:: wikimiki.org ::
| Große Selbständige Stadt |
Große selbständige StadtGroße selbständige Stadt ist ein Begriff aus dem Kommunalrecht in Niedersachsen.
Nach § 10 der Niedersächsischen Gemeindeordnung sind die sieben Städte Celle, Cuxhaven, Goslar, Hameln, Hildesheim, Lingen und Lüneburg Große selbständige Städte. Diese Städte haben in der Regel mehr als 50.000 Einwohner.
Große selbständige Städte sind kreisangehörige Gemeinden, das heißt, sie gehören einem Landkreis an, übernehmen aber auf Grund ihrer Größe neben ihren Aufgaben als kreisangehörige Gemeinden teilweise Aufgaben des Landkreises. Sie kommen daher in weiten Teilen den "kreisfreien Städten" gleich.
Neben den "Großen selbständigen Städten" gibt es in Niedersachsen noch sogenannte "Selbständige Gemeinden", die ebenfalls zusätzliche Aufgaben vom Landkreis übernehmen. Diese Gemeinden werden in der Gemeindeordnung jedoch nicht namentlich genannt. Sie haben in der Regel mehr als 30.000 Einwohner, in Ausnahmefällen auch weniger.
Siehe auch:
- Gemeindearten
- Liste der kreisangehörigen Städte mit Sonderstatus in Deutschland
- Große Kreisstadt
- Große kreisangehörige Stadt
- Mittlere kreisangehörige Stadt
- Mittelstadt
Kategorie:Politische Geographie
!
KommunalrechtDas deutsche Kommunalrecht ist das Recht der kommunalen Gebietskörperschaften. Grundlage des Kommunalrechtes ist die kommunale Selbstverwaltung. Die Selbstverwaltungsgarantie der Gemeinden steht in Deutschland unter dem Schutz der Verfassung (Art. 28 GG). Auch die Landesverfassungen betonen das Selbstverwaltungsrecht der Gemeinden. In den deutschen Flächenländern (außer Berlin und Hamburg als reine Stadtstaaten) regeln Gemeindeordnungen den Aufbau und die politische Struktur der Gemeinden. Insofern ist Kommunalrecht also auch Landesrecht.
Das Wort "Kommunalrecht" steht für eine Vielzahl von Gesetzen und gesetzlichen Regelungen, die direkt die Kommunen betreffen (Gemeindeordnung, Landkreisordnung, Kommunalwahlgesetz, Gesetz über die kommunale Gemeinschaftsarbeit, Umlandverbandsgesetz, Zweckverbandgesetz, Gemeindehaushaltsverordnung, Gemeindekassenverordnung, Eigenbetriebsverordnung, Landschaftsverbandsordnung usw.)
Die Gemeinde ist ihrer Rechtsnatur nach eine Gebietskörperschaft. Als juristische Personen des öffentlichen Rechts haben sie natürliche oder juristische Personen als Mitglieder und erhalten ihren Status aus oder aufgrund eines Gesetzes. Die kommunale Gebietskörperschaft umfasst alle natürlichen und juristischen Personen auf dem jeweiligen Gemeindegebiet.
Zu den Gebietskörperschaften zählen in erster Linie die Gemeinden, die Landkreise/Kreise und die kreisfreien Städte). In einigen Ländern existieren Samtgemeinden, Verwaltungsgemeinschaften u.ä. So hat das Land Niedersachsen durch die Fusion des Landkreises Hannover mit der kreisfreien Stadt Hannover die Region Hannover geschaffen, die ebenfalls eine kommunale Gebietskörperschaft darstellt.
Kommunale Aufgaben
Allzuständigkeit der Kommunen
Im Rahmen der kommunalen Selbstverwaltung sind die Gemeinden für alle Angelegenheiten der örtlichen Gemeinschaft zuständig. Diese aus Art. 28 Abs. 2 GG folgende verfassungsrechtliche Vermutung für die Allzuständigkeit der Kommunen wird durch den Katalog der Gemeindehoheiten konkretisiert. Die Gemeinden haben die Gebietshoheit, die Organisationshoheit, die Personalhoheit, die Finanzhoheit, die Planungshoheit und die Rechtsetzungshoheit für die Aufgaben des eigenen Wirkungskreises. Die Gemeinden können nicht nur aufgrund eines Gesetzes tätig werden, vielmehr können sie - sofern der örtliche Bezug und ausreichende eigene Verwaltungskraft gegeben ist - eigenständig Aufgaben an sich ziehen („Aufgabenfindungsrecht“). Die freiwillige Übernahme von Aufgaben muss sich jedoch an der gesamtstaatlichen Kompetenzordnung messen. Aufgaben des Landes oder des Bundes kann die Gemeinde nicht an sich ziehen, auch wenn sie der örtlichen Gemeinschaft zuzurechnen sind. Daher darf z.B. kein kommunales Kindergeld (Bundeszuständigkeit des Familienlastenausgleichs) ausgezahlt werden oder Zigarettenwerbung verboten werden.
Traditioneller kommunaler Aufgabenkatalog
Folgende Aufgaben werden traditionell im kommunalen Bereich wahrgenommen:
- Allgemeine Verwaltung (Personal, Finanzen)
- Recht
- Ordnungsverwaltung, Feuerwehr
- Schule, Bildung, Kultur
- Freizeit und Sport
- Soziales, Familie und Jugend
- Gesundheit (Krankenhäuser), Altenheime
- Planung, Bauen und Wohnen
- Verkehr
- Wirtschaft (Wirtschaftsförderung, kommunale Betriebe, Sparkassen).
Die Gemeinden haben vor allem die Grundversorgung mit Einrichtungen der öffentlichen Daseinsvorsorge sicherzustellen (Beispielsweise Schulen, Kultur, Öffentlicher Personennahverkehr, Sport, Ver- und Entsorgung). Die Aufgabenerledigung kann jedoch nur in den Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit erfolgen. Die Erledigung von Aufgaben, die darüber hinausgehen, können auch von der nächst höheren Ebene (Landkreis/Kreis, Zweckverband, Landschaftsverband) übernommen werden.
Den Kommunen werden vom Bund und den Bundesländern vielfach Aufgaben auferlegt bzw. staatliche Aufgaben übertragen, um keinen eigenen Verwaltungsunterbau schaffen bzw. vorhalten zu müssen. Dementsprechend werden nach eigener kommunaler Entscheidungsmöglichkeit Selbstverwaltungsaufgaben (freiwillige Selbstverwaltungsaufgaben, pflichtige Selbstverwaltungsaufgaben) und vom Staat übertragene Aufgaben (Pflichtaufgaben zur Erfüllung nach Weisung, Auftragsangelegenheiten) unterschieden. Je nach Ausgestaltung der Gemeindeordnung unterliegen die Kommunen der vollen staatlichen Weisung im übertragenen Bereich. Im Bereich der Selbstverwaltung beschränkt sich die Kommunalaufsicht auf die Rechtsaufsicht.
Beispiele:
- freiwillige Selbstverwaltungsaufgaben: Kulturverwaltung, Sportverwaltung;
- pflichtige Selbstverwaltungsaufgaben: Schulentwicklungsplanung, Abwasserbeseitigung, Bauleitplanung;
- übertragene Aufgaben: Ordnungsverwaltung, Bauaufsicht.
Die Gemeinde kennt den Einwohner, den Bürger und den Forensen. Der Einwohner ist jeder mit Wohnsitz in der Gemeinde. So gehören auch Kinder, Zweitwohnungsinhaber, Asylbewerber, ggf. Strafgefangene etc. zu den Einwohnern. Bürger sind dagegen nur diejenigen Personen, die das aktive Wahlrecht in der Kommune ausüben dürfen.
Einwohner sind verpflichtet die öffentlichen Einrichtungen (hier gemeint: das öffentliche Straßen-, Wasser- und Stromnetz) zu benutzen (sog. Anschluss- und Benutzungszwang). Gleichzeitig dürfen sie daraus ihren Nutzen ziehen. Die Einwohner sind verpflichtet, die Gemeindelasten zu tragen. Daher werden Kommunalabgaben erhoben, wie z.B. die Grundsteuer. Die Mitwirkung der Einwohner ist beschränkt. Die einzelnen Regelungen dazu finden sich in der jeweiligen Gemeindeordnung.
Bürger sind dagegen sämtliche deutschen (oder Staatsangehörigen eines EU-Mitgliedsstaates) Einwohner, die das 18. Lebensjahr vollendet (in einigen Bundesländern: 16) haben und mindestens drei Monate in der Gemeinde ihren Hauptwohnsitz haben. Den Bürger treffen die gleichen Rechte und Pflichten wie den Einwohner. Allein in seinen Mitwirkungsrechten stehen dem Bürger zusätzlich das Wahlrecht und die Wählbarkeit in den Rat und/oder Kreistag zu; er kann an Bürgerbegehren und am Bürgerentscheid mitwirken. Ihn trifft aber ggf. auch die Pflicht, ein Ehrenamt anzutreten.
Organe der Gemeinde
Die Gemeinde ist als juristische Person nur durch Organe handlungsfähig. In den deutschen Gemeindeordnungen hat sich ein dualistisches System von zwei zentralen Organen herausgebildet - dem Gemeinderat (auch: Gemeindevertretung, Stadtvertretung) und dem Bürgermeister (in Hessen: Magistrat).
Der Gemeinderat ist die Volksvertretung, die aus allgemeinen, freien, gleichen, unmittelbaren und geheimen Wahlen hervorgegangen sein muss. Die Bundesländer haben jeweils eigene Kommunalwahlsysteme, die die Zusammensetzung und das Wahlverfahren regeln (vergl. auch Kommunalwahlgesetz. Der Gemeinderat ist kein Parlament im staatsrechtlichen Sinne, sondern Organ der Verwaltung. Dem Gemeinderat obliegen die grundsätzlichen Entscheidungen der Gemeinde. Alle deutschen Gemeindeordnungen sehen Entscheidungsvorbehalte der Gemeindevertretungen vor, die nicht an andere Organe delegiert werden können.
Zweites Zentralorgan ist der Bürgermeister (in kreisfreien Städten: Oberbürgermeister), der in den meisten Bundesländern die Verwaltung leitet, Beschlüsse des Gemeinderates ausführt, meistens den Vorsitz im Gemeinderat führt und die Gemeinde nach außen repräsentiert. Die Kompetenzen und die Wahlgrundsätze und Wahlzeiten weichen in den Bundesländern erheblich voneinander ab (vergl. Gemeindeverfassungen). In allen Bundesländern außer in Hessen ist die Verwaltungsleitung monokratisch strukturiert, d.h. der jeweilige Amtsinhaber handelt alleine. In Hessen obliegt diese Aufgabe dem kollegial ausgestalteten Magistrat als Gemeindevorstand; Entscheidungen können dort nur gemeinsam getroffen werden (Kollegialprinzip).
Organe weiterer Kommunalverbände
Entsprechend den Gemeinden haben auch die Kreise / Landkreise, höheren Kommunalverbände, die Zweckverbände, die Verwaltungsgemeinschaften und Stadt-Umlandverbände eine zentrale Volksvertretung und eine monokratisch oder kollegial organisierte Verwaltungsleitung. Hinzu können weitere Organe treten, die zumeist aus der jeweiligen Volksvertretunggebildet werden:
- Landkreis/Kreis: Kreistag - Landrat/Oberkreisdirektor - weiteres Gremium: Kreisausschuss;
- Landschaftsverband: Landschaftsversammlung - Direktor des Landschaftsverbandes - weiteres Gremium: Landschaftsausschuss;
- Zweckverband (kommunale Kooperation): Zweckverbandsversammlung - Zweckverbandsvorsteher;
- Verwaltungsgemeinschaft: Gemeinschaftsversammlung - Gemeinschaftsvorsitzender
- Samtgemeinde: Samtgemeinderat - Samtgemeindebürgerschaft - weiteres Gremium: Samtgemeindeausschuß
Kommunale Ausschüsse
Zur Entlastung des Gemeinderates können beratende oder beschließende Ausschüsse gebildet werden. Die Ausschüsse haben keine eigene Organstellung. Grundsätzlich ist der Gemeinderat bei der Bildung der Ausschüsse frei; die Gemeindeordnungen sehen die Bildung von Pflichtausschüssen vor.
Beiräte und Kommissionen
Zur Erledigung bestimmter Fragestellungen können in allen Bundesländern Kommissionen und Beiräte zumeist freiwillig gebildet werden. Diese haben zumeist nur Anhörungsrechte und können für den Gemeinderat Empfehlungen erarbeiten. Zum Teil werden Beiräte und Kommissionen in den Gemeindeordnungen ausdrücklich vorgesehen (In nahezu allen Bundesländern ist die Bildung eines Ausländerbeirates vorgeschrieben.
Kommunale Fraktionen
Ähnlich den staatlichen Parlamenten können sich politisch gleich gesinnte Mitglieder eines Gemeinderates zu einer Fraktion zusammenschließen. Meist bestehen die Fraktionen aus Mitgliedern einer politischen Partei oder eines Wahlbündnisses. Die Gemeindeordnung, die Hauptsatzung der Gemeinde oder die Geschäftsordnung (in Form einer Satzung) können eine Mindestzahl von Mitgliedern für die Bildung einer Fraktion vorsehen, das der Fraktionsstatus oftmals mit besonderen Rechten verbunden ist.
Bezirksverfassung und Ortschaftsverfassung
In allen Gemeindeordnungen ist eine freiwillige bzw. zwingende Einteilung des Stadtgebietes in Bezirke bzw. Ortschaften mit jeweiligen Stadtteilvertretungen vorgesehen, um durch eine stärkere Innengliederung mehr Bürgern die Teilnahme an der Kommunalpolitik zu ermöglichen. Auch sind im Rahmen der kommunalen Neugliederung Gemeindevertretungen weggefallen, so dass die Stadtteilvertretungen die Interessenvertretung der ehemaligen Gemeinden sicherstellen sollen. Diese Vertretungen haben eigene Entscheidungs- bzw. Anhörungsrechte, müssen sich aber an den allgemeinen Vorgaben der Gemeindevertretung orientieren.
- In Baden-Württemberg: Bezirksbeirat, Ortschaftsrat,
- in Bayern: Bezirksausschuss,
- in Hessen: Ortsbeirat,
- Niedersachsen: Stadtbezirksrat,
- NRW: Bezirksvertretung),
- Sachsen: Ortschaftsrat.
Streitigkeiten zwischen und innerhalb der kommunalen Organe über die Rechtmäßigkeit einer Maßnahme werden im Kommunalverfassungsstreit vor dem zuständigen Verwaltungsgericht entschieden.
Die Kommunen sind in ihrem Wirkungskreis berechtigt, ihre Angelegenheiten durch Satzung zu regeln (vergl. Rechtsetzungshoheit). Wichtige Satzungen sind die Hauptsatzung, der Bebauungsplan, die Betriebssatzung. Der Erlass von Satzungen ist an besondere Formvorschriften gebunden (Ladungsfristen, Veröffentlichung,...), die beachtet werden müssen, damit eine Satzung Außenwirkung entfalten kann.
Für die internen Verfahrensabläufe kann der Rat (Gemeindevertretung, Stadtverordnetenversammlung - je nach Bundesland) eine Geschäftsordnung erlassen. Eine Geschäftsordnung kann in der Regel in der Form eines einfachen Beschlusses erfolgen, es sei denn, sie regelt Inhalte mit Außenwirkung wie Entschädigungszahlungen o. ä.
Kommunale Haushaltswirtschaft
Unter die kommunale Selbstverwaltung fällt auch das Recht der eigenen Haushaltshoheit. Das bedeutet, dass die Kommunen über ihre finanziellen Angelegenheiten selbst entscheiden dürfen. Dieses Recht ist in der Gemeindeordnung und der jeweiligen Landes- Gemeindehaushaltsverordnung bzw. Gemeindekassenverordnung näher ausgestaltet. Der jeweilige Haushaltsplan wird von der Verwaltung durch den Kämmerer der Gemeinde aufgestellt und durch den Rat beschlossen. In der Praxis kommt es hier zwischen den Kommunen und den Ländern zu Streitigkeiten, da die Kommunen für die Aufgaben im übertragenen Wirkungskreis nicht mit ausreichenden Finanzmitteln ausgestattet werden (Konnexitätsprinzip) und immer weniger Geld für den eigenen Wirkungskreis verbleibt. Finanziert werden die Gemeinden durch eigene Einnahmen (Kommunalabgaben, wie Steuern, Gebühren und Beiträge) sowie durch Zuweisungen anderer öffentlicher Träger, im Wesentlichen das jeweilige Bundesland (vergl. kommunaler Finanzausgleich).
Kommunale Rechnungsprüfung
Entsprechend der kommunalen Haushaltshoheit wird der Vollzug des kommunalen Haushaltsplanes die rechtliche und wirtschaftliche Verwendung der Mittel durch unmittelbar dem Rat verantwortliche Rechnungsprüfungsämter überprüft.
Kommunale Unternehmen und Einrichtungen
Zur Verwirklichung der Aufgaben sind die Gemeinden befugt Unternehmen oder Einrichtungen zu betreiben (z.B. Stadtwerke, Schwimmbäder o.ä.). Diese Einrichtungen sollen nur im begrenzten Umfang eingesetzt werden, um nicht im unzulässigen Umfang privatwirtschaftliche Konkurrenz zu verdrängen oder die Entfaltung von Gewerbe zu verhindern. Die Zulässigkeit ergibt sich aus den jeweiligen Gemeindeordnungen. Erfüllt die Kommune die wirtschaftliche Betätigung nicht durch ihre Ämter, stehen ihr folgende öffentliche bzw. private Rechtsformen zur Verfügung:
Der Regiebetrieb, der Eigenbetrieb und die Anstalt des öffentlichen Rechts als öffentlich-rechtlich und die GmbH bzw. die Aktiengesellschaft als privatrechtliche Rechtsformen.
Möglich ist auch eine Kooperation über kommunale Grenzen hinweg bzw. die Beteiligung natürlicher (vergl. Public Private Partnership (PPP)) oder juristischer Personen des Privatrechts. Die Räte entsenden Vertreter in die jeweiligen Aufsichtsgremien der Betriebe und Gesellschaften. Seit den 90er Jahren gibt es eine verstärkte Tendenz, kommunale Kernaufgaben auf kommunale Betriebe bzw. kommunale Gesellschaften auszulagern.
Die Kommunen handeln nicht im rechtsfreien Raum sondern unterliegen der Aufsicht des Staates. Im eigenen Wirkungskreis beschränkt sich diese Kommunalaufsicht auf die Einhaltung von Recht und Gesetz (Rechtsaufsicht). Im übertragenen Wirkungskreis tritt neben die Rechtsaufsicht auch eine Zweckmäßigkeitskontrolle Fachaufsicht. Die Kommunalaufsicht wird über kreisangehörige Gemeinden von den Landkreisen, über kreisfreie Städte durch die jeweilige Landesmittelbehörde Bezirksregierung bzw. Regierungspräsidium wahrgenommen.
Literatur
- Alfons Gern, Deutsches Kommunalrecht, 2003. ISBN 3-8329-0127-2
- Hofmann/Muth/Theisen, Kommunalrecht in NRW, 12. Auflage, 2004, 567 Seiten, Verlag Bernhard-Witten. ISBN 3-933870-47-X
- Gerhard Bennemann, Frank Brodbeck, Uwe Daneke, Rudolf Beinlich, Arnulf Simon, Ernst Meiss, Sven Teschke, Walter Unger, Stefan Zahradnik, Michael Borchmann, Wolfgang Schön, Jürgen Dieter: Kommunalverfassungsrecht Hessen, 1999. ISBN 3-8293-0222-3
Weblinks
- [http://www.kommunalforum.de Das Kommunalforum]
- [http://www.schulseiten.de/k-forum/diplomarbeit.pdf Diplomarbeit zur Kommunalverwaltung (erfordert Acrobat Reader)]
!
Kategorie:Kommunalpolitik
Celle
Celle [] an der Aller ist eine große selbständige Stadt und Kreisstadt des Landkreises Celle in Niedersachsen, Deutschland mit 71.500 Einwohnern. Außerdem leben in Celle eine große Zahl von kurdischen Yeziden, an den Grenzen der Stadt auch Briten. Celle gilt als südliches Tor zur Lüneburger Heide und besitzt eine reiche Fachwerkaltstadt (etwa 480 restaurierte Fachwerkhäuser) und ein Schloss im Stil der Weserrenaissance.
Geographie
Im Stadtgebiet münden, von Nordosten kommend, der Fluss Lachte, und weiter stromabwärts von Südosten kommend, der Fluss Fuhse in den Fluss Aller.
Geschichte
986 Als Kellu ("Siedlung am Fluss") urkundlich erwähnt . Im 11. Jahrhundert verfügt die Stadt über das Münzrecht. Einige Münzen sind im Münzfund von Sandur auf den Färöern enthalten.
1292 erfolgt die Aufgabe von Altencelle durch Herzog Otto II. den Strengen. In 4 km nordwestlicher Entfernung erfolgt die Neugründung einer rechteckigen Siedlung an der bereits bestehenden Burg.
1301 wird das Stadtrecht gewährt.
1378 wird Celle Residenz der Herzöge von Sachsen-Wittenberg.
Ab 1433 residieren die Herzöge von Braunschweig-Lüneburg im Schloss.
1452 gründet Herzog Friedrich der Fromme ein Franziskaner-Kloster.
1464 ermöglicht das Kornschifffahrtsmonopol einen wirtschaftlichen Aufschwung.
1524 wird die Reformation eingeführt.
1570 erbaut Herzog Wilhelm die Schlosskapelle, welche 1585 eingeweiht wird.
1660 errichtet Herzog Christian Ludwig von Celle in Altenhagen einen Reiherpfahl mit Inschrift, der an die Reiherbeize mit Edelfalken erinnert.
falken]
Von 1665 bis 1705 erlebt Celle eine kulturelle Blüte als Residenz unter Herzog Georg Wilhelm. In dieser Zeit werden der Französische und der Italienische Garten angelegt und das barocke Schlosstheater errichtet.
1705 verstirbt der letzte Celler Herzog und vererbt damit das Fürstentum an die hannoverschen Welfen. Celle erhält als Ersatz für den Verlust des Status als Residenzstadt zahlreiche Verwaltungseinrichtungen wie das Oberappellationsgericht, das Zuchthaus und das Landgestüt. Damit beginnt die Entwicklung zur Beamten- und Juristenstadt.
Noch heute sind unter anderem das niedersächsische Landessozialgericht und das für den größten Teil Niedersachsens zuständige Oberlandesgericht in Celle ansässig. Zugleich findet sich in Celle die Justizvollzugsanstalt mit ihrer Außenstelle Salinenmoor etwa 12 km nördlich von Celle.
1786 gründet Albrecht Thaer die erste deutsche landwirtschaftliche Versuchsanstalt in den Dammasch-Wiesen (heute Thaers Garten). Die Albrecht-Thaer-Schule ist Teil eines Berufsbildungszentrums in Altenhagen.
1869-1872 erfolgt der Bau einer Infanteriekaserne. 1938 wird die Kaserne in "Heidekaserne" umbenannt. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Kaserne durch britische Truppen genutzt, welche 1993 das Gelände verliessen. Heute befindet sich im restaurierten Gebäude das "Neue Rathaus".
1892 wird - mit zahlreichen Bürgerspenden - das heutige Bomann-Museum mit wichtigen volkskundlichen und stadtgeschichtlichen Sammlungen gegründet.
1913 wird der 74m hohe Glockenturm der Stadtkirche errichtet.
Im September 1929 eröffnete Rudolf Karstadt weitere Karstadt-Warenhäuser am Berliner Hermannplatz und in Celle. Beide Häuser waren von der Fassade baugleich. Die Celler Filiale wurde Mitte der 1950er Jahre abgerissen und durch einen Neubau ersetzt, der mit seinen Alu-Verstrebungen das Celler Fachwerk andeuten soll.
Um das Jahr 1930 erfolgt die Eingemeindung von Altenhäusen, Klein Hehlen, Neuenhäusen, Vorwerk und Wietzenbruch.
Am 9. November auf den 10. November 1938 wird während der Reichspogromnacht von einer kompletten Zerstörung der Synagoge abgesehen, da eine Gefahr für die Fachwerkhäuser der Altstadt bestünde.
Am 8. April 1945 während eines alliierten Bombenangriffs auf die Bahnhofsanlagen gelingt KZ-Häftlingen eines abgestellten Zugtransports die Flucht ins nahe Neustädter Holz. SS-Wachmannschaften und Celler Bürger beteiligten sich an der sogenannten [http://www.celle-im-nationalsozialismus.de/Texte/buha_2005.html "Hasenjagd"]. Die Verfolgung mit tausenden Toten endet erst am 10. April.
1974 verliert die Stadt den Status einer kreisfreien Stadt und wird damit die größte Gemeinde im Landkreis Celle. Ebenso bildet es die größte Stadt des neu geschaffenen Regierungsbezirks Lüneburg. Die Ortschaften Ummern, Pollhöfen und Hahnenhorn werden an den Landkreis Gifhorn angegliedert. Seitdem betreut das Kirchspiel Hohne sechs Dörfer (Hohne, Helmerkamp, Spechtshorn, Ummern, Pollhöfen und Hahnenhorn) in zwei Landkreisen. In die Stadt Celle werden zugleich eine Reihe von Dörfern der näheren Umgebung eingemeindet, unter anderem Altencelle, Altenhagen, Alvern, Bostel, Boye, Burg, Garßen, Groß Hehlen, Lachtehausen, Ohe, Scheuen und Westercelle.
Am 25. Juli 1978 wird vom niedersächsischen Verfassungsschutz ein fingierter Sprengstoffanschlag an der Aussenmauer der Justizvollzugsanstalt verübt. Dies Ereignis wird als Celler Loch bekannt.
2004 wird der Regierungsbezirk Lüneburg mit allen weiteren niedersächsischen Regierungsbezirken wieder aufgelöst. Celle ist damit die zehntgrößte Stadt Niedersachsens.
Einwohnerentwicklung
(jeweils zum 31. Dezember)
- 1998 - 72.896
- 1999 - 72.583
- 2000 - 72.127
- 2001 - 71.949
- 2002 - 71.647
- 2003 - 71.319
- 2004 - 71.536
Politik
Bei Bundestagswahlen gehört die Stadt Celle zum Wahlkreis Celle-Uelzen. 1983, 1987, 1990 und 1994 konnte Klaus-Jürgen Hedrich (CDU) die Direktwahl für sich bestreiten. 1998, 2002 und 2005 konnte Peter Struck (SPD) die Mehrheit erzielen.
Bei Landtagswahlen bildet Celle mit einzelnen Umlandgemeinden den Wahlkreis Celle-Stadt. 2003 lag hier die Stimmenmehrheit bei der CDU.
Bei der letzten Kommunalwahl lag die Mehrheit bei der CDU, welche den amtierenden Oberbürgermeister Martin Biermann (CDU) stellt.
Persönlichkeiten
- Urbanus Rhegius, - Mai 1489 in Langenargen, † 23. Mai 1541 in Celle; eigentlich Urban Rieger, Reformator
- Johann Arndt, - 27. Dezember 1555 in Ballenstedt; † 11. Mai 1621 in Celle; nachreformatorischen Theologe
- Georg Wilhelm, Herzog zu Braunschweig-Lüneburg, - 26. Januar 1624 im Schloß in Herzberg (Harz); † 28. August 1705 im Kloster Wienhausen bei Celle; regierte von 1665 bis zu seinem Tod im Celler Schloss als letzter "Heideherzog" der Welfen
- Francesco Maria Capellini, genannt Stechinelli, - 18. April 1640 in Rimini, † 26. November 1694 in Hildesheim), seit 1665 in Celle als Unternehmer und Hofbankier von Herzog Georg Wilhelm. Bewohnte das "Stechinelli-Haus" am Großen Plan 14 und erbaute die "Stechinelli-Kapelle" in Wietze-Wieckenberg.
- Johann Anton Leisewitz, - 9. Mai 1752 in Hannover; † 10. September 1806 in Braunschweig, Sohn eines Celler Weinhändlers, Schriftsteller und Jurist
- Albrecht Daniel Thaer, - 14. Mai 1752 in Celle, † 26. Oktober 1828 auf Gut Möglin bei Wriezen, Begründer der Agrarwissenschaft
- Carl Ferdinand Hartzer, - 22. Juni 1838 in Celle, † 27. Oktober 1906 in Berlin, deutscher Bildhauer
- Gerhard Korte, - 28. Januar 1858 in Celle, † 2. Februar 1945 in Magdeburg, Bergwerksbetreiber, Vorsitzender des Deutschen Kalisyndikats und Pionier des Kalibergbaus
- Robert Lehr, - 20. August 1883 in Celle, + 13. Oktober 1956; Politiker (DNVP, CDU), Oberbürgermeister von Düsseldorf 1924 bis 1933, dann von der NSDAP abgesetzt, Bundesinnenminister von 1950 bis 1953, MdB, MdL (Nordrhein-Westfalen)
- 1883, 20. August, Robert Lehr, † 13. Oktober 1956 in Düsseldorf, Politiker (CDU) und Bundesinnenminister
- Roland Freisler, - 30. Oktober 1893 in Celle, † 3. Februar 1945 in Berlin, Jurist und Politiker (Kommunist, später auch in der NSDAP), Präsident des nationalsozialistischen Volksgerichtshofes
- Wilfried Hasselmann, - 23. Juni 1924 in Celle, † 9. Januar 2003, Landwirt und Politiker (CDU), niedersächsischer Landesminister und Landesvorsitzender der CDU in Niedersachsen.
- Gustav Humbert, - Februar 1950 in Celle, seit Juli 2005 Airbus-Chef
- Alfred Tacke, - 24. Februar 1951 in Celle, Wirtschaftswissenschaftler und Politiker (SPD), Berater von Gerhard Schröder, Staatssekretär
- Ernie Reinhardt, - 22. September 1955 in Celle, Schauspieler. Auch bekannt unter dem Künstlernamen Lilo Wanders
- Frank Bulla, - 1956, Grafik-Designer, Verleger, Herausgeber des seit 1985 monatlich erscheinenden "Stadt-Magazin Celler Scene"
- Gabi Bauer, - 16. Juli 1962 in Celle, Abitur am Hermann-Billung-Gymnasium, ehemalige ARD-Tagesthemen-Moderatorin, derzeit Moderatorin einer nach ihr benannten Interviewsendung im Ersten Deutschen Fernsehen
- Christian Oliver, - 3. März 1972 in Celle, deutscher Schauspieler, u.a. Alarm für Cobra 11 (RTL)
Sehenswürdigkeiten
Die Altstadt insgesamt ist die Hauptattraktion der Stadt Celle. Da im Zweiten Weltkrieg Bombenangriffe zwar den Bahnhofsbereich, nicht aber die Innenstadt getroffen haben, sind nur wenige Schäden zu verzeichnen. Zahlreiche Fachwerkhäuser vor allem in der Zöllnerstraße und der Neuen Straße sind relativ originalgetreu restauriert worden. Dazu gehört auch die in der Reichskristallnacht nicht zerstörte Celler Synagoge am Platz "Im Kreise".
Das Schloss geht auf eine mittelalterliche Wasserburg oberhalb der damals einzigen passierbaren Furt durch die Aller zurück. In der aktiven Zeit als Regierungssitz hat es jedoch zahlreiche Erweiterungsbauten erfahren. Die Bausubstanz geht jetzt überwiegend auf die Renaissancezeit zurück. In dem Schloss befindet sich das noch bespielte Schlosstheater aus dem Jahre 1671.
Die Stadtkirche St. Marien ist zwar ebenfalls mittelalterlichen Ursprungs und besitzt eine sehenswerte Gruft sowie Fürstengrabmäler, der Kirchturm ist jedoch erst aus dem Jahre 1913.
Das Bomann-Museum gegenüber des Schlosses besitzt Werke des Künstlers Eberhard Schlotter und zahlreiche volkskundliche und stadtgeschichtliche Sammlungen. Ebenfalls ist ihm das erste 24-h-Kunstmuseum der Welt angegliedert.
Der historische Französische Garten liegt unmittelbar südlich der Altstadt und ist sehr malerisch. In ihm befindet sich auch das Bieneninstitut.
Etwas ausserhalb der Stadt im Ortsteil Altenhagen befindet sich ein Reiherpfahl.
Wirtschaft
Industrielle Betriebe des Maschinenbaus, der Bohr- und Erdöltechnik (Bohrmeisterschule), der Elektronik, der Nahrungsmittelherstellung (u.a. Knäckebrot durch die Barilla Wasa Deutschland GmbH), der Metall-, Holz- und Kunststoffverarbeitung, eine Druckfarbenfabrik sowie der Musikinstrumentenbau (u.a. [http://www.moeck-music.de/ Moeck]) haben ihren Sitz in Celle.
Weitere wirtschaftliche Bedeutung hat insbesondere der Fremdenverkehr und eine Orchideenzucht.
Nahrungsmittel
Regional und teilweise auch weiter bekannt sind alkoholische hochprozentige Getränke der Marken Ratzeputz und Alter Provisor, einem speziell und nur in der Rats-Apotheke in der Celler Altstadt hergestellten und vertriebenen Kräuterlikör.
Eine weitere Celler Spezialität die es zu entdecken und zu erschmecken gilt, ist die Rohe Roulade. Früher wurde sie im Gasthaus Krohne in der Blumlage bekannt und wird seitdem in Celler Gaststätten angeboten.
Papier- und Kunststoffverarbeitung
Die Werner Achilles Glanzfolien-Kaschieranstalt GmbH hat ihren Sitz ebenfalls in Celle und kaschiert zahlreiche Bücher.
Transport und Logistik
Die Osthannoverschen Eisenbahnen (OHE) als Konkurrenzunternehmen zur Deutschen Bahn im norddeutschen Streckenraum hat ihren Firmensitz in Celle.
Das Postverteilzentrum der Deutschen Post für das Postleitzahlengebiet 29 hat hier ebenfalls seinen Sitz.
Medien
Als Tageszeitung erscheint die Cellesche Zeitung mit einer IVW-Auflage von 34.977 Exemplaren (Stand: 2.Quartal 2005). Daneben erscheint zweimal pro Woche der "Celler Kurier" sowie einmal monatlich das "Stadt-Magazin Celler Scene".
Verkehr
Schienenverkehr
Celle liegt an der Bahnstrecke Hannover - Celle - Uelzen -Lüneburg - Hamburg. Am Hauptbahnhof halten Intercity-Züge. Der Streckenabschnitt zwischen Celle und Großburgwedel wurde als Schnellfahrstrecke zum Testen und für Rekordfahrten bereits in den 1920er Jahren quer durch das moorähnliche so genannte Wietzenbruch erbaut. Er trägt aufgrund der menschenleeren Umgebung und der in den Anfangstagen reihenweise erlegten Hasen den Spitznamen "Hasenbahn", bis zu den 1980er-Jahren wurde diese Strecke für den TEE/IC-Verkehr Hamburg-Hannover elektrifiziert, um den Umweg über Lehrte und ein Kopfmachen in Hannover zu ersparen. Heute führt die Hasenbahn dazu, dass man den Flughafen Hannover mit dem RegionalExpress von Celle aus schneller über Langenhagen erreichen kann als via Hannover selbst.
Früher existierende Bahnverbindungen (auch der "Osthannoverschen Eisenbahn") von Celle über Schwarmstedt nach Bremen und über Plockhorst nach Braunschweig wurden in den 1970er Jahren aufgegeben und inzwischen weitgehend rückgebaut. 2004 wurde auch die letzte verbliebene Nebenstrecke von Gifhorn nach Celle über Wienhausen endgültig stillgelegt und mit dem Rückbau im Stadtgebiet begonnen.
Die Osthannoversche Eisenbahn (OHE) betreibt noch im Güterverkehr verschiedene frühere Kleinbahnstrecken im Raum Celle, unter anderem nach Wittingen, Soltau und Munster. Auf diesen läuft noch Personenverkehr im Rahmen einer Museumseisenbahn und von Sonderzügen.
Die Bahntrecke Celle - Burgdorf - Lehrte - Hildesheim stellt eine wichtige Strecke für den Güterverkehr da und wurde ab 1998 von der Deutschen Bahn zu einer modernen S-Bahn-Strecke umgebaut. Celle ist seitdem Endpunkt der Linie S3 Hannover - Lehrte - Burgdorf - Celle der S-Bahn Hannover.
Ein seit 1907 durch die Celler Straßenbahn GmbH betriebenes Straßenbahnnetz aus zwei Linien wurde zwischen 1954 und 1956 aufgegeben und rückgebaut.
Straßenverkehr
Wichtige Anbindungen sind:
- in Nord-Süd-Richtung die Bundesstraße 3,
- in Ost-West-Richtung die Bundesstraße 214,
- in Nord-Ost-Richtung die Bundesstraße 191,
- die Landesstraße 310 über Fuhrberg nach Südwesten zur Anschlussstelle Mellendorf, Bundesautobahn 7,
- die Landesstraße 282 nach Osten über Beedenbostel, Eldingen und Steinhorst nach Wittingen und Helmstedt und
- die Landesstraße 180 über Winsen (Aller) zur Anschlussstelle Raststätte Allertal, Bundesautobahn 7.
Luftverkehr
Der Flugplatz [http://www.flugsportvereincelle.de/ Arloh] in Celle-Scheuen dient lokalen und touristischen Zwecken.
In etwa 35 km Entfernung befindet sich der Flughafen Hannover - Langenhagen mit internationalen Verbindungen.
Ein Militärflughafen befindet sich in Celle-Wietzenbruch und wurde Ende der 1940er Jahre während der Berliner Luftbrücke als Versorgungspunkt einbezogen.
Schifffahrt
Der Celler Hafen ist heute unbedeutend und wird überwiegend touristisch genutzt. Die Aller ist heute ab hier stromab schiffbar. In früheren Jahrhunderten war Celle ein bedeutender Umschlagplatz für den Schiffsverkehr zwischen Braunschweig und den Häfen in Bremen über Oker, Aller und (Unter-) Weser. Bremer und Braunschweiger Kaufleute hatten mit den Celler Herzögen und später der Stadt Celle detaillierte Verträge, um den Transport sicherzustellen, da die Stromschnellen der Aller in Celle ein Umladen im Celler Hafen erforderlich machten.
Ab 1900 ging der Verkehr zunehmend zurück und verlagerte sich auf Straße und Schiene. Wesentlich blieb bis 1970 noch der Getreidetransport zur Celler Rathsmühle und der Transport von Kalisalzen.
Bildungswesen
Celle als früherer Regierungssitz hatte bereits im Mittelalter höhere Bildungsanstalten. Aus der so genannten Lateinschule hat sich im Laufe der Jahrhunderte das Gymnasium Ernestinum entwickelt.
Insgesamt besitzt Celle jetzt vier allgemeinbildende Gymnasien. Das Hermann-Billung-Gymnasium mit den Schwerpunkten Mathematik-Naturwissenschaften, Spanisch und bilingualer Unterricht (Geschichte ab Stufe 7 auf Englisch), das [http://www.kav-celle.de/ Kaiserin-Auguste-Victoria-Gymnasium] mit dem Schwerpunkt Musik, das [http://www.ernestinum-celle.de/ Ernestinum] mit Latein und Altgriechisch sowie das Hölty-Gymnasium mit einem Angebot für Russisch und einem mathematisch-naturwissenschaftlichen Zweig.
Weitere Bildungsinstitutionen sind die Bohrmeisterschule und die Landwirtschaftsschule sowie [http://www.bbscelle.de vier Berufsbildende Schulen (BBS)]. Es handelt sich um die BBS I - Wirtschaft und Verwaltung -, die BBS II (Axel-Bruns-Schule) - Technik, Gestaltung, Informatik -, die BBS III - Gesundheit und Soziales - sowie die BBS IV (Albrecht-Thaer-Schule) - Agrarwirtschaft, Hauswirtschaft, Ernährung -. An allen vier Schulen existieren Einrichtungen der ein- und zweijährigen Fachoberschule, die zur Fachhochschulreife führen. Bis auf die BBS III bieten auch alle Schulen entsprechende Fachgymnasien an, die mit der allgemeinen Hochschulreife abschließen.
Seit Oktober 2003 ist Celle Standort der Fachhochschule der Wirtschaft (FHDW), die hier die Studiengänge Mechatronik und Bachelor of Business Administration anbietet.
Desweiteren befindet sich in Celle eine der beiden niedersächsischen Landesfeuerwehrschulen.
Kultur
Das Schlosstheater Celle wird seit seiner Gründung im Jahre 1671 bespielt und gilt damit als das älteste noch bespielte Theater Deutschlands. In der [http://www.congress-union-celle.de/ Congress Union Celle] finden zahlreiche Kulturveranstaltungen statt.
Sport
Ab Mitte der 1960er bis Mitte der 1970er Jahre spielte der Verein [http://www.tus-celle-fc.de/ TUS Celle] Fußball in der zweithöchsten deutschen Liga (damals Regionalliga). Nach zwei Insolvenzen erfolgte der Abstieg. Am Ende der Spielzeit 2003/2004 gelang der Aufstieg in die Niedersachsenliga.
Seit 1983 findet in der Celler Innenstadt jährlich am zweiten Sonntag im März der [http://www.celler-wasa-lauf.de/ Celler Wasa-Lauf] statt. Dies ist inzwischen die größte Laufveranstaltung Deutschlands unterhalb der Marathondistanz und ist in mehrere Distanzen (Kinderlauf von 2,5 km, Läufe von 5, 10, 15 und 20 km) aufgegliedert. 2004 nahmen, mit einer Rekordteilnehmerzahl, 11.232 SportlerInnen am Lauf teil.
Seit Mitte der 1990er Jahre spielt der Verein SV Celle-Garßen Handball in der Zweiten Frauen-Bundesliga.
Für den Landesruderverband Niedersachsen ist Celle einer von 5 Stützpunkten für den Leistungssport. Die Celler Sprint-Regatta findet jedes Jahr im Oktober auf der Oberaller an der Ziegeninsel statt.
Städtepartnerschaften
- Celle-Ligure, Italien
- Hämeenlinna, Finnland
- Holbæk, Dänemark
- Kwidzyn, Woiwodschaft Pommern, Polen
- Meudon, Frankreich
- Quedlinburg, Sachsen-Anhalt, Deutschland
- Sumy, Ukraine
- Tavistock, England, Vereinigtes Königreich
- Tjumen, Westsibirien, Russland
- Tulsa, Oklahoma, USA
Literatur
- Brigitte Streich (Hg.): Stadt, Land, Schloss: Celle als Residenz; Begleitband zur Ausstellung, Celler Beiträge zur Landes- und Kulturgeschichte 29, Bielefeld 2000. ISBN 3-89534-379-X
Weblinks
- [http://www.celle.de/ Offizielle Webseite der Stadt Celle]
- [http://www.expo-staedtenetz.de/cityguide/celle/indext3.html Interaktiver Stadtplan der Stadt Celle]
- [http://www.deutschland-panorama.de/staedte/celle/index.php 360°-Stadtpanorama Celle]
- [http://www.region-celle.de/ Tourismus Region Celle]
- [http://www.celle-im-nationalsozialismus.de/ Celle im Nationalsozialismus]
- [http://www.celle.city-map.de Marktplatz und Stadplan Region Celle]
- [http://www.celle.de/showobject.phtml?La=1&object=tx|342.6109.1 Webcam, Celle]
- [http://www.mein-celle.de/ Unabhängiges Magazin für Celle und Umgebung]
- [http://www.cell-erika.de/ Die Schlaraffen in Celle -Schlaraffia Cell-Erika-]
- [http://www.raymond-faure.com/Celle/celle.htm Celle im großen Harz-Photoalbum von Raymond Faure]
Kategorie:Ort in Niedersachsen
Kategorie:Lüneburger Heide
Cuxhaven
Cuxhaven ist eine große selbständige Stadt und Kreisstadt des gleichnamigen Landkreises (siehe auch: Landkreis Cuxhaven) in Niedersachsen. Die Stadt liegt an der Mündung der Elbe in die Nordsee und hat rund 52.400 Einwohner.
Cuxhaven hat einen wichtigen Fischereihafen und eine Schiffsmeldestation für Hamburg und den Nord-Ostsee-Kanal. Daneben ist der Tourismus von großer Bedeutung . Die Stadt gehörte lange zu Hamburg. Vor Cuxhaven in der Nordsee befindet sich die zu Hamburg gehörende Insel Neuwerk. Sie ist entweder zu Fuß oder mit dem Wattwagen zu erreichen (bei Ebbe), bei Flut per Schiff.
Das Wahrzeichen Cuxhavens ist die Kugelbake, das hölzerne Seezeichen an der Elbmündung.
Es befindet sich auch auf dem Wappen der Stadt.
Geografie
Cuxhaven liegt an der nördlichsten Spitze Niedersachsens und ist an zwei Seiten von Wasser umgeben. Diese geographische Lage verleiht der Stadt für den Fremdenverkehr einen besonderen Reiz, beschert ihr aber hinsichtlich der wirtschaftlichen Verbindung zum Hinterland auch besondere Probleme.
Bedingt durch die Randlage und die historische Zugehörigkeit der Stadt zu Hamburg entwickelten sich zwei Wirtschaftsschwerpunkte: die Fischerei und der Fremdenverkehr.
Fremdenverkehr
Fremdenverkehr
Fremdenverkehr
Die Ursprünge des Fremdenverkehrs gehen auf das Jahr 1816 zurück, in dem in Cuxhaven ein Seebad errichtet wurde. Seit 1964 ist Cuxhaven ein staatlich anerkanntes Seeheilbad. Mit jährlich über 3 Millionen Übernachtungen liegt Cuxhaven heute an der Spitze aller Kurorte in Deutschland.
Es gelang in Cuxhaven, den Bereich des Fremdenverkehrs und den Kurbetrieb in geradezu idealer Weise räumlich scharf vom Industriegebiet zu trennen.
Die Einrichtungen des Fremdenverkehrs sowie Sport- und Freizeitanlangen der Stadt und deren kulturelles Engagement garantieren einen sehr hohen Freizeit- und Wohnwert für Einwohner und Besucher der Stadt.
Geschichte
Während Urnenfunde und ein auf 4000 v. Chr. datiertes Großsteingrab eine lange Siedlungsgeschichte dokumentieren, ist die Stadt Cuxhaven im Vergleich zu anderen Städten Deutschlands noch relativ jung. (Zur Geschichte des Gebietes vor 1866, siehe auch: Geschichte von Hadeln und Wursten; für die Zeit danach: siehe auch: Landkreis Cuxhaven#Geschichte.
1394 traten die Herren Lappe das Schloß Ritzebüttel an Hamburg ab.
Der daraus entstehende Flecken Ritzebüttel wurde am 04.Dezember 1872 mit der Hafensiedlung Cuxhaven zur hamburgischen Landgemeinde Cuxhaven vereinigt. Mit der Eingemeindung von Döse (1905) war eine Einwohnerzahl von 10.000 erreicht.
Am 15. März 1907 wurden die Stadtrechte verliehen.
Bis zum Groß-Hamburg-Gesetz, 1937, gehörte Cuxhaven politisch zu Hamburg.
Hamburg behielt sich aber einige Rechte an den Häfen vor. So waren bis zum 1. Januar 1993 der Amerika-Hafen und das Steubenhöft hamburgisches Eigentum, obgleich sie zum Cuxhavener Stadtgebiet gehörten. Eine Revierwache der Hamburger Wasserschutzpolizei befindet sich immer noch in Cuxhaven.
Am 1. Oktober 1969 wurden die Inseln Neuwerk und Scharhörn zusammen mit Wattflächen an die Freie und Hansestadt Hamburg zurückgegeben, die dort plante einen Tiefwasserhafen anzulegen.
Zwischen 1945 und 1964 wurden in der Nähe von Cuxhaven diverse Raketenexperimente durchgeführt.
Siehe auch: Raketenstarts in Cuxhaven
Ihre heutige Ausdehnung von 162 km², mit ca. 21 km Ost-West- und 14,5 km Nord-Süd-Ausdehnung, erreichte die Stadt durch zahlreiche Eingemeindungen zwischen 1935 und 1972.
Bis 1977 war Cuxhaven eine kreisfreie Stadt, heute gehört sie zum neugebildeten Landkreis Cuxhaven und ist Sitz der Kreisverwaltung.
Raketenstarts in Cuxhaven
Raketenstarts in Cuxhaven
Am Hafen findet sich die Alte Liebe, sowie der sogenannte Windsemaphor. Dabei handelt es sich um einen Windstärken- und Windrichtungsanzeiger aus dem Jahr 1884. Der Semaphor zeigt die jeweiligen Windrichtungen und -stärken auf den Inseln Borkum und Helgoland an. Das technische Denkmal wird täglich nach den aktuellen Wettermeldungen eingestellt.
Museen
Das Fort Kugelbake
eine historische Marinefestung vom Beginn des 20.Jhdts.
Das Schiffsmuseum Duhnen
mit Schiffsmodellen, nautischen Instrumenten, Marinemalerei, Buddelschiffen und Scrimshaw
Die Schneidemühler Heimatstuben
Archivmaterial der Stadt Schneidemühl / Hinterpommern
Das Stadtmuseum
eine Sammlung der Schifffahrt, der Hafen sowie dem Bürgermilitär und der Bürgerkultur des 19. Jahrhunderts. Eine Reise von der Kaiserlichen Marine zur heutigen Bundeswehr.
Das U-Boot-Archiv
in Altenbruch mit Fotos, Literatur einigen Ausstellungsstücken der Entstehungsgeschichte der U-Boote
Das Wrackmuseum
Viele Gegenstände von gesunkenen Schiffen beherbergt das kleine Museum, es gibt Aufschluß über Schicksale vieler Schiffe und Menschen. Im Außengelände ist u.a. ein kleines U-Boot zu sehen.
Das Schloß Ritzebüttel mit Schloßgarten
Die Hapag Hallen
Cuxhavens historische Auswanderungsanlage
Muschelmuseum
Mehr als 3000 "Hinterlassenschaften" der Meeresbewohner sowie skurrile Standfunde werden von Ostern bis Oktober in Nordholz gezeigt. Das etwas andere Museum auf ungewöhnliche Art präsentiert.
Marinestandort
U-Boote
Eine wichtige Rolle in Cuxhaven spielte von jeher auch das Militär. Die ersten Minensucheinheiten der deutschen Marine wurden in Cuxhaven aufgestellt. Im Hafen erinnert ein Mahnmal an deren Einsätze im 1. und 2. Weltkrieg.
Cuxhaven ist ein Bundeswehrstandort. Allerdings wurden die schwimmenden Verbände 1968 aus strategischen Gründen nach Wilhelmshaven und Emden verlegt. Cuxhaven auch ein Standort des Bundesgrenzschutzes (jetzt: Bundespolizei).
Persönlichkeiten
- Reinhard Woltmann, deutscher Wasserbauingenieur
- Carsten Niebuhr (1733 - 1815), Arabienforscher aus Lüdingworth
Söhne und Töchter der Stadt
- Rainer Feist, Stellvertreter des Oberbefehlshabers Alliierte Streitkräfte Europa (DSACEUR) im NATO Hauptquartier SHAPE
- Peter Hertel (Schach), deutscher Schach-Großmeister im Fernschach und ein internationaler Meister im Turnierschach
- Klaus Höpcke, deutscher Politiker
- Bruno Peyn, deutscher Schriftsteller
- Jochen Fraatz, Ex-Handballnationalspieler ; zu seiner Zeit weltbester Spieler auf seiner Position
Interessantens aus Cuxhaven in eigenen Artikeln
Jochen Fraatz
- Backfire
- Feuerschiff
- Friedrich-Clemens-Gerke-Turm
- Hamburger_Leuchtturm
- Kugelbake
- Raketenstarts in Cuxhaven
- Städtische Bahn Cuxhaven
- Steubenhöft
- Wernerwald
Kirchen in Cuxhaven
Wernerwald
Altenbruch St. Nicolai Kirche
Die westlichste Gemeinde des alten Land Hadeln beheimatet eines der so genannten "Bauerdome" der Gegend. Die aus dem 13 Jahrhundert stammende romanische Feldsteinkirche mit ihren Doppeltürmen, (eine Spende reicher Altenbrucher Schwestern) ist ein Schmuckstück der Nordseeküste, eine vergleichbare gibt es nicht. Im Kirchturm befand sich früher das Landesarchiv mit dem Landessiegel. Diese Landessiegel zeigte den heiligen Bischof Nikolaus, den Schutzpatron der Landes Hadeln. Somit auch die Wappenfigur des Landes Hadeln, heute ist er es auch für den Landkreis Cuxhaven.
Die Einmaligkeit dieser Kirche wird an ihrer Inneneinrichtung deutlich. 1727 wurde sie als Backsteinrohbau erneuert, Die kostbaren gotischen Altarschreine aus dem 15 Jahrhundert sind die bedeutendsten Arbeiten dieser Art im Norddeutschen Raum. Im Chor von 1710 und im Altarraum befinden sich Priechen, mit Rankenwerk und Wappen geschmückte logenartige Pastoren- und Patronastsitze. Als der in seiner Zeit (1650) sehr berühmte Bildschnitzer Jürgen Heydtmann von Holstein nach Otterndorf kam, schuf er auch für diese Kirche verschieden Kostbarkeiten, die stupsnäsigen Puten und den Holzaufsatz des Taufkessels.
Mit über 500 Jahren eines der ältesten Orgel Europas beheimatet diese Kirche. Die Ursprünge der Orgel gehen auf die Jahre 1497/98 zurück, als der Orgelbauer Johann Coci den Grundstein legte. In den Jahren 1727/28 von Hinrich Klappmeyer, einem Schüler des bekannten Orgelbauers Arp Schnitger gründlich umgebaut, zeigt sie noch heute im Wesendlichen seine Arbeit.
Lüdingworth St. Jacobi Kirche
Auf einer Dorfwurt wurde schon vor 1200 diese romanische Feldsteinkirche errichtet. Sie ist einer der bekanntesten und schönsten „Bauerndöme“ des Hadelner Landes, zu dem Lüdingworth Jahrhunderte gehörte. Der Chorraum wurde erst 1609 fertig gestellt, der Backsteinturm kam im 17. Jahrhundert hinzu. Der „Lüdestkooper Altar“, ein gotischer Flügelaltar aus der Zeit zwischen 1420 und 1430, ist der älteste des Hadelner Landes. Das Hauptaltarbild mit den geschwundenen Säulen und den reichen Knopelornamente stammen aus dem Jahre 1665, ebenso die drei Epitaphen und der Engel des Jüngsten Gerichtes aus der Werkstatt von Jürgen Heydtmann, einem bekannten Bildschnitzer aus Otterndorf. Ein weiterer Otterndorfer, Michael Rinkmaker, schuf 1607 die prächtige Kanzel.
Als Musterbeispiel für die Orgelbaukunst des Frühbarocks gilt die von Antonius Wilde 1598/99 gebaute Orgel. Arp Schnitger und dessen thüringer Geselle Andreas Weber restaurierten und erweiterten die Orgel um zwei Pedale und dem Rückpositiv. 1982 und 1999 restaurierte sie der Leerer Orgelbaumeister Jürgen Ahrend ein weiteres mal.
Wirtschaft
Arp Schnitger
Die Fischwirtschaft kann in Cuxhaven ebenfalls auf eine lange Tradition zurückblicken. Im Jahre 1885 wurde der Fischereihafen errichtet. Bis heute hat sich Cuxhaven neben Bremerhaven zum bedeutendsten Fischereistandort Deutschlands entwickelt.
Trotz des Rückgangs der Fischerei sind 35 Fischverarbeitungsbetriebe mit ca. 1000 Beschäftigten in Cuxhaven beheimatet.
Neben dem Seefischmarkt, den Hafen- und Fremdenverkehrsbetrieben und der Bundeswehr haben sich auch mehrere bedeutende Industrieunternehmen in Cuxhaven angesiedelt.
Sehr wichtig für die weitere wirtschaftliche Entwicklung der Stadt Cuxhaven und ihres Umlandes ist der neue Hafen, der Herbst 1997 in Betrieb genommen wurde. Das Gelände des neuen Hafens gehörte bis 1993 der Freien und Hansestadt Hamburg.
Erst nach langen und zähen Verhandlungen mit den Hamburgern ging diese Fläche in den Besitz des Landes Niedersachsen über, das dann rund 280 Millionen DM in den Bau der neuen Hafenanlangen investierte.
Cuxhaven ist durch seine günstige Lage an der Elbmündung der ideale Standort für Umschlag-, Lager- und Logistikunternehmen sowie für einen Off-Shore-Basishafen (Windenergie).
Verkehr
Off-Shore
Zu erreichen ist Cuxhaven über die A 27, die B73 oder mit der Eisenbahn von Bremerhaven (Nordseebahn) und Hamburg (Niederelbebahn) aus. Cuxhaven hat einen Flughafen bei Nordholz.
Von Cuxhaven verkehrte bis Anfang November 2005 eine Fähre nach Harwich (England), welche jedoch eingestellt wurde.
Zwischen dem 6. Juli und dem 2. August 1914 existierte in Cuxhaven für rund vier Wochen eine Straßenbahnlinie, die sogenannte Kanonenbahn, zwischen dem Hauptbahnhof und dem Fort Kugelbake.
Das Steubenhöft ist eine Pier in Cuxhaven.
Ansässige Unternehmen
- Plambeck Umwelt- und Bautechnik sowie Windenergie
- Ludwig Voss GmbH & Co. KG (Ing.-Wasserbau, Hochbau, Tischlerei u. Projektentwicklungen)
- Mützelfeldtwerft GmbH [http://www.muetzelfeldtwerft.de zur Homepage]
- VOCO GmbH [http://www.voco.de zur Homepage]
- Plambeck Erd- und Tiefbau GmbH
- CETITEC GmbH IT Netze und Kommunikation [http://www.cetitec.de zur Homepage]
- Lohmann Wesjohann Gruppe (TAD/Animal Health)
- Machulez GmbH & Co. KG [http://www.machulez.de zur Homepage]
- Restaurant "De lütte Schün" Sahlenburg
- Ferienwohnungen Berger [http://www.fewo-berger.de zur Homepage]
- Maass GmbH & Co. Internationale Spedition KG
- S.R.S. GmbH - Subasic Rohrleitungsbau & Schweißtechnik [http://www.srs-gmbh.net zur Homepage]
- Ferienwohnungen Haus Anneliese [http://www.haus-anneliese.de]
- NuBo Design GbR - Webdesign und Printmedien [http://www.nubo-design.de zur Homepage]
Pier
Bildungseinrichtungen
- Berufsbildende Schulen Cuxhaven [http://www.bbs-cuxhaven.de zur Homepage]
- Lichtenberg-Gymnasium Cuxhaven [http://www.lichtenberg-gymnasium.de zur Homepage]
- Amandus-Abendroth-Gymnasium Cuxhaven [http://www.aag-cuxhaven.net zur Homepage]
- Geschwister-Scholl-Schule Altenwalde
- Franzenburger Schule
- Realschule Cuxhaven [http://www.realschule-cuxhaven.de zur Homepage]
- Volkshochschule der Stadt Cuxhaven [http://www.cuxhaven.de/vhs/ zur Homepage]
- Staatliche Seefahrtschule Cuxhaven [http://www.seefahrtschule.de zur Homepage]
Stadtgliederung
Einwohnerentwicklung
(jeweils zum 31. Dezember)
Städtepartnerschaften
Sagen und Legenden
Quelle:
„Hake Betken siene Duven“ Das Sagenbuch von Elb- und Wesermündung ISBN 3-931771-16-4 von den Männern vom Morgenstern
Sonstiges
Mit dem Wernerwald befindet sich in Cuxhaven (Kurteil Sahlenburg) neben einem Wald bei Sankt Peter-Ording das einzige Waldgebiet Deutschlands, das direkt an der Nordseeküste liegt.
In diesem Waldgebiet befindet sich unmittelbar westlich neben dem Waldweg Arensch-Sahlenburg eine u-förmige Bodenmulde, welche durch Beseitigung der Startstelle der Operation Backfire (genaue Lage, siehe [http://www.modellraketenbau.de/countdown/images/karte.gif] ) entstand.
In Cuxhaven befindet sich der 230 Meter hohe Friedrich-Clemens-Gerke-Turm, ein für die Öffentlichkeit nicht zugänglicher Fernmeldeturm.
Überdachter Spielplatz
Um Kindern auch bei schlechten Wetter einen großen Spielplatz bieten zu können, wurde unter dem Namen " Käpt's Cux's Hafen" in der Abschnede auf ca. 2.400 m² Platz für ca. 300 Kinder geschaffen.
Angelgewässer
- Altenwalder Angelpark Karpfen, Aal und Forelle
- Hahn am Blink in Wehldorf Aal, Barsch, Brasse, Forelle, Hecht, Karpfen und Weissfisch
- Altenbrucher Kanal, Brake Aal, Barsch, Brasse, Forelle, Hecht, Karpfen, Rotfeder, Rotauge, Weissfisch und Zander
- Elbe Aal, Herring, Stint oder Scholle
Hochseeangeln
Auf verschiedenen Schiffen, wie etwas der 24m lange, und 11kn schnelle MS "Jan Cux" oder der neun Meter längeren MS "Jan Cux II" können Fahrten rund um Helgoland zum Hochseeangeln unternommen werden. Auf diesen Tagenstouren kann jagt auf Markrelle, Dorsch oder Katzenhai gemacht werden.
Bild:Cuxhaven-Doese-Beach.JL.jpg|Strand in Cuxhaven-Döse
Bild:Kurhaus.cuxhaven.JL.jpg|Kurpark in Döse
Image:Cuxhaven_heine.jpg|Heinrich Heines Cuxgedicht
Image:Cuxhaven_elbe_1.jpg|Das Museumsschiff "Feuerschiff Elbe 1"
Image:Cuxhaven_Kugelbake_01.jpg |Kugelbake am Abend
Image:Cuxhaven_kontrollzentrum.jpg|Das Kontrollzentrum für die Schifffahrt in der Deutschen Bucht
Image:Cuxhaven_rammpfahl.jpg|Die Spitze eines Rammpfahls der "Alten Liebe"
Image:Luedingworth_windmuehle_01.jpg|Eine Windmühle in Lüdingworth
Image:altenbruch_leuchtturm.jpg |der alte Leuchtturm in Altenbruch
Image:Cuxhaven_hapag_hallen_01.jpg|Die Hapag Hallen, früher der Abschiedsbahnhof der Auswanderer
Image:Cuxhaven_steubenhoeft.jpg|Der Steubenhöft, für Auswanderer im 19. Jahrhundert der Abschied von Deutschland
Weblinks
- [http://www.cuxhaven.de/ Städtische Webseite]
- [http://www.torzursee.de/cuxhaven.htm Impressionen bei www.torzursee.de]
- [http://www.cuxiland.de Cuxhaven im Bild]
- [http://www.stadt-eintrag.de/satelitenbilder/27472_Cuxhaven_15358.html Satellitenbild von Cuxhaven]
Kategorie:Ort in Niedersachsen
Kategorie:Raketenstartplatz
Kategorie:Ort mit Seehafen
Goslar
Goslar ist Große selbständige Stadt und Kreisstadt des Landkreises Goslar in Niedersachsen und Weltkulturerbe der UNESCO. Die Stadt Goslar vergibt in Zusammenarbeit mit dem Verein zur Förderung moderner Kunst Goslar, jährlich den Goslarer Kaiserring, einen der weltweit bedeutendsten Kunstpreise. Die nächsten größeren Städte sind Bad Harzburg und Wernigerode etwa 10 km und 27 km östlich gelegen. In südlicher Richtung, über den Harz hinweg, ist in etwa 25 km Entfernung Osterode. Im Norden liegt in einer Entfernung von etwa 16 km die Stadt Salzgitter.
Geographie
Die Stadt liegt im Nord-Westharz. Durch Goslar fließt die Gose, die allerdings ab dem Stadtgebiet Abzucht heißt, ein Nebenfluss der Oker. In der Nähe liegen der Grane-Stausee und die Okertalsperre.
Okertalsperre
Geschichte
Okertalsperre
Goslar wurde 922 durch Heinrich I. gegründet. Schon im 11. Jahrhundert wurde eine Kaiserpfalz durch Heinrich II. in der Stadt gebaut. Grund war das nahe reichhaltige Silberbergwerk im Rammelsberg. Zu dieser Zeit gelangte eine Silbermünze aus Goslar bis zu den Färöern, wie der Münzfund von Sandur belegt. Erweitert wurde die Pfalz durch Heinrich III.. Sie war damit die größte Pfalzanlage der Salier. Die Stadt wurde daraufhin ein wichtiger Herrschaftsort des Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nation. Hier fanden Reichstage statt und oft wurde die Stadt von Kaisern und Königen besucht. Nach dem letzten Besuch eines Königs (Wilhelm von Holland) im Jahre 1253 entwickelte sich Goslar zu einer Freien Reichsstadt und wurde Hansestadt. 1500 wurde Goslar Teil des Niedersächsischen Reichskreises.
Über der Kaiserstadt Goslar erhebt sich der Rammelsberg (635 m), der das erst 1988 stillgelegte Silbererzbergwerk beherbergt. Schon während der Ottonenzeit wurde nachweislich auf dem Berg systematisch Erz abgebaut.
Seit 1992 steht die mittelalterliche Altstadt von Goslar und das Erzbergwerk Rammelsberg auf der UNESCO-Liste des Kultur- und Naturerbes der Menschheit (s. Weltkulturerbe).
Aufgrund des Rammelsberges gab es viele Jahre Streitigkeiten der Stadt mit dem Herzog von Braunschweig, welcher es letztendlich auch schaffte, die Stadt zu erobern.
1802 verlor Goslar seinen Status als Freie Reichsstadt und wurde preußisch. Im 19. Jahrhundert lag die Stadt wirtschaftlich am Boden und viele historische Gebäude wurden abgerissen, darunter auch der Dom. Aus dieser Krise wurde die Stadt erst wieder durch die Reformen Christian von Dohms erweckt.
Von 1936 bis 1945 hatte Goslar den nationalsozialistischen "Ehrentitel" "Reichsbauernstadt".
In den 1960er und 1970er Jahren kamen die ersten südeuropäischen "Gastarbeiter" nach Goslar und arbeiteten vor allem bei der Fa. Odermark.
Im Stadtgebiet sind mittlerweile zwei sunnitische Moscheen erbaut worden, die jeweils dem Präsidium für Religionsangelegenheiten der Republik Türkei und der Islamischen Gemeinschaft Milli Görüs untergliedert sind. Einmal im Jahr findet ein "Tag der offenen Tür" statt, um den Goslarern die Gelegenheit zu geben, die islamische Religion näher kennenzulernen.
Einwohnerentwicklung
(jeweils zum 31. Dezember)
- 1998 - 44.916
- 1999 - 44.567
- 2000 - 44.278
- 2001 - 44.123
- 2002 - 43.896
- 2003 - 43.727
- 2004 - 43.422
Politik
Wappen
Das Wappen ist seit der Mitte des 14. Jahrhunderts nachweisbar. Aber schon ein Jahrhundert zuvor gab es Siegel der Stadt, die den Adler verwendeten. Der Adler ist das Wappentier der Kaisers und des Reiches. Goslar führt dieses Wappen, da die Stadt seit dem 11. Jahrhundert eine Kaiserpfalz hatte, und damit Kaiserresidenz war und seit 1290/1340 kaiserlich freie Reichsstadt gewesen ist.
Das Wappen zeigt auf Gold einen schwarzen rechtsgewendeten Adler, rot bezungt und rot bewehrt. Der Adler ist zusätzlich als Bronzeskulptur auf dem Brunnen des Marktplatzes montiert.
1340
Stadtoberhäupter
bis 1921 Bürgermeister, ab 1921 Oberbürgermeister
- 1917-1933: Friedrich Klinge (ab 1921: Oberbürgermeister)
...
- 1948-1949: Friedrich Klinge, DP
...
- 2001 bis heute: Dr. Otmar Hesse, SPD
Rat
SPD
Der Rat der Stadt Goslar besteht aus 40 Mitgliedern. In der Wahlperiode vom 1. November 2001 bis 31. Oktober 2006 verteilen sich die Sitze wie folgt.
Wirtschaft
Industrie
Größter Arbeitgeber im Landkreis ist das Chemieunternehmen H.C. Starck, das unter anderem für seine metallischen (Tantal, Wolfram, Molybdän) und keramische (Cobald, Nickel, Bor) Pulver bekannt ist. Als weitere größere Betriebe im Landkreis sind die Firmen Harzer Zinkoxyde und Chemetall zu nennen. Chemetall produziert beispielsweise Lithiumprodukte, welche in Batterien und anderen Produkten wieder zu finden sind. Des Weiteren ist die Firma Electrocycling angesiedelt, die eine der größten Recyclinganlagen für Elektrogeräte in Europa betreibt. Firma Trinks ist ein großer Getränkelogist, der deutschlandweit vertreten ist und seinen Hauptsitz in der Kaiserstadt begründet.
Bundeswehr
Im Fliegerhorst Goslar wird die Grundausbildung von etwa 650 Wehrpflichtigen pro Quartal in 5 Kompanien durchgeführt. Er wird im Rahmen der Transformation der Bundeswehr voraussichtlich zum Ende des Jahres 2007 geschlossen werden.
Verkehr
Goslar hat einen Zentralen Ortsbahnhof (ZOB) "Goslar" in Innenstadtnähe und einen weiteren Bahnhof im Stadtteil Oker. Durch das Stadtgebiet verlaufen die Eisenbahnstrecken von Halle (Saale) über Wernigerode und Goslar nach Salzgitter-Hildesheim-Hannover sowie eine Strecke von Braunschweig nach Kreiensen. Von Goslar aus führt ferner eine Strecke nach Bad Harzburg.
Durch die Stadt verlaufen die Bundesstraßen B 6, die B 82 und die B 241. Ferner beginnt hier die B 498, die von hier in den Harz führt.
Bildungseinrichtungen
Das Ratsgymnasium kann auf eine inzwischen 475-jährige Geschichte zurückblicken und auch das Christian-von-Dohm-Gymnasium hat eine 200-jährige Tradition. Eine der schönsten und ältesten Schulen ist die direkt in der Stadt gelegene "Realschule Hoher Weg". Weiterhin befinden sich in Goslar zwei Berufsbildende Schulen (BBS am Stadtgarten und BBS Bassgeige). An der BBS am Stadtgarten werden wirtschaftlich Interessierte weitergebildet. Schulformen dort sind Fachoberschule Wirtschaft, Wirtschaftsgymnasium und die Höhere Handelsschule. An der BBS Bassgeige sind die Schulformen Fachoberschule Gestaltung, Sozialwesen und Technik vertreten. Mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung kann man an der BOS das Abitur machen.
Im Stadtgebiet existierende Schulen
Grundschulen:
- Grundschule Goetheschule
- Grundschule Hahndorf
- Grundschule Jerstedt
- Grundschule Jürgenohl
- Grundschule Oberoker
- Grundschule Sudmerberg
- Grundschule Unteroker
- Grundschule Worthstraße f. Schüler kath. Bek
- Schillerschule Grundschule
Realschulen:
- Realschule Goldene Aue
- Realschule Hoher Weg
- Realschule Oker
Hauptschulen:
- Hauptschule Kaiserpfalz
- Hauptschule Oker
Gymnasien:
- Ratsgymnasium Goslar
- Christian-von-Dohm-Gymnasium
Berufsbildende Schulen:
- Berufsbildende Schulen Goslar
- Berufsbildende Schulen Goslar-Baßgeige
Andere:
- Neue Waldschule Hahnenklee Staatlich anerkannte Ersatzschule
- Pestalozzischule Schule f. Lernbehinderte
- Studienseminar Goslar für das Lehramt an Grund-, Haupt- und Realschulen
Christian-von-Dohm-Gymnasium
Städtepartnerschaften
- Arcachon (Frankreich, seit 1965)
- Beroun (Tschechien, seit 1989)
- Brzeg (Polen, seit 2000)
- Windsor and Maidenhead (Vereinigtes Königreich, seit 1969)
Stadtgliederung
Die Stadt Goslar besteht aus folgenden Stadtteilen:
- Altstadt
- Innenstadt
- Hahndorf: Der dörfliche Stadtteil in Goslars Norden hat mehr zu bieten als nur das Klostergut Grauhof,
- Hahnenklee-Bockswiese: Heilklimatischer Kurort im Oberharz mit vielfältigen Erholungs- und Erlebnismöglichkeiten,
- Jerstedt: Landwirtschaftliches Dorf in Goslars Norden,
- Jürgenohl und
- Kramerswinkel: Zwei Stadtteile mit junger Geschichte,
- Ohlhof: Moderner, gemütlicher Stadtteil nord-östlich von Goslar,
- Oker: Industriell geprägter Stadtteil mit Charakter,
- Sudmerberg: gemütliche Wohnsiedlung östlich von Goslar,
- Georgenberg: innenstadtnahes Wohnviertel.
Oker
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Museen
- Goslarer Stadtmuseum
- Bergbaumuseum Rammelsberg (Silbererzabbau)
- Museum des späten Mittelalters (im Zwinger)
- Moderne Kunst: Mönchehaus Museum Goslar
Bauwerke
- Romanische Kaiserpfalz
- Großes Heiliges Kreuz (Hospiz aus dem Mittelalter)
- Marktplatz mit gotischem Rathaus und Marktkirche St. Cosmas und Damian
- Kaiserworth (Gildehaus aus dem Jahre 1494)
- Domvorhalle (Stiftskirche St. Simon und Judas von 1047)
Veranstaltungen
- Goslarer Tage der Kleinkunst (Jährliches Kultur-Festival, jeweils in der Woche nach Pfingsten)
- das Schützen- und Volksfest Goslar dauert zehn Tage und beginnt immer am Freitag vor dem ersten Montag im Juli. An den beiden Freitagen findet um 23 Uhr ein Feuerwerk statt und am ersten Samstagnachmittag ein Schützenumzug. Rund 300 Schaustellerbetriebe und etwa 15 Fahrgeschäfte beleben den Festplatz „Osterfeld“ in der Altstadt (2005 vom 1.-10. Juli).
Kaiserpfalz
Kaiserpfalz
Söhne und Töchter der Stadt
- Moritz Graf von Sachsen, ( - 28. Oktober 1696 - † 30. November 1750), deutscher Feldherr, Marschall von Frankreich und Kriegstheoretiker in französischen Diensten
- Johann Nikolaus Frobes, genannt Frosbeius; ( - 1701 - † 1756), Mathematiker
- Adolf Grimme ( - 1889 - † 1963)
- Lutz Mackensy ( - 11. März 1944), Schauspieler und Synchronsprecher
- Sigmar Gabriel ( - 12. September 1959), Politiker (SPD), von 1999 - 2003 Ministerpräsident des Landes Niedersachsen sowie seit November 2005 Bundesumweltminister
Literatur
- Gottschalk, Werner: Chronik der Stadt Goslar : 919 - 1919 ; unter Einbeziehung des Reichs- bzw. Landesgeschehens und des Umlandes der Stadt, Goslar : Brumby, 1999 - Bd. 1: 919 - 1802. - 1999. - XI, 470 S. : Ill., graph. Darst., Kt. , ISBN 3-934231-20-9
- Deutscher Städteatlas; Band: II; 5 Teilband. Acta Collegii Historiae Urbanae Societatis Historicorum Internationalis - Serie C. Im Auftrag des Kuratoriums für vergleichende Städtegeschichte e. V. und mit Unterstützung der Deutschen Forschungsgemeinschaft, hrsg. von Heinz Stoob †, Wilfried Ehbrecht, Jürgen Lafrenz und Peter Johannek. Stadtmappe Goslar, Autor: Heinz Stoob. ISBN: 3-89115-316-3; Dortmund-Altenbeken, 1979.
Weblinks
- [http://www.goslar.de/ Goslar - offizielle Seite]
- [http://www.harz-paradies.de/ Touristische Informationsseite Goslar - Harz]
- [http://www.schaetze-der-welt.de/denkmal.php?id=103 Unesco-Weltkulturerbe], RealPlayer Video (14 Min.)
- [http://www.raymond-faure.com/ Goslar in 1800 Bildern]
- [http://www.hoeckmann.de/deutschland/niedersachsennord.htm Karte Niedersachsen 1789]
-
Kategorie:Ort in Niedersachsen
Kategorie:Weltkulturerbe in Deutschland
Kategorie:Reichsstadt
Hameln
Hameln ist eine große selbständige Stadt an der Weser im Bundesland Niedersachsen. Hameln ist vor allem bekannt durch die Sage vom Rattenfänger von Hameln, die die lokale Tradition auf das Jahr 1284 datiert.
Geografie
Stadtgliederung
- Afferde
- Hastenbeck
- Halvestorf (besteht aus den Ortsteilen Halvestorf, Bannensiek Weidehol und Hope)
- Haverbeck
- Hilligsfeld (besteht aus den Ortsteilen Groß und Klein Hilligsfeld)
- Sünteltal (besteht aus den Ortsteilen Holtensen, Welliehausen, Unsen)
- Klein Berkel/Wangelist
- Tündern
- Wehrbergen
- Rohrsen
Tündern
Geschichte
Früheste Spuren
Erste Siedlungsspuren im heutigen Stadtgebiet von Hameln gehen bis in die Steinzeit zurück. Ungeklärt ist, ab wann sich auf dem Boden der heutigen Altstadt erste dörfliche Strukturen herausbildeten.
Im Jahre 802 oder 812 errichteten der sächsische Graf Bernhard und seine Frau Christina auf ihrem Gut in Hameln eine Eigenkirche. Im Jahre 826 starben beide kinderlos, die Besitzung geht an die Reichsabtei Fulda über. Diese gründete im Jahr 851 an dem günstig gelegenen Weserübergang ein Benediktinerkloster. Die ersten Nennungen nennen den Ort als "Hamela" oder "Hameloa".
Klostergründung
Im Laufe der Zeit bildete sich vor dem in ein Kollegiatstift umgewandelten Kloster (urkundliche Nennungen 1054 und 1074) eine Marktsiedlung, die um 1200 erstmals als Stadt genannt wird.
Damit gehört Hameln zu den allerersten Städten im ehemaligen Königreich Hannover.
Im Jahr 1209 wird erstmals eine (Stifts-)Mühle in Hameln erwähnt.
Die Stadthoheit über Hameln liegt im 12. und 13.Jahrhundert bei der Abtei Fulda bzw. ihren Stiftsvögten in Hameln, den Grafen von Everstein. Die geistliche Oberhoheit liegt beim Bischof von Minden. Im Jahr 1259 verkauft der Abt von Fulda seine Rechte an Hameln an den Bischof von Minden. Das Hamelner Bürgerheer, welches dieses nicht hinnehmen will, unterliegt 1260 in der Schlacht von Sedemünder dem Bischof von Minden. Im Verlauf weiterer Auseinandersetzungen erwirbt Herzog Albrecht von Braunschweig 1268 die Vogtei über Hameln. Im Jahr 1277 bestätigt er der Stadt mit einem Privileg ihre bis dahin innegehabten Rechte.
Rattenfänger
Privileg
Weltweite Bekanntheit erlangt Hameln durch den bald darauf im Jahre 1284 erfolgten Auszug der "Hämelschen Kinder", aus welchem sich später die Rattenfängersage entwickelt. Die Datierung auf dieses Jahr geht auf das Spätmittelalter zurück, der älteste Bericht hierzu datiert aus der Zeit zwischen 1430 und 1450.
Hanse
1426 wird Hameln Mitglied der Hanse, welcher es bis 1572 angehört. 1540 wird die Reformation eingeführt.
Reformation
Im 16. Jahrhundert erfolgte ein wirtschaftlicher Aufstieg, der bis zum Dreißigjährigen Krieg anhält. Im Wettstreit der reichen Kaufmannschaft mit dem Landadel entstehen in dieser Zeit die prächtigen Bauten der Weserrenaissance, die das Stadtbild noch heute schmücken.
Im Laufe des Dreißigjährigen Krieges besetzt 1625 König Christian IV. von Dänemark als Kriegsoberster des Niedersächsischen Reichskreises die Stadt. Ihm folgt der kaiserliche Feldherr Tilly. Die kaiserliche Besatzung währt bis 1633, als Herzog Georg von Braunschweig-Lüneburg und die schwedischen Truppen die kaiserlichen Besatzungstruppen belagern. Nach ihrer Niederlage bei Hessisch-Oldendorf kapituliert Hameln am 3. Juli 1633 vor dem Herzog Georg von Calenberg.
Festung
Im Jahr 1664 beginnt der Ausbau der Stadt zur welfischen "Haupt- und Prinzipalfestung". Der erste Bauabschnitt der Festung gilt 1684 als abgeschlossen. 1664-1668 wird die Stadt mit sternförmigen Bastionen umgeben.
Im Jahr 1690 werden durch herzogliches Privileg in Hameln Refugiés aus Frankreich (Hugenotten) angesiedelt.
1734 wird auf dem Werder bei Hameln die erste in staatlicher Regie errichtete Weserschleuse in Betrieb genommen, die den Schiffern bei der Überwindung des berüchtigten "Hamelner Loches" hilft.
1774-1784 werden auf dem Klüt unter König Georg III. von England-Hannover drei Forts angelegt. Damit wird Hameln zum uneinnehmbaren Gibraltar des Nordens, der stärksten Festung des damaligen Fürstentums Hannover.
Nach der Schlacht bei Jena kapitulierte Hameln 1806 kampflos vor Napoleon, auf seinen Befehl wurden bis auf zwei Stadttürme alle Befestigungen 1808 geschleift. So wurden die Voraussetzungen für eine weitere Ausweitung der Stadt geschaffen.
Kreisfreie Stadt
1866 wurde Hameln nach 700-jähriger Oberhoheit der Welfen preußisch 1923 kreisfreie Stadt.
Ende 1935 wird das Gefängnis Hameln von den Nationalsozialisten in ein Zuchthaus umgewandelt. Nach dem Krieg werden dort von der britischen Besatzung über 200 Kriegsverbrecher hingerichtet.
In Hameln befand sich ein großer Stützpunkt der britischen Rheinarmee (Militärbasen im Ausland). Infolge der Konvertierung von Militäranlagen in Wohnanlagen entsteht derzeit dort ein hervorragendes Wohngebiet in denkmalgeschützten, ehemaligen Militärbauten.
Bis zur Auflösung der Regierungsbezirke in Niedersachsen gehörte Hameln dem Regierungsbezirk Hannover an.
Einwohnerentwicklung
- 1689 - 2.398
- 1825 - 5.326
- 1905 - 21.385
- 1939 - 32.000
- 1968 - 48.787
- 1998 - 58.762
- 1999 - 58.544
- 2000 - 58.807
- 2001 - 59.052
- 2002 - 59.156
- 2003 - 58.902
- 2004 - 58.676
(ab 1998 jeweils zum 31. Dezember)
Politik
PDS
Wappen
Das Stadtwappen zeigt im roten Felde einen bogenförmig geschärften silbernen Mühlstein, belegt mit einem aufrecht gestellten blauen Mühleisen. Der Schild ist gekrönt von der stilisiert dargestellten doppeltürmigen, mit vier Querdachgiebeln besetzten silbernen Münsterkirche St. Bonifatius, deren Fenster, Turmdächer und Kreuzblumen blau und deren Mitteldach rot tingiert sind.
In der Form des Prachtstücks zeigt das Stadtwappen die mit der Wappenfigur belegte und mit unterschiedlichen Turmhelmen ausgestattete Münsterkirche als Helmzier sowie zwei Löwen als Schildhalter.
Städtepartnerschaften
- Quedlinburg
- Torbay (England)
- Saint-Maur-des-Fossés (Frankreich)
- Kalwaria Zebrzydowska (Polen)
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Theater
Das Theater Hameln (ehemals Weserbergland-Festhalle) bietet rd. 700 Besuchern als Bespiel-Theater einen umfangreichen Spielplan an. Über Konzerte, Musicals, Opern, Komödien bis hin zur Kleinkunst und dem Kinder- und Jugendtheater sorgen rd. 150 Veranstaltungen für eine große Auswahl an unterhaltsamen Theaterbesuchen.
Bauwerke
Hameln bietet ein nahezu geschlossenes mittelalterliches Stadtbild mit einer großen Zahl prachtvoller Fachwerk- und Renaissance-Steinhäuser. Repräsentativer Mittelpunkt der Altstadt sind Osterstraße und Markt.
Besonders zu erwähnen sind:
- Stiftsherrenhaus von 1558, an den Fachwerkkonsolen reicher Figurenschmuck. Eines der wenigen Häuser die nicht den Giebel zur Strasse zeigen, sondern sozusagen quer stehen. 1558
- Leist-Haus von 1585-89, in feinsten Renaissanceformen, Relieffries der sieben Tugenden und Lukretia im Erkergiebel, heute Heimatmuseum 89
- Rattenfängerhaus mit reich verziertem Renaissancegiebel von 1603, gut gegliederte Fassade mit Erker 1603
- Dempter-Haus, 1607-08 von dem im Dreißigjährigen Krieg so bedeutenden Bürgermeister von Dempter erbaut, Fachwerk mit einer Überfülle von Renaissanceschmuck. Dreißigjährigen Krieg
- Hochzeitshaus, monumentales Fest- und Feierhaus der Stadt (jetzt Zentrum der "Erlebniswelt Renaissance", des ersten Science Centers zur Geschichte in Europa), im Stil der Weserrenaissance 1610-17 erbaut; Rattenfänger-Kunst und Glockenspiel (Figurenumlauf 13 und 17.30 Uhr, Rattenfänger- und Weserlied)
- Zwei erhaltene Mauertürme der Stadtbefestigung
- Garnisonskirche, ein schlichter Barockbau von 1713 mit Stift zum Heiligen Geist (heute: Sparkasse)
- Münsterkirche St.Bonifatius (evangelisch), dreischiffige gotische Hallenkirche mit achteckigem Vierungsturm und romanischer Krypta, 1870-75 nach zweckfremder Benutzung restauriert
- Marktkirche St.Nikolai (evangelisch), vor 1200 erbaut, 1945 zerstört, 1957-1959 wiederaufgebaut, romanische und gotische Teile wieder verwendet, modern ausgestattet
Parks
Stadtwald und der Bürgergarten nahe der Hamelner Altstadt.
Der Bürgergarten im Osten der Altstadt ist eine schöne, zentral gelegene Parkanlage. Er ist sowohl bei Touristen wie auch den Einwohnern Hamelns sehr beliebt. In der Sommerzeit ist er Spielort für große Openair-Konzerte. Seine zentrale Lage und die hervorragende Eingrenzung, sowie der Baumbestand machen ihn zu einer Konzert-Location der Spitzenklasse.
Sport
Bekannt ist Ham | | |