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Großer Nordischer Krieg

Großer Nordischer Krieg

Der Große Nordische Krieg war ein Krieg um die Vorherrschaft im Ostseeraum. Am Ende des 17. Jahrhundert beherrschte Schweden einen großen Teil der Ostseeküsten. Die Hanse hatte ihren Einfluss fast völlig verloren. Seit 1617 waren die ehemals russischen Herrschaftsgebiete Ingermanland und Karelien in schwedischer Hand. Russlands Seeweg nach Europa war einzig über den Hafen Archangelsk möglich, der nur wenige Monate im Jahr eisfrei war. Peter I. hatte aber nach einem gescheiterten Versuch 1696 die Festung Asow am Schwarzen Meer erobert. Mit dem Frieden von Karlowitz verschaffte er sich Ruhe im Süden seines Reiches. Im August 1698 trafen sich Peter I. und August II., König von Polen und Kurfürst von Sachsen in Rawa, einer kleinen Stadt nördlich von Lwow und trafen Absprachen für eine Allianz gegen Schweden. Johann Reinhold von Patkul, ein livländischer Adliger sicherte August II. die Hilfe des livländischen Adels im Kampf gegen Schweden zu. Die Dänen schlossen sich der Allianz an, um verloren gegangenen Einfluss in der Ostsee wiederzugewinnen. Sie mobilisierten ihre Flotte und zogen ihr Heer an der Grenze des Herzogtums Holstein-Gottorp, eines schwedischen Verbündeten zusammen.

Der Beginn des Krieges

Am 12. Februar 1700 fiel die sächsische Armee ohne Kriegserklärung in Livland ein. Doch der livländische Adel stellte sich nicht auf die Seite der Sachsen. Die Einnahme der Festung Riga scheiterte. Die militärischen Erfolge waren sehr bescheiden. Die polnische Adelsrepublik, die Rzeczpospolita fühlte sich von August betrogen und erklärte, dass Polen sich nicht im Krieg mit Schweden befände. Nur einige polnische Magnaten wie Fürst Hieronim Augustyn Lubomirski schlugen sich anfangs auf seine Seite. Am 11. März erklärte Dänemark Schweden den Krieg und marschierte in das Herzogtum Holstein-Gottorp ein.

Erste Erfolge Schwedens

11. März Karl XII. ordnete die Mobilmachung an. Die schwedische Armee war kein Söldnerheer wie in anderen Ländern üblich. Die Soldaten der einzelnen Einheiten lebten in Friedenszeiten als Bauern in ihren Dörfern. Da sie einander kannten, hielten sie im Kampf eng zusammen. Fahnenflucht war in der schwedischen Armee so gut wie unbekannt. Wilhelm III. damals zugleich König in England und Holland, wünschte die Erhaltung des Friedens in Nordeuropa und garantierte den Status Quo. Da Dänemark der Angreifer war, stellte er sich auf die Seite Schwedens und schickte unter Admiral Rooke ein englisch-holländisches Geschwader mit 25 Linienschiffen Unterstützung Schwedens nach Göteborg. Schweden verfügt über eine Flotte von 38 Linienschiffe und 12 Fregatten, Dänemark dagegen nur 33 Linienschiffe und 7 Fregatten. In einem kühnen Manöver gelingt der schwedischen Flotte die Durchfahrt durch die kleinere der beiden Fahrrinnen im Sund, ausserhalb der Reichweite der Kanonen auf den dänischen Sundfestungen. Die schwedische Flotte vereinigt sich mit dem englisch-holländischen Geschwader, der kleinen dänischen Flotte von 33 Schiffen steht jetzt ein mächtiges Geschwader von mehr als 60 Schiffen gegenüber, so dass der dänische Admiral keine Seeschlacht wagt. Unter dem Schutz dieser Flotte kann Karl XII. am 23. Juli 1700 auf der dänischen Hauptinsel Seeland landen, Kopenhagen einschließen und im August mit der Belagerung der dänischen Hauptstadt beginnen. Der dänische König sieht sich jetzt einer katastrophalen Lage gegenüber: Seine kleine Flotte steht einer viel stärkeren feindlichen gegenüber, seine Hauptstadt wird belagert, und sein Heer operiert gegen Herzog Friedrich IV. von Holstein-Gottorp weit, weit weg in Holstein. Friedrich IV. muss seine Niederlage eingestehen und schließt am 18. August 1700 mit Schweden den Frieden von Traventhal: Der Status Quo Ante wird wieder hergestellt, Dänemark scheidet aus der Anti-Schwedischen-Koalition aus. Der erste Feldzug im Großen Nordischen Krieg endet schnelle und fast unblutig, Dänemark scheidet (vorerst) aus dem Krieg aus, Schweden hat einen Gegner weniger. Inzwischen hatte Russland am 19. August Schweden den Krieg erklärt und bedrohte die estländische Stadt Narva. In der Schlacht von Narva errangen jedoch die zahlenmäßig weit unterlegenen schwedischen Truppen einen überwältigenden Sieg gegen Russland. August hatte mit ansehen müssen, wie zwei seiner Verbündeten, Dänemark und Rußland von Karl XII. geschlagen worden sind. August bot Karl Friedensverhandlungen an, doch Karl lehnte ab. Im Februar 1701 trafen sich August und Peter erneut, um ihr Bündnis zu erneuern. Peter brauchte Zeit, seine Armee zu reorganisieren und aufzurüsten, August brauchte einen starken Verbündeten im Rücken der Schweden. Am 19. Juli 1701 standen sich sächsische und schwedische Soldaten bei Riga an der Düna gegenüber. Der sächsische Oberbefehlshaber Adam Heinrich Graf von Steinau ließ sich durch Ablenkungsmanöver täuschen und zersplitterte seine Einheiten. So gelang es der schwedischen Infanterie, den Fluss zu überqueren und einen Brückenkopf zu bilden. Die sächsische Armee erlitt zwar eine Niederlage, konnte sich aber sammeln und geordnet zurückziehen. Karl besetzte mit seinen Truppen Mitau, die Hauptstadt des Herzogtums Kurland, das zu Polen gehörte.

Der Feldzug in Polen

Im Oktober 1701 führt Karl XII. sein Heer nach Kurland. Die Rzeczpospolita, die polische Republik, protestierte gegen die Verletzung des polnischen Hoheitsgebietes, denn die polnische Republik (vertreten durch den poln. Reichstag) befand sich nicht im Krieg mit Schweden, sondern nur der König von Polen. August der Starke bot Karl XII. erneut Verhandlungen an. Karls erfahrene Ratgeber rieten ihm, mit dem König von Polen Frieden zu schließen. Doch Karl blieb starrsinnig und verlangte vom Sejm die Wahl eines neuen Königs. Das lehnte die Mehrheit des polnischen Adels ab. Im Januar 1702 verlegt Karl das schwedische Heer von Kurland weiter nach Süden, nach Litauen. Am 23.03.1702 verläßt Karl XII. das Winterquartier in Litauen und marschiert in das eigentliche Polen ein. Am 14. Mai 1702 ergibt Warschau sich kampflos. Es wird zur Zahlung eine hohen Kontribution gezwungen, bevor Karl seinen Marsch nach Süden, nach Krakau fortsetzt. Auf dem Weg dorthin stellt sich ihm das polnisch-sächsische Heer entgegen, und am 9. Juli 1702 kommt es zur Schlacht bei Klissow, südlich von Kielce. Die Polen und Sachsen unterliegen erneut gegen die Schweden. 2.000 Sachsen werden getötet oder verletzt, mehr als 1.000 geraten in schwed. Gefangenschaft, auf schwedischer Seite werden nur 900 Soldaten getötet oder verletzt. Die Schweden erbeuten die gesamte sächsische Artillerie und den gesamten Tross mit Augusts Feldkasse mit 150.000 Reichstalern und sogar seinem Silbergeschirr. August sammelt die verbliebenen Einheiten seines Heeres und zieht sich in die östlichen Landesteile Polen zurück. August bietet den Schweden nach dieser Niederlage abermal Friedensverhandlungen an, er will den schwedischen Forderungen so weit als irgend möglich entgegekommen. Nur König von Polen wünsche er zu bleiben. Auch der Kardinal-Primas unterbreitet im Namen der Republik Polen Vorschläge für einen Frieden. Er bietet Schweden poln. Livland, Kurland und eine hohe Kriegsentschädigung. Karl XII. müsse lediglich auf die Absetzung des Königs verzichten. Ein weiteres Mal zeigt Karl sich starrsinnig (König Eisenkopf) und beharrt auf der Absetzung Augusts. August zog sich mit seinem Hof nach Sandomierz zurück. Dort bildete der polnische Adel eine Konföderation zur Unterstützung von August II.. Sie kämpften gegen die schwedische Besetzung Polens und gegen den von Schweden geforderten neuen König. Mit Partisanenaktionen verwickelten sie die schwedischen Truppen in Gefechte und schwächten so ihre Kampfkraft.
Am 12. Juli 1704 wurde gegen den Willen der Mehrheit des polnischen Adels unter dem Schutz der schwedischen Armee Stanislaus I. Leszczynski zum König gewählt. Aber auch in Sachsen gab es Widerstand gegen die Polenpolitik ihres Kurfürsten. August erließ eine Akzisesteuer, um seine Kriegskasse zu füllen und die Armee aufrüsten zu können. Das brachte die sächsischen Stände gegen ihn auf. Außerdem erregte er den Unmut der Bevölkerung durch aggressive Methoden der Rekrutenwerbung.

Die Rückkehr Russlands in den Krieg

Peter I. hatte inzwischen unter enormen Anstrengungen seine Armee wieder aufgerüstet. Aus Kirchenglocken hatte er neue Kanonen gegossen. Peter nutzte die Abwesenheit von Karl XII. und des schwedischen Hauptheeres, die in Polen Jagd auf August machten, um ihn von polnischen Thron zu stossen, um das Baltikum anzugreifen. Gleichsam hinter Karls Rücken brachte er dem kleinen schwedischen Heer, das zur Verteidigung der baltischen Provinzen zurückgeblieben war, zwei Niederlagen bei und kontrollierte ab 1702 Estland und Livland, ausser den schwedischen Festungen. Am 11. Oktober 1702 fiel die Festung Nöteborg, die Peter in Schlüsselburg umtaufte, am 14. Juli 1704 Dorpat und am 9. August Narva. Im sumpfigen Delta der Newa begann Peter 1703 noch während des Krieges mit dem Aufbau seiner neuen Hauptstadt Sankt Petersburg. Im Dezember 1705 überschritten russische Truppen in einer Stärke von 20.000 Mann unter dem Kommando des Feldmarschalls Georg Benedict Ogilvy die polnische Grenze, um sich mit den sächsischen Truppen zu vereinigen. Karl zog ihnen mit dem Hauptteil seiner Armee entgegen. Ein Heer von 10.000 Mann unter der Führung von Carl Gustaf Rehnskiöld wandte sich gegen die Sachsen, die inzwischen wieder eine Stärke von 19.000 Soldaten hatten. Die russische Armee verschanzte sich in der Festung Grodno und wartete auf Entsatz.

Die Schlacht bei Fraustadt

Fraustadt Am 3. Februar 1706 trafen die Armeen bei Fraustadt aufeinander. Rehnskiöld befehligte kampferprobte Infanterie- und Kavallerieregimenter. Die sächsischen Truppen unter General von der Schulenburg waren zum großen Teil gepresste und schlecht ausgebildete Soldaten. Mehrere Regimenter bestanden aus französischen und Schweizer Kriegsgefangenen. Und es gab eine russische Hilfstruppe von 6.400 Mann. Als die Schweden losstürmten, brach die sächsische Front zusammen. Nach wenigen Stunden war die Schlacht vorbei. Nur etwa 3.000 Soldaten konnten sich über die Oder retten. Die russischen Gefangenen ließ General Rehnskiöld niedermachen. Da die russische Armee in Grodno nicht mehr auf Hilfe hoffen konnte, wagte sie einen Ausbruch. Sie entkamen den Verfolgern und konnten sich über die Grenze retten. Karl erkannte, dass er eine Entscheidung in Russland herbeiführen musste. Dafür brauchte er aber Rückenfreiheit.

Die Besetzung Sachsens

Am 27. August 1706 rückte die schwedische Armee in Sachsen ein. Sie eroberte Zug um Zug das Kurfürstentum und erstickte jeden Widerstand im Keim. Karl XII. sicherte der sächsischen Bevölkerung zu, dass keine Übergriffe und Repressalien stattfänden, wenn sie den Anordnungen der Besatzungsmacht Folge leisten. August, der seit der Schlacht bei Fraustadt keine nennenswerten Truppen mehr in Polen hatte, bot Karl Friedensverhandlungen an. Seine Unterhändler unterzeichneten am 24. September 1706 in Altranstädt einen Friedensvertrag.

Die Schlacht bei Kalisch

Kalisch Die Nachricht von dem Friedensschluss erhielt August am 15. Oktober. Inzwischen marschierte ein russisches Heer von 20.000 Mann unter Führung von Menschikow dem schwedischen Korps in Polen entgegen. August versuchte, den Kampf zu verhindern und warnte den schwedischen Kommandeur, doch ohne Erfolg. Am 29. Oktober stellten sich die 5.000 schwedischen Soldaten bei Kalisch zum Kampf. Sie wurden von den russischen Truppen völlig vernichtet. Die polnische Reiterei von Stanislaus I. Leszczynski wurde versprengt. Über 100 Offiziere (unter ihnen auch polnische Magnaten) gerieten in Gefangenschaft. Nach diesem Sieg schlugen seine Ratgeber August II. vor, den Friedensvertrag zu annullieren und an der Seite Russlands weiter zu kämpfen. Doch August lehnte ab und kehrte nach Sachsen zurück. Am 19. Dezember ratifizierte er den Friedensvertrag. Als Karl im September 1707 das Land in Richtung Osten verließ, hatte er seine Armee auf 34.000 Mann vergrößert, neu eingekleidet und mit neuen Waffen ausgerüstet. Seine Kriegskasse war um mehrere Millionen Taler größer. In Polen stießen 8.000 schwedische Rekruten zu ihm. In Polen allerdings weigerte sich die Konföderation von Sandomierz unter dem Hetman Adam Sieniawski, dem reichsten Mann Polens und Schwiegersohn Fürst Lubomirskis, die Abdankung Augusts II. und die Thronbesteigung Stanislaus Leszczynskis anzuerkennen. Der russische Zar schlug den Polen neue Thronkandidaten vor und auch Leszczynski versuchte seine Gegner für sich zu gewinnen. Dies scheiterte aber an der Frage der Verteilung von Pfründen und Posten. Die Konföderation hatte allerdings nur geringen militärischen Wert; ihre Truppen konnten allenfalls den Nachschub der Schweden stören.

Die Wende des Krieges bei Poltawa

Nun stand Peter I. praktisch allein der schwedischen Großmacht gegenüber. 1708 erschienen erneut russische Truppen in Polen. Ihnen gelang es in dem außergewöhnlich harten Winter 1708/09, den Tross der schwedischen Armee zu erbeuten, die damit von ihrer Versorgung abgeschnitten war. Auch die erwartete Verstärkung durch die mit Schweden verbündeten Kosaken unter Ataman Iwan Mazeppa blieb aus. So war zu Beginn des Frühjahrs 1709 nur noch ein Drittel der schwedischen Armee mit wenigen Kanonen einsatzbereit. Besonders die in Deutschland angeworbenen Soldaten hatten die Kälte nicht verkraftet. Dennoch wagte es Karl XII. tief auf russisches Gebiet vorzudringen. Am 8. Juli 1709 kam es in der Ukraine zur entscheidenden Schlacht bei Poltawa. Die Schweden erlitten eine vernichtende Niederlage; Karl XII. floh nach Süden ins Osmanische Reich.

Die Schlacht am Pruth

Peter schickte seinen Botschafter nach Istanbul und forderte die Auslieferung Karls. Ahmed III. ließ den Botschafter ins Gefängnis werfen. Daraufhin fiel Peter mit seiner Armee ins Osmanische Reich ein. Die osmanischen Truppen kesselten ihn bei Huşi, einem kleinen Ort am Pruth ein. Sie nutzten jedoch ihre überlegene Position nicht aus und ließen ihn ehrenvoll abziehen. Im Friedensvertrag verpflichtete Peter sich, die Festung Asow abzutreten und sich aus den Gebieten der Kosaken zurückzuziehen. Nach der Niederlage der Schweden bei Poltawa kündigte August den Friedensvertrag von Altranstädt. Am 20. August 1709 marschierten erneut sächsische Truppen in Polen ein. Die schwedischen Truppen 9.000 Mann zogen sich nach Stettin und Stralsund zurück. Stanislaus Leszczynki floh ins Ausland.

Neue Bündnispartner

Am 28. Juni 1709 erneuerten Dänemark und Sachsen ihren Bündnisvertrag. Auch andere Staaten griffen in den Krieg ein. Das Kurfürstentum Hannover erhob Anspruch auf Bremen und Verden. Preußen wollte sich der schwedischen Gebiete in Pommern bemächtigen – Stettin, Usedom, Wollin. Ende 1709 besetzte die dänische Armee mit 14.000 Soldaten die Insel Schonen, wurden jedoch drei Monate später von den Schweden unter dem Kommando von Magnus Stenbock wieder zurückgeschlagen. 1711 scheiterte ebenfalls ein Angriff von Dänen, Sachsen und Russen auf die Städte Stralsund und Wismar. 1712 versuchte Schweden noch einmal, das Kriegsglück zu seinen Gunsten zu wenden. Magnus Stenbock setzte mit 16.000 Soldaten nach Rügen über, um nach Polen einzumarschieren. Doch die dänische Flotte zerstörte vor Hiddensee sein Nachschubgeschwader. Trotzdem gelang ihm am 20. Dezember 1712 in der Schlacht bei Gadebusch ein Sieg über die verbündeten sächsischen und dänischen Truppen. Die verloren 6.000 Soldaten und mussten sich fluchtartig zurückziehen. Im Januar 1713 ließ Stenbock die Stadt Altona niederbrennen. Als 1713 der preußische König Friedrich I. starb, trat sein Sohn Friedrich Wilhelm I. in das Bündnis gegen Schweden ein und besetzte Stettin. Friedrich Wilhelm I. Peter I. sicherte seine Gebietsgewinne im Ostseeraum. Im Sommer 1713 hatte er Südfinnland erobert. Zu Wasser waren die Schweden mit ihren großen Schiffen, die viele Geschütze tragen konnten, der russischen Flotte aber weit überlegen. Peters einzige Chance war eine Schlacht in Küstennähe. Unter Aufbietung aller Mittel verdoppelte er seine Ostseeflotte und stellte sie unter das Kommando erfahrener Venezianer und Griechen. Im August 1714 lagen sich die beiden Flotten bei Hangö gegenüber. Während einer anhaltenden Flaute kämpften sich die kleineren, aber wendigen russischen Schiffe durch den schwedischen Geschützhagel und enterten die unbeweglichen schwedischen Schiffe eins nach dem anderen. Damit herrschte die russische Flotte über die nördliche Ostsee.

Die Rückkehr des schwedischen Königs

Auch in dieser für Schweden äußerst kritischen Lage lehnte Karl XII. mehrere Friedensangebote ab. Er war im November 1714 aus Bender in die Festung Stralsund zurückgekehrt. Als er erste Erfolge gegen die preußische Armee erzielte, wurde er von den vereinigten russischen, sächsischen, preußischen und dänischen Truppen in der Festung eingeschlossen. Nach monatelanger Belagerung ergaben sich die eingeschlossenen Schweden am 23. Dezember 1715. Karl konnte in einem Fischerboot über die Ostsee entkommen. Am 11. Dezember 1718 fand er bei der Belagerung der norwegischen Festung Frederikshald unter bis heute ungeklärten Umständen den Tod durch eine Kugel in die Schläfe.

Das Ende des Krieges

Im Januar 1719 verbündete August sich mit Österreich und England, die ihm Hilfe bei einem Angriff Russlands auf Polen zusicherten. Im November 1719 löste er die Allianz mit Peter I. auf und schloss einen Waffenstillstand mit Schweden. Ulrike I. Eleonore erkannte ihn als König von Polen an. Auch Hannover, Preußen und Dänemark stellten die Kriegshandlungen ein. Hannover erhielt Bremen und Verden; Preußen gewann Vorpommern mit Stettin, Usedom und Wollin. Im Friedensvertrag von Nystad trat Schweden die Gebiete Ingermanland, Livland, Estland, die Inseln Ösel und Dagö sowie Südkarelien an Russland ab. Dafür erhielt es Finnland zurück, das Peter 1714 erobert hatte.

Fazit

Russland ist aus diesem Krieg als neue Großmacht in Europa hervorgegangen. Seine neue Hauptstadt entstand an der Ostsee, geschützt durch breite Küstengebiete. Schweden verlor seine Vormachtstellung im Ostseeraum und musste das Herzogtum Holstein-Gottorp als Bundesgenossen aufgeben.

Verfeindete Vettern

Kategorie:Nordische Kriege

Ingermanland

] Ingermanland (finn. Inkeri, schw. Ingermanland) ist eine historische Landschaft im nordwestlichen Russland rund um das heutige St. Petersburg. Sie wird im Westen vom Fluss Narva, im Südwesten vom Peipussee begrenzt. Die historische Grenze zu Karelien bildete der Rajajoki (dt. "Grenzfluss"). Das Land wurde nach der schwedischen Königstochter Ingegärd benannt, die 1019 Jaroslaw den Großen, den Herrscher von Nowgorod, heiratete. Es stellte seither einen Teil Russlands dar; 1617-1721 gehörte es zu Schweden. Nach dem Großen Nordischen Krieg fiel es wiederum an Russland; 1703 hatte Peter der Grosse im sumpfigen Delta der Newa, flussabwärts der alten schwedischen Befestigung Nyenschanz, mit dem Bau der Peter-und-Paul-Festung begonnen. Aus ihr entwickelte sich Sankt Petersburg, die neue Hauptstadt des Zarenreiches. Die ursprüngliche Bevölkerung des Ingermanlands sind die im 10. Jahrhundert aus Karelien eingewanderten Ischoren, die Ingrier und die Woten, drei Finno-ugrische Völker mit eigenen Sprachen. Im 17. Jahrhundert siedelten sich zudem Schweden und Finnen an. Auch die Wepsen, ein ebenfalls finno-ugrisches Volk, haben einen Teil ihres Siedlungsgebietes in Ingermanland. Nach der Oktoberrevolution 1917 gab es eine kurzlebige Unabhängigkeitsbewegung, die von Finnland aus operierte und 1919-20 sogar einen Teil Nordingermanlands erobern konnte. Die provisorische Regierung ließ eigene Briefmarken drucken, die heute unter Sammlern sehr begehrt sind. Mit dem Frieden von Dorpat fiel das Gebiet 1920 an die Sowjetunion. Während des Zweiten Weltkriegs flohen die meisten Ingrier, Woten und Finnen nach Finnland, mussten aber auf Geheiß Stalins zurückkehren. Sie wurden daraufhin nach Sibirien deportiert. Auch die nationalsozialistische Führung wollte dem Ingermanland ihren Stempel aufdrücken. Gemäß der nationalsozialistischen Germanisierungspolitik sah der Generalplan Ost vor, das Ingermanland mit Deutschen zu besiedeln. Große Teile der ursprünglichen Einwohner sollten ermordet oder vertrieben werden. Heute stehen Kultur und Sprache der Ingrier, und insbesondere der Woten und Ischoren, vor dem Aussterben.

Siehe auch


- Ingrische Sprache, Ingrier
- Wotische Sprache, Woten
- Ischorische Sprache, Ischoren
- Wepsische Sprache, Wepsen Kategorie:Russische Geschichte

Archangelsk

Archangelsk (russisch Архангельск für Erzengelstadt) ist eine Hafenstadt in Nordrussland mit 353.278 Einwohnern (Stand: 2004) oberhalb der Mündung der Nördlichen Dwina in das Weiße Meer. Die geographische Lage ist 64,57° Nord, 40,53° Ost. Zur gleichnamigen Region zählen außer dem Archangelsker Gebiet auch der Autonome Bezirk der Nenzen sowie die Inseln Nowaja Semlja und Franz-Josef-Land.

Klima

Die Stadt hat ein subarktisches maritimes Klima mit langem Winter und kurzem, kühlem Sommer. Es ergibt sich aus den Einflüssen des Polarmeeres und dem Einströmen von Luftmassen aus dem Nordatlantik unter den Bedingungen geringer Sonneneinstrahlung. Die mittlere Temperatur beträgt im Winter -13°C, im Juli +17°. Im Jahr fallen durchschnittlich 529 mm Niederschläge.

Geschichte

918/970: Bjarmeland

Für das Jahr 918 erzählt die Heimskringla eine Geschichte von Eirik Blodøks (Blutaxt), der nach Bjarmeland (Russland) fuhr. In der Egil Saga heißt es: "Viele Dinge geschahen während dieser Reise. Eirik kämpfte eine große Schlacht am Fluss Dwina, in Bjarmeland, und war siegreich." Weiter erzählt die Heimskringla, wie Harald Gråfell (Graufell) seine Armee im Sommer 970 nach Norden, nach Bjarmeland führte, plünderte und am Ufer der Dwina eine große Schlacht gegen die Bjarmen (Russen) führte. Harald gewann die Schlacht, tötete viele Menschen und machte reiche Beute.

12. Jhdt.: Erzengel-Michael-Kloster

Am Kap Pur-Nawolok, dem Kap der Nebel, wo das Delta der Nördlichen Dwina beginnt, bevor der Fluss sich in eine Vielzahl von Armen verzweigt und 40 km weiter ins Weiße Meer fließt, gründeten Novgoroder Mönche im 12. Jahrhundert das Erzengel-Michael-Kloster, an das eine Siedlung und eine Anlegestelle für Fischerboote grenzten. Die Gründung des Klosters wird dem Heiligen Johannes, Erzbischof von Nowgorod, zugeschrieben.

1419: Streit um Kola

Nowgorod, neben Kiew das zweite, nördliche Zentrum des alten Russland, hatte seinen Einflussbereich seit dem 12. Jahrhundert weit nach Nordwesten, bis zur Halbinsel Kola ausgedehnt, doch auch Norwegen erhob Anspruch auf den ertragreichen Pelzhandel und die Steuerhoheit. 1251 wurde eine Vereinbarung getroffen, die die Steuererhebung regelte, doch diese Vereinbarung wurde bald gebrochen. 1411 führte der Nowgoroder Jakow Stepanowitsch einen Feldzug gegen Nordnorwegen. Dies scheint der Anfang einer Reihe kriegerischer Auseinandersetzungen zwischen Russen und Norwegern in der ersten Hälte des 15. Jahrhunderts gewesen zu sein, und 1419 drangen norwegische Schiffe mit 500 Soldaten bis ins Weiße Meer. Die "murman", wie die Norweger damals genannt wurden (s. Murmansk), plünderten zahlreiche russische Siedlungen an der Küste, darunter auch das Erzengel-Michael-Kloster an der Mündung der Nördlichen Dwina. Letztenendes gelang es der Republik Nowgorod seine Besitztümer gegen Norwegen zu verteidigen, aber 1478 fielen die Nowgoroder Ländereien, und mit ihnen das Erzengel-Michael-Kloster an der Dwina, an das expandierende Großfürstentum Moskau.

1553: Muscovy Company

1553 entsandte die englische Company of Merchant Adventurers ihre erste Expedition. Die "Gesellschaft der kaufmännischen Abenteurer" war 1551 von Sebastian Cabot (dem Sohn des Entdeckers von Neufundland 1497, John Cabot) und einer Gruppe englischer Kaufleute mit dem Ziel gegründet worden, für England eine von Portugal unabhängige Handelsroute nach China und Indien zu finden. Von den drei möglichen Routen – die Nordwestpassage, die Nordostpassage und der Weg über den Nordpol – entschied sich Cabot für die zweite. Am 10. Mai 1553 brachen drei Schiffe von London auf, um unter der Leitung von Admiral Sir Hugh Willoughby und seinem Navigator Richard Chancellor eine Nordostpassage durch das Nordpolarmeer zu finden. Nahe der Lofoten jedoch geriet die kleine Flotte in einen Sturm, und Chancellors Schiff wurde von den anderen beiden Schiffen und Willoughby getrennt. Willoughby überquerte mit den verbliebenen beiden Schiffen die Barentssee und erreichte Nowaja Zemlja. Er verbrachte, auf der Suche nach einer Passage nach Osten, einige Zeit an der Küste und kehrte dann nach Skandinavien zurück. An der Küste in der Nähe von Murmansk wurden seine Schiffe in einer Flussmündung von Eis eingeschlossen. Die Expedition war nicht auf die Kälte vorbereitet, und nach einigen Versuchen, Hilfe zu finden, starben Willoughby und seine Männer, vermutlich den Kältetod. Im folgenden Jahr fanden russische Fischer die beiden Schiffe mit den Toten. Chancellor hatte mehr Glück. Er erreichte das Weiße Meer, und am 24. August 1553 ging er in der Nikolsky-Mündung der Nördlichen Dwina vor Anker. Mit Booten fuhren sie weiter flussaufwärts und erreichten Cholmogory, das, 119 km von der Mündung des Flusses im Landesinneren gelegen, seit dem 15. Jahrhundert das Handelszentrum der Nowgoroder Kaufleute war. Die Engländer boten den Russen zum Handel Waren an, diese weigerten sich jedoch, ohne einen Erlass aus Moskau einzuwilligen. Als Zar Iwan IV., genannt der Schreckliche, von Chancellors Ankunft hörte, lud er ihn nach Moskau ein. Chancellor unternahm die mehr als 1000 km lange Reise durch Eis und Schnee mit dem Schlitten. Er wurde der erste Engländer der Moskau erblickte. Die Stadt erschien ihm größer als London, wenngleich die meisten Häuser nur aus Holz erbaut waren. Der Palast des Zaren aber war prachtvoll und luxuriös, ebenso die Mahlzeiten, die dieser seinem englischen Gast anbot. Zar Iwan IV. freute sich über die Ankunft Chancellors und die Möglichkeit, einen unmittelbaren Handel ohne Zwischenhändler mit England beginnen zu können. Russland hatte damals noch keinen Zugang zur Ostsee, und die Hanse beherrschte den Handel zwischen Russland und Mittel- und Westeuropa. Als Chancellor im März 1554 nach England zurückkehrte, brachte er Briefe des Zaren mit, die die englischen Kaufleute, aber auch Geologen und andere Handwerker einluden und Handelsprivilegien versprachen. Die Engländer betrachteten Chancellors Reise als die Entdeckung eines neuen Landes, welche der Entdeckung Amerikas gleichkomme. Am 26. Februar 1555 erhielt die Company of Merchant Adventurers, nun als Muscovy Company (Moskauer Gesellschaft), von Königin Mary I. Tudor das Monopol auf den englisch-russischen Handel und entsandte noch im selben Jahr Richard Cancellor als ihren Vertreter zu einer neuen Expedition in das Weiße Meer. Vom Zaren wurde er erneut herzlich empfangen. Iwan IV. wies die russischen Händler an, mit den Engländern Handel zu treiben. Am 20. Juli 1556 brach Chancellor gemeinsam mit dem ersten russischen Botschafter für England, Ossip Gregorewitsch Nepeja aus Wologda, und zehn Kaufleuten aus Cholmogory vom Sankt Nikolas Hafen (dem heutigen Sewerodwinsk) nach England auf. Vor der schottischen Küste, schon auf der Fahrt Richtung London, geriet Chancellors Schiff jedoch in einen Sturm. Chancellor ertrank im Meer, doch Nepeja erreichte die Küste, wo er von den Schotten einige Monate lang als Geisel gefangengehalten wurde, bevor er weiter nach London reisen konnte. Er traf in London ein und wurde dort feierlich und in allen Ehren empfangen. Im April 1557 wurde eine Erklärung verabschiedet, die die freundschaftliche Beziehung zwischen England und Russland zum Inhalt hatte. Eine zwischenstaatliche Handelsvereinbarung gab englischen Kaufleuten das Recht zu zollfreiem Handel in Russland und russischen Kaufleuten das Recht zu zollfreiem Handel in England. In Mai 1557 kehrte Ossip Nepeja in Begleitung von englischen Handwerkern nach Moskau zurück. In den folgenden Jahren liefen jeweils im Frühjahr die Handelsflotillen der Engländer in der Dwina-Mündung ein. Im Herbst stachen sie, nun mit Waren beladen, erneut in See. Die Engländer brachten Tuch, Zucker, Gewürze, Edelsteine, Waffen, Munition und Waren aus dem Mittelmeerraum nach Russland; und sie kauften Felle, Leder, Wachs, Hanf, Teer, Getreide, Kerzen und Holz. Mit der Zeit verwandelte sich die Anlegestelle für Fischerboote am Erzengel-Michael-Kloster zuerst in einen Stützpunkt der "Moskauer Gesellschaft", die sich dem Handel mit den britischen Kaufleuten widmete. Bald jedoch kamen Kaufleute aus allen europäischen Ländern und vielen russischen Städten, und gewaltige Mengen Waren wurden hier umgeschlagen. Die "Moskauer Gesellschaft" existierte über 300 Jahre lang bis zum Ende des 19. Jahrhunderts. Bis 1819 hatten die Agenten der Gesellschaft gleichzeitig den Rang englischer Konsuln in Archangelsk inne. 1991 wurde eine Straße in Sewerodwinsk nach Richard Chancellor benannt; ein Gedenkstein ihm zu Ehren wurde 1998 auf der Insel Jagry errichtet.

1583-1584: Nowocholmogory

In den Jahren 1583-1584 errichteten die Heerführer Pjotr Afanasewitsch Naschtschokin und Zaleschanin Nikiforow Wolochow auf Erlass des Zaren Iwan IV. eine hölzerne Festung um das Erzengel-Michael-Kloster und die Siedlung der Fischer und Kaufleute am Kap Pur-Nawolok. Als Datum der Gründung wird der 4. März 1583 angenommen – die heutige Stadt Archangelsk jedoch feiert als ihr Gründungsjahr das Jahr der Fertigstellung der Befestigungen: 1584. Ursprünglich hieß die Festung die Neue Stadt, Neue Cholmogorer Stadt (russ. Новый Холмогорский город) oder Nowocholmogory (Новохолмогоры), nach dem damaligen Handelsmittelpunkt Cholmogory, der jedoch bald an Wichtigkeit verlor und heute nur noch ein kleiner Ort mit rund 5000 Einwohnern ist. Seit 1613 dann erhält die neue Stadt an der Dwinamündung ihren heutigen Namen: die Erzengelstadt (Архангельский город).

1667: Brand

1667 zerstörte ein Brand die überwiegend aus Holzbauwerken bestehende Stadt, die daraufhin fast vollständig neu aufgebaut werden musste.

1693: Peter I.

1693 traf der junge Zar Peter I., genannt Peter der Große, in Archangelsk ein. Er verlegte die Werft auf die Insel Solombala und gründete dort eine Admiralität als Grundlage für eine russische Kriegsmarine und Handelsflotte. Das erste Schiff, das Handelsschiff "Sankt Paul", lief im Juni 1694 vom Stapel. Im selben Jahr kehrte Peter I. nach Archangelsk zurück und erließ ein Handelsmonopol für die wichtigsten Exportgüter das bis 1719 anhielt. Kriegsoperationen der schwedischen Flotte auf dem Weißem Meer zwangen Peter I. die Stadt weiter zu befestigen. 1701 begann auf seinen Befehl der Bau der Festung Nowodwinsk. Am 25. und 26. Juni 1701 hielt die Festung bereits dem ersten schwedischen Angriff stand. Dies war Russlands erster Sieg über Schweden. Die Festung Nowodwinsk wurde innerhalb von vier Jahren errichtet. Das aus dieser Zeit stammende barocke Dekor der Tore ist bis heute erhalten. 1702 verlegte Peter I. die Verwaltung des Pomorengebiets von Cholmogory nach Archangelsk, und seit dem 18. Dezember 1708 war Archangelsk Hauptstadt der Provinz Archangelogorod ("Provinz der Stadt Archangelsk"), einer von acht Provinzen, in die der russische Staat damals aufgeteilt war. Nach der Gründung Sankt Petersburgs am 16. Mai 1703, und insbesondere nachdem Sankt Petersburg 1712 neue Hauptstadt wurde, verliert Archangelsk allmählich seine überragende Bedeutung als Außenhandelshafen.

Universitäten, Fachhochschulen, Berufsakademien


- Abteilung der Nordwestlichen Akademie für Staatsdienst Archangelsk
- Archangelsker Staatliche Medizinakademie
- Archangelsker Staatliche Technische Universität
- Fakultät des Allrussischen Ferninstituts für Finanzen und Ökonomie
- Filiale der Staatlichen Akademie für Meereskunde
- Filiale des Höheren Verwaltungsinstituts
- Institut für Verwaltung
- Internationale Pädagogische M. W. Lomonossow-Universität des Pomorje
- Nordische Akademie des Unternehmertums
- Staatliche M. W. Lomonossow-Universität des Pomorjegebiets (seit 2000)

Söhne und Töchter der Stadt


- Michail Wassiljewitsch Pletnew, Pianist, Dirigent und Komponist
- Ilja Schumow, russischer Schachspieler

Städtepartnerschaften

Mit folgenden Städten ist Archangelsk eine Städtepartnerschaft eingegangen:
- Portland (USA), seit 18. November 1988
- Vardø (Norwegen), seit 23. Februar 1989
- Stolp/Slupsk (Polen), seit 26. Juni 1989
- Emden (Deutschland), seit 26. November 1989
- Mülhausen/Mulhouse (Frankreich), seit 13. März 1992
- Oulu (Finnland), seit 3. Juni 1993
- Piräus (Griechenland), seit 28. Februar 1995
- Kiruna (Schweden), seit 9. August 1999

Literatur

Der Roman Aurora von Robert Harris spielt zum Teil in Archangelsk. Der Titel im englischen Original lautet "Archangel".

Weblink


- http://alenos.piranho.de/regionen/archangelsk.htm - Archangelsk und die dazugehörige Region
- http://www.arhcity.ru/
- http://www.archangelsk.narod.ru/
- http://arhangelsk.zarplata.ru/
- http://www.nordsia.ru/
- http://vodnik.arkhangelsk.ru/ Kategorie:Ort in Russland ja:アルハンゲリスク ko:아르항겔스크

Peter der Große

Peter I. der Große, (russisch Пётр I bzw. Пётр Великий, er selbst nannte sich jedoch nicht Pjotr, sondern dt. Peter (Пeтeрь);
- 30. Mai/9. Juni 1672 in Moskau; † 28. Januar/8. Februar 1725 in Sankt Petersburg) war ein russischer Zar. Er war einer der bedeutendsten Modernisierer Russlands.

Leben

Russland] Er wurde am 9. Juni 1672 in Moskau als Sohn von Alexei I. von Russland und dessen zweiter Gemahlin Natalja Naryschkina geboren. Da der Tag auf den Feiertag des Isaak von Dalmatien fiel, wurde dieser zu seinem Schutzheiligen (siehe Isaakskathedrale). Als Zar regierten er und sein älterer Bruder Iwan V. (bis zu dessen Tod 1696) gemeinsam seit 1682 das Land. Der Beiname "der Große" bezieht sich zum einen auf sein Lebenswerk, zum anderen aber auch auf seine Körpergröße, die bei 2,04 m lag. Peter der Große orientierte sich stark am Westen. Schon als Kind unterhielt er Beziehungen zu in Moskau lebenden Deutschen (siehe Nemezkaja sloboda), er bereiste inkognito verschiedene Länder Westeuropas, ließ Bücher aus dem Französischen, Englischen, Niederländischen und Deutschen übersetzen. Er leitete zahlreiche Reformen in Russland ein, wie die Umgestaltung der Armee, Gründung der russischen Flotte, Einführung westeuropäischer Kleidung, Einführung des julianischen Kalenders, Abschaffung des Patriarchat von Moskau und Verstaatlichung der Russisch-Orthodoxen Kirche nach lutherischem Vorbild. Auch im Hinblick auf Technik und Wissenschaft orientierte sich Peter I. am Westen. Im August 1697 wollte Peter im holländischen Zaandam Erfahrungen im Schiffbau sammeln. Er verbrachte dazu einige Tage im kleinen Holzhaus des Schmiedes Gerrit Kist. Wegen des großen Andrangs soll er jedoch das Haus kaum verlassen haben können. Im Großen Nordischen Krieg konnte er nach anfänglichen Misserfolgen die Schweden zurückdrängen. An der Stelle einer schwedischen Festung (Nyenschanz) gründete er 1703 Sankt Petersburg, die spätere Hauptstadt. In der Schlacht bei Poltawa konnte er am 8. Juli 1709 die Schweden vernichtend schlagen. Damit hatte Russland wieder einen Zugang zur Ostsee (Fenster nach Europa) im Norden - der Weg zu den Weltmeeren schien frei und Peter gründete die Kaiserlich-Russische Marine. Im Sommer 1712 blühte im Park des Schlosses Köpenick eine Wunderaloe. Auch Peter bewunderte sie dort. 1721 änderte er seinen offiziellen Titel von Zar in Imperator (diesen Titel trugen die Zaren offiziell bis 1917, obwohl im allgemeinen Sprachgebrauch Zar üblicher blieb). Schon kränkelnd, befahl er in seinem Bemühen, Russland zu modernisieren, am 8. Februar 1724 die Errichtung einer Russischen Akademie der Wissenschaften in Sankt Petersburg. Seine Sommerresidenz war der Peterhof (siehe auch Neptunbrunnen). Um sein Ableben ranken sich viele Mythen. Eine Weit verbreitete Theorie ist die, dass er an einer Lungenentzündung verstarb, die er sich bei der Errettung mehrerer Seeleute aus dem kalten Wasser der Ostsee zuzog. Dabei wird oft auf seine persönliche Zuneigung zur Marine hingewiesen. Es ist jedoch gewiss, dass er am 8. Februar 1725 in Sankt-Petersburg (höchstwahrscheinlich an den Folgen seiner Erkrankung) verstarb. Er war in erster Ehe mit Jewdokija Lopuchina verheiratet, mit der er drei Kinder hatte, die jedoch alle vor ihm selbst starben:
- Alexei (
- 18. Juni 1690 - † 26. Juni 1718), Zarewitsch von Russland,
- Alexander (
- 3. Oktober 1691 - † 14. Mai 1692), Prinz von Russland, und
- Pawel (
- /† 1693), Prinz von Russland. In zweiter Ehe heiratete er 1712 Martha Skavronska, die spätere Katharina I.. Zusammen hatten sie 11 Kinder, von denen ihn jedoch nur drei überlebten, eines davon nur um wenige Tage:
- Pawel (
- /† 1705), Prinz von Russland,
- Pjotr (
- /† 1706), Prinz von Russland,
- Jekaterina (
- 1707 - † 1708), Prinzessin von Russland,
- Anna (
- 27. Januar 1708 - † 15. Mai 1728), Prinzessin von Russland,
- Elisabeth I. (
- 18. Dezember 1709 - † 25. Dezember 1761), Zarin von Russland,
- Marija (
- 20. März 1713 - † März 1713), Prinzessin von Russland,
- Margarita (
- 19. September 1714 - † 7. Juni 1715), Prinzessin von Russland,
- Pjotr (
- 28. Oktober 1715 - † 25. April 1719), Zarewitsch von Russland,
- Pawel (
- 13. Januar 1717 - † 14. Januar 1717), Prinz von Russland,
- Natalja (
- 20. August 1718 - † 22. Februar 1725), Prinzessin von Russland, und
- Pjotr (
- /† 1719), Zarewitsch von Russland. In der Oper "Zar und Zimmermann" von Albert Lortzing wird seine Inkognito-Reise in die Niederlande besungen.

Literatur


- Voltaire: Histoire de l'Empire de Russie sous Pierre le Grand. 1763
- Alexej Tolstoi: Peter der Erste.
- Reinhold Neumann-Hoditz: Peter der Große. In Selbstzeugnissen und Bilddokumenten. ISBN 349950314X
- Jörg-Peter Findeisen, Das Ringen um die Ostseeherrschaft, 1992 Duncker & Humblot GmbH - Berlin ISBN 3-428-07495-5
- Robert K. Massie, Peter der Große - Sein Leben und seine Zeit Athenäum Velag GmbH, 1980

Weblinks


- [http://www.preussen-chronik.de/_/bild_jsp/key=bild_peterl_2.html Gemälde von Peter dem Großen]
- http://www.petersburg-info.de/html/peter_der_grosse.html Kategorie:Zar (Russland) Kategorie:Romanow Kategorie:Mann Kategorie:Geboren 1672 Kategorie:Gestorben 1725 ja:ピョートル1世 (ロシア皇帝) ko:러시아의 표트르 1세


1696

Ereignisse


- Unter Peter dem Großen erobern die Russen im Kampf gegen die Türken die Asowsche Festung zurück

Kultur


- 25. Februar: Uraufführung des Trauerspiels Mahumet II. von Reinhard Keiser am Theater am Gänsemarkt in Hamburg
- 27. Dezember: Uraufführung der Oper Il trionfo di Camilla regina de Volsci von Giovanni Bononcini am Teatro San Bartolomeo in Neapel
- Universität der Künste Berlin

Geboren


- 6. März: Joseph Anton Feuchtmayer, bedeutender Stuckateur und Bildhauer des Rokoko († 1770)
- 6. Mai: Johann Andreas von Franken-Siersdorf, Generalvikar in Köln († 1754)
- 27. September: Alfonso Maria de Liguori, italienischer Jurist, Bischof und Ordensgründer, der heilig gesprochen und zum Kirchenlehrer erhoben wurde († 1787)
- 17. Oktober: August III., König von Polen und Kurfürst von Sachsen († 1763)
- 28. Oktober: Moritz Graf von Sachsen („Marschall von Sachsen“), französischer Feldherr († 1750)
- 25. November: Georg von Pfronten-Kreuzegg, sel. Kapuziner in Kreuzegg (Pfarrei Pfronten), gest. 7. Oktober 1762 in Frascati
- 21. Dezember: Johann Thomas von Quentel, Priester und Domherr in Köln

Gestorben


- 29. Januar: Iwan V., war zusammen mit seinem jüngeren Bruder Peter I. Zar von Russland (
- 1666)
- 1. Februar: Johann Peter von Burmann, war Politiker und Weihbischof in Köln (
- 1642)
- 8. Februar: Iwan V., Zar von Russland (
- 1666)
- 15. März: Heinrich Casimir von Nassau-Dietz, Vorfahre der Könige der Niederlande (
- 1657)
- 18. April: Marie de Rabutin-Chantal, marquise de Sévigné, wurde durch ihre hinterlassenen Briefe bekannt (
- 1626)
- 17. Juni: Jan III. Sobieski, polnischer König (
- 1629)
- 8. September: Heinrich Anselm von Ziegler und Kliphausen, deutscher Schriftsteller (
- 1663)
- 27. Oktober: Johann Gabriel Löbel, Glashüttenbesitzer und Hammerherr (
- 1635)
- 4. Dezember: Meisho, 109. Kaiserin von Japan (
- 1624)
- 10. Dezember: Johann Christoph Arnschwager, deutscher Kirchenliederdichter (
- 1625)
- 13. Dezember: Georg Matthäus Vischer, war Topograph und Geistlicher (
- 1628) ko:1696년

Asow

Asow (russisch Азов) ist eine Stadt in der Rostower Oblast (russ. Ростовская область) in Russland.
Sie liegt am Don, 7 km vor dessen Mündung ins Asowsche Meer. Die Einwohnerzahl beträgt 82.900 (Stand: 2004).

Frühe Besiedlung

Schon am Anfang des 3. Jh. v. C. existierte eine griechische Siedlung, die Tanais genannt wurde nach dem griechischen Namen für den Fluss. Der Ort hatte eine wechselvolle Geschichte, bis er im 3. Jh. von den Goten zerstört wurde. Unter der Herrschaft der Kyptschaken wurde der Ort 1067 als azak (d.h. Tiefland) erwähnt, von wo sich der heutige Name ableitet. Während der Zeit der Goldenen Horde im 13. und 14. Jh. erblühte die Stadt. Venezianische und genuesische Kaufleute gründeten einen Handelsplatz, den sie Tana nannten. 1471 wurde Asow von den Türken erobert und in eine Festung umgewandelt.

Die Festung Asow

1471 Im Sommer 1637 eroberten die Don-Kosaken die Festung Asow, die von 4.000 türkischen Soldaten mit 200 Geschützen verteidigt wurde. Im Juni 1641 widerstanden sie einer langen Belagerung durch die türkische Armee. 1642, nach dem Rückzug der Türken, beschloss Zar Michael I., die Festung zu übergeben, um einen Konflikt mit dem Osmanischen Reich zu vermeiden. Bevor sie die Festung verließen, zerstörten die Kosaken sämtliche Verteidigungsanlagen.
In der ersten erfolgreichen Schlacht seiner Regierungszeit eroberte Peter der Große im Jahr 1696 die Festung Asow zurück, aber nach der Niederlage in der Schlacht am Pruth im Jahr 1711 musste er sie den Türken zurückgeben. Während der Herrschaft von Katharina II. kam Asow 1774 endgültig zum Russischen Reich.
7 Jahre lang war Asow die Hauptstadt eines eigenen Gouvernements, aber mit dem Wachstum von Rostow am Don, verlor die Stadt an Bedeutung.

Söhne und Töchter der Stadt


- Matwei Iwanowitsch Platow General

Weblinks


- [http://www.azov.info/ Stadt Asow (russisch)]
- [http://www.dainst.org/index_600_de.html Projekt des Deutschen Archäologischen Institutes] Category:Ort in Russland Kategorie:Festung in Russland ja:アゾフ ko:아조프

Frieden von Karlowitz

Der Frieden von Karlowitz wurde am 26. Januar 1699 geschlossen. In ihm musste das Osmanische Reich an Österreich ganz Ungarn, außer dem Banat von Temesvar und Siebenbürgen, abtreten. An Venedig musste es das eroberte Morea (siehe auch Peloponnes) zurückgegeben werden, während Polen das seit 1672 okkupierte Podolien zurückerhielt.

Vorgeschichte

Nachdem die Türken unter Süleyman dem Prächtigen bereits 1529 das erste Mal Wien belagert hatten, standen sie am 14. Juli 1683 unter dem Großwesir Kara Mustafa das zweite Mal vor Wien. Die Zurückschlagung der Osmanen erfolgte durch Herzog Karl V. von Lothringen und den polnischen König Johann III. am 12. September 1683 in der Schlacht am Kahlenberg. Prinz Eugen von Savoyen siegte am 11. September 1697 in der Schlacht bei Zenta über Sultan Mustafa II.. Siehe auch: Türkenkriege, Zweite Türkenbelagerung, Sremski Karlovci Karlowitz Karlowitz Karlowitz ja:カルロヴィッツ条約

August II. (Polen)

Friedrich August I., genannt August der Starke, Kurfürst von Sachsen und als August II. König von Polen (
- 12. Mai 1670 in Dresden; † 1. Februar 1733 in Warschau). Er stammt aus dem Hause der Albertiner (Wettiner). Wettiner

Leben

Er war der Sohn des Kurfürsten von Sachsen Johann Georg III. Im Jahr 1693 heiratete er Christiane Eberhardine von Brandenburg-Bayreuth. Sie hatten nur ein Kind, Friedrich August, der seinem Vater auf dem Thron von Sachsen und Polen nachfolgte. Christiane zog sich auf das Schloss Pretzsch an der Elbe zurück, wo sie 1727 starb. 1694 wurde August nach dem Tod seines Bruders der neue Kurfürst von Sachsen. Durch Übertritt zum katholischen Glauben und die üblichen Bestechungsgelder konnte er am 27. Juni 1697 auch die Königskrone von Polen als August II. Mocny gewinnen, die er nach der Niederlage gegen die Schweden im Großen Nordischen Krieg niederlegen musste, 1709 aber wiedergewann. 1709 August II. stützte sich als Wahlkönig Polens hauptsächlich auf Sachsen; denn seine Beamten, die Kronarmee und die Staatskasse unterstanden in Polen dem Reichstag (Sejm), dessen Politik von den mächtigen Magnatenfamilien und der Schlachta bestimmt wurde. Ihre Neigung zur Bildung von Konföderationen verwandelte das Königreich in ein Pulverfass. Der Reichstag Polens war durch diese Privatinteressen relativ handlungsunfähig; die Krone selbst hatte nur beschränkte Einkünfte. Nach dem Großen Nordischen Krieg strebte er daher die Entmachtung des Reichstages in einem Staatsstreich an. Sein Vertreter forderte dort die Eingliederung der sächsischen Truppen in die polnische Kronarmee, nachdem man schon 1713 sämtliche polnische Festungen besetzt, Lager anlegen und Verhaftungen hatte vornehmen lassen. Das provozierte 1715/16 den Aufstand der Konföderation von Tarnogrod, in dem August seinen Thron riskierte. Es war hauptsächlich ein Aufstand des Kleinadels (d. h. der Schlachta) gegen den König, bedeutende Magnaten wie z. B. Litauens Hetman Ludwik Pociej (ein Freund des Zaren) versuchten eher zu vermitteln. Die sächsischen Truppen blieben zwar in allen größeren Gefechten siegreich, konnten den Aufstand aber nicht beenden, so dass die Kassen knapp wurden. August akzeptierte die von den Konföderierten ins Spiel gebrachte Vermittlung des Zaren und erreichte im Frieden von Warschau 1716 beziehungsweise im Stummen Sejm 1717 nur Teilerfolge. Die sächsische Armee musste im Gegenzug das Land verlassen. Nach 1716 zeichnete sich jedoch eine gewisse Stabilisierung seiner Regierung in Polen ab. Er erlangte die Billigung der Polen für einige ansatzweise Reformen. Für Reformen im Sinne des Absolutismus bestand keine Aussicht; mehrere Reichstage platzten und August bemühte sich ergebnislos, dem Prinzen die Nachfolge zu sichern. Wenigstens erholte sich Polen in den 20er Jahren wirtschaftlich von den Auswirkungen des Nordischen Krieges. Der Gutsadel produzierte intensiv, der Warenaustausch zwischen Polen und Sachsen stieg, gefördert durch die Leipziger Messe und Zollabkommen. Vorzugsweise kamen dabei Rohstoffe aus Polen und Fertigprodukte aus Sachsen. Paläste, Parks und zahlreiche neue Kirchen zeugten davon, dass Polen nach wie vor über Ressourcen verfügte. Nur fehlte der Wille, etwas daraus zu machen. Eine zentrale Wirtschafts- und Finanzpolitik war in Polen nicht durchsetzbar, ein großer Teil der Steuern (bis zu 20 %) blieb auf dem Einzugswege hängen und merkantilistisches Denken beschränkte sich auf das Eigeninteresse der Magnatenfamilien. Der Kronschatzmeister war Przebendowski († 1729). In Sachsen drängte August den Einfluss des alteingesessenen Adels zurück und regierte mittels des 1706 geschaffenen Geheimen Kabinetts, dessen bedeutendster Minister Heinrich von Flemming († 1728) war. Das Geheime Kabinett wurde durch beständige Erweiterung seiner Befugnisse zur obersten Zentralbehörde gemacht, zu einem wirklichen Absolutismus kam es aber nie. Trotzdem stritten sich Kurfürst einerseits und sächsischer Adel/ Bürgertum andererseits noch 1717, wobei der Anlass der Revolte der Übertritt des Prinzen zum Katholizismus war. Rangordnung, Intrigen und Mätressenwirtschaft prägten auch Augusts Hof, der dazu durch den polnischen Adel ein fast exotisches Flair bekam. Als Kurfürst bemühte sich August um die Einführung indirekter, d. h. verbrauchsorientierter Steuern (1703 Generalkonsumakzise). Er wollte finanziell unabhängig von den Ständen agieren, da diesen die Bewilligung direkter Steuern zustand. Eine oberste Rechnungsprüfbehörde wurde 1707 eingerichtet, um Ordnung in die Staatsfinanzen zu bekommen. Eine staatliche Förderung der Wirtschaft Sachsens (exportorientiert, Leipziger Messe) nach den Grundsätzen des Merkantilismus trat hinzu, wobei sich August um die Gründung eines Kommerzkollegiums (1735 umgesetzt) bemühte, um diese zu effektivieren. Der Ökonom Marperger (1656 - 1730) stand hier seit 1712 in sächsischen Diensten. Als wirtschaftlich bedeutsam erwies sich auch die Reform der sächsischen Post um 1722, die damals die schnellste in Deutschland wurde. Bekannt ist zudem die Nacherfindung des Porzellans durch Böttger, die zur Gründung der Meißner Porzellanmanufaktur 1710 führte. Gegen Ende des Nordischen Krieges sicherte sich August seine Polenpolitik gegenüber Russland und Preußen im Wiener Allianzvertrag 1719 mit dem Kaiser und England ab. In der Habsburgischen Erbfolgefrage nahm er gleichzeitig eine scheinbar neutrale Position im Reich ein. Der Kurfürst plante zwar insgeheim, Kaiser Karl VI. beiseite zu setzen, aber ihm fehlten dazu die Mittel, auch stand er nach seiner Krankheit 1726 mit einem Bein schon im Grabe. Gestützt auf die steigende Wirtschaftskraft Sachsens kam es 1726-32 noch zu einer Reform der sächsischen Armee, womit sich August auf die Auseinandersetzung mit Habsburg und Preußen im drohenden Österreichischen Erbfolgekrieg vorzubereiten suchte. Dabei schaute man auch der berühmten preußischen Armee einiges ab. Österreichischen Erbfolgekrieg] August der Starke ließ seine Residenzen in Dresden und Warschau ausbauen. Das Konzept seiner Baumaßnahmen lag aber nach ersten fehlgeschlagenen Planungen nicht in einem zweiten Versailles oder Schönbrunn, sondern in einer Kette von kleineren Schlössern und Palais mit ihrem jeweiligen Zweck. Zudem war August entsprechend dem Zeitgeschmack um den Ausbau der Kunstsammlungen bemüht (z. B. Grünes Gewölbe in Dresden). In Dresden nutzte man den Zwinger und den Großen Garten für Hoffeste. Das Japanisches Palais war als Porzellanschlösschen vorgesehen, Moritzburg diente der Jagd, Pillnitz den Wasserfesten auf der Elbe und der Barockgarten Großsedlitz den Festlichkeiten zur Verleihung des polnischen Adlerordens. Dazu kam eine städtebauliche Neuordnung. In Warschau verzeichnet man den Umbau des Königsschlosses, den Bau des Sächsischen Palais (1944 zerstört) und ebenfalls eine städtebauliche Neuordnung (sog. "Sächsische Achse"). Der König pachtete in Polen auch Schlösser, da das Bauen durch die Verhältnisse in dem Land erschwert wurde, so dass sein Werk hier nicht übermäßig über das großer Magnaten hinausragte. Der Kurfürst wurde bekannt durch seine fast ständigen Festlichkeiten (Karneval usw.) und durch seine Mätressenwirtschaft (z. B. Gräfin Cosel). Seine großen Feste, wie die Hochzeit des Prinzen mit der Kaisertochter 1719, waren dagegen wohldurchdachte Staatsaktionen. Sie dienten wie seine neuen Schlösser und Kunstsammlungen der königlichen Selbstdarstellung vor der Kulisse der großen gesellschaftlichen Gegensätze des Barock, - nach dem Vorbild Ludwigs XIV. Alles in allem konnte er Dresden zur führenden deutschen Kunst- und Kulturmetropole des Barock gestalten (Dresdner Barock). Unter seiner Herrschaft wirkten
- der Baumeister Matthäus Daniel Pöppelmann (1662-1736) (Dresdner Zwinger)
- der Direktor des Sächsischen Bauamtes und Organisator des barocken Ausbaus Warschaus Joachim Daniel von Jauch (1688-1754)
- der Erbauer der Dresdner Stadtbeleuchtung, Baumeister des Schlosses Hubertusburg und Begründer der modernen Baupolizei in Sachsen Johann Christoph von Naumann (1664-1742)
- der Goldschmied Johann Melchior Dinglinger (1664-1731)
- der Kartograf und Geograf Adam Friedrich Zürner (1672-1742)
- der Erfinder des Porzellans in Europa Johann Friedrich Böttger (1682-1719) und
- der Porzellangestalter Johann Joachim Kändler (1706-1775). August dem Starken wurden von einer preußischen Prinzessin "365 Kinder" angedichtet. Sein Beiname bezieht sich auf die mitunter zur Schau gestellte körperliche Kraft, die er vermutlich von seiner Vorfahrin Cimburgis von Masowien erbte. So soll er in der Lage gewesen sein, ein Hufeisen mit den bloßen Händen zu zerbrechen. Das berühmteste seiner illegitimen Kinder (mit Aurora von Königsmarck) ist der uneheliche Sohn Moritz Graf von Sachsen, der brillante französische Marschall. Ein weiterer bekannter Sohn, der längstlebende, war Johann Georg Chevalier de Saxe, aus der Verbindung mit der Fürstin Lubomirska (1680-1743). Aus der Verbindung mit der Türkin Fatima stammt der Feldmarschall Friedrich August Graf Rutowski. Der König starb am 1. Februar 1733 im Alter von 62 Jahren in Warschau und wurde in der Königskrypta der Wawelkathedrale zu Krakau begraben. Sein Herz wurde in einer vergoldeten Kapsel nach Dresden in die Hofkirchenkapelle gebracht und nach der Fertigstellung der Hofkirche in der Stiftergruft beigesetzt.

Nachkommen


- August III. (1696-1763), König von Polen
- acht uneheliche Kinder

Weblinks


-
- [http://www.hjhaupt.de/August.htm Das Kurfürstentum Sachsen und die große europäische Politik]
- [http://www.mdr.de/geschichte/personen/117289-hintergrund-132822.html MDR-Geschichte Mitteldeutschlands]
- [http://www.hausarbeiten.de/faecher/hausarbeit/big/17336.html Eine Hausarbeit über Friedrich August]
- [http://people.freenet.de/g.leu/kffraug1.htm Webseite über die sächs. Fürsten] Kategorie:König (Polen) Kategorie:Kurfürst (Sachsen) Kategorie:Wettiner Kategorie:Mann Kategorie:Geboren 1670 Kategorie:Gestorben 1733 nb:Friedrich August II av Sachsen

Lwow

Lwow ist:
- der russische Name der Stadt Lwiw in der Westukraine, siehe Lemberg
- der Name des eines russischen Komponisten, Alexei Lwow
- der Name eines russischen Ministerpräsidenten, Fürst Georgi Jewgenjewitsch Lwow

Johann Reinhold von Patkul

Johann Reinhold von Patkul (
- Juli 1660 in Stockholm; † (hingerichtet) 11. Oktober 1707 beim Kloster Kasimierz bei Posen) war ein livlänischer und sächsischer Staatsmann und gilt als Verteidiger der Landesrechte Livlands und Urheber des Großen Nordischen Krieges.

Leben

Die Familie von Patkul war seit dem Spätmittelalter in Livland ansässig. Sein Vater Friedrich Wilhelm von Patkul war livländischer Landrat und schwedischer Major. Als solcher wurde er 1657 wegen des Verdachts von Hochverrat nach Stockholm gebracht, wo sein Sohn Johann Reinhold 1660 geboren wurde. Der Vater starb, noch bevor sein Sohn sechs Jahre alt war. Wo Johann Reinhold studierte, ist nicht sicher belegt. Fest steht, dass er 1680 nach Livland zurückkehrte und die Verwaltung der väterlichen Güter übernahm. Da Patkul gegenüber dem König Karl XI. von Schweden die Rechte der livländischen Ritterschaft energisch vertrat, musste er 1694 ins Exil gehen, nachdem das Todesurteil über ihn verhängt, seine livländischen Güter beschlagnahmt und seine Schriften verbrannt worden waren. Nach mehreren Zwischenstationen war es ein Zufall, dass er im Mai 1698 in Buckau dem Günstling des Königs von Polen und Kurfürsten von Sachsen, August dem Starken, Jakob Heinrich Graf von Flemming, vorgestellt wurde. Dieser lud ihn ein, nach Polen zu kommen. Patkul stimmt zu, da er vermutlich hoffte, mit sächsisch-polnischer Hilfe einen Krieg gegen den Schwedenkönig zu erreichen. Am 1. November 1698 trat er in den Dienst Augusts des Starken und erreichte, dass 1699 mit Dänemark und Russland ein gegen Schweden gerichtetes Bündnis abgeschlossen wurde. Er wurde dadurch der Initiator des Großen Nordischen Krieges. 1701 ging er in den Dienst des russischen Zaren Peter I. über und wurde 1703 dessen Gesandter am sächsisch-polnischen Hof. Doch als August der Starke einen Separatfrieden mit Schweden anstrebte, wirkte er diesem entgegen, woraufhin er am 19. Dezember 1705 auf der Festung Sonnenstein inhaftiert wurde. Am 9. September 1706 wurde er auf die Festung Königstein umquartiert und nach dem Altranstädter Frieden am 7. April 1707 aus der Haft entlassen und an den Schwedenkönig ausgeleifert. Dieser ließ ihn als Landesverräter rädern und vierteilen.

Weblinks


- [http://www.peoples.ru/military/scout/patkul/patkul_1.jpg Porträt]
- [http://mdz.bib-bvb.de/digbib/lexika/adb/images/adb025/@ebt-link?target=idmatch(entityref,adb0250227) Artikel Johann Reinhold von Patkul in der Allgemeinen Deutschen Biographie] (ADB) Bd. 25, S. 225-237 Patkul, Johann Reinhold von Patkul, Johann Reinhold von Patkul, Johann Reinhold von

August II. (Polen)

Friedrich August I., genannt August der Starke, Kurfürst von Sachsen und als August II. König von Polen (
- 12. Mai 1670 in Dresden; † 1. Februar 1733 in Warschau). Er stammt aus dem Hause der Albertiner (Wettiner). Wettiner

Leben

Er war der Sohn des Kurfürsten von Sachsen Johann Georg III. Im Jahr 1693 heiratete er Christiane Eberhardine von Brandenburg-Bayreuth. Sie hatten nur ein Kind, Friedrich August, der seinem Vater auf dem Thron von Sachsen und Polen nachfolgte. Christiane zog sich auf das Schloss Pretzsch an der Elbe zurück, wo sie 1727 starb. 1694 wurde August nach dem Tod seines Bruders der neue Kurfürst von Sachsen. Durch Übertritt zum katholischen Glauben und die üblichen Bestechungsgelder konnte er am 27. Juni 1697 auch die Königskrone von Polen als August II. Mocny gewinnen, die er nach der Niederlage gegen die Schweden im Großen Nordischen Krieg niederlegen musste, 1709 aber wiedergewann. 1709 August II. stützte sich als Wahlkönig Polens hauptsächlich auf Sachsen; denn seine Beamten, die Kronarmee und die Staatskasse unterstanden in Polen dem Reichstag (Sejm), dessen Politik von den mächtigen Magnatenfamilien und der Schlachta bestimmt wurde. Ihre Neigung zur Bildung von Konföderationen verwandelte das Königreich in ein Pulverfass. Der Reichstag Polens war durch diese Privatinteressen relativ handlungsunfähig; die Krone selbst hatte nur beschränkte Einkünfte. Nach dem Großen Nordischen Krieg strebte er daher die Entmachtung des Reichstages in einem Staatsstreich an. Sein Vertreter forderte dort die Eingliederung der sächsischen Truppen in die polnische Kronarmee, nachdem man schon 1713 sämtliche polnische Festungen besetzt, Lager anlegen und Verhaftungen hatte vornehmen lassen. Das provozierte 1715/16 den Aufstand der Konföderation von Tarnogrod, in dem August seinen Thron riskierte. Es war hauptsächlich ein Aufstand des Kleinadels (d. h. der Schlachta) gegen den König, bedeutende Magnaten wie z. B. Litauens Hetman Ludwik Pociej (ein Freund des Zaren) versuchten eher zu vermitteln. Die sächsischen Truppen blieben zwar in allen größeren Gefechten siegreich, konnten den Aufstand aber nicht beenden, so dass die Kassen knapp wurden. August akzeptierte die von den Konföderierten ins Spiel gebrachte Vermittlung des Zaren und erreichte im Frieden von Warschau 1716 beziehungsweise im Stummen Sejm 1717 nur Teilerfolge. Die sächsische Armee musste im Gegenzug das Land verlassen. Nach 1716 zeichnete sich jedoch eine gewisse Stabilisierung seiner Regierung in Polen ab. Er erlangte die Billigung der Polen für einige ansatzweise Reformen. Für Reformen im Sinne des Absolutismus bestand keine Aussicht; mehrere Reichstage platzten und August bemühte sich ergebnislos, dem Prinzen die Nachfolge zu sichern. Wenigstens erholte sich Polen in den 20er Jahren wirtschaftlich von den Auswirkungen des Nordischen Krieges. Der Gutsadel produzierte intensiv, der Warenaustausch zwischen Polen und Sachsen stieg, gefördert durch die Leipziger Messe und Zollabkommen. Vorzugsweise kamen dabei Rohstoffe aus Polen und Fertigprodukte aus Sachsen. Paläste, Parks und zahlreiche neue Kirchen zeugten davon, dass Polen nach wie vor über Ressourcen verfügte. Nur fehlte der Wille, etwas daraus zu machen. Eine zentrale Wirtschafts- und Finanzpolitik war in Polen nicht durchsetzbar, ein großer Teil der Steuern (bis zu 20 %) blieb auf dem Einzugswege hängen und merkantilistisches Denken beschränkte sich auf das Eigeninteresse der Magnatenfamilien. Der Kronschatzmeister war Przebendowski († 1729). In Sachsen drängte August den Einfluss des alteingesessenen Adels zurück und regierte mittels des 1706 geschaffenen Geheimen Kabinetts, dessen bedeutendster Minister Heinrich von Flemming († 1728) war. Das Geheime Kabinett wurde durch beständige Erweiterung seiner Befugnisse zur obersten Zentralbehörde gemacht, zu einem wirklichen Absolutismus kam es aber nie. Trotzdem stritten sich Kurfürst einerseits und sächsischer Adel/ Bürgertum andererseits noch 1717, wobei der Anlass der Revolte der Übertritt des Prinzen zum Katholizismus war. Rangordnung, Intrigen und Mätressenwirtschaft prägten auch Augusts Hof, der dazu durch den polnischen Adel ein fast exotisches Flair bekam. Als Kurfürst bemühte sich August um die Einführung indirekter, d. h. verbrauchsorientierter Steuern (1703 Generalkonsumakzise). Er wollte finanziell unabhängig von den Ständen agieren, da diesen die Bewilligung direkter Steuern zustand. Eine oberste Rechnungsprüfbehörde wurde 1707 eingerichtet, um Ordnung in die Staatsfinanzen zu bekommen. Eine staatliche Förderung der Wirtschaft Sachsens (exportorientiert, Leipziger Messe) nach den Grundsätzen des Merkantilismus trat hinzu, wobei sich August um die Gründung eines Kommerzkollegiums (1735 umgesetzt) bemühte, um diese zu effektivieren. Der Ökonom Marperger (1656 - 1730) stand hier seit 1712 in sächsischen Diensten. Als wirtschaftlich bedeutsam erwies sich auch die Reform der sächsischen Post um 1722, die damals die schnellste in Deutschland wurde. Bekannt ist zudem die Nacherfindung des Porzellans durch Böttger, die zur Gründung der Meißner Porzellanmanufaktur 1710 führte. Gegen Ende des Nordischen Krieges sicherte sich August seine Polenpolitik gegenüber Russland und Preußen im Wiener Allianzvertrag 1719 mit dem Kaiser und England ab. In der Habsburgischen Erbfolgefrage nahm er gleichzeitig eine scheinbar neutrale Position im Reich ein. Der Kurfürst plante zwar insgeheim, Kaiser Karl VI. beiseite zu setzen, aber ihm fehlten dazu die Mittel, auch stand er nach seiner Krankheit 1726 mit einem Bein schon im Grabe. Gestützt auf die steigende Wirtschaftskraft Sachsens kam es 1726-32 noch zu einer Reform der sächsischen Armee, womit sich August auf die Auseinandersetzung mit Habsburg und Preußen im drohenden Österreichischen Erbfolgekrieg vorzubereiten suchte. Dabei schaute man auch der berühmten preußischen Armee einiges ab. Österreichischen Erbfolgekrieg] August der Starke ließ seine Residenzen in Dresden und Warschau ausbauen. Das Konzept seiner Baumaßnahmen lag aber nach ersten fehlgeschlagenen Planungen nicht in einem zweiten Versailles oder Schönbrunn, sondern in einer Kette von kleineren Schlössern und Palais mit ihrem jeweiligen Zweck. Zudem war August entsprechend dem Zeitgeschmack um den Ausbau der Kunstsammlungen bemüht (z. B. Grünes Gewölbe in Dresden). In Dresden nutzte man den Zwinger und den Großen Garten für Hoffeste. Das Japanisches Palais war als Porzellanschlösschen vorgesehen, Moritzburg diente der Jagd, Pillnitz den Wasserfesten auf der Elbe und der Barockgarten Großsedlitz den Festlichkeiten zur Verleihung des polnischen Adlerordens. Dazu kam eine städtebauliche Neuordnung. In Warschau verzeichnet man den Umbau des Königsschlosses, den Bau des Sächsischen Palais (1944 zerstört) und ebenfalls eine städtebauliche Neuordnung (sog. "Sächsische Achse"). Der König pachtete in Polen auch Schlösser, da das Bauen durch die Verhältnisse in dem Land erschwert wurde, so dass sein Werk hier nicht übermäßig über das großer Magnaten hinausragte. Der Kurfürst wurde bekannt durch seine fast ständigen Festlichkeiten (Karneval usw.) und durch seine Mätressenwirtschaft (z. B. Gräfin Cosel). Seine großen Feste, wie die Hochzeit des Prinzen mit der Kaisertochter 1719, waren dagegen wohldurchdachte Staatsaktionen. Sie dienten wie seine neuen Schlösser und Kunstsammlungen der königlichen Selbstdarstellung vor der Kulisse der großen gesellschaftlichen Gegensätze des Barock, - nach dem Vorbild Ludwigs XIV. Alles in allem konnte er Dresden zur führenden deutschen Kunst- und Kulturmetropole des Barock gestalten (Dresdner Barock). Unter seiner Herrschaft wirkten
- der Baumeister Matthäus Daniel Pöppelmann (1662-1736) (Dresdner Zwinger)
- der Direktor des Sächsischen Bauamtes und Organisator des barocken Ausbaus Warschaus Joachim Daniel von Jauch (1688-1754)
- der Erbauer der Dresdner Stadtbeleuchtung, Baumeister des Schlosses Hubertusburg und Begründer der modernen Baupolizei in Sachsen Johann Christoph von Naumann (1664-1742)
- der Goldschmied Johann Melchior Dinglinger (1664-1731)
- der Kartograf und Geograf Adam Friedrich Zürner (1672-1742)
- der Erfinder des Porzellans in Europa Johann Friedrich Böttger (1682-1719) und
- der Porzellangestalter Johann Joachim Kändler (1706-1775). August dem Starken wurden von einer preußischen Prinzessin "365 Kinder" angedichtet. Sein Beiname bezieht sich auf die mitunter zur Schau gestellte körperliche Kraft, die er vermutlich von seiner Vorfahrin Cimburgis von Masowien erbte. So soll er in der Lage gewesen sein, ein Hufeisen mit den bloßen Händen zu zerbrechen. Das berühmteste seiner illegitimen Kinder (mit Aurora von Königsmarck) ist der uneheliche Sohn Moritz Graf von Sachsen, der brillante französische Marschall. Ein weiterer bekannter Sohn, der längstlebende, war Johann Georg Chevalier de Saxe, aus der Verbindung mit der Fürstin Lubomirska (1680-1743). Aus der Verbindung mit der Türkin Fatima stammt der Feldmarschall Friedrich August Graf Rutowski. Der König starb am 1. Februar 1733 im Alter von 62 Jahren in Warschau und wurde in der Königskrypta der Wawelkathedrale zu Krakau begraben. Sein Herz wurde in einer vergoldeten Kapsel nach Dresden in die Hofkirchenkapelle gebracht und nach der Fertigstellung der Hofkirche in der Stiftergruft beigesetzt.

Nachkommen


- August III. (1696-1763), König von Polen
- acht uneheliche Kinder

Weblinks


-
- [http://www.hjhaupt.de/August.htm Das Kurfürstentum Sachsen und die große europäische Politik]
- [http://www.mdr.de/geschichte/personen/117289-hintergrund-132822.html MDR-Geschichte Mitteldeutschlands]
- [http://www.hausarbeiten.de/faecher/hausarbeit/big/17336.html Eine Hausarbeit über Friedrich August]
- [http://people.freenet.de/g.leu/kffraug1.htm Webseite über die sächs. Fürsten] Kategorie:König (Polen) Kategorie:Kurfürst (Sachsen) Kategorie:Wettiner Kategorie:Mann Kategorie:Geboren 1670 Kategorie:Gestorben 1733 nb:Friedrich August II av Sachsen

Friedrich IV. (Dänemark)

Friedrich IV. (
- 11. Oktober 1671 in Kopenhagen; † 12. Oktober 1730 in Odense) war König von Dänemark und Norwegen von 1699 bis 1730. 1699 Friedrich IV. war der älteste Sohn von Christian V. von Dänemark und dessen Gemahlin Charlotte von Hessen-Kassel. Er war in erster Ehe mit Luisa von Mecklenburg verheiratet, die ihm diese Kinder schenkte:
- Christian (
- 28. Juni 1697; † 1. Oktober 1698), Prinz von Dänemark,
- Christian VI. (
- 10. Dezember 1699; † 6. August 1746), König von Dänemark,
- Friedrich Karl (
- 23. Oktober 1701; † 7. Januar 1702), Prinz von Dänemark,
- Georg (
- 6. Januar 1703; † 12. März 1704), Prinz von Dänemark, und
- Charlotte Amalie (
- 6. Oktober 1706; † 28. Oktober 1782), Prinzessin von Dänemark. Nach dem Tode seiner ersten Frau heiratete er 1721 Anna Sophie Reventlow, Herzogin von Schleswig. Zudem war er Vater dieser unehelichen Kinder:
- Christiane Amalie (
- 23. Oktober 1723; † 7. Januar 1724), Prinzessin von Dänemark,
- Friedrich Christian (
- 1. Juni 1726; † 15. Mai 1732), Prinz von Dänemark, und
- Karl (
- 16. Februar 1728; † 8. Juli 1729), Prinz von Dänemark. Kategorie:König (Dänemark) Kategorie:König (Norwegen) Kategorie:Herzog (Schleswig-Holstein) Kategorie:Mann Kategorie:Geboren 1671 Kategorie:Gestorben 1730

12. Februar

Der 12. Februar ist der 43. Tag des Gregorianischen Kalenders – somit bleiben 322 Tage (in Schaltjahren 323 Tage) bis zum Jahresende.

Ereignisse


- 1541 - Die heutige Hauptstadt Chiles, Santiago de Chile wird unter dem Namen Santiago de la Nueva Extremadura durch den Konquistador Pedro de Valdivia gegründet.
- 1736 – Nach dem Verzicht auf das Herzogtum Lothringen kann Franz I. Stephan die künftige Erzherzogin von Österreich und Königin Ungarns und Böhmens, Maria Theresia, heiraten.
- 1772Yves Joseph de Kerguelen de Trémarec entdeckt die Inselgruppe Kerguelen
- 1818Chile proklamiert seine Unabhängigkeit von Spanien.
- 1873 – Ausrufung der ersten spanische Republik durch die Nationalvertretung (Cortés)
- 1934 – Beginn des österreichischen Februaraufstandes zwischen Sozialdemokraten (Republikanischer Schutzbund) und Christdemokraten (Heimwehr) - siehe auch Austrofaschismus.
- 1945Abkommen von Varkiza, Entwaffnung und Demobilisierung der griechischen Volksbefreiungsarmee ELAS
- 1971Bhutan bekommt die volle Souveränität von Indien.
- 1983 – Das Grundgesetz der Niederlande, das in seinen Grundlagen auf der Verfassung der Jahre 1814 und 1848 beruht, wird den Erfordernissen der Gegenwart entsprechend abgeändert.
- 1992 – Friedenstruppen der Vereinten Nationen werden in Kroatien stationiert.
- 1992 – Neue, jetzt demokratische, Verfassung in der Mongolei
- 1997Ecuador. Fabian Alarcón Rivera wird Übergangspräsident bis zur Ausschreibung von Neuwahlen.
- 1999 – Freigabe des Wechselkurses des Sucre in Ecuador.

Wirtschaft


- 1971 – Rahmenabkommen über Entwicklungshilfe zwischen Deutschland und Ruanda

Wissenschaft, Technik


- 1941 – In London wird der erste Patient mit Penicillin behandelt.
- 2001 – Die US-amerikanische Raumsonde NEAR landet nach einem Jahr im Orbit um den Asteroiden Eros erfolgreich auf dessen Oberfläche.

Kultur


- 1863 – Uraufführung der Oper "The Armourers of Nantes" von Michael William Balfe im Covent Garden in London.

Religion


- 1985 – Das Konkordat zwischen dem Heiligen Stuhl und dem Saarland wird unterzeichnet.

Katastrophen


- 1944 – Bei der Versenkung des britischen Truppentransporters Khedive Ismail durch das japanische U-Boot I-27 im Indischen Ozean sterben 1.297 Menschen, nur 214 Überlebende werden gerettet. Ein Teil der Schiffbrüchigen stirbt wahrscheinlich durch die Detonationen der von den Geleitschiffen bei der Jagd auf das U-Boot abgeworfenen Wasserbomben. I-27 wird durch den Zerstörer HMS Petard mit der gesamten Besatzung von 99 Mann versenkt.
- 2002Iran. Absturz einer Tupolew 154 der Iran Air Tours in der Nähe von Chorramabad. Alle 118 Menschen an Bord sterben.

Sport


- Einträge von Leichtathletik-Weltrekorden s. u. der jeweiligen Disziplin unter Leichtathletik.

Geboren

Leichtathletik Leichtathletik Leichtathletik
- 1496Sebastian Schertlin von Burtenbach, deutscher Landsknechtsführer
- 1563Mutio Vitelleschi, italienischer Ordensgeneral
- 1567Thomas Campion, englischer Dichter und Komponist
- 1637Jan Swammerdam, niederländischer Wissenschaftler
- 1655Rudolf Jakob Camerarius, deutscher Botaniker
- 1685George Hadley, englischer Physiker und Meteorologe
- 1705Johann Elias Bach, deutscher Komponist
- 1706Johann Joseph Christian, deutscher Bildhauer und Holzschnitzer
- 1712Louis-Joseph de Montcalm, französischer General
- 1714Sebastian Sailer, deutscher Prämonstratenser, Prediger und Schriftsteller
- 1725Johann Jakob Dusch, deutscher Dichter
- 1740Madeleine S. Arnould, französische Sängerin
- 1753François-Paul Brueys d'Aigalliers, französischer Admiral
- 1768Franz II., habsburgisch römisch-deutscher Kaiser
- 1777Friedrich de la Motte Fouqué, deutscher Dichter der Romantik
- 1785Pierre Louis Dulong, französischer Physiker und Chemiker
- 1788Carl Reichenbach, deutscher Industrieller, Chemiker, Naturforscher und Philosoph
- 1791Peter Cooper, US-amerikanischer Industrieller, Erfinder und Philanthrop
- 1800John Edward Gray, britischer Zoologe
- 1804Heinrich Friedrich Emil Lenz, deutscher Physiker
- 1804Jan A. Krusemann, niederländischer Maler
- 1809Abraham Lincoln, 16. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika
- 1809Charles Darwin, britischer Naturforscher (Begründer der modernen Evolutionstheorie)
- 1812Hermann Goedsche, deutscher Schriftsteller
- 1813James Dwight Dana, US-amerikanischer Geologe, Mineraloge und Zoologe
- 1813Otto Ludwig, deutscher Schriftsteller
- 1814Jenny Marx, deutsche Sozialistin und Ehefrau von Karl Marx
- 1821Auguste Edouard Mariette, französischer Ägyptologe
- 1828George Meredith, englischer Lyriker und Schriftsteller
- 1837Ludwig Börne, deutscher Schriftsteller
- 1838Kaspar Kögler, deutscher Maler und Schriftsteller
- 1847Philipp zu Eulenburg, deutscher Diplomat
- 1851Eugen von Böhm-Bawerk, österreichischer Nationalökonom
- 1856Eduard Freiherr von Böhm-Ermolli, österreichischer Heerführer im Ersten Weltkrieg
- 1857Eugène Atget, französischer Fotograf
- 1861Lou Andreas-Salomé, deutsch-baltische Schriftstellerin und Psychoanalytikerin
- 1869 - André Pirro, französischer Musikwissenschaftler
- 1870Horatio Scott Carslaw, schottischer Mathematiker
- 1870Hugo Stinnes, deutscher Großindustrieller und Politiker
- 1872Diedrich Speckmann, deutscher Schriftsteller
- 1872 - Conrad Heese, deutscher Rechtsanwalt und Justizrat
- 1874Auguste Perret, belgisch-französischer Architekt
- 1874Heinrich Albert, deutscher Politiker der Weimarer Republik
- 1879Helena Roerich, russische Schriftstellerin
- 1879Juan Esteban Montero Rodríguez, chilenischer Politiker
- 1879Urban Gad, dänischer Drehbuchautor und Regisseur
- 1881Anna Pawlowa, russische Tänzerin
- 1884Max Beckmann, deutscher Maler und Graphiker
- 1885Julius Streicher, NS-Politiker und Herausgeber des Stürmer
- 1889Enrico Bompiani, italienischer Mathematiker
- 1890Ernst Arnold, österreichischer Komponist und Sänger
- 1891Ernst-Christoph Brühler, deutscher Politiker
- 1892Theodor Plievier, deutscher Schriftsteller
- 1900Pink Anderson, US-amerikanischer Blues-Musiker
- 1900Wassili Iwanowitsch Tschuikow, sowjetischer Militär
- 1904