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Großherzogtum Luxemburg
Das Großherzogtum Luxemburg ist ein Staat in Mitteleuropa. Es grenzt an Frankreich und Belgien sowie an die deutschen Bundesländer Rheinland-Pfalz und Saarland.
Geographie
Der Norden des Landes ist ein Teil der Ardennen und wird Ösling genannt. Es liegt auf durchschnittlich 400 bis 500 Metern über dem Meeresspiegel. Die Landschaft im Ösling ist geprägt von bewaldeten Bergen und Hügeln und tiefen Flusstälern, wie zum Beispiel der Sauer. Mit 558,35 Metern stellt der „Burgplatz“ in Huldange (deutsch: Huldingen) die höchste Erhebung des Landes dar.
Im Süden liegt das fruchtbare Gutland, das zum Lothringer Stufenland gehört. Dieses Gebiet weist eine höhere Bevölkerungs- und Industriedichte als das Ösling auf. Der niedrigste Punkt des Landes, Spatz genannt (129 Meter ü.M.), befindet sich am Zusammenfluss von Sauer und Mosel in Wasserbillig.
Da das Klima des Landes durch atlantische Westwinde beeinflusst wird, sind die Temperaturen und Niederschlagswerte im allgemeinen mäßig.
Wichtige Flüsse Luxemburgs sind die Mosel, die im Südosten den Grenzfluss zu Deutschland bildet, die Sauer, die Our und die Alzette.
Siehe auch: Flüsse in Luxemburg
Bevölkerung
Luxemburg hat etwa 462.500 Einwohner. Nationalsprache ist Luxemburgisch („Lëtzebuergesch“), ein moselfränkischer Dialekt des Hochdeutschen. Nach Schätzungen bekennen sich etwa 90 Prozent der Bevölkerung zum römisch-katholischen Glauben.
Luxemburg besitzt einen hohen Ausländeranteil von 39,0 Prozent (2005). 14,1 Prozent der Gesamtbevölkerung sind Portugiesen, 4,8 Prozent Franzosen, 4,2 Prozent Italiener, 3,5 Prozent Belgier, 2,3 Prozent Deutsche und 1,0 Prozent Briten (2004). 7.500 Ausländer arbeiten bei den in Luxemburg angesiedelten europäischen Institutionen. Den niedrigsten Anteil hat die ausländische Bevölkerung in der Gemeinde Hoscheid – auf deren 418 Einwohner kommen 12,2 Prozent Ausländer – den höchsten hat Fels (franz. Larochette) mit 61,5 Prozent. In der Hauptstadt liegt er bei circa 53,7 Prozent. Dem Patriotismus und der Verbundenheit mit der Heimat wird in Luxemburg trotz allem ein sehr hoher Stellenwert zugesprochen, unter anderem in der (aus der Zeit der Okkupation übernommenen) Parole „roude Léiw huel se“ oder aber auch „Mir wëlle bleiwen wat mir sin“ (wir wollen bleiben was wir sind).
Des Weiteren arbeiten in Luxemburg knapp über 113000 Grenzpendler aus den umliegenden Nachbarregionen (2005). 52,3 Prozent der Pendler kommen aus dem französischen Lothringen, 27,3 Prozent aus Belgien und 20,3 Prozent aus Deutschland (2003). Insgesamt macht dieser Anteil der Arbeitnehmer 40 % der in Luxemburg Beschäftigten aus.
Die Sprachsituation in Luxemburg ist sehr komplex. Da Luxemburgisch geographisch auf sehr begrenztem Raum gesprochen bzw. verstanden wird, sieht sich die Bevölkerung gezwungen, mindestens eine weitere Fremdsprache, z. B. Deutsch, Französisch oder Englisch zu beherrschen. Dazu kommt, dass in der Justiz ausschließlich Deutsch, in Banken oder Geschäften ausschließlich Französich gesprochen wird. (Ausnahme: Kleine Geschäfte in Dörfern etc. oder Kassiererinnen aus dem Ausland) Laut einer Erhebung des Eurobarmoter 2005, beherrschen 99 % der Befragten eine weitere Fremdsprache. Damit ist Luxemburg Spitzenreiter in Europa.
Im Jahr 1986 wurde das Volk Luxemburgs mit dem Karlspreis der Stadt Aachen ausgezeichnet. Hiermit wurde anerkannt, dass Luxemburger zu überzeugten Europäern der ersten Stunde zählen und luxemburgische Politiker wichtige Beiträge zur europäischen Einigung geleistet haben. Der Text, der an Jean (Johann) Großherzog von Luxemburg stellvertretend für sein Volk überreichten Medaille lautet: Karlspreis der Stadt Aachen 1986. Das Volk Luxemburgs, Vorbild der Beharrlichkeit auf dem Weg zur Einheit Europas.
Geschichte
Hauptartikel: Geschichte Luxemburgs
Die ersten Besiedlungsspuren im Gebiet des heutigen Luxemburg stammen von den Kelten, die schon im 2. Jahrhundert v. Chr. hier siedelten. Um 58–51 v. Chr. eroberte Gaius Julius Cäsar Gallien und so gehörte auch Luxemburg zum Imperium Romanum.
Im 5. Jahrhundert n. Chr. verdrängten die Franken, wie in ganz Gallien, die römische Herrschaft. Wandermönche sorgten für eine allmähliche Christianisierung.
698 wurde bereits das Kloster Echternach von dem angelsächsischen Missionar Willibrord gegründet.
963 wurde die Stadt Luxemburg und die Grafschaft Luxemburg von Graf Siegfried gegründet. Er erwarb den kleinen Bockfelsen im Alzettetal durch einen Tauschhandel mit dem St.-Maximin-Kloster in Trier, dem er dafür Land im heutigen Ösling (Feulen) gab. Damit war der Grundstein für das Haus Luxemburg gelegt, woraus später 5 römisch-deutsche Kaiser oder Könige entspringen sollten (Heinrich VII. (1308), Karl IV. (1346, zweite Wahl 1347; Kaiser seit 1355), Wenzel (Wahl zum römisch-deutschen König erfolgte noch zu Lebzeiten Karls 1376), Jobst von Mähren (1410; umstrittene Wahl zwischen ihm und Sigismund) und Sigismund (1410 und noch einmal 1411 gewählt)).
Im Jahre 1354 wurde Luxemburg unter der Herrschaft Wenzels I. von Kaiser Kaiser Karl IV. zum Herzogtum erhoben.
Unter Karl IV. gehörten Luxemburg und Teile Belgiens zum Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation. 1482 fiel es an die Habsburger, 1555 an deren spanische Linie, die 1659 im Pyrenäenfrieden den Süden von Diedenhofen bis Montmédy an Frankreich abtreten musste (1. Luxemburger Teilung). 1684 bis 1697 war das Land infolge der Reunionen Ludwigs XIV. in französischem Besitz. Nach dem Spanischen Erbfolgekrieg fällt Luxemburg 1713 an die Österreichischen Niederlande, 1795/1801 bis 1814 gehörte es zu Frankreich.
Auf dem Wiener Kongress wird das Großherzogtum in den Deutschen Bund und gleichzeitig in Personalunion mit dem Königreich der Niederlande verbunden (2. Teilung). Jedoch wird es ein souveränes Großherzogtum. 1830 schloss es sich der belgischen Revolution an; die wallonische Westhälfte wurde 1839 an Belgien abgetreten. Diese 3. Teilung wird allerding erst als der Beginn der eigentlichen Souveränität gesehen. Auch nach der Auflösung des Deutschen Bundes (1866) blieb Luxemburg weiterhin im Deutschen Zollverein (1843–1919). Die sogenannte Luxemburgkrise, bei der Napoleons III. versucht hatte Luxemburg zu kaufen mündete in den zweiten Londoner Vertrag von 1867, der Luxemburg für neutral erklärt. Nach dem Aussterben des Mannesstammes des niederländischen Königshauses gelangten 1890 die früheren Herzöge von Nassau in Luxemburg an die Regierung. Damit hat Luxemburg seine eigene Dynastie, das Haus Nassau-Weilburg. Seit 2000 regiert der sechste Spross dieser Dynastie Großherzog Henri.
Im Ersten Weltkrieg (1914–1918) wurde das neutrale Luxemburg von den Truppen des deutschen Kaiserreiches besetzt.
1922 schloss es mit Belgien die „Union Économique Belgo-Luxembourgeoise“ ab. Hierin wurde u. a. die Parität zwischen belgischem und luxemburger Franken beschlossen, welche durch die Einführung des Euro überflüssig wurde.
Im Zweiten Weltkrieg (1939–1945) wurde das immer noch neutrale Land von der deutschen Wehrmacht besetzt, ab 1942 sogar vom Dritten Reich annektiert, und hatte besonders schlimm unter der Nazi-Diktatur zu leiden. So versuchten die Besatzer, Luxemburg zu „germanisieren“. Dies beinhaltete, dass französische Vor- und Nachnamen verdeutscht wurden (nicht immer sinngemäß). Der Gebrauch der französischen Sprache sowie französischer Ausdrücke im „Lëtzebuergesch“ wurde verboten. Eine Untergrundorganisation gab es zwar in Luxemburg, doch war sie aufgrund der Größe nicht mit der in Frankreich zu vergleichen. Allerdings bekundete die Bevölkerung offen ihre tiefe Abneigung gegenüber den Besatzern. So war Luxemburg der einzige besetzte Staat, der mit einem Generalstreik gegen die Zwangsrekrutierung protestierte. Andere, subtilere Arten des Protestes waren der sog. „Spéngelkrich“ und die durch die Nazis erhobene Volkserhebung, in der über 90 % der Bevölkerung angaben, Luxemburger zu sein, sich dem luxemburgischen Staat angehörig zu fühlen und als Muttersprache „Lëtzebuergesch“ zu reden. Die Erlebnisse des Zweiten Weltkrieges und insbesondere die zwanghafte „Verdeutschung“ förderten die vermehrte Aufnahme französischer Ausdrücke in die Luxemburger Sprache und festigten die Sprache „Lëtzebuergesch“ als nationales Symbol. Viele Ortschaften wurden im Weltkrieg zerstört, insbesondere während der Ardennenoffensive, welche den Norden des Landes schwer traf. Junge Luxemburger, welche vor der Zwangsrekrutierung ins Ausland fliehen konnten, schlossen sich mehrheitlich den Alliierten an. Sie nahmen, in ein belgisches Bataillon integriert, an der Landung in der Normandie teil. Luxemburg gehört offiziell zu den Siegermächten des Zweiten Weltkrieges.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Zoll- und Wirtschaftsunion schrittweise auf die Niederlande ausgedehnt (Benelux-Staaten). 1948 wurde formell die seit 1867 bestehende „immerwährende Neutralität“ aufgehoben.
1952 wird Luxemburg Sitz der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS), auch Montanunion genannt.
Unter den Kabinetten Dupong (1945–1953) und Bech (1953–1958) wurde Luxemburg Mitglied
- der Vereinten Nationen (1945),
- des Europarats,
- der OEEC (Vorläufer der OECD),
- der NATO,
- der Montanunion,
- der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) und
- der Europäischen Atomgemeinschaft (EURATOM).
Luxemburg ist Gründungsmitglied der Europäischen Union und ist heute Sitz des EU-Ministerrates, des Europäischen Gerichtshofes, der EU-Kommission, der Europäischen Investmentbank und des Europäischen Rechnungshofes. Am 1. Januar 2002 wurde auch in Luxemburg der Euro als offizielles Zahlungsmittel im Bargeldverkehr eingeführt.
Politik
Luxemburg ist eine konstitutionelle Monarchie in Form einer parlamentarischen Demokratie. Laut der Verfassung von 1868 ist das Staatsoberhaupt der Großherzog. Die Gesetzgebung ist Aufgabe des Einkammerparlaments, das alle fünf Jahre gewählt wird (immer dann, wenn Europawahlen sind).
Die exekutive Gewalt wird vom Großherzog und der Regierung ausgeübt. Die aktuelle Regierung ist seit dem 31. Juli 2004 im Amt und setzt sich zusammen aus dem Premierminister, der auch den traditionellen Titel Staatsminister führt, zwölf Ministern, einem delegierten Minister und einer Staatssekretärin. Ein beratendes Organ ist der Staatsrat, der aus 27 Mitgliedern besteht und zu je einem Drittel vom Parlament, vom Großherzog und vom Staatsrat selbst ernannt wird. Wer einmal in das luxemburgische Wählerverzeichnis eingetragen ist, hat eine Wahlpflicht.
- Siehe auch: Liste der Premierminister von Luxemburg, Liste der Großherzöge Luxemburgs, Liste der Parteien in Luxemburg
Justiz
Im Großherzogtum gibt es drei Friedensgerichte (in Esch-sur-Alzette, Luxemburg und Diekirch), zwei Bezirksgerichte (in Luxemburg und Diekirch) und einen Oberen Gerichtshof (Luxemburg), der den Berufungsgerichtshof und den Kassationshof umfasst.
Des Weiteren gibt es ein Verwaltungsgericht (in Luxemburg) und einen Verwaltungsgerichtshof (Luxemburg) sowie einen Verfassungsgerichtshof (Luxemburg).
Bildung
Seit 2001 plante die Regierung eine eigenständige Universität aufzubauen. In den Bereichen Medizin, Naturwissenschaften, Technik, Recht, Wirtschaft sowie Sozial- und Erziehungswissenschaften werden inzwischen in insgesamt 5 Fakultäten Studenten ausgebildet. Allerdings sind die Studiengänge nicht vollständig in Luxemburg zu belegen, so dass weiterhin mehrsemestrige Studienaufenthalte im Ausland notwendig bleiben. Dabei spielen besonders belgische, französische und deutsche Universitäten eine wichtige Gastgeberrolle; insbesonders auch deshalb, weil in Luxemburg bewusst nicht alle Studiengänge angeboten werden.
Durch den Aufbau der Universität soll der Forschungsstandort Luxemburg gestärkt und der Wirtschaftsstandort Luxemburg gefestigt werden. Außerdem sollen vermehrt ausländische Studenten nach Luxemburg gelockt werden.
Militär
Luxemburg besitzt eine kleine, ca. 1.000 Soldaten starke Freiwilligenarmee. Daneben gab es bis 2001 eine etwa 600 Mann starke Gendarmerie, die mittlerweile mit der Polizei fusioniert ist. Die Armee ist in ein Infanteriebatallion und zwei Aufklärungskompanien gegliedert. Mit einer dieser beiden Kompanien beteiligt sich Luxemburg am Eurokorps.
Eigene Marine- und Luftstreitkräfte besitzt Luxemburg jedoch nicht. Aus juristischen Gründen sind allerdings die Aufklärungsflugzeuge der NATO (AWACS) in Luxemburg registriert; sie fliegen somit unter luxemburgischem Hoheitszeichen. Luxemburg beteiligt sich in enger Kooperation mit Belgien außerdem an der Finanzierung und am Betrieb der zukünftigen Militärtransporter Airbus A400M.
Luxemburger Soldaten sind an EUFOR (Bosnien) und KFOR (Kosovo) sowie an der ISAF-Mission (Afghanistan) beteiligt.
Der Verteidigungshaushalt betrug 2004 rund 208 Millionen Euro oder 0,8 Prozent des Bruttoinlandsprodukts.
Verwaltungsgliederung
Bruttoinlandsprodukt
Das Land wird untergliedert in drei Distrikte (Grevenmacher, Luxemburg, Diekirch) mit zwölf Kantonen und 116 Gemeinden.
Siehe auch: Liste der Distrikte in Luxemburg
- Liste der Städte im Großherzogtum Luxemburg
- Liste der Gemeinden im Großherzogtum Luxemburg
Wirtschaft
1839-1885
1839 war Luxemburg ein kleines isoliertes Agrarland. Um aus dieser Isolation auszubrechen tritt Luxemburg 1842 dem deutschen Zollverein bei. Durch den Bau von Eisenbahnlinien bekommt Luxemburg bessere Verkehrsverbindungen zu Deutschland, Belgien und Frankreich.
1886-1918
Im Süden Luxemburgs gibt es reichlich Eisenerzvorkommen, die aber nicht effizient genutzt werden können, bis 1886 der Engländer Sidney Thomas das Thomas-Verfahren entwickelt, welches es erlaubt phosphorreiches Eisenerz zu schmelzen.
1886 markiert den Startschuss für die moderne Eisenindustrie in Luxemburg. Deutsches Kapital und deutsche Arbeitskräfte helfen die Industrie aufzubauen. So wird aus einem Agrarstaat langsam eine Industrienation.
1919-1945
80% der Industrieproduktion wurde exportiert. Als Mitglied des Zollvereins exportierte Luxemburg vor allem nach Deutschland. Doch nach dem Ersten Weltkrieg musste Luxemburg aus politischen Gründen diese Zollunion aufgeben.
Luxemburg muss sich also 1919 nach einem neuen Wirtschaftspartner umsehen. In dem Referendum vom 20. September 1919 werden die Luxemburger unter anderem dazu aufgefordert sich für Frankreich oder Belgien als neuen Wirtschaftspartner zu entscheiden. 73% der Bevölkerung sprechen sich für Frankreich aus. Doch es sollte anders kommen, am 10 Mai 1920 informiert Frankreich die Luxemburger Regierung, dass es nicht die Absicht hat eine Wirtschaftsunion mit Luxemburg einzugehen. Also ist Luxemburg gezwungen mit Belgien zu verhandeln. Nach langwierigen Verhandlungen wird die UEBL (Union economique belgo-luxembourgeoise) 1921 gegründet. Sie trat offiziell 1922 in Kraft. Die UEBL führt unter anderem dazu, dass Luxemburg in eine Währungsunion mit Belgien eintritt, die bis zur Einführung des Euro im Jahre 1999 andauerte.
Die Luxemburger Eisenindustrie musste sich den neuen Gegebenheiten anpassen:
- Erstens wurde das Kapital der Firmen umstrukturiert. Deutsche Aktionäre stiegen aus und Belgische und Französische Aktionäre kamen hinzu.
- Zweitens musste sich die ganze Industrie von einem großen Binnenmarkt (der Markt der Zollunion) auf einen Weltmarkt umstellen.
1929, das Jahr der Weltwirtschaftskrise war für Luxemburg ein wichtiges Jahr, weil einerseits die Luxemburger Börse (Bourse de Luxembourg) gegründet wird, andererseits weil das Parlament (Chambre des Députés) ein Gesetz über Steuerermäßigungen für Holdinggesellschaften beschloss. Diese Gesetzgebung bietet die Grundlage für den späteren Finanzplatz Luxemburg.
Die 1930er Jahre sind überschattet von wirtschaftlichen, sozialen und politischen Krisen. Gewerkschaften werden gegründet, Massenstreiks werden veranstaltet und die Regierung versucht die kommunistische Partei mit dem Maulkorbgesetz zu verbieten.
1946-1949
1947 ratifiziert das Parlament den BENELUX Vertrag der zur Gründung einer Zollunion zwischen Belgien, den Niederlanden und Luxemburg führt.
1950-1974
Als einer der wichtigsten Stahlproduzenten in Europa ist Luxemburg 1951 Gründungsmittglied der EGKS der (Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl). Frankreich, Deutschland, Italien, die Niederlande, Belgien und Luxemburg einigen sich ihre Kohle und Stahlproduktion unter ein supranationales Kontrollorgan mit Sitz in Luxemburg zu stellen.
1975-2000
Kultur
Bibliothekswesen
Das Buch- und Bibliothekswesen entwickelte sich aufgrund der politischen Situation nur zögerlich in Luxemburg.
Auf dem Territorium des ehemaligen Herzogtums gab es viele bedeutende Klosterbibliotheken, wie zum Beispiel in Echternach, Orval und in Luxemburg (Stadt) die Münsterabtei sowie die Bibliothek des 1773 aufgelösten Jesuitenordens. Während der Französischen Revolution gelangte 1795 ein Teil dieser Bücher in die „Écoles Centrales“ oder später auch in ein „Dépôt littéraire“, viele Bücher werden jedoch auch als Kriegsbeute in ganz Europa verstreut. Trotzdem entsteht 1798 in Luxemburg die erste öffentliche Bibliothek, aus der sich etwa 50 Jahre später die heutige Nationalbibliothek entwickelt.
Diese zentrale Bibliothek entsteht erst, als 1848 die Stadtbibliothek Luxemburg, die Bibliothek des Athenäums und die Bibliothek der Gesellschaft für Forschung und Erhaltung der geschichtlichen Denkmäler im Großherzogtum Luxemburg zusammengelegt werden. Die Bibliothek konnte im Laufe der Zeit zur wichtigsten zentralen Dokumentationsstelle des Landes ausgebaut werden.
Heute ist die Nationalbibliothek für den Erhalt des Bestandes an luxemburgischen Druckwerken zuständig. Sie sammelt alle in Luxemburg gedruckten und verlegten Veröffentlichungen und erwirbt im Ausland verlegte Veröffentlichungen mit Bezug zu Luxemburg oder von Luxemburgern. Die Luxemburgensia-Abteilung umfasst 150.000 Bände sowie 3.000 Zeitschriftentitel.
Die Nationalbibliothek ist die größte wissenschaftliche Bibliothek Luxemburgs. Alle Wissenschaftsbereiche sind hier vertreten. Der Allgemeinbestand umfasst rund 750.000 Bände und 3.500 internationale Zeitschriftentitel aller Disziplinen. In den Lese- und Nachschlageräumen sind rund 30.000 Bände frei zugänglich. Pro Jahr wird der Allgemeinbestand um rund 10.000 Bände erweitert.
Nicht nur das Bibliothekswesen, sondern auch das Buchwesen an sich entwickelte sich relativ spät in Luxemburg.
Die ersten Druckschriften erschienen erst gegen Ende des 16. Jh., das erste vollständig in luxemburgischer Sprache gedruckte Buch im Jahre 1600. Außer an Schulbücher und religiöse Handschriften gab es keine Nachfrage an Büchern. Erst 1704 erschien die erste luxemburgische Zeitung in französischer Sprache („La Clef du Cabinet des Princes“), 1824 die erste Zeitung in deutscher Sprache („Luxemburger Wochenblatt“).
Die luxemburgische Sprachsituation erfordert außerdem eine kostenintensive Anschaffung von Literatur in mindestens drei Sprachen, d. h. jedes Buch über ein bestimmtes Thema muss in mindestens zwei Sprachen (dt. & frz.) angeschafft werden. Die zweitbedeutendste Bibliothek ist die nur im Rahmen der Schloßbesichtigung öffentliche Hofbibliothek mit immerhin 30000 Bänden und bedeutenden Sammlungen. Sie ist erst zu 10 % erschlossen und noch weitgehend unbekannt.
Wichtige wissenschaftliche Bibliotheken sind neben der Bibliothèque Nationale, das Centre Universitaire, einige spezialisierte Bibliotheken (Centre national de la littérature, Bibliothèque du Grand Seminaire etc.), die Bibliotheken der ausländischen Kulturinstitute und die Bibliotheken europäischer Institutionen: die Europäische Kommission, das Europaparlament, der Europäische Gerichtshof und die Europäische Investitionsbank etc.
Film
Luxemburgs Filmszene ist klein. Filme auf Luxemburgisch werden nur alle paar Jahre gedreht. Dafür kommen diese aber beim Publikum recht gut an. Bedeutender sind die ausländischen Produktionen, die Luxemburg wegen der landschaflichen Vielfalt und den günstigen Bedingungen zu schätzen wissen. Zu diesen Filmen zählt auch „Girl with a Pearl Earring“ (2003) mit Scarlett Johansson der für drei Oscars nominiert wurde.
International bekannte luxemburgische Schauspieler sind u. a. Thierry van Werveke (als Henk in „Knockin' On Heaven's Door“) oder André Jung der vom Magazin Theater Heute zweimal (1981 & 2002) zum besten Schauspieler gewählt wurde.
Der wohl originellste Regisseur Luxemburgs ist Daniel Wiroth, welcher in seinen Filmen Realfilm mit Stop-motion-Animation verbindet und somit Welten voller Poesie erschafft.
Doch die junge luxemburger Filmszene ist am kreativen Brodeln. Als Beispiel dafür kann man die Initiativen von Filmreakter und Pyramid Pictures sehen.
Musik
Die Musikszene in Luxemburg gewinnt immer mehr an Bedeutung. Zwar sind die wenigsten Bands über die Landesgrenzen hinaus bekannt, doch entstehen jedes Jahr eine Menge talentierter Schüler- wie Studentenbands. Die Szene umfast fast alle Stile, die Verbreitesten sind aber Metal wie Rock Gruppen, die vor allem bei kleineren Veranstaltungen auftreten. Außerdem hat fast jede Gemeinde ihre eigene Dorfkapelle, die allen möglichen Festen auftreten. Gut besuchte und in de Regel hochkarätig besetzte Konzerte gibt es im Sommer im Rahmen der Aktion „Summer in the City“. Einer der Höhepunkte ist die „Blues'n'Jazz Rallye“ in der Altstadt und ein Konzert-Reigen auf dem Marktplatz.
Zu den bekanntesten Luxemburger Bands und Künstlern gehören: Fluyd, Cool Feet, Defdump, Fausti, Gast Waltzing, Gollo, Jimmy Martin, Mercury, Monika, Park Café, T42, The Gentles,disappointed, Inborn, ILL?, [http://www.inbetween.lu Inbetween]...
Die klassische Musik hat ebenfalls einen hohen Stellenwert im luxemburgischen Kulturleben. Zu den bekannten Größen gehören das Orchestre Philharmonique du Luxembourg (ehem. Symphonieorchester von RTL) sowie das Orchester der Streitkräfte. Außerdem hat Luxemburg eine Reihe hervorragender Solisten hervorgebracht, die etwa mit den [http://www.sel.lu Solistes Européens] unter der Leitung von Jack Martin Händler auftreten.
Theater
Theater hat in Luxemburg eine lange Tradition. In vielen Gemeinden gibt es Theatergruppen, und die Auftritte sind gut besucht. Die bedeutendsten Theater sind das Staats- und das Kapuzinertheater in Luxemburg (Stadt).
Sport
Die verbreiteste Sportart in Luxemburg ist Fußball. International ist die Nationalmanschaft aber vollkommen unbedeutend (Fifa Ranking: 155).
Erfolgreicher ist der Luxemburger Radsport. So siegte bereits vier Mal ein Luxemburger bei der Tour de France. Dies waren:
- François Faber 1909
- Nicolas Frantz 1927, 1928
- Charly Gaul 1958
Der Luxemburger Leichtathlet Josy Barthel gewann bei den XV. Olympischen Sommerspielen 1952 in Helsinki über 1500m als erster und bisher einziger Luxemburger olympisches Gold.
Immer populärer werden über die Jahre aber Ballsportarten wie Basketball oder Handball. Auch das Interesse an Kampfsport- und Kampfkunstarten ist am ständigen Wachsen, wie es der Erfolg der zahlreichen Judo- und Karatevereine zeigt.
Weitere Themen
- Liste der Städte im Großherzogtum Luxemburg
- Liste der Gemeinden im Großherzogtum Luxemburg
- Portal:Benelux
Weblinks
- [http://www.auswaertiges-amt.de/www/de/laenderinfos/laender/laender_ausgabe_html?land_id=99 Länder- und Reiseinformationen] des Auswärtigen Amtes
- [http://www.land.lu/html/dossiers/dossier_drecker/bibliotheikhaff_210700.html Luxemburgensia]
Kategorie:Land in der EU
Kategorie:Monarchie
Luxemburg, Großherzogtum
!Großherzogtum Luxemburg
!Luxemburg
Kategorie:Karlspreis
als:Luxemburg
ja:ルクセンブルク
ko:룩셈부르크
ms:Luxembourg
simple:Luxembourg
th:ประเทศลักเซมเบิร์ก
zh-min-nan:Luxembourg
Staat
Max Weber definiert in seiner Herrschaftssoziologie Staat als einen solchen politischen Anstaltsbetrieb, dessen Verwaltungsstab erfolgreich das Monopol legitimen physischen Zwanges (also das Gewaltmonopol) für die Durchführung der Ordnungen in Anspruch nimmt (Max Weber, Wirtschaft und Gesellschaft, [http://www.textlog.de/7321.html Kap. 1, § 17]). In der Ökonomie wird der Staat oftmals als Summe aller Zwangsverbände betrachtet. Zur Unterscheidung oder Kongruenz von Staat und Gesellschaft siehe Staat und Gesellschaft.
Ein Staat (aus lat. status Zustand, Verfassung) ist ein ein Gebilde, das laut der Konvention von Montevideo folgende Eigenschaften aufweist:
- eine mehr oder weniger stabile Kernbevölkerung (Staatsvolk);
- einen klar abgegrenzten oder definierten Landbesitz (Staatsgebiet, Territorium);
- eine Regierung, die eine Staatsgewalt ausüben kann;
- die Fähigkeit, mit anderen Staaten in politischen Kontakt zu treten, d. h., ein Völkerrechtssubjekt zu sein.
Die klassische Staatsrechtslehre nennt nur die ersten drei Merkmale (Drei-Elemente-Lehre Jellineks). In diesem Sinne sind die Glieder eines Bundesstaates, wie die deutschen Länder auch "Staaten" (übrigens auch beschränkt Völkerrechtssubjekte, da sie auf Grund ihrer "Kulturhoheit" z. B. mit dem Heiligen Stuhl unabhängig von der Bundesrepublik Deutschland Konkordate abschließen können). Der klassische Ausnahmefall eines Staates ohne Staatsgebiet ist - seit der Annexion Maltas durch Napoleon I. - der "Souveräne Malteserorden".
Die Souveränität ist kein definierendes Merkmal des Staates. Staaten können rechtlich auch dann fortbestehen, wenn sie unter Besatzung stehen (okkupiert sind); oder (in der älteren Staatsrechtslehre), wenn sie nur "souverän" sind (z. B. Samos im Osmanischen Reich). Jedoch muss faktisch eine Teilsouveränität gegeben sein.
Wie denn überhaupt das Völkerrecht mangels einer Welt-Legislative von Entscheidungen von Fall zu Fall abhängt (case law) und mithin ein sehr nachgiebiges Recht ist, wenn Völkerrechtssubjekte "Fakten setzen".
Völkerrechtliche Anerkennung
Ein Staat bedarf zu seiner Gründung keiner juristischen Legitimation (er wird 'ausgerufen', vgl. den Rütli-Schwur bei der Begründung der Schweizerischen Eidgenossenschaft im Mittelalter - die neuzeitliche Schweizerische Konföderation besteht aber durchaus aus einzelnen Staaten, den Kantonen). International hat es sich eingebürgert, einen Staat anzuerkennen, sobald mehrere andere Staaten seine Existenz anerkannt haben.
Einige Gebiete wie Taiwan oder Nordzypern auf Zypern, die zwar die Merkmale eines Staates aufweisen, wurden dennoch, meist aus politischen Gründen, nicht allgemein anerkannt; diese werden als Stabilisierte De-Facto-Regime bezeichnet.
Die Konvention von Montevideo regt häufig zu Diskussionen an, ob es möglich ist, durch Kauf einer staatenlosen Insel oder Bohrinsel quasi eine Mikronation zu gründen. Die Anerkennung durch andere Staaten ist das Hauptproblem solcher Vorhaben.
Anzahl
Insgesamt gibt es 192 vollständig anerkannte souveräne Staaten. Darunter fallen die 191 Mitglieder der UNO sowie die Vatikanstadt. Weitere Staaten sind nur von einer Minderheit der weltweiten Staaten anerkannt, dies sind u. a. Taiwan, Westsahara (DARS), die Cookinseln und Niue.
Literatur
- Michail Bakunin, Gott und der Staat, Berlin: Karin Kramer 1995
- Karl Held (Hrsg.): [http://www.gegenstandpunkt.com/vlg/staat/staat_i.htm Der bürgerliche Staat]. Die Staatsableitung. München, 1999. 138 Seiten ISBN 3-929211-03-3
- Stefan Breuer: Der Staat. Entstehung, Typen und Organisationsstadien, Reinbek b. Hamburg: Rowohlt Taschenbuch Verlag, 1998.
- Heide Gerstenberger, Die subjektlose Gewalt. Theorie der Entstehung buergerlicher Staatsgewalt, Münster: Westfälisches Dampfboot 2005
- Wolfgang Reinhard, Geschichte der Staatsgewalt. Eine vergleichende Verfassungsgeschichte Europas von den Anfängen bis zur Gegenwart, Sonderausgabe, München: C.H. Beck 2002
- Franz Oppenheimer: [http://www.opp.uni-wuppertal.de/oppenheimer/st/staat0.htm Der Staat], 3. überarbeitete Auflage von 1929
- OVG Münster, Urteil vom 14.02.1989, Az. 18 A 858/87, in: NVwZ 1989, S. 790.
Siehe auch
- Staatstheorie
- Liste unabhängiger Staaten
- Liste der Staatsformen souveräner Staaten
- Staatliche Souveränität
- Territoriale Integrität
Kategorie:Politische Geographie
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Europa
Europa ist das westliche Fünftel der eurasischen Landmasse und wird von Europäern üblicherweise als eigenständiger Kontinent betrachtet, obwohl es eigentlich ein Subkontinent ist. Insgesamt hat Europa eine Fläche von 8,327 Millionen Quadratkilometern, was Europa nach Australien zum zweitkleinsten Kontinent macht. Dennoch besitzt Europa mit rund 730 Millionen Einwohnern die drittgrößte Bevölkerung aller Kontinente. Die Ausdehnung erstreckt sich von der Nordsee und dem Atlantischen Ozean im Westen bis zum Ural im Osten.
Ural
Geographie
Europa hat eine Fläche von 8,327.000 km² und eine Küstenlänge von 37.200 km. Der nördlichste Punkt des Kontinents liegt bei ca. 71,2° n. Br. in Knivskjelodden, Norwegen, der südlichste Punkt in Tarifa im Süden Spaniens. Damit beträgt die Nord-Süd Ausdehnung ca. 3.800 Kilometer. Von Ost nach West erstreckt sich die Landmasse Europas vom Uralgebirge in Russland bis zur Atlantikküste Portugals, was ca. 6.000 Kilometer West-Ost Ausdehnung bedeutet.
Insgesamt ist Europa stark zergliedert. Es beinhaltet einige größere Halbinseln, wie die Iberische Halbinsel, die Apenninhalbinsel, die Skandinavische Halbinsel und die Balkanhalbinsel, sowie viele weitere, kleinere Halbinseln wie Bretagne und Jütland. Außerdem gibt es noch eine Vielzahl von Inseln, die größten sind die Britischen Inseln, Island, Sardinien und Sizilien.
Sizilien
Im Norden grenzt Europa an einzelne Randmeere des Nordpolarmeeres wie die Barentssee und das Europäische Nordmeer. Obwohl sich die Nebenmeere Nord- und Ostsee streng genommen innerhalb des Kontinents befinden, wird die Nordsee auch als seewärtige Grenze angesehen. Im Südosten grenzt Europa an das Kaspische Meer, im Süden an das Schwarze Meer und an das Mittelmeer, und im Westen an den Atlantischen Ozean.
Der höchste Punkt des Kontinents liegt je nach Definition der "Grenzen" Europas entweder im nördlichen Kaukasus in Russland (Elbrus (5.642 Meter)) oder aber in den Alpen zwischen Frankreich und Italien (Montblanc (4.808 Meter)). Der niedrigste Punkt Europas liegt mit 28 Metern unter dem Meeresspiegel an der Nordküste des Kaspischen Meeres.
Siehe auch: Mittelpunkt Europas
Innereurasische Grenze
Das Ural-Gebirge, der Ural-Fluss, das Kaspische Meer, die Manytschniederung nördlich des Kaukasus, das Schwarze Meer sowie Bosporus, Marmarameer und Dardanellen bilden unter anderem die Grenze zwischen Europa und Asien.
Siehe auch: Innereurasische Grenze
Untergliederung
- Nordeuropa
- Nordwesteuropa
- Nordosteuropa
- Mitteleuropa
- Ostmitteleuropa
- Osteuropa
- Südeuropa
- Südosteuropa
- Westeuropa
Flüsse
Westeuropa
Die längsten Flüsse Europas (über 1.000 km) sind:
#Wolga (3.531 km)
#Donau (2.850 km)
#Ural (2.428 km) (an der "innereurasischen" Grenze)
#Dnjepr (2.200 km)
#Don (1.870 km)
#Petschora (1.809 km)
#Kama (1.805 km)
#Oka (1.500 km)
#Belaja (1.430 km)
#Dnjestr (1.352 km)
#Rhein (1.320 km)
#Wjatka (1.314 km)
#Elbe (1.165 km)
#Desna (1.130 km)
#Weichsel (1.047 km)
#Düna (1.020 km)
#Loire (1.020 km)
#Choper (1.010 km)
#Tajo (1.007 km)
Siehe auch: Liste europäischer Flüsse, Die längsten Flüsse der Erde
Berge
Die höchsten Berge in Europa sind:
#Elbrus (5.642 m), Russland, Kaukasus (umstritten, weil innereurasische Grenze unterschiedlich festgelegt ist)
#Dykh Tau (5.203 m), Russland, Kaukasus (umstritten)
#Rustaveli (5.201 m), Georgien, Kaukasus (umstritten)
#Koshtan Tau (5.150 m), Russland, Kaukasus (umstritten)
#Pushkin (5.100 m), Russland, Kaukasus (umstritten)
#Shkhara (5.068 m), Russland/Georgien, Kaukasus (umstritten)
#Kazbek (5.047 m), Russland/Georgien, Kaukasus (umstritten)
#Mizhirgi (5.025 m), Russland, Kaukasus (umstritten)
#Katyn (4.974 m), Russland, Kaukasus (umstritten)
#Shota Rustaveli (4.960 m), Russland, Kaukasus (umstritten)
#Borovikovs topp (4.888 m), Russland, Kaukasus (umstritten)
#Mont Blanc (4.808 m; mit Eiskappe), Grenze Frankreich-Italien, Alpen
#Dufourspitze (4.634 m; Monte-Rosa-Massiv), Grenze Schweiz-Italien, Alpen
#Dom (4.545 m), Schweiz, Alpen
#Weisshorn (4.505 m), Schweiz, Alpen
#Lyskamm (4.480 m), Grenze Schweiz-Italien, Alpen
#Matterhorn (4.478 m), Grenze Schweiz-Italien, Alpen
#Dent Blanche (4.357 m), Schweiz, Alpen
#Finsteraarhorn (4.274 m), Schweiz, Alpen
#Zinalrothorn (4.221 m), Schweiz, Alpen
#Alphubel (4.206 m), Schweiz, Alpen
#Rimpfischhorn (4.199 m), Schweiz, Alpen
#Aletschhorn (4.192 m), Schweiz, Alpen
#Dent d'Hérens (4.171 m), Grenze Schweiz-Italien, Alpen
#Breithorn (4.164 m), Grenze Schweiz-Italien, Alpen
#Jungfrau (4.158 m), Schweiz, Alpen
#Mönch (4.107 m), Schweiz, Alpen
#Ecrins (4.101 m), Frankreich, Alpen
#Schreckhorn (4.078 m), Schweiz, Alpen
#Gran Paradiso (4.061 m), Italien, Alpen
#Großes Fiescherhorn (4.049 m), Schweiz, Alpen
#Piz Bernina (4.049 m), Grenze Schweiz-Italien, Alpen
#Weissmies (4.023 m), Grenze Schweiz-Italien, Alpen
#Ortler (3.905), Italien, Alpen
Die bekanntesten Vulkane in Europa sind:
- Ätna (italien. Etna) (veränderlich um 3.370-3.400 m), Sizilien, Italien
- Hvannadalshnjúkur (2.119 m, unter dem Vatnajökull), höchster Berg auf Island
- Grímsvötn (1.725 m; unter dem Vatnajökull), Island
- Herðubreið (1.682 m, unter dem Vatnajökull), Island
- Vesuv(io) (ca. 1.200 m), Italien
- Stromboli (ca. 926 m), vulkanische Insel, Italien
- Santorini (Σαντορίνη) (575 m), vulkanische Insel, Griechenland
Klima
Der Kontinent liegt hauptsächlich in den gemäßigten Breiten. Das Klima ist in Europa im Vergleich mit Gebieten gleicher geographischer Breite in anderen Erdteilen wegen des Einflusses des relativ warmen Golfstroms milder. Die durchschnittliche Jahrestemperatur von Neapel beträgt beispielsweise 16 °C, während das auf nahezu gleicher Breite liegende New York 12 °C erreicht.
Schwankungen der Temperatur innerhalb eines Jahres sind in den größten Teilen des Erdteils relativ gering. Kühlen Winter stehen milde Sommer gegenüber. Nur in Gebieten, die weit vom Meer, also auch von dessen klimatisch ausgleichenden Einfluss entfernt liegen, sind die Temperaturunterschiede in verschiedenen Jahreszeiten stärker. In größten Teilen Osteuropas ist das Klima durch das Fehlen des Meeres in unmittelbarer Nähe vorwiegend kontinental geprägt. Kalte Winter und heiße Sommer sind in diesen Regionen vorherrschend.
Durch die Erdrotation und der damit verbundenen ablenkenden Kraft kommen Winde hauptsächlich aus westlicher Richtung. Da in den Küstengebieten Westeuropas deswegen Winde vornehmlich vom Atlantischen Ozean wehen, kommt es fast ganzjährig zu Regen. In Ost-und Mitteleuropa ist die Niederschlagsmenge dagegen vergleichsweise gering, da wiederum der Einfluss des Meeres auf diese Regionen zu gering ausfällt.
Hochgebirge können die Niederschlagsmenge ebenfalls stark beeinflussen. So ist der mittlere Jahresniederschlag nördlich der Alpen deutlich geringer als südlich. Die Alpen wirken in diesem Fall als Barriere, durch den es nur wenige Regenfronten schaffen durchzudringen.
In Gebieten nahe des Mittelmeers herrscht überwiegend mediterranes Klima, das heißt trockene und heiße Sommer, während es im Winter mild und feucht ist. Im Sommer gibt es vorwiegend Winde aus nördlicher Richtung, im Winter bringen westliche Winde aus Richtung des Atlantischen Ozeans dagegen häufigen Niederschlag mit.
Im Norden Europas herrscht arktisches Klima, im Südosten an der Wolga dagegen Kontinentalklima mit heißen Sommern und geringem Niederschlag.
Bevölkerung
Europa hat mit ca. 730 Millionen Einwohnern nach Asien und Afrika die drittgrößte Bevölkerungszahl aller Kontinente und gehört zu den dichter besiedelten Teilen der Erde. Die durchschnittliche Bevölkerungsdichte beträgt 66/km². Vor allem in West-, Mittel- und Südeuropa ist die Bevölkerungsdichte relativ hoch, während sie weiter nach Norden und Osten stark abnimmt.
Sprachen
Mehr als 90 Prozent der Einwohner Europas sprechen indogermanische Sprachen.
Am weitesten verbreitet sind slawische, germanische und romanische Sprachen. Auch Griechisch, Albanisch, die baltischen und keltischen Sprachen, sowie das Romani zählen zu den indogermanischen Sprachen.
Die uralischen Sprachen stellen die zweitgrößte Sprachfamilie Europas dar.
Sie unterteilen sich weiter in die samojedischen Sprachen, die von einigen wenigen Tausend im Menschen im äußersten Nordosten Europas gesprochen werden, und in die finno-ugrischen Sprachen.
Hierzu zählen vor allem Finnisch, Ungarisch, Estnisch als Amtssprachen, ferner die in Lappland gesprochenen samischen Sprachen und einige Minderheitensprachen, vor allem in Russland.
Im europäischen Teil der Türkei ist mit Türkisch eine altaische Sprache Amts- und Titularsprache.
Andere Turksprachen sind als Minderheitensprachen in Ost- und Südosteuropa verbreitet, so etwa das Gagausische und das Tatarische.
Mit Kalmückisch wird am Ostrand des Kontinents auch eine Sprache des mongolischen Zweigs der Altaisprachen in Europa gesprochen.
Mit Maltesisch ist auf der Insel Malta zudem eine Sprache des semitischen Zweigs der afroasiatischen Sprachen Amtssprache.
Die in Spanien und Frankreich gesprochene baskische Sprache wird keiner größeren Sprachfamilie zugerechnet, ihr Ursprung konnte durch die moderne Sprachwissenschaft nicht rekonstruiert werden und ist nach wie vor unbekannt.
Darüber hinaus werden heute in Europa zahlreiche weitere Sprachen aus anderen Sprachfamilien gesprochen, die durch Einwanderer in jüngerer Zeit hierher gelangt sind.
Am gebräuchlichsten in Europa ist das lateinische Alphabet, gefolgt von dem kyrillischen Alphabet (in Russland, Weißrussland, der Ukraine, Bulgarien, Serbien, Mazedonien und Teilen Montenegros) und dem griechischen Alphabet.
Siehe auch: Liste von Sprachen in Europa, Minderheitensprachen in der Europäischen Union, Amtssprachen der Europäischen Union
Religionen
Ca. 75% der Europäer sind Christen (vor allem katholisch, protestantisch, orthodox). 7 % sind Muslime (vor allem in Südosteuropa sowie Einwanderer aus islamischen Ländern in England, Frankreich, Deutschland, Italien), außerdem gibt es Juden sowie eine größere Zahl von in jüngerer Zeit aus anderen Teilen der Welt nach Europa gekommener oder neu entstandenener Religionen.
Ca. 18 % der Europäer sind konfessionslos, besonders in den Städten und den ehemals kommunistischen Ländern im Osten, zum Teil aber auch in Deutschland.
Das Christentum erreichte Europa erstmals im 1. Jahrhundert nach Chr. Der Islam breitete sich im 8. Jahrhundert auf der Iberischen Halbinsel, wurde aber im Zuge der "Reconquista" vom 13. bis zum 15. Jahrhundert wieder verdrängt. Europäer verbreiteten das Christentum durch Einwanderung und Mission in Amerika, Australien und in geringerem Maße auch auf anderen Kontinenten (Teile Südostasiens, Afrikas und Ozeaniens). Heute ist Europa weitgehend säkularisiert.
Städte und Metropolen
Ozeanien
Lissabon war eine der ersten kosmopolitischen Metropolen der Welt, da sie in Zeiten des Imperialismus Zentrum eines großen Kolonialreiches war. Noch 1950 befanden sich vier Städte der heutigen Europäischen Union unter den zwanzig größten der Welt, seitdem wachsen die europäischen Städte kaum noch, verlieren teilweise an Einwohnerzahlen. Diese vier größten EU-Städte waren London auf dem zweiten Platz hinter New York, Paris auf dem vierten Platz hinter Tokio, Mailand und Neapel belegten noch Platz 13 bzw. 19.
Doch in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts holten die Städte der restlichen Welt, besonders die der Entwicklungsländer, z. B. Mexiko-Stadt, Manila oder São Paulo, bei den Einwohnerzahlen auf und führen jetzt die Tabelle der Welt an.
Problematisch beim Vergleich der Metropolen ist die in Deutschland übliche Abgrenzung anhand der Gemeindegrenzen, da andere Staaten dies in ihren Statistiken nicht tun (z.B. USA, Frankreich, Australien, Großbritannien). Daher fehlen in der unteren Auflistung der Metropolen polyzentrische Stadtregionen wie Rhein-Ruhr und Rhein-Main in Deutschland oder das oberschlesische Industriegebiet in Polen.
Die europäischen Hauptstädte finden sich in der Liste der Hauptstädte der Welt.
Entfernungen verschiedener europäischer Städte (Alle Messungen sind in Luftlinie angegeben):
- Amsterdam (NL) – Warschau (PL), ca. 1.100 km
- Helsinki (FIN) – Rom (I), ca. 2.200 km
- Belgrad (SCG) – Dublin (IRL), ca. 2.150 km
- Edinburgh (GB) – Hamburg (D), ca. 900 km
- Istanbul (TR) – Lissabon (P), ca. 3.200 km
- Sagres (P) – Ust Kara (RUS), ca. 5.580 km
- Wien (A) – Bratislava (SK), ca. 60 km
Kultur und Bildung
In allen Staaten Europas gibt es eine Schulpflicht oder mindestens eine Bildungspflicht, die oft vom 6. oder 7. bis zum 15. oder 16. Lebensjahr dauert. Die Grundschulzeit beträgt vier bis fünf Jahre in den meisten, sieben oder acht Jahre in den wenigsten Ländern. Danach folgt meist eine weiterführende Schule, die auch verschiedene Schultypen und -arten umfassen kann. Die Analphabetenrate ist in fast allen Ländern durch verschiedene Förderungen des Bildungssystems sehr niedrig. In vielen Ländern gibt es außerdem sehr renommierte Hochschulen und Universitäten, teilweise auch mit bestimmten fachlichen Schwerpunkten.
Bildhauerei, Malerei, Literatur, Architektur und Musik haben in Europa eine lange Tradition. Viele Städte, wie beispielsweise Paris, Rom, Berlin und Moskau werden heute als kulturelle Zentren betrachtet. Außerdem besitzen viele Städte wichtige Theater, Museen, Orchester und weitere bedeutende Einrichtungen.
Geschichte
Hauptartikel: Geschichte Europas
Für den Menschen war Europa erst die dritte Wahl. Vor etwa 800.000 Jahren soll die Besiedlung durch den Homo antecessor begonnen haben, etwa eine halbe Million Jahre, nachdem Ostasien von Afrika aus besiedelt worden war. Während die Entwicklung des Homo sapiens in Afrika ablief, war Europa die Domäne von Homo heidelbergensis und Homo neanderthalensis. Trotz - oder vielleicht auch wegen - der widrigen Bedingungen durch die Eiszeit sollen diese Menschen vor etwa 100.000 Jahren angefangen haben, die Kultur der Altsteinzeit zu verfeinern. Mit der Jungsteinzeit und der Bronzezeit begann in Europa eine lange Geschichte großer kultureller und wirtschaftlicher Errungenschaften, zunächst im Mittelmeerraum, dann auch im Norden und Osten.
Besonders die griechische Kultur, das Römische Reich und das Christentum hinterließen ihre Spuren bis heute. In der späteren Antike vereinigte das Römische Reich erstmals das gesamte südliche Europa zusammen mit den anderen Küstenländern des Mittelmeeres in einem Großreich. Im Römischen Reich konnte sich die neue Religion des Christentums schnell ausbreiten. Trotz aller Verfolgungen wurde das Christentum unter Kaiser Konstantin I. Staatsreligion und wirkt bis heute fort.
Das Mittelalter war geprägt von der Konkurrenz zwischen dem neuen römischen Kaiser im Westen und dem alten römischen Kaiser in Byzanz, auf deren beiden Einflussspären die Spaltung in ein westliches und östliches Europa zurückgeht. Missionare verbreiteten das Christentum über Nord- und Osteuropa, so dass ganz Europa christlich wurde. Im westlichen Europa gab es Auseinandersetzungen zwischen von Kaiser und Papst um die Vorherrschaft. Die Reformation im 16. Jahrhundert spaltete die Kirche in einen katholischen und evangelischen Teil. Religionskriege waren die Folge. 1618 bis 1648 verwüstete der Dreißigjährige Krieg weite Teile Mitteleuropas.
Seit dem 15. Jahrhundert bauten europäische Nationen (besonders Spanien, Portugal, Russland, die Niederlande, Frankreich und das Vereinigte Königreich) koloniale Imperien mit großen Besitztümern in Afrika, Amerika und Asien.
Europa ist der Kontinent, der die anderen Erdteile am meisten beeinflusst hat (zum Beispiel durch christliche Missionierung, Kolonien, Sklavenhandel, Warenaustausch und Kultur).
Im 18. Jahrhundert setzte die Bewegung der Aufklärung neue Akzente und forderte Toleranz, die Achtung der Menschenwürde, Gleichheit und Freiheit. 1789 kam durch die Französische Revolution zum ersten Mal das Bürgertum an die Macht. Im frühen 19. Jahrhundert musste sich halb Europa nach dem Willen des französischen Kaisers Napoleon richten, bis er 1812 in Russland ein Fiasko erlebte.
Die Industrialisierung begann in Teilen Europas im 18. Jahrhundert und veränderte rasant den Alltag breiter Bevölkerungsschichten. Als Folge der Verarmung der Arbeiter entstand im 19. Jahrhundert die Kommunistische Bewegung. Daneben war das 19. Jahrhundert stark bestimmt vom Gedanken der Demokratie, vom Reaktionismus und vom Imperialismus. Sowohl der Erste Weltkrieg (1914 bis 1918) als auch der Zweite Weltkrieg (1939 bis 1945) brachen in Europa aus und richteten riesige Zerstörungen an.
Nach dem Zweiten Weltkrieg und im Kalten Krieg war Europa in zwei große politisch-ökonomische Blöcke geteilt: pseudo-sozialistische Nationen in Osteuropa und kapitalistische Nationen in Westeuropa. Man sprach auch vom Eisernen Vorhang, der die Staaten Europas voneinander trennte.
Erst Perestroika und Glasnost führten in der Sowjetunion Mitte der 1980er Jahre zu einem politischen Kurswechsel. 1989 brach der Ostblock auf, die Berliner Mauer fiel, und die Sowjetunion und der Warschauer Pakt lösten sich auf.
Seit den letzten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts wachsen die Kulturen Europas verstärkt zusammen, was sich zum einen durch Institutionen wie die EU, aber auch durch die Bevölkerungs- und Wirtschaftsschwerpunkte zeigt (siehe auch Blaue Banane).
Siehe auch: Wiege Europas, Alteuropa
Politik
Europäische politische Organisationen
In der Mitte des 20. Jahrhunderts wurde als erste gemeinsame europäische Institution der Europarat gegründet, der nach Ende des Ost-West-Konfliktes 47 Staaten umfasst.
Ebenfalls von großer Bedeutung ist die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE), die 1975 als Konferenz für Sicherheit und Zusammenarbei in Europa (KSZE) damals blockübergreifend gegründet wurde, und der neben europäischen Ländern auch die USA und Kanada angehören.
Wer im politischen Sinne von "Europa" spricht, meint aber meist die Europäische Union (EU) oder ihre Vorläufer: 1951 schlossen sich Belgien, die Niederlande, Luxemburg, Deutschland, Italien und Frankreich zur Montanunion bzw. EGKS (Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl) zusammen. Der Versuch, eine Europäische Verteidigungsgemeinschaft (EVG) sowie eine Europäische Politische Gemeinschaft (EPG) zu gründen, scheiterte 1954 an der französischen Nationalversammlung. Daraufhin wurden 1957 mit den Römischen Verträgen die Europäische Atomgemeinschaft (Euratom) sowie die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) gegründet. Der Sammelbegriff Europäische Gemeinschaften (für EGKS, Euratom und EWG) wurde im alltäglichen Sprachgebrauch mehr und mehr durch den Singular Europäische Gemeinschaft verdrängt. Mit dem Maastrichter Vertrag wurde schließlich die die alten Gemeinschaften und Kooperationsformen überwölbende Europäische Union gegründet.
Ein Großteil der Mitgliedsländer der ebenfalls in den 50er Jahren gegründeten EFTA (European Free Trade Association) ist mittlerweile in die EG/EU übergetreten - die verbliebene EFTA ist ihr über den Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) eng verbunden. Nach der Erweiterung der EU um Polen, Tschechien, Ungarn, die Slowakei, Estland, Lettland, Litauen, Slowenien, Malta und Zypern im Jahre 2004 zählt diese 25 Mitglieder.
Siehe auch: Europäisches Parlament, NATO, Europawahl, Politische Architektur Europas
Staaten in Europa
Politische Architektur Europas
- Albanien
- Andorra
- Belgien
- Bosnien und Herzegowina
- Bulgarien
- Dänemark (einschließlich der autonomen Färöer; das ebenfalls autonome Grönland ist geografisch Teil Nordamerikas)
- Deutschland
- Estland
- Finnland (mit den staatliche Besonderheiten aufweisenden Ålandinseln)
- Frankreich (mit Ausnahme der überseeischen Territorien in Nord- und Südamerika, Afrika, Ozeanien)
- Griechenland (einschließlich der souveränen Mönchsrepublik Athos)
- Großbritannien und Nordirland (einschließlich der direkt der Krone unterstehenden Insel Man und der Kanalinseln sowie des Überseegebietes Gibraltar)
- Irland
- Island (liegt geografisch auf dem mittelatlantischen Rücken)
- Italien
- Kroatien
- Lettland
- Liechtenstein
- Litauen
- Luxemburg
- Malta
- Mazedonien
- Moldawien
- Monaco
- Niederlande
- Norwegen
- Österreich
- Polen
- Portugal (mit Ausnahme des näher an Nordafrika liegenden Madeira und der auf dem mittelatlantischen Rücken liegenden Azoren)
- Rumänien
- Russland (ein Viertel der Landmasse in Europa, dies ist das historische Kernland Russlands mit 75 % seiner Bevölkerung)
- San Marino
- Schweden
- Schweiz
- Serbien und Montenegro (Staatenbund aus Serbien und Montenegro)
- Slowakei
- Slowenien
- Spanien (mit Ausnahme der spanischen Plazas de soberanía und der Kanarischen Inseln in Nordafrika)
- Tschechien
- Ukraine
- Ungarn
- Vatikanstadt
- Weißrussland
Siehe auch: Liste europäischer Nachbarstaaten
Folgende Staaten liegen mit weniger als 5% ihrer Landfläche in Europa
- Kasachstan (nur ein sehr kleiner Teil der Landfläche liegt in Europa, der Rest in Asien; bei Sportveranstaltungen wird Kasachstan gelegentlich Europa zugerechnet)
- Türkei (nur 3% der Fläche liegt geographisch in Europa, der Rest in Asien; bei Kulturveranstaltungen wird die Türkei Europa zugeordnet (in allen internationalen Sportveranstaltungen, Eurovision Song Contest u.a.); sie ist Mitglied des Europarats und hat eine Zollunion mit der EU, ist Beitrittskandidat der EU und in allen anderen europäischen Gremien vertreten)
Weitere Staaten, die gelegentlich zu Europa gerechnet werden
Aus historischen, kulturellen oder politischen Gründen werden gelegentlich auch folgende Staaten zu Europa gerechnet:
- Armenien (geschichtlich eng mit Europa verbunden, christliche Bevölkerung mit indogermanischer Sprache, Territorium liegt geographisch in Asien, Mitglied des Europarates)
- Aserbaidschan (liegt geographisch in Asien; bei Sportveranstaltungen wird es Europa zugerechnet; Mitglied des Europarates)
- Georgien (geschichtlich eng mit Europa verbunden, christliche Bevölkerung, Territorium liegt geographisch in Asien; Mitglied des Europarates)
- Israel (liegt geographisch in Asien; bei Kulturveranstaltungen wird Israel oft Europa zugeordnet (Fußball-Europameisterschaft, Eurovision Song Contest).)
- Zypern (Insel im östlichen Mittelmeer, die geographisch zu Asien gezählt wird; geschichtlich eng mit Europa verbunden, seit Mai 2004 Mitglied der EU)
Abhängige Gebiete in Europa
- Åland (autonome Inselgruppe und Provinz vor Finnland)
- Berg Athos (autonome Mönchsrepublik unter Oberhoheit Griechenlands)
- Färöer (autonome Region innerhalb Dänemarks)
- Gibraltar (Überseeterritorium des Vereinigten Königreiches)
- Isle of Man (untersteht direkt der britischen Krone)
- Oblast Kaliningrad (Teil Russlands, Exklave zwischen Polen und Litauen)
- Kanalinseln (unterstehen direkt der britischen Krone)
Von europäischen Staaten abhängige Gebiete auf anderen Kontinenten
- Alborán, vulkanische spanische Mittelmeerinsel, unbewohnt, unter Naturschutz, zwischen Andalusien und Nordafrika
- Anguilla, eine britische Insel in der Karibik (Mittelamerika)
- Die Niederländischen Antillen (De Nederlandse Antillen: Bonaire, Curaçao, Saba, Sint Eustatius (Statia), Sint Maarten) gehört zu den Niederlanden, jedoch nicht zur EU, in der Karibik (Mittelamerika)
- Aruba, intern autonomer Landesteil der Niederlande in der Karibik (Mittelamerika)
- Die Azoren, portugiesische Inselgruppe zwischen Europa und Nordamerika im Atlantik
- Bermuda, britisches Überseegebiet, Inselgruppe östlich North Carolinas im Atlantik
- Britisches Antarktis-Territorium (British Antarctic Territory) ein völkerrechtlich nicht anerkannter Teil des Südpols wird von Großbritannien beansprucht: die Antarktische Halbinsel, die Südlichen Orkneyinseln, die Südlichen Shetlandinseln, einen Festlandsektor bis zum Pol (Antarktis)
- Britische Jungferninseln (the British Virgin Islands) in der Karibik (Mittelamerika)
- Das Britische Territorium im Indischen Ozean (British Indian Ocean Territory) britisches Überseegebiet, die Kronkolonie Tschagos-Archipel (Flottenstützpunkt), sechs weitgehend unbewohnte Atolle im Indischen Ozean
- Ceuta, autonom verwaltete Exklave Spaniens, Nordmarokko, 21 km vor Gibraltar (Nordafrika)
- La Islas Chafarinas, unbewohnter spanischer Archipel, 4 km vor der Küste Ostmarokkos (Nordafrika)
- Clipperton-Insel oder Passionsinsel (Île Clipperton, Île de la Passion) unbewohntes französisches Atoll südwestlich von Mexiko (Pazifik)
- Îles éparses (Les Îles éparses de l'océan Indien) unselbständige und weitgehend unbewohnte zu Frankreich gehörige Inseln und Atolle um Madagaskar und im Indischen Ozean
- Falklandinseln, britisches Überseegebiet, östlich Feuerland im südlichen Atlantik (Südamerika)
- Guadeloupe, Überseedépartement Frankreichs, Inselgruppe in der Karibik (Mittelamerika)
- Französisch-Guayana (Guyane française) Überseedépartement Frankreichs in Südamerika
- Grönland (Grønland) autonomes Gebiet Dänemarks (jedoch nicht Teil der EU) in Nordamerika
- Die Kaimaninseln (Cayman Islands) britisches Überseegebiet in der Karibik (Mittelamerika)
- Die Kanarischen Inseln gehören zu Spanien und liegen westlich von Nord-Afrika
- Madeira, autonome Provinz Portugals, Archipel aus mehreren bewohnten und unbewohnten kleinen und der Hauptinsel Madeira ca. 600 km westlich vor Marokkos im Atlantik
- Martinique, Überseedépartement Frankreichs in der Karibik (Mittelamerika)
- Mayotte, französisches Überseeterritorium am Rande der Komoren zwischen Madagaskar und Ostafrika
- Melilla, autonom verwaltete Exklave Spaniens in Ostmarokko (Nordafrika)
- Montserrat, britisches Überseegebiet in der Karibik (Mittelamerika)
- Neukaledonien (Nouvelle-Calédonie) französische Überseegemeinschaft mit besonderem Status, Inselgruppe nahe Vanuatu vor der Nordküste Australiens
- Isla Perejil, winzige zwischen Spanien und Marokko umstrittene Felseninsel 200 m vor der Mittelmeerküste Marokkos (Nordafrika)
- Pitcairninseln (Pitcairn Islands Group) britische Kronkolonie, weit verteilt und isoliert gelegene Gruppe von vier Inseln, davon eine bewohnt, im südöstlichen Pazifik
- Französisch-Polynesien (Polynésie Française) französisches Überseedépartement (Südlicher Pazifik)
- Réunion (La Île de la Réunion) gehört zu Frankreich, liegt im Indischen Ozean östlich vor Madagaskar
- St. Helena (the Crown Colony of Saint Helena and Dependencies) britische Kronkolonie, relativ zentral zwischen Afrika (Angola) und Südamerika im Südatlantik gelegen
- Saint-Martin (Sint Maarten) karibische Insel mit einem französischen Teil (Saint-Martin) und einen niederländischen Teil (Sint Maarten) (Mittelamerika)
- St. Pierre und Miquelon, mehrere kleine unselbständige französische Inseln östlich vom kanadischen Neufundland (Nordamerika)
- Südgeorgien und die Südlichen Sandwichinseln, britisches Überseegebiet, meist unbewohnte Inselgruppe im Südatlantik
- Französische Süd- und Antarktisgebiete (Terres australes et antarctiques françaises) ein völkerrechtlich nicht anerkannter Teil des Südpols und einige Inseln und Inselgruppen im Indischen Ozean südöstlich von Afrika
- Turks- und Caicosinseln, britisches Überseegebiet, Gruppe aus acht Inseln am westlichen Rande der Karibik zum Atlantik
- Peñón de Vélez de la Gomera, spanische Halbinsel an der marokkanischen Mittelmeerküste (Nordafrika)
- Wallis und Futuna (Territoire des Iles Wallis et Futuna) französisches Überseeterritorium nordöstlich von Fidschi (Südlicher Pazifik)
Wirtschaft
Im 19. Jahrhundert war Europa durch die in England beginnende und auf den ganzen Kontinent übergreifende Industrielle Revolution konkurrenzlos die führende Wirtschaftskraft. Später brachten verschiedene internationale Einrichtungen und Organisationen, wie die EFTA (Europäische Freihandelszone) und die Europäische Union einen Wachstumsschub, der in vielen Teilen Europas bis in die 70er und teilweise in die 80er anhielt. Die Versorgung der Bevölkerung Europas konnte durch die Verringerung von Handelsbeschränkungen ebenfalls weiter ausgebaut werden.
Seit dem 1. Januar 1999, gilt in 12 Staaten der EU der Maastricht-Vertrag, mit dem alle 12 Länder eine Währungsunion bilden und somit ihre jeweiligen Landeswährungen abschafften und den Euro, zunächst noch als bargeldloses Zahlmittel einführten.
Heute ist Europa ein wohlhabender Kontinent mit großen Industriemetropolen, gewinnbringender Landwirtschaft und einem boomenden
Frankreich
Frankreich (franz.: La France) ist ein demokratischer, noch immer stark zentralistischer Einheitsstaat im Westen Europas. Es grenzt an Belgien, Luxemburg, Deutschland, die Schweiz, Italien, Monaco, Spanien, Andorra, an den Atlantik mit dem Ärmelkanal und an das Mittelmeer. Neben dem Territorium in Europa gehören zu Frankreich Überseegebiete in der Karibik (u. a. Saint-Martin, das eine Landgrenze mit dem niederländischen Sint Marteen aufweist), Südamerika (Französisch-Guayana, das Landgrenzen zu Brasilien und Surinam hat), vor der Küste Nordamerikas, im Indischen Ozean und in Ozeanien.
Geographie
Hauptartikel: Geographie Frankreichs
Insgesamt hat das „französische Mutterland” in Europa eine Fläche von 543.965 km². Frankreichs Landschaftsbild prägen überwiegend Ebenen oder sanfte Hügel im Norden und Westen. Der Rest ist gebirgig, Hauptgebirge sind die Pyrenäen im Südwesten, das Zentralmassiv und die Alpen im Südosten. Der höchste Berg Frankreichs und höchster Berg Europas ist der Mont Blanc (4.808 Meter). Aufgrund seiner Form wird Frankreich auch als l'Hexagone (Sechseck) bezeichnet.
Mit Abstand wichtigste und größte Stadt in Frankreich ist die Hauptstadt Paris mit rund 12 Millionen Einwohnern im Großraum Paris (Region Île-de-France). Die Großräume um Marseille, Lille und Lyon haben ebenfalls mehr als eine Million Einwohner.
Siehe auch: Städte in Frankreich, Nationalparks in Frankreich
Geschichte
Nationalparks in Frankreich
Hauptartikel: Geschichte Frankreichs
Durch die Französische Revolution 1789 wurde die mehr als 1.200 Jahre währende Monarchie gestürzt. So begann eine Periode des Umbruchs, in der wechselnd republikanische, napoleonisch-imperiale und monarchistische Staatsformen herrschten. Seit der Niederlage Napoleons III. 1870 ist Frankreich endgültig Republik.
Im Ersten und Zweiten Weltkrieg war Frankreich einer der Hauptgegner Deutschlands. Nach dem Zweiten Weltkrieg verlor Frankreich seine größten Kolonien, Vietnam und Algerien, nach kriegerischen Auseinandersetzungen. Seit 1958 (Fünfte Republik) hat der Präsident umfassende Exekutivgewalt. Beim europäischen Einigungsprozess spielt Frankreich heute gemeinsam mit Deutschland eine tragende Rolle.
Politik
Politisches System
Frankreich ist eine zentralistisch organisierte Demokratie mit einem semi-präsidentiellen Regierungssystem. In der Verfassung der V. Republik nimmt der direkt durchs Volk gewählte Staatspräsident eine starke Stellung ein. Er ernennt den Premierminister und das Kabinett, hat gegenüber Gesetzbeschlüssen des Parlaments ein Veto-Recht und kann die Nationalversammlung auflösen. Das Parlament besteht aus zwei Kammern, der Nationalversammlung (Assemblée Nationale) mit 577 vom Volk gewählten Abgeordneten und dem indirekt gewählten Senat mit 331 Mitgliedern.
Siehe auch:
Politisches System Frankreichs, französische Regierung, Francophonie, französische Präsidenten, französische Premierminister, Cohabitation, Finanzministerium
Aktuelle politische Lage
Finanzministerium
Momentan stellt die Partei UMP unter Führung des früheren Wirtschaftsministers und aktuellen Innenministers Nicolas Sarkozy mit 363 Sitzen die absolute Mehrheit in der Nationalversammlung.
Am 29. Mai 2005 wurde die neue EU-Verfassung mit 54,87% Gegenstimmen von der Bevölkerung abgelehnt. Darauf trat die Regierung des seit 2002 amtierenden Premierministers Jean-Pierre Raffarin zurück. Als neuer Premierminister wurde Dominique de Villepin eingesetzt.
Seit dem 27. Oktober 2005 wird Frankreich von einer Welle gewalttätiger Ausschreitungen heimgesucht. Angefangen in der Pariser Banlieue, griffen die Unruhen inzwischen auf viele, über das gesamte Land verteilte, Großstädte wie Lille, Rouen, Nizza oder Marseille über. Auslöser war der Tod zweier Jugendlicher im Pariser Vorort Clichy-sous-Bois, welche sich vor der Polizei in einem Starkstromhaus verstecken wollten.
Die Regierung hat zwischenzeitlich den Notstand ausgerufen und es somit den Präfekten der Départements ermöglicht, in besonders stark betroffenen Gebieten Ausgangssperren zu verhängen.
Bisher haben die Ausschreitungen einem Menschen das Leben gekostet und viele Schwerverletzte hervorgebracht.
Außen- und Sicherheitspolitik
Frankreich war 1949 Gründungsmitglied des Nordatlantikvertrages (NATO) und erhielt militärischen Schutz durch die USA. Mit der Machtübernahme von de Gaulle 1958 änderten sich die Beziehungen zu den USA und zu der von den USA dominierten NATO. Unter de Gaulles Führung entwickelte sich Frankreich 1960 zu einer Atommacht und verfügte ab 1965 mit der Force de Frappe über Atomstreitkräfte, die zunächst 50 mit Atombomben (Kernwaffen) ausgestattete Flugzeuge in Dienst stellte. 1968 hatte Frankreich bereits 18 Abschussrampen für Mittelstreckenraketen aufgestellt, die 1970 und 1971 mit Atomsprengköpfen ausgestattet wurden. 1968 verlässt Frankreich den militärischen Teil der NATO, bleibt aber im politischen Teil des Bündnisses integriert. In den 1970er Jahren erweiterte Frankreich ihre Atommacht auch auf See. Vier Atom-U-Boote verfügten über jeweils 16 atomar bestückten Mittelstreckenraketen.
In der aktuellen Außenpolitik bemüht sich Frankreich um ein gutes Verhältnis zu seinem Nachbarn Deutschland (siehe auch „Kerneuropa“) und steht mit diesem gemeinsam der Vormachtstellung der USA mit einer gewissen Skepsis gegenüber.
Dies führte zu einem Austritt Frankreichs aus der militärischen Organisation der NATO und vielen Eigeninitiativen Frankreichs in weltpolitischen Entscheidungen.
Hinzu kommt ein Engagement auch nach Ende der Kolonialherrschaften in Afrika, wo Frankreich bis heute in vielen Ländern die bestimmende Ordnungsmacht geblieben ist.
Frankreich ist zudem ständiges Mitglied im UNO-Sicherheitsrat mit Vetorecht.
Die Todesstrafe wurde in Frankreich 1981 abgeschafft.
Siehe auch: Fremdenlegion, Gendarmerie Nationale
Administrative Gliederung
Frankreich ist in 26 Regionen aufgeteilt, welche sich ihrerseits in 100 Départements untergliedern. Zweiundzwanzig dieser Regionen befinden sich im europäischen Kernland (France métropolitaine), darunter auch die Mittelmeerinsel Korsika, welche allerdings als collectivité territoriale einen Sonderstatus hat. Die übrigen vier Regionen bestehen aus jeweils nur einem Département und werden daher Départements et régions d'outre-mer (D.R.O.M.) genannt (bis zur Verfassungsänderung 2003 Départements d'outre-mer, Abk. D.O.M.). Im Deutschen spricht man von Überseedépartements. Im Einzelnen handelt es sich dabei um Guadeloupe (971), Martinique (972), Französisch-Guayana (973) und La Réunion (974).
Abgesehen davon gibt es
- die Départementskörperschaft (Collectivité départementale, Abk. C.D.) Mayotte (976)
- die Gebietskörperschaft (Collectivité territoriale, Abk. C.T.) Saint-Pierre und Miquelon (SPM)
- die vier | | |