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Großpolen (Landschaft)

Großpolen (Landschaft)

Die Landschaft Großpolen (Wielkopolska) bildet den historischen Kern Polens. Sie umfasst die heutigen Woiwodschaften Lebus, Großpolen, Łódź und den südlichen Teil (Kujawien) der Woiwodschaft Kujawien-Pommern. In Großpolen befanden sich mit Gniezno (Gnesen) und Posen (Poznań) die beiden frühesten Hauptstädte des Landes (10. Jahrhundert - 14. Jahrhundert) Heute bildet Großpolen zusammen mit Masowien die zentral gelegenen Landesteile, durch welche die wichtigsten Verkehrsachsen in Ost-West-Richtung verlaufen. Wichtigste Flüsse sind die Oder (Odra), die Warthe (Warta) und die Weichsel (Wisła), wichtige Städte sind neben Poznań (Posen) und Gniezno (Gnesen) auch Łódź (Lodsch), Gorzów Wielkopolski (Landsberg an der Warthe) und Bydgoszcz (Bromberg).

Siehe auch

Geschichte Polens, Wojewodschaft Großpolen Kategorie:Region Kategorie:Geographie (Polen)

Polen

Die Republik Polen (poln. Rzeczpospolita Polska) ist ein Staat in Mitteleuropa. Polens Grenzen sind 3582 km lang, wobei 467 km auf die Grenze zu Deutschland im Westen, 790 km auf die zu Tschechien und 539 km auf die zu der Slowakei im Süden, 529 auf die zur Ukraine und 416 auf die zu Weißrussland im Osten, 103 km auf die zu Litauen und 210 auf die zur russische Exklave Kaliningrad im Nordosten sowie 528 auf die Ostsee-Küste im Norden entfallen. Flächenmäßig ist Polen der neuntgrößte Staat in Europa. Der Name "Polen" kommt von dem westslawischen Stamm der Polanen, deren Siedlungsgebiet sich im zentralpolnischen Großpolen um Posen und Gnesen befand und die die anderen westslawischen Stämme zwischen Oder und Bug im 10. Jahrhundert unterwarfen und einigten. Den Namen "Polanen" kan man mit "Feldbewohner" übersetzen (pole = Feld). Der latainische Name Terra Poloniae oder Regnum Poloniae wurde seit dem 11. Jahrhundert für das ganze polnische Staatsgebiet verwendet. Das Ursprungsgebiet der Polanen wurde ab dem 14. Jahrhundert als Altpolen und später Großpolen (von lat.: Polonia Maior) bezeichnet, während die südlicheren Landesteile um Krakau Kleinpolen (von lat.: Polonia Minor) genannt wurden. Andere Namen für das Land Polen und die Polen gehen auf den Stamm der Lędzianen zurück, die im Südosten Polens an der mittleren Weichsel siedelten, z.B. Lechia, Lenkija (litauisch), Lechistan (persisch) sowie Lach (russisch), Lengyel (ungarisch).

Geographie

Weichsel Das Gebiet Polens besteht aus fünf geografischen Räumen. Im Nordwesten befindet sich die von der pommerschen bis zur Danziger Bucht reichende Ostseeküste, die durch zahlreiche Nehrungen, Binnengewässer und Dünen gekennzeichnet ist. Die weitgehend gerade verlaufende Küstenlinie wird durch das das Stettiner- und Frische Haff sowie die Pucker Bucht gegliedert. Im Norden und der Mitte schließt sich das von der Eiszeit geformtes Tiefland der mitteleuropäischen Ebene an, das durch seine vier großen Seenplatten (Masurische Seenplatte, Kaschubische Seenplatte, Pommersche Seenplatte und Großpolnische Seenplatte) gekennzeichnet wird, deren Mermal neben den zahlreichen Gewässern vor allem die hügelige Moränenlandschaft ist, vgl. z.B. Kaschubische Schweiz. Südlich daran schließt sich die durch die Urstromtäler der großen Flüsse geprägte Landschaft Schlesiens und Masowiens an. Insbesondere die Lubliner Region an der mittleren Weichsel mit ihren Lößböden ist stark durch die Hohlwege gekennzeichnet. Südlich davon befinden sich die polnischen Mittelgebirge Krakauer-Tschenstochauer Jura, Heiligkreuzberge, Beskiden, Waldkarpaten und Sudeten. Die höchste Erhebung, die Tatra, ist ein geologisch sehr vielseitiges Hochgebirge. Siehe auch: Großpolen, Masowien, Ermland-Masuren, Pommern, Schlesien, Kleinpolen, Podlasien.

Geologie

Podlasien] Die geologische Struktur Polens ist im wesentlichen das Ergebnis einer Plattenkollision der Kontinente Afrika und Europa während der letzten Jahrmillionen und die Vergletscherung aus Skandinavien. Beide Ereignisse formten die Karpaten und die Sudeten. Die Moränenlandschaft Nordpolens weist zumeist Sand- und Lehmböden auf, während die südlicheren Urstromtäler oft Lößböden haben. Der Jura, die Pieninen und die Westliche Tatra betehen aus Kalkstein, während die Hohe Tatra, die Beskiden und das Riesengebirge sich zum großen Teil aus Granit und Basalten zusammensetzten. Das Heiligkreuzgebirge ist eines der ältesten Gebirge der Welt.

Berge

Basalt Polen hat 21 Zweitausender, von denen sich alle in der Tatra befinden. Die Tatra, auf polnischem Gebiet bestehend aus Hoher- und Westlicher Tatra, stellt die höchste Bergkette in Polen und den ganzen Karpaten dar. Der mit 2.499 m höchste Berg Rysy mit seinem hochgelegenen See Morskie Oko liegt in der Hohen Tatra. Der mit 2 m unter N.N. am tiefsten gelegene Punkt befindet sich bei Raczki Elbląskie in der Nähe von Elbląg im Weichseldelta. Die zweithöchste Gebirgkette in Polen sind die Saybuscher Beskiden mit der Babia Gora (1725 m) als höchsten Gipfel. Gefolgten werden sie von dem Riesengebirge, dessen Schneekoppe mit 1602 m die höchste Erhebung der Sudeten darstellt. Zu den schönsten Bergen Polens gehören die Waldkarpaten im äußersten Südosten des Landes, deren höchste in der Polonina die Tarnica mit ca. 1300 m ist. Unter Touristen sind zudem die Niederen Beskiden ca. 1000 m , die Gorce ca. 1300 m, und die Pieniny ca. 1000 m bekannt, die jeweils durch einen Nationalpark geschützt sind. :Kategorie:Gebirge in Polen

Seen

:Kategorie:Gebirge in Polen Polen gehört mit fast 10.000 geschlossenen Gewässern, deren Fläche einen ha überschreitet, zu den seenreichsten Ländern der Welt. In Europa weist nur Finnland mehr Seen pro qm als Polen auf. Die größten Seen mit über 100 km² Fläche sind Sniardwy und Mamry in Masuren sowie Łebsko und Drawsko in Pommern. Neben den Seenplatten im Norden (Masuren, Pommern, Kaschubei, Großpolen) gibt es auch eine hohe Anzahl an Bergseen in der Tatra, von denen das Meeresauge der flächenmäßig größte ist. Der mit über 100 m tiefste See ist der Hancza in der Seenplatte von Wigry östlich von Masuren in der Wojewodschaft Podlachien. Gefolgt wird er von dem Tatra Bergsee "Großer Polnischer See" im "Tal der fünf polnischen Seen". Zu den ersten Seen deren Ufer besiedelt wurden, gehört die Großpolnische Seenplatte. Die Pfahlbausiedlung von Biskupin, die von mehr als 1000 Einwohnern bewohnt wurde, gründeten bereits vor dem 7. Jahrhundert v. Chr. Menschen aus der Lausitzer Kultur. Die Vorfahren der heutigen Polen, die Polanen, bauten ihre ersten Burgen auf den Seeinseln (pl. "Ostrów"). Der legendäre Fürst Popiel soll im 8. Jahrhundert von Kruszwica am Gopło-See regiert haben. Der erste historisch belegte Herrscher Polens, Herzog Mieszko I., hatte seinen Palast auf der Wartheinsel "Ostrów Tumski" in Posen. :Kategorie:See in Polen

Flüsse

:Kategorie:See in Polen ]] Die längsten Flüsse sind die Weichsel mit 1047 km, der Grenzfluss Oder mit 854 km, die Warta mit 808 km und der Bug mit 772 km. Die Weichsel und die Oder münden genauso wie zahlreiche kleiner Flüsse in Pommern in die Ostsee. Die Liebe und die Wegorapa fließen über die Pregel und die Czarna Hancza über die Memel in die Ostsee. Daneben entwässern einige kleinere Flüsse, wie die Izer in den Sudeten über die Elbe in die Nordsee. Die Orawa aus den Beskiden fließt über die Waag und die Donau genauso wie einige kleiner Flüsse aus den Waldkarpaten über den Dnister ins Schwarze Meer. Die polnischen Flüsse wurden schon sehr früh zur Schifffart genutzt. Bereits die Wikinger befuhren mit ihren Drachenbooten während ihrer Raubzüge durch Europa die Weichsel und die Oder. Im Mittelalter und der Neuzeit als Polen-Litauen die Kornkammer Europas waren, gewann die Verschiffung von Agrarprodukten auf der Weichsel Richtung Danzig und weiter nach Westeuropa eine sehr große Bedeutung, wovon noch viele Renaissance- und Barockspeicher in den Städten entlang des Flusses zeugen. :Kategorie:Fluss in Polen

Küste

:Kategorie:Fluss in Polen] Die polnische Ostseeküste ist 528 km lang und erstreckt sich von Swinemünde auf den Inseln Usedom und Wollin im Westen bis zu Krynica Morska auf der Frischen Nehrung (auch Weichsel Nehrung genannt) im Osten. Die polnische Küste ist zum großen Teil eine sandige Ausgleichsküste die durch die stetige Bewegung des Sandes aufgrund der Strömung und des Windes von West nach Ost charakterisiert wird. Dadurch bilden sich viele Kliffe, Dühnen und Nehrungen, die nach dem Auftreffen auf Land viele Binnengewässer schaffen, wie z.B das Jezioro Łebsko im Slowinzischen Nationalpark bei Łeba. Die bekanntesten Nehrungen sind die Hela und die Frische Nehrung. Die größte polnische Ostseeinsel ist Wolin. Die größten Hafenstädte sind Gdingen, Danzig, Stettin und Swinemünde. Die bekanntesten Ostseebäder sind Zoppot, Misdroy,Kolberg, Łeba, Habichtsberg und Jurata. Polnische Inseln

Bodennutzung

Polnische Inseln] 28% des Landes sind von Wald bedeckt. Über die Hälfte der Fläche wird landwirtschaftlich genutzt, wobei allerdings die Gesamtfläche der Äcker zurückgeht und gleichzeitig die verbliebenen intensiver bewirtschaftet werden. Die Viehzucht ist insbesondere in den Bergen weit verbreitet. Große industrielle Ballungszentren sind das GOP in Oberschlesien, der Ballungsraum um Warschau und Lodsch sowie das Weichseldelta um die Dreistadt Danzig-Zoppot-Gdingen. Über 1 % der Fläche Polens - 3.145 km² - werden in 23 Nationalparks geschützt. In dieser Hinsicht nimmt Polen den ersten Platz in Europa ein. Drei weitere sollen in Masuren, im Krakauer-Tschenstochauer Jura und in den Waldkarpaten neugeschaffen werden. Die meisten polnischen Nationalparks befinden sich in den Bergen im Süden. Zudem werden Sumpfgebiete um Flüsse und Seen in Zentralpolen geschützt, sowie Küstengebiete im Norden. Zudem kommen zahlreiche Reservate und Schutzgebiete.

Flora und Fauna

Schutzgebiete] In Polen leben noch Tiere, die in weiten Teilen Europas bereits ausgestorben sind, wie z.B. der Wisent im Urwald von Bialowieza in Podlachien und der Braunbär in Bialowieza, in der Tatra und in den Waldkarpaten, der Wolf und der Luchs in den Waldgebieten, der Elch in Nordpolen, der Biber in Masuren, Pommern und Podlachien. In den Wäldern trifft man auch auf Nieder- und Hochwild (Rotwild, Rehwild und Schwarzwild). Zudem gibt es im Osten Polens auch Urwälder, die nie von Menschen gerodet wurden, wie der zuvor erwähnte Urwald von Bialowieza. Große Waldgebiete gibt es auch in den Bergen, Masuren, Pommern und Niederschlesien. Polen ist auch das wichtigste Brutgebiet der europäischen Zugvögel. Ein Viertel aller Zugvögel die im Sommer nach Europa kommen brütet in Polen, insbesodere in den Seenplatten und den Sumpfgebieten der Biebrza, Narew und Warthe, die jeweils durch einen Nationalpark geschützt werden. In Masuren gibt es Dörfer in denen mehr Störche als Menschen wohnen. Liste der Nationalparks in Polen

Klima

Das Klima ist gemäßigt und wird nach Osten und Südosten immer kontinentaler. bild:Klima_gdynia.png|Klimadiagramm Gdynia bild:Klima_warschau.png|Klimadiagramm Warschau bild:Klima_krakau.png|Klimadiagramm Krakau bild:Klima_zakopane.png|Klimadiagramm Zakopane

Größte Städte

Zakopane] Zakopane] Zakopane] Zakopane] Zakopane] Siehe auch: Liste der Städte in Polen, Liste deutscher Bezeichnungen polnischer Orte :Kategorie:Ort in Polen

Bevölkerung

Polen hat mit 40 Millionen Einwohnern die achtgrößte Bevölkerungszahl in Europa und die sechstgrößte in der Europäischen Union. Polen ist ethnisch betrachtet ein äußerst homogener Staat, was ein Novum in der polnischen Geschichte darstellt: Die Polen stellen mit 99,3 % die Mehrheitsbevölkerung. Die verbleibende Minderheitsbevölkerung in Polen setzt sich nach der Volkszählung von 2002 aus Deutschen (ca. 150.000), Weißrussen (ca. 49.000) und Ukrainern (ca. 30.000) sowie Tataren, Litauern, Roma, Lemken, Russen, Karäern, Slowaken und Tschechen zusammen. Unter den ausländischen Staatsangehörigen stellen Vietnamesen die größte ethnische Gruppe, gefolgt von Griechen und Armeniern.

Religion

Armenier Armenier) ist die größte Kirche in Polen und die fünftgrößte auf der Welt]] Armenier] Die polnischen Stämme waren ursprünglich Heiden und hatten - ähnlich wie die anderen Westslawen - ein polotheistisches Religionssystem, dessen Hauptgott Świętowit war, dessen vierköpfige Statuten zwischen Pommern (z.B. bei Kap Arkona auf Rügen) und der Ukraine (z.B. der Antichrist aus dem Zburz) gefunden wurden. Diese Religion konnte sich teilweise bis ins 14. Jahrhundert behaupten. Insbesondere im Nordosten wurde auch ein Ahnenkult gepflegt, der teilweise bis ins 19. Jahrhundert überdauerte und in der Romantik u.a. von Adam Mickiewicz in seinem Drama Dziady wieder aufgegriffen wurde. Die polnischen Stämme kamen wahrscheinlich im 9. Jahrhundert über das Großmährische Reich mit dem christlichen Glauben zum ersten mal in Kontakt. Die Wislanen in Kleinpolen wurde zur Zeit der byzantinischen Slawenapostel Kyrill und Method von den Herrschern des Großmährischen Reiches erobert und nach mährischen Chronisten soll bereits zu dieser Zeit das Christentum im slawischen Ritus in der Region um Krakau eingeführt worden sein. Im Jahre 965 heiratete der Herzog von Polen, Mieszko I., eine tschechische Prinzessin christlichen Glaubens und ließ sich im folgenden Jahr im lateinischen Ritus taufen. Damit hatten auch seine Untertanen den neuen Glauben anzunehmen. Polen war jedoch im Mittelalter nie einheitlich in der Religion. Noch bevor sich der christliche Glaube endgültig durchsetzten konnte, wanderten in den nächsten Jahrhunderten, begünstigt durch das Tolleranzedikt von Kalisch von 1265 Juden aus Westeuropa und Hussiten aus Böhmen nach Polen ein. Durch die Union mit Litauen 1386 und 1569 kamen viele weissrussisch- und ukrainischsprachige orthodoxe Christen unter die Herrschaft der polnischen Könige. Das Luthertum fand seit dem 16. Jahrhundert besonders bei der deutschen Bevölkerung in den nordpolnischen Städten viele Anhänger, während der Kalvinismus beim Kleinadel, der Szlachta, beliebt war. Es bildete sich auch eine polnische Sekte der arianischen Polnischen Brüder unter der Leitung von Fausto Sozzini, die in Rakow sogar eine eigene Universität gründete. Der Sejm von 1555 debattierte über die Einführung einer protestantischen Nationalkirche in Polen. Diese wurde zwar nicht eingeführt doch die Warschauer Konföderation und die Heinrichschen Artikel von 1573 sicherten die individuelle Glaubensfreiheit in der polnischen Verfassung, daher kam es in Polen nie zu Religionskriegen. 1596 wurde in der Kirchenunion von Brest die griechisch-katholische Kirche gegründet. Im 17. Jahrhundert vermochte die Gegenreformation jedoch die meisten "Andersgläubigen" auf die katholische Seite zu ziehen. Gegen Ende des 17. Jahrhunderts siedelte der polnische König Jan Sobieski moslemische Tataren in Podlachien an. Eine relativ große moslemische Minderheit lebte auch um Kamieniec Podolski in Podolien, das zwischen 1672 und 1699 zum Osmanischen Reich gehörte. Im 18. Jahrhundert bildeten sich unter den polnischen Juden zwei dominierende Glaubensrichtungen, die aufgeklärte Haskala und die orthodoxen Chassiden. Nach dem Zweiten Weltkrieg und der Westverschiebung Polens ist Polen fast einheitlich katholisch - über 90 % römisch-katholisch, davon etwa 70 % praktizierend; 0,5 % Polnisch-Orthodoxe; 1,4 % Protestanten, 0,1 % Altkatholiken und religiöse Minderheiten von Zeugen Jehovas, Juden und Moslems (unter anderem die Tataren bei Białystok ). Die heute polnischen Regionen Niederschlesien, Lebus, Westpreußen, Pommern und das südliche Ostpreußen waren vor der Vertreibung der ansässigen Bevölkerung nach dem Zweiten Weltkrieg mehrheitlich evangelisch-lutherisch. Oberschlesien und Ermland waren demgegenüber bereits vor dem Zweiten Weltkrieg schon mehrheitlich katholisch. Ein besonders hohes Ansehen in Polen besitzt der verstorbene Papst Johannes Paul II., der vor seiner Papstwahl als Karol Wojtyła Erzbischof von Krakau war und eine bedeutende politische Rolle während des Zusammenbruchs des Ostblocks inne hatte. Siehe auch: Konfessionen in Polen

Geschichte

Hauptartikel: Geschichte Polens

Vorhistorische Zeit und Gründung

Geschichte Polens im Frühmittelalter ]] Während der Eiszeiten lebten bereits Jäger und Sammler auf dem Gebiet des heutigen polnischen Staates, soweit die Vergletscherung ihnen Lebensraum zurückließ. Zentren dieser frühen Kulturen waren z.B Höhlen und Felsen in den südlichen Bergen. So wurde z.B. der Wawelhügel mitsamt Grotte in Krakau schon vor 20.000 Jahren bewohnt. In der Bronze- und Eisenzeit dominierte die Lausitzer Kultur und Przeworsker Kultur. Als bekanntestes Beispiel gilt die Pfahlbausiedlung in Biskupin, die um 700 v. Chr. gegründet wurde und um 400 v. Chr. von Skythen zerstört wurde. Während der Antike unterhielt die Bevölkerung im Gebiet des heutigen Polen über die Bernsteinstrassen Handelsbeziehungen mit Rom und Griechenland. Die Römer erwähnten bereits um Christi Geburt die Städte Kalisch und Turso. Germanische Stämme, die zeitweilig in Nord- und Westpolen siedelten (Goten, Vandalen und Burgunder) zogen während der Spätantike ins heutige Frankreich, Spanien und Tunesien und vermischten sich mit den dortigen Bevölkerungen. Gleichzeitig kamen während der Völkerwanderung andere Völker, darunter die Hunnen, Slawen und Awaren in das heutige Polen. Dauerhaft siedelten seit dem 5. Jahrhundert die Westslawen. Vor der Staatsgründung veranstalteten die Wikinger, Ungarn und Mährer Raubzüge nach Polen. Mit dieser Zeit verbindet man auch die Sagen um die ersten Urfürsten Polens Popiel, Piast, Lech und Siemowit. Polen, dessen Name sich vom westslawischen Stamm der Polanen ableitet, ist als Herzogtum im frühen 10. Jahrhundert von Posen und Gnesen aus gegründet worden. Es wurde von 960 bis 992 vom Herzog Mieszko I. aus der Dynastie der Piasten regiert, der nach und nach die anderen westslawischen Stämme zwischen Oder und Bug unterwarf. 966 ließ sich Mieszko I nach römisch-katholischem Ritus taufen. Das Territorium erreichte durch Eroberungen unter Mieszko I. und seinem Sohn Boleslaw dem Tapferen Grenzen, die den heutigen Staatsgrenzen sehr nahe kamen. Um 997 schloss Polen ein enges politisch-militärisches Bündnis mit dem Heiligen Römischen Reich, während des Staatsakts zu Gnesen im Jahr 1000 wurde die Übereinkunft vom polnischen Herrscher Boleslaw I. und Kaiser Otto III. bestätigt. Mit der Krönung Boleslaws im Jahr 1025 wurde Polen in den Stand eines Königreiches erhoben.

Mittelalter und Neuzeit

Königreich - 1795 ]] Während der Regentschaft des Piasten Kasimir I., wurde die Hauptstadt 1040 von Gnesen nach Krakau verlegt. Nach dem Tod von Boleslaw Schiefmund 1138 wurde die Senioratsverfassung eingeführt, nach welcher die Söhne Boleslaw III. als Juniorherzöge unter dem Seniorat des jeweils Ältesten der Dynastie unter ihnen die einzelnen Landesteile regierten. Bis 1295 dauerte die feudale Zersplitterung, der sogenannte Partikularismus, in Polen an, der zu einer starken politischen Schwächung Polens im 13. Jahrhundert führte. Polen zerfiel in mehrere de facto unabhängige Herzogtümer, Kleinpolen, Großpolen, Pommern, Sandomir, Schlesien, Masowien und Leczyca. Hinzu kamen in den folgenden Jahrhunderten Eroberungen verschiedener Staaten (Kgr. Böhmen, Mgf. Brandenburg, Kreuzritter vom Deutscher Orden). Auch der Mongolensturm des Jahres 1241, und die nachfolgenden großen Plünderungszüge der Tartaren ließen die Bevölkerungszahl in den polnischen Teilfürstentümern schrumfen. Anfang des 14. Jahrhunderts wurde Polen unter der Regentschaft von Wladyslaw Ellenlang wiedervereinigt. Sein Sohn, Kasimir der Große, setzte den väterlichen Kampf um die Einheit fort und leitete erfolgreich soziale und wirtschaftliche Reformen ein, die Polen zu einer machtvollen Position in Mitteleuropa verhalfen. 1386 heiratete der litauische Großfürst Jagiello die polnische Königin Jadwiga von Anjou. Er, Wladyslaw II. Jagiello, nunmehr zugleich litauischer Großfürst und polnischer König, schuf den mächtigen Doppelstaat Polen-Litauen, der für die nächsten 300 Jahre die Geschicke Mittel- und Osteuropas entscheidend beeinflußte. Im 15. Jahrhundert, nach der politischen Ausschaltung des Deutschen Ordens, stieg das aus Polen und Litauen hervorgegangene Großreich zu einer der führenden Kontinentalmächte und war lange Zeit der größte Staat Europas mit Einflußsphären vom Baltischen- zum Schwarzen Meer und von der Adria bis an die Tore Moskaus. Auf Betreiben des letzten polnischen Königs aus der Jagiellonen-Dynastie, Sigismund August, wurde die Personalunion zwischen Polen und Litauen in Lublin im Jahr 1569 in eine Realunion umgewandelt. Polen und Litauen bildeten seit 1569 die sogenannte Adelsrepublik und damit den ersten modernen Staat Europas mit einem adelsrepublikanischen System.

Teilung, Unterdrückung und Kampf um die Unabhängigkeit

Geschichte Polens, 1793, 1795 ]] Durch zahlreiche Kriege mit Schweden, dem Osmanischen Reich, Russland, Brandenburg-Preußen, Siebenbürgen, fehlende politische Reformen, sowie innere Unruhen in der Adelsrepublik, die sich durch Bildung von Magnaten Konföderationen gegen die Interessen des Staates und des Königs, Kosakenaufstände und dauerhafte Konfrontation mit den Krim-Tataren in den südöstlichen Wojewodschaften kennzeichneten, stürzten Polen im 17. und 18. Jahrhundert in dauerhafte Krise. In den drei Teilungen Polens 1772, 1793 und 1795 wurde Polens innere Schwäche von seinen Nachbarn Preußen, Österreich und Russland ausgenutzt, welche Polen überfielen und am Ende rechtswidrig unter sich aufteilten. Polen wurde damit seiner Freiheit beraubt und in drei unterschiedliche Staaten zerrissen. Auf Drängen des französischen Kaisers Napoleon entstand im Rahmen des Friedens von Tilsit 1807 aus den preußischen Besatzungszonen der Zweiten- und Dritten Teilung (1809 kam das mit der Dritten Teilung seit 1795 österreichisch besetzte Westgalizien hinzu), ein relativ kleines Herzogtum Warschau, als Vasallenstaat des revolutionären Frankreichs. Durch die Niederlage der polnisch-französischen Allianz in der Völkerschlacht bei Leipzig 1813, wurde das Herzogtum auf dem durch die Teilungsmächte dominierten Wiener Kongress größenteils 1815 dem zaristischen Russland zugesprochen, welches als Kongress-Polen in Personalunion mit Russland bis 1831 weitgehende Autonomie genoß. Im fehlgeschlagenen Novemberaufstand von 1830 versuchten die Polen die russische Fremdherrschaft und Dominanz abzuschütteln. Mit der Niederlage der Polen wurde die polnische Bevölkerung seit 1831 in den preußischen und russischen Besatzungszonen einer verstärkten Germanisierung - zufolge den preußischen Volkszählungen ohne größere Auswirkungen auf die Bevölkerungsverhältnisse - und Russifizierung unterzogen, die nach dem zweiten gescheiterten großen polnischen Aufstand, dem Januaraufstand von 1863, besonders forciert wurde. Die Bezeichnung Polen wurde verboten und das Land durch die russische Obrigkeit in "Weichselland" unbenannt. Ähnlich verfuhren auch die Hohenzollern mit ihrer Clique in Pommerellen und Großpolen (Provinz Posen), obgleich in preußischen Schulbüchern und Volkszählungen die Bezeichnung "Polen" weiterhin gebräuchlich blieb. Nur im von Österreich besetzten polnischen Galizien konnten die Polen mit den Liberalisierungsbestrebungen des Hauses Habsburg in der Donaumonarchie seit 1867 der geistig-nationalen Knechtschaft in den von Preußen und Russland dominierten Teilen Polens entkommen, das von da ab das Fundament der Wiedergeburt Polens nach dem Ersten Weltkrieg bildete.

Unabhängigkeit und die Zweite Republik 1918 - 1939

Ersten Weltkrieg am 18. März 1921, administrative Aufteilung in Wojewodschaften ]] Aufgrund der Niederlage der Teilungsmächte nach dem Ersten Weltkrieg, erlangte Polen 1918 seine Souveränität zurück. Im Versailler Friedensvertrag wurden die Unabhängigkeit Polens 1919 auch im internationalen Rahmen bestätigt, während die Teilungsverträge der Jahre 1772, 1793 und 1795 für illegal erklärt und anschließend annulliert wurden. Aufgrund der unklaren politischen Verhältnisse nach dem Zusammenbruch der Hohenzollern- und Romanow-Monarchien, kam es zu Grenzkonflikten bei der Neuordnung Mittel- und Osteuropas. 1919 begannen kämpferische Auseinandersetzungen zwischen polnischen, ukrainischen und bolschewistisch-russischen Kräften. Im August 1920 eroberten die Bolschewiken während des Polnisch-Sowjetischen Krieges Ostpolen, darunter auch weite Teile Galiziens. Nach dem Sieg Marschall Piłsudskis gegen die Bolschewiken an der Weichsel, wurde im Friedensvertrag von Riga am 18. März 1921 Polens Ostgrenze im Vergleich zur Curzon-Linie um etwa 250 km nach Osten verschoben. Die Curzon-Linie markierte die östliche Grenze des geschlossenen polnischen Siedlungsgebietes, während die östlichen Gebiete eine gemischte Bevölkerungsstrukur aus Polen, Ukrainern, Weißrussen, Litauern, Juden, Tataren, Deutschen u.a. aufwiesen, wobei Polen in vielen Städten und die anderen Bevölkerungsgruppen, meist Weißrussen bzw. Ukrainer, auf dem Land dominierten. Während die Bevölkerungsmehrheit der Städte meist katholisch bzw. jüdisch war, war die Landbevölkerung überwiegend russisch- bzw. ukrainisch-orthodox. Gleichwohl verfehlte Piłsudski sein Ziel, die Ukraine als unabhängigen „Pufferstaat“ zwischen Polen und Russland zu etablieren, was eines der zentralen Ziele der polnischen Politik war. In Riga erkannte Polen die Ukraine als Teil der Sowjetunion unter Mykoła Skrypnyk an. Im annektierten Gebiet östlich des Westlichen Bugs, bildeten die Polen 1919 25% der Bevölkerung, 1939, nach der Amtszeit Piłsudskis waren es bereits etwa 38%. Polnische Sprachinseln im je nach Region mehrheitlich ukrainisch, weißrussischen oder litauischen Umland waren die Regionen Vilnius und Lemberg. Kurz bevor Polen selbst vom nationalsozialistischen Deutschland überfallen wurde, stellte es im Zuge des Münchener Abkommens territoriale Forderungen an die Tschechoslowakei. Im Oktober 1938 annektierte Polen gegen den Willen der tschechischen Regierung das Olsagebiet, welches 1919 von der Tschechoslowakei besetzt wurde und mehrheitlich von Polen bewohnt wurde. Im September 1939 wurde Polen gemeinsam vom Dritten Deutschen Reich, dem deutschen Vasallenstaat Slowakei unter Jozef Tiso und der Sowjetunion überfallen. Zuerst besetzten Truppen des Deutschen Reichs und der Slowakei das Land und am 17. September, unter dem Vorwand des „Schutzes“ der weißrussisch-ukrainischen Bevölkerung, die Truppen der Sowjetunion. Die Annexion und Aufteilung des polnischen Staatsgebietes war zuvor in einem geheimen Zusatzprotokoll zum Hitler-Stalin-Pakt von den Diktatoren beschlossen worden. Damit nahm der Zweite Weltkrieg seinen Anfang, in dem sechs Millionen polnische Staatsbürger, darunter fast die Hälfte jüdischen Glaubens, ihr Leben verlieren sollten.

Zweiter Weltkrieg 1939 - 1945

Zweite Weltkrieg] Mit dem Überfall Deutschlands am 1. September und der Sowjetunion am 17. September 1939 auf Polen, begann der Zweite Weltkrieg. Noch vor dem Zusammenbruch der polnischen Front, floh die polnische Regierung über das neutrale Rumänien nach Paris, später nach London und organisierte von dort aus die Streitkräfte und den Widerstand neu. Der Krieg gegen Polen sollte nach dem Willen der NS-Führung Züge eines rassistischen Verdrängungs- und Vernichtungsfeldzugs annehmen. Anders als im Westen machte Hitler schon vorher klar, dass er die "Liquidierung des führenden Polentums" (Reinhard Heydrich) ins Auge fasste. Allein in den ersten vier Monaten der deutschen Besatzungsherrschaft wurden mehrere 10.000 Personen erschossen. Dabei ist noch einmal zu betonen, dass es sich hier nicht um einzelne Exzesse handelte, die aus dem Klima des Hasses und den Zufälligkeiten des Krieges heraus entstanden, sondern um durchorganisierten Massenmord. Bereits Anfang der 1940er Jahre errichteten die Nationalsozialisten mehrere Konzentrationslager auf dem Gebiet Polens, u.a. Auschwitz, Majdanek, Treblinka. Die Besatzungszeit hatte für große Teile der polnischen Zivilbevölkerung katastrophale Folgen. Großpolen, Westpreußen, Danzig und Oberschlesien wurden direkt von Deutschland annektiert. Kleinpolen, Masowien und Galizien mit etwa 10 Millionen Menschen wurden als so genanntes "Generalgouvernement" dem Reichsminister Hans Frank unterstellt, der vom Königssitz der polnischen Könige, dem Wawel in Krakau, die Vernichtungspolitik leitete. Zu den übergreifenden Zielen der Besatzungspolitik im gesamten Gebiet gehörte 1.) die Ausschaltung und Vernichtung der polnischen Juden und polnischen Intelligenz, 2.) die Vorverlegung der deutschen Ostgrenze und die Erweiterung des "Lebensraums im Osten" und 3.) die Stärkung der deutschen Kriegswirtschaft durch rücksichtslose Ausbeutung des Arbeitskräftepotenzials der Zwangsarbeiter und der materiellen Ressourcen Polens. Auch die Polen, die unter sowjetische Herrschaft geraten waren, waren von Gewaltmaßnahmen betroffen. Man schätzt, daß ungefähr 1,5 Millionen ehemalige polnische Bürger deportiert wurden. 300.000 polnische Soldaten gerieten in sowjetische Kriegsgefangenschaft, nur 82.000 von ihnen überlebten. Ein Großteil der Offiziere - ca. 40.000 Personen - wurde durch sowjetische Truppen 1940 bei Katyn und in den Lagern von Starobielsk, Kozielsk und Ostaszków ermordet. Polnische Soldaten kämpften auf den Seiten der Alliierten an allen Fronten des Weltkiegs von der Luftschlacht um England, in Afrika, der Sowjetunion, bis zu den Invasionen in der Normandie und Italien. Die polnischen Soldaten stellten damit noch vor den Franzosen die viertgrößte Armee der Alliierten. Polnische Partisanengruppen, die die grösste Widerstandbewegung im besetzten Europa darstellten, leisteten auch in Polen selbst Widerstand. Nachdem die Rote Armee im Januar 1944 die polnische Grenze von 1939 überschritten hatte, wurden die Truppen der Heimatarmee vom NKWD entwaffnet, ihre Offiziere erschossen oder in den Gulag geschickt. Der Kampf einzelner Untergrundeinheiten gegen die sowjetische Besatzungsmacht dauerte jedoch bis Ende 1949 an. Am 1. August 1944 begann der Warschauer Aufstand. Die Sowjetunion, deren Truppen bereits am Ostufer der Weichsel standen, ließ die Einheiten der Heimatarmee ausbluten und machte eine Hilfe der Westalliierten unmöglich. So konnten deutsche Truppen die größte europäische Erhebung gegen die Okkupanten brutal niederschlagen. Die Zahl der Toten wird auf 180.000 bis 250.000 geschätzt. Dabei wurde die Innenstadt Warschaus unter großem Einsatz an Sprengmaterial akribisch Haus für Haus dem Erdboden gleichgemacht.

Volksrepublik, Sozialismus und die Gewerkschaftsbewegung Solidarność 1945 - 1989

Weichsel in Polen]] Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges 1945 wurden die Grenzen des ehemaligen polnischen Staatsgebietes gemäß dem Potsdamer Abkommen nach Westen verschoben: Polen verlor das gemischt, mehrheitlich von Ukrainern und Weißrussen bevölkerte Drittel seines bisherigen Staatsgebietes an die Sowjetunion und die dort ansässige polnische Bevölkerung, ca. 2 - 2,5 Millionen Menschen, wurde vertrieben. Aus dem heutigen Ostpolen wurden etwa 1 Millionen Ukrainer in die Sowjetunion vertrieben. Bereits in den Jahren 1943 - 1944 wurden Zehntausende Polen in den Massakern in Wolhynien ermordet und viele mussten flüchten. Im Westen und Norden wurden Polen die zuvor deutschen Gebiete östlich der Oder-Neiße-Linie als "Wiedergewonnene Gebiete", die ein Drittel des deutschen Reichgebiets darstellten, zugesprochen. Etwa 5 Millionen waren gegen Kriegsende von dort geflohen und wurden durch Einreiseverbot an einer Rückkehr gehindert (Schließung der Oder-Neiße-Übergänge für Rückkehrende am 30. Juni 1945). Aus den Ostgebieten wurden nach dem Krieg weitere 5 Millionen Menschen vertrieben. Die Gebiete wurden später überwiegend mit Bürgern aus Zentralpolen 3 Millionen, darunter etwa 0,5 Millionen zwangsumgesiedelte Ukrainer, und mit Vertriebenen aus den ehemaligen polnischen Ostgebieten (etwa 2 Millionen) besiedelt. Einige Oberschlesier, Masuren und Deutsche blieben als Minderheit zurück. Die neuen Grenzen wurden mit dem Potsdamer Abkommen vom August 1945 geregelt. Im Widerspruch zu den Regelungen in diesem Abkommen, die bis zum Abschluss eines Friedensvertrages die Grenzziehung westlich von Swinemünde und dann entlang von Oder und Neiße festschrieben, besetzte Polen mit Unterstützung Stalins auch die westlich der Oder gelegene Stadt Stettin und westlich angrenzende Gebiete, um sich diesen wichtigen Ostseehafen zu sichern. Mit dem Görlitzer Abkommen zwischen der neu entstandenen DDR und Polen vom 6. Juli 1950 wurde diese Grenzziehung dann auch vertraglich zumindest von der DDR akzeptiert. Auf die deutsche Besatzung während des Zweiten Weltkrieges folgte nun die kommunistische Diktatur. Das Land kam in den Einflussbereich der Sowjetunion und wurde als Volksrepublik dessen Satellitenstaat. Durch mehrere Aufstände äußerte die polnische Bevölkerung immer wieder ihren Unmut gegenüber der kommunistischen Führung (z. B. im Posener Aufstand). Die Gründung der Gewerkschaft Solidarność führte schließlich zu einem gesellschaftlich-politischen Umschwung im Land und zu den revolutionären Ereignissen von 1980 bis 1989, an deren Ende mit der Auflösung des sogenannten Ostblocks und der Sowjetunion das kommunistische Regime durch eine demokratische Regierungsform ersetzt wurde.

Das freie Polen und die Dritte Republik seit 1989

Ostblock Seit 1989 wurde die polnische Wirtschaft nach dem Balcerowicz-Plan mit schnellen Schritten in eine funktionierende Marktwirtschaft umgewandelt. Nach nur einer Amtszeit wurde der ehemalige Solidarność-Vorsitzende Lech Wałęsa von dem postkommunistischen Aleksander Kwaśniewski als Präsident abgelöst, dessen doppelte Amtszeit am 23. Dezember 2005 zu Ende geht. Unter ihm trat Polen am 12. März 1999 der Nato bei. Unter Leszek Miller entwickelte sich Polen während des Dritten Golfkrieges und in der Nachkriegszeit neben Großbritannien, Italien und Spanien zum wichtigsten Verbündeten der USA in Europa. Aufgrund der unterschiedlichen Haltungen der polnischen sowie der deutschen Regierung während des Irak-Konflikts kam es zu schweren Misstönen zwischen den beiden Staaten. Zu weiteren Verstimmungen führten Äußerungen der Verbände Heimatvertriebener, die ein Zentrum gegen Vertreibungen in Berlin errichten bzw. Eigen

Woiwodschaft

Eine Woiwodschaft oder Wojewodschaft (polnisch: województwo) ist ein polnischer Verwaltungsbezirk, deutsch "Herzogtum" – abgeleitet vom Woiwode (deutsch: Herzog).

Gegenwart

Die seit 1975 existierenden 49 Kleinwoiwodschaften (die die 1945 geschaffenen 17 größeren ersetzten) wurden am 1. Januar 1999 durch die 16 Woiwodschaften ersetzt, die größtenteils historische Gebiete darstellen. Ursprünglich waren 12 Woiwodschaften geplant; allerdings gab es politische Diskussionen, die schließlich zu einer Vergrößerung der Anzahl auf 16 führten. Politische Überlegungen führten auch dazu, dass die Woiwodschaft Kujawien-Pommern zwei offizielle Hauptstädte hat, ebenso die Woiwodschaft Lebus. Die Woiwodschaften werden von einem Woiwodschaftsmarschall (Regierungschef) mit seiner Regierung verwaltet. Diese werden vom Sejmik (Regionalparlament) gewählt. Da die Woiwodschaften keine eigenen Steuern erheben, werden die Finanzen zentral aus Warschau zugeteilt und in den jeweiligen Woiwodschaften von einem Woiwoden verwaltet, der ebenfalls von der Zentralregierung eingesetzt wird.

Heutige Woiwodschaften


- W. Dolnośląskie (Niederschlesien)
- W. Kujawsko-Pomorskie (Kujawien-Pommern)
- W. Lubelskie (Lublin)
- W. Lubuskie (Lebus)
- W. Łódzkie (Łódź)
- W. Małopolskie (Kleinpolen)
- W. Mazowieckie (Masowien)
- W. Opolskie (Oppeln)
- W. Podkarpackie (Karpatenvorland)
- W. Podlaskie (Podlachien)
- W. Pomorskie (Pommern, deutsch: Pomerellen oder Westpreußen)
- W. Śląskie (Schlesien, eigentlich Oberschlesien)
- W. Świętokrzyskie (Heiligkreuz)
- W. Warmińsko-Mazurskie (Ermland-Masuren)
- W. Wielkopolskie (Großpolen)
- W. Zachodniopomorskie (Westpommern, deutsch: Hinterpommern)

Ehemalige Woiwodschaften

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Woiwodschaft Lebus

Die Woiwodschaft Lebus (poln. Województwo lubuskie) ist eine der 16 Woiwodschaften, in die der Staat Polen gegliedert ist. Sie befindet sich an der Westgrenze Polens in der Landschaft Großpolen. Sie umfasst im Wesentlichen die frühere Neumark Brandenburg sowie Teile des nördlichen Niederschlesien und der östlichen Niederlausitz. Die Hauptstädte der Provinz Lebus sind Landsberg als Sitz des von der Zentralregierung eingesetzten Woiwoden, der für die Verwaltung der zentral aus Warschau zugeteilten Finanzen, für das Innenressort und Polizei zuständig ist, und Grünberg als Sitz des Woiwodschaftsmarschalls, seiner Regierung und des Parlaments (Sejmik). Bemerkenswert ist der Name der Woiwodschaft. Die namensgebende Stadt Lebus befindet sich am westlichen Ufer der Oder in Deutschland. Jene Stadt war bis Mitte des 13. Jahrhunderts polnischer Fürsten- und Bischofssitz für das Land Lebus, das sich beiderseits des heutigen Grenzflusses erstreckte. Danach gehörte der größte Teil der heutigen Woiwodschaft bis 1945 zur Mark Brandenburg.

Verwaltungsgliederung

Die Woiwodschaft Lebus wird in 12 Landkreise unterteilt, wobei die Provinzhauptstädte Landsberg und Grünberg kreisfrei bleiben. Den nach ihnen benannten Landkreisen gehören sie selbst nicht an.

Kreisfreie Städte

#Landsberg (Gorzów Wielkopolski) #Grünberg (Zielona Góra)

Landkreise

Geografie

Größte Städte

Die beiden Städte Landsberg und Grünberg sind mit jeweils etwas mehr als 120.000 Einwohnern die einzigen Großstädte der Provinz Lebus. Die dann folgenden Städte haben gerade einmal ein Drittel dieser Einwohnerzahlen.

Flüsse


- Eilang
- Bober
- Neiße
- Netze
- Oder
- Pleiske
- Warthe
- Lubst

Verkehr

Die Hauptverkehrsachse der Woiwodschaft, an welche die beiden Hauptstädte angeschlossen sind, ist die Europastraße E65 (polnische Staatsstraße 3), die Skandinavien mit Südosteuropa verbindet. Mitten durch die Woiwodschaft führt die bedeutende Europastraße E30 (polnische Staatsstraße 2) von Cork in der Irland über Großbritannien, Niederlande und Deutschland (u.a. Berlin) nach Warschau und Osteuropa (-Minsk - Moskau), an die keine der beiden größten Städte unmittelbar angeschlossen ist. Die kleine Stadt Świebodzin bildet den bedeutendsten Verkehrsknotenpunkt der Region, an dem die beiden Europastraßen zusammenlaufen.

Weblinks


- [http://www.lubuskie.pl/de/index.php Homepage der Woiwodschaft Lebus] (deutsch) Lebus ja:ルブシュ県

Woiwodschaft Großpolen

Die Woiwodschaft Großpolen (poln. Województwo wielkopolskie) ist eine der 16 Woiwodschaften, die den EU-Staat Polen gliedern. Sie ging bei der Gebietsreform 1999 aus den Woiwodschaften Posen, Kalisch, Konin, Piła und Leszno hervor und umfasst die Region um die Provinzhauptstadt Posen. Mit fast 30.000 km2 ist sie nach Masowien die zweitgrößte Provinz des Landes und mit mehr als 3,3 Millionen Einwohnern auch eine der bevölkerungsreichsten. Großpolen wird mit den alten piastischen Königstädten Posen und Gnesen als die Keimzelle Polens angesehen. Der wichtigste Fluss ist die Warthe. Das Gebiet der Provinz entspricht weitgehend dem der früheren preußischen Provinz Posen. Siehe auch: Großpolen (Landschaft)

Verwaltungsgliederung

Die Woiwodschaft Großpolen wird in 31 Landkreise unterteilt, wobei Posen, Kalisch, Konin und Leszno kreisfrei bleiben. Den nach ihnen benannten Landkreisen gehören sie selbst nicht an.

Kreisfreie Städte

#Kalisz (Kalisch) #Konin #Leszno (Lissa) #Poznań (Posen)

Landkreise

Geografie

Größte Städte

Einzige Großstädte der Woiwodschaft Großpolen sind die Provinzhauptstadt Posen und Polens älteste Stadt Kalisch. Es folgen Konin und Piła, das einstige Schneidemühl. Die Einwohnerzahlen sind von 2004.

Flüsse


- Warthe
- Netze

Berge

Die höchste Erhebung der Woiwodschaft Großpolen ist der nordwestlich von Kepno bei Parzynow liegende Kobyla Gora (284 m ü. NN). Großpolen ja:ヴィェルコポルスカ県

Woiwodschaft Łódź

Die Woiwodschaft Łódź (poln. Województwo łódzkie) ist eine der 16 Woiwodschaften, die den EU-Staat Polen gliedern. Sie umfasst das Gebiet in Zentralpolen um die namensgebende Stadt Łódź und hat großen Anteil an der historischen Region Großpolen. Sie ging 1999 im Zuge der polnischen Verwaltungsreform aus den Woiwodschaften Sieradz, Piotrków und Łódź sowie aus Teilen von Skierniewice, Płock und Częstochowa hervor.

Verwaltungsgliederung

Die Woiwodschaft Łódź wird in 21 Landkreise unterteilt, wobei neben der Provinzhauptstadt Lodsch noch zwei weitere Städte kreisfrei bleiben. Den nach ihnen benannten Landkreisen gehören sie selbst nicht an.

Kreisfreie Städte

#Łódź (Lodsch) #Piotrków Trybunalski #Skierniewice

Landkreise

Geografie

Größte Städte

# Łódź (777.500) # Piotrków Trybunalski (80.900) # Pabianice (75.000) # Tomaszów Mazowiecki (67.600) # Bełchatów (63.200) # Zgierz (58.300) # Radomsko (49.800) # Kutno (48.700) # Skierniewice (48.600) # Zduńska Wola (44.900) # Sieradz (44.600) # Łowicz (30.700) # Wieluń (24.600) # Opoczno (22.600) # Ozorków (20.804) # Aleksandrów Łódzki (20.370)

Flüsse


- Warthe Lodz ja:ウッチ県

Woiwodschaft Kujawien-Pommern

Die Woiwodschaft Kujawien-Pommern (poln. Województwo kujawsko-pomorskie) ist eine der 16 Woiwodschaften, in die der Staat Polen gegliedert ist. Sie ging mit der polnischen Gebietsreform von 1999 aus den Woiwodschaften Bydgoszcz, Thorn und Włocławek hervor und befindet sich im nördlichen Zentralpolen. Die Hauptstädte der Provinz Kujawien-Pommern sind Bydgoszcz als Sitz des von der Zentralregierung eingesetzten Woiwoden, der für die Verwaltung der zentral aus Warschau zugeteilten Finanzen, für das Innenresort und Polizei zuständig ist, und Toruń als Sitz des Woiwodschaftsmarschalls, seiner Regierung und des Parlaments (Sejmik).

Bevölkerung

Die Bevölkerung besteht hauptsächlich aus Großpolen und Polnischen Pommern.

Geschichte

Zur Geschichte siehe Geschichte Polens, Westpreußen und Pomerellen.

Verwaltungsgliederung

Die Woiwodschaft Kujawien-Pommern wird in 19 Landkreise unterteilt, wobei vier Städte kreisfrei bleiben. Sie bilden zwar unter ihrem Namen ebenfalls einen Landkreis, gehören ihm aber selbst nicht an.

Kreisfreie Städte

#Bydgoszcz (Bromberg) #Grudziądz (Graudenz) #Toruń (Thorn) #Włocławek (Leslau)

Landkreise

Geografie

Größte Städte

Flüsse


- Weichsel
- Netze
- Bromberger Kanal
- Drawa
- Prosna

Weblinks


- [http://www.kujawsko-pomorskie.pl/ Homepage der Woiwodschaft Kujawien-Pommern] (poln.)
Kujawien-Pommern ja:クヤヴィ・ポモージェ県

Gniezno

Gniezno [] (deutsch Gnesen) ist eine polnische Stadt in der Woiwodschaft Großpolen - rund 50 km östlich von Posen gelegen.

Geschichte

Gniezno gilt als eine der ältesten Städte Polens; erste menschliche Ansiedlungen gab es bereits in der Steinzeit. Die erste urkundliche Erwähnung erfolgte allerdings erst am Ende des 10. Jahrhunderts, also nach der Christianisierung Polens.

Mittelalter

In Gnesen ist seit dem 8. Jahrhundert eine Burg nachweisbar. Ab dem 9. Jahrhundert war es das politische Zentrum des sich allmählich herausbildenden Staates der Piasten. Im Jahr 1000 empfing hier Bolesław I. Chrobry Kaiser Otto III., und es kam zur Gründung des ersten polnischen Erzbistums. 1025 wurde Bolesław Chrobry der erste König von Polen. 1238/39 erhielt Gnesen die Stadtrechte. Bis 1320 war es Krönungsort der Könige. Gnesen war lange Zeit das kulturelle Zentrum Polens.

Neuzeit

Nach dem Wiener Kongress gehörte Gnesen zum Kreis Gnesen in der preußischen Provinz Posen, Regierungsbezirk Bromberg. Mit dem Inkrafttreten des Versailler Vertrags am 20. Januar 1920 kam Gnesen zur Republik Polen und war ab 1925 ein selbständiger Stadtkreis. Nach dem Überfall der Wehrmacht auf Polen wurde Gnesen am 11. September 1939 Teil des deutschen Militärbezirks Posen und am 26. Oktober 1939 in das Deutsche Reich eingegliedert. Es gehörte fortan zum Reichsgau Posen, später Wartheland und zum Regierungsbezirk Hohensalza. Ab dem 1. Januar 1940 wurde Gnesen nach dem Recht der im Altreich gültigen Deutschen Gemeindeordnung vom 30. Januar 1935, mit einem deutschen Oberbürgermeister an der Spitze, verwaltet. Im Januar 1945 wurde die Stadt von der Roten Armee besetzt und gehört seither wieder zu Polen.

Sehenswürdigkeiten

Der Dom wurde bereits 965 gegründet; Weihedaten sind für 1064 und 1097 überliefert. Ausstattung: Von europäischer Bedeutung ist beispielsweise die zweiflügelige Bronzetür aus der 2. Hälfte des 12. Jahrhunderts. Hergestellt wurde diese Bronzetür wahrscheinlich vor Ort. Die 18 Reliefs stellen einen Zyklus aus dem Leben des hl. Adalbert dar; der zweite Türflügel ist vornehmlich der Christianisierung der heidnischen Preußen gewidmet.

Söhne und Töchter der Stadt


- Dr. phil. Jakob Caro (1836-1904), Historiker, Prof. in Jena und Breslau, verfaßte Untersuchungen zur polnischen, russischen, spätmittelalterlichen u. frühneuzeitlichen Geschichte. -
- Dr. med. Hermann Senator (1834-1911), Nachfolger Prof. Rudolf Virchows als 1. Vorsitzender der Berliner Medizinischen Gesellschaft, klinischer Leiter an der Berliner Charité und Professor, Verfasser wichtiger Arbeiten über Nierenkrankheiten und Eiweißausscheidung. -
- Dr. jur. Wilhelm Storz (1897-1985), Jurist, Inhaber des kgl. preuß. Hausordens von Hohenzollern mit Schwertern ("Ritterkreuz des 1. Weltkrieges"), Verfasser des Lehrbuchs "Deutsches Strafrecht" (3. Aufl. 1963).

Literatur


- Brockhaus 1908, Bd.8, S.35 (Art. Gnesen).
- Ursula Mende, Die Bronzetüren des Mittelalters. 800-1200, München 1983, S.84ff.
- Wilfried Gerke, unter Mithilfe von Elfriede Henke: Deutsche im Gnesener Land, Hannover 1981 Kategorie:Ort der Woiwodschaft Großpolen

10. Jahrhundert

Das 10. Jahrhundert begann am 1. Januar 901 und endete am 31. Dezember 1000.
Es ist die Epoche des Frühmittelalters.

Zeitalter/Epoche


- Herrschaft der Ottonen

Ereignisse/Entwicklungen


- Ständige Einfälle der Magyaren erschüttern das Ostfrankenreich. Herrscher werden an ihren Erfolgen in den Ungarnkriegen gemessen.
- Um 907 endet die der Tang-Dynastie im Kaiserreich China. Die Zeit der fünf Dynastien bricht an.
- Aus der Zeit der fünf Dynastien existiert das älteste chinesische Manuskript einer Himmelskarte.
- Waräger erobern 907 Konstantinopel.
- Gründung von Cluny (Abtei) am 11. September 910.
- Wikinger (Normannen) erhalten 911 das von ihnen seit der 2. Hälfte des 9. Jahrhunderts besiedelte Gebiet zum Lehen. Entstehung der Normandie.
- Beginn der Goryeo-Dynastie 918 in Korea.
- König Eduard I. von Wessex gliedert 922 Essex und East Anglia seinem Reich an und unterwirft die Kleinkönige von Wales und Cornwall.
- Fürst Tomislav von Kroatien eint 924 die Stämme Kroatiens und Dalmatiens und unterwirft die byzantinischen Küstenstädte. Er proklamiert sich zum König und wird von Papst Johannes X. anerkannt.
- Markgräfin Marozia von Camerino, Witwe Alberichs, lässt Papst Johannes X. im Jahre 928 in den Kerker werfen und erhebt sich zur Senatrix von Rom.
- Gründung des Kalifats von Córdoba durch Abd ar-Rahman III. im Jahr 929.
- Der dänische König Harald Blauzahn lässt sich 960 taufen. Die Dänen werden Christen.
- In China beginnt 960 die Song-Dynastie.
- Gründung der Al-Azhar-Universität 970 (Moschee) in Kairo.
- Mit Ludwig V. stirbt 987 der letzte französische König aus der Dynastie der Karolinger. Mit der Wahl Hugo Capets zum König beginnt die Herrschaft der Kapetinger.
- Großfürst Wladimir I., Herrscher der Kiewer Rus, empfängt 988 die orthodoxe Taufe. Christianisierung der Rus.
- Im letzten Viertel des Jahrhunderts entsteht in Japan Genji Monogatari (Die Geschichte des Prinzen Genji), eines der wichtigsten Werke der japanischen Literatur.
- Die erste Heiligsprechung der Kirchengeschichte (Ulrich von Augsburg) wird 993 durch Papst Johannes XV. verkündet.
- Beginn der Fatimidenherrschaft in Nordafrika.
- In Bruchsal wird am 1. November 996 eine Urkunde für das bayerische Hochstift Freising ausgestellt, in der erstmals der Name Ostarrîchi (heute Österreich) schriftlich festgehalten wird.
- das später so genannte Heilige Römische Reich,(lateinisch Sacrum Imperium Romanum) bildet sich aus dem karolingischen Ostfrankenreich heraus.

Persönlichkeiten


- Heinrich I., sächsisch-stämmiger, deutscher König
- Otto I., Kaiser des Heiligen Römischen Reichs
- Otto II., Kaiser des Heiligen Römischen Reichs
- Theophanu, Kaiserin des Heiligen Römischen Reichs
- Otto III., Kaiser des Heiligen Römischen Reichs
- Basileios II., byzantinischer Kaiser

Erfindungen und Entdeckungen

01-10 ! ja:10世紀 ko:10세기 th:คริสต์ศตวรรษที่ 10

14. Jahrhundert

Das 14. Jahrhundert begann am 1. Januar 1301 und endete am 31. Dezember 1400. Es ist die Epoche des Spätmittelalters in Europa.

Ereignisse und Entwicklungen


- Die Krise des 14. Jahrhunderts
- Übergang von der mittelalterlichen Wärmephase zur kleinen Eiszeit
- Entstehung des Osmanischen Reichs
- Ein Drittel der europäischen Bevölkerung stirbt an der seit sechshundert Jahren ersten Epidemie der Pest, siehe Schwarzer Tod. (Erste und gravierendste Welle: 13471351, dann mehr oder weniger regelmäßig alle neun bis zwölf Jahre mit Unterbrüchen bis sie 1722 ganz aus Europa verschwindet.)
- Ende der mongolischen Yuan Dynastie in China und Anfang der Ming Dynastie (1368)
- Das Abendländische Schisma der Römisch-Katholischen Kirche beginnt 1378 und führt zu zeitweilig drei gleichzeitigen Päpsten.
- Die seit dem 13. Jahrhundert entstehenden Bauhütten erleben ihre Blütezeit.

Persönlichkeiten


- Bonifatius VIII., Papst
- Albrecht I., Deutscher König
- Longchen Rabjam, buddhistischer Gelehrter

Erfindungen und Entdeckungen


- Richtiges Mischverhältnis des Schwarzpulvers durch den Mönch Berthold Schwarz wird angeblich im Jahre 1313 entdeckt.
- Im Laufe des 14. Jahrhunderts begann man die Kräfte des Wassers und die des Windes aktiv zu nutzen.
- Ein anderes Zeitgefühl hielt Einzug in die Dörfer, es kam mit der Erfindung und Einführung der Turmuhren.
- Die Bauern erhielten ein neues Mittel, ihre Felder zu bestellen, nämlich die Sense.
- Mit der Erfindung des Spinnrades erhielten die Familien eine neue Verdienstmöglichkeit.
- In der Geldwirtschaft wurde die Buchführung wesentlich verfeinert. Kreditbriefe und Wechsel erhielten nicht zuletzt im hundertjährigen Krieg ihre Bedeutung.
- Die Arabischen Zahlen beginnen die Römischen Zahlen abzulösen.

Literatur


- Barbara Tuchman: Der ferne Spiegel. Das dramatische 14. Jahrhundert. ISBN 3-423-10060-5

Links


- [http://www.ig-mim.de Interessengemeinschaft Mensch im Mittelalter e.V] Darstellung des alltäglichen Lebens im 14ten Jahrhundert. Mode, Haushalt, Alltagsleben 01-14 ! ja:14世紀 ko:14세기 th:คริสต์ศตวรรษที่ 14

Masowien

Die Woiwodschaft Masowien (poln. Województwo mazowieckie) ist eine von 16 Woiwodschaften, in die der EU-Staat Polen gegliedert ist. Er ging 1999 bei der polnischen Gebietsreform aus den Woiwodschaften Warschau, Płock, Ciechanów, Ostrołęka, Siedlce und Radom hervor. Die größte Provinz des Landes umfasst das Gebiet um die Landeshauptstadt Warschau.

Verwaltungsgliederung

Die Woiwodschaft umfasst 37 Landkreise, wobei 5 Städte kreisfrei bleiben. Den nach ihnen benannten Landkreisen gehören sie selbst nicht an.

Kreisfreie Städte

#Ostrołęka #Płock #Radom #Siedlce #Warschau

Landkreise

Geschichte

Warschau ursprünglich ein Stammesterritorium, das den Landstrich am rechten Weichselufer in der Umgebung von Plock umfaßte. Die Herkunft des Namens ist ungeklärt. Seit dem 10. Jahrhundert gehörte es zum Staat der Piasten und bildete eine der Provinzen mit dem Zentrum in Plock (seit 1075 Bischofssitz). Infolge des Testaments von Boleslaw III. Schiefmund wurde Masowien mit Kujawien und dem Land von Sieradz-Łęczyca um 1138 zu einem Herzogstum vereinigt. Nach 1138 brach in Polen der Partikularismus aus, dessen Teil Masowien war. Nach 1234 unter Konrad wurde Masowien vom Krakauer Seniorherzog unabhängig, und es teilte sich nach 1313 in drei Herzogstümer mit den Zentren Plock, Warschau und Rawa Mazowiecka. Die masowschen Herrscher wurden ab 1351 zu Vasallen der polnischen Krone. Die im allgemeinen niedrige Ertragsfähigkeit der Böden sowie die starke Bewaldung engten die erste Besiedlung auf die Flußtäler ein. Die ungünstigen Ertragsverhältnisse zwangen die Bewohner sogar zur Abwanderung in die angrenzenden Gebiete. Die geringe Erschließung des Landes, die Lage Masowiens an der Peripherie Polens und die besonders im 13. und 14. Jahrhundert zahlreichen Überfälle der Pruzzen, Jadwinger und Litauer wirkten auf die gesellschaftliche Verhältnisse ein. Verspätet bildeten sich in Masowien größeres Grundeigentum und ritterliche Privilegien aus. Beträchtlich aber war im 14.-16. Jahrhundert die Verarmung des Adels in Masowien (ehemalige Grenzwächter; ca. 25% der Bevölkerung). Auch die Lage der Bauern unterschied sich von anderen Teilen Polens. Die Kolonisation zu deutschen Recht (ius Theutonicum) spielte hier eine geringe Rolle. Die lokale Form der Zinswirtschaft basierte auf dem sogenannten »ordo terrae«, einem individuellen Abkommen mit dem Siedler (kmetho), wodurch dieser auf unbegrenzte Zeit Pächter des Bodens wurde, dem weitgesteckte persönliche Freiheiten zustanden und der den Landgerichten, nicht aber der Dominialgerichtsbarkeit unterstellt war. Die ersten Städtegründungen zu deutschen Recht fanden in Masowien schon im 13. Jahrhundert (u. a. in Plock) statt. Für die wirtschaftliche Entwicklung Masowiens spielten die nach Norden und Südosten führenden Handelswege eine gewisse Rolle. Von größerer Bedeutung waren jedoch die Kontakte mit den pommerschen Städten Danzig, Elbing und Thorn. Ein wesentlicher Merkmal der masowschen Landesherrschaft war, daß die Tradition der patrimonialen Monarchie weiterlebte, während sich die ständische Verfassung langsamer als im Kgr. Polen entwickelte. Nach dem Aussterben ihrer zur Piasten-Dynastie zählenden Nebenlinien fielen die masowschen Territorien 1526 direkt an das Kgr. Polen heim und verblieben dort bis zur Dritten Polnischen Teilung 1795 (siehe auch polnische Teilungen). 1795-1807 als Provinz Neuostpreußen, Teil des Kgr. Preußen. Im Rahmen der napoleonischen Kriege (siehe auch Napoleon Bonaparte) wurde Masowien 1807-1815 dem Großherzogtum Warschau angegliedert, um bereits 1815, nach dem Wiener Kongress, eine der Hauptprovinzen des Kongreß-Polens zu bilden, innerhalb der Grenzen des russischen Zarenreiches. 1918 wurde Masowien Teil der neuen polnischen Republik.

Geografie

Größte Städte

Flüsse


- Narew
- Pilica
- Radomka
- Weichsel
- Westlicher Bug

Weblinks


- [http://mazowieckie.pl/ Homepage der Woiwodschaft Masowien] (teilw. auch deutsch) Masowien ja:マゾフシェ県

Warthe

Die Warthe (poln.: Warta) ist ein Fluss in Polen mit einer Länge von 808 km, etwa die Hälfte davon ist schiffbar. Sie entspringt in der Woiwodschaft Schlesien, östlich der Stadt Zawiercie, durchfließt die Ebene Großpolens mit den Städten Poznań (Posen) und Gorzów Wielkopolski (Landsberg/Warthe) und mündet bei Kostrzyn (Küstrin) in die Oder. Sie ist der größte Nebenfluss der Oder und bei ihrer Einmündung sogar länger als der Hauptfluss. An der Mündung wurde im Jahre 2001 der Nationalpark Warthemündung eingerichtet. Bei Gorzów Wielkopolski mündet die Netze (Notec) in die Warthe. Kategorie:Fluss in Polen Kategorie:Nebenfluss der Oder

Łódź

Łódź [] () (dt.: Lodsch, 1940–1945: Litzmannstadt) ist die zweitgrößte Stadt Polens und gleichzeitig die Hauptstadt des gleichnamigen Verwaltungsbezirks. Sie liegt im Zentrum des Landes – rund 120 km südwestlich der Landeshauptstadt Warschau – und bildet den polnischen Mittelpunkt im Bereich der Textilindustrie, des Weiteren in der Unterhaltungs- und Elektronikbranche. Die Einwohnerzahl von Łódź geht aufgrund kriselnder Wirtschaft seit Jahren sehr stark zurück, wenngleich die Stadt als Sitz einer Universität und einer Filmhochschule weiterhin zu den bedeutendsten des Landes gehört.

Geschichte

Seinen Ursprung hatte Łódź als kleine Ansiedlung an einem Fluss namens Łódka. Dieser Fluss verläuft heute unterhalb der Stadt. Erstmals erwähnt wird es in den Geschichtsbüchern 1332. Es bekam etwa 100 Jahre später Stadtrechte. Ab 1815 (Wiener Kongress) gehörte die Stadt zu Russland und kam 1918 zum wiederhergestellten Polen. Im Zuge der Industrialisierung wurde Łódź der wichtigste Standort der Textilindustrie in Kongresspolen. Die Stadt galt allgemein als Manchester Polens. Die Einwohnerzahl stieg von unter 1000 auf mehrere Hunderttausend. Polnische, polnisch-jüdische (Izrael Poznański) und deutschstämmige (Karl Scheibler aus Monschau; Traugott Grohmann) Unternehmer prägten die Stadt, deren Bild bis heute durch ihre prächtigen Bauten geprägt wird: Viele sehenswerte Industriellen-Villen und Fabriken sind erhalten. Die Stadt beherbergte Polens erstes Kino, das 1899 gegründete Iluzjon. Nach dem Polenfeldzug im September 1939 entstand im Verband des Deutschen Reiches der neue Reichsgau Posen, später Wartheland. In diesen wurde am 9. November 1939 das Industriegebiet um Łódź eingegliedert. Die Stadt selbst bildete einen deutschen Stadtkreis im Regierungsbezirk Kalisch und führte die Bezeichnung Lodsch. Der Regierungspräsident in Kalisch verlegte seinen Sitz zum 1. April 1940 nach Lodsch. Zum gleichen Zeitpunkt traten umfangreiche Eingemeindungen in Kraft. Die Stadt Ruda Pabjanicka und die umliegenden Landgemeinden Bruss, Chojny und Radogoszcz, die bereits seit dem 1. Januar 1940 vorläufig unter die Verwaltung des Oberbürgermeisters in Lodsch gestellt waren, wurden nunmehr auch formell nach Lodsch eingegliedert. Am 11. April 1940 wurde diese Stadt zu Ehren des deutschen Generals Karl Litzmann (18501936), dessen 3. Garde-Infanterie-Division in der Kesselschlacht bei Łódź im ersten Winter des Ersten Weltkriegs siegreich gekämpft hatte, in Litzmannstadt umbenannt. Zum 15. Februar 1941 änderte sich auch die Bezeichnung des Regierungsbezirkes Kalisch in Litzmannstadt. Während der deutschen Herrschaft wurden vor allem die jüdischen Bürger der Stadt deportiert und ermordet. Von ursprünglich 250.000 Łódźer Juden überlebten 800. Hier wurde auch ein Jugendkonzentrationslager eingerichtet, in dem polnische Jugendliche interniert wurden, mindestens 500 von ihnen wurden ermordet. Im Januar 1945 wurde Litzmannstadt von der Roten Armee auf ihrem Vormarsch zur Oder in Richtung Berlin besetzt. Die Stadt trägt heute wieder ihren alten Namen Łódź.

Wappen

Łódź bedeutet Boot, was sich im Wappen der Stadt widerspiegelt.

Kultur

Oder Eine besondere Bedeutung spielte Łódź in der polnischen Kulturszene. Es ist Heimat Arthur Rubinsteins. Die Filmhochschule Łódź hat bedeutende Regisseure wie Roman Polański, Krzysztof Kieślowski oder Andrzej Wajda hervorgebracht. Da sie alle Filmberufe ausbildet, findet man heute Absolventen aus der ganzen Welt an dieser Schule. Vor allem die hier ausgebildeten Kameraleute genießen einen international hervorragenden Ruf. Die Filmschule wurde 1948 gegründet, ihr galt die besondere Aufmerksamkeit der Regierenden; hatte doch Lenin den Film als wichtigstes Medium des Sozialismus bezeichnet. Die Filmhochschule galt seit den 50er als Kaderschmiede und verfügte über entsprechende Ressourcen. War die Schule anfangs noch strikt auf den sozialistischen Realismus ausgerichtet, entwickelte sich mit dem politischen Tauwetter ein eigener Filmstil, der sich auch mit dem Alltagsleben im Realsozialismus und der Entfremdung des Menschen in modernen Gesellschaften befasste. Seitdem hat jeder bekannte polnische Regisseur die Filmschule besucht. Zu den ersten Studenten an der Filmschule zählen Andrzej Munk, Andrzej Wajda und Janusz Morgenstern, die Ende der 50er als Regisseure berühmt wurden. Die Universität Łódź wird von über 40.000 Studenten an elf Fachbereichen besucht. Auf der Straße Piotrkowska kann man, wie auf dem Walk of Fame in Hollywood, Sterne der berühmten Absolventen der Filmhochschule finden.

Verkehr

Łódź befindet sich an der Eisenbahnhauptstrecke von Warschau nach Breslau und besitzt weitere Eisenbahnverbindungen nach Katowice, Posen und Lublin. Die beiden wichtigsten Bahnhöfe sind der Kopfbahnhof Łódź-Fabryczna und der Durchgangsbahnhof Łódź-Kaliska. Bei Łódź entsteht in den nächsten Jahren ein Autobahnkreuz zwischen der wichtisten Nord-Süd-Autobahn A1 von Danzig und Katowice nach Tschechien und der wichtigsten Ost-West-Verbindung A2 von Frankfurt (Oder) über Warschau nach Minsk. In Łódź befindet sich der Flughafen Łódź-Lublinek (LCJ).

Gegenwart

Flughafen Łódź-Lublinek Łódź hat in der Neuzeit viel von seinem einstigen Ruhm verloren. Es herrscht eine große Arbeitslosigkeit und manche der einstigen Prachtbauten zerfallen von innen wie von außen. In den letzten Jahren hat die Stadt einen Imagewandel durchgemacht: Fabrikgebäude sind zu Großraumdiskotheken umfunktioniert worden und jährlich findet die "Parada Wolnosci" (vergleichbar der "Love Parade") auf dem längsten Boulevard Europas statt, der Piotrkowska. Auf eben diesem soll es laut offiziellen Angaben auch die höchste Dichte an Bars und Klubs in Europa geben, welche sich oft in kleinen Hinterhöfen versteckt halten. Ebenso versuchen die Stadtverwaltung wie auch viele kleine Organisationen, das Flair der einst multikulturellen Stadt wieder aufleben zu lassen. Um an das einst friedliche Zusammenleben von Juden, Russen, Polen und Deutschen zu erinnern, findet jedes Jahr das Festival der vier Kulturen statt.

Städtepartnerschaften

Łódź unterhält Städtepartnerschaften mit:
- Chemnitz seit 1981
- Stuttgart seit 1988
- Lyon (Frankreich) - seit 1991
- Vilnius (Litauen) - seit 1991
- Iwanowo (Russland) - seit 1992
- Kaliningrad (Russland) - seit 1992
- Minsk (Weißrussland) - seit 1993
- Odessa (Ukraina) - seit 1993
- Tel Aviv (Israel) - seit 1994
- Tianjin (Volksrepublik China) - seit 1994
- Rustawi (Georgien) - seit 1995
- Barreiro (Portugal) - seit 1996
- Tampere (Finnland) - seit 1957
- Puebla (Mexiko) - seit 1997
- Murcia (Spanien) - seit 1999
- Örebro (Schweden) - seit 2001

Administrative Einteilung

Łódź ist in folgende Stadtbezirke gegliedert:
- Bałuty 78,9km²
- Górna 71,9km²
- Polesie 46,0km²
- Śródmieście 6,8km²
- Widzew 90,8km²

Bevölkerungswachstum seit 1793


- 1793: 190
- 1806: 767
- 1830: 4,300
- 1850: 15,800
- 1880: 77,600
- 1905: 343,900
- 1925: 538,600
- 1990: 850,000
- 1998: 806,700
- 2000: 793,200
- 2003: 781,900
- 2004: 774,000

Söhne und Töchter der Stadt


- Grażyna Bacewicz, Komponistin
- Andrzej Bartkowiak, Kameramann und Filmregisseur
- Kazimierz Brandys, Schriftsteller
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