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Großer Wannsee

Großer Wannsee

Der Große Wannsee ist eine Ausbuchtung der Havel im südwestlichen Berliner Bezirk Steglitz-Zehlendorf. Verkürzt wird er auch nur als Wannsee bezeichnet, was aber zu Verwechslungen mit dem Kleinen Wannsee führen kann, der als erster See des Griebnitzkanals an der Südseite des Großen Wannsees (an der Wannseebrücke) in diesen mündet. Havel, Großer Wannsee, Griebnitzkanal, Griebnitzsee, und die Glienicker Laake umschließen den inselförmigen Ortsteil Berlin-Wannsee, der westlich des Großen Wannsees liegt. Am nordöstlichen Ausgang des Wannsees liegt die Insel Schwanenwerder. Die über eine Fähre erreichbare Pfaueninsel ist nordwestwärts in unmittelbarer Wannseenähe in der Havel gelegen. Das Strandbad Wannsee mit seinem lang gestreckten, unter Denkmalschutz stehenden Gebäudetrakt und seinem FKK-Bereich war vor dem Mauerfall das beliebteste sommerliche Wochenend-Ausflugsziel der Bevölkerung West-Berlins. Naturgemäß kam dem Wannsee als innerstädtischem Erholungsgebiet in der eingemauerten Stadt Berlin besondere Bedeutung zu: Bereits Conny Froboess sang 1951 „Pack die Badehose ein, nimm dein kleines Schwesterlein, und dann nüscht wie raus nach Wannsee“. Als Ausflugsziel hat der Wannsee neben dem erwähnten Strandbad auch durch die Personenschifffahrt Bedeutung, die auf dem See und entlang der Havel oder des Griebnitzkanals nach Potsdam, Werder oder Tegel fährt, auch als Rundfahrten, durchgeführt von der Stern und Kreisschiffahrt. Die Anlegestelle befindet sich am Südende des Sees, unweit der Wannseebrücke. Von dort startet auch die Fähre nach Kladow am gegenüberliegenden Ufer der Havel. Siehe auch: Liste der Seen in Deutschland, Liste der Seen (Brandenburg-Berlin)

Weblink


- [http://wind.met.fu-berlin.de/wind/free/webcam_wannsee_loop.php? Webcam] der Freien Universität Berlin: Blick über den Großen Wannsee in Richtung Westen zum Schäferberg Kategorie:See in Deutschland Kategorie:Gewässer in Berlin

Havel

Die Havel, auch Fontanes Kulturstrom genannt, entspringt in Mecklenburg-Vorpommern, fließt durch Brandenburg und mündet in Sachsen-Anhalt in die Elbe. Durch zahlreiche Seen fließt sie in ihrem 325 Kilometer langen Verlauf zuerst in südlicher, dann in westlicher und schließlich in nordwestlicher Richtung. Dabei überwindet der Fluss lediglich 40,6 Meter Höhe. Die direkte Entfernung von der Quelle bis zur Mündung beträgt nur 69 Kilometer. Dennoch ist sie der längste rechtsseitige Nebenfluss der Elbe. 2004 wurde die Havel von den NaturFreunden Deutschlands und dem Deutschen Anglerverband zum Fluss des Jahres gekürt.

Flusslauf

Die Havel entspringt im Nationalpark Müritz in der Mecklenburgischen Seenplatte im Landkreis Mecklenburg-Strelitz. Sie sickert aus dem Diekenbruch hervor, einem nur kleinen See, der zwischen Ankershagen und Kratzeburg liegt und dort zwischen Piverstorf und Dambeck. Der Dieckenbruch liegt etwa 18 km vom nordöstlichen Ufer der Müritz entfernt. Aus dem Quellsee fließt die Havel zuerst nach Süden: Der erste größere See, den ihr Quellbach durchfließt, ist der Käbelicksee. Danach durchquert sie in Richtung Süden diese Seen: Zootzensee (zwischen Krienke und Babke), Jäthensee, Useriner See und Woblitzsee bei Wesenberg. Fortan fließt die Havel als Obere Havel-Wasserstraße, die durch viele Schleusen geregelt ist, durch diese Seen: Drewensee, Wagnitzsee, Großer Priepertsee, Ellbogensee, Ziernsee und Röblinsee, zwischen den beiden zuletzt genannten Seen quert sie die Grenze nach Brandenburg. Danach teilt sich die Havel bei bzw. in Fürstenberg in vier Flussläufe auf und durchfließt dort den kleinen Baalensee und den Schwedtsee. Etwas weiter östlich erreicht ihr Wasser den Stolpsee und mäandert danach - weiterhin kanalisiert - in Richtung Süden nach Zehdenick und als Vosskanal nach Liebenwalde. Dort verlässt sie die Mecklenburgische Seenplatte. Mecklenburgische Seenplatte Anschließend fließt die Havel parallel zum Oder-Havel-Kanal in südwestlicher Richtung nach Oranienburg, wo der Oder-Havel-Kanal vom Fluss abzweigt. Wenig später erreicht der Fluss verschiedene westliche Stadtteile von Berlin, wo ihm am östlichen Rand des Stadtteils Spandau die von Osten kommende Spree zufließt. Dort fließt die Havel zumeist in weitläufigen Flussbecken; daher bildet sie eine längere Seenkette, zu welcher der Tegeler See, der Große Wannsee, der westlich des Grunewalds liegt (dort liegt auch die Pfaueninsel), und nach Potsdam der Templiner See, der Schwielowsee und der Große Zernsee gehören. Im Stadtgebiet von Potsdam liegt die Freundschaftsinsel, die von der Havel nördlich durch die sog. "Alte Fahrt" und südlich durch die wesentlich breitere sog. "Neue Fahrt" umspült wird. Beim Templiner See knickt der Fluss nach Nordwesten ab. Große Zernsee Hiernach passiert sie beim Großen Zernsee die Kleinstadt Werder und erreicht etwas weiter nördlich die Kleinstadt Ketzin. Einiges weiter westlich durchfließt sie die Mittelstadt Brandenburg an der Havel und direkt danach den Breitlingsee und den Plauer See, zwei jeweils recht große Seen, die eine gemeinsame Seenlandschaft bilden; aus dem sich daran anschließenden Wendsee zweigt der Elbe-Havel-Kanal in Richtung Magdeburg ab. Am Plauer See knickt die Havel zum Pritzerber See nach Norden ab; von dort an bildet der Fluss die Lebensader für den Naturpark Westhavelland, den größten Naturpark in Brandenburg, den sie hier durchfließt. Naturpark Danach gelangt die Havel nach Premnitz und dann nach Rathenow. Nur ein paar Kilometer weiter nördlich fließt sie westlich am Gülper See vorbei, etwa dort wo sie teils genau auf der Grenze von Brandenburg und Sachsen-Anhalt verläuft. Dort fließt ihr der Rhin und die Dosse zu. Kurz darauf mündet die Havel - nun endgültig in Sachsen-Anhalt - westlich und nordwestlich von Havelberg in zwei Mündungsarmen oder -kanälen in die Elbe. Alleine 285 der insgesamt 325 Flusskilometer verlaufen in Brandenburg.

Binnen-Feuchtgebiet

Mit den angrenzenden Luchlandschaften Rhinluch, Havelländisches Luch, Dossebruch und Jäglitzniederung bildet diese geschützte untere Havelniederung das größte zusammenhängende Binnen-Feuchtgebiet Mitteleuropas.

Geschichte

Geschichte und wirtschaftliche Entwicklung Brandenburgs sind eng mit der Havel verknüpft. Zur Zeit der slawischen Besiedlung bildeten Havel und Nuthe die Grenze zwischen den Hevellern, die in der Zauche und im Havelland siedelten, und den Sprewanen auf östlicher Seite. Verschiedene Burgen wurden an Havel und Nuthe eingerichtet. Bekanntere Burgen an der Havel bestanden auf dem Gebiet der heutigen Zitadelle Spandau, in Potsdam gegenüber der Nuthe-Mündung sowie in der heutigen Stadt Brandenburg die Brennabor. Die Gründung der Mark Brandenburg durch den Askanier Albrecht den Bären im Jahr 1157 vollzog sich, als Albrecht in Spandau an der Havel die Sprewanen entscheidend schlagen konnte. Als günstiger Wasserweg trug die Havel dazu bei, dass Handel und Gewerbe im Mittelalter eine Blütezeit erlebten. Die Fischerei stellte lange Zeit einen bedeutenden Wirtschaftsfaktor der Region dar.

Protest gegen Ausbau

Fischerei] Nach der sächsischen Gottleuba 2000/2001 und der bayrischen Ilz 2002/2003 wurde die Havel für 2004/2005 als dritter Fluss in diesem Wettbewerb zu Deutschlands Flusslandschaft des Jahres gewählt. Die Preisverleihung soll unter anderem als Protest gegen den geplanten Ausbau der mittleren Havel für große Containerschiffe verstanden werden, der die Naturparadiese dieser einzigartigen Flusslandschaft erheblich beschädigen würde. Seit 1992 setzt sich ein "Aktionsbündnis gegen den Havelausbau" aus über 30 Organisationen für den Erhalt der natürlichen Vielfalt und Schönheit des Flusses ein.

Nebenflüsse / Kanaleinspeisungen

Von der Quelle flussabwärts:
- Briese
- Tegeler Fließ
- Spree
- Teltowkanal, unter anderem mit Resteinspeisungen der Bäke (Telte)
- Nuthe
- Plane
- Rhin
- Dosse
- Woblitz Woblitz

Orte

Von der Quelle flussabwärts:
- Wesenberg
- Priepert
- Fürstenberg
- Bredereiche
- Zehdenick
- Krewelin
- Liebenwalde
- Oranienburg
- Birkenwerder
- Hohen Neuendorf
- Hennigsdorf
- Berlin
- Potsdam
- Schwielowsee mit Caputh
- Werder
- Ketzin
- Brandenburg
- Premnitz
- Rathenow
- Havelberg

Siehe auch


- Tourismus in Brandenburg
- Radwege in Brandenburg
- Regionalparks in Brandenburg und Berlin
- Havelkanal

Weblinks


- [http://www.grueneliga.de/havel/ Über die Havel]
- [http://www.havelmanagement.de/Havel-ger/Havel/chrakteristika.htm Havelmanagement]
- [http://www.havelmanagement.de/Havel-ger/Havel/flusslandschaft_des_jahres.htm Die Havel - Flusslandschaft des Jahres 2004/2005]
- [http://www.bund-berlin.de/index.php?id=60&type=10 Aktionsbündnis gegen den Havelausbau]
- [http://www.blaues-band.de/havel/index.htm?havel_bld.htm Die untere Havel]
- [http://wna-b.wsv.de/wasserstrassen/untere_havel-wasserstrasse/ Untere Havel-Wasserstraße]
- [http://www.reiseland-brandenburg.de TMB Tourismus Marketing Brandenburg GmbH]
- [http://www.grossschutzgebiete.brandenburg.de Landesumweltamt Brandenburg, Abt. Großschutzgebiete]
- [http://www.naturwacht.de/cssversion/naturwachten.php Naturwacht Brandenburg]
- [http://www.mv-maritim.de/kanutouren/tour.php?tourid=16&revierid=2&kajak=0 Kanutouren Oberhavel] Die Stadt Cölln, Teil der Doppelstadt Berlin-Cölln (auf der Spreeinsel gelegen), wurde 1237 erstmals urkundlich erwähnt, 1244 folgte dann die Erwähnung Berlins, welches sich auf dem nördlichen Ufer der Spree befand. Die beiden Städte bekamen 1307 ein gemeinsames Rathaus. Der Name Berlin hat nichts mit dem Bären im heutigen Stadtwappen zu tun. Er geht vermutlich auf die slawische Silbe berl (Sumpf) zurück. 1415 wurde Friedrich I. Kurfürst der Mark Brandenburg und blieb dies bis 1440. Mitglieder der Familie Hohenzollern regierten bis 1918 in Berlin, erst als Markgrafen von Brandenburg, dann als Könige von Preußen und schließlich als deutsche Kaiser. Die Einwohner von Berlin haben diese Veränderungen nicht immer begrüßt. Preußen Preußen Preußen] 1448 revoltierten sie im „Berliner Unwillen“ gegen den Schlossneubau des Kurfürsten Friedrich II. Eisenzahn. Dieser Protest war jedoch nicht von Erfolg gekrönt und die Bevölkerung büßte viele ihrer politischen und ökonomischen Freiheiten ein. 1451 wurde Berlin dann Residenzstadt der brandenburgischen Markgrafen und Kurfürsten und musste seinen Status als freie Hansestadt aufgeben. Der Dreißigjährige Krieg zwischen 1618 und 1648 hatte für Berlin verheerende Folgen: ein Drittel der Häuser wurden beschädigt, die Bevölkerung halbierte sich. Friedrich Wilhelm, bekannt als der Große Kurfürst, übernahm 1640 die Regierungsgeschäfte von seinem Vater. Er startete eine Politik der Immigration und der religiösen Toleranz. Ab dem folgenden Jahr kam es zur Gründung der Vorstädte Friedrichswerder, Dorotheenstadt und Friedrichstadt. 1671 wurde fünfzig jüdischen Familien aus Österreich ein Zuhause gegeben. Mit dem Edikt von Potsdam 1685 lud Friedrich Wilhelm die französischen Hugenotten nach Brandenburg ein. Über 15.000 Franzosen kamen, von denen sich 6.000 in Berlin niederließen. Um 1700 waren 20 Prozent der Berliner Einwohner Franzosen, und ihr kultureller Einfluss war groß. Viele Einwanderer kamen außerdem aus Böhmen, Polen und Salzburg. 1701 erlangte Berlin durch die Krönung Friedrich I. zum König den Status der Hauptstadt Preußens. Per 1. Januar 1710 erfolgte die Vereinigung der Städte Berlin, Cölln, Friedrichswerder, Dorotheenstadt und Friedrichstadt zur Königlichen Haupt- und Residenzstadt Berlin. Aber schon bald entstanden neue Vorstädte, die Berlin vergrößerten. 1861 kam es zur Eingemeindung von Wedding, Moabit sowie der Tempelhofer, der Schöneberger, der Spandauer und weiteren Vorstädten. 1871 wurde Berlin dann Hauptstadt des neu gegründeten Deutschen Reiches. Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges wurde 1918 in Berlin die Republik ausgerufen. 1920 folgte dann mit dem Groß-Berlin-Gesetz erneut eine umfassende Eingemeindung mehrerer Städte, Landgemeinden und Gutsbezirke rund um Berlin. Berlin hatte damit rund vier Millionen Einwohner. Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 wurde Berlin die Hauptstadt des Dritten Reiches. Die Nazis nutzten die 1936 in Berlin stattfindenden Olympischen Sommerspiele für Propagandazwecke. Es gab auch Pläne, Berlin zur Welthauptstadt Germania umzubauen. Diese wurden jedoch durch den Zweiten Weltkrieg vereitelt. Während des Krieges wurden große Teile Berlins durch Bomben und durch den Häuserkampf zerstört. Nach der Einnahme der Stadt durch die Rote Armee und die Kapitulation 1945 wurde Berlin, analog zu der Regelung für das gesamte Deutschland, in vier Sektoren aufgeteilt. Die Sektoren der Westalliierten (USA, Großbritannien und Frankreich) bildeten den westlichen Teil der Stadt, während der Sektor der Sowjetunion von nun an den Ostteil bildete. Für Gesamtberlin blieb allerdings eine Gesamtverantwortung aller vier Alliierten bestehen. Die zunehmenden politischen Differenzen zwischen den Westalliierten und der Sowjetunion führten 1948/49 zu einer wirtschaftlichen Blockade West-Berlins, die die Alliierten mit der so genannten Luftbrücke erfolgreich zu umgehen versuchten. Nach der Gründung der demokratischen Bundesrepublik Deutschland im Westen Deutschlands und der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) im Osten Deutschlands, beides im Jahr 1949, verschärfte sich der Kalte Krieg auch in Berlin. Während die Bundesrepublik ihre Hauptstadt nach Bonn verlegte, was zunächst als Provisorium gedacht war, ernannte die DDR Ost-Berlin zur Hauptstadt der DDR. Der Ost-West-Konflikt gipfelte im Bau der Berliner Mauer durch die DDR am 13. August 1961. Berlins Osten und Westen waren nun vollkommen voneinander getrennt; der Übergang war nur noch an bestimmten Kontrollpunkten möglich, allerdings nicht mehr für die Bewohner der DDR und Ost-Berlins. 1971 wurde das Viermächte-Abkommen über Berlin unterzeichnet. Während die Sowjetunion den Vier-Mächte-Status nur auf West-Berlin bezog, unterstrichen die Westmächte 1975 in einer Note an die Vereinten Nationen ihre Auffassung vom Vier-Mächte-Status über Gesamt-Berlin. 1989 kam es unter dem Druck der ostdeutschen Bevölkerung zur Wende in der DDR, die Mauer fiel. Bereits 1990 wurden die beiden deutschen Staaten als Bundesrepublik Deutschland wiedervereinigt und Berlin per Einigungsvertrag deutsche Hauptstadt. 1991 beschloss der Bundestag nach kontroverser öffentlicher Diskussion, dass die Stadt auch wieder Sitz der deutschen Bundesregierung sein sollte. Am 1. September 1999 nahmen Regierung und Parlament ihre Arbeit in Berlin auf.

Bevölkerung

Parlament Parlament In Berlin leben 3.389.078 Einwohner (Stand Ende März 2005) auf einer Fläche von 891,75 Quadratkilometern. Die Bevölkerungsdichte der Region beträgt 3.811 Einwohner pro Quadratkilometer. Der durchschnittliche Berliner im Jahre 2004 war 41,7 Jahre alt. Das entspricht einer Erhöhung von 2,5 Jahren über einen Zeitraum von zwölf Jahren. Im Juni 2005 lebten rund 458.600 Einwohner mit ausländischem Pass aus 185 Staaten in Berlin. Das entspricht rund 13,5 Prozent. Insgesamt wohnen rund 36.000 Bürger aus dem nächstgelegenen Nachbarland, Polen, sowie rund 119.000 Türken in Berlin. Berlin hat außerhalb der Türkei die größte türkische Gemeinde in Europa. 2004 erhielten nach Angaben des statistischen Landesamts 6507 Ausländer die deutsche Staatsbürgerschaft Laut dem Statistischen Landesamt (2005) sind 60 Prozent der Berliner nicht Mitglied einer Religionsgemeinschaft, 23 Prozent evangelische Christen, 9 Prozent Katholiken und sechs Prozent Mitglied der islamischen Gemeinde.

Einwohnerentwicklung

Im Jahre 1919 lebten in Berlin 1,9 Millionen Menschen. Mit der Bildung der Einheitsgemeinde Groß-Berlin verdoppelte sich die Einwohnerzahl am 1. Oktober 1920 sprunghaft auf 3,9 Millionen. Die neue Stadtgemeinde vergrößerte sich in der Fläche auf das Dreizehnfache: von 66,93 auf 878,1 Quadratkilometer. 811,17 Quadratkilometer mit 1,9 Millionen Menschen waren aus der damaligen Provinz Brandenburg an die neue Stadtgemeinde gekommen; das waren zwei Prozent des Territoriums, jedoch fast 44 Prozent der Bevölkerung Brandenburgs. Die neue Fläche entsprach damit fast der Größe der Insel Rügen (926,4 Quadratkilometer). Berlin war 1920 zur flächenmäßig zweitgrößten Stadt der Welt nach Los Angeles und nach der Einwohnerzahl – hinter London und New York – zur drittgrößten Stadt der Erde geworden. Bis 1934 wuchs die Bevölkerung Berlins auf einen Höchststand von 4,464 Millionen, sank dann aber, bedingt durch die Auswirkungen des Zweiten Weltkrieges und der Teilung der Stadt, bis 1980 um 30 Prozent auf einen Tiefststand von drei Millionen. Der Bevölkerungsverlust in den Jahren 1950 bis 1960 wurde vor allem durch Abwanderungen aus Ost-Berlin verursacht. Während West-Berlin einen Zuwachs von 2,58 % verzeichnete, sank in Ost-Berlin die Einwohnerzahl um 9,86 %. Diese so genannte Abstimmung mit den Füßen war Ausdruck der Unzufriedenheit vieler Ostberliner. Seit 1980 verzeichnete die Stadt wieder einen Anstieg um 350.000 auf circa 3,39 Millionen Einwohner im Januar 2005. Nach Berechnungen wird die Einwohnerzahl Berlins wegen der niedrigen Geburtenraten bis 2050 auf rund drei Millionen sinken. Die folgende Übersicht zeigt die Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Bis 1860 handelt es sich meist um Schätzungen, danach um Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen der jeweiligen Statistischen Ämter beziehungsweise der Stadtverwaltung selbst. ¹ Volkszählungsergebnis

Politik

2005] Hauptartikel: Politik in Berlin Berlin ist seit der Wiedervereinigung der ehemals getrennten beiden deutschen Staaten am 3. Oktober 1990 ein vollwertiges Bundesland und zugleich eine kreisfreie Stadt, die in nunmehr zwölf Bezirke untergliedert ist. Daneben ist Berlin die Hauptstadt der Bundesrepublik Deutschland. Der Deutsche Bundestag entschied im so genannten Hauptstadtbeschluss am 20. Juni 1991, dass Berlin auch Regierungs- und Parlamentssitz des vereinigten Deutschlands werden soll. Somit ist die Stadt heutzutage Sitz der Bundesregierung, des Bundestages und des Bundesrates.

Das Land Berlin

Das Landesparlament des Landes Berlin, die gesetzgebende Gewalt, ist nach der Verfassung von Berlin das Abgeordnetenhaus von Berlin. In ihm sind zur Zeit Abgeordnete aus SPD, CDU, Die Linkspartei., Bündnis 90/Die Grünen und FDP vertreten. Die Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) und die Linkspartei.PDS bilden eine Koalition. Die Landesregierung, die Exekutive, ist der Senat von Berlin, bestehend aus dem Regierenden Bürgermeister (derzeit Klaus Wowereit, SPD) und bis zu acht Senatoren. Der Regierende Bürgermeister ist dabei zugleich Repräsentant des Landes und der Stadt. 1996 scheiterte eine Volksabstimmung zur Vereinigung der Bundesländer Berlin und Brandenburg am Widerstand der Brandenburger Bevölkerung.

Wappen und Flagge

Hauptartikel: Hoheitszeichen Berlins

Die Verwaltung

Hoheitszeichen Berlins Da Berlin eine Einheitsgemeinde ist, stellen die Bezirke keine eigenständigen Gemeinden dar und sind somit stark vom Senat und auf Verwaltungsebene von den Senatsverwaltungen abhängig, die die Fachaufsicht ausüben. Dennoch gibt es in jedem Berliner Bezirk eine eigene – allerdings nicht als Parlament, sondern als Teil der Verwaltung ausgestaltete – Volksvertretung, die Bezirksverordnetenversammlung (BVV), welche das Bezirksamt, bestehend aus Bezirksbürgermeister und fünf Stadträten, nach Parteienproporz wählt. Bürgermeister und Stadträte haben daher trotz ihrer quasipolitischen Wahl den Status eines Wahlbeamten inne. Die Bürgermeister der Bezirke bilden unter Vorsitz des Regierenden Bürgermeisters den Rat der Bürgermeister, der den Senat berät. Berlin hat pro Kopf der Bevölkerung die meisten Landesbeamten. Dies entstammt zum Teil noch der Situation der geteilten Stadt mit Westberliner Exklave, deren Beamtenschaft für das Bundesland übernommen wurden. Siehe auch: Bezirksverwaltung in Berlin

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Hauptartikel: Sehenswürdigkeiten in Berlin

Theater

Sehenswürdigkeiten in Berlin] Berlin ist bekannt für seine zahlreichen Theater- und Kleinkunstbühnen. Die bekanntesten sind das Berliner Ensemble, die Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz und das Deutsche Theater Berlin. Es verfügt außerdem über drei Opernhäuser, die Staatsoper, die Deutsche Oper und die Komische Oper. Jedes Jahr finden in Berlin die Internationalen Filmfestspiele, die Berlinale, mit der Verleihung des Goldenen Bären statt. Daneben besitzt Berlin mehrere Orchester und Chöre. Neben den Berliner Philharmonikern und dem Berliner Sinfonie Orchester gibt es mehrere Orchester und Chöre der Rundfunk Orchester und Chöre GmbH. Dies sind das Deutsche Symphonie-Orchester Berlin (Kent Nagano), das Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin (Marek Janowski), der Rundfunkchor Berlin (Simon Halsey) und der RIAS Kammerchor (Daniel Reuss). Diese Orchester und Chöre treten oft zusammen (Orchester mit Chor) im Konzerthaus, der Philharmonie oder in anderen Sälen in Deutschland oder auf Tourneen auf der ganzen Welt auf. Im Berliner Sängerbund sind 236 Laienchöre mit über 10 000 Mitgliedern vereinigt.

Museen

Berliner Sängerbund ] Hauptartikel: Museen in Berlin Berlin verfügt über eine Vielzahl von Museen. Bereits 1841 wurde die von Spree und Kupfergraben umflossene Museumsinsel im nördlichen Teil der Spreeinsel durch königliche Order zu einem „der Kunst und der Altertumswissenschaft geweihten Bezirk“ bestimmt. In der Folge entstanden dort mehrere Museen, wie das Alte Museum im Lustgarten, das Neue Museum, die Alte Nationalgalerie, das heutige Bodemuseum und das Pergamonmuseum. Diese Museen stellen vor allem Exponate aus der Zeit der Antike aus. Außerhalb der Museumsinsel befinden sich Museen über vielfältige Themen. Die Gemäldegalerie und Neue Nationalgalerie sind Kunstmuseen, das Bauhaus-Archiv ein Architekturmuseum. Das Jüdische Museum zeigt eine ständige Ausstellung zu 2.000 Jahren jüdisch-deutscher Geschichte. Das Jagdschloss Grunewald beherbergt eine erlesene Gemäldesammlung aus dem 15. bis 19. Jahrhundert. In Dahlem konzentrieren sich zahlreiche ethnologische Museen. In Lichtenberg wurde auf dem Areal des früheren Ministeriums für Staatssicherheit der DDR das Stasi-Museum eingerichtet. Das Museum am Checkpoint Charlie, auch als Mauermuseum bekannt, zeigt Momente aus der Teilungsgeschichte.

Bauwerke

Checkpoint Charlie] Das zwischen 1788 und 1791 errichtete Brandenburger Tor ist Berlins Wahrzeichen und Symbol der überwundenen Teilung. Es ist den Propyläen auf der Akropolis in Athen nachempfunden und wird von einer Quadriga mit der Siegesgöttin Viktoria gekrönt, die von ihrem Schöpfer Johann Gottfried Schadow jedoch als Friedensgöttin Eirene gedacht war. Das Tor ist das westliche Ende der Straße Unter den Linden, die sich bis zur Museumsinsel in der Spree und dem Berliner Dom hinzieht. Bis zur Wiedervereinigung Deutschlands am 3. Oktober 1990 verlief dort die Grenze zwischen beiden Stadthälften. 1990 In diesem Areal liegen die im Jahre 1743 im Rokokostil erbaute Deutsche Staatsoper, die zwischen 1774 und 1780 errichtete Staatsbibliothek, das von 1695 bis 1706 nach Plänen von Andreas Schlüter gebaute barocke ehemalige Zeughaus und die zwischen 1747 und 1773 errichtete Hedwigs-Kathedrale, die Hauptkirche des katholischen Bistums Berlin. Der Französische Dom am Gendarmenmarkt war im 17. Jahrhundert Mittelpunkt des französischen Viertels. Die im Jahre 1809 eröffnete Humboldt-Universität zu Berlin, an welcher der Philosoph Georg Wilhelm Friedrich Hegel lehrte, brachte 27 Nobelpreisträger hervor. Eine beliebte Einkaufspromenade in Berlin ist der Kurfürstendamm mit seinen zahlreichen Hotels, Geschäften, Restaurants. Die im Zweiten Weltkrieg zerstörte Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche wurde zwischen 1891 und 1895 erbaut. Sie markiert das östliche Ende des Boulevards. Ihre Turmruine blieb als Mahnmal erhalten. Gleich daneben entstand nach Plänen Egon Eiermanns von 1959 bis 1961 eine neue Kirche auf achteckigem Grundriss mit einem sechseckigen frei stehenden Kirchturm. Die östliche Verlängerung des Kurfürstendammes bildet die Tauentzienstraße, wo sich mit dem KaDeWe (Kaufhaus des Westens) das größte Kaufhaus des europäischen Kontinents und das zwischen 1963 und 1965 erbaute Europa-Center befinden. Das 22-stöckige Gebäude beherbergt viele Geschäfte, Restaurants, Büros, ein Kino und eine Aussichtsplattform. In nordöstlicher Richtung erstreckt sich mit über drei Kilometern Länge die größte Parkanlage Berlins, der Tiergarten. Tiergarten In der Nähe des Brandenburger Tores befinden sich die 1957 errichtete Kongresshalle und das zwischen 1884 und 1894 gebaute Reichstagsgebäude. Es wurde am 27. Februar 1933 durch einen Brand schwer beschädigt und im Zweiten Weltkrieg erneut erheblich in Mitleidenschaft gezogen. Seit dem Jahre 1999 ist das Gebäude Sitz des Deutschen Bundestages. Einen Besuch wert ist auch der Zoologische Garten von Berlin, einer der größten und ältesten der Welt, und das 1785 errichtete Schloss Bellevue, einst Sommerwohnung von Prinz August Ferdinand, des Bruders Friedrich des Großen, heute Amtssitz des Bundespräsidenten. Bundespräsident] Die Oranienburger Straße war vor dem Zweiten Weltkrieg das Zentrum des jüdischen Viertels. Zu deren Wiederaufbau gehörte unter anderem die Restaurierung der 1866 fertig gestellten Neuen Synagoge. Sie wurde durch Bombenangriffe im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigt. 1995 wieder eröffnet dient sie heute als Mittelpunkt für das Studium und die Erhaltung jüdischer Kultur. In nördlicher Richtung liegt der älteste jüdische Friedhof der Stadt. Östlich der beiden Spreearme, die die Spreeinsel umfließen, liegt der Alexanderplatz mit vielen Geschäften und Restaurants, ganz in der Nähe davon der 368 Meter hohe Fernsehturm – das höchste Gebäude Deutschlands – und das Rote Rathaus. Zwei Statuen, eine männliche und eine weibliche, mit Blick auf den Eingang des Rathauses sollen an die Beseitigung der vielen Trümmer nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges erinnern. Sehenswert im östlichen Zentrum Berlins sind der alte Stadtteil Prenzlauer Berg und die Einkaufsstraßen Schönhauser Allee und Kastanienallee. Der Potsdamer Platz ist eine Verkehrsdrehscheibe im Zentrum Berlins, von der mehrere große Straßen ausgehen. Er wurde 1741 auf Erlass von Friedrich Wilhelm I., König in Preußen angelegt. 1923 begann von dem in der Nähe gelegenen Vox-Haus aus die Geschichte des Rundfunks in Deutschland. Bis 1940 war der Potsdamer Platz der verkehrsreichste Platz Europas. Nach dem starken Bombardement durch die Alliierten im Zweiten Weltkrieg lag er in Trümmern. 1961 wurde er durch die Berliner Mauer geteilt und die Gegend verfiel. Der fühere Verlauf der Berliner Mauer wird seit einigen Jahren durch in den Boden eingelassene Pflastersteine gekennzeichnet. Durch die Hochhausbebauung des Potsdamer Platzes, die eine große Anzahl an Geschäften und Restaurants beherbergen, hat dieser sich als Bindeglied zwischen den bis zur Wende getrennten Stadthälften entwickelt. In Charlottenburg wurde das Olympiastadion für die Olympischen Sommerspiele von 1936 errichtet, sowie der 150 Meter hohe Funkturm, der zwischen 1924 und 1926 anlässlich der 3. Deutschen Funkausstellung entstand und sehr schnell zu einem der Wahrzeichen Berlins avancierte. Weitere Sehenswürdigkeiten der Stadt sind das Schloss Charlottenburg (Baubeginn 1695), ein barocker Repräsentationsbau der Hohenzollern mit bedeutender Gemäldesammlung, die Zitadelle Spandau und das im Stil des Klassizismus erbaute Schloss Tegel (auch Humboldt-Schloss), ehemals Wohnsitz des Naturforschers und Geographen Alexander von Humboldt.

Parkanlagen

Alexander von Humboldt ]] Alexander von Humboldt] Alexander von Humboldt] Der Große Tiergarten liegt im Zentrum Berlins, im Ortsteil Berlin-Tiergarten des Bezirks Mitte. Mit 210 Hektar ist er der größte Berliner Park. Einige große Straßen durchschneiden den Park, darunter die Ost-West-Achse Straße des 17. Juni. Sie kreuzen sich am Großen Stern, in dessen Mitte die Siegessäule steht. Der erste Tiergarten wurde schon 1527 angelegt, allerdings an anderer Stelle, nämlich in der Nähe des Berliner Schlosses, westlich der Cöllner Stadtmauer. Das kleine Gebiet wurde seit 1530 nach Westen und Norden hin durch Zukäufe erweitert, bis zu den Grenzen des heutigen Tiergartens und darüber hinaus. Neben dem Tiergarten mit seinen zahlreichen historischen Gebäuden gehört der Treptower Park im Südosten Berlins zu den bedeutendsten Parks der Stadt. Er wurde von 1876 bis 1882 vom ersten Berliner Gartenbaudirektor Gustav Meyer angelegt und war 1896 Schauplatz der Großen Berliner Gewerbeausstellung. Die weite an der Spree sich hinziehende Gartenlandschaft ist eines der beliebtesten Ausflugsziele der Berliner, nicht zuletzt auch wegen der bereits 1821 und 1822 als Neues Gartenhaus an der Spree erbauten heutigen Gaststätte. Eine Besonderheit unter den Parks ist der Botanische Garten Berlin. Im Südwesten der Stadt gelegen, wird er neben seiner wissenschaftlichen Bestimmung (er gehört zur Freien Universität Berlin) auch als Erholungspark genutzt. Die Vorgängereinrichtung existierte bereits seit 1697 auf dem Gelände des heutigen Kleistparks in Schöneberg, ab 1897 folgte der Bau der neuen Parkanlage in Dahlem. Mit einer Fläche von über 43 Hektar und etwa 22.000 verschiedenen Pflanzenarten gehört er zu den größten und weltweit bedeutendsten Botanischen Gärten und ist der größte in Europa. Das 25 Meter hohe, 30 Meter breite, und 60 Meter lange Große Tropenhaus ist das höchste Gewächshaus der Welt. Im Südwesten von Berlin an der historischen Brücke zu Potsdam liegt unter anderem die Pfaueninsel mit dem zwischen 1794 und 1797 im Stil einer Ruine erbauten Lustschloss und einem englischen Garten.

Freizeit und Erholung

englischen Garten] Der von der Havel durchflossene Große Wannsee bedeckt eine Fläche von 260 Hektar. Mit ihm besitzt Zehlendorf, eine der bevorzugtesten Wohngegenden der Stadt, Berlins beliebtestes Naherholungsgebiet, das Wassersport, Ausflugsschifffahrt und das Strandbad Wannsee bietet. In der Villa Am Großen Wannsee 56-58 allerdings fand am 20. Januar 1942 die sogenannte Wannsee-Konferenz "zur Endlösung der Judenfrage" statt. Heute ist dort eine Gedenkstätte eingerichtet. Der Müggelsee und die Müggelberge im Südosten Berlins sind zu allen Jahreszeiten beliebte Ausflugsziele. Das Strandbad ist in den Sommermonaten ein Besuchermagnet. Der Müggelsee ist der größte der Berliner Seen. Vielfach findet man die Bezeichnung Großer Müggelsee, da er mit dem Kleinen Müggelsee einen Bruder hat, der allerdings lediglich 0,16 Quadratkilometer umfasst. Der See dehnt sich über 7,4 Quadratkilometer aus (maximal 4,3 Kilometer lang; 2,6 Kilometer breit) und ist bis zu acht Meter tief. Der See und die am Südrand gelegenen Müggelberge, mit 115 Meter die höchsten Berliner Erhebungen, entstanden während des Pleistozäns. Auf dem sogenannten Kleinen Müggelberg wurde 1889 der vielbesuchte und beliebte Müggelturm errichtet, der einen Ausblick über den See und die Wälder bis hin zur Stadtsilhouette Berlins bietet beziehungsweise bot.

Sport

Müggelturm] In Berlin gibt es zahlreiche Sportvereine, wobei sich die meisten dem Breitensport widmen. Ein paar Vereine sind aber zusätzlich auch im Bereich des professionellen Sports tätig. Dazu zählen insbesondere im Fußball Hertha BSC und der 1. FC Union Berlin, im Eishockey die Eisbären, im Basketball Alba und im American Football Berlin Thunder. In der Volleyball-Bundesliga ist die Hauptstadt gleich mit drei Vereinen vertreten. Jedes Jahr findet in Berlin der weltbekannte Berlin-Marathon sowie das ISTAF statt. Nachdem Berlin die Bewerbung um die Olympischen Sommerspiele 2000 verloren hatte, wird im Jahr 2006 nun das Finale der Fußball-Weltmeisterschaft in Berlin ausgetragen werden. Dazu wurde das Olympiastadion komplett saniert. Im Jahr 2009 werden die Leichtathletik-Weltmeisterschaften im Berliner Olympiastadion ausgetragen.

Wirtschaft

Leichtathletik-Weltmeisterschaften] Hauptartikel: Wirtschaft Berlins Das Bruttoinlandsprodukt des Landes Berlin betrug im Jahr 2001 75,8 Mrd. Euro. Zum Vergleich: Hamburg erzielte ein Bruttoinlandsprodukt von 73,7 Mrd. Euro, im Land Brandenburg waren es 42,3 Mrd. Euro (Quelle: IHK-Bericht 2000/2001). In Berlin gab es 2001 insgesamt 138.688 der Industrie- und Handelskammer zugehörige Betriebe. Davon waren 48.289 im Handelsregister eingetragen und 90.399 so genannte Kleingewerbetreibende (IHK-Bericht 2000/2001). Über 80 Prozent der Unternehmen Berlins gehören dem Tertiärsektor an. Mit 1,2 der 1,5 Millionen Arbeitnehmer Berlins sind in diesem Bereich ebenfalls weit über 80 Prozent der Erwerbstätigen beschäftigt. Berlin ist also Hochburg des Dienstleistungssektors. Die Bruttowertschöpfung liegt bei rund 69 Mrd. Euro pro Jahr.

Medien

Bruttowertschöpfung Hauptartikel: Berliner Medienlandschaft Berlin ist der Sitz vieler regional und bundesweit sendender Rundfunkanstalten. Neben Fernsehsendern wie MTV, Nick, bald auch VIVA und VIVA Plus, Sat.1, N24, TV.Berlin oder FAB gibt es in Berlin eine große Anzahl so genannter Privatradios. Auch die öffentlich-rechtlichen Sender RBB und Deutsche Welle TV haben hier ihren Sitz. Der politischen Bedeutung als Hauptstadt tragen die meisten überregionalen Sender wie ARD, ZDF, RTL oder DeutschlandRadio mit einem „Hauptstadtstudio“ Rechnung. In Berlin erscheinen die meisten Tageszeitungen Deutschlands. Die größten Abonnement-Zeitungen sind die Berliner Zeitung, die Berliner Morgenpost sowie Der Tagesspiegel, die alle drei jeweils einen umfangreichen Berlin-Teil aufweisen. Bundesweite Bedeutung haben die linksliberale taz, die konservative Welt, das Linkspartei-nahe Neue Deutschland und die Linkspartei-kritische Junge Welt. Außerdem gibt es in Berlin die Boulevardzeitungen B.Z., Bild Berlin und Berliner Kurier. Neben den Zeitungen gibt es verschiedene Anzeigenblätter wie die Berliner Woche, das Berliner Abendblatt oder die Zweite Hand; außerdem erscheinen verschiedene Stadtmagazine wie der Tip, (030) oder die Zitty. In Berlin haben der Verlag Walter de Gruyter und der Springer-Verlag ihren Sitz. Sie bieten neben Büchern und Zeitschriften auch viele multimediale Angebote.

Infrastruktur

Öffentlicher Verkehr

Springer-Verlag Springer-Verlag] Dem innerstädtischen Verkehr dienen die S-Bahn – betrieben von der S-Bahn Berlin GmbH – sowie die U-Bahn, Straßenbahnen und Busse – betrieben von der BVG. Wie man der Netzspinne leicht entnehmen kann, wird die Innenstadt in Ost-West-Richtung von der als Hochbahn angelegten Stadtbahn durchquert, welche parallel von S-Bahn sowie Regional- und Fernverkehr befahren wird. Sie verbindet das Westkreuz mit dem Ostkreuz, und passiert dabei den Bahnhof Charlottenburg, den Zoologischen Garten, den Lehrter Bahnhof, den Bahnhof Friedrichstraße, den Alexanderplatz und den Ostbahnhof. Auf der Nord-Süd-Achse übernimmt die U-Bahnlinie 9 den größten Teil des Fahrgastaufkommens, ergänzt durch die teilweise unterirdische Nord-Süd-Trasse der S-Bahn. Die S-Bahntrasse kreuzt am Bahnhof Friedrichstraße die Stadtbahn. Noch im Bau befindet sich die größtenteils unterirdische Fernbahntrasse vom Bahnhof Papestraße über den Lehrter Bahnhof bis nach Gesundbrunnen (als Teil des so genannten Pilzkonzeptes). Vervollständigt wird der Bahnverkehr durch die Ringbahn, welche die Innenstadt einschließt. Zum Eisenbahnknotenpunkt Berlin gehört auch der bei Potsdam gelegene Rangierbahnhof Seddin. Für den Regionalverkehr verkehren Regionalbahn- und Regionalexpresslinien der Deutschen Bahn sowie zwei InterConnex-Linien. Siehe auch: Liste Berliner Bahnhöfe

Autobahnen

Die Innenstadt wird von Westen her von einem Autobahn-Halbkreis (A 100 – Berliner Stadtring) umgeben, der langfristig zu einem Ring vervollständigt werden soll und eine reine Stadtautobahn darstellt. Rund um Berlin verläuft die Autobahn A 10 (Berliner Ring). Von der A 100 gibt es innerhalb des Stadtgebiets folgende Autobahnen Richtung Berliner Ring:
- A 111 in Richtung Nordwesten (Richtung Hamburg und Rostock)
- A 113 in Richtung Südosten (Richtung Dresden und Cottbus). Diese Autobahn beginnt derzeit erst am Dreieck Treptow im äußersten Südosten der Stadt. Bis 2007 soll der im Bau befindliche Anschluss von der A 100 (beginnend am Dreieck Neukölln) bis zur Berliner Stadtgrenze fertig gestellt sein. Am 14. Juli 2004 wurde dazu das erste Teilstück vom Dreieck Neukölln bis zur Anschlussstelle Späthstraße für den Verkehr freigegeben.
- A 115 in Richtung Südwesten (Richtung Hannover und Leipzig), deren anfängliches gerades Teilstück umgangssprachlich auch heute noch AVUS genannt wird. Zusätzlich hierzu gibt es im Norden der Stadt noch die A 114 von der Prenzlauer Promenade im Bezirk Pankow zur A 10 in Richtung Stettin. Die nur wenige Kilometer lange ehemalige A 104, die im Südwesten der Stadt den Berliner Stadtring (A 100)) nach Süden hin mit Berlin-Steglitz verbindet, wurde inzwischen zur Autostraße herabgestuft. Die A 103 verbindet den Berliner Stadtring – von einem weiter östlich gelegenen Anschluss – nach Südwesten hin mit dem Steglitzer Kreisel in Richtung Potsdam.

Flughäfen

Berlin besitzt drei Flughäfen: Tegel (TXL), Tempelhof (THF) und Schönefeld (SXF). Letzterer liegt allerdings knapp hinter der Berliner Stadtgrenze und befindet sich somit im Land Brandenburg. Langfristig ist geplant, den Flughafen Schönefeld zu vergrößern, um die im Innenstadtbereich liegenden Flughäfen Tegel und Tempelhof zu entlasten beziehungsweise zu schließen. Das Großprojekt Flughafen Berlin Brandenburg International (BBI) stößt bei einigen Anwohnern in Berlin und Brandenburg auf Widerstand. Mit dem bereits geschlossenen Flugplatz Johannisthal besaß Berlin den ersten Flugplatz Deutschlands.

Energieversorgung

Die Energieversorgung von Berlin verfügt über einige Besonderheiten. Im Zweiten Weltkrieg wurde geplant, Berlin über eine als Erdkabel ausgeführte Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung (HGÜ) vom Kraftwerk Dessau zu speisen. Mit dem Bau dieser Anlage wurde 1943 begonnen, sie konn

Bezirk Steglitz-Zehlendorf

Der Bezirk Steglitz-Zehlendorf ist der 6. Verwaltungsbezirk von Berlin, der durch die Fusion der bisherigen Bezirke Steglitz und Zehlendorf (beide ehemals Westteil) entstanden ist. Der alte Bezirk Zehlendorf wurde auch als "Der Grüne Bezirk" bezeichnet, da sich hier unter anderem Erholungsgebiete wie der Grunewald mit Seen wie dem Schlachtensee und der Krumme Lanke befinden, die besonders im Sommer von vielen Berlinern besucht werden.
Steglitz-Zehlendorf ist der Berliner Bezirk mit der gehobensten Sozialstruktur. Er ist gekennzeichnet durch ein hohes Durchschnittseinkommen der Bewohner und eine niedrige Arbeitslosenquote. Auch das Durchschnittsalter der Bevölkerung ist im Berliner Vergleich besonders hoch.

Ortsteile und Ortslagen


- 06 Bezirk Steglitz-Zehlendorf
  - 0601 Steglitz
    - Südende
    -
  - 0602 Lichterfelde
    - Lichterfelde-Ost
  - 0603 Lankwitz
  - 0604 Zehlendorf
    - Düppel
    - Schlachtensee
  - 0605 Dahlem
    - Onkel-Toms-Hütte
  - 0606 Nikolassee
  - 0607 Wannsee

Sehenswürdigkeiten & Museen

Auf dem Städtischen Friedhof Dahlem I in diesem Bezirk befindet sich auch das Grab des 1947 verstorbenen Veilchens vom Potsdamer Platz Rotraut Richter. Rotraut Richter Rotraut Richter
- Botanischer Garten Berlin
- Domäne Dahlem
- Museumsdorf Düppel
- Wannsee
- Schloßpark Glienicke mit Glienicker Brücke
- Loggia Alexandra auf dem Böttcherberg
- Albrechts Teerofen
- Kohlhasenbrück
- Jagdschloss Grunewald mit Gemäldesammlung
- Museum für Indische Kunst
- Museum für Ostasiatische Kunst
- Ethnologisches Museum
- Museum Europäischer Kulturen
- Domäne Dahlem – agrarhistorisches Freilichtmuseum
- Brücke-Museum
- Alliiertenmuseum zur Geschichte des Kalten Krieges in Berlin

Wissenschaftliche Einrichtungen

Kalten Krieges]
- Freie Universität Berlin
- Max-Planck-Gesellschaft
- Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung
- Biologische Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft
- Bundesinstitut für Risikobewertung
- Deutsches Archäologisches Institut
- Konrad-Zuse-Zentrum für Informationstechnik Berlin
- Geheimes Preußisches Staatsarchiv
- Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung
- Institut für Museumskunde
- Hahn-Meitner-Institut

Weblinks


- [http://www.suedwestweb-berlin.de/struktur/v0004/s0004.html/ Zeittafel der Steglitzer Geschichte]
Steglitz-Zehlendorf, Bezirk

Griebnitzkanal

Der Griebnitzkanal, auch Kleine-Wannsee-Seenkette genannt, liegt im Berliner Stadtbezirk Steglitz-Zehlendorf. Er besteht aus dem Kleinen Wannsee, dem Pohlesee, dem Stölpchensee sowie dem Prinz-Friedrich-Leopold-Kanal und verbindet den Großen Wannsee mit dem Griebnitzsee, weist eine Gesamtlänge von 3,9 km auf und ist zu den Bundeswasserstraßen gehörig. Trotz der Bezeichnung Kanal ist der Charakter des Wasserweges natürlich und gemütlich. Weite Teile des Ufers, an dem sich zahlreiche Rudervereine angesiedelt haben, sind in Privateigentum und der Öffentlichkeit nicht zugänglich. Während etwa 2 Drittel des Teltowkanalwassers über den Griebnitzsee in die Havel abfließen, gelangt etwa 1 Drittel über den Griebnitzkanal in den Großen Wannsee und kann dort bei ruhigem Strömungsverhalten der Havel vor allem die Wasserqualität des Strandbades Wannsee negativ beeinflussen. Kategorie:Gewässer in Berlin

Griebnitzsee

Der schmale, U-förmige Griebnitzsee (von slawisch grib = Pilz und (n)ica = Ort) liegt in einer eiszeitlichen Rinne in einem südlichen Seitenlauf der Havel und ist ca. 3 km lang. Er grenzt im Norden und Westen an den Berliner Bezirk Steglitz-Zehlendorf, im Südwesten an Potsdam-Babelsberg, im Süden liegt der Bahnhof Griebnitzsee. In den Griebnitzsee mündet an dessen Ostende bei Kohlhasenbrück der Teltowkanal, von dem 1/3 seines Wassers über den zum Griebnitzkanal gehörenden Prinz-Friedrich-Leopold-Kanal in Richtung Großer Wannsee fließt, während am Nordwestende 2/3 des Wassers durch den Griebnitzsee hindurch über die Glienicker Laake in die Havel fließen. Die am Nordwestende des Sees befindliche Parkbrücke verbindet das südwestlich des Sees gelegene Babelsberg mit dem nördlich des Sees gelegenen Potsdamer Stadtteil Klein-Glienicke, der im Westen, Norden und Osten vom Berliner Ortsteil Wannsee umschlossen ist. Die Standorte Babelsberg und Park Babelsberg der Universität Potsdam befinden sich in unmittelbarer Nähe, ebenso eine ganze Reihe von neu restaurierten Villen prominenter Persönlichkeiten. Unweit südlich des Sees verläuft die Eisenbahnlinie BerlinMagdeburg mit dem Bahnhof Griebnitzsee als gleichnamige Haltestelle der S-Bahn Berlin und der Regionalbahn in Richtung Potsdamer Zentrum bzw. über Werder an der Havel weiter zu den Bahnhöfen in Richtung Brandenburg an der Havel. Durch fast den gesamten See etwa mittig verläuft die Grenze zwischen dem Land Brandenburg und Berlin, ein kleiner Teil am westlichen Ende des Sees gehört vollständig zu Brandenburg, ebenso wie der Verbindungskanal zwischen Griebnitzsee und Glienicker Lake. Vor 1990 war dies die Staatsgrenze zwischen der DDR und West-Berlin, damit quasi ein Teil der Berliner Mauer. Der See war vom Babelsberger Ufer aus nicht zugänglich. In Folge der politischen Wende 1989 wurde nach dem Rückbau der Grenzsicherungsanlagen um den See herum ein Rundwanderweg (etwa 10 km) angelegt, der am Babelsberger Ufer den ehemaligen so genannten Kolonnenweg nutzt. Durch Rückübertragungsansprüche der Eigentümer der Ufergrundstücke ist der dauerhafte Bestand des Wanderweges noch nicht geklärt. Siehe auch: Liste der Seen in Deutschland, Liste der Seen (Brandenburg-Berlin) Kategorie:Gewässer in Berlin Kategorie:See in Brandenburg Kategorie:See_in_Deutschland Kategorie:Potsdam

Glienicker Laake

Die Glienicker Laake ist ein See am Lauf der Havel zwischen Berlin und Potsdam. Eigentlich bezeichnet Laake (auch Lanke, Lake) einen zu- und abflusslosen See, der langsam verlandet. In diesem Fall trifft es nicht zu. In Berlin und Brandenburg findet man diese Bezeichnung für einen See häufig.

Lage

Begrenzt wird die Glienicker Laake im Nordwesten vom Ortsteil Wannsee des Bezirk Steglitz-Zehlendorf von Berlin, im Nordosten vom Dorf (Klein-Glienicke), das zwar auf der Wannseeinsel liegt, aber trotzdem zu Potsdam-Babelsberg gehört und im Süden von Babelsberg selbst. Östlich der Glienicker Laake sind Klein-Glienicke und Babelsberg durch die Parkbrücke verbunden.

Verlauf der Havel westlich der Glienicker Laake

Potsdam-Babelsberg An der Glienicker Brücke passiert die Havel den südlichen Teil des Jungfernsees durch die Babelsberger Enge in den Tiefen See Richtung Potsdam. Südwestlich zweigt unmittelbar hinter der Glienicker Brücke die Glienicker Laake ab. Der Wasserlauf führt südwestlich durch die Enge, die von der Parkbrücke überquert wird, weiter in den Griebnitzsee. Die Strömungsrichtung ist allerdings von Ost nach West, da das Wasser aus dem Teltowkanal in den Griebnitzsee und von dort zu 2/3 weiter in die Glienicker Laake fließt. Die rund 500 Meter lange Enge zwischen der Lake und dem Griebnitzsee wird gelegentlich als letztes Stück des Teltowkanals betrachtet und auf verschiedenen Karten entsprechend bezeichnet.

Geschichte

Teltowkanal] Durch die Glienicker Laake führt die Grenze zwischen Berlin und Potsdam Brandenburg. Bis zur Wiedervereinigung Deutschlands war dieses Grenzgewässer stark gesichert. Die Glienicker Laake war der letzte See in West-Berlin, der nach dem Bau der Berliner Mauer bis zur Öffnung 1990 von West-Berlin aus in Richtung Potsdam befahrbar war.

Landschaft, Sehenswürdigkeiten

Das historische Dorf Klein-Glienicke liegt landschaftlich reizvoll zu Füßen des Böttcherberges mit seinem Wahrzeichen Loggia Alexandra, den der Gartenarchitekt Peter Joseph Lenné in den 1860er Jahren in die Gestaltung des gegenüberliegenden Parkes Babelsberg einbezog. Am nordwestlichen Ufer der Glienicker Laake folgen das Jagdschloss Glienicke und Wälder des Berliner Forstes. Am südöstlichen Ufer liegt der ausgedehnte Park Babelsberg mit dem seinerzeit innovativen Dampfmaschinenhaus, das nach Plänen von Ludwig Persius in den Jahren 1843-1845 mit schmucken Zinnen, Türmchen und Erker unmittelbar am Ufer entstand. Einige Meter landeinwärts liegen das Schloss Babelsberg und die Universität Potsdam.

Siehe auch


- Liste der Seen in Deutschland, Liste der Seen (Brandenburg-Berlin)
- Glienicker Brücke

Weblink


- [http://www.berliner-stadtplan.com/topic/bln/str/x_wgs/5.64/y_wgs/24.67/from/form.html Kartenausschnitt] Kategorie:Gewässer in Berlin Kategorie:See in Brandenburg Kategorie:See in Deutschland Kategorie:Potsdam

Schwanenwerder

Schwanenwerder ist eine Insel im westlich gelegenen Bezirk Steglitz-Zehlendorf von Berlin. Sie liegt in der Havel am Ausgang des Großen Wannsees und ist über eine Brücke mit dem Ufer verbunden. Schwanenwerder ist komplett mit Villen und Einfamilienhäusern bebaut; ein Zugang zum Ufer ist für die Öffentlichkeit nicht möglich. Erschlossen ist die Insel durch die Inselstraße, die weitgehend ovalförmig verläuft. Schwanenwerder ist ein gefragtes Wohngebiet. Unter anderem wohnten hier Joseph Goebbels, Axel Springer, Ernst Udet und Theo Morell. Auf der Insel befinden sich ein Jugendfreizeitheim, eine Kindererholungsstätte, ein Gruppenzeltplatz sowie die Wache 3 der Berliner Wasserschutzpolizei. Des Weiteren finden sich einige Überreste der Tuilerien, die 1871 aus Paris hierher gebracht wurden. Ein Bunker, der zum Schutz von Goebbels nahe dessen Haus angelegt worden war, kann auf Anfrage besichtigt werden. Auf dem Grundstück der abgerissenen Goebbelsschen Villa befindet sich heute das Aspen Institut, daß sich um die Vermittlung US-amerikanischer Politikinhalte im Ausland bemüht. Westlich der Insel liegt die Pfaueninsel.

Weblink


- [http://www.ghwk.de/sonderausstellung/villenkolonie/schwanenwerder.htm Sonderausstellung zu Schwanenwerder im Haus der Wannsee-Konferenz] Kategorie:Ort in Berlin Kategorie:Insel (Deutschland)

Strandbad Wannsee

Das Strandbad Wannsee befindet sich am Ostufer des Großen Wannsees, eines Havel-Ausläufers in Berlin. Das Strandbad liegt südlich der Halbinsel Schwanenwerder (Anschrift: Wannseebadweg 25) und wird als städtisches Freibad von den Berliner Bäderbetrieben verwaltet. Es wurde 1907 als so genanntes Familienbad eröffnet und verfügt über 1.275 m künstlichen Sandstrand. Auf einer Gesamtfläche von 355.000 m² (davon 130.000 m² Wasserfläche) hat es eine Kapazität für 12.000 Badegäste (in Spitzenzeiten maximal 30.000) – etwa 10-15 % davon im FKK-Bereich. Es ist somit wahrscheinlich das größte Binnenseebad Europas.

Geschichte

Das heutige Strandbad Wannsee basiert auf den Planungen des Architekten Martin Wagner, der 1915 ein erstes Bebauungskonzept für die bis dahin unerschlossene Badestelle am Ufer des Großen Wannsees erarbeitete und 1927 schließlich ein modernes "Weltstadtbad" im Sinne des Neuen Bauens konzipierte. Der denkmalgeschützte, heute stark baufällige, Gebäudekomplex mit einer Länge von 540 Metern wurde 19291930 nach Entwürfen des Architekten Richard Ermisch und des ihm unterstellten Oberbaurates Haenisch errichtet. Infolge der Weltwirtschaftskrise wurde die Anlage allerdings nur zur einen Hälfte (Nordachse) einschließlich des als Mittelpunkt gedachten Strandrestaurants realisiert. Ein späterer Weiterbau scheiterte daran, dass den ab 1933 herrschenden Nationalsozialisten das Strandbad Wannsee wegen seines als entartet geltenden Baustils und der als zu weltoffen angesehenen Badegäste aus der Reichshauptstadt missliebig war. Ab 1938 wurde Juden der Besuch öffentlicher Badeanstalten generell verboten; ab 1942 wurde das bis dahin strafbare Nacktbaden erstmals offiziell erlaubt. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Badebetrieb in dem unzerstört gebliebenen Strandbad Wannsee fortgesetzt.

Gebäude

Die durch ein unteres und oberes Promenadendeck miteinander verbundenen doppelgeschossigen Hallen enthalten Verkaufsstände, sanitäre Anlagen, Duschen, Lager- und Versorgungseinrichtungen. Die bereits in den 1980er Jahren begonnene Sanierung der gesamten Gebäude wurde aus Denkmalschutz- (falsche Abmessungen der beschafften gelben Klinker) und letztlich Kostengründen der hoch defizitären Berliner Bäderbetriebe nicht vollendet. Daher sind die Sonnenterrassen auf den vier Hallen zum Teil geschlossen. Inzwischen wird ein von der Stiftung Denkmalschutz getragenes Sanierungskonzept verfolgt, durch das die Anlagen bis zum 100. Geburtstag des Strandbads (2007) wiederhergestellt werden sollen. Die Kosten werden auf 12 Millionen Euro geschätzt.

Strand

Der aus echtem Ostseesand bestehende, über einen Kilometer lange Sandstrand erstreckt sich auf einer Breite von etwa 50 Metern. An drei Punkten sind zudem Stege in das Wasser gebaut. Der Wasserzugang ist sehr flach.

Ausstattung

Es stehen 260 mietbare Strandkörbe (davon 60 im FKK-Bereich) und über 1.000 mietbare Liegestühle zur Verfügung, ein Sprungturm und eine Wasserrutsche. Der Strand- und Wasserbereich (bis zu den Begrenzungsbojen wird von Bademeistern bzw. Rettungsschwimmern des Deutschen Roten Kreuzes und der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft überwacht. Trotz starken Algenwachstums ist die Wasserqualität in der Regel hervorragend.

Aufteilung

Vom Eingang kommend führen parkähnliche Wege zu mehreren großen Abgangstreppen, auf denen die einzelnen Geschosse der Gebäude mit ihren jeweiligen Einrichtungen (Umkleiden, Sanitäranlagen etc.) sowie letztlich der Zugang zum Strand erreicht werden. Zur linken und rechten Seite erstreckt sich zu insgesamt etwa zwei Dritteln der Familienstrand, im letzten Drittel ganz im Norden schließen sich der mit einem Sichtschutz abgegrenzte FKK-Bereich und an dessen Ende ein Körperbehinderten vorbehaltenes Versehrtenbad an. Der letzte Abschnitt des FKK-Strandes, wo die Bebauung endet und auch keine Strandkörbe mehr aufgestellt sind, wird überwiegend von homophilen (bisexuell oder homosexuell orientierten) Männern aufgesucht - trotz FKK-Strandbereich häufig mit Badebekleidung (Cruisingbereich).

Kulturelles

Mit einem Lied über das Strandbad Wannsee unter dem Titel Pack die Badehose ein wurde Cornelia Froboess 1951 zum Kinderstar. Das Lied hatte ihr Vater Gerhard Froboess ursprünglich für die Schöneberger Sängerknaben komponiert (Text: Hans Bradtke). Es wurde dort aber zunächst abgelehnt. Das Lied war – wie das Strandbad – so populär, dass in der DDR mehrere Satireversionen in Umlauf gebracht wurden (Agitprop); in der bekanntesten heißt es: „...der Ami schießt am Wannsee.“ Siehe auch: Stadtbad Neukölln

Weblinks


- [http://www.berlinerbaederbetriebe.de/ Berliner Bäderbetriebe]
- [http://morgenpost.berlin1.de/archiv2003/030525/berlin/story606278.html Kurzbeschreibung]
- [http://www.zeit.de/2002/33/Reisen/200233_wannsee2.html Zeit-Artikel]
- [http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2003/1004/lokales/0114/ Sanierung]
- [http://stickpin.de/songtexte/textausgabe.php?id=42474&intid=1094 Text: Pack die Badehose ein]
- [http://www.8ung.at/sowjetlieder/die_partei_hat_immer_recht.html#7 Satirefassung Pack die Badehose ein] Kategorie:Bauwerk in Berlin

Freikörperkultur

]] Die Freikörperkultur (FKK) (auch: Nacktkultur, Naturismus, Nudismus) bezeichnet die gemeinsame völlige Nacktheit der Geschlechter, meistens in der Natur. Anliegen dabei ist das Genießen des Nacktseins ohne Bezug zur Sexualität.

Geschichte

Schon im 18. Jahrhundert propagierte und praktizierte Lord Monboddo Nacktbaden als Wiedererwachen der altgriechischen Nacktkultur. Es fand literarische Erwähnung in Georg Christoph Lichtenbergs Das Luftbad. Um 1900 kam das schwedisch baden im Raum Berlin und an Nord- und Ostsee immer mehr auf. Wenige Jahre zuvor war vielerorts ein gemeinsames Baden in der Öffentlichkeit – selbst in zeitgemäß umfänglicher Badebekleidung – völlig undenkbar, weil offiziell verboten oder nicht mit der herrschenden Moral vereinbar. Noch lange Zeit nach der allgemeinen Liberalisierung wurde das besonders in der einfachen Bevölkerung zunehmend populäre Baden von konservativen Gesellschaftskreisen, wie Adel und Bürgertum, als Sittenverfall zu bekämpfen versucht. Als Gegenbewegung dazu formierten sich vor allem in Preußen, das traditionell weltanschaulich toleranter und zu dieser Zeit bereits sozio-ökonomisch fortgeschrittener war als andere Länder des Deutschen Reiches, lebensreformerische und naturistische FKK-Vereinigungen, von denen es bereits 1913 über 50 gab. Nachdem im Jahre 1920 in Deutschland der erste offizielle FKK-Strand auf Sylt entstand, wurde das öffentliche Nacktbaden (außerhalb geschlossener Vereinsgelände) ab 1931 wieder generell verboten und die FKK-Vereine nach der Machtergreifung durch Hitler 1933 entweder aufgelöst oder als Sportverbände in nationalsozialistische Organisationen integriert. Das allgemeine Verbot des Nacktbadens wurde per Reichsverordnung vom 10. Juli 1942 insoweit aufgehoben, als das Nacktbaden abseits von Unbeteiligten gestattet wurde. In neuester Zeit gibt es Bestrebungen, das Nacktsein auf den gesamten öffentlichen Raum außerhalb von Vereinsgeländen und Badezonen auszudehnen. So ist die Rede von Nacktwandern, Nacktreiten, Nacktradeln, Nacktjoggen, Nacktbalgen oder Nacktgärtnern. Nacktsein in der Öffentlichkeit wird teilweise auch als Protesthaltung bei Demonstrationen eingesetzt.

Begriff

Die Bezeichnung Freikörperkultur ist erweitert aus Körperkultur, worunter zu Anfang des 20. Jahrhunderts die Hinwendung zum Körperlichen durch Sport, Wandern und allgemeiner Freizeitgestaltung in der Natur zu verstehen war. Dies galt als Gegenbewegung zu einem bis dahin üblichen "muffigen" Bürgertum ohne Luft und Licht und war zugleich eine Jugend-Protestbewegung der Befreiung aus Bevormundung. Diese Körperkulturbewegung mit bequemer und freizügiger Kleidung vollzog dann zum Teil den Schritt zur totalen nichtsexuellen Nacktheit und wählte den Zusatz frei- zum Hauptbegriff Körperkultur. Damit heißt Freikörperkultur vom Wort her nichts anderes als Nacktkultur. Hinter der Freikörperkulturbewegung steht eine Lebenseinstellung, nach welcher der nackte Körper etwas Natürliches und kein Grund für Schamgefühle ist. Die Nacktheit der FKK soll in keiner Weise das Bedürfnis nach Sexualität ansprechen. (Nacktheit unter der Dusche oder in der Sauna gehört nicht unter den Begriff Freikörperkultur. Hier wird sie als notwendig erachtet und ist damit allgemein gebräuchlich und bedarf deshalb keiner reservierten Zonen.) Die Bezeichnung Freikörperkultur umfasst im deutschsprachigen Raum heute zwei voneinander abweichende Ausprägungen. Da steht einerseits der Begriff Nudismus für eine allgemeine Haltung, die jegliche Lebensgestaltung ohne Kleidung bevorzugt, unabhängig von weiteren positiven Lebenszielen. Der Begriff Nudisten wird zuweilen abwertend gebraucht und ihr Nacktsein in die Nähe von sexuellem Exhibitionismus gerückt. Im Unterschied dazu ist der Naturismus eine umfassende, ideelle Lebenshaltung im Sinne der Lebensreform, bei der Nacktheit neben dem Streben nach körperlicher, seelischer und geistiger Gesundkeit nur ein Teil ist. Außerhalb des deutschen Sprachraums gibt es den Begriff Freikörperkultur nicht; der Begriff Nudismus ist dort gleichbedeutend. In Deutschland wird öffentliche Nacktheit gelegentlich als Ordnungswidrigkeit mit Bußgeld belegt, während sie zum Beispiel in Spanien an allen öffentlichen Orten gesetzlich erlaubt ist. Die in Freiburg/Breisgau ansässige Bürgerinitiative Wald-FKK tritt für die Anerkennung öffentlicher Nacktheit als Bürgerrecht ein. Es sei hier auch auf unterschiedliche Ausprägungen des Nacktbadens zwischen Ost- und Westdeutschland hingewiesen. Vor der deutschen Wiedervereinigung war das Nacktbaden an offenen Badeseen und Gewässern in Ostdeutschland altersunabhängig weit verbreitet. An Gewässern, an denen offiziell Badeverbot herrschte (Kiesgruben u.ä.), wurde i.a. überall nackt gebadet. An offiziellen Badeseen gab es häufig speziell ausgewiesene "FKK-Bereiche", die u.a. auch in den Stadtplänen und Wanderkarten verzeichnet waren. Gerade unter der Jugend führte diese Natürlichkeit zu einem offenen Verhältnis der Geschlechter jenseits von Sexismus. Nach der deutschen Wiedervereinigung wurde die allgemeine Freizügigkeit an öffentlichen Badestellen in Ostdeutschland stark zurückgedrängt. Besonders an den Ostseestränden kam es in den 1990er Jahren zu Konfrontationen zwischen ostdeutschen FKK-Anhängern und westdeutschen Urlaubsgästen, in deren Folge die lokale Tourismuswirtschaft sowie die kommunalen Entscheidungsträger nachhaltige Imageprobleme befürchteten und FKK nunmehr genauso wie die ausgewiesenen Hundestrände in räumlich begrenzte Randlagen verbannten. Auch die Unsitte, dass sich "Textile" unter die Nackten mischen, kam erst nach der Wiedervereinigung auf, als die Schilder "FKK" häufig entfernt wurden und sich Ortsunkundige angezogen an die ehemaligen FKK-Badestrände legten, die Eingesessenen aber ihren Strand "verteidigten". An einigen Binnenseen in Mecklenburg und anderen Regionen im Osten hat sich an offenen Badestellen die ungezwungene Nacktheit trotzdem weitgehend erhalten. In Deutschland wird der Markt für FKK-Ferien auf ca. 10 Mio. Urlauber jährlich geschätzt. Führend in diesem Segment sind derzeit Frankreich und Kroatien. Der Ausdruck FKK hat als Synonym für nackt in viele Wörtschöpfungen in Zusammenhang mit dem Nacktsein Eingang gefunden, zum Beispiel in FFK-Baden für Nacktbaden, FFK machen (oder ... treiben) für Nacktsein generell. Damit wird das Tabu des Wortes nackt umgangen. Von Außenstehenden werden die Begriffe Freikörperkultur, FKK, Nacktkultur, Nudismus, Naturismus und selbst nackt vielfach mit Ausleben des Sexualtriebs in Verbindung gebracht, wenn sie sich Nacktheit nur in diesem Zusammenhang vorstellen können. In vielen Kulturen der Welt wird Nacktheit in der Öffentlichkeit als anstößig betrachtet und ist außer in bestimmten Zusammenhängen verboten als Erregung öffentlichen Ärgernisses. Dazu zählt auch die Entblößung des Oberkörpers bei Frauen.

Bekannte Personen


- Karl Wilhelm Diefenbach - Maler und Vorkämpfer
- Richard Ungewitter - Vorkämpfer und erster Organisator der FKK-Bewegung
- Adolf Koch - Arzt und Sozialist
- Hans Surén - Autor von FKK-Schriften, dessen Wirken wegen seiner Nähe zur rassistischen NS-Ideologie umstritten ist
- Herbert Rittlinger - Weltreisender und Schriftsteller, der u.a. in seinen Büchern die ideale Verbindung von FKK und Kanusport schildert

Literatur


- Michael Grisko (Hrsg.): Freikörperkultur und Lebenswelt : Studien zur Vor- und Frühgeschichte der Freikörperkultur in Deutschland. Kassel University Press, Kassel 1999, ISBN 3-933146-06-2
- Michael Andritzky, Thomas Rautenberg (Hrsg.): „Wir sind nackt und nennen uns Du“ : von Lichtfreunden und Sonnenkämpfern ; eine Geschichte der Freikörperkultur. Anabas-Verlag, Gießen 1989, ISBN 3-870381-42-6
Fesselnde Kulturgeschichte der FKK-Bewegung von Kaisers Zeiten bis in die 70er

Weblinks


- FKK-Dachverbände :
- [http://www.dfk.org/ Deutscher Verband für Freikörperkultur (DFK)] :
- [http://www.fkk.at/ Österreichischen Naturistenverbande (ÖNV)] :
- [http://www.snu-uns.ch/ Schweizer Naturisten Union] :
- [http://inf-fni.org/index_d.htm International Naturist Federation (INF)]
- [http://www.nacktbaden.de Nacktbademöglichkeiten]
- [http://www.der-mensch-in-der-natur.de/ Der Mensch in der Natur - nackt und frei]
- [http://dmoz.org/World/Deutsch/Freizeit/Freik%c3%b6rperkultur/ Linksammlung zum Thema Freikörperkultur] beim Open Directory Project
- [http://www.nacktiv.de/ Nackt aktiv]
- [http://www.wald-fkk.de/ Wald-FKK] Kategorie:Nichtsexuelle Nacktheit ja:ヌーディズム

West-Berlin

West-Berlin ist die umgangssprachliche Bezeichnung für den Teil von Berlin, der 1945 nach dem Zweiten Weltkrieg von den drei westlichen Siegermächten USA, Vereinigtes Königreich und Frankreich kontrolliert wurde. Ost-Berlin dagegen stand unter der Kontrolle der Sowjetunion. Die Schreibweise West-Berlin hatte sich zwar eingebürgert, als „politisch korrekt“ im westlichen Sinne sollte jedoch nur die Schreibweise Berlin (West) verwendet werden. In der DDR hingegen schrieb man mit bewusster Abgrenzung Selbständige politische Einheit Westberlin kurz Westberlin, während mit Berlin, Hauptstadt der DDR der Ostteil der Stadt (einschließlich des dazu gehörenden Stadtbezirkes Berlin-Mitte) gemeint war. In Zeiten des Kalten Krieges konnte man allein an der unterschiedlichen Schreibweise Herkunft oder politischen Standort eines Textes bestimmen. Kalten Krieges Die Bezeichnung der DDR sollte in erster Linie den Eindruck eines geografisch eigenständigen Gebietes vermitteln. Es sollte einerseits eine besonders deutliche Selbständigkeit West-Berlins (von der Bundesrepublik Deutschland) dargestellt werden, andererseits sollte vermieden werden, dass der als Hauptstadt der DDR bezeichnete Ostteil der Stadt nur als Stadthälfte wahrgenommen würde, die endgültige Teilung der Stadt sollte auch begrifflich zementiert werden. Aufgrund des Vier-Mächte-Status Berlins war West-Berlin nicht vollwertiger Teil der Bundesrepublik Deutschland. Von den Westalliierten waren lediglich sogenannte besondere Bindungen anerkannt. Es fanden dennoch regelmässig Sitzungen von Bundesorganen in West-Berlin statt, was dann jeweils zu Protesten der sowjetischen Seite führte. Der bundesdeutsche