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| Großer Beerberg |
Großer BeerbergDer Große Beerberg ist mit 982,9 m NN die höchste Erhebung des Thüringer Waldes und befindet sich im Ilm-Kreis, nördlich von Suhl-Heidersbach / Suhl-Goldlauter.
Auf seinem Gipfel liegt eines der wenigen erhaltenen Hochmoore im Thüringer Wald. Bis Ende der 1980er Jahre befand sich auf dem Berg ein inzwischen abgerissener Aussichtsturm. Der Große Beerberg besteht aus Porphyrgestein. Knapp unterhalb des Gipfels verläuft die Rennsteigverbindung Oberhof - Schmücke.
Dem Großen Beerberg gegenüber liegt der Schneekopf mit 978 m NN, die zweithöchste Erhebung des Thüringer Waldes. Der Schneekopf wurde in der DDR von der Sowjetarmee militärisch genutzt (Radar- und Funkabhörzentrale) und war für die DDR-Bevölkerung nicht zugänglich.
Kategorie:Berg in Thüringen
Kategorie:Suhl
Thüringer Wald]
Der Thüringer Wald ist ein ca. 130 km langes und bis zu 35 km breites waldreiches Mittelgebirge im Freistaat Thüringen und zu einem kleinen Teil auch in Bayern. Auf dem Kamm des Thüringer Waldes verläuft der Wanderweg Rennsteig.
Der Thüringer Wald erstreckt sich von Eisenach südlich von Gotha über Waltershausen und Oberhof, wo sich eines der bekanntesten deutschen Wintersportzentren befindet, nach Ludwigsstadt in Bayern. In Richtung Südosten, ab etwa einer Linie Gehren - Lichtenau, geht der eigentliche Thüringer Wald in das Thüringer Schiefergebirge über.
Der höchste Berg des Thüringer Waldes ist der Große Beerberg bei Suhl (982,9 m). Weitere bedeutende Berge des Thüringer Waldes sind der Inselsberg (916 m) und der Schneekopf (978 m). Das Gebirge besteht zu großen Teilen aus dem vulkanischen Gestein Porphyr z. B. der Falkenstein.
Aufgrund des geologischen Untergrundes und der Querriegelwirkung des Gebirgsrumpfes des Thüringer Waldes in der Hauptwetterrichtung Europas und der damit verbundenen hohen Niederschlagsmenge hat die Erosion aus der gehobenen Bruchscholle des Gebirgskörpers ein Gebirge mit ausgeprägtem Relief herausmodelliert. Der Thüringer Wald weist daher eine höhere Reliefenergie als andere Mittelgebirge auf. Dies hat zum Beispiel einige Autoren im 18. Jahrhundert, als eine genaue Höhenmessung der Berge noch nicht möglich war, dazu veranlasst, die Berge des Thüringer Waldes (im Besonderen den Schneekopf) auf ihr Erscheinungsbild hin nach dem Brocken im Harz zu den höchsten Bergen Deutschlands zu zählen.
Von Gotha über Waltershausen nach Tabarz fährt die Überlandstraßenbahn "Thüringerwaldbahn". Bei Eisenach befindet sich die Wartburg.
Siehe auch
- Waldgesellschaften Mitteleuropas
- Liste der Berge in Thüringen
Weblinks
- http://www.thueringer-wald.de
- http://www.naturpark-thueringer-wald.de
- http://www.thueringer-wald-info.de
- http://www.thueringerwaldverein.de
Kategorie:Deutsches Mittelgebirge
Kategorie:Geographie (Thüringen)
Kategorie:Waldgebiet
Hochmoor
Hochmoore, auch Regenmoore genannt, verdanken ihre Entstehung in den Jahrtausenden nach der letzten Eiszeit meist der Sukzession von Niedermooren oder dem Wachstum von Torfmoosen auf nährstoffarmen Böden in Gebieten mit hohen Niederschlägen und geringer Verdunstung. Sauerstoffmangel und hoher Säuregrad im ständig feuchten Substrat hemmen die Zersetzung von abgestorbenen Pflanzenteilen und führen zur Torfbildung. So wächst das Hochmoor allmählich, häufig uhrglasförmig, über das Niveau des Grundwasserspiegels, daher der Name Hochmoor. Ferner wird (im Gegensatz zum Niedermoor) kein nährstoffreiches Oberflächenwasser in das Hochmoor eingetragen, da der im Hoch- oder Regenmoor ausgebildete Moorwasserspiegel im Moorkörper selbst keinen Kontakt mehr zum Mineralboden besitzt. In diesem Zustand erhält das Moor seine Feuchtigkeit, sowie seine Nährstoffe (Flugstaub) nur aus dem Regenwasser (Ombrotrophie). Daher wachsen Hochmoore auch nur bei ausreichenden Niederschlägen und sind allgemein nährstoffarm. Aufgrund dieser Nährstoffarmut haben Hochmoorpflanzen Strategien entwickelt, um an Nährstoffe (z.B. Venusfliegenfallen als Proteinsammler) zu gelangen.
Weitere charakteristische Strukturen der Hochmoore in Mitteleuropa sind der baumfreie Hochmoorkern und das typische Bulten-Schlenken-Mosaik: flache nasse Vertiefungen (Schlenken), die sich mit trockeneren Torfmooskuppen (Bulte) abwechseln. Größere Wasseransammlungen inmitten der Hochmoore werden als Kolke oder Mooraugen (huminsäurereiche Gewässer) bezeichnet, die nassen Bereiche an den Außenrändern als Randlagg. Die extreme Nährstoffarmut und der niedrige pH-Wert der Hochmoorlebensräume bedingen eine hochspezialisierte einzigartige Flora und Fauna mit einer Vielzahl gefährdeter Arten. Durch künstliche Entwässerung und Torfabbau wurden in Deutschland viele Hochmoore trockengelegt und zerstört.
Beispiele für Hochmoorlandschaften sind das Hohe Venn im deutsch-belgischen Grenzland südlich von Aachen sowie der Große und Kleine Kranichsee bei Carlsfeld und das Georgenfelder Hochmoor bei Zinnwald, beide im Erzgebirge.
Siehe auch: Niedermoor, Zwischenmoor
Kategorie:Bodentyp
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Porphyr
Porphyr (griech. für purpurfarben) ist der Sammelbegriff für ein Eruptivgestein, das große, gut ausgebildete, in einer feinkörnigen Masse eingebettete Kristalle besitzt. Nach dem Porphyr als typprägendes Gestein ist daher auch das porphyrisches Gefüge benannt.
Entstehung
Diese Besonderheit im Gefüge entsteht, wenn es zu rapiden Veränderungen in den äußeren Bedingungen kommt, etwa wenn langsam auskristallisierendes Material durch einen Austritt aus dem Vulkan plötzlich sehr schnell abgekühlt wird und durch das schnelle Abkühlen am Ausbilden weiterer großer Kristalle gehindert wird. Deshalb finden sich oft Porphyr-Bomben, das heißt äußerlich feinkörnige, kugelgestaltige Steine, die im Inneren gut ausgebildete Kristalle mit Hohlräumen haben, zum Beispiel Schneekopf-Kugeln. Die einzelnen Kristalle, die im ansonsten homogenen Gestein erkennbar sind, werden auch als Einsprenglinge bezeichnet. Das einzige Vorkommen von geschichteten Porphyr befindet sich im Val di Cembra in der Region Trentino/Italien.
Vertreter
Es wird allgemein zwischen quarzarmen und quarzreichen Porphyr unterschieden. Der typische Vertreter des quarzreichen Porphyr ist der Rhyolith (Quarzporphyr), der unter anderen im Thüringer Wald und am Haarstrang gefunden wird. Typisch für den quarzarmen Porphyr ist hingegen ein Ignimbrit.
Rochlitzer Porphyr ist eine hell- bis dunkelweinrote Art des Porphyrs mit teilweise gelber Äderung, die in Sachsen im Rochlitzer Berg nahe der Stadt Rochlitz vorkommt und als Baustoff für Mauerwerk, Treppen, Tür- und Fenstereinfassungen sowie Schmuckelemente verwendet wird. Weitere bedeutende Porphyrfelsen in Deutschland findet man bei den Bruchhauser Steinen, am Battert, im Odenwald (Schriesheimer Steinbruch), im Thüringer Wald (unter anderem Falkenstein) und im Tharandter Wald.
Eine weitere Sonderform bilden die Pechsteine.
Verwendung
Der herrlich schwarze und rote Porphyr wurde seit dem Alten Reich in Mons Porphyrites in Ägypten abgebaut, dem damals einzigen bekannten Abbaugebiet. Größere Abbauspuren stammen aus der römischer Zeit. Porphyr als Stein sieht recht unscheinbar aus und entfaltet seine volle Wirkung erst, wenn er geschliffen und poliert ist.
Porphyr aus Ägypten war sehr beliebt beim römischen Kaiser Konstantin (3. und 4. Jahrhundert). Es war ihm und seinen Bildnissen vorbehalten. Es gab Porphyrkreise in den Fußböden seiner Empfangshallen, die nur er betreten durfte, und auch seine Prinzen wurden in pophyrgetäfelten Geburtszimmern geboren, und in Porphyrsarkophagen später beerdigt
Kategorie:Gestein
Kategorie:Baustoff
Oberhof (Thüringen)
Oberhof ist eine Stadt im Landkreis Schmalkalden-Meiningen in Thüringen. Sie liegt am Kamm des Thüringer Waldes auf etwa 815 m ü. NN in der Nähe des Rennsteigs. Oberhof ist bekannt als das Wintersportzentrum Thüringens.
Geschichte
Oberhof wurde 1470 erstmals urkundlich erwähnt. 1861 kamen die ersten Feriengäste in den Ort. Mit der Fertigstellung des Brandleitetunnels der Bahnstrecke Erfurt - Ritschenhausen erhielt Oberhof 1884 Bahnanschluss. Bis 1918 gehörte der Ort zu Sachsen-Coburg und Gotha.
Im Jahr 1906 werden die erste Bobbahn und die erste Sprungschanze eingeweiht. Im Jahr 1931 werden im Ort erstmals Weltmeisterschaften ausgetragen, und zwar im Zweierbob und in der Nordischen Kombination. 1964 wird der Bau der Großschanze am Rennsteig für das Skispringen abgeschlossen. Im Jahr 1971 wird die Rennschlittenbahn fertiggestellt, auf der 1973 erstmals die Rodel-Weltmeisterschaften ausgetragen werden. Am 7. Oktober 1985 wird Oberhof das Stadtrecht verliehen.
Das jüngste sportliche Großereignis in Oberhof war die Austragung der Biathlon-WM im Februar 2004.
Einwohnerentwicklung
Entwicklung der Einwohnerzahl (ab 1994 31. Dezember):
: Datenquelle ab 1994: Thüringer Landesamt für Statistik
Politik
Städtepartnerschaften
- Winterberg
- Bad Neustadt an der Saale
- Lillehammer
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Naturdenkmäler
Am Südostrand der Stadt, in der Nähe des 868 m hohen Pfannteichskopfs bietet der Rennsteiggarten als Botanischer Garten Garten für Gebirgsflora auf 7 Hektar einen Überblick über ca. 4000 verschiedene Pflanzenarten aus vielen Gebirgsregionen der Erde.
Sport
Zu den Besonderheiten Oberhofs gehört die Konzentration vieler Wintersportanlagen auf engstem Raum, so zum Beispiel die Sprungschanzen (Hans-Renner-Schanze), das Biathlonstadion sowie die Rennschlittenbahn. Diese kann im Winter, wenn gerade keine Wettkämpfe auf ihr stattfinden, von jedermann für Ice-Rafting oder zum Bobfahren genutzt werden. Von Mai bis September gibt es auch Angebote für Sommerbobfahrten. Für Abfahrtsläufer wurde 1998 ein 800 m langer Hang für Abfahrtsläufer und Snowboarder einschließlich Sessellift, Beschneiungsanlage und Flutlichtbetrieb geschaffen. Die Stadt eignet sich im Winter auch besonders für Skilangläufer auf vielen Kilometern gespurter Loipen, während im Sommer die Gegend gut geeignet für Wanderungen ist. Auch der Rennsteig-Radfernweg führt durch die Stadt.
Die Rennsteig-Thermen bieten mit Freizeitbad und Saunalandschaft ganzjährigen Badespaß. Neben den Rensteigthermen gibt es den Hochseilgarten Woodjump, in dem man in 10 bis 14 m Höhe 20 Hochseilstationen erklettern kann.
Wirtschaft und Infrastruktur
Der Bahnhof liegt etwa 4 km von der Stadt entfernt auf 635 m Höhe über NN.
Weblinks
- Stadt Oberhof http://www.oberhofonline.de
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Kategorie: Ort in Thüringen
Kategorie:Schmalkalden-Meiningen
Kategorie:Wintersportgebiet
Schneekopf
Der Schneekopf bei Gehlberg (Landkreis Arnstadt (Ilm-Kreis)) ist mit 978 m ü. NN nach dem Großen Beerberg die zweithöchste Erhebung des Thüringer Waldes.
Der Berg ist vulkanischen Ursprungs und besteht aus Porphyr. Er ist bekannt für die hier vorkommenden Schneekopfkugeln, Porphyrkugeln (Drusen), die im Inneren Kristalle (Achate) ausbildeten. Sie entstanden bei einem Vulkanausbruch im Perm.
Der Gipfel mit dem Jägerstein war bis 1990 militärisches Sperrgebiet und sowjetischer Horchposten, heute zeugt hiervon nur noch ein Fernmeldeturm.
Unterhalb des Gipfels, der 1996 / 1997 renaturiert wurde, liegt das 38,5 ha große Naturschutzgebiet Schneekopfmoore am Teufelskreis.
Vom Gipfelplateau hat man eine gute Rundumsicht auf weitere Gipfel des Thüringer Waldes und der Rhön, über das Thüringer Becken hinweg bis zum Brocken im Harz und den Wintersportort Oberhof. Außerdem blickt man auf die Autobahnbrücke "Wilde Gera" (A 71), die mit 252 m Spannweite die größte Bogenbrücke Deutschlands ist.
Weblinks
- http://www.gehlberg.de
- http://mitglied.lycos.de/HerzogUwe/ThuerWald/Schneekopf.htm
Kategorie:Berg in Thüringen
Kategorie:Sehenswürdigkeit (Thüringen)
Sowjetarmee
Die Rote Arbeiter- und Bauernarmee (russisch Рабоче-Крестьянская Красная Армия, Rabotsche-Krestjanskaja Krasnaja Armija, kurz Rote Armee) war die Armee der sozialistischen Republiken. Meist bezeichnet der Begriff die Streitkräfte der Sowjetunion zwischen 1918 und 1946. Sie wurde unter der maßgeblichen Beteiligung Leo Trotzkis in der Revolutionszeit aufgebaut. Die Bezeichnung entstand im Verlauf des russischen Bürgerkrieges, als die Gegner als Weiße Armee bezeichnet wurden.
Von 1920-21 brachten die Kämpfe zwischen sowjetischen Roten und antisowjetischen Weißen auch eine Iranische Rote Armee in der Persischen Sowjetrepublik hervor. Seit 1927 existierte in China ebenfalls eine Rote Armee der Chinesischen Sowjetrepublik, die 1949 mit der Gründung der Volksrepublik China jedoch in Volksbefreiungsarmee umbenannt wurde.
Auch in Bayern gab es im Jahre 1919 eine Rote Armee. Diese war von der KPD im Zusammenhang mit der bayerischen Revolution gegründet worden und spielte in der Zeit der Münchner Räterepublik eine – allerdings nur episodenhafte – Rolle. Im Frühjahr 1920 kämpfte zudem noch eine Rote Ruhrarmee im Ruhrgebiet die zwar dazu beitrug,die Sezession des Rheinlandes zu verhindern, allerdings ebenfalls keine größere Bedeutung erlangen konnte.
Von 1946 bis zum Ende der Sowjetunion 1991 hieß die Armee der UdSSR offiziell Sowjetarmee, aber umgangssprachlich wurde sie vor allem in der westlichen Welt weiterhin oft fälschlicherweise als "Rote Armee" bezeichnet.
Gründung und Struktur
UdSSR
Die Rote Armee wurde durch einen Beschluss des Rates der Volkskommissare am 15. Januar (28. Januar n.d. Julianischen Kalender) 1918 gegründet. Sie ging aus der bereits vorher existierenden Roten Garde hervor. Leo Trotzki, Volkskommissar für Militärwesen von 1918 bis 1924, sah sich als "Gründer" der Roten Armee. Es gibt aber, vor allem unter den ehemaligen zaristischen Militärspezialisten, durchaus andere Auffassungen zu Trotzkis Rolle.
Der später in der Sowjetunion als offizieller Tag der Roten Armee ausgerufene Feiertag am 23. Februar ging auf den ersten Tag zurück, an dem 1918 in Petrograd und Moskau Soldaten rekrutiert wurden, auch auf den ersten Tag, an dem es zu Siegen bei Kämpfen zwischen der Roten Armee und den Truppen des Deutschen Reiches bei Pskow und Narwa kam. Der bis zum Ende der Sowjetunion wichtige Feiertag wird noch heute als Tag der Verteidiger des Vaterlandes gefeiert.
Bei ihrer Gründung war die Rote Armee eine Freiwilligenarmee ohne Rangabzeichen oder besondere Hervorhebung einzelner Funktionsträger. Kommandierende wurden demokratisch gewählt, auch konnten die Befehle der Offiziere durch die Untergebenen diskutiert und ggf. abgelehnt werden. Um die militärische Effizienz zu steigern, hob Stalin diese demokratischen Einrichtungen allerdings später wieder auf. Am 29. Mai 1918, mitten im Bürgerkrieg nach der Oktoberrevolution wurde die allgemeine Wehrpflicht für Männer zwischen 18 und 40 Jahren ausgerufen.
Da ein Mangel an Offizieren vor allem in höheren Kommandofunktionen bestand, wurden anfangs auf freiwilliger Basis Generale und Offiziere der zaristischen Armee gewonnen. Darunter waren auch Generale, die unter dem Zaren Fronten und Armeen befehligt hatten oder in hohen Stabsfunktionen tätig gewesen waren. Beispiele dafür sind Brussilow, Bontsch-Brujewitsch, Parski, Klembowski, Gutor.
Jeder Einheit der Roten Armee wurde ein Politkommissar oder Politruk (политический руководитель, politischer Führer) zugeteilt, der die Autorität besaß, Befehle von Kommandeuren aufzuheben, die gegen die Prinzipien der KPdSU verstießen. Dies verminderte zwar einerseits die militärische Effizienz, stellte aber andererseits die politische Zuverlässigkeit der Armee gegenüber der Partei sicher, was die Partei für geboten hielt angesichts der Tatsache, dass die Armee auf in der Zarenzeit ausgebildete Offiziere angewiesen war.
1918 wurden ehemalige Offiziere der Zarenarmee einberufen, wobei eine überwiegende Mehrheit treu ihren Dienst versah.
Viele dieser Offiziere dienten auch noch im zweiten Weltkrieg und danach in der Sowjetarmee. Beispiele dafür sind Schaposchnikow, Wassiljewski, Rokossowski, Goworow.
Die ursprünglich als Erbe des Zarismus abgeschafften Berufsoffiziere wurden 1935 wieder eingeführt. Den Generalstab bildeten Offiziere. Es gab nach Rapallo auch auf militärischem Gebiet eine deutsch-sowjetische Zusammenarbeit zwischen den Weltkriegen zum gegenseitigen Vorteil.
Während der großen Stalinschen Säuberungen, vor allem in den Jahren 1937 bis 1939, wurden sehr viele höhere Offiziere getötet oder in Gulags geschickt, da sie als eine Gefahr für die Machtposition Stalins angesehen wurden. Verhaftet wurden drei von fünf Marschällen der UdSSR, fünf von sechzehn Armeekommandeuren, alle Korpskommandeure, fast alle Kommandeure von Divisionen und Brigaden, etwa die Hälfte aller Regimentskommandeure.
Zweiter Weltkrieg
Am 22. Juni 1941, dem Tag des deutschen Angriffs auf die Sowjetunion, umfasste die Rote Armee etwa 4,7 Millionen Soldaten, von denen knapp die Hälfte im Westen stationiert war[http://www.dhm.de/lemo/html/wk2/kriegsverlauf/sowjetunion/]. Der deutsche Angriff, auf Befehl und unter starkem Einfluss Hitlers auf die militärische Planung und Durchsetzung, verfolgte das Ziel, die Sowjetunion und den "Bolschewismus" innerhalb kürzester Zeit zu vernichten und den deutschen "Lebensraum" bis zum Ural auszudehnen.
Der von gut ausgerüsteten und erfahrenen, wenngleich bereits zum Zeitpunkt des Einmarsches der Roten Armee personell unterlegenen deutschen Kräften ausgeführte Angriff traf die sowjetische Führung und die schlecht gestaffelte Rote Armee völlig überraschend. Selbst nach Stunden und sogar Tagen glaubte Stalin nur an eine zielgerichtete Provokation, um die unvorbereitete Sowjetunion in einen Krieg mit dem hochgerüsteten Deutschen Reich zu verwickeln.
Stalin ging davon aus, Hitler wolle im Gegensatz zur deutschen Generalität keinen Krieg mit der Sowjetunion. Tatsächlich war es umgekehrt. Während die Heeresleitung der Wehrmacht überwiegend aufgrund der Größe der Sowjetunion von einem Krieg gegen Stalin abriet, bestand Hitler auf seinem vorgefassten Plan zum "Feldzug Barbarossa".
Ausgangssituation
Für die Rote Armee erschwerten folgende Umstände die Verteidigung : Die sowjetischen Streitkräfte befanden sich zu diesem Zeitpunkt im "Umbau". Im Zuge der Stalinschen "Säuberungen" in den Jahren bis 1938, wurde nahezu das gesamte höhere Offizierskorps, von den Marschällen, allen voran der bekannte und beliebte M. N. Tuchatschewski, bis hin zu den meisten Generälen und Obersten, ermordet.
Hinzu kamen die Folgen von verfehlten Einschätzungen nach den Erfahrungen des Spanienkrieges über den Einfluss von motorisierten Verbänden, insbesondere Panzer-Verbänden im modernen Gefecht, die erst kurz zuvor unter dem Eindruck der deutschen Erfolge während der Überfälle auf Polen- und Frankreich, wieder korrigiert wurden. Zudem befanden sich viele der teilweise von Stalin persönlich initiierten Neuentwicklungen von modernen Panzern (T-34), Flugzeugen (Jak-1, MiG-3, Il-2) und Artilleriegeschützen noch in der abschließenden Phase. Die Massenproduktion hatte erst teilweise begonnen und nur wenige Einheiten waren mit gleichwertigem Kriegsgerät ausgerüstet.
Eine Verteidigung der Sowjetunion (SU) gegen die deutschen Angreifer wurde durch folgende Umstände begünstigt: Stalin hatte bereits Ende der 30er Jahre einen Großteil der Schwerindustrie hinter den Ural verlegen lassen und so gegen einen möglichen Überfall gesichert. Darüber hinaus wandte die SU Ende der 30er Jahre einen erheblichen Teil ihres Haushalts, etwa 50 %, für die Ausrüstung der Landesverteidigung auf, so dass die Rote Armee umfangreicher gerüstet war, als die Französische Armee 1940. Ab August 1941 unterstützten die USA die Sowjetunion durch Hilfslieferungen.
Juni 1941 bis Dezember 1941
In den ersten Kriegswochen verlor die Armee trotz teilweise verzweifelten Widerstandes fast jedes Gefecht, hunderttausende Soldaten wurden gefangen genommen, große Teile der Ausrüstung wurden zerstört oder erbeutet. Der von Anfang an energische Widerstand der sowjetischen Einheiten führte jedoch bereits 1941 auch bei der Wehrmacht zu erheblichen Verlusten. Im Dezember 1941 waren fast alle seit Juni 1941 eingesetzten Panzer der Wehrmacht (im Juni 1941 etwa 3000) ebenso wie die gepanzerten Fahrzeuge der Roten Armee zerstört.
Die sowjetische Staatsführung änderte als Reaktion auf die Niederlagen ihre Strategie im Umgang mit der Armee. Die Propaganda zielte nicht mehr auf die politische Dimension des Klassenkampfes ab sondern wandte sich den patriotischen Gefühlen der Bevölkerung zu, bezog sich positiv auf die vorrevolutionäre russische Geschichte. Der Krieg gegen die deutschen Angreifer wurde als "Großer Vaterländischer Krieg" bezeichnet, eine Bezugnahme auf den "Vaterländischen Krieg" gegen Napoleon Bonaparte 1812. Traditionelle russische Helden wie Alexander Newski und Michail Kutusow wurden ein wichtiger Teil der Propaganda, Repressionen gegen die Russisch-orthodoxe Kirche hörten auf; die traditionelle Praxis, Waffen vor dem Gefecht kirchlich zu segnen, wurde wieder eingeführt. Politkommissare wurden zeitweise abgeschafft, militärische Ränge, Orden und Medaillen aus der Zarenzeit wieder eingeführt.
War die Rote Armee zum Kriegsbeginn im Sommer 1941 eine in Teilen schlecht ausgebildete und mit veralteter Technik ausgerüstete Armee, die nicht in der Lage war, den schlagkräftigen und kampferprobten Verbänden der angreifenden deutschen Wehrmacht Niederlagen beizubringen, änderte sich das im Verlaufe der nächsten zwei Jahre. Bis Herbst 1943 verwandelte sie sich in eine qualitativ und quantitativ deutlich überlegene Angriffsarmee, die in der Lage war, die Initiative auf dem Schlachtfeld zu erobern, aufwendige Offensiv-Operationen durchzuführen und diese auch erfolgreich abzuschließen. Nach dem überraschenden Überfall befanden sich zunächst alle Verbände der Roten Armee in der Defensive. Technologisch trotz hoher Haushaltsaufwendungen für die Landesverteidigung z. T. schlecht ausgestattet und mit ungeeigneter Strategie und Taktik operierend, verzeichnete die Rote Armee vor allem in den ersten Kriegsmonaten verheerende Verluste an Menschen und Material. Gemäß den Front- und Feldlazarett-Berichten verloren die sowjetischen Streitkräfte (Heer, Marine und Luftwaffe) im Zeitraum 22.06.1941-31.12.1941 3.137.673 Soldaten und Offiziere als Gefallene, Gestorbene, Vemisste oder Gefangene und 1.336.147 als Verwundete und Kranke (ohne Berücksichtigung der Verluste der Landwehr und Partisanen), und auch 20500 Panzer und 21200 Flugzeuge aller Typen. Der schnell vorstoßende und durch die gute Ausstattung mit Funkgeräten zu weitreichender Kommunikation fähige Gegner eroberte in kurzer Zeit die Luftherrschaft. Hochmotorisierte Panzereinheiten durchbrachen schlecht verteidigte Stellungen und stießen schnell in die Tiefe vor, so dass die Rote Armee keine durchgehende Front errichten konnte. Viele der veralteten Flugzeuge der Roten Armee wurden bereits in den ersten Tagen am Boden zerstört oder in kurzen Luftkämpfen abgeschossen. Verteidigende und zurückweichende Einheiten sahen sich von Beginn an permanenten Luftangriffen, vor allem durch die psychologisch wirkungsvoll mit Sirenen ausgestatteten Sturzkampfflugzeuge (Stukas), ausgesetzt. Fehlgeleiteter Widerstand und kompromisslose Haltebefehle führten zu katastrophalen Einkesselungen, die regelmäßig zu der Vernichtung ganzer Divisionen und Armeen führten, aber den Vorstoß der Wehrmacht immerhin entscheidend verzögerten. Erst kurz vor Moskau stabilisierte sich die Front. NKWD-Sperrverbände hinter der kämpfenden Truppe und drastische Maßnahmen, bis hin zur öffentlichen Erschießung von angeblichen Feiglingen taten ein Übriges. Gefangengenommene Rotarmisten galten als Verräter. Stalin weigerte sich später, mit Hitler Kriegsgefangene, darunter auch seinen in den ersten Kriegswochen gefangenen Sohn Jakow, der später im KZ Selbstmord beging, auszutauschen.
Die Sowjetunion verwandelte sich in wenigen Monaten in ein gewaltiges Heer- und Arbeitslager, in dem nur ein Ziel galt: Die Rote Armee in kürzester Zeit mit allem Notwendigen für den Sieg zu versorgen. Nahrungsmittel, Treibstoff, Panzer, Flugzeuge, Geschütze, Soldaten. Mit dieser gewaltigen Opferbereitschaft hatten Hitler und andere, die nach den Erfolgen Finnlands 1939 gegen die Sowjetion und nach dem deutschen Teilsieg gegen Russland im ersten Weltkrieg davon ausgegangen waren, die Sowjetunion sei ein Koloss auf tönernen Füßen, nicht gerechnet.
Der sich verschärfende Widerstand an der Front und im Hinterland brachte in Verbindung mit dem Herbstschlamm und dem kalten Winter 1941 die angreifende Wehrmacht kurz vor Moskau zum Stehen. Ein prosowjetischer deutscher Diplomat hatte Stalin von Tokio aus mitgeteilt, dass das mit Deutschland verbündete Japan keinen Angriff auf die Sowjetunion plante. Infolgedessen konnte Stalin die im Osten zur Abwehr gegen Japan stationierten Einheiten nach Moskau verlegen. Diese leiteten zum 5.12.1941 einen ersten erfolgreichen Gegenangriff ein, der die Wehrmacht vor Moskau zurückwarf. Die Rote Armee konnte jedoch zu diesem Zeitpunkt die Initiative im Krieg noch nicht übernehmen.
Die Rote Armee wurde nun in immer breiterem Umfang mit moderner Gefechtstechnik ausgerüstet. Teilte Stalin den Fronten und Armeen in der Anfangszeit die wenigen produzierten Panzer, Flugzeuge und Geschütze noch persönlich zu, sorgten die aus den besetzten Landesteilen evakuierten und im Hinterland neu oder wiedererrichteten Rüstungsbetriebe für eine ständig steigende Anzahl an moderner Ausrüstung.
Zu nennen sind hier vor allem der bekannte mittlere Panzer T-34, das Schlachtflugzeug Il-2 und die Jagdflugzeuge Jak-9, Jak-3 und La-5/7. Fast alle Kriegsgeräte waren auf die Massenproduktion in riesigen Stückzahlen mit ungelernten Arbeitern – darunter auch sehr viele Frauen im Hinterland – zugeschnitten. Auf dem Gefechtsfeld sorgte ihre zunehmende Zahl und immer bessere Beherrschung für einen allmählichen Wandel. Der entscheidende Befehl Nr. 227 des Volkskommisars für Verteidigung vom 28. Juli 1942 macht den Ernst der Situation, in der es für die Sowjetunion um das nackte Überleben ging, deutlich. Der Befehl statuierte die Forderung "Kein Schritt zurück" und legte durchgreifende Bestimmungen zum Erhalt und zur Durchsetzung der Disziplin fest. Er enthielt unter anderem die Anweisung zur Aufstellung von Strafbataillionen und Sondereinheiten, die „unmittelbar hinter unzuverlässigen Divisionen einzusetzen sind und die Aufgabe haben, im Falle eines ungeordneten Rückzugs der vor ihnen liegenden Divisionen jeden Flüchtenden und jeden Feigling zu erschießen und damit dem ehrlichen Kämpfer bei der Verteidigung seiner Heimat beizustehen.“
1942
Ein erster Versuch, die militärische Initiative durch eine großangelegte Offensive zu gewinnen, scheiterte in der Schlacht bei Charkow (12. - 28. Mai 1942) aufgrund zu schwacher und für großangelegte Offensivmaßnahmen noch nicht fähiger Kräfte sowie ungenügender Reserven. Das Ziel der Operation unter Marschall Timoschenko, mit starken Panzerkräften die 6. Armee unter Paulus einzuschließen, schlug fehl. Die weit vorgestoßenen sowjetischen Truppen – sechs Armeen mit über 30 Divisionen und Brigaden – wurden nun ihrerseits in einer Zangenbewegung durch deutsche Verbände eingeschlossen und in einer Kesselschlacht vollständig aufgerieben. Verzweifelte Ausbruchsversuche schlugen fehl, mehrere hunderttausend sowjetische Soldeten wurden getötet oder gingen in Gefangenschaft. Der Kräftevorteil an der gesamten Front lag zu diesem Zeitpunkt immer noch auf Seiten der Wehrmacht, die nun auf Befehl Hitlers zwei groß angelegte Offensiven in Richtung der südlichen Ölvorkommen bei Baku, des Kaukasus und Stalingrads begann. Er verschob sich jedoch - auch aufgrund der Verlegung eines Teils der deutschen Truppen nach Nordafrika und der steigenden US-amerikanischen Materialunterstützung – weiter in Richtung der sowjetischen Streitkräfte.
1943
Nach der Einkesselung und Vernichtung der 6. Armee in Stalingrad und der folgenden Charkower Operation erlangte die Rote Armee 1943 immer mehr die Initiative und ging zu weitreichenden Angriffsoperationen über. Das Bewusstsein der eigenen Kraft und die Motivation stiegen an. Heldentaten wurden von der sowjetischen Propaganda an Front und im Hinterland ausgiebig gefeiert. Ausgezeichnete Soldaten und Offiziere erhielten auch materielle Vorteile, höhere Lebensmittelzuteilungen oder sogar Fronturlaub. Parallel stattfindende Umstrukturierungen und die steigende Qualifikation von Kommandeuren und Mannschaften, die aus Fehlern und Niederlagen lernten, sorgte für die notwendige Schlagkraft. Neu geschaffene Panzer- und Luftarmeen, sowie die steigende Mobilität durch motorisierte Verbände, erlaubten Kräftekonzentration an entscheidenden Punkten des Gefechtsfeldes, so dass die Wehrmacht immer stärker in die Defensive gedrängt wurde. Nach der letzten, von der Roten Armee gestoppten Angriffsoperation bei Kursk (Unternehmen Zitadelle, etwa 0,5 Mio Tote auf beiden Seiten) im Sommer 1943 konnte Hitler die militärische Initiative nicht mehr an sich reißen.
Aufgrund der Strategie Hitlers ("Halten um jeden Preis") zu permanenter Verteidigung im Stellungskrieg gezwungen, konnte die Wehrmacht den angreifenden Verbänden der Roten Armee zwar hohe Verluste beibringen. An einen Sieg gegen den ständig besser und stärker werdenden Gegner war im Gegensatz zu Illusionen, die sich einige Getreue Hitlers weiterhin machten, auch ohne die spätere Eröffnung der zweiten Front im Westen, nicht mehr zu denken. Hitler hatte bereits im Dezember 1941 Gesprächsprotokollen zufolge geäußert, dass der Krieg gegen die Sowjetunion nicht mehr zu gewinnen sei und bereits vor 1943 in zunehmendem Maße Ressourcen für die Durchführung des Holocaust eingesetzt. Ab September 1943 verlegte Hitler etwa ein Drittel der in der Sowjetunion stationierten Divisionen nach Frankreich, um einem erwarteten Angriff der Westalliierten vorzubauen mit der Folge einer weiteren Ausdünnung der deutschen Truppen.
1944
Im spiegelbildlicher Verkehrung der Lage aus den Anfangstagen operierte die Rote Armee in den großen Offensiven 1944 mit der "Blitzkriegstaktik". Konzentrierte Verbände mit hoher Panzerdichte durchstießen nach stundenlanger Artillerievorbereitung mit tausenden Geschützen die gegnerischen Linien und drängten weiträumig vorwärts. Nachfolgende Verbände kesselten überrollte Wehrmachtsverbände, Städte und Dörfer ein. Am 22. Juni 1944 begann die Rote Armee eine Offensive bei Minsk, die zur Einkesselung der Heeresgruppe Mitte führte. Die Heeresgruppe Nord wurde infolge des Vordringens nach Westen von Ostpreußen abgeschnitten und vollständig im Kurland bis zum Kriegsende im Mai 1945 eingeschlossen. Der organisierte Widerstand der stark angeschlagenen und personell wie materiell unterlegenen Wehrmacht, die zeitgleich an der Westfront gegen überlegene Kräfte operieren musste, wurde mit sicherem Hinterland und kontinuierlichem Nachschub der Roten Armee so entscheidend erschwert.
1945
Im Frühjahr 1945 stand die Rote Armee vor Berlin, in Ungarn, Österreich und der späteren Tschechoslowakei. In der letzten großen Offensive, der Berliner Operation, beginnend mit der unter hohen eigenen Verlusten geführten Schlacht bei den Seelower Höhen bis zu den letzten Straßenkämpfen in Berlin, verlor die Rote Armee noch einmal 78.291 Soldaten als gefallen, gestorben, vermisst oder gefangen und 274.184 als verwundet und krank, bevor Deutschland am 8. Mai bedingungslos kapitulierte.
Während des Zweiten Weltkriegs zog die Rote Armee 34 Millionen Männer ein, von denen nach amtlichen Erhebungen der Sowjetunion 8.668.400 gefallen, vermisst oder in Kriegsgefangenschaft gestorben waren. Schätzungen von Militärhistorikern gehen von bis zu 13 Millionen Rotarmisten aus, die ums Leben kamen. Weitere 939.700 Soldaten wurden im Laufe des Krieges als vermisst oder gefangen angemeldet, aber später "am Leben" gefunden und wieder in die Armee eingezogen. Dazu kehrten 1.836.562 sowjetische Kriegsgefangene nach dem Ende des Krieges zurück in die Heimat. Von etwa 5,5 Millionen Sowjetischen Soldaten, die in deutsche Kriegsgefangenschaft gerieten, kamen etwa 3,7 Millionen durch Hunger oder gezielte Tötung um. Von den etwa 3,5 Millionen Wehrmachtssoldaten in sowjetischer Gefangenschaft verstarben etwa 1,5 Millionen.
Die Wehrmacht bildete auch Einheiten aus etwa 900.000 freiwilligen Gefangenen unter dem früheren General der Roten Armee Wlassow (so genannte Wlassow-Armee). Aufgrund der Rassenideologie der Nationalsozialisten und der unterstellten Möglichkeit eines Frontwechsels kamen diese, obwohl Wlassow bereits 1942 eine Kooperation angeboten hatte, zunächst seit 1943 nur in geringem Umfang und leicht bewaffnet und erst seit September 1944 zu nennenswerten Einsätzen. Anfang 1945 bildete die Wlassow-Armee jedoch einen großen Teil der durch die Verluste dezimierten Wehrmacht. Nach dem blutig errungenen Sieg über Deutschland und der Einnahme von Berlin 1945 stiegen das Prestige und der politische Einfluss der Roten Armee in der Sowjetunion immens. Stalin bemühte sich jedoch in der Folgezeit, namhafte Kommandeure, wie den erfolgreichen Marschall Schukow, von entscheidenden Machtpositionen fernzuhalten.
Die Rote Armee in Finnland
Beginnend mit einem Luftangriff auf Helsinki, befahl die Führung der Sowjetunion 1939 den Überfall auf Finnland. Finnland war offiziell wegen der Nähe zu Leningrad (heute St. Petersburg) und einem möglichen Angriff aus dem Norden als Gefahr beurteilt worden, tatsächlich aber wohl nur durch den Krieg in Europa ohne ausreichenden Schutz. Die zahlenmäßig weit unterlegene finnische Armee vermochte sich aber im so genannten Winterkrieg sehr erfolgreich zu verteidigen, auch wenn Finnland territoriale Einbußen hinnehmen musste. Insgesamt war der Winterkrieg ein desaströs erkaufter Sieg für die Rote Armee und ein Grund für die Hitlerregierung, die Sowjetunion sehr zu unterschätzen, während in der SU dadurch zahlreiche Modernisierungs- und Aufrüstungsmaßnahmen ergriffen wurden.
Die Rote Armee in Ostasien
1939 kam es auch zu einer kurzen Auseinandersetzung zwischen Japan und der UdSSR, in der die Rote Armee als eine der ersten Armeen Panzer wie Kavallerie einsetzte und damit die japanischen Truppen einschloss und vernichtend schlug. Da Hitler zu dem Zeitpunkt nicht glaubte, dass Deutschland Russland besiegen könne, verzichtete er auf einen Beistand, was Japan dazu veranlasste, eine Friedensvereinbarung mit Russland zu unterzeichnen, die wiederum Russland im späteren Krieg gegen Deutschland den Rücken freihielt (zusammen mit dem von den Alliierten verhängten Ölembargo und der mangelnden Fähigkeit der Japaner, Panzer in großen Mengen zu bauen). Zum Ende des zweiten Weltkriegs brach Russland dieses Abkommen und die Rote Armee eroberte unter anderem die Kurilen, die seither Zankapfel zwischen Japan und Russland sind.
Die Rote Armee in Polen
Die Rote Armee besetzte 1939 den östlichen Teil Polens, den Polen zum Teil nach dem Polnisch-sowjetischer Krieg gewonnen hatte. Nachdem Hitler und Stalin Polen zwischen dem Deutschen Reich und der Sowjetunion aufgeteilt hatten (Hitler-Stalin-Pakt). 1941, im Zuge des "Unternehmen Barbarossa" genannten Überfalls der deutschen Wehrmacht auf die Sowjetunion, verließ die Rote Armee Polen.
Im Sommer 1944 beschloss die polnische Heimatarmee, die einen den freien nationalistischen Vorkriegsstaat Polen wiederherstellen wollte, dessen Hauptstadt sie selbst befreite wollte und rief am 1. August 1944 in Warschau zum Aufstand gegen die deutsche Besatzung auf. Die Rote Armee hatte sich während des Aufstandes in Warschau bis an die Grenzen und Vororte der Stadt herangekämpft, war dann aber aufgrund eines Befehls Stalins nicht in der Lage weiter vor zu stossen, da sie sich in der vorherigen Offensive(Operation Bagration) erschöpft hatte.
Die Rote Armee im Baltikum
Nach dem Hitler-Stalin-Pakt besetzte die Rote Armee die drei baltischen Staaten, wo sie in mehreren Wellen einen großen Teil der Bevölkerung in sibirische und zentralasiatische Lager deportierte, was in vielen Fällen einem Todesurteil gleichkam.
Zehntausende versuchten aus Angst vor der Roten Armee oft in wenig seetüchtigen Booten nach Schweden zu fliehen, wobei viele ertranken. Andere gründeten Widerstandgruppen (Partisanen) oder versuchten sich an den sowjetischen Regime anzupassen, um nicht von der Roten Armee verfolgt zu werden.
Die Rote Armee in Deutschland
Die historische Bewertung der Roten Armee in der Zeit des Zweiten Weltkriegs ist unterschiedlich: Einerseits kämpfte die UdSSR an der Seite der anderen Alliierten in der Anti-Hitler-Koalition und befreite viele KZ, darunter auch das KZ Auschwitz-Birkenau. Andererseits werden ihr Gewaltexzesse vorgeworfen, die von manchen als Rache für die Verbrechen der Nazis gesehen werden. Lew Kopelew, der als Offizier der Roten Armee die Gewaltexzesse kritisierte, fand kein Gehör bei seinen Vorgesetzten und wurde deswegen zu zehn Jahren Lagerhaft verurteilt. Ähnlich erging es Alexander Solschenizyn.
Zeitgenössische Schilderungen berichten von Vergewaltigungen in erheblicher Zahl durch die Rote Armee. Schätzungen über die Anzahl variieren; die Bundeszentrale für Politische Bildung geht auf Basis von Franz W. Seidler/Alfred M. de Zayas Kriegsverbrechen in Europa und im Nahen Osten im 20. Jahrhundert von mindestens 2 Millionen deutschen Vergewaltigungsopfern aus. [http://www.bpb.de/popup/popup_fussnote.html?guid=7GE5AG] Die Führung der Roten Armee versuchte, das Problem seit Juni 1945 einzudämmen, dabei reichten die Strafen von Arrest bis zur Hinrichtung. Erst durch die Einrichtung der Besatzungsregierung in Berlin konnte das Problem dort entschärft werden. Seit Mitte 1947 wurde die Rote Armee auch räumlich von der Wohnbevölkerung getrennt. Im März 1949 schließlich erließ das Präsidium des Obersten Sowjets einen Erlass, der das Strafmaß vereinheitlichte und erhöhte. Eine Vergewaltigung zog zwingend eine Strafe von 10 bis 15 Jahren im Arbeitslager nach sich, schwere Fälle eine Strafe von 10 bis 20 Jahren.
Durch die Übergriffe der Roten Armee kam es im Mai 1945 in Demmin zur vermutlich größten Massenselbsttötung der deutschen Geschichte. Mehr als 1000 Einwohner beendeten nach dem Einmarsch der russischen Armee ihr Leben.
Das Thema wurde stets auch politisch instrumentalisiert, sowohl zur Legitimation des Antikommunismus, als auch, um im Vergleich die Taten der Nationalsozialisten zu verharmlosen und zu relativieren. Noch vor dem Ende des Zweiten Weltkriegs spielte die "Schändung deutscher Frauen" eine wichtige Rolle in der Kriegspropaganda. In der DDR war es nicht möglich, das Thema in der Öffentlichkeit zu erwähnen.
Nach 1945
Um den endgültigen Schritt von einer revolutionären Miliz zu einer regulären Armee eines souveränen Staates zu markieren, wurde die Rote Armee 1946 in Sowjetarmee umbenannt.
Die im zweiten Weltkrieg erlernten Strategien und Taktiken prägten und bestimmten bis zum Ende des kalten Krieges und der Sowjetunion die Militärdoktrin der Sowjetarmee. Starke und zahlenmäßig überlegene, vor allem mit Panzern ausgerüstete konventionelle Angriffsarmeen sollten auch im Zeitalter der nuklearen Waffenarsenale durch konzentrierte Vorstöße den Krieg auf dem Territorium des Gegners entscheiden. Die in der ehemaligen DDR befindliche Westgruppe der sowjetischen Streitkräfte verfügte zu diesem Zweck über mehrere schlagkräftige Panzer-Divisionen, die für die gegenüberstehenden NATO-Verbände den potentiellen Gegner stellten.
Der schleichende wirtschaftliche und soziale Verfall der Sowjetunion, der bereits in den sechziger Jahren begann, machte auch vor den grundsätzlich aus Wehrpflichtigen bestehenden Streitkräften der roten Armee nicht halt. Die Technik wurde schlecht gewartet, die Mannschaften und Offiziere, vor allem der Verbände im Hinterland, waren schlecht ausgebildet. Teilweise mußten durch Soldaten selbst Lebensmittel, z. B. Kartoffeln, angebaut werden, um die Versorgung der Truppen zu verbessern. Ganze Truppenteile wurden in die sozialistische Wirtschaft abkommandiert, um Engpässe, z. B. in der Kohleförderung oder beim Einbringen der Ernte, zu beseitigen.
Der Afghanistan-Krieg, in dem sich die Sowjetarmee in unwegsamen Gelände mit hartnäckigen und jahrelangen Partisanen-Taktiken konfrontiert sah, sorgte für einen weiteren moralischen Verfall, sowie starke materielle und personelle Abnutzungserscheinungen bei der aus unzureichend ausgebildeten und schlecht motivierten Wehrpflichtigen bestehenden Truppe. Obwohl die Sowjets nahezu jedes größere Gefecht gegen den nationalen und islamistischen Widerstand der ausländischen Kämpfer gewann, wurde sie 1988 aus Afghanistan durch die politische Führung aus dem verwüsteten Land, das in der Folge in einem jahrelangen und blutigen Bürgerkrieg versank, abgezogen.
Nach dem Ende der Sowjetunion, insbesondere im ersten Tschetschenienkrieg Russlands wurde das Desaster und der komplette Niedergang der nach dem Ende des zweiten Weltkrieges mächtigsten konventionellen Streitkraft auch in der breiten Öffentlichkeit deutlich. Die nationalistischen Freischärler brachten auch starken Truppenteilen, insbesondere in der ersten Schlacht um die Hauptstadt Grosny, in der die russischen Streitkräfte schlecht ausgebildet und schlecht geführt mit völlig verfehlter Taktik operierten, empfindliche Niederlagen bei, die letztendlich in einem vorübergehenden Rückzug gipfelten.
Nach der Ära Jelzin haben die aus großen Teilen der roten Armee formierten russischen Streitkräfte einen hohen Stellenwert für die politische Führung Russlands, die damit ihre weiterhin vorhandenen Ansprüche einer internationalen Großmacht legitimieren will. Es wird versucht, durch Reformen und einen höheren Militäretat eine Renaissance einzuleiten. Vielfach wird die einstmalige - wenn auch entscheidend durch jahrelange Propaganda und Indoktrination vermittelte - Größe und der Ruhm der roten Armee beschworen. Der Niedergang konnte bislang jedoch nur in Teilbereichen aufgehalten werden. Unglücke und ihre Bewältigung, wie der tragische Untergang des Atom-U-Bootes Kursk und der Verfall der ausgemusterten Atom-U-Boot-Flotte in Murmansk und anderen Standorten, sind nur Sinnbild für die tiefe Krise der russischen Streitkräfte.
Literatur
- Leo Trotzki: Mein Leben. Versuch einer Autobiographie. Deutsche Ausgabe: Fischer, Frankfurt am Main 1990 ISBN 3-596-26627-0 - Trotzki war zuerst Kommissar für äußere Angelegenheiten (Außenminister), dann Kriegskommissar (Kriegsminister) der UdSSR und hat die Rote Armee mit aufgebaut. Das Buch ist online unter [http://www.marxists.org/deutsch/archiv/trotzki/1929/leben/index.htm]
- Carey Schofield: Die Rote Armee: ein Koloss enttarnt sich, Zürich, 1991 ISBN 3-7263-6629-6
- Ilko-Sascha Kowalczuk und Stefan Wolle: Roter Stern über Deutschland. Ch. Links Verlag, Berlin 2001 ISBN 3-86153-246-8
- Helke Sander und Barbara Johr (Hrsg.): Befreier und Befreite. Krieg, Vergewaltigungen, Kinder. Kunstmann, München 1992. (als Taschenbuch: Fischer, Frankfurt am Main 1995 ISBN 3-596-12644-4)
- Franz W. Seidler/Alfred M. de Zayas, Kriegsverbrechen in Europa und im Nahen Osten im 20. Jahrhundert, Hamburg-Berlin-Bonn 2002, S. 122. ISBN 3813207021
siehe auch: Bachmatsch - Brandenburger Werferregiment
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Kategorie:Berg in ThüringenKategorie:Geographie (Thüringen)
Thuringen John 3John 3 is the third chapter of the Gospel of John in the New Testament of the Christian Bible.
Nicodemus
The first part of the chapter begins with Nicodemus, said to be a member of the ruling council, coming to talk with Jesus, whom he calls Rabbi. Jesus's "miraculous signs" have convinced him that Jesus is "...from God". Jesus then talks of what it means to be born again and the path to heaven. "I tell you the truth, no one can enter the kingdom of God unless he is born of water and the Spirit. Flesh gives birth to flesh, but the Spirit gives birth to spirit." ([http://www.biblegateway.com/passage/?search=John%203:5-6%20;&version=31; 5-6]) Jesus speaks of himself as the Son of Man and how belief in him is the path to eternal life. This is summed up in one of the most famous passages from the bible, John [http://www.biblegateway.com/passage/?search=John%203:16%20;&version=31; 3:16], "For God so loved the world that he gave his one and only Son, that whoever believes in him shall not perish but have eternal life." This chapter is intended to show the importance of the belief in Jesus as the son of God. Jesus is shown here already proclaiming himself the Messiah and laying out aspects of Christian theology, in contrast to Mark for instance, where Jesus seems to try to keep the fact of his divinity secret until his final trip to Jerusalem.
Nicodemus appears hear, in chapter [http://www.biblegateway.com/passage/?book_id=50&chapter=7&version=31 7:51] and is listed in John [http://www.biblegateway.com/passage/?book_id=50&chapter=19&version=31 19:39], and only John, as helping Joseph of Arimathea to bury Jesus.
Jesus Baptizes
In the second part of the chapter John contrasts Jesus's talk of being born again with a scene of Jesus baptizing. Jesus goes into Judea with his disciples and baptizes. John the Baptist is also baptizing people nearby, at Aenon. John's disciples tell John that Jesus is also baptizing people, more than John it seems. John replies that "A man can receive only what is given him from heaven. You yourselves can testify that I said, 'I am not the Christ but am sent ahead of him.' The bride belongs to the bridegroom. The friend who attends the bridegroom waits and listens for him, and is full of joy when he hears the bridegroom's voice. That joy is mine, and it is now complete. He must become greater; I must become less." He finishes by saying "Whoever believes in the Son has eternal life, but whoever rejects the Son will not see life, for God's wrath remains on him." This passage is meant to show John's acceptance of Jesus's superiority as well as a further emphasis on belief in him as the path to eternal life/heaven.
John was trying to show to his presumably Jewish audience that John himself knew that Jesus was the Messiah and that baptism into Christianity, not John's group, is the true path to God. There is a group still surviving today, the Mandaeans, who claim John as the greatest prophet. Verses 31-36 are largely a restatement of materiel in the first half. This had led scholars to speculate that this part, and much else in John such as materiel in chapter 6, 14, 16 and chapter 21 was the work of a redactor who added sections to the original writing to perhaps make it less radical and include material the person thought was left out of the original account.
Verses
Full Text on Wikisource
[http://en.wikisource.org/wiki/Bible%2C_World_English%2C_John#Chapter_3 John Chapter 3]
References
Brown, Raymond E. An Introduction to the New Testament Doubleday 1997 ISBN 0385247672
[http://www.biblegateway.com/passage/?book_id=50&chapter=3&version=31 John 3] NIV
[http://etext.lib.virginia.edu/etcbin/toccer-new2?id=KjvJohn.sgm&images=images/modeng&data=/texts/english/modeng/parsed&tag=public&part=3&division=div1 John 3] KJV
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