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Großmast

Großmast

Der Großmast ist bei Segelbooten mit einem Mast eben dieser, bei einem Schoner (Zweimaster) der achtere und bei Ketsch und Yawl der vordere Mast; in beiden Fällen ist dies der größere Mast. Bei Segelschiffstypen (Großsegler) mit drei und mehr Masten ist es immer der zweite Mast, der nicht in jedem Fall auch der höchste Mast ist. Das war bei großen Fünfmastern (POTOSÍ, PREUSSEN, R. C. RICKMERS) der Mittelmast. Mancher Mehrmaster wie beispielsweise die KØBENHAVN hatte die vier Rahmasten von gleicher Höhe, oder der große us-amerikanische Schoner THOMAS W. LAWSON hatte sieben gleich hohe Masten. Das am Großmast achtern befestigte Segel heißt "Großsegel" (im Gegensatz zur kleineren Fock). Des Gleichen heißen die Rahen eines Großseglers am Großmast "Großrah", "Großuntermarsrah", "Großbramrah" etc. In der abweichenden englischen Terminologie der Schiffsmasten heißt er "main mast", was genau "Hauptmast" bedeutet. Dieser Begriff erscheint beispielsweise als Bezeichnung des dritten Mastes bei Viermastvollschiffen. Manchmal wird er auch "Achtermast" genannt. Kategorie:Schiffbau

Mast

Mast (Technik)

Der Mast (v. althochdt.: mast) ist ein senkrecht stehender pfeilerähnlicher Träger aus verschiedensten Werkstoffen. Er dient zum Befestigen von:
- Segeln, des Ladebaumes o.ä. beispielsweise auf Schiffen. Siehe: Schiffsmast
- Fahnen
- Antennen oder als Selbststrahlender Sendemast
- Luftschiffen - siehe: Ankermast
- Stromleitungen
  - allgemein: Telefonmast, Freileitungsmast
  - nach Funktion: Abspannmast, Tragmast, Oberleitungsmast, Verdrillmast, Masttrenner, Abzweigmast, Endmast, Masttransformator
  - nach Werkstoff aus dem der Mast besteht: Holzmast, Betonmast, Stahlrohrmast, Gittermast
  - nach Bauweise: Portalmast, Einebenenanordnung, Donaumast, Tannenbaummast, Tonnenmast

Mast (Landwirtschaft)


- Die Mästung

Mast (Name)


- Günter Mast, Spirituosen-Unternehmer
- Mast-Findel-Familie
- Mast-Jägermeister AG, Kräuterlikörhersteller, siehe Jägermeister

Schoner

Ein Schoner, auch Schooner oder Schuner, ist ein Segelschiff mit ursprünglich zwei Masten, dessen vorderer Mast kleiner als oder gleich groß wie der achtere Mast ist. Das Gaffelsegel am Fockmast, auch Schonermast genannt, heißt Schonersegel, das am Großmast Großsegel. Später wurden besonders in den Vereinigten Staaten mehrmastige Schoner vornehmlich aus Holz gebaut. Zweimaster, deren hinterer Mast der kleinere ist, heißen im Gegensatz zum Schoner Ketsch oder Yawl.

Geschichte

Yawl Der erste verbürgte Stapellauf eines Schoners fand 1713 in Gloucester, MA (Massachusetts), USA (etwa 50 km nordöstlich von Boston) statt. Ein Zuschauer habe beim Stapellauf vermerkt: "There she scoons" oder "Oh, see how she scoons" ("Da gleitet sie hin" bzw. "Oh sieh, wie sie gleitet"). Der Erbauer dieses Schiffes, ein Kapt. Andrew Robinson, habe dann das Wort "Schooner" geprägt. Seine Bezeichnung stammt von einem Verb aus dem schottischen Clydesdale-Dialekt ab: "to scoon" – etwa "Steine übers Wasser gleiten lassen", auch "gleiten"). Der Ursprung dieses Takelagetyps stammt aus den Niederlanden des 17. Jahrhunderts. Zunächst hatten Schoner nur zwei Masten, vornehmlich mit Rahtopp, eingesetzt im Kurierdienst, auch zur Piratenjagd. Später entwickelte sich nach 1880 der reine Gaffelschoner mit drei bis sieben Masten als Frachtschiff. Die Takelage dieser Schoner führte dann keine Rahen mehr, sondern ausschließlich Gaffel-, Gaffeltopsegel (Längs- bzw. Schratsegel) und Stagsegel. Benötigt wurde nur eine kleine Mannschaft. Sie dienten als Fischerei- (Neufundlandschoner), Lotsenschoner und besonders die großen Vier-, Fünf- und Sechsmaster (ab 1900) als Frachtschoner für Kohle, Holz, Öl etc. Der größte jemals gebaute Schoner (aus Stahl) war die THOMAS W. LAWSON aus dem Jahre 1902 mit sieben Masten, 25 Segeln und ca. 18 Mann Besatzung (gegenüber ~45 bei einem Fünfmastrahschiff). Als größter hölzerner Schoner lief die 3.730 BRT große WYOMING 1909 in Bath, Maine (USA) vom Stapel. Sie war das längste je gebaute Holzschiff der Welt und fuhr im Kohletransport. Das spanische Schulschiff JUAN SEBASTIÁN DE ELCANO, ein Viermastmarssegelschoner (Rahtopp), ist derzeitig der größte Schoner auf See.

Weblinks


- [http://www.bruzelius.info/Nautica/Ships/Schooners/Schooners.html Sailing Ships - Schooners] (englisch)
- [http://www.schoonerrace.org/schooner_definition.htm What is a schooner?] (englisch) Kategorie:Segelschiffstyp

Yawl

Eine Yawl ist ein Segelschiffstyp mit zwei Masten, bei dem sich der kleinere Besanmast außerhalb der Wasserlinie befindet (im Gegensatz zur Ketsch). Bei der Yawl steht der Baum des hinteren Mastes über das Heck des Schiffs hinaus. Diese Konstruktion gibt dem Schiff eine besondere Wendigkeit. Der hintere Mast wird daher auch Treiber genannt. Einen Zweimaster mit einem kleineren (max. gleichgroßen) vorderen Mast nennt man im Gegensatz zu Ketsch und Yawl einen Schoner. Kategorie:Segelschiffstyp

Großsegler

Juli 2005]] Juli 2005]] Großsegler, Windjammer oder Tallship meint ein mehrmastiges Segelschiff.
Der Begriff ist ebenso unpräzise wie die Bezeichnungen Zwei-, Drei-, Vier-, Fünfmaster für Schiffe mit eben so vielen Masten.
Bekannte Großsegler sind beispielsweise Gorch Fock, Passat, Pamir, Padua, Peking, Pommern, Sedow, Alexander von Humboldt Obwohl Großsegler zu Beginn des 20. Jahrhunderst wegen der rentableren maschinenbetriebenen Schiffe nahezu zum Aussterben verurteilt waren, finden sich immer wieder Liebhaber, die für die Erhaltung solcher Schiffe sorgen. Häufig werden sie als Ausbildungsschiffe der Marine, zunehmend aber auch für touristische Zwecke genutzt. Auf internationalen Regatten wie der Kieler Woche, der Travemünder Woche, der Hanse Sail und anderen finden Windjammerparaden großen Anklang. Als Dreimaster wird in der Mode auch ein Männerhut mit breiter Krempe bezeichnet. Er ist eine späte Form des Dreispitz und wurde Bestandteil vieler Volkstrachten. Siehe: Brigg, Bark, Vollschiff, Schoner, Windjammer, Takelage

Weblinks


- [http://www.waterfordtallshipsrace.ie/ THE 2005 TALL SHIPS' RACE - WATERFORD, IRELAND (engl.)]
- [http://www.usenet-replayer.com/webrings/tall-ship.html Bilder von Großseglern] die im USENET veröffendlicht wurden und mit Suchfunktion archiviert sind. Kategorie:Segelschiffstyp

Preussen (Schiff)

Preußen war der Name mehrerer Schiffe. Das bekannteste Schiff dieses Namens war das Fünfmastvollschiff der Reederei Laeisz, das größte reine Rah-Segelschiff Deutschlands. Segelschiff Die Preußen, wegen ihrer eleganten Linien trotz der hohen Ladekapazität, ihrer majestätischen Erscheinung unter Vollzeug und ihrer besonderen Segeleigenschaften "Königin der See", auch "Königin der Königinnen der Meere" genannt, war das größte reine Rah-Segelschiff (nie mit einem Hilfsantrieb ausgerüstet) Deutschlands und der Welt in Stahlrumpfbauweise. Größer waren: der Welt größtes Segelschiff (aber anfänglich mit Motoren ausgerüstet), die französische Fünfmastbark FRANCE II, die R. C. RICKMERS, eine Auxiliar-Fünfmastbark, und der us-amerikanische Siebenmastgaffelschoner THOMAS W. LAWSON - größtes je gebautes reines Segelschiff und größter Schoner.

Beschreibung

Das Fünfmastvollschiff wurde 1902 auf der Werft der Joh. C. Tecklenborg AG in Geestemünde (Bremerhaven) aus bestem Siemens-Martin-Stahl gebaut und war das einzige seiner Art in der Welthandelsflotte. Es fuhr unter der Flagge der Hamburger Reederei F. Laeisz (FL) und war der größte, berühmteste und schnellste Segler der Flying-P-Linie (das bis dahin Preußen genannte Vollschiff der Reederei wurde in POSEN (nach der polnischen Stadt Posen) umbenannt). Die Rumpfkonstruktion entsprach dem Dreiinselschiffs-Typ, der von F. Laeisz bevorzugte Schiffstyp bei allen Vier- und Fünfmastrahseglern. Alle Masten und Spieren (außer der Besangaffel) waren aus Stahlrohr gebaut. Preußen fuhr als Fünfmastvollschiff ein modernes Standardrigg mit doppelten Mars- und Bramrahen und Royalsegel, also 30 Rahsegel in sechs Stockwerken an den fünf Masten. Dazu hatte sie "Jarvis"-Brasswinden (benannt nach dem schottischen Kapitän John Charles Barron Jarvis (1857-1935)) an allen Masten, des weiteren andere mechanische Hilfsmittel zur Unterstützung der Arbeit an Deck. Sie war ein starkes Schiff und brauchte keinen Sturm zu scheuen (Tradition der FL-Segler). Selbst bei Windstärke "9" konnte sie wenden! Britische Seeleute ihrer Zeit hielten sie für den schnellsten Segler (nie eingestellte Rekordreise nach Iquique in 57 Tagen 1903, höchste Etmale 392 sm (voll beladen) und 426 sm, "fahrplanmäßige" Reisen, zwei komplette Rundreisen nach Chile) im Jahr. Sie war der Höhepunkt des Segelschiffbaus, absolut ökonomisch und effizient konstruiert als frachtfahrendes Segelschiff nach Maßgabe der Reederei - sie verdiente ihr Geld trotz der überwiegenden Ballastfahrten nach Chile. Denn FL war auch Eigner der Salpeter-Ladungen, die dann entsprechend verkauft wurden. Die Preußen war der Stolz von Mannschaft und Kapitän und erforderte natürlich bestes Personal. Damit war sie wegen ihrer ausgezeichneten Segeleigenschaften problemlos zu manövrieren, auch wenn bei Windstärke 8 und mehr wegen des ungeheuren Drucks auf die Ruderanlage zwei Mann das 2 m hohe Doppelruderrad halten mußten. Ein Vergleich mit dem bekanntesten Klipper: die berühmte CUTTY SARK transportierte circa 1.700 tons mit 35 Mann, Preußen dagegen 7.874 tons (à 1,016 t, = 8.000 t) mit 45 - 49 Mann. Die seltene Auslastung der Schiffskapazität bei der Ausreise lag vor allem am mangelnden Frachtaufkommen für Segler nach Chile (Dampfer - Konkurrenz). Selbst kleinere Segler hatten in dieser Zeit auf Grund des Niedergangs der Segelschifffahrt oft keine Fracht erhalten. Sie machte insgesamt 13 Reisen unter ihren beiden berühmten Schiffsführern, Kapt. Boye Richard Petersen und Kapt. Jochim Hans Hinrich Nissen, davon 12 nach Chile, eine über New York nach Jokohama, Chile und zurück nach Europa. Die Preußen kollidierte am 6. November 1910 mit dem englischen Dampfer BRIGHTON im Ärmelkanal, der vorschriftswidrig vor dem Bug des Seglers kreuzte. Als man ihn in den Hafen von Dover schleppen wollte, rissen die Seile (aufkommender Sturm), und die Preußen strandete nach dem Versuch, sich eigenständig aus der Lage zu befreien, auf den Klippen vor dem rettenden Hafen. Es gelang nicht einmal, mit 12 Schleppern das Vollschiff zu befreien. Das Wrack verfiel mit der Zeit. Derzeit befährt ein zweites Segelschiff mit Rahen an allen fünf Masten als Fünf-Sterne-Luxus-Kreuzfahrtschiff, die 60 Mio. Dollar teure ROYAL CLIPPER der schwedischen Reederei Mikael Krafft, die Weltmeere. Dieses Schiff setzt die Segel mittels Motoren vollautomatisch. Auch das Einholen der Segel geschieht per Knopfdruck.

Schiffsdaten


- Konstruktion: Siemens-Martin-Stahlrumpf als Dreiinselschiff; Masten (Untermasten u. Marsstengen ein Stück) und Spieren aus Stahl; Besangaffel Holz
- Rigg: Fünfmastvollschiff mit doppelten Mars- und Bramrahen und Royals an allen fünf Masten
- Stapellauf: 7. Mai 1902
- Jungfernfahrt: 31. Juli 1902 nach Iquique, Chile (Indienststellung)
- Unterscheidungssignal: R M P T
- Bauwerft: Joh. C. Tecklenborg A.G. , Geestemünde (Bremerhaven)
- Bau-Nr. : 179
- Konstrukteur: Dr.-Ing. h. c. Georg Wilhelm Claussen
- Reederei: F. Laeisz, Hamburg
- Heimathafen: Hamburg
- Galionsfigur: keine; statt dessen: Krulle (Volute)
- Länge über alles: 147 m
- Länge Galion-Heck (Rumpflänge): 134,9 m
- Länge auf Deck: 129,8
- Länge in der KWL: 124,25 m
- Länge zwischen den Loten: 121,92 m
- Breite: 16,4 m
- Raumtiefe: 9,90 m
- Seitenhöhe: 10,24 m
- Tiefgang: 8,26 m
- Vermessung: 5.081 BRT (Bruttoregistertonnen) / 4.788 NRT (Nettoregistertonnen)
- Verdrängung: 11.650 t (8.000 t Ladung + 3.550 t Eigenmasse + 100 t Kesselspeisewasser); plus weitere 450 t Wasserballast: 12.100 t
- Ladekapazität/Tragfähigkeit: 8.000 t bzw, 7.874 tons (1 ton = 1,016 t)
- Segelfläche: 6.800 m² [5.660 m²] (47 Segel: 30 Rah-, 12 Stag-, 4 Vor-Stagsegel, 1 Besan)
- Masthöhe: 68 m (FlaggenknopfKiel, 58 m FlaggenknopfDeck)
- Länge Großrah: 32 m (!); Royalrah: 16 m
- Hilfsmaschinen: Dampfwinden zum Heißen von Rahen, Segel, Ladung; kein Hilfsantrieb
- Baukosten: RM 900.000,00 (Stapellauf); RM 1.200.000,00 gesamt.
- Klassifikation: Lloyd's / Bureau Véritas +100A
- Erster Schiffsführer: Boye Richard Petersen (10 Rundreisen, 1 Weltreise)
- weitere Kapitäne: 1909 Jochim Hans Hinrich Nissen (2 Rundreisen + letzte Fahrt)
- Besatzung: 45 - 49 Mann (offiziell 46 Mann: Kapitän, 3 Steuerleute (Offz.), 6 Uffz., 36 Mann)
- Höchstgeschwindigkeit: 19 kn
- Bestes Etmal: 392 sm (28. Juli 1908, Indischer Ozean, beladen); 426 sm zw. 8. / 9. November 1904 (Südpazifik n. Runden Kap Hoorn)
- Besonderheiten: Passagierdoppelkabine, Vierbett-Hospital, "Jarvis"-Winden

Weblinks


- http://werften.fischtown.de/preussen1.htm (deutsch)
- http://www.bruzelius.info/Nautica/Ships/Fivemast_ships/Preussen(1902).html (engl.)
- http://www.esys.org/bigship/preussen.html (deutsch)
- http://www.janmaat.de/preussen.htm (deutsch)
- http://www.seemotive.de/html/preussen.htm (deutsch)
- http://www.caphorniers.cl/preussen/ships_valpo.htm (engl.)
- http://jean.dahec.free.fr/25oct/preussen.html (franz.)

Preußen (Seedienst Ostpreußen)

Ein weiteres Schiff namens Preußen fuhr im Rahmen des Seedienstes Ostpreußen für die Reederei Bräunlich zwischen 1926 und 1944 von Kiel/Travemünde entlang der südlichen Ostseeküste nach Pillau in Ostpreußen. Kategorie:Segelschiff Kategorie:Schiffswrack

R.C. Rickmers

Die R. C. RICKMERS war die zweite deutsche Fünfmast-Bark und der fünfte Fünfmastrahsegler der Welthandelsflotte. Ihr Rumpf, Masten und Rahen waren aus Stahl gefertigt, sie war mit einer Dampfmaschine als Hilfsantrieb (Auxiliar-Segler) ausgerüstet. Nach zwei hölzernen Vollschiffen (1868, 1.080 BRT und 1888, 1.760 BRT) war sie das dritte Schiff dieses Namens, den heute ein modernes Frachtschiff trägt. Im Jahre 1906 wurde die R. C. RICKMERS für die "Rickmers Reismühlen Rhederei und Schiffbau A.-G." (Firmenname seit 1889) auf der hauseigenen Werft in Geestemünde unter der Baunummer 147 gefertigt. Benannt nach dem Firmengründer Rickmer Clasen Rickmers (6. Januar 180727. November 1886) sollte sie die auf der Jungfernfahrt verschollene MARIA RICKMERS ersetzen. Wie alle Rickmers-Schiffe war der Rumpf entsprechend den Reedereifarben grün (Überwasserschiff) und rot (Wasserpaß, Unterwasserschiff) gestrichen. Nach einigen Marineautoren galt sie als Prestigebau und Antwort auf die beiden LAEISZ-Fünfmaster. Als sie vom Stapel lief, übertraf sie dann mit ihren 5.548 BRT sogar das damals größte Rahsegelschiff, das Fünfmast-Vollschiff PREUSSEN, um 467 BRT, wurde aber wegen der Hilfsmaschine nie als Deutschlands größtes Segelschiff eingetragen. Einige Seeleute nannten sie wegen ihrer Dampfmaschine und des gewaltigen Schornsteins hinter dem Mittelmasten eher einen "Segeldampfer" denn ein Segelschiff. Es machte etliche Furore, besonders in den USA, und zeigte gute Etmale, die allerdings unter Zuhilfenahme der Dampfmaschine entstanden. Hauptfahrziel der Bark waren Ostasien (Singapur, Kōbe/Hiogo Japan), Sibirien (Wladiwostok), die amerikanische Westküste (San Francisco, Portland, OR (Oregon)), Australien und Südamerika Chile. Ausreisend beförderte das Schiff meist Kohle aus Wales und anderen Ländern, heimreisend hauptsächlich Reis. Ein besonderes Ereignis war 1912 der Besuch des russischen Zaren Nikolaus II. auf dem Schiff während eines Aufenthaltes in Wladiwostok. Wegen des laderaumverringernden Kohlebunkers (~ 600 t), des für die Wartung der Dampfmaschine zusätzlichen Personals (Maschinisten, Trimmer, Heizer, insgesamt 6 Mann) und des anfallenden Kohleverbrauchs war die R. C. RICKMERS nicht wirtschaftlich. Bei der Umstellung der Rickmers-Linie auf Dampf zwischen 1910 und 1913 stieß die Reederei alle Großsegler ab. Für die große Bark fand sich kein Käufer, weshalb sie zum reedereieigenen Schulschiff zur Ausbildung des Seeoffiziersnachwuchses umgebaut wurde. Bei Ausbruch des Ersten Weltkriegs lag die große Bark in Cardiff; die britische Admiralität beschlagnahmte sie und tauften sie in NEATH (gesprochen: [ni:θ]) um (Orts- und Flußnamen in Süd-Wales; walisisch Nedd ). Unter englischer Flagge wurde sie am 27. März 1917, mit einer Ladung Zucker von Mauritius kommend, 30 Seemeilen südöstlich von Fastnet (Cornwall) von dem deutschen U-66 versenkt.

Schiffsdaten


- Konstruktion: Stahlrumpf als Glattdecker, langes Poopdeck bis zum Mittelmast;
- Rigg: Fünfmastbark, dopp. Mars- u. Bramrahen, Royals; Masten mit Mars- und Bramstengen; Besanmast m. Stenge u. einer Gaffel
- Stapellauf: 8. Februar 1906
- Jungfernfahrt: April 1906 über New York, USA, nach Saigon, Vietnam
- Unterscheidungssignal: Q J C G
- Bauwerft: Rickmers Reismühlen, Rhederei und Schiffbau A.-G., Bremerhaven
- Reederei: Rickmers Reismühlen, Rhederei und Schiffbau A.-G., Bremerhaven
- weitere Reedereien: britische Admiralität
- weitere Namen: NEATH
- Heimathafen: Bremerhaven;
- Galionsfigur: ja, Figur des Firmengründers "Rickmer Clasen Rickmers"
- Länge Galion-Heck (Rumpflänge): 133 m
- Länge auf Deck: 125,08 m
- Breite: 16,30 m
- Raumtiefe: 9,24 m
- Seitenhöhe: 10,2 m
- Tiefgang: 8,2 m
- Vermessung: 5.548 BRT (Bruttoregistertonnen) / 4.696 NRT (Nettoregistertonnen)
- Verdrängung: ~10.500 t
- Ladekapazität/Tragfähigkeit: 7.200 tons (1 ton = 1,016 t); mit Kohleladung für Dampfmaschine: ~7.800 t
- Segelfläche: 6.045 (5.025) m² (38 Segel: 24 Rah-, 8 Stag-, 4 Vorsegel, 2 Besane)
- Masthöhe: 67 m (FlaggenknopfKiel)
- Hilfsantrieb: Dampfmaschine von 1.160 PS
- Klassifikation: Lloyd's / Bureau Véritas +100A
- Erster Schiffsführer: August Walsen
- weitere Kapitäne: H. Bandelin, H. Schwertmann, Hr. Dammann, O. F. Borgwardt, Hr. Baumann.
- Besatzung: ~45 Mann
- Höchstgeschwindigkeit: 16 kn unter Segel; ~9 kn unter Dampf
- Besonderheiten: Schornstein mit Firmenemblem (grün-rot-weiße Flagge mit zentralem weißem "R") zw. Mittelmast und Kreuzmast

Weblinks


- http://www.bruzelius.info/Nautica/Ships/Fivemast_ships/RC_Rickmers(1906).html (engl.)
- http://www.rickmers.de/pages/hist/pages/page_hist_1905.html (deutsch)
- http://www.rickmers-linie.de/company/history/1900/1905.php3 (engl.)
- http://werften.fischtown.de/rickmers1.html (deutsch) Kategorie:Segelschiff Kategorie:Schulschiff Kategorie:Bremerhaven

Skoleskibet København

Die KØBENHAVN (dän. "skoleskibet" = "Schulschiff") war eine Auxiliar-Fünfmast-Stahlbark. Sie lief am 24. März 1921 auf der Werft von Messrs. Ramage & Ferguson, Leith, Schottland, vom Stapel. Als Frachtsegelschulschiff wurde sie zur Ausbildung des ausschließlich dänischen Offiziersnachwuchses im Frachtverkehr von der dänischen Reederei A/S Det Østasiatiske Kompagni (Die Ostasiatische Kompanie AG), København (Kopenhagen) zwischen Europa, Südamerikas Ostküste, Ostasien und Australien meist im Weizentransport eingesetzt. Sie war ein schönes, modernes Segelschulschiff (kurze Back, extrem lange Poop, Mittschiffsdeck (Dreiinselschiff), ausgerüstet mit einer Fernbereichsfunkanlage. Der Rumpf war in Schwarz, Grün und Dunkelrot gehalten, unter dem Schanzkleid in Höhe der Hauptdeckslinie verlief ein heller Streifen rund um das Schiff. Sie hatte das dänische Unterscheidungssignal "NGHB". Bereits 1915 lief der erste Schiffsrumpf für die große Bark vom Stapel, wurde aber wegen des Krieges 1918 von der brit. Admiralität beschlagnahmt und als Kohlenhulk "Black Dragon" eingesetzt. Die KØBENHAVN machte einige Weltumsegelungen und insgesamt zehn Reisen. Sie war vorwiegend in Australien (Weizenfahrt), aber auch in Südamerika und in anderen Pazifikhäfen zu sehen. 1928 verließ sie am 14. Dezember Buenos Aires, Argentinien, mit Kurs auf Melbourne (nach einer Quelle Adelaide) und blieb nach dem letzten Kontakt am 21. oder 22. Dezember 1928 verschollen, ohne ein SOS zu senden. Eine großangelegte Suchaktion im Südatlantik bis in die Antarktis erbrachte kein Ergebnis. Die letzte Fünfmastbark wurde von Lloyd's in London im Januar 1930 als verschollen erklärt. Manche vermuteten eine nächtliche Kollision mit einem Eisberg innerhalb eines gewaltigen Eisfeldes im Südatlantik Januar 1929.

Schiffsdaten


- Konstruktion: Stahlrumpf als Dreiinselschiff mit Schulschiffaufbauten (lange Poop); Rah-Masten mit Mars- u. Bramstengen
- Rigg: Fünfmastbark mit doppelten Mars- u. Bramrahen, Royalsegel; Besanmast mit Stenge u. zwei Gaffeln, später mit einer Gaffel
- Stapellauf: 24. März 1921; Indienststellung: 26. Oktober 1921
- Jungfernfahrt: 26. Oktober 19217. November 1922 nach San Francisco, USA und zurück
- Unterscheidungssignal: N G H B
- Bauwerft: Messrs. Ramage & Ferguson, Leith, Schottland
- Reederei: A/S Det Østasiatiske Kompagni, København (Die Ostasiatische Kompanie AG, Kopenhagen)
- Heimathafen: København (Kopenhagen), Dänemark
- Galionsfigur: ja, Ritter in Kettenhemd, rot-weißem Gewand, Dannebrog-Schild (lk. Hand vor der Brust), Morgenstern (re. Hand)
- Länge über alles: 132,62 m
- Länge Galion-Heck (Rumpflänge): 123 m
- Länge auf Deck: 120,6 m
- Länge in der KWL: 114,8 m
- Länge zwischen den Loten: 112,38 m
- Breite: 15 m
- Raumtiefe: 9,2 m
- Tiefgang: 8,14 m
- Vermessung: 3.901 BRT (Bruttoregistertonnen) / 3.329 NRT (Nettoregistertonnen)
- Verdrängung: 8.026 t (7.900 tons; 1 ton = 1,016 t)
- Ladekapazität/Tragfähigkeit: 5.200 tons
- Segelfläche: 4.700 m² (42 (41) Segel: 24 Rah-, 5 Vor-, 10 Stagsegel (zw. den Masten), 2 (1) Besane, 1 Gaffeltoppsegel)
- Masthöhe: 57,3 m (Masttop - Kiel)
- Hilfsantrieb: Burmeister & Wain 4,125 l Dieselmaschine von 508 PS (500 bHP (brit. horse power)
- Klassifikation: Lloyd's / Bureau Véritas +100A
- Erster Schiffsführer: Baron Niels Juel-Brockdorff (nur Jungfernreise)
- weitere Kapitäne: L. Mortensen, H. F. Christiansen und Hans Ferdinand Andersen
- Besatzung: 60 (15 Stamm, 45 Kadetten)
- Besonderheiten: Fernbereichsfunkanlage

Weblinks


- http://college.hmco.com/history/readerscomp/ships/html/sh_052500_kobenhaven.htm (engl.)
- http://www.bruzelius.info/Nautica/Ships/Fivemast_ships/Kobenhavn(1921).html (engl.)
- http://www.skoleskibet-koebenhavn.dk/index.html (dän.) København København

USA

Die Vereinigten Staaten von Amerika (engl.: United States of America, kurz: USA) sind eine Bundesrepublik in Nordamerika. Sie grenzen im Norden an Kanada und (über die 100 km breite Beringstraße mit dem Bundesstaat Alaska) an Russland, im Süden an Mexiko, im Osten an den Atlantik und im Westen an den Pazifik. Die Vereinigten Staaten entstanden 1776 mit der Unabhängigkeitserklärung der britischen Kolonien in Amerika und gewannen durch starke Industrialisierung und massive Immigration aus Europa im 19. Jahrhundert rasch an Einfluss. Am Ende des 20. Jahrhunderts waren sie nach der Überwindung des totalitären Faschismus (im 2. Weltkrieg) und Kommunismus (im Kalten Krieg), zu der sie wesentlich beitrugen, die einzige verbliebene Supermacht. Seit etwa der Mitte des 20. Jahrhunderts sind die USA weltweit die weltpolitisch, wissenschaftlich, wirtschaftlich, (populär)kulturell und militärisch führende Macht. In all diesen Gebieten prägen sie die Gegenwart in einem Maße wie kein anderes Land der Welt.

Geographie

Hauptartikel: Geographie der USA Das Kernland der USA besteht aus 48 Bundesstaaten und dem District of Columbia (D.C.), die innerhalb einer gemeinsamen Grenze liegen. Inklusive der beiden Bundesstaaten Alaska und Hawaii, die außerhalb dieses Kernlandes liegen, zählen die USA 50 Bundesstaaten. Das Landschaftsbild ist sehr vielfältig: es gibt Waldgebiete und Mittelgebirge an der Ostküste, Mangrovenwälder im subtropischen Florida, die Flusssysteme von Mississippi und Missouri, weite Ebenen im Zentrum des Landes, große Gebirgszüge wie die Rocky Mountains, trockene Wüsten im Südwesten, gemäßigte Regenwälder im Nordwesten und Küstengebirge an der Westküste der USA. Hinzu kommen die arktische Region der Tundra in Alaska und die tropischen Inseln von Hawaii mit dem 4.170 Meter hohen Vulkan Mauna Loa. Das Kernland der USA liegt zwischen dem 24. und 49. nördlichen Breitengrad und zwischen dem 68. und 125. westlichen Längengrad und ist in vier Zeitzonen eingeteilt. Alaska und Hawaii sowie die politisch an die USA angeschlossenen Außengebiete (beispielsweise Puerto Rico und Guam) liegen außerhalb dieser Zone. Im Norden grenzt das Kernland an Kanada, im Süden an Mexiko und an den Golf von Mexiko. Im Osten liegt der Atlantische Ozean und im Westen der Pazifische Ozean. Die Nord-Süd-Ausdehnung beträgt etwa 2.500 km. Zwischen Atlantik und Pazifik liegen rund 4.500 km. Hawaii ist eine Inselkette im Pazifischen Ozean. Alaska liegt nordwestlich von Kanada und ist durch die Beringstraße von Russland getrennt.
- Grenze zu Kanada: 8.895 km (davon 2.477 km zwischen Alaska und Kanada)
- Grenze zu Mexiko: 3.326 km
- Küstenlinie: 19.924 km

Fläche

Die Vereinigten Staaten sind der flächenmäßig drittgrößte Staat der Erde nach Rußland und Kanada.
- Fläche der 50 Bundesstaaten (inkl. District of Columbia): 9.629.891 km²
- Landmasse: 9.158.453 km²
- Wasserfläche: 47.356 km² Siehe auch: Liste der US-amerikanischen Staaten nach Fläche sortiert

Bevölkerung

Bevölkerungsgruppen

Die USA gelten traditionell als Schmelztiegel (melting pot) der Völker. Die ersten kolonialen Einwanderer auf dem von Indianern besiedelten Kontinent waren Europäer; anfänglich vorrangig spanischer, französischer und englischer Herkunft. Ab Mitte des 18. und verstärkt zur Mitte des 19. Jahrhunderts folgten Europäer deutscher und irischer Herkunft. Später kamen Einwanderer aus anderen Regionen Europas, vor allem aus Italien, Skandinavien und Osteuropa. Die europäischstämmigen US-Amerikaner bilden heute 74 % der Bevölkerung der USA. deutscher Afro-Amerikaner, Nachfahren der afrikanischen Sklaven, stellen etwas mehr als 13 % Bevölkerungsanteil. Sie leben vor allem im Süden der USA und in den großen Industriestädten des Nordens, wie z. B. Detroit. Asiatische Einwanderer, z. B. aus China, Japan, Korea, Indien und den Philippinen bilden noch eine relativ kleine Gruppe (ca. 4 %). Die Einwanderungspolitik war Anfang des 20. Jahrhunderts gegenüber Asiaten besonders restriktiv. Heute zeigen sich weiterhin sozialstrukturell große Unterschiede zwischen weißer und schwarzer Bevölkerung: Schwarze haben im Durchschnitt ein geringeres Einkommen, eine kürzere Lebenserwartung, eine schlechtere Ausbildung und eine höhere Kriminalitätsrate. Die Ursachen dafür und mögliche Wege der Problembehebung sind innerhalb der USA heftig umstritten. Nicht nur in den Südstaaten sind Wohngegenden und nicht-öffentliche Einrichtungen - wie die sozial wichtigen Kirchen oder private Organisationen - oft faktisch noch nach Rassen getrennt, wenn auch die formale Trennung inzwischen ungesetzlich und verpönt ist. Vielfach liegt dies ebenfalls an den ökonomischen Unterschieden. Vor allem im Südwesten der USA und in Florida gibt es einen hohen Bevölkerungsanteil lateinamerikanischer (hispanischer) Herkunft. Sie werden in den Statistiken separat geführt, unabhängig von ihrer ethnischen Herkunft. Ihr Anteil wuchs in den letzten Jahrzehnten stetig (bis 2004 auf knapp 13 %), da viele Lateinamerikaner vor der wirtschaftlichen Not ihrer Heimatländer in den Norden fliehen. Sie leben oft als illegale Einwanderer und halten stark an ihrer Kultur und Sprache fest. Die Indianer ("Native Americans") (siehe auch Indianer Nordamerikas) bilden heute eine kleine, jedoch langsam wieder wachsende Minderheit; nur in Alaska erreichen sie eine zweistellige Prozentzahl der Bevölkerung. Ebenfalls relativ viele Indianer leben in South Dakota und Oklahoma.

Sprachen

Die am meisten gesprochene Sprache in den USA ist historisch bedingt amerikanisches Englisch. Daneben werden aber auch noch vereinzelt die vielen Sprachen der amerikanischen Ureinwohner und zunehmend die Sprachen anderer immigrierter Ethnien gesprochen, insbesondere Spanisch, aber auch Koreanisch, Chinesisch und Vietnamesisch. Französisch, Polnisch und Deutsch, die aufgrund früherer Migrationswellen in bestimmten Regionen einst eine wichtige Rolle spielten, werden heute fast nur noch als Fremdsprache gesprochen. Die USA als Ganzes haben keine Amtssprache, jedoch werden alle amtlichen Schriftstücke auf Englisch verfasst. In einigen Bundesstaaten ist Englisch Amtssprache, einzelne Staaten und Territorien definieren sich jedoch als zwei- oder dreisprachig. Siehe auch:

- Gesellschaft der USA
- Deutsche Sprache in den USA
- Deutsche in den USA
- Das amerikanische Spanisch der USA
- Französisch in Louisiana
- Französisch in Neuengland
- Liste US-amerikanischer Persönlichkeiten

Religion

Im Jahr 2004 bezeichneten sich 54 % der Bevölkerung als protestantisch, 25 % als römisch-katholisch, 10 % gaben keine religiöse Überzeugung an (aber nur 0,3 bis 0,5 % waren explizit Atheisten oder Agnostiker), 3 % waren Mitglied einer orthodoxen Kirche, 2 % waren Mormonen, 2 bis 3 % Juden und weniger als 2 % moslemisch. Kleinere Gruppen, je 0,3 bis 0,5 %, bezeichneten sich als Buddhist, Hindu oder hingen dem Unitarismus an. Die größte einzelne Konfession war die Römisch-Katholische Kirche, gefolgt von der Southern Baptist Convention, der United Methodist Church und den Mormonen. Die Zahl der praktizierenden Christen ist im Vergleich zu anderen westlichen Industrieländern sehr hoch. Allerdings hat auch hier der Bevölkerungsanteil, der sich zum Christentum bekennt in den Jahren von 1990 (86,2 %) bis 2004 (81 %) abgenommen

Geschichte

Hauptartikel Geschichte der USA Das Gebiet der heutigen USA wurde vor Jahrtausenden durch die Vorgänger der späteren Indianerstämme besiedelt. Die schriftliche Geschichtsschreibung beginnt jedoch erst mit der Ankunft der europäischen Siedler im 16. Jahrhundert. Die erste europäische Siedlung auf dem heutigen US-Gebiet war von den Spaniern in St. Augustine, Florida, im Jahr 1565. Die politische Geschichte der USA geht jedoch aus den 13 britischen Kolonien hervor, deren Besiedlung mit der Gründung von Jamestown, Virginia im Jahr 1609 anfing. Der Ankunft der Mayflower in Plymouth Colony (später mit Massachusetts Bay Colony zu Massachusetts zusammengefügt) 1620 ist ebenfalls für viele US-Amerikaner ein wichtiges symbolisches Datum. Schwedische Kolonien an der Delaware-Bucht und niederländische Siedlungen um New York (damals Nieuw Amsterdam) waren nicht von Dauer bzw. wurden von den englischen Siedlern assimiliert. Französische Siedlungen entlang der Mississippi- und St.-Lorenz-Flüsse fielen 1763 an Großbritannien oder (westlich des Mississippi) an Spanien, das auch eigene Kolonien im Südwesten und in Florida hatte. Die spanischen Gebiete nahmen an der Revolution, die durch die Unabhängigkeitserklärung am 4. Juli 1776 ausgelöst wurde, nicht teil. Nach dem Unabhängigkeitskrieg, der im Vertrag von Paris 1783 endete, wurden die USA durch Großbritannien als eigenständiger Staat anerkannt. Zur Zeit des Unabhängigkeitskrieges lebten etwa zwei Millionen Weiße und 500.000 versklavte Schwarze in den ursprünglichen 13 Kolonien. Jenseits der Appalachen erstreckte sich bis zum Mississippi-Fluss ein weiteres, großes Gebiet, das etwa zehn Millionen Ureinwohner („Indianer“) bewohnten. Diese Konstellation ergab zwei wichtige Themen für die kommende Entwicklung der Nation: Die weitere Landnahme Richtung Westen zu Lasten der Indianer sowie die Auseinandersetzung um die Sklaverei, die später den Kampf um die Bürgerrechte der Nachkommen der ehemaligen Sklaven bestimmte. Nördlich des Ohio-Flusses, im sogenannten Northwest Territory, aus der die späteren Bundesstaaten Ohio, Indiana, Michigan, Illinois, und Wisconsin hervorgingen, wurde die Sklaverei verboten. Ein Vermessungssystem von Quadraten ("Sections"), die eine Quadratmeile groß sind, wurde eingeführt, was noch heute für das Verkehrsnetz und die kommunalen Gemeindegrenzen dieses Gebiets prägend ist. Um die öffentlichen Schulsysteme zu finanzieren, wurde vereinbart, dass der Verkaufserlös von der 16. Section einer jeden Township (36 Sections) zugunsten der Schulen ging. Nachdem sich die 1777 verabschiedeten und 1781 ratifizierten Konföderationsartikel als zu schwach erwiesen hatten, um das Überleben des jungen Staatenbundes zu gewährleisten, wurde 1787 in Philadelphia eine Verfassung geschrieben, welche die modernste Verfassung der damaligen Zeit war, und die heute die älteste noch gültige geschriebene Staatsverfassung der Welt ist.

Indianerpolitik

Die US-Indianerpolitik wurde bis etwa 1820 von einer vorsichtigen Erweiterung der europäischen Siedlungen geprägt, die im wesentlichen die vormalige Politik der europäischen Mächte in den USA fortsetzte. Mit der Präsidentschaft Andrew Jacksons und dem Trail of Tears begann eine verstärkte Landnahme und Besiedlungspolitik, die zu kriegerischen Auseinandersetzungen führte. Die Indianer-Kriege zogen sich mit größeren Unterbrechungen bis zum Massaker von Wounded Knee in South Dakota 1890 hin. 1900 wurden nur noch 237.000 Indianer gezählt, wobei nicht nur Krieg, sondern auch Krankheiten, gegen die sich die Ureinwohner keine Immunität entwickelt hatten, und ethnische Vermischung mit den Neuankömmlingen zu diesem Rückgang geführt haben. Bis die Ureinwohner des Kontinents volle Bürgerrechte erhielten, dauerte es bis 1924.

Sklaverei und Rassentrennung

South Dakota]] Obwohl die Einfuhr von weiteren Sklaven aus Übersee 1808 verboten wurde, hatte sich die Zahl der Sklaven bis 1860 auf etwa vier Millionen erhöht. Die Sklavenfrage entzweite zunehmend die Süd- von den Nordstaaten, da in den Nordstaaten die Industrialisierung einsetzte, dagegen die Südstaaten mit ihren riesigen Baumwollplantagen auf die Sklaverei angewiesen zu sein glaubten. Im Norden gewannen Bewegungen wie die Abolitionists, die die Abschaffung der Sklaverei forderten, starken Zulauf, stand doch diese in deutlichem Widerspruch zur Verheißung der Unabhängigkeitserklärung "all men are created equal" (alle Menschen sind gleich geschaffen). Der Krieg gegen Mexiko (1846-48) verstärkte diese Spannungen, da viele im Nordosten des Landes in diesem Krieg eine ungerechtfertigte Landnahme zugunsten der Ausbreitung der Sklavenstaaten sahen. Nachdem 1860 Abraham Lincoln für die neu gegründeten Republikaner zum Präsidenten gewählt wurde, traten elf Südstaaten aus der Union aus. Dies bedeutete den Beginn des Sezessionsskrieges (1861–1865). Die Nordstaaten gingen als Sieger daraus hervor, und die Sklaverei wurde abgeschafft. Die Schwarzen erhielten mit dem Civil Rights Act von 1866 und dem 14th Amendment von 1868 formal das volle Bürgerrecht. Nach dem Ende der militärischen Besetzung der Südstaaten durch die Nordstaaten (Reconstruction) 1876 haben erstere schnell (Jim-Crow-)Gesetze erlassen, welche die Bürgerrechte der Schwarzen wieder einschränkten. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg mit der Bürgerrechtsbewegung konnten die letzten formellen Ungleichbehandlungen aufgehoben werden. Ein sehr wesentlicher Schritt dahin war die Aufhebung der Rassentrennung in öffentlichen Einrichtungen durch den Supreme Court 1954 (Brown v. Board of Education), das ein Urteil des gleichen Gerichts (Plessey vs. Ferguson) aus dem Jahr 1896 aufhob. Der Schulbesuch von Schwarzen in "weißen" Schulen musste teilweise mit Hilfe der Nationalgarde durchgesetzt werden; im öffentlichen Leben (insbesondere im Süden) herrschte bis in die 1960er Jahre hinein Rassentrennung. In Louisiana zum Beispiel war es nicht ungewöhnlich, dass Ku-Klux-Klan-Mitglieder ins Parlament gewählt wurden. Martin Luther King war die Galionsfigur der gewaltlosen Bürgerrechtsbewegung, und 1963 hielt er anlässlich eines Protestmarschs in Washington seine berühmte Rede „I have a Dream...“. 1968 wurde er in Memphis ermordet. Auch in den folgenden Jahrzehnten kam es gelegentlich zu Rassenunruhen. Dennoch wurde auf Ebene der Bundesgesetzgebung schon in dieser Zeit Antidiskriminierungsregelungen (Civil Rights Act, das Restaurants, Hotels und Verkehrsunternehmen die ethnische Diskriminierung verbot) erlassen, vierzig Jahre vor den analogen Regelungen in der EU. Auch das Bewusstsein für Konzepte wie "Diversity" und die gegenseitige Rücksichtnahme sind zwischenzeitlich weiterentwickelt als in Ländern, die weniger Erfahrungen mit multikulturellen Gesellschaften haben.

Industrialisierung

1890 wurde die frontier für geschlossen erklärt: die Gebiete im Osten und im Westen des Kontinents waren faktisch zusammengewachsen. Der "Wilde Westen" war somit Geschichte. Als Folge der nach dem Sezessionskrieg einsetzenden stürmischen Industrialisierung bildeten sich riesige Trusts (Kartelle), die in ihrer Machtentfaltung auch die Regierungsgewalt beeinflussten. Daher wurde 1890 der Antitrust Act verabschiedet, als dessen Folge viele Großkonzerne zerschlagen wurden. Prominentes Beispiel: Standard Oil von John D. Rockefeller. Populistische Bewegungen, die von Bauern unterstützt wurden, setzten auch eine Regulierung der Eisenbahntarife durch und forderten (erfolglos) einen Wechsel vom Goldstandard auf eine bimetallische (Gold und Silber) Währung. Ein prominenter Vertreter dieser Bewegung war der erfolglose Präsidentschaftskandidat aus Illinois, William Jennings Bryan. Zwischen 1880 und 1910 wurde die riesige Zahl von 18 Millionen Einwanderern in die USA aufgenommen, und die USA wurden zur größten Industrienation der Welt.

Börsenkrach und New Deal

Auf den New Yorker Börsenkrach im Oktober 1929 folgte die Weltwirtschaftskrise, welche die USA in die bisher größte innenpolitische Krise stürzte. 1932 waren etwa 15 Millionen US-Amerikaner arbeitslos. Präsident Franklin D. Roosevelt legte daraufhin das Sozial- und Investitionsprogramm New Deal auf, das den Social Security Act von 1935 sowie zahlreiche öffentliche Projekte wie Straßen, Brücken, Flughäfen oder zum Beispiel auch das Tennessee-Valley-Staudamm-Projekt enthielt. Dennoch dauerte es bis Ende der 1930er Jahre, bis die Krise überwunden war.

Zweiter Weltkrieg und Nachkriegszeit

Nach dem japanischen Angriff auf Pearl Harbor traten die USA in den Zweiten Weltkrieg ein, und im August 1945 gingen sie siegreich aus dem Krieg hervor. Der sich kurz darauf abzeichnende Kalte Krieg führte dazu, dass viele US-Amerikaner den Kommunismus als Feindbild betrachteten. Eine innenpolitische Folge des Kalten Krieges nach 1945 war die "McCarthy-Ära". Der republikanische Senator Joseph McCarthy profilierte sich im Senatsausschuss für unamerikanische Aktivitäten (HUAC) dadurch, dass er eine paranoide Hexenjagd auf angebliche Kommunisten veranstaltete, die er besonders unter Filmschaffenden, Politikern und Militärs vermutete. Die zu diesem Zweck inszenierten Anhörungen wurden auch oft im Fernsehen übertragen. Wer die Aussage verweigerte, musste mit Berufsverbot rechnen. Als McCarthy sogar den Präsidenten Eisenhower verdächtigte, wurde er 1954 vom Senat entmachtet.

Gesellschaftlicher Umbruch: 1960er und 1970er

Die 1950er und 1960er Jahre waren geprägt von ökonomischer Prosperität sowie dem Auftreten der Bürgerrechtsbewegung der Afro-Amerikaner. Im Zuge eines gesamtgesellschaftlichen Umbruchs entwickelte sich in den 1960er Jahren auch eine starke Bewegung gegen den Vietnamkrieg und um 1970 auch eine starke Frauenrechtsbewegung und eine wachsende Schwulenbewegung, die (anders als in Europa) schnell gemeinsam von und für Schwule und Lesben gekämpft wurde. Durch diese Bewegungen modernisierten sich die gesellschaftlichen Werte der Vereinigten Staaten. Der Versuch einer Verfassungsänderung, welche die Gleichheit von Mann und Frau vorschreiben sollte, scheiterte jedoch. Sodomiegesetze, die bis 1962 die Praxis der männlichen Homosexualität in jedem Bundesstaat verboten hatten, wurden teilweise zurückgenommen, aber 1987 als der Supreme Court sie bestätigte, existierten sie noch in der Mehrheit der Bundesstaaten und wurden erst mit einer gegenteiligen Gerichtsentscheidung 2003 aufgehoben. Die Watergate-Affäre um einen Einbruch in den Watergate-Gebäudekomplex der Demokratischen Partei, von dem Präsident Richard Nixon wahrscheinlich gewusst hat, und bei dem er die FBI-Ermittlungen zu behindern versuchte, entwickelte sich zum größten Skandal der US-amerikanischen Nachkriegsgeschichte. Um der drohenden Amtsenthebung zu entgehen, trat Nixon 1974 zurück. Die Ölkrise 1974, die 200-Jahresfeier der Unabhängigkeit 1976 und die iranische Geiselkrise 1979 waren prägende Ereignisse für die 1970er Jahre.

1980er

In den 1970er und 1980er Jahren war ein Konjunkturabschwung und ein Verfall der Bausubstanz infolge von Kriminalität und Verwahrlosung zu verzeichnen. Zum Teil wurde auf die Kriminalität mit drakonischen Gesetzen wie dem kalifornischen „Three strikes and you are out“ geantwortet, das für das dritte Delikt (auch bei Bagatelldelikten) 25 Jahre Haft vorsieht. Die Haltung zur der in 38 der 50 Bundesstaaten gesetzlich vorgesehenen und von der überwiegenden Mehrheit der Bevölkerung befürworteten Todesstrafe spielt bei der Volkswahl von Politikern, Richtern, Staatsanwälten und Sheriffs eine wichtige Rolle.

Politik

Hauptartikel: Politisches System der USA Die USA haben ein präsidiales Regierungssystem mit einem Präsidenten (seit 2001 George W. Bush, 2004 wiedergewählt, Sohn von George Herbert Walker Bush, Präsident von 1989-1993) an der Spitze der Exekutive. Die Legislative ist der Kongress. Er setzt sich aus gewählten Repräsentanten aller 50 Bundesstaaten zusammen. Laut Verfassung hat der aus zwei Kammern bestehende US-Kongress die Budgethoheit sowie das Recht zur Gesetzesinitiative. Der Kongress hat unter anderem infolge des ihm zustehenden Budgetrechts wesentlichen Einfluss auf die US-amerikanische Politik. Allein dem Kongress kommt das Recht zu, Bundesgesetze zu erlassen und Kriegserklärungen auszusprechen. Verträge mit fremden Ländern werden vom Exekutiv unterzeichnet, bedürfen aber der Ratifizierung durch die obere Kammer des Kongresses, den Senat. Bei wichtigen Ernennungen (z. B. zu Kabinettsposten oder Richterämtern des Bundes, insbesonders dem Obersten Gericht) muss der Senat den Vorschlag des Präsidenten ebenfalls bestätigen. Die Mitglieder des Repräsentantenhauses werden für zwei Jahre gewählt. Jeder Repräsentant vertritt einen Wahlbezirk seines Bundesstaates. Die Anzahl der Wahlbezirke wird durch eine alle zehn Jahre durchgeführte Volkszählung festgelegt. Senatoren werden für sechs Jahre gewählt. Ihre Wahlen finden gestaffelt statt, das heißt alle zwei Jahre wird ein Drittel des Senats neu gewählt. Die Verfassung sieht vor, dass der Vizepräsident dem Senat vorsteht. Er hat dabei kein Stimmrecht, außer bei Stimmengleichheit. Für den Fall der Abwesenheit des Vizepräsidenten benennt der Senat einen "Pro-Tempore-Vorsitzenden", einen Vorsitzenden auf Zeit. Die Mitglieder des Repräsentantenhauses wählen ihren eigenen Vorsitzenden, den "Speaker of the House". Der Sprecher (das Amt wird derzeit von Dennis Hastert bekleidet) und der Pro-Tempore-Vorsitzende (zur Zeit Senator Ted Stevens) sind Mitglieder der jeweils stärksten Partei ihrer Kammer. Bevor eine Gesetzesvorlage zum Gesetz wird, muss sie sowohl das Repräsentantenhaus als auch den Senat durchlaufen haben. Die Vorlage wird zunächst in einer der beiden Kammern vorgestellt, von einem oder mehreren Ausschüssen geprüft, abgeändert, im Ausschuss abgelehnt oder angenommen und danach in einer der beiden Kammern diskutiert. Sobald sie in dieser Kammer angenommen ist, wird sie an die andere Kammer weitergeleitet. Erst wenn beide Kammern die gleiche Version der Gesetzesvorlage angenommen haben, wird sie dem Präsidenten zur Zustimmung vorgelegt. An der Spitze der Judikative steht als oberster Gerichtshof der Supreme Court. Die 1787 in Kraft getretene Verfassung, deren Bestimmungen einklagbar sind, hat eine große Bedeutung im politischen System der USA. Es spricht für den Erfolg und die Stabilität dieser Verfassung, dass sie bislang nur 27 Änderungen (Amendments) erfahren hat. In den USA hat sich, durch das einfache Mehrheitswahlrecht begünstigt, ein Zweiparteiensystem gebildet. Diese Parteien sind die Demokraten und die Republikaner. Sie stellen bereits Koalitionen von unterschiedlichen Strömungen dar. Neue politische Strömungen versuchen eher, Einfluss auf die Abgeordneten beider Großparteien zu nehmen, als selbstständige Parteien zu gründen. Ein Beispiel hierfür sind die American Civil Liberties Union (Demokraten) oder die fundamental-christliche Moral Majority (Republikaner). Kleinere Parteien wie die Grünen oder die Libertäre Partei sind unbedeutend, wenn auch bei Präsidentschaftswahlen mitunter die für den Kandidaten der Grünen abgegebenen Stimmen als – womöglich entscheidender – Nachteil für den demokratischen Kandidaten wahrgenommen werden. Einer der Hauptexponenten der Grünen Partei der USA ist Ralph Nader, der im In- und Ausland einen hohen Bekanntheitsgrad genießt. Siehe auch: Gesellschaft der USA, US-Präsidentschaftswahlen 2004, Gerichtsorganisation in den USA

Innenpolitik

In den 1990er Jahren erlebten die USA unter dem demokratischen Präsidenten Bill Clinton (19932001) einen länger anhaltenden wirtschaftlichen Aufschwung ("New Economy"). Die weitere Verwahrlosung der Städte wurde aufgehalten - so erwachten die New Yorker Stadtteile Bronx und Harlem zu neuem Leben. Einen wesentlichen Eingriff in die Sozialgesetzgebung gab es 1996, als der Bezug von Sozialhilfe auf zwei Jahre in Folge und insgesamt fünf Jahre verkürzt wurde. So kam es zu einem beträchtlichen Rückgang der Anzahl der Sozialhilfe-Empfänger. Wichtige innenpolitische Themen sind auch in den USA der Strukturwandel der Wirtschaft und der Umbau der Sozialsysteme insbesondere der Gesundheitsfürsorge. Zudem spielen überwiegend moralisch-ethische Fragen wie das Recht auf Abtreibung, die Berechtigung der Todesstrafe, die politische Anerkennung von Homosexualität oder die Frage welche Rolle christliche Werte im öffentlichen Leben spielen sollen, eine wichtige Rolle. Seit 1913 übernimmt das Federal Reserve System (Fed) die Aufgaben einer staatlichen Notenbank. Vorsitzender des Fed ist zur Zeit Alan Greenspan.

Gesundheitssystem

Das Gesundheitssystem der USA ist teilweise Weltspitze, in anderen Teilen aber in einem desolaten Zustand. Es werden jährlich etwa 1,8 Billionen US-Dollar für Gesundheit aufgewendet. Das ist im Vergleich zu Deutschland nahezu das Doppelte pro Kopf. Die Versorgungslage ist aber unzureichend: über 41 Millionen der ca. 293 Millionen US-Amerikaner sind nicht krankenversichert. Hinzu kommt eine hohe Dunkelziffer an illegalen Einwanderern, die ebenfalls keine Krankenversicherung haben. Viele derjenigen, die versichert sind, müssen bei sämtlichen ärztlichen Leistungen zuzahlen, andere, die in einer HMO sind, müssen bürokratische Papierkriege und lange Wartezeiten bei einer Einschränkung der Arztauswahl erdulden. 1993 scheiterte Präsident Bill Clinton mit dem Versuch der Einführung einer gesetzlichen Krankenkasse.

Außenpolitik

Die Außenpolitik der USA ist von drei großen Traditionen geprägt, die wechselnd an Einfluss gewinnen: Dem Isolationismus, der Überzeugung, ein Vorreiter für Demokratie und Menschenrechte zu sein und diese auf der Welt zu verbreiten, sowie einer seit dem Zweiten Weltkrieg offenen Betonung der Rolle als Supermacht im Sinne des politischen Realismus.

Früher Isolationismus

Die frühe US-amerikanische Außenpolitik wurde von der 1823 verkündeten Monroe-Doktrin des Präsidenten James Monroe geprägt, die verkürzt auf den Nenner „Amerika den Amerikanern“ gebracht wurde. Sie postulierte, dass sich die europäischen Mächte aus dem amerikanischen Kontinent heraushalten sollten, bei gleichzeitiger Nicht-Einmischung der USA in die Angelegenheiten anderer Staaten. Ende des 19. Jahrhunderts waren die USA jedoch zur Großmacht aufgestiegen und die frontier, das heißt die Grenze zum "unzivilisierten" Westen, war 1890 für geschlossen erklärt worden.

Frühes 20. Jahrhundert

Der erste Schritt in Richtung einer imperialistischen Außenpolitik war der spanisch-amerikanische Krieg von 1898, der den USA die Philippinen, Puerto Rico, Hawaii und Kuba einbrachte. Eine offen interventionistische Politik betrieb Präsident Theodore Roosevelt (1901–1909), der das Recht der USA beanspruchte, sich in den lateinamerikanischen Staaten als „internationaler Polizist“ zu betätigen. Diese big stick policy äußerte sich zum Beispiel darin, dass die USA 1903 Panama aus Kolumbien herauslösten, um sich von dem neu gebildeten Staat die Souveränität über die Panama-Kanal-Zone abtreten zu lassen. Während der Zeit der Weltkriege betrieben die USA die längste Zeit eine isolationistische Politik und traten erst nach der Verkündung des uneingeschränkten deutschen U-Boot-Krieges (1917) in den Ersten Weltkrieg ein. Das industrielle Gewicht der USA entschied den Krieg. Präsident Woodrow Wilson (1913–1921) reiste nach Europa, um dort eine Nachkriegsordnung zu etablieren. Sein 14-Punkte-Programm sah unter anderem die Beachtung des Selbstbestimmungsrechts der Völker sowie die Bildung eines Völkerbunds vor. Wilson konnte sich mit seinen Ideen bei Engländern und Franzosen aber nicht durchsetzen und der US-Senat verweigerte sogar den Beitritt zum Völkerbund.

1920 bis zur Nachkriegszeit

Während der nächsten zwei Jahrzehnte betrieben die USA wieder eine isolationistische Politik. Auch bei Ausbruch des Zweiten Weltkriegs blieben die USA zuerst neutral, jedoch wurde die formale Neutralität von Präsident F. D. Roosevelt schon ab März 1941 unterlaufen, da im Rahmen des Leih- und Pachtgesetzes (lend-lease bill) England massiv mit Waffenlieferungen unterstützt wurde. Am 7. Dezember 1941 traten die USA nach dem japanischen Angriff auf Pearl Harbor in den Krieg ein. Kurz darauf erklärte das mit Italien und Japan verbündete Hitler-Deutschland den USA den Krieg. Wie schon im Ersten Weltkrieg brachte das industrielle Potenzial der USA die Entscheidung. Die Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki im August 1945 beendeten den Zweiten Weltkrieg. Bis heute heftig umstritten ist die Frage, ob die Atombomben-Abwürfe tatsächlich notwendig waren zur Erzwingung der japanischen Kapitulation. Japan hatte zu diesem Zeitpunkt den USA militärisch nichts mehr entgegenzusetzen, jedoch hätte eine US-amerikanische Invasion der japanischen Hauptinseln noch zu schweren Verlusten führen können. Die USA waren maßgeblich an der Gründung der UNO am 26. Juni 1945 in San Francisco beteiligt, die noch im Einvernehmen mit der Sowjetunion stattfand. Bald jedoch zeichnete sich eine Konfrontation mit Stalin ab, die schließlich in den Kalten Krieg mündete. Durch den Präsidenten Harry S. Truman wurde eine Politik des „roll back“, das heißt der Zurückdrängung des Kommunismus verkündet, die in der „Truman-Doktrin“ ihren Ausdruck fand. Die sagte allen Ländern zur Bewahrung ihrer Unabhängigkeit Militär- und Wirtschaftshilfe zu. Dies war eine klare Abkehr von der isolationistischen Monroe-Doktrin und fand seinen Ausdruck in der Unterstützung von Griechenland und der Türkei, sowie dem Marshall-Plan, der Westeuropa wirtschaftlich auf die Beine helfen sollte. Der Kalte Krieg erreichte einen ersten Höhepunkt mit der sowjetischen Berlin-Blockade 1948/49, auf die die USA mit der Berliner Luftbrücke antworteten. 1949 wurde die NATO als Militärbündnis zwischen den USA, Kanada und Westeuropa gegründet.

Kalter Krieg

Es kam in den folgenden Jahrzehnten zu einem atomaren Wettrüsten zwischen der NATO und dem Warschauer Pakt, das beiden Seiten ab den 1960er Jahren eine mehrfache „Overkill-Kapazität“ verschaffte. Gefährliche Konfrontationen des Kalten Krieges waren der Korea-Krieg (1950-53) und die Kuba-Krise (1962), bei der die Welt nur knapp einem Dritten Weltkrieg entging. Durch den Kernwaffen-Sperrvertrag (1968) und die SALT-Verhandlungen (1969) wurde versucht, die gefährliche Situation zu entschärfen. Der Vietnam-Krieg, in den die USA 1964 (Tongking-Zwischenfall) offen eingriffen, nachdem sie zuvor schon Militärberater entsandt hatten, entwickelte sich zu einem militärischen und moralischen Fiasko, und die Niederlage wurde mit dem Abzug der US-Truppen 1973 besiegelt. Der beherrschenden Maxime der US-Außenpolitik, den kommunistischen Machtbereich einzudämmen, wurde in den 1960er und 1970er Jahren oft die Glaubwürdigkeit als Verbreiter demokratischer Werte geopfert. Es wurden Militärdiktatoren und Kleptokraten wie Somoza in Nicaragua, Pinochet in Chile, Marcos auf den Philippinen oder Mobutu in Zaire unterstützt, so lange sie nur antikommunistisch waren. Nach dem Vietnam-Krieg zeigte sich eine Desorientierung und Ratlosigkeit der US-Außenpolitik, die im Schwanken zwischen einer Abkehr von Interventionismus und Demonstration militärischer Stärke (Carter-Administration) und dessen Gegenteil (nach der sowjetischen Invasion in Afghanistan) ihren Ausdruck fand. Unter der Reagan-Administration (1981-89) wurde (wie vor dem Vietnam-Krieg) wenig Rücksicht darauf genommen, ob die strategischen Verbündeten die Menschenrechte respektierten. Auch stellt sich die Frage nach einem hinreichenden Verständnis fremder Kulturkreise durch die US-Außenpolitik. Deren mangelnde Voraussicht zeigte sich auch darin, dass die US-Unterstützung oft den aus heutiger Sicht falschen Leuten zugute kam: So wurde nach dem Ausbruch des ersten Golfkriegs zwischen Iran und Irak (1980–88) aus Angst vor den Mullahs in Teheran der irakische Diktator Saddam Hussein (hauptsächlich durch Satelliten-Aufklärung) unterstützt, was sich später als schwerer Fehler erweisen sollte. In diesen Zusammenhang gehört auch ein Vorgang, der sich zum größten Skandal der Reagan-Ära entwickelte, die Iran-Contra-Affäre: 1986 verkauften die USA nach Vermittlung durch Sicherheitsberater Robert McFarlane und Oberst Oliver North Waffen (hauptsächlich Panzerabwehrraketen) auch an den Iran. Das daraus erlöste Geld wurde zur Unterstützung der Gegner der Sandinisten in Nicaragua, der so genannten Contras verwendet. Auch die Geld- und Waffenlieferungen an die Mujaheddin in Afghanistan erwiesen sich als zweischneidig: Das Ziel, die Sowjetunion in die Knie zu zwingen, wurde zwar erreicht, aber so auch radikal-islamische Gruppen gestärkt. Unter Präsident Ronald Reagan (1981–89) strebte die ideologische Auseinandersetzung mit der Sowjetunion dem Finale zu. Reagan bezeichnete die Sowjetunion wiederholt in Anlehnung an religiöse Terminologie als „Reich des Bösen“ (evil empire), das es zu Tode zu rüsten gelte. Die Rüstungsausgaben wurden erhöht und ein so genanntes „Star-Wars-Programm“ (SDI-Projekt, Krieg der Sterne) aufgelegt. 1985 und 1986 traf er sich jedoch auch mit seinem sowjetischen Amtskollegen Gorbatschow zu Abrüstungsverhandlungen unter der Bezeichnung START (Strategic Arms Reduction Talks). Letztlich war diese Politik erfolgreich, denn mit dem Zusammenbruch der Sowjetunion (1991) war der Kalte Krieg beendet. Die USA sind seither die einzige Supermacht und nach eigener Auffassung Ordnungsmacht der Welt.

Die Außenpolitik der Regierung Clintons

Präsident Clinton zeichnete verantwortlich für die US-Außenpolitik zwischen dem Ende des Kalten Krieges und dem Regierungsantritt von George W. Bush, und zwar mit der Hilfe von Außenminister Warren Christopher (erste Amtszeit) und Madeleine Albright (zweite Amtszeit), der ersten Außenministerin in der Geschichte der USA. Beobachter haben von der Außenpolitik Clintons behauptet, er habe wohl das Ziel "die Sozialarbeit der Welt" zu übernehmen, da viele der Aktivitäten sich auf Werteänderungen in eher ärmere, strategisch nebensächlichen Ländern konzentrierten, darunter auch Somalia, Haiti, und Bosnien. Das Engagement in Somalia, unter George Bush sen. begonnen, hatte als Ziel die Entmachtung der Warlords, besonders Mohammed Aidids. Nachdem US-Fernsehsender Bilder übertrugen, die den Leichnam eines US-Soldaten zeigten, der durch die Straßen von Mogadischu geschleppt wurde, überließen die Sondereinsatztruppen das Land seinem Schicksal. Mit der Invasion Haitis 1994 wurde der demokratisch gewählte Jean-Bertrand Aristide an die Macht gebracht und der Militärdiktator Raoul Cedras abgesetzt; die weiteren Probleme des Landes, das 1915 bis 1934 unter US-Besatzung gelebt hatte und unter Cedras von einem Embargo der USA betroffen war, wurden nicht gelöst. Nachdem sich die europäischen Staaten als unfähig erwiesen hatten, nach dem Zerfall Jugoslawiens den Balkan zu befrieden, griffen US-Truppen 1995 und 1999 im Rahmen der Nato in Bosnien und Serbien ein, was den Sturz des Diktators Milosevic zur Folge hatte. Versuche, im Nahen Osten einen Frieden zwischen Israel und Palästina zu erreichen, erlitten mit dem Attentat auf Jitzhak Rabin einen großen Rückschritt und waren letztlich erfolglos. Clinton reagierte auf Provokationen des irakischen Diktators Saddam Hussein mit sporadischen Luftschlägen, sowie Vergeltungsschlägen gegen Einrichtungen im Sudan und Afghanistan nach Terroranschlägen auf die US-Botschaft in Nairobi und ein US-Kriegsschiff im Jemen, die man dem damals schon bekannten Al-Qaida-Netzwerk des Osama bin Laden zur Last legte. Diese Einzelaktionen, die zumeist im Kontext von UNO- oder NATO-Resolutionen stattfanden und bei den westeuropäischen Verbündeten zu keinen oder nur geringen diplomatischen Differenzen führten, wurden nicht vor der Öffentlichkeit als Teil eines dauernden Kriegszustands gerechtfertigt, wie es später mit George W. Bushs Krieg gegen den Terrorismus der Fall war.

Die Außenpolitik der Regierung George W. Bush und die Terroranschläge am 11. September 2001

Schon bald nach Amtsantritt von Präsident George W. Bush am 20. Januar 2001 zeigte sich dessen Neigung zum Unilateralismus, die im Misstrauen gegenüber multinationalen und multilateralen Institutionen ihren Ausdruck findet. Bush ist kritisch gegenüber der UNO eingestellt, der er die Unterstellung von US-Soldaten verweigert. Außerdem glaubt Bush, durch verbindliche Verpflichtung zur Einhaltung von multinationalen Verträgen die außenpolitische Handlungsfähigkeit der USA aufs Spiel zu setzen (Beispiel: Kyoto-Protokoll). Anklänge an diese neue republikanische Außenpolitik fanden sich schon Mitte der 1990er Jahre in Reden und Anträgen von Newt Gingrich und Jesse Helms. Weder bei "traditionelleren" Republikanern, wie Bob Dole, John McCain, oder Richard Lugar, noch bei den Demokraten fand diese Politik Zustimmung. Nach den Terroranschlägen am 11. September 2001 auf das World Trade Center in New York sowie das Pentagon in Washington, die von radikalen Islamisten durchgeführt wurden, verkündete George W. Bush einen weltweiten Krieg gegen den Terrorismus, was zunächst auch in weiten Teilen der Bevölkerung Zustimmung fand. Bush erfand in Anlehnung an Ronald Reagan die Formel von einer "Achse des Bösen" (axis of evil), der er so genannte Schurkenstaaten (rogue states) zurechnet. Zu diesen zählt er den Iran, den Irak, Kuba und Nord-Korea. Im Oktober 2001 wurde durch einen Feldzug in Afghanistan das radikal-islamische Taliban-Regime verjagt, das den mutmaßlichen Drahtzieher der Anschläge, Osama bin Laden, beherbergt hatte. Ebenfalls im Namen des Krieges gegen den Terrorismus begann im März 2003 der Krieg (sog. Dritter Golfkrieg) gegen den Irak mit dem Ziel, den Diktator Saddam Hussein zu stürzen. Die USA warfen dem Irak u. a. vor, Massenvernichtungswaffen zu besitzen und Kontakte zu Bin Laden zu unterhalten, wodurch der Irak eine Bedrohung für die Welt gewesen sei. Insbesondere der Krieg gegen den Irak ist völkerrechtlich umstritten, da er ohne ein explizites UNO-Mandat erfolgte und einige der Kriegsbegründungen (insbesondere der Verdacht auf den Besitz von Massenvernichtungswaffen und Kontakte zu Bin Laden) sich im Nachhinein als unzutreffend herausstellten, womit sich die Frage nach einer bewussten Täuschung der Weltöffentlichkeit durch die Bush-Administration erhebt. Dem US-amerikanischen Militär gelang es schnell, den Irak militärisch zu besiegen und das Regime Saddam Husseins zu stürzen. Dennoch konnte der Irak bislang nicht befriedet werden. Zahlreiche zum Teil von Selbstmordattentätern durchgeführte Sprengstoffanschläge forderten auf Seiten der US-Truppen inzwischen mehr Todesopfer als die eigentlichen Kampfhandlungen bis Mai 2003, was dazu führte, dass sich einige Staaten der Koalition der Willigen bereits im Frühling 2004 wieder aus dem Irak zurückzogen. Im Juni 2004 wurde die Regierungsgewalt an eine irakische Übergangsregierung übergeben. George W. Bushs Hinwendung zu einem strategischen Konzept der Präemption kann als Abkehr von der bisherigen US-amerikanischen Außen- und Sicherheitspolitik gewertet werden, die auf Abschreckung, Eindämmung sowie der Einwirkung der so genannten soft power (d. h. der Attraktivität ökonomischer und kultureller Einflussnahme) basiert hatte. Unter George W. Bush beträgt der Verteidigungsetat etwa 400 Milliarden US-Dollar, was bedeutet, dass das US-Militär-Budget so hoch ist wie das der in der Liste nachfolgenden neun Staaten zusammen. Der Haushaltsansatz für Entwicklungshilfe betrug im Haushaltsjahr 2003/04 fast 20 Milliarden US-Dollar, ohne die Aufbauhilfe für Irak, die wiederum ebenfalls so groß ist. Als Anteil am Bruttosozialprodukt ist diese Summe relativ gering im Vergleich zu anderen Industrienationen, als absolute Summe jedoch das größte einer Nation auf der Welt. Von den 20 Milliarden US-Dollar gehen etwa die Hälfte an Israel und Ägypten (seit den Camp-David-Verträgen 1979). Andere Schwerpunkte sind Kolumbien, Bolivien, Peru, Afghanistan, Pakistan, Indonesien, die Türkei und Jordanien, unter anderem wegen des "Kriegs gegen den Drogenanbau" und des Kriegs gegen den Terrorismus. Siehe auch: Außenpolitisches System der USA | :Kategorie:US-Außenpolitik | US-Interventionen im Ausland Literatur:
- Christian Hacke: Zur Weltmacht verdammt, die amerikanische Außenpolitik von J.F. Kennedy bis G.W. Bush, Ullstein ISBN 3-548-36722-4
- Michael R. Beschloss / Strobe Talbott:
Auf höchster Ebene, das Ende des Kalten Krieges und die Geheimdiplomatie der Supermächte 1989-91, ECON, ISBN 3-612-26166-5
- [http://usinfo.state.gov/usa/infousa/trade/files/98-916.pdf Congressional Research Service, Bericht an den Kongress zum Thema Entwicklungshilfe, 2004]

Gliederung

US-Interventionen im Ausland Im Jahr 2002 gab es laut Zensus- und Volkszählungsbüro 87.900 lokale Regierungseinheiten in den Vereinigten Staaten, einschließlich Ortschaften, Kreise, Siedlungen, Schul- und andere Bezirke. Mehr als drei Viertel der Bürger der Vereinigten Staaten leben in großen Städten oder deren Vorstädten (Liste der Städte in den USA). Liste der Städte in den USA Ein County ist eine Untereinheit der meisten Bundesstaaten. In Louisiana heißen sie "Parishes" und in Alaska gibt es sie nicht, sondern lediglich statistische Unterteilungen. In Virginia und Missouri gibt es zudem Städte, die keinem County zuzuordnen sind. Bei Großstädten (z. B. Philadelphia) kommt es vor, dass die Grenzen von Stadt und County gleich sind; die Stadt New York nimmt sogar 5 Counties ein, die jeweils ein Borough sind. Es ist nicht selten, dass Städte und sogar Dörfer eine County-Grenze überschreiten. Die Regierungsformen der Counties und auch deren Befugnisse sind von Staat zu Staat sehr unterschiedlich, manchmal sogar innerhalb eines Staates, wenn der Landtag verschiedene Formen zur Auswahl vorgegeben hat. Manche erlassen Steuern, fast alle nehmen Kredite auf und treiben Steuern ein. Sie haben Angestellte, sind sehr oft für die Beaufsichtigung von Wahlen zuständig und bauen und unterhalten Straßen und Brücken (manchmal im Auftrag des Bundes oder Landes). Sozialhilfeprogramme werden teilweise von ihnen durchgeführt, aber teilweise von den Townships, die, insbesonders im Mittleren Westen nicht deckungsgleich mit den Kommunen sind, sondern aus 36 Quadratmeilen, die in der Landesvermessung aus dem 18. Jahrhundert bestimmt worden sind, bestehen. Ein besonderer Aspekt bei manchen kleineren Städten, der selten und überwiegend in den Neuenglandstaaten vorkommt, ist das "town meeting". Einmal im Jahr – bei Bedarf auch häufiger – kommen alle registrierten Wähler einer Stadt zu einer öffentlichen Versa


Segel

Ein Segel (v. althochdeutsch.: segal abgeschnittenes Tuchstück) ist ein durch Stangen sowie Leinen (Seile) zu einer drei- beziehungsweise viereckigen Fläche aufgespanntes Tuch. Man unterscheidet zwischen Schratsegeln, die mehr oder weniger in der Längsachse des Schiffes befestigt sind und Rahsegeln, die an am Mast befestigten Querstangen (Rahen) arbeiten. Rahen Eine Leine zum Heißen (Hochziehen) und Fieren (Hinunterlassen) des Segels wird Fall genannt, eine Leine um die Stellung des Segels zu ändern wird Schot genannt. Bei Rahsegeln werden zum Setzen und Bergen Schoten und Geitaue eingesetzt. Das Verkleinern der Fläche eines gesetzten Segels ist das Reffen. Das unter einem bestimmten Winkelbereich vom Wind angeströmte Segel nimmt eine gewölbte Form an, die bei Schratsegeln meist durch Segellatten optimiert und über die Dreiecksform vergrößert wird, und entwickelt eine Kraft, die proportional dem Produkt aus Segelfläche und dem Quadrat der Windgeschwindigkeit ist. Die entstehende Kraft hängt darüber hinaus von der Segelform sowie dem Anströmwinkel des Windes ab und ist nahezu senkrecht zur Fläche des Segels von der konkaven zur konvexen Seite gerichtet. Die vom Segel erzeugte Kraft wird zum Antrieb von Wasserfahrzeugen, Landfahrzeugen, Eisschlitten und Windmühlen genutzt. Die Konstruktion von Segeln wird durch die Gesetze der Aerodynamik bestimmt. Stützsegel werden nicht zum Antrieb eines Schiffes verwendet, sondern, um als Stabilisator Rollbewegungen zu verringern, beispielsweise auf Fischkuttern. Bis zum Beginn der industriellen Revolution wurden Wasserfahrzeuge überwiegend mit Segeln angetrieben. Seitdem werden kommerziell genutzte Wasserfahrzeuge hauptsächlich von Maschinen angetrieben. Segelfahrzeuge werden heute in den Industrieländern vor allem für sportliche Zwecke genutzt. In verschiedenen Regionen der Erde haben sich unter dem Einfluss unterschiedlicher Kulturen, der regionalen Verteilungen von Land und Wasser, sowie der herrschenden Windsysteme verschiedenste Materialien und Formen bei der Anfertigung von Segeln herausgebildet. Windsystem Als Material für Segel diente früher Hanf oder Leinen, seltener Baumwolle, weil diese wesentlich mehr Wasser aufnehmen kann und das Segel zu schnell zu schwer wurde und das Schiff instabil werden ließ. In der Moderne wurden diese Materialien durch Fasern aus Kunststoff ersetzt, da diese nicht verrotten und eine bessere Formstabilität (geringeres Reck) aufweisen. Hier sind Polyesterfasern zu nennen (z.B. Dacron, sowie Laminat aus Kevlarfasern (3DL-Segel). Das heute meist eingesetzte Schratsegel ist mit dem Kopf am Fall, mit dem Hals am Bugbeschlag (Vorsegel) oder am Lümmelbeschlag (Großsegel) und mit dem Schothorn an der Schot oder am Baum verbunden. Ein Vorsegel ist über Stagreiter am Vorstag befestigt, bei einem Profilvorstag läuft das Vorliek in einer kleinen Nut. Diese Segel werden daher auch als Stagsegel bezeichnet. Das Großsegel läuft auf Mastrutschern an einer Schiene am Mast oder wird ebenfalls in einer Nut im Mast gefahren. Die größtmögliche Summe der Flächen aller Segel, die gleichzeitig gesetzt werden können bezeichnet man als Segelfläche. Mast

Arten von Segeln auf modernen slupgetakelten Segelbooten


- Großsegel
- Fock (Sturmfock)
- Genua
- Gennaker
- Spinnaker
- Blister
- Try-Segel

Siehe auch


- Aap
- Rah
- Rigg
- Segeln
- Takelage

Weblinks


- [http://www7.boot-online.de/cipp/md_boot/custom/pub/abstract/standard,lang,1/ticket,g_u_e_s_t/oid,1533/local_lang,1 Segelformen] Kategorie:Segeln Kategorie:Schiffbau ! simple:Sail

Fock (Segel)

Fock bezeichnet verschiedene Arten eines Vorsegels auf Segelschiffen (von englisch: fore-sail, jib): # als Schratsegel - ein Stagsegel am Fockstag eines Schoners (auch Stagfock), einziges Vorsegel auf (slupgetakelten) Segelbooten. # als Rahsegel - das unterste (rechteckige) Segel am Fockmast, dem ersten Mast eines Schiffes mit mehreren Masten. Eine Fock (im ersten Sinne) hat im Gegensatz zur Genua keine Überlappung, d.h. das Schothorn befindet sich zwischen dem Stag und dem betreffenden Mast. Zur Segelgarnitur eines Segelbootes gehört in der Regel auch eine Sturmfock. Dieses Segel wird bei schweren Wetterbedingungen gefahren. Es ist daher von der Segelfläche recht klein und aus besonders widerstandsfähigem Segeltuch gefertigt. Ausserdem ist das Schothorn höher als bei einer Fock ausgeführt, damit die über das Vorschiff kommende See nicht so leicht in das Segel schlägt und so Rigg und Mast weniger gefährdet wird.

Siehe auch

Genua, Klüver, Segel Kategorie:Segel

Rah

Die Rah (auch Raa oder Rahe) ist Bestandteil der Takelage eines Segelschiffs. Segelschiff Es ist ein segeltragendes Rundholz (Spiere), das mit seiner Mitte waagerecht an der Vorderseite des Mastes angebracht und quer zur Fahrtrichtung angeordnet ist. An dieser Querstange ist das Rahsegel befestigt. Rahen und Masten können auch aus Stahlrohr bestehen. Die Rah wird mittels Brassen um den Mast gedreht (gebrasst), bis das Rahsegel optimal zur Windrichtung steht und maximalen Vortrieb erzeugt. Im engeren Sinne bedeutet brassen zu berücksichtigen, dass das Strömungsprofil des Windes nahe der Wasseroberfläche abnimmt, so dass die optimale Ausrichtung übereinanderliegender Rahen eine leicht spiralförmige Anordnung ergibt. Zum Setzen, Bergen oder Reffen des Segels stehen ausreichend viele Personen (Toppsgasten) auf dem Fußpferd, einem in regelmäßigen Abständen an der Rah aufgehängten Tau, lehnen bäuchlings über die Rah und sind durch entsprechend geformte Schuhabsätze sowie mit Karabinerhaken gesichert. Das gereffte oder geborgene Segel wird unter der Rah eingebunden. In den Nocken (Enden) einer Rah erfordert diese Arbeit den meisten Muskeleinsatz. Auch für das Rahsegel gibt es Schoten; anders als bei Schratsegeln sind die Schoten beim Rahsegel auch eine zusätzliche Hilfe zum Setzen und Bergen des Segels. Weitere Bezeichnungen für Tauwerk dieses Segeltyps sind Geitau und Gordinge. Mit den Geitauen hilft man dem Toppsgast von Deck aus die Segel wieder einzuholen, während die Gordinge (nicht bei allen Rahsegeln vorhanden) eine Art Reffeinrichtung (Reffen) darstellt. Die Rahbesegelung war bis zum Mittelalter in den nördlichen Regionen verbreitet. Im Mittelmeer und in den arabischen Regionen war eher die sog. Lateinertakelung (Schratsegel) an der Tagesordnung. Mit der wissenschaftlichen Aufarbeitung der Segeltechnik ging die sinnvolle Kombination der beiden Prinzipien einher. Als Beispiel kann hierzu der Rahschoner, die Brigantine