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Groß Friedrichsburg

Groß Friedrichsburg

Die kurbrandenburgische Kolonie Groß Friedrichsburg bestand aus mehreren, durch Befestigungen geschützte Niederlassungen an einem zirka 30 km langem Küstenstreifen am Kap der drei Spitzen (Cabo tris Puntas, Cape Three Points) im heutigen Ghana, westlich von Accra.

Die Befestigungen


- Festung Groß Friedrichsburg auf dem Berg Manfro
- Dorotheenschanze bei Accada
- Schanze Sophie Louise bei Taccrama
- eine Fortess bei Taccarary

Geschichte

Auf Betreiben des brandenburgischen Marine-Generaldirektors Benjamin Raule, der bereits 1681 Kontakte mit örtlichen Stammesführern geknüpft hatte, beschloss Kurfürst Friedrich Wilhelm von Brandenburg die Entsendung einer Expedition nach Westafrika mit dem Ziel, brandenburgische Kolonien in Afrika zu gründen. Zunächst wurde am 17. März 1682 die Afrikanische Compagnie zur Abwicklung des Handels im Beisein des Kurfürsten, Raules und Kaufleuten aus Emden gegründet. Zum Schutz der Besitzung wurde auch der Einsatz von Kriegsschiffen und Soldaten der Kurbrandenburgischen Marine geregelt. Im Mai 1682 brach dann Major Otto Friedrich von der Groeben mit den Fregatten “Morian” und “Chur Prinz” zur sogenannten Goldküste auf. Am 1. Januar 1683 landete von der Groeben am Kap der drei Spitzen zwischen den Orten Taccrama und Axim und gründete nach Verhandlungen mit den dort ansässigen Stammeshäuptlingen die Kolonie Groß Friedrichsburg. Dazu schloss von der Groeben einen Vertrag (Tractat zwischen Seiner Churfürstlichen Durchlaucht von Brandenburg Africanischen Compagnie, und denen Cabusiers von Cabo tris Puntas) mit 14 Häuptlingen. Der Vertrag regelte unter anderem, welche Verpflichtungen die Eingeborenen übernehmen sollten. Dazu zählten beispielsweise der Schutz der Festung Groß Friedrichsburg, Frondienste für den Festungskommandanten und die Garnison, Handel nur mit brandenburgischen Schiffen und Kaufleuten sowie Durchsetzung des Siedlungsmonopols für Brandenburger. Groeben ließ provisorisch ein Fort errichten und kehrte mit der “Morian” zurück nach Brandenburg, während die “Chur Prinz” mit einer ersten Ladung Sklaven nach Westindien segelte. Zwischen 1683 und 1685 errichteten die Brandenburger dann die oben genannten Niederlassungen und Befestigungen. Nachbarn waren zum einen die Niederländer mit den Niederlassungen Axim, Butry und Sekondi und zum anderen die englische Besitzung Dixcove. Der Machtbereich der Brandenburger blieb auf die unmittelbare Küstenzone beschränkt. Versuche, ins Landesinnere vorzudringen, scheiterten. Zudem waren die Niederlassungen ständigen Übergriffen der Niederländer und feindlicher Stämme ausgesetzt. Die Schiffsverbindungen waren ständig bedroht. Zahlreiche brandenburgische Schiffe wurden gekapert. Trotzdem entwickelte sich der Handel mit Edelmetallen, Sklaven und anderen Produkten zufriedenstellend. Nach dem sehr guten Geschäftsjahr 1686 konnte Kurfürst Friedrich Wilhelm seine Partner abfinden und allein die Kontrolle über die Afrikanische Compagnie übernehmen. Bis etwa 1695 hielt der erfolgreiche Geschäftsverlauf an. Danach setzte ein allmählicher Niedergang ein, den der neue Kurfürst Friedrich III. (seit 1688) nicht aufhalten konnte. Ohne persönliche Beziehungen zu Marine und Kolonien sowie durch seine europäischen Machtansprüche beschäftigt, verkaufte Friedrich III. (seit 1701 als Friedrich I. König in Preußen) mit den Staatsverträgen von 1718 und 1720 seine afrikanischen Kolonien an die Niederländisch-Westindische Compagnie. Damit endete nach etwa 35 Jahren die Episode von Brandenburg-Preußen als Kolonialmacht in Afrika. Seit 1979 gehört Groß Friedrichsburg zusammen mit anderen europäischen Festungen in der Umgebung zum Weltkulturerbe der UNESCO.

Siehe auch


- Arguin
- St. Thomas (Brandenburg)

Literatur


- Ernst Lewalter: Der Große Kurfürst. 1929.
- Ulrich van der Heyden: Rote Adler an Afrikas Küste. Die brandenburgisch-preußische Kolonie Großfriedrichsburg in Westafrika. berlin: Selignow-Verlag 2001, ISBN 3-933889-04-9

Weblinks


- [http://www.grossfriedrichsburg.de/ www.grossfriedrichsburg.de] Kategorie:Historisches Territorium Kategorie:Brandenburgische Geschichte Kategorie:Geschichte (Ghana) Kategorie:Weltkulturerbe (Afrika)

Kolonie

Die Kolonie ist ein auswärtiges abhängiges Gebiet eines Staates ohne eigene politische und wirtschaftliche Macht. Die Bildung von Kolonien ist ein wesentliches Instrument der Machtausdehnung imperialistischer Staaten. Kolonien im ursprünglichen Sinn gab es schon in der Antike. So wurden besonders von den Griechen etliche Kolonien im Mittelmeerraum und im Gebiet des Schwarzen Meeres gegründet, die über Handelsbeziehungen eng mit den Mutterstädten in Griechenland verbunden blieben. Auch die Römer kannten dieses Prinzip - bei ihnen waren es die aus dem Militärdienst ausgeschiedenen Soldaten, die in den eroberten Gebieten Land zur Bewirtschaftung erhielten und Kolonien gründeten. So leitet sich etwa der Name der Stadt Köln direkt vom lateinischen colonia ab. Kolonien wurden und werden traditionell wegen ihres natürlichen Reichtums an Bodenschätzen, fruchtbarem Boden (Ackerbau) und Menschen (Sklaverei) oder ihrer geostrategisch günstigen Lage (Gibraltar) etabliert. Der Reichtum und die Position von Kolonien soll vor allem den Bewohnern oder der Elite des Mutterlandes nutzen, daher haben die Bewohner von Kolonien oft gar keine oder nur verminderte Bürgerrechte. Die Kolonie wird administrativ von einer dünnen Elite aus Bewohnern der Kolonialmacht beherrscht; oft ist statt der einheimischen Sprache eine Kolonialsprache Amtssprache. Die Kolonialmächte setzten so genannte Kolonialregierungen ein, die mit der Verwaltung einer Kolonie bedacht wurden. Diese systematische Unterdrückung einheimischer Völker und die Ausbeutung natürlicher Reichtümer hat vor allem nach dem Zweiten Weltkrieg wachsende Unzufriedenheit geschürt und schließlich zur Unabhängigkeit der meisten Kolonien auf der Welt geführt.

Kolonien heißen heute nicht mehr Kolonien

Ob ein Gebiet eine Kolonie oder nur eine „beliebige“ Provinz des Mutterlandes ist, hängt stark vom Standpunkt ab. Tendenziell werden abhängige Gebiete demokratischer Staaten nicht so deutlich als Kolonien wahrgenommen wie abhängige Gebiete nicht-westlicher Staaten. Da der Begriff Kolonie eine negative Konnotation bekam, haben vor allem seit den 1970er Jahren praktisch alle noch bestehenden Kolonialmächte ihren Kolonien andere Namen gegeben, z. B. die DOMs und TOMs von Frankreich, die „inkorporierten Territorien“ der USA oder die Sonderverwaltungszonen und Autonomen Gebiete Chinas. Auch bekamen die Einheimischen in der Regel heute die vollen Bürgerrechte des Mutterlandes. Die Umbenennung einer Kolonie und das Verleihen von Bürgerrechten macht aber aus ihr noch keinen Teil des Mutterlandes. Inhaltlich bleiben die meisten Kolonien weiterhin Kolonien: Der natürliche Reichtum wird abgeschöpft, so dass das Durchschnittseinkommen in den Kolonien viel geringer als im Mutterland ist, die Elite vor Ort sind oft direkt aus dem Mutterland versetzte Bürokraten und Amtssprache ist die Kolonialsprache. Andererseits geht es vielen heutigen Kolonien wirtschaftlich oft viel besser als Nachbargebieten, die schon lange unabhängige Staaten sind, so Französisch-Guayana in Südamerika oder Puerto Rico (USA) in der Karibik. In der radikalsten Sichtweise sind alle Gebiete Kolonien, deren Bewohner sich aufgrund oft kultureller Unterschiede vom Mutterland lösen wollen. So ist Schottland für nationalistische Schotten eine englische Kolonie genauso wie nationalistische Bretonen die Loslösung der Bretagne von der Kolonialmacht Frankreich fordern.

Siehe auch


- Kolonialismus – Das Herrschaftsprinzip
- Kolonisation – Gründung und Entwicklung von Kolonien.
- Kolonialzeit – Die Blütezeit, von der Entdeckung Amerikas bis zum Ende des 2. Weltkriegs
- Amerikanischer Unabhängigkeitskrieg – Krieg der amerikanischen Kolonien gegen die Kolonialmacht England
- Dekolonisation – Auflösung der Kolonien, vorwiegend nach dem 2. Weltkrieg
- Entwicklungspolitik – Umgang mit Entwicklungsländern, häufig früheren Kolonien
- Neokolonialismus – Abwertende Bezeichnung für den heutigen Umgang mancher Industrieländer mit Entwicklungsländern Kategorie:Abhängiges Gebiet ja:植民地 zh-min-nan:Si̍t-bîn-tē

Ghana

---Sidenote START---
Ghana (früher Goldküste), liegt in Westafrika und grenzt an Côte d'Ivoire, Burkina Faso, Togo sowie im Süden an den Golf von Guinea (Atlantik). Der Volta-See ist der größte Binnensee Ghanas.

Geographie

Die 540 Kilometer lange Küste ist wenig gegliedert. Von der Küstenniederung steigt das Land zum Hochland von Ashanti an (300 – 800 m. ü. M.). Nordöstlich schließt das Voltabecken an. Das Land entwässert größtenteils über den Volta, der in seinem Unterlauf durch den Akosombo-Staudamm zum größten Stausee der Erde aufgestaut wird. Die nördlichen Gebiete zählen bereits zur Großlandschaft Sudan. Die jährliche Niederschlagsmenge beträgt im Norden um 1.000 mm, im westlichen Küstenabschnitt bis zu 2.200 mm. Bei Accra erreicht sie kaum 800 mm. Nur im feuchtheißen Südwesten wächst Regenwald, der in regengrünen Feuchtwald übergeht. Die Waldbestände sind durch die fortschreitende Rodung bedroht. Landeinwärts folgen Feuchtsavanne und Trockensavanne.

Städte

Die größten Städte sind (Stand 1. Januar 2005):
- Accra 1.963.460 Einwohner
- Kumasi 1.468.797 Einwohner
- Tamale 360.644 Einwohner und
- Tema 353.556 Einwohner. Siehe auch: Liste der Städte in Ghana

Vegetation

In Ghana überwiegen drei verschiedene Vegetationszonen. Der tropische Regenwald und der Feuchtwald befinden sich im Südwesten des Landes, der Norden und der mittlere Teil des Landes sind von der Feuchtsavanne gezeichnet, die in Baum- und Grasssavanne unterteilt wird. Ausserdem besteht ein schmaler Streifen der Küste auch noch als Küstensavanne. Im immergrünen tropischen Regenwald findet man die üppigste Vegetation des Landes. Er ist sehr artenreich, und die durch das ganze Jahr konstante Temperatur und die hohe Luftfeuchtigkeit fördern das Pflanzenwachstum sehr. Die Fläche an tropischem Regenwald betrug ursprünglich 85'000 km², innerhalb von 50 Jahren schrumpfte diese ansehnliche Zahl um mehr als die Hälfte auf 40'000 km².

Bevölkerung

Die wichtigsten ethnischen Gruppen Ghanas sind Akan, Moshi-Dagomba, Ga-Adangme, Gurma, Ewe und Yoruba. In Ghana herrscht eine große Sprachvielfalt mit ungefähr 46 Sprachen; die Amtssprache ist Englisch. siehe Sprachen Ghanas
Die Mehrheit der Bevölkerung, rund 60%, hat den christlichen Glauben. Daneben existieren vor allem im Norden Minderheiten von Muslimen (über 23% der Bevölkerung) und Anhängern indigener Religionen (etwa 16% der Bevölkerung). Die Lebenserwartung lag 2002 bei Männern bei 55,3 Jahren und bei Frauen bei 57,9 Jahren. Das Pro-Kopf-Einkommen (BSP) lag bei etwa 300 Euro.

Soziale Situation

Die vorherrschende Gesellschaftsstruktur ist die Großfamilie, die einerseits für jeden Hilfe und Unterstützung bereithält und ihn bei Problemen „auffängt“, andererseits aber auch ihren „Zoll“ verlangt, und viele müssen bis zur Hälfte ihres Lohnes an die Familie abtreten. Diese Strukturen weichen allerdings in den Städten immer mehr auf und oft findet man schon Kinder, die von ihren Eltern nicht mehr versorgt werden. Im ganzen Land ist eine starke Wanderung Richtung Süden zu spüren. Jugendliche aus der Zentralregion Ghanas ziehen nach Accra und Tema, um dort Arbeit zu finden, während Jugendliche aus den nördlichen Gebieten Zuflucht in Städten wie Kumasi und Sunyani suchen. Da ihr Ausbildungsstand meistens gering und das Arbeitsangebot begrenzt ist, landen sehr viele dieser Jugendlichen auf der Straße. Der Ausbildungsstand der Bevölkerung ist insgesamt relativ niedrig. Es besteht eine 8-järige Schulpflicht, dennoch sind immer noch um die 9,5 % der Bevölkerung Analphabeten.

Geschichte

Der moderne Staat Ghana hat seinen Namen vom alten Reich Ghana, das geographisch einige tausend Kilometer nordwestlich gelegen war und in keiner historischen Kontinuität zum modernen Staat Ghana steht. Auf dem Gebiet des heutigen Staates Ghana bestanden in vorkolonialer Zeit mehrere große Reiche bzw. Föderationen, z.B. das Ashantireich in Zentral-Westghana, das erst Anfang des 20. Jahrhunderts endgültig von den britischen Kolonialherren bezwungen wurde, das Königreich der Dagomba in Nordghana und die Föderation der Fanti im Süden. Fanti An der Goldküste genannten Küste Ghanas reihten sich seit dem 17. Jahrhundert die befestigten Niederlassungen europäischer Mächte (Portugiesen, Engländer, Niederländer, Brandenburger, Schweden, Dänen) in einer Dichte aneinander, wie in keinem anderen Gebiet Afrikas. Groß Friedrichsburg in Princess Town z.B. war im 17. Jahrhundert eine brandenburgisch-preußische Kolonie bzw. befestigte Niederlassung. Um 1820 übernahm das Colonial Office die britischen Handelsposten an der Goldküste. Es gab Abkommen mit dem Volk der Fanti, die gegen die Ashanti aus dem Binnenland verteidigt wurden. Im Jahr 1874 erklärten die Briten den Küstenstreifen zur Kronkolonie. Das Ashantiland im Innern des Landes und auch die Nordterritorien nördlich davon wurden endgültig 1901 annektiert und vom Gouverneur, dessen Residenz in Accra war, direkt verwaltet. In manchen Küstenstädten wurden bereits Mitte des 19. Jahrhunderts indigene Gemeinderäte zugestanden. 1925 kam es unter Gouverneur Gordon Guggisberg zu einer Verfassungsreform. Im Ashantiland und in den Nordterritorien wurde die 'Indirect Rule' eingeführt. Die dortigen Häuptlinge waren dem Gouverneur in Accra direkt unterstellt. In der eigentlichen 'Colony' an der Küste wurde ein Legislativrat mit 29 Mitgliedern eingeführt, in welchem erstmals neun Afrikaner vertreten waren. Im Zweiten Weltkrieg nahmen über 40.000 Soldaten aus der Goldküste auf der Seite des British Empire teil. Der Großteil davon wurde in Südostasien eingesetzt. Durch die sogenannte 'Burns-Constitution' wurden 1946 den Nordterritorien und dem Ashantiland Sitze im Legislativrat zugesprochen. Die Stellung der Häuptlinge wurde dadurch weiter gestärkt. 1947 bildete sich die 'United Gold Coast Convention', zu deren Sekretär Kwame Nkrumah ernannt wurde. Dieser und weitere Führer der UGCC werden ein Jahr später nach Unruhen in Accra vorübergehend inhaftiert. Dieses Jahr kann als Wendepunkt in der ghanaischen Geschichte angesehen werden. Die von Großbritannien eingerichtete 'Coussey-Kommission' schlug vor, eine von der Bevölkerung gewählte Kammer einzurichten, um den Weg zur Selbstverwaltung zu ebnen. In den folgenden zwei Jahren machte vor allem die Nationalbewegung um Kwame Nkrumah - der sich inzwischen von der UGCC getrennt und die 'Convention People's Party' (CPP) gegründet hatte - von sich reden. Sie organisierte Boykotte, Streiks und forderte in von Großbritannien 'Self-Government Now!'. 1950 wurde Nkrumah von den Briten inhaftiert. Dennoch konnte die CPP bei den anstehenden Wahlen einen großen Sieg erringen. 1951 gewann sie die Wahlen mit überwältigender Mehrheit. Nkrumah wurde von Gouverneur Arden-Clarke (1949-57) freigelassen und umgehend in die Regierung aufgenommen. Seit 1952 war er Premierminister. Der Weg in die Unabhängigkeit sechs Jahre später war geebnet. 1954 wurden die Nord-Territorien der Kolonie Goldküste einverleibt. Am 6. März 1957 wurden die Goldküste und das Aschantiland als Ghana unter Premierminister Nkrumah unabhängig. Nach einer Volksabstimmung trat das britische Mandatsgebiet Britisch-Togoland, also der seit dem Ende des Ersten Weltkriegs unter britischer Verwaltung stehende Teil der ehemaligen deutschen Kolonie Togo, dem neuen Staat bei. Die Verbindungen nach Großbritannien wurden jedoch nicht gekappt. Als erstes schwarzafrikanisches Land wurde es volles Mitglied im Commonwealth of Nations. Der Staatsmonopolismus führte indes zu wirtschaftlichen Problemen und Korruption. 1966, 1972, 1978 und 1979 kam es jeweils zu einem Militärputsch, auch diese Regierungen wurden den Schwierigkeiten nicht Herr. 1981 putschte der Fliegerleutenant Jerry Rawlings, nachdem er zwischenzeitlich die Macht an eine demokratisch gewählte Regierung zurückgegeben hatte, ein zweites Mal und herrschte zunächst autokratisch-diktatorisch. Während seiner Herrschaft verhalf er Ghana u.a. mit Hilfe der Weltbank wieder zu wirtschaftlicher Stabilität. 1992 gab er Ghana eine demokratische Verfassung, in der freie Wahlen, Meinungs- und Pressefreiheit, das Recht auf körperliche Unversehrtheit und die Gleichheit vor dem Gesetz garantiert werden. Die von der UNO festgeschriebenen Menschenrechte werden ebenso anerkannt. Nach den Wahlen 1993 und 1996 herrschte Rawlings als gewählter Präsident weiter. Nachdem er nach der Verfassung bei den Wahlen 2000 nicht ein drittes Mal antreten durfte, gewann John Agyekum Kufuor die Wahl gegen den früheren Vizepräsidenten Atta Mills. Kufour wurde bei den letzten Wahlen im Dezember 2004 im Amt bestätigt.

Flagge

Sie wurde 1957 eingeführt und am 28. Februar 1966 (nachdem sie ausgesetzt wurde) wiederhergestellt. Die Farbe Rot erinnert an das im Freiheitskampf vergossene Blut, Gelb an die Bodenschätze, Grün steht für die Wälder und Felder. Der schwarze Stern gilt als Leitstern der afrikanischen Freiheit.

Wirtschaft

Das Bruttosozialprodukt hatte im Jahr 2002 eine Höhe von 4,7 Mrd. Euro. Es wuchs im Jahr 2003 real um 5,2 % bei einer Inflationsrate von 23,6 %. Die wirtschaftliche Gesamtsituation hat sich seit dem Jahr 2001 etwas stabilisiert. Die Regierung schloss sich dem Entschuldungsprogramm der Weltbank und des Internationalen Währungsfonds (IWF) für die am höchsten verschuldeten Länder an. Die Wirtschaftspolitik gilt als schlüssig. Ghana ist weltweit der zweitgrößte Produzent von Kakao.

Kultur

Die ghanaische ist ein sehr harmonieorientierte Gesellschaft, welche Konfliktvermeidung betont. Aggressionen sind unüblich. Das Christentum spielt eine bedeutende Rolle. Die politische Kultur ist durch einen diplomatischen Habitus geprägt. Politiker übernehmen vor allem eine moralisch predigende Rolle und starten zahlreiche Projekte zur Verbesserung des Entwicklungsstandes. Wirtschaftlich führend sind vor allen Dingen libanesische Immigranten. In Ghana gibt es eine Vielfalt verschiedener Sprachen (siehe Sprachen Ghanas).

Verwaltungsgliederung

Ghana gliedert sich in zehn Regionen. Diese sind (in Klammern die Hauptstadt): Ashanti (Kumasi), Brong Ahafo (Sunyani), Central (Cape Coast), Eastern (Koforidua), Greater Accra (Accra), Northern (Tamale), Upper East (Bolgatanga), Upper West (Wa), Volta (Ho) und Western (Takoradi).

Literatur


- Austin, Dennis: Politics in Ghana 1946-1960. Oxford 1964.
- Mansergh, Nicholas: The Commonwealth Experience. London 1969.
- McIntyre, William David: The Commonwealth of nations. Origins and impact 1869 – 1971. Minneapolis 1977.

Weblinks


- [http://www.lonelyplanet.com/mapshells/africa/ghana/ghana.htm Karte Ghanas]
- [http://www.ghanareise.de Ghana Reise-Links]
- [http://www.cia.gov/cia/publications/factbook/geos/gh.html World Factbook: Ghana]
- [http://www.ghanaairforce.com/ Ghana Air Force]
Kategorie:Staat ja:ガーナ ko:가나 공화국 ms:Ghana simple:Ghana th:ประเทศกานา zh-min-nan:Ghana

Festung Groß Friedrichsburg

Die Festung Groß Friedrichsburg liegt in Westafrika an der Küste von Ghana, westlich von Accra im Gebiet von Cape Three Points. Sie wurde ab 1683 in der gleichnamigen, im selben Jahr von Major Otto Friedrich von der Groeben gegründeten Kolonie Groß Friedrichsburg des Kurfürstentums Brandenburg erbaut. Mit dem Ende der kolonialen Ambitionen von Brandenburg-Preußen wurden die Kolonie mitsamt der Festung um 1720 an die Niederländer verkauft. Bis 1725 wurde die Festung noch von preußentreuen Stämmen verteidigt, dann aber von den Niederländern erobert und in "Fort Hollandia" umbenannt. 1815 wurde das Fort schließlich aufgegeben. Die Festung ist heute noch erhalten und beherbergt unter anderem ein kleines Museum. Sie ist eines von etwa 35 historischen Forts der ghanaischen Küste.

Literatur


- Ulrich van der Heyden: Rote Adler an Afrikas Küste. Die brandenburgisch-preußische Kolonie Großfriedrichsburg in Westafrika. Berlin: 2001, ISBN 3-933889-04-9

Weblinks


- [http://www.colonialvoyage.com/ghana.html http://www.colonialvoyage.com/ghana.html] Kategorie:Festung in Ghana Kategorie:Festung in Afrika Kategorie:Brandenburgische Geschichte Kategorie:Geschichte (Ghana)

Benjamin Raule

Benjamin Raule (
- im Februar 1634 in Vlissingen, † 17. Mai 1707 in Hamburg) war ein holländischer Reeder und kurbrandenburgischer Generalmarinedirektor. Raule, dessen Familie aus dem Flandrischen stammte, war schon in jungen Jahren ein angesehener Bürger und Ratsherr in der Stadt Middelburg, der Hauptstadt der niederländischen Provinz Zeeland und wichtiger Handelsumschlagplatz. Als Kaufmann betrieb er erfolgreichen Handel mit Frankreich. Der Krieg zwischen England und Niederlande mit Frankreich brachte 1672 sein Geschäft zum Erliegen und kostete ihn sein Vermögen. Raule wandte 1675 sich nach Brandenburg, das sich im Krieg gegen Schweden befand. Er erhielt von Kurfürst Friedrich Wilhelm, dem Großen Kurfürsten, einen Kaperbrief, der ihm die Wegnahme schwedischer Schiffe erlaubte. Brandenburg war auf derartige Hilfe gegen die Seemacht Schweden angewiesen, da es kaum über eigene Seestreitkräfte verfügte. Nach einigen Erfolgen und Rückschlägen wurde Raule 1676 mit dem Aufbau der kurbrandenburgischen Marine beauftragt. Er ließ den Kaperkrieg fortsetzen und erzielte einige spektakuläre Erfolge gegen Spanien. Zugleich engagierte er sich für den Aufbau von Handelsbeziehungen nach Übersee und gründete 1682 die Afrikanische Handelsgesellschaft, die 1684 ihren Hauptsitz mit insgesamt 30 Handels- und 10 Kriegsschiffen von Königsberg nach Emden verlegte und als Schiffe- und Geldgeber das koloniale Abenteuer des Großen Kurfürsten unterstützte. An der guineischen Goldküste im heutigen Ghana errichtete Otto Friedrich von der Groeben Kolonien und hisste am 1. Januar 1683 die brandenburgische Flagge. Er gründete im gleichen Jahre Groß Friedrichsburg als Hauptniederlassung. Weitere Stützpunkte befanden sich auf den Arguin-Inseln im heutigen Mauretanien und auf der Insel St. Thomas, heute zu den U.S.-Jungferninseln gehörig. Der gleichzeitige Aufbau von Stützpunkten in Afrika und der Karibik diente der Ertrag versprechenden Kombination von Sklavenhandel und Zuckerimport. Raule stand beim Großen Kurfürsten, dem der Überseehandel und die Marine wichtige Staatsaufgaben waren, in hohem Ansehen. Er errichtete in Berlin eine schlossartige Residenz, das Schloss Friedrichsfelde auf dem Gelände des heutigen Tierparks. Nach dem Tode seines Gönners wurde Raule entmachtet, später wegen seiner Geschäftspraktiken angeklagt und am 12. Dezember 1698 auf der Festung Spandau festgesetzt. Er verlor sein gesamtes Vermögen, musste nach seiner Freilassung im Mai 1702 drei Jahre in Emden auf einem Schiff hausen und durfte erst 1705 nach Hamburg übersiedeln, wo er 1707 nach langer Krankheit starb.

Literatur


- Ulrich van der Heyden: Rote Adler an Afrikas Küste. Die brandenburgisch-preußische Kolonie Großfriedrichsburg in Westafrika. Berlin: Selignow-Verlag 2001, ISBN 3-933889-04-9
- Ulrich van der Heyden: Benjamin Raule und Berlin. In: Ulrich van der Heyden, Joachim Zeller (Hg.) „... Macht und Anteil an der Weltherrschaft.“ Berlin und der deutsche Kolonialismus. Unrast-Verlag. Münster 2005, ISBN 3-89771-024-2 Raule, Benjamin Raule, Benjamin Raule, Benjamin Raule, Benjamin Raule, Benjamin Raule, Benjamin

1681

Ereignisse

Politik und Weltgeschehen


- Karl II. von England vermacht Pennsylvania an William Penn
- Französische Siedler beginnen mit der Kolonialisierung Louisianas
- Colbert, Finanzminister Ludwigs XIV. beginnt mit seiner Senegal-Kompanie den Sklavenhandel nach Französisch-Westindien

Geboren


- 14. März: Georg Philipp Telemann, deutscher Komponist († 1767)
- 11. Juni: Colley Cibber, ein britischer Theaterleiter, Impressario, Dramatiker und Dichter († 1757)
- 28. September: Johann Mattheson, deutscher Komponist und Gelehrter († 1764)
- 18. Dezember: Peter Thumb, Vorarlberger Baumeister des Rokoko († 1766)
- Datum unbekannt: Edward Young (Dichter), englischer Dichter († 1765)

Gestorben


- 25. Januar: Petronio Franceschini, italienischer Komponist (
- 1651)
- 25. Mai: Pedro Calderón de la Barca, spanischer Dramatiker (
- 1600)
- 12. Juni: Sigmund von Birken, deutscher Schriftsteller (
- 1626)
- 8. Juli: Georg Neumark, deutscher Komponist von Kirchenliedern (
- 1621)
- 11. Juli: Oliver Plunkett, war Erzbischof von Armagh und Primas von Irland (
- 1625)
- 17. August: Nikon, russischer Patriarch (
- 1605)
- 1. Oktober: Gebhard von Alvensleben, deutscher Historiker (
- 1619)
- 7. Oktober: Nikolaes Heinsius, niederländischer Gelehrter und Lyriker (
- 1620)
- 26. November: Gian Paolo Oliva, 11. General der Societas Jesu (
- 1600)
- 4. Dezember: Moritz (Sachsen-Zeitz), Fürst aus dem Hause Wettin (albertinische Linie) (
- 1619)
- 12. Dezember: Hermann Conring, Polyhistor, Leibarzt der Königin Christina von Schweden, dänischer Staatsrat und Leiter des bremen-verdischen Archivs in Stade (
- 1606) ko:1681년 simple:1681

Friedrich Wilhelm (Brandenburg)

Friedrich Wilhelm (
- 16. Februar 1620 in Cölln an der Spree (jetzt Berlin); † 9. Mai 1688 in Potsdam), Kurfürst von Brandenburg, wird auch der Große Kurfürst genannt. Er war der Sohn des Kurfürsten Georg Wilhelm und der pfälzischen Prinzessin Elisabeth Charlotte von der Pfalz. Elisabeth Charlotte von der Pfalz Elisabeth Charlotte von der Pfalz Friedrich Wilhelm war von mittlerer Körpergröße und dennoch eine imponierende Erscheinung von natürlicher Einfachheit und einem ausgeprägt praktischen Sinn. Schon in jungen Jahren wurde er in die Niederlande gesandt, um die dortigen Verhältnisse kennenzulernen. Der vierjährige Aufenthalt - u.a. an der Universität Leiden - prägte den späteren Staatsmann entscheidend, fand er doch ein hochentwickeltes Staatswesen vor, das für das kleine aufstrebende Brandenburg in vielem als Vorbild dienen konnte. 1638 wurde er nach Berlin zurück berufen. Am 1. Dezember 1640 trat er inmitten schwieriger politischer Verhältnisse die Nachfolge seines Vaters an:
- der Dreißigjährige Krieg hatte das Land verwüstet,
- Brandenburg, Pommern und Cleve waren von fremden Truppen besetzt (Schweden),
- Preußen galt als unsicherer Besitz, da der König von Polen jederzeit die Belehnung verweigern konnte,
- die Regierung des Hauptlandes befand sich in der Hand eines Intimfeindes, des Grafen Schwarzenberg. Zudem waren die Finanzen des Staates zerrüttet, so dass auch die Söldner aufbegehrten. 1641 schloss Friedrich Wilhelm Frieden mit den Schweden, die daraufhin die Städte der Mark räumten. Die Gegnerschaft zu Schwarzenberg löste sich durch dessen plötzlichen Tod. Die auswärtige Politik begann sich auf die Oranier in den Niederlanden zu stützen. 1643 nahm Fürst Ludwig I. von Anhalt-Köthen Kurfürst Friedrich Wilhelm in die Fruchtbringende Gesellschaft auf. Er verlieh ihm den Gesellschaftsnamen der Untadelige und gab ihm die Devise kräftige Tugend. Als Emblem wurde ihm der Mirabolanen frucht und baum (Terminalia catappa L. oder Terminalia citrina Roxb.) zugedacht. Im Köthener Gesellschaftsbuch wurde der Kurfürst unter der Nr. 401 geführt. Dort findet sich auch das Reimgesetz, welches Friedrich Wilhelm zum Dank seiner Aufnahme verfasste: :Mirabolanenfrucht, vol kraft und tugend ist,
Sie helt untadelich gantz rein marck und geblüte
Der Nahm' Untadelich ward mir daher' erkiest
Weil ohne tadel nur sol sein sin und gemüte
Und wer sein hohes Ambt, wol ab in demut mißt
Befleist darneben sich des Rechtens und der güte
Derselbe bringt gewis untadeliche frucht
Und find der tugend kraft also wie er gesucht.
Im Dezember 1646 heiratete Friedrich Wilhelm die älteste Tochter des Statthalters Friedrich Heinrich von Oranien, Luise Henriette von Oranien. Während der westfälischen Friedensverhandlungen trat der Kurfürst von Brandenburg nicht nur für sein Land, sondern allgemein auch für die evangelische Sache auf und er erreichte, dass die Reformierten die gleichen Rechte erhielten wie die Lutheraner. In der Folge setzte Friedrich Wilhelm durchgreifende Reformen in der Verwaltung, der Finanzverfassung und beim Militär durch, das als stehendes Heer organisiert wurde. Insbesondere der Übergang von der bis dahin üblichen Naturalwirtschaft zur Geldwirtschaft brachte große Fortschritte. Als er starb, hatte er das Land um 33,150 km² erweitert; insgesamt waren es 112,660 km² mit 1,5 Mio. Einwohnern. Ihm zu Ehren stehen eine Büste in der Walhalla und eine Statue am Genfer Reformationsdenkmal.

Chronologie im Detail

Nachkommen

Erste Ehe: 1646, Louise Henriette, Prinzessin von Oranien, Tochter von Friedrich Heinrich von Oranien
- Wilhelm Heinrich,
- 11. Mai 1648 um 5 Uhr; † 14.oder 24. Oktober 1649 in Wesel.
- Karl Emil,
- 6. Februar 1655 um 10 Uhr in Cölln (Berlin); † 27. November 1674 zwischen 23 und 24 Uhr in Straßburg.
- Friedrich I.,
- 11. oder 21. Juli 1657 in Königsberg; † 25. Februar 1713 in Berlin.
- Amalia (Zwilling),
- 9. November 1664 um 4 Uhr; † 22. Januar 1665 um 3 Uhr.
- Heinrich (Zwilling),
- 9. November 1664 um 4:30 Uhr; † 16. November 1664 am Nachmittag.
- Ludwig,
- 28. Juni oder 8. Juli 1666 um 15:30 Uhr in Clewe; † 1687. Zweite Ehe: 1668, verwitwete Herzogin Dorothea Sophie von Brandenburg, geborene Prinzessin von Holstein-Glücksburg
- Philipp Wilhelm,
- 19. Mai 1669; † 19. Dezember 1711, erster Markgraf von Brandenburg-Schwedt
- Maria,
- 26. November 1670; † 17. November, 1739 - 1687 verheiratet mit Herzog Karl von Mecklenburg-Güstrow.
- Albrecht,
- 24. Januar 1672; † 21. Juni 1731.
- Karl,
- 5. Januar 1673, † 23. Juli 1695.
- Elisabeth Sophie,
- 5. April 1674; † 22. November 1748, 1691 - 1698 verheiratet mit Friedrich Kasimir von Kurland, 1703-1712 verheiratet mit Markgraf Christian Ernst von Brandenburg-Bayreuth, 1714-1724 verheiratet mit Ernst Ludwig I. von Sachsen-Meiningen.
- Dorothea,
- 6. Juni 1675; † 11. September 1676.
- Christian Ludwig,
- 24. Mai 1677; † 3. September 1734.

Siehe auch


- Liste der Könige von Preußen
- Caputh
- Schlacht von Fehrbellin

Weblinks


- http://www.preussen-chronik.de/person.jsp?key=Person_Friedrich+Wilhelm+von_Brandenburg
- http://www.preussen.de/de/geschichte/1640_kurfuerst_friedrich_wilhelm.html
- [http://www.geschichteinchronologie.ch/afrika/kol/arte2005_Brandenburg-Preussen-NL-und-sklavenhandel.htm Friedrich Wilhelm von Brandenburg und sein Aufbau einer Kolonialflotte für den Afrikahandel -- Brandenburgs Kolonialismus und Sklavenhandel 1683 bis 1721: Umschlagplatz Insel St.Thomas in der Karibik -- die Bedingungen der Sklaverei] (Filmprotokoll aus arte 2005) Brandenburg, Friedrich, Wilhelm von Brandenburg, Friedrich, Wilhelm von Brandenburg, Friedrich, Wilhelm von Kategorie:Hohenzollern Brandenburg, Friedrich, Wilhelm von Brandenburg, Friedrich, Wilhelm von Brandenburg, Friedrich, Wilhelm von Brandenburg, Friedrich, Wilhelm von Brandenburg, Friedrich, Wilhelm von ja:フリードリヒ・ヴィルヘルム (ブランデンブルク選帝侯)

Brandenburg

Brandenburg (sorbisch:Braniborska) ist ein Bundesland im Nordosten Deutschlands. Die Landeshauptstadt ist Potsdam. Brandenburg grenzt an Polen im Osten, Sachsen im Süden, Sachsen-Anhalt im Westen, Niedersachsen im äußersten Westen auf einem kurzem Stück an der Elbe, Mecklenburg-Vorpommern im Norden und umschließt das zentral gelegene Berlin vollständig.

Geografie

Typisch für Brandenburg ist die Ausrichtung sämtlicher Infrastruktur auf das inselförmig im Land gelegene Berlin. Berlin und Brandenburg bilden gemeinsam die Metropolregion Berlin/Brandenburg. Rund um Berlin befinden sich die wohlhabendsten Städte und Dörfer („Speckgürtel“ Berlins). Hier wohnen auch viele Berliner, die es ins Grüne zog. In der Peripherie des Bundeslandes liegen dünn besiedelte und landwirtschaftlich geprägte Landstriche wie die Prignitz, der Fläming, der Spreewald, das Oderbruch oder die Uckermark. Rund um Cottbus im Südosten des Landes befinden sich mehrere Braunkohleabbaugebiete (Tagebau).
- Entfernung Nord-Süd 291 km
- Entfernung West-Ost 244 km

Landschaft

Die Oberflächengestaltung von Brandenburg wird durch zwei Höhenzüge und zwei Bodensenkungen bestimmt. Die Senkungen werden von Flussniederungen eingenommen, an deren Rändern sich - heute größtenteils trockengelegte - Moor- und Sumpfböden befinden, die zwischenzeitlich auch dem Torfabbau dienten. Die Flussniederungen werden hier Bruch oder Luch genannt. Der nördliche oder baltische Höhenzug der mecklenburgischen Seenplatte sendet nur unbedeutende Zweige nach Brandenburg aus. Der etwa 230 km lange Höhenzug im Süden des Bundeslandes beginnt mit den Lausitzer Höhen (genauer: den Sorauer Sandbergen) und zieht sich entlang der Grenze westwärts über Triebel und Spremberg, dann nach Nordwesten über Calau und geht auf den kahlen und dürren Fläming zu. Die südliche Bodensenkung befindet sich ziemlich am nördlichen Rand dieses Höhenzuges und tritt am markantesten im Spreewald hervor (zwischen Baruth (Mark) und Plaue). Die nördliche Bodensenkung, fast unmittelbar am Südfuß der baltischen Landhöhe gelegen, wird bestimmt durch die Niederungen des Netze- und Warthebruchs, des Oderbruchs, die Linie des Finowtals, das Havelländische Luch und die Furche des Elbestroms. Zwischen diesen beiden Senkungen liegt eine Bodenerhebung (Platte), die sich aus der gegend von Posen westwärts nach Brandenburg hinein erstreckt, mit dem Sternberger Land, der Spreeplatte und der Mittelmark. Die Platte wird von Südosten nach Nordwesten hin durchschnitten von der Niederung der Faulen Obra und der Oder bis zur Mündung der Neiße, die untere Spree und das Haveltal. Von Süden nach Norden strömt die Oder von der Neißemündung bis zur Warthemündung, dem Bober, die obere Spree, die Dahme, Ruthe und Plaue. Zwischen diesen Furchen erheben sich eine ganze Reihe einzelner Höhen und Höhenzüge, der Semmelberg bei Bad Freienwalde (157 m), die Müggelberge in Berlin-Köpenick (120 m), die Havelberge (97 m) und die Rauen Berge bei Fürstenwalde (112 bis 152 m). Die höchste Erhebung in Brandenburg ist die unweit der Grenze zu Sachsen liegende Heidehöhe 201,4 m. Im allgemeinen ist auf dieser Platte Sandboden vorherrschend, der auf weiten Strecken mit Kiefern und Heidekraut bewachsen und ein dürres Ansehen hat. Doch selbst auf den Höhen ist er lehmig und kann durch geeignete Anbaumethoden zum Anbau der meisten landwirtschaftlichen Erzeugnisse genutzt werden.

Politik

landwirtschaftlichen Im Brandenburgischen Landtag sind derzeit vier Parteien vertreten. Nach den Wahlen vom 19. September 2004 ergab sich folgende Sitzverteilung:
- SPD: 33
- Die Linke.PDS: 29
- CDU: 20
- DVU: 6 Die Ergebnisse der Landtagswahl 2004 sahen wie folgt aus:
- SPD: 31,9 %
- Die Linke.PDS: 28,0 %
- CDU: 19,4 %
- DVU: 6,1 %
- Bündnis90/Die Grünen: 3,6 %
- FDP: 3,3 %
- sonstige: 7,7 % (Siehe auch: Wahlen zum Brandenburger Landtag, Brandenburger Landtag)

Ministerpräsidenten

Die Ministerpräsidenten des Landes Brandenburg:
- 1945 - 1949: Karl Steinhoff (SPD), ab 1946 (SED)
- 1949 - 1952: Rudolf Jahn (SED)
- Zwischen 1952 und 1990 war das Land Brandenburg aufgelöst
- 1990 - 2002: Manfred Stolpe (SPD)
- 2002 - heute: Matthias Platzeck (SPD)

Ministerien

:Ministerpräsident: Matthias Platzeck (SPD) :Ministerium des Innern: Jörg Schönbohm (CDU), Stellvertretender Ministerpräsident :Ministerium der Justiz: Beate Blechinger (CDU) :Ministerium der Finanzen: Rainer Speer (SPD) :Ministerium für Wirtschaft: Ulrich Junghanns (CDU) :Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Familie: Dagmar Ziegler (SPD) :Ministerium für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Verbraucherschutz: Dr. Dietmar Woidke (SPD) :Ministerium für Bildung, Jugend und Sport: Holger Rupprecht (parteilos) :Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur: Prof. Dr. Johanna Wanka (CDU) :Ministerium für Infrastruktur und Raumordnung: Frank Szymanski (SPD)

Verfassung

[http://de.wikisource.org/wiki/Verfassung_des_Landes_Brandenburg| Verfassung des Landes Brandenburg]

Wappen und Flagge

Frank SzymanskiNach der Brandenburgischen Verfassung ist der „rote märkische Adler auf weißem Feld“ (Artikel 4) das Wappen des Landes Brandenburg.Die Landesflagge ist Rot-Weiß mit zentriertem Landeswappen. Den märkischen Adler und das Wappen aber gibt es schon lange. Bereits 1157 soll es das Wappen des Markgrafen von Brandenburg: Otto I., der Sohn Albrechts des Bären. gewesen sein. Nach der Wende entfernte man ihm seine früheren Beigaben (Schwert, Brustschild usw.), die noch bis zum Ende des Zweiten Weltkrieg Teil des Wappens waren.

Geschichte

Otto I.)]] Historisch bildete Brandenburg (zusammen mit Berlin, das Teil Brandenburgs war) das Kernland Brandenburg-Preußens. Siehe hierzu auch Albrecht der Bär (Gründer der Mark Brandenburg 1157), Mark Brandenburg und Provinz Brandenburg. 1945 wird die Provinz Mark Brandenburg gebildet. Diese besteht aus den Regierungsbezirken Potsdam und Frankfurt (Oder) der ehemaligen preußischen Provinz Brandenburg, allerdings ohne die gesamte Neumark östlich der Oder. 1947 erfolgt nach der Auflösung von Preußen die Umbenennung in Land Brandenburg mit einer Größe von 27.612 km². 1952 wird im Rahmen der Verwaltungsreform in der DDR das Land aufgelöst und aufgeteilt in die drei Bezirke Cottbus, Frankfurt (Oder) und Potsdam. Der Landkreis Perleberg fiel an den Bezirk Schwerin, die Landkreise Prenzlau und Templin an den Bezirk Neubrandenburg. Am 14. Oktober 1990 wurde das Land Brandenburg neu gegründet durch Zusammenlegung der DDR-Bezirksterritorien Cottbus (ohne die Kreise Hoyerswerda, Jessen und Weißwasser), Frankfurt (Oder) und Potsdam zuzüglich der Kreise Perleberg, Prenzlau und Templin. Im Jahre 1996 entscheiden sich die Brandenburger bei einer Volksabstimmung mit Mehrheit gegen eine Vereinigung der Länder Berlin und Brandenburg.

Verwaltungsgliederung

Seit der Neubildung der Landkreise 1993 unterteilt sich Brandenburg in 14 Landkreise und 4 kreisfreie Städte.

Landkreise

kreisfreie Städte

Kreisfreie Städte

# 18px Brandenburg an der Havel (BRB) # 18px Cottbus (CB) # 18px Frankfurt (Oder) (FF) # 17px Potsdam (P)

Regionen

Brandenburg wird ab 2007 in zwei NUTS-2-Regionen sowie weiterhin in fünf Planungsregionen (Regionale Planungsgemeinschaften) gegliedert, die räumlich Bundesraumordnungsregionen entsprechen und die sich aus den kreisfreien Städten und Landkreisen zusammensetzen, wie in der nachstehenden Übersicht angegeben (diese Regionen sind keine Verwaltungseinheiten):

Städte und Gemeinden

Das Land Brandenburg gliedert sich in insgesamt 421 Gemeinden, darunter 112 Städte, von denen 4 Städte kreisfrei sind. (Stand: 15. März 2005).
Größte Städte und Gemeinden ¹ zum Gebietsstand der Kommunalreform vom 26. Oktober 2003 (Siehe auch: Liste der Orte in Brandenburg)

Länderfusion

1996 fand eine Volksabstimmung über einen Staatsvertrag zur Fusion von Brandenburg mit Berlin statt. In Brandenburg wurde jedoch nicht einmal die Mindestzustimmung ("Quorum") von 25 % der Wahlberechtigten erreicht. Damit wäre der Vertrag auch ohne eine einzige Brandenburger Nein-Stimme nicht in Kraft getreten; dass es zusätzlich eine Mehrheit von Nein-Stimmen gab, unterstreicht die fehlende Überzeugungskraft der Idee zum damaligen Zeitpunkt. Hauptargumente gegen die Zustimmung in Brandenburg war die zahlenmäßige Unterlegenheit der ländlichen (Brandenburger) gegenüber den städtischen (Berlin & "Speckgürtel") Interessen bei 2,5 Millionen Brandenburgern gegenüber 3,5 Millionen Berlinern. Außerdem hätte der gestaffelte Abbau des Stadtstaatenprivilegs für Berlin längerfristig jährliche Verluste von 2 Mrd. € beim Länderfinanzausgleich ergeben. Die vom heutigen Ministerpräsidenten Platzeck lange befürwortete Alternative eines Nord-Ost-Landes inkl. Mecklenburg-Vorpommern und der Sachsen-Anhaltinischen Altmark und damit einer ländlichen Mehrheit wurde nie ernsthaft verfolgt. Auch den Vorschlag eines Länderrates, einer Art Mini-Bundesrat, besetzt nach einem Flächenschlüssel, hat die Brandenburger Landesregierung nie in die Verhandlungen mit Berlin eingeführt. Befürworter einer Länderfusion streben immer wieder mal eine erneute Volksabstimmung an. Jedoch gibt es bereits jetzt eine Vielzahl von Bestrebungen, die letztendlich auf eine Fusion der beiden Länder abzielen, wie etwa die Fusion des SFB mit dem ORB zum RBB oder die Fusion der Deutschen Rentenversicherung Berlin mit der Deutschen Rentenversicherung Brandenburg zum 01 Januar 2006 zur Deutschen Rentenversicherung Berlin-Brandenburg. Auch die Regierungschefs beider Bundesländer haben sich zum grundsätzlichen Ziel der Länderfusion bekannt. (Siehe auch: Berlin-Brandenburg)

Wirtschaft

Brandenburgs Industrie und Dienstleistungen haben ihren Schwerpunkt entlang der A 10 rund um die Stadt Berlin sowie in den gesicherten industriellen Kernen. Bei Eisenhüttenstadt an der Oder und in Brandenburg an der Havel befinden sich Stahlwerke. Außerdem gibt es in Brandenburg an der Havel ein Druckmaschinenwerk der Heidelberger Druckmaschinen AG und ein Getriebewerk der ZF Friedrichshafen. Jenseits der gesicherten industriellen Kerne sind die berlin-fernen Teilräume des Landes von der Ernährungsindustrie, dem Holzgewerbe sowie der Landwirtschaft geprägt. Im Süden Brandenburgs befinden sich Braunkohleabbaustätten. Künftig wird ein Schwerpunkt der Landesentwicklung verstärkt auf den Fremdenverkehr gelegt. Desweiteren befinden sich im Nordosten der Uckermark die Stadt Schwedt mit ihren industriellen Schwerpunkten PCK (Petrolchemie und Kraftstoffe) sowie zwei Papierfabriken mit Überseehafen, der direkt in die Ostsee mündet durch den Kanal.

Landwirtschaft

Einige Leistungen der Landwirtschaft Brandenburgs im Jahr 2004:
- Erntemenge Getreide 3,265 Mio t
- Anzahl Rinder 586100
  - davon Milchkühe 174.000
  - Milchleistung je Kuh und Tag März/05 22,34 kg
- Anzahl Schweine 788.200
  - davon Ferkel 248.900
- Anzahl Schafe 144.489
- Eier pro Henne und Jahr 295

Verkehr

18pxBrandenburgs Verkehrswege laufen sternförmig auf Berlin zu. Dies gilt sowohl für Eisenbahnstrecken, als auch für Straßen und Wasserstraßen. Die Eisenbahnstrecken werden durch den Berliner Außenring verbunden, der sich zum größten Teil in Brandenburg befindet. Weiterhin verläuft der „Berliner Ring“ genannte Autobahnring der A 10 fast ausschließlich durch Brandenburg. 18pxDer wichtigste Flughafen des Bundeslandes befindet sich in Schönefeld; daneben gibt es u. a. den Flughafen Cottbus-Drewitz.
- Zugelassene Kfz 2004
- Neuzulassungen Kfz 2004: 86.409
- Transportierte Personen 2004 (ÖPNV): 141.697.000

Bildung

Primarstufe

Brandenburger Schüler besuchen, anders als in anderen Bundesländern, von der ersten bis zur sechsten Klasse die Grundschule.

Sekundarstufe I und II

Die Berechtigung zum Besuch von Universitäten(Abitur), erhält man in Brandenburg an Gymnasien, Gesamtschulen mit gymnasialer Oberstufe, aber auch an Oberstufenzentren und Abendschulen. Veränderungen in den Schuljahren:
- 2004/2005 Einführung Zentralgestellter Abiturprüfungen
- 2005/2006 Zusammenlegung von Realschulen und Gesamtschulen ohne gymnasiale Oberstufe zu Oberschulen
- 2005/2006 Einführung eines generellen Rauchverbots für Schüler und Lehrkräfte
- 2005/2006 Qualitätskontrolle der Leistungen der Lehrer durch Visitationsteams
- 2006/2007 Einführung von Kopfnoten

Hochschulen


- Brandenburgische Technische Universität Cottbus
- Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder)
- Universität Potsdam
- Fachhochschule Lausitz (bestehend aus den Standorten: Cottbus und Senftenberg)
- Fachhochschule Potsdam
- Fachhochschule Brandenburg
- Fachhochschule für Finanzen (Fachbereich: Steuerverwaltung)
- Fachhochschule Eberswalde
- Technische Fachhochschule Wildau (Siehe auch: Hochschulen in Brandenburg)

Landschaften

Flüsse

(Siehe auch: Liste der Flüsse in Brandenburg, Liste der Seen in Brandenburg)

Tourismus

Siehe dazu: Tourismus in Brandenburg

Natur- und Kulturschutz in Brandenburg

Tourismus in Brandenburg Tourismus in Brandenburg Tourismus in Brandenburg

Die 15 Großschutzgebiete

Der Naturschutz hat im Land Brandenburg eine hohe Priorität, im Jahre 2002 sind im Land 15 so genannte Großschutzgebiete ausgewiesen, darunter eines als Nationalpark, drei als Biosphärenreservat und 11 als Naturpark. Insgesamt nehmen die Großschutzgebiete rund ein Drittel der Landesfläche ein.
- Nationalpark Unteres Odertal (106 km2)
- Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe-Brandenburg (533 km²)
- Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin (1.291 km²)
- Biosphärenreservat Spreewald (474 km²)
- Naturpark Barnim (750 km²)
- Naturpark Dahme-Heideseen (594 km²)
- Naturpark Hoher Fläming (827 km²)
- Naturpark Märkische Schweiz (204 km²)
- Naturpark Niederlausitzer Heidelandschaft (490 km²)
- Naturpark Niederlausitzer Landrücken (580 km²)
- Naturpark Nuthe-Nieplitz (623 km²)
- Naturpark Schlaubetal (225 km²)
- Naturpark Uckermärkische Seen (895 km²)
- Naturpark Westhavelland (1.315 km²)
- Naturpark Stechlinsee (1.080 km²)

UNESCO-Welterbe in Brandenburg


- Schlösser und Parks von Potsdam (Schloss Sanssouci) (seit 1990)

Sprache

Abgesehen von Hochdeutsch werden größtenteils Dialekte des Mark-Brandenburgischen und des Berlin-Brandenburgischen gesprochen. Im Grenzgebiet zu Sachsen und Sachsen-Anhalt wird ferner Anhaltisch - ein Dialekt des Thüringisch-Obersächsischen gesprochen, das nah mit dem Hochdeutschen verwandt ist. In der brandenburgischen Niederlausitz spricht man Lausitzische Dialekte. Dieses und das in und im Umland von Berlin gesprochene ist dem Ostmitteldeutschen zuzurechnen. Im Barnim ist die Mundart Eberswalder Kanaldeutsch gebräuchlich. Im östlichen Teil der Niederlausitz in der Umgebung von Cottbus wird außerdem Niedersorbisch, eine westslawische Sprache, von etwa 20.000 Menschen als Muttersprache gesprochen (zweisprachiges Gebiet). Der Wortschatz der brandenburgischen Dialekte ist erfasst und beschrieben im Brandenburg-Berlinischen Wörterbuch.

Siehe auch


- Bombodrom
- Brandenburger Küche
- Lausitzring
- Cargolifter
- Tropical Island
- Verdienstorden des Landes Brandenburg

Weblinks


- [http://www.brandenburg.de/ Offizielle Seite des Landes Brandenburg]
- [http://www.reiseland-brandenburg.de/ Offizielle Tourismusseite des Landes Brandenburg]
- [http://www.geobasis-bb.de/ Landesvermessung]
- [http://www.wahlen.brandenburg.de/sixcms/list.php/landeswahlleiter Wahlergebnisse (Landeswahlleiter)]
- [http://www.maerkische-wirtschaft.de/ Wirtschaftsportal für das Land Brandenburg]
- [http://www.kulturportal-brandenburg.de/ Kulturportal für das Land Brandenburg]
- [http://www.verwaltung-brandenburg.de/ Gemeinsamer Internet-Auftritt von Kommunen im Land Brandenburg]
-
ja:ブランデンブルク州 ko:브란덴부르크 주 simple:Brandenburg

Afrika

Afrika ist mit einer Fläche von 30,3 Mio. km² (22 % der gesamten Landfläche der Erde) nach Asien und Amerika der drittgrößte Kontinent und damit ungefähr dreimal so groß wie Europa. Die etwa 906 Mio. Einwohner (Stand Mitte 2005) machen 14 % der gegenwärtigen Weltbevölkerung aus, wobei dieser Anteil durch die hohen Geburtenraten in den nächsten Jahrzehnten vermutlich noch steigen wird. Afrika ist im Norden vom Mittelmeer, im Westen vom Atlantik, im Osten vom Indischen Ozean und dem Roten Meer umgeben. Die Sahara teilt den Kontinent in das hauptsächlich von Arabern bewohnte Nordafrika und das subsaharische Afrika (Schwarzafrika). Geprägt wird der Erdteil von der kulturellen Vielfalt seiner unzähligen Völker, dem Erbe des Kolonialismus, den Folgen der extremen Armut weiter Teile der afrikanischen Bevölkerung sowie dem aktuellen Bemühen, Afrikas Marginalisierung in vielen Bereichen zu überwinden und nachhaltige Lösungen für seine zahlreichen Probleme zu finden.

Etymologie

Im Altertum bezeichnete Africa nur das Gebiet des heutigen Tunesien, der Kontinent wurde Libyen genannt. Der Name wurde vom römischen Senator und Feldherrn Scipio Africanus (Eroberer Karthagos) erstmals verwendet und könnte von einem einheimischen Stamm abgeleitet sein oder auf dem phönizischen afar („Staub“), dem griechischen aphrike („unkalt“), dem lateinischen aprica („sonnig“) oder dem lateinischen Wort Afer (Plural: Afri) beruhen, was soviel wie „Afrikaner, Punier“ bedeutet.

Geographie

Lage

Afrika wird im Westen vom Atlantik, im Osten vom Indischen Ozean und dem Roten Meer und im Norden vom Mittelmeer begrenzt. Die Küstenlänge beträgt 30.490 km, was gemessen an der großen Fläche relativ wenig ist. Die einzige Landverbindung zu anderen Festlandmassen, bzw. zu Asien, bildet der Sinai, der zwischen Afrika und der Arabischen Halbinsel liegt. Europa liegt Afrika an der Straße von Gibraltar und der Straße von Sizilien am nächsten. Der afrikanische Erdteil ist nur wenig gegliedert; er hat weniger Inseln und Halbinseln als alle anderen Kontinente. Die weitgehend unbesiedelte Sahara trennt das zum Mittelmeerraum gehörende Nordafrika vom südlich gelegenen Schwarzafrika (subsaharisches Afrika). Der kleinste Staat auf dem Festland, Gambia, ist etwa so groß wie Zypern und der größte, Sudan, ungefähr acht mal so groß wie Deutschland. Die größte Insel ist Madagaskar, die vor der Südostküste Afrikas im Indischen Ozean (Indik) liegt. Die Kanarischen Inseln im Nordwesten und die Städte Ceuta und Melilla zählen zu Spanien und damit zur Europäischen Union.

Gebirge und Berge

Dies sind die 5 höchsten Gebirge bzw. Bergmassive mit ihrem jeweils höchsten Berg in Afrika: Außerdem zählt der Atlas mit dem Toubkal (4.165 m ü. NN) in Marokko, der Mount Meru (4.562,13 m), ein Inselberg in Tansania, und der Kamerunberg (4.095 m), ein Inselberg in Kamerun, zu den höchsten Gebirgen, Bergmassiven bzw. Bergen des Kontinents.

Gewässer

Flüsse

Der längste Strom Afrikas, der zugleich den längsten der Erde darstellt, ist der Nil (6.671 km). Danach folgen der Kongo (4.374 km), welcher der wasserreichste des Kontinents ist, der Niger (4.184 km) und der Sambesi (2.736 km).

Seen

Die größten Seen Afrikas sind der Viktoriasee (68.870 km²), der nach dem Kaspischen Meer und dem Oberen See der drittgrößte See der Erde ist, der Tanganjikasee (32.893 km²) und der Malawisee (29.600 km²). Die beiden letzteren sind auch mit 1.470 m (und damit zweittiefster der Erde) und 706 m die tiefsten Seen in Afrika.

Stauseen

Die größten Stauseen bzw. Wasserspeicher Afrikas sind das Viktoria-Reservoir, welcher der flächen- (68.870 km²) und volumenmäßig (204,8 Milliarden ) größte Stausee der Erde ist, der Volta-Stausee (8.482 km²; 153 Mrd. m³) und der Kariba-Stausee (5.580 km²; 180,6 Mrd. m³).

Geologie

Im Norden Afrikas zieht sich das Atlas- oder Maghreb-Gebirge durch die Staaten Marokko, Algerien und Tunesien, das zusammen mit den Alpen im Zuge der Annäherung der afrikanischen an die eurasische Platte entstanden ist. Durch den Osten Afrikas zieht sich der Große Afrikanische Grabenbruch, welcher die Fortsetzung des Grabenbruchs unter dem Roten Meer ist und auf eine Abspaltung des Horns von Afrika und Arabiens vom Rest Afrikas hindeutet. Der dabei entstehende Vulkanismus hat unter anderem das Kilimandscharo-Massiv, das höchste Bergmassiv Afrikas, das Ruwenzori-Gebirge und das Mount-Kenya-Massiv geschaffen. Im weiteren Verlauf des Grabenbruchs liegen Rudolfsee, Kiwusee, Tanganjikasee und Malawisee sowie der Unterlauf des Sambesi.

Klima und Natur

Durch seine Lage beiderseits des Äquators und seine kompakte Form besitzt Afrika die größte zusammenhängende Landmasse der Tropen. 75 % der Fläche Afrikas liegen innerhalb der Wendekreise, die die mathematische Tropengrenze bilden. Der größte Teil Zentral- und Westafrikas ist von tropischem Regenwald bedeckt; das Kongobecken ist nach Amazonien das zweitgrößte Regenwaldgebiet der Erde. Um die Wendekreise sind große Wüsten entstanden; die Sahara im Norden wird nur durch die Flussoase des Nils unterbrochen, im Süden befinden sich die Namib als Nebelwüste und die Kalahari als Trockensavanne. Im Bereich zweier jährlicher Niederschlagsmaxima breiten sich die Trockenwälder und Feuerökosysteme aus, beispielsweise Mopane, Miombo oder Chipya-Vegetation. Südostafrika ist durch den Einfluss des Monsun und die großen Täler von Sambesi und Limpopo fruchtbarer.

Bevölkerung

Völker

Im Norden Afrikas lebten schon Jahrtausende vor der Ankunft der Araber um das 7. Jahrhundert herum berberische Völker. Diese leben seitdem vor allem in den gebirgigen Regionen des Maghreb, wo sie vor den arabischen Invasoren Zuflucht fanden, um sich im Laufe der folgenden Jahrhunderte aber deutlich mit jenen zu durchmischen und eine eigene maghrebinische Kultur zu schaffen, die einige Unterschiede zur übrigen arabischen Welt aufweist, beispielsweise in der Sprache. Auch die Völker Nordostafrikas, wie z.B. die Amharen sind semitische Völker. Südlich der Sahara, die von den nomadisierenden Tuareg bewohnt ist, leben einige Tausend verschiedene schwarzafrikanische Völker. Von den westafrikanischen sind die Mande- und Voltaic-Völker zu nennen. Hausa und Yoruba leben im östlichen Westafrika, Wolof und Fulbe im westlichen Teil. In Zentral- und Ostafrika sind die Bantu beheimatet, eine aus zahlreichen Völkern bestehende Gruppe. Die Khoisan-Völker zählen zu den am längsten in Afrika ansässigen Ethnien. Größte Gruppe von im Zuge der Kolonialisierung eingewanderten Menschen sind die Buren in Südafrika. Moderne Migrationsbewegungen haben Libanesen nach West- sowie Inder und Chinesen nach Ostafrika gebracht. Siehe auch: Liste der afrikanischen Völker

Religion

In Nordafrika, Ostafrika und Westafrika ist der Islam weit verbreitet. Mehr als 41 % aller Afrikaner (darunter in Nordafrika Araber) gehören dem Islam an. Daneben gibt es vor allem in West- und Südostafrika eine große Anzahl derer, die Animismus praktizieren. Man schätzt das weitere 10 % der Afrikaner dem Animismus anhängen. Die restlichen rund 48 % gehören christlichen Konfessionen an (u.a Kopten) Die Mehrheit der afrikanischen Christen lebt im Süden Afrikas. Eine Sonderrolle spielt die Äthiopisch-Orthodoxe Kirche, da in Äthiopien das Königreich Axum als erstes Land der Welt im dritten Jahrhundert das Christentum zur Staatsreligion machte. Außerdem sind unter den nicht-afrikanischen Minderheiten auch Bahai, Judentum, Hinduismus und Buddhismus verbreitet.

Sprachen

Hauptartikel: Afrikanische Sprachen Insgesamt gibt es über 2000 eigenständige afrikanische Sprachen von denen rund 50 als größere Sprachen gelten, die jeweils von über einer Million Menschen gesprochen werden. Einige der wichtigsten afrikanischen Sprachen sind Swahili, Hausa und Fulbe. Die ehemaligen Kolonialsprachen Englisch, Französisch, Portugiesisch, Spanisch, Italienisch und Deutsch, Niederländisch(Afrikaans) werden vielerorts noch heute gesprochen. Zu den afroasiatischen Sprachen gehören Arabisch, Hausa und Amharisch, zu den nigerkordofanischen Sprachen zählen Bambara, Swahili, Wolof, Yoruba und Zulu. Die Khoisan-Sprachen werden von den gleichnamigen Völkern im Südlichen Afrika gesprochen; charakteristisch für sie sind Klicklaute. Auf Madagaskar werden Austronesische Sprachen wie Malagasy, Howa (Dialekt des Merina) und andere Merina-Dialekte.

Städte

Die größte Stadt Afrikas ist Kairo in Ägypten mit 15.100.000 Einwohnern. Siehe auch: Liste der größten Städte Afrikas

Geschichte

Hauptartikel: Geschichte Afrikas Die ältesten bisher bekannten menschlichen Lebensspuren fanden sich in Ostafrika. Es gilt als fast sicher, dass sich sowohl die primitiveren Menschenarten als auch der Homo sapiens von dort über die Welt ausgebreitet haben. Im Niltal in Nordafrika befand sich mit Ägypten eine der ersten Hochkulturen. Von dort breitete sich der Ackerbau schon früh nach Sudan und andere Gebiete Afrikas aus. Mangels schriftlicher Aufzeichnungen ist darüber aber noch wenig bekannt. Nordafrika war durch das Mittelmeer mit Europa und Vorderasien eher verbunden als getrennt. Karthago, eine Gründung der Phönizier im heutigen Tunesien, war um die Mitte des 1. Jahrtausend v. Chr. die herrschende Großmacht im westlichen Mittelmeer, bis sie in den Punischen Kriegen von Rom abgelöst wurde. Dieses herrschte ab 30 v. Chr. (Eroberung Ägyptens) über ganz Nordafrika. Schon die alten Ägypter (Königin Hatschepsut) unternahmen Fahrten nach Punt, wahrscheinlich im heutigen Somalia. Auch das Reich der Königin von Saba, welches wohl in Südarabien sein Zentrum hatte, soll sich über Teile des Horns von Afrika bis in den Norden Äthiopiens erstreckt haben. Die Herrscher Äthiopiens führten ihre Abstammung auf die Königin von Saba zurück. Herodot berichtet, dass um 600 v. Chr. karthagische Seeleute im Auftrag des Pharao Necho in drei Jahren Afrika vom Roten Meer bis zur Nilmündung umfahren hätten. Da er davon berichtet, sie hätten behauptet, die Sonne „zu ihrer Rechten“, also im Norden, gesehen zu haben, gilt dieser Bericht als glaubwürdig. Sicher ist die Fahrt des karthagischen Admirals Hanno um 500 v. Chr., der von Südspanien aus mindestens bis Sierra Leone kam. Während der Völkerwanderung eroberten die Wandalen das römische Nordafrika von Marokko bis Libyen. Schon vor der Hedschra wanderten arabische Stämme nach Nordafrika ein. Mit dem Siegeszug des Islam wurde Ägypten 641, Marokko 670 erobert. In den folgenden Jahrhunderten wurde Nordafrika praktisch vollständig islamisiert, der Sahel, West- und Ostafrika zumindest teilweise. Sahel] Sahel] 1250 richtete sich der Sechste Kreuzzug gegen Ägypten (die anderen Kreuzzüge richteten sich gegen Palästina). Zwischen dem 9. und 16. Jahrhundert entwickelten sich im Gebiet des heutigen Mali mehrere mächtige, unabhängige Königreiche. Im 15. Jahrhundert wurde die Westküste Afrikas von Portugal aus erforscht. Portugal und Spanien errichteten im 15. und 16. Jahrhundert erste Stützpunkte an der Nordküste. Nach der Entdeckung Amerikas war Afrika für die Europäer hauptsächlich als Quelle für Sklaven interessant. Ein erheblicher Anteil der Bevölkerung von Brasilien, Haiti und anderen Inseln der Karibik, aber auch der USA sind afrikanischer Abstammung. Zum Zweck des Sklavenhandels wurden Forts an den Küsten errichtet, den Transport aus dem Binnenland übernahmen meist einheimische Königreiche. In Ostafrika waren bis ins 17. Jahrhundert arabische Händler vorherrschend. Das Innere des Kontinents war den Europäern weitestgehend unbekannt. Erste Forschungsreisen unternahmen Ende des 18. Jahrhunderts von der Association for Promotion the Discovery of the Interieur of Africa (Africa Association, London) ausgesandte Männer verschiedener Nationalitäten. Nach der industriellen Revolution und dem Verbot des Sklavenhandels 1807 wurde Afrika eher uninteressant. Erst mit dem Aufkommen des Imperialismus wuchs das Interesse der europäischen Großmächte am dunklen Kontinent und der Wettlauf um Afrika führte innerhalb von weniger als 20 Jahren zur Besetzung fast des gesamten Kontinents. Auf der Kongokonferenz in Berlin wurde 1884/85 der größte Teil Innerafrikas zwischen den europäischen Mächten aufgeteilt, bis 1912 verloren die meisten afrikanischen Völker ihre Freiheit. Unabhängig blieben nur Liberia, eine Siedlungskolonie freigelassener nordamerikanischer Sklaven, sowie das alte Reich Abessinien (heute Äthiopien), welches allerdings kurz vorm 2.Weltkrieg 1936 durch Hilfe aus dem nationalsozialistischem Deutschland (Giftgas und Artillerie) von Italien für ca. fünf Jahre annektiert wurde. Im Ersten Weltkrieg waren die deutschen Kolonien Kriegsschauplatz, viele Afrikaner kämpften auch in Europa. Im Zweiten Weltkrieg fanden Kämpfe vor allem in Nordafrika und am Horn von Afrika statt. Zweiten Weltkrieg Im Zuge der Dekolonisation Afrikas wurden mehrere Staaten in den 1950er Jahren unabhängig. 1960 gilt als das Jahr der afrikanischen Unabhängigkeit, da der Großteil der französischen Kolonien in diesem Jahr in die Unabhängigkeit entlassen wurde. Als letzte europäische Besitzung auf dem Festland wurde Dschibuti 1977 unabhängig. In Südafrika ist die schwarze Bevölkerungsmehrheit erst seit 1994 an der Regierung. Einige Inseln gehören bis heute verschiedenen europäischen Staaten. Durch die künstlichen Grenzen der Kolonialzeit haben die meisten afrikanischen Staaten kein Nationalgefühl entwickeln können. Dies und die einseitige Ausrichtung der Wirtschaften auf Exportartikel führten u.a. dazu, dass die politische Lage in den meisten Staaten instabil ist und autoritäre Regime vorherrschen. Dadurch fällt ein großer Teil der natürlichen Reichtümer des Kontinents der Korruption zum Opfer beziehungsweise wird von internationalen Konzernen abgeschöpft. Verbunden mit unterentwickelter Infrastruktur, klimatischen Problemen, hohem Bevölkerungszuwachs und in neuerer Zeit sehr hohen Aids-Raten führt dies dazu, dass fast ganz Afrika der Dritten Welt angehört.

Politik

Mit der Gründung der Afrikanischen Union (AU) soll ein neues Kapitel in der afrikanischen Politik eingeschlagen werden; Eigenverantwortung, gegenseitige Kontrolle, gute Regierungsführung sollen die afrikanische Renaissance ermöglichen.

Gliederung


- Nordafrika
- Westafrika
- Ostafrika
- Zentralafrika
- Südliches Afrika

Wirtschaft

Hauptartikel: Wirtschaft Afrikas Weite Teile der Wirtschaft im mittleren und südlichen Afrika sind auf den Export ausgerichtet (z. B. Bananenplantagen, Tropenhölzer, Gold- und Diamantenminen, Kakaoplantagen). Daneben gibt es in den Städten größere Industrie- und kleinere Handwerksbetriebe, die unter anderem für den Eigenbedarf produzieren. Auf dem Lande herrscht oft Selbstversorgungswirtschaft, beispielsweise Anbau von Maniok und Batate, Fischerei, Tierzucht. Außerdem ist in manchen Gegenden der Tourismus eine wichtige Einnahmequelle (z. B. Safari). In den Staaten Nordafrikas bringt vor allem die Förderung von Erdöl und Erdgas Einnahmen. Daneben gibt es am Nil und in einigen fruchtbaren Gebieten Landwirtschaft. Die Nil-Staudämme werden zur Stromerzeugung genutzt.

Exportartikel


- Kakao: etwa 70% Weltmarktanteil
- Diamanten: etwa 50% Weltmarktanteil
- Gold: etwa 25% Weltmarktanteil
- Erdöl: etwa 10% Weltmarktanteil

Kultur

Kino

Hauptartikel Afrikanisches Kino Filme wurden in Afrika seit der Erfindung des Kinos, darunter ethnographische Filme und kolonialistische Propagandafilme, gedreht. Eine eigene Filmindustrie entwickelte sich insbesondere in Ägypten.
In den Ländern südlich der Sahara konnte sich eine eigenständige Produktion erst nach dem Zweiten Weltkrieg entwickeln. Als „Vater“ des afrikanischen Kinos gilt Ousmane Sembène. Das afrikanische Autorenkino hat es schwer, die afrikanischen Zuschauerinnen und Zuschauer zu erreichen, da die kommerziellen Kinos nach dem Blocksystem Filme einkaufen und überwiegend Hollywoodfilme und indische Produktionen zeigen. Wo das afrikanische Publikum jedoch Gelegenheit hat, afrikanische Filme zu sehen, wie beim panafrikanischen Filmfestival FESPACO in Ouagadougou (Burkina Faso) zeigt es lebhaftes Interesse. Zur Finanzierung und Produktion sind afrikanische Filmemacherinnen und Filmemacher vielfach immer noch auf europäische Institutionen angewiesen. Eine kommerziell rentable Videoproduktion hat sich in Nigeria entwickelt. Weitere bekannte Regisseurinnen und Regisseure u.a.:
Souleymane Cissé, Safi Faye, Anne-Laure Folly, Med Hondo, Djibril Diop Mambéty. Zeitschrift: Écrans d'Afrique

Literatur

Hauptartikel: Afrikanische Literatur Zu den wichtigsten afrikanischen Autoren gehören der Literaturnobelpreisträger Wole Soyinka und der mit dem Friedenspreis des deutschen Buchhandels ausgezeichnete Chinua Achebe, der „Vater“ der afrikanischen Literatur. Weitere bedeutende Autoren sind u.a.: Chinua Achebe (Nigeria), Mobolaji Adenubi (Nigeria), Ama Ata Aidoo (Ghana), Amadou Hampâté Bâ, Francis Bebey (Kamerun), Mongo Beti (Kamerun), Steve Chimombo (Malawi), Mia Couto (Mosambik), Amma Darko (Ghana), E.B. Dongala (Volksrepublik Kongo), Naruddin Farah (Somalia), Nadine Gordimer (Südafrika), Bessie Head (Südafrika/Botswana), Lília Momplé (Mosambik), Grace Ogot (Kenia), Ben Okri (Nigeria), Ousmane Sembène (Senegal), Ngugi wa Thiong'o (Kenia), Yvonne Vera (Zimbabwe), Naguib Mahfouz (Ägypten, Literaturnobelpreis 1988), Tayeb Salih (Sudan), John M. Coetzee (Südafrika, Literaturnobelpreis 2003), Waris Dirie (Somalia), Damon Galgut (Südafrika) Siehe auch: Arabische Literatur

Kunst

Hauptartikel: Afrikanische Kunst Afrikanische Kunst Afrikanische Kunst

Musik

Hauptartikel: Afrikanische Musik, Afrikanischer Tanz Für die meisten afrikanischen Musikkulturen ist Gesang die wichtigste Musik. Viele afrikanische Kulturen haben Tonsprachen, das heißt Sprachen, in denen die Tonhöhe zur Unterscheidung von Bedeutung benutzt wird; dies hat zum Teil erheblich Konsequenzen zum Beispiel dadurch, dass mit auf Instrumenten gespielten Tonfolgen bedeutungsvoller und für die Zuhörer verständlicher Text gespielt werden kann. Aber auch, dass Tonfolgen in Vokalmusik dem Sprachton unterworfen sein können. Über afrikanische Musik kann man nicht sprechen ohne den Tanz einzuschließen. Viele afrikanische Sprachen haben ein Wort für die beiden in „westlicher“ Kultur zumeist unterschiedenen Konzepte. Historische Forschungen haben gezeigt, dass afrikanische Musikkulturen niemals statisch sondern im Gegenteil überaus dynamisch waren und sind. Verschiedene Tonsysteme, Musiken in Verknüpfung mit Kult, Repräsentation, dörflichen Festen, städtischer Unterhaltung, seit Anfang des 20. Jahrhunderts eine kommerzielle Musik-Industrie (Schellack-Platten) existieren jeweils unter lokal verschiedenen Bedingungen und sorgen so für eine große Diversität afrikanischer Musik. Eine grobe Einteilung in Stilgebiete unterscheidet den Khoisanid geprägten Süden vom Bantusprachigen Zentralafrika, und den mehr oder weniger islamisch beeinflussten Regionen Ost- wie Westafrikas.

Philosophie

Hauptartikel: Afrikanische Philosophie Philosophische Inhalte werden zum Großteil noch immer über nicht-schriftliche Medien, wie beispielsweise mündlicher Überlieferung, vermittelt, da die meisten afrikanischen Völker keine Schriftform entwickelten. Dementsprechend schwierig gestaltet sich der Umgang mit dem philosophischen Erbe Afrikas. Amadou Hampâté Bâ drückte es einmal so aus; es verbrenne immer eine ganze Bibliothek, wenn ein Alter stirbt. Dichter wie Ngugi wa Thiong'o schreiben zudem aus Protest gegen den ihrer Meinung nach eurozentristischen Blick hiesiger Wissenschaften und aufgrund ihres Zielpublikums in ihrer eigenen Sprache, für die oft noch keine Schriftform existierte. Schriftformen wurden erst in den letzten Jahrzehnten, auch unter europäischer Mithilfe entwickelt. Philosophen und Theoretiker sind einem europäischen Publikum meist aus dem Zusammenhang kultureller Befreiungsversuche bekannt. Siehe auch: