Grigori RasputinGrigori Jefimowitsch Rasputin (russisch Григо́рий Ефи́мович Распу́тин, wiss. Transliteration Grigorij Efimovič Rasputin; - um 1864/1865 [es wird auch 1871/72 angegeben] in Pokrowskoje, Landkreis Tjumen; † 17. Dezember 1916) war ein russischer Mönch, Wanderprophet und Geistheiler.
russischer
Rasputins Leben
Rasputin vor seiner Petersburger Zeit
Rasputin wurde zwischen 1863 und 1873 geboren. Das Glück der Familie stand unter keinem günstigen Stern. Seine Schwester Maria litt an Epilepsie und ertrank in einem Fluss, nachdem sie beim Wäschewaschen einen Anfall erlitt, sein Bruder bekam eine Lungenentzündung und starb ebenfalls sehr früh. Auch lernte Rasputin seine Mutter kaum kennen, denn auch sie verstarb recht früh. So verblieb Gregori als das einzige Kind mit seinem Vater.
Im Alter von 16 Jahren bricht Rasputin im Winter in einem Fluss ein. Die Strömung ist stark und nur mit größter Mühe kann er ans Ufer gelangen. Er bekommt eine schwere Lungenentzündung. Eines Tages erscheint ihm die Jungfrau Maria. Danach verbessert sich Rasputins Zustand und Rasputin wird wieder gesund. Aufgrund dieses Ereignises kam Rasputin zu der Überzeugung, dass Gott mit ihm etwas ganz Besonderes vor hatte.
Zunächst fällt er aber mehr durch lockeren Lebenswandel, ausgiebigen Alkoholgenuss und Diebereien auf.
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Im Alter von 17 Jahren wird er in Tobolsk, dem nächsten größeren Ort, polizeilich vermerkt. Ihm wird Diebstahl, Trunkenheit und Mädchenschändung vorgeworfen und als 20jähriger kommt Rasputin – des Diebstahls beschuldigt – für kurze Zeit ins Gefängnis. Verurteilt wurde Rasputin allerdings nie.
Rasputin macht bereits im Alter von 17 Jahren seine erste Pilgerreise und heiratet 1887, im Alter von 18 Jahren Praskowja Fjodorowna Dubrownina. Das Ehepaar bekommt 2 Töchter und einen Sohn.
Rasputin hält es nicht lange zuhause aus, und zieht immer wieder auf Pilgerreisen. Seine Religiösität steigert sich und die Reisen werden größer. Schließlich beginnt er eine große Pilgerreise, die ihn bis nach Jerusalem führt.
Als er von dieser Reise zurückkommt, ist er verwandelt. Er ist nicht mehr der schwärmerische Bauer sondern ein berühmter Pilger, dem der Ruf vorauseilt, durch Gebet und Handauflegen Menschen heilen zu können.
Details über das Leben Rasputins vor seiner Petersburger Zeit befinden sich im Hauptartikel Rasputin vor seiner Petersburger Zeit.
Rasputins Zeit in Petersburg
Rasputins Ankunft in St. Petersburg
Rasputin vor seiner Petersburger Zeit
Als Rasputin im Frühjahr 1903 in St. Petersburg eintraf, war der Ruhm Rasputin bereits vorausgeeilt. Man munkelte davon, dass ein Heiliger kommen würde, der übermenschliche Kräfte besitze, besonders Heilkräfte.
Es war also kein Wunder, dass der hochgeachtete Geistliche Johann von Kronstadt, der Beichtvater des Zaren, sich sofort für Rasputin interessierte und ihn einlud. Bald konnte er eine größere Wohnung mieten und regelmäßig zu Veranstaltungen einladen. Rasputin, der immer wieder durch angebliche Wunderheilungen auf sich aufmerksam machte, machte immer mehr Bekanntschaft mit den obersten Schichten der Gesellschaft
Der Sohn von Zar Nikolaus II, Alexei Nikolajewitsch war ein Bluter und dem Zarenehepaar wurde von Bekannten empfohlen, die Fähigkeiten Rasputins doch zum Schutz ihres Sohnes in Anspruch zu nehmen. Die Zarin Alexandra von Hessen-Darmstadt wollte jedoch keine Bekanntschaft mit Rasputin. Der Hauptgrund lag in dem Ruf Rasputins als Mann der sexuellen Ausschweifungen. Ein solcher Mensch war am Hof nicht akzeptabel.
Immerhin traf Rasputin im November 1905 das erste Mal den Zar. Der Zar war von Rasputin beeindruckt und schrieb in sein Tagebuch: „Lernte einen Mann Gottes kennen, Grigori Rasputin, aus dem Gouvernement Tobolsk“.
Rasputin und der Staatssicherheitsdienst
Alexandra von Hessen-Darmstadt
Als dieser skandalumwitterte angebliche Wunderheiler, dieser Bauer aus Sibirien, in St. Petersburg hohe Persönlichkeiten traf und beeindruckte, wurde auch der Staatssicherheitsdienst auf ihn aufmerksam. Dieser legte über Rasputin eine Akte an und Rasputin wurde seit 1905 vom Staatssicherheitsdienst ständig beobachtet. Nach der bolschewistischen Revolution wurde eine Untersuchungskommission über Rasputin eingesetzt.
Der Untersuchungsrichter Rudnew schrieb über die Untersuchung von dem Fall Rasputin: „Äußerst wertvoll für die Erhellung der Persönlichkeit Rasputins waren die Materialien, die die Agenten der Ochrana aufgrund ihrer geheimen Überwachung Rasputins erstellten. Auch Rasputins Wohnung wurde ständig überwacht...“.
Rasputin war, wie der Zar und die Zarin, eine Person der Öffentlichkeit und wichtig für die Staatssicherheit geworden. Der Staatssicherheitsdienst schrieb stets mit und sein Leben, seine Ausschweifungen und seine Wunderheilungen wurden im Dossier des Staatssicherheitsdienstes penibel aufgezeichnet. Und wenn einmal kein Mitarbeiter des Staatssicherheitsdienstes bei einer Aktion Rasputins dabei war, dann wurde sehr schnell nachgefragt.
In der Beschreibung des Lebens Rasputins gibt es für die Historiker von 1905 an kein 'angeblich' mehr.
Rasputins Ausstrahlungskraft
Unabhängig davon, ob eine Person Rasputin gegenüber positiv oder negativ eingestellt war, es wurde ihm im Allgemeinen eine enorme Ausstrahlungskraft bescheinigt. Berühmt war der bohrende Blick seiner Augen. Es wird von einem Blick berichtet, den manche körperlich wahrnahmen, andere fühlten sich wie gelähmt. Selbst auf Photographien fällt diese Ausstrahlung noch auf.
Erlebnisse, die von der Ausstrahlungskraft Rasputins berichten, finden sich unter Rasputins Ausstrahlungskraft.
Rasputin als Heiler des Zarewitschs
Die Heilung im Oktober 1907
Rasputin galt bei der Zarin als Mensch mit inakzeptablem Verhalten, mit dem man sich nicht einzulassen hatte. Die Sache änderte sich aber, als im Oktober 1907 der Thronfolger mit dem Tode rang. Der Zarewitsch hatte sich am 7. Oktober beim Spielen zu schnell aufgerichtet, was zu einem heftigen Bluterguss in der Leistengegend führte.
Die Ärzte konnten die Blutung nicht stoppen, und das stockende Blut der inneren Blutung erzeugte schlimmste Schmerzen. Sie ließen sich nur noch mit Morphium dämpfen.
Sieben Tage kämpften die Ärzte um das Leben des Zarewitschs, aber nichts half. Sieben Tage war die Zarin Tag und Nacht am Krankenbett ihres Sohnes. Sieben Tage lang litt der Zarewitsch unter schweren Schmerzen, weshalb er mit Morphium wieder ruhig gestellt wurde.
Schließlich erklärten die Ärzte der Zarin, dass die medizinische Kunst am Ende sei und der Tod ihres Sohnes innerhalb von 2 Tagen zu erwarten wäre. Schließlich verlor der Zarewitsch das Bewusstsein.
Daraufhin empfahl die Großfürstin Anastasia Nikolajewna der Zarin, Rasputin zu holen. Sie glaubte daran, Rasputin würde das Kind heilen. Die verzweifelte Zarin hatte zwar nie etwas von diesem Mann gehalten, aber angesichts dieser Situation befahl sie, Rasputin zu holen.
Dies war allerdings nicht so ganz einfach, selbst ein Zar konnte einen Mann von solch zweifelhaftem Leumund nicht einfach in den Palast holen. Den Zugang zum Zarenhof kontrollierte der Staatssicherheitsdienst und für einen Zugang Rasputins in den Zarenhof hätten erst ausführliche Formalitäten erledigt werden müssen. So wurde Rasputin durch einen Hintereingang hereingebracht.
Rasputins Ausstrahlungskraft
Rasputin kam ins Krankenzimmer, kniete am Bett des Zarewitschs nieder, und betete. Nach zehn Minuten sagte Rasputin: „Alexej, öffne die Augen“ - und der Zarewitsch schlug die Augen auf.
Rasputin begann mit dem Zarewitsch zu reden, während er noch mit seiner Hand über den ganzen Körper des Knaben strich: "Siehst du, Alescha, jetzt habe ich dir alle deine hässlichen Schmerzen verjagt! Nichts tut dir mehr weh, und morgen bist du wieder gesund! Dann aber wirst du erst sehen, wie lustig wir miteinander spielen werden!"
Und Rasputin erzählte über die endlose Größe Sibiriens, über riesige Wälder und endlose Steppen, und der Zarewitsch wechselte in eine sitzende Haltung, um ihm besser zuhören zu können. Und so redeten sie miteinander.
Es war mittlerweile schon recht spät geworden, und so meinte Rasputin lächelnd: "Morgen, Alescha! Morgen will ich dir mehr erzählen!" Es bedurfte vieler Worte, bis sich Alescha darein fand, dass es für diesmal genug sei. Er verspürte keinerlei Schmerzen und hätte Rasputin gerne noch lange zugehört, und als Rasputin bereits in der Türe stand rief im Alexej noch nach: "Komme morgen ganz bestimmt, Väterchen! Ich werde nicht früher einschlafen, ehe du hier gewesen bist." - und die Blutung war verschwunden.
Als Rasputin das Krankenzimmer verlassen hatte, fasste die Zarin nach der Hand des Bauern Rasputin und küsste sie. Rasputin aber machte das Zeichen des Kreuzes über ihr, und sagte: "Glaube an die Kraft meiner Gebete, und dein Sohn wird leben!"
Rasputins Ausstrahlungskraft
Als die Zarin das Krankenzimmer wieder betrat, fragte sie der Zarewitsch, wer denn dieser Fremde gewesen sei und die Zarin sagte: "Gott hat uns einen Heiligen geschickt, der dich beschützen wird."
Rasputin kam an den folgenden Abenden immer wieder zum Zarewitsch und die beiden wurden gute Freunde. Jeden Abend wartete der Zarewitsch ungeduldig auf Rasputin.
Es wurde und wird lange darüber spekuliert, was an diesem Tag eigentlich geschah. War die Genesung des Zarewitschs nur Zufall? Es wird auch spekuliert, dass der Zarewitsch wieder aufgewacht war und Rasputin ihn hypnotisiert hat, andere meinen, dass die Umgebung den Zarewitsch aufgeregt hat, was seine Blutungen verschlimmerte und Rasputin einen 'beruhigenden Einfluss' auf ihn ausübte, andere stellen einfach fest, dass Rasputin für den von den Ärzten aufgegebenen Zarewitsch gebetet hat.
Wie dem auch sei, von da an war in der Zarenfamilie klar, dass auf Rasputin nicht zu verzichten war. Rasputin ging im Zarenpalast ein und aus. Da sein übriges Verhalten nach wie vor oft anstößig bis skandalös war, gab es bald Gerüchte und Schlagzeilen. Was hat es mit diesem Rasputin und der Zarenfamilie auf sich? Auch über eine Liaison Rasputins mit der Zarin wurde spekuliert.
Auf die Idee, dass der Zar auf Rasputin angewiesen war, weil Rasputin als einziger Mensch den labilen Gesundheitszustand des Zarewitschs positiv beeinflussen konnte, kam eigentlich niemand. Die Bluterkrankheit des Zarewitsches wurde geheim gehalten.
Die Probleme des Zaren wegen Rasputin wurden immer drückender. Einerseits lieferte Rasputin beim Zarewitsch immer wieder den Beweis für seine Unentbehrlichkeit, mehrere lebensgefährliche Krisen des Zarewitschs wurden mit seiner Hilfe überwunden, andererseits wurde die Forderung, der Zar solle Rasputin endlich wegschicken, immer drängender, und die Bluterkrankheit der Zarewitschs durfte ja nicht an die Öffentlichkeit.
So legte der Zar Rasputin doch nahe, St. Petersburg zeitweilig zu verlassen und Rasputin reiste wieder zurück nach Prokowskoje.
Die Heilung im Oktober 1912
Rasputins Ausstrahlungskraft
Im Oktober 1912 reiste die kaiserliche Familie wieder nach Polen. Dort nun war das Unglück geschehen. Der Thronfolger hatte eine Kahnfahrt unternommen, war bei der Heimkehr mit einem zu kühnen Sprung ans Land gestiegen, ausgeglitten und mit dem Knie auf einem Stein aufgeschlagen. Dadurch hatte er sich wieder eine innere Blutung zugezogen.
Nach einer vorübergehenden Besserung verschlimmerte sich die Situation wieder dramatisch, als die Zarin ihn auf eine Wagenfahrt mitgenommen hatte. Die Erschütterungen des Wagens bereiteten dem Kind furchtbare Qualen, und als der Wagen wieder vor dem Jagdschloss hielt, musste Alexej, fast schon ohnmächtig vor Schmerzen, in sein Zimmer getragen werden.
Die Ärzte stellten eine Geschwulst in der Leistengegend fest, überdies schwoll der eine Fuß an, und die Temperatur Alexej stieg stark. Er wehrte sich gegen die Untersuchungen, da ihm jede Berührung der verletzten Stellen unerträgliche Schmerzen verursachte. Bald hatte sich sein Zustand derartig verschlechtert, dass die Ärzte den Tod für unvermeidlich ansahen. Es waren zusätzlich noch die Symptome einer Blutvergiftung aufgetreten. Schließlich verabreichte man der Zarewitsch die Sterbesakramente.
Den ganzen Tag über waren bereits in ganz Russland Bittgottesdienste abgehalten worden, und die Eltern hatten es kaum mehr gewagt, das Zimmer des kranken Alexej zu verlassen. Als die Kaiserin wieder einmal versuchte, das Kind zu beruhigen, erwähnte sie den Namen Grigoris. Sogleich verlangte der Knabe, man möge das „Väterchen“ herbeirufen. Am Abend verschlimmerte sich der Zustand immer mehr, und erneut gab man dem Zarewitsch die Sterbesakramente.
Eigentlich hatte die Zarenfamilie beschlossen, in Zukunft ohne Rasputin auszukommen, aber anbetracht dieser Situation ließ die Zarin insgeheim, ohne das Wissen der Ärzte und der Hofleute, durch ihre Freundin Anna Wyrubowa an Rasputin ein Telegramm nach Pokrowskoje schicken, mit der Bitte, er möge für den Kranken beten. Noch in der Nacht kam die Antwort Rasputins.
Wie Rasputins Tochter berichtete, kniete Rasputin unmittelbar nach Erhalt der Nachricht vor einer Ikone der Jungfrau Maria nieder, und betete. Als Rasputin schweißgebadet das Gebet beendet hatte, schickte er ein Telegramm an die Zarin.
Rasputins Ausstrahlungskraft
Als am nächsten Morgen der Hofstaat im Salon versammelt war, um sich nach dem Befinden des Thronfolgers zu erkundigen, erschien Alexandra mit einem ruhigen Lächeln auf den Lippen und sagte, die Ärzte hätten zwar noch kein Besserung feststellen können, aber sie selbst sei außer Sorge, denn sie habe ein Telegramm von Väterchen Grigori erhalten. Dann zog sie das Telegramm hervor und verlas es den Anwesenden: „Gott hat deinen Tränen und deinen Gebeten Gehör geschenkt. Sei nicht traurig. Dein Sohn wird leben. Die Ärzte sollen ihn nicht weiter quälen.“
Die Ärzte untersuchten den Zarewitsch von neuem und konnten feststellen, dass die Geschwulst der Leistengegend zurückgegangen war, und dass die Krise somit offenbar als überwunden betrachtet werden konnte. Sie erklärten, der Fall sei nicht selten, dass die Natur selbst über Situationen hinweghelfe, denen gegenüber die ärztliche Kunst ohnmächtig sei.
Wieder hatte sich das stete Versprechen Rasputins an die Zarin bewahrheitet: „Solange ich lebe, seid ihr sicher“. Daraufhin setzte die Zarin es durch, dass Rasputin wieder an den Hof berufen wurde.
Rasputins Leben in Petersburg
Rasputins öffentliches Verhalten
... muss noch ergänzt werden ...
Rasputins Ruf bei seinen Kritikern
Rasputins Ausstrahlungskraft
Im Jahr 1910 kochte langsam die Stimmung gegen Rasputin über. Manche Zeitungen schrieben richtige Anti-Rasputin-Serien. Material gab es ja genug. Im März 1910 setzt die Pressekampagne voll ein.
In der konservativen Zeitung „Moskowskie Wjedomosti“ und der progressiven Zeitung „Rjetsch“ erscheint eine Serie über den „perversen Starez“, seinen Lebenswandel, seine „Schwestern“, seine „Opfer“, seine „Dokrtin, das Nachgeben fleischlicher Gelüste stelle keine Sünde dar, sondern eröffne im Gegenteil den Weg zur religiösen Ekstase“, die Rasputin „daher am besten nackt in Gesellschaft nackter Frauen“ erreiche.
Je nach Ausrichtung des Blattes wurde mehr oder weniger über die Verbindung Rasputins mit der Zarenfamilie berichtet.
In der Zeitung „Russkoje Slowo“ war zum Beispiel folgendes zu lesen:
„Die Zeitungen sind voll von Enthüllungen über einen gewissen Grigorij Rasputin, der offenbar nicht nur die höhere Gesellschaft narrt, sondern auch die „Sphären“.
Über diesen Starez sind Wundergeschichten im Umlauf. Ein Hundertstel davon wäre für einen Normalsterblichen ausreichend für die Todesstrafe. (...) Skandale, Betrug, Betrogene etc (...) Man ist betroffen. Dann denkt man: Wie gut, dass bei uns so strenge Sitten herrschen – doch den [höheren] „Sphären“ schaut man nicht auf die Finger. (...)
Doch es ist ganz klar, dass diese Rasputins, Iliodors – und wie sie alle heißen – nichts anderes als Marionetten sind in irgendwelchen Händen (...) Und deshalb ist es auch so schwer, Rasputin zu entfernen ...“.
Es war also schon fatal, dass aufgrund des Verheimlichens der Krankheit des Zarewitschs nicht erklärt werden konnte, warum Rasputin nicht entfernt wurde. Doch schließlich musste der Zar Rasputin doch Hausverbot erteilen.
Der Mönch Iliodor verteidigt Rasputin
Der Mönch Iliodor, zu dieser Zeit noch Anhänger Rasputins - im Jahr 1914 organisierte er das Attentat - antwortete auf diese Anschuldigungen:
„Der begnadetete Starez Grigorij weist alle Anzeichen auf, von Gott ausersehen zu sein: durch dessen Gnade vermochte er sein Fleisch zu besiegen, Wunder zu vollbringen, in die Zukunft zu schauen, Dämonen auszutreiben, und sein Geist steht mit der göttlichen Gnade in Verbindung...“.
Rasputins öffentliche Skandale
Rasputin sorgte schon von Anfang an für Skandale. Allerdings betrafen sie in den ersten Jahren in Petersburg stets seinen Umgang mit Frauen. Alkohol mied Rasputin. Dies änderte sich erst 1912, und von da an wurde sein Verhalten immer ausfallender.
Stellvertretend für die vielen Skandale Rasputins soll der Skandal am 26. März 1915 in Moskau beschrieben werden. Der Chef der Geheimen Sicherheitspolizei, General Spiridowitsch beschreibt ihn:
Rasputins Ausstrahlungskraft
„Der Abend, den das Moskauer Restaurant ‚Jar‘ veranstaltete, endete mit einem großen Skandal. Mit der Zunahme der Spekulationen bei Kriegslieferungen spielte auch Moskau in Rasputins Aktivitäten eine Rolle. Mehrere aktive Moskauer Geschäftemacher hatten Rasputins Bekanntschaft gemacht und für ihre Transaktionen eingesetzt.
Am 26. März erschien Rasputin gegen elf Uhr abends in Begleitung zweier Damen und des Journalisten N.I.Sojedow, der auch Geschäfte betrieb. Alle hatten viel getrunken (...) Rasputin war betrunken, tanzte und ließ sich zu intimen Bemerkungen gegenüber den Zigeunern hinreißen.
‚Diesen Kaftan hat mir die Alte gemacht‘, lallte er – und erklärte anschließend, dass er mit der ‚Alten‘ die Zarin meinte. Nach einer weiteren Tanzrunde meinte er: ‚Was würde sie (die Zarin) wohl sagen, wenn sie mich hier so sähe!‘
Das Betragen Rasputins wurde völlig unzumutbar und nahm sexualpathologische Züge an. Er entblößte sein Geschlechtsorgan und stellte es allgemein zur Schau, wobei er sich weiter mit den Sängerinnen unterhielt (...) Der Kapellmeister gab Rasputin zu verstehen, dass er dieses Verhalten nicht länger dulden könne, doch Rasputin erwiderte: ‚Ich amüsiere mich immer so, wenn ich in Gesellschaft von Damen bin! ...‘".
Da Journalisten anwesend waren, konnte man in ganz Russland über den Vorfall lesen und er rief Empörung hervor.
Rasputins politischer Einfluss
Bis zum Jahr 1914 ergab sich der politische Einfluss Rasputins aus seiner Existenz als ein Mensch, der ein Verhalten zeigte, welches am Zarenhof nicht akzeptabel zu sein hatte. Er schadete dem Ansehen des Zaren allein durch seine Anwesenheit.
Politische Einflussnahme blockte der Zar ab. Dies änderte sich mit Kriegsbeginn. Der Zar fuhr an die Front und die Zarin (und Rasputin) blieben in St.Petersburg. Bald galt Rasputin als der eigentliche Herrscher in St.Petersburg.
siehe Hauptartikel Politischer Einfluss Rasputins.
Der Mord an Rasputin
Politischer Einfluss Rasputins
Die Verschwörer
Nach neuen Forschungen des Geheimdiensthistorikers Andrew Cook und des früheren Commanders der Metropolitan Police, Richard Cullen, aus dem Jahre 2004 mit einer neuen forensischen Analyse und Studium der offiziellen Akten wurde Rasputin von Prinz Felix Jussupow, einem engen Verwandten der Zarenfamilie, einem der wenigen Menschen des Petersburger Adels und Politik, denen Rasputin noch vertraute, seinem Mitverschwörer Wladimir Purischkewitsch, Großfürst Dimitri Pawlowitsch Romanow, der Lieblingsneffe der Zarin und anderen ermordet. Auch ein Mitarbeiter des britischen Geheimdiensts, Oswald Rayner war zu dieser Zeit mit einem Mordauftrag in Petersburg, um Rasputins Einsatz beim Zaren für einen Separatfrieden zwischen Russland und Deutschland zu sabotieren. Nach heutigem Wissen hatte Rasputin in solchen Dingen aber keinen Einfluss auf den Zaren. Es ist aber nicht bekannt, dass Oswald Rayner an dem Attentat beteiligt war.
„Ein weiterer Mitverschwörer war der Großfürst Dimitri Pawlowitsch Romanow, der Lieblingsneffe der Zarin.“
Die Geschichte des Attentats auf Rasputin am 16. Dezember 1916 in Petrograd (Petersburg) klingt eher wie ein schlechter Roman als nach einem historischen Ereignis. Und doch haben sich die Ereignisse, nach Aussage der Beteiligten, wie folgt entwickelt.
Rasputins Vorahnungen
Schon das ganze Jahr 1916 hindurch wurde Rasputin von Todesängsten und düsteren Vorahnungen heimgesucht. Anlässlich des Ostergottesdienstes im April 1916 in der Fjodorowkirche erlebt er eine Vision, die er einer seiner Freundinnen anvertraut:
„Man wird mich umbringen. Ich werde auf grausame Weise umkommen (...) Und dann sehe ich eine Menschenmenge vor mir – weit weg, in der Ferne, Volk, Grafen, Großfürsten – und alle ertrinken sie in Blut.“
Petrograd
Ab Herbst 1916 hatte Rasputin nach Aussagen seiner Töchter immer häufiger Todesgedanken. Als er einmal von einem Spaziergang heimkam, erzählte er seiner Tochter Maria, er habe gesehen, wie sich der Fluss Newa rot färbte vom Blut der Großherzöge.
Im November besuchte ihn sein Sohn Dimitri. Er verabschiedete sich von ihm mit den Worten: „Lebe wohl, Mitja, wir sehen uns nie wieder.“ Doch dann zögerte er und fügte hinzu: „Wenn ich bis Weihnachten überlebt habe, dann werde ich noch lange leben.“
Im gleichen Monat besuchte der Zar Rasputin. Der Zar musste an die Front zurück und bat Rasputin wie üblich um seinen Segen. Doch dieses Mal sagte Rasputin: „Du solltest lieber mich segnen.“ Wie sich zeigte, sahen sich die beiden Männer nie wieder.
Im Dezember schrieb Rasputin an seine Familie einen Abschiedsbrief, den seine Tochter Maria nach seinem Tod veröffentlichte. Er schrieb: „Meine Stunde wird bald schlagen. Ich habe keine Angst. Ich weiß aber, es wird eine bittere Stunde sein....Ich trauere um euer Leben und um meines. Unzählige Menschen werden sterben.“
Am 15. Dezember, also am Tag vor dem Mord, eröffnete Rasputin auf der Bank Sparkonten für seine beiden Töchter Maria und Warja und übertrug den größten Teil seines Geldes auf diese neuen Konten. Am gleichen Tag bemerkten die Töchter, wie Rasputin seine gesamte Korrespondenz der letzten Jahre verbrannte. Wie sich nach seinem Tod zeigte, hatte Rasputin seinen gesamten Nachlass in Ordnung gebracht.
Der Mord
Petrograd
Am 16. Dezember wurde Rasputin spät abends zu einem geselligen Zusammensein im Haus Jussupows abgeholt – der Mord begann. Die Vorgänge bei diesem Mord sind nicht völlig geklärt, schließlich gab es nie eine polizeiliche Untersuchung über den Mord, aber nach Aussagen der Attentäter - der Fürst Jussupow schrieb später ein Buch über diese Tat - ereignete sich folgendes:
Rasputin sollte vergiftet werden. Die Mörder hatten dafür Leckereien und Wein mit Zyankali präpariert. Rasputin aß und trank mit bestem Appetit, aber nichts passierte. Eigentlich hätte schon der erste Bissen oder der erste Schluck tödlich sein müssen, aber je mehr Rasputin aß und trank, desto munterer wurde er. Der einzige Effekt des Zyankalis waren zeitweise starke Magenschmerzen, welche Rasputin durch Trinken von weiterem (vergiftetem) Wein zu beheben suchte. Schließlich wollte er zu einem Restaurantbesuch aufbrechen.
Es gibt viele Vermutungen, warum das Zyankali bei Rasputin vielleicht nicht gewirkt haben könnte. Eine Vermutung ist, dass Rasputin an Achlorhydria, einem Mangel an Magensäure, erkrankt war, andere vermuten, dass der Zucker in Kuchen und Wein das Zyankali weggepuffert hat, aber vielleicht hat auch einfach jemand das Zyankali durch etwas anderes ausgetauscht oder es war etwas ganz anderes. Wir wissen es nicht.
Wie dem auch sei, um Rasputins Weggehen zu verhindern, wurde er vom Verschwörer Felix Jussupow mit einer Pistole niedergeschossen. Der polnische Arzt Dr. Stanisław Lasowert untersuchte daraufhin Rasputin und stellte seinen Tod fest. Doktor Lasowert und ein weiterer Mitverschwörer, Leutnant Suchotin, packten daraufhin Rasputins Habseligkeiten zusammen und fuhren weg, um sie verschwinden zu lassen. Nachdem sie weggefahren waren, wollte Fürst Jussupow sein Werk, den toten Rasputin, noch einmal begutachten.
Zyankali
Als Jussupow Rasputin anfasste, kam dieser wieder zu sich. Fürst Jussupow berichtete später, als er wieder in Rasputins Augen geblickt hätte, sei er plötzlich wie gelähmt gewesen und hätte sich nur mit größter Mühe von Rasputin befreien können. Rasputin lief ins Freie. Dort wurde er jedoch von den Verschwörern verfolgt, und erneut niedergeschossen. Dies wurde allerdings von einem Polizisten gehört, womit die Täter bekannt waren.
Der regungslose und vermeintlich tote Rasputin wurde zusammengebunden und in den Fluss Newa geworfen. Die Täter hofften, dass Rasputin unter dem Eis in die Ostsee gespült werde, um für immer zu verschwinden. Rasputin wurde auch unter eine Eisscholle getrieben, unter der er ertrank, er wurde aber recht schnell gefunden. Die Körperhaltung des Toten zeigt, dass er im Wasser noch versucht hatte, sich von seinen Fesseln zu befreien.
Rasputins Prophezeihung
Zyankali
Es gibt einen Brief Rasputins an den Zaren, über dessen Weitergabe Unklarheit besteht. In manchen Büchern steht, dass nach Rasputins Tod sein Sekretär Simonowitsch in seinem Nachlass diesen Brief gefunden und an den Zaren weitergereicht hätte. In anderen Büchern steht, die Zarin hätte diesen Brief zum Zeitpunkt des Mordes bereits besessen. Unabhängig davon lautet Rasputins Botschaft in diesem Brief an den Zaren:
„Ich schreibe und ich lasse hinter mir diesen Brief in St. Petersburg. Ich fühle, dass ich vor dem ersten Januar mein Leben verlieren werde. Ich möchte dem russischen Volk, dem Zar, der Zarin, ihren Kindern, allen Russen, bekannt machen, was sie verstehen müssen.
Falls ich von gewöhnlichen Attentätern ermordet werde, besonders durch meine Brüder, den russischen Bauern, dann hast du, der Zar, nichts zu befürchten für deine Kinder. Sie werden über hunderte von Jahren Russland regieren.
Falls ich jedoch von Bojaren, von Adligen, ermordet werde, falls sie mein Blut vergießen werden, dann werden ihre Hände 25 Jahre lang befleckt sein mit meinem Blut und sie werden mein Blut nicht abwaschen können. Sie werden Russland verlassen müssen. Brüder werden Brüder ermorden. Sie werden einander töten und sie werden einander hassen. 25 Jahre lang werden keine Adligen im Land sein.
Zar von Russland, wenn du die Glocke hörst, welche dir sagt, dass Grigori ermordet wurde, dann musst du folgendes wissen: Wenn es deine Verwandten waren, welche meinen Tod verursacht haben, dann wird niemand aus deiner Familie, kein Kind deiner Verwandten, noch länger als 2 Jahre am Leben bleiben. Sie werden getötet durch das russische Volk.
Ich gehe und ich fühle in mir den göttlichen Auftrag, dem russischen Zar zu sagen, wie er leben muss, wenn ich verschwunden bin. Du must nachdenken und klug handeln. Denke an deine Sicherheit und erzähle deinen Verwandten, dass ich mit meinem Blut für sie bezahlt habe. Ich werde getötet werden. Ich bin nicht länger unter den Lebenden. Bete, bete, sei stark und denke an deine gesegnete Familie - Grigori .“
Dieser Brief wurde geschrieben am 24. November 1916. 23 Tage später wurde Rasputin ermordet und bei diesem Mord waren 2 enge Verwandte des Zaren beteiligt - und 19 Monate nach Rasputins Tod war auch die gesamte Zarenfamilie durch die aufständigen Bolschewiken ausgelöscht.
Zyankali
Rasputins Geistheilungen
Übersicht
Zyankali
Es ist etwas verwegen, zu bestimmt über Rasputins Heilungstechnik zu reden. Es ist hier Vorsicht angebracht. Es gibt jedoch deutliche Hinweise, dass Rasputin zur Heilung eine Mischung aus sibirischem Schamanismus und dem Christentum verwendete. Da der Schamanismus ein eigenes Kapitel dieser Enzyklopädie ist, hier nur soviel.
Im sibirischen Schamanismus wird geglaubt, dass der Schamane Kranke heilen kann. Er kann entweder heilen, indem er seine eigene Seele auf die so genannte Jenseitsreise schickt. Diese Astralreisen sind für den Schamanen geistig wie körperlich außerordentlich anstrengend und oft auch schmerzhaft. Zur Unterstützung sind sie oft mit speziellen Riten verbunden.
Er kann aber auch, als starker Schamane, die Krankheit des zu Heilenden auf sich nehmen und bekämpfen, und so den schwachen Kranken entlasten.
Dieses Schamanentum wurde von Rasputin verbunden mit seiner tief empfundenen christlichen Religiosität, seinem tiefen Glauben an Gott und seiner Verehrung der Gottesmutter Maria. So fiel er bevorzugt vor einer Ikone von Maria auf die Knie, bevor er mit dem Ritus begann.
So geschah es auch im Oktober 1912, als der Zarewitsch bereits die Sterbesakramente erhalten hatte. Rasputin sagte zu seiner Tochter, als er von der Erkrankung erfuhr: „Nun hilft nur noch der große Ritus“ und er fiel vor einem Bildnis von Maria auf die Knie, um mit tiefster Inbrunst, höchster Anspannung und strömendem Schweiß zu beten.
Nach vollbrachtem Gebet gab es für ihn keinen Zweifel: Die Arbeit war erfolgreich, der Zarewitsch wird wieder gesund und er meldete dies mit einem Telegramm an die Zarin.
Es ist hier nützlich, von abstrakten Äußerungen zu realen Heilungsfällen überzugehen. Dass Rasputin Heilungskräfte hatte, ist durch seine Aktionen beim Zarewitsch sicher überliefert. Wie er es machte, sollen die folgenden Schilderungen von betroffenen Zeitgenossen zeigen. In manchen Details mögen die Schilderungen subjektiv sein, im wesentlichen beschreiben sie aber die Handlungsweise Rasputins.
Heilungsberichte
Bericht von Olga Alexandrowna, der Zarenschwester
Olga Alexandrowna, die Schwester des Zaren, eine nüchterne und realistische Frau, welche Rasputin nie mochte, schrieb über die Heilung des Zarewitschs im Jahr 1907 folgendes:
„Aleksej war knapp drei Jahre alt und beim Spielen im Park von Zarskoje Selo gestürzt. Er weinte nicht einmal, sein Bein zeigte keine größere Wunde, doch der Sturz hatte innere Blutungen in Gang gesetzt, und innerhalb weniger Stunden litt er unter größten Schmerzen... Es war die erste Krise von so vielen, die folgen sollten. Das arme Kind lag da, den kleinen Körper gekrümmt vor Schmerzen, das Bein schrecklich geschwollen, unter den Augen dunkle Ränder. Die Ärzte waren hilflos... Nun sandte Alicky (die Zarin) eine Nachricht an Rasputin nach Petersburg. Er kam nach Mitternacht in den Palast. Am Morgen traute ich meinen Augen nicht: der Kleine war nicht nur am Leben, sondern gesund. Das Fieber war weg, die Augen waren klar und hell - und keine Spur mehr von der Schwellung am Bein! Der Schrecken des Vorabends schien wie ein unglaublicher Alptraum. Ich erfuhr von Alicky, dass Rasputin das Kind nicht einmal berührt hatte, sondern nur am Fußende des Bettes gestanden und gebetet hatte."
Bericht von Franzjewna Dschanumowa
Jelena Franzjewna Dschanumowa, eine Moskauer Bekannte erklärte: „Es hat sich etwas merkwürdiges ereignet, als meine Tochter in Kiew todkrank war. Rasputin kam zu mir und nahm meine Hand. Sein Gesicht veränderte sich völlig – er wurde totenbleich, gelb, wächsern und wie vor Schreck erstarrt. Er verdrehte seine Augen, so dass man nur das Weiße sehen konnte. Dann nahm er meine Hände, ruckartig, und rief mit betäubender Stimme: „Sie wird nicht sterben, sie wird nicht sterben, sie wird nicht sterben!“
Schamanismus
Dann ließ er meine Hände los, in sein Gesicht kehrte wieder die natürliche Farbe zurück, und er nahm das Gespräch wieder auf, wo er es abgebrochen hatte, als ob nichts geschehen wäre. Ich wollte noch am gleichen Tag nach Kiew reisen, als ich im letzten Moment ein Telegramm erhielt:
„Alice geht es besser, das Fieber ist gefallen.“ - Auf meine Bitte hin, den Vorgang zu wiederholen, antwortete Rasputin: „Das ist nicht von mir gekommen, sondern von oben. Es ist unmöglich, das zu wiederholen.“...“
Jelena Dschanumowa berichtet auch über die Kleinigkeiten, für die Rasputin am Zarenhof gebraucht wurde. Als sie sich gerade mit ihm in einer Abendgesellschaft befindet, kommt ein Anruf für Rasputin. Er nimmt den Hörer:
„Wie? Alexej (der Zarewitsch) schläft nicht? Er hat Ohrenschmerzen? Rufen Sie ihn ans Telefon...- Also was ist das denn, Aljoscha, spielt man um Mitternacht Tag? Du hast Schmerzen? Lass diese Dummheiten. Geh sofort ins Bett. Dir tut das Ohr gar nicht weh. Es tut dir nicht weh, sage ich dir. Hörst du? Schlafe!“
Eine Viertelstunde später läutet wieder das Telefon. Alexej habe keine Schmerzen mehr und schlafe friedlich.
Bericht von Aron Simanowitsch
Aron Simanowitsch, ein Vertreter der jüdischen Gemeinde Petersburgs, Juwelier und Edelsteinhändler, erklärte: „Mein Sohn wurde von einer Krankheit heimgesucht, die als unheilbar gilt. Sein rechter Arm zitterte ständig, und seine ganze rechte Seite war gelähmt. Ich brachte ihn in Rasputins Wohnung und legte ihn dort hin, dann ging ich weg. Nach einer Stunde kam mein Sohn nach Hause – geheilt.
Er berichtete, Rasputin hätte sich zu seiner Rechten auf einen Stuhl gesetzt, die Hände auf seine Schultern gelegt, ihm fest in die Augen gesehen und sei plötzlich von einem Schüttelfrost erfaßt worden. Dieser sei allmählich vergangen und Rasputin habe sich beruhigt. Unerwartet sei er aufgesprungen und habe ihn angeschrien: „Lauf nach Hause!“...“
Bericht von Anna Wyrubowa
Schamanismus
Ein Beispiel für die Wirkung Rasputins, die die grenzenlose Bewunderung der Zarin für ihn verständlich macht, ist folgendes: Der Zarewitsch Alexej wird von starkem Nasenbluten befallen, das für alle von Hämophilie Betroffenen lebensgefährlich ist.
Der Zug mit dem Thronfolger wird nach Zarskoje Sjelo, wo sich die Zarin befand, zurückbeordert. „Ich sah, wie das Kind äußerst behutsam vom Zug in den Palast transportiert und in sein Zimmer gebracht wurde“, erzählt Anna Wyrubowa, die engste Vertraute der Zarin, „Das kleine Gesicht war wächsern, in den Nasenlöchern staken Wattebäusche voll Blut.
Professor Fjodorow und Doktor Djerewjenko bemühten sich um ihn, aber sie konnten den Blutfluss nicht einmal verringern. Als sie zu einem letzten Mittel greifen wollten, für das sie die Drüse eines Meerschweinchens beschaffen mussten, bat die Zarin mich, Rasputin zu rufen.
Rasputin kam, ging mit dem Herrscherpaar zu Alexej, segnete den Zarewitsch, sagte den Eltern, es wäre nicht gefährlich, sie sollten sich nicht beunruhigen – drehte sich um und ging. Das Nasenbluten hörte auf. Die Ärzte sagten, das sei ihnen absolut unbegreiflich. Aber es ist eine Tatsache.“
Bericht von Rasputins Tochter Maria
Nach den großartigen Feierlichkeiten des hundertsten Jahrestags der Schlacht von Borodino bei Moskau (wo 1812 die Armee Napoleons angehalten wurde), macht sich die Zarenfamilie auf zu einem großen Fest in Spala. Auf dem Weg dorthin verletzt sich der Zarewitsch und es kommt zu einer inneren Blutung. Es ist der 2. Oktober 1912.
Zunächst versucht man den Schein zu waren, das Fest nimmt seinen Lauf und Zar und Zarin nehmen daran teil. Nachdem aber die den Zarewitsch betreuenden Ärtze Botkin und Fjodorow dem Zarewitsch offenbaren, nicht mehr helfen zu können, werden der Chirurg Ostrowskil und der Kinderarzt Rauchfuß aus der Hauptstadt herbeigeholt. Aber auch sie können nicht helfen und lassen der Zarenfamilie wenig Hoffnung.
Am 10. Oktober erhält Alexej die Sterbesakramente. Erstmals wird ein Bulletin über die Erkrankung des Thronfolgers herausgegeben – eine vorsichtige Vorbereitung der Öffentlichkeit auf den Tod des Zarjewitschs. Am 11. Oktober bittet die Zarin Anna Wyrubowa, Rasputin zu telegrafieren und um seine Hilfe zu bitten.
Schamanismus
Rasputins Tochter Maria erzählte, was nach der Ankunft des Telegramms bei Rasputin passierte. Rasputin kniete vor die Ikone der Gottesmutter Maria und verfiel danach in eine Art Schwächezustand. Dann begann er sein Gebet: „...Heile Deinen Sohn Alexej, wenn es dein Wille ist. Verleih ihm meine Kraft, Gott, auf dass sie seiner Genesung diene... - Vater sah so sonderbar aus – so krank, dass mich Furcht ergriff.“... Schließlich versagte ihm die Stimme und er musste einhalten.
Sein Gesicht, das weiß war wie ein Laken, war von Anstrengung entstellt, sein Atem ging stoßweise. Der Schweiß rann ihm von der Stirn über die Wangen. Seine gläsernen Augen blickten leer. Er stürzte rücklings auf den Boden, das linke Bein angezogen. Es schien, als wehrte er sich gegen einen Todeskampf.
Ich glaubte, dass er sterben würde, zwang mich aber, den Raum zu verlassen. Dann brachte ich meinem Vater Tee. Er war noch immer bewusstlos. Ich kniete an seiner Seite nieder und betete.
Nach einer Ewigkeit schlug er die Augen auf und lächelte. Gierig trank er den erkalteten Tee. Nach wenigen Augenblicken war er wieder ganz zu sich gekommen. Er weigerte sich jedoch, über das Vogefallene zu sprechen und sagte nur: „Gott hat die Genesung gewährt“.
Zwei Jahre darauf sah ich ihn wieder aus einem tiefen Schlaf erwachen, der dem Tode glich und ihn fast das Leben gekostet hätte. Aber auch diesmal gelang es mir nicht, das Geheimnis zu ergründen.
Pjotr Badmajew, der tibetanische Kräutersammler und Wunderdoktor, erklärte mir, dass die Lamas seiner Heimat dadurch Heilungen vollbrächten, dass sie die Krankheit des Patienten in ihren eigenen Körper aufnähmen. Ihre starke Konstitution würde mit dem Übel fertig, was dem Leidenden ermöglichte, wieder gesund zu werden. Badmajew behauptete, dass Vater sich dieser Methode bediente...".
Unabhängig davon, wieviel Christentum und wieviel Schamanismus bei Rasputin mitspielte, am 11. Oktober ist Rasputin erfolgreich, und schickt das berühmte Telegramm an die Zarin: „Hab keine Angst. Gott hat Deine Tränen gesehen und Deine Gebete gehört. Dein Sohn wird leben...“.
Als das Telegramm am 12. Oktober Spala erreicht, ist der Zarewitsch schon auf dem Weg der Besserung.
Bericht von Fürst Felix Jusupow
Der junge Fürst Felix Jusupow, der Reichtum seiner Familie übersteigt selbst den des Zaren und im Jahr 1916 wird er Rasputin ermorden, möchte den Künsten Rasputins auf die Schliche kommen, und schützt Kopfschmerzen vor, um eine Behandlung von Rasputin zu erlangen. Seine Behandlung schildert er so:
„Der Starez ließ mich auf den Diwan legen, pflanzte sich vor mir auf und fixierte meine Augen; dabei strich er mir über die Brust, den Hals und den Kopf. Plötzlich fiel er auf die Knie und begann – wie mir scheint – zu beten; seine Hände ließ er auf meiner Stirne ruhen. Ich sah sein Gesicht nicht, so tief war sein Körper gesenkt. Diese Haltung nahm er lange ein – um sich dann brüsk zu erheben und über meinem Kopf Handbewegungen zu machen.
Seine hypnotische Kraft war gewaltig; ich spürte förmlich, wie sie mich beschwerte und sich eine Wärmewelle in meinem Körper ausbreitete. Mir war, als sei ich gelähmt. Ich wollte sprechen, aber meine Zunge gehorchte mir nicht und ich fiel in einen leichten Schlaf. Ich sah nur mehr seine Augen vor mir, von denen ein seltsames phosphoreszierendes Leuchten ausging, das am Ende nur mehr ein leuchtender Kreis war, in welchem seine Augen verschwammen....“
Rasputin über sich selbst
Rasputin selbst sagte über sich: „Zuerst rufe ich Gott an und ich sage mir, den betreffenden Menschen zu lieben, und versuche zu verstehen, woher sein Leiden kommt. Wenn man ihn nicht lieben kann, hat man keine Chance ...“.
Rasputins Hellsichtigkeit
Schamanismus
Übersicht
Während der ganzen Zeit Rasputins als Geistheiler war er auch berühmt für eine erstaunliche Hellsichtigkeit und so sollen auch einige Fälle hier aufgelistet werden. Es scheint, dass Rasputin, der Menschen auch auf große Entfernungen hin gesundheitlich beeinflussen konnte, auch Gedanken anderer Menschen aufnehmen konnte. Die folgenden Beispiele legen dies nahe.
Berichte
Der Mord an Pjotr Stolypin
Pjotr Stolypin war russischer Ministerpräsident und ein scharfer Gegner Rasputins. Stolypin ließ ein Dossier mit den Verfehlungen Rasputins anlegen, welches er dem Zar vorlegte, um den Zar zu überzeugen, Rasputin vom Zarenhof fernzuhalten.
In dieser Hinsicht erregte es einiges Aufsehen, dass Rasputin den Tod Stolypins 7 Tage vor dem Mord voraussagte. Stolypin wurde am 1.September 1911 ermordet. Folgendes geschah:
Schamanismus
In Moskau sollte ein großer Festakt mit Anwesenheit der Zarenfamilie und des Ministerpräsidenten Stolypin stattfinden. Als die Herrscher eintreffen und sich ihr Zug mit Begleitern durch die Stadt bewegt, ist auch Rasputin in der Menge, die die Straßen säumt.
Anschließend erzählt er: „Die Zarin sah mich und gab mir mit ihrem Kopfnicken ein Zeichen, das ich mit meiner segnenden Hand beantwortete, doch als der Wagen mit Stolypin auftauchte, erzitterte ich am ganzen Körper. Ich sah den Tod über ihm, den Tod...“.
Am 1. September wurde Stolypin während einer Theatervorstellung erschossen.
Anna Wyrubova berichtet
Anna Wyrubowa, die engste Vertraute der Zarin, die Rasputins Fähigkeiten später noch am eigenen Leib erlebte, berichtete: „Ich erzähle einen Fall, der erklärt, was er für ein Gespür hatte – mag es jeder nennen, wie er will.
Ich erinnere mich daran, wie in der Kirche ein Mann an ihn herangetreten ist und ihn bat, für ein krankes Familienmitglied zu beten. - „nicht mich sollst du darum bitten – bete lieber zur heiligen Xenia!“ antwortete er ihm. Woraufhin der Mann überrascht ausrief: „Woher konnten Sie wissen, dass meine Frau Xenia heißt?“
Ich könnte Hunderte solcher Beispiele anführen; selbst wenn man sie in dieser oder jener Form erklären kann – weit erstaunlicher noch sind seine Voraussagen für die Zukunft, die eingetroffen sind.“
Basil Schulgin berichtet
Basil Schulgin, ein Mitglied der 2. bis 4. Duma, berichtet, Rasputin habe sich als Gast im Salon der Baronin Ixkuel aufgehalten und plötzlich aufgeregt gerufen: „Ich muß weggehen... ein Feind kommt... er kommt hierher...“ - Im nächsten Augenblick habe es an der Tür geklingelt. Daraufhin wurde die Ankunft einer Person angekündigt, die Rasputin gegenüber ablehnend gesinnt gewesen sei.
Und in Kiew habe Rasputin in seiner Anwesenheit einer Bettlerin Geld gespendet und dabei unvermittelt gesagt: „Die Arme, sie weiß gar nicht, daß in diesem Augenblick ihr Kind stirbt. Sie wird nach Hause kommen und es sehen...“ Und auf die erstaunte Nachfrage Schulgins habe Rasputin ihm geantwortet: „Ich kann es bezeugen, das Kind ist tot. Ich habe es gesehen.“ - Und Schulgrin betonte, dass sich diese Ahnung bewahrheitete.
Literatur
Über Rasputins Ermordung berichtet einer seiner Mörder:
- Felix Jussupoff: Rasputins Ende. Erinnerungen. Insel, Frankfurt 1990, ISBN 3-458-32982-X
Rasputins Leben, beziehungsweise die Legenden, die sie darum ranken, gaben vielen Autoren Stoff für Romane. Eine der bekanntesten ist sicherlich die von Günter Grass in seinem Roman Die Blechtrommel, in dem es über Rasputin heißt:
Rasputins Tod ging mir nach:
man hat ihn mit vergifteter Torte, vergiftetem Wein vergiftet,
dann, als er mehr von der Torte wollte, mit Pistolen erschossen,
und als ihn das Blei in der Brust tanzlustig stimmte, gefesselt
und in einem Eisloch der Newa versenkt.
Vor allem die Legende, dass Rasputin ein unglaublicher Liebhaber gewesen sei, veranlasste viele Autoren zu Spekulationen und Ausmalungen.
Verfilmungen
- Hellboy, USA 2004, (Regie) Guillermo del Toro
- Anastasia, USA 1997, (Regie) Don Bluth und Gary Goldman
- Rasputin, USA, 1996, (Regie) Uli Edel
- Rasputin - Orgien am Zarenhof Deutschland, 1983, (Regie) Ernst Hofbauer
- Agonia Rasputin, Gott und Satan, Agonie UdSSR, 1974-82, (Regie) Elem Klimow
- Ich tötete Rasputin, Frankreich/ Italien, 1966, (Regie) Robert Hossein
- Rasputin, der Dämon von Petersburg, Italien/ Frankreich, 1959, (Regie) Pierre Chenal
- Rasputin (1954), (Regie) Georges Combret
- Rasputin (1938), (Regie) Marcel L'Herbier
- Rasputin, der Dämon der Frauen D, (1932) (Regie) Adolf Trotz
Musik
Rasputin wurde 1978 von Boney M als "Lover of the Russian Queen" besungen.
Samsas Traum (Alexander Kaschte) beschreibt ihn in dem Lied "Ein Foetus wie Du" (Tineoidea oder: Die Folgen einer Nacht, 2003) als den "leader of the russian queen".
Weblinks
-
- [http://www.medicine-worldwide.de/persoenlichkeiten/rasputin.html Rasputin der Mediziner]
- [http://www.rasputin.de.ki Homepage über Rasputin]
Rasputin, Grigori Jefimowitsch
Rasputin, Grigori Jefimowitsch
Rasputin, Gregori Jefimowitsch
Rasputin, Gregori Jefimowitsch
ja:ラスプーチン
Russische Sprache
Die russische Sprache (früher auch Großrussisch genannt) ist die slawische Sprache mit den meisten Sprechern. Sie bildet zusammen mit dem Ukrainischen (früher auch als Kleinrussisch bezeichnet), dem Weißrussischen und dem Russinischen die Gruppe der ostslawischen Sprachen. Die russische Standardsprache beruht auf den mittelrussischen Mundarten der Gegend um Moskau.
Russisch wird von etwa 180 Millionen Menschen als Muttersprache gesprochen, von denen etwa 130 Millionen in Russland leben. Es ist Amtssprache in Russland, Weißrussland (zusammen mit Weißrussisch), Kasachstan (zusammen mit Kasachisch) und der zur Ukraine gehörenden Autonomen Republik Krim (zusammen mit Ukrainisch). In diesen und weiteren Staaten auf dem Gebiet der ehemaligen Sowjetunion ist es sowohl Muttersprache eines Teiles der Bevölkerung als auch Sprache eines großen Teiles des öffentlichen Lebens. Die russische Sprache ist ebenso eine verbreitete Sprache für Wissenschaft, Kunst und Technik. Zählt man die Zweitsprachler hinzu, kommt man auf etwa 300 Millionen Sprecher.
Alphabet
Russisch wird mit dem russischen Alphabet geschrieben (rus.: русский алфавит od. русская азбука), das dem kyrillischen Alphabet (rus.: кириллический алфавит od. кириллица) entstammt.
Seit der letzten Rechtschreibreform im Jahre 1918 besteht das russische Alphabet aus 33 Buchstaben. Davon dienen 10 Buchstaben zur Wiedergabe der Vokale, und zwar: а, е, ё, и, о, у, ы, э, ю und я. Die übrigen 22 Buchstaben werden zur Wiedergabe von Konsonanten verwendet, wobei die Buchstaben ъ und ь nicht zur Nachbildung bestimmter, eingenständiger Laute, sondern als Indikatoren für die Härte oder Weichheit vorangehender Konsonanten dienen [mehr dazu siehe unter: Russische Phonetik].
Siehe auch: Russische Rechtschreibreform von 1918
Aussprache
Die Aussprache der russischen Sprache bezeichnet die Phonetik und die Phonologie der russischen Standardsprache. Im weiteren Sinne kann darunter auch die Aussprache in verschiedenen Varietäten (Dialekten und Mundarten) der russischen Sprache verstanden werden.
Tonalität
Russisch ist eine nicht-tonale Sprache, d.h. die Tonhöhe der Vokale hat keinen Einfluss auf die Bedeutung eines Wortes. Auch wie im Deutschen wird im Russischen innerhalb oder am Ende eines Satzes unterschiedliche Stimmhöhe benutzt, um z.B. einen Aussagesatz von einem Frage- oder Ausrufesatz kenntlich zu machen. Die Stimmhebung oder -senkung dient hier aber dazu, um die Bedeutung eines Satzes zu ändern oder dessen bestimmte Teile klanglich hervorzuheben. In tonalen Sprachen hingegen ändert der Ton die Bedeutung einzelner Wörter.
Wortbetonung
Die Betonung eines Wortes (der Wortakzent) hat im Russischen eine wichtige und häufig eine sinnunterscheidende Bedeutung. Falsch betonte Wörter können zu Verständnisschwierigkeiten führen, insbesondere dann, wenn sie aus dem sprachlichen Kontext isoliert oder einzeln ausgesprochen werden. In der sprachwissenschaftlichen Literatur wird die russische Wortbetonung u.a. als frei und beweglich bezeichnet. So werden z.B. durch die Verlagerung der Betonung innerhalb einiger russischen Wörter ihre unterschiedlichen Flexionsformen gebildet.
Für eine ausführliche Darstellung siehe: Wortbetonung in der russischen Sprache
Phonetik
Die phonetische Struktur der modernen russischen Standardsprache zählt 42 bedeutungsunterscheidende Einzellaute (Phoneme), die sich wiederum in 6 Vokal- und 36 Konsonantenlaute aufteilen lassen. Das umfangreiche Phoneminventar des Russischen erklärt sich durch eine für slawische Sprachen typische Besonderheit der Aussprache, und zwar werden die meisten russischen Konsonanten sowohl hart als auch weich (palatalisiert) ausgesprochen. Hierbei handelt es sich aber nicht um so genannte Phone, sondern um einzelne Phoneme, denn jede dieser Aussprachevarianten ist bedeutungsunterscheidend. Einige russische Dialekte haben einen spezifischen Phonembestand, in dem einige Konsonanten vorwiegend hart bzw. palatalisiert oder etwas anders (z.B. guttural) ausgesprochen werden.
Die Aussprache russischer Vokale und Konsonanten variiert in Abhängigkeit davon, welche Position sie in einem Wort einnehmen. Dabei unterscheidet man bei Vokalen zwischen einer betonten und einer unbetonten Position. So wird beispielsweise das "o" als [o] in betonter und als [a] oder [ə] in unbetonter Position ausgesprochen. Die Aussprache vieler russischen Konsonanten wird wiederum durch andere, ihm nachfolgende Konsonanten bestimmt. So werden u.a. alle stimmhaften Konsonanten nicht nur am Wortende stimmlos ausgesprochen, sondern auch dann, wenn sie einem anderen stimmlosen Konsonanten vorangehen.
Im Unterschied zum Deutschen ist die Länge der Vokale im Russischen weder bedeutungsunterscheidend (wie z.B. in Stiel – still) noch für die richtige Aussprache eines Wortes ausschlaggebend. Die betonten Vokale werden in der Regel halblang ausgesprochen. Die unbetonten Vokale sind dagegen kurz und unterscheiden sich häufig von den entsprechenden betonten Vokalen auch qualitativ. Im Russischen gibt es keine Diphthonge. Sowohl Doppelvokale als auch zwei unterschiedliche, aufeinander folgende Vokale werden stets als einzelne Laute ausgesprochen (wie z.B. in Kooperation, aktuell, Museum, geimpft).
Für eine ausführliche Darstellung der russischen Phonetik siehe: Russische Phonetik
Grammatik
Wie die meisten slawischen Sprachen ist auch das Russische stark flektierend. In einer flektierenden Sprache ändert sich die Gestalt eines Wortes innerhalb diverser grammatischen Kategorien, und zwar einerseits durch Hinzufügung von Affixen (schwache od. äußere Flexion) oder durch Veränderung des Wortstammes (starke od. innere Flexion). Für das Russische sind die beiden Flexionsarten charakteristisch. Im Falle der starken Flexion verändert sich der Stamm vieler russischen Wörter bei deren Beugung (Deklination, Konjugation, Komparation), und zwar durch Ablaut (z.B.: мыть - мою, жевать - жуёт), Konsonantenverschiebung (z.B.: возить - вожу) oder Hinzufügung bzw. Wegfall der Stammvokale (z.B.: брать - беру, один - одна). Dabei können die Attribute der schwachen und der starken Flexion jeweils einzeln oder in Kombination miteinander auftreten (z.B.: жечь - жёг - жгу).
Wortarten und deren grammatische Kategorien:
Auch wie im Deutschen werden im Russischen Substantive, Adjektive und Pronomen nach Kasus, Genus und Numerus gebeugt und Adverbien nur gesteigert. Russische Verben werden hingegen nicht nur nach Tempus und Numerus, sondern in der Vergangenheitsform auch nach Genus gebeugt. Anders als im Deutschen werden im Russischen auch Eigennamen (Personen-, Städte-, Ländernamen u.ä.) und Zahlwörter gebeugt. Außerdem kennt das Russische weder bestimmte noch unbestimmte Artikel. Für die Anzeige von Kasus, Genus und Numerus treten stattdessen zahlreiche Suffixe auf. Bei einer kleinen Gruppe russischer Wörter können grammatische Kategorien durch Verlagerung der Wortbetonung von einer auf die andere Silbe gebildet werden (mehr dazu siehe unter: Wortbetonung in der russischen Sprache). Weitere Wortarten im Russischen sind Präpositionen, Konjunktionen, Fragewörter, Interjektionen, Frage- und Modalpartikeln sowie die Verbpartikel «бы». In einem Satz bleiben sie immer ungebeugt.
Substantive:
Das Russische kennt drei grammatische Geschlechter und sechs grammatische Fälle (Kasus). Bei der Deklination wird innerhalb der grammatischen Geschlechter weiterhin nach belebten (d.h. Lebewesen) und unbelebten (d.h. Sachen) Substantiven unterschieden.
Verben:
Eine Besonderheit der meisten russischen Verben besteht darin, dass sie zwei unterschiedliche Formen haben, um eine Handlung im Zeitgeschehen als vollendet oder unvollendet zu spezifizieren. In der sprachwissenschaftlichen Literatur wird diese verbale Kategorie als Aspekt bezeichnet (mehr dazu siehe unter: Der Aspekt in der russischen Sprache).
Tempus:
Im Unterschied zum Deutschen gibt es in der russischen Standardsprache nur eine Vergangenheitsform, die häufig als Präteritum bezeichnet wird. Diese Bezeichnung beschreibt aber lediglich die Art und Weise, wie die Vergangenheitsform russischer Verben gebildet wird. Diese erfolgt ausschließlich durch Änderung der Gestalt eines Verbs, wie etwa durch Anhängen spezifischer Suffixe, und nicht durch zusätzliche Nutzung von Hilfsverben, wie etwa von Verben „haben“ oder „sein“ im Deutschen.
Syntax (Satzbildung):
Da das Russische stark flektierend ist, sind die gebeugten Formen vieler russischen Wörter oft einzigartig und entsprechen jeweils nur einer bestimmten grammatischen Kategorie. Deshalb ist die Verknüpfung einzelner Satzglieder im Russischen nicht so streng wie im Deutschen geregelt. So muss das Subjekt nicht notwendigerweise unmittelbar vor oder nach dem Prädikat gesetzt werden, ein Aussagesazt kann mit dem Prädikat anfangen oder enden. Innerhalb kurzer Sätze oder einzelner, geschlossener Satzteile kann die Wortfolge oft stark dennoch nicht willkürlich variieren, ohne dabei die Satzsemantik zu verändern. Insbesondere in der Poesie wird dieses besondere Merkmal der russischen Syntax häufig verwendet, indem Sätze zuweilen durch eine unübliche Umstellung der Wörter gebildet werden und somit die Reimfindung erleichtern.
Einige Unterschiede zwischen den Satzbildungsregeln im Deutschen und im Russischen können durch folgende Beispiele veranschaulicht werden:
- Im deutschen Satz „Maria fragt Jan.“ wird die Satzsemantik durch die Reihenfolge [Subjekt] → [Prädikat] → [Akkusativobjekt] bestimmt. Die Substantive, in diesem Fall die Eigennamen „Maria“ und „Jan“, weisen keine grammatischen Merkmale auf, die sie als Subjekt bzw. Akkusativobjekt erkennen lassen. Deshalb, sobald man die beiden Substantive miteinander vertauscht, ändert sich die Bedeutung des Satzes im Deutschen: „Jan fragt Maria.“. Im Russischen lassen sich die beiden Substantive durch ihre Flexionsformen eindeutig als Subjekt bzw. Akkusativobjekt erkennen. Die Bedeutung des Satzes „Мария спрашивает Яна.“ („Maria fragt Jan.“) wird im Russischen also nicht durch die Reihenfolge der Satzglieder, sondern durch deren Flexionsformen bestimmt. Deshalb ändert sich die Satzsemantik durch die Umstellung der Satzglieder nicht. Im russischen Satz wird es immer Maria sein, die Jan fragt und nicht umgekehrt: „Мария спрашивает Яна.“ oder „Мария Яна спрашивает.“ oder „Яна Мария спрашивает.“ oder „Яна спрашивает Мария.“. Will man im Russischen sagen, dass Jan Maria fragt, muss man die Flexionsformen der beiden Substantive ändern: „Ян спрашивает Марию.“.
- Im deutschen Satz „Ich liebe dich.“ muss das Prädikat immer an der zweiten Stelle stehen. Im Russischen Satz kann es entweder an der zweiten oder an der letzten Stelle sein: „Я люблю тебя.“ bzw. „Я тебя люблю.“. Wird das Prädikat an die erste Stelle im Satz gesetzt, so leitet es im Russischen nicht eine Frage ein, sondern hebt lediglich die Handlung hervor und weist in diesem Fall auf die Gefühlsstärke des Sprechenden: „Люблю я тебя.“ („Ich liebe dich so sehr.“).
Für eine ausführliche Darstellung der russischen Grammatik siehe: Russische Grammatik
Dialekte
Man unterscheidet im europäischen Teil Russlands drei sprachlich unterschiedliche Gebiete: Nord-, Mittel- und Südrussland. Die Gebiete unterteilen sich ferner in einzelne Dialekte.
Nordrussisch
Nord-östlich einer Linie vom Ladogasee über Nowgorod und Jaroslawl bis Joschkar-Ola. Diese Mundart kennzeichnet sich durch ein klar ausgesprochens unbetontes "o" (оканье - Okanje), ein gutturales "g" und ein hartes "t".
- Mundartengruppe von Ladoga und Tichwin
- Mundartengruppe von Kostroma
- Mundartengruppe von Wologda
- Mundartengruppe von Onega
- Mundarten von Beloozersk
Mittelrussisch
Die Nördliche Grenze verläuft von Sankt-Petersburg über Nowgorod und Iwanowo bis Nischni Nowgorod und Tscheboksary, die südliche von Welikije Luki über Moskau bis Pensa. Dieses Gebiet zeigt sowohl nördliche als auch südliche Sprachzüge. Im Westen ist das unbetonte "o" ein "o", im Osten ein "a" (аканье - Akanje).
- Westmittelrussisch von Pskow
- Westmittelrussisch von Nowgorod
- Ostmittelrussisch von Moskau und Umgebung
- Ostmittelrussisch von Jegorewsk und Umgebung
- Ostmittelrussisch von Temnikow und Umgebung
- Ostmittelrussisch vom Wolga-Wladimir Gebiet
Südrussisch
Im Bereich südlich von Welikije Luki über Rjasan bis Tambow. Hier spricht man das unbetonte "o" als "a", ein frikatives "g" und ein weiches "t".
- Mundart von Rjasan
- Mundartengruppe vom Dnjepr
- Mundart von Oskol
Mischsprachen
Es gab und gibt einige natürlich entstandene Mischsprachen mit dem Russischen. Bekannteste Vertreter sind die Mischungen mit den nah verwandten Ukrainisch (Surschyk) und Weißrussisch (Trasjanka).
Innerhalb der Sowjetunion vermischte es sich einst auch mit den isolierten Sprachen sibirischer und asiatischer Völker Russlands. An dessen Arktis-Grenzen zu Norwegen wurde vor 100 Jahren noch eifrig Russenorsk gesprochen. Im Fernen Osten wiederum brachte der Kontakt mit Chinesen Kjachta-Russisch hervor. Nationalismus hat auch diese Mischsprachen heute vernichtet. Allein das durch den sowjetischen Einfluss auf Kuba entstandene Rusinol lebt. In Deutschland entsteht zur Zeit unter den russischen Einwanderern eine deutsch-russische Mischsprache.
Lehnwörter
Das Russische hat sich eine ganze Reihe von Wörtern aus dem Deutschen entlehnt (siehe: Liste deutscher Wörter im Russischen). Darüber hinaus sind auch einige russische Wörter in die deutsche Sprache eingegangen (siehe: DDR-Sprache).
- Datsche - дача
- Perestroika - перестройка
- Pogrom - погром
- Sputnik - спутник
- Steppe - степь
- Subbotnik - субботник
- Troika - тройка
- Wodka - водка
- Zobel - соболь
Weitere verwandte Aktikel
- Russische Rechtschreibreform von 1918
- Wortbetonung in der russischen Sprache
- Russische Phonetik
- Russische Grammatik
- Russische Literatur
- Deutschrussisch
- Russischer Mat
Weblinks
- http://www.russian-online.net – Russisch lernen und verstehen – kostenloser Online-Sprachkurs und Sprachführer, für Einsteiger
- http://learning-russian.gramota.ru – Online-Sprachkurs, für Fortgeschrittene
- [http://www.rambler.ru/dict/scripts/go.cgi?btnG=%CD%E0%E9%F2%E8%21&query=&where=deru&start=0&count=15 http://www.rambler.ru/dict/] – Deutsch-Russisches Wörterbuch
- [http://www.dict.russian-german.net http://www.dict.russian-german.net] – freies Deutsch-Russisches Wörterbuch mit Lern-Modus
- [http://www.sz.euv-frankfurt-o.de/Homepages/Lektorate/Russisch/LRLinksOnlineWB.html Liste von Online-Wörterbüchern und Nachschlagewerken]
- [http://www.russlandjournal.de RusslandJournal.de] - Alphabet, Grammatik, viele praktische Sprachübungen und Tests der russischen Sprachlernsoftware und -bücher
Kategorie:Einzelsprache
Kategorie:Indogermanisch
Kategorie:Russische Sprache
ja:ロシア語
ko:러시아어
ms:Bahasa Russia
simple:Russian language
th:ภาษารัสเซีย
1865
- 29. Mai: Die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger wird gegründet
- 14. Juli: Erstbesteigung des Matterhorn durch Edward Whymper, Lord Douglas, Hudson, Hadow, Michel Croz und Peter Taugwalder Vater und Sohn
- am Hudson River entsteht der erste Eissegelclub der Welt
Politik
- in Leipzig wird der Allgemeine Deutsche Frauenverein (ADF) unter führender Mitwirkung von Louise Otto-Peters gegründet
- 9. April: Kapitulation der Virginia-Armee der Konföderierten Staaten von Amerika im Gerichtshaus zu Appomattox gegenüber der Nordstaaten-Armee (USA)
- 14. August: Gasteiner Konvention zwischen Preußen und Österreich zur Verwaltung von Schleswig und Holstein
- 24. Dezember: General Nathan Bedford Forrest und andere heimgekehrte Soldaten der Südstaaten gründen nach dem verlorenen Bürgerkrieg den originalen Ku Klux Klan in Pulaski, Tennessee
- Mihail Kogălniceanu ( - 6. September 1817 in Iaşi, † 1. Juli 1891 in Paris) erster rumänischer Ministerpräsident, Historiker und Publizist tritt zurück
Katastrophen
- 5. Mai: Großer Brand in Oberstdorf: Eine Feuersbrunst vernichtet am 5. und am 6. Mai zwei Drittel der Gebäude des Ortes
- 16. Juli: Eisenbahnunglück in Buckau. Ein Sonderzug mit Eisenbahnmitarbeitern fährt am späten Abend auf einen stehenden mit Kohle beladenen Güterzug auf. 29 Tote und 50 Schwerverletzte
- 25. Oktober: Das Dampfschiff „S. S. Republic“ (USA) sinkt im Sturm ca. 150 km südöstlich von Savannah (Georgia/USA). 25 Tote (von 92 Menschen an Bord)
Wirtschaft
- BASF wird gegründet
Wissenschaft und Technik
- Johann Josef Loschmidt berechnet die Anzahl der Moleküle in einem gegebenen Volumen eines Gases unter Normalbedingungen, die so genannte Loschmidt-Zahl L, auch Avogadrozahl (in Berichte der Wiener Akademie 52 (1865), 345)
Kultur
- 17. Februar: Uraufführung der Oper Der Deserteur von Ferdinand Hiller in Köln
- 4. April: Max und Moritz von Wilhelm Busch erscheint erstmals
- 15. April: Uraufführung der Oper Le Bœuf Apis von Léo Delibes am Théâtre des Bouffes-Parisiens in Paris
- 28. April: Uraufführung der Oper L'Africaine (Die Afrikaberin) von Giacomo Meyerbeer an der Opéra-Comique in Paris
- 21. Mai: Uraufführung des lyrischen Dramas Der Cid von Peter Cornelius am Hoftheater Weimar
- 10. Juni: Uraufführung der Oper Tristan und Isolde von Richard Wagner im Königlichen Hof- und Nationaltheater München
- 2. Juli: Gründung der Heilsarmee
- 28. September: Uraufführung der Oper Straszny Dwór (das Gespensterschloß) von Stanislaw Moniuszko in Warschau
- 18. Oktober: Allgemeiner Deutscher Frauenverein in Leipzig gegründet
- 9. Dezember: Uraufführung der Oper Le Voyage en Chine von François Bazin an der Opéra-Comique in Paris
- 6. Januar: Nikolai Jakowlewitsch Marr, georgischer Sprachwissenschaftler († 1934)
- 8. Januar: Winnaretta Singer, Musikmäzenin († 1943)
- 13. Januar: Peter Bruckmann, Fabrikant († 1937)
- 22. Januar: Jean Paul Ertel, deutscher Komponist († 1933)
- 26. Januar: Sabino Arana Goiri, spanisch-baskischer Dichter und Politiker († 1903)
- 31. Januar: Henri Desgrange, Begründer der Tour de France († 1940)
- 9. Februar: Erich Dagobert von Drygalski, deutscher Geograph, Geophysiker und Polarforscher († 1949)
- 15. Februar: Emil Kraepelin, deutscher Psychologe († 1926)
- 17. Februar: Ernst Troeltsch, deutscher Theologe und Politiker († 1923)
- 19. Februar: Sven Hedin, schwedischer Geograf und Forschungsreisender († 1952)
- 21. Februar: Walter Boveri, Industrieller, Gründer von Brown, Boveri & Cie (BBC) († 1924)
- 22. Februar: Otto Modersohn, deutscher Maler († 1943)
- 25. Februar: Andranik Torosi Ozanyan, armenischer Widerstandskämpfer († 1927)
- 27. Februar: Jacques Mieses, deutsch-britischer Schachspieler († 1954)
- 19. März: William Morton Wheeler, US-amerikanischer Ethologe († 1937)
- 25. März: Pierre Ernest Weiß, französischer Physiker († 1940)
- 1. April: Richard Adolf Zsigmondy, Chemiker, Bergsteiger († 1929)
- 9. April: Charles Proteus Steinmetz, deutsch-amerikanischer Elektroingenieur († 1923)
- 9. April: Erich Ludendorff, deutscher Offizier und General († 1937)
- 29. April: Max Fabiani, Architekt, Schüler Otto Wagners († 1962)
- 18. Mai: Traugott von Jagow, Polizeipräsident von Berlin († 1941)
- 25. Mai: Friedrich August III. (Sachsen), König des Königreich Sachsen († 1932)
- 25. Mai: John Raleigh Mott, US-Amerikanischer evangelischer Theologe († 1955)
- 25. Mai: Pieter Zeeman, niederländischer Physiker († 1943)
- 1. Juni: Alfred Götze, deutscher Prähistoriker († 1948)
- 3. Juni: Georg V., englischer König von 1910 bis 1936 († 1936)
- 9. Juni: Carl Nielsen, dänischer Komponist und Dirigent († 1931)
- 9. Juni: Nielsen, dänischer Komponist und Dirigent († 1931)
- 13. Juni: Karl Blossfeldt, deutscher Fotograf († 1932)
- 13. Juni: William Butler Yeats, irischer Dichter († 1939)
- 19. Juni: Alfred Hugenberg, deutscher Unternehmer und Politiker († 1951)
- 28. Juni: Otto Julius Bierbaum, deutscher Autor und Schriftsteller († 1910)
- 2. Juli: Lily Braun, deutsche Schriftstellerin und Frauenrechtlerin († 1916)
- 6. Juli: Emil Jaques-Dalcroze, Komponist und Musikpädagoge († 1950)
- 17. Juli: Bernhard Dernburg, deutscher Politiker und Bankier († 1937)
- 18. Juli: Robert Gradmann, deutscher Pfarrer, Geograph, Botaniker und Landeskundler († 1950)
- 21. Juli: Robert Kahn, deutscher Komponist und Musikpädagoge († 1951)
- 22. Juli: Rudolf Heinze, deutscher Jurist und Politiker († 1928)
- 26. Juli: Philipp Scheidemann, sozialdemokratischer Politiker († 1939)
- 31. Juli: Alfons Heinrich, Herzog von Oporto und Herzog zu Sachsen († 1920)
- 1. August: Alfred Hoche, deutscher Psychiater († 1943)
- 3. August: Carl Dorno, deutscher Naturforscher († 1942)
- 6. August: Hannah Chaplin, britische Tänzerin und Sängerin († 1928)
- 8. August: Robert Haab, Schweizer Politiker († 1939)
- 10. August: Alexander Konstantinowitsch Glasunow, russischer Komponist († 1936)
- 15. August: Hantaro Nagaoka, japanischer Physiker († 1950)
- 16. August: Ettore Tolomei, italienischer Nationalist († 1952)
- 16. August: Denis Joseph Dougherty, Erzbischoff von Philadelphia († 1951)
- 24. August: Ferdinand I. (Rumänien), rumänischer König († 1927)
- 28. August: Caspar Klein, Bischof und der erste Erzbischof von Paderborn
- 12. September: Sophus Claussen, dänischer Schriftsteller († 1931)
- 18. September: Friedrich Wilhelm Kuhnert, deutscher Maler und Illustrator († 1926)
- 19. September: Oskar Dressel, deutscher Chemiker († 1941)
- 21. September: Georg Ludwig Rudolf Maercker, deutscher Generalmajor († 1924)
- 23. September: Suzanne Valadon, französische Malerin († 1938)
- 26. September: Otto Tetens, deutscher Naturwissenschaftler († 1945)
- 1. Oktober: Paul Dukas, französischer Komponist († 1935)
- 4. Oktober: Max Halbe, deutscher Schriftsteller und Dramatiker († 1944)
- 4. Oktober: Friedrich Lienhard, deutscher Schriftsteller und Wortführer der Heimatkunstbewegung († 1929)
- 7. Oktober: Theodor Scheimpflug, Entdecker der fotografischen Regel († 1911)
- 10. Oktober: Rafael Merry del Val y Zulueta, Kardinal der römisch-katholischen Kirche († 1930)
- 11. Oktober: Emma Graf, Schweizer Frauenrechtlerin († 1926)
- 12. Oktober: Arthur Harden, britischer Biochemiker und Nobelpreisträger († 1940)
- 18. Oktober: Karl Eugen Neumann, Übersetzer der Reden des Buddha († 1915)
- 20. Oktober: Mackay-Hugh Baillie-Scott, britischer Architekt und Innenarchitekt († 1945)
- 25. Oktober: Walter Leistikow, Berliner Maler († 1908)
- 26. Oktober: Benjamin Guggenheim, US-amerikanischer Geschäftsmann († 1912)
- 28. Oktober: James Brendan Connolly, erster Olympiasieger der Neuzeit († 1957)
- 1. November: Sámuel Teleki, österreichisch-ungarischer Politiker († 1916)
- 2. November: Warren G, 29. Präsident der USA († 1923)
- 6. November: William Boog Leishman, britischer Mediziner († 1926)
- 19. November: Otto Eckmann, deutscher Maler und Grafiker († 1902)
- 24. November: Adolf Damaschke, Pädagoge und ein Führer der Bodenreformbewegung († 1935)
- 3. Dezember: Gustav Jenner, deutscher Komponist († 1920)
- 8. Dezember: Jacques Salomon Hadamard, französischer Mathematiker († 1963)
- 8. Dezember: Jean Sibelius, finnischer Komponist († 1957)
- 23. Dezember: Albrecht von Württemberg, deutscher Adliger († 1939)
- 30. Dezember: Rudyard Kipling, britischer Schriftsteller und Dichter († 1936)
- 19. Januar: Pierre Joseph Proudhon, französischer Ökonom, Soziologe und Anarchist ( - 1809)
- 10. Februar: Heinrich Friedrich Emil Lenz, deutscher Physiker ( - 1804)
- 25. Februar: Otto Ludwig, deutscher Schriftsteller ( - 1813)
- 1. März: Anna Pawlowna, Königin der Niederlande ( - 1795)
- 2. April: Ambrose Powell Hill, US-amerikanischer General (Konföderation) ( - 1825)
- 2. April: Richard Cobden, englischer Unternehmer ( - 1804)
- 5. April: Jan Kaňka, tschechischer Komponist ( - 1772)
- 15. April: Abraham Lincoln, 16. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika ( - 1809)
- 26. April: John Wilkes Booth, US-amerikanischer Schauspieler ( - 1838)
- 28. April: Samuel Cunard, kanadischer Geschäftsmann und Reeder ( - 1787)
- 30. April: Robert FitzRoy, britischer Marineoffizier und Meteorologe ( - 1805)
- 21. Mai: Christian Jürgensen Thomsen, dänischer Altertumsforscher ( - 1788)
- 24. Mai: Sophie Barat, Gründerin des katholischen Frauenordens der Sacré Coeur-Schwestern ( - 1779)
- 29. Mai: Bernard-Pierre Magnan, französischer General und Marschall von Frankreich ( - 1791)
- 6. Juni: William Clark Quantrill, Partisanen-Führer im amerikanischen Sezessionskrieg ( - 1837)
- 13. August: Ignaz Semmelweis, österreichischer Arzt (Hygiene-Pionier) ( - 1818)
- 23. August: Ferdinand Georg Waldmüller, Maler und Kunstschriftsteller ( - 1793)
- 26. August: Johann Franz Encke, deutscher Astronom ( - 1791)
- 27. August: Thomas Chandler Haliburton, kanadischer Schriftsteller ( - 1796)
- 29. August: Gustav Harkort, deutscher Unternehmer, Bankier und Eisenbahnpionier ( - 1795)
- 2. September: William Rowan Hamilton, irisch-englischer Mathematiker und Physiker ( - 1805)
- 28. September: Carl Alexander Heideloff, deutscher Architekt und Denkmalpfleger ( - 1789)
- 12. Oktober: Samuel Marot, evangelischer Theologe ( - 1770)
- 18. Oktober: Henry John Temple, britischer Politiker ( - 1784)
- 25. November: Heinrich Barth, deutscher Afrikaforscher ( - 1821)
- 28. November: Johann Martin Lappenberg, deutscher Historiker ( - 1794)
- 1. Dezember: Abraham Emanuel Fröhlich, Schweizer Theologe und Schriftsteller ( - 1796)
- 4. Dezember: Adolph Kolping, deutscher katholischer Priester ( - 1813)
- 10. Dezember: Leopold I. (Belgien), König von Belgien ( - 1790)
- 31. Dezember: Fredrika Bremer, schwedische Schriftstellerin und Führerin der Frauenbewegung ( - 1801)
Staatsoberhäupter
Europa
- Portugal: Ludwig I., König von Portugal, (1861–1889)
- Schweiz: Karl Schenk, Bundespräsident der Schweiz
ko:1865년
simple:1865
Tjumen
Tjumen (russisch: Тюмень) ist die Hauptstadt der gleichnamigen russischen Oblast in Westsibirien. Es hat 510.317 Einwohner (2004) und liegt am Fluss Tura, der flussabwärts in den Tobol mündet. Sie ist 2144 km von Moskau entfernt.
Klima
In Tjumen herrscht Kontinentalklima. Charakteristisch sind schnelle Temperaturänderungen. Die mittlere Temperatur im Januar beträgt −17 °С (min −49 °С). Die mittlere Temperatur im Juli ist +18 °С, die Maximaltemperatur im Sommer 38 °С.
Geschichte
Tjumen ist eine der ältesten russischen Ansiedlungen in Sibirien. Es wurde bereits 1586 als Fort der Kosaken zum Schutz gegen die Steppennomaden gegründet. 1782 erhielt Tjumen das Stadtrecht.
Wirtschaft
Die wichtigsten Wirtschaftszweige sind der Schiffs- und Maschinenbau, außerdem die Herstellung von Fleischprodukten und die chemische Industrie. Tjumen liegt an der Hauptstrecke der Transsibirischen Eisenbahn, verfügt über einen Flußhafen und einen internationalen Flughafen, in dem die Fluggesellschaft Utair Aviation ihren Hauptsitz unterhält.
Demographie
Tjumen hat 510.300 Einwohner (2004) und ist in 3 Stadtbezirke unterteilt :
- Kalininski okrug - 157.400 Einwohner
- Leninski okrug - 218.000 Einwohner
- Zentralny okrug - 134.900 Einwohner
Söhne und Töchter der Stadt
- Irving Berlin, Komponist
- Galina Kuklewa, Biathletin und Olympiasiegerin
Weblinks
- http://www.tyumen.ru/
- http://www.hoteltyumen.ru/
- http://tyumen.rfn.ru/
- http://www.tyumen.net/main.shtml
- http://tmnfoto.narod.ru/
Kategorie:Ort in Russland
ja:チュメニ
17. DezemberDer 17. Dezember ist der 351. Tag des Gregorianischen Kalenders (der 352. in Schaltjahren) - somit bleiben 14 Tage bis zum Jahresende.
Ereignisse
Politik
- 954 - Wilhelm wird Erzbischof von Mainz
- 1282 - König Rudolf I. belehnt auf dem Reichstag zu Augsburg seine Söhne Albrecht und Rudolf „zur gemeinsamen Hand“ mit den Herzogtümern Österreich und Steiermark. Der österreichische Besitz der Habsburger beginnt damit.
- 1538 - Papst Paul III. stellt die Exkommunikation Heinrich VIII. von England fest.
- 1777 - Frankreich erkennt die Unabhängigkeit der Vereinigten Staaten an.
- 1833 - Ermordung von Kaspar Hauser in Ansbach.
- 1907 - In Bhutan wird Ugyen Wangchuk zum ersten König gekrönt. Er ist Urgroßvater des heutigen Königs.
- 1914 - Die osmanische Regierung vertreibt die jüdische Bevölkerung aus Tel Aviv.
- 1919 - Die österreichische Nationalversammlung verabschiedet ein Gesetz zur Einführung des 8-Stunden-Tages.
- 1922 - Die letzten britischen Truppen verlassen den freien Teil Irlands.
- 1939 - Die Mannschaft des Schlachtschiffs Admiral Graf Spee versenkt im Rio de la Plata ihr Schiff aufgrund britischer Übermacht.
- 1944 - Bei einem Luftangriff auf Ulm werden 81% der Innenstadt auf einen Schlag zerstört.
- 1944 - Malmedy-Massaker: Deutsche SS-Soldaten töten etwa 80 amerikanische Kriegsgefangene.
- 1945 - Honduras wird Mitglied bei den Vereinten Nationen.
- 1959 - Bundesratswahlen in der Schweiz. Die Zauberformel entsteht.
- 1961 - Einweihung der wiederaufgebauten Gedächtniskirche in Berlin.
- 1962 - Monaco bekommt eine neue Verfassung.
- 1963 - Zwischen der Bundesrepublik und der DDR wird ein Vertrag über Grenzreisen abgeschlossen.
- 1971 - Bangladesch wird endgültig unabhängig von Pakistan.
- 1982 - Durch eine umstrittene Vertrauensfrage erreicht der deutsche Bundeskanzler Helmut Kohl nur zwei Monate nach seinem Amtsantritt Neuwahlen.
- 1990 - In Albanien wird ein Mehrparteiensystem eingeführt.
- 1997 - Chile wird assoziiertes Mitglied des Mercosur.
- 2001 - Es werden die ersten Euromünzen im Wert von 20 DM in Deutschland ausgegeben.
- 2004 - Als erstes Land der Welt verbietet Bhutan den Verkauf von Tabakwaren – aus religiösen, gesundheitlichen und wirtschaftlichen Gründen, wie Premierminister Lyonpo Jigme Yaeser Thinley erläutert.
Wirtschaft
- 1953 - Die Kokerei Hassel, Deutschlands erster Kokereineubau nach dem Krieg, wird in Betrieb genommen.
Wissenschaft, Technik
- 1903 - Die Gebrüder Wright heben zum ersten gesteuerten Motorflug ab.
Kultur
- 1864 - Uraufführung der Oper „La belle Hélène“ („Die schöne Helena“) von Jacques Offenbach am Théâtre des Variétés in Paris.
- 1865 - Uraufführung der „Unvollendeten“ Symphonie Franz Schuberts, 37 Jahre nach dessen Tod.
- 1918 - Der Stummfilm „Carmen“ von Ernst Lubitsch wird im Ufa-Kino in Berlin uraufgeführt.
- 1961 - Uraufführung der Oper Das lange Weihnachtsmahl von Paul Hindemith am Nationaltheater in Mannheim.
Katastrophen
- 1927 - Untergang des U-Bootes S 4 vor Provincetown (Massachusetts) nach einer Kollision mit dem Coast Guard-Zerstörer „Paulding“ (beide USA). Eine Bergung von 7 Eingeschlossenen scheitert, alle 39 Besatzungsmitglieder des U-Bootes kommen ums Leben.
- 1960 - München, Deutschland. Eine zweimotorige Convair 346 hatte kurz nach dem Start von Münchens Flughafen Riem ein Motorenproblem. Sie streifte einen Kirchturm und stürzte auf eine belebte Straße. Der austretende Treibstoff setzte eine Straßenbahn in Brand. Alle 20 Personen an Bord starben, ebenso 32 Passagiere der Straßenbahn.
- 1973 - Palästinensische Terroristen bringen auf dem Flugplatz Fiumicino in Rom 31 Menschen um und entführen anschließend eine Maschine der Lufthansa.
- 1997 - In Griechenland stürzt eine Jakowlew Jak-42 ab. Alle 70 Menschen an Bord starben.
Sport
- Einträge von Leichtathletik-Weltrekorden s. u. der jeweiligen Disziplin unter Leichtathletik.
- 1937 - Der Exilrusse Alexander Aljechin erkämpft sich durch einen 15,5-9,5-Sieg gegen den Max Euwe den Weltmeistertitel im Schach zurück, welchen er 1935 an den Niederländer verloren hatte.
Geboren
- 1267 - Go-Uda, 91. Kaiser von Japan
- 1554 - Ernst von Bayern, Erzbischof von Köln, Bischof von Freising, Hildesheim, Lüttich und Münster
- 1770 - Ludwig van Beethoven, deutscher Komponist
- 1773 - Silvain Charles Graf Valee, war ein französischer Generalgouverneur und Marschall von Frankreich
- 1778 - Humphry Davy, britischer Chemiker
- 1797 - Joseph Henry, US-amerikanischer Physiker
- 1821 - Josef Krejčí, tschechischer Komponist
- 1824 - John Kerr, britischer Physiker und Theologe
- 1851 - Otto Schott, deutscher Chemiker (Hersteller optischer Gläser)
- 1888 - Alexander I., König der Serben, Kroaten und Slowenen
- 1893 - Erwin Piscator, deutscher Regisseur
- 1894 - Arthur Fiedler, US-amerikanischer Dirigent
- 1894 - Hans Henny Jahnn, deutscher Schriftsteller
- 1903 - Erskine Caldwell, US-amerikanischer Autor
- 1907 - Géza von Radványi, ungarischer Regisseur
- 1908 - Willard Frank Libby, US-amerikanischer Physiker
- 1915 - André Claveau, französischer Sänger
- 1926 - José Lutzenberger, brasilianischer Agrarwisschenschaftler und Nobelpreisträger
- 1930 - Armin Mueller-Stahl, deutscher Schauspieler
- 1934 - Karl Denver, britischer Sänger
- 1936 - Klaus Kinkel, deutscher Politiker
- 1936 - Tommy Steele, britischer Sänger
- 1936 - Jorge Mario Bergoglio, Erzbischof von Buenos Aires und Kardinal
- 1937 - Art Neville, US-amerikanischer Musiker, Sänger und Songschreiber
- 1939 - Ed Kendricks, US-amerikanischer Sänger
- 1942 - Paul Butterfield, US-amerikanischer Musiker, Sänger und Songschreiber
- 1943 - Dave Dee, britischer Sänger
- 1948 - Jim Bonfanti, US-amerikanischer Musiker
- 1948 - Darryl Way, britischer Musiker
- 1949 - Paul Rodgers, britischer Sänger und Songschreiber
- 1951 - Tatjana Kasankina, russische Leichtathletin und Olympiasiegerin
- 1952 - Mickey Jones, US-amerikanischer Musiker und Sänger
- 1952 - Ed Starink, niederländischer Komponist, Musiker und Produzent
- 1953 - Bill Pullman, US-amerikanischer Schauspieler
- 1958 - Mike Mills, US-amerikanischer Musiker, Bassist der Alternative-Rock-Band R.E.M.
- 1960 - Jürgen Tarrach, deutscher Schauspieler
- 1961 - Sarah Dallin, britische Sängerin (Bananarama)
- 1962 - Galina Maltschugina, russische Leichtathletin und Olympiateilnehmerin
- 1966 - Yuko Arimori, japanische Leichtathletin und Olympionikin
- 1973 - Paula Radcliffe, britische Marathonläuferin.
- 1975 - Milla Jovovich, ukrainisches Model, Sängerin und Schauspielerin
- 1975 - Susanthika Jayasinghe, Leichtathletin und Olympionikin aus Sri Lanka
Gestorben
- 535 - Ankan, 27. Kaiser von Japan ( - 466)
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