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| Großmeister (Schach) |
Großmeister (Schach)Internationaler Großmeister (Abkürzung GM, früher IGM) ist seit 1950 ein durch den Weltschachbund FIDE auf Lebenszeit verliehener Titel, der zweithöchste nach dem Schachweltmeister.
Um Internationaler Großmeister zu werden, muss man mindestens zwei so genannte Großmeister-Normen erfüllen, indem man in internationalen Turnieren jeweils einen von der Wertigkeit des Turniers (sog. Kategorie) abhängigen Prozentsatz an Punkten erreicht (entsprechend einer Eloleistung von mindestens 2600) und außerdem eine Internationale Wertungszahl (sog. Elo-Zahl) von mindestens 2500 Punkten aufweisen muss. Es gibt auch einen separaten Großmeistertitel für die im Allgemeinen schwächer spielenden Frauen (Abkürzung WGM oder dt. FGM), für dessen Verleihung um 200 Elopunkte geringere Anforderungen gelten.
Der Titel Großmeister (englisch Grandmaster) wurde informell bereits im 19. Jahrhundert verwendet, zuerst am 18. Februar 1838 in der Schachspalte der Zeitung Bell's Life. Allgemein als Großmeister anerkannt wurden erstmals die fünf Preisträger des stark besetzten Turniers in Sankt Petersburg 1914: Emanuel Lasker, José Raúl Capablanca, Siegbert Tarrasch, Alexander Aljechin und Frank Marshall, die zu jener Zeit als die besten Schachspieler der Welt betrachtet wurden.
In der Sowjetunion wurde der Titel erstmals 1927 an Boris Werlinski vergeben, danach erst wieder 1931 an Michail Moissejewitsch Botwinnik.
Stieg die Anzahl der Schachgroßmeister weltweit von 24 im Jahr 1950 bis 1972 auf 88, so sind es derzeit aufgrund des immer leichter gewordenen Titelerwerbs in den letzten Jahren bereits über achthundert Träger dieses Titels. Da wegen dieser großen Anzahl (sog. Titelinflation) dessen Wert zurückgegangen ist, bezeichnet man Spieler der Weltspitze mit einer Elo-Zahl oberhalb einer Marke von 2700 Elo-Punkten heute informell auch als Super-Großmeister (Super-GMs).
Den Rekord als jüngster Titelträger hielt viele Jahre Robert James Fischer, der im Alter von 15 Jahren, 4 Monaten und 1 Tag Großmeister wurde. Mittlerweile hält diese Bestleistung Sergej Karjakin, der seine letzte erforderliche Titelnorm im Alter von 12 Jahren und 7 Monaten erzielte.
Auch Problemkomponisten können den Titel Großmeister erhalten, wenn sie nur genügend Schachprobleme in den FIDE-Alben veröffentlichen können.
Siehe auch: Liste bekannter Schachspieler
Weblink
- [http://www.fide.com/official/handbook.asp?level=B0101 Offizielle Titelbestimmungen auf fide.com]
Kategorie:SchachKategorie:Sportliche Auszeichnung
1950
Politik
- 1. Januar: Max Petitpierre wird Bundespräsident der Schweiz
- 4. Januar: Israel erklärt Jerusalem zur Hauptstadt von Israel
- 21. Januar: Gründung der "Deutschen Reichspartei (DRP) durch Fusion der DKP-DRP mit der NDP
- 26. Januar: Mit Inkrafttreten der neuen Verfassung (verabschiedet 26. November 1949) wird Indien offiziell zur Republik. Erster Präsident wird Rajendra Prasad
- 15. März: Der 1948 ausgearbeitete Kopenhagener Wellenplan tritt in Kraft. Da Deutschland in diesem Plan nur wenige Frequenzen im Mittelwellenbereich zugeteilt werden, wird der zügige Aufbau der UKW-Sendernetze favorisiert. Allerdings wird dieser sehr umstrittene Wellenplan in vielen Ländern kaum eingehalten
- 18. März: In Kairo gibt es ein Aufführungsverbot für Filme mit Elizabeth Taylor, da sie an einer Galaveranstaltung zur finanziellen Unterstützung Israels teilgenommen hat
- 16. April: Die Briten unterbrechen ihre Bombenabwürfe auf Helgoland, seit Kriegsende Übungsziel
- 5. Mai: Thailand. Krönung von König Rama IX.
- 9. Mai: Robert Schuman legt mit seiner Idee eines vereinten Europas den Grundstein für die heutige Europäische Union
- 15. Juni: Der Deutsche Bundestag beschließt den Beitritt der Bundesrepublik zum Europarat
- 25. Juni: Beginn des Koreakriegs (Ende des Krieges: 17. Juli 1953)
- 28. Juni: Nordkoreanische Streitkräfte nehmen die südkoreanische Hauptstadt Seoul ein
- 4. Juli: Sendebeginn von Radio Free Europe in München
- 6. Juli: Im Görlitzer Vertrag zwischen der DDR und der Volksrepublik Polen wird die Oder-Neiße-Linie als neue polnische Westgrenze festgelegt
- 17. Juli: Afghanistan. 1. Transit-Abkommen mit der UdSSR
- 19. Juli: Zentralrat der Juden in Deutschland gegründet
- 25. Juli: In der DDR wird Walter Ulbricht auf der konstituierenden Sitzung des neuen Zentralkomitees der SED Generalsekretär
- 5. August: Veröffentlichung der Charta der deutschen Heimatvertriebenen
- 22. August: Gründung des THW (Technisches Hilfswerk)
- 25. August: Friedrich Flick wird begnadigt
- 31. August: Die Zeugen Jehovas werden in der DDR verboten, worauf es zu Hunderten von Verhaftungen und Schauprozessen kommt
- 13. September - Die erste Volkszählung in der Bundesrepublik Deutschland wird durchgeführt.
- 15. September: Mit der Landung bei Incheon beginnt die Gegenoffensive der alliierten Truppen im Koreakrieg
- 26. September - Die USA erklären die zwei Tage zuvor geschehene Bombardierung der Stadt Antung (Mandschurei) zum Irrtum und erklären sich zu Schadensersatz gegenüber der Volksrepublik China bereit.
- 28. September: Indonesien wird Mitglied bei den Vereinten Nationen
- 29. September - Die DDR wird Mitglied im Comecon.
- 8. Oktober - In Karlsruhe beginnt die Tätigkeit des Bundesgerichtshofs.
- 9. Oktober: Rücktritt des deutschen Innenministers Gustav Heinemann wegen des Bestrebens des Kanzlers Konrad Adenauer nach Wiederbewaffnung
- 19. Oktober: Mit der Überschreitung des Grenzflusses Yalu durch Freiwilligenverbände beginnt die Teilnahme Chinas am Koreakrieg
- 4. November: Die Europäische Konvention zum Schutz der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK) wird unterzeichnet
Katastrophen
- 12. März: Sigginston, Wales, Großbritannien. Eine Avro Tudor V stürzte während des Landeanflugs ab. Alle 83 Menschen an Bord starben dabei
- 24. Juni: Lake Michigan, USA. Eine DC-4 der Northwest Airlines explodierte und stürzte in den Michigansee, ca. 30 km nördlich von Benton Harbor. Alle 58 Menschen starben
- 21. Juli: Der Elefant Tuffi springt aus der fahrenden Wuppertaler Schwebebahn
- 15. August: Erdbeben der Stärke 8,6 in Assam, Indien, 1.530 Tote
Wirtschaft
- In Deutschland ersetzen mit Bundesrepublik Deutschland geprägte Münzen die der Bank deutscher Länder
- 31. Januar: In der Bundesrepublik Deutschland werden die Lebensmittelkarten abgeschafft
- 15. Mai: Die Sowjetunion erlässt der DDR und der BRD die Hälfte der noch zu zahlenden Reparationsleistungen. Die BRD allerdings hatte jedoch bisher noch keine Reparationen dorthin geleistet, auch später nicht mehr
Kultur
- 2. Januar: Guatemala wird Mitglied in der UNESCO
- 10. Januar: Panama wird Mitglied in der UNESCO
- 23. Januar: Schweden wird Mitglied in der UNESCO
- 14. Mai: Uraufführung der Oper Don Juan und Faust von Hermann Reutter an der Staatsoper in Stuttgart
- 16. Mai: Uraufführung der musikalischen Komödie Das Feuerwerk von Paul Burkhard in München
- 19. Mai: Costa Rica wird Mitglied in der UNESCO
- 27. Mai: Indonesien wird Mitglied in der UNESCO
- 14. Juni: Jordanien wird Mitglied in der UNESCO
- 14. Juni: Republik Korea wird Mitglied in der UNESCO
- 25. September: In Hamburg nimmt der Westdeutsche Rundfunk den ersten Fernsehsender in Betrieb
- Eine Forschungsgruppe der UNESCO kommt zu dem Ergebnis, dass der Rassebegriff wissenschaftlich nicht haltbar ist
- Namensänderung „Freie Protestanten“ in Deutsche Unitarier Religionsgemeinschaft (siehe Unitarier)
- Lafayette Ronald Hubbard, der Gründer der Scientology-Sekte, veröffentlicht sein Werk „Dianetics: The Modern Science of Mental Health“
- Eröffnung des Georg-Kolbe-Museum
Sport
Einträge von Leichtathletik-Weltrekorden siehe unter der jeweiligen Disziplin unter Leichtathletik.
- Die Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien gewinnt das Nachbarland Uruguay. Der Gastgeber wird nur Zweiter
- 3. Juni Erstbesteigung der/des Annapurna und des ersten Achttausenders, des zehnthöchsten Berges der Erde
- 2. September: Der Deutsche Turnerbund wird wieder gegründet
1. Halbjahr
- 1. Januar: Morgan Fisher, britischer Keyboarder
- 3. Januar: Christoph Delz, Schweizer Komponist und Pianist († 1993)
- 4. Januar: Christel Happach-Kasan, deutsche Politikerin und MdB
- 5. Januar: Chris Stein, Gitarrist und Mitbegründer der Band Blondie
- 7. Januar: Harry Böseke, deutscher Schriftsteller
- 9. Januar: Wolfgang Rohde, deutscher Musiker
- 9. Januar: Norbert Leisegang, deutscher Musiker (Keimzeit)
- 9. Januar: Willi Zylajew, deutscher Politiker
- 9. Januar: Rio Reiser, deutscher Rockmusiker (Ton Steine Scherben) († 1996)
- 10. Januar: Winfried Schäfer, Fußballtrainer
- 10. Januar: Carlo Siliotto, italienischer Komponist hauptsächlich von Filmmusik
- 13. Januar: Wolfgang Holzhäuser, deutscher Fußball-Funktionär
- 13. Januar: Bernd Wippich, deutscher Musiker
- 14. Januar: Hanne Haller, deutsche Schlagersängerin, Komponistin, Texterin († 2005)
- 16. Januar: Damo Suzuki, Sänger der Krautrockgruppe Can
- 16. Januar: Caroline Munro, Schauspielerin
- 20. Januar: Udo Röbel, Journalist und Autor
- 20. Januar: Mahamane Ousmane, nigerischer Politiker und Präsident des Landes
- 21. Januar: Marion Becker, ehemalige deutsche Leichtathletin
- 21. Januar: Silke Maier-Witt, Krankenschwester, Psychologin, RAF-Terroristin
- 21. Januar: Agnes van Ardenne, niederländische Politikerin
- 21. Januar: Billy Ocean, Popsänger aus Trinidad
- 22. Januar: Werner Schulz, deutscher Politiker
- 23. Januar: Luis Alberto Spinetta, argentinischer Rockmusiker und -komponist
- 23. Januar: Richard Dean Anderson, US-amerikanischer Schauspieler
- 24. Januar: Daniel Auteuil, französischer Schauspieler
- 26. Januar: Ivan Hlinka, tschechischer Eishockeyspieler und -trainer († 2004)
- 26. Januar: Jörg Haider, österreichischer Politiker und Großgrundbesitzer
- 27. Januar: Günter Gloser, deutscher Politiker der SPD und MdB
- 28. Januar: Hamad ibn Isa Al Chalifa, König von Bahrain
- 28. Januar: Heinz Wewering, Trabrennfahrer und -trainer
- 30. Januar: Karlheinz Weimar, deutscher Politiker und MdL
- 31. Januar: Wilfried Nippel, deutscher Althistoriker
- 2. Februar: Barbara Sukowa, deutsche Schauspielerin
- 2. Februar: Serafim Urecheanu, moldawischer Politiker und Bürgermeister
- 4. Februar: Freya Klier, deutsche Autorin und Regisseurin
- 4. Februar: Leo Dautzenberg, deutscher Politiker
- 5. Februar: Franz Schausberger, österreichischer Politiker
- 6. Februar: Mike Batt, englischer Musiker und Komponist
- 6. Februar: René Fasel, Präsident der IIHF
- 6. Februar: Natalie Cole, US-amerikanische Sängerin und Filmschauspielerin
- 7. Februar: Marilyn Cochran, US-amerikanische Skirennläuferin
- 8. Februar: Jochen Leiß, deutscher Tischtennisspieler
- 8. Februar: Marcel Ospel, UBS-Verwaltungsratspräsident
- 10. Februar: Mark Spitz, Schwimmer, Olympiasieger
- 11. Februar: Jewgeni Sweschnikow, russisch-lettischer Schachmeister
- 12. Februar: Steve Hackett, britischer Musiker
- 12. Februar: Detlev Meyer, deutscher Dichter († 1999)
- 12. Februar: Angelo Branduardi, italienischer Musiker
- 13. Februar: Peter Gabriel, britischer Pop-Musiker
- 13. Februar: Keiko Takemiya, japanische Mangaka
- 15. Februar: Berthold Huber, deutscher Gewerkschafter
- 19. Februar: Yvonne Gunner, britische Künstlerin
- 19. Februar: Takanohana Kenshi, japanischer Sumo-Ringer († 2005)
- 20. Februar: Tony Wilson, britischer Musikmanager, Nachtclubbetreiber und TV-Journalist
- 20. Februar: Walter Becker (Musiker), Musiker
- 21. Februar: Richard Tarnas, Professor für Philosophie and Psychologie
- 22. Februar: Julie Walters, britische Schauspielerin
- 22. Februar: Miou-Miou, französische Schauspielerin
- 22. Februar: Aun Schaukat al-Chasauneh, jordanischer Diplomat und Jurist
- 22. Februar: Julius Erving, US-amerikanischer Basketballspieler
- 23. Februar: Klaus Brasch, deutscher Schauspieler († 1980)
- 23. Februar: Michel Meynaud, Musiker
- 24. Februar: Richard Bandler, Mitentwickler der Neurolinguistischen Programmierung
- 25. Februar: Neil Jordan, irischer Filmregisseur, Drehbuchautor und Produzent
- 25. Februar: Néstor Kirchner, Politiker, Präsident von Argentinien
- 25. Februar: Francisco Fernández Ochoa, spanischer Skirennläufer
- 26. Februar: Helen Clark, Premierministerin von Neuseeland
- 3. März: Karl Goldammer, österreichischer Maler
- 5. März: Willy Matheisl, Fotograf
- 5. März: Tom Russell, Sänger, Songwriter
- 6. März: Felix Genn, Bischof von Essen
- 6. März: Berthold Tillmann, deutscher Politiker, Oberbürgermeister von Münster
- 7. März: Paul Krüger, deutscher Politiker
- 7. März: Reinhard Kaiser, deutscher Schriftsteller und Übersetzer
- 10. März: Karlheinz Klotz, deutscher Leichtathlet
- 11. März: Carlo Schmid-Sutter, Schweizer Politiker
- 11. März: Bobby McFerrin, US-amerikanischer Vokalkünstler
- 13. März: André Brie, deutscher Politiker, Mitglied des Europäischen Parlaments
- 13. März: Charles Krauthammer, US-amerikanischer Kolumnist
- 13. März: Robert Brandom, US-amerikanischer Professor für Philosophie
- 13. März: William H. Macy, US-amerikanischer Schauspieler
- 15. März: Kurt Koch, Bischof des Bistums Basel
- 16. März: Joe Bugner, Profi-Boxer
- 17. März: Rötger Feldmann, Comiczeichner
- 18. März: Claudia Winterstein, deutsche Politikerin
- 18. März: Peter Funke, deutscher Althistoriker
- 18. März: James Conlon, US-amerikanischer Dirigent
- 18. März: Brad Dourif, US-amerikanischer Schauspieler
- 19. März: Kurt Weigel, katholischer Priester, Urlauberseelsorger und Buchautor
- 20. März: Franz Josef Radermacher, Mathematiker und Wirtschaftswissenschaftler
- 20. März: Carl Palmer, Rockmusiker
- 20. März: William Hurt, US-amerikanischer Schauspieler
- 21. März: Roger Hodgson, britischer Musiker
- 21. März: Horst Hoffmann, deutscher Schriftsteller
- 21. März: Elvira Grudzielski, Heimatforscherin
- 22. März: Goran Bregović, Bosnischer Musiker und Komponist
- 22. März: Pieke Biermann, deutsche Krimi-Schriftstellerin und Übersetzerin
- 22. März: Hugo Egon Balder, deutscher Schauspieler und Kabarettist
- 23. März: Michael Easley, US-amerikanischer Politiker und Gouverneur von North Carolina
- 24. März: Claudia Lux, deutsche Bibliothekarin
- 26. März: Martin Short, Schauspieler, Drehbuchautor und Produzent
- 26. März: Alan Silvestri, US-amerikanischer Komponist
- 27. März: Burk Mertens, deutscher Radiomoderator und Karnevalist († 2004)
- 27. März: Tony Banks, Keyboarder der britischen Band Genesis
- 30. März: Robbie Coltrane, schottischer Schauspieler
- 31. März: András Adorján (Schachspieler), ungarischer Schachspieler
- 1. April: Lothar Binding, deutscher Politiker und MdB
- 1. April: Ed Nijpels, niederländischer Politiker
- 3. April: Diether Dehm, deutscher Politiker, auch Liedermacher und Autor
- 3. April: Georges Christoffel Maria Evers, Pflegewissenschaftler († 2003)
- 4. April: Roswitha Müller-Piepenkötter, deutsche Politikerin
- 5. April: Agnetha Fältskog, Sängerin, ABBA Mitglied
- 6. April: Ulrich Barnickel, deutscher Künstler
- 7. April: Günther Friedrich Nolting, deutscher Politiker
- 7. April: Cyriak Schwaighofer, österreichischer Politiker
- 7. April: Franz Wittmann (Rallyefahrer), österreichischer Rallyefahrer
- 8. April: Margrit Wetzel, deutsche Politikerin und MdB
- 8. April: Martin Grzimek, deutscher Schriftsteller
- 8. April: Grzegorz Lato, polnischer Fußballspieler
- 9. April: Wolfram Kuschke, deutscher Politiker und Minister des Landes Nordrhein-Westfalen
- 10. April: Eddie Hazel, US-amerikanischer Gitarrist († 1992)
- 11. April: Paul Fromin, französischer Komponist und Dirigent
- 12. April: Joachim Knape, deutscher Professor für Allgemeine Rhetorik
- 12. April: Flavio Briatore, Playboy und Formel 1 Manager
- 12. April: David Cassidy, US-amerikanischer Schauspieler und Sänger
- 13. April: Ron Perlman, US-amerikanischer Schauspieler
- 14. April: Péter Esterházy, ungarischen Schriftsteller
- 18. April: Grigori Sokolow, russischer Pianist
- 20. April: Alexander Iwanowitsch Lebed, russischer Politiker und Gouverneur von Krasnojarsk († 2002)
- 22. April: Peter Frampton, britischer Rockmusiker
- 23. April: Maria Böhmer, deutsche Politikerin, MdB († 2005)
- 23. April: Rolf Schilling, deutscher Dichter und Schriftsteller
- 24. April: Anita Lochner, deutsche Schauspielerin und Synchronsprecherin
- 24. April: Helmut Rau, deutscher Politiker und MdL
- 25. April: Peter Hintze, deutscher Politiker
- 25. April: Heribert Rech, deutscher Politiker und Innenminister des Landes Baden-Württemberg
- 25. April: Helmut Draxler, österreichischer Manager
- 28. April: Jay Leno, US-amerikanischer Komiker und Fernsehmoderator
- 29. April: Phillip Noyce, australischer Regisseur
- 29. April: Bjarne Reuter, dänischer Schriftsteller
- 30. April: Pedro Barceló, Althistoriker
- 30. April: Christine Hohmann-Dennhardt, deutsche Politikerin und Richterin am Bundesverfassungsgericht
- 2. Mai: Angela Krauß, deutsche Schriftstellerin
- 2. Mai: Manfred Maurenbrecher, deutscher Liedermacher und Autor
- 2. Mai: Ulrich Goll, deutscher Politiker, Justizminister von Baden-Württemberg
- 5. Mai: Mary Hopkin, britische Sängerin
- 5. Mai: Barbara Salesch, deutsche Richterin
- 5. Mai: Maggie MacNeal, niederländischer Sängerin
- 5. Mai: Morton Rhue, US-amerikanischer Schriftsteller
- 6. Mai: Stelian Moculescu, Trainer der Deutschen Volleyball-Nationalmannschaft der Männer
- 6. Mai: Samuel K. Doe, Präsident von Liberia († 1990)
- 7. Mai: Elisabeth Gürtler-Mauthner, österreichische Unternehmerin
- 9. Mai: Angelika Buck, deutsche Eiskunstläuferin
- 12. Mai: Renate Stecher, deutsche Leichtathletin
- 12. Mai: Dieter Borst, deutscher Maler
- 12. Mai: Bruce Boxleitner, ein US-amerikanischer Schauspieler
- 12. Mai: Gabriel Byrne, Irischer Filmschauspieler
- 13. Mai: Danny Kirwan, britischer Musiker
- 13. Mai: Laszlo Lajos Kletz, ungarischer Maler
- 13. Mai: Stevie Wonder, US-amerikanischer Pop-Sänger
- 15. Mai: Ernst Dörfler, deutscher Autor und Umweltschützer
- 15. Mai: Bernd Schröder (Politiker), deutscher Politiker
- 16. Mai: Johannes Georg Bednorz, deutscher Physiker
- 16. Mai: Billy West, Sprecher für Zeichentrickserien und Filme in den USA
- 17. Mai: Janez Drnovšek, slowenischer Politiker und Staatsmann
- 18. Mai: Mark Mothersbaugh, US-amerikanischer Musiker, Komponist und Sänger
- 19. Mai: Kirsten Boie, deutsche Schriftstellerin
- 19. Mai: Tadeusz Ślusarski, polnischer Leichtathlet (Stabhochsprung) († 1998)
- 23. Mai: Matthias Holtmann, deutscher Hörfunk-Redakteur
- 26. Mai: Ewa Klamt, deutsche Europaabgeordnete
- 27. Mai: Heinz Lanfermann, deutscher Politiker
- 27. Mai: Dee Dee Bridgewater, US-amerikanische Jazz-Sängerin
- 29. Mai: Lothar Hay, deutscher Politiker
- 29. Mai: Rebbie Jackson, US-amerikanische Sängerin und Musikerin
- 30. Mai: Bertrand Delanoë, Bürgermeister von Paris
- 30. Mai: Peter van Roye, deutscher Ruderer
- 1. Juni: Bill Young, australischer Schauspieler und Regisseur
- 1. Juni: Roger van Gool, belgischer Fußballspieler
- 1. Juni: Peter Hans, deutscher Politiker und Mitglied der CDU
- 1. Juni: Annemarie Jorritsma, niederländische Politikerin
- 2. Juni: Jonathan Evans, britischer Europaabgeordneter
- 3. Juni: Marianne Bachmeier, deutsche Mutter, die im Gerichtssaal den Mörder ihrer Tochter erschoss († 1996)
- 3. Juni: Suzi Quatro, US-amerikanische Sängerin
- 5. Juni: Thea Dückert, deutsche Politikerin
- 5. Juni: Albrecht Beutelspacher, deutscher Mathematiker
- 5. Juni: Johannes Voggenhuber, österreichischer Politiker
- 5. Juni: Ronnie Dyson, US-amerikanischer Popsänger († 1990)
- 6. Juni: Chantal Akerman, belgische Filmregisseurin und Professorin für Film
- 9. Juni: Ulrich Adam, deutscher Politiker und MdB
- 10. Juni: Anna Jantar, polnische Schlagersängerin († 1980)
- 11. Juni: Lynsey De Paul, britische Sängerin und Songschreiberin
- 11. Juni: Bjarne Stroustrup, dänischer Informatiker
- 13. Juni: Gerd Zewe, deutscher Fußballspieler
- 14. Juni: Rowan Williams, Erzbischof von Canterbury
- 15. Juni: Cosey, Schweizer Comic-Zeichner und Illustrator
- 17. Juni: Thomas Freitag, deutscher Kabarettist
- 18. Juni: Annelie Ehrhardt, deutsche Leichtathletin und Olympiasiegerin
- 19. Juni: Ann Wilson, Frontsängerin der Gruppe Heart
- 20. Juni: Gudrun Landgrebe, deutsche Schauspielerin
- 21. Juni: John Paul Young, australischer Popsänger
- 21. Juni: Rainer Arnold, deutscher Politiker und MdB
- 22. Juni: Adrian Năstase, rumänischer Politiker
- 23. Juni: Wolfgang Herrmann, deutscher Sänger, Komponist, Texter und Arrangeur
- 24. Juni: Wilfried (Austropop), österreichischer Sänger
- 25. Juni: Paul Breuer, Derzeit (2003) amtierender Landrat Siegen-Wittgenstein
- 26. Juni: Makgatho Mandela, Anwalt, Geschäftsmann, Sohn von Nelson Mandela († 2005)
- 26. Juni: Peter Gaymann, deutscher Cartoonist und Autor
- 27. Juni: Renate Gradistanac, deutsche Politikerin
- 27. Juni: Clay Blaker, US-amerikanischer Country-Musiker
- 28. Juni: Ernst Kranz, deutscher Politiker
- 28. Juni: Marlene Streeruwitz, österreichische Schriftstellerin
- 29. Juni: Gerald Thalheim, deutscher Politiker
- 30. Juni: Bodo Fürneisen, deutscher Filmregisseur und Drehbuchautor
2. Halbjahr
- 1. Juli: Reinhard Mirmseker, Eiskunstläufer
- 2. Juli: Annika Thor, schwedische Schriftstellerin
- 3. Juli: James Hahn, ehemaliger Bürgermeister von Los Angeles
- 5. Juli: Manfred Schütz, deutscher Unternehmer in der Musikbranche
- 5. Juli: Huey Lewis, US-amerikanischer Musiker und Schauspieler
- 7. Juli: Gerda Hasselfeldt, deutsche Politikerin
- 9. Juli: Adriano Panatta, Tennisspieler
- 9. Juli: Wiktor Janukowytsch, ukrainischer Politiker
- 18. Juli: Richard Branson, englischer Unternehmer, Ballonfahrer
- 18. Juli: Mark Udall, US-amerikanischer Politiker
- 19. Juli: Per-Kristian Foss, norwegischer konservativer Politiker
- 20. Juli: Elfriede Kern, österreichische Schriftstellerin
- 20. Juli: Eric Carr, US-amerikanischer Musiker und Schlagzeuger († 1991)
- 21. Juli: Hans-Kurt Hill, deutscher Politiker
- 23. Juli: Konrad Nabel, deutscher Politiker
- 23. Juli: Pavel Gililov, russischer Pianist
- 24. Juli: Walter Schachermayer, Mathematiker
- 26. Juli: Jenny Holzer, US-amerikanische Konzeptkünstlerin
- 28. Juli: Hellmut Königshaus, deutscher Politiker und MdB
- 29. Juli: Helmut Schmitzberger, österreichischer Komponist und Dirigent
- 29. Juli: Maricica Puica, rumänische Leichtathletin und Olympiasiegerin
- 30. Juli: Frank Stallone, US-amerikanischer Schauspieler und Sänger
- 1. August: Stephan Braunfels, deutscher Architekt
- 1. August: Roy Williams, US-amerikanischer Basketballtrainer
- 2. August: Mathieu Carrière, deutscher Schauspieler
- 3. August: Waldemar Cierpinski, deutscher Marathonläufer
- 3. August: Ernesto Samper Pizano, Staatspräsident der Republik Kolumbien
- 4. August: István Jónyer, ungarischer Tischtennisspieler
- 5. August: Frank Terletzki, deutscher Fußballer
- 7. August: Rodney Crowell, US-amerikanischer Country-Sänger, Songwriter und Produzent
- 7. August: David Wottle, US-amerikanischer Golfspieler, Leichtathlet und Olympiasieger
- 8. August: Jamie O'Hara, Country-Sänger und -Songwriter
- 8. August: Martine Aubry, französische Politikerin und Bürgermeisterin von Lille
- 8. August: Ken Kutaragi, Manager
- 11. August: Elmar Kraushaar, deutscher Journalist und Schriftsteller
- 11. August: Steve Wozniak, Mitbegründer von Apple Computer
- 12. August: Iris Berben, deutsche Schauspielerin
- 14. August: Gary Larson, US-amerikanischer Comic-Zeichner und Cartoonist
- 15. August: Anne Mountbatten-Windsor, Princess Royal, englische Prinzessin und Tochter von Elisabeth II
- 15. August: Jorma Ollila, Unternehmer
- 16. August: Josef Göppel, deutscher Politikerin
- 16. August: Hasely Crawford, ehemaliger Leichtathlet aus Trinidad und Tobago
- 16. August: Wiltrud Drexel, österreichische Skirennläuferin
- 18. August: Ingo Stawitz, Politiker
- 18. August: Jeffrey Burns, US-amerikanischer Komponist und Pianist († 2004)
- 20. August: Petra Vogt, deutsche Leichathletin
- 21. August: Patrick Juvet, Schweizer Sänger, Pianist und Songschreiber
- 26. August: Ahmet Özhan, türkischer Sänger der klassischen türkischen und mystischen Musik
- 28. August: Thomas Duttenhoefer, deutscher Bildhauer
- 29. August: Manfred Helmut Zöllmer, deutscher Politiker
- 29. August: Norbert Rüther, deutscher SPD-Politiker
- 30. August: John Landis, US-amerikanischer Filmregisseur und Drehbuchautor
- 1. September: Stefan Junge, deutscher Leichtathlet
- 1. September: Michail Jefimowitsch Fradkow, Ministerpräsident Russlands
- 1. September: Familie Walfridsson, schwedischer Autosportler und war ein Rallye- und Rallycross-Fahrer
- 2. September: Michael Rother, Musiker
- 3. September: Jean-Pierre Abelin, französischer Abgeordneter
- 13. September: Włodzimierz Cimoszewicz, polnischer Politiker
- 16. September: Loyola de Palacio, spanische Politikerin
- 18. September: Shabana Azmi, indische Filmschauspielerin und Sozialaktivistin
- 19. September: Erkki Liikanen, finnischer Politiker
- 19. September: André Lombard, Schweizer Meister im Schach
- 21. September: Charles Clarke, britischer Politiker
- 21. September: Bill Murray, US-amerikanischer Schauspieler
- 21. September: Hans Demant, Vorstandsvorsitzender der Adam Opel AG
- 22. September: Max Färberböck, deutscher Filmregisseur
- 26. September: Bärbel Struppert, deutsche Leichtathletin
- 27. September: Fabienne Pakleppa, Autorin
- 28. September: Josef Tošovský, tschechischer Bankier und Politiker
- 28. September: John Sayles, US-amerikanischer Filmregisseur, Drehbuchautor, Produzent und Schauspieler
- 30. September: Mariano García Remón, spanischer Fußballtrainer
- 1
Schachweltmeister Die weltbesten Spieler vor Einführung der Weltmeisterschaftskämpfe
Im 16. Jahrhundert waren die besten Spieler der Welt der Spanier Ruy López de Segura (um 1560) und nach ihm die Italiener Paolo Boi, Leonardo da Cutri (um 1575) und Alessandro Salvio (um 1600), beginnend mit dem 17. Jahrhundert ab etwa 1620 dann Gioacchino Greco.
Im 18. Jahrhundert boten die Italiener mit Domenico Lorenzo Ponziani, Ercole del Rio und Giambattista Lolli richtungsweisende Theoretiker auf, doch Frankreich besaß die praktisch besseren Spieler und lief Italien diesbezüglich den Rang ab. Die Franzosen Kermuy Sire de Legal (1730-1745), André Danican Philidor (1745-1795), Alexandre Louis Honoré Lebreton Deschapelles (1800-1820) und Louis-Charles Mahé de La Bourdonnais (1820-1840) lösten sich sich als weltbeste Spieler gegenseitig ab. Berühmtheit erlangte La Bourdonnais' 85 Partien andauernder Wettkampf (eigentlich waren es 6 hintereinander) gegen den Iren Alexander MacDonnell in London 1834, den der Franzose gewann.
Nach dem Sieg des Engländers Howard Staunton über den Franzosen Pierre Saint Amant in einem in Paris 1843 organisierten Wettkampf galt nun England als erste Schachnation, angeführt von Staunton. Staunton war es auch, der sich maßgeblich für die Durchführung des ersten internationalen Schachturniers überhaupt, anläßlich der Weltausstellung 1851 in London, einsetzte. Überraschend für alle, für Staunton vielleicht am meisten, gewann nicht der englische Vorkämpfer, sondern es siegte der bis dahin gänzlich unbekannte Deutsche Adolf Anderssen aus Breslau.
Anderssens Sieg vor Staunton ließ ihn nun in der Schachwelt als weltbesten Spieler gelten. 1858 spielte er in Paris einen Wettkampf gegen den sich damals in Europa befindlichen US-Amerikaner Paul Morphy, den der geniale Morphy glänzend gewann. Der vielbewunderte Amerikaner hörte allerdings bald danach mit dem Schachspiel auf, sodass Anderssen nun wieder als führender Meister in der Welt angesehen wurde.
Nachdem Wilhelm Steinitz 1866 Anderssen in einem in London ausgespielten Wettkampf bezwungen hatte, galt er als unbestritten bester aktiver Spieler der Welt.
Die Zeit der Weltmeisterschaftskämpfe
Nach seinem überwältigenden Sieg beim großen Internationalen Turnier in London 1883 (vor Steinitz) betrachtete sich Johannes Hermann Zukertort als Champion of the World und forderte Steinitz' Führungsanspruch heraus. Die Schachwelt erwartete einen Zweikampf dieser Rivalen und bekam ihn: Durch seinen 12,5:7,5-Sieg (+10-5=5) über Zukertort im Wettkampf vom 11. Januar bis zum 29. März 1886, der in New York, St. Louis und New Orleans stattfand, gilt Wilhelm Steinitz allgemein als der 1. Schachweltmeister.
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Nach Steinitz' Wettkampfsieg fanden sich etliche Herausforderer, die mit ihm um die Weltmeisterschaft spielen wollten. Bis 1948 war es dann allein Sache des Weltmeisters, wessen Herausforderung er annahm, und wem er einen Weltmeisterschaftskampf verweigerte. Der Titelhalter konnte daher die Bedingungen und das Preisgeld fast nach Belieben diktieren.
Insbesondere während der Zeit Emanuel Laskers auf dem Weltmeisterthron wurde dies oft kritisiert, da würdige Gegner nicht oder erst nach langjährigen Verhandlungen zum Zuge kamen.
José Raúl Capablanca versuchte 1922 klare Regeln einzuführen, die von seinen potentiellen Herausforderern (Alexander Aljechin, Efim Bogoljubow, Géza Maróczy, Richard Réti, Akiba Rubinstein, Savielly Tartakower und Milan Vidmar) akzeptiert wurden. Sie bestanden aus 21 Paragraphen, die im Dezember 1923 im American Chess Bulletin abgedruckt wurden. Die Hauptpunkte waren:
# Der Titelhalter muss seinen Titel innerhalb eines Jahres verteidigen, wenn er von einem anerkannten Meister herausgefordert wird, sofern dieser einen Preisfonds von mindestens 10.000 Dollar garantiert und 500 Dollar vorab als Sicherheit hinterlegt. Der Weltmeister hat aber das Recht, das genaue Datum für den Beginn des Wettkampfes festzulegen.
# Vom Preisgeld gehen 20 Prozent an den Titelhalter, der Rest wird im Verhältnis 60:40 zwischen Gewinner und Verlierer des Wettkampfes verteilt.
# Der Wettkampf geht auf sechs Gewinnpartien, Remisen zählen nicht. Die Bedenkzeit ist 150 Minuten für 40 Züge. Nach fünf Stunden Spielzeit gibt es eine Hängepartie.
Der Nachfolger Capablancas als Weltmeister, Alexander Aljechin, hielt sich zwar formal an diese Regeln, einem Rückkampf mit Capablanca ging er aber dadurch aus dem Weg, dass er die Herausforderungen anderer Spieler stets bevorzugt berücksichtigte.
Von 1948 bis 1993 wurde die Weltmeisterschaft vom Weltschachbund FIDE ausgerichtet. Der jeweilige Herausforderer des Weltmeisters wurde durch ein mehrstufiges Qualifikationssystem (regionale Zonenturniere, Interzonenturnier und Kandidatenturnier) ermittelt.
Nachdem Kasparow 1993 nicht mehr bereit war, seinen Titel unter der Ägide der FIDE zu verteidigen, hat sich der vor 1948 übliche Zustand wieder eingestellt. Kasparow verteidigte seinen Titel nach vom Kommerz diktierten Bedingungen. 2000 verlor er ihn an den nun amtierenden Weltmeister Wladimir Kramnik. Parallel hierzu veranstaltet die FIDE eine offizielle Weltmeisterschaft, deren Gewinner aber allgemein nicht als weltbeste Spieler anerkannt werden.
Ein Versuch, die beiden Weltmeistertitel wieder zu vereinigen, war das von dem amerikanischen Großmeister Yasser Seirawan initiierte Übereinkommen von Prag, welches am 6. Mai 2002 von Garri Kasparow, Wladimir Kramnik und Kirsan Iljumschinow, dem Präsidenten der FIDE, unterzeichnet wurde. Dieses ist mitterweile gescheitert, da geplante Qualifikationswettkämpfe nicht zustande kamen.
1. Weltmeister: Wilhelm Steinitz (1886 - 1894)
Steinitz war eine Kämpfernatur und scheute keine Auseinandersetzung. Wie schon vor dem Wettkampf mit Zukertort wählte er sich erneut den (außer ihm selbst) erfolgreichsten und seine Stellung in der Schachwelt am ehesten bedrohenden Spieler zum Kampf um den Weltmeistertitel.
- Die erste Titelverteidigung vom 20. Januar bis zum 24. Februar 1889 in Havanna gewann er 10,5:6,5 (+10-6=1) gegen Michail Tschigorin.
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- Zur zweiten Titelverteidigung trat er vom 9. Dezember 1890 bis zum 22. Januar 1891 in New York gegen Isidor Gunsberg an und gewann 10,5:8,5 (+6-4=9).
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- Vom 1. Januar bis zum 28. Februar 1892 verteidigte Steinitz seinen Titel wiederum in Havanna gegen Michail Tschigorin erfolgreich mit 12,5:10,5 (+10-8=5).
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- In dem Wettkampf vom 15. März bis zum 26. Mai 1894 in New York, Philadelphia und Montréal musste sich Steinitz dem jungen deutschen Talent Emanuel Lasker 7:12 (+5-10=4) geschlagen geben.
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2. Weltmeister: Dr. Emanuel Lasker (1894 - 1921)
Lasker war insgesamt 27 Jahre von 1894 bis 1921 Weltmeister. Seine überragende Stellung in der Schachwelt jener Zeit ist unbestritten. Allerdings war seine Weltmeisterschaft auch dadurch geprägt, dass er Zweikämpfen ungewissen Ausganges durch das Aufstellen nur schwer zu erfüllender Bedingungen aus dem Weg zu gehen wusste. So kam es zu einem von der Schachwelt gewünschten Wettkampf mit dem polnischen Meister Akiba Rubinstein nicht und zu einem Kräftemessen mit dem späteren Weltmeister José Raúl Capablanca erst 1921.
Im einzelnen spielte Lasker nach seinem Sieg über Steinitz 1894 noch folgende Weltmeisterschaftskämpfe:
- Vom 7. November 1896 bis zum 14. Januar 1897 gab es in Moskau einen Revanchekampf gegen Steinitz, den Lasker wiederum für sich entscheiden konnte. Endergebnis: 12,5-4,5 (+10-2=5)
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- 1907 (ausgetragen vom 26. Januar bis 6. April) siegte Lasker über den Amerikaner Frank Marshall. Endergebnis: 11,5-3,5 (+8-0=7). Gespielt wurde in verschiedenen Städten der USA (New York City, Philadelphia, Washington, Baltimore, Chicago und Memphis).
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- 1908 (Dauer: vom 17. August bis 30. November) besiegte der Weltmeister seinen deutschen Rivalen Siegbert Tarrasch. Die Städte Düsseldorf und München teilten sich die Ausrichtung. Endergebnis: 10,5-5,5 (+8-3=5)
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- Vom 19. November bis 9. Dezember 1909 konnte sich Lasker in Paris überlegen gegen David Janowski durchsetzen. Endergebnis: 8-2 (+7-1=2)
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- Vom 7. Januar bis 10. Februar 1910 verteidigte Lasker seinen Titel gegen Carl Schlechter. Der Wettkampf endete unentschieden, was zur Titelverteidigung ausreichte. Endergebnis: 5-5 (+1-1=8). Spielorte waren Wien und Berlin.
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- 1921 (15. März bis 28. April) unterlag Lasker dem kubanischen Meister José Raúl Capablanca in Havanna. Endergebnis: 5-9 (+0-4=10). Lasker brach den Wettkampf durch Aufgabe ab, da er mit dem tropischen Klima nicht zurechtkam.
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3. Weltmeister: José Raúl Capablanca (1921 - 1927)
Capablanca dominierte die Schachturniere in den 1920er Jahren und war vor allem für sein tiefes positionelles Verständnis berühmt. Vom 16. September bis zum 29. November 1927 kam es in Buenos Aires zum langerwarteten Wettkampf um die Weltmeisterschaft gegen Alexander Aljechin, den Capablanca mit 15,5-18,5 (+3-6=25) verlor. In der Folgezeit versuchte er vergebens, Aljechin zu einem Revanchekampf zu bewegen.
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4. Weltmeister: Alexander Aljechin (1927 - 1935, 1937 - 1946)
Durch seinen spektakulären Sieg über Capablanca bestieg Aljechin 1927 den Schachthron. Obwohl er seinem Vorgänger einen Revanchewettkampf versprach, wich Aljechin in den nächsten Jahren Capablanca zu allen Gelegenheiten aus und ein Rückkampf kam nicht zustande. Statt dessen spielte er folgende Wettkämpfe:
- Vom 6. September bis zum 17. November 1929 verteidigte er seinen Titel erfolgreich gegen Efim Bogoljubow. Endergebnis: 15,5-9,5 (+11-5=9). Der Wettkampf wurde teilweise in den Niederlanden (verschiedene Orte) und Deutschland (ebenfalls an verschiedenen Orten) gespielt.
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- Vom 1. April bis zum 14. Juni 1934 trat er erneut gegen Bogoljubow an, der wiederum keine ernsthafte Chance gegen Aljechin hatte. Endergebnis: 15,5-10,5 (+8-3=15). Verschiedene Städte Deutschlands waren Ausrichter.
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- 1935 (Wettkampfdauer: 3. Oktober bis 15. Dezember) verlor er, schlecht vorbereitet, seinen Weltmeistertitel an Max Euwe. Endergebnis: 14,5-15,5 (+8-9=13). Gespielt wurde in verschiedenen niederländischen Städten.
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- 1937 gelang es ihm im Revanchekampf gegen Euwe, seinen Titel zurückzugewinnen. Endergebnis: 15,5-9,5 (+10-4=11). Gespielt wurde vom 5. Oktober bis zum 7. Dezember wieder in verschiedenen niederländischen Städten.
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Zu weiteren Wettkämpfen kam es während des Zweiten Weltkrieges nicht. 1946 starb Aljechin, der Kollaboration mit den Deutschen und des Antisemitismus bezichtigt, in Portugal.
5. Weltmeister: Prof.Dr. Max Euwe (1935 - 1937)
Der Niederländer Machgielis (Max) Euwe konnte durch seinen Sieg über Aljechin zwei Jahre lang den Weltmeistertitel für sich beanspruchen. Er war der einzige Amateur, der den Titel Schachweltmeister inne hatte.
Hierdurch war er auch als einer der Kandidaten für das Weltmeisterschaftsturnier von 1948 prädestiniert, bei dem er sich jedoch nicht durchzusetzen vermochte.
Das Weltmeisterschaftsturnier von 1948
Durch den Tod Alexander Aljechins wurde der Weg frei für die Ausrichtung der Weltmeisterschaftskämpfe durch den Weltschachverband (FIDE). Der von der FIDE gekürte und als solcher auch offiziell anerkannte Weltmeister (die FIDE ernannte bereits 1928 Efim Bogoljubow zum offiziellen Champion der FIDE) wurde in einem Weltmeisterschaftsturnier ermittelt, das 1948 Michail Botwinnik für sich entscheiden konnte.
An dem Turnier, ausgerichtet vom 1. März bis zum 18. Mai 1948 zunächst in Den Haag, dann in Moskau zu Ende gespielt, nahmen neben Michail Botwinnik noch Paul Keres, Wassili Smyslow, Samuel Reshevsky und Ex-Weltmeister Max Euwe teil. Der ursprünglich gleichfalls als Teilnehmer vorgesehene amerikanische Meister Reuben Fine verzichtete. Die fünf Teilnehmer spielten jeder gegen jeden 5 Partien. Endergebnis:
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Die Weltmeisterschaften der FIDE bis 1990
Das neue Weltmeisterschaftsregelment sah vor, dass der Weltmeister seinen Titel alle drei Jahre verteidigen musste. Der jeweilige Herausforderer wurde durch Zonen-, Interzonen- und Kandidatenturniere ermittelt.
Bis 1963 galt zudem die Regel, dass dem Weltmeister im Falle eines Titelverlustes ein Revancherecht ein Jahr später zustehen sollte.
6. Weltmeister: Dr. Michail Botwinnik (1948 - 1957, 1958 - 1960, 1961 - 1963)
Nach dem FIDE-Reglement spielte Botwinnik folgende Titelkämpfe:
- Vom 15. März bis zum 11. Mai 1951 verteidigte Botwinnik seinen Titel in Moskau gegen den Gewinner des erstmals offiziell von der FIDE ausgerichteten Kandidatenturniers David Bronstein. Der Weltmeister behielt seinen Titel nach unentschiedenem Endresultat. Endergebnis: 12-12 (+5-5=14)
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- Vom 16. März bis zum 13. Mai 1954 spielte Botwinnik gegen Wassili Smyslow Unentschieden, was ihm ebenso wie 1951, den Titel sicherte. Endergebnis: 12-12 (+7-7=10), Spielort war Moskau.
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- 1957 verlor Botwinnik seinen Titel an Smyslow. Endergebnis: 9,5-12,5 (+3-6=13). Man spielte vom 2. März bis zum 27. April in Moskau.
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- Vom 4. März bis zum 8. Mai 1958 gelang Botwinnik in Moskau die Revanche gegen Smyslow. Endergebnis: 12,5-10,5 (+7-5=11)
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- Vom 15. März bis zum 7. Mai 1960 trat Botwinnik gegen Michail Tal an. Endergebnis: 8,5-12,5 (+2-6=13). Michail Tal wurde neuer Weltmeister.
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- 1961 gelang Botwinnik, vom 15. März bis zum 12. Mai in Moskau ausgespielt, wiederum die Revanche. Endergebnis: 13-8 (+10-5=6)
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- 1963 trat Botwinnik zum letzten WM-Kampf an. Die FIDE änderte das Reglement und nahm dem Weltmeister das Privileg des Revanchekampfes. Botwinnik unterlag vom 23. März bis zum 22. Mai in Moskau dem armenischen Großmeister Tigran Petrosjan mit dem Endergebnis 9,5-12,5 (+2-5=15).
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7. Weltmeister: Wassili Smyslow (1957 - 1958)
Der Zweitplazierte des Weltmeisterschaftsturniers von 1948 konnte Botwinnik 1957 im Weltmeisterschaftskampf bezwingen, unterlag dem alten Weltmeister jedoch ein Jahr später bei dem von den Statuten vorgesehenen Revanchekampf.
8. Weltmeister: Michail Tal (1960 - 1961)
Der junge Michail Tal galt als "Feuerkopf" unter den Schachmeistern seiner Zeit. 1960 setzte er sich gegen Weltmeister Botwinnik durch. Zur allgemeinen Überraschung gelang dem weitaus älteren Botwinnik aber dank seiner präzisen Wettkampfvorbereitung erneut die Revanche.
9. Weltmeister: Tigran Petrosjan (1963 - 1969)
1963 gelang es Petrosjan, einem der besten Defensivspieler der Schachgeschichte, Botwinnik zu schlagen. Danach spielte Petrosjan folgende Wettkämpfe:
- 1966, vom 11. April bis 9. Juni in Moskau, verteidigte er seinen Titel erfolgreich gegen Boris Spasski. Endergebnis: 12,5-11,5 (+4-3=17)
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- Im Wettkampf von 1969 (14. April bis 17. Juni ebenfalls in Moskau), verlor er den Titel an einen diesmal weit besser vorbereiteten Spasski. Endergebnis: 10,5-12,5 (+4-6=13)
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10. Weltmeister: Boris Spasski (1969 - 1972)
Spasskys Weltmeisterschaft dauerte drei Jahre bis zu dem vielbeachteten Wettkampf mit dem amerikanischen Schachgenie Robert James "Bobby" Fischer.
- Vom 11. Juli bis zum 31. August 1972 fand in Reykjavik der durch die Massenmedien zum Kampf der Systeme und Match des Jahrhunderts hochstilisierte Weltmeisterschaftskampf zwischen dem Sowjetbürger Spasski und dem US-Amerikaner Fischer statt: Robert Fischer wurde hochüberlegen neuer Schachweltmeister mit dem Endergebnis 12,5-8,5 (+7-3=11, wobei Fischer die 2. Partie wegen Nichterscheinens kampflos verlor).
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11. Weltmeister: Robert James (Bobby) Fischer (1972 - 1975)
Die Weltmeisterschaft Fischers wurde im Westen stark bejubelt. Zu der Faszination, die das Schachgenie Fischer ausstrahlte gesellte sich die Genugtuung darüber, dass es einem Amerikaner gelungen war, in die Domäne der Sowjetischen Schachschule einzudringen.
Fischers Besteigung des Schachthrons erwies sich sehr überraschend zugleich als das Ende seiner Karriere: Der Amerikaner zog sich vom Schach zurück und verteidigte seinen Titel im Jahr 1975 nicht gegen den von der FIDE ermittelten Herausforderer Anatoli Karpow. Dem Verzicht Fischers gingen lange Verhandlungen über die Modalitäten im Wettkampfreglement voraus. Die FIDE war nicht bereit zu Fischers Bedingungen (Spiel auf 10 Gewinne, Remis zählen nicht, beim Stand von 9-9 wird das Match als Unentschieden abgebrochen) den Wettkampf auszurichten.
12. Weltmeister: Anatoli Karpow (1975 - 1985)
Nachdem Fischer zu dem Weltmeisterschaftskampf 1975 nicht antrat, wurde Herausforderer Karpow von FIDE-Präsident Euwe kampflos zum Weltmeister proklamiert. Als Weltmeister spielte Karpow folgende Wettkämpfe:
- Vom 16. Juli bis zum 17. Oktober 1978 spielte Karpow gegen Viktor Kortschnoi in Baguio auf den Philippinen um die Weltmeisterschaft. Die FIDE änderte das Reglement - nicht mehr 24 Partien wurden gespielt sondern ein Match auf 6 Gewinne, Remis zählten nicht. Das Endergebnis lautete 16,5-15,5 (+6-5=21) für den Titelverteidiger.
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- 1981 gewann Karpow wiederum gegen Kortschnoi. Endergebnis: 11-7 (+6-2=10). Man spielte vom 1. Oktober bis zum 19. November in Meran.
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- Ein 1984 begonnener Weltmeisterschaftskampf gegen Garri Kasparow wurde Anfang 1985 nach einer Vielzahl von Partien abgebrochen. Bei Abbruch des Wettkampfes lag Karpow zwar in Führung, war aber sichtlich angeschlagen, so dass der Abbruch allgemein als eine Begünstigung des Weltmeisters gegenüber seinem jungen Rivalen angesehen wurde. Man spielte, wie 1978 und 1981, auf sechs Gewinne, Remis zählten nicht. Endergebnis: 25-23 (+5-3=40). Spielort war seit 1969 erstmals wieder Moskau. Der Wettkampf begann am 10. September 1984 und wurde am 14. Februar 1985 vom FIDE-Präsidenten Florencio Campomanes (entgegen FIDE-Reglement) abgebrochen.
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- Vom 3. September bis zum 9. November 1985 wurde der Wettkampf unter einem neuen Reglement (24 Partien. Sieger wurde, wer 12½ Punkte machte) in Moskau wiederholt. Karpow musste sich Kasparow geschlagen geben. Endergebnis: 11-13 (+3-5=16).
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13. Weltmeister: Garri Kasparow (1985 - 1993)
Unter der Leitung der FIDE spielte Kasparow zunächst folgende Wettkämpfe:
- Vom 28. Juli bis zum 8. Oktober 1986 spielte Kasparow in London (erste 12 Partien) und Leningrad (letzte 12 Partien) ein Revanchematch gegen Karpow. Karpow unterlag erneut. Endergebnis: 12,5-11,5 (+5-4=15).
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- 1987 verteidigte er seinen Titel erneut gegen Karpow, diesmal durch ein Unentschieden. Spielort war Sevilla, man spielte vom 12. Oktober bis zum 18. Dezember. Endergebnis: 12-12 (+4-4=16).
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- Vom 8. Oktober bis zum 31. Dezember 1990 spielten die beiden Dauerrivalen ihr letztes Match um die Weltmeisterschaft. Die erste Hälfte fand in New York City statt, die letzten 12 Partien wurden in Lyon gespielt. Endergebnis: 12,5-11,5 (+4-3=17) für Kasparow.
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- 1993 kam es zum Bruch zwischen Kasparow und der Weltschachorganisation. Kasparow weigerte sich, unter den finanziellen Bedingungen der FIDE erneut um die Weltmeisterschaft zu spielen und wurde daraufhin gemeinsam mit Nigel Short, seinem Herausforderer für 1993, von der FIDE disqualifiziert. Die beiden Spieler waren in der Folge maßgeblich an der Gründung eines eigenen Schachverbandes, der Professional Chess Association (PCA), beteiligt. Hiernach wurden in beiden Verbänden rivalisierende Weltmeister ermittelt.
Die Weltmeisterschaften außerhalb der FIDE (klassische Weltmeisterschaft)
13. Weltmeister: Garri Kasparow (1993 - 2000)
Kasparow verteidigte
- vom 6. September bis zum 21. Oktober 1993 seinen Titel (in einem von der PCA veranstaltenen Wettkampf) in London gegen den Briten Nigel Short mit dem Endergebnis von 12,5-7,5 (+6-1=13).
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- 1995 (vom 11. September bis zum 13. Oktober in New York City) fand der nächste PCA-unterstützte Wettkampf statt: der Inder Viswanathan Anand trat gegen Kasparow an. Endergebnis: 10,5-7,5 für Kasparow (+4-1=12).
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Erst im Jahre
- 2000 verteidigte Kasparow seinen Titel erneut. Der Niedergang der PCA führte mit sich, dass kein Herausforderer für den Weltmeister ermittelt wurde. Kasparows Gegner Wladimir Kramnik war seit Aljechins Tagen der erste Herausforderer, den der Weltmeister sich aussuchte. Dass und wie – nämlich ohne einen einzigen Sieg zu erreichen – Kasparow seinen Titel an Kramnik verlor, wurde allgemein als sensationell angesehen. Man spielte vom 8. Oktober bis zum 2. November in London. Endergebnis: 6,5-8,5 (+0-2=13).
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14. Weltmeister: Wladimir Kramnik (seit 2000)
- Vom 15. September bis zum 18. Oktober 2004 verteidigte Kramnik gegen den durch das Kandidatenturnier von Braingames qualifizierten Ungarn Péter Lékó seinen Titel in Brissago durch ein Unentschieden. Endergebnis: 7-7 (+2-2=10).
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FIDE-Weltmeisterschaften seit 1993
Nachdem die FIDE den amtierenden Weltmeister und seinen ermittelten Herausforderer disqualifiziert hatte, wurde zeitgleich mit dem PCA-Weltmeisterschaftskampf eine "Ersatz"-WM durchgeführt. Die FIDE nominierte die beiden letzten Gegner von Nigel Short in den Kandidatenkämpfen, Jan Timman und Anatoli Karpow.
- 1993 besiegte Karpow den Niederländer Timman mit 12,5-8,5.
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Die FIDE ließ ihren Weltmeister 1995 bereits in das Halbfinale der Kandidatenkämpfe eingreifen. Karpow besiegte Boris Gelfand mit 6-3, ehe es
- 1996 zum Weltmeisterschaftskampf (zugleich das Kandidatenfinale) Karpows gegen Gata Kamsky kam (10,5-7,5), der zugleich der letzte WM-Kampf in der Geschichte der FIDE war.
Von 1997 bis 2004 fanden K.-o.-Turniere um die FIDE-Weltmeisterschaft statt (die FIDE hat diese WM inzwischen für zukünftige Veranstaltungen zum 'World-Cup' umgetauft), die sich von den 'klassischen' Weltmeisterschaften dadurch unterschieden, dass auf eine umfassende Qualifikation verzichtet und die Partiezahl deutlich gesenkt wurde. Ein Turnier nach K.-o.-Regeln mit 128 Teilnehmern, durchgeführt innerhalb weniger Wochen, sollte den FIDE-Weltmeister ermitteln. Man spielte auf eine sehr kurze Distanz (in den ersten Runden zwei Turnierpartien pro Wettkampf, ab dem Halbfinale 4 Turnierpartien, im Finale 6 Turnierpartien). Über das Weiterkommen bei Gleichstand entschieden sehr oft Schnell- und Blitzpartien.
Beim ersten Turnier in dieser Form, in Groningen, im Dezember
- 1997, erhielt Karpow als Titelverteidiger noch das Privileg, in das Finale, das im Januar 1998 in Lausanne ausgespielt wurde, gesetzt zu werden. Er besiegte Anand, den Sieger des K.-o.-Wettbewerbes, in zwei 25-Minuten-Partien mit 2-0, nachdem der reguläre Wettkampf nach Turnierpartien 3-3 endete. Dieses Privileg des Titelverteidigers wurde bei den folgenden K.-o.-Weltmeisterschaften nicht mehr zur Anwendung gebracht, da von den Spielern heftigst kritisiert worden ist, dass der Weltmeister unter anderen physischen Voraussetzungen antritt und einen ungeheuren Vorteil gegenüber dem Herausforderer, der mehrere Wochen schwerster Qualifikationskämpfe hinter sich hat, besitze. Karpow nahm seitdem nicht mehr an diesen Veranstaltungen teil.
Das zweite K.-o.-Turnier um die FIDE-Weltmeisterschaft fand
- 1999 in Las Vegas statt. Keiner der Favoriten konnte sich durchsetzen. Überraschend wurde Alexander Chalifman, der im Finale Vladimir Akopian mit 3,5-2,5 besiegte, Weltmeister.
Die dritte Veranstaltung fand
- 2000 in New Delhi, das Finale in Teheran statt. Diesmal setzte sich einer der Favoriten durch: Anand schlug Alexei Shirov im Finale mit 3,5-0,5.
Der vierte K.-o-Wettbewerb fand ein Jahr später statt. Zur Jahreswende
- 2001/2002 in Moskau gab es wiederum eine Überraschung: der junge Ukrainer Ruslan Ponomarjow gewann im Finale gegen seinen Landsmann Wassyl Iwantschuk mit 4,5-2,5.
:Heftig kritisiert wurde die FIDE nach dem WM-Turnier für die Einführung einer neuen, drastisch verkürzten, Bedenkzeit: das Spieltempo beträgt seit 2002 bei offiziellen FIDE-Turnieren (WM, Olympiade, Jugend-WM etc.) 90 Minuten für 40 Züge und 15 Minuten für den Rest der Partie, zusätzlich werden 30 Sekunden für jeden ausgeführten Zug addiert. Die 'klassische' Bedenkzeit, die nach wie vor auf internationalen (nicht-FIDE) Turnieren gilt und von der überwiegenden Mehrzahl der Spieler favorisiert wird (gemäß einer ChessBase-Umfrage 80% ist 2 Stunden für 40 Züge, 1 Stunde für die nächsten 20, dann 1 oder eine halbe Stunde für den Rest. Bei manchen Turnieren gibt es in der 7. Spielstunde noch einen zusätzlichen Aufschlag von 30 Sekunden pro Zug, wie z. B. bei den beiden Weltmeisterschaftskämpfen, die Kramnik spielte.
Die fünfte und letzte dieser Veranstaltungen fand
- 2004 in Tripolis statt, wo es die bis dahin größte Überraschung gab, als sich der Usbeke Rustam Kasimjanov den Titel holte. Er besiegte den Briten Michael Adams im Finale mit 1,5-0,5 in zwei fällig gewordenen 25-Minuten-Partien, da der Stand nach regulären Turnierpartien 3-3 war. An diesem umstrittensten aller FIDE-K.-o.-Turniere nahmen allerdings nur sehr wenige Weltklassespieler teil. Einerseits wurden durch die libysche Staatsführung alle israelischen und jüdischen Schachspieler boykottiert, andererseits war ein umstrittener Vertrag der FIDE, der die Teilnehmer im Ungewissen über eine Vergütung ihrer Spesen ließ, Grund für zahlreiche Absagen.
Die FIDE-Schachweltmeisterschaft
- 2005 fand vom 27. September bis 16. Oktober in San Luis (Argentinien) statt. Die FIDE nahm Abstand vom umstrittenen K.O-System und veranstaltete zum ersten Mal seit 1948 ein Rundenturnier, das den Weltmeister küren sollte. Auch auf die heftig kritisierte verkürzte Bedenkzeit verzichtete die FIDE in dem Turnier, das mit der klassischen Bedenkzeitregelung von 2 Stunden/40 Züge danach 1 Stunde/20 Züge und 1 Stunde für den Rest ausgespielt wurde. Eingeladen waren acht Spieler; neben dem Titelverteidiger Rustam Kasimjanow auch Wladimir Kramnik und Garri Kasparow. Da Kramnik dieses Turnier nicht als WM und den Vereinigungsvertrag der konkurrierenden Weltmeisterschaften als von der FIDE gebrochen ansah, nahm er die Einladung nicht an, ebenso sagte auch Kasparow, der seine Karriere beendet hatte, ab. Es nahmen acht Spieler teil, die in 14 Runden jeweils zwei Partien gegeneinander zu spielen hatten. Der Bulgare Wesselin Topalow gewann das Turnier ungeschlagen mit 1,5 Punkten Vorsprung auf Viswanathan Anand und Pjotr Swidler, nachdem er eine überragende Leistung in der ersten Hälfte geboten hatte, indem er 6,5 Punkte aus den ersten 7 Partien erzielte, und in der zweiten Hälfte alle restlichen Partien remisierte.
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Liste der Schachweltmeister (In Kontinuität der Person seit Steinitz)
(Anm.: Diese Einteilung ist umstritten, da an die "Kontinuität" teils unterschiedliche Massstäbe angelegt werden. So weigerte sich Fischer, seinen Titel gegen Karpow zu verteidigen, woraufhin der Titel 1975 kampflos an Karpow ging. 1993 weigerte sich Kasparov ebenfalls, seinen Titel zu verteidigen, behielt jedoch den Titel und veranstaltete in der Folge einen Privatwettkampf den er als Titelverteidigung betrachtete; bei gleichen Massstäben hatte er den Titel jedoch zu dem Zeitpunkt gar nicht mehr inne. Nach gleicher Logik könnte die "Kontinuität der Person" auch durch die erfolgreiche Titelverteidigung von Fischer gegen Spasski 1992 angesehen werden, ebenfalls ein Privatwettkampf. Demnach wäre Fischer zur Zeit Weltmeister.)
Liste der Schachweltmeister (Ermittelt durch die FIDE)
Bemerkung: 1928 richtete die FIDE ihre erste offizielle Weltmeisterschaft aus: einen Wettkampf zwischen Efim Bogoljubow und Max Euwe (Ergebnis: 5,5-4,5), 1929 nochmals zwischen den beiden gleichen Gegnern (Ergebnis: 5,5-4,5). Beide Weltmeisterschaften gewann Bogoljubow. Auf dem 5. Kongreß der FIDE, 1928 in Amsterdam - an dem der Weltmeister Alexander Aljechin gleichfalls teilnahm -, wurde Bogoljubow der Titel Champion der FIDE verliehen. (vgl. Isaak und Wladimir Linder: Das Schachgenie Aljechin, Berlin 1992, S.197.)
Schachweltmeisterinnen
Siehe auch: Schach, Brettspiel, Sport, Weltmeister
Kategorie:Schach
Weltmeister
ja:チェスの世界チャンピオン一覧
19. Jahrhundert
Das 19. Jahrhundert begann am 1. Januar 1801 und endete am 31. Dezember 1900. Es gehört zur Epoche der Neuzeit, die um die Jahrhundertwende zum 16. Jahrhundert begonnen hatte.
Neue Organisationsformen: Der Nationalstaat
Fragt man nach den Organisationsformen, danach in welchen Einheiten sich die Menschen wahrnahmen, dann dürfte dies die große Veränderung sein, die mit den ersten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts eintrat: Der Nationalstaat wurde als neue politische Institution aufgebaut. Er forderte neue Themen, neue Bildungssysteme, neue wirtschaftliche Strukturen, eine neue Vorstellung seitens derer, die in ihm lebten: die Bereitschaft, sich als Bürger zu sehen und sich dementsprechend zu organisieren.
Herrschaft geht im 18. Jahrhundert noch von den Herrschaftshäusern und politischen Parteiungen aus, sowie von mächtigen Adeligen, die hinter den Parteiungen stehen. Kriege werden im 18. Jahrhundert dementsprechend wahrgenommen: Regenten wollen sie, und lassen "ihr" Geld in sie fließen. Militärische Niederlagen werden im 18. Jahrhundert nicht als nationale Demütigungen empfunden, sondern als Teil einer von Regenten gestalteten Machtpolitik. Hier entwickelt sich im 19. Jahrhundert eine ganz neue Wahrnehmung. Sie ist vor allem eine Folge der Französischen Revolution und der Napoleonischen Kriege, die von einem ganz neuen Heer getragen werden - einem aus Staatsbürgern zusammengesetzten. Insbesondere Deutschland hat dem französischen Nationalismus zu Beginn des 19. Jahrhunderts wenig entgegenzustellen. Das Heilige Römische Reich ist in Einzelstaaten zersplittert, die von Napoleon gegeneinander ausgespielt werden. Der Reichsverband wird aufgelöst. Deutschlands Intellektuelle fordern in der Reaktion auf die Bedrohung einen Nationalstaat, der erst noch gegründet werden muss, der jedoch auf diesem Weg mit einem ganz neuen Bewusstsein von Staatsbürgerlichkeit ausgestattet wird. Ende des 19. Jahrhunderts sind militärische Niederlagen dann mit enormen nationalen Gesichtsverlusten verbunden. Ein deutsches Heer zieht 1870 durch Frankreich und erzwingt in Versailles, dem traditionelle Ort der von Frankreich ausgehenden Herrschaft ein Eingeständnis der Niederlage, das als nationale Schmach empfunden werden muss (und 1918 eine internationale Gegenantwort, eine verheerende Demütigung Deutschlands nach sich zieht).
Nationale Euphorien, wie sie in der Befreiung Griechenlands von den Türken in den 1820ern und im Einigungsprozess Italiens Mitte des 19. Jahrhunderts aufkommen, bleiben ohne Parallele im 18. Jahrhundert - weder die englische Glorious Revolution von 1688 noch die Französische Revolution waren von vergleichbaren nationalen Sentimenten der Vereinigung begleitet. Europas Intellektuelle wie der Romantiker Lord Byron, der bei einem militärischen Kommando in Griechenland stirbt, entwickeln eine romantische Identifikation mit den neuen nationalen Bewegungen, die vom Volk getragen werden müssen, um zu funktionieren. Authentischer als Politik des 18. Jahrhunderts, echter, den Wurzeln näher, erscheint der neue Nationalismus.
Das 19. Jahrhundert legte hier Grundsteine für Entwicklungen die im 20. neue Ausprägungen und globale Dimensionen gewinnen sollten. Der Faschismus und der Nationalsozialismus des 20. Jahrhunderts werden sich als national-völkischen Bewegungen manifestieren. Hochtechnisierte und hochgerüsteten Staaten werden sich hier in romantischen Rückbesinnungen auf Völkische Ursprünge definieren und Konflikte globaler Dimensionen austragen, die die Welt neu ordnen werden.
Die Nation als von ihrer Wirtschaft lebende Einheit
Entscheidende Bedeutung für die Ausbildung des Nationalstaates gewinnt im Verlauf des 19. Jahrhunderts die Industrialisierung, die ein Ringen um wirtschaftliche Macht zwischen Europas Nationen auslöst. Im 18. Jahrhundert suchen die Regenten Europas nach Möglichkeiten, ihre Staatshaushalte zu sanieren - Staatshaushalte, die im wesentlichen ihre persönlichen familiären Haushalte sind. Geld leihen sie sich von privaten Finanziers, Steuereinnahmen erhöhen sie, soweit dies geht, im besonderen Fall ziehen sie Geld aus der kursierenden Münze. Es geht aus der Sicht der Haushalte des 17. und 18. Jahrhunderts darum, den Abfluss von Edelmetall ins Ausland verhindern. Infrastrukturmaßnahmen, wie die Ansiedlung von Manufakturen, bleiben im 18. Jahrhundert von den Regenten gesteuerte Maßnahmen. Der Kameralismus entwickelt sich als eigene Wissenschaft der wirtschaftlichen Sanierung eines Territoriums durch den Landesherrn.
Mit dem 19. Jahrhundert verändert sich die Sicht auf wirtschaftliche Entwicklungen. Großbritannien wurde als Kolonialmacht und als Land der hier früh einsetzenden Industrialisierung bereits in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts zum Wirtschaftsimperium. Amsterdam verlor seine Stellung als zentraler Handelsplatz. London, die Hauptstadt des Commonwealth übernahm diese Position. Die nationale Einigung Deutschlands geschieht am Ende im 19. Jahrhundert maßgeblich in einem Aufholprozess, der auf dem Gebiet des Nationalismus mit Frankreich konkurriert, wirtschaftlich und militärisch jedoch mit dem industrialisierten und hochgerüsteten Großbritannien. Ohne die Industrialisierung, wie sie England leistete, kann das aufstrebende Preußen, die Kernmacht des neuen deutschen Reichs, Großbritannien keine Flotte entgegenstellen, und ohne eine Flotte wird die neue Nation keine Chance haben, noch Kolonien zu akquirieren.
Europas Nationen müssen die Rahmenbedingungen für die Industrialisierung stellen, wollen sie einander gegenüber bestehen.
Der wirtschaftliche Konzentrationsprozess wird von neuen Debatten begleitet: Mit der Auseinandersetzung um den Liberalismus geht es im 19. Jahrhundert um die Kernfrage, ob dem Nationalstaat mehr mit einer staatlich gelenkten Wirtschaft gedient ist, oder damit, dass er seinen Bürgern und ihrer Initiative größte Freiheit lässt. Der Kommunismus gewinnt in der Auseinandersetzung zwischen deutschen Debatten und der Realität des englischen Wirtschaftssystems Mitte des 19. Jahrhunderts seine Programmatik. Er prognostiziert, dass mit der neuen wirtschaftliche Integration die Klasse der Arbeiter eigene Kontur gewinnt - eine Klasse, die am Ende das Ende der Nationalstaaten herbeiführen wird, eine Weltherrschaft der Arbeiterklasse, gestützt auf die Produktion, die letztlich von der Arbeiterklasse ausgehen muss.
Der Sozialismus strebt Kompromisse mit dem Nationalstaat an, soziale Sicherungssysteme, die Massenarmut verhindern und den Staat stabilisieren.
Europas Nationen im Wettbewerb um Kolonien
Der Kolonialismus des 19. Jahrhunderts geht im wesentlichen bis in das 16. und 17. Jahrhundert zurück, er weist jedoch gänzlich neue Züge auf. Spanien und Portugal nutzten ihr Kolonien vordringlich, um Gold aus ihnen zu beziehen - das Edelmetall war von kurzem Profit, der Goldfluss führte zu einem Preisverfall, weniger jedoch zum Aufbau sich selbst erhaltender wirtschaftlicher Strukturen. Einen zweiten Entwicklungsschub leistete der niederländische Kolonialismus des 17. Jahrhunderts, der Amsterdam zum Weltfinanzort machte. Ihn prägte der Zusammenschluss Amsterdamer Kaufleute in Handelsgesellschaften, die die größere Erschließung von Wirtschaftsräumen zwischenfinanzierten. Importiert wurden aus den Kolonien Handelswaren. Der Reichtum der Niederlande resultierte aus dem Zwischenhandel und der Veredelung von Rohstoffen in Manufakturen des Landes.
Was dem niederländischen Kolonialismus fehlte, war die staatliche Deckung, die er in Großbritannien entwickelte. Die Unterwerfung des Mogul-Reichs Mitte des 18. Jahrhunderts mit britischer Militärmacht bedeutet hier am Ende eine Weichenstellung in den Kolonialismus des 19. Jahrhunderts. Private Kapitalgesellschaften bilden das Rückgrat des britischen Kolonialismus. Der Staat deckt sie durch den Aufbau der Nationalbank. In den Kolonien baut der erstarkende Staat Substrukturen seiner selbst auf: Eigene Bildungszentren, eine eigene ständige Armee als Ordnungsmacht, eigene staatliche Strukturen, aus denen im 20. Jahrhundert führende Nationen der Dritten Welt hervorgehen.
Der Wettstreit der Nationen um Kolonien wird im 19. Jahrhundert zum zentralen Thema europäischer nationaler Selbstwahrnehmung. Große Projekte wie der Bau des Sueskanals werden zu Kristallisationspunkten des neuen Bewusstseins. Die eigene, europäische Überlegenheit gegenüber dem kolonialen Raum schafft einen Rassismus, der im 18. Jahrhundert nicht bestand, und ein eigenes Feld der Kulturtheorie, in dem es um die Frage geht, unter welcher Bedingung sich Kulturnationen entwickeln.
Rohstoffe, Energiereserven und Industrie
Innerhalb der einzelnen Länder wird die Industrialisierung und die Erschließung der Kohlevorkommen zum Gegenpol des Kolonialismus. Zu verarbeitende Güter werden importiert, Energiereserven müssen im Land für ihre Verarbeitung erschlossen werden. Die Kohlevorkommen Nord und West Englands, Lothringens und des Rheinlands werden der Reihe nach wirtschaftlich nutzbar gemacht. Großbritannien muss sich Ende des 19. Jahrhunderts der wirtschaftlichen Konkurrenz des erstarkten europäischen Kontinents stellen, bevor die USA im 20. Jahrhundert mit einer eigenen Wirtschaftspolitik und Dank ihrer schieren Marktgröße Europas Nationen überholen.
Die Erfindung der Dampfmaschine geht in das frühe 18. Jahrhu | | |