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Großrechner

Großrechner

Ein Großrechner (engl.: Mainframe, Host) ist ein sehr komplexes und umfangreiches Computersystem, das weit über die Kapazitäten eines Personal Computers und oft sogar über die typischen Serversysteme hinaus geht. Ein Großrechner zeichnet sich vor allem durch seine Zuverlässigkeit und hohe Ein-Ausgabe-Leistung aus. Er kann im Online-Betrieb (Time Sharing) eine große Anzahl von Benutzern bedienen, im Batch-Betrieb aber auch komplizierte und aufwändige Aufgaben durchführen. Die Benutzer erhalten beim Online-Betrieb Zugang zu einem Großrechner über Computer-Terminals. Seit sich Personal Computer durchgesetzt haben, werden diese Terminals durch sog. Terminalemulationen simuliert. In einem Großrechner sind sorgfältig aufeinander abgestimmte Komponenten verbaut, die hochgradig redundant und robust sind. Meist wird die Wartung dieser Rechner im laufenden Betrieb durchgeführt, sogar Aufrüstungen und Hardwareaustausch können ohne eine Unterbrechung des Betriebs durchgeführt werden. Im Gegensatz zu Supercomputern, die auf hohe Rechenleistung ausgelegt sind, ist ein Großrechner auf Zuverlässigkeit und hohen Datendurchsatz optimiert. Die typischen Anwendungen eines Großrechners sind in Banken, Versicherungen, großen Unternehmen und in der Verwaltung. Ein neues Einsatzgebiet für Großrechner ist die Konsolidierung von Serverfarmen. Mit einem Großrechner und einem modernen Betriebssystem ist es möglich, viele virtuelle Server zu starten. So kann man Strom, Platz und Administrationskosten sparen. In den letzten Jahren versuchen Hersteller wie Sun oder Hewlett-Packard (mit dem "Superdome"), mit speziellen Systemen auf UNIX-Basis in das Marktsegment von Großrechnern einzudringen. Für viele Aufgaben, bei denen erhöhte Zuverlässigkeit notwendig ist, aber ein Großrechner überdimensioniert oder technisch ungeeignet wäre, wird auch so genannte Mittlere Datentechnik benutzt, z. B. auf der Basis von OS/400, VMS oder UNIX. Betriebssysteme: z/OS, MVS, DOS/VSE, z/VM, VMS, Multics, OS/360, OS/390, UNIVAC 1100/2200, BS2000 und in letzter Zeit auch Linux (auf Hostbetriebssystem) Hersteller: Amdahl Corporation, Hitachi, IBM, Fujitsu-Siemens, Unisys ja:汎用コンピュータ

Englische Sprache

Die englische Sprache (Englisch) ist eine germanische Sprache. Sie gehört, wie auch das Deutsche und das Niederländische, dem westlichen Zweig der germanischen Sprachen an. In einem eigenen Artikel gibt es mehr zur Geschichte der englischen Sprache. Englisch ist heute die am weitesten verbreitete Sprache der Welt, während es sich bei Mandarin-Chinesisch um die meistgesprochene Sprache handelt. Die englische Sprache wird in sehr vielen Ländern als erste Fremdsprache in den Schulen gelehrt (siehe Englisch (Schule)) und ist offizielle Sprache der meisten internationalen Organisationen. Viele dieser Organisationen haben daneben noch andere offizielle Sprachen. Englisch gilt als Weltsprache. Heute wird Englisch weltweit von etwa 340 Millionen Menschen als Muttersprache gesprochen, das heißt, etwa 340 Millionen Menschen sind anglophon. Zählt man die Zweitsprachler hinzu, kommt man auf etwa 510 Millionen Sprecher.

Verbreitung

Amtssprache

Englisch ist Amtssprache in den folgenden Staaten, wobei die Zahlen die ungefähre Zahl der Muttersprachler angeben, soweit bekannt: Englisch ist zudem Amtssprache bei der Europäischen Union, bei der Afrikanischen Union, der Organisation Amerikanischer Staaten und bei den Vereinten Nationen.

Sonstige Verwendung

Die englische Sprache dient zudem als Verkehrssprache in folgenden Ländern und Regionen:
- Gibraltar
- Hongkong
- Israel
- Malaysia
- St. Martin
- Somalia
- Zypern

Sprachwissenschaftliche Einordnung

Das Englische gehört zu den indogermanischen Sprachen, die ursprünglich sehr stark flektierende Merkmale aufwiesen. Alle indogermanischen Sprachen weisen diese Charakteristik bis heute mehr oder minder auf. Es besteht jedoch in allen diesen Sprachen eine Tendenz weg von flektierenden und hin zu isolierenden Formen. Im Englischen ist diese Tendenz besonders ausgeprägt gewesen, so dass es sich im Laufe seiner Entwicklung im Wesen stark gewandelt hat. Heute trägt die englische Sprache überwiegend isolierende Züge und ähnelt strukturell teilweise stärker isolierenden Sprachen wie dem Chinesischen als den genetisch eng verwandten Sprachen wie dem Deutschen. Zudem hat sich die Sprache heute durch die weite Verbreitung in viele Dialekte aufgeteilt. Viele europäische Sprachen bilden auch völlig neue Begriffe auf Basis der englischen Sprache (Anglizismen). Auch in einigen Fachsprachen werden die Termini von Anglizismen geprägt, z.B. in den Bereichen Informatik und Wirtschaft. Der Language Code ist en beziehungsweise eng (nach ISO 639); der Code für Altenglisch (etwa 450 bis 1100) ist ang und der Code für Mittelenglisch (etwa 1100 bis 1500) ist enm.

Sprachvarianten der englischen Sprache

Durch die weltweite Verbreitung der englischen Sprache hat diese in verschiedenen Gegenden zahlreiche Varianten entwickelt. Nach der bekanntesten und fremdartigsten Variante des Englischen spricht man oft auch von einer Pidginisierung, wenn eine Sprache sich durch ihre weite Verbreitung in mehrere Sprachen aufzuteilen beginnt, die untereinander kaum noch kompatibel sind. Folgende Sprachvarianten werden unterschieden:
- Siehe auch: Internationale Klassifizierungen (Englische Sprache) Eine Reihe von Pidginsprachen und Kreolsprachen haben sich auf englischem Substrat entwickelt. Das Eindringen von Anglizismen in andere Sprachen wird manchmal mit abwertenden Namen wie "Denglisch" (Deutsch und Englisch) oder "Franglais" (Französisch und Englisch) versehen. Dabei handelt es sich nicht um Varianten des Englischen, sondern um Erscheinungen in anderen Sprachen.
- Siehe auch: Englische Sprache in anderen Sprachen Der scherzhafte Begriff "Engrish" bezeichnet ebenfalls keine Variante der englischen Sprache, sondern bezieht sich auf das unbeholfene Englisch, das gelegentlich in asiatischen Ländern anzutreffen ist, hier insbesondere bei Japanern, die den Lateral "l", der im Japanischen nicht vorkommt, durch "r" ersetzen.

Ähnliche/Verwandte Wörter

Deutsch und Niederländisch

Überraschend sind die sehr zahlreichen englischen Wörter, bei denen die Verwandtschaft mit dem Deutschen und dem Niederländischen durch Bedeutungsverschiebung oder -verengung oft nicht ins Auge fällt.

Dänisch

Französisch

Textsammlungen

Beim Project Gutenberg stehen zahlreiche Texte frei zur Verfügung.

Siehe auch


- Englische Grammatik
- Ghoti
- Liste englischer Redensarten
- Englische Phonetik
- Englische Sprache in der Werbung
- Liste von Sprachen nach der Zahl ihrer Muttersprachler
- Chronologie englischsprachiger Medien

Literatur


- Wolfgang Viereck, Heinrich Ramisch, Karin Viereck: dtv Atlas Englische Sprache. dtv, 2002. ISBN 3423032391
- J. C. Wells: Accents of English. Volume I: An Introduction. Cambridge University Press, 1982. ISBN 0521297192
- J. C. Wells: Accents of English. Volume II: The British Isles. Cambridge University Press, 1982. ISBN 0521285402
- J. C. Wells: Accents of English. Volume III: Beyond the British Isles. Cambridge University Press, 1982. ISBN 0521285410
- Michael McCarthy, Felicity O'Dell: English Vocabulary in Use. upper-intermediate and advanced. Cambridge University Press, 1994
- Raymond Murphy: English Grammar in Use. Cambridge University Press, 1985
- Robert Phillipson: Linguistic Imperialism. Oxford University Press, 2000. ISBN 0194371468

Weblinks


- http://dict.leo.org/ – umfangreiches und ständig erweitertes Deutsch-Englisch und Englisch-Deutsch Online-Wörterbuch
- http://www.odge.de/ - Deutsch-Englisch und Englisch-Deutsch Wörterbuch mit über 420.000 Übersetzungen (auch ungewöhnliches)
- http://www.dict.cc/ – Deutsch-Englisch und Englisch-Deutsch Wörterbuch mit mittlerweile über 400.000 Übersetzungen
- http://www.dict.org/ – greift auf mehrere Wörterbücher zu, die das dict-Protokoll benutzen
- http://www.EnglishTensesWithCartoons.com Englishe Zeiten
- http://www.phon.ucl.ac.uk/home/estuary/index.html - Estuary English
- http://www.wordorigins.org/ – Die Herkunft einiger hundert englischer Wörter
- http://www.etymonline.com/ – Online Etymology Dictionary, Erklärungen zur Herkunft einiger tausend englischer Wörter
- http://www.englisch-hilfen.de/ – kostenlose Nachhilfe mit Erklärungen und Übungen
- http://www.ego4u.de/ – Englische Grammatik Online
- http://www.sprachschule-lbt.de/index.php?sprachschulen=englischkurse-5-spaltensystem&englisch-lernen=lernhilfen – kostenloses Grammatiksystem der englischen Sprache zum Selbstlernen
- http://www.quickdic.de/ – Wörterbuch zum Herunterladen
- http://www.phrasen.com/ – Wörterbuch der englischen Redewendungen
- http://www.urbandictionary.com - Slang Dictionary
- http://www.woerterbuch.info/ – Deutsch-Englisch Wörterbuch mit 600.000 Übersetzungen und 125.000 Synonymen
- http://www.alt-usage-english.org/audio_archive.shtml - Sprachfiles für Indisch-, Britisch-, Austrailienenglish und noch vieles mehr Kategorie:Einzelsprache Kategorie:Englische Sprache Kategorie:Anglistik als:Englische Sprache ja:英語 ko:영어 ms:Bahasa Inggeris simple:English language th:ภาษาอังกฤษ zh-min-nan:Eng-gí

Computer

] ] Ein Computer // ist ein Apparat, der Informationen mit Hilfe einer programmierbaren Rechenvorschrift verarbeiten kann. Der englische Begriff computer, abgeleitet vom Verb to compute (rechnen), bezeichnete ursprünglich Menschen, die quälend langwierige Berechnungen vornahmen, zum Beispiel für Astronomen im Mittelalter. Bis in die 1960er Jahre wurde diese Arbeit vornehmlich von Frauen mit Hilfe von Rechenmaschinen erledigt. Später ging der Begriff auf die Maschinen selbst über. Einst war die Informationsverarbeitung mit Computern auf die Verarbeitung von Zahlen beschränkt. Mit zunehmender Leistungsfähigkeit eröffneten sich neue Einsatzbereiche, Computer sind heute in allen Bereichen des täglichen Lebens vorzufinden: Sie dienen der Verarbeitung und Ausgabe von Informationen in Wirtschaft und Behörden, der Berechnung der Statik von Bauwerken bis hin zur Steuerung von Waschmaschinen und Automobilen. Die leistungsfähigsten Computer werden eingesetzt, um komplexe Vorgänge zu simulieren: Beispiele sind die Klimaforschung, thermodynamische Fragestellungen, medizinische Berechnungen – bis hin zu militärischen Aufgaben, zum Beispiel der Simulation des Einsatzes von nuklearen Waffen. Viele Geräte des Alltags, vom Telefon über den Videorekorder bis hin zur Münzprüfung in Warenautomaten, werden heute von integrierten Kleinstcomputern gesteuert (Embedded Systems).

Grundprinzipien

Grundsätzlich sind zwei Bauweisen zu unterscheiden: Ein Computer ist ein Digitalcomputer, wenn er mit digitalen Geräteeinheiten digitale Daten verarbeitet; er ist ein Analogcomputer, wenn er mit analogen Geräteeinheiten analoge Daten verarbeitet. Bis auf wenige Ausnahmen werden heute fast ausschließlich Digitalcomputer eingesetzt. Diese folgen gemeinsamen Grundprinzipien, mit denen ihre freie Programmierung ermöglicht wird. Bei einem Digitalcomputer werden dabei zwei grundsätzliche Bausteine unterschieden: Die Hardware, die aus den elektronischen, physisch anfassbaren Teilen des Computers gebildet wird, sowie die Software, die die Programmierung des Computers beschreibt. Ein Digitalcomputer besteht zunächst nur aus Hardware. Die Hardware stellt erstens einen so genannten Speicher bereit, in dem Daten wie in Schubladen gespeichert und jederzeit zur Verarbeitung oder Ausgabe abgerufen werden können. Zweitens verfügt das Rechenwerk der Hardware über grundlegende Bausteine für eine freie Programmierung, mit denen jede beliebige Verarbeitungslogik für Daten dargestellt werden kann: Diese Bausteine sind im Prinzip die Berechnung, der Vergleich, und der bedingte Sprung. Ein Digitalcomputer kann beispielsweise zwei Zahlen addieren, das Ergebnis mit einer dritten Zahl vergleichen und dann abhängig vom Ergebnis entweder an der einen oder der anderen Stelle des Programms fortfahren. In der Informatik wird dieses Modell theoretisch durch die Turing-Maschine abgebildet; die Turing-Maschine stellt die grundsätzlichen Überlegungen zur Berechenbarkeit dar. Erst durch Software wird der Digitalcomputer jedoch nützlich. Jede Software ist im Prinzip eine definierte, funktionale Anordnung der oben geschilderten Bausteine Berechnung, Vergleich und Bedingter Sprung, wobei die Bausteine beliebig oft verwendet werden können. Diese Anordnung der Bausteine, die als Programm bezeichnet wird, wird in Form von Daten im Speicher des Computers abgelegt. Von dort kann sie von der Hardware ausgelesen und abgearbeitet werden. Dieses Funktionsprinzip der Digitalcomputer hat sich seit seinen Ursprüngen in der Mitte des 20. Jahrhunderts nicht wesentlich verändert, wenngleich die Details der Technologie erheblich verbessert wurden. Analogrechner funktionieren jedoch nach einem anderen Prinzip. Bei ihnen ersetzen analoge Bauelemente (Verstärker, Kondensatoren) die Logikprogrammierung. Analogrechner wurden früher häufiger zur Simulation von Regelvorgängen eingesetzt (siehe: Regelungstechnik), sind heute aber fast vollständig von Digitalcomputern verdrängt worden.

Hardwarearchitektur

Das heute allgemein angewandte Prinzip, das nach seiner Beschreibung durch John von Neumann von 1946 als "Von-Neumann-Architektur" bezeichnet wird, definiert für einen Computer vier Hauptkomponenten:
- die Recheneinheit (Arithmetisch-Logische Einheit (ALU)),
- die Steuereinheit,
- den Speicher und
- die Eingabe- und Ausgabeeinheit(en). In den heutigen Computern sind die ALU und die Steuereinheit meist zu einem Baustein verschmolzen, der so genannten CPU (Central Processing Unit, zentraler Prozessor). Der Speicher ist eine Anzahl von durchnummerierten "Zellen", jede dieser Zellen kann ein kleines Stück Information aufnehmen. Diese Information wird als Binärzahl, also einer Abfolge von ja/nein-Informationen, in der Speicherzelle abgelegt - besser vorzustellen als eine Folge von Nullen und Einsen. Ein Charakteristikum der "Von Neumann-Architektur" ist, dass diese Binärzahl (beispielsweise 65) entweder ein Teil der Daten sein kann (also zum Beispiel der Buchstabe "A"), oder ein Befehl für die CPU ("Springe ..."). Wesentlich in der Von-Neumann-Architektur ist, dass sich Programm und Daten einen Speicherbereich teilen (dabei belegen die Daten in aller Regel den unteren und die Programme den oberen Speicherbereich). Dem gegenüber stehen in der sog. Harvard-Architektur Daten und Programmen eigene (physikalisch getrennte) Speicherbereiche zur Verfügung, dadurch können Daten-Schreiboperationen keine Programme überschreiben. In der Von-Neumann-Architektur ist die Steuereinheit dafür zuständig, zu wissen, was sich an welcher Stelle im Speicher befindet. Man kann sich das so vorstellen, dass die Steuereinheit einen "Zeiger" auf eine bestimmte Speicherzelle hat, in der der nächste Befehl steht, den sie auszuführen hat. Sie liest diesen aus dem Speicher aus, erkennt zum Beispiel "65", erkennt dies als "Springe". Dann geht sie zur nächsten Speicherzelle, weil sie wissen muss, wohin sie springen soll. Sie liest auch diesen Wert aus, und interpretiert die Zahl als Nummer (so genannte Adresse) einer Speicherzelle. Dann setzt sie den Zeiger auf eben diese Speicherzelle, um dort wiederum ihren nächsten Befehl auszulesen; der Sprung ist vollzogen. Wenn der Befehl zum Beispiel statt "Springe" lauten würde "Lies Wert", dann würde sie nicht den Programmzeiger verändern, sondern aus der in der Folge angegebenen Adresse einfach den Inhalt auslesen, um ihn dann beispielsweise an die ALU weiterzuleiten. Die ALU hat die Aufgabe, Werte aus Speicherzellen zu kombinieren. Sie bekommt die Werte von der Steuereinheit geliefert, verrechnet sie (addiert beispielsweise zwei Zahlen, welche die Steuereinheit aus zwei Speicherzellen ausgelesen hat) und gibt den Wert an die Steuereinheit zurück, die den Wert dann für einen Vergleich verwenden oder wieder in eine dritte Speicherzelle zurückschreiben kann. Die Ein-/Ausgabeeinheiten schließlich sind dafür zuständig, die initialen Programme in die Speicherzellen einzugeben und dem Benutzer die Ergebnisse der Berechnung anzuzeigen.

Softwarearchitektur

Die Von-Neumann-Architektur ist gewissermaßen die unterste Ebene des Funktionsprinzips eines Computers oberhalb der elektrophysikalischen Vorgänge in den Leiterbahnen. Die ersten Computer wurden auch tatsächlich so programmiert, dass man die Nummern von Befehlen und von bestimmten Speicherzellen so, wie es das Programm erforderte, nacheinander in die einzelnen Speicherzellen schrieb. Um diesen Aufwand zu reduzieren, wurden Programmiersprachen entwickelt. Diese generieren die Zahlen innerhalb der Speicherzellen, die der Computer letztlich als Programm abarbeitet, aus höheren Strukturen heraus automatisch. Sodann wurden bestimmte sich wiederholende Prozeduren in so genannten Bibliotheken zusammengefasst, um nicht jedes Mal das Rad neu erfinden zu müssen, z. B. das Interpretieren einer gedrückten Tastaturtaste als Buchstabe "A" und damit als Zahl "65" (im ASCII-Code). Die Bibliotheken wurden in übergeordneten Bibliotheken gebündelt, welche Unterfunktionen zu komplexen Operationen verknüpfen (Beispiel: die Anzeige eines Buchstabens "A", bestehend aus 20 einzelnen schwarzen und 50 einzelnen weißen Punkten auf dem Bildschirm, nachdem der Benutzer die Taste "A" gedrückt hat). In einem modernen Computer arbeiten sehr viele dieser Programmebenen über- bzw. untereinander. Komplexere Aufgaben werden in Unteraufgaben zerlegt, welche von anderen Programmierern bereits bearbeitet wurden, die wiederum auf die Vorarbeit weiterer Programmierer aufbauen, deren Bibliotheken sie verwenden. Auf der untersten Ebene findet sich dann aber immer der so genannte Maschinencode - jene Abfolge von Zahlen, mit denen der Computer auch tatsächlich rechnen kann...

Geschichte

Antike


- Abakus, älteste mechanische Rechenhilfe.
- Rechenbrett des Pythagoras.
- 1. Jh. v. Chr.: Computer von Antikythera, vorzeitliche Berechnungsmaschine (den Rechenschiebern ähnlich, nur weitaus komplexer) mit erst im 18. Jahrhundert wiederentdecktem Differentialgetriebe. Diente zur Bahnberechnung der damals bekannten Planeten.

17. Jahrhundert


- 1614 John Napier publiziert seine Logarithmentafel.
- 1623 Erste Vier-Spezies-Maschine durch Wilhelm Schickard.
- 1642 Blaise Pascal baut eine Rechenmaschine.
- 1668 Samuel Morland entwickelt eine Rechenmaschine, die nicht dezimal addiert, sondern auf das englische Geldsystem abgestimmt ist.
- 1673 Rechenmaschine von Gottfried Leibniz.

19. Jahrhundert


- 1805 Joseph-Marie Jacquard entwickelt Lochkarten, um Webstühle zu steuern.
- 1820 Charles Xavier Thomas de Colmar baut das "Arithmometer", den ersten Rechner in Massenproduktion.
- Charles Babbage entwickelt die Difference Engine 1822 und die Analytical Engine 1833, kann sie aber aus Geldmangel nicht bauen.
- 1843 Edvard und George Scheutz bauen in Stockholm den ersten mechanischen Computer nach den Ideen von Babbage.
- 1890 US-Volkszählung mit Hilfe des Lochkartensystems von Herman Hollerith durchgeführt; Torres y Quevedo baut eine Schachmaschine, die mit König und Turm einen König matt setzen kann.

20. Jahrhundert


- 1935 International Business Machines stellt die IBM 601 vor, eine Lochkartenmaschine, die eine Multiplikation/Sekunde durchführen kann. Es werden ca. 1500 Stück der Maschine verkauft.
- 1937 Konrad Zuse meldet zwei Patente an, die bereits alle Elemente der so genannten Von-Neumann-Architektur beschreiben.
- 1937 Alan Turing publiziert einen Artikel, der die "Turing-Maschine" beschreibt.
- 1938 Konrad Zuse stellt die Zuse Z1 fertig, einen frei programmierbaren mechanischen Rechner, der allerdings aufgrund von Problemen mit der Fertigungspräzision nie voll funktionstüchtig war. Die Z1 verfügte bereits über Fließkommarechnung. Sie wurde im Krieg zerstört und später nach Originalplänen neu gefertigt, die Teile wurden auf modernen Fräs- und Drehbänken hergestellt. Dieser Nachbau der Z1 ist mechanisch voll funktionsfähig und hat eine Rechengeschwindigkeit von 1 Hz (eine Rechenoperation pro Sekunde)
- 1938 Claude Shannon publiziert einen Artikel darüber, wie man symbolische Logik mit Relais implementieren kann. Während des Zweiten Weltkrieges gibt Alan Turing die entscheidenden Hinweise zur Entschlüsselung der ENIGMA-Codes und baut dafür einen speziellen mechanischen Rechner. Ebenfalls im Krieg baut Konrad Zuse die erste funktionstüchtige programmgesteuerte, binäre Rechenmaschine, bestehend aus einer großen Zahl von Relais, die Z3. Zeitgleich werden in den USA ähnliche elektronische Maschinen zur numerischen Berechnung gebaut. Auch Maschinen auf analoger Basis werden erstellt.
- 1941 Konrad Zuse stellt die Z3 fertig, die heute als der erste funktionstüchtige Computer gilt.
- 1943 IBM-Chef Thomas J. Watson sagt: "Ich glaube, es gibt einen weltweiten Bedarf an vielleicht fünf Computern."
- 1943 Tommy Flowers stellt mit seinem Team in Bletchley Park den ersten "Colossus" fertig.
- 1944 Fertigstellung des ASCC (Automatic Sequence Controlled Computer, "Mark I" durch Howard H. Aiken).
- 1944 Das Team um Reinold Weber stellt eine Entschlüsselungsmaschine für das Verschlüsselungsgerät M-209 der US-Streitkräfte fertig [http://www.heise.de/tp/deutsch/inhalt/co/18371/1.html]. Zur Architektur der Rechenmaschinen Z1 und Z3: http://www.zib.de/zuse/Inhalt/Kommentare/Html/0687/0687.html.

Nachkriegszeit


- 1946 ENIAC (Electronic Numerical Integrator and Computer) wird unter der Leitung von John Eckert und John Mauchly entwickelt.
- 1947 IBM baut den SSEC.
- 1947 Erfindung des Transistors.
- 1949 Maurice Wilkes stellt mit seinem Team in Cambridge den "EDSAC" (Electronic Delay Storage Automatic Computer) vor; basierend auf Neumanns EDVAC ist es der erste Rechner, der vollständig speicherprogrammierbar ist.
- 1949 Steve Kolberg stellt die Z4 fertig, deren Bau schon 1942 begonnen wurde und 1944 in wesentlichen Teilen abgeschlossen war, die aber kriegsbedingt nicht fertiggestellt werden konnte.
- 1950 Die Z4 geht an der ETH Zürich in Betrieb.
- 1951 UNIVAC I, kommerzieller Röhrenrechner der RAND Corporation.
- 1955 TRADIC, erster Computer, der komplett mit Transistoren statt Röhren bestückt ist. Gebaut von den Bell Labs für die US Air Force.
- 1955 OPREMA Erster Computer der DDR.
- 1956 Erstes Magnetplattensystem von IBM (RAMAC).

Sechziger


- 1960 IBM 1401, transistorisierter Rechner mit Lochkartensystem.
- 1960 DECs (Digital Equipment Corporation) erster Minicomputer, die PDP-1 (Programmierbarer Datenprozessor) erscheint.
- 1962 Telefunken_AG liefert die ersten TR 4 aus.
- 1964 DEC baut den Minicomputer PDP-8 für unter 20000 Dollar.
- 1964 IBM definiert die erste Computerarchitektur S/360, Rechner verschiedener Leistungsklassen können denselben Code ausführen.
- 1964 bei Texas Instruments wird der erste "Integrierte Schaltkreis", IC, entwickelt.
- 1966 D4a 33bit Auftischrechner der TU Dresden.
- 1968 HewlettPackard bewirbt den HP-9100A als "personal computer" in der Science-Ausgabe vom 4.Oct.1968.

Siebziger


- 1970 Intel baut mit dem 4004 den ersten in Serie gefertigten Mikroprozessor (2250 Transistoren).
- 1971 Telefunken liefert TR_440 Deutsches Rechenzentrum Darmstadt und Universitäten Bochum und München.
- 1972 der Illiac IV, ein Supercomputer mit Array-Prozessoren geht in Betrieb.
- 1973 Xerox Alto - Der erste Computer mit Maus, GUI und eingebauter Ethernet-Karte.
- 1973 beginnt die französische Firma R2E mit der Auslieferung des Micral.
- 1974 Motorola baut den 6800 Prozessor; Intel baut den 8080 Prozessor.
- 1975 MITS beginnt mit der Auslieferung des Altair 8800.
- 1976 die Firma Apple Computer bringt den Apple I auf den Markt; Zilog entwickelt den Z80 Prozessor.
- 1977 Ken Olson, Präsident und Gründer von DEC sagt: "Es gibt keinen Grund, warum jemand einen Computer zu Hause haben wollte."
- 1977 der Apple II, der Commodore PET und der Tandy TRS 80 kommen auf den Markt.
- 1978 DEC bringt die VAX-11/780, eine Maschine speziell für virtuelle Speicheradressierung, auf den Markt.
- 1979 Atari bringt seine Rechnermodelle 400 und 800 in die Läden. Revolutionär ist, dass mehrere Custom-Chips den Hauptprozessor entlasten.

Achtziger


- 1980er: Blütezeit der Heimcomputer, zunächst mit 8-Bit-Mikroprozessoren und einem Arbeitsspeicher bis 64 kB (Commodore VC20, C64, Sinclair ZX80/81, Sinclair ZX Spectrum, Schneider CPC 464/664), später auch leistungsfähigere Modelle mit 16-Bit- oder 16/32-Bit-Mikroprozessoren (z. B. Amiga, Atari ST).
- 1981 IBM stellt den IBM-PC (Personal-Computer) vor und bestimmt damit entscheidend die weitere Entwicklung.
- 1982 Intel bringt den 80286-Prozessor auf den Markt.
- 1982 Sun Microsystems entwickelt die Sun-1 Workstation.
- 1984 der Apple Macintosh kommt auf den Markt und setzt neue Maßstäbe für Benutzerfreundlichkeit.
- 1985, Januar Atari stellt den ST-Computer auf der CES in Las Vegas vor.
- 1985, Juli Commodore produziert den Amiga-Heimcomputer.
- 1986 Intel bringt den 80386-Prozessor auf den Markt; Motorola präsentiert den 68030-Prozessor.
- 1988 NeXT, Steve Jobs, Mitgründer von Apple, stellt den gleichnamigen Computer vor.
- 1989 Intel bringt den 80486 auf den Markt.

Neunziger

Internet ...
- 1991 Das AIM-Konsortium (Apple, IBM, Motorola) spezifiziert die PowerPC-Plattform.
- 1992 DEC stellt die ersten Systeme mit dem 64-Bit-Alpha-Prozessor vor.
- 1993 Intel bringt den Pentium-Prozessor auf den Markt.
- 1994 Leonard Adleman stellt mit dem TT-100 den ersten Prototypen für einen DNA-Computer vor.
- 1995 Intel bringt den Pentium-Pro-Prozessor auf den Markt.
- 1995 Be Incorporated stellt die BeBox vor.
- 1999 Intel baut den Supercomputer ASCI Red mit 9.472 Prozessoren.
- 1999 AMD stellt den Nachfolger der K6-Prozessorfamilie vor, den Athlon.

21. Jahrhundert

Beginn des 21. Jahrhunderts: Weitere Steigerung der Leistungsfähigkeit, fortschreitende Verkleinerung und Integration von Telekommunikation und Bildbearbeitung. Allgemeine, weltweite Verbreitung und Akzeptanz. Wechsel von klassischen Informationsdienstleistungen (Datendienste, Vermittlung, Handel, Medien) in das digitale Weltmedium Internet.
- 2001 IBM baut den Supercomputer ASCI White
- 2002 der NEC Earth Simulator geht in Betrieb
- 2003 Apple liefert den PowerMac G5 aus, erster Computer mit 64-Bit-Prozessoren für die breite Bevölkerung. AMD stellt mit dem Opteron und dem Athlon 64 seine ersten 64-Bit-Prozessoren vor.
- 2005 Renommierte Analysten erwarten, dass dieses Jahr weltweit 200 Mio neue PCs, Laptops und Server verkauft werden.
- 2005 AMD und Intel produzieren erste Dual-Core Prozessoren

Stichwörter zur Geschichte der Rechentechnik

Abakus, ARPANET, Hahn, Hamann, Logarithmentafel, OHDNER, OUGHTRED, PARTRIDGE, Pascal, Rechenschieber, Rechenstab, ROTH, Sprossenradmaschine, Zweispeziesrechner

Zukunft

Zukünftige Entwicklungen bestehen aus der möglichen Nutzung biologischer Systeme (Biocomputer), optischer Signalverarbeitung und neuen physikalischen Modellen (Quantencomputer). Weitere Verknüpfungen zwischen biologischer und technischer Informationsverarbeitung. Auf der anderen Seite nimmt man langsam Abstand von nicht realisierten Trends der letzten 20 Jahre, Expertensysteme und Künstliche Intelligenzen, die ein Bewusstsein entwickeln, sich selbst verbessern oder gar rekonstruieren, zu erforschen. Weitere Entwicklungen und Trends, von denen viele noch den Charakter von Schlagwörtern bzw. Hypes haben:
Autonomic Computing
Grid Computing
Pervasive Computing
Ubiquitäres Computing
Wearable Computing.

Siehe auch


- eine Übersicht über die Artikel zum Thema "Computer" finden Sie im Portal Informatik.

Literatur


- Konrad Zuse: Der Computer – Mein Lebenswerk, Springer: Berlin, 1993, ISBN 3-540-56292-3
- Ron White: So funktionieren Computer. Ein visueller Streifzug durch den Computer & alles, was dazu gehört, Markt+Technik: München, 2004, ISBN 3-8272-6714-5

Weblinks


- [http://www.homecomputermuseum.de Homecomputermuseum.de]
- [http://www.computergeschichte.de Computergeschichte.de]
- [http://www.classic-computing.de Verein zum Erhalt klassischer Computer e.V.]
- [http://www.atari-computermuseum.de Das Atari Computermuseum]
- [http://netzwerk.wisis.de/projekte/9.htm Deutsche EDV-Geschichte 1940er-1960er - SUSAS Netzwerk für Wissensweitergabe]
- [http://www.hnf.de Angeblich größtes Computermuseum der Welt in Paderborn]
- http://www.hchistory.de/index.php3
- [http://www.dm.fh-hannover.de/~petkli/foliant/_1st.html Ein Foliant zur Geschichte der Datenübertragung]
- [http://www.top500.org/ Liste der 500 leistungssstärksten Computer] Kategorie:Technikgeschichte ja:コンピュータ ko:컴퓨터 ms:Komputer nb:Datamaskin simple:Computer th:คอมพิวเตอร์

Server

Ein Server ist ein Programm, welches auf die Kontaktaufnahme eines Client-Programmes wartet und nach Kontaktaufnahme mit diesem Nachrichten austauscht.

Bemerkungen

Die Kommunikation erfolgt dabei nach dem Client-Server-System. In der Informationstechnik ist das Gegenteil zum Client-Server-Prinzip das Peer-to-Peer-Prinzip. Die Regeln, die das Format sowie die Bedeutung der zwischen Server und Client ausgetauschten Nachrichten bestimmen, nennt man Protokoll. Die Hardware, auf der ein oder mehrere Server laufen, bezeichnet man als Host. Laut Arbeitshandbuch Wirtschaftsinformatik ist ein Server auch ein Rechner, „auf dem ein Serverprogramm läuft.“

Beispiele

Server, die das HTTP-Protokoll implementieren, werden als HTTP-Server bezeichnet. Ein Zugriff erfolgt über HTTP-Clients. Neben dem HTTP-Protokoll gibt es noch weitere sogenannte Web-Protokolle wie zum Beispiel HTTPS. Die bekanntesten interaktiven Web-Clients sind zur Zeit der Internet Explorer sowie der Mozilla Firefox, die alle gängigen Web-Protokolle beherrschen. Server, die ein Protokoll zur Dateiübertragung implementieren, werden allgemein als Datei-Server oder File-Server bezeichnet. Die am häufigsten verwendeten Dateiübertragungsprotokolle sind FTP, SFTP, NFS und SMB/CIFS.

Verfügbarkeit und Clustering

Ein Server läuft entweder permanent (daemon mode) oder wird auf Anfrage eines Clients gestartet (vgl. [http://bama.ua.edu/cgi-bin/man-cgi?inetd.conf+4 man 4 inetd.conf]). Um die Ausfallsicherheit und Leistungsfähigkeit zu erhöhen, können mehrere Server als Cluster zusammengeschaltet werden. Diese können sowohl auf einem als auch auf mehreren Hosts verteilt sein. Fällt ein oder fallen mehrere Server aus, so übernehmen die noch vorhandenen Server die Anfrage der Clients.

Weitere Beispiele


- Mittels Print-Servern (Drucker-Servern) erhalten Benutzer Zugriff auf entfernte Drucker.
- Mittels Timeservern (Zeitserver, Network-Time-Protocol-Server) werden Rechneruhren synchronisiert.
- Mailserver (E-Mail-Server) und Newsserver dienen der Kommunikation.
- Root-Server sind die wichtigsten Nameserver des Domain Name Systems.
- Auf Spieleservern (Gameservern) können mehrere Spieler gemeinsam oder gegeneinander spielen.
- Mit einem Streaming-Server kann man zum Beispiel Internetradio ausstrahlen.
- Datenbankserver verwalten eine oder mehrere Datenbanksysteme.
- vServer sind emulierte Serversysteme. Es laufen mehrere vServer auf einem Server.
- Webserver sind Serverdienste, die das HTTP-Protokoll auf einem Rechner zur Verfügung stellen.
- Ein Proxy-Server stellt zwischengespeicherte Informationen anderen Computern zur Verfügung.
- Ein Dateitransferdienst ermöglicht die Übertragung von Dateien zwischen Computern. Das bekannteste und meistgenutzte TCP/IP-Protokoll überhaupt ist FTP.
- Ein Dateizugriffsdienst bzw. Network File System erlaubt das Bearbeiten von entfernten Dateien über einen Client. Im allgemeinen sind auch konkurrierende Zugriffe möglich. Im Gegensatz zu einem Dateitransferdienst werden nicht die gesamten Dateien, sondern nur die auf den Dateien angewendeten Operationen und die dazugehörigen Daten übertragen. Bekannte Dienste sind zum Beispiel NFS, SMB.

Literatur


- Douglas E. Comer: Computernetzwerke und Internets. Pearson Studium, ISBN 3-8273-7023-X
- Craig Hunt: TCP/IP. O’Reilly, ISBN 3-89721-179-3
- Hans Robert Hansen, Gustaf Neumann: Arbeitsbuch Wirtschaftsinformatik. 6. Aufl. UTB, Stuttgart 2002, ISBN 3825212815 Kategorie:IT-Architektur als:Server ja:サーバ ko:서버 simple:Server th:เซิร์ฟเวอร์

Stapelverarbeitung

Stapelverarbeitung oder auch Batchverarbeitung bezeichnet die Bearbeitung von Aufgaben nacheinander (sequentiell). Dies ist ein Ausdruck aus dem EDV-Bereich und wird synonym als Batchdatei, Batchfile, Batchprogrammierung, JCL verwendet.

Ursprüngliche Bedeutung

Ursprünglich bedeutete es, dass Aufgaben nicht scheinbar gleichzeitig, sondern rein sequentiell durchgeführt werden. Der Stapel wird Aufgabe für Aufgabe abgearbeitet. In Großrechensystemen der Anfangszeit war die Stapelverarbeitung das Standardverfahren, bei dem die Anfragen der Benutzer eine nach der anderen abgearbeitet wurden. Ihren Namen hat die Stapelverarbeitung, weil die Eingaben als Stapel von Lochkarten in das System gegeben wurden. Heute spricht man immer noch von Batchverarbeitung und meint damit vor allem das Abarbeiten von Programmen, die keine Benutzeraktion erfordern. Man gibt einen Auftrag vor und der wird vom Computer erledigt, ohne dass der Benutzer weiter eingreifen muss. Wörtlich übersetzt heißt Batch in diesem Zusammenhang Listenabarbeitung, Stapelverarbeitung. Batch-Dateien werden in verschiedenen Betriebssystemen (z. B. DOS, Unix) häufig genutzt. Man spricht heute mehr von Skript-Dateien, vom Konzept her ist es aber dasselbe. Eine Reihe von Befehlen, die die Betriebssystemfunktionen nutzen, werden in einer Datei festgehalten und nach Starten des Skripts abgearbeitet. Auf Mainframes, die unter dem IBM-Betriebssystem z/OS (vormals MVS) laufen, spricht man von Jobs. Diese Batchverarbeitungen werden normalerweise durch eine Steuerungssoftware (z.B. OPC) gesteuert, können aber auch durch einen TSO-Benutzer oder einen bereits laufenden Job oder eine so genannte Started Task ausgelöst werden. Bei MS-DOS/Windows werden die Batchdateien üblicherweise mit der Dateiendung .bat versehen. Unter Windows können sie durch einen Doppelklick gestartet werden. Beim Macintosh wird mit AppleScript gearbeitet. Das neueste System Mac OS X ist eine Unix-Variante und kennt auch Batchdateien im üblichen Sinn. Bei z/OS sind Batchjobs in JCL geschrieben und normalerweise in einem Partitioned Dataset (JCL-Library) mit Recordformat FB und Recordlänge 80 abgelegt. Eine Art Unterprogramm ist durch die Verwendung von Cataloged Procedures möglich. Die folgende Demonstration zeigt, dass man in der DOS-Ebene sogar ohne einen Editor einfach eine Batchdatei erstellen kann: Man gibt folgenden Befehl ein: COPY CON D.BAT Dir
- .txt Strg + z So hat man ein Batchfile erstellt, das alle Dateien mit der Endung .TXT anzeigt, wenn man D und Return eingibt. Praktisch wird das aber nicht angewandt. Bei Unix bezeichnet man das Erstellen von Batchdateien als Shellscripting, was genau so einfach wie bei DOS funktioniert, aber viel leistungsfähiger ist, da unter Unix mehr Betriebssystembefehle bzw. -werkzeuge zur Verfügung stehen. Administrative Arbeiten, welche bei Unix mittels Shellskripten durchgeführt werden, werden bei z/OS heutzutage sehr oft mit REXX-Skripten unter TSO durchgeführt. Die Batchjobs werden in erster Linie für automatisierte Verarbeitungen (oft Massenverarbeitungen) eingesetzt. Das Betriebssystem enthält zur Jobsteuerung ein Job Entry Subsystem JES2 oder JES3.

Vorteile


- einfach zu erstellen
- Wiederverwendbarkeit
- Zeitersparnis (bei der Ausführung)

Batchdatei entwerfen

Wer eine Batchdatei entwerfen will, kann in der Datei folgende Befehle anwenden:
- ECHO ON/OFF = Schaltet die Befehlsanzeige für nachfolgende Befehle ein/aus
- ECHO [Text] = Zeigt einen Text auf dem Bildschirm beim ausführen des Batches an
- REM [Text] = Einfügen von Notizen in den Batch, der beim Ausführen nicht angezeigt wird
- GOTO [Zeile] = Überspringt einen Teil zur angegeben Zeile in der Batchdatei
- :[Name] = Gibt eine Sprungmarke an, die mit "GOTO" angesteuert werden kann
- @[Befehl] = Lässt einen Befehl nicht anzeigen, der sonst angezeigt wird
- IF (NOT) = Führt einen Befehl aus, wenn die Folgebedingung (nicht) erfüllt ist
- FOR = Führt einen Befehl für jede einzelne Datei für einen Satz von Dateien aus
- EXIST [Datei] = angegebene Datei muss existieren, sonst wird der Befehl nicht ausgeführt
- NOT EXIST = angegebene Datei darf nicht existieren, sonst wird der Befehl nicht ausgeführt
- %[Zahl] = verschiedenes mit einem bestimmten Parameter tun. Bsp.: "IF NOT "%2"

"" GOTO RENAME": Wenn der zweite Parameter angegeben wurde, wird ein Teil der Batchdatei bis zu der Zeile mit dem Label "RENAME" (":RENAME") übersprungen.

Weblinks


- http://www.admini.de Umfangreiche Informationen über Batchprogrammierung unter NT/2000/XP
- http://www.fpschultze.de/batstuff.html Batch Scripting Site mit vielen Beispielen
- http://download.knowware.de/batch.pdf Leicht verständliche Einführung
- http://publibz.boulder.ibm.com/cgi-bin/bookmgr_OS390/BOOKS/IEA2B510/CCONTENTS?SHELF=IEA2BK32&DN=SA22-7598-01&DT=20010626133938 englischsprachiges JCL Benutzerhandbuch Kategorie:Skriptsprache ja:バッチ処理

Terminalemulation

Mit einer Terminalemulation wird eine textorientierte Ein-/Ausgabeschnittstelle emuliert. Die Plattform, auf der die Emulation stattfindet muss also mindestens die Möglichkeit zur Ausgabe und Eingabe von Zeichen (z.B. ASCII) bieten. Die am häufigsten verwendete Plattform ist eine graphische Benutzeroberfläche. Man kann sich auch vorstellen, eine Terminalemulation durch Spracherkenung/-synthetisierung zu bewerkstelligen. Eine Terminalemulation braucht man, um alte textorientierte Programme mit einem grafischen Desktop benutzen zu können oder für neue Programme, die auf graphische Ein/Ausgabe verzichten.
Textanwendung <---> Terminalemulation <---> grafische Oberfläche
shell         <---> xterm             <---> X11

Architektur

Eine Terminalemulation ermöglicht die Interaktion mit einem textorientierten Programm innerhalb einer grafischen Benutzeroberfläche. Sie macht das Arbeiten mit Programmen möglich, die die Grafikschnittstelle nicht direkt zur Ausgabe benutzen (z.B. weil sie programmiert wurden, als es noch keine Grafikschnittstelle gab oder weil es einfacher ist, Ausgaben über die Textschnittstelle abzuwickeln). Dem textorientierten Programm "gaukelt" es ein Text-Terminal vor (daher der Name) und der Grafikschnittstelle ein grafikfähiges Programm.

Funktionsweise

Eine Terminalemulation übernimmt dieselbe Aufgabe, die die Software eines Terminals bewerkstelligt. Allerdings ist die Emulation ein normaler Prozess des Betriebssystems, der durch die CPU des Rechners ausgeführt wird, statt ein Programm, gespeichert im ROM des Terminals und ausgeführt durch dessen CPU. Dabei wird die Ausgabe eines textorientierten Programmes von der Terminalemulation analysiert und in Operationen einer Grafikschnittstelle (z.B. X11) umgesetzt. Tastatureingaben in das Terminal-Fenster werden dabei an den Prozess geschickt, der innerhalb der Emulation ausgeführt wird. Dabei handelt es sich meistens um eine Shell. Der Shell wird durch ein Pseudoterminal vorgegaukelt mit einem Terminal verbunden zu sein, die Master-Seite des Pseudoterminals ist aber mit dem Prozess der Terminalemulation verbunden, statt zum Beispiel mit einer seriellen Schnittstelle.

Beispiele


- xterm, rxvt, aterm, Eterm, wterm, gnome-terminal, Konsole
- Eingabeaufforderung für Windows

Historie, Sinn, Zweck, Perspektive

Eine Terminalemulation ist ein Programm für einen PC, das einen "intelligenten" PC an einem Großrechner sich ersatzweise wie ein "dummes" Terminal verhalten läßt, für den Großrechner nur sichtbar als Datenendgerät ohne Eigenintelligenz. Der Ersatz kann sich im einfachen Fall rein auf die Text-Funktionalität beziehen, kann aber auch die Grafik-Funktionen von grafischen Terminals im komplexeren Fall ersetzen. Emulation bedeutet Nachmachen, So-tun-als-ob, funktional (weitgehend) identisch zu sein, oder sogar besser zu sein, und ohne Einbußen an Funktionalität: alle Programme, die mit dem Terminal arbeiten, laufen auch auf dem PC, ohne Fehlermeldungen. Wichtige Terminals an größeren sternförmig verkabelten Rechnersystemen waren die 3270-Serie von IBM und im Bereich der Mini-Computer die VT-Terminals von Digital Equipment. Die anfangs teuren PCs waren zunächst sinnvoll nur im Zusatz-Nutzen auch als Terminals an größeren Rechnern einsetzbar, u.a. um Platz zu sparen, und um lokal auf dem PC veränderte Daten und Programme auf den großen Rechner zu transferieren. Hierzu waren die Terminal-Emulations-Programme mit einigen Zusatz-Funktionen über die reine Terminal-Ersatzfunktion hinaus versehen, um diesen Daten-Transfer in beide Richtungen zu bewerkstelligen, also Daten zum Großrechner zu schieben (upload), oder von ihm Daten sich herzuholen (download). Konkrete Beispiele: die "einfachen" DEC-Terminals waren das VT52 und das VT100 (VT = video terminal, Sicht-Endgerät). Diese Terminals erlaubten "nur" alpha-numerischen Befehlsdialog und Daten-Ein- und -Ausgabe. Mit einem ergänzenden Zeichensatz im Terminal, auf den per Befehls-Sequenz vom Rechner umgeschaltet werden konnte, war es dann auch möglich, eine einfache "Klötzchen"-Grafik (ähnlich dem bekannten Spiel Pacman) zu nutzen. Auch die neueren Terminals VT200 und VT220 erlaubten keine "Pixel"-Grafik, sie hatten lediglich eine am Kabel verschiebliche Tastatur und einen größeren Bildschirm-Monitor. Die ersten "richtigen" Grafik-Terminals von DEC waren das VT240 (einfarbig, gelbe oder grüne Buchstaben und Pixel) und das VT241. Parallel-versetzt mit der erweiterten Grafik-Funktionalität von PCs zogen dann auch die Hersteller der Terminal-Emulationsprogramme nach: die ersten Programme erlaubten es, mit dem PC ein VT52 oder VT100 zu ersetzen. Mit der Hercules-Grafik und dem VGA-Standard dann wurden erweiterte, auch zunächst teurere Programme vertrieben, die den PC befähigten, zusätzlich ein grafikfähiges VT240 oder VT241 nachzuahmen. Insbesondere wurden Terminal-emulierende PCs zum Problem der Anbieter reiner Grafik-Terminals, wie Tektronix. Mit immer größeren Bildschirmen auch am PC (XGA-Standard, 1024x768 Punkte, oder dann 1280x1024 Punkte), 17 Zoll- und 19 Zoll-Monitoren starben die großen "dummen" Terminals aus. 1985 kostete eine Grafik-Station für das DEC VAX- basierende CAD-System MEDUSA ca. 145.000 DM, mit einem 19 Zoll-Bildschirm, einem Eingabe-Tablett und einem Alpha-Schirm für den Befehls-Dialog. Man beachte: eine Grafik-Station, die "dumm" war, die noch die "Intelligenz" des über Kabel angeschlossenen VAX-Rechners zusätzlich benötigte, deren Rechenleistung anteilig für mehrere Stationen nochmals in ähnlicher Größenordnung kostete, somit ca. 300.000 DM Gesamtkosten für den Betrieb eines einzigen Arbeitsplatzes verursachte. Dies war in der Zeit, dass gut verdienende Techniker und Ingenieure wieder in Schicht-Arbeit gingen, um ca. 16 Stunden am Tag diese teuren Einrichtungen zweischichtig zu nutzen, besser auszulasten. Mit dem Aufkommen immer preiswerterer PCs, der entsprechenden Software (z.B. AutoCAD) hatten solche teuren Stationen und Systeme immer weniger Chancen am Markt. Als die Preise für PCs immer weiter sanken, verschwanden allmählich die echten Terminals von der Bildfläche. Heutzutage werden äußerst selten nur noch reine Terminals zur Benutzer-Interaktion am Arbeitsplatz eingesetzt; die heute bekannten reinen Terminals im Wortsinne als "Endgeräte" der Datenverarbeitung sind für Spezialfunktionen wie Kassensysteme und Bankautomaten eingesetzt. Zusätzlich zur Emulations-Software wird am PC meist noch die elektronische Transfer-Funktionalität in Hardware benötigt, also sich über eine Schnittstelle und eine Kabel-Verbindung elektrisch identisch wie ein Terminal zu präsentieren. In der Anfangszeit war das vor allem die serielle Schnittstelle (für die VT-Emulation), oder eine spezielle Steckkarte zum IBM-Anschluss über Koaxialkabel. Heutzutage existieren Terminalemulationen zumeist als Zusatzsoftware in PC-Netzwerken, um die oftmals immer noch bestehenden Großrechner-Systeme auch im Nebennutzen (neben den PC-Zwecken) noch ansprechen zu können. Der Hauptzweck verlagert sich jedoch immer mehr auf die vernetzten PC-Systeme selbst, oder auf Client-Server-Systeme wie SAP R/3 u.ä. Wenn es eines Tages keine Großrechner mit spezialisierter bzw. "proprietärer" Benutzeroberfläche (abseits Windows, Unix und Linux) geben wird, werden Terminalemulationen dann ebenso auch entbehrlich sein. Terminal-Emulationen stellen somit einen Baustein des Übergangs von der sternförmigen Großrechner-Technologie zu vernetzten und vermaschten PC-Netzwerken dar. Kategorie:Software ja:端末エミュレータ

Supercomputer

Als Supercomputer werden Hochleistungsrechner bezeichnet, die zum Zeitpunkt ihrer Einführung im obersten realisierbaren Leistungsbereich operieren. Ein typisches Merkmal eines Supercomputers ist seine große Anzahl an Prozessoren, die auf einen sehr großen Hauptspeicher zugreifen. Seit geraumer Zeit etablieren sich vermehrt sog. Cluster, bei denen eine große Anzahl von (meist preiswerten) Einzelrechnern zu einem großen Rechner vernetzt werden. Eng verbunden mit dem Begriff Supercomputer ist die Firma Cray. Sie ist benannt nach ihrem Gründer Seymour Cray und stellte die ersten Supercomputer in den 1970er Jahren her. Der erste offiziell installierte Supercomputer Cray-1 schaffte 1976 130 MegaFLOPS. Zum Vergleich, ein normaler PC kann heutzutage mehrere GigaFLOPS ausführen. Die schnellsten Supercomputer werden halbjährlich in der Top-500 Liste aufgeführt. Als Bewertungsgrundlage dient der Linpack-Benchmark.

Einsatzzweck von Supercomputern

Die Herstellungskosten eines Supercomputers aus der TOP10 bewegen sich derzeit in einem sehr hohen zweistelligen oftmals bereits dreistelligen Euro-Millionenbetrag. Nach oben sind dabei keine Grenzen gesetzt. Für den in Planung stehenden neuen Supercomputer im Bereich um 10 PFLOPS werden derzeit fast 700 Millionen Euro veranschlagt. Bei diesen enormen Investitionssummen stellt sich zwangsläufig die Frage wofür diese sehr teuren Geräte benötigt werden und ob sich die Investition in die Entwicklung eines solchen Gerätes, außer aus reinen Prestigegründen, rentiert. Die heutigen Supercomputer werden überwiegend zu Simulationszwecken eingesetzt. Je realitätsnaher eine Simulation komplexer Zusammenhänge wird, desto mehr Rechenleistung wird in der Regel benötigt. Der Vorteil der Supercomputer ist außerdem, daß sie durch ihre extrem schnelle und große Rechenleistung immer mehr Interdependenzen berücksichtigen können. Dies erlaubt also das Einbeziehen immer weiterreichender oftmals auch unscheinbarer Neben- oder Randbedingungnen zur eigentlichen Simulation und gewährleistet dadurch ein immer aussagekräftigeres Gesamtergebnis. Die derzeitigen Haupteinsatzgebiete der Supercomputer umfassen dabei die Bereiche:
- Biologie
- Chemie
- Geologie
- Luft- und Raumfahrt
- Medizin
- Wetter- und Klimaforschung
- Militär
- Physik Bis auf das Militär, welches hauptsächlich militärische Planspiele betreibt, kennzeichnen sich die Bereiche dadurch, dass es sich um sehr komplexe Systeme bzw. Teilsysteme handelt, die in weitreichendem Maße miteinander verknüpft sind. So haben Veränderungen in dem einen Teilsystem meist mehr oder minder starke Auswirkungen auf benachbarte oder angeschlossene Systeme. Durch den Einsatz von Supercomputern wird es immer leichter möglich viele solcher Konsequenzen zu berücksichtigen oder sogar zu prognostizieren, wodurch bereits weit im Vorfeld etwaige Gegenmaßnahmen getroffen werden könnten. Dies gilt z.B. bei Simulationen zum Klimawandel, der Vorhersagen von Erdbeben oder Vulkanausbrüchen sowie in der Medizin bei der Simulation neuer Wirkstoffe auf den Organismus. Die enormen Investitionsummen in die stetige Steigerung der FLOPS und damit die Entwicklung von immer schnelleren Supercomputern werden vor allem mit den Nutzenvorteilen und den eventuellen "Wissenvorsprung" für die Menschheit gerechtfertigt, weniger aus den Aspekten des allgemeinen technischen Fortschritts.

Ausgewählte Supercomputer

weltweit (Stand 2005)

deutschlandweit

Leistungen von Supercomputern

(im weiteren Sinne)
- zum Vergleich: sämtliche Berechnungen aller Computer weltweit von 1960 bis 1970 könnte der Earth Simulator in etwa 35 Minuten durchführen.
- Deep Blue 2 (Hochleistungsrechner von IBM) schlägt als erster Computer einen Schachweltmeister in einem offiziellen Zweikampf.
- Yasumasa Kanada bestimmt die Kreiszahl Pi mit einem Hitachi SR8000 der Uni Tokyo auf 1,24 Billionen Stellen genau.

Weblinks


- [http://www.top500.org/ TOP500 Liste der leistungsstärksten Supercomputer]
- [http://www.sc-conference.org/ The International Conference for High Performance Computing and Communications]
- [http://www.supercomp.de Internationale Supercomputerkonferenz in Heidelberg]
- [http://www.tu-chemnitz.de/urz/clic/ Chemnitzer Linux Cluster (CLIC)]
- [http://kepler.sfb382-zdv.uni-tuebingen.de/kepler/index.shtml Kepler-Cluster an der Universität Tübingen] Kategorie:Rechnerarchitektur Kategorie:IT-Architektur ja:スーパーコンピュータ ko:슈퍼 컴퓨터 ms:Superkomputer

Virtueller Server

Ein Virtueller Server (kurz vServer) ist ein Server, der sich aus Anwendersicht wie ein echter Server verhält, jedoch keinen physikalischen Host repräsentiert. Häufig residieren mehrere Virtuelle Server (Gast-Systeme) auf einem physikalischen Host (Gastgeber-System).

Geschichte

Das Konzept Virtueller Server ist im Großrechnerbereich schon länger im Einsatz, Vorreiter war hier IBM. Auf PC basierten Hosts werden Virtuelle Server erst eingesetzt, seitdem deren Hardware leistungsfähig genug ist, um mehrere Betriebssysteme gleichzeitig auf einer Maschine laufen lassen zu können.

Einsatz

Virtuelle Server werden eingesetzt, wenn von einer einzelnen Maschine unterschiedliche Systemdienste angeboten werden sollen, die jeweils ihr eigenes Betriebssystem-Umfeld benötigen (vgl. Dedizierter Server). Im Server-Betrieb erlaubt der Einsatz Virtueller Server den Betrieb mehrerer wenig belasteter Server auf einem Host sowie einen schnellen und problemlosen Umstieg auf neue, leistungsfähigere Hardware oder das Verlagern einzelner Virtueller Server auf eine andere Maschine.

Unterscheidung Virtueller Server

Virtuelle Server lassen sich in mehrere Gruppen einteilen: # Virtuelle Server auf Basis von Diensten # Virtuelle Server auf Basis von Betriebssystemen # Virtuelle Server auf Basis von Emulation

Virtuelle Server auf Basis von Diensten

Viele Server bieten die Möglichkeit, ihre Dienste gleichzeitig für verschiedene Domains anzubieten. Diese Funktion wird auch irreführend als Virtuelle Domain [engl.: Virtual Domain] bezeichnet. Für den Nutzer dieser Dienste sieht es so aus, als würden diese von einem dedizierten Server bereitgestellt.

Beispiele:


- Ein physikalischer Host, auf dem ein Webserver läuft, kann einige hundert Virtuelle Webserver mit Internetauftritten beherbergen.
- Ein Host, auf dem ein Mail-Server läuft, der für Mails mehrerer Domains zuständig ist.

Virtuelle Server auf Basis von Betriebssystemen

Ein Gastgeber-Betriebssystem (engl.: Host) beherbergt mehrere Gast-Betriebssystem-Umgebungen (engl.: Guest), die gegeneinander abgeschottet sind und nur über das Gastgeber-Betriebssystem auf die Hardware des Hosts zugreifen dürfen. Virtualisierung auf Betriebssystembasis gibt es auf unterschiedlichen Ebenen:
- Erweiterte chroot-Umgebung des Gastgeber-Systems. Direkter Zugriff auf die System-Hardware ist nicht möglich. Beispiel: BSD Jails (s.u.) und Linux vserver
- Gast-Systeme benutzen das selbe Betriebssystem wie der Gastgeber und greifen über Treiber des Gastgeber-Systems auf die Hardware zu. Beispiel: Xen (s.u.)
- Die Gast-Systeme sind komplette Betriebssysteme mit eigenem Kernel, eigenen Treibern und eigener Konfiguration. Beispiel: UML (s.u.)

Virtuelle Server auf Basis von Emulation

Das Gastgeber-System emuliert alle Systemaufrufe auf Hardware-Ebene. Auf ein so emuliertes System lassen sich dann ein oder mehrere Gast-Systeme installieren. So ist es z.B. möglich, auf PCs Software für Palm Handhelds zu testen, alte C64-Software zu benutzen und Windows-Programme auf Apple- oder Unix-Rechnern zu betreiben. Beispiele: VirtualPC, VMware (s.u.).

Siehe auch


- Dedicated Server
- Xen
- User Mode Linux
- QEMU
- Bochs
- VMware
- VirtualPC

Weblinks


- [http://linux-vserver.org/ Linux-VServer]
- [http://openvz.org/ OpenVZ]
- [http://www.freebsd.org/doc/en_US.ISO8859-1/books/arch-handbook/jail.html FreeBSD Jail]
- [http://www.encephalon.de/freebsd/freebsd-jails/index.html Deutsches Howto zu FreeBSD Jails]
- [http://www.cl.cam.ac.uk/Research/SRG/netos/xen/ Xen virtual machine monitor]
- [http://webhostingwiki.de/Virtualserver Virtualserver Eintrag im WebhostingWiki] Kategorie:IT-Architektur Kategorie:Virtualisierung ja:バーチャル・プライベート・サーバ

Hewlett-Packard

Hewlett-Packard [] (HP) ist eine der größten US-amerikanischen Technologiefirmen mit Sitz in Palo Alto (Kalifornien). HP war das erste Technologieunternehmen im Silicon Valley und gilt als Vorreiter für die von der Computertechnologie geprägte Industrielandschaft der Region. Die Produktpalette reicht von einfachen Elektronikbauelementen bis zu Software und Dienstleistungen.

Geschichte

Dienstleistung HP wurde am 1. Januar 1939 von William (Bill) Hewlett und David Packard als Hersteller wissenschaftlicher Instrumente in einer Garage in Palo Alto gegründet. Diese Garage gilt heute als Geburtsort des Silicon Valley. Seither ist HP bekannt für eine große Anzahl verschiedener Produkte, u. a. Drucker (Markennamen: Deskjet, Laserjet), Messinstrumente (z. B. Oszilloskope), Computer (tragbare Dialogeinheiten bis zu Servern) und Digitalkameras. Insbesondere hat sich HP durch seine Taschenrechnerreihen einen Namen gemacht. Am 5. Januar 1980 gab Hewlett-Packard die Konstruktion seines ersten "personal computer" (PC) bekannt. 1989 kaufte HP die Firma Apollo Computers. 1999 gliederte HP Agilent Technologies Incorporated (Agilent), der ursprüngliche Instrumentenproduktions-Geschäftsbereich von Bill Hewlett und Dave Packard 1939 gegründet, aus. HP hatte schon zuvor seit den 1980ern einige andere Geschäftsbereiche ausgegliedert und zu erfolgreichen Unternehmen gemacht. 2002 fusionierte die Firma mit Compaq. Im Frühjahr 2004 kauft HP die deutsche Firma "TRIATON GmbH" vom Thyssen Krupp Konzern. Die TRIATON betreibt Rechenzentren in Krefeld, Frankfurt und Dortmund. Am 9. Februar 2005 wurde Carleton S. (Carly) Fiorina als Vorstandsvorsitzende und Geschäftsführerin von HP vom Aufsichtsrat abberufen. Sie kam im Juli 1999 zu HP. Davor war sie fast 20 Jahre bei AT&T und Lucent Technologies tätig. Robert P. Wayman übernahm die Geschäfte übergangsweise, bis Mark Hurd, vormals Chief Executive Officer (CEO) von NCR, neuer Chef von Hewlett-Packard (HP) geworden ist.

Technologien

In den siebziger Jahren bot HP im technischen Bereich die Rechnerserie HP 1000 (16 bit) mit dem Multiuser-Betriebssystemen RTE (Real Time Execution) und dem Einzeluser-Betriebssystem DOS (nicht zu verwechseln mit MS DOS) an. Im kommerziellen Bereich gab es die Rechner HP 3000 mit dem Betriebssystem MPE. Ca. 1985 folgte die Rechnerserie HP 9000 mit HP-UX als Betriebssystem. Mit dem Geschäftsbereich HP OpenView stellt der Konzern Software insbesondere für UNIX Betriebssysteme her, mit dem das Unternehmen vor Allem in den Bereichen Systemüberwachung und -management eine führende Rolle einnimmt. Darüber hinaus ist HP natürlich als Erfinder und Hersteller von Druckern sehr bekannt. Weit weniger Leute wissen das HP auch im Bereich der Softwareentwicklung viel geleistet hat. Dazu gehörten die Entwicklungen wie Desktop Erweiterung [http://toastytech.com/guis/nw.html HP NewWave], eine WorkFlow Lösung wie [http://www.hp.com/go/changengine HP ProcessManager] oder eine Middelwarelösung wie ein [http://www.bluestone.com/products/hp-as/ HP Application Server] (früher Bluestone Application Server). Darauf aufbauend gab es früher auch eine spezielle JMS Implementierung unter dem Namen HP Message Service (HP-MS) sowie Pakete zur Unterstützung von Digitalen Daten ("Rich Media")[http://h21022.www2.hp.com/HPISAPI.dll/hpmiddleware/products/rich_media/default.jsp] Heute stellt HP unter anderem Software & Tools rund um Java für HP-UX wie beispielsweise eine eigene JVM Implementierung [http://www.hp.com/java] und Tuning Tools wie HP jMeter [http://www.hp.com/products1/unix/java/hpjmeter/index.html] / HP jTune [http://www.hp.com/products1/unix/java/java2/hpjtune/index.html] oder das System/Netzwerkmanagement wie OpenView bereit.
- MPE Betriebssystem [http://docs.hp.com/en/osmpeix7.5.html#MPE]
- HP-UX Betriebssystem [http://www.hp.com/go/hpux]
- PA-RISC Prozessorarchitektur [http://www.hp.com/products1/servers/HP9000_family_overview.html]
- OpenView Software [http://www.hp.com/go/openview]
- HP-UX Java JVM [http://www.hp.com/go/java]

Weblinks


- [http://www.hp.com Offizielle Seite der Firma], [http://www.hp.com/de Deutsche HP Seite], [http://www.hp.com/ch Schweizer HP Seite (DE)], [http://www.hp.com/at HP Seite für Österreich (DE)]
- [http://www.hp-store.de Direktvertrieb von HP]
- [http://openview.hp.com Offizielle OpenView Seite]
- [http://www.hpmuseum.org Museum für HP-Taschenrechner]
- [http://www.hydrix.com/wiki/ HP Calculators' Wiki]
- http://www.taschenrechnersammeln.de - HP-Taschenrechner
- [http://www.software.hp.com/ Software von HP] Kategorie:Fotounternehmen Kategorie:Hardwarehersteller Kategorie:Softwarehersteller Kategorie:Unternehmen (Stuttgart) Kategorie:Unternehmen (USA) ja:ヒューレット・パッカード

Unix

UNIX [] ist ein Mehrbenutzer-Betriebssystem. Es wurde Anfang der 1970er Jahre von Bell Laboratories zur Unterstützung der Software-Entwicklung entwickelt. Unix bezeichnet im allgemeinen Sprachgebrauch Betriebssysteme, die entweder ihren Ursprung im Unix-System von AT&T (ursprünglich Bell Laboratories) der 1970er haben oder dessen Konzepte implementieren. Da UNIX ein eingetragenes Markenzeichen der Open Group ist, dürfen nur zertifizierte Systeme den Namen UNIX führen. Dennoch ordnet man auch Betriebssysteme wie Linux der Unix-Familie zu. In der Fachliteratur verwendet man üblicherweise Unix als Bezeichnung für unix-artige Systeme, während man UNIX (in Großbuchstaben oder Kapitälchen) dazu nutzt, zertifizierte Systeme zu kennzeichnen. Zu all diesen Systemen, die in Unix-Derivate und Unix-artige Betriebssysteme eingeteilt werden können, zählen zum Beispiel die BSD-Systeme, Mac OS X, HP-UX, AIX, IRIX und Solaris. Einige andere Systeme wie GNU/Linux oder QNX sind im historischen Sinne keine Unix-Derivate, da sie nicht auf dem ursprünglichen Unix-Quelltext basieren, sondern separat entwickelt wurden. BSD basierte zwar ursprünglich auf Bell Labs-Quelltexten, diese wurden jedoch bis Mitte der 1990er vollständig entfernt.

Merkmale

Der Unix-Kernel hat über Gerätetreiber allein Zugriff auf die Hardware und verwaltet Prozesse. Daneben stellt er das Dateisystem zur Verfügung, in modernen Varianten zusätzlich den Netzwerk-Protokollstapel. Systemaufrufe aus Prozessen dienen zum Starten (Systemrufe fork, exec) und Steuern von weiteren Prozessen sowie zur Kommunikation mit dem Dateisystem. Zugriffe auf die Gerätetreiber werden auf Zugriffe auf spezielle Dateien im Dateisystem abgebildet. Dadurch werden Dateien und Geräte aus Sicht der Prozesse und damit Anwendungsprogramme soweit wie möglich vereinheitlicht (Systemrufe open, read, write, ...). Eine Vielzahl von Programmen inklusive eines C-Entwicklungssystems und eines Textsatzprogrammes (troff) vervollständigen das System. Das Dateisystem ist als hierarchisches Verzeichnis mit beliebigen Unterverzeichnissen organisiert, ein damals neues Konzept, das heute überall selbstverständlich ist. Wurzelverzeichnis (Root-Verzeichnis) dieser Hierarchie ist das Verzeichnis "/". Eins der hervorragenden Grundkonzepte von UNIX ist, auch Disketten- und CD-Laufwerke, weitere Festplatten des eigenen oder fremder Rechner, Terminals, Bandgeräte und andere "special files" im Dateisystem abzubilden. "Alles ist eine Datei" ist ein Grundprinzip von Unix. Dieser verallgemeinerte Dateibegriff gehört zum Wesen von UNIX und ermöglicht eine einfache, einheitliche Schnittstelle für die verschiedensten Anwendungen. In manchen UNIX-Derivaten werden selbst Prozesse und deren Eigenschaften auf Dateien abgebildet (proc-Filesystem). Der Kommandointerpreter, die Shell, – unter Unix ein normaler Prozess ohne Privilegien – sowie zahlreiche Standard-Kommandos ermöglichen dem Anwender eine unerreicht einfache Ein-/Ausgabeumleitung in diese Dateien, und über Pipes die Verkettung von mehreren Programmen. Eine große Sammlung von einfachen Kommandos, der "UNIX-Werkzeugkasten", kann so mit Hilfe der Programmiermöglichkeiten des Kommandointerpreters kombiniert werden und komplizierte Aufgaben übernehmen. Durch die Kombinierbarkeit der größtenteils standardisierten Werkzeuge wird häufig vermieden, dass man für "Einmalaufgaben" oder einfachere Administrationsarbeiten jeweils spezialisierte Programme schreiben muss, wie dies in anderen Betriebssystem häufig der Fall ist. Zu den wichtigen Merkmalen eines typischen Unixsystems gehören: hohe Stabilität, Multiuser, Multitasking (mittlerweile auch Multithreading), Speicherschutz und virtueller Speicher (zuerst implementiert in der BSD-Linie), TCP/IP-Netzwerkunterstützung (ebenfalls zuerst in der BSD-Linie), hervorragende Scriptingeigenschaften, eine voll ausgebaute Shell und eine Vielzahl von Werkzeugen (siehe Unix-Kommandos) und Daemonen. Betriebssysteme von Unix-Workstations sowie Unix-Derivate enthalten in der Regel eine grafische Benutzeroberfläche basierend auf X11. Unix ist historisch eng mit der Programmiersprache C verknüpft – beide verhalfen sich gegenseitig zum Durchbruch, und so ist C auch heute noch die bevorzugte Sprache unter Unixsystemen.

Der Name Unix

Das System hieß ursprünglich Unics (später gekürzt auf Unix), eine Anspielung auf das Multics-System. Der Name Unics wurde gerne auch als UNIplexed Information and Computing Service interpretiert, allerdings ist dies eine nachträgliche Interpretation – weder Unics noch Unix oder UNIX sind Akronyme. Die Diskussion, welcher Name nun der richtigere sei, UNIX oder Unix, entflammt immer wieder von Neuem. Geschichtlich ist Unix der ältere Name, UNIX als Name tauchte erst 1974 auf – aus rein ästhetischen Gründen.

Geschichte

Für ausführlichere Informationen siehe Geschichte von Unix. Ken Thompson erstellte 1969 die erste Version von Unix in Assemblersprache auf der DEC PDP-7 als Alternative zu Multics. Als eines der ersten Programme für den neuen Betriebssystem-Kern schrieben Thompson und Ritchie das Spiel Space Travel, um auszuloten was für Schnittstellen sie brauchen würden. Das 19721974 in C komplett neu implementierte System wurde gemeinsam mit einem C-Compiler kostenfrei an verschiedene Universitäten verteilt – aus ihr entwickelte sich die BSD-Linie von Unix. AT&T versuchte schließlich selbst, Unix gewinnbringend zu vermarkten, woraus die System V Linie von Unix entstand. In den 1980er Jahren wurde Unix zum dominierenden Betriebssystem an den Universitäten, und es existierte eine Fülle verschiedenster Unix-Derivate, die alle in irgendeiner Form von den beiden Hauptlinien abstammten, womit langsam Bedarf nach Standardisierung entstand.

Aktuelle Rechteverteilung

Die Rechte am Quellcode liegen laut eigener Behauptung bei der SCO Group (wobei Novell dies jedoch teilweise bestreitet; siehe [http://en.wikipedia.org/wiki/SCO_v._Novell SCO v. Novell]). Die Rechte am Warenzeichen liegen dagegen bei der Open Group.

Standards

Jeder Hersteller änderte und erweiterte das System in den 1980er Jahren nach eigenen Vorstellungen. Es entwickelten sich Versionen mit unterschiedlichen Fähigkeiten, Kommandos, Kommandooptionen und Programmbibliotheken. Um 1985 begann die IEEE zunächst, die Schnittstellen für Anwendungsprogramme zu standardisieren. Daraus entwickelte sich der IEEE 1003-Standard, der auf Anregung von Richard Stallman POSIX genannt wird. Er besteht heute aus etwa 15 Dokumenten, die sich mit allen Aspekten von Unix-Systemen wie dem Kommandozeileninterpreter (POSIX schreibt zwingend die Korn Shell vor), den Unix-Kommandos und deren Optionen, der Ein-/Ausgabe und anderem befassen. Die Preise der IEEE für die POSIX-Dokumentation sind sehr hoch, die Veröffentlichung ist durch Urheberrecht untersagt. In neuerer Zeit ist deshalb eine Tendenz zum Single Unix Specification-Standard der Open Group zu verzeichnen. Dieser Standard ist offen, im Internet frei verfügbar und akzeptiert Vorschläge von jedem.

Freie Unix-Derivate

Bis Unix V7 1979 erschien, wurde der Quellcode von Unix gegen Erstattung der Kopier- und Datenträgerkosten an Universitäten verteilt. Unix hatte damit den Charakter eines freien, portablen Betriebssystems. Der Code wurde in Vorlesungen und Veröffentlichungen verwendet und konnte nach eigenen Vorstellungen geändert und ergänzt werden. Die Universität Berkeley entwickelte eine eigene Distribution mit wesentlichen Erweiterungen, die Berkeley Software Distribution (BSD). In den frühen 80er Jahren beschloss AT&T, Unix zu vermarkten; der AT&T-Quellcode durfte ab diesem Zeitpunkt nicht mehr öffentlich zugänglich gemacht werden. Auch die Verwendung in Vorlesungen etc. war ausgeschlossen. Auch auf auf BSD basierende Systeme wurden – da ein Teil des Codes von AT&T stammte – hohe Lizenzgebühren erhoben. Viele Firmen lizenzierten den UNIX-Quellcode und brachten ihre eigenen Varianten auf den Markt, selbst Microsoft hatte mit Xenix einige Zeit ein Unix im Angebot. Die Nichtverfügbarkeit des Quellcodes veranlasste 1983 Richard Stallman, das GNU-Projekt ("Gnu is not Unix") ins Leben zu rufen. Ziel des Projekts war ein freies, Unix-kompatibles System. Bis 1990 hatte das Projekt alle wesentlichen Teile – inklusive des GNU-C-Compilers – entwickelt, jedoch mit Ausnahme des Kernels. 1987 erschien das Lehrsystem Minix der Vrije Universiteit Amsterdam. Minix war ein Unix-Klon mit Mikrokernel, C-Compiler, Editor und vielen Kommandos, das auf anspruchsloser PC-Hardware lief. Der Quellcode war Teil des Lieferumfangs. Es war zwar kommerziell, aufgrund seines sehr niedrigen Preises kam es einem freien System aber sehr nahe. Wie vormals Unix diente dieses System vielen als Ausgangspunkt für eigene Experimente. 1991 arbeitete der Student Linus Torvalds an einem Terminal-Emulator, mit dem er auf einen Uni-Computer zugreifen wollte. Mit der Zeit baute er Dateisystem-Zugriff und viele andere nützliche Features ein. Bald bemerkte er, dass er mehr als einen Terminal-Emulator programmierte. Den Sourcecode veröffentlichte er in der Newsgroup comp.os.minix als Betriebssystem, das auf einem Intel-386er-PC lauffähig sein sollte. Zuerst sollte sein Projekt Freax heißen. Da der übereifrige Administrator der Universität ihm als Login für sein FTP-Repository „Linux“ vergab, nannte er es einfach so. Im Sourcecode der Version 0.01 von Linux kommt noch der Name Freax vor („Makefile for the FREAX kernel“). Der POSIX-Standard und das GNU-Projekt, das alle nötigen Werkzeuge wie Compiler und Shells bietet, boten einen geeigneten Weg dahin. Torvalds verwendete das Minix-System und den GNU-C-Compiler als Grundlage. Er schrieb einen Kern, den er Linux nannte. Darauf übertrug er die Softwarewerkzeuge und Bibliotheken des GNU-Projekts. Diese Werkzeuge boten in Kombination mit dem Linux-Kern die Grundlage für ein POSIX-getreues freies Betriebssystem, bekannt als GNU/Linux oder einfach Linux. Siehe auch Geschichte von Linux. 1992 erschien mit 386BSD von Bill Jolitz ein weiteres freies System für 80386-Prozessoren. Es bestand aus einem Patch für die nicht von AT&T stammenden freien Teile der BSD-Distribution und bildete ein weiteres freies sehr fortgeschrittenes Betriebssystem für Intel-Prozessoren. 1994 veröffentlichte Berkeley mit 4.4BSDLite die letzte Version ihrer Distribution, die von AT&T-Quellcode befreit war. Dieses bildete zusammen mit 386BSD die Grundlage für NetBSD, FreeBSD und kurz darauf OpenBSD. 2000 gab Apple den Quelltext des Betriebssystems Darwin, Bestandteil von Mac OS X, frei. Es basiert auf FreeBSD und dem Mach-Mikrokernel. Seit 2005 ist auch Solaris (Version 10) in der jeweils aktuellen Fassung für die gebührenfreie Benutzung erhältlich. Solaris läuft auf 32-bit Prozessoren (x86) von AMD und Intel sowie auf 64-bit Systemen mit Suns UltraSPARC und sogenannten x64-Systemen wie z.B. AMDs Opteron. Für Zugriff auf Quellen und Mitarbeit incl. Erweiterung ist es in der Fassung OpenSolaris erhältlich, die sich funktionell nicht von der Binärversion unterscheidet. Sun Microsystems verlangt allerdings eine Registrierung und hat eigene Lizenzbestimmungen, die von der GPL abweichen. Ein weiteres Unix-"Derivat" ist LUnix (kurz für little Unix), welches ein Unix-ähnliches System auf Commodore C64 oder C128 zur Verfügung stellt.

Erscheinungsdaten

Die folgende Zusammenstellung gibt nur einen groben Überblick. Es werden nur die wichtigsten Systeme erwähnt. Diese haben jeweils ihre eigenen Versionen und ihre eigene Entwicklungsgeschichte.

Siehe auch


- Geschichte von Unix, Unix-Shells, Unix-Kommandos, Unix-Derivate, Unixzeit, Unix-Humor

Literatur


- The Bell System Technical Journal, Vol. 57, July-August 1978, No. 6, Part 2, p. 1897–2312
- Kernighan/Pike: Der Unix Werkzeugkasten, deutsche Übersetzung, Hanser Verlag, 1986, ISBN 3446142738
- E. Foxley: Unix für Super-User, Addison-Wesley Verlag, 1988, ISBN 3-925118-24-1
- J. Gulbins, K. Obermayr: UNIX System V.4. Begriffe, Konzepte, Kommandos, Schnittstellen, 4. Aufl. 1995, ISBN 3540588647
- J. Peek, T. Codinp. J. Strang: UNIX. Ein praktischer Einstieg, O' Reilly Verlag, 2002, ISBN 3897211572

Weblinks


- http://www.unix.org/
- [http://www.operating-system.org/betriebssystem/_german/bs-unix.htm Webseite mit Informationen über Unix]
- [http://www-users.rwth-aachen.de/g.ohrner/Unix/unixgeschichte.html Geschichte von UNIX]
- [http://www.unix.org/what_is_unix/history_timeline.html Geschichte und Zeitlinie zu UNIX]
- [http://www.bell-labs.com/history/unix/ The Creation of the UNIX Operating System] (engl.)
- [http://www.unix.com/ Forum für Nutzer von Unix-Derivaten]
- [http://www.unixforum.net/ Deutschsprachiges Unix-User-Forum]
- [http://www.fas.harvard.edu/~lib215/reference/history/spacetravel.html Space Travel] (engl.)
- [http://www.pathname.com/fhs/2.2/ Filesystem Hierarchy Standard] (engl.)
- [http://docs.freebsd.org/44doc/ 4.4BSD Documents] (engl.)
- [http://sites.inka.de/mips/unix/unixphil.html Die Unix-Philosophie]
- [http://www.levenez.com/unix/ Wichtige Unix Derivate auf einer Zeitleiste von 1969 bis heute (mit History-Baum zum Ausdrucken)]
- [http://www.de.netbsd.org/Misc/call-it-a-duck.html Über Verwirrungen mit der Handelsmarke UNIX]
-
- [http://www.linux.de/ Linux-Verband] Kategorie:Betriebssystem ! ja:UNIX ko:유닉스 ms:UNIX simple:Unix th:ยูนิกซ์

Mittlere Datentechnik

Mittlere Datentechnik bezeichnet alle Rechnersysteme, insbesondere Serversysteme, die größer als gewöhnliche Windows- oder Unixserver mit nur ein oder zwei Prozessoren sind, und zugleich kleiner als Mainframes oder Supercomputer. Ein klassischer Rechner der mittleren Datentechnik war über lange Jahre die IBM AS/400, welche auch heute noch weit verbreitet ist. Mittlere Datentechnik wird vorwiegend in Unternehmen von mittelständischer Größe verwendet. siehe auch: Minirechner Kategorie:IT-Architektur

OS/400

Das OS/400 (OS = Operating System) ist ein von IBM entwickeltes und 1988 eingeführtes Betriebssystem für die Minirechnerklasse der IBM iSeries bzw. AS/400. Mit Erscheinen der Version 5 Release 3 (V5R3M0) wurde OS/400 in i5/OS umbenannt.

Allgemeines

Das OS/400 arbeitet nicht direkt mit der Hardware zusammen. Für die Vermittlung von Soft- und Hardware ist das Machine Interface verantwortlich. Dies ist eine Schnittstelle für die Arbeit mit dem jeweiligen Speicher und den Festplatten. Das OS/400 ist nach dem Prinzip der Objektbasiertheit aufgebaut, wodurch grundsätzlich alles im Betriebssystem, egal ob Benutzerprofil oder Programm, als Objekt mit Eigenschaften und Funktionen angesehen wird. Dieses Prinzip ist nicht mit objektorientiert, das bei Programmiersprachen auftritt, zu verwechseln. Die Objekte werden in Bibliotheken verwaltet. Diese Bibliotheken können dabei keine Unterbibliotheken enthalten, sondern nur Objekte. Es besteht allerdings die Möglichkeit, Teildateien zu bilden, in denen zum Beispiel Quellcodes abgelegt werden. OS/400 bietet eine Vielzahl schlüsselfertiger Lösungen, wie beispielsweise ein fest verankertes Datenbankverwaltungssystem (DB/400), das keine zusätzliche Installation benötigt. Des weiteren unterstützt i5/OS die Sprache Java.

Befehle

Das Betriebssystem stellt für die Bedienung einige umfangreiche Menüs bereit. Ebenso kann die Bedienung auch durch die Befehle der Steuersprache (engl: Command Language, kurz CL) geschehen. Diese Befehle sind untergegliedert in: # Aktion (Was soll durchgeführt werden?) # Objekt (Womit soll es durchgeführt werden?) Beispiel: DSPOBJD
:Der erste Teil DSP steht für DiSPlay, also Anzeigen. Der zweite Teil OBJD steht für OBJectDescription, also Objektbeschreibung. Zusammen mit den beiden Pflichtparametern OBJ und OBJTYPE kann man sich eine Objektbeschreibung anzeigen lassen, beispielsweise DSPOBJD OBJ(QTEMP) OBJTYPE(
- LIB). Mit WRKOUTQ + "Name der Warteschlange" kann man sich den Inhalt einer Ausgabewarteschlange anzeigen lassen. Mit dem Befehl GO CMD... kann man sich alle Befehle anzeigen lassen, die mit einer entsprechenden Aktion verbunden sind. Zum Beispiel zeigt GO CMDWRK alle Befehle an, die mit WRK (WRK = Work) in Verbindung stehen. Alternativ ist es auch möglich, z.B. mit wrk
- alle Befehle die mit WRK beginnen anzuzeigen. Mit der Taste F4 (BT4 auf Terminaltastaturen) kann man zu fast jedem Befehl eine Bildschirmmaske mit den möglichen Parametern aufrufen. In dieser Parameterübersicht kann die Taste F11 (BT11) die Anzeige auf die Kurzbegriffe (Parameternamen) umschalten.

Datenschutz

Es gibt drei Sicherheitsebenen:
- Systemebene
- Benutzerebene
- Objektebene Die Sicherheit auf der Systemebene wird im Systemwert QSECURITY eingestellt. Dabei existieren 5 Stufen, die von keiner Sicherheit bis zur so genannten C2-Sicherheit, eine von der US-Regierung zertifizierte Stufe, reichen. Die Benutzerebene ist notwendig für das Anmelden an das System, wobei hier bereits diverse Berechtigungen festgelegt sind. Auf der Objektebene können Berechtigungen explizit für jedes Objekt vergeben werden.

Jobs, Subsysteme (SBS) und ihre Verarbeitung

Jobs lassen sich klassifizieren in Systemjobs, wie z.B.:
- Start-control-program-function (SCPF) (Name stammt vom S/38 Betriebsystem CPF)
- System arbiter (QSYSARB)
- Logical unit services (QLUS)
- Work control block table cleanup (QWCBTCLNUP)
- Performance adjustment (QPFRADJ)
- Database server (QDBSRV01..N)
- Decompress system object (QDCPOBJ1..N)
- Job schedule (QJOBSCD)
- System spool maintenance (QSPLMAINT)
- LU 6.2 resync (QLUR)
- File System (QFILESYS1 and QFILESYS2)
- Database cross-reference system job (QBDSRVXR) und Subsystem basierte Jobs. Die Subsysteme und deren Merkmale definieren die Ablaufumgebung von Jobs im System. (zugeordnete Hauptspeicherpools, Jobwarteschlangen, Routing Einträge, Jobprioritäten, CPU Zeitscheiben etc.) Z.B. werden über Jobwarteschlangen, Jobklassen bzw. Jobbeschreibungen die Jobs in die gewünschten Subsystemen geroutet. Die wichtigsten vordefinierten Subsysteme sind:
- QCTL – Controlling SBS (startet alle anderen SBSe, sonst nur für Systemconsole)
- QINTER – Interactive SBS (5250 Datenstromjobs)
- QBATCH – Batch SBS (Batchjobs aller Art)
- QHTTPSVR – Web Server (verschiedene Apache-Instance- + CGI-Jobs)
- QSPL – Spooling SBS (Druckjobs aller Art)
- QSERVER – (File)server SBS (z.B. SMB-Server und Clientrequests)
- QSYSWRK/QUSRWRK – hier laufen die meisten Dienste/Daemonjobs (ODBC/SQL, FTP, SMTP, LDAP etc.) Die wichtigsten im System laufenden Jobtypen sind:
- Systemjobs SYS (laufen ohne Subsystem)
- Subsystem SBS (ein Subsystem ist selbst ein spezielle Form eines Job)
- Interactive Jobs INT (Beginnt beim Anmelden eines Benutzers an der 5250-Datenstation und endet beim Abmelden)
- Batch(Stapel)-Jobs BCH (Beginnt sobald eine Aufforderung in eine Jobwarteschlange gestellt wird)
- Spool-Jobs SPL (Stellt Ein- und Ausgabedateien bereit – beispielsweise einen Druckauftrag)
- Prestarted Jobs PJ (werden mit dem jeweiligem Subsystem vorgestartet und warten auf Client Anforderung (z.B. ODBC/JDBC Requests)

Integriertes File System (IFS)

Das Betriebsystem OS/400 besitzt ebenfalls seit V3R1M0 ein hierarchisches Dateisystem, analog Windows oder Linux/Unix. Hierbei handelt es sich um ein vollständig virtuelles Dateisystem – im Gegensatz zu hardware-/festplattenbasierten Dateisystemen wie FAT, NTFS. Es unterstützt sowohl diverse lokale Dateisysteme als auch vordefinierte Mountpunkte für remote Dateisysteme. Jedes Objekt (Pfad bzw. Datei) in lokalen Dateisystemen wird durch einen Vnode (virtueller Indexknoten) repräsentiert. Die Vnode-Struktur enthält Zeiger (Verweise) auf die Blöcke, in denen die Daten und Metadaten über ein Objekt abgelegt sind. Damit ist das OS/400 IFS vielleicht noch am ehesten mit einem ext2/ext3 Dateisystem vergleichbar. Die lokalen Dateisysteme des IFS sind journalisierbar. Die meisten Dateisysteme werden beim IPL (Initial program load) des Betriebsystems gestartet und im Root / gemountet. ;lokale Dateisysteme: :
- Root Dateisystem (PC like, unterscheidet nicht zwischen Groß/Kleinschreibung) :
- QOpenSys (UNIX like, unterscheidet Groß/Kleinschreibung) :
- QOPT (Mountpunkt für optische bzw. virtuelle optische Laufwerke sprich CD/DVD Images) :
- QDLS (Document Library Service, 8.3 Namenskonvention, Relikt aus OfficeVision/400 Zeiten) :
- QSYS.LIB (dies ist eine andere Sicht auf die OS/400 Bibliotheken) :
- udfs (User definierte Dateisysteme – Mountpunkt unter /dev/QASP