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Groß-Umstadt

Groß-Umstadt

Groß-Umstadt ist eine deutsche Stadt in Hessen, Landkreis Darmstadt-Dieburg.

Stadtteile

Etwa die Hälfte der rund 22.000 Einwohner lebt in der Kernstadt, die andere Hälfte in den im Zuge der Gebietsreform eingemeindeten Orte
- [http://www.dorndiel.de Dorndiel]
-
[http://www.heubach-online.de Heubach]
- [http://www.kleestadt.net Kleestadt]
-
[http://www.klein-umstadt.info Klein-Umstadt]
- [http://www.raibach-online.de Raibach]
-
[http://www.richen.de Richen]
- Semd
-
Wiebelsbach

Geographie

Groß-Umstadt liegt im südlichen Hessen am Rande des Odenwalds und des Rhein-Main-Gebiets.

Einwohner

(jeweils zum 31. Dezember)
- 1998 - 21.175
- 1999 - 21.338
- 2000 - 21.403
- 2001 - 21.571
- 2002 - 21.620
- 2003 - 21.685
- 2004 - 21.724

Historisches

Groß-Umstadt wurde im Jahre 743 erstmals urkundlich als Autmundisstat erwähnt. Die Siedlungsgeschichte beginnt aber schon wesentlich früher. Schon die Altsteinzeit hinterließ Fundspuren, noch bevor ca. 125 n.Chr. im Rahmen der römischen Besiedlung des rechtsrheinischen Teiles der Provinz Germania Superior die Civitas Auderiensium mit dem Hauport Dieburg im Bereich des heutigen Südhessen gegründet wurde. Eine planmäßige Besiedlung und Romanisierung des Gebietes begann in der Folge. Um den zentralen Markt- und Verwaltungssitz wurden landwirtschaftliche Güter angelegt, deren Struktur auf eine Überschussproduktion hinzielte, um nicht nur die annähernd städtische Bevölkerung Dieburgs zu versorgen, sondern auch die Truppen am nahen Mainlimes. Das Hauptgebäude einer solchen villa rustica wurde genau unter der heutigen Stadtkirche ergraben. Sie entsprach dem Bild der schematisierten Anlage solcher Höfe. Ob damals schon Weinbau betrieben wurde, kann nicht belegt werden. Diese Villa bestand bis zu den Alemanneneinfällen gegen Ende des dritten Jahrhunderts. Das weitere Geschehen bis zur urkundlichen Ersterwähnung 450 Jahre später liegt im Dunkeln. Alamannische und spätere fränkische Gräber deuten auf eine Siedlung im Bereich des Stadtgebietes. Auch die Erbauung der Kirche im Kernbereich der ehemaligen Villa spricht für eine Fortsetzung, zumindest aber für eine bewusste Anknüpfung an die vorhergehende Ansiedlung. Der Name Autmundisstat deutet auf eine Stätte des Autmundis (Edmund?) hin, andere Erklärungen versuchen, römische Namenstraditionen nachzuweisen: Autmundis = ad montes (an den Bergen), was die Topographie Umstadts beschreiben würde, die man erlebt, wenn man aus Richtung Dieburg anreist. Nachdem die Franken das Gebiet der Alemannen erobert hatten, legten sie zur Sicherung der Verwaltung Königshöfe an, die von Grafen verwaltet wurden. Ein solcher ist nun auch für Umstadt sicher, von hier wurde die Umstädter Mark verwaltet, die nicht nur das gesamte heutige Stadtgebiet samt Stadtteilen umfasste, sondern auch die Gemeinden Otzberg, Höchst (Odw.), Breuberg und Schaafheim. Umstadt besand zu diesem Zeitpunkt als Marktflecken mit Kirche und Grafensitz. 766 erlangt das Kloster Fulda den Besitz des Ortes, der 985 drei Kirchen, Mühlen und auch Weinberge besaß. Im Rahmen des allgemeinen Aufschwungs im Hohen Mittelalter erhielt Umstadt 1263 Stadtrechte und wurde mit einer Stadtmauer versehen. Im Laufe der Zeit wird der Besitz der Stadt von Fulda aufgeteilt: Zu gleichen Teilen wurden die Grafen von Hanau und die Pfalzgrafen Stadtherren. Sie dokumentierten ihren Stellung mit Schlossbauten: Das Hanauer Schloss, entstanden aus der ersten Wasserburg in der Nordostecke der Stadt und das Pfälzer Schloss in der Südwestecke. Dazwischen antstanden die Adelshöfe der Burgmannen, die die tatsächliche Herrschaft ausübten. So überflügelte der Sitz der Familie Wamboldt von Umstadt bald die beiden Schlösser. 1504 eroberte Hessen-Darmstadt die Stadt und übernahm den Besitz der Hanauer. Unter der gemeinsamen Herrschaft mit der Pfalz entwickelte sich kurz vor dem Dreißigjährigen Krieg die Hochblüte der Stadt, das bis heute erhaltene Rathaus wird ab 1596 erbaut. Die starke Befestigung mit Bastionen verhindert im Krieg zwar eine Zerstörung, doch leidet die Bevölkerung Not. Umstadt sinkt zu einer unbedeutenden Landstadt ab. 1802 übernahm Hessen die Gesamtherrschaft über die Stadt. Im danach neu gegründeten Landkreis Dieburg wurde Umstadt zu so etwas wie einer Vizekreisstadt: Es war Sitz zahlreicher Ämter und Schulen, des Amtsgerichtes, der Kreissparkasse und des Kreiskrankenhauses. Ab 1857 musste die Stadt zur Unterscheidung von Klein-Umstadt und Wenigumstadt die Bezeichnung "Groß-Umstadt" tragen. Nach dem Anschluss an die Odenwaldbahn Hanau - Michelstadt - Eberbach siedelten sich zahlreiche Fabriken in der Stadt an. 1933 wählten 60 % der Umstädter die NSDAP, 1938 wurde die Synagoge geschändet und schließlich 1978 gegen den Willen von Ortsbeirat und Kreistag abgebrochen und in den Hessenpark verbracht. Nach dem Krieg wuchs die Einwohnerzahl an und wurde durch zahlreiche Eingemeindungen auf etwa 22.500 angehoben. Eine große portugiesische Gemeinde lebt in der Stadt und trägt zu den zahlreichen Festen bei. Die Stadt Groß-Umstadt fällt außerdem durch eine lebhafte Beteiligung der Bürger an Planungsprozessen und Stadtentwicklung, sowie durch ein reichhaltiges Vereinsleben auf. Kurioses:
- Eines der frühesten Kriegerdenkmäler wurde 1462 an der Stadtkirche angebracht.
- Eine der ersten Bürgerinitiativen verhinderte 1782 die Verunstaltung des Rathauses.
- Im Dorf Semd (heute ein Teil von Groß-Umstadt) hielt sich ab 1800 oft und gerne der Räuber Schinderhannes auf. Dort pflegte er seine Beziehungen zu den Odenwald-, Spessart- und sogar zu den Wetterauer Gaunern und Räubern. Im Mai 1802 verprügelte der Schinderhannes im "Gasthof zum Engel" in Semd brutal den späteren Odenwald-Räuber Johann Adam Heusner, der 1814 in Darmstadt hingerichtet wurde (Peter Bayerlein: Schinderhannes-Ortslexikon, S. 216, Mainz-Kostheim 2003).

Städtepartnerschaften


- Santo Tirso (Portugal), seit 1988
- Saint-Péray (Frankreich), seit 1966

Sehenswürdigkeiten

Frankreich
- Historischer Marktplatz
- Renaissance-Rathaus (1596-1605)
- Ev. Stadtkirche (Hauptbau von 1465-1494); Turm Mitte des 13. Jahrhunderts
- Altstadt mit Schlössern und Adelshöfen
- Wamboldtsches Schloss im Renaissancestil
- Darmstädter Schloss mit geringen Resten der Wasserburg
- Pfälzer Schloss, Erdgeschoss mittelalterlich, Obergeschoss von 1806
- Museum Gruberhof
- Zahlreiche gut gepflegte alte Fachwerkbauten, mit denen es zur Deutschen Fachwerkstraße gehört.

Sonstiges

Groß-Umstadt verfügt über eine lange Tradition im Weinbau. Die Stadt bezeichnet sich gerne als "Odenwälder Weininsel" und gehört zum Weinanbaugebiet Hessische Bergstraße. Alljährlich findet das Winzerfest statt (jeweils am Wochenende nach dem 15. September).

Weblinks


- [http://www.gross-umstadt.de www.gross-umstadt.de]
- [http://www.die-semmer.de Der Schinderhannes in Semd] Kategorie:Ort in Hessen

Hessen

Hessen ist ein Land der Bundesrepublik Deutschland. Die Landeshauptstadt ist Wiesbaden.

Geografie

Nachbarländer

In der Mitte Deutschlands liegend grenzt Hessen an die Länder Nordrhein-Westfalen (Grenzlänge: 269 330 m), Niedersachsen (167 013 m), Thüringen (269 647 m), Bayern (261 881 m), Baden-Württemberg (176 540 m) und Rheinland-Pfalz (266 325 m). Daraus ergibt sich eine Gesamtgrenzlänge von 1410,736 km.

Städte

Die größten hessischen Städte sind (geordnet nach Einwohnerzahl) Frankfurt am Main, Wiesbaden, Kassel, Darmstadt, Offenbach am Main, Hanau, Marburg an der Lahn, Gießen, Fulda, Rüsselsheim, Wetzlar und Bad Homburg v. d. Höhe - siehe auch: Liste der Orte in Hessen.

Mittelgebirge & Berge

Hessens Landschaft besteht aus zahlreichen Mittelgebirgen; nach deren jeweils höchsten (hessischen) Bergen sortiert sind dies: Rhön, Taunus, Upland, Vogelsberg, Hoher Meißner, Kellerwald, Westerwald, Kaufunger Wald, Knüllgebirge, Habichtswald, Odenwald, Stölzinger Gebirge, Spessart, Schlierbachswald, Seulingswald und Reinhardswald. Die höchste Stelle des Landes befindet sich auf der Wasserkuppe (950 m ü. NN) in der Rhön (zu den hessischen Mittelgebirgen und weiteren Bergen: Liste der Berge in Hessen).

Gewässer

Flüsse

Unter anderen durchfließen die nachfolgend genannten Flüsse das Bundesland Hessen ganz oder nur teilweise. Während der Strom Rhein im Südwesten des Landes die Grenze zu Rheinland-Pfalz bildet, ist der Neckar auf kleiner Strecke südlicher Grenzfluss zu Baden-Württemberg und die Werra bzw. die Fulda bilden im Osten bzw. in Nordhessen teilweise die Grenze zu Thüringen und Niedersachsen oder kreuzen diese politischen Grenzen; die längsten bzw. bekanntesten Fließgewässer (mit jeweiliger Gesamtlänge) in Hessen sind:

Seen

In Hessen liegen keine sehr großen natürlichen Seen. Der größte hessische Stausee ist der nordhessische Edersee.

Becken & Niederungen

Die größten Ebenen sind das Rhein-Main-Gebiet, die Oberrheinische Tiefebene und die Wetterau. Nach Norden schließen sich die so genannten "Hessischen Beckenlandschaften" an: Amöneburger Becken, Fritzlar-Waberner Becken und Kasseler Becken. Diese Becken sind jedoch im geomorpholgischen Sinn eigentlich keine Becken sondern teils weiträumige Niederungen, die von Flüssen durchflossen werden. Die niedrigste Stelle von Hessen befindet sich bei Lorch am Rhein (81 m ü. NN) im Rheingau-Taunus-Kreis.

Staatsaufbau

Allgemein

Hessen ist laut seiner Verfassung Glied der deutschen Republik. Die Staatsform ist eine demokratische und parlamentarische Republik. Außerdem bekennt sich Hessen zu Frieden, Freiheit und Völkerverständigung. Der Krieg ist geächtet.

Legislative

Die Legislative wird vom Landtag ausgeübt, soweit sie nicht dem Volke durch Volksentscheid zugedacht ist. Der Landtag besteht aus den vom Volke gewählten Abgeordneten. Das passive Wahlrecht haben alle Stimmberechtigten, die das einundzwanzigste Lebensjahr vollendet haben. Alle Parteien mit mehr als 5 Prozent der Stimmen sind im Landtag vertreten.

Exekutive

Die Exekutive ist die Hessische Landesregierung und die ihr unterstellte Landesverwaltung. Die Landesregierung setzt sich aus dem Ministerpräsidenten und den Ministern zusammen. Der Ministerpräsident bestimmt die Richtlinien der Regierungspolitik und ist dafür dem Landtag verantwortlich. Innerhalb dieser Richtlinien leitet jeder Minister den ihm anvertrauten Geschäftszweig selbständig und unter eigener Verantwortung gegenüber dem Landtage. Der Ministerpräsident vertritt das Land Hessen nach außen. Der Landtag wählt ohne Aussprache den Ministerpräsidenten mit mehr als der Hälfte der gesetzlichen Zahl seiner Mitglieder. Der Ministerpräsident ernennt daraufhin die Minister. Eine Besonderheit ist, dass Angehörige der Häuser, die bis 1918 in Deutschland oder einem anderen Land regiert haben oder in einem anderen Land regieren, nicht Mitglieder der Landesregierung werden können.

Judikative

Die Judikative wird vom Hessischen Staatsgerichtshof und den weiteren Gerichten des Landes ausgeübt. Der Staatsgerichtshof besteht aus elf Mitgliedern, und zwar fünf Richtern und sechs vom Landtag nach den Grundsätzen der Verhältniswahl gewählten Mitgliedern, die nicht dem Landtag angehören dürfen. Der Staatsgerichtshof entscheidet über die Verfassungsmäßigkeit der Gesetze, die Verletzung der Grundrechte, bei Anfechtung des Ergebnisses einer Volksabstimmung, über Verfassungstreitigkeiten sowie in den in der Verfassung und den Gesetzen vorgesehenen Fällen.

Politik

Bei der Landtagswahl am 2. Februar 2003 erhielt die CDU zum ersten Mal in Hessen die absolute Mehrheit im Parlament (56 Sitze). Die nächste Landtagswahl wird voraussichtlich im Frühjahr 2008 stattfinden. Siehe auch:Ergebnisse der Landtagswahlen in Hessen. Eine Besonderheit der hessischen Verfassung ist die noch immer existente Todesstrafe. Sie ist in Artikel 21 Absatz 1 Satz 2 festgelegt. Da das Grundgesetz jedoch die Abschaffung der Todesstrafe bestimmt und in der Normenhierarchie über Landesverfassungen steht, wird sie nicht vollstreckt. Der entsprechende Artikel in der hessischen Verfassung soll bei einer zukünftigen Reform der Verfassung wohl geändert werden. Bemerkenswert ist jedoch, dass er trotz mehrerer Änderungen der Verfassung seit Inkrafttreten, die letzte Änderung war 2002, immer noch in dieser Form besteht. Da Verfassungsänderungen in Hessen jedoch neben der Zustimmung des Parlaments einer Volksabstimmung bedürfen, wird möglicherweise eine Zustimmung der hessischen Bevölkerung als nicht sicher angesehen. Im Januar 1970 stellte die Fraktion FDP einen Antrag zur Änderung der hessischen Verfassung, der als ersten Punkt die Streichung von Artikel 21 Absatz 1 Satz 2 vorsah - dieser Antrag wurde jedoch nach knapp zwei Monaten zurückgezogen.

Die Ministerpräsidenten seit 1945


- 16. Oktober 1945 - 1946: Karl Geiler (Groß-Hessen)
- 20. Dezember 1946 - 1950: Christian Stock, SPD
- 14. Dezember 1950 - 1969: Georg August Zinn, SPD
- 3. Oktober 1969 - 1976: Albert Osswald, SPD
- 12. Oktober 1976 - 1987: Holger Börner, SPD
- 23. April 1987 - 1991: Walter Wallmann, CDU
- 5. April 1991 - 1999: Hans Eichel, SPD
- 7. April 1999 - : Roland Koch, CDU Mitglieder der Hessischen Landesregierung.

Wappen und Flagge

Das Wappen zeigt auf blauem Grund einen steigenden Löwen, der neunmal silbern und rot geteilt ist. Der Löwe wurde ursrpünglich vom Landgrafen von Thüringen benutzt und wird heute in Hessens Wappen verwendet, da das Gebiet des heutigen Hessens bis 1247 zu deren Herschaftsgebiet gehörte. Die Landesflagge ist rot-weiß; die Landesdienstflagge trägt zusätzlich das Landeswappen.

Bevölkerung

Der größte Teil der hessischen Bevölkerung lebt im südlichen Landesteil entlang der Gebiete um die Flüsse Rhein und Main (siehe auch Rhein-Main-Gebiet). Ein weiterer Ballungsraum ist die Gegend um das nordhessische Kassel. Die hessische Mundart, das fränkische Hessisch-Nassauisch, gehört zum Westmitteldeutschen innerhalb der deutschen Sprache an. Etwa 43 Prozent der Bevölkerung gehören den evangelischen Landeskirchen von Hessen und Nassau, von Kurhessen-Waldeck sowie des Rheinlandes an. Etwa 26 Prozent sind römisch-katholischen Bekenntnisses; das Landesgebiet gehört zu den Diözesen Fulda, Limburg und Mainz.

Verwaltungsgliederung

Regierungsbezirke

Hessen ist seit 1981 verwaltungsmäßig unterteilt in die drei Regierungsbezirke Darmstadt, Gießen und Kassel, diese wiederum in 5 kreisfreie Städte und 21 Landkreise mit 426 Gemeinden.

Landkreise

Gemeinde

Kreisfreie Städte


- Darmstadt (DA) (Reg.-Bez. Darmstadt)
- Frankfurt am Main (F) (Reg.-Bez. Darmstadt)
- Kassel (KS) (Reg.-Bez. Kassel)
- Offenbach am Main (OF) (Reg.-Bez. Darmstadt)
- Wiesbaden (WI) (Reg.-Bez. Darmstadt)

Städte und Gemeinden

Mit Frankfurt am Main liegt eine der wichtigsten deutschen Städte im Bundesland Hessen. Die eigentliche Stadt hat 655.000 Einwohner, mit dem engeren Umland sind es knapp 2 Millionen. Im ganzen Ballungsraum Rhein-Main lebt über die Hälfte der hessischen Bevölkerung, auch die meisten anderen großen Städte befinden sich hier: Wiesbaden (272.000 Einwohner), Darmstadt (140.000), Offenbach am Main (119.000), Hanau (89.000), Rüsselsheim (60.000) und Bad Homburg vor der Höhe (52.000). Die größte Stadt der übrigen Landesteile ist Kassel, die historische Hauptstadt Nordhessens, mit 199.000 Einwohnern heute die drittgrößte Stadt des Landes. Marburg (79.000 Einwohner), Gießen (73.000) und Wetzlar (53.000) liegen in Mittelhessen, Fulda (63.000) in Osthessen. In Frankfurter Umland liegen neun weitere Städte mit mehr als 30.000 Einwohnern (Rodgau, Oberursel, Dreieich, Maintal, Hofheim am Taunus, Neu-Isenburg, Langen, Dietzenbach und Mörfelden-Walldorf). An der südhessischen Bergstraße liegen drei weitere Städte dieser Größenordnung (Bensheim, Viernheim und Lampertheim). Trotz der geringen Einwohnerzahl von nur 33.000 hat Limburg an der Lahn eine gewisse Zentrumsfunktion für den dünn besiedelten Westen des Landes.

Größte Städte

Eine Auflistung aller Städte und Gemeinden des Landes finden Sie in der Liste der Orte in Hessen.

Regionen

Wirtschaft

Das Rhein-Main-Gebiet in Südhessen besitzt nach dem Ruhrgebiet die größte Industriedichte in Deutschland. Hier sind chemisch-pharmazeutische Industrie, Maschinen- und Fahrzeugbau und, vor allem in Frankfurt am Main, Dienstleistungsunternehmen ansässig. Offenbach ist bekannt für seine Lederindustrie, Hanau als Standort der Materialforschung und -verarbeitung, Rüsselsheim als Standort der Automobilindustrie und Wetzlar mit dem Zentrum der optischen- und feinmechanischen Industrie sowie der Schwerindustrie. Etwa 1/3 der hessischen Fläche wird landwirtschaftlich genutzt. Im hessischen Biblis befindet sich eines der deutschen Atomkraftwerke. Ende Januar 2005 zählte Hessen 278.508 Erwerbslose, somit beträgt die Arbeitslosenquote 9,3 % (8,4 % im Vorjahrsmonat). Mit 7,2 % hat der Arbeitsamtbezirk Frankfurt die niedrigste Quote, während der Arbeitsamtbezirk Kassel mit 13,3 % die höchste Quote landesweit aufweist.

Die größten Arbeitgeber in Hessen

# Sparkasse # Deutsche Lufthansa # REWE # Deutsche Bahn # Adam Opel # Deutsche Bank # Siemens AG und Siemens VDO Automotive # Volkswagen # Fraport # Dresdner Bank # Buderus # Philips

Geschichte

Antike

Der Name Hessen geht auf den germanischen Stamm der Chatten, der im historischen Kernraum um die Flüsse Fulda und Eder und zwischen den Oberläufen der Flüsse Lahn und Werra, also im Raum Niederhessen bzw. Nordhessen und Oberhessen bzw. Mittelhessen siedelten, zurück, und bezeichnet ursprünglich die hier ansässigen Nachkommen der germanischen Chatten. Die Chatti (lat., sprich [xatən] mit ch wie in ach) sind die Stammväter der Hessen, ihr Versammlungsort war das Thingfeld zwischen Fritzlar und Gudensberg, südlich von Kassel. Chatten (Chatti--> Hatti--> Hassi (um 700)--> Hessi (738)--> Hessen) und Friesen sind übrigens die einzigen germanischen Stämme, die sowohl ihren Namen als auch ihr Siedlungsgebiet bis in die Gegenwart beibehalten haben. In einigen Teilen des modernen Hessens siedelten ursprünglich Kelten. Im Jahr 6. v.Chr. fand eine Schlacht um das Oppidum am Dünsberg statt, welche von den Römern gewonnen wurde. Nach der Schlacht erfolgte die Zerstörung des Oppdiums durch Römische Truppen und der Einfluss der Kelten in der Region ging zurück. Um die Zeitenwende zogen viele Kelten fort und die zurückgebliebenen Kelten vermischten sich mit den zuziehenden Germanen. Bis zum Ende des 1. Jahrhunderts wurde das spätere Südhessen dann römisch, während der Norden (Nieder- und Oberhessen) im Einflussbereich der Chatten verblieb. Durch das spätere Hessen verlief der Obergermanische Limes, von dem vor allem im Taunus noch zahlreiche Reste zu sehen sind (Saalburg).

Mittelalter

Im 6. Jahrhundert geriet Hessen unter fränkischen Einfluss. Bonifatius, der "Apostel der Deutschen", missionierte dort und in Thüringen etwa ab 720. 723 fällte er die Donareiche bei Fritzlar und leitete damit die Christianisierung der Chatten und benachbarten Stämme ein. 724 gründete er das Kloster Fritzlar und das benachbarte Bistum Büraburg, 744 das Kloster Fulda. Seit dem 8. Jahrhundert entwickelte sich im späteren südöstlichen Landesteil die Via Regia, die das fränkische Stammesherzogtum um Mainz mit der Königspfalz Frankfurt, den Abteien Fulda und Hersfeld sowie dem Handels- und Missionsstützpunkt Erfurt verband. Durch König Konrad II. erhält eine Grafenfamilie Werner von Grüningen aus Schwaben Einfluss im Reich. Ab 1027 sind sie Inhaber der hessischen Grafschaft Maden und gewinnen andere Grafschaften an der Lahn dazu. Graf Werner I. fällt 1040 in Böhmen; Werner II. 1053 in Civitate im der Normannenschlacht; in den Annalen Lamperts von Hersfeld heißt es, Werner III. sei mit Erzbischof Adalbert von Bremen mächtiger als Heinrich IV. gewesen. Außerdem erhalten sie die Klöster Hasungen und Kaufungen sowie das von Werner IV. 1113 gegründete Kloster Breitenau, welcher 1121 stirbt. Damit waren sie teilweise fast so mächtig wie die Konradiner in Hessen. Durch Erbschaft und Heirat fielen die hessischen Grafschaften im Fulda-Eder-Raum von 1122-1247 unter die Herrschaft der Ludowinger, die ab 1130 auch Landgrafen von Thüringen waren. Nach dem Aussterben der Ludowinger erstritt im hessisch-thüringischen Erbfolgekrieg (1247-1264) die Landgrafentochter Sophie, verheiratete Herzogin von Brabant, für ihren Sohn Heinrich I. von Hessen, auch Heinrich das Kind genannt, wieder die Unabhängigkeit Hessens vom thüringischen Erbe der Ludowinger, welches an die sächsischen Wettiner fiel. 1292 wird die neue Landgrafschaft Hessen, Hauptstadt Kassel, vom Kaiser als Reichsfürstentum bestätigt. Im HRR zählten ab den Spätmittelalter Herzöge, Land-, Mark- und Pfalzgrafen zum Fürstenstand und waren damit den Herzögen gleichgestellt. Das Haus Hessen regiert in Hessen bis 1866 (Hessen-Kassel) b.z.w. 1918 (Hessen-Darmstadt).

Renaissance

Philipp der Großmütige machte Hessen in der Reformationszeit zu einer die deutsche Geschichte wesentlich beeinflussenden Macht. Zu diesem Zeitpunkt hatte das Territorium Hessen bereits durch Erbschaft, vor allem der Grafschaft Katzenelnbogen, nennenswerte Erweiterungen im Rhein-Main-Raum erfahren. Nach dem Tod von Philipp I., dem Großmütigen wurde Hessen 1567 nach altertümlichen Erbregeln im so genannten Vierbrüdervergleich in vier Staaten geteilt: Wilhelm IV. erhielt mit Hessen-Kassel die Hälfte des Landes, Ludwig IV. erhielt Hessen-Marburg, Philipp II. Hessen-Rheinfels und Georg I. Hessen-Darmstadt. Hessen-Rheinfels ging 1583 im Erbgang in den Besitz von Hessen Kassel und Hessen-Darmstadt über, Hessen-Marburg fiel 1604 auf gleichem Wege an Hessen-Kassel und Hessen-Darmstadt. Später spaltete sich zeitweise die Landgrafschaft Hessen-Rotenburg von Hessen-Kassel, Hessen-Homburg von Hessen-Darmstadt ab.

19. Jahrhundert

1803 erfuhr die Landgrafschaft Hessen-Kassel durch den Reichsdeputationshauptschluss die Aufwertung zum Kurfürstentum Hessen (Kurhessen), Kassel war weiterhin Residenz- und Hauptstadt. 1816 geht das vormalige Fürstbistum Fulda als Großherzogtum Fulda in den kurhessischen Staat ein. Die Landgrafschaft Hessen-Darmstadt wurde 1806 zum Großherzogtum Hessen erhoben. Im Deutsch-Österreichischen Krieg von 1866 stand der hessische Kurfürst auf der Seite von Österreich. Nach dem Sieg Preußens wurde der Kurfürst verbannt, und Preußen verleibte sich das Kurfürstentum ein. Ähnlich erging es Nassau; der letzte nassauische Herzog Adolf wurde 1890 Großherzog von Luxemburg. Enge Verbindungen zum russischen Zarenhaus bewahrten den gleichfalls mit Österreich verbündeten Darmstädter Großherzog und sein Land vor einem gleichen Schicksal - Preußen wollte keine Konfrontation mit Russland herausfordern. Doch musste auch das Großherzogtum Hessen-Darmstadt einige (relativ moderate) Gebietseinbußen zu Gunsten Preußens hinnehmen und in ein enges Bündnis mit Preußen eintreten. 1868 entstand aus dem besetzten Kurfürstentum Hessen, der Landgrafschaft Hessen-Homburg, dem Herzogtum Nassau, der Freien Stadt Frankfurt am Main, einigen Landstrichen des Großherzogtums Hessen-Darmstadt (sog. "Hinterland" mit Biedenkopf, Vöhl an der Eder) und zwei kleinen bayerischen Grenzgebieten die preußische Provinz Hessen-Nassau.

20. Jahrhundert

Auch in der Weimarer Republik existierten weiterhin Hessen-Nassau als preußische Provinz und Hessen(-Darmstadt) als Volksstaat Hessen. 1929 wurden der Freistaat Waldeck und 1932 der Kreis Wetzlar aus der Rheinprovinz in die Provinz Hessen-Nassau eingegliedert. 1944 wurde die Provinz Hessen-Nassau in Anlehnung an die Reichsverteidigungsbezirke in die Provinzen Kurhessen und Nassau aufgeteilt. Die Provinz Nassau umfaßte nun aber auch das einst kurhessische Main-Kinzig-Gebiet (Hanau, Gelnhausen, Schlüchtern). Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Land Hessen auf dem Gebiet der amerikanischen Besatzungszone hergestellt. Die amerikanische Militärregierung vereinigte am 19. September 1945 durch die Proklamation Nr. 2 die ehemaligen preußischen Provinzen Kurhessen und Nassau und den Volksstaat Hessen zum Land "Großhessen". Nicht einbezogen wurden allerdings jene Gebiete, die Teil der französische Besatzungszone geworden waren. Dies waren die nassauischen Kreise Sankt Goarshausen, Unterlahn, Ober- und Unterwesterwald und die linksrheinischen Teile des ehemaligen Volksstaates Hessen (die einstige Provinz Rheinhessen, von der nur einige rechtsrheinische Mainzer Vororte hessisch blieben). Diese französisch besetzten Gebiete fielen 1946 als Regierungsbezirke Montabaur (ehemals nassauische Kreise) und Rheinhessen an Rheinland-Pfalz. Die Hessische Verfassung wurde von der Verfassungsberatenden Landesversammlung in Wiesbaden am 29. Oktober 1946 beschlossen, trat am 1. Dezember 1946 durch Volksabstimmung in Kraft und war damit die erste Nachkriegsverfassung Deutschlands. Damit wurde auch der Name des Landes von "Großhessen" in "Hessen" geändert. Hauptstadt ist die vormalige nassauische Residenz Wiesbaden. Das Land Hessen galt lange Jahre als besonders fortschrittlich und wegweisend ("Hessen vorn").

Dialekt

Das Hessische (das heißt die nördlichen Dialekte des Rheinfränkischen) gehört zu der mitteldeutschen Dialektgruppe und weist in den verschiedenen Landesteilen starke Unterschiede auf. Dieses wird nördlich der Linie Wiesbaden-Aschaffenburg gesprochen und reicht bis einschließlich Siegen und Kassel im Norden. Südlich davon werden die südlichen Dialekte des Rheinfränkischen (Rheinfränkisch i.e.S.) gesprochen. In den Ballungsgebieten allerdings sind Dialekte sehr selten zu hören, es herrscht das Hochdeutsche vor. Das in Rundfunk und Fernsehen häufiger gebrauchte und irreführend als Hessisch bezeichnete Rhein-Main-Deutsch unterscheidet sich grundsätzlich von den Dialekten des historischen hessischen Kernbereiches, wie sie heute zum Teil noch in Nieder-, Ober- oder Osthessen vorkommen. Auch der südhessische Dialekt weist deutlich Unterschiede von der in Radio und Fernsehen propagierten Mundart auf und wird wie alle hessischen Dialekte heute stark bedrängt.

Literatur

Allgemeine Literatur zu Hessen


- Eckhart G. Franz: Die Chronik Hessens. Chronik-Verlag, Dortmund 1991, ISBN 3-611-00192-9

Literatur zur Kunstgeschichte von Hessen


- Renate Liebenwein, Stefan Rothe: Die Blauen Bücher, Kaiserpfalz und Wolkenkratzer. Kunst in Hessen. Langewiesche Verlag, Königstein im Taunus 2000, ISBN 3-7845-4612-9

Literatur zur Natur in Hessen


- Hans Joachim Fröhlich: Wege zu alten Bäumen. Band 1 - Hessen. WDV Wirtschaftsdienst, Frankfurt am Main 1990, ISBN 3-926181-06-0
- Hermann-Josef Rapp (Hrsg.): Reinhardswald. Eine Kulturgeschichte. Euregio, Kassel 2002, ISBN 13-933617-12-X

Siehe auch


- Portal:Hessen
- Dialekte in Hessen

Weblinks


- [http://www.hessen.de www.hessen.de]
- [http://www.hessischer-landtag.de www.hessischer-landtag.de]
- [http://atlas.umwelt.hessen.de/ Umweltatlas Hessen], offizielles Informationsangebot mit zahlreichen Karten und Daten zu naturräumlichen und geografischen Grundlagen (Geologie, Landschaft, Wasser, Verkehr, Bevölkerung, Flächennutzung, Planung ...)
- [http://www.stadtplandienst.de/hessen.asp Hessen im Deutschen Stadtplandienst]
-
als:Hessen ja:ヘッセン州 ko:헤센 주

Darmstadt-Dieburg

Der Landkreis Darmstadt-Dieburg liegt im Regierungsbezirk Darmstadt in Hessen. Nachbarkreise sind im Norden der Kreis Offenbach, im Osten der bayerische Landkreis Aschaffenburg und der Landkreis Miltenberg, im Süden der Odenwaldkreis und der Kreis Bergstraße und im Westen der Kreis Groß-Gerau. Die kreisfreie Stadt Darmstadt ragt von Norden in das westliche Kreisgebiet. Der Darmstädter Stadtteil Kranichstein ist Sitz des Kreistages und der Kreisverwaltung, die Außenstelle Dieburg wird nach und nach aufgegeben.

Geografie

Der Landkreis Darmstadt-Dieburg liegt am Rande der nordwestlichen Ausläufer des Odenwalds. Die Landschaftsstruktur ist heterogen: Der westliche Teil des Kreises mit Weiterstadt, Griesheim und Pfungstadt gehört landschaftlich zum Hessischen Ried. Der südwestliche Teil um Seeheim und Alsbach gehört zur Bergstraße, die den Übergang zwischen der Oberrheinischen Tiefebene und dem Odenwald schafft, dem auch das südliche Kreisgebiet angehört. Das Gebiet um Darmstadt und Messel ist durch eine dicht bewaldete und dünn besiedelte Hügellandschaft geprägt. Der nordöstliche Teil, das Dieburger und das Umstädter Land, ist ein sehr fruchtbares, ebenfalls hügeliges Gebiet, das von zahlreichen Bächen und dem Flüßchen Gersprenz durchflossen wird, und nach Süden sanft in den Odenwald übergeht. An der "Kleinen Bergstraße" in Groß-Umstadt ist der Übergang allerdings ähnlich plötzlich wie an der Bergstraße selbst.

Leben

Der Landkreis Darmstadt-Dieburg liegt inmitten einer der wirtschaftsstärksten Regionen Europas. Die attraktive Lage und die Vielfalt seiner Angebote sind der Grund dafür, dass Darmstadt-Dieburg mit seinen mehr als 290.000 Einwohnern ein Wachstumskreis ist. High Tech und Beschaulichkeit stehen sich nicht im Weg, Informationstechnik stört die Kuh auf der Weide nicht. Viele Bürgerinnen und Bürger, die tagsüber ihrem Beruf nachgehen, freuen sich am Abend auf abwechslungsreiche Freizeit.

Wirtschaft

Obwohl das Dieburger Land sehr fruchtbar ist, und im Bereich von Groß-Umstadt sogar Weinbau betrieben wird und obwohl im Westen des Kreises der Spargelanbau hohe Umsätze erwirtschaftet, ist der wichtigste Wirtschaftszweig des Landkreises Darmstadt-Dieburg nicht die Landwirtschaft. In einigen Orte haben sich bedeutende Unternehmen der Baustoffindustrie (Groß-Umstadt) oder der Nahrungsmittelindustrie (Alsbach - Hähnlein) niedergelassen. Andere profitieren von der Lage an der Autobahn und zur Darmstädter Stadtgrenze und siedelten Dienstleitungsunternehmen und Großmärkte an.

Verkehr

Durch das westliche Kreisgebiet führen die Bundesautobahnen A 5 Heidelberg-Frankfurt und A 67 Mannheim-Darmstadt. Ferner durchziehen mehrere Bundesstraßen das Kreisgebiet, darunter die B 3, B 26, B 38, B 45, B 426.

Sehenswürdigkeiten


- Altstadt Groß-Umstadt
- Nieder-Beerbach Burg Frankenstein (Bergstraße)
- Schloß Lichtenberg (Fischbachtal)
- Schloß Heiligenberg (Seeheim-Jugenheim)
- Altstadt und Museum Dieburg
- Schloß Braunshardt (Weiterstadt)
- Rathaus Pfungstadt
- Schloß und Altstadt Babenhausen
- Veste Otzberg Bekannt ist der Kreis für die Grube Messel, die reich an subtropische bis tropische fossile Pflanzen- und Tierfossilien ist (seit 1995 UNESCO-Weltnaturerbe).

Geschichte

Das Gebiet des heutigen Landkreises Darmstadt - Dieburg war schon früh besiedelt. Spuren aus der Stein- und der Eisenzeit sind an mehreren Stellen zu beobachten. Der Ringwall in Fischbachtal weist evtl. auf eine keltische Besiedlung hin. Die Römer annektierten das Kreisgebiet Ende des ersten nachchristlichen Jahrhunderts. Etwa 125 n.Chr wurde im Bereich des heutigen Südhessen als untere Verwaltungseinheit die Civitas Auderiensium mit dem Hauptort Dieburg gegründet. Während das westliche Kreisgebiet eher dünn besiedelt blieb, wurde das Dieburger und Umstädter Land im Osten planmäßig kolonisiert. Nach dem Rückzug der Römer nahmen zunächst Alamannen, dann ab 506 Franken Besitz vom Kreisgebiet. Sämtliche Ortsnamen, die auf -heim enden, sind fränkische Gründungen. Danach zerfällt das Gebiet in unterschiedliche Besitzungen. Im Westen etablieren sich die Grafen von Katzenelnbogen, die Darmstadt, Groß-Gerau, Zwingenberg und (innerhalb des heutigen Kreises) Reinheim zu Städten ausbauen. Der westliche Teil des Kreises lag in ihrer Herrschaft, Weiterstadt und Griesheim mit ihren Ökonomiehöfen versorgten die Burgen der Grafen in den Residenzen Darmstadt und Groß-Gerau, während Pfungstadt und Seeheim Verwaltungssitz eines eigenen Amtes wurden. 1476 fiel der gesamte Besitz Katzenelnbogens an Hessen. Im östlichen Teil des heutigen Kreises ist die Territorialgeschichte wesentlich komplizierter. Neben Kleinbesitzungen, die nur wenige Dörfer umfaßten, gab es einige größere Gebiete, die aber selten die Größe heutiger Gemeinden erreichten. Sie wurden entweder von lokalem Adel verwaltet (Eppertshausen) oder gehörten zu größeren Grafschaften oder Fürstentümern. So gehörte Groß-Umstadt je zur Hälfte zur Pfalz und zu Hanau, Babenhausen insgesamt zu Hanau und Dieburg zum Kurfürstentum Mainz, das versuchte, eine Landverbindung zwischen seinen rheinhessischen und unterfränkischen Besitztümern zu erlangen. Während fast alle Gebiete in der Reformation protestantisch wurden, blieben Dieburg, Münster und Eppertshausen katholische Exklave, was sich bis heute im Wahlverhalten auswirkt. Nach dem Reichsdeputationshauptschluss 1803 wurde das ganze Gebiet Hessen-Darmstadt, dem späteren Großherzogtum Hessen, zugeordnet. Hier entstanden zunächst die Ämter Darmstadt, Reinheim und Dieburg, das Gebiet westlich Darmstadt gehörte zeitweise zum Amt Groß-Gerau. Dann entstanden die beiden Kreise Darmstadt und Dieburg. Darmstadt schied 1938 als kreisfreie Stadt aus seinem Landkreis aus, blieb aber Verwaltungssitz. Dieburg wurde Kreisstadt, einige Kreisstadtaufgaben wurden aber nach Groß-Umstadt abgegeben. Im Rahmen der hessischen Kreisreform zum 1. Januar 1977 wurden beide Kreise zum heutigen Landkreis Darmstadt-Dieburg vereinigt. Einige Orte wurden zuvor anderen Landkreisen zugeteilt: So kam Fränkisch-Crumbach zum Landkreis Odenwald, Ober-Roden und Urberach (Stadt Rödermark) sowie Nieder-Roden (zur Stadt Rodgau) kamen zum Landkreis Offenbach. Das immer noch kreisfreie Darmstadt wurde Sitz der Kreisverwaltung, Dieburg blieb Außenstelle. Seit Ende 2004 wird die gesamte Kreisverwaltung in den Darmstädter Stadtteil Kranichstein verlagert.

Wappen

Rödermark Das Kreiswappen zeigt von Gold und Blau geteilt: oben ein wachsender, blau bewehrter und bezungter roter Löwe (Wappensymbol der Grafen von Katzenelnbogen), in den Pranken ein rotes sechsspeichiges Rad (das Mainzer Rad) haltend; unten 23 silberne Sterne. Die Sterne stehen für die 23 Städte und Gemeinden des Kreises und sind dem alten Darmstadter Kreiswappen entnommen, das 41 Sterne zeigte. (Wappen-Genehmigung 16. Juni 1978)

Städte und Gemeinden

(Einwohner am 30. Juni 2005)

Weblinks


- [http://www.ladadi.de/ Offizielle Website des Landkreises Darmstadt-Dieburg]
- [http://www.regiochannel.de/kreis-darmstadt-dieburg/index.html Internetportal für den Landkreis Darmstadt-Dieburg]
Darmstadt-Dieburg

Gebietsreform

Die Gebietsreform - auch als "(Kommunale) Neugliederung" bezeichnet - ist die Bildung größerer politischer und zugleich auch Verwaltungseinheiten auf der jeweiligen Ebene der Gemeinden, Landkreise bzw. Kreise, Stadtkreise bzw. kreisfreien Städte. Die Gemeinde- und die Kreisreform wurden entweder zeitlich getrennt oder gleichzeitig durchgeführt.

Gemeindereform

Grundsätze

Für die Gebietsreform der Gemeinden wurde eine Reihe von Grundsätzen entwickelt, die auf eine Vergrößerung der bestehenden Einheiten durch Eingemeindung oder Vereinigung benachbarter Gemeinden abzielte. Ziele sind u.a. Einsparungen und Effizienzsteigerung der Kommunalverwaltung und weiterer Einrichtungen. Bei der Zusammenlegung annähernd gleich großer Gemeinden wird meistens ein neuer Gemeindename eingeführt. Bei der Eingliederung kleinerer Gemeinden behält die größere in der Regel ihren Namen.

Durchführung

Die Eingliederung oder Vereinigung von Gemeinden setzte bereits gegen Ende des 19. Jahrhunderts ein, als viele Städte im Zusammenhang mit der Industrialisierung wuchsen und neue Flächen benötigten. Das war überwiegend im rheinisch-westfälischen Industrieraum (Ruhrgebiet) der Fall, wo Gemeinden inzwischen auf eine Größe von mehr als 100.000 Einwohnern angewachsen waren. 1950 wurde in der damaligen DDR durch Zusammenlegung der Orte Ribnitz und Damgarten die Kreisstadt Ribnitz-Damgarten gebildet. Zwischen 1967 und 1978 reduzierten die westlichen Bundesländer die Zahl ihrer Gemeinden. Dies wurde teils durch Vereinbarungen zwischen den Gemeinden auf freiwilliger Basis, d.h. die Gemeinden entschieden, in welcher Weise sie künftig zusammen arbeiten wollten, teils durch Hoheitsakte erreicht. Während in einigen Ländern Eingemeindungen und Gemeindezusammenschlüsse vorherrschten, wurden in Rheinland-Pfalz und Schleswig-Holstein neue Gemeindezusammenschlüsse auf Zwischenstufe errichtet (Verbandsgemeinden, Ämter). Vor der Reform gab es in der Bundesrepublik etwa 24.000 Gemeinde, von denen 10.760 weniger als 500 Einwohner hatten sowie 139 kreisfreie Städte und 425 (Land-)Kreise. Nach der Reform blieben 8505 Gemeinden, 92 kreisfreie Städte und 235 (Land-)Kreise. Nach einer je nach Bundesland unterschiedlichen Übergangsphase schloss der Gesetzgeber Mitte der 1970er Jahre die Gemeindereform ab, indem er per Gesetz die Neugliederung der Gemeinden beschloss. Diese Neuordnungen stießen bei den Bürgern nicht immer auf Gegenliebe. Beispiele sind
- die Stadt Villingen-Schwenningen
- die Stadt Lahn
- die Stadt Papenburg mit der ehemaligen Kreisstadt Aschendorf
- die Stadt Wesseling
- der Ennepe-Ruhr-Kreis mit der ehemals kreisfreien Stadt Witten
- die Stadt Bochum mit der ehemals kreisfreien Stadt Wattenscheid oder
- die Stadt Bottrop (Glabotki).
- die Stadt Herne mit der ehemals kreisfreien Stadt Wanne-Eickel In einzelnen Fällen wurden die Vereinigungen durch die Gerichte wieder rückgängig gemacht. In Niedersachsen hat der Landtag 1990 eine Korrektur der Gemeindereform beschlossen und der Stadt Aschendorf sowie die Gemeinden Langvörden, Vörden und Mulsum die kommunale Selbstverwaltung wiedergegeben. Dieses Gesetz ist jedoch vom Bundesverfassungsgericht gekippt worden. Einige Berühmtheit erlangte 1978 auch das Dorf Ermershausen mit etwa 800 Einwohnern im Landkreis Haßberge. Es widersetzte sich vehement der Eingliederung in die Gemeinde Maroldsweisach. Das gipfelte in einer Besetzung des Rathauses und der Errichtung von Barrikaden durch Bürger von Ermershausen, mit dem Zweck die Verlegung der Gemeindeverwaltung nach Maroldsweisach zu verhindern. Das Dorf wurde schließlich von mehreren Hundertschaften der Bereitschaftspolizei gestürmt und das Rathaus geräumt. Seit 1994 ist Ermershausen jedoch wieder selbständig. Die Gemeinde Horgau in Bayern erreichte durch ein Urteil des Bayerischen Verfassungsgerichtshofes 1983, dass die Eingemeindung nach Zusmarshausen aufgehoben wurde. Als gelungenes Beispiel kann die Gemeindereform der Städte Treysa und Ziegenhain in Nordhessen angeführt werden. Aus den nur 5 km auseinanderliegenden Städten wurde die neue Stadt Schwalmstadt mit 20.000 Einwohnern gebildet, die dadurch zur größten Stadt im ebenfalls neu gegründeten Schwalm-Eder-Kreis wurde. Nach nunmehr dreißig Jahren ist sie in Symbiose zusammengewachsen. Nach der Wiedervereinigung gingen auch die neuen Bundesländer Gemeindereformen an. In einzelnen Ländern ist sie bis heute noch nicht abgeschlossen, so dass sich die Zahl der Gemeinden in Deutschland (Frühjahr 2003: über 13.000) noch weiter verringern dürfte.

Kreisreform

Grundsätze

Für die Gebietsreform der (Land-)Kreise, Stadtkreise bzw. kreisfreien Städte wurde eine Reihe von Grundsätzen entwickelt, die auf eine Vergrößerung der bestehenden Einheiten abzielte. In Nordrhein-Westfalen galten als Mindestgröße 150.000, in Verdichtungsgebieten sogar 200.000 Einwohner. Ansonsten waren die Grundsätze des Landesentwicklungsplans zu berücksichtigen, wonach die Kreise wirtschaftsräumliche Einheiten darstellen und in ihren Grenzen eine ausgewogene Vielfalt von Gemeinden des Typs A (Unterzentren) und B (Mittelzentren) haben sollten. Entwicklungsachsen durften nicht Grenzen sein, sondern wegen der Interdependenz der beiderseitigen Nutzung quergeschnitten werden.

Durchführung

Die ersten Landkreise im heutigen Sinne wurden gebildet, als Preußen sein Staatsgebiet am 30. April 1815 in Provinzen und Regierungsbezirke und anschließend am 23. April 1816 in Landkreise aufteilte. Schon wenige Jahre danach wurden die ersten "Kreisreformen" durchgeführt, bei denen einzelne Landkreise aufgelöst und mit benachbarten Kreisen vereinigt wurden. Beispiele: 1823 die Vereinigung der Landkreise Dinslaken und Essen zum neuen Landkreis Duisburg und die Zusammenlegung der Landkreise Rheinberg und Geldern, 1832 die Vereinigung des Landkreises Bünde mit dem Landkreis Herford und die Vereinigung des Landkreises Brakel mit dem Landkreis Höxter. Größere Gebietsreformen wurden in der Weimarer Zeit durchgeführt. Insbesondere im Ruhrgebiet wurde am 1. August 1929 eine große Kreisreform durchgeführt. Seinerzeit entstanden u.a. der Ennepe-Ruhr-Kreis, der Rheinisch-Bergische Kreis und der inzwischen wieder aufgelöste Rhein-Wupper-Kreis. Die größten Kreisreformen wurden in Westdeutschland jedoch in den 1960er und 1970er Jahren durchgeführt. Auch die neuen Bundesländer führten nach der Wiedervereinigung Kreisreformen durch.
Hier muss jedoch folgendes vorbemerkt werden: Die DDR war nach Auflösung der Länder im Jahre 1952 in 14 Bezirke (ohne Ost-Berlin) und in 217 Landkreise gegliedert worden. Davor gab es im Gebiet der DDR nur 132 Landkreise. Insofern handelt es sich bei den neueren Reformen quasi um eine umgekehrte Kreisreform. Nach Abschluss aller Kreisreformen in Deutschland reduzierte sich die Gesamtzahl der (Land-)Kreise von 614 auf 323.
In Mecklenburg-Vorpommern wird derzeit bereits über eine weitere Kreisreform diskutiert durch Reduzierung auf nur noch 5 Großkreise, auch in Sachsen-Anhalt gibt es ähnliche Planungen.

Historische Daten


- Baden-Württemberg: 1. Januar 1973 - Reduzierung der Kreise von 63 auf 35
- Bayern: 1. Juli 1972 - Reduzierung der Kreise von 143 auf 71 und der kreisfreien Städte von 48 auf 25
- Berlin: Keine Kreisreform; Berlin besteht nur aus einer Stadt
- Brandenburg: 6. Dezember 1993 - Reduzierung der Kreise von 38 auf 14
- Bremen: Keine Kreisreform; Bremen besteht nur aus 2 kreisfreien Städten
- Hamburg: Keine Kreisreform; Hamburg besteht nur aus einer Stadt
- Hessen: 1. August 1972, 1. Januar 1974, 1. Juli 1974, 1. Januar 1977 und 1. August 1979 - Reduzierung der Kreise von 39 auf 21
- Mecklenburg-Vorpommern: 12. Juni 1994 - Reduzierung der Kreise von 31 auf 12
- Niedersachsen: 1973 bis 1980 in mehreren Schritten Schwerpunkt 1. August 1977 - Reduzierung der Kreise von 60 auf 38
- Nordrhein-Westfalen: 1. Januar 1968 bis 1. Januar 1975 in mehreren Schritten - Reduzierung der Kreise von 57 auf 31
- Rheinland-Pfalz: 7. Juni 1969 bis 16. März 1974 in mehreren Schritten - Reduzierung der Kreise von 39 auf 24
- Saarland: 1. Januar 1974 - Reduzierung der Kreise von 7 auf 6
- Sachsen: 1. August 1994 und 1. Januar 1996 - Reduzierung der Kreise von 48 auf 22
- Sachsen-Anhalt: 1. Juli 1994 - Reduzierung der Kreise von 37 auf 21
- Schleswig-Holstein: 1970 bis 1973 in mehreren Schritten Schwerpunkt 26. April 1970 - Reduzierung der Kreise von 17 auf 11
- Thüringen: 1. Juli 1994 - Reduzierung der Kreise von 35 auf 17 (siehe auch Geschichte der Verwaltungsgliederung Thüringens)

Literatur


- Detlev Vonde: Revier der großen Dörfer. Industrialisierung und Stadtentwicklung im Ruhrgebiet. Klartext, Essen 1994 ISBN 3-88474-123-3
- Hans Joachim von Oertzen und Werner Thieme (Hrsg.): Die kommunale Gebietsreform. Schriftenreihe, Nomos, Baden-Baden 1980-1987

Siehe auch


- Liste der Städte in Deutschland, Kreisreform
- Gebietsreform in Bayern Kategorie:Politische Geographie Kategorie:Kommunalpolitik Kategorie:Raumplanung Kategorie:Reform

Semd

Semd ist ein Stadtteil von Groß-Umstadt am Rande des Odenwaldes.

Allgemein

Das Dorf liegt abgeschieden zwischen Wäldern und Fluren. Ideal für alle, die des Großstadt-Lärms müde sind und gerne schon nach kurzem Spaziergang Waldluft schnuppern oder in den weitausgedehnten Feldern und Wiesen um Semd die Hektik des Alltags vergessen wollen. Andererseits ist der Ort nicht so zivilisationsfern, dass alltägliche Notwendigkeiten zur Last werden würden.

Verkehr

Die Autobahnauffahrt Richtung Darmstadt und Frankfurt am Main ist nur zwei Minuten entfernt. Groß-Umstadt und Dieburg als kleinstädtische Dreh- und Angelpunkte der Region liegen nur 5 Autominuten entfernt. Zum Frankfurter Flughafen gelangt man in 40 Minuten (25 Minuten außerhalb der Hauptverkehrszeiten). Eine Schnellbusanbindung sowie Bahnhöfe in Dieburg (6 km) und Groß-Umstadt (4 km) komplettieren die ausgezeichnete Verkehrsanbindung. Doch man muss gar nicht in die umliegenden Städte aufbrechen, um interessante Aktivitäten zu finden.

Kultur & Einrichtungen

Fast zwanzig Vereine, eine Sport- und Kulturhalle und ein reges Kulturleben, welches sich in Straßenfesten und vielen anderen kulturellen Ereignissen widerspiegelt, kann der knapp 2000 Einwohner zählende Ort vorweisen. Auch wer weniger mobil ist, der findet in Semd fast alles, was man zum Leben benötigt: Lebensmittel- und Gemischtwarenladen, Bäcker, Metzgerei, Kneipen, Pizzeria, Volksbank, Sparkasse, Gärtnerei, Feuerwehr, Turnverein, Schützenhaus, Bücherei, Kindergärten, Grundschule, Kirche und Gemeindehaus.

Vereine


- Angelsportverein 1977 e.V.
- Förderverein Jugendarbeit e.V. des TV Semd
- Freiwillige Feuerwehr Semd e.V.
- Geflügelzuchtverein 1939 e.V.
- Kindergarten "Heizelmännchen" e.V.
- Kraft-Dreikampf Verein Semd
- Musikverein 1970 e.V.
- Radfahrerverein 1922 Semd e.V.
- Sängervereinigung
- Schützenverein Hubertus e.V.
- Ski- und Tennisclub
- Tauzieh-Club 1983
- Tanzsportclub TSC Semd e.V.
- Turnverein 1890 e.V.
- VdK

Koordinaten


- nach Gauß-Krüger: 3491999,5526324
- nach WGS 84: 49° 52' 23" N, 08° 53' 16" O
- nach UTM Zone 32 N: 491925,5524583

Luftansicht

Bild:Semd.JPG

Weblinks


- [http://www.gross-umstadt.de - Website der Stadt Groß-Umstadt]
- [http://www.die-semmer.de - Die Semmer Seite]
- [http://members.aol.com/thomasrehm/semd/ - Semd früher und Semd heute] Kategorie:Ort in Hessen

Odenwald

Der Odenwald ist ein Mittelgebirge in Hessen, Bayern und Baden-Württemberg, Deutschland.

Lage

Deutschland] Deutschland] Deutschland]] Deutschland im Hintergrund]] Deutschland] Deutschland] Deutschland] Deutschland] Deutschland] Deutschland]] Deutschland] Der Odenwald liegt zwischen der Oberrheinischen Tiefebene mit der Bergstraße im Westen, dem Main und dem Bauland im Osten, der Rhein-Main-Ebene bei Darmstadt im Norden und dem Kraichgau im Süden. Der Teil südlich des Neckartals ist der Kleine Odenwald. Der Norden und der Westen des Odenwaldes gehören zum südlichen Hessen, im Osten und im Süden erstreckt er sich nach Unterfranken und Baden hinein.

Geologie

Der Odenwald gehört mit vielen Mittelgebirgen Deutschlands zum Variszischen Gebirge, das sich vor mehr als 300 Millionen Jahren im Devon durch große Teile Europas zog. Auslöser der Gebirgsbildung war die Kollision der beiden Kontinente Ur-Europa und Ur-Afrika. In der Trias vor ca. 200 Millionen Jahren senkte sich das Land wieder, und es bildete sich das so genannte 'Germanische Becken', in dem sich meterdicke Schichten des roten Buntsandsteins ablagern konnten. Diese wurden später durch die Muschelkalkablagerungen eines großen Binnenmeers überdeckt, gefolgt von den Sedimenten der Keuperzeit. Es bildete sich das süddeutsche Schichtstufenland. Als sich das Land im Bereich des heutigen Odenwalds vor etwa 180 Millionen Jahren wieder hob, wurden mehrere 100 m der Sedimentschicht z. T. bis auf das Grundgebirge wieder abgetragen, wie es im Westen des Odenwalds noch zu sehen ist. Im östlichen Odenwald ist von den Sedimentpaketen nur der rote Buntsandstein übrig geblieben. Weiter östlich im Bauland bestehen noch die Muschelkalkablagerungen über dem Buntsandstein. Vor ungefähr 60-50 Millionen Jahren bildeten sich Vulkane entlang den großen geologischen Störungszonen. Einer der erhaltenen Reste ist der Otzberg, ein anderer der Katzenbuckel. Entlang der Störungen haben sich die Flüsschen Gersprenz und Weschnitz teilweise ihr Flussbett gegraben. Etwa zur gleichen Zeit begann die mitteleuropäische Platte aufzureißen, so dass der Rheintalgraben einbrach und die Hessische Senke entstand. Während sich der Rheintalgraben heute noch mit knapp einem Millimeter pro Jahr absenkt, wurde der Odenwald relativ dazu in seine heutige Höhe emporgehoben. Der Rheintalgraben ist Teil eines Grabenbruchs, der vom Mittelmeer bis nach Norwegen reicht. Direkt am Odenwaldrand ist er ca. 2.500 m tief, aber bis auf die heutige Höhe aufgefüllt mit jungen Fluss- und Meeressedimenten, denn noch vor etwa 20 Millionen Jahren reichte die Nordsee über die Wetterau-Senke bis herunter in das Rheintal.

Topographie

Berge


- Katzenbuckel (626 m; Aussichtsturm, 18 m hoch), Neckar-Odenwald-Kreis, Baden-Württemberg
- Neunkircher Höhe (605 m; Kaiserturm, 34 m hoch, 1907 erbaut), Kreis Bergstraße, Hessen
- Hardberg (593 m), Kreis Bergstraße, Hessen
- Stiefelhöhe (589 m), Grenze Hessen/Baden-Württemberg
- Tromm (577 m; Aussichtsturm), Kreis Bergstraße, Hessen
- Krehberg (576 m), Kreis Bergstraße, Hessen
- Königstuhl (567,8 m; mit Sternwarte, Standseilbahn), Stadt Heidelberg, Baden-Württemberg
- Kinzert (553 m), Neckar-Odenwald-Kreis, Baden-Württemberg
- Weißer Stein (550 m; Aussichtsturm), Rhein-Neckar-Kreis, Baden-Württemberg
- Hohe Warte (548 m), Rhein-Neckar-Kreis, Baden-Württemberg
- Spessartskopf (547 m), Kreis Bergstraße, Hessen
- Falkenberg (546 m), Odenwaldkreis, Hessen
- Walzknopf (538 m), Kreis Bergstraße, Hessen
- Wagenberg (535 m), Kreis Bergstraße, Hessen
- Eichelberg (526 m; Aussichtsturm), Rhein-Neckar-Kreis, Baden-Württemberg
- Krähberg (520 m), Odenwaldkreis, Hessen
- Melibokus ("Malschen") (517 m), Kreis Bergstraße, Hessen
- Morsberg (517 m), Odenwaldkreis, Hessen
- Felsberg (514 m; mit Felsenmeer), Kreis Bergstraße, Hessen
- Daumberg (461,7 m), Gorxheimertal - Trösel,Kreis Bergstraße, Hessen
- Heiligenberg (445 m), Stadt Heidelberg, Baden-Württemberg
- Otzberg (367 m), Kreis Darmstadt-Dieburg, Hessen
- Breuberg (306 m; mit Burg Breuberg), Odenwaldkreis, Hessen

Politische Gliederung

Landkreise (mit Kreisstädten)


- Kreis Bergstraße (Heppenheim)
- Landkreis Darmstadt-Dieburg (Darmstadt-Kranichstein)
- Main-Tauber-Kreis
- Landkreis Miltenberg (Miltenberg)
- Neckar-Odenwald-Kreis (Mosbach)
- Odenwaldkreis (Erbach)
- Rhein-Neckar-Kreis

Kreisfreie Städte


- Stadt Darmstadt
- Stadt Heidelberg

Verkehr und Tourismus

Straßen

Der geplante Weiterbau der Odenwaldautobahn (A 45) wurde nie verwirklicht. Durch den Odenwald laufen mehrere Bundesstraßen.
- B 426: Darmstadt - Reinheim - Höchst - Obernburg
- B 38: Reinheim - Groß-Bieberau - Brensbach - Reichelsheim - Fürth - Mörlenbach - Birkenau - Weinheim
- B 460: Heppenheim - Fürth - Mossautal - Hüttenthal
- B 45: Groß-Umstadt - Höchst - Bad König - Michelstadt - Erbach - Beerfelden - Eberbach
- B 47: Bensheim - Lindenfels - Reichelsheim - Michelstadt - Amorbach

Eisenbahnen


- Odenwaldbahn von Darmstadt oder Hanau über Wiebelsbach-Heubach nach Eberbach, 1882 eröffnet
- Weschnitztalbahn von Weinheim nach Fürth, 1895 eröffnet
- Überwaldbahn von Mörlenbach über Wald-Michelbach nach Wahlen, 1901 eröffnet, 1996 stillgelegt
- Schellekattel von Hetzbach nach Beerfelden, 1904 eröffnet, 1954 stillgelegt
- Odenwaldexpress von Mosbach nach Mudau, ehemalige 1000-mm-Schmalspurbahn, 1905 eröffnet, 1973 stillgelegt, seit 1980 Trasse als (Rad-)Wanderweg ausgebaut
- Neckartalbahn von Osterburken über Mosbach und Eberbach nach Heidelberg
- Gersprenztalbahn von Reinheim nach Reichelsheim, 1887 eröffnet und ab 1963 stillgelegt
- Madonnenlandbahn von Seckach nach Miltenberg

Sehenswürdigkeiten


- Im hessischen Hainstadt (Stadtteil von Breuberg) im Mümlingtal befindet sich ein Steinbruch, der von den Odenwälder Kletterfreunden zum Klettern eingerichtet worden ist. Es gibt zudem einen kurzen mit Drahtseilen gesicherten Klettersteig. Die Odenwälder Kletterfreunde sorgen dafür, dass die Wege gepflegt werden. Der Steinbruch liegt auch im Einzugsbereich der Sektion Darmstadt des DAV.
- Unterhalb des 514 m hohen Felsbergs und nördlich von Lautertal-Reichenbach befindet sich ein Felsenmeer, eine weit ausgedehnte Ansammlung von sehr großen Felsbrocken, das schon von den Römern als Steinbruch benutzt wurde.
- In Eberstadt, einem Stadtteil von Buchen (Odenwald), wurde 1971 eine der bedeutendsten Tropfsteinhöhlen Süddeutschlands entdeckt. Sie ist für Besucher zugänglich.
- Um den Katzenbuckel führt der Kristall-Lehrpfad, der anschaulich vulkanische Entwicklungen im Odenwald zeigt.
- Der Odenwald ist durch ein über 10.000 km umfassendes Streckennetz von Wanderwegen erschlossen.
- Wegen seiner kurvenreichen Landstraßen ist der Odenwald ein beliebtes Ausflugsziel für Motorradfahrer.

Geschichte

Historie


- Um 400 v. Chr.: Kelten (Gallier) besiedeln fast ganz Süddeutschland. Nahezu der komplette Odenwald ist von Urwald bedeckt und unbesiedelt. Germanen verdrängen die Kelten westwärts über den Rhein nach Frankreich.
- Um 70: Die Römer besetzen den südöstlichen Odenwald.
- Um 130: Der Neckar-Odenwald-Limes wird unter Kaiser Hadrian (117-138) errichtet. Er verläuft von Bad Wimpfen nach Norden über Neckarburken, Sattelbach, Fahrenbach, Trienz, Oberscheidental, Schloßau und Hesselbach an den Main. Teile des Odenwaldes liegen nun im römisch beherrschten Obergermanien.
- Um 155: Der Limes wird um ungefähr 30 km nach Osten (WalldürnOsterburken) verlegt.
- 260: Zerfall der römischen Macht. Die Alemannen drängen auch in den Odenwald und besiedeln das Land zwischen Main und Neckar, danach kommen die Franken.
- 5. Jahrhundert: Die Franken unter Chlodwig I. teilen das Land in Gaue ein.
- 7./8. Jahrhundert: Es erfolgt die Christianisierung durch iro-schottische Mönche (Pirminius, Bonifatius). Auf den für die Landwirtschaft günstigen Muschelkalkböden des heutigen Baulandes entsteht ein weitmaschiges Siedlungsnetz. Der Hintere Odenwald mit seinen kargen Buntsandsteinböden bleibt im Gegensatz dazu noch siedlungsfrei.
- 9. Jahrhundert: Im südöstlichen Odenwald nahe dem inzwischen dichter besiedelten Bauland werden Siedlungen angelegt, die Gesteinsgrenze vom Muschelkalk zum Buntsandstein wird überschritten.

Name

Die Herkunft des Namens Odenwald ist offen und wird weiterhin kontrovers diskutiert:
- Der Name könnte von Odins Wald abgeleitet sein. Hauptproblem dieser Deutung ist, dass Odin im süddeutschen Raum lange Zeit oder gar ausschließlich als Wotan verehrt wurde. Allerdings gibt es 80 km westlich im Nordpfälzer Bergland eine Gemeinde Odenbach, die im Mittelalter nachweislich Odinbach hieß.
- Eine weitere Namensdeutung sieht einen Zusammenhang zwischen dem Odenwald und der Bezeichnung der ehemaligen römischen Verwaltungseinheit Civitas Auderiensium, die unter anderem den Norden des Gebirges umfasste und nach einem Volksstamm der Auderienser benannt sein könnte.
- Postuliert wird ein Zusammenhang mit dem Namen des "Euterbaches", also etwa Waldgebirge des Euterbaches. Diese Erklärung wirft allerdings unmittelbar die Frage nach der Herkunft des Wortes "Euterbach" auf.
- Es soll eine Verwandtschaft mit dem Wort öde bestehen - nicht im heutigen Sinne einer Wüstenlandschaft, sondern mit der Bedeutung "dünn besiedelt".
- Die Herkunft von Odem (für Atem) soll auf Winde hindeuten, die irgendwelchen Göttern als Atem zugeordnet waren. Dies lässt indessen die Frage offen, wie im allgemeinen Sprachgebrauch zwar Odem zu Atem, Odemwald jedoch zu Odenwald wird.

Legende und Mythologie

Im Nibelungenlied (siehe auch Nibelungensage) wird der Drachentöter Siegfried bei einem Jagdzug (anstelle eines ausgefallenen Feldzugs), der von der Burgundenstadt Worms in den Odenwald führt, von Hagen von Tronje ermordet. Da kein genauer Ort überliefert ist, streiten sich zahlreiche Gemeinden vor allem des hessischen Odenwalds um das Recht, sich Mordstätte Siegfrieds nennen zu dürfen. Nach neueren Forschungen könnte jedoch ein anderer Odenwald viel eher in Frage kommen: Drei Kilometer südlich von Worms auf der linken Rheinseite in der Oberrheinischen Tiefebene gab es früher einen Odenwald, der in der Gemarkung der heutigen Gemeinde Bobenheim-Roxheim noch als Flurname erhalten geblieben ist. Man darf ihn sich als urwaldartiges Gelände vorstellen, das von Seitenarmen des damals noch nicht kanalisierten Rheins sowie Sumpfgebieten durchzogen und bei Hochwasser teilweise überflutet war. Es ist fraglich, ob der Jagdzug der Burgunden, auf dem Siegfried hinterrücks gespeert wurde, wirklich in den mehr als 20 km entfernten hessischen Odenwald führte, da dies auf dem Hin- und Rückweg mit der mühsamen und gefährlichen Überquerung des Rheins verbunden gewesen wäre. Plausibler erscheint manchen Forschern, dass die Jagd in dem Odenwald veranstaltet wurde, der quasi vor der Haustür lag. Auch die Ure, von denen Siegfried vier erlegt haben soll, gehörten eher zur Fauna der Wälder im Flachland als zu derjenigen des Mittelgebirges. Hiergegen wird eingewendet, dass im Nibelungenlied die Jäger sehr durstig gewesen seien und nach einer Quelle hätten lange suchen müssen, was in einem Auenwald unwahrscheinlicher sei. Nur - Oberflächenwasser gibt es in einem sumpfigen Wald sicherlich zur Genüge, aber Quellen mit Frischwasser wohl doch nicht so häufig.

Musik

Über den Odenwald wurden etliche Lieder geschrieben:
- Tief im Odenwald
- Wir sind die Odenwälder
- Der Bauer aus dem Odenwald

Siehe auch


- Dialekte: Odenwälderisch | Odenwäldisch | Hessisch | Kurpfälzisch
- Historische Territorialzugehörigkeiten: Kurpfalz | Kurmainz
- Weitere bemerkenswerte Orte: Fürth (Odenwald) | Michelstadt | Birkenau

Weblinks


- [http://www.odenwald.de Der Odenwald]
- [http://www.regioausflug.de/odenwald/ Wandertourenplaner für den Odenwald]
- [http://www.odenwaldklub.de/ Odenwaldklub - Wandern im Odenwald]
- [http://www.info-odenwald.de Info-Odenwald.de - Freie Internet Presse]
- [http://www.odenwald-geschichten.de www.odenwald-geschichten.de - Kritisches zum Odenwald]
- [http://www.odenwald-tourismus.de/ Odenwald Tourismus (mit einer Karte des Kern- und Randbereiches)] Kategorie:Deutsches Mittelgebirge Kategorie:Geographie (Hessen) Kategorie:Geographie (Baden-Württemberg) Kategorie:Geographie (Bayern) Kategorie:Waldgebiet

Rhein-Main-Gebiet

Die Region Frankfurt/Rhein-Main ist eine Wirtschaftsregion und ein städtischer Ballungsraum im Süden Hessens sowie Teilen der angrenzenden Bundesländer Rheinland-Pfalz (Rheinhessen) und Bayern (Unterfranken). Es ist die zweitgrößte der elf Europäischen Metropolregionen in der Bundesrepublik. Eine thematische Sammlung der Artikel rund um die Region Rhein-Main findet sich im Portal:Frankfurt Rhein-Main.

Kernstädte

Portal:Frankfurt Rhein-Main Obwohl die Region meist als polyzentrischer Ballungsraum bezeichnet wird, besitzt sie mit der internationalen Metropole Frankfurt am Main funktional und geografisch einen klaren Mittelpunkt. Andere städtische Zentren der Region sind Wiesbaden, Mainz, Rüsselsheim, Frankfurt-Höchst, Bad Homburg, Darmstadt, Offenbach am Main, Hanau, Aschaffenburg, Marburg, Gießen und Wetzlar.

Abgrenzung

Wetzlar Die Abgrenzung der Region ist nicht eindeutig definiert. Das IHK-Forum Rhein-Main erstreckt sich zum Beispiel über eine große Region. Verwendet man den Bereich der Industrie- und Handelskammern, die in diesem Forum Mitglied sind und der die ganze Wirtschaftsregion umfasst, zur Definition, so erhält man folgende großzügige Abgrenzung: Sieben kreisfreie Städte:
- Stadt Frankfurt am Main
- Stadt Offenbach am Main
- Stadt Wiesbaden
- Stadt Mainz (der dortigen Mündung des Mains in den Rhein verdankt die Region ihren Namen)
- Stadt Worms
- Stadt Darmstadt
- Stadt Aschaffenburg Die 18 Landkreise der Region Frankfurt / RheinMain sind: Main-Taunus-Kreis, Hochtaunuskreis, Wetteraukreis, Main-Kinzig-Kreis, Kreis Offenbach, Kreis Groß-Gerau, Lahn-Dill-Kreis, Landkreis Aschaffenburg, Landkreis Miltenberg, Kreis Darmstadt-Dieburg, Odenwaldkreis, Kreis Bergstraße, Landkreis Alzey-Worms, Landkreis Mainz-Bingen, Rheingau-Taunus-Kreis, Landkreis Limburg-Weilburg, Landkreis Marburg-Biedenkopf, Landkreis Gießen und Vogelsbergkreis. Nach dieser Abgrenzung umfasst die Großregion 13.400 km² Fläche mit 5,8 Millionen Einwohnern. Der Kreis Bergstraße und die Stadt Worms liegen im Überschneidungsbereich zum benachbarten Rhein-Neckar-Dreieck. Rhein-Neckar-DreieckDas Gesetz zur Stärkung der kommunalen Zusammenarbeit und Planung in der Region Rhein-Main des Landes Hessen definiert hingegen explizit folgende Abmessung:
- die kreisfreien Städte Frankfurt am Main und Offenbach am Main,
- in den Landkreisen Hochtaunuskreis, Main-Taunus-Kreis und Offenbach alle Städte und Gemeinden,
- im Main-Kinzig-Kreis die Städte Bruchköbel, Hanau, Langenselbold, Maintal, Nidderau und Gemeinden Erlensee, Großkrotzenburg, Hammersbach, Neuberg, Niederdorfelden, Rodenbach, Ronneburg, Schöneck,
- im Wetteraukreis die Städte Bad Nauheim, Bad Vilbel, Butzbach, Friedberg (Hessen), Karben, Münzenberg, Niddatal, Reichelsheim (Wetterau), Rosbach v. d. Höhe und Gemeinden Florstadt, Ober-Mörlen, Rockenberg, Wölfersheim, Wöllstadt,
- im Landkreis Groß-Gerau die Städte Groß-Gerau, Kelsterbach, Mörfelden-Walldorf, Raunheim, Rüsselsheim und Gemeinden Bischofsheim, Ginsheim-Gustavsburg und Nauheim. Daneben existieren noch andere (meist enger gefasste) Abgrenzungen, die etwa die Kreise Gießen, Lahn-Dill, Marburg-Biedenkopf, Vogelsberg oder Bergstraße nicht mit zur Region zählen. Der engere Ballungsraum, der in etwa der Ausdehnung des S-Bahn-Netzes entspricht, reicht von Wiesbaden und Mainz im Westen bis Aschaffenburg im Osten sowie von Friedberg und Bad Nauheim im Norden bis Darmstadt im Süden. Dieses Gebiet zählt 3,4 Millionen Einwohner auf 5.500 km² Fläche. Der Einzugsbereich des Rhein-Main-Gebiets ist sehr groß. Etwa 350000 Einpendler kommen jeden Tag in den Frankfurter Raum, die z.t. weit mehr als hundert km von ihrem Arbeitsplatz entfernt wohnen. Der Pendler-Einzugsbreich umfaßt den ganzen Odenwald, die Südpfalz, die Rhön, den Westerwald, die Region Marburg/Gießen/Wetzlar und die Kurpfalz. Der RMV ist deshalb nicht zufällig der größte deutsche Verkehrsverbund. Im Zentrum des Rhein-Main-Raums liegt die engere Stadtregion Frankfurt, zu der z.B. Offenbach, Hanau, Bad Homburg und Rüsselheim gehören. Die übrigen Kernstädte Wiesbaden, Mainz, Darmstadt und Aschaffenburg bilden mit ihrem Umland eigene Stadtregionen.

Wirtschaft

Stadtregion Die zentrale und verkehrsgünstige Lage in Südwestdeutschland förderte schon Mitte des 19. Jahrhunderts die Industrialisierung der Region. Unternehmen aus vielen Branchen haben hier ihren Sitz und beschäftigen in der Region etwa 1,8 Mio Arbeitnehmer. Dabei überwiegen in der Rhein-Main-Metropole Frankfurt Handel und Dienstleistungen (Banken und Versicherungen, Frankfurter Messe). Industrie ist vor allem in den Bereichen Chemie (Höchst, Wiesbaden, Offenbach) und Fahrzeugbau (Rüsselsheim) vertreten. Darmstadt hat sich als Wissenschaftsstadt, Wiesbaden als Sitz von Versicherungsunternehmen und Bundesbehörden etabliert. Der Logistikbereich ist besonders durch den Flughafen Frankfurt und die zentrale Anbindung (Autobahnen, Eisenbahn) stark begünstigt. Das Frankfurter Kreuz und der Frankfurter Hauptbahnhof sind jeweils die verkehrsreichsten in Europa. Im Umkreis von 6 Stunden Fahrt erreicht man Hamburg, die Benelux-Staaten, Paris, die Schweiz, Österreich, Tschechien, Polen und Berlin. Weitere wichtige Bahnhöfe im Fernverkehr sind Mainz und Frankfurt-Flughafen. Über den Frankfurter Flughafen ist jedes wichtige Flugziel weltweit als Direktflug verfügbar. Die Infrastruktur im Rhein Main Gebiet gilt als sehr gut ausgebaut.

Naturraum

InfrastrukturDie landschaftliche Attraktivität der Region ergibt sich aus dem Gegensatz zwischen den Ebenen der beiden namensgebenden Flüsse und den die Region begrenzenden Mittelgebirgen. Die Untermainebene ist der nördliche Ausläufer der Oberrheinischen Tiefebene, die etwa von Basel bis Frankfurt reicht. Die Mainmündung gilt als die Grenze zwischen Ober- und Mittelrhein. Letzterer durchbricht in einem engen, teilweise schluchtartigen Tal das Rheinische Schiefergebirge. Außer den beiden genannten Strömen sind Nidda, Kinzig und Nahe wichtige Flüsse der Region, an ihrem Nordrand außerdem die Lahn. Fünf Mittelgebirge begrenzen die Region: Taunus, Vogelsberg, Spessart, Odenwald und Hunsrück. Der Südhang des Taunus (Rheingau und Vordertaunus) und der Westhang des Odenwalds (Bergstraße) gehören klimatisch zu den mildesten Gegenden in Deutschland. Der Rheingau, das linksrheinische Gebiet Rheinhessen sowie das unterfränkische Maintal sind Weinbaugebiete. Die Landwirtschaft in der Wetterau im Norden der Region verfügt über Böden, die zu den ertragsreichsten in Deutschland zählen. Im dicht besiedelten Kernraum der Region um Frankfurt dienen die Freiflächen mehr der Naherholung als der Landwirtschaft. Typisch für das dortige Landschaftsbild sind Streuobstwiesen, deren Erträge meist zur Produktion des Frankfurter Apfelweins dienen.

Geschichte

Apfelwein Eine bis heute gültige Besonderheit der Region ist, dass es niemals in der Geschichte eine territoriale Einheit des Rhein-Main-Gebiets gab. Der tausendjährigen Kleinstaaterei verdankt die Region ihre kulturelle Vielfalt, aber auch die im Gegensatz zu konkurrierenden Metropolregionen schmerzhaft fehlende Kooperation und Koordination, die angesichts der Metropolkonkurrenzen einer globalisierten Weltwirtschaft einen schädlichen Anachronismus darstellt. In römischer Zeit lag die Region an der Grenze des Imperiums. Mainz war unter dem Namen Mogontiacum Hauptstadt der Provinz Obergermanien, der Limes schützte die Reichsgrenze und verlief über den Kamm des Taunus und quer durch die Wetterau. Außer Mainz gab es zahlreiche römische Kastelle in der Region (Hofheim, Höchst, Frankfurt, Kleiner Feldberg, Saalburg, u.a.) sowie eine kleine Stadt (Nida bei Frankfurt-Heddernheim). Wiesbaden war schon damals ein wichtiger Badeort (Aquae Mattiacorum). Bereits in der spätrömischen Antike (seit 343) wurde Mainz zu einem Bischofssitz, der im frühen Mittelalter einer der wichtigsten des fränkischen, später Deutschen Reichs wurde. Fränkische Könige (Merowinger, später Karolinger) errichteten Königshöfe, u.a. in Frankfurt und Ingelheim. Das Kloster Lorsch wurde durch Landschenkungen eines der mächtigsten in Deutschland. Durch die günstige Verkehrslage konnte die Region Handelsverkehr an sich ziehen, wichtige Straßen entstanden, so die Via Regia. Im Hohen Mittelalter löste Frankfurt Mainz als wichtigste Stadt der Region ab. Frankfurt, Friedberg, Wetzlar und Gelnhausen (letzteres eine Kaiserpfalz der Staufer) waren Freie Reichsstädte. Die Erzbischöfe von Mainz waren Erzkanzler des Reichs und einer der sieben Kurfürsten. Frankfurt verdankte seinen Aufstieg der Rolle als bedeutende Messestadt und als Wahl-, später auch Krönungsstätte der deutschen Kaiser. Das Erzbistum Mainz umfasste große Gebiete im Westen und Osten (um Aschaffenburg) des Rhein-Main-Gebietes, als es 1803 aufgelöst wurde. Nach dem Wiener Kongress verteilte sich ab 1816 die Region auf folgende Territorien:
- Großherzogtum Hessen (Hauptstadt Darmstadt), mit den Provinzen Starkenburg (Darmstadt, Offenbach), Rheinhessen (Mainz, Worms, Bingen) und Oberhessen (Gießen, Friedberg).
- Kreis Wetzlar, heute Lahn-Dill-Kreis, in der preußischen Rheinprovinz
- Herzogtum Nassau (Hauptstadt Wiesbaden), mit Limburg und Höchst.
- Kurfürstentum Hessen (Hauptstadt Kassel), mit Gelnhausen, Hanau, Bergen und Bockenheim
- Landgrafschaft Hessen-Homburg (Bad Homburg)
- Königreich Bayern (Aschaffenburg)
- Freie Stadt Frankfurt (Stadtstaat) Freie Stadt FrankfurtNach dem Preußisch-Deutschen Krieg 1866 annektierte Preußen alle genannten Territorien außer dem Großherzogtum Hessen und dem Königreich Bayern, die kleinere Gebietsteile abtreten mußten. Die territoriale Zersplitterung bestand allerdings weiter, da das Großherzogtum