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Großer Kudu
Der Große Kudu (Tragelaphus strepsiceros) ist eine afrikanische Antilopenart.
Äußere Merkmale
Das Fell ist graubraun gefärbt und mit 6 bis 10 weißen Querstreifen versehen. Er verfügt über große, runde Ohren und einen buschigen Schwanz. Die Männchen tragen ein Schraubengehörn, das bis zu 1 m lang wird. Der Nachwuchs entspricht im Aussehen den hornlosen Weibchen. Die Schulterhöhe beträgt 1,40 m, die Kopfrumpflänge 2,20 m. Den Großen Kudu kann man leicht mit dem kleineren Nyala verwechseln, zumal sich die Lebensräume teilweise überschneiden.
Verbreitung
Diese Antilope lebt im östlichen und südlichen Afrika und hält sich im vor allem in bewaldetem Gelände auf, kommt aber auch in der Nähe von Flüssen in ariden Gebieten vor.
Verhalten
Meistens lebt der Große Kudu in Herden von 3 bis 10 Tieren. Die Männchen leben in eigenen Junggesellen-Gruppen oder sind Einzelgänger und gesellen sich nur zur Brunst zu den Weibchen. In der Regel wird nur ein einzelnes Junges in der Regenzeit geboren.
Kudus sind je nach Region tag- oder nachtaktiv. Die Nahrung besteht hauptsächlich aus Laub und jungen Zweigen.
Gefährdung
Die Bestände des Großen Kudus gelten in Ost- und Südafrika als einigermaßen gesichert. Regional ist er aber bedroht, vor allem in seinem nördlichsten Verbreitungsgebiet in Äthiopien, Somalia, Sudan und Tschad. Neben dem Menschen stellen Leoparden, Löwen und Wildhunde den Kudus nach. Für gewöhnlich versuchen Kudus, sich vor ihren Feinden im Gebüsch zu verstecken. Gelingt dies nicht, können sie mit hoher Geschwindigkeit und weiten Sprüngen fliehen.
Namen
Der Name "Kudu" stammt aus der Sprache der Khoi Khoi und wurde von diesem Volk nur auf diese Antilope angewandt, von den Weißen dann aber auch auf den Kleinen Kudu übertragen.
Bild:Kudu_Kruger.jpg|Großer Kudu, Männchen
Bild:Grosser_kudu_w.jpg|Großer Kudu, Weibchen
Weblinks
Kategorie:Paarhufer
Wikipedia:TaxoboxenACHTUNG: Die Taxobox-Vorlage hat sich geändert! Bitte hilf mit, alte Taxoboxen durch diese neue zu ersetzen. Bitte keine Taxoboxen nach der alten Vorlage mehr anlegen!
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Eine Taxobox ist in einem Artikel über ein Taxon (= eine systematisch erfasste und benannte Tier- oder Pflanzengruppe bzw. Tier- oder Pflanzenart) eine Tabelle mit Informationen zur systematischen Einordnung und Unterteilung. Taxoboxen sollten nur für rezente, nicht aber für ausgestorbene Arten angelegt werden. (Arten, die erst in historischer Zeit ausgestorben sind, bilden eine Ausnahme von dieser Regel).
Wenn Du mehr über die Gestaltung eines Tier- oder Pflanzenartikels wissen möchtest, solltest Du auch Wikipedia:WikiProjekt Lebewesen und Wikipedia:Leitlinien Biologie lesen.
Eine Möglichkeit, Taxoboxen zu erzeugen, ist der [http://vs.aka-online.de/taxoboxomat/ Taxoboxomat].
Übergeordnete Taxa
Es sollen stets die fünf übergeordneten Taxa genannt werden. Bei einer Art könnten dies also die Gattung, die Tribus, die Unterfamilie, die Familie und die Überfamilie sein. Wenn eines dieser Taxa fehlt, rückt statt dessen ein anderes nach. Wenn also zum Beispiel die Tribus fehlt, wird zusätzlich noch die Unterordnung genannt.
Untergeordnete Taxa
Untergeordnete Taxa können, müssen aber nicht in der Taxobox stehen. Wenn sie genannt werden, müssen alle untergeordneten Taxa erwähnt sein und nicht bloß eine Auswahl. Sind es mehr als zehn untergeordnete Taxa, werden sie nicht in der Taxobox, sondern nur im Fließtext genannt. Allgemein ersetzt die Aufführung in der Taxobox nicht die Erwähnung im Fließtext.
Schreibweise der Taxa
Wissenschaftliche Taxonnamen werden nur für Gattung und Art kursiv dargestellt. Der Name einer Gattung wird immer großgeschrieben, der Artname besteht immer aus zwei Bestandteilen: Dem Gattungsnamen, der auch durch (großgeschriebene) Initiale abgekürzt werden kann und dem Artepithet, das immer kleingeschrieben wird.
Wissenschaftlicher Name
Jede Taxobox hat einen Abschnitt "Wissenschaftlicher Name". Hier wird neben dem gültigen Namen der Autor (Erstbeschreiber) und das Jahr der Erstbeschreibung angegeben. Bei Pflanzen, Pilzen und Algen entfällt das Jahr der Erstbeschreibung.
Nähere Informationen hierzu findet man in den Leitlinien Biologie.
Keine Kommentare in der Taxobox
Alle Unklarheiten die Einordnung und Unterteilung betreffend sollen im Text stehen. Die Taxobox soll von Kommentaren freibleiben. Sie soll auch keine Synonyme, Basionyme und andere alternative Schreibweisen des wissenschaftlichen Namens enthalten.
Bild
Steht ein Bild zur Verfügung, wird es in die Taxobox integriert. In einer Taxobox steht nur ein Bild. Weitere Bilder können außerhalb der Taxobox in den Artikel eingebracht werden.
Unter dem Bild wird die Art mit eventuellen Besonderheiten (Weibchen, Winterfell, weiße Morphe etc.) genannt.
Weitere Informationen in der Taxobox
In der Taxobox unterbleiben alle Angaben, die nicht die Systematik betreffen. Angaben zu Größe, Gewicht, Verbreitung, Lebensweise, Bedrohungs- und Schutzstatus, Blütezeit etc. gehören in den Text und nicht in die Taxobox.
Schablone für Copy and Paste
Bitte ersetze alle in Großbuchstaben geschriebenen Wörter durch die Entsprechungen. Noch einfacher ist es, wenn Du die Tabelle aus einem Artikel rauskopierst, in der sie bereits halbwegs ähnlich vorhanden ist.
Taxon-Kategorien im MediaWiki-Namensraum
Dies ist eine Auflistung aller im MediaWiki-Namensraum angelegten Elemente zu den Taxoboxen sowie ihrer Entsprechungen. Diese Kürzel sollen in den Taxoboxen statt des Platzhalters "EINHEIT" eingesetzt werden.
Für die Kategorien „Klassifikation“, „Domäne“ sowie „Stammgruppe“ gibt es noch kein besonderes Element, hierfür wird bisher einfach Klassifikation, Domäne bzw. Stammgruppe in die Taxobox eingesetzt.
Beispielhaftes Aussehen einer Taxobox
Beispiel für eine Pflanzenart
Beispiel für eine Tierfamilie
Beispiel für einen Speisepilz
Siehe auch: Portal:Lebewesen/Artikel ohne Taxobox, Portal:Lebewesen/Artikel mit alter Taxobox
Taxoboxen
Taxoboxen
Kategorie:WikiProjekt Lebewesen
Nyala (Antilope)
Der Nyala (Tragelaphus angasii) ist eine afrikanische Antilope aus der Gruppe der Waldböcke. Zur Unterscheidung vom Bergnyala wird er manchmal auch als Flachlandnyala bezeichnet.
Diese Antilopenart erreicht eine Kopfrumpflänge von 140 cm und eine Schulterhöhe von 110 cm. Das Gewicht beträgt 55 bis 125 kg, wobei Männchen deutlich größer und schwerer als Weibchen sind.
Weibchen und Männchen lassen sich vor allem anhand ihrer Körperfärbung unterscheiden: Während die viel größeren männlichen Tiere schiefergrau gefärbt sind und schraubenartig gedrehte Hörner tragen, die mit einer weißen Spitze versehen sind, sind die weiblichen Tiere ebenso wie Jungtiere hornlos und überwiegend rötlichbraun gefärbt. Alle Tiere haben bis zu 18 schmale, weiße Querstreifen. Die Männchen tragen sowohl eine lange, erektile Mähne, die das Rückgrat bedeckt, als auch von der Kehle bis zu den Hinterläufen hängende Zotteln. Der buschige Schwanz ist bei beiden Geschlechtern an der Unterseite weiß.
Bergnyala
Nyalas sind in Mosambik, Simbabwe und im äußersten Nordosten Südafrikas verbreitet. Eingeführt wurden sie außerdem in Nationalparks Botswanas und Südafrikas, in denen sie ursprünglich nicht heimisch gewesen waren. Sie leben bevorzugt in dichtem Buschwerk in der Nähe von Wasser. Das Vorkommen ist in den Naturschutzgebieten Hluhluwe, Umfolozi, Mkuzi, Ndumo und Krügerpark bekannt.
Während Weibchen und Jungtiere kleine Herden bilden, sind die männlichen Tiere Einzelgänger.
Die Nyalas ernähren sich vorwiegend von Laub, doch werden gelegentlich auch Gräser gefressen.
Die Bezeichnung Nyala für diese Antilope stammt aus dem Swahili.
Weblinks
Kategorie:Paarhufer
Südliches Afrika
Der Begriff südliches Afrika bezieht sich auf den südlichen Teil des afrikanischen Kontinents. Es gehört zu Schwarzafrika.
Im Gegensatz zu Nord-, West- und Ostafrika ist mit Südafrika meist nicht eine Region gemeint, sondern der Staat Südafrika. Deshalb wird zur Unterscheidung die Region südliches Afrika genannt.
Zum südlichen Afrika zählen folgende Staaten:
- Angola (Hauptstadt Luanda)
- Botswana (Hauptstadt Gaborone)
- Lesotho (Hauptstadt Maseru)
- Malawi (Hauptstadt Lilongwe)
- Mosambik (Hauptstadt Maputo)
- Namibia (Hauptstadt Windhuk)
- Sambia (Hauptstadt Lusaka)
- Simbabwe (Hauptstadt Harare)
- Südafrika (Hauptstadt Pretoria)
- Swasiland (Hauptstadt Mbabane)
Der exakte Umfang des südlichen Afrikas ist nicht definiert; gelegentlich werden auch Länder aus der folgenden Liste dazugezählt:
- Burundi
- Demokratische Republik Kongo
- Madagaskar
- Mauritius
- Reunion
- Ruanda
- Tansania
Die Region kämpft mit zahlreichen politischen, sozialen und wirtschaftlichen Problemen. Die Südafrikanische Entwicklungsgemeinschaft (SADC) ist eine zwischenstaatliche Organisation, die sich der Lösung dieser Probleme verschrieben hat.
Weblinks
- [http://www.issa-bonn.org/ issa] - informationsstelle südliches afrika
- [http://www.sadc.int/ SADC] - Southern African Development Community
Kategorie:Südliches Afrika
ja:南部アフリカ
ko:남아프리카
Äthiopien
Äthiopien (griechisch Αιθιοπία, von altgriechisch αίθαλο, aíthalo - das rußige, rußfarbene und οψ, ops - das Gesicht, amharisch ኢትዮጵያ (Ityop'ya)) - zeitweise auch Abessinien (eigentlich ein kultur-geographischer Begriff, der nur das Hochland meint) - ist ein Staat im Osten Afrikas. Er grenzt an Eritrea, den Sudan, Kenia, Somalia und Dschibuti / Djibouti. Nationalfeiertag ist der 18. Mai, Tag der Niederlage des Mengistu-Regimes (1991).
Geographie
Politische Grenzen
Grenze insgesamt: 5328 km
- Djibouti 349 km
- Eritrea 912 km
- Kenya 861 km
- Somalia 1600 km
- Sudan 1606 km
Äthiopien ist seit der Unabhängigkeit Eritreas 1993 ein Binnenland ohne direkten Zugang zu einem Hafen.
Geologie
Der Großteil von Äthiopien wird vom Hochland von Abessinien [mit Ras Daschan Terara (4.620 m)] eingenommen; in diesem weitläufigen Hochgebirge liegt auch die Hauptstadt des Landes: Addis Abeba (2.370 m ü. NN). Weitere dortige Viertausender sind der Talo (4.413 m), der Guma Terara (4.231 m] und der Guge (4.203). Durch die Mitte des Staats zieht sich in Nordost-Südwest-Richtung der Große Afrikanische Grabenbruch (der hier auch Abessinischer Graben genannt wird). Auf dessen südöstlichen Seite schließt sich das Somali-Hochland an [mit Batu (4.307 m)]. Die tiefste Landesstelle befindet sich mit 116 m unter dem Meeresspiegel in der Koba-Senke westlich der Grenze zu Eritrea.
- Siehe auch: Liste der Vulkane in Äthiopien
Klima
In der tropisch-heißen Zone (bis 1.800m) ist es durchschnittlich 27 Grad warm bei einer jährlichen Regenmenge unter 500 mm pro Quadratmeter. Die warm-gemäßigte Zone (1.800 bis 2.500m) ist 22 Grad warm bei 500 bis 1.500 mm Regen. Im Berggebiet (über 2.500 m) werden nur 16 Grad gemessen und die Regenmenge steigt bis 1.800 mm. Die Hauptregenzeit ist zwischen Mitte Juni und September, eine kleine Regenzeit gibt es zwischen Februar und März.
Seen
Der größste See ist der Tanasee. Im großen afrikanischen Grabenbruch gibt es viele meist vulkanische Seen. Der Shala ist der größte Kratersee und der tiefste des Landes. Der Langano ist wegen seines hohen Sodagehaltes einer der wenigen Seen, in denen man baden kann, da er Bilharziafrei ist.
Flüsse
Die wichtigsten Flüsse in Äthiopien sind der Akobo, der Awash, der Blaue Nil, der Genale, der Omo und der Tekeze.
Flora und Fauna
Aufgrund seiner abwechslungsreichen Topographie mit seinen diversen geologischen Schichten und verschiedener klimatischer Verhältnisse ist Äthiopien die Heimat für eine vielfältige Pflanzen- und Tierwelt. Äthiopien ist eines der acht Genzentren der Erde. Die äthiopische Flora umfasst ungefähr 7.000 höhere Pflanzenarten, von denen ungefähr zwölf Prozent endemisch sind. Äthiopien ist das Ursprungsland des Kaffee und verschiedener Getreidesorten, wie Teff oder Enset (ventricosum Ensete). Über 20 verschiedene Kulturpflanzen stammen aus diesem Land.
Unter den zahlreichen Tierarten sind 30 Säugetierarten (12 %)(unter anderen der äthiopische Wolf, die Sömmerringgazelle) 16 Vogelarten (2,5 %)(Blauflügelgans), 3 Reptilarten (3,9 %) und 17 amphibische Arten (31,5 %) endemisch.
Städte
Die größten Städte sind (Stand 1. Januar 2005): Addis Abeba 2.757.807 Einwohner, Dire Dawa 252.347 Einwohner, Nazret 214.034 Einwohner, Bahir Dar 168.929 Einwohner, Gonder 153.942 Einwohner und Mek'ele 151.752 Einwohner.
- Siehe auch: Liste der Städte in Äthiopien
Bevölkerung
Liste der Städte in Äthiopien
Äthiopien gilt als Vielvölkerstaat. Obwohl geographisch dem südlich der Sahara gelegenen Afrika zugerechnet, ist das Land in seiner historischen Entwicklung stark geprägt vom arabisch-semitischen Einfluss sowohl in kultureller als auch in demographischer Hinsicht.
Ethnien
Liste der Städte in Äthiopien
Im 20. Jhd. galten die Amharen als Staatsvolk. Obwohl sie nur zwischen 20 und 30% der Bevölkerung stellen, hat sich Amharisch als Landessprache durchgesetzt und wird zumindest von der Stadtbevölkerung des gesamten Landes im täglichen Umgang benutzt. Zusammen mit den Tigray, die ca. 10% der äthiopischen Bevölkerung ausmachen, siedelten sie traditionell als Bauern in den nördlichen Hochländern, dem Kernland des historischen äthiopischen Kaiserreichs. Amharen und Tigray können unter dem äthio-semitischen Begriff Habesha ('Abessinier') zusammengefasst werden. Zum überwiegenden Teil sind sie Anhänger der Äthiopisch-Orthodoxen Kirche. Eine kleine Minderheit sind Muslime, Protestanten und Katholiken, die Minderheit jüdischen Glaubens (Falascha) ist mittlerweile fast komplett nach Israel ausgewandert.
Israel
Die zahlenmäßig größte Ethnie bilden allerdings die Oromo, die eine Kuschitische Sprache sprechen. (Die früher für die Oromo und andere kuschitische und omotische Völker gebrauchte Bezeichnung Galla gilt heute als abwertend und sollte vermieden werden.) Sie stellen über 40 % der Bevölkerung Äthiopiens und hängen oft dem Islam, aber auch der Äthiopisch-Orthodoxen Kirche an. Ihr Siedlungsgebiet erstreckt sich über den Süden, Osten und Westen des Landes.
Die muslimische Bevölkerung der Stadt Harar wird Aderi genannt und hat aus historischen Gründen eine eigene linguistisch-kulturelle Identität. Die bedeutsamsten anderen ethnischen Gruppen Äthiopiens sind die Somali (6%), Shankella (6%) Afar (4%), Gurage (3%), Sidama (9%) und Agaw (1%). In den Regionen im Westen und Südwesten des Landes leben noch zahlreiche
nilotische und omotische Ethnien, die zum Teil einen sehr ursprünglichen Lebensstil bewahrt haben. Die bekanntesten unter ihnen sind die Mursi, Hamar, Ometo und Nuer.
Sprachen
In Äthiopien werden über 80 Sprachen gesprochen. Neben der Amtssprache Amharisch ist Oromo die am meisten verbreitete. Englisch ist Bildungssprache, wird also in den weiterführenden Schulen als Unterrichtssprache genutzt. Ethnologisch sind die Sprachen in die Südsemitische (vorwiegend im Norden), die omotische (im Südwesten) , die kuschitische (im Süden und Westen) und die Nilo-Saharanische (im Westen) Sprachfamilien einzuordnen.
- Siehe auch: Liste der Sprachen von Äthiopien
Religionen
Liste der Sprachen von Äthiopien
So heterogen wie die ethnische Zugehörigkeit ist auch die religiöse: Die wichtigsten Glaubensgemeinschaften sind die äthiopisch-orthodoxen Christen (vor allem Amharen) und die sunnitischen Muslime (vor allem Oromos). Dazu kommen Katholiken, Anhänger von Naturreligionen, Angehörige der äthiopisch-evangelischen Kirchen, Hindus und Sikhs.
Eine Sonderrolle spielen die Falascha - diese Gemeinschaft äthiopischer Juden ist älter als der Talmud: Mit einer geheimen Luftbrücke hatte Israel 1984 und 1991 mehr als 25.000 Falascha aus den Bergtälern zwischen Gonder und Aksum ins Heilige Land ausgeflogen. Heute leben nur noch 3.800 Falascha in Äthiopien
Äthiopisch-Orthodoxe Kirche
Das Äthiopisch-Orthodoxe Christentum ist die historisch bedeutsamste Religion des Landes. Äthiopien gilt nach Armenien als zweitältester stark durch das Christentum geprägter Staat der Erde. Die Religionspraktiken haben sich einen sehr traditionellen Charakter bewahrt und unterscheiden sich von den evangelischen und katholischen Kirchen.
Protestantische Kirchen
Seit 1830 sind evangelische Missionare in Äthiopien unterwegs; von 1855-68 war die St. Chrischona Pilgermission aus Basel in Zusammenarbeit mit dem anglikanischen Bischof Jerusalems mit meist deutschen Missionaren in Äthiopien tätig. Auf diese geht u.a. eine protestantische Bewegung unter den "judaisierenden" Beta Isra'el (sog. "schwarze Juden") zurück. Die Hermannsburger Mission bemüht sich 1853 bis 1857 um die Missionierung der Oromo, wird aber erst im Jahre 1927 wirklich aktiv; eine erste deutsch-schweizerische Mission unter den Oromo gab es schon 1840 (in Shewa), später 1867 (Beni Shangul / Gubbe) und für längere Zeit mit einem gewissen Erfolg auf der Missionsstation in Balli, südlich Shewa, von 1872 bis 1886, geleitet von deutschen Missionaren der St. Chrischona Pilgermission aus Basel. Weiter gibt es Missionen aus Schweden, Norwegen, den USA und Dänemark.
Zur Zeit gibt es folgende protestantische Kirchen in Äthiopien:
- Mekane-Yesus-Kirche
- Kale-Heywat-Kirche
- Meserete-Kristos-Kirche
- Mulu-Wengel-Kirche
Katholische Kirche
Äthiopisch-Katholische Kirche
Islam
Nach neuesten Schätzungen ist der Islam mittlerweile jedoch die größte Religion des Landes. Im Vergleich zu den arabischen Staaten gilt der äthiopische Islam jedoch als liberal. Die Stadt Harar gilt unter den äthiopischen Muslimen als heilig.
Rastafari
Für die Glaubensgemeinschaft der Rastafari ist Kaiser Haile Selassie und das Land an sich von zentraler Bedeutung. Eine sehr kleine Gruppe Anhänger dieser religiösen Bewegung lebt in Shashemene südlich von Addis Abeba (in Oromiyaa), seitdem sich dort Siedler aus Jamaika niedergelassen haben.
Juden
Die äthiopischen Juden, auch Olim, Falascha, Beita Jisrael (Haus Israel), ethnische Bezeichnung früher Kayla, sind eine vom israelischen Oberrabbinat als zwangschristianisierte Afrikaner ursprünglich jüdischen Glaubens definierte Gruppe. 1975 wurden sie von den Rabbinern in Israel endgültig als Juden anerkannt. Historisch haben sie sich im Mittelalter aus politisch-religiös verfolgten Agaw-Gruppen entwickelt, u.a. durch Rekonversion christlicher Mönche zu einem aus dem Alten Testament künstlich abgeleiteten Judentum. Ethnisch gehören sie zu einer alteingesessenen Bevölkerung Äthiopiens; ob es vor der Konversion der Kayla zu einer judaisierenden Religion (der aber wesentliche Elemente des Judentums fehlen) eine möglicherweise ältere, versprengte jüdische Gruppe gegeben hat, ist aufgrund gegenläufiger historischer Indizien zunehmend umstritten.
Politik
Politisches System
vor 1974
1974 bis 1991
Nach dem Sturz des Kaisers bemächtigt sich das Militär der Revolution, ein Militärverwaltungsrat übernimmt unter Führung von Major Mengistu Haile Mariam die Macht. 1975 wird die Monarchie abgeschafft und das Land zu einer sozialistischen Volksrepublik.
ab 1991
Äthiopien ist seit 1991 eine föderale Republik (1995 durch die Verfassung bestätigt). Das Staatsoberhaupt wird vom Parlament als Staatspräsident gewählt und
hat vorwiegend repräsentative Aufgaben. Der Chef der Regierung ist der Ministerpräsident , der die Mitglieder des Kabinetts ernennt und normalerweise
Vertreter der stärksten Partei im Parlament ist.
Das Parlament besteht aus zwei Kammern: dem Bundeshaus (House of Federation) mit 198 Sitzen und dem Volksrepräsentantenhaus (House of People’s Representatives, kurz genannt Parlama) mit 548 Sitzen (die Mitglieder werden direkt vom Volk für eine Amtszeit von fünf Jahren gewählt).
Die höchste juristische Instanz ist der Oberste Gerichtshof in der Hauptstadt Addis Abeba.
- Siehe auch: Liste der Parteien in Äthiopien
Verwaltungsgliederung
Liste der Parteien in ÄthiopienÄthiopien ist seit 1998 nach ethnischen Kriterien in neun Bundesstaaten, die Hauptstadt Addis Abeba(1 auf Karte) sowie die Stadt Dire Dawa(5) (von Oromiyaa und der Somali Region beansprucht) gegliedert. Die folgende Liste führt die Namen der einzelnen Bundesstaaten mit Angabe der Titularnation(en) auf.
- Afar (Danakil) (Afar)(2)
- Amhara (Amharen)(3)
- Benishangul-Gumuz (Berta, Gumuz, Shinasha)(4)
- Gambela (Nuer, Anywak)(6)
- Harar (Region) (Harer) (Aderi)(7)
- Oromiyaa (Oromo veraltet: Galla)(8)
- Somali Region (im wesentlichen bestehend aus der alten Provinz Ogaden) (Somali)(9)
- Southern Peoples, Nations & Nationalities (Gurage, Sidama)(10)
- Tigray (Tigray)(11)
Mitgliedschaft in internationalen Organisationen
Äthiopien ist in verschiedenen internationalen Organisationen und Gruppierungen Mitglied. Zu den wichtigsten zählen die Mitgliedschaften in den Vereinten Nationen (Gründungsmitglied 1945) und seinen Unter- und Sonderorganisationen, wobei die ECA (VN-Wirtschaftskommission für Afrika) ihren Sitz in Addis Abeba hat, der Afrikanische Union (bis 2002 Organisation der Afrikanischen Einheit, deren Gründungsmitglied das Land 1963 war; Sitz Addis Abeba) und in der Weltbankgruppe, IWF. Weiterhin in Regionalorganisationen wie der IGAD (Inter-Governmental Authority for Development), der COMESA (Gemeinsamer Markt süd- und ostafrikanischer Staaten), und der EU/AKP (Partnerschaftsabkommen der Europäischen Union mit den afrikanischen, karibischen und pazifischen Ländern)
Geschichte
Hauptartikel: Geschichte Äthiopiens
Das östliche Afrika wird bei vielen Forschern als Herkunft der Menschheit betrachtet. Lange bevor es Schrift gab, oder eine Überlieferung, auf die wir uns heute beziehen können, gab es auf dem Gebiet des heutigen Äthiopiens Menschen. Überreste prähistorischer Menschen (Australopithecus afarensis) wurden in Äthiopien gefunden ("Lucy" 1974 in Hadar).
Als eines der bedeutenden "Weltreiche" (so der Prophet Mani) in der Zeit der späten Antike gilt das nordäthiopische Reich von Axum (auch Aksum), das eines der ersten christlichen Königreiche der Welt war. Es beherrschte allerdings nur kurzzeitig auch Teile der südlichen arabischen Halbinsel und des Nordsudans, nicht aber Teile des heutigen Südäthiopien. Wie lange auch Teile des heutigen Sudan südlich von Atbara unter axumitischer Herrschaft standen, ist umstritten; wahrscheinlich beschränkte sich diese kurzzeitig im 4. Jahrhundert etablierte Herrschaft auf zeitweise Tributzahlungen. Mit der Ausdehnung des Islam im 7. Jahrhundert wurde die äthiopische Christenheit vollständig vom Einfluss der europäischen Kirche abgeschnitten.
Die Portugiesen traten 1493 zum ersten Mal mit Äthiopien in Kontakt, überwiegend um ihre Herrschaft im Indischen Ozean zu festigen und den katholischen Glauben zu verbreiten. Ihre Strategie einer Bekehrung des gesamten Landes scheiterte jedoch ebenso wie 1543 der Eroberungsversuch muslimischer Völker (Sultanat Adal) mit türkisch-osmanischer Hilfe.
Im Zuge des Kolonialismus hatte sich Äthiopien immer wieder der Einflussnahme europäischer Mächte zu erwehren, zunächst unter Kaiser Tewodros des Einflusses der Engländer, dann am Ende des 19. Jahrhunderts des Einflusses der Italiener und ihrer Kolonie Eritrea. Trotz überlegener, moderner Waffen schlugen die Äthiopier 1896 die italienischen Invasoren zurück (Schlacht von Adua). Dies gilt als wichtiger Sieg einer afrikanischen gegen eine europäische Armee und wurde seither fester Teil des äthiopischen Nationalbewusstseins.
Auf die Sicherung der Unabhängigkeit folgt die Eroberung im Süden des heutigen Staatsgebietes. Diese neueroberten Gebieten fallen unter ein archaisch-feudales System der Landnahme.
1935 kommt es zu einem weiteren italienischen Angriff unter Mussolini (Italienisch-Äthiopischer Krieg bis 1936). Innerhalb kürzester Zeit fällt Addis Abeba, obwohl die italienische Armee zu keinem Zeitpunkt das ganze Land kontrollieren kann. Kaiser Haile Selassie wird vorübergehend vertrieben, kehrt aber 1941/42 mit britischer Hilfe zurück.
Anfang der 1970er Jahre gerät das Kaiserreich in eine schwere Krise. Die verarmten Bauern leiden unter den Abgaben an die Großgrundbesitzer, das aufstrebende Bürgertum Addis Abebas sieht sich in seinen politischen Entfaltungsmöglichkeiten eingeengt. Die Inflation in Folge der Dürrekatastrophe von 1973 und der Ölkrise löst in Äthiopien Massendemonstrationen von Studenten und Streikwellen aus. Schließlich revoltieren zu Beginn des Jahres 1974 ebenfalls Teile der äthiopischen Armee. Kaiser Haile Selassie wird am 12. September 1974 gestürzt. Das Militär bemächtigt sich schnell der Revolution, ein Militärverwaltungsrat übernimmt unter Führung von Major Mengistu Haile Mariam die Macht. 1975 wird die Monarchie abgeschafft und das Land zu einer sozialistischen Volksrepublik.
Es folgen bald militärische Auseinandersetzungen mit den Nachbarstaaten. So wird 1977/1978 mit Unterstützung der Sowjetunion und Kubas eine Invasion des von den USA unterstützten Somalia abgewehrt. Aufgrund der übermäßigen Repression gegen die Zivilbevölkerung erhalten eritreische Separatisten immer mehr Zuspruch.
1984 gelangt Äthiopien durch eine Reportage des BBC-Fernsehens in den Blickpunkt der Weltöffentlichkeit. Über Jahre ausbleibende Niederschläge in der Sahelzone führen in zwanzig afrikanischen Ländern zu Missernten und Hungersnöten. Auch wegen des anhaltenden Bürgerkrieges ist Äthiopien am schlimmsten von dieser Katastrophe betroffen.
1991 kollabiert das Regime schließlich. Unter der neuen Interimsregierung Meles Zenawis erlangt Eritrea im April 1993 nach fast dreißig Jahren Krieg die Unabhängigkeit. Grenzstreitigkeiten und vermutlich auch ökonomische Zwiste führen 1998 jedoch erneut zum Krieg der beiden Länder, den Äthiopien zwei Jahre später, also 2000, unter großen Verlusten für sich entscheiden kann. Derzeit überwachen Soldaten der "United Nations Mission in Ethiopia and Eritrea" (UNMEE) einen fragilen Frieden, während eine unabhängige Grenzkommission die Streitigkeiten beilegen soll.
- Siehe auch: Liste der Kaiser von Äthiopien
Wirtschaft
Der Außenhandel Äthiopiens besteht im wesentlichen aus dem Export von Kaffee. Deutschland ist der größte Importeur von äthiopischem Kaffee. Äthiopen profitierte als eines der afrikanischen Länder bei dem Gruppe der Acht-Treffen im Jahre 2005. Dabei wurde ein Großteil der Schulden erlassen.
Landwirtschaft
Durch die ökologische Verschiedenartigkeit und der ethnischen Vielfalt gibt es in Äthiopien unterschiedliche landwirtschaftliche Nutzungssysteme.
- Nomadismus: Er existiert in allen Wüsten und Halbwüsten in den tieferen Lagen. Meistens treiben die Familien saisonal bedingt ihre Viehherden zwischen verschiedenen Weidegebieten hin und her. Ein Nomadismus, bei dem über Jahre weite Strecken zurückgelegt werden, ist selten. Inzwischen werden die Weideflächen knapper. Das liegt einmal an der zunehmenden Bevölkerung, aber auch an der Ausbreitung von kommerziellen Farmen wie beispielsweise in der Danakilebene. Dort verloren die Afar in den 1950/60igern ihre besten Weidegebiete entlang des Awash. Diese Farmen wurden 1975 verstaatlicht und teilweise vergrößert. Viele Afars arbeiten heute auf diesen Farmen oder betreiben selber Ackerbau.
- Semi-Nomadismus oder Transhumanz: Diese Landnutzung war früher bei vielen Oromovölkern weit verbreitet. Dabei werden mit einer Handhacke Felder bearbeitet, um Getreide anzubauen. Heute kommt diese Form der Landnutzung noch in einigen Teile von Bale vor. Besonders in den letzten 100 Jahren wanderten vermehrt Menschen aus dem Norden in den Süden, nachdem Menelik II. den Süden erobert hatte. Der Pflug setzte sich immer mehr durch, da er eine intensivere Landnutzung möglich machte.
- Brandrodung: Diese Art der Landnutzung kommt in den Grenzgebieten zum Sudan vor. Der Busch wird gerodet und/oder abgebrannt. Große Bäume bleiben meist stehen. Der Boden wird dann gepflügt oder mit einer Hacke bearbeitet. Das Land wird so für drei bis fünf Jahre genutzt. Ist die natürliche Bodenfruchtbarkeit erschöpft, folgt eine Ruhezeit von 15 bis 25 Jahren, in der der Boden wieder von natürlicher Vegetation überwachsen wird. Die zunehmende Landknappheit zwingt die Bevölkerung ihre Felder in immer kürzeren Intervallen zu bestellen. Ohne die notwendigen Maßnahmen zum Ressourcenschutz ist eine langfristige Nutzung nicht mehr gewährleistet. In vielen Gebieten findet heute ein ähnlicher Prozess wie vor Jahrzehnten und Jahrhunderten im Norden Äthiopiens statt, der zu einer gewaltigen Zerstörung der Ökologie führte.
- Pflugbau: Im nördlichen Hochland begann der Mensch vor 7000 bis 8000 Jahren mit sesshaftem Ackerbau. Der Boden wird mit dem meist von Ochsen gezogenen Pflug bearbeitet. Die Saat wird breit ausgesät und mit dem Pflug eingearbeitet. Typisch sind Pflanzen, die sich generativ vermehren. Dazu gehören Getreide , Hülsenfrüchte und Ölsaaten . Die wichtigsten Anbaufrüchte sind Teff (dient nur in Äthiopien der menschlichen Ernährung), Sorghum , Mais , Weizen , Gerste , Fingerhirse , Raps , Sesam , und Noog (eine Ölpflanze, die nur in Indien und Äthiopien kultiviert wird). Die Bodenfruchtbarkeit wird durch Fruchtwechsel mit Leguminosen und einer mehrjährigen Brache erhalten. Auf hofnahen Feldern wird mit Tierdung gedüngt.
Infrastruktur
Insgesamt 26.053 Kilometer Überlandstraßen, davon nur 3.656 Kilometer befestigte Straßen, durchziehen die zerklüftete Landschaft Äthiopiens und eine einzige Eisenbahnlinie, die Addis Abeba mit Dschibuti verbindet. Der Binnenhandel wird dadurch stark eingeschränkt. In der Regenzeit werden die kaum asphaltierten Transportwege unpassierbar und die Menschen oft wochenlang von den Märkten und von medizinischen Einrichtungen abgeschnitten.
Tourismus
Der Tourismus ist sehr gering und wenige Leute wollen nach Äthiopien. Die Infrastruktur ist dementsprechend wenig ausgebaut. In Addis Abeba existieren nur zwei Hotels höheren westlichen Standards (Hilton, Sheraton).
Nationalparks
Nationalparks in Äthiopien
Historische Stätten
Kultur
Nationalparks in Äthiopien ]]
Äthiopien blickt auf eine jahrtausendealte Tradition zurück. Es gilt nicht nur als die Wiege der Menschheit, sondern auch als Ursprungsland des Kaffee. Durch seine christlichen Traditionen und die historische Isolation unterscheidet es sich kulturell deutlich von den Staaten Schwarzafrikas. Dies äußert sich unter anderem in der Äthopischen Küche.
Äthiopien hat eine eigene Zeitrechnung. Diese ähnelt dem Koptischen Kalender, ist ihm aber 276 Jahre voraus. Aktuell gilt in Äthiopien noch der Julianische Kalender. Äthiopien ist das Land der 13 Monate ("13 months of sunshine"), zwölf Monate zu je 30 Tagen und ein Monat mit fünf bzw. sechs Tagen (Schaltjahrsausgleich). Der Kalender ist gegenüber dem unter anderem in Europa gültigen Gregorianischen Kalender um knapp acht Jahre zurück. Das äthiopische Neue Jahr beginnt immer am 11. September. Da Äthiopien international unter anderem durch Bankwesen, Flugverkehr etc. verknüpft ist, besteht ein "Nebeneinander" beider Kalender. Überall im Land sind Kalender erhältlich, die gleichzeitig beide aktuell gültigen Daten auflisten, beispielsweise entspricht der 7. August 2005 = 1. Dezember 1997 E.C. (Ethiopian Calendar). Äthiopien rechnet auch die jeweilige Tageszeit anders: der Tag beginnt um 6 Uhr (europäische Rechnung), somit ist in Äthiopien morgens um 7 Uhr "die erste Stunde des Tages" vorbei (1 Uhr in äthiopischer Zählweise), Mittagszeit nach äthiopischer Zählweise ist somit um 6 Uhr.
Kunst
Gregorianischen Kalender
Äthiopien ist bekannt für seine Malerei, die den Betrachter schnell gefangen nimmt und ihn in eine andere Welt entführt. Diese ganz eigentümliche Kunstform hat eine lange Tradition und ist eng mit der bewegten Geschichte des Landes verknüpft. Die für Schwarzafrika untypische Malerei und die Anfertigung feiner Kunsthandwerksarbeiten haben ihre Wurzeln im alten nordafrikanisch-vorderasiatischen Kulturbereich. Sie hielten sich, eingebettet in der ungebrochen christlichen Tradition des Landes, bis heute. Mit Blick auf die rund zweieinhalb Jahrtausende alte Hochkultur-Geschichte darf Äthiopien als der einzige heute noch lebendige und deutlich sichtbare "Ausläufer" der alten Mittelmeerzivilisation in Afrika bezeichnet werden.
Künstler Äthiopiens:
- Afewerk Tekle (auch: Afework Tekle, - 22. September 1932 in Ankober)
Musik
Traditionelle Musik
Schon beim ersten Hinhören fasziniert die "andere afrikanische Musik" aus Äthiopien, die sich so sehr von den bekannten Rhythmen Westafrikas unterscheidet. Gespielt wird sie von den Azmari genannten Sänger-Poeten, die durch das Land wandern und seine musikalische Kultur erhalten und verbreiten.
Moderne äthiopische Musik
Zwei Namen prägen die moderne äthiopische Musik: Mahmoud Ahmed überraschte Mitte der 80er Jahre die europäischen Freunde afrikanischer Musik mit dem Album "Ere Mela Mela" und Aster Aweke, Äthiopiens bekanntester Weltmusikstar. Sie hat ihr Heimatland aus politischen Gründen verlassen und seither eine internationale Karriere aufgebaut, ohne in ihrer Musik die äthiopischen Wurzeln zu vergessen. Beide füllen mit ihren Konzerten ganze Stadien verkaufen hunderttausende von ihern Alben.
Sport
Äthiopien hat eine lange Tradition von ausgezeichneten Langstreckenläufern und Läuferinnen. 20 Sportler aus Äthiopien gewannen 31 olympische Medaillen (14 Gold, 5 Silber, 12 Bronze; Stand 2004). Fußball und Volleyball zählen zu den beliebtesten Sportarten. Die äthiopische Fußballnationalmannschaft konnte allerdings nur in den 1960zigern vorzeigbare Erfolge verbuchen (Gewinn der Afrikameisterschaft 1962 im eigenen Land) und gilt inzwischen zu den schwächsten Mannschaften des afrikanischen Fußballverbandes.
- Siehe auch: Liste der olympischen Medaillengewinner aus Äthiopien
Traditionelle Sportarten
- Genna
- Gugs
Bekannte Sportler
- Abebe Bikila
- Haile Gebrselassie
- Kenenisa Bekele
- Gezahegne Abera
- Meseret Defar
- Ejagayehu Dibaba
- Tirunesh Dibaba
- Fatuma Roba
- Derartu Tulu
- Gete Wami
- Demisse Wolde
- Millon Wolde
- Miruts Yifter
Siehe auch
- Asfa-Wossen Asserate
- Wikipedia:WikiProjekt Äthiopien
Literatur
- Adolph Freiherr Knigge: Benjamin Noldmann's Geschichte der Aufklärung in Abyssinien oder Nachricht von seinem und seines Herrn Vetters Aufenthalte an dem Hofe des großen Negus, oder Priesters Johannes ([http://gutenberg.spiegel.de/knigge/noldmann/noldmann.htm Volltext])
- Gerhard Rohlfs: Im Auftrage Sr. Majestät des Königs von Preussen mit dem Englischen Expeditionscorps nach Abessinien ([http://gutenberg.spiegel.de/rohlfs/abessin/toc.htm Volltext])
- Gerd Gräber, Angelika Gräber, Berhanu Berhe: Äthiopien, ein Reiseführer. Kasparek, Heidelberg 1997, ISBN 3-925064-21-4
- Walter Raunig (Hrsg.): Das christliche Äthiopien. Geschichte, Architektur, Kunst. Schnell & Steiner, Regensburg 2005, ISBN 3-7954-1541-1
Filme
- Äthiopien, Kaiserreich zwischen Gestern und Morgen Ein Film von Manfred Purzer und Makonnen Desta, BRD 1956
- Alfred Ilg - Der weiße Abessinier Ein Film von Christoph Kühn, Schweiz 2003
- Kezkaza Wolafen Ein Film von Tewodros Teshome, 2003, in amharischer Sprache mit engl. Untertiteln
- Adwa: An African Victory Ein Film von Haile Garima, 1999, in englischer Sprache
Weblinks
- [http://www.auswaertiges-amt.de/www/de/laenderinfos/laender/laender_ausgabe_html?land_id=12&type_id=4&lang_id=1 Reiseinformationen des Auswärtigen Amtes]
- [http://lcweb2.loc.gov/frd/cs/ettoc.html Ethiopia - A Country Study] gemeinfreie Online-Ausgabe eines Buchs der "Federal Research Division" der US-Library of Congress von 1991
- [http://www.cia.gov/cia/publications/factbook/geos/et.html CIA - The World Factbook - Ethiopia] (englisch)
- [http://www.vaterstetten-alemkatema.de Vaterstetten-Alem Katema: Einzige kommunale Partnerschaft zwischen Deutschland und Äthiopien]
- [http://www.inwent.org/v-ez/lis/aethiop/index.htm Landeskundlichen Informationsseiten (LIS)]
- [http://www.germanchurchschool.de/ Sozialprojekt GERMAN CHURCH SCHOOL]
- [http://www.deutsch-aethiopischer-verein.de/ Deutsch-Äthiopischer Verein]
- [http://www.ethnologue.com/show_country.asp?name=Ethiopia Sprachen Äthiopiens ] (englisch)
- [http://perljam.net/google-satellite-maps/country/Ethiopia Google sightseeing]
- [http://www.rrz.uni-hamburg.de/EAE/indexnf.html ENCYCLOPAEDIA AETHIOPICA (Projekt der Uni Hamburg)]
Athiopien
ja:エチオピア
ko:에티오피아
ms:Habsyah
th:ประเทศเอธิโอเปีย
zh-min-nan:Ityop'iya
Sudan
---Sidenote START---
Die Republik Sudan ist ein Staat in Nordost-Afrika, der am Roten Meer liegt und an Ägypten, Libyen, den Tschad, die Zentralafrikanische Republik, die Demokratische Republik Kongo, Uganda, Kenia, Äthiopien und Eritrea grenzt. Der Sudan ist das flächengrößte Land Afrikas und Khartum ist seine Hauptstadt.
Geographie
Ein Teil des Staates Sudan ist Teil der Großlandschaft Sudan.
Durch den Sudan verlaufen die Nordäquatorialschwelle und die Zentralafrikanische Schwelle. Weitere geographische Objekte, an denen der Sudan Anteil hat, sind die Nubische Wüste, die Sahelzone und der Nil. Der höchste Berg ist der Kinyeti (3.187 m ü. NN).
Wichtige Städte
Die Städte mit über einer Million Einwohner (Stand 1. Januar 2005) sind Omdurman (2.809.445 Einwohner), Khartum (1.974.647 Einwohner) und Bahri (1.530.443 Einwohner), die sich in enger Nachbarschaft am Zusammenfluss des Weißen Nils mit dem Blauen Nil befinden. Alle anderen Städte bleiben unter der Grenze von 500.000 Einwohnern. Unverzichtbar für den Außenhandel ist die Stadt Bur Sudan, die über den einzigen Meerhafen des Landes verfügt. Entlang des Nils findet man noch folgende größere Städte von Nord nach Süd: Wadi Halfa, Atbara, Kusti, Malakal, Bur und Dschuba.
Siehe auch:
- Liste der Städte im Sudan
- :Kategorie:Ort im Sudan
Bevölkerung
Bevölkerung Sudans
Der Sudan hat eine Bevölkerung von 40.187.486 (Stand: Juli 2005, geschätzt) und diese wächst mit 2,6 Prozent pro Jahr (Stand: 2005). Das Durchschnittsalter der Bevölkerung beträgt 18 Jahre (Stand: 2005) und die Lebenserwartung 58,54 Jahre (Stand: 2005).
Lebenserwartungen, BSP/BIP pro Kopf
Die Lebenserwartung beträgt bei Männern 54,2 Jahre und bei Frauen 58 Jahre.
Das Bruttonationaleinkommen (BSP) pro Kopf beträgt 383 Euro (Stand 2003) und das Bruttoinlandsprodukt (BIP) pro Kopf beträgt 2.246 Dollar (Stand 2005) (rund 1.826 Euro).
Sprachen
Wichtigste Sprachen in Reihenfolge der Sprecherzahl: Arabisch (Sudanesisch-Arabisch; wird vor allem im Norden gesprochen), Nuer-Dinka (im Süden von 17 % der Gesamtbevölkerung gesprochen), Nubisch (am mittleren Nil von 9 % der Bevölkerung gesprochen), Bedscha (im Nordosten von 6 % der Bevölkerung gesprochen), Azande (im Südwesten von 3 % der Bevölkerung gesprochen), Bari (im Südosten von 2 % der Bevölkerung gesprochen). Eine kleine Bevölkerungsgruppe spricht Ndogo.
Siehe auch: Liste der Sprachen im Sudan
Religionen
Der Islam ist in Sudan Staatsreligion. 70 % der Bevölkerung sind sunnitische Muslime, 25 % Animisten und 5 % Christen. Die Nichtmuslime leben hauptsächlich im Süden des Landes, der seit 1956 für die eigene Unabhängigkeit kämpft. Seit 2005 ist ein Friedensprozess eingeleitet worden, um den Krieg zu beenden.
Zusammensetzung
52 % der Bevölkerung sind Schwarzafrikaner, 39 % sind arabischer Abstammung, 6 % gehören zum Volk der Beja, 2 % sind Ausländer (meist Flüchtlinge der diversen Kriege in Afrika) und 1 % anderer Zugehörigkeit.
Geschichte
Beja
Hauptartikel: Geschichte Sudans
Die Geschichte Sudans reicht bis in die Pharaonenzeit zurück. Nach der Christianisierung im 6. Jahrhundert wird der Sudan - mit Ausnahme des Südens - zwischen dem 14. und 16. Jahrhundert islamisiert. 1821 fällt das Land unter türkisch-ägyptische Herrschaft und wird nach einer kurzen Periode der Unabhängigkeit, infolge des Mahdi-Aufstands und Mahdi Reichs in den Jahren 1881 bis 1898, anglo-ägyptisches Kondominium. Faktisch bleibt es bis 1953 britische Kolonie. Nach einer Phase der vorbereitenden Machtübergabe wird der Sudan 1956 unabhängig. Bis 1972 herrscht ein Bürgerkrieg, ausgelößt durch die Vormachtstellung des arabisch-moslimischen Nordens über den afrikanischen, christlich-animistischen Süden und als weitreichende Folge der Nord-Südtrennung während der Kolonialzeit. Die deutlich werdende ökonomische Benachteiligung des nun eigentlich autonomen Süd-Sudan und die Einführung der Scharia im gesamten Sudan führt ein Jahrzehnt nach Friedensbeschluß zum erneuten Kriegsausbruch. Von 1983 bis 2005 befindet sich das Land praktisch ununterbrochen im Bürgerkrieg. 2005 wird ein Friedensabkommen zwischen der Regierung im Khartum und der SPLA, der südsudanesischen Rebellengruppe, unterzeichnet. Es sieht ein Referendum über die Unabhängigkeit des Süd-Sudan für 2011 vor.
Politik
Allgemein
Der Sudan ist seit dem 1. Januar 1956 eine unabhängige Republik mit einer demokratischen Verfassung, de facto aber von 1958–1964 und seit 1989 eine Militärdiktatur mit Präsidialcharakter. Der ehemalige Staatsideologe Hassan al-Turabi war Vorsitzender des sudanesischen Zweiges der Muslimbruderschaft.
Siehe auch: Liste der Präsidenten des Sudan
Außenpolitik
Aufenthalt Osama Bin Ladens im Sudan
Nachdem Osama Bin Laden 1992 in Saudi-Arabien zur persona non grata erklärt worden war – 1994 wurde ihm die saudische Staatsbürgerschaft entzogen –, reiste er in den Sudan. Dort plante er den weiteren internationalen Aufbau und die Vernetzung der terroristischen Vereinigung Al-Qaida. Er fand Anhänger in Somalia, Algerien, Marokko, Pakistan und anderen Staaten. Außerdem baute er Kontakte nach Europa und in die USA auf. Im Sudan heiratete er auch die Nichte Hassan al-Turabis. 1996 wurde er jedoch des Landes verwiesen und reiste nach Afghanistan weiter.
Innere Konflikte
Süd-Sudan
Afghanistan
- Seit etwa 1955 herrscht im Süd-Sudan Bürgerkrieg um dessen Unabhängigkeit/Selbstbestimmung. Dieser Konflikt beherrscht die Innenpolitik wesentlich, da dadurch wertvolle Ressourcen gebunden werden, die der weiteren Entwicklung des Landes fehlen. Im Juni 2002 wurden, unter Mitwirkung des UN-Sonderbeauftragten John C. Danforth, in Machakos (Kenia) zwischen der Regierung und der Sudanese People's Liberation Movement/Army (SPLM/A) Friedensverhandlungen aufgenommen, welche auch tatsächlich Teilerfolge erzielen konnten. So einigte man sich unter anderem darauf, dem Süden für eine Dauer von 6 Jahren ein Selbstbestimmungsrecht einzuräumen und anschließend ein Referendum durchzuführen. Eine der Ursachen für den Krieg ist der Erdölreichtum verschiedener Südprovinzen. Die chinesischen Bemühungen Erdöl aus Afrika zu erhalten, fokussieren sich auf den Sudan.
:Siehe auch: Sezessionskrieg im Süd-Sudan
- Besonders hervorzuheben ist an dieser Stelle die Sklaverei im Sudan. Sie hat in dieser Region eine lange Tradition und betrifft die schwarze, meist christliche Bevölkerung des Südens, die von arabisch-muslimischen Nomaden, die als Paramilitärs von Khartum benutzt werden, versklavt und verkauft werden.
:Siehe auch: Sklaverei im Sudan
Darfur
Sklaverei im Sudan
Darfur wurde 2003 zum Schauplatz einer blutigen Rebellion gegen die arabisch-dominierte sudanesische Regierung mit zwei (schwarzafrikanischen) Rebellengruppen – der Sudanesischen Befreiungsarmee (Sudan Liberation Army, SLA) und der Bewegung für Gerechtigkeit und Gleichheit (Justice and Equality Movement, Jem), die die Regierung beschuldigen, Afrikaner zugunsten der Araber zu unterdrücken. Im Gegenzug begann die Regierung einen Feldzug mit Luftbombardements und Bodenangriffen, durchgeführt von einer arabischen Miliz, den Dschandschawid. Die sudanesische Regierung wies jedoch eine Mitschuld an den Verbrechen muslimischer Milizen in Darfur zurück.
Am 8. April 2004 wurde, aufgrund des internationalen Drucks, ein Waffenstillstandsabkommen geschlossen, für dessen Einhaltung die Friedensmission African Union Mission in Sudan (AMIS) mit logistischer Unterstützung der Nato sorgen soll.
Siehe auch: Konflikt in Darfur, Darfur-Krise
Administrative Gliederung
Der Sudan ist in 26 Bundesstaaten (wilayat) unterteilt. Diese teilen sich wiederum in 66 Provinzen und 218 Bezirke.
Siehe dazu: Sudanesische Bundesstaaten
Infrastruktur
Straßenverkehr
Das Straßennetz umfasst 11.900 Kilometer, wovon 4.320 Kilometer asphaltiert sind.
Schienenverkehr
Das Schienennetz umfasst 5.995 Kilometer.
Wasserverkehr
Der wichtigste Seehafen befindet sich in Port Sudan, über den das Erdöl aus dem Landesinneren mittels einer Pipeline exportiert werden kann.
Der Sudan verfügt über etwa 4.068 Kilometer Wasserstraßen, wovon 1.723 Kilometer (Blauer Nil und Weißer Nil) ganzjährig befahrbar sind. Wichtige Flusshäfen sind Dschuba, Khartum, Kusti, Malakal, Nimule und Wadi Halfa.
Pipelines
Das Pipeline-Netz umfasst für Erdöl 2.365 Kilometer, für Erdölprodukte 810 Kilometer und für Gas 156 Kilometer.
Wirtschaft
Wirtschaft Sudans
Der Süden des Landes verfügt über reichhaltige Bodenschätze, wie zum Beispiel Erdöl, Gold, Diamanten und Uran. Allein die Erdölvorkommen werden nach US-amerikanischen Schätzungen aus den 1990er Jahren auf rund 3 Milliarden Barrel beziffert. Bisher sind die meisten dieser Bodenschätze noch nicht erschlossen – teilweise sind sogar die Konzessionen noch nicht vergeben.
Haupt-Export-Länder (Stand 2004) sind China (64,3 %), Japan (13,8 %) und Saudi Arabien (3,7 %).
Haupt-Import-Länder (Stand 2004) sind Saudi-Arabien (11,7 %), China (10,7 %), die VAE (6,2 %), Ägypten (5,2 %), Deutschland (4,9 %), Indien (4,6 %), Australien (4,1 %) und Großbritannien (4 %).
Beziehung mit China
Die Volksrepublik China ist der wichtigste ausländische Investor im Sudan. Mittlerweile deckt das afrikanische Land schätzungsweise 6 bis 8 % der gesamten Ölimporte Pekings; 60 Prozent des sudanesischen Erdöls geht nach China. Derzeit fördert der Sudan 340.000 Barrel am Tag. Man erwartet in absehbarer Zeit eine steigerung auf 800.000 Barrel täglich.
Trotz ständiger Menschenrechtsverletzungen verhindert China mit seinem Vetorecht im Uno-Sicherheitsrat internationale Sanktionen gegen Khartum, das 60 Prozent der Ölerlöse in (chinesisches) Kriegsgerät investiert.
Beziehung mit Deutschland
Die Wirtschaftsbeziehungen zwischen Deutschland und dem Sudan bewegen sich im untergeordneten Bereich, haben aber weiter an Intensität gewonnen. Das Handelsvolumen entspricht mit 150 Mio. Euro nicht dem eigentlichen Potenzial beider Länder. Da bislang noch keine Hermesdeckung der Bundesregierung für Auslandgeschäfte mit dem Sudan möglich ist, bleiben die Perspektiven für eine Ausweitung des bilateralen Handelsaustausches noch beschränkt. Großprojekte wie die Erweiterung des sudanesischen Telekommunikationssektors sowie im Kraftwerksbau und im Luftfahrtbereich haben das Interesse deutscher Unternehmen geweckt, die sich an entsprechenden Ausschreibungen beteiligen. Im März 2004 wurde in Khartum ein deutscher Wirtschaftskreis gegründet, der als Ansprechpartner fungieren und den Austausch beider Seiten fördern soll.
Das bilaterale Handelsvolumen betrug im Jahr 2003 gut 150 Mio. Euro. Sudan exportierte Waren im Wert von 39,7 Mio. Euro nach Deutschland. Traditionelle Hauptexportgüter sind Baumwolle, Gummi Arabicum sowie in geringen Mengen Sesam, Nüsse und Häute.
Die sudanesischen Importe aus Deutschland umfassten im Jahr 2003 Waren im Wert von 111 Mio. Euro, darunter hauptsächlich Maschinen und Ausrüstungen, sowie Fertigerzeugnisse, Chemikalien, Lebensmittel und Textilien.
Siehe auch
-
Weblinks
Regierung
- [http://www.sudan.gov.sd/english.htm Webseite der Regierung des Sudans (englisch)]
- [http://www.sudan-embassy.de/pages/sudan_embassy.depag.html Botschaft der Republik Sudan in Deutschland]
Überblick
- [http://www.auswaertiges-amt.de/www/de/laenderinfos/laender/laender_ausgabe_html?type_id=14&land_id=163 Länder- und Reiseinformationen] des Auswärtigen Amtes
Nachrichten
- [http://www.aerzte-ohne-grenzen.de/Laender/Laenderauswahl/Sudan.php Ärzte ohne Grenzen zum Thema Sudan]
- [http://www.tagesschau.de/thema/0,1186,OID3262992_REF1_NAV,00.html Tagesschau-Dossier: Die Katastrophe im Sudan]
Verzeichnisse
- [http://www.sudan.net/ www.sudan.net]
- [http://www.globalsecurity.org/military/world/war/sudan.htm www.globalsecurity.org]
Tourismus
-
Kategorie:Staat
ja:スーダン
ko:수단
ms:Sudan
simple:Sudan
th:ประเทศซูดาน
zh-min-nan:Sudan
Tschad
Die Republik Tschad (; franz.: République du Tchad) liegt in Zentralafrika. Sie grenzt an Libyen im Norden, den Sudan im Osten, im Süden an die Zentralafrikanische Republik und im Westen an Kamerun, Niger und Nigeria.
Geographie
Das Tschadbecken, (inkl. des Tschadsees), nimmt einen Großteil der Landesfläche ein.
Über das Tschadbecken erheben sich im Osten das Hochland von Ennedi (1450 m) und Ouadaï, im Norden das Tibestigebirge mit 3415 m im Emi Koussi.
Hauptflüsse sind Schari und Logone.
Der Tschad erstreckt sich von der trockenen Wüste Sahara im Norden (Tibesti, 3415 m über NN) über die Klima- und Vegetationszonen (Dornstrauch- und Trockensavannen, an den Flüssen auch Überschwemmungssavannen und Galeriewälder) des Sahels und des Sudans bis zum Bereich der Trockenwälder im äußersten Süden.
Der Tschad schließt den östlichen Teil des Tschadbeckens mit dem größten Teil des Tschadsees ein.
Im Süden des Landes herrscht ein nahezu tropisches, wechselfeuchtes Klima mit bis über 1.100 mm Niederschlag.
Im Norden herrscht Wüstenklima mit großen täglichen Temperaturunterschieden und extrem seltenen Niederschlägen mit 20-40 mm Niederschlag im Jahr vor. Im Gebirge gibt es ca. 1.000 mm Niederschlag jährlich.
Bevölkerung
Niederschlag
Die Bevölkerung des Tschads setzt sich aus fast 200 verschiedene Ethnien zusammen, von denen die meisten auch eigene Sprachen oder Dialekte sprechen. Im Großen lässt sich das Land in einen vorwiegend arabisch-islamischen Bereich im Norden und einen schwarzafrikanisch-animistischen, teils auch christlichen, im Süden einteilen. Während die arabische Bevölkerung meist halbnomadische Viehzucht betreibt, betreiben die Bewohner des Südens überwiegend Ackerbau. Etwa 9 % der Gesamtbevölkerungevölkerung sind Araber.
Siehe auch: Liste der Städte im Tschad
Sprachen
Gesprochen werden mehr als 100 Sprachen und Dialekte. Zum Teil spricht die Bevölkerung mehr als eine Sprache. Die wichtigsten Sprachen sind Arabisch (Sudanarabisch), das von mindestens 26 % der Gesamtbevölkerung als Muttersprache gesprochen wird und die Amtssprache Französisch, das nur von einer gebildeten Minderheit gesprochen wird. Etwa 65 % der Bevölkerung sprechen Sudansprachen, etwa 12 % tschadische Sprachen, 6,5 % Saharanische Sprachen (Daza, Zaghawa) , 4 % das M'óum sowie 1,6 % Bagirmi und Kraish zusammen. Weitere Sprachen sind Ouaddai (Wadai), Teda, Mbum und andere.
Religion
Über 55 % der Gesamtbevölkerung sind Muslime, hauptsächlich die der sunnitischen Richtung. 25 % der Bevölkerung hängen traditionellen afrikanischen Naturreligionen und etwa 19-20 % verschiedenen christlichen Kirchen, Gemeinschaften und Sekten an.
Geschichte
Eine partielle Besiedlung fand bereits im 6. Jahrhundert v. Chr. statt. Später entstehen größere islamische Reiche am Tschadsee, Baguirmi, Logone-Stadtstaaten, Sultanat Ouaddaï.
Erste genauere Kenntnisse der Region übermitteln die Forschungsreisenden des 19. Jahrhunderts: Friedrich Konrad Hornemann (1800); Dixon Denham (1823); Johann Heinrich Barth, Adolf Overweg (1850); Eduard Vogel, Gustav Nachtigal (1855).
1900 errichtet Frankreich das Militärterritorium der Länder und Protektorate des Tschad. 1908 geht dieses im Verwaltungsgebiet Französisch-Äquatorialafrika mit der Kolonie Tschad auf. Zwischen den Weltkriegen erhält die Kolonie Tschad dann ihre heutigen Grenzen.
1934 wird die Grenzziehung im Norden zur italienischen Kolonie Libyen von Italien nicht ratifiziert. Dies ist die Grundlage des späteren Konflikts um den Aouzou-Streifen.
1958 erhält der Tschad seine erste Verfassung. Die Territoriale Versammlung billigt den autonomen Status des Landes als Mitglied der Communauté Française.
Am 11. August 1960 erhält das Land seine Unabhängigkeit. François Tombalbaye (aus dem Süden) wird erster Präsident. Allerdings dominiert der Nord-Süd-Gegensatz die Innenpolitik (Nordisten: islamisch-arabisch-berberische Stämme; Sudisten: schwarzafrikanisch-christlich-animistische Stämme).
1966 wird die muslimische FROLINAT gegen die christlich-sudistische Dominanz gegründet, es kommt zum Beginn eines Bürgerkrieges. 1969 interveniert Frankreich auf Seiten Tombalbayes. Libyen, Algerien und der Sudan dagegen unterstützen die FROLINAT. 1973 besetzt Libyen den Aouzou-Streifen.
1975 stürzt General Félix Malloum Tombalbaye und wird Präsident; Premierminister wird Hissène Habré. 1976 kommt es zum Bruch zwischen Gaddafi und Habré. Weddeye kämpft mit Gaddafi gegen die Zentralregierung.
1979 kommt es zum Frontwechsel Habrés zu Weddeye. N’Djamena wird erobert und das "Gouvernement d’Union Nationale de Transition" unter Weddeye regiert. 1980 kommt es wiederum zum Bruch zwischen Habré und Weddeye ("Zweite Schlacht um N’Djamena"). Daraufhin greift Libyen auf Bitten Weddeyes ein, Gaddafi zieht seine Truppen auf französischen Druck hin allerdings wieder zurück. Habré kann mit ägyptischer, sudanesischer und US-amerikanischer Hilfe Weddeye verdrängen.
1982 wird N’Djamena durch Habré erobert, es beginnt die sogenannte Zweite Republik (1982 bis 1990), während der es zu schwersten Menschenrechtsverletzungen kommt. 1983 wird der Tschad de facto am 16. Breitengrad zweigeteilt. Libysches Militär ist im Norden präsent, insbesondere im Aouzou-Streifen.
1986 bis 1987 gehen die tschadischen Regierungstruppen in die Offensive. Es beginnt die französische Militäroperation Epervier. Die libyschen Truppen werden, bis auf den Aouzou-Streifen, aus allen Stützpunkten verdrängt. 1989 wird der Vertrag von Algier über die friedliche Regelung des Aouzou-Grenzkonflikts unterzeichnet.
1990 beginnt eine Verhandlung über den Aouzou-Konflikt vor dem Internationalen Gerichtshof (IGH) in Den Haag. Habré wird durch die bewaffnete Opposition des Mouvement Patriotique du Salut von Idriss Déby gestürzt und Déby nimmt N’Djamena ein, Habré flieht.
1993 verabschiedet die Nationalkonferenz Übergangsverfassung, -parlament und -regierung. 1994 wird durch den Internationalen Gerichtshof der Aouzou-Streifen dem Tschad wieder zugesprochen.
Im Dezember 1994/Januar 1995 findet eine Wählerregistrierung statt, deren Durchführung und Ergebnisse beanstandet und vom Obersten Gerichtshof annulliert werden. Der bestehende Wahlkalender wird wieder obsolet, die Transitionsphase um ein weiteres Jahr bis zum 8. April 1996 verlängert.
1996 kommt es zudem zu einem Verfassungsreferendum, woraufhin die neue Verfassung in Kraft tritt.
Am 3. Juli 1996 finden Stichwahlen zwischen Déby und Wadal Abdelkader Kamougué statt. Die Feststellung des offiziellen Endergebnisses durch die Cour d’Appel am 14. Juli 1996 bescheinigt Déby 69 %, Kamougué 31 % der Stimmen. In den Parlamentswahlen von Anfang 1997 wird folgendes Endergebnis festgehalten: MPS 66 Sitze, URD 29, UNDR 14, UDR 4, RDP und PLD je 3, AND 2 sowie UNRT, CNDS, FAR, ACTUS je 1 Sitz.
Ende 1998 beginnen bewaffnete Auseinandersetzungen zwischen Regierungstruppen und Rebellen um Youssouf Togoimi (Tibesti-Konflikt).
Im Oktober 2000 wird der Bau eines Pipelineprojekts zur Erschließung der Erdölfelder in Doba begonnen.
Präsident Déby wird im Mai 2001 wiedergewählt. Im Dezember 2001 wird zwischen der Regierung und den Rebellen im Tibesti ein Friedensabkommen abgeschlossen.
(Quelle: Auswärtiges Amt)
Politik
Der Tschad wurde am 11. August 1960 als unabhängige Republik aus französischer Kolonialherrschaft entlassen.
Nach der Verfassung vom 14. April 1996 ist der Tschad eine präsidiale Republik mit Mehrparteiensystem. Staatsoberhaupt und Oberbefehlshaber der Armee ist der mit weitreichenden exekutiven Vollmachten ausgestattete Präsident, der auf 5 Jahre direkt gewählt wird.
Die Legislative liegt beim Zweikammerparlament, das aus Nationalversammlung und Senat besteht. Die Nationalversammlung hat 125 für einen Zeitraum von 4 Jahren gewählte Abgeordnete, die Mitglieder des Senats sind für 6 Jahre zu wählen, der Senat ist allerdings bisher noch nicht etabliert.
Die Exekutive wird vom Ministerrat unter der Leitung des vom Präsidenten ernannten Ministerpräsidenten ausgeübt.
Zu den wichtigsten Parteien gehört die Patriotische Wohlfahrtsbewegung (MPS), die Union für Erneuerung und Demokratie (URD) sowie die Nationale Union für Demokratie und Erneuerung (UNDR).
Präsidenten
- 1960 - 1975 François Tombalbaye
- 1975 - 1979 Félix Malloum
- 1979 Lol Mohammed Chawa
- 1979 - 1982 Goukouni Oueddei
- 1982 - 1990 Hissène Habré
- seit 1990 Generalleutnant Idriss Déby
Staatliche Einrichtungen wie Verwaltung, Bildungs- und Gesundheitswesen sind kaum entwickelt. Die Säuglingssterblichkeit liegt bei 11,7 %, Kindersterblichkeit bei 20 %. Auf jeweils etwa 50.000 Menschen kommt ein Arzt. Insbesondere die medizinische Unterversorgung ist ein Grund dafür, dass vor allem Malaria, aber auch Meningitis-, Cholera- und Masern-Epidemien jährlich tausende Todesopfer fordern. Hilfe leisten hier zu Beginn der 2000er Jahre insbesondere die Ärzte ohne Grenzen.
Vor zusätzliche und für das Land nicht ohne internationale Hilfe zu bewältigende Probleme stellen den Tschad die seit 2003 aus der Region Darfur des östlichen Nachbarlandes Sudan kommenden Flüchtlinge. Ihre Zahl betrug zu Beginn des Jahres 2004 bereits etwa 130.000.
Administrative Gliederung
Seit 2002 ist der Tschad in 18 Regionen eingeteilt.
- Batha
- Chari-Baguirmi
- Hadjer-Lamis
- Wadi Fira
- Borkou-Ennedi-Tibesti
- Guéra
- Kanem
- Lac
- Logone Occidental
- Logone Oriental
- Mandoul
- Mayo-Kebbi Est
- Mayo-Kebbi Ouest
- Moyen-Chari
- Ouaddaï
- Salamat
- Tandjilé
- Ndjamena
Infrastruktur
Die Infrastruktur ist nur wenig entwickelt. Bei einer Größe von 1.284.000 km² - nach Größe liegt der Tschad weltweit an 20. Stelle, ist etwa 3,5 mal so groß wie Deutschland - gibt es nur wenig mehr als 200 km befestigter Straßen.
Wirtschaft
Aufgrund des Bürgerkriegs und wegen längerer Dürreperioden gehört der Tschad zu den ärmsten Ländern der Welt. Auf dem Human Development Index der UNO liegt er unter insgesamt 177 Staaten an 167. Stelle (Liste des Jahres 2004). 80 % der Bevölkerung leben unterhalb der Armutsgrenze.
Rund 90 % der Bevölkerung leben von der Landwirtschaft, also dem Ackerbau und der Viehzucht. Allerdings ist der Tschad auch auf internationale Unterstützung (z. B. in Form von Lebensmitteln) angewiesen.
Das Land galt lange als arm an Bodenschätzen, abgebaut wurden vor allem Stein- und Natronsalz. Im Jahr 2003 konnte mit der Förderung von Erdöl aus einem erst Ende der 1990er Jahre entdeckten Ölfeld bei Doba begonnen werden. Die Einnahmen aus der Förderung des Erdöls sollen, gemäß einer Vereinbarung der Regierung mit der Weltbank, zu 80 % für Projekte im Bereich des Sozialen und der Infrastruktur verwendet werden und somit der gesamten Bevölkerung zugute kommen. Dafür wurden im Juli 2004 zum ersten Mal 31 Millionen Euro an die Weltbank überwiesen, die diese Gelder wiederum für konkrete Projekte im Land ausschüttet. Insgesamt werden bis 2023 (20 Jahre) Einnahmen von rund 1,6 Milliarden Euro prognostiziert.
Der Tschad leidet unter einem massiven Korruptionsproblem. Nach der Korruptionsstudie 2005 der Organisation Transparency International (TI) liegt der Tschad auf dem letzten Platz von 159 untersuchten Staaten, gemeinsam mit Bangladesh.
Haupthandelspartner sind Frankreich, Kamerun und Nigeria. Wichtigste Exportgüter sind Baumwolle (mit einem Exportanteil von 40 %) und erst seit 2003 auch Erdöl. Importgüter sind unter anderem Brennstoffe, Fahrzeuge, Zucker, Getreide und Textilien.
Weblinks
- [http://www.auswaertiges-amt.de/www/de/laenderinfos/laender/laender_ausgabe_html?type_id=14&land_id=173 Länder- und Reiseinformationen] des Auswärtigen Amtes
- [http://www.erdoel-tschad.de/ Informationen zur Erdölförderung im Tschad] einer Initiative von [http://www.eirene-deutschland.org/ EIRENE DEUTSCHER ZWEIG, e.V.]
- [http://www.n-tv.de/591762.html/ N-Tv.de-Meldung zum Korruptionsbericht 2005 der Organisation Transparency International]
Kategorie:Staat
ja:チャド
ko:차드
ms:Chad
th:สาธารณรัฐชาด
zh-min-nan:Tchad
Löwe
Der Löwe (Panthera leo) ist eine in Afrika und Asien verbreitete Katze, unverkennbar wegen der Mähne des Männchens. Er ist die vielleicht erfolgreichste aller Großkatzen, war er doch einst weit verbreitet, über Afriko, und Europa bis hin nach Asien.
Merkmale
Katze
Nach dem Tiger ist der Löwe die zweitgrößte Katze und damit das grösste Landraubtier Afrikas. Ein Löwenmännchen hat eine Kopfrumpflänge von 180 Zentimetern, eine Schulterhöhe von etwa 120 Zentimetern und eine Schwanzlänge von rund einem Meter. Ausgewachsene männliche Tiere kommen auf ein durchschnittliches Körpergewicht von 225 Kilogramm. Weibchen sind mit 160 Zentimetern Kopfrumpflänge, einer Schulterhöhe von 100 Zentimetern, einem 85 Zentimeter langen Schwanz deutlich zierlicher und haben ein Körpergewicht von rund 150 Kilogramm. Die größten Löwen leben im südlichen Afrika, die kleinsten in Asien.
Löwen haben ein kurzes, gelb-golden bis dunkelbraun gefärbtes Fell, männliche Exemplare zudem eine lange Mähne, die meist dunkelbraun ist, aber auch schwarz, hellbraun oder rotbraun sein kann. Diese Mähne breitet sich von den Wangen bis über die Schultern aus, seltener über Bauch und Brust. Ihr Sinn liegt wahrscheinlich darin, dass sie die Tiere größer und für Futterkonkurrenten bedrohlicher erscheinen lässt. Praktischen Nutzen könnte die Mähne als Schutz gegen Prankenhiebe bei Rangkämpfen rivalisierender Männchen haben. Ausserdem ist durch Felduntersuchungen nachgewiesen worden, dass Männchen mit besonders dunkler und großer Mähne mehr Erfolg beim Gewinnen eines Weibchens haben. Bei asiatische Löwen ist die Mähne deutlich weniger ausgeprägt als bei ihren afrikanischen Artgenossen. Jungen Löwen fehlt sie ganz. Es dauert über fünf Jahre, bis ein Löwenmännchen eine voll ausgebildete Mähne hat.
Auffällig ist außerdem die schwarze Schwanzquaste, in der sich ein zurückgebildeter Wirbel befindet (Hornstachel).
Junge Löwen haben dunkle Flecken auf dem Körper, die aber schon während des ersten Lebensjahres verblassen. In sehr seltenen Fällen bleiben diese Flecken auch beim erwachsenen Löwen sichtbar, aber stets undeutlich und nur aus der Nähe betrachtet.
Wie bei Tigern gibt es bei Löwen gelegentlichen Leukismus; darunter versteht man das Auftreten von Löwen mit weißem Fell. Sie sind jedoch keine Albinos, da die dafür charakteristischen roten Augen fehlen. Die weiße Fellfarbe wird über ein rezessives Gen vererbt. Da weiße Löwen für potenzielle Beutetiere leichter zu sehen sind, haben solche Tiere es schwerer, zu überleben. Ausserdem gibt es Berichte über Melanismus (schwarze Löwen), doch keinen Beweis über deren Existenz. Bei anderen Grosskatzen, etwa Jaguar, Leopard und Puma sind schwarze Exemplare aber dokumentiert.
Lebensraum
Puma
Das ursprüngliche Verbreitungsgebiet des Löwen umfasste nicht nur Afrika, sondern auch das südliche Europa sowie Vorderasien und Indien. Im Eiszeitalter war er auch in Mitteleuropa mit den Unterarten Panthera leo fossilis und Panthera leo spelaea (Höhlenlöwe) sowie in Nordamerika verbreitet. Hier verschwand er aber beim Rückzug des Eises.
Die ältesten und größten Löwen in Europa jagten während der Cromer-Warmzeit vor mehr als 500.000 Jahren bei Wiesbaden in Hessen und bei Heidelberg in Baden-Württemberg. Diese Exemplare waren fast so lang wie die größten Löwen der Erdgeschichte in Kalifornien vor mehr als 12.000 Jahren, die eine Rekordlänge von maximal 3,60 Meter (Kopfrumpflänge: ca. 2,40 Meter, Schwanzlänge: ca. 1,20 Meter) erreichten. Ihre Zeitgenossen waren unter anderem Säbelzahnkatzen, Jaguare und Geparden (E. Probst: Rekorde der Urzeit, S. 153, München 1992).
Die meisten Löwenfunde in Europa stammen von eiszeitlichen Höhlenlöwen (Panthera leo spelaea). Der Höhlenlöwe ist 1810 nach einem Schädelfund aus der Burggaillenreuther Zoolithenhöhle bei Muggendorf in Oberfranken (Bayern) beschrieben worden. In Mitteleuropa starben die Höhlenlöwen vor mehr als 12.000 Jahren aus.
Dass auf dem Balkan noch in der Antike Löwen lebten, berichten zahlreiche zeitgenössische Gelehrte (zum Beispiel Herodot, Aristoteles). Man nimmt an, dass der Löwe in Europa durch menschliches Zutun im 1. Jahrhundert n. Chr. ausstarb.
Heute ist die Verbreitung weitgehend auf das Afrika südlich der Sahara beschränkt ist. Nördlich der Sahara starb die Art in den 1940er Jahren aus, ebenso wurden die asiatischen Löwenpopulationen während des 20. Jahrhunderts nahezu vollständig vernichtet. Ein kleiner Restbestand hat sich jedoch im Gir-Nationalpark in Gujarat (Indien) gehalten.
Früher kamen Löwen in allen Habitaten vor, mit Ausnahme von Wäldern. Das heutige Verbreitungsgebiet ist jedoch stark verkleinert. Das bevorzugte Habitat des Löwen ist die Savanne. Die Art kommt aber auch Trockenwälder und Halbwüsten vor, in Wüsten und Regenwäldern fehlt sie dagegen gänzlich.
Lebensweise
Sozialverhalten
Im Gegensatz zu den übrigen, eher einzelgängerischen Großkatzen leben Löwen im Rudel. Ein solches Rudel besteht vor allem aus verwandten Weibchen. Die Größe des Reviers und die Anzahl der Beutetiere bestimmen dabei die Rudelgröße, die zwischen 3 und 30 Exemplaren liegen kann. Für gewöhnlich gibt es in einem Rudel ein bis drei ausgewachsene Männchen, die in der Rangordnung über den Weibchen stehen. Das Revier eines Löwenrudels umfasst 20 bis 400 km². Seine Grenzen werden mit Kot, Urin und weithin hörbarem Gebrüll markiert.
Die jungen Männchen bleiben etwa zwei bis drei Jahre im Rudel, bis sie ihre Geschlechtsreife erreicht haben; danach werden sie vertrieben. Daher wechseln die Männchen eines Rudels alle zwei bis drei Jahre.
Wurde ein Männchen vertrieben, so streift es mitunter über Jahre umher und schließt sich meist einem anderen nomadisierenden Männchen an. Dies kann ein fremder Löwe oder ein Bruder sein. Die Bindung zwischen ihnen kann dabei sehr stark sein. Die Nomaden legen in dieser Zeit sehr große Strecken zurück, respektieren keine Reviergrenzen und bilden auch keine eigenen Reviere. Da die Männchen nicht gerade gute Jäger sind, ernähren sie sich vorwiegend von Aas.
Findet ein solcher Nomade ein Rudel mit einem alten oder schwachen Männchen an der Spitze und ist er fähig, ein Rudel zu führen, so greift er den Rudelführer an. Dies ist aber nicht immer von Erfolg gekrönt. Solche Rangordnungskämpfe sind in der Regel blutig, und im Extremfall kann es tödlich enden. Ist der alte Rudelführer "nur" verletzt, so muss er von nun an allein weiterleben, wird also seinerseits zum Nomaden. Oft stirbt er jedoch an den Folgen der Verletzungen.
Hat der Neuankömmling Erfolg, so kommt es häufig zum Infantizid, das heißt er tötet die Jungen seines Vorgängers. Damit wird erreicht, dass die Weibchen nach kurzer Zeit wieder paarungsbereit sind. Im Gegensatz zu den Männchen bleiben die Weibchen bis zu ihrem Lebensende im Rudel.
Löwen schlafen am Tag bis zu 20 Stunden und sind nachtaktiv
Fortpflanzung
Löwen erreichen ihre soziale Geschlechtsreife im Alter von zwei bis drei Jahren, ihre physiologische in 18 Monaten. Um die Paarungsbereitschaft eines Weibchens festzustellen, benutzt der männliche Löwe das Jacobson-Organ, das sich am oberen Gaumen befindet. Dazu zieht der Löwe die Oberlippe zurück und öffnet leicht das Maul. Dieser Vorgang wird auch als Flehmen bezeichnet.
Auch wenn ein Männchen die Spitze der Rangordnung einnimmt, kann es sich mit einem Weibchen nur mit dessen Zustimmung paaren. Hierzu legt sich die Löwin auf den Bauch und erlaubt dem Männchen, sie zu besteigen. Während der Kopulation beißt der Kater der Löwin in den Nacken. Dadurch hält diese instinktiv still. Lässt eine Löwin die Kopulation zu, so paaren sie sich alle 15 Minuten zirka 40 Mal am Tag, wobei ein Kopulationsakt etwa 30 Sekunden dauert, bis die Paarungsbereitschaft der Löwin nach etwa fünf Tagen beendet ist. An der Gewilltheit der Weibchen, die Paarung einzugehen, kann ein Beobachter gut den Stellenwert des Männchens ersehen und wie wahrscheinlich es ist, dass es bald abgelöst wird.
Kopulation
Nach einer Tragzeit von etwa vier Monaten bringt die Löwin abseits vom Rudel und versteckt ein bis vier blinde Junge zur Welt, die jeweils etwa 1,5 kg wiegen und 50 cm groß sind. Sie werden etwa sechs bis acht Wochen nur von der Mutter gesäugt und bleiben während dieser Zeit auch im Versteck. Ist dieses weit vom Rudel entfernt, geht die Mutter allein auf Jagd. Dabei kann es vorkommen, dass das Junge bis zu 48 Stunden allein im Versteck ist. Dies ist besonders wegen Hyänen und anderer Raubtiere gefährlich. Nach maximal 8 Wochen führt die Löwin ihr Junges zum Rudel. Dabei gibt es selten Probleme mit der Akzeptanz.
Die jungen Löwen saugen ab diesem Zeitpunkt nicht nur bei der Mutter, sondern auch bei den anderen Weibchen, so dass die Erziehung allen weiblichen Mitgliedern des Rudels obliegt. Im Alter von sechs Monaten werden Löwenjunge entwöhnt, und bleiben dann noch ungefähr zwei Jahre bei der Mutter.
Die Lebensdauer eines Löwen kann vierzehn bis zwanzig Jahre betragen. In der Regel erreichen jedoch nur Weibchen ein solches Alter. Männchen werden lange vorher von einem jüngeren Konkurrenten getötet oder vertrieben, finden kein Rudel mehr und verhungern. Häufig werden sie daher nicht älter als sieben bis zwölf Jahre. Im Zoo haben manche Löwen jedoch bis zu 34 Jahre gelebt.
Ernährung
Den Löwen fallen vor allem Jungtiere oder kranke Tiere zum Opfer. Sie jagen meist bei Dunkelheit oder in den kühlen Morgenstunden.
Da Löwen nicht gerade ausdauernde und schnelle Läufer sind, zirka 60 km/h auf Kurzstrecken, ist meistens die gemeinsame Jagd die einzige Möglichkeit, Beute zu schlagen. Nur zirka jeder fünfte Jagdversuch ist dabei von Erfolg gekrönt.
Zu den Beutetieren gehören vor allem Antilopen, Gazellen, Gnus und Zebras, aber auch Hasen, Vögel und manchmal Fische.
Junglöwen gehen im Alter von drei Monaten zum ersten Mal mit der Mutter zur Jagd. Erst im Alter von zwei Jahren haben sie die Jagdkunst erlernt.
Die Strategie des Löwen ist dabei die Anschleichjagd. Die Löwinnen umkreisen die Beute und schleichen sich geduckt oft über mehrere hundert Meter an die Beute heran, wobei jede Deckung ausgenutzt wird. Dabei jagen sie sich auch gegenseitig die Beute zu. Je näher sie der Beute kommen, desto mehr wird auf die Deckung geachtet. Ist eine Distanz von zirka 30 Metern erreicht, so wird die Beute von der Löwin mit mehreren Sätzen angesprungen. Jeder Sprung ist dabei etwa 6 Meter lang. Die Beute wird durch einen Kehl- oder Nackenbiss getötet.
Die Männchen beteiligen sich nur in Ausnahmefällen an der Jagd, zum Beispiel wenn es um große Beutetiere geht. Nach dem Jagderfolg kommt die Rangfolge im Rudel zum Tragen. Das Männchen darf zuerst fressen, es folgen die ranghöchsten Weibchen, zuletzt die Jungen. Am Kadaver kommt es nicht selten zu Rangkämpfen, bei denen sich die Rudelmitglieder blutige Wunden holen.
Oft fressen Löwen auch Aas. Männliche Löwen, die aus einem Rudel vertrieben worden sind, verlegen sich notgedrungen ausschließlich auf solche Nahrung. Sie sind sehr rabiat dabei, andere Raubtiere wie Leoparden oder Geparden von der Beute zu vertreiben. Oft vertreibt der Löwe auch die Tüpfelhyäne von ihrer Beute - und nicht umgekehrt, wie früher angenommen wurde.
Löwen und Menschen
Gefährdung
Wie bei fast allen Großtieren Afrikas geht die Hauptgefährdung der Löwen von der Jagd aus. Diese wurde jedoch in den letzten Jahren in beinah allen Verbreitungsgebieten auf ein niedrigeres Maß zurückgeschraubt.
Krankheiten stellen ein weiteres Problem dar, vor allem im südafrikanischen Krüger-Nationalpark. Seit 1995 hier zum ersten Mal ein tödlicher Fall von Tuberkulose bei den Löwen aufgetaucht ist, wurden im Kruger-Park umfassende Untersuchungen durchgeführt. Das Ergebnis war, dass im südlichen Bereich des Parks mehr als 90 Prozent der Tiere mit den tödlichen Bakterien infiziert waren. Die Infektion stammt von Büffeln, die von Löwen gejagt werden und durch den Kontakt mit infizierten Hausrindern die Krankheit in den Park eingeschleppt haben. Die Rinder leiden zu etwa 70 Prozent an einer Lungentuberkulose, bei den Löwen manifestiert sich die Krankheit vor allem im Verdauungssystem. Die Tiere werden schwächer, magern extrem ab und sterben innerhalb weniger Jahre. Neben dieser Tuberkulose gibt es noch eine zweite Krankheit unter den Löwen. Etwa 60 bis 70 Prozent der Löwen sind mit einem Virus namens FIV (Feline Immunodeficiency Virus) infiziert, einem dem menschlichen HI-Virus sehr ähnlichen Krankheitserreger, der die Immunabwehr der Tiere lahmlegt und so der Tuberkulose den Weg ebnet. Gegen beide Erreger gibt es keine Impfstoffe.
Schätzungsweise leben noch etwa 16.000 bis 30.000 Löwen in freier Wildbahn. Die IUCN ging 2004 davon aus, dass die Löwenbestände weltweit in den letzten zwanzig Jahren um 30 bis 50 % zurückgegangen sind. Die Gründe für den Rückgang werden noch untersucht, sind aber weitgehend rätselhaft.
Löwen in Religion und Mythologie
IUCN
Bereits die eiszeitlichen Jäger in der Kulturstufe des Aurignacien haben vor mehr als 30.000 Jahren den Löwen dargestellt. Zu den eindrucksvollsten Kunstwerken aus jener Zeit in Deutschland gehört die aus Mammutelfenbein geschnitzte, fast 30 Zentimeter hohe Frauenfigur mit dem Kopf einer Höhlenlöwin aus der Höhle Hohlenstein-Stadel in Baden-Württemberg. Sie verkörperte vielleicht eine Gottheit.
In vielen Kulturen hat der Löwe eine Stellung als „König der Tiere“ eingenommen. Die von ihm ausgehende Faszination wird durch die Vielzahl von Wappen deutlich, auf denen er abgebildet ist. So findet man den Löwen auf den Wappen von Hessen, Schleswig-Flensburg, Zürich, Luxemburg, | | |