömungen wie die pro-Bolschewistische "Lebende Kirche" im Sowjetrussland der 1920er Jahre zu nennen.
- Es gibt eine kleine Anzahl von etwa 250.000 türkischer orthodoxer Christen, die den türkmenischen und gagausischen Stämmen angehören. Diese Volksgruppen bilden zwei eigene Kirchen. Die orthodoxen Karamaner wurden durch die Türken vertrieben und nach Griechenland zwangsumsiedelt.

Ökumene

Bei den für die Orthodoxen Kirchen sehr wichtigen Bemühungen um die Einheit der christlichen Kirchen muß man zwischen den Beziehungen zur römisch-katholischen und jenen zu den Kirchen der Reformation unterscheiden. Während der Dialog mit Rom vor allem im eher politischen Bereich des kirchlichen Selbstverständnisses auf Differenzen stößt, sind es gegenüber den reformatorischen Kirchen vor allem theologische Unstimmigkeiten, etwa um das Verständnis der Sakramente. Gegenüber der Römischen Kirche gibt es auf den ersten Blick viele Gemeinsamkeiten: Orthodoxe und Römisch-katholische haben dieselben apostolischen Glaubensbekenntnisse, dieselben Sakramente und dieselben geweihten Ämter. Kulturelle und theologische Unterschiede zwischen Ostkirche und Westkirche gab es aber praktisch von Anfang an, aber ab der Mitte des ersten Jahrtausends führte ein immer geringerer theologischer und kultureller Austausch zu einer getrennten Entwicklung. Die in der katholischen Theologie seit dem Mittelalter eingeführten kirchlichen Lehren, beginnend mit dem Filioque und dem päpstlichen Primat, wurden von der Orthodoxie als einseitige Neuerungen angesehen, die zu einem Bruch der Kommunion führten, als die römisch-katholische Kirche verlangte, dass diese auch in den orthodoxen Kirchen eingeführt wurden. Insbesondere auch die Dogmen des 19. und 20. Jahrhunderts – Unbefleckte Empfängnis, leibliche Aufnahme Mariens in den Himmel, und Unfehlbarkeit des Papstes gemäß Vatikanum I – haben die Kluft noch vergrößert, wohingegen sich die römische Kirche mit den Beschlüssen des II. Vatikanums der orthodoxen Kirche wieder angenähert hat. Papst Johannes Paul II. hat der katholisch-orthodoxen Ökumene oft Vorrang gegenüber der katholisch-protestantischen eingeräumt und viel zu einer Klimaverbesserung beigetragen, andererseits aber die katholischen Dogmen stets klar verteidigt. Die zweite grosse Spaltung war das morgenländische Schisma von 1054, aus dem die römisch-katholische Kirche und die östlich-orthodoxen Kirchen unter dem Ehrenprimat des Patriarchen von Konstantinopel hervorgingen. Unionsversuche, zuletzt 1439 angesichts drohenden Eroberung Konstantinopels durch die Türken, scheiterten vor allem am Widerstand der orthodoxen Gläubigen, für die nach der Eroberung von Konstantinopel im vierten Kreuzzug eine Kirchengemeinschaft mit der römisch-katholischen Kirche nicht mehr vorstellbar war. Die gegenseitigen Verurteilungen als Häretiker gelten heute als aufgehoben. 1964 hoben Papst Paul VI. und der Patriarch von Konstantinopel, Athenagoras, den gegenseitigen Kirchenbann von 1054 auf. 1967 kam es in Jerusalem zur ersten Begegnung eines Papstes und eines Patriarchen nach dem Beginn der Kirchenspaltung. Das Schisma blieb allerdings bestehen. Am 4.Mai 2001 erklärte Johannes Paul II. gegenüber griechisch-orthodoxen Christen: „Für die vergangenen und gegenwärtigen Anlässe, bei denen Söhne und Töchter der Katholischen Kirche durch Taten oder Unterlassungen gegen ihre orthodoxen Brüder und Schwestern gesündigt haben, möge der Herr uns Vergebung gewähren.“ 2004, zum 800. Jahrestag der Eroberung Konstantinopels durch die Kreuzfahrer 1204, erneuerte Papst Johannes Paul II. dieses Schuldbekenntnis. Erinnerungen an die Plünderung Konstantinopels im Vierten Kreuzzug (1204) und die polnische Herrschaft in Russland sind noch nicht verheilt und werden durch die "uniatischen Frage", das heißt mit der Existenz von katholischen Ostkirchen, sowie mit der Errichtung von katholischen Bistümern beziehungsweise Apostoloschen Administraturen auf orthodoxem Gebiet immer wieder aufgewühlt. Die Orthodoxen sehen darin eine falsche Ekklesiologie (aus ihrer Sicht kann es in einem Gebiet nur eine christliche Kirche geben), einen Versuch seitens Roms, mehr Macht zu gewinnen, und eine Missachtung ihrer eigenen Kirchen. Hilfreich sind Kontakte auf gleicher Ebene, wie die Begegnungen zwischen dem ökumenischen Patriarchen Athenagoras und Papst Paul VI. in den 1960er Jahren, oder die im Jahre 2004 erfolgte Rückgabe der bei der Plünderung von Konstantinopel geraubten Reliquien von Gregor von Nazianz und Johannes Chrysostomos von Rom nach Konstantinopel. Unklar bleibt, wie die Differenzen im kirchlichen Selbstverständnis überwunden werden können, sowie viele Streitfragen, wo die Römische Kirche sich auf philosophische Erklärungen theologischer Fragen festgelegt hat, die von den orthodoxen Kirchen abgelehnt werden. Weiter fortgeschritten ist die Annäherung zwischen den Orthodoxen Kirchen, der Anglikanischen Kommunion und den Altkatholischen Kirchen, sie wurde in den letzten Jahrzehnten allerdings belastet durch die Priesterweihe von Frauen in diesen westlichen Kirchen und andere protestantisierende Tendenzen, während die Orthodoxen an der Tradition der Priesterweihe nur für Männer festhalten. Die orthodoxen Kirchen gehören mit wenigen Ausnahmen dem Ökumenischen Rat der Kirchen (ÖRK) an; in den (relativen) Entspannungsphasen des Kalten Krieges sah man darin eine Möglichkeit zu stärkerem ost-westlichem Austausch auf nichtstaatlicher Ebene, weshalb die sozialistischen Staaten diese Mitgliedschaft befürworteten. In diesem Rahmen besteht die Möglichkeit zum Austausch mit den Kirchen der Reformation und deren Abspaltungen. Jedoch fühlten sich die verhältnismäßig wenigen orthodoxen Kirchen gegenüber den zahlreichen protestantischen Kirchen in diesem Gremium oft an den Rand gedrängt und haben daher nach dem Ende des Kommunismus eine bessere Abstimmung und ein einheitlicheres Auftreten im Rat beschlossen. Nur die georgische Kirche trat aus Protest gegen die massive protestantische Mission in Georgien ganz aus dem Rat aus. Obwohl sich die orthodoxen Kirchen als einzige Bewahrer der vollständigen apostolischen Lehre betrachten, können sie sich ausdrücklich dazu bekennen, daß die Einheit der weltweiten christlichen Kirche die Vielfalt eigenständiger Kirchen umfaßt — was ja gerade den zentralen Konflikt gegenüber dem Dialog mit Rom darstellt. Trotzdem nehmen die orthodoxen Kirchen innerhalb des ÖRK eine Sonderstellung ein, was auch in einem Sonderarbeitsbereich innerhalb des ÖRK Ausdruck findet.

Literatur


- Basdekis, Athanasios Die Orthodoxe Kirche, 2003, ISBN 3874764028 ::Aktuelle Einführung mit besonderem Gewicht auf den Kirchen in Deutschland. Allerdings enthält das Buch einige sachliche Fehler.
- Ware, Timothy The Orthodox Church, 1993, ISBN 0140146563 ::Sehr gute und genaue Einführung in englischer Sprache.
- Bryner, Erich: Die Ostkirchen vom 18. bis zum 20. Jahrhundert. Leipzig 1996. ::(Kirchengeschichte)
- Jaroslav Pelikan: The Spirit of Eastern Christendom, 1974, University of Chicago Press, ISBN 0226653730 ::Geschichtliche Entwicklung der Orthodoxen Kirchen

Siehe auch


- Ikone
- Altorientalische Kirchen, Orthodoxe Kirchen in Deutschland, Orientalische Kirchen, Morgenländisches Schisma, Unierte Kirchen, Syrisches Patriarchat von Antiochia
- Liste der Patriarchen von Konstantinopel, Liste orthodoxer Kirchen
- Byzantinischer Ritus, Liturgie

Weblinks


- [http://de.orthodoxlinks.info/ Das Verzeichnis der Orthodoxen Quellen im Internet]
- [http://www.kokid.de Kommission der Orthodoxen Kirche in Deutschland]
- [http://www.oki-regensburg.de/ostkirc1.htm Übersicht über die orthodoxen Kirchen, vom Ostkirchlichen Institut Regensburg]
- [http://www.gocanada.org/Catechism/catech.htm Catechism of the Greek Orthodox Faith]
- [http://www.orthodoxinfo.de/ Die Orthodoxe Gemeinde Hl. Symeon Stylites] ! Kategorie:Christentum in Griechenland ja:東方正教会 zh-cn:东正教

9. März

Der 9. März ist der 68. Tag des Gregorianischen Kalenders (der 69. in Schaltjahren) - somit bleiben 297 Tage bis zum Jahresende.

Ereignisse


- 1152 - Friedrich I. Barbarossa wird zum deutschen König gekrönt.
- 1847 - Im Mexikanisch-Amerikanischen Krieg dringen US-amerikanische Truppen unter General Winfield Scott nahe Vera Cruz in Mexiko ein.
- 1924 - Italien annektiert Fiume.
- 1933 - Franz Ritter von Epp wird Reichskommisar für Bayern, damit haben die Nationalsozialisten auch hier die Macht übernommen.
- 1945 - Zweiter Weltkrieg: Die USA greifen Tokyo mit B-29 Bombern (Napalm) an; 80.000 Zivilisten sterben.
- 1946 - Finnland. Juho Paasikivi wird neuer Staatspräsident.
- 1963 - Afghanistan. Rücktritt von Premierminister Mohammad Daud
- 1967 - Josef Stalins Tochter Svetlana Alliluyeva setzt sich in die USA ab.
- 1982 - Irland. Sturz der Regierung von Garret Fitzgerald.
- 1991 - Bei Demonstrationen gegen Slobodan Milošević werden zwei Menschen in Belgrad getötet.
- 1994 - Erster Kriseninterventionsdienst im Rettungsdienst nimmt im deutschsprachigen Raum seinen Dienst auf.
- 1994 - Das Bundesverfassungsgericht verkündet das sog. "Cannabis" Urteil, nachdem geringe Mengen Cannabis grundsätzlich straffrei sind
- 1996 - Dr. Jorge Fernando Branco de Sampaio wird Staatspräsident in Portugal
- 1997 - Albanien. Staatspräsident Sali Berisha bildet mit den wichtigsten Parteien eine Übergangsregierung.
- 1998 - Roman Herzog bereist als erster deutscher Bundespräsident Südafrika.
- 2000 - Griechenland. Offizieller Antrag auf Teilnahme an der Wirtschafts- und Währungsunion der EU.
- 2004 - Lettland. Indulis Emsis wird neuer Ministerpräsident
- 2004 - Der Präsident des Bundesliga-Vereins 1860 München, Karl-Heinz Wildmoser wird festgenommen. Ihm wird die Annahme von 2,8 Mio Euro Bestechungsgeld im Zusammenhang mit dem Bau des neuen Stadions in München vorgeworfen.

Kultur


- 1801 - Uraufführung des Liederspiels Frohsinn und Schwärmerey von Friedrich Heinrich Himmel an der Hofoper in Berlin.
- 1839 - Uraufführung der Oper Il Bravo von Saverio Mercadante am Teatro alla Scala di Milano in Mailand.
- 1849 - Uraufführung der komischen Oper Die lustigen Weiber von Windsor von Otto Nicolai am Königlichen Opernhaus in Berlin.
- 1861 - Uraufführung der Oper Bánk-Bán von Ferenc Erkel in Budapest.
- 1930 - Uraufführung der Oper Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny von Kurt Weill in Leipzig
- 1984 - Die Neue Staatsgalerie Stuttgart wird nach viereinhalb Jahren Bauzeit unter dem Schotten James Stirling eröffnet.

Katastrophen


- 1976 - Ein Seilbahnunglück in Cavalese, Italien, fordert 42 Todesopfer.

Sport


- Einträge im Bereich Formel 1 siehe Formel 1.
- Einträge von Leichtathletik-Weltrekorden s. u. der jeweiligen Disziplin unter Leichtathletik.
- 1984 - Tim Witherspoon gewinnt seinen Box-Weltmeistertitel im Schwergewicht gegen Greg Page im Convention Center, Las Vegas, durch einen Punktsieg

Geboren


- 1285 - Go-Nijo, 94. Kaiser von Japan
- 1451 - Amerigo Vespucci, italienischer Seefahrer und Entdecker
- 1697 - Friederike Caroline Neuber, deutsche Schauspielerin
- 1734 - Francisco Bayeu y Subías, spanischer Maler
- 1749 - Gabriel de Riqueti, comte de Mirabeau, französischer Abgeordneter
- 1750 - Johann Friedrich August Tischbein, deutscher Maler
- 1753 - Jean-Baptiste Kléber, französischer General
- 1758 - Franz Josef Gall, deutscher Arzt und Anatom
- 1777 - Aleksander Orlowski, polnischer Maler
- 1844 - Taras Schewtschenko, ukrainischer Dichter und Maler
- 1845 - Wilhelm Pfeffer, deutscher Botaniker und Pflanzenphysiologe
- 1847 - Martin Marsick, belgischer Violinvirtuose und -lehrer
- 1856 - Edward Goodrich Acheson, US-amerikanischer Chemiker und Techniker
- 1856 - Hermann Iseke, deutscher Dichter im Eichsfeld
- 1859 - Peter Altenberg, österreichischer Schriftsteller
- 1871 - Arthur Fickenscher, US-amerikanischer Komponist
- 1871 - Emil Rosenow, deutscher Schriftsteller
- 1874 - Karl Foerster, Staudenzüchter
- 1877 - Emil Abderhalden, schweizerischer Physiologe
- 1879 - Agnes Miegel, deutsche Dichterin, Schriftstellerin und Journalistin
- 1881 - Enver Pascha, türkischer Militär und Politiker
- 1881 - Ernest Bevin, britischer Politiker
- 1885 - Tamara Platonowa Karsawina, russische Tänzerin
- 1888 - Willy Westra van Holte, niederländischer Fußballspieler
- 1890 - Wjatscheslaw Molotow, sowjetischer Politiker
- 1891 - Hermann Eris Busse, deutscher Schriftsteller
- 1892 - Josef Weinheber, österreichischer Lyriker, Erzähler und Essayist
- 1892 - Victoria Sackville-West, englische Schriftstellerin
- 1893 - Roland Jacobi, ungarischer Tischtennisspieler
- 1894 - Franz Wilhelm Seiwert, Maler und Bildhauer
- 1895 - Isobel Baillie, schottische Sopranistin
- 1895 - Adolf Scheibe, Entwickler der Quarzuhr in Deutschland
- 1900 - Howard Hathaway Aiken, US-amerikanischer Computerpionier
- 1903 - Wage Rudolf Soepratman, Komponist der indonesischen Nationalhymne
- 1907 - Mircea Eliade, US-amerikanischer Religionshistoriker rumänischer Abstammung
- 1910 - Samuel Barber, US-amerikanischer Komponist
- 1914 - Abraham S. Luchins, Professor für Psychologie
- 1917 - Ian Watt, Literaturkritiker und Literaturhistoriker
- 1919 - Lola Müthel, deutsche Schauspielerin
- 1921 - Astor Piazzolla, argentinischer Tango-Musiker
- 1923 - Walter Kohn, US-amerikanischer Physiker österreichischer Abstammung
- 1924 - Peter Scholl-Latour, deutscher Journalist
- 1925 - Billy Ford, US-amerikanischer Sänger
- 1927 - Klaus Dieter Arndt, deutscher SPD-Politiker und MdB
- 1928 - Keely Smith, US-amerikanische Sängerin
- 1928 - Wilhelm Salber, Direktor des Psychologischen Instituts an der Universität Köln
- 1929 - Arnulf Zitelmann, deutscher Autor
- 1930 - Ota Filip, tschechoslowakischer Schriftsteller
- 1930 - Stephen Fumio Hamao, Bischof von Yokohama und Kardinal
- 1932 - Rodolfo Quezada Toruño, Erzbischof Guatemalas und ein Kardinal
- 1933 - Lloyd Price, US-amerikanischer Musiker
- 1934 - Juri Gagarin, russischer Astronaut, erster Mensch im Weltall
- 1936 - Mickey Gilley, US-Amerikanischer Country-Musiker
- 1937 - Olusegan Obasanjo, nigerianischer Militär und Staatschef
- 1942 - John Cale, britischer Artrock-Musiker mit klassischer Ausbildung
- 1943 - Jaap Schilder, niederländischer Musiker
- 1943 - Jeff Warner, US-amerikanischer Sänger
- 1943 - Robert James Fischer, US-amerikanischer Schachspieler und -weltmeister
- 1943 - Wolf Singer, Direktor des Max-Planck-Institutes für Hirnforschung
- 1944 - John Lee, australischer Sänger
- 1944 - Mark Lindsay, US-amerikanischer Sänger
- 1945 - Katja Ebstein, deutsche Sängerin
- 1945 - Robin Trower, britischer Musiker
- 1946 - Bernard Dowiyogo, Präsident von Nauru
- 1946 - Bernd Hölzenbein, deutscher Fußballspieler
- 1946 - Jim Cregan, britischer Musiker
- 1947 - Keri Hulme, neuseeländische Schriftstellerin
- 1948 - Jimmy Fadden, US-amerikanischer Musiker
- 1949 - Trevor Burton, britischer Musiker
- 1951 - Zakir Hussain, indischer Musiker
- 1953 - Anna Henkel-Grönemeyer, deutsche Schauspielerin
- 1954 - Christian Eberl, deutscher Politiker
- 1955 - Ornella Muti, italienische Schauspielerin
- 1958 - Martin David Fry, britischer Sänger
- 1958 - Corinna Kirchhoff, deutsche Schauspielerin
- 1959 - Giovanni di Lorenzo, deutsch-italienischer Journalist
- 1963 - Artur Auernhammer, deutscher Politiker
- 1964 - Juliette Binoche, französische Schauspielerin
- 1970 - Hilmi Sözer, deutsch-türkischer Schauspieler und Kommödiant
- 1974 - Marte Huke, norwegische Lyrikerin
- 1975 - Roy Makaay, niederländischer Fußballspieler
- 1976 - Anier Garcia, kubanischer Leichathlet
- 1980 - Chingy, US-amerikanischer Musiker
- 1981 - Nikki Blond, ungarische Pornodarstellerin

Gestorben


- 1009 - Bruno von Querfurt, Missionar in Polen und Preußen, Märtyrer
- 1249 - Siegfried III. von Eppstein, Erzbischof von Mainz
- 1463 - Katharina von Bologna, Vorsteherin des Klarissenklosters in Bologna
- 1537 - Quirin op dem Veld von Willich, Weihbischof in Köln
- 1551 - Andreas Kritzmann, Büchsenmeister in Magdeburg
- 1661 - Jules Mazarin, französischer Kardinal und Politiker italienischer Abstammung
- 1707 - Jean II. d'Estrées, Marschall und Admiral von Frankreich
- 1824 - Anna Katharina Emmerick, deutsche Nonne und Mystikerin
- 1831 - Friedrich Maximilian Klinger, deutscher Dramatiker
- 1847 - Mary Anning, wird als eine der ersten Paläontologinnen betrachtet
- 1851 - Hans Christian Ørsted, dänischer Physiker und Chemiker
- 1857 - Domenico Savio, Schüler bei Don Bosco
- 1870 - Theodore Labarre, französischer Harfenvirtuose und Komponist
- 1888 - Wilhelm I. (Deutsches Reich), deutscher Kaiser und König von Preußen
- 1889 - Paolo Ferrari, italienischer Lustspieldichter
- 1891 - Amalie Dietrich, deutsche Botanikerin, Zoologin
- 1895 - Leopold von Sacher-Masoch, österreichischer Schriftsteller
- 1918 - Frank Wedekind, deutscher Schriftsteller und Schauspieler
- 1933 - Joakim Frederik Skovgaard, dänischer Maler, Grafiker und Keramiker
- 1936 - Sri Yukteswar, indischer Yogi und Guru
- 1943 - Otto Freundlich, deutscher Maler und Bildhauer
- 1949 - Charles Bennett, britischer Leichtathlet und Olympiasieger
- 1952 - Alexandra Michailowna Kollontai, russische Revolutionärin, Diplomatin und Schriftstellerin
- 1952 - Eberhard Wildermuth, deutscher Politiker
- 1954 - Clara Westhoff, Bildhauerin
- 1954 - Eva Ahnert-Rohlfs, deutsche Astronomin
- 1954 - Walter Braunfels, deutscher Komponist
- 1955 - Matthew Henson, US-amerikanischer Polarforscher
- 1955 - Monique Saint-Hélier, Schweizer Schriftstellerin
- 1963 - Werner Beumelburg, deutscher Journalist und Schriftsteller
- 1964 - Paul von Lettow-Vorbeck, preußischer Generalmajor und Schriftsteller
- 1969 - Charles Brackett, US-amerikanischer Drehbuchautor
- 1969 - Walter Christaller, deutscher Geograf
- 1971 - Karl Knaths, US-amerikanischer Maler
- 1971 - Kirellos VI., Patriarch von Alexandria
- 1974 - Earl Wilbur Sutherland, US-amerikanischer Physiologe (Nobelpreis für Medizin)
- 1979 - Jean-Marie Villot, Kardinal und Camerlengo der katholischen Kirche
- 1980 - Olga Konstantinowna Tschechowa, deutsche Schauspielerin russischer Herkunft
- 1980 - Olga Tschechowa, deutsche Schauspielerin
- 1981 - Max Delbrück, US-amerikanischer Biologe, Nobelpreisträger
- 1983 - Ulf von Euler, schwedischer Mediziner und Neurochemiker
- 1984 - Imogen Holst, englische Musikschriftstellerin, Komponistin und Dirigentin
- 1986 - Walter Bader, deutscher Archäologe und Denkmalschützer
- 1988 - Kurt Georg Kiesinger, deutscher Politiker und Bundeskanzler
- 1989 - Robert Mapplethorpe, US-amerikanischer Fotograf
- 1992 - Menachem Begin, israelischer Politiker und Regierungschef
- 1993 - Cyril Northcote Parkinson, britischer Historiker und Publizist
- 1993 - Max August Zorn, US-amerikanischer Professor der Mathematik
- 1994 - Charles Bukowski, US-amerikanischer Dichter und Schriftsteller
- 1994 - Fernando Rey, spanischer Schauspieler
- 1994 - Wilhelm Brese, deutscher Politiker
- 1996 - George Burns, US-amerikanischer Schauspieler und Sänger
- 1997 - Christopher Wallace alias The Notorious B.I.G., US-amerikanischer Hip Hop-Musiker
- 1997 - Vera Ferra-Mikura, österreichische Kinder- und Jugendbuchautorin
- 1998 - Ulrich Schamoni, deutscher Filmregisseur und Schriftsteller
- 2003 - Bernard Dowiyogo, nauruischer Politiker
- 2003 - Konrad Buchwald, deutscher Botaniker und Politiker
- 2003 - Stan Brakhage, US-amerikanischer Filmregisseur
- 2005 - Benno Hoffmann, deutscher Schauspieler und Synchronsprecher
- 2005 - Chris LeDoux, US-amerikanischer Country-Musiker
- 2005 - Kurt Lotz, Vorsitzender des Volkswagenkonzerns

Feier- und Gedenktage


- Kirchliche Gedenktage
  - Hl. Bruno von Querfurt, Bischof, Glaubensbote in Polen und Preußen, Märtyrer (katholisch, evangelisch)
  - Hl. Franziska von Rom, Ordensgründerin, Mystikerin (katholisch)
  - Hl. Katharina von Bologna, Äbtissin, Mystikerin (katholisch)

Siehe auch


- 8. März - 10. März
- 9. Februar - 9. April
- Historische Jahrestage - Zeitskala
- Wikipedia:Glaskugel - Wikipedia:Formatvorlage Tag 0309 ja:3月9日 ko:3월 9일 simple:March 9 th:9 มีนาคม

23. März

Der 23. März ist der 82. Tag des Gregorianischen Kalenders (der 83. in Schaltjahren) - somit bleiben 283 Tage bis zum Jahresende.

Ereignisse


- 1848 - Unter der Führung von Daniele Manin wird im Zuge der Revolution von 1848/49 (vgl. Märzrevolution) die Unabhängigkeit von Österreich und eine Republik ausgerufen, die sich 1 1/2 Jahre halten kann
- 1919 - Benito Mussolini gründet in Mailand die faschistische Bewegung.
- 1933 - Der Deutsche Reichstag verabschiedet das "Ermächtigungsgesetz", Tags darauf wird es verkündet und tritt damit in Kraft.
- 1956 - Pakistan wird die erste islamische Republik
- 1959 - Aufstand in Tibet gegen die chinesische Vorherrschaft, Flucht des 14. Dalai Lama nach Indien.
- 1966 - Der Bundesparteitag der CDU wählt Ludwig Erhard zum neuen Parteivorsitzenden.
- 1980 - El Salvador. Erzbischof Oscar Arnulfo Romero wird während des Gottesdienstes ermordet.
- 1982 - Guatemala. Militärputsch. General Efraín Ríos Montt wird Staatspräsident.
- 1983 - Der Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika Ronald Reagan spricht erstmalig von der Strategic Defense Initiative (SDI)
- 1986 - In Bulgarien wird Georgi Atanasov neuer Regierungschef.
- 1987 - Willy Brandt tritt als Bundesvorsitzender der SPD zurück.
- 1996 - Auf Taiwan werden erstmalig direkte Präsidentenwahlen durchgeführt
- 1996 - Tirana, Albanien. Unterzeichnung des albanisch-griechischen Freundschafts- und Kooperationsvertrags.
- 1999 - In Paraguay wird Vizepräsident Luis Maria Argaña bei einem Attentat erschossen
- 2000 - Ruanda. Rücktritt von Staatspräsident Pasteur Bizimungu
- 2003 - In zwei Referenden stimmen beinahe 90 % der slowenischen Wähler für einen Beitritt zur EU, gut 60 % für einen Beitritt zur NATO.

Wirtschaft


- 1964 - In Genf wird die UNCTAD eröffnet, die Welthandelskonferenz der Vereinten Nationen. In ihr stellen u.a. die in der "Gruppe der 77" organisierten Entwicklungsländer die Forderung nach einer gerechteren Mitwirkung am Welthandel

Wissenschaft und Technik


- 1868 - Der Zusammenschluss zweier Colleges führt zur Gründung der University of California.
- 1900 - Arthur Evans beginnt mit der Ausgrabung des minoischen Knossós.
- 2001 - Die Raumstation Mir wird gezielt zum Absturz gebracht und verglüht über dem Pazifik

Kultur


- 1918 - Uraufführung der Oper Shanewis or The Robin Woman von Charles Wakefield Cadman an der Metropolitan Opera in New York.
- 1927 - Ehm Welks Stück "Gewitter über Gotland" wird an der Berliner Volksbühne uraufgeführt.

Religion


- 1415 - Das Konzil von Konstanz, der größte mittelalterliche Kongreß des Abendlandes, proklamiert die Hoheit Allgemeiner Konzilien über den Papst.

Katastrophen


- 1994 - Nahe dem sibirischen Meschduretschensk stürzt ein Airbus A310 der Aeroflot auf dem Weg von Moskau nach Hong Kong ab, nachdem die Piloten ihre Kinder ans Steuer gelassen haben. Keiner der 75 Insassen überlebt.

Sport


- Einträge im Bereich Formel 1 siehe Formel 1.
- Einträge von Leichtathletik-Weltrekorden s. u. der jeweiligen Disziplin unter Leichtathletik.
- 1979 - Larry Holmes gewinnt den Weltmeistertitel im Schwergewicht gegen Ossie Ocasio im Hilton Hotel, Las Vegas, durch technischen KO.

Geboren


- 1429 - Margarete von Anjou, Königin von England
- 1699 - John Bartram, US-amerikanischer Botaniker
- 1750 - Johannes Matthias Sperger österreichischer Komponist
- 1754 - Jurij Vega, slowenischer Mathematiker in Diensten der kaiserlichen Armee
- 1769 - William Smith, Geologe und Kartograf
- 1811 - Karl Gottfried Wilhelm Taubert, deutscher Komponist
- 1825 - Franz Freiherr von Roggenbach, badischer Politiker
- 1825 - Theodor Bilharz, deutscher Mediziner und Naturwissenschaftler
- 1829 - Norman Robert Pogson, englischer Astronom
- 1831 - Wilhelm Sauer, deutscher Orgelbauer
- 1854 - Ernst Otto Taschenberg, deutscher Naturwissenschaftler und Professor
- 1854 - Victoriano Huerta, mexikanischer General und Präsident
- 1858 - Ludwig Quidde, deutscher Historiker, Politiker und Pazifist, Nobelpreis für Frieden 1927
- 1864 - Hjalmar Borgstrøm, norwegischer Komponist
- 1866 - Emil Fey, österreichischer Politiker
- 1868 - Dietrich Eckart, Publizist und väterlicher Freund Adolf Hitlers
- 1868 - John Carson (Musiker), Country-Musiker
- 1869 - Kurt Floericke, deutscher Naturwissenschaftler und Naturfreund
- 1871 - Maurice Garin, französischer Radrennfahrer
- 1874 - Grantley Goulding, Teilnehmer der ersten Olympischen Sommerspiele 1896 in Athen
- 1874 - Marie Baum, deutsche Sozialpolitikerin
- 1878 - Franz Schreker, österreichischer Komponist und Musikpädagoge
- 1881 - Roger Martin du Gard, französischer Schriftsteller, Nobelpreis für Literatur 1937
- 1881 - Egon Petri, niederländischer Pianist
- 1881 - Hermann Staudinger, deutscher Chemiker, Nobelpreis für Chemie 1953
- 1882 - Emmy Noether, deutsche Mathematikerin
- 1887 - Juan Gris, spanisch-französischer Maler des Kubismus
- 1887 - Rudolf Kinau, niederdeutscher Schriftsteller
- 1887 - Anthony van Hoboken, Musikwissenschaftler und Musiksammler
- 1889 - Yukichi Chuganji, galt eine zeitlang als ältester Mann der Welt
- 1890 - Adolf Julius Merkl, österreichischer Staats- und Verwaltungsrechtler
- 1891 - Johann Heinrich Suhrkamp, gründete 1950 den Suhrkamp Verlag
- 1893 - Oskar Nerlinger, deutscher Maler und Grafiker
- 1899 - Boris Alexandrowitsch Tschagin, russischer Philosoph und Historiker
- 1899 - Louis Adamic, Journalund Schriftsteller
- 1900 - Erich Fromm, US-amerikanischer Psychoanalytiker deutscher Abstammung
- 1900 - Werner Schütz, deutscher Politiker und Kultusminister in Nordrhein-Westfalen
- 1905 - Joan Crawford, US-amerikanische Filmschauspielerin und Sängerin
- 1905 - Lale Andersen, deutsche Sängerin und Schauspielerin
- 1905 - Paul Grimault, französischer Zeichentrickfilmer und Regisseur
- 1906 - Lea Grundig, deutsche Künstlerin
- 1907 - Daniel Bovet, italienischer Pharmakologe, Nobelpreis für Medizin 1957
- 1908 - Joan Crawford, US-amerikanische Filmschauspielerin
- 1909 - Hugo Aufderbeck, katholischer Theologe und Bischof in der DDR
- 1910 - Lale Andersen, deutsche Chansonsängerin und Kabarettistin
- 1910 - Jakob Bender, deutscher Fußballspieler
- 1910 - Akira Kurosawa, japanischer Regisseur
- 1912 - Wernher von Braun, deutsch-US-amerikanischer Raketenkonstrukteur
- 1920 - Arthur Grundmann, deutscher Politiker
- 1921 - Heinz Rox-Schulz, Globetrotter und Abenteurer
- 1921 - Gert Fritz Unger, deutscher Schriftsteller
- 1929 - Roger Bannister, englischer Leichtathlet und Neurologe
- 1931 - Wiktor Lwowitsch Kortschnoi, russischer Schachspieler
- 1937 - Robert Charles Gallo, US-amerikanischer Mikrobiologe
- 1938 - Federica de Cesco, Schweizer Schriftstellerin
- 1940 - Hans Geisler, sächsischer Politiker
- 1942 - Michael Haneke, deutsch-österreichischer Filmemacher
- 1943 - Detlef Dzembritzki, Politiker der SPD und MdB
- 1944 - Michael Nyman, Filmmusikkomponist
- 1951 - Vinci Clodumar, nauruischer Politiker und Botschafter bei den UN
- 1952 - Dave Bartram, britischer Sänger
- 1952 - Kim Stanley Robinson, ist amerikanischer SF-Autor
- 1953 - Chaka Khan, US-amerikanische Sängerin
- 1956 - José Manuel Durão Barroso, portugiesischer Politiker und Präsident der EU-Kommission
- 1956 - Herbert Knaup, deutscher Filmschauspieler
- 1957 - Lucio Gutiérrez, ecuadorianischer Ex-Militär und Politiker
- 1960 - Ludwig Bergsträsser, deutscher Politiker
- 1962 - Günther Paal, österreichischer Kabarettist.
- 1963 - Ana Fidelia Quirot, kubanische Leichtathletin und Olympionikin
- 1968 - Damon Albarn, britischer Sänger der Band Blur
- 1971 - Natascha McElhone, britische Schauspielerin
- 1973 - Jerzy Dudek, polnischer Fußballspieler
- 1977 - Wayne Carpendale, deutscher Schauspieler, Sohn von Howard Carpendale
- 1978 - Nicholle Tom, US-amerikanische Schauspielerin
- 1983 - Sascha Riether, deutscher Fußballspieler

Gestorben


- 1237 - Johann von Brienne, König von Jerusalem
- 1421 - Thomas, Herzog von Clarence, war Prinz des englischen Königshauses
- 1555 - Julius III. (Papst), Papst seit 1550
- 1589 - Martin Cromer, polnischer Geschichtsschreiber, Theologe und Bischof
- 1606 - Justus Lipsius, belgischer Rechtsphilosoph und Philologe
- 1619 - Georg Gotthart, deutscher Eisenkrämer und Dichter
- 1680 - Nicolas Fouquet, französischer Finanzminister unter Ludwig XIV.
- 1730 - Karl von Hessen-Kassel, Landgraf von Hessen-Kassel
- 1747 - Claude Alexandre de Bonneval, französischer Abenteurer
- 1790 - Georg Christian Crollius, deutscher Historiker
- 1818 - Nicolas Isouard, maltesischer Komponist
- 1819 - August von Kotzebue, deutscher Dramatiker
- 1834 - Thomas Robert Malthus, englischer Sozialphilosoph
- 1842 - Stendhal, französischer Schriftsteller
- 1852 - Heinrich Karl Ludwig Bardeleben, deutscher Jurist und Politiker
- 1860 - Francisco Ruiz Tagle, Präsident von Chile
- 1869 - Anton Wilhelm von Zuccalmaglio, deutscher Dichtermusiker
- 1903 - Karl Holub, böhmischer Waffentechniker
- 1911 - Godfried Marschall, Generalvikar, Weihbischof
- 1920 - Nathan Zuntz, deutscher Mediziner jüdischen Glaubens
- 1930 - Elisabeth Altmann-Gottheiner, deutsche Hochschullehrerinnen und Frauenrechtlerin
- 1935 - Alexander Moissi, deutscher Schauspieler
- 1942 - Ludwig von Höhnel, österreichischer Marineoffizier, Afrikaforscher und Geograph
- 1942 - Walter Stahlecker, SS-Brigadeführer und Generalmajor der Polizei
- 1946 - Gilbert Newton Lewis, US-amerikanischer Physikochemiker
- 1947 - Theodor Leipart, deutscher Gewerkschafter mit Kontakt zum Widerstand
- 1948 - Nikolai Alexandrowitsch Berdjajew, russischer Philosoph
- 1953 - Raoul Dufy, französischer Maler und Grafiker
- 1960 - Ludwig Bergsträsser, deutscher Politiker
- 1960 - Said Nursi, islamischer Denker
- 1961 - Heinrich Rau, Mitglied des Politbüros des ZK der SED ind der DDR und Minister
- 1963 - Albert Thoralf Skolem, norwegischer Mathematiker, Logiker und Philosoph
- 1964 - Peter Lorre, US-amerikanischer Filmschauspieler, Drehbuchautor und Filmregisseur
- 1970 - Ludwig Rödl, deutscher Schachmeister
- 1971 - Simon Vestdijk, niederländischen Schriftsteller
- 1972 - Cristóbal Balenciaga, spanischer Modedesigner der Haute Couture
- 1977 - Emile Biayenda, Erzbischof von Brazzaville und Kardinal
- 1980 - Dietrich Keuning, deutscher Politiker
- 1980 - Jacob Miller, US-amerikanischer Musiker
- 1981 - Mike Hailwood, britischer Motorradrennfahrer
- 1984 - Jean Prouvé, französischer Architekt und Designer
- 1985 - Zoot Sims, US-amerikanischer Jazzmusiker
- 1992 - Friedrich Hayek, österreichischer Ökonom und Nobelpreisträger
- 1993 - Hans Werner Richter, deutscher Schriftsteller
- 1994 - Giulietta Masina, italienische Filmschauspielerin
- 2001 - David McTaggart, kanadischer Umweltschützer

Feier- und Gedenktage


- Kirchliche Gedenktage
  - Hl. Turibio von Mongrovejo, Erzbischof von Lima (katholisch)
- Nationalfeiertage
  - Pakistan (Proklamation der Republik von 1956)
- Welttag der Meteorologie (WMO)
- Historische Tage:
  - Römisches Reich - Der fünfte und letzte Tag der Quinquatria, die zu Ehren Minervas gefeiert wurden.
  - Römisches Reich - Tubilustrium, zu Ehren des Mars
  - Altes Lettland - Lieldienas, die zu Ehren von Mara und anderen Göttinnen abgehalten wurden.

Siehe auch


- 22. März - 24. März
- 23. Februar - 23. April
- Historische Jahrestage - Zeitskala
- Wikipedia:Glaskugel - Wikipedia:Formatvorlage Tag 0323 ja:3月23日 ko:3월 23일 simple:March 23 th:23 มีนาคม

Schaltjahr

Ein Kalender hatte historisch den Zweck, den Beginn der Jahreszeiten Jahr für Jahr auf das gleiche Datum fallen zu lassen, um den Zeitpunkt zum Beispiel von Festen oder wiederkehrenden Ereignissen bestimmen zu können. Ein tropisches Jahr, also der Zeitraum zwischen zwei Frühlings-Tagundnachtgleichen, dauert allerdings etwa 365 Tage und etwas weniger als 6 Stunden (365d 5:48:45.98, nicht konstant!), so dass eine einfache Zuordnung, die jedem Jahr die gleiche Anzahl Tage gibt, unmöglich ist, ohne dass sich gleichzeitig der Beginn der Jahreszeiten verschiebt. In den Kalendern der verschiedenen Kulturen gibt es deshalb Methoden, um die jeweilige Dauer des Jahres dem tropischen Jahr anzunähern. Der Beginn der Jahreszeiten kann beispielsweise auf dem gleichen Datum festgehalten werden, wenn in geeigneten Abständen ein Schaltjahr, ein Jahr mit einem zusätzlichen Tag, dem Schalttag, eingefügt wird. Eine einfache Methode ist, jedes Jahr mit einer glatt durch 4 teilbaren Jahreszahl zum Schaltjahr zu erheben. So wurde es im Julianischen Kalender eingeführt, in dem der Februar 29 statt 28 Tage hat. Genauere Kalender nähern das tropische Jahr besser an: Da etwas weniger als sechs Stunden pro Jahr auszugleichen sind, fällt der (Julianische) Schalttag manchmal aus (wie z. B. im Jahre 1900 im Gregorianischen Kalender).

Julianischer Kalender

46 v. Chr. benutzten die Römer einen Kalender mit zwölf Mondmonaten mit abwechselnd je 29 bzw. 30 Tagen, zusammen 354 Tage. Weil gerade Zahlen aber Unglück brachten, schlugen die Römer noch einen Tag drauf. Doch trotzdem waren es zum Sonnenjahr immer noch mehr als zehn Tage zu wenig. Zunächst verteilte Julius Caesar diese zehn Tage auf die verschiedenen Monate, die auf nun 30 bzw. 31 Tage anwuchsen. Nur der damals letzte Monat Februar ging als Unglücksmonat leer aus und blieb somit bei 29 beziehungsweise im Schaltjahr damals bei 30 Tagen. Dem Mythos, dass der Februar einen Tag verlor, weil Kaiser Augustus sich im August als Monatsbezeichnung verewigen wollte und dem Februar noch einen Tag wegnahm, da der August wie der Juli, der Monat seines Vorgängers Caesar, 31 Tage haben sollte, und weil eine gerade Zahl ja auch Unglück brachte, wird im Artikel zum Monat August widersprochen. Doch die Römer hatten eine winzige, aber auf die Jahrhunderte gesehen, wirkungsvolle Ungenauigkeit hinterlassen. 11 Minuten und 14 Sekunden pro Jahr schoss das damals julianische Jahr über das Ziel hinaus. Alle 128 Jahre wurde demnach ein Schaltjahr zu viel begonnen.

Gregorianischer Kalender

Von Papst Gregor XIII. wurde daher 1582 folgende Regelung eingeführt (Gregorianischer Kalender):
- Glatt durch 4 teilbare Jahre sind Schaltjahre.
- Glatt durch 100 teilbare Jahre sind jedoch keine Schaltjahre.
- Glatt durch 400 teilbare Jahre sind aber wieder Schaltjahre. So sind zum Beispiel die Säkularjahre 1800, 1900 und 2100 keine Schaltjahre, die Säkularjahre 2000 und 2400 hingegen schon. Damit dauert das Gregorianische Jahr 365,2425 Tage, und ist genauer als das Julianische Jahr. Seit dem Ersten Konzil von Nicäa im Jahr 325, bei dem der Frühlingsanfang auf den 21. März festgelegt wurde, betrug die aufgelaufene Differenz bereits 10 Tage, und so ließ Gregor auf den 4. Oktober gleich den 15. Oktober 1582 folgen, um diese Zeit auszugleichen. Nicht in allen Ländern erfolgte diese Umstellung am selben Tag. Besondere Schwierigkeiten gab es in Schweden, wo im Jahr 1712 zwei Schalttage eingefügt wurden und somit dieses Jahr einen 30. Februar hatte. Recht ungewöhnlich und wenig bekannt ist die Tatsache, dass nicht etwa der 29. Februar der Schalttag des Gregorianischen Kalenders ist. Vielmehr wird der 24. Februar verdoppelt: der 24. und der 25. Februar fallen nach römischer Zählweise, die auch bei der Einführung des Gregorianischen Kalenders noch üblich war, auf dasselbe Datum. Im Gemeinjahr heißt der 24. Februar „a. d. VI Kal. Mart.“ (sechster Tag vor dem März-Beginn); der doppelte Tag im Schaltjahr heißt ebenso. Da dieser Sechste (lat. „sextus“) doppelt („bis“) gezählt wird, heißen Schaltjahr bzw. -tag „bissextilis“ (lateinisch), „bissextile“ (english), „bisestile“ (italienisch) usw. Nach heutiger Zählung verschieben sich der 24. und die weiteren Tage im Februar um einen Tag; Bedeutung hat dies heute noch in der katholischen Kirche bei der Zählung der Kirchentage: kirchliche Feiertage und auch die Namenstage sind von dieser Regelung betroffen.

Orthodoxer Kirchenkalender

Das gregorianische Jahr ist rund 27 Sekunden zu lang. Als Ergebnis hinkt der gregorianische Kalender nach 1.600 Jahren um einen halben Tag hinterher. Deshalb schlug die griechisch-orthodoxe Kirche eine etwas kompliziertere Schaltregel vor: Abweichend vom gregorianischen Kalender sind die Jahrhunderte nur dann Schaltjahr, wenn sie durch 9 geteilt den Rest 2 oder 6 ergeben. Damit wäre das Jahr 2800 kein Schaltjahr, sondern erst das Jahr 2900. Die Abweichung zum Sonnenjahr beträgt beim orthodoxen Kirchenkalender nur noch knapp 3 Sekunden.

Französischer Revolutionskalender

In der Zeit, in der der Französische Revolutionskalender Gültigkeit hatte, waren die Jahre 3, 7 und 11 Schaltjahre. Die ursprüngliche Regelung des Kalenders war, dass der erste Tag jeden Jahres auf die Herbst-Tag-und-Nacht-Gleiche fallen und jedes vierte Jahr ein Schaltjahr sein solle. Diese Forderungen widersprechen sich jedoch, und so schlug Charles Rommes, der Autor des Kalendersystems, eine dem Gregorianischen Kalender ähnliche Regelung vor. Er stieß jedoch aus politischen Gründen damit auf Widerstand. Durch die kurze Gültigkeit des Revolutionskalenders wurden die Diskussionen jedoch obsolet.

Jüdischer Kalender

Im Jüdischen Kalender, einem nach dem Mond ausgerichteten Kalender, der durch komplizierte Regelungen dem Sonnenjahr angepasst wird, wird in allen Jahren, die bei einer Division durch 19 einen Rest von 0, 3, 6, 8, 11, 14, oder 17 haben, ein Schaltmonat eingefügt. Er wird als Adar II bezeichnet.

Islamischer Kalender

Im Islamischen Kalender ist die Bestimmung eines Schaltjahres äußerst schwierig. Nach einem gebräuchlichen System, das unter anderem im GNU Emacs verwendet wird, sind alle Jahre, die bei einer Division durch 30 einen Rest von 2, 5, 7, 10, 13, 16, 18, 21, 24, 26, oder 29 haben, Schaltjahre. Nach diesem System haben im Islamischen Kalender alle geradzahligen Monate 30 Tage und alle ungeradzahligen Monate 29 Tage. In Schaltjahren wird dem letzten ungeradzahligen