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Große Hungersnot In Irland

Große Hungersnot in Irland

Die als Große Hungersnot (engl. Great Famine, Irish potato famine oder irisch An Gorta Mór) in die Geschichte Irlands eingegangene Hungersnot zwischen 1846 und 1851 war die Folge mehrerer Kartoffel-Missernten zwischen 1846 und 1849. Auslöser war die durch den Pilz Phytophthora infestans verursachte Kraut- und Knollenfäule, die in mehreren aufeinanderfolgenden Jahren die gesamte Kartoffelernte vernichtete. Da die Kartoffel vor allem für die arme Bevölkerung Irlands im Lauf des 19. Jahrhunderts zum wichtigsten Grundnahrungsmittel geworden war, führte der Ernteausfall von 1846 bis 1851 zum Tod von schätzungsweise 500.000 bis einer Million Iren und der Auswanderung einer weiteren Million, in erster Linie nach Kanada, Australien und in die USA. Aufgrund des damals vorherrschenden politischen Klimas in Großbritannien (laissez-faire economics) wurde von der Regierung zu wenig zur Bekämpfung des Hungers getan. Während dieser Zeit wurde vom englischen Adel in Irland eine Getreidewirtschaft betrieben, deren Ernten jedoch für den Export bestimmt waren und der irischen Bevölkerung nicht zur Verfügung standen. Die unmittelbaren Folgen für Irland waren verheerend, die Bevölkerungszahl in Irland hat nie mehr den Stand vor der Famine erreicht. Bis heute ist diese Hungersnot Bestandteil von Gedichten und Liedern aller Art, siehe zum Beispiel The Fields of Athenry.

Ursachen und Folgen der Hungerkatastrophe in Irland im 19. Jahrhundert

Bevölkerungsexplosion

Am Beginn des 19. Jahrhunderts kam es in Irland zu einer Bevölkerungsexplosion. Zum einen, weil beim Anbau der Kartoffel schon ein kleines Stück Land ausreichte um eine Großfamilie zu ernähren, zum anderen, weil die Natur die Rohstoffe für Hausbau, sowie das Heizmaterial zur Verfügung stellte. Es wurden also häufig junge Ehen mit vielen Nachkommen geschlossen. Aus diesem Grund stieg die Bevölkerung von vier bis fünf Millionen (1801) auf sieben Millionen (1821) und auf über neun Millionen (1841).
- 1660: ca. 500.000 Einwohner
- 1760: ca. 1.500.000 Einwohner
- 1840: ca. 9.000.000 Einwohner (entspricht Zuwachs von 600%) (Kothe 1996, Seite 117)
- 14.04.2005: 3.969.600 Einwohner (http://www.welt-in-zahlen.de/laenderinformation.phtml?country=85) Eine der Folgen, die die Bevölkerungsexplosion mit sich brachte, war die Praxis der Realteilung. Der Umstand, daß das Pachtland jeweils unter den Söhnen aufgeteilt wurde, führte dazu, daß sehr kleine Parzellen entstanden, die kaum ausreichten, den Pächter und seine Familie zu ernähren. Aufgrund der Realteilung waren nur mehr etwa 7 % des Pachtlandes größer als 30 Morgen, 45 % kleiner als 5 Morgen. In Connacht betrug dieser Anteil sogar 64 %. Außerdem lebten 70 % der Bevölkerung von der Landwirtschaft. Diese Zahlen waren das Ergebnis einer Untersuchung, die 1845 von einer Regierungskommission unter der Führung des Grafen von Devon durchgeführt wurde. Ein anderes Ergebnis dieser Kommission war, dass zum Überleben mindestens 8 Morgen Land nötig wären. Aber schon vor der sogenannten "Devon–Kommission" hatten Wirtschaftstheoretiker sich mit Irland befaßt. So wurde schon 1832 erkannt, dass die soziale Not großteils auf den Mangel an Arbeitsplätzen zurückzuführen war. Dies lag daran, daß außer im Norden keine Industrie vorhanden war. Mit dem Einsatz von großen Mengen an Kapital wäre die Errichtung von Arbeitsplätzen und somit das Landproblem zu bewältigen gewesen. Aufgrund der Gesetze des Marktes wären bedingt durch die geringere Nachfrage nach Land die Pachtzinsen gesunken. Außerdem wäre es möglich geworden Pachthöfe zusammenzulegen. Ein Untersuchungsausschuß 1836 empfahl aus diesen Gründen öffentliche Bauarbeiten. Einige Jahre darauf schlug eine königliche Kommission die Errichtung eines staatlichen Eisenbahnnetzes in Irland vor. Es wurde jedoch keiner der beiden Vorschläge berücksichtigt, da sie gegen Englands liberale Wirtschaftspolitik verstoßen hätten. Man beschränkte sich darauf, 1838 die englischen Armengesetze auch in Irland zu erlassen. Allerdings wurden sie von der Bevölkerung nicht angenommen, da das System nicht auf kurzfristige Unterstützung, wie sie nach einer schlechten Ernte nötig gewesen wäre, ausgerichtet war. Um Hilfe zu erhalten, mußte man Haus und Acker aufgeben und in ein Armenhaus ziehen. Ein großes Problem beim Versuch, das Irlandproblem zu lösen, bestand darin, daß die Landherren großen politischen Einfluß hatten. Sie stellten sich daher gegen Entscheidungen, die Vorteile für die Pächter gebracht hätten, weil dadurch für sie selbst Nachteile entstanden wären. Es war also nahezu unmöglich, gegen hohe Pachtzinsen und Kirchensteuern, die beides schwere Belastungen für die irischen Pächter darstellten, vorzugehen, da man hierbei sofort mit dem Widerstand von Kirche und Landherren zu rechnen hatte.

Kartoffelfäule

Im Jahr 1842 vernichtete eine Kartoffelfäule fast die gesamte Ernte Nordamerikas. Aber auch Irland hatte schon vor 1845 mit Ernteausfällen zu kämpfen. "There had been fourteen partial or complete potato famines in Ireland between 1816 and 1842, and some catastrophic crises in the eighteenth century, notably 1740-42." Mit "Kartoffelfäule" werden die Schäden bezeichnet, die bei Pflanzen beim Befall mit dem Sporenpilz Phytophthora infestans hervorgerufen werden. Dieser Pilz bewirkt, daß die Kartoffeln ein bis zwei Tage nach der Ernte verfaulen. Seine Sporen werden vom Wind verbreitet und benötigen zu ihrer Entwicklung Feuchtigkeit. Er fand also gerade in Irland besonders gute Bedingungen. Im Sommer 1845 wurden Ernteausfälle in den Niederlanden, Belgien und Frankreich prognostiziert. Im August waren auch in England Pflanzenschäden zu erkennen. Die Kartoffelfäule war also in verschiedenen europäischen Ländern ein Problem. Es stellt sich die Frage, warum die Schäden in Irland so groß waren. Ein Grund ist, vielleicht, daß Irland im Gegensatz zu weiteren westeuropäischen Ländern fast ausschließlich vom Ackerbau abhängig geblieben war, der in vielen Regionen auf einem unproduktiven Niveau war. Zum Beispiel wurde die Kartoffel meist in Monokultur angepflanzt. Das wenige Getreide, das zur Verfügung stand, wurde gewinnbringend in England oder auf dem Kontinent verkauft, wo es, wie oben erwähnt, ebenfalls zu Ernteeinbußen gekommen war. Im September konnte anhand von Blattverfärbungen schon erkannt werden, daß auch Irlands Kartoffelernte vom Pilzbefall betroffen sein würde. Als im Oktober die Ernte begann, hoffte man noch, daß nur ein kleiner Teil betroffen sein würde. Die Hoffnungen wurden enttäuscht. Der Großteil der Ernte war zerstört. Im November 45 setzte Englands Premierminister Sir Robert Peel (1788-1850, liberal-konservativer Politiker, Premierminister August 1841 - Juni 46) ein Zeichen für Irland: "He himself recognized that the first priority had to be the provision of food, and he personally authorized (without cabinet approval) the purchase of £ 100,000 of maize from the United States for distribution in Ireland by a Relief Commission he set up to coordinate relief work." Da das englisch–irische Armengesetz eine direkte finanzielle Zuwendung verhinderte, wurden Arbeitsbeschaffungsprogramme ins Leben gerufen. Die Einfuhr von Getreide war mit hohen Schutzzöllen belegt. Diese Zölle, die Corn Laws, waren zum Schutz vor Konkurrenz erlassen worden. Da diese Zölle die Preise für das importierte Getreide hinauftrieben, mußten finanzielle Stützen gewährt werden, um die Brotpreise niedrig zu halten. Dennoch hatte ein großer Teil der Bevölkerung nicht die finanziellen Mittel, um diese niedrigen Preise zu bezahlen. Als für das Jahr 1846 eine noch schlechtere Ernte vorauszusehen war, setzte Peel die Abschaffung der Corn Laws durch. Er verlor jedoch die Unterstützung seiner Partei und im Juni 1846 wurden die regierenden Tories von den Whigs abgelöst. Der neue Premierminister war John Russel, ein entschiedener Anhänger der laissez-faire-Haltung. In diesem Herbst war nicht nur die Kartoffelernte, sondern aufgrund des schlechten Wetters auch die Weizen- und Haferernte betroffen. Dennoch gab es von Seiten der Regierung keine finanzielle Unterstützung, da die Regierungsalmosen "die Zuwendungsempfänger demoralisieren und deren Wille, sich aus eigener Kraft wieder aus der katastrophalen Lage zu befreien, lähmen" würden. Einzig bei der Organisation der Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen, deren Kosten von reichen irischen Kaufleuten und Grundherren getragen werden mußten, griff die Regierung ein. Nachdem aber im Gegensatz zu 1845 die gesamte Ernte entweder der Kartoffelfäule oder dem schlechten Wetter zum Opfer gefallen war, waren die Grundherren weder finanziell dazu in der Lage, noch dazu bereit, zusätzlich zu ihren Einkommenseinbußen noch Geld für Arbeitsbeschaffungsprogramme aufzuwenden. Also mußten sie vom Staat getragen werden. Da der Winter 1846/47 besonders hart und lang andauernd war, waren diese Kosten weitaus höher als im Jahr zuvor. Im Oktober 1846 wurden 114 600 Arbeitsplätze vermittelt. Im Januar 1847 waren es 570 000 und im März waren es 734 000. Über £ 7 000 000 wurden während der Hungersnot an Unterstützungen und Krediten vom Staat gewährt. Die Bauten, die im Rahmen dieser Projekte errichtet wurden, sind teilweise noch heute erhalten. So können im Westen Irlands am Straßenrand Mauern betrachtet werden, die scheinbar keine Funktion haben. Sie werden "Brotmauern" genannt und sind Reste der öffentlichen Bauprojekte aus der Zeit der Hungersnöte. Im Februar 1847 verschlimmerte sich die Lage, als das Überleben der ohnehin schon von Hunger und Seuchen geschwächten Bevölkerung noch von starken Schneefällen erschwert wurde. Es kam zu Unruhen und Attacken auf die Landsitze von Grundherren und auf Regierungsgebäude. Diese Umstände zwangen Russel, entgegen seiner Absichten Lebensmittel nach Irland einzuführen. Schließlich war der Großteil der Bevölkerung physisch nicht mehr in der Lage zu arbeiten und sich so die staatliche Unterstützung zu verdienen. "Early in 1847, government-sponsored soup kitchens were established, and by August that year 3,000,000 people a day were being fed by them." Zu diesem Zeitpunkt waren aber bereits Zehntausende dem Hunger, der Kälte oder dem im Winter 1846 ausgebrochenem Hungerfieber Typhus zum Opfer gefallen. Diese Unterstützung durch den Staat währte nicht lange, da im Jahr 1847 die Ernte zwar klein, aber doch erfolgreich ausfiel. Der Grund für die schlechte Ernte lag darin, daß die Bauern in ihrer Verzweiflung auch die Saatkartoffeln für das nächste Jahr aufgegessen hatten. Schon in den nächsten beiden Jahren fielen die Ernten erneut aus. "Trotzdem stellte die englische Regierung ihre Hilfsmaßnahmen ein. Die dunkelsten Jahre der an Katastrophen so reichen irischen Geschichte waren angebrochen. Die Zahlen geben nur ein unzulängliches Bild der Folgen der Hungersnot." Wie unter Punkt bereits erwähnt, lebten 1841 über 8,1 Millionen Menschen in Irland. Schätzungen zufolge hätten sich diese Zahlen bei einer normalen Entwicklung auf 9 Millionen belaufen müssen. Statt dessen waren es um 2,5 Millionen weniger – 6 552 000. Mindestens eine Million davon war verhungert oder an einer Seuche verstorben. 1,5 Millionen Menschen versuchten ihr Glück in Kanada, Australien, den USA und den Industriezentren Englands.

Die direkt erkennbaren Folgen

Zwischen 1841 und 1844 emigrierten durchschnittlich 50 000 Iren pro Jahr. Die Mißernte von 1845 änderte an dieser Situation nur wenig, da die meisten Iren annahmen, daß die Ernte im nächsten Jahr besser sein würde. Erst als die Ernte 1846 wieder ausfiel, verließen viele Pächter und Kleinbauern das Land. "Schätzungen zufolge verließen in der Hauptemigrationsperiode in der Zeit nach der Hungersnot zwischen 1845 und 1855 fast zwei Millionen Iren das Land. Ungefähr drei Viertel der Emigranten wanderten nach Amerika aus, die restlichen 25 Prozent gingen nach Großbritannien und Australien." Betroffene Gebiete: ('http://cain.ulst.ac.uk/images/maps/severity_famine.gif) An Bord der Emigrationsschiffe waren Krankheiten und Seuchen der Alltag. Das brachte ihnen den zweifelhaften Namen coffin ships. Aufgrund der Seuchen wurden die Einwanderer in den USA nicht sehr erfreut begrüßt. Die Amerikaner schlossen ihre Häfen, und die Schiffe mit den Emigranten wurden nach Kanada umgelenkt. Auf Grosse Isle in Kanada weißt eine Gedenktafel darauf hin, daß viele auch nach der Landung starben: :"Thousands of the children of the Gael were lost on this island while fleeing from foreign tyrannical laws and an artificial famine in the years 1847-8. God bless them. God save Ireland!" Diejenigen, die die Überfahrt überlebten, bildeten aber, ganz gleich, wohin es sie zog, die unterste Schicht. Von der protestantischen Oberschicht wurden sie wegen ihrer Konfession gemieden, von der Arbeiterschicht wurden sie gehasst, weil sie Arbeit zu Billigstlöhnen verrichteten und so zu einer großen Konkurrenz wurden. Die Iren übernahmen schwerste und schmutzige Arbeiten, um überleben zu können. Irische Frauen arbeiteten als Dienstboten oder in Textilfabriken. Die Männer arbeiteten beim Bau von Eisenbahnlinien oder Kanälen mit oder im Bergbau. "A great many Irishmen were killed in the mines and in digging the tunnels and in building the railroads. There was a saying that on the railroads ‘an Irishmen is buried under every tie’." Obwohl, oder gerade weil sie zur untersten Schicht der Bevölkerung gehörten, war der Zusammenhalt unter den irischen Emigranten sehr groß. Man besann sich auf die alten Traditionen und unterstützte die in Irland gebliebenen Verwandten. Viele Iren nahmen auf der Seite der Union am amerikanischen Bürgerkrieg 1861-65 teil. Sie sahen darin eine Vorbereitung auf den Kampf gegen England. Eine weitere Folge der Hungersnot war der beinahe völlige Untergang der gälischen Sprache. Gälisch ist eine keltische Sprache, die zum Indogermanischen gehört und wahrscheinlich seit ca. 300 vor Christus gesprochen wurde. Durch die anglo-normannischen Eroberer wurde es ab dem 12. Jahrhundert um französische und später englische Elemente bereichert. Im 18. Jahrhundert war Englisch zur Sprache der oberen Klassen, der Verwaltung und der Regierung geworden. Im 19. Jahrhundert war diese Entwicklung noch weiter vorangeschritten. Wirtschaftlicher und sozialer Aufstieg sowie politische Aktivitäten waren an die englische Sprache gebunden. Es war also schon vor der Hungersnot ein ständiger Rückgang der irisch sprechenden Bevölkerung zu erkennen. 1841 sprachen noch 4 Millionen Iren gälisch. Diese vier Millionen gehörten aber der unteren Gesellschaftsschicht an, und diese Schicht war es, die der großen Hungersnot hauptsächlich zum Opfer fiel. 1851 sprachen nur mehr etwas weniger als 25 % der Bevölkerung irisch. Die Hungersnot bewirkte einen großen Sprung im Rückgang der irisch sprechenden Bevölkerung. "Was die Briten in Jahrhunderten nicht geschafft hatten, war durch die Hungersnot in wenigen Jahren erreicht." Außerdem stellte es für irisch-sprachigen Emigranten ein großes Problem dar, wenn sie sich in ihren neuen Heimatländern nicht verständigen konnten. Das führte dazu, daß viele Eltern ihre Kinder Englisch lernen ließen, um ihnen diese Probleme zu ersparen. "Ende des 19. Jhs. war Irisch zum Synonym für Armut, Analphabetentum und katholische Rückständigkeit geworden." Heute ist Irisch neben Englisch Irlands offizielle Staatssprache. Der Anteil der Bevölkerung, der sie aber tatsächlich spricht, ist gering. An der Westküste und in abgelegenen ländlichen Gemeinden hat es sich bis heute erhalten. Diese Regionen werden als Gaeltacht bezeichnet. Die Hungersnot hatte aber nicht nur Einfluß auf die irische Sprache. Angesichts der großen Not, der vielen Toten und Emigranten waren viele alte Bräuche, Lieder und Tänze in Vergessen geraten.

Freiheitsbestrebungen in Irland

Politische Folgen Als es 1846 zu einer zweiten Missernte mit „apokalyptischen Zügen“ (Sommerville 1983, Seite 161) kam, entschied sich die Regierung Russell, doch wieder die Hilfeleistungen aufzunehmen, um einen Bürgerkrieg zwischen irischen Katholiken und der protestantischen Bevölkerung zu verhindern, jedoch kam es trotzdem zu einer Verschärfung des ethnischen Kontrastes, der bis heute anhält und die Vertreibung der protestantischen Grundbesitzer in die Region Ulster, im Nordosten Irlands zur Folge hatte. Da Irland aber immer noch abhängig von England war und die Iren ihre Unabhängigkeit wollten, kam es zur Bildung von irischen Widerstandsgruppen, wie der „Irish Republican Brotherhood“ (auch bekannt unter Fenian Movement/Brotherhood) oder der „Irish National League“ (Charles Stewart Parnell). Diese wollten zudem mehr politischen Einfluss bzw. die eigene Entscheidungsgewalt und die Aufhebung der herrschenden Besitzverhältnisse. Irland bekam durch diesen politischen Druck auf England einen Sitz im Unterhaus der britischen Regierung in Westminster, wo Parnell immer wieder die Hungerkatastrophe als Bespiel für die Ausbeutung Irlands, durch Großbritannien ansprach und das Sterben von Hunderttausenden als zwingende Konsequenz auf diese zurückführte. So schlachteten irische Politiker die Katastrophe weitestgehend propagandistisch aus. Parnell vertrat die Meinung, dass der Krise nicht genügend begegnet worden sei und nutzte dies um schließlich die politischen Interessen der Iren durchzusetzen (Sommerville 1983). So steht der Name Parnell für den Motor der irischen Politik der folgenden 10 Jahre. (http://www.cs.mun.ca/~david12/papers/parnell.html) Die Besitzverhältnisse wurden durch das Gesetz der Landreformen (= „Land Act’s“) die vom englischen Premierminister William Ewart Gladstone 1869/70 erlassen wurden geändert (Sommerville 1983), so entstanden aus den Kleinparzellenwirtschaften Familienbetriebe. Die wachsenden Spannungen zwischen den Landpächtern und Grundherren führte trotzdem 30 Jahre später zu einer offenen blutigen Auseinandersetzung, in der Irland die Bestrebungen verdeutlicht die Union mit England zu verlassen. So folgten verstärkte Unabhängigkeitsbemühungen, welche schließlich am 06. 12. 1921 durch politische und militärische Auseinandersetzungen von Erfolg gekrönt waren und zur Bildung der Republik Irlands, mit der Prämisse, die Region Ulster (Nordostirland) englischer Führung zu unterstellen, führten. Die Große Hungersnot wird oft als Wasserscheide in der irischen Geschichte gesehen, ihre Auswirkungen aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet. So wird auch ein Zusammenhang mit den Freiheitsbestrebungen gesehen. Die Situation war auch vor 1845 aufgrund der Jahrhunderte britischer Fremdherrschaft schon angespannt. Die Reaktion Englands auf den Nahrungsmangel wurde aber von einem großen Teil der Bevölkerung als harte und unmenschliche Haltung empfunden. Die Emigranten nahmen ihre Erinnerungen an die Not und den Hass auf Großbritannien, das sie ihrer Meinung nach zur Emigration gezwungen hatte, mit in ihre neue Heimat. Eine große Zahl der irischen Auswanderer bildete aus diesem Grund den moralischen und finanziellen Rückhalt für den Geheimbund der Fenier, für die Irish National League und Irish National Land League. "[...] wahrscheinlich sind es diese Verbindungen, in denen das Haupterbe des Großen Hungers zu sehen ist." Andere Historiker gehen soweit, in der Hungersnot den Beginn für die gewalttätigen Bemühungen um eine Lösung von der Union zu sehen: "Wäre bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts eine friedliche Lösung auf dem Verhandlungstisch vielleicht noch denkbar gewesen, so war nach der Hungersnot der weitere Weg Irlands in die Gewalt bereits vorgezeichnet." Eine andere Veränderung, die sich nach der Hungersnot in Irland vollzog, war demographischer Art. Das Heiratsalter stieg an und dadurch nahm die Kinderzahl ab. Da man außerdem von der Praxis der Realteilung abging und nur noch an den ältesten Sohn weitervererbt wurde, entstanden größere Höfe. Das Einkommen der Pächter stieg und damit auch ihr Selbstvertrauen. "Dieser Wandel wiederum stärkte das Selbstbewußtsein der vormals Unterprivilegierten, die zunehmend auf die Erweiterung ihrer Rechte pochten." Dieses Verlangen nach einem Ausbau ihrer Rechte nahm jedoch keine revolutionären Formen an, schließlich waren die Pächter in einer guten wirtschaftlichen Situation, die sich durch einen Aufstand wahrscheinlich verschlechtert hätte. Die Ereignisse von über sechzig Jahren können selbstverständlich nicht auf einen einzigen Vorfall zurückgeführt werden. Dennoch muß eine Katastrophe, die eine Million Menschen tötete, große Relevanz in der Geschichte eines Landes haben.

Literatur:


- Wilhelm Abel: Massenarmut und Hungerkrisen im vorindustriellen Europa, Versuch einer Synopsis, 1. Auflage, Hamburg, Berlin, 1974
- James Camlin Beckett: Geschichte Irlands. 2. erweiterte Auflage, Stuttgart, 1977
- Karl S. Bottingheimer: Geschichte Irlands. 1. Auflage, Stuttgart und andere, 1985
- Rudolf Bringmann: Geschichte Irlands, Schicksalsweg eines Volkes. 1. Auflage, Bonn, 1953
- Brian de Breffney/George Mott: Irland: das Land und seine Geschichte. 1. Auflage, Köln, 1981
- Stephen Devereux: Theories of Famine. 1. Auflage, New York, London, u. a., 1993
- Department of Foreign Affairs, Dublin (Hrsg.): Irland, Eine Landeskunde. 1. Auflage, Stuttgart, Berlin, Köln, Mainz, 1983
- R. Dudley Edwards/T. Desmond Williams: The Great Famine, Studies in Irish History. 2. Auflage, New York, 1997
- Jürgen Elvert: „Los von London“ – Die irische Frage. in: Brockhaus, Die Bibliothek, Die Weltgeschichte, Band 5, 1. Auflag, Leipzig, Mannheim, 1999
- Jürgen Elvert (Hrsg.): Nordirland in Geschichte und Gegenwart. 1. Auflage, Stuttgart, 1994
- Jürgen Elvert: Geschichte Irlands. 1. Auflage, München, 1993
- Günther Glebe: Wandlungen in der Kulturlandschaft und Agrargesellschaft im Kleinfarmgebiet der Beara- und Iveragh-Halbinsel/Südwestirland. in: A. Gerstenhauer, K. Rother, H. G. Steinberg, Düsseldorfer Geographische Schriften, Heft 6, 1. Auflage, Düsseldorf, 1977
- Cormac Ó Gráda: The Great Irish Famine. 1. Auflage, Cambridge, 1989
- Hans Ulrich Happe: Irland und die Emigration. Die Bedeutung des Auswanderungsphänomens für die irische Insel. in: Winfried Böttcher (Hrsg.), Aachener Studien „Sozialwissenschaften“, Band 4, 1. Auflage, Aachen, 1987
- R. Hassencamp: Geschichte Irlands, Von der Reformation bis zu seiner Union mit England, 1. Auflage, Leipzig, 1886
- Charles Berry Hyams: Irland im 19. Jahrhundert. Die Bauern, Hungersnot, Emigration.. 1. Auflage, Marburg, 1977
- Donal A. Kerr: A Nation of Beggars?, Priests, People, and Politics in Famine Ireland. 1846-1852, 1. Auflage, Oxford, 1994
- Carl Theodor Kleinschrod: Der Pauperism in England in legislativen, administrativen und staatlichen Beziehungen. Mit einer Übersicht der Hauptergebnisse der jüngsten Bevölkerungsaufnahme in Großbritannien und Irland, 1. Auflage, Regensburg, 1845
- Ingeborg Leister: Das Werden der Agrarlandschaft in der Grafschaft Tipperary (Irland). in: C. Schott, K. Scharlau, I. Leister, M. Born: Marburger Geographische Schriften, Heft 18, 1. Auflage, Marburg, 1963
- Francis Stewart/Leland Lyons: Ireland since the Famine. 1. Auflage, London, 1971
- Kerby A. Miller: Emigrants and Exiles. Ireland and the Irish Exodus to North America. 1. Auflage, New York u. a., 1985
- Lucile F. Newman: Hunger in History, Food Shortage, Poverty, and Deprivation. 1. Auflage, Cambridge (Massachuselts), Oxford, 1990
- Jörg Rademacher (Hrsg.), Alexander Sommerville: Irlands großer Hunger, Briefe und Reportagen aus Irland während der Hungersnot 1847. 1. Auflage, Münster, 1996
- Martin Schaffner: Das Verhältnis von Irland zu England zwischen 1800 und 1850: Modellfall einer Abhängigkeit? Überlegungen zur "Großen Hungersnot" (1845-1849). in: Schweizerische Zeitschrift für Geschichte, Band 33, 1. Auflage, 1983
- W. E. Vaughan, A. J. Fitzpatrick: Irish Historical Statistics, Population, 1821-1971. 1. Auflage, Dublin, 1978
- Keving Whelan: The Atlas of the Irish Rural Landscape. 1. Auflage, Cork, 1997
- Vom Ackerbau und von dem Zustande der den Ackerbau treibenden Klassen in Irland und Großbritannien. Auszüge aus den amtlichen Untersuchungen, welche das Parlament vom Jahre 1833 bis zum heutigen Tag öffentlich bekannt gemacht hat. Der Ackerbau in Irland. Erster Band, 1. Auflage, Wien, 1840
- R. D. Edwards, T. D. Williams: The Great Famine. Studies in Irish History 1845-52. 2. Auflage, Lilliput, 1997
- Elvert, Jürge: Geschichte Irlands. 4. Aufl., München 2003.
-
Fritsche, Wolfgang: Mikrobiologie. 2. Aufl., Spektrum Akademischer Verlag 1999, S. 149.
- Kothe, Erika, Kothe Hans: Pilzgeschichten. Springer Verlag 1996, S.115-119.
-
Lee, Joseph: Modernization of Irish Societiy (1848 – 1918), Dublin, 1973. p. 10
- Somerset Fry, Peter; Somerset Fry, Fiona: A History of Ireland. London 1988, S. 232-238.
-
Sommerville, Alexander: Irlands grosser Hunger.
- Webster, John: Pilze. Springer Verlag 1983, S. 161.

Weblinks


- [http://www.biosicherheit.de/kartoffeln/20.doku.html Informationen zur Kartoffelfäule auf
Biosicherheit.de]
- http://www.derriere.de/Irland/Irland_1.4.htm
- http://www.dokufaktur.de/deutsch/foodinfos/kartoffel/phy1d.htm
- http://www.irlandfan.de
- http://www.karl-may-stiftung.de/hungersnot.html
- http://www.mlwerke.de/me/me16/me16_445.htm
- http://www.welt-in-zahlen.de/laenderinformation.phtml?country=85 Kategorie:Irische Geschichte Kategorie:Hungersnot Kategorie:1840er Kategorie:1850er ja:ジャガイモ飢饉

Englische Sprache

Die englische Sprache (Englisch) ist eine germanische Sprache. Sie gehört, wie auch das Deutsche und das Niederländische, dem westlichen Zweig der germanischen Sprachen an. In einem eigenen Artikel gibt es mehr zur Geschichte der englischen Sprache. Englisch ist heute die am weitesten verbreitete Sprache der Welt, während es sich bei Mandarin-Chinesisch um die meistgesprochene Sprache handelt. Die englische Sprache wird in sehr vielen Ländern als erste Fremdsprache in den Schulen gelehrt (siehe Englisch (Schule)) und ist offizielle Sprache der meisten internationalen Organisationen. Viele dieser Organisationen haben daneben noch andere offizielle Sprachen. Englisch gilt als Weltsprache. Heute wird Englisch weltweit von etwa 340 Millionen Menschen als Muttersprache gesprochen, das heißt, etwa 340 Millionen Menschen sind anglophon. Zählt man die Zweitsprachler hinzu, kommt man auf etwa 510 Millionen Sprecher.

Verbreitung

Amtssprache

Englisch ist Amtssprache in den folgenden Staaten, wobei die Zahlen die ungefähre Zahl der Muttersprachler angeben, soweit bekannt: Englisch ist zudem Amtssprache bei der Europäischen Union, bei der Afrikanischen Union, der Organisation Amerikanischer Staaten und bei den Vereinten Nationen.

Sonstige Verwendung

Die englische Sprache dient zudem als Verkehrssprache in folgenden Ländern und Regionen:
- Gibraltar
- Hongkong
- Israel
- Malaysia
- St. Martin
- Somalia
- Zypern

Sprachwissenschaftliche Einordnung

Das Englische gehört zu den indogermanischen Sprachen, die ursprünglich sehr stark flektierende Merkmale aufwiesen. Alle indogermanischen Sprachen weisen diese Charakteristik bis heute mehr oder minder auf. Es besteht jedoch in allen diesen Sprachen eine Tendenz weg von flektierenden und hin zu isolierenden Formen. Im Englischen ist diese Tendenz besonders ausgeprägt gewesen, so dass es sich im Laufe seiner Entwicklung im Wesen stark gewandelt hat. Heute trägt die englische Sprache überwiegend isolierende Züge und ähnelt strukturell teilweise stärker isolierenden Sprachen wie dem Chinesischen als den genetisch eng verwandten Sprachen wie dem Deutschen. Zudem hat sich die Sprache heute durch die weite Verbreitung in viele Dialekte aufgeteilt. Viele europäische Sprachen bilden auch völlig neue Begriffe auf Basis der englischen Sprache (Anglizismen). Auch in einigen Fachsprachen werden die Termini von Anglizismen geprägt, z.B. in den Bereichen Informatik und Wirtschaft. Der Language Code ist en beziehungsweise eng (nach ISO 639); der Code für Altenglisch (etwa 450 bis 1100) ist ang und der Code für Mittelenglisch (etwa 1100 bis 1500) ist enm.

Sprachvarianten der englischen Sprache

Durch die weltweite Verbreitung der englischen Sprache hat diese in verschiedenen Gegenden zahlreiche Varianten entwickelt. Nach der bekanntesten und fremdartigsten Variante des Englischen spricht man oft auch von einer Pidginisierung, wenn eine Sprache sich durch ihre weite Verbreitung in mehrere Sprachen aufzuteilen beginnt, die untereinander kaum noch kompatibel sind. Folgende Sprachvarianten werden unterschieden:
- Siehe auch: Internationale Klassifizierungen (Englische Sprache) Eine Reihe von Pidginsprachen und Kreolsprachen haben sich auf englischem Substrat entwickelt. Das Eindringen von Anglizismen in andere Sprachen wird manchmal mit abwertenden Namen wie "Denglisch" (Deutsch und Englisch) oder "Franglais" (Französisch und Englisch) versehen. Dabei handelt es sich nicht um Varianten des Englischen, sondern um Erscheinungen in anderen Sprachen.
- Siehe auch: Englische Sprache in anderen Sprachen Der scherzhafte Begriff "Engrish" bezeichnet ebenfalls keine Variante der englischen Sprache, sondern bezieht sich auf das unbeholfene Englisch, das gelegentlich in asiatischen Ländern anzutreffen ist, hier insbesondere bei Japanern, die den Lateral "l", der im Japanischen nicht vorkommt, durch "r" ersetzen.

Ähnliche/Verwandte Wörter

Deutsch und Niederländisch

Überraschend sind die sehr zahlreichen englischen Wörter, bei denen die Verwandtschaft mit dem Deutschen und dem Niederländischen durch Bedeutungsverschiebung oder -verengung oft nicht ins Auge fällt.

Dänisch

Französisch

Textsammlungen

Beim Project Gutenberg stehen zahlreiche Texte frei zur Verfügung.

Siehe auch


- Englische Grammatik
- Ghoti
- Liste englischer Redensarten
- Englische Phonetik
- Englische Sprache in der Werbung
- Liste von Sprachen nach der Zahl ihrer Muttersprachler
- Chronologie englischsprachiger Medien

Literatur


- Wolfgang Viereck, Heinrich Ramisch, Karin Viereck: dtv Atlas Englische Sprache. dtv, 2002. ISBN 3423032391
- J. C. Wells: Accents of English. Volume I: An Introduction. Cambridge University Press, 1982. ISBN 0521297192
- J. C. Wells: Accents of English. Volume II: The British Isles. Cambridge University Press, 1982. ISBN 0521285402
- J. C. Wells: Accents of English. Volume III: Beyond the British Isles. Cambridge University Press, 1982. ISBN 0521285410
- Michael McCarthy, Felicity O'Dell: English Vocabulary in Use. upper-intermediate and advanced. Cambridge University Press, 1994
- Raymond Murphy: English Grammar in Use. Cambridge University Press, 1985
- Robert Phillipson: Linguistic Imperialism. Oxford University Press, 2000. ISBN 0194371468

Weblinks


- http://dict.leo.org/ – umfangreiches und ständig erweitertes Deutsch-Englisch und Englisch-Deutsch Online-Wörterbuch
- http://www.odge.de/ - Deutsch-Englisch und Englisch-Deutsch Wörterbuch mit über 420.000 Übersetzungen (auch ungewöhnliches)
- http://www.dict.cc/ – Deutsch-Englisch und Englisch-Deutsch Wörterbuch mit mittlerweile über 400.000 Übersetzungen
- http://www.dict.org/ – greift auf mehrere Wörterbücher zu, die das dict-Protokoll benutzen
- http://www.EnglishTensesWithCartoons.com Englishe Zeiten
- http://www.phon.ucl.ac.uk/home/estuary/index.html - Estuary English
- http://www.wordorigins.org/ – Die Herkunft einiger hundert englischer Wörter
- http://www.etymonline.com/ – Online Etymology Dictionary, Erklärungen zur Herkunft einiger tausend englischer Wörter
- http://www.englisch-hilfen.de/ – kostenlose Nachhilfe mit Erklärungen und Übungen
- http://www.ego4u.de/ – Englische Grammatik Online
- http://www.sprachschule-lbt.de/index.php?sprachschulen=englischkurse-5-spaltensystem&englisch-lernen=lernhilfen – kostenloses Grammatiksystem der englischen Sprache zum Selbstlernen
- http://www.quickdic.de/ – Wörterbuch zum Herunterladen
- http://www.phrasen.com/ – Wörterbuch der englischen Redewendungen
- http://www.urbandictionary.com - Slang Dictionary
- http://www.woerterbuch.info/ – Deutsch-Englisch Wörterbuch mit 600.000 Übersetzungen und 125.000 Synonymen
- http://www.alt-usage-english.org/audio_archive.shtml - Sprachfiles für Indisch-, Britisch-, Austrailienenglish und noch vieles mehr Kategorie:Einzelsprache Kategorie:Englische Sprache Kategorie:Anglistik als:Englische Sprache ja:英語 ko:영어 ms:Bahasa Inggeris simple:English language th:ภาษาอังกฤษ zh-min-nan:Eng-gí


Geschichte Irlands

Die Geschichte Irlands beginnt mit der Besiedlung einige Zeit nach dem Ende der letzten Eiszeit, ca. 7.500 v. Chr, im Mesolithikum. Um 4.000 v. Chr. erreichen Ackerbauern die Insel. Newgrange entsteht 3.200 v. Chr. Um 2.500 werden in der Glockenbecherkultur die ersten Kupfergegenstände hergestellt. Etwa 300 v. Chr. erfolgte der Übergang von der Bronzezeit zur Eisenzeit. Wahrscheinlich ebenfalls um diese Zeit wurde eine keltische Sprache nach Irland eingeführt, die sich durch Vermischung mit der Sprache der Urbevölkerung zum Irischen entwickeln sollte. Der Christianisierung im 4. und 5. Jahrhundert folgt die nächste irische Blütezeit mit einer Klosterkultur, Missionierung und dem Königtum. Diese Zeit wurde aber durch die Züge der Wikinger beeinträchtigt. In Städten wie Dublin, Limerick, Waterford, Wexford und Cork (späterauch Galway) entstand am Ende eine Hiberno-Wikingische Mischkultur. Es folgten ab den Jahren 1169 bzw. 1171 die Eroberung durch die Anglo-Normannen, die die kulturelle und politische Dominanz Englands in Irland einläuteten. Die Unabhängigkeit Irlands von England wurde 1921 nach politischen und (para)militärischen Auseinandersetzungen (Anglo-Irischer Krieg) erreicht. Die Nordirland betreffende Problematik wurde damals nicht gelöst, und überschattet die irisch-englische und innerirische Politik bis heute.

Vor- und Frühgeschichte

Politik Am Ende der letzten Eiszeit, etwa 10.000 v. Chr., war Nordirland bei einem niedrigen Meeresspiegel über die Landbrücke von Kintyre an Schottland und da England noch keine Insel war auch an das europäische Festland angebunden. Dies ermögliche eine Besiedelung von Kontinentaleuropa aus. Der Riesenhirsch (Megaloceros giganteus) mit einer Geweihauslage vom 5 m fand noch für kurze Zeit eine letzte Zuflucht in Irland, bevor er vor etwa 9.500 Jahren ausstarb. Das fruhe Mesolithikum weist geometrische Mikrolithen aus Mikroklingen auf (Mount Sandel), im Spatmesolithikum findet sich eine mikrolithenlose Industrie aus großen Abschlagen (Larnian), die vor allem im Nordosten verbreitet ist. Kern- und Scheibenbeile dienten wohl der Holzbearbeitung, auch erste geschliffene Beile aus Felsgestein tauchen auf (Ferriter's Grove). Zwischen etwa 4.000 und 2.500 v. Chr. finden sich Spuren einer Jungsteinzeitlichen Kultur mit rechteckigen Hausern und geschliffenen Steinwerkzeugen. Im weiteren Verlauf entstehen megalithische Anlagen wie Court tombs, Passage tombs, Portal tombs und Wedge tombs, die bis in die Bronzezeit genutzt werden. Die Bronzezeit in Irland ist mit der Eroberung durch die Glockenbecherkultur und der Suche nach Bodenschätzen (Zinn, Kupfer) verbunden. Sie beginnt im Südwesten 2.500 v. Chr. (Minen am Mount Gabriel, Co. Cork) und auf der Beara-Halbinsel. Typische Hinterlassenschaften der Bronzezeit sind Steinkisten und Kochstellen Ancient cooking places (Fulachta fiadh). Die Übernahme einer keltischen Sprache (des späteren Irischen) wird gewöhnlich in die Eisenzeit gelegt, sie ist jedoch nicht mit einem kulturellen Bruch verbunden. Aus archäologischer Sicht gibt es keine Zeugnisse für eine massenhafte Einwanderung keltisch-stämmiger Siedler in der fraglichen Zeit. Die Hinterlassenschaften der eisenzeitlichen Kulturen sind die Duns, Raths, Crannógs und Ancient cooking places und Bullauns. Gegen Ende der römischen Besatzungszeit in England und Wales führten irische Clanchefs auch Überfälle in Britannien durch. Die als keltisch angesehene Kultur Irlands endet in etwa mit der Christianisierung, nach deren Abschluss, erst im 7. Jahrhundert, die ersten Schriftzeugnisse die Geschichte Irlands überliefern.

Irland im Mittelalter

Wikinger und die Irische Mission

Die folgenden drei Jahrhunderte gelten als die Blütezeit des frühchristlichen Irland, in denen irische Bildung und Kultur in Europa als führend gelten. In Irland entstand eine durchaus eigenständige keltische Kirche, geistiger Mittelpunkt des Landes waren Armagh in Ulster sowie die zahlreichen Klöster. Die Sammelhandschrift Book of Kells ist eines der bedeutendsten Kunstwerke aus jener Zeit, das heute noch erhalten ist. Politische Uneinigkeit sowie Überfälle der Wikinger (seit 832 Dublin) läuteten das Ende dieser Zeit ein. Diese kamen aus Norwegen, hatten schon Orkney und die Shetlandinseln besiedelt, und erreichten auch Irland. Nach der Zeit der Überfälle begannen die Wikinger, an den Küsten permanente Siedlungen zu errichten. Diese waren die ersten eigentlichen Städte in Irland, aus denen Dublin, Wexford, Cork Limerick, Galway und Waterford hervorgingen. Die Züge der Wikinger bildeten allerdings keinen einheitlichen Eroberungszug und gingen nicht über Beutezüge und küstennahe Ansiedlungen als Kaufleute und Händler hinaus. Eine Eroberung Irlands scheint nie das Ziel der Wikinger gewesen zu sein. Zudem leistete Irland kaum geeinten Widerstand. Die dominanten irischen Herrscherhäuser waren zu dieser Zeit die südlichen Uí Néill von Tara im (Nordosten) und die Eoganachta von Cashel in Munster (Südosten). Sie stritten mit den nördlichen Uí Néill von Armagh und einigen anderen Königshäuser wie den Uladh um die Vorherrschaft. Alle Seiten verbündeten sich zeitweise mit Wikingern. Ein Zwischenergebnis der Kriege war eine erneute Stärkung und geistige Dominanz von Tara (das seine Sonderstellung der Rolle verdankt, die es vielleicht in der Vorzeit spielte) über das restliche Irland, bei dem zeitweilig auch Wikingersiedlungen ihre Unabhängigkeit einbüßten. Das Ende des 10. Jahrhunderts sah ein einmalig für 9 Jahre geeintes Irland unter dem Hochkönig Brian Boru, der im Jahre 1005 alleiniger, aber umstrittener Herrscher Irlands wurde und 1014 die Wikinger von Dublin in der Schlacht von Clontarf besiegte. Im Frühmittelalter waren irische Missionare in ganz Westeuropa tätig. Irland hieß auf lateinisch "Scotia Major", und deswegen nannte man diese Mönche auch "Schotten" oder "Iroschotten". Zu den Klostergründungen der "Schotten" gehört u.a. das Schottenstift in Wien. Man kann sagen, dass die Bedrohung durch die Wikinger sowie die Übernahme überlegener Waffen und die Entwicklung von Städten und Seehandel in Irland einen Wandel bewirkte und eine neue Zeit einleitete. Die Wikinger als Machtfaktor konnten sich nicht halten, ihre Kultur und Sprache dagegen hinterließen ihre Spuren. Das geeinte Irland erlebte in den folgenden 150 Jahren eine Zeit relativen Friedens, und machte Fortschritte in Kunst und Kultur (Literatur, Handschriften, Bauwerke im romanischen und gotischen Stil). Diese Zeit endete mit der Invasion der Anglo-Normannen unter Henry II. im Jahre 1169, welche durch innerirische Konflikte ausgelöst wurde.

Die Anglo-Normannen

Die anglo-normannischen Invasion Irlands war das Ergebnis des Streites zweier irischer Kleinkönige, Dermot MacMurrough und Tiernan O'Rourke um O'Rourkes Frau. Der militärisch unterlegene MacMurrough floh nach England und weiter nach Frankreich, um Henry II., den Herrscher über England und Teile Frankreichs, zur Eroberung Irlands zu bewegen. Mit einem Unterstützungsschreiben Henry II. konnte MacMurrough in Wales Normannen und Flamen zum Kriegszug bewegen. Der Führer der Anglo-Normannen, Richard Fitz Gilbert (Strongbow genannt)(1130-1176) errang dank überlegener Militärtechnik (Walisische Langbögen, Reiterei, Kettenrüstungen) sowie irischer und wikingerischer Uneinigkeit einen relativ leichten ersten Sieg, der weitere Anglo-Normannen nach Irland lockte. Nach entscheidenden Siegen im Jahr 1169 erklärte sich Henry II. 1171 zum König von Irland und verteilte Ländereien als Lehen an anglo-normannische Barone. Diese befanden sich überwiegend im Osten der Insel. Die Barone sicherten ihren Besitz durch auch heute noch weithin sichtbare Burgen, und begannen, weitere Teile Irlands in Besitz zu nehmen. Die geringe Anzahl der Eroberer, auch aufgrund anglo-normannische Interessen anderswo (Schottland, Frankreich), machten eine normannisch-irische Zusammenarbeit erforderlich. Die Anglo-Normannen beschränkten sich daher auf die Absetzung der irischen Fürsten, und versuchten, eine Akzeptanz durch die irländische Bevölkerung (d.h. Iren und Wikinger) in den besetzten Gebieten zu erreichen. Die folgenden Jahrzehnte sahen die Konsolidierung anglo-normannischer Vorherrschaft, mit der die erste zentrale Verwaltung Irlands (insbesondere unter König Johann Ohneland (John Lackland), 1199-1216) und die Gründung vieler Städte einherging. Viele der bedeutenden Kathedralen Irlands stammen ebenfalls aus dieser Zeit. Nur im Südwesten und Nordwesten behielten irische Fürsten die Kontrolle über einige entlegene Fürstentümer. Mit Ende des 13. Jahrhunderts konnten diese zusammen mit den Wikingern die anglo-normannische Schwäche, bedingt durch mangelnde Unterstützung aus England, ausnutzen. Es entstand erstmals eine einheitliche irische Bewegung, die auch einige militärische Erfolge verbuchen konnte (1261 bei Callan, 1270 bei Carick-on-Shannon). Die frühen Ansätze eines englischen Parlamentarismus strahlten auch auf Irland aus. Dort wurde 1297 das erste irische Parlament eingerichtet. Im Verlauf des 14. Jahrhunderts kam es in Irland mehrfach zu Erhebungen gegen die englische Oberhoheit, die vor allem in Connacht aufflammten. Während des Hundertjährigen Kriegs konzentrierte sich das Königreich England auf den französischen Kriegsschauplatz und vernachlässigte dabei die Durchsetzung seiner Herrschaft in Irland. Die darauf folgenden Rosenkriege schwächten die Bedeutung der irischen Insel in der englischen Politik noch stärker. Erst als die dynastischen Konflikte durch das Haus Tudor beigelegt wurden, widmete sich die englische Krone verstärkt dem irischen Teil seiner Machtsphäre. Das unter dem englischen König Heinrich VII. im Jahre 1494 geschaffene "Poynings' Law" machte die Beschlüsse des irischen Parlaments von der Zustimmung des englischen Königs abhängig. Zu dieser Zeit übte England faktisch nur die direkte Herrschaft über den Pale aus, bei dem es sich um einen Landstreifen im Osten Irlands handelt.

Irland in der Frühen Neuzeit

Plantations und Aufstände

Unter Heinrich VIII. wurde Irland 1541 direkt der englischen Krone unterstellt, der englische König regierte damit in Personalunion über das neu geschaffene Königreich Irland. Zudem wurden sämtliche Kirchengüter auf der irischen Insel eingezogen, was auch in England seit dem Bruch mit der römischen Kirche und der Gründung der Anglikanischen Staatskirche durchgeführt worden war. Sowohl die Iren als auch die meisten Siedler aus anglo-normannischer Zeit verblieben aber beim katholischen Glauben. Heinrich VIII. befürchtete, dass ausländische Mächte wie Spanien das überwiegend katholische Irland gegen England ausspielen könnten. Heinrichs Nachfolger Eduard VI. begann als letzter englischer König mit einer massiven, gezielten Ansiedlung von Engländern im Gebiet außerhalb des Pale. Diese Ansiedlungen werden als Plantations bezeichnet, was sich wörtlich als "Bepflanzungen" übersetzen lässt. Seit Ende der 1560er Jahre nahm die Ansiedlung von Briten in Irland stark zu und wurde begleitet von militärischen Maßnahmen gegen den aufkeimenden irischen Widerstand. Irland war zu dieser Zeit eine der rückständigsten Regionen Europas, in der es an modernem Kriegsgerät und einer starken Organisation fehlte. Trotzdem wurde der irische Widerstand gegen die Plantations immer effektiver, da die Iren eine Art Guerilla-Krieg führten, auf den damalige Streitkräfte nicht eingestellt waren. Der gebirgige und bewaldete Charakter der Insel stellte dabei für die Iren einen großen Vorteil dar. Unter James Fitzmaurice Fitzgerald brach 1568 ein irischer Aufstand aus, der von den Engländern aber bis 1573 niedergeschlagen werden konnte. Der Earl of Desmond organisierte 1579 eine weitere Rebellion, die bis 1583 von englischen Truppen brutal erstickt wurde. Zu einer ernsthaften Bedrohung für die Engländer wurde der irische Widerstand unter Hugh O'Neill, Second Earl of Tyrone. O'Neill gelang die Aufstellung eines aus etwa 10.000 Iren bestehenden Heeres. Diese Streitmacht war mit zahlreichen Musketen bestens ausgerüstet, welche die Iren mit spanischem Gold in Schottland gekauft hatten. Die Iren wurden von Spanien nicht nur durch finanzielle Mittel, sondern auch durch die Entsendung von Festungsingenieuren unterstützt. O'Neill setzte nicht nur auf die Iren gälischer Abstammung, sondern versuchte zusätzlich die "Alt-Engländer" (Englische Siedler aus anglo-normannischer Zeit, die katholisch geblieben waren) für seine Sache zu gewinnen. Aufgrund der in Irland vorherrschenden Armut dienten zahlreiche Iren als Söldner im spanischen Heer, wo sie wichtige militärische Erfahrungen sammelten. Unter O'Neill brach 1595 ein großer Aufstand der katholischen Iren in Ulster aus und griff schnell auf ganz Irland über. Ein zur Bekämpfung von O'Neills Truppen ausgesandtes, englisches Heer wurde bei Clontibret überraschend von diesen angegriffen und vernichtend geschlagen. Drei Jahre später, am 14. August 1598, kam es bei Yellow Ford zu einer weiteren Schlacht, welche ebenfalls mit einer schweren englischen Niederlage endete. Königin Elisabeth I. setzte 1600 Lord Mountjoy als neuen Lord Deputy in Irland ein. Dieser sorgte im Norden Irlands für die Vernichtung der Ernte und ließ die dortigen Viehherden beschlagnahmen, um den Aufständischen ihre Nahrungsgrundlagen zu entziehen. Mountjoys weiterer Vorstoß nach Ulster wurde jedoch von O'Neill und seinen Truppen vom 2. bis zum 3. Oktober 1600 am Moyry Pass gestoppt. Unterstützung erhielt O'Neill am 21. September 1601 in Form von 3500 spanischen Soldaten, die in Kinsale an Land gingen. Englische Truppen unter Mountjoy begannen wenig später mit der Belagerung der Stadt. Ende Dezember traf O'Neill mit seinem Heer bei Kinsale ein, um die Belagerung gewaltsam zu beenden. Der Versuch scheiterte, und die spanische Garnison kapitulierte. Nach einigen weiteren Kampfhandlungen handelte O'Neill 1603 einen Waffenstillstand mit den Engländern aus. Da sich Irland nun wieder gänzlich unter englischer Kontrolle befand, verließen zahlreiche Angehörige des irischen Adels - darunter O'Neill - im Jahre 1607 ihr Heimatland, wobei man von der "Flight of the Earls" (Grafenflucht) sprach. Zur Vergeltung für den Aufstand wurden zahlreiche irische Grundbesitzer enteignet. Zu einer bis in die heutige Zeit folgenschweren Entwicklung kam es unter Elisabeths Nachfolger Jakob I.. Unter dessen Regentschaft wurde seit 1609 die "Ulster Plantation" durchgeführt. Im Zuge dieser Plantation wurden zahlreiche anglikanische Engländer und presbyterianische Schotten in Ulster angesiedelt. Ulster entwickelte sich dadurch zum Kern englischer Herrschaft in Irland. Zu Beginn des 17. Jahrhunderts kam es in Irland zu einem wirtschaftlichen Aufschwung, der ein starkes Bevölkerungswachstum zur Folge hatte. Um ihre Herrschaft über Irland zu sichern, erbauten die Engländer unter Jakob I. Forts und Zitadellen in Städten wie Cork und Kinsale. Die nordirische Stadt Derry wurde 1613 direkt der englischen Hauptstadt London übertragen, befestigt und mit Engländern besiedelt. Ihr Name wurde in Londonderry geändert.

Vom Bürgerkrieg bis zum Vereinigten Königreich

Trotz der Besserung der wirtschaftlichen Lage waren viele katholische Iren aufgrund der politischen Entwicklung in England unter König Karl I. besorgt. Karl I. bekannte sich zum Anglikanischen Glauben, suchte aber eine Annäherung an die katholische Kirche. Auch der 1632 zum Lord Deputy in Irland ernannte Thomas Wentworth kam den Katholiken entgegen. Der englische König geriet jedoch in Konflikte mit dem Parlament, das stark von den puritanischen Abgeordneten beeinflusst war. Der Puritanismus war eine Glaubensbewegung, die eine Religion frei von jeglichen katholischen Elementen forderte. Als Karl I. 1641 Wentworth auf Druck des Parlaments hinrichten ließ, fürchteten die katholischen Iren die Durchsetzung von gegen sie gerichteten Repressalien durch die puritanischen Parlamentarier. Die gälischstämmigen Iren erhoben sich im November 1641 in Ulster zu einem Aufstand und richteten ein Blutbad unter den englischen Siedlern an, dem mehrere Tausend Menschen zum Opfer fielen. Der Aufstand erfasste nach kurzer Zeit große Teile der irischen Insel. Als König Karl I. im Januar 1642 die Verhaftung mehrerer gegen ihn opponierenden Parlamentarier anordnete, brach der Englische Bürgerkrieg aus, der auch auf Irland ausstrahlte. Richtete sich der irische Aufstand zunächst gegen sämtliche protestantische Engländer und Schotten, ergriffen die Iren nach kurzer Zeit für die Royalisten Partei. Gälische Iren, "Alt-Engländer" und royalistische englische Siedler gründeten 1642 die Confederation of Kilkenny, welche die Gründung eines katholischen, königstreuen Irlands erstrebte. Ihren Truppen gelang die Eroberung eines großen Teils der irischen Insel, doch wurden Ulster und Dublin von parlamentstreuen Engländern gehalten. Die in Irland angesiedelten, presbyterianischen Schotten schlossen sich der Confederation of Kilkenny 1648 an. In England selbst war in diesem Jahr die militärische Entscheidung zugunsten des Parlaments gefallen. Karl I. wurde im Januar 1649 hingerichtet und die Englische Republik gegründet. Im Verlauf des Kriegs hatte der puritanische Abgeordnete Oliver Cromwell eine starke Machtposition erlangt. Er setzte sich im August 1649 an die Spitze eines Strafzugs gegen das aufständische Irland. Dieser Strafzug wurde von Cromwell mit großer Härte geführt, was zunächst die von Aufständischen verteidigte Stadt Drogheda zu spüren bekam. Am 11. September 1649 wurde sie von Cromwells Truppen gestürmt, wobei die gesamte Bevölkerung getötet oder deportiert wurde. Die Stadt selbst wurde zerstört. Cromwell verfuhr mit Städten wie Wexford ähnlich, doch musste er Irland 1650 aufgrund der Lage in Schottland verlassen. Die von ihm zurückgelassenen Truppen beendeten bis 1652 den irischen Aufstand. Durch Cromwells Verwüstungsstrategie waren weite Teile Irlands zerstört worden. Zahlreiche gefangen genommene Aufständische wurden als Sklaven in die Karibik verschifft, während ein erheblicher Teil der gälischstämmigen Grundbesitzer enteignet wurde. Da die Englische Republik Probleme bei der Besoldung ihrer Truppen hatte, bot sie ihren Soldaten als Entschädigung Grundstücke in Irland an. Auf diese Weise kam es zur Niederlassung von mehreren Zehntausend parlamentarischen Veteranen in Irland, die vor allem in Ulster siedelten. Dabei handelte es sich um Angehörige der New Model Army, die mehrheitlich überzeugte Puritaner waren. Viele der enteigneten Iren sahen sich gezwungen, ihr Leben als Outlaws (Gesetzlose) zu bestreiten. Cromwell ordnete an, dass sich die gälischen Iren nur noch westlich des Flusses Shannon ansiedeln dürfen, also in Connacht - "To Hell or to Connacht" wurde zum Motto dieser Politik. Auf die Englische Republik und die puritanische Militärdiktatur des Oliver Cromwell folgte seit 1660 die Wiederherstellung der Monarchie unter dem Haus Stuart. König Karl II. sympathisierte zwar mit dem katholischen Glauben, ordnete aber gegen Irland gerichtete, wirtschaftliche Maßnahmen an. So durfte Irland seine Wolle nur noch nach England exportieren, was die irische Wirtschaft schwer traf. Zudem wurde Irland der Handel mit den englischen Kolonien untersagt. Auf Karl II. folgte 1685 dessen Bruder Jakob II., der sich offen zum Katholizismus bekannte. Dies führte zu schweren Spannungen mit dem englischen Parlament, die sich in der Glorious Revolution von 1688 entluden. Jakob II. wurde durch seinen protestantischen Schwiegersohn Wilhelm von Oranien abgelöst und floh nach Frankreich. Von dort aus setzte er nach Irland über, um mit Unterstützung der dortigen Katholiken wieder auf den englischen Thron zu gelangen. Wilhelm III. entschloss sich jedoch zu einem Feldzug gegen die irischen "Jakobiten". Am Boyne-Fluss kam es 1690 zur Entscheidungsschlacht, die mit einer Niederlage von Jakob II. endete. Jakob kehrte zurück nach Frankreich, wo er einige Jahre später verstarb. Zur Bestrafung der "Jakobiten" erließ Wilhelm III. 1695 mehrere Gesetze, die zu einer Entrechtung der katholischen Iren führten. Der irische Grundbesitz befand sich während dieser Zeit zu über drei Vierteln in den Händen von protestantischen Engländern, Schotten und katholischen "Alt-Engländern". Im Jahre 1750 kam es zu einem großen Aufständen in Irland und es bildeten sich Organisationen wie die Irish Republican Brotherhood (IRB), geführt von Lord Eduard Fitzgerald, und die United Irishmen, geführt von Wolfe Tone. 1797 gab es dann einen großen Aufstand der irischen Bauern, die ihre katholische Konfession nicht praktizieren durften. Beispiel: Wenn ein alter Priester heimlich eine Messe abhielt und die Briten dies herausfanden, wurde der alte Priester von den Briten mit körperlicher Gewalt dafür bestraft, anschließend an einen Karren gebunden und durch die Gegend geschleift. Natürlich wurde er nach diesen Gewalttaten verhaftet - vorausgesetzt, dass er noch lebte. Während die Bauern zum Angriff übergingen, überredete Wolfe Tone Napoleon I. zu einem Kampf gegen die Briten in Irland und Napoleon schickte eine Flotte zur Südküste Irlands. Allerdings wurde diese 2000 Mann starke Truppe genauso schnell und blutig niedergeschlagen wie die Bauernaufstände im Rest des Landes. Die Anführer wurden geschnappt und zum Tode verurteilt. Der Rest wurde verhaftet. So wurde Irland 1801 durch den Act of Union dem Königreich Großbritannien angeschlossen, das von nun an Vereinigtes Königreich von Großbritannien und Irland genannt wurde.

Irland seit dem 19. Jahrhundert

Große Hungersnot und Home Rule League

Kartoffel-Missernten lösten die "Große Hungersnot" (engl. Great Famine) aus, die zwischen 1846 und 1849 zahlreiche Menschenleben forderte und eine große Auswanderungswelle nach sich zog. Insgesamt verringerte sich die Bevölkerung von ehemals 8,5 Millionen Einwohnern auf nur noch 6 Millionen Einwohner. Die britische Regierung half praktisch nicht. Dadurch begann in der zweiten Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts die irische Unabhängigkeitsbewegung zu erstarken. Führend darin waren Patrick Pearse, Michael Collins, Roger Casement und Eamon de Valera. Einige der ersten gravierenderen Proteste wurden von Daniel O'Connell organisiert, der 1828 als erster Katholik seit Beginn der Katholikenemanzipation ins Parlament des Vereinigten Königreichs gewählt worden war. Die britische Regierung benötigte 1843 sogar Truppen und Artillerie, um die bei Clontarf ausgebrochenen Aufstände niederzuschlagen. Eine weitere wichtige Unabhängigkeitsbewegung waren die Fenier. Sie veröffentlichten ihre Forderungen nach politischer Unabhängigkeit in der Zeitung "The Irish People". Sehr bekannt ist auch die "Home Government Association" oder "Home Rule League". Die 1870 von dem Rechtsanwalt Isaac Butt gegründete Organisation hatte das gleiche Ziel wie die Fenierbewegung und mit zeitweise bis zu 60 Abgeordneten im Parlament auch politischen Einfluss. Im Mai 1914 verabschiedete das britische Unterhaus dann endlich die "Home Rule Bill". Irland sollte eine eigene Verfassung und Selbstverwaltung zugestanden werden. Vorhergehende Versuche zu einer Regelung waren noch 1913 aufgrund von Protesten aus der nordirischen Region Ulster vom House of Lords abgelehnt worden. Aufgrund des Ausbruchs des Ersten Weltkriegs wurde das Gesetz aber nicht vollständig umgesetzt.

Irische Unabhängigkeit

Der fehlgeschlagene Aufstand Ostern 1916 löste einige Jahre Guerillakrieg in Irland aus. Sinn Féin, obwohl selbst nur unwesentlich am Aufstand beteiligt, wurde zum Sammelbecken der Unabhängigkeitsbewegung. Bei den Unterhauswahlen von 1918 gewann Sinn Féin 80% der irischen Mandate und bildete aus diesen Abgeordneten das First Dáil, das erste irische Parlament seit 1801. Eamon de Valera wurde zum Präsidenten der Republik Irland gewählt, und der Aufbau einer parallelen Regierungs- und Verwaltungsstruktur begann. Die britische Regierung erklärte das Dáil unverzüglich für illegal. Der folgende Anglo-Irische Krieg (1919 - 1921) führte 1921 zum Anglo-Irischen Vertrag, der für 26 der 32 Irischen Counties die Unabhängigkeit von Großbritannien garantierte. Aus den Provinzen Munster, Leinster, und Connaught, sowie drei der neun Counties von Ulster wurde der Irische Freistaat (engl. Irish Free-State) gebildet. Die sechs nördlichen Counties von Ulster bilden Nordirland und blieben Teil des Vereinigten Königreichs von Großbritannien und Nordirland.

Bürgerkrieg

Den von Michael Collins unterzeichneten anglo-irischen Vertrag, der die Teilung der Insel bedeutete, erkannten die Minderheit im Dáil und der Präsident der Republik Eamon de Valera nicht an. Die Spaltung ging quer durch das Dáil, die Sinn Féin und die Armee (IRA). De Valera trat als Präsident zurück und führte im darauf beginnenden irischen Bürgerkrieg die republikanischen Rebellen gegen die neue, reguläre irische Armee der von der Fine Gael (Stamm der Gälen) geführten Regierung an. Im Mai 1923 ergaben sich die republikanischen Kräfte, Stabschef Frank Aiken ordnete an, die Waffen zu vergraben, wodurch der Bürgerkrieg ein Ende fand. 1926 verliessen Eamon de Valera und seine Anhänger die Sinn Féin und gründeten die neue Partei Fianna Fáil (Soldaten des Schicksals), deren Vorsitzender de Valera wurde. 1932 wurde seine Partei stärkste Kraft im irischen Parlament und de Valera wurde zum irischen Premierminister (irisch Taoiseach) gewählt.

Republik Irland

1937 kam es unter der Regierung de Valera zur Bildung des Staates Irland (siehe hierzu: Irland (1937-1949)) durch die Annahme einer neuen irischen Verfassung ('Bunreacht na hÉireann') in einem Referendum. Im Zweiten Weltkrieg war Irland neutral. 1948 trat die Republik aus dem Commonwealth aus. Irland war in dieser Zeit wirtschaftlich eher rückständig. 1973 erfolgte der Beitritt des Landes zur EG. Nach erheblichen Anpassungsschwierigkeiten kam es in den Folgejahren, nicht zuletzt aufgrund von Strukturgeldern der Europäischen Union, zu einem dauerhaften wirtschaftlichen Aufschwung. Irland erhielt den Beinamen "Keltischer Tiger". Im Nordirland-Konflikt schlossen im Jahr 1985 Großbritannien und Irland einen Vertrag, der Irland ein gewisses Mitspracherecht in Nordirland gab. 1994 rief die IRA-nahe Partei Sinn Féin einen einseitigen Waffenstillstand aus, der erste Friedensgespräche ermöglichte. Die Präsidentin Irlands, Mary Robinson wurde 1997 Menschenrechts-Kommisarin der Vereinten Nationen. Am 10. April 1998 schlossen die Regierungen Irlands, Großbritanniens sowie die nordirische Parteien das Karfreitagsabkommen. Das Abkommen legte fest, dass der Verfassungsanspruch Irlands auf Nordirland aufgehoben wird. Einer entsprechenden Verfassungsänderung stimmen in einem Referendum 94% der Wähler zu. 2002 wurde in Irland der Euro eingeführt. Am 1. Januar 2004 übernahm der irische Premierminister ( Taoiseach) Bertie Ahern für ein halbes Jahr den Ratsvorsitz in der Europäischen Union. Er führte die Verhandlungen zur neuen Europäischen Verfassung erfolgreich zum Abschluss. Unter seiner Präsidentschaft kam es zur Erweiterung der Europäischen Union auf 25 Mitglieder.

Liste der irischen Staatsoberhäupter

Europäischen Verfassung Bis 1921 waren die englischen Könige in Personalunion Könige von Irland bzw. seit 1801 Könige von Großbritannien und Irland.

Staatspräsidenten


- Eamon de Valera (August 1921 bis Januar 1922)
- Arthur Griffith (Januar bis August 1922)

Gouverneure des Freistaates


- Tim Healy, KC (1922 - 1927)
- James McNeill (1928 - 1932)
- Domhnall Ua Buachalla (1932 - 1936)

Uachtaráin na hÉireann (Staatsoberhaupt der Republik Irland)


- Douglas Hyde (1938 bis 1945)
- Seán Ó Ceallaigh (1945 bis 1959)
- Eamon de Valera (1959 bis 1973)
- Erskine Hamilton Childers (1973 bis 1974)
- Cearbhall Ó Dálaigh (1974 bis 1976)
- Patrick Hillery (1976 bis 1990)
- Mary Robinson (1990 bis 1997)
- Mary McAleese (Seit 1997)

Literatur


- Beckett, James Camlin: Geschichte Irlands. Stuttgart 1991, ISBN 3520419033

Weblinks


- http://mockingbird.creighton.edu/english/micsun/IrishResources/archaeol.htm Kategorie:Irland !

1846

Ereignisse


- 16. Mai: Gründungstag Akademischer Verein Hütte e. V. in Berlin
- 13. Juli: Hochzeit von König Karl I. und Olga von Württemberg
- 4. August: Bei der Strandung des britischen Auswandererschiffs Cataraqui bei King Island, der schlimmsten Schiffskatastrophe in der Geschichte Australiens, sterben 414 Passagiere und Besatzungsmitglieder, nur neun Überlebende können sich retten
- 23. September: der Planet Neptun wird entdeckt
- 30. September: erste schmerzfreie Zahnextraktion unter Narkose durch William Thomas Green Morton an seinem Patienten Eben Frost
- 16. Oktober: erste öffentlich durchgeführte, erfolgreiche Narkose in der Chirurgie durch William Thomas Green Morton. Geburtsstunde der Anästhesie
- In Irland beginnt die große Hungersnot, die bis 1849 anhält
- Der Belosersker Kanal in Nordrussland wird fertig gestellt
- Oregon wird Bundesstaat der USA
- Premierminister Robert Peel schafft auf Drängen der Manchesterliberalen die Corn Laws ab; die konservative Fraktion wird gespalten

Kultur


- 3. Februar: Uraufführung der komischen Oper Les Mousquetaires de la reine von Fromental Halévy an der Opéra-Comique in Paris
- 28. März: Uraufführung der Oper Liebe und Bosheit von Vatroslav Lisinski in Zagreb
- 15. Mai: Uraufführung der Oper Le Trompette de M. le Prince von François Bazin an der Opéra-Comique in Paris
- 29. Juni: Uraufführung der Oper L'Âme en peine von Friedrich von Flotow an der Grand Opéra Paris
- 26. August: Uraufführung der Oper Lichtenstein von Peter Joseph von Lindpaintner in Stuttgart
- 10. November: Uraufführung der Oper Gli Orazi ed I Curiazi von Saverio Mercadante am Teatro San Carlo in Neapel
- 16. November: Uraufführung der romantischen Oper Die Hochländerin am Kaukasus von Conradin Kreutzer in Hamburg
- 6. Dezember: Uraufführung der Oper La Damnation de Faust (Fausts Verdammnis) von Hector Berlioz an der Opéra-Comique in Paris
- Sudannesische Rebellen greifen Britischen Kolonialposten in Khartoum an

Geboren


- 5. Januar: Rudolf Eucken, deutscher Philosoph und Literaturnobelpreisträger († 1926)
- 21. Januar: Albert Lavignac, französischer Musikwissenschaftler und Komponist († 1916)
- 29. Januar: Ella Adaïewsky, russische Pianistin und Komponistin († 1926)
- 30. Januar: Francis Herbert Bradley, englischer Philosoph († 1924)
- 30. Januar: Max Fürbringer Anatom, Ornithologe, Mediziner († 1920)
- 1. Februar: Granville Stanley Hall, US-amerikanischer Psychologe († 1924)
- 2. Februar: Wilhelm Steinhausen, deutscher Maler († 1924)
- 5. Februar: Johann Most, Sozialdemokrat, später Anarchist († 1906)
- 9. Februar: Wilhelm Maybach, deutscher Autokonstrukteur und Unternehmer († 1929)
- 19. Februar: Franz Adickes, Frankfurter Oberbürgermeister († 1915)
- 22. Februar: Erwin Baru, deutscher Arzt und Afrikareisender († 1877)
- 26. Februar: William Frederick Cody, Büffeljäger und Schausteller († 1917)
- 27. Februar: Franz Mehring, († 1919)
- 7. März: Karl Verner, Dänischer Linguist († 1896)
- 16. März: Magnus Gösta Mittag-Leffler, schwedischer Mathematiker († 1927)
- 17. März: Kate Greenaway, englische Aquarellmalerin und Illustratorin von Kinderbüchern († 1901)
- 20. März: Augusta Bender, Frauenrechtlerin, Schrifttellerin († 1924)
- 25. März: Helen Zimmern, englische Schriftstellerin († 1934)
- 29. März: Otto Mayer, deutscher Jurist und Verwaltungsrechtswissenschaftler († 1924)
- 4. April: Comte de Lautréamont, französischer Schriftsteller des 19. Jahrhunderts († 1870)
- 4. April: Isidore Ducasse, französischer Dichter († 1870)
- 5. April: Henry Wellesley, 3. Duke of Wellington, britischer Offizier († 1900)
- 5. April: Michael Georg Conrad, deutscher Schriftsteller des Naturalismus († 1927)
- 7. April: Franz Ries, deutscher Violinist, Komponist und Musikalienhändler († 1905)
- 13. April: Poul La Cour, Meteorologe, Windenergieanlagenpionier († 1908)
- 19. April: Ignaz Auer, deutscher Politiker († 1907)
- 20. April: Pinto Serpa, portugiesischer Afrikaforscher
- 24. April: Marcus Andrew Hislop Clarke, australischer Schriftsteller († 1881)
- 25. April: Max Buchner, deutscher Forschungsreisender
- 30. April: Karl Piutti, deutscher Komponist († 1902)
- 2. Mai: Louis Leitz, Erfinder und Unternehmer († 1918)
- 5. Mai: Henryk Sienkiewicz, polnischer Schriftsteller und Nobelpreisträger († 1916)
- 16. Mai: Ottomar Anschütz, deutscher Fotograf, Pionier der Fototechnik († 1907)
- 25. Mai: Naim Frashëri, albanischer Schriftsteller († 1900)
- 30. Mai: Carl Peter Fabergé, russischer Goldschmied und Juwelier († 1920)
- 19. Juni: Antonio Abetti, italienischer Astronom († 1928)
- 27. Juni: Charles Stewart Parnell, irischer Politiker († 1891)
- 28. Juni: Otto Piltz, deutscher Maler († 1910)
- 2. Juli: Ferdinand Becker, deutscher Maler († 1877)
- 10. Juli: Elisabeth Förster-Nietzsche, Schwester des Philosophen Friedrich Nietzsche († 1935)
- 11. Juli: Léon Bloy, französischer Schriftsteller († 1917)
- 16. Juli: Friedrich Paulsen, Pädagoge und Kant-Forscher († 1908)
- 17. Juli: Nicolai Miklouho-Maclay, Künstler, Humanist, Anthropologe, Biologe
- 19. Juli: Edward Charles Pickering, US-amerikanischer Astronom und Physiker († 1919)
- 22. Juli: Anton Ohorn, deutscher Dichter und Schriftsteller († 30. Juni 1924)
- 24. Juli: Rudolf Hirth du Frênes, Maler († 1916)
- 1. August: Max Wiese, deutscher Bildhauer und Professor († 1925)
- 21. August: Étienne Bazeries, französischer Offizier († 1931)
- 23. August: Eleftherios Venizelos, Politiker († 1936)
- 16. September: Seth Carlo Chandler, US-amerikanischer Astronom († 1913)
- 25. September: Wladimir Peter Köppen, deutscher Meteorologe, Klimatologe und Botaniker († 1940)
- 5. Oktober: Francis Aidan Gasquet, Kardinal der römisch-katholischen Kirche († 1929)
- 6. Oktober: George Westinghouse, amerikanischer Erfinder († 1914)
- 9. Oktober: Holger Drachmann, dänischer Dichter († 1908)
- 23. Oktober: Christian August Peicke, Heimatforscher († 1939)
- 28. Oktober: Auguste Escoffier, französischer Meisterkoch († 1935)
- 7. November: Ignaz Brüll, österreichischer Komponist und Pianist († 1907)
- 11. November: Anna Katharine Rohlfs, US-amerikanische Schriftstellerin († 1935)
- 14. Dezember: Emanuel Friedli, schweizer Schriftsteller
- 31. Dezember: Ferdinand Domela Nieuwenhuis, niederländischer Politiker († 1919)

Gestorben


- 8. Januar: Georg Friedrich Puchta, deutscher Jurist (
- 1798)
- 3. Februar: Otto von Kotzebue, russischer Marineoffizier und Entdecker (
- 1788)
- 9. Februar: Johann Friedrich Erdmann, deutscher Mediziner (
- 1778
- 21. Februar: Ninko, 120. Kaiser von Japan (
- 1800)
- 12. März: Maria Katharina Tismar, Stiftungsgründerin (
- 1764)
- 15. März: Elisabeth von Adlerflycht, Erfinderin des Rheinpanoramas (
- 1755)
- 17. März: Friedrich Wilhelm Bessel, deutscher Astronom, Mathematiker und Geodät (
- 1784)
- 20. April: Carl von Alten, deutscher General (
- 1764)
- 24. April: Girolamo Crescentini, italienischer Sänger (Kastrat) und Komponist (
- 1762)
- 31. Mai: Philip Marheineke, deutscher Theologe (
- 1780)
- 1. Juni: Gregor XVI., war von 1831 bis zu seinem Tod Papst (
- 1765)
- 4. Juni: Friedrich Bernhard Gottfried Nicolai, Astronom (
- 1793)
- 8. Juni: Rodolphe Töpffer, Schweizer Zeichner und Novellist (
- 1799)
- 13. Juni: Karl Ferdinand Friedrich von Nagler, Generalpostdirektor des Norddeutschen Bundes (
- 1770)
- 17. Juni: Jean-Gaspard Debureau, französischer Pantomime (
- 1796)
- 25. Juli: Ludwig Bonaparte, war einer der drei Brüder Kaiser Napoleons I (
- 1779)
- 31. Juli: Bernhard Heine, Mediziner, Knochenspezialist und Erfinder des Osteotoms (
- 1800)
- 7. August: Christian Heinrich Rinck, deutscher Komponist des Biedermeier (
- 1770)
- 16. August: Sylvain-Charles Valée, General und Marschall von Frankreich (
- 1773)
- 24. August: Adam Johann von Krusenstern, erster russischer Weltumsegler (
- 1770)
- 25. August: Giuseppe Acerbi, italienischer Reisender und Naturforscher (
- 1773)
- 30. September: Wilhelm Adolf Becker, deutscher Archäologe und Historiker (
- 1796)
- 27. Oktober: Louis-Auguste-Victor de Ghaisnes de Bourmont, französischer General, Marschall von Frankreich (
- 1773)
- 1. November: Franz Anton Ries, deutscher Violinist (
- 1755)
- 2. November: Esaias Tegnér, schwedischer Lyriker (
- 1782)
- 23. November: James Evans, kanadischer Methodist und Amateur-Linguist (
- 1801)
- 29. November: Hammamizade Ismail Dede Efendi, osmanischer Komponist (
- 1778)
- 30. November: Friedrich List, deutscher Nationalökonom und Politiker (
- 1789) ko:1846년 th:พ.ศ. 2389

1851

Ereignisse

Politik


- 1. Januar: Josef Munzinger wird Bundespräsident der Schweiz
- 2. Dezember: Staatsstreich durch Louis Napoleon in Frankreich
- 31. Dezember: Der österreichische Kaiser Franz Joseph unterzeichnet das Silvesterpatent und hob damit die Oktroyierte Märzverfassung auf
- Ende des Schleswig-Holsteinischen Kriegs

Wirtschaft


- 15. Oktober: Die Disconto-Gesellschaft, die sich später zu einer Großbank entwickelt, eröffnet in Berlin ihren Geschäftsbetrieb
- Fruit of the Loom wird gegründet

Wissenschaft


- George Gabriel Stokes veröffentlicht die Gleichungen von Navier-Stokes der Hydrodynamik (in Cambridge Transactions 9 (1851), 8)

Kultur


- 20. Januar: Uraufführung der komischen Oper Die vornehmen Dilettanten oder Die Opernprobe von Albert Lortzing am Stadttheater in Frankfurt am Main
- 10. April: Uraufführung der Oper Die Heimkehr aus der Fremde von Felix Mendelssohn Bartholdy in Leipzig
- 16. April: Uraufführung der Oper Sapho (Sappho) von Charles Gounod in Paris
- 20. August: Uraufführung der romantischen Oper Aurelia, Herzogin von Bulgarien von Conradin Kreutzer in Kassel
- Harriet Beecher Stowe beginnt mit der Veröffentlichung von Onkel Toms Hütte
- Der Schriftsteller Herman Melville veröffentlicht den Roman Moby Dick
- Die Oper Rigoletto von Giuseppe Verdi wird in Venedig erstmals aufgeführt und sah sich einem Riesenpimmel gegenüberstehen

Sonstiges


- 1. Mai: Im Londoner Kristallpalast wird die erste Weltausstellung eröffnet
- Adolf Anderssen gewinnt das erste internationale Schachturnier in London

Geboren


- 15. Januar: Jan Blockx, belgischer Komponist († 1912)
- 8. Februar: Kate Chopin, US-amerikanische Schriftstellerin († 1904)
- 12. Februar: Eugen von Böhm-Bawerk, österreichischer Ökonom († 1914)
- 21. Februar: Karl Wilhelm Diefenbach, Maler und Sozialreformer († 1913)
- 26. Februar: Carl Albert Purpus, deutscher Pflanzensammler († 1941)
- 19. März: Friedrich Franz III., Großherzog von Mecklenburg-Schwerin († 1897)
- 20. März: Pietro Abbà Cornaglia, Komponist aus dem Piemont († 1939)
- 26. März: Julius Langbehn, deutscher Schriftsteller und Kulturkritiker († 1907)
- 27. März: Vincent d’Indy, französischer Komponist und Musiktheoretiker († 1931)
- 28. März: Bernardino Machado, portugiesischer Politiker in Portugal († 1944)
- 7. April: Otto Klauwell, deutscher Komponist († 1917)
- 10. April: Gennaro Granito Pignatelli di Belmonte, Kardinal der römisch-katholischen Kirche († 1948)
- 7. Mai: Adolf von Harnack, protestantische Theologe und Kirchenhistoriker († 1930)
- 18. Mai: Itzhok Lejb Perez, jiddischer Schriftsteller († 1915)
- 20. Mai: Emil Berliner, Erfinder der Schallplatte und des Grammophons († 1929)
- 29. Mai: Léon Victor Bourgeois, französischer Jurist und Staatsmann, Nobelpreisträger († 1925)
- 3. Juni: Isaac Peral, spanischer Ingenieur und U-Boot-Pionier († 1895)
- 9. Juni: Charles Joseph Bonaparte, US-amerikanischer Politiker († 1921)
- 9. Juni: Sigmund Bergmann, Unternehmer und Erfinder († 1927)
- 10. Juni: Anton Matosch, österreichischer Bibliothekar und Mundartdichter († 1918)
- 14. Juni: Ernst Fuchs (Arzt), österreichischer Augenarzt († 1930)
- 28. Juni: Robert Friedberg, deutscher Nationalökonom und Politiker († 1920)
- 28. Juni: Waldemar Mueller, Bankier, Politiker († 1924)
- 8. Juli: Arthur Evans, britischer Archäologe († 1941)
- 10. Juli: Friedrich von Wieser, österreichischer Ökonom († 1926)
- 14. August: Doc Holliday, US-amerikanischer Revolverheld († 1887)
- 14. August: Guido Herzfeld, deutscher Schauspieler der Stummfilmzeit († 1923)
- 24. September: Federico Boyd, vierter Staatspräsident Panamas († 1924)
- 25. September: Carl Jatho, evangelischer Pfarrer († 1913)
- 2. Oktober: Ferdinand Foch, französischer Marschall im Ersten Weltkrieg († 1929)
- 12. November: Eduard Engel, deutscher Literaturhistoriker und Stilist († 1938)
- 28. November: Albert Grey, 4. Earl Grey, britischer Politiker und Staatsmann († 1917)
- 5. Dezember: Mary Krebs-Brenning, deutsche Pianistin († 1900)
- 10. Dezember: Melvil Dewey, führte die nach ihm benannte „Dewey Decimal Classification“ ein, ein System zur Klassifikation in Bibliotheken († 1931)
- 15. Dezember: Felix von Hartmann, Erzbischof des Erzbistums Köln († 1919)
- 17. Dezember: Friedrich Otto Schott, deutscher Chemiker und Glastechniker († 1935)
- 20. Dezember: Johan Gustav Knut Wicksell, schwedischer Ökonom († 1926)
- 29. Dezember: Wilhelm Marx, deutscher Kommunal- und Strukturpolitiker († 1924)

Gestorben


- 16. Januar: Karl von Müffling, preußischer Generalfeldmarschall, Militärschriftsteller und Geodät (
- 1775)
- 21. Januar: Albert Lortzing, deutscher Komponist (
- 1801)
- 24. Januar: Gaspare Spontini, italienischer Opernkomponist und -dirigent (
- 1774)
- 27. Januar: John James Audubon, US-amerikanischer Ornithologe (
- 1785)
- 1. Februar: Mary Shelley, englische Schriftstellerin (
- 1797)
- 1. Februar: Mary Wollstonecraft Shelley, englische Schriftstellerin (
- 1797)
- 8. Februar: Nicholas Vansittart, 1st Lord Bexley, britischer Politiker und Staatsmann (
- 1766)
- 18. Februar: Carl Gustav Jacob Jacobi, deutscher Mathematiker (
- 1804)
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