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Groove (Musik)

Groove (Musik)

Groove ist ein in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts entstandener, aus dem US-amerikanischen Englisch auch ins Deutsche übernommener Begriff zur Beschreibung des Rhythmus insbesondere von auf dem Blues basierenden Musikstilen (z.B. Soul, Rhythm and Blues, Funk, einzelne Stile des Jazz). Groove basiert in erster Linie auf gewollten rhythmischen Ungenauigkeiten, die, im Gegensatz zur völlig exakt gespielten Musik (z.B. eines Sequenzers), "lebendiger" wirkt. Die feinen rhythmischen Verschiebungen sind dabei so klein, dass sie nicht als solche wahrgenommen werden. In einer Band entsteht der Groove üblicherweise aus dem Zusammenspiel der Rhythmusgruppe, bestehend aus Schlagzeug, Perkussion und Bass, manchmal mit Klavier oder Gitarre. Der Groove wirkt stimulierend auf die Zuhörer. Dem Ausdruck "im Groove sein" liegt das Bild der Ackerfurche zugrunde (engl.: Groove = "Furche", "Rille", "Spur"), in der Menschen hintereinander im selben Rhythmus gehen. "Im Groove sein" ist Ausdruck für eine gänzliche Übereinstimmung im Tun mehrerer Menschen. Eine eher musikalische Worterklärung ist die, dass Schallplattenrillen ebenfalls als "Grooves" bezeichnet werden. Die Nadel wird durch die Rillen der Schallplatte vorangetrieben und in Schwingung versetzt.
- siehe auch Shuffle-Groove von Jeff Porcaro Glossar

1990er

Ereignisse


- 1990: Namibia wird unabhängig, erster Präsident ist Sam Nujoma (SWAPO)
- 1990: Wiedervereinigung Deutschlands
- 1991: 2. Golfkrieg: Der Irak überfällt Kuwait; alliierte Kräfte unter der Führung der USA befreien den Golfstaat
- 19911995: Zerfall Jugoslawiens. Der durch Unabhängigkeitserklärungen der Teilrepubliken Slowenien, Kroatien, Mazedonien und Bosnien-Herzegowina und der damit verbundenen Problematik der ethnischen Vielfalt in den neu gebildeten Nationalstaaten aufbrechende Balkankonflikt zieht eine Reihe von Bürgerkriegen nach sich
- 1991: Mit der Unabhängigkeitserklärung der baltischen Staaten wird der Zerfall der Sowjetunion eingeleitet. Die Auflösung des „Ostblocks“ setzt sich fort
- 19921995: UNOSOM-Einsätze in Somalia (UNOSOM I, UNOSOM II, Schlacht von Mogadischu am 3. Oktober 1993)
- 1993: Die Tschechoslowakei löst sich auf. Die Nachfolgestaaten Slowakei (Slowakische Republik) und Tschechien (Tschechische Republik) entstehen.
- 1993: Auf das World Trade Center wird von islamistischen Terroristen ein erster Terroranschlag verübt
- 1993: Eritrea wird als letztes afrikanisches Land unabhängig
- 1994: Krieg in Ruanda
- 1994: Nach dem Ende der Apartheid wird Nelson Mandela zum ersten schwarzen Präsidenten Südafrikas gewählt
- 1995: Friedensabkommen von Oslo zwischen Israel und der PLO
- 1998: Regierungswechsel in Deutschland. Ende der 16 Jahre dauernden Ära Kohl. Neuer Bundeskanzler ist Gerhard Schröder
- 1999: Kosovo-Krieg. NATO fliegt Luftangriffe auf die Bundesrepublik Jugoslawien
- 1999: Einführung der europäischen Gemeinschaftswährung Euro (€) als Buchgeld

Kulturgeschichte


- 1990 findet das größte Rockkonzert in Berlin seit Öffnung der Mauer statt: Pink FloydThe Wall
- Generation X
- Das Internet wird populär
- Mobiltelefone finden weite Verbreitung
- Achtziger-Revival (ab 1998) in Deutschland, unter anderem ausgelöst durch das Comeback von Modern Talking
- bedeutende Musikrichtungen: Hip Hop, Techno, Grunge, Jungle, Drum'n'Bass, Eurodance

Persönlichkeiten (Auswahl)

ja:1990年代 ko:1990년대 simple:1990s zh-min-nan:1990 nî-tāi

Amerikanisches Englisch

Amerikanisches Englisch (American English, kurz AE oder AmE) ist die Form der Englischen Sprache, die in den Vereinigten Staaten von Amerika gesprochen wird.

Unterschied zum britischen Englisch

Die US-amerikanische Sprache unterscheidet sich vom britischen Englisch in der Aussprache, im Bereich der Grammatik und in einigen Fällen der Rechtschreibung.

Rechtschreibung

Seit der Rechtschreibreform Noah Websters werden viele Wörter, die in britischer Rechtschreibung auf -re enden, in Amerika mit -er geschrieben, z. B. centre/center, meagre/meager usw. Das britische -our entspricht dem amerikanischen -or in Wörtern wie colour/color und favour/favor. In einigen Wörtern entspricht das britische -ce dem amerikanischen -se, z. B. licence/license und defence/defense, aber wo der Amerikaner practice sowohl für das Nomen als auch für das Verb, schreibt der Brite practice für das Nomen und practise für das Verb. Das Verbalsuffix -ize (z. B. organize, colonize) kann im Britischen nicht jedoch im Amerikanischen auch -ise geschrieben werden. Manche Autoren ziehen -ise vor, weil sie es für "weniger amerikanisch" halten. Manchmal bevorzugt das Amerikanische kürzere und vereinfachende Schreibweisen, wie z. B. plow für das britische plough, program für das britische programme und catalog für das britische catalogue.

Vokabular

Einige Wörter des britischen English existieren im Amerikanischen Wortschatz überhaupt nicht beziehungsweise haben eine andere Bedeutung, wie zum Beispiel der Aufzug, der im Vereinigten Königreich lift, in den USA hingegen elevator heißt. Starke Unterschiede bestehen naturgemäß zwischen britischem und amerikanischem Slang.

Gebrauch und Verbreitung

Die Bedeutung und der Gebrauch des Amerikanischen Englisch nimmt in unserer Zeit immer weiter zu, was auf die größere weltweite Verbreitung der Sprache durch amerikanische Fernsehsender wie CNN oder Newsworld und US-amerikanische Kinofilme zurückzuführen ist. Nicht zuletzt über das Internet gelangen diese Begriffe immer mehr unter die Bevölkerung, auch in Staaten wie Indien und Pakistan, die ehemals Britische Kolonien waren. Die Entwicklung des Amerikanischen Englisch wird oft, ähnlich wie die Entstehung von Französisch oder Italienisch, die sich aus dem Lateinischen entwickelten, als Weiterentwicklung der Sprache des Mutterlands angesehen, allerdings sind die Unterschiede zwischen den beiden Standardvarietäten, dem britischen Englischen und dem amerikanischem Englisch relativ gering. Es besteht die Tendenz zur Konvergenz der beiden Standardvarietäten des Englischen.

Aussprache des Amerikanischen Englisch

Das Amerikanische Englisch ist wie das Schottische, Irische und Kanadische ein rhotischer Akzent, im Gegenteil zu den Akzenten von England, Wales, Australien, Neuseeland und Südafrika, die nichtrhotisch sind. Einige regionale Akzente des Amerikanischen sind jedoch nichtrhotisch, wie z. B. die Akzente von Neuengland, New York City, und Teilen der Südstaaten. Einer der auffälligsten Eigenschaften ist das so genannte Flapping: im Amerikanischen wird ein t zwischen zwei Vokalen wie ausgesprochen, z. B. in pretty . Beschrieben wird nachfolgend der als "Allgemein-Amerikanisch" (engl. General American) bezeichnete Akzent, der in den USA als "akzentfrei", also frei von regionalen Einflüssen, gilt. Beheimatet ist dieser Akzent im Mittelwesten (Bundesstaaten Nebraska, Iowa und Illinois — allerdings nicht in Chicago, wo ein eigener Akzent herrscht).

Konsonanten

Plosive

Affrikaten

Frikative

Nasale

:
- [n] kann auch einen Silbengipfel bilden, z. B. button .

Approximanten

:
- kann auch einen Silbengipfel bilden, z. B. pickle . :
- kommt als Variante von vor unbetontem Vokal vor. :
- wird als Silbengipfel meist und geschrieben, siehe R-gefärbte Vokale unten. :
- Bei einer Minderheit amerikanischer Sprecher wird wh- noch als ausgesprochen, z. B. white . Ausnahmen sind Wörter wie who und whole . Ansonsten wird wh-, wie auch im Britisch-Englischen, als ausgesprochen, sodass whine und wine identisch als ausgesprochen werden.

Vokale

Ungespannt

In betonten einsilbigen Wörtern müssen ungespannte Vokale vor einem Konsonanten stehen, z. B. bit , cap .
- oder
- sind keine möglichen Wörter des Amerikanischen. :
- In Wörtern wie bath, ask, half usw. hat Amerikanisch ungespanntes , wo Britisch gespanntes hat: :
- darf in ein paar betonten einsilbigen Wörtern auch ohne folgenden Konsonanten stehen, z. B. spa , bra

Gespannte Vokale und Diphthonge

:
- wird häufig diphthongisch ausgesprochen, besonders in offenen Silben: day :
- Zu : Normalerweise entspricht dem Britischen das Amerikanische , wie z. B. in lot , John usw. Aber in einer Reihe von Wörtern wie cloth, lost, off, gone, dog, long, chocolate usw. hat Amerikanisch gespanntes , wo Britisch ungespanntes hat: . Bei vielen Wörtern herrscht Uneinigkeit unter amerikanische Sprecher, z. B. das Wort on wird im Norden (New York, Connecticut, New Jersey) ausgesprochen, im Süden (Virginia, Nord- und Südkarolina) dagegen . :
- Etwa 40% amerikanischer Sprecher kennen keinen Unterschied zwischen und . Bei ihnen werden Paare wie cot/caught, Don/Dawn identisch ausgesprochen: je nach Region entweder als oder als . :
- wird häufig diphthongisch ausgesprochen, besonders in offenen Silben: dough . :
- zu : Im Amerikanischen kommt kein zwischen und vor: tune , duty , new .

R-gefärbte (r-colored) Vokale

:
- ist nicht mit zweisilbigem (z. B. freer ) zu verwechseln. :
- Der im Britischen und regional im Amerikanischen gefundene Unterschied zwischen Mary, merry und marry kommt im Allgemein-Amerikanischen nicht vor: Alle drei werden gleich als ausgesprochen. :
- ist nicht mit zweisilbigem (z. B. player ) zu verwechseln. :
- ist nicht mit zweisilbigem (z. B. rower ) zu verwechseln. :
- ist nicht mit zweisilbigem (z. B. truer ) zu verwechseln. :
- Bei vielen Amerikanern wird zu , besonders nach palatalen Lauten: sure , fury , Europe . :
- Es ist unklar, ob die Gruppen und als ein- oder zweisilbig zu betrachten sind.

Siehe auch

Von der englischsprachigen Wikipedia:
- American and British English differences
- List of words having different meanings in British and American English

Weblinks


- [http://hcs.harvard.edu/~golder/dialect/index.html Dialect Survey of the United States (engl.)]
- [http://www.ling.upenn.edu/phono_atlas/home.html Phonologischer Atlas Nordamerikas (engl.)]
- [http://www.englisch-hilfen.de/words_list/british_american.htm Britisches, Amerikanisches, Australisches Englisch - Vokabellisten] und [http://www.englisch-hilfen.de/exercises_list/verschiedenes.htm Übungen] Kategorie:Englischvariante Kategorie:USA Kategorie:Amerikanistik ko:미국 영어 simple:American English

Rhythmus

Rhythmus (vom griechischen rhythmós, abgeleitet wahrscheinlich von eryein (ziehen)) bezeichnet umgangssprachlich viele regelmäßige Abfolgen von (zumal akustischen) Mustern (die Ablaufphasen eines Verbrennungsmotors, die Abfolge von Jahreszeiten usw.). Oder anders: Rhythmus ist eine periodische Abfolge eines Ereignisses oder eines Musters. "Rhythmus" hat auch Spezialbedeutungen:
- in der Musik bezeichnet man mit Rhythmus die durch die Folge unterschiedlicher Notenwerte entstehenden Akzentmuster über dem Grundpuls – siehe Rhythmus (Musik);
- in der Volkswirtschaftslehre und Soziologie wurde der urgeschichtliche Zusammenhang des Rhythmus mit der Arbeit erschlossen (Karl Bücher: Arbeit und Rhythmus, Leipzig (Hirzel) 1904);
- die Chronobiologie befasst sich u.a. mit circadianen, ultradianen und weiteren biologischen Rhythmen;
- in der Poesie ist der Rhythmus im Gegensatz zur metrischen Konstanz der Versmaße die Abfolge von verschiedenen Akzentmustern (Versmaß), vgl. etwa den Hexameter.
- in der Linguistik ist der Rhythmus die zeitliche Gliederung der sprachlichen Rede – siehe Sprechrhythmus;
- in der lateinischen Dichtung des Mittelalters eine Textgattung, deren Versen statt der Silbenlänge der Wortakzent zugrunde liegt;
- in der Prosa ist der Rhythmus (numeri) als rhetorisches Mittel zum besseren Sprachfluss seit Thrasymachos von Chalkedon bekannt und wurde ausführlich von Cicero in seinem Orator behandelt. Mit dem Rückgang des quantitierenden Systems und der zunehmenden Bedeutung der Akzentuierung verlor der Prosyrhythmus jedoch an Bedeutung. Rhythmik bezeichnet die Lehre vom Rhythmus, einen Rhythmiker nennt man einen Kenner der Rhythmik. Rhythmik oder Rhythmisch-musikalische Erziehung ist eine künstlerisch-pädagogische Arbeitsweise, siehe Rhythmische Erziehung. Siehe auch: Groove, Beat, rhythmische Äquivalenzklasse, Rhythmussection

Weblinks


- [http://www.wissenschaft.de/wissen/news/249033.html www.wissenschaft.de: Das Gefühl Taktstruktur und Musikrhythmus ist nicht angeboren, sondern entsteht durch Gewöhnung] Kategorie:Musiktheorie Kategorie:Literarischer Begriff Kategorie:Soziologie ja:リズム ko:리듬

Soul

Kategorie:Wikipedia Überarbeiten Soul (von engl. Seele) ist ein ursprünglich afroamerikanisches Musik-Genre, das Elemente des Jazz, des Rhythm and Blues, von Gospel und des Beat vereinigt. Die Bezeichnung Soul entstand zunächst für eine Entwicklungsstufe der afroamerikanischen Populärmusik der 1960er und 1970er-Jahre mit starkem Rhythm & Blues-Einschlag. Der Begriff Soul bezeichnet heute allgemeiner eine eigenständig neben Rock und Easy Listening stehende Gattung der modernen Populärmusik, die durch eine Kombination von rhythmisch akzentuierten, oft hypnotisch introvertierten Beatschleifen (Grooves) mit voluminös bis expressiv vorgetragenem Gesang oder Instrumentalsoli geprägt wird. Stilistisch definierend ist das Spannungsfeld, das durch die Gegenpole von Spontaneität, Freiheit und Kreativität des Jazz gegenüber kommerziellem Anpassungsdruck und Trendhaftigkeit des Pop einerseits sowie der Härte, Geradlinigkeit und Kompromisslosigkeit des Rock gegenüber der Sentimentalität, Melodramatik und Zartheit des Chanson/Easy Listening andererseits eröffnet ist. Der Soul bildete sich Mitte der 1940er Jahre im Rampenlicht populärer Big Bands (Duke Ellington, Count Basie) und Harmonie-Gesangsgruppen (The Clovers, The Dominoes) durch die Verarbeitung von Elementen des Swing, Bebop, Blues und Gospel in der Populär- und Tanzmusik für ein Publikum aus den afroamerikanischen Bevölkerungsschichten in den Großstädten der USA, insbesondere New York, Chicago und New Orleans, heraus. Inspirierend wirkten dabei immer wieder Versuche rennommierter Bluesinterpreten (John Lee Hooker, T-Bone Walker, Muddy Waters) und Jazzmusiker (Ella Fitzgerald, Lionel Hampton, Dinah Washington), den kommerziellen Erfolg ihrer Veröffentlichungen zu erhöhen, zugleich aber das Typische und Ursprüngliche ihrer Musik zu erhalten. Diese Entwicklung mündete in die Entstehung des Rhythm & Blues als Vorstufe des Rock'n'Roll in den frühen 1950er Jahren. Während bei der Entwicklung zum Rock'n'Roll (Chuck Berry, Fats Domino, Little Richard) verstärkt auch Elemente der Country-Musik Berücksichtigung fanden und rhythmisch tendenziell der Up-Beat vorherrschte, kondensierte sich durch Hinwendung zum Down-Beat der als eigenständiges Genre wahrnehmbare Soul heraus. Bedingt durch die noch weitgehend strikte Rassentrennung in den USA wurden durch die weiß dominierte Unterhaltungsindustrie diese neuen Ansätze nicht akkumuliert und vermarktet. Es waren vielmehr schwarze Musiker und Komponisten, die die Entwicklung des Soul durch Gründung eigener Schallplattengesellschaften und -labels trugen und mit ihrem zunehmenden kommerziellen Einfluss auch inhaltlich gestaltend auf die Musik einwirkten. Die bekanntesten Protagonisten waren Berry Gordy mit seinem Motown-Imperium neben Kenny Gamble und Leon Huff mit Philadelphia International Records. Ähnlich prägend waren die unabhängigen schwarzen Label Stax Records in Memphis, King Records in Cincinnati sowie Atlantic Records in New York. Die Blütezeit des Soul waren die 1960er und 1970er-Jahre, als die Hitparaden von einer Soulwelle überschwemmt wurden. Eine reife, perfektionistische und nicht kommerziell ambitionierte Form des Soul entwickelte sich von den frühen 1970er-Jahren bis Mitte der 1980er-Jahre. Der Soul prägt bis heute auch die Pop-Musik. Es gibt Übergänge zum Funk, zum Blues und heutzutage auch zum Rap und Hip Hop.

Siehe auch


- Liste bekannter Soulbands
- Northern Soul

(Solo-) Künstler

Kategorie:Blues !

Rhythm and Blues

Rhythm and Blues (R&B oder auch RnB) ist eine seit den 40er Jahren geltende Sammelbezeichnung für Afroamerikanische Mainstreammusik. Der Begriff bezeichnet anfänglich den damals vorherrschenden Stil afroamerikanischer Popmusik: eine schnell gespielte und rhythmisch akzentuierte Mischform aus Big-Band-Swing und Blues, aus der später Rock'n'Roll (die weiße Form von R&B) wurde. Neben dieser spezifischen Verwendung wird der Begriff auch als Sammelbezeichnung für Afroamerikanische Mainstreammusik überhaupt verwendet. So überschreibt das Billboard-Magazin ab 1949 eine seiner Spartenhitparaden mit Rhythm and Blues (vorher race records). Als Sammelbezeichnung umfasst R&B alle schwarzen Stilrichtungen der Musik seit den 40er Jahren: Rhythm and Blues im engeren Sinn, Soul, Funk, Disco, eingeschränkt auch Rap und Hip Hop, R&B der 90er Jahre und der Gegenwart. Der Begriff Rhythm and Blues taucht 1941, nach einem Tantiemenstreit zwischen der amerikanischen Urheberrechtsgesellschaft ASCAP und den Rundfunkanstalten der USA erstmals als Gattungsbegriff auf, um den Begriff race music zu ersetzen. Geprägt haben soll ihn Jerry Wexler, der damalige Journalist und spätere Produzent des Atlantic-Labels. Nach dem 2. Weltkrieg wurden die ersten R&B-Bands in den USA gegründet. Die großen Big Bands der 30er und 40er Jahre waren träge und vor allem unrentabel geworden. Radiostationen waren nicht mehr bereit, für ihr musikalisches Unterhaltungsprogramm Big Bands anzustellen und spielten statt dessen Schallplatten. Damit fiel für die Big Bands ein beträchtlicher Anteil der Einkünfte weg. An ihre Stelle traten kleine Bands, die aus Rhythmus-Gruppe und einigen Bläsern (Horn-Sections) bestanden. R&B war ganz auf die Unterhaltung des Publikums ausgelegt, weshalb viele Bands echte Shouter als Sänger verpflichteten. Der erste R&B-Mega-Star war Louis Jordan. Zu seinen Hits zählen u. a. Caledonia, Saturday-Night-Fish-Fry oder ChooChoo-Boogie. Als Leadinstrument setzte sich gegenüber dem Piano mehr und mehr die elektrische Gitarre heraus, die in der Tradition von T-Bone Walker steht. Typische Vertreter des gitarrenbetonten Rhythm and Blues sind beispielsweise Ike und Tina Turner. Die Stellung des R&B als Unterschichtenmusik der schwarzen Bevölkerung ändert sich in den 50er Jahren durch die Vermischung des Rhythm and Blues und des Rock 'n' Roll, durch Künstler wie Chuck Berry. Auch der Doowop hat seine Wurzeln im R&B; ursprünglich von schwarzen Künstlern gesungen entstanden bald auch gemischte und rein weiße Gruppen. Durch die Verbindung von Rhythm and Blues mit Gospel schuffen Künstler wie Ray Charles und Sam Cooke in den späten fünfziger Jahren die Soulmusik, eine Form des Rhythm and Blues mit seinen alten säkularen Themen, die nun mit sakraler Energie vorgetragen werden. Der Song "Hallelujah, I love her so!" (1959) von Ray Charles widerspiegelt diese Spannung im Titel. Soul greift die Motive und Themen der schwarzen Bürgerrechtsbewegung auf - dem Kampf um gesellschaftliche (rechtliche und wirtschaftliche) Anerkennung der immer noch underprivilegierten Afroamerikaner und damit verbunden der Konstituierung schwarzen Selbstbewusstseins. Soul spaltet sich bald in verschiedene Genres und Stile auf. Die wirkungsmächtigste und geschäftlich erfolgreichste dürfte Motown sein. Das Detroiter Label machte eine Reihe von Künstlern gross, beispielsweise Diana Ross & the Supremes, die Temptations, Smokey Robinson & the Miracles oder Marvin Gaye. Eine Entwicklungslinie führte zum Funk der siebziger Jahre. Stilprägend war hier vor allem James Brown. In den 70ern wird Soul und Funk mit schnellen gradlinigen Rhythmen, die als Disco bezeichnet wird. Durch den großen Erfolg der Disco-Musik wird Funk und Soul immer mehr verdrängt. In den 80er Jahren, nach dem Ende der Disco-Zeit, erlebt der Begriff R&B ein Comeback, als im weitesten Sinne eine Verbindung von Pop-Musik und Soul. Michael und Janet Jackson, Whitney Houston oder Lionel Richie gelten als Interpreten dieser Musik. In den 90er Jahren beeinflusst der Hip Hop den R&B. Es werden Hip Hop-Beats verwendet, die anders als beim Rap nicht so hart ausfallen. Bobby Brown, LL Cool J und TLC sind die ersten Interpreten die schon Ende der 80er mit diesem Musikstil Erfolge feierten. Diese Mischung bestimmt bis heute den Rhythm and Blues. Deren bekannteste Vertreter in diesen Jahren sind R. Kelly, Brandy und Usher. Die fließenden Übergänge des R&B mit anderen Musikstilen machen es schwer, Künstler der Afroamerikanischen Mainstreammusik in einen bestimmten Stil einzuordnen.

Bekannte Künstler


- Aaliyah
- Alicia Keys
- Ashanti
- Beyoncé
- Brandy
- D'Angelo
- Destiny's Child
- En Vogue
- Egypt
- Janet Jackson
- Jennifer Lopez
- John Legend
- John Whitehead
- Kelly Rowland
- Louis Jordan
- Luther Vandross
- Mariah Carey
- Mary J. Blige
- Melanie Thornton
- Maurice White
- Michelle Williams
- Mya
- R. Kelly
- Randy Crawford
- Raphael Saadiq
- Ray Charles
- Rihanna
- Salt 'n' Pepa
- The 411
- TLC
- Toni Braxton
- Usher

Siehe auch


- Classic Rock betrefflich des weißen, britischen Rhythm & Blues, der in den späten 1960ern von Bands wie den Rolling Stones, The Kinks und The Animals geprägt wurde

Weblinks


- http://www.rnb.cc/
- http://www.laut.de/lautwerk/rnb/index.htm
- [http://www2.worldbook.com/features/aamusic/html/intro.htm Heart And Soul: A Celebration Of African American Music]
- http://home.att.net/~marvy42/marvart.html Kategorie:Blues Kategorie:Musikgenre ja:リズム・アンド・ブルース

Jazz

Der Jazz ist eine Musikrichtung, die in den USA im Zusammentreffen afrikanischer und europäischer Musiktraditionen entstanden ist. Seine Wurzeln liegen zum einen im Blues und in den "Worksongs", den Spirituals und Gospels der schwarzafrikanischen Sklavenarbeiter in den Südstaaten der USA, zum anderen in den verschiedenen Volksmusiken der europäischen Einwanderer, darunter dem "Irish Folk", kreolischer Tanzmusik, Wiener Walzern und Marschmusik. Aus ihrer Begegnung entstanden eine Reihe neuer musikalischer Ausdrucksformen, zuerst in New Orleans und entlang des Mississippi, später in Chicago und anderen Metropolen der USA mit einer damals hohen Zuwanderung vor allem von Farbigen aus den Südstaaten. Frühe Jazzstile wurden auch aus dem Ragtime heraus entwickelt: einer eigenen, durchkomponierten Musik für das Klavier mit klassischen Wurzeln und streng synkopischem Rhythmus. Der erste Jazz war dagegen eine Ensemble-Musik von Bands mit Elementen der Kollektivimprovisation (New Orleans-Stil) und einem freieren Rhythmus, der swing genannt wird. Bestimmte Bandleader des frühen Jazz wie Buddy Bolden waren auch markante Instrumentalisten mit einer sehr individuellen Tonbildung. Improvisation, swing und eigene Tonbildung beschrieb der Jazzhistoriker Joachim Ernst Berendt als Grundelemente der Jazzmusik, die seine Geschichte von Beginn an mitbestimmten.

Merkmale

Besondere Merkmale des Jazz sind:
- individuelle Tonbildung und Phrasierung,
- eine mit erweiterten Akkorden angereicherte Funktions- oder Stufenharmonik,
- kollektive und individuelle Improvisation,
- rhythmische Intensität und polyrhythmische Komplexität, u.a. die Spannung zwischen on-beat (Zusammentreffen mit dem Grundschlag) und off-beat (Akzente zwischen den Grundschlägen), dazu verschiedene Phrasierung hinter (laid back: "zurückgelehnt") oder vor dem Beat (laid forward, "vor-gelegt")
- Spontanität, Vitalität und Expressivität sowie
- „die Freiheit viele Formen zu haben“. Der Selbstausdruck des Interpreten, sein Charakter und seine „Message“ stehen im Mittelpunkt einer Jazz-Darbietung: im Gegensatz zur europäischen Kunstmusik, wo der Interpret sich den präzise notierten Kompositionen unterordnet und diese meist möglichst werkgetreu ausführt. Ein weiteres wesentliches Merkmal des Jazz ist ein besonderes, intensiviertes Zeit- und Rhythmus-Gefühl, das an latent vorhandene Beats oder Zählzeiten gebunden ist. 'swing', klein geschrieben, ist, das Spiel innerhalb jener Beats oder Zählzeiten zu phrasieren oder individuell auszudrücken, ohne diese Beats oder Zählzeiten zu verlassen. Dadurch erwächst die jazztypische rhythmische Intensität: je nach Jazzstil "binär" (mit zweigeteiltem Puls) oder "ternär" (mit dreigeteiltem - "triolischem" - Puls) oder bewusst ohne jede Festlegung im Free Jazz. Seit den 1950er Jahren kam die kubanische Polyrhythmik hinzu, in der sich genuin afrikanische Musiktraditionen erhalten hatten. Auch danach beeinflussten hispanische oder lateinamerikanische Musikstile - Bossa Nova, Samba, Salsa, Tango, Son usw. - den Jazz immer wieder als drittes Element neben der afrikanischen und europäischen Wechselbeziehung.

Harmonik

Der Jazz hat seinen Ursprung im Blues (der wiederum aus den "Worksongs" der schwarzen Sklaven im Süden der USA entstand), folglich hat auch die Jazz-Harmonik ihren Ursprung in der Blues-Harmonik. Der Blues ist gekennzeichnet durch seine feste Form. Ursprünglich bestand ein Blues aus improvisierten Liedtexten mit musikalischer Begleitung: Man sang die erste Zeile und wiederholte diese, um Zeit für die zweite Zeile zu gewinnen. Dann wurde die zweite Zeile gesungen. In den beiden jeweils letzten Takten jeder Zeile folgte ein instrumentales Fill oder eine Antwort. So entstand das 12-Taktige Bluesschema:
1. Textzeile
|Takt1|  2  |  3  |  4  |

Wiederholung 1. Textzeile
|  5  |  6  |  7  |  8  |

2.Textzeile
|  9  |  10  |  11  |  12  |D.C.

Das Stück begann in der Tonika. In der zweiten Zeile (während die 1.Textzeile wiederholt wurde) wurden der Abwechslung wegen andere Akkorde verwendet (Subdominante) und in der 3. Zeile folgte schließlich eine Kadenz, die wieder in die Tonika leitete. Jedoch war es keine dominantische Kadenz, wie im Volkslied oder in der Klassik, sondern eine plagale (Dominante-Subdominante-Tonika). Ein F-Dur Blues würde so aussehen:

Tonika
|  F  |  F  |  F  |  F  |

Subdom.     Tonika
| Bb  | Bb  |  F  |  F  |

Dom.  Subdom.Tonika
|  C  | Bb  |  F  |  F  |D.C.

Oft wurden sämtliche Akkorde als Septim-Akkorde gespielt. Im moderneren Jazz wurden jedoch zunehmend Akkorde mit anderen Spannungstönen (Tensions, Optionen) benutzt. Typische Akkorde sind (Internationale Schreibweise, B=H):

6 (Akkord mit großer Sexte)
F6 wäre f-a-c-d
Funktion: Harmonisch stabil, oft Tonika-Klang

sus bzw. sus4, sus2 (sus = suspended, Akkord ohne Terz; sus4 = dafür mit Quarte, sus2=mit großer Sekunde)
Fsus4 wäre f-Bb-c, Fsus2 f-g-c

maj 7 (Akkord mit großer statt kleiner Septime)
Fmaj7 wäre f-a-c-e
Andere Schreibweisen:FM7, FΔ
Funktion: Harmonisch stabil, oft Tonika-Klang

79 (Akkord mit kleiner Septime und großer None)
F79 wäre f-a-c-eb-g

7b9 (Akkord mit kleiner Septime und kleiner None)
F7b9 wäre f-a-c-eb-gb
Funktion: Stark dominant wegen Tritonus Quinte-None

7#9 (Akkord mit kleiner Septime und übermäßiger None)
F7#9 wäre f-a-c-eb-g#

711 (Akkord mit kleiner Septime, None und Undezime)
F711 wäre f-a-c-eb-g-Bb

7#11 (Akkord mit kleiner Septime, None und übermäßiger Undezime)
F7#11 wäre f-a-c-es-g-b

713 (Akkord mit kleiner Septime, None, ohne(!) Undezime und 13. Die Quinte kann ohne Klangveränderung weggelassen werden)
F713 wäre f-a-c-eb-g-Bb-d

mi7 (Moll-Akkord mit kleiner Septime)
Fmi7 wäre f-ab-c-eb
Andere Schreibweisen: F-7

mi6 (Moll-Akkord mit großer Sexte)
Fmi6 wäre f-ab-c-d
Andere Schreibweisen:F-6

0 (Verminderter Akkord)
F0 wäre f-ab-cb-d
Funktion: Dominant-Funktion (verk. Dominantseptakkord)
Andere Schreibweise:07 Andere Akkorde sind möglich, aber ungebräuchlich. Zu den neuen Spannungstönen kommen im modernen Blues neue Akkord-Progressionen. Dazu gehören Sequenz-Dominanten, bzw. II-V-I-Kadenzen. Eine II-V-I-Kadenz besteht ausschließlich aus diatonischen Akkorden, das heißt z.B., dass alle Akkordtöne einer solchen Kadenz innerhalb von F-Dur auf der F-Dur-Tonleiter wiederzufinden sind. Eine F-Dur II-V-I-Kadenz sähe folgendermaßen aus:

Gmi7 (II. Stufe) - C7 (V. Stufe)- Fmaj7 (I. Stufe, Tonika)

Ein moderner Blues sähe so aus:

|  F6  |   Bb7   |  F6  |  F6  |

| Bb7#9  | B7  |E7 A7|D7 G7|

|  C7  | Bb7  |  F6  |G7 C7|D.C.

Die II-V-I-Kadenz wurde zur hauptsächlich verwendeten Kadenz und viele Jazz-Standards sind ausschließlich auf Sequenz-Dominanten aufgebaut (gutes Beispiel: All Of Me). Viele andere basieren auf der Blues-Form.

Funktionstheorie

In der Funktionstheorie werden die Beziehungen der einzelnen Akkorde zueinander innerhalb einer Tonart erklärt.

Tonika sind alle Akkorde, die einen (auch zeitweiligen) Ruhepunkt im Verlauf der Musik definieren. Das gehörsmässige Empfinden einer Tonika-Funktion entsteht dabei, neben einem grundsätzlichen Voraussetzen (abendländischer) Hörerfahrung, vor allem durch die Platzierung des Akkordes innerhalb einer harmonischen Entwicklung (Schwerpunkt, Ruhepunkt, Ziel einer harmonischen Entwicklung, etc.), sowie einen tendenziell stabilen, ruhigen Klangcharakter relativ zur Umgebung. Dominante ist der Gegenpol zur Tonika. Im Sinne eines Wechselspiels von Spannung und Entspannung in der Musik ist die Dominante der Akkord, der einer Tonika diametral gegenübersteht. Dominant-Akkorde 'möchten' sich in ihre Tonika-Akkorde auflösen (die geschieht nicht immer direkt!). Subdominante sind demnach alle Akkorde und Klänge, die weder Tonika- noch Dominant-Charakter haben. Subdominanten können 'auf dem Weg' zwischen Tonika und Dominante (und wieder zurück) eingesetzt werden. Doppeldominante (V von V oder II. Stufe): Sie leitet zur Dominante der Grundtonart d.h. ihrer eigenen Tonika (deshalb V von V). Mehrere Doppeldominanten hintereinander werden als Dominant-Sequenz bezeichnet. Es lassen sich nun aus einem System der diatonischen Vierklänge einer Tonart (zunäst in Dur) bestimmte Akkordfunktionen ableiten. Diese beruhen selbstverständlich vor allem auch auf unsrer Hörerfahrung. Dabei hat die grundsätzlich (mindestens) vierstimmige Struktur der Akkorde im Jazz die Eigenschaft, auch bei ihren Tonika-Akkorden immer eine gewisse Grundspannung zu behalten, also nicht die Auflösung in einen Dreiklang oder gar den Grundton alleine zu suchen. In diesem System sind folgende grundlegende Beobachtungen zu machen: Tonika-Akkorde haben grundsätzlich grosse Septimen, da die dazugehörigen Tonleitern einen Leitton haben sollen, der die Tonika-Wirkung unterstützt. Dominant-Akkorde enthalten zwischen ihrer (grossen) Terz und der (kleinen) Septim ein Tritonus-Intervall, das für den charakteristischen Dominant-Klang verantwortlich ist. Die Funktion der Akkorde kann durch die drei Akkordtöne 1, 3 und 7 meist vollständig ausgedrückt werden. Zumindest sind Akkorde mit reiner Quint ohne diese vollständig definiert. (Die Terz und die Sept heissen daher auch die Funktionstöne.) Die Anwendung dieser Zusammenhänge auf eine Moll-Tonalität folgt nun nicht ganz der in der klassischen Harmonik gebräuchlichen Beziehung einer Moll-Tonleiter zu ihrer Dur-Parallele (z. B. C-Dur/a-moll). Vielmehr wird das Dur-System nach Moll alteriert (b3, auch b6) und so analog beibehalten. Dominant-Substitution:
Der dominantische Klang eines Septim Akkords wird durch den Tritonus zwischen Terz und Septime erzeugt. Wenn man diesen Tritonus umkehrt (wenn es z.B. vorher der zu C7 gehörende Tritonus E(Terz)-Bb(kl. Septime) war wird einach das E jetzt zur Septime und das Bb zur Terz), entsteht ein neuer Akkord mit dem gleichen Tritonus, der dann natürlich auch in den gleichen Akkord aufgelöst werden kann. Dieser neue Akkord ist die Substitution des Ausgangsakkords. Wenn der Ausgangsakkord wie im Beispiel C7 war, ist der Substitutionsakkord Gb7. Beide leiten nach F. Tonika-Sustitution:
Auch die Tonika kann aufgrund von Akkordähnlichkeiten 'vertreten' werden: die III. Stufe (in Dur - also etwa Gm7 in Eb-Dur) wird daher oft als Tonika-Subszitut verwendet und hat vor allem den Effekt der Tonika-Vermeidung (längere harmonische Entwicklung!).

Melodik

Wie auch bei der Harmonik stammt die Jazzmelodik teilweise aus dem Blues. Sie baut auf der Pentatonik, der Tonleiter ohne die Halbtonschritte, auf. Dazu kamen im Blues die sogenannten "Blue Notes", b3 und b7. Das sind Mollterz und kleine Septime. Später folgte #4 (übermäßige Quarte). Das sind allerdings nur Annäherungen an die wirklichen Blue Notes, die eigentlich zwischen den Tönen liegen. Beispiel F-Dur: Die b3 liegt zwischen A und Ab, allerdings etwas näher am Ab. So verhält es sich auch mit b7 und #4. Diese Töne lassen sich mit Blas- oder Saiteninstrumenten sehr gut erzeugen, mit Tasteninstrumenten allerdings nicht.
Werden diese Töne der Moll-Pentatonik hinzugefügt, entsteht eine Tonleiter, die "Blues-Skala" genannt wird. Es gibt zwar verschiedene Bluesskalen aber diese ist die gebräuchlichste.

F-Dur Bluesskala:
f-ab-Bb-b-c-eb

Welche Skala verwendet wird, ist eine Frage des Geschmacks des Musikers. Es ist ebenfalls möglich, die Skala der parallelen Molltonart zu spielen.

Die Überlagerung von Moll-Melodik und Dur-Harmonik erzeugt den typischen Blues/Jazz-Klang. Zusätzlich werden eine Reihe verschiedener Tonleitern eingesetzt, die im Wesentlichen die jeweilige Akkordfunktion ausdrücken und mit Tensions und Durchgangs-Stufen angereichert sind. Neben Skalen, die aus den jeweils 7 Modi der Dur-Tonleiter und der melodischen Moll-Tonleiter gebildet werden, sind auch die beiden symmetrischen Skalen 'Dominat-Diminished' (=Halbton/Ganzton) und 'Wholetone' (=Ganztonleiter) sehr gebräuchlich.

Etymologie

Die Herkunft des Ausdrucks Jazz ist ungeklärt. 1909 tauchte der Begriff in dem Song "Uncle Josh in Society" auf: "One lady asked me if I danced the jazz ...", wahrscheinlich eine Art von Ragtime-Tanz meinend. 1913 ist der Begriff belegt als Bezeichnung einer Art von Musik, möglicherweise als Bezeichnung für die Musik zu jenem Ragtime-Tanz. Möglicherweise ist er abgeleitet aus einem Wort "jass" aus dem kreolischen Patois, "jass", für "tatkräftige Aktivität", im speziellen Sexualverkehr. Dazu eine Quelle: "If the truth were known about the origin of the word 'Jazz' it would never be mentioned in polite society." ["Étude," Sept. 1924] Ab spätestens 1915 gibt es Bands aus New Orleans, die das Wort Jass oder Jazz im Band-Namen tragen und/oder damit ihre Musik bezeichnen. Möglich ist auch eine Ableitung des Wortes Jass oder Jazz aus der Verwendung des Begriffes jasm (frz. dictionnaire von 1860 ) für Energie, Dynamik und Vitalität, als passender Ersatzbegriff für afrikanische Tanznamen (i.e. Mandingo jasi, Temne yas), jedenfalls gilt ein anderes Slangwort (jism) auch daher abgeleitet. Jasi ist nicht nur der Name eines Tanzes, sondern steht auch für "in Erregung versetzen". Eine andere Möglichkeit ist, dass "Jazz" von kreolisch "jizz" kommt, was ebenso mit dem Ki-Kongo-Wort "dinza" verwandt ist, und Ejakulation bedeutet. Manche Quellen wollen in "Jazz" eine Verballhornung des französisch-kreolischen chasse für Jagd erkennen: eine Anspielung auf die Kollektivimprovisation der Instrumente im New-Orleans-Stil. Andere leiten das Wort eher von chasse-beau ab, einer Tanzfigur beim Cakewalk, oder auf einen berühmten Tänzer einer Minstrelshow, der sich Jasbo nannte, und dem das Publikum zurief "We want more Jasbo". Wieder andere verweisen auf eine sexuelle Konnotation oder die verballhornte Version des Namens „Jézabel“, der zu Jazz-Belle ("Jazz"-Schöne) umgedeutet wurde: So nannte man eine populäre Prostituierte im alten New Orleans. Möglich ist auch die Bedeutung „blödes Zeug“ wie in der verächtlichen Redewendung „... and all that jazz“. So sollen die weißen Amerikaner die ersten musikalischen Gehversuche ihrer Sklaven genannt haben, aus denen sich der Jazz später entwickelte. Jass ist ein Kartenspiel, das durch Einwanderer in New Orleans bekannt gewesen sein dürfte. Jas ist ein Jargon-Wort mit evtl. sexueller Bedeutung aus dem Senegalesischen. Das Verb "to jazz" für "to speed or liven up", schneller werden oder beleben, in Schwung bringen, ist ab 1917 belegt. Noch mehr unter [http://www.wordorigins.org/]

Geschichte

Entstehung

In der zweiten Hälfte des 19.Jahrhunderts gab es im Süden der USA eine Straßenmusiktradition. Die Brass Bands, schwarze aber auch weiße Marschkapellen, spielten zu vielfältigen Anlässen auf. Die schwarzen Blaskapellen waren vor allem vom Blues und kreolischer Musik beeinflusst und mischten diese Einflüsse mit europäischer Musiktradition. Die Musik dieser sogenannten "Marching Bands" nennt man auch „New-Orleans“-Stil oder Archaischen Jazz. Ihm fehlten die individuelle Improvisation und der Swing, obwohl auch dort schon die "leichten" Taktzeiten (2+4) betont wurden. Im heutigen „Dixieland“- oder „Oldtime“-Jazz hat er eine Fortsetzung gefunden, die aber fast nur von weißen Musikern gepflegt wird. Archaischen Jazz Um 1890 entstand der Ragtime (englisch: ragged time, „zerrissene Zeit“): Dies war ein in ausnotierten Stücken festgelegter Klavierstil, bei dem die linke Hand die Rhythmusgruppe einer Band ersetzt (Bass und Schlaggitarre). Auch dort wurde noch nicht improvisiert; aber aus der Spannung zwischen durchgehendem Viertelbeat und synkopisch „zerrissener“ Melodik entstand bereits eine Art Swing. Hauptkomponist dieses Stils war Scott Joplin, dessen bekanntester Ragtime - der "Entertainer" - durch den Film „Der Clou“ (1973) erneut populär wurde. Bereits weniger festgelegt und damit „jazzmäßiger" spielte Jelly Roll Morton in New Orleans, der von sich selbst behauptete, „im Jahre 1902 den Jazz erfunden“ zu haben. Er war ein großartiger Komponist von Blues, Blues-Songs, Ragtimes, Stomps, und ein herausragender und extravaganter Pianist, aber seine nachgewiesene Bedeutung für den Jazz hatte er mit seinen Bands in den 1920er Jahren, nicht als Erfinder. Ebenso behauptete Nick LaRocca den Jazz erfunden zu haben. Aber auch seine Behauptung gilt als unwahrscheinlich. Hauptrepräsentant des frühen, wahrscheinlich noch ragtimeverwandten Jazz von New Orleans war Buddy Bolden. Von seinem Vorbild ausgehend dürfte zwischen 1900 und 1915 der Jazz entwickelt worden sein von einer Vielzahl von Bands und Musiker-Persönlichkeiten, auch außerhalb von New Orleans, z.B. auch in Memphis. Als um 1915 erste namhafte Bands New Orleans verliessen, dürften diese dazu beigetragen haben, den Jazz auch abseits des Mississippi in den USA zu popularisieren. Evtl. haben bereits Bands, die um 1910 in andere Metropolen aufbrachen, jazzmäßig gespielt, aber erst ab 1914 nannten sich die Bands auch Jass bzw. Jazz Bands, traten also mit dem Selbstbewußtsein auf, eine neue Musikrichtung zu vertreten. Z.B. Pedro Stacholy's Cuban Jazzband (evtl. bereits 1914) in Havanna, Tom Brown's Band From Dixieland 1915 in Chicago, der folgte 1916 Johnny Stein's Jass Band, und 1915 ging das Black And Tan Orchestra mit dem Trompetenvirtuosen Buddy Petit nach Kalifornien.

Epochen


- Vor 1900: 'Archaischer Jazz', d.h. Ragtime, Street Bands

Traditioneller Jazz und Swing (ca. 1900-40)


- Um 1900: New Orleans Jazz, Creole Jazz
- Um 1910: Dixieland Jazz
  - 26. Februar 1917: Die "Original Dixieland Jass Band", eine weiße Dixielandkapelle, nimmt die erste Jazzplatte überhaupt auf.
- Seit etwa 1920: Chicago Jazz
  - 12. November 1925: Louis Armstrong's Hot Five machen die ersten Aufnahmen: Solistik löst die Kollektivimprovisation des frühen Jazz teilweise ab
  - 1928: Das Hoch'sche Konservatorium in Frankfurt am Main gründet eine Jazz-Klasse, ihr Lehrer wird Mátyás Seiber
- Seit etwa 1930: Swing oder 'klassische' Zeit der Big Bands
  - 1934: Gründung des Quintette du Hot Club de France, mit Django Reinhardt: Europa mischt in der Jazzgeschichte mit
- 1940er-Jahre: New Orleans/Dixieland Revival in den USA, später auch nachhaltig in Europa

Modern Jazz (ca. 1940-60)


- Seit etwa 1940: Bebop
  - 1941: Live-Aufnahmen in Minton's Playhouse mit Charlie Christian, Dizzy Gillespie, Thelonious Monk u.a.
- Seit etwa 1945: Afro Cuban Jazz
- Seit etwa 1950: Cool Jazz
- Seit etwa 1955: Hard Bop, Soul Jazz, East Coast Jazz
- Etwa 1955-60:
  - Latin Jazz, Bossa Nova
  - Third Stream, Progressive Jazz
  - West Coast Jazz
  - Modal Jazz
    - 2. März 1959: Erste Aufnahmesession zur Schallplatte "Kind of Blue" mit Miles Davis, John Coltrane, Bill Evans u.a.

Free Jazz, Rock Jazz und New Bop (ca. 1960-90)


- Seit etwa 1960: Free Jazz
- Etwa 1965-70: Jazz Rock
- Seit etwa 1970: Rock Jazz oder Fusion
  - 1975: Das United Jazz and Rock Ensemble wird gegründet
- Seit etwa 1980: New Bop oder Neobop (oder Modernjazz-Revival)
- Seit den späten 1980ern: Smooth Jazz

Seit etwa 1990

Die Jazzstile ab 1990 sind entsprechend der relativen Kürze der vergangenen Zeit ungenau
- Avantgarde Jazz oder Experimenteller Jazz ('gebundener Freejazz')
- Acid Jazz (inkl. Hip Hop Jazz u. ä.)
- 'Salsa-Jazz' (Jerry Gonzalez, tp, cong, u. a., nicht zu verwechseln mit früherem Latin-Jazz)
- 'Ethno-Jazz' (von World Music oder global beeinflusster Jazz)
- Jazz Metal (vom New Rock oder Hard & Heavy beeinflusster Jazz); u. a.
- Nu Jazz (auch Electro Jazz)
- Retro-Swing

Seit etwa 2000


- Pop Jazz à la Norah Jones

Entwicklungszentren


- New York, mit Abstand die meisten Jazzclubs weltweit
- Chicago, mehr blues-orientiert
- Los Angeles/Hollywood, mehr rock-orientiert
- New Orleans, das 'Betlehem des Jazz' oder dessen offizielle Wiege
- Kansas City
- Havanna, von Pedro Stacholy über Chano Pozo bis zum Buena Vista Social Club
- Kopenhagen
- Paris, besonders in den 1930ern (Hot Club de France) und auch sonst immer
- London, in der Swing-Ära, und auch gegenwärtig
- Tokio, besonders gegenwärtig
- Sao Paulo, besonders gegenwärtig
- Hannover, alle Mitglieder des Jazz Club Hannover, sowie des Vereins der Freunde des Jazz sind Ehrenbürger von New Orleans. Der Jazz-Club Hannover ist in New Orleans der bekannteste Deutsche Jazz-Club. Ferner finden in Hannover zwei große Jazzfestivals statt. Im Entstehen befindliche, noch instabile globale Zentren:
- Shanghai
- Buenos Aires
- Sydney
- Johannesburg
- Rom
- u. a.

Instrumente (Auswahl)

Melodie-Instrumente:


- Klarinette
- Saxophon (Sopran-, Alt-, Tenor- und Baritonsaxophon)
- Trompete
- Flügelhorn
- Posaune
- Piano
- Hammond-Orgel
- Keyboard
- Flöte
- Gesang
- Horn
- Gitarre

Rhythmusgruppen-Instrumente:


- Piano
- Vibraphon
- Gitarre
- Bass
- Schlagzeug

Bedeutende Persönlichkeiten


- Siehe auch: Liste von Jazzmusikern (alphabetisch geordnet)
- Siehe auch: Liste von Jazzmusikern nach Epoche und Instrument
- Siehe auch: Liste von Jazzsängerinnen und -sängern
- Siehe auch: Liste von Jazzpianistinnen und -pianisten oder :Kategorie:Jazzpianist

Komponisten


- Siehe auch: Liste von Jazzkomponisten

Jazzstandards

Siehe dazu den eigenen Artikel Jazzstandard sowie die Liste von Jazzstandards und -kompositionen.

Bedeutende Veranstaltungen


- [http://www.worldsax.net World Saxophone Congress 2006 - Jazz]
- Jazzfest Berlin - eines der ältesten und renommiertesten Festivals, 1964 von Joachim-Ernst Berendt gegründet. Jährlich im November.
- Montreux Jazz Festival - jährlich im Juli in Montreux, seit 1967
- North Sea Jazz Festival - jährlich im Sommer in Den Haag & Cape Town, seit 1976
- Warschauer Jazz Jamboree - jährlich im Herbst seit 1958
- Deutsches Jazz Festival Frankfurt - seit fast 40 Jahren jährlich im Oktober in Kooperation mit hr2
- Leverkusener Jazztage, jährlich im November, seit 1980
- Jazzfest Rottweil, jährlich im April / Mai, seit 1985
- Internationale Jazzwoche in Burghausen, jährlich im April/Mai ([http://www.b-jazz.com Website]), seit 1973
- Internationale Sonneberger Jazztage - jährlich im November, seit 1986
- Worms: Jazz & Joy - jährlich stattfindend, größtes Jazzfestival in Rheinland-Pfalz, seit 1991
- Jazzmeile - jährlich stattfindendes 2-monatiges Festival in Thüringen, seit 1994
- Enercity Swinging Hannover, dreitägiges internationales Jazzfestival in Hannover
- Hot Advent - Jazzfestival in Hannover
- Winning Jazz - dreitägiger Nachwuchswettbewerb in Hannover
- Jazz am Ballhof - Jeden Samstag in Hannover, von Mai bis September
- Internationale Wiehler Jazztage - seit 1989 regelmäßig in Wiehl
- Darmstädter Jazzforum - seit 1989 alle zwei Jahre Konzertreihe und internationales Symposium (siehe Link zu Jazzinstitut Darmstadt)
- Internationales Dixieland-Festival Dresden jährlich im Mai, seit 1970
- Internationales New Jazz-Festival Moers jährlich an Pfingsten, seit 1972
- Düsseldorfer Jazz-Rally jährlich im Juni, seit 1993
- Leipziger Jazztage jährlich im Oktober, seit 1976
- Jazzfest Wiesen (Burgenland) seit 1976
- Duerener Jazztage in Düren, jährlich im Juli ([http://www.euregiojazz.net Website]), seit 1991
- VS swingt Jazzfestival in Villingen-Schwenningen - jährlich Anfang Juli, seit 1977
- Internationales Jazz Festival Viersen ([http://www.jazz-festival-viersen.de Website]) - jeweils am 4. Septemberwochenende
- Jazz live im Speicher in Leer ([http://www.jazzinleer.de Website]) - seit 1992

Siehe auch

:Kategorie:Jazz, Jazzmuseum, Jazz-Piano, Blues, Jugend jazzt, Stilrichtungen der Musik, Portal:Musik

Literatur


- Ken Burns, Geoffrey C. Ward: Jazz - eine Musik und ihre Geschichte. Dt. Franca Fritz, Heinrich Koop. Econ, München. 2001. ISBN 3430116090. Nach einer Dokumentarfilm-Reihe. Original: Jazz - A History of America´s Music. Alfred A. Knopf, NY USA. 2000 bzw: The Jazz Film Project, Inc.
- Klaus Wolbert (Herausgeber): That's Jazz - Der Sound des 20. Jahrhunderts (Darmstadt 1988 und 1997)
- Joachim-Ernst Berendt, Günther Huesmann: Das Jazzbuch (Frankfurt am Main 2001)

- Geoff Dyer : but beautiful (Argon)
- John Fordham : Das Grosse Buch vom Jazz
- Studs Terkel: Giganten des Jazz. Zweitausendeins, Frankfurt 2005 ISBN 3-86150-723-4

Lexika


- Martin Kunzler: Jazz Lexikon (Reinbek bei Hamburg 1988 und 2002)
- Barry Kernfeld (Herausgeber): The New Grove Dictionary of Jazz (London 1988 und 1994)
- Carr/Fairweather/Priestley: JAZZ - Rough guide (Metzler Musik 1999)

Kataloge

Bielefelder Katalog Jazz, hrsg. Manfred Scheffner: Schallplatten CDs , MCs, jährlich neu, vollständiger Überblick über in Deutschland erhältliche Jazzaufnahmen, sehr übersichtlich sortiert nach Musiktiteln auf den Tonträgern, Interpreten und Labels (Etiketten). ISBN 3-89113-137-2 (bzw. neuste Ausgabe)

Weblinks


- [http://jazzworlddatabase.com Jazzworlddatabase.com]
- [http://www.jazzscene.no Jazz Scene with David Fishel. 55 hours of jazz-celebrity interviews]
- [http://www.jazzpages.com Jazzpages.com]
- [http://www.jazz-network.com jazz-network.com]
- [http://www.jazzecho.de JazzEcho - Online-Magazin von Universal Music]
- [http://www.harlem.org/index.html harlem.org: Jazzgeschichte auf einem Foto (engl.)]
- [http://www.jazzthing.de/ Website des Printmagazins Jazz thing]
- [http://www.jazzthetik.de Website des Printmagazins Jazzthetik]
- [http://www.jazzzeitung.de/ JazzZeitung.de]
- [http://www.jazzinstitut.de Jazzinstitut Darmstadt] inkl. seiner Auswahlbibliographie zur Jazzforschung: Präsenzbibliothek
- [http://www.breaking-the-rules.com Dokumentation BREAKING THE RULES (2005) über Jazz als Gegenkultur] Kategorie:Blues Kategorie:Jazz Kategorie:Musikgenre ja:ジャズ ko:재즈 simple:Jazz

Sequenzer

Ein Sequenzer ist ein Gerät zur Tonerzeugung durch einen Computer. Es werden jedoch keine Töne aufgenommen und wieder abgepielt, sondern an Hand von Algorithmen immer wieder neu geschaffen. Mit einem Sequenzer können auch Tonlängen und die Lautstärke gesteuert werden und auch, welches Instrument dazu benutzt werden soll. Dies kann man über ein Masterkeyboard oder über die normale Computertastatur und der Maus erfolgen. Dadurch, dass nicht "echte" Musik aufgezeichnet wird, sondern dem Computer nur Steuerdaten mitgeteilt werden, entstehen für die Bearbeitung der Musik folgende Vorteile:
- sie Datenmenge der eingespielten Musik reduziert sich auf ein Minimum ,
- die Bearbeitung (Veränderung und Verschiebung einzelner Töne) gestaltet sich einfacher.

Geschichte

Tonwalzenmechanik einer Spieluhr

Der älteste Sequenzer ist wahrscheinlich die Tonwalzenmechanik einer Spieldose. In diesem Mechanismus sind ebenfalls Spieldaten gespeichert und zwar in Form von Metallstiften, die beim Drehen der Walze die Klangzungen mechanisch anschlagen. Die "Programmierung" eines Musikstücks auf einem solchen "Datenträger" setzte natürlich grosses handwerkliches Geschick voraus und war recht mühsam.

Step-Sequencer

Nach den mechanischen Sequencern folgten mit der Erfindung und Weiterentwicklung des Synthesizers die Step-Sequenzer. Der Name des Step Sequencers kommt daher, dass man jeden Ton Schritt für Schritt ("Step by Step") mit seinen Eigenschaften wie eben Tonhöhe, Dauer usw. programmieren musste. Anfangs waren dabei nur zwischen 8 und 64 Töne möglich.

MIDI-Sequencer

Der nächste Entwicklungsschritt war die Digitalisierung der Spieldaten, was deren Abspeicherung zunächst auf Tonbandkassetten und später auf Disketten erlaubte. Dann folgte die Echtzeitaufzeichnung durch direktes Einspielen mit Hilfe einer Tastatur. Schließlich wurde MIDI als universelle Sprache für elektronische Musikinstrumente eingeführt. Die heutigen Sequenzer sind überwiegend Geräte zur Aufzeichnung, Bearbeitung und Wiedergabe von MIDI-Daten.

Hardware Sequenzer


- Akai MPC 3000
- Doepfer MAQ16/3
- Kawai Q80
- MAM SQ16
- [http://www.blogigo.de/Elektrogemeinschaft/entry/162148 Synthanorma Sequenzer]
- Moog 960
- ARP Sequencer
- SND Sam16
- Alesis MMT 8

Software Sequenzer


- Ableton Live
- Apple Logic (ehemals Emagic)
- Cakewalk Sonar
- Image Line FL Studio (ehemals Fruity Loops)
- Magix Music Maker, Samplitude
- MOTU Digital Performer
- Rosegarden
- Steinberg Cubase Weitere Software-Synthesizer, die den Tracker-Gedanken weiter führen, sind z.B. Jeskolas

Weitere Formen

Neben diesen sehr bekannten Vertretern der Sequenzer gibt es auch sogenannte Tracker, die seit Mitte der 1980er Jahre verwendet wurden und mittlerweile nur mehr von Liebhabern verwendet werden. Die Dateiformate MOD und z.B. XM, IT, S3M, OCT, NST, AMF sind spezielle Tracker-Formate. Eine weitere Variante der Sequenzer sind die sogenannten Composer oder Arranger. Diese Programme verbinden die Fähigkeiten der klassischen MIDI-Sequenzer mit einer style-orientierten Arbeitsweise. Eine Abfolge von Harmonien wird mit verschiedenen Musikstilen, den Styles, verknüpft. Die Software komponiert daraus ein Musikstück. Die Harmoniesequenzen werden üblicherweise mit Akkordsymbolen in die Software eingegeben. Die meisten Programme enthalten eine Anzahl von Styles verschiedener Musikrichtungen. Es können aber auch eigene Styles erstellt werden, die dann in beliebig vielen Stücken benutzt werden können. Verbreitete Programme dieses Genres sind:
- Jammer Professional,
- Band In A Box

Weblinks


- [http://www.buzzmachines.com Buzz]
- [http://www.buzzle.de BUZZle]
- [http://www.buzztard.org Buzztard] wiki Kategorie:Tonbearbeitung Kategorie:Musiksoftware ja:ミュージックシーケンサー

Rhythmusgruppe

Unter dem Begriff Rhythmusgruppe (oder auch Rhythmussektion) fasst man die Musiker zusammen, die für den Rhythmus eines Musikstückes verantwortlich sind. Die Rhythmusgruppe besteht meist aus Schlaginstrumenten, wie z.B Schlagzeug und/oder Percussion und Bassinstrumenten. Das Bassinstrument dient oft als Verbindungsglied zwischen dem Rhythmus und der Melodie. Auch typische Begleitinstrumente wie die Gitarre oder das Klavier können Bestandteil der Rhythmusgruppe sein, z.B. als Stride Piano oder Rhythmusgitarre. Die typische Rhythmusgruppe in der Rock- und Popmusik besteht aus dem Schlagzeug und dem E-Bass, im Jazz taucht öfters auch der Kontrabass, das Sousaphon oder die Tuba auf. Siehe auch: Rhythmus, Taktart, Groove Kategorie:Musikglossar

Schlagzeug

Das Schlagzeug, auch Drumset (entlehnt von der englischen Bezeichnung drums), ist eine Kombination verschiedener Schlaginstrumente. Zur heutigen Form des Drumsets gehören Snare (alte dt. Bezeichnung 'Kleine Trommel', die Basstrommel (auch 'Bassdrum' genannt), Tom-Tom (umgangsspr. plural 'toms'), verschiedene Becken und Kleinperkussion wie z.B. Woodblock, Cowbell oder Schellenkranz. Diese Kombination kann vom jeweiligen Musiker indivduell zusammengestellt und mit Hilfe von Stativen (sog. Hardware) angeordnet werden. Maßgeblich für die Entstehung des Schlagzeugs sind die Patentierung des ersten Bassdrum-Pedals im Jahre 1887 durch J. R. Olney, die Herstellung des ersten Serienprodukts durch William F. Ludwig im Jahre 1909 und - auf soziokulturellem Gebiet - die "No-Drumming-Laws" in den USA, welche es den Sklaven verboten ihre traditionellen Handtrommeln zu spielen und somit dazu führten, dass die afrikanische, stark rhythmische Musikkultur mit europäischen bzw. orientalischen Schlaginstrumenten gepflegt wurde. Das erste komplette Drumset kam 1918 durch die Ludwig Drum Corporation in den Handel. Im Laufe der Geschichte etablierten sich verschiedene Standardaufbauten, die für ihr jeweiliges Musik-Genre als typisch betrachtet werden können. Daneben existiert heute ein elektronisches Pendant, welches man auch kurz E-Drum nennt, in unzähligen Konfigurationen. Im allgemeinen Sprachgebrauch sind die Eingangs-Begriffe synonym, akademisch jedoch ist das Schlagzeug, als Synonym für Schlagwerk, der Oberbegriff für sämtliche Schlag- bzw. Perkussions-Instrumente. Das Drumset wird innerhalb des gängigen Notensystems notiert. Zur Kennzeichnung dient der sog. "Neutrale Notenschlüssel". "Neutrale Notenschlüssel" "Neutrale Notenschlüssel"

Instrumentarium

Die Wahl der Instrumente hängt vor allem vom musikalischen Kontext, aber auf von der Stilistik und den Vorstellungen des Schlagzeugers ab, weshalb verschiedene Drumsets im Bezug auf Umfang und Aufbau stark voneinander abweichen können. In der Regel ist jedoch fast immer eine Kombination aus folgenden Instrumenten anzutreffen:

Snare(drum)

Die Snaredrum (snare drum, Kleine Trommel), kurz 'Snare', bildet das Hauptinstrument und somit (mittig vor dem Spieler platziert) das Herzstück des Drumsets. Sie kommt aus der europäischen Militärmusik und hat sich aus verschiedenen Formen von Marsch- und Rührtrommeln entwickelt. Sie besitzt einen Kessel aus Holz oder Metall, der auf beiden Seiten mit 'Fellen' bespannt ist; auf der Schlagfellseite mit einem leicht aufgerauhten, meist weiß oder hellgrau beschichteten Fell, auf der Unterseite mit einem glatten, deutlich dünneren Resonanzfell. (Ursprünglich wurden tatsächlich Tierhäute/Felle eingesetzt, heute kommen nur noch industriell gefertigte Produkte aus Kunststoffen mit Metallreifen zum Einsatz.) Ihren charakteristischen Klang erhält die Snare durch eine Reihe parallel gespannter Drahtwindungen, die von unten über das Resonanzfell gespannt sind. Diese auch als Snare-Teppich bezeichneten Schnarrseiten werden bei jedem Schlag in Schwingung versetzt, wodurch sie den typischen Klang der Snaredrum verursachen und beim Wirbeln dichte, flächige Sounds entstehen lassen. Mit Hilfe einer speziellen Mechanik (der Snare-Abhebung) kann der Snare-Teppich auch abgeschaltet, d.h. vom Fell abgehoben, werden, wodurch der Snare-Effekt unterbleibt. Die Spannung des Snare-Teppichs lässt sich zudem unterschiedlich justieren, was eine Vielzahl unterschiedlicher Klangfarben ermöglicht. Der Felldurchmesser beträgt in der Regel 14 Zoll, gängige Kesseltiefen sind 5 oder 6,5 Zoll. Mittlerweile haben sich auch picolo-Snares mit nur 8 oder 10 Zoll Durchmesser oder relativ flachen Kesseln durchgesetzt, die häufig als zusätzliches Instrument ('Side-Snare') eingesetzt werden; auch beim Hauptinstrument sind inzwischen häufiger ungewöhnlichere Abmessungen anzutreffen, z.B. 13“ x 7“ oder 15“ x 4“. Große Rührtrommeln, wie sie gelegentlich im Orchester Verwendung finden, bringen es auch auf Maße von 16“ x 16“.

Bassdrum

snare drum Die Bassdrum (bass drum, Große Trommel, Basstrommel, ugs. auch „Kick“) ist ein weiteres wichtiges Hauptinstrument im Drumset. Sie besteht aus einem großen, meist beidseitig bespannten Holzkessel, der in Seitenlage ruht und durch 2 (beim Transport einklappbare) Beine am vorderen (=dem Spieler abgwandten) Ende in seiner Position gehalten wird, die mit Dornen oder rutschfesten Gummifüßen versehen sind. Die Bassdrum wird mit Hilfe eines Pedals, der Bassdrum-Fußmaschine, bedient, das an der Schlagfellseite mit einer Klemmvorrichtung am Spannreifen der Trommel fixiert wird. Als Alternative zur Verwendung von 2 Bassdrums nutzen viele Schlagzeuger ein Doppelpedal, dass durch mechanische Übertragung das Spielen mit beiden Füßen auf nur einer Bassdrum ermöglicht. Das Resonanzfell an der Frontseite ist häufig mit einem, manchmal auch mehreren Löchern versehen, um den Klang entsprechend zu beeinflussen und die Mikrofonabnahme zu erleichtern, gelegentlich fehlt es auch ganz. Darüber hinaus werden häufig Kissen oder andere dämpfende Materialien in die Bassdrum gelegt, um einen gewünschten Sound zu erreichen. In der Anfangszeit des Drumsets waren die Basstrommeln mit einem Durchmesser von 28“ oder auch 30“ sehr groß, ehe sich allmählich auch kleinere Größen durchsetzten. Lange Zeit war ein Kessel mit 14“ Tiefe und 22“ Durchmesser Standard, heutzutage werden 16“ oder 18“ tiefe Bassdrums bevorzugt. Je nach Stilrichtung (und gewünschtem Transportaufwand) werden modernere Sets mit unterschiedlich großen Bassdrums ausgestattet, von 16“ oder 18“ bis hin zu 26“ Felldurchmesser.

Toms

Toms sind hölzerne, beidseitig bespannte Trommeln mit einem Durchmesser von etwa 8“ bis 18“. Je nach Art der Aufhängung bzw. der Aufstellung wird gelegentlich in rack toms (dt. "Hänge-Toms"), die eines Stativs oder einer Halterung über der Bassdrum bedürfen, und floor toms (dt. "Stand-Toms"), die auf eigenen, am Kessel montierten ausziehbaren Beinen stehen, unterschieden. Die Kesseltiefen sind sehr variabel, Floortoms sind häufig tiefer (Durchmesser entspricht Kesseltiefe) als freihängende Toms gleichen Durchmessers. Concert-Toms, die kein Resonanzfell besitzen, klingen etwas tonaler (vielleicht vergleichbar mit Timbales) und waren v.a. in den 70ern in recht weit verbreitet. Außerhalb des klassischen Schlagwerks werden sie jedoch kaum noch eingesetzt (berühmte Ausnahme der Regel: Phil Collins). Je nach Format, Art des Fells und Stimmung können Toms sehr unterschiedlich klingen; von eher unbestimmten Klängen bis hin zu sehr exakten, tonalen Intervallen. In einem kleinen Set-Up, wie man sie im Jazz oder mittlerweile auch wieder in der Popmusik antrifft, befinden sich meist 2 Toms, ein kleineres (10“-13“) über der Bassdrum und ein größeres (14“-16“), das seitlich vom Spieler platziert wird. Die meisten Standard-Sets werden mit 3 Toms ausgeliefert; einige Schlagzeuger bedienen sich eines ganzen Arsenals von Toms, während andere wiederum komplett auf sie verzichten.

Hi-Hat

Die/das Hi-Hat besteht aus einem aufeinander abgestimmten Beckenpaar unterschiedlicher Tonlage, das auf einer Hi-Hat Maschine montiert wird und über eine Pedalmechanik mit dem Fuß gespielt werden kann. Je nachdem, wie lang bzw. kurz der Kontakt der beiden Becken ist, entstehen unterschiedliche Geräusche. Hält der Schlagzeuger das Pedal getreten, bleiben die beiden Becken geschlossen und erzeugen mit dem Stick gespielt sehr kurze, trockene Akzente. Durch Kombinieren von verschiedenen Schlagtechniken und unterschiedlich stark geöffneten Becken (Openings) lassen sich viele verschiedene Effekte erzielen. Auf der Hi-Hat wird meist ein durchgehender Puls, oder feste rhythmische Figuren („pattern“) gespielt. Die meisten Hi-Hats haben einen Durchmesser von 13“- 15“, einige Effekt-Hi-Hats sind auch kleiner.

Becken

Becken (cymbals, suspended cymbals) sind dünne, meist leicht konvexe Scheiben aus unterschiedlichen Legierungen (meistens Bronze) mit einer mehr oder weniger stark gewölbten Kuppe in der Mitte, die mit einem Loch zur Aufhängung versehen sind. Sie werden freischwebend zentral auf einem Ständer oder der Hi-Hat Maschine aufgehängt. Becken verfügen über ein sehr komplexes, obertonreiches Klangspektrum und erzeugen sehr unterschiedliche Geräusche, sowohl glockenartige, definierte Klänge und helle Akzente, als auch düsteres Rauschen und ohrenbetäubendes Brüllen. Ausschlaggebend für den Klang und das Dynamikspektrum sind vor allem Größe und Form, sowie Materialstärke und Bearbeitung. (Der Begriff „suspended cymbal“ ist manchmal in Orchesterliteratur zu finden, um die frei hängenden Becken von den „Tschinellen“, die gegeneinander geschlagen, bzw. vielmehr an einander vorbei gezogen werden, abzugrenzen.) Im Prinzip lassen sich 4 Beckentypen unterscheiden, die entsprechend ihrer Klang-Charaktersitik unterschiedliche Funktionen im Drumset erfüllen:

Ride-Becken

Das Ride-Becken (ride cymbal) hat meist einen Durchmesser von 18“ - 24“ und kann vom Material her sehr unterschiedlich stark sein. Je nach Bearbeitung verfügen sie über einen relativ definierten Anschlag („Ping“), der von einem Grundrauschen unterlegt ist. Einige Becken klingen relativ trocken, andere (dünnere) erzeugen mehr „weißes Rauschen“ und erzeugen einen eher undefinierten Klangteppich. Spielt man die Kuppe („Glocke“) an, so ertönt ein heller, durchdringender, klarer glockenartiger Ton, spielt man dagegen am Rand, wird der Obertonanteil entsprechend größer, und das Becken „schaukelt sich auf“. Entsprechend ihrer Anwendungen gibt es einige Sonderformen, wie z.B. Sizzle-Rides, die mit einigen Nieten ausgestattet sind, um ein fließendes, ausgeprägtes Grundrauschen zu erzeugen oder das Flat-Ride, das über keine Kuppe verfügt. Auf dem Ride-Becken werden meist ein durchgehender Puls, oder feste rhythmische Figuren („pattern“) gespielt.

Crash-Becken

Crash-Becken (crash cymbal) sind im Vergleich zu Ride-Becken in der Regel dünner und kleiner (etwa 14“-20“ Durchmesser) und von ihrer Bearbeitung her auf einen deutlich höheren Anteil von „weißem Rauschen“ ausgelegt. Ihr Klang ist eher geräuschartig und wird auch entsprechend angewendet, d.h. für Akzente oder (z.B. mit Filzschlägeln) für anschwellende Crescendo-Effekte. Abhängig von Größe und Berarbeitung klingen verschiedene Crash-Becken unterschiedlich lange nach. Größere/schwerere Crash-Becken eignen sich teilweise auch für Ride-Figuren.

China-Becken

Das China-Becken (china cymbal, Chinesisches Becken) stellt insofern eine Ausnahme dar, da es sich - bedingt durch einen anderen kulturellen Hintergrund - in der Formgebung deutlich von den anderen Beckentypen unterscheidet. Es hat ebenfalls eine exponierte Kuppe, allerdings ist sie im Gegensatz zu den anderen beschriebenen Beckentypen häufig nicht rund, sondern eher zylindrisch. Augenfälligstes Merkmal ist jedoch der hochgebogene Rand, der das Becken im Querschnitt wie eine Art lang gezogene Gugelhupfform aussehen lässt. Der Durchmesser liegt etwa bei 14“ - 24“. Das Klangbild ist mit dem eines Crash-Beckens vergleichbar, allerdings eher „schmutziger“ oder „roher“ und weniger definiert, meist auch kürzer. Sie werden häufig für kurze, explosive Akzente oder Staccato-Figuren eingesetzt. Größere, oft mit Sizzles versehene Chinas haben auch im Jazz Eingang als Ride-Becken gefunden.

Splash- und Effekt-Becken

Splash-Becken (splash cymbal) sind in Art und Funktion vergleichbar mit Crash-Becken, allerdings sind sie im Durchmesser deutlich kleiner (etwa 6“-12“), weshalb sie auch eine andere Klang-Charakteristik aufweisen: Splash-Becken sprechen rasch an, klingen hell, spritzig und klingen kaum nach. Sie werden für kurze, helle Akzente verwendet (häufig sind sie z.B. im Dixieland zu hören, oft von Hand abgestoppt, was das typische „Pscht“ erzeugt.) Besonders Stewart Copeland und Manu Katché etablierten den Einsatz von Splash-Becken. Darüber hinaus gibt es eine ganze Reihe verschiedenster Effekt-Becken mit verschiedenen speziellen Features wie Löchern, Sizzles, Schellen, etc., um das Klangspektrum des Drumsets zu erweitern. Die Kreativität (und Marketingaktivität) diverser Beckenhersteller ist schier unerschöpflich, ebenso wenig wie die Liste an Namen, unter denen besagte Produkte auf dem Markt sind. Somit wird die Palette an „Cups“, „Bells“, „Stacks“, „Mini-Chinas“, „Jingle-Hats“ oder ähnlichen Instrumenten immer größer, wobei nicht alle von diesen eindeutig einer der oben genannten Gruppen zuzuordnen sind.

Hardware

Unter Hardware werden sämtliche nötigen Bedienelemete wie Hi-Hat- und Fußmaschine, Beckenständer, Stative, diverse Halterungen etc. zusammengefasst. Auch mit dem Kessel fest verbundene Teile wie Spannböcken, Snare-Abhebung, Tomhalterungen oder Bassdrum-Füße fallen unter diesen Begriff.

Schlagzeug-Notation

Aus der Vielzahl der oben gezeigten Möglichkeiten deutet sich schon an, dass es „das“ standardisierte Set nicht gibt; jeder Schlagzeuger entwickelt im Laufe der Zeit seine eigene, höchst individuelle Zusammenstellung, die er obendrein noch in verschiedenen Situationen variieren kann. Infolgedessen hat sich auch bis heute noch keine allgemeinverbindliche Notationsweise für Schlagzeug durchgesetzt, was dazu führt, dass am Anfang jeder Komposition, jeder Transkription und jedes Lehrbuchs die Notation erläutert wird. Dies nennt man mit dem englischen Fachbegriff den drum key. Einige relativ weit verbreitete Schreibkonventionen lassen sich dennoch herausarbeiten: so wird anstelle der gängigen Notenschlüssel ein so genannter „neutraler“ Perkussionsschlüssel verwendet, da viele Bestandteile eines Drumsets nicht auf eine genaue Tonhöhe gestimmt sind. Ferner ist es eine gängige Praxis, die metallenen Einzelinstrumente (Becken, Glocken etc.) mit x-förmigen Notenköpfen darzustellen, während die eigentlichen Trommeln gewöhnliche Notenköpfe erhalten. Auch sollten ungefähre relative Tonhöhenbeziehungen im Notenbild ablesbar sein. Es ist auch üblich, die Teile des Sets, die mit den Füßen gespielt werden (Bass Drum, Hi-Hat) in den unteren Teil des Notensystems zu setzen, während die mit den Händen (bzw. Stöcken und Schlägeln) gespielten Figuren weiter oben notiert werden. Dies kann teilweise zu Komplikationen führen, da die Hi-Hat sowohl mit der Fußmaschine als auch mit Stöcken zum Klingen gebracht wird. In solchen Fällen wird versucht, eine möglichst deutlich lesbare Notation zu finden, da eine komplett ausgeschriebene Schlagzeugfigur im Notenbild schnell sehr komplex aussehen kann, auch wenn es sich um einen im Grunde simplen Groove handelt. Ein typischer drum key könnte beispielsweise so aussehen (die englischen Instrumentenbezeichnungen und ihre Abkürzungen sind heutzutage gängige Praxis): Groove Zur Illustration des vorher Gesagten ein praktisches Beispiel. Ein sehr rudimentärer Achtelnoten-Beat, den ein Anfänger bereits in einer der ersten Unterrichtsstunden lernen würde, sieht notiert trotzdem schon vergleichsweise kompliziert aus: Groove

Materialien

Die Felle – früher aus Naturfell, heutzutage gewöhnlich aus ein- oder zweilagiger Kunststofffolie – werden auf den Trommelkessel aufgespannt mittels Spannreifen (Hoops), die vorwiegend aus Metall, manchmal aus Holz sind. Dies geschieht mit je vier bis zwölf Spannschrauben, abhängig vom Kesseldurchmesser. Auf diese Weise lassen sich die Felle sowohl in dem zum Musikstil passenden Straffheitsgrad, als auch tonal stimmen. Das obere, bespielte Fell heißt Schlagfell, das untere Resonanzfell. Die Kessel der Großen Trommel (Bassdrum) und der Toms sind meistens aus Holz. Das populärste Holz ist Ahorn (Maple), das einen warmen, ausgewogenen Klang bietet. Birke ist "in natürlicher Weise equilized" und daher im Tonstudio sehr beliebt. Als weitere Hölzer finden Verwendung Buche, Pappel, Linde, Weiss-Eiche und etliche andere, auch nicht-einheimische Hölzer, passend für verschiedene klangliche Einsatzzwecke und Qualitätsansprüche. Holzgemische kommen vor. Plexiglas-Kessel, knallig im Klang, extravagant in der Optik, blieben eher ein Nischen-Phänomen, sind aber eng verbunden mit dem Namen John Bonham (einstigem Drummer von Led Zeppelin). Die Kleine Trommel (Snaredrum, Snare) besteht oft aus Metall, z.B. Stahl, Messing, Kupfer, Aluminium oder wiederum aus Holz. Aber gerade hier reicht die Kreativität der Trommelbaumeister weit; so gibt es Snaredrums aus so exotischen Materialien wie Hanf-Hartfaser. Je weniger Klang ein Kessel schluckt (Klangverlust) desto besser ist der Trommelklang. Daran lässt sich gute Qualität der Trommelkessel und Drumsets erkennen, weil der Klang eigentlich nur von den Fellen erzeugt wird und eben irrigerweise nicht durch den Trommelkessel. Becken oder Cymbals bestehen in der Regel aus Legierungen wie Messing oder verschiedenen Bronzen wie Kupfer-Nickel-Bronze und Zinn-Bronze, wobei letztere als das bessere Material für Becken gilt. Der Zinn-Gehalt variiert von 8% bis hin zur Glocken-Bronze mit 20%. Die Sticks werden aus Holz, weniger aus Kunststoff oder Kohlefaser und selten aus Metall gefertigt. Schlagzeug-Besen sind meist aus Kunststoff oder Metall. Sonstige Schlegelarten bestehen zumeist aus Holz. Die Größen der Trommeln und Becken werden in Zoll (Inch, 1 Zoll = 2,54 cm) angegeben. Typische Trommeldurchmesser sind:
- Bassdrum: 22 Zoll (16 bis 26 Zoll)
- Snare: 10 bis 15 Zoll
- Tom Tom: 8 bis 18 Zoll Typische Beckendurchmesser sind:
- Ride :20 Zoll (18 bis 24 Zoll)
- Crash :16-18 Zoll (14 bis 22 Zoll)
- Hihat :14 Zoll ( 8 bis 15 Zoll)
- China :18 Zoll (12 bis 22 Zoll)
- Splash:10 Zoll ( 6 bis 14 Zoll) Je nach Stilrichtung können verschiedene Kombinationen vorkommen. Größen eines Standard-Schlagzeugs: Becken:
- Standard-Crash: 16"
- Standard-Ride: 20"
- Standard-Hi-Hat: 14" Trommeln:
- Bassdrum: 20"
- Tom1: 10"
- Tom2: 12"
- Tom3: 14"
- Snare: 14" Die bekanntesten Hersteller von Drumsets sind u.A. Brady, DW, Gretsch, Ludwig, Mapex, Pearl, Pionier, Premier, Red Rock, Rock Solide, Sonor, Tama, Yamaha (in alphabetischer Reihenfolge)

Spielweise

Sticks, Besen, Ruten, Schlägel

Gretsch Trommeln und Becken des Schlagzeugs werden per Hand mit zwei Trommelstöcken (englisch "Sticks") zumeist aus Holz und die Bassdrum per Fuß bzw. Fußmaschine mit einem Schlägel gespielt, der einen Filz-, Holz- oder Kunststoffkopf besitzt. Per Hand (kaum per Fuß) kommen Ruten oder Besen zur Anwendung, wenn spezielle Effekte, leisere Schläge oder durchgängiges Wischen (per Jazzbesen auf der Snare) erzeugt werden sollen. Daneben finden sich für das Handspiel Schlägel mit Filz- oder Flanellköpfen für abgedämpftes oder dumpfes Spiel. Beim Spiel mit den Händen wird das Abprallen vor allem der Sticks, aber auch der Schlägel von der schwingenden Oberfläche ausgenutzt, vor allem je dichter die Schläge werden (bis hin zu einem dichten Schläge-Teppich oder Wirbel, besonders aus Press-Schlägen). Die Ausnutzung des Abpralleffekts schont zudem die Gelenke.

Tragender Rhythmus und Grundrhythmus, Hoch-Tief/Hell-Dunkel-Prinzip, Backbeat

Die Kunst des Schlagzeugspielens in einer Band ist das Erzeugen eines Rhythmus, der die Band trägt und gemeinsam mit den anderen Instrumenten der Rhythmusgruppe (besonders Bass, Percussion, Keyboard bzw. Klavier, Gitarre, u.a.) den tragenden Groove ergibt. Dazu setzt der Schlagzeuger in der Regel einen durchlaufenden Rhythmus ein, bei dem die unterschiedlichen Klangkörper sich ergänzend eingesetzt werden. Ausgangsbasis ist in der Regel der unter den nachfolgenden 'Grundrhythmen und Taktarten' einfache Grundrhythmus (siehe 3.1). Dessen Kern ist der gleichmäßig geschlagene Dunkel-Hell- bzw. Tief-Hoch-Wechsel zwischen erst der Bassdrum (dunkel, tief: Schlag oder beat) und dann der Snare (hell, hoch: Gegenschlag oder backbeat), in den davon abgeleiteten Grooves aber meist bis zur Unkenntlichkeit variiert. In sehr freien Stilen, zum Beispiel im Free Jazz oder in Noise-Stilen, wird mit dem Grundprinzip des einfachen Grundrhythmus hingegen dauerhaft gebrochen. Oder als Ausnahme erklang im Reggae der 1970er der einfache Grundrhythmus quasi umgekehrt: der Backbeat mit Bassdrum.

Form, Tempo, Taktart

Zum Erzeugen eines tragenden Rhythmus gehört, dass der Schlagzeuger das Tempo nicht zu langsam und nicht zu schnell spielt sowie gleichmäßig hält, dass er die jeweilige Taktart beherrscht und vor allem die Form steuert. Häufigste popularmusikalische Form ist das Lied oder der Song. Dieses bzw. dieser besteht aus der geschickten Aneinanderreihung (Arrangement) je der zwei Grundformen: Bluesform (zwei 12-taktige Strophen, je mit Tonstufen I-IV-I-V-I oder tief-hoch-tief-hoch-tief) oder so genannten a-a-b-a-Form (vier 8-taktige Strophen, Tonstufen je Strophe a = I-IV-V-I oder tief-hoch-hoch-tief, Tonstufen von Bridge b = IV-I-IV-V oder hoch-tief-hoch-hoch) oder der von beiden Grundbausteinen abgeleiteten Formbausteinen. Ein derartiger Baustein oder Durchlauf wird auch Chorus genannt (im Unterschied zu Chorus als Solo, usw). Formbezogene Aufgabe des Schlagzeugers ist hierbei z. B.: jeder Strophe insgesamt ein passendes raumfüllendes Hintergrundrauschen oder -'chick' durch besonders Becken- oder Hihatspiel, mit Besen gespielter Snare, usw, zu geben und dadurch die Gliederung eines Stückes vorzugeben oder anzudeuten; jeden Strophenanfang sowie damit zumeist den Einsatz eines anderen Musikers (Gesangspart, Gitarrensolo, usw) vorzubereiten mit Hilfe der Ab/Zunahme der Dynamik des Schlagzeugspiels, von Einwürfen, 'Turn arounds', Wirbeln, usw; die Schwerpunkte zu betonen; Breaks oder, umfassender, ein Schlagzeugsolo zu trommeln. Basierend auf der Hoch-Tief/Hell-Dunkel-Wiedergabe der Tonstufen einer Strophe, dem Hoch-Tief/Hell-Dunkel-Umspielen einer Melodie, usw., lassen sich Schlagzeugsoli aufbauen; siehe/höre z. B. Thelonious Monk (p), "Blue Monk", verschiedene Aufnahmen, End-1950er, Drum-Solos. Auch andere Melodie-, Akkord- oder Tonstufenschemata können so nachvollzogen werden. Jedoch behalten dabei die Trommeln ihren Charakter als Geräuschinstrumente. Das heißt, ihnen ist kein bestimmter Ton zugeordnet, sondern sie behalten ihren unspezfischen Klangcharakter, eben Hoch-Tief- bzw. Hell-Dunkel-Abstufungen.

Grundrhythmen und Taktarten

Einfacher Grundrhythmus, Begleitung, 4/4, 8/8

Beim einfachen Grundrhythmus in der heute gängigsten Taktart, dem 4/4 (8/8), begleitet man,
- indem die 'Führungshand' (bei Rechtshändern: rechts) gleichmäßig 8 Beats (Zählzeiten) auf dem (Ride-) Becken (oder Hihatbecken) schlägt oder verklanglicht,
- der 'Führungsfuß' (bei 'Rechtsfüßlern': rechts) betont den ersten Beat auf der (tiefen, dunklen) Bassdrum mit,
- dann den dritten Beat (Backbeat) die 'Nichtführungshand' (bei Rechtshändern: links) auf der Snare (hoch, hell) und zugleich der 'Nichtführungsfuß' (...: links) durch pedalgetretenes Hihatbecken-Schließen oder -'Chick',
- dann den fünften Beat wieder der Führungsfuß auf Bassdrum,
- dann den siebenten Beat (erneut Backbeat) wieder die Nichtführungshand auf der Snare und zugleich der Nichtführungsfuß durch pedalgetretenes Hihatbecken-Schließen oder -'Chick'. Das war der erste Takt, und die anschließenden Takte folgen genauso. Den einfachen Grundrhythmus und das Entwickeln daraus von komplexen Grooves erklärt u.a. vorbildlich: Elvin Jones (d), Different Drummer, Video, ca. 1979.

Wirbel, Rudiments

Möchte man am Ende z. B. einer zwölftaktigen Strophe, womit man schon einen Blues spielen könnte, ein Fill in, Roll oder Wirbel einfügen, geht im 12. Takt die Führungshand auf die Snare mit den gleichmäßigen 8 Beats. Und genau dazwischen schlägt die Nichtführungshand auf der Snare die 16tel (beide Hände schlagen also abwechselnd und gleichmäßig), während zugleich beide Füße wie vorher weiterspielen. Diesen Wirbel (roll) aus 16 gleichmäßigen Schlägen erreichen beide Hände abwechselnd mit je 8 einzelnen Schlägen, aber auch mit je 4 Doppelschlägen oder mit Kombinationen aus Einzel- und Doppelschlägen (Paradiddle), z. B.: Doppelschlag rechts, Doppelschlag links, Einzelschlag rechts, Einzelschlag links, Einzelschlag rechts, Einzelschlag links, Wiederholung des Ganzen. Etwa 25 grundlegende Wirbelarten sind als Rudiments international vereinheitlicht.

Doppel-Bassdrum-Spiel

Bei Doppelbassdrumspiel spielen beide Füße das, was zuvor die Hände bei Wirbeln spielten, während die Rechte die Beats (Becken/HiHat) und die Linke die Backbeats (Snare) gleichmäßig durchschlagen. Durch Verdoppeln, Verschieben oder Weglassen eines Einzel- oder Doppelschlages auf Snare, aber auch gerade Bassdrum sowie nicht nur beim Wirbel, sondern vor allem auch beim Begleiten, wobei hier die regelmäßigen Beats der Führungshand auf Becken/HiHat ununterbrochen weiterlaufen, entstehen aus dem einfachen Grundrhythmus verschiedenste Schlagfiguren und besonders bei Begleitungen die verschiedenen Stile. Die Wirbel (per Hand) sind in allen Stilen hingegen nahezu gleich. Entsprechend verfährt man in anderen Taktarten, in langsamem und schnellem Tempo, im Ternären und im freien Spiel, doch darauf kann hier nicht mehr eingegangen werden. Weil es so wichtig ist, wird hier dennoch eine dem obigen einfachen Grundrhythmus entsprechende Doppel-Bassdrum-Figur dargestellt. Aus dieser Figur heraus entwickelte sich das Doppelbassdrumspiel auch geschichtlich, man kann sie fast überall anwenden, auch etwa im Wechsel mit obigem einfachen Grundrhythmus. Man kann sie, wenn man dann 'gut drauf ist', selbst z. B. sogar in Richtung zum gerade genannten Paradiddle weiterentwickeln, eben so wie die Hände Wirbel spielen.
- Der 'Führungfuß' (bei 'Rechtsfüßlern': rechts) schlägt gleichmäßig die obengenannten 8 Beats (Zählzeiten) auf rechter Bassdrum (oder rechtem oder Haupt-Pedal der Doppelfußmaschine),
- der 'Nichtführungsfuß' (bei 'Rechtsfüßlern': links) schlägt genau dazwischen, nämlich 8 Sechzehntel auf linker Bassdrum (oder linkem oder Neben-Pedal der Doppelfußmaschine). Beide Füße schlagen abwechselnd und gleichmäßig.
- Die Führungshand (bei Rechtshändern: rechts) schlägt zugleich 1., 3., 5. und 7. Beat der rechten Bassdrum (des Führungsfußes) mit, und zwar auf Becken (probiere auch Beckenmitte oder -'glocke') oder HiHat, nämlich auf deren oberes Becken, das entweder offen oder runter gelassen auf unteres Hihatbecken (geschlossen) oder 'halboffen' (je nachdem, was einem gefällt) ist.
- Die 'Nichtführungshand' (bei Rechtshändern: links) schlägt zugleich (betont) auf der Snare die Backbeats mit, nämlich den dritten und den siebenten Beat. Das war der erste Takt, und die anschließenden Takte folgen genauso. Die Führungshand (bei Rechtshändern: rechts) spielt dabei bestimmte Schläge der beiden Bassdrums nicht mit, wodurch eine der Hürden im Erlernen des Schlagzeugspiels genommen wird, genauer der Verbesserung der Hand-Fuß-Kordination: Man lernt, Bassdrumschläge 'dazwischen' zu spielen, ohne dass die Hand sie mitmacht! Wenn ich doch die Schläge der rechten Bassdrum mit der Führungshand mitspiele, lerne ich dabei immer noch, die Schläge der linken Bassdrum nicht mit dieser Hand mitzuschlagen. Das könnte ich auch kaum, da das viel zu viele bzw. viel zu schnelle Schläge wären. Insbesondere durch Weglassen einzelner oder mehrerer der obigen durchgehenden Doppelbassdrumschläge kann man sich etliche Figuren selbst entwickeln.

12/8, 6/8, 3/4, 5/4, 7/4, usw., Metrum-in-Metrum-Spiel

Statt eines '8er Schlages' (8/8) bieten sich weitere gängige Taktarten, z. B.: '4er Schlag' (4/4), '12er Schlag' (12/8); '3er Schlag' (3/4), '6er-Schlag' ('halber 12er' oder 6/8), '5er Schlag' (5/4), '7er Schlag' (7/4), usw. Beim 3/4, 6/8, 5/4, 7/4, usw., fängt beim einfachen Grundrhythmus und hier vermeintlich zweiten Bassdrumschlag im Gegensatz zu 8/8, 4/4 und 12/8 tatsächlich der neue Takt schon wieder an. Das heißt, in diesen Taktarten hat eine Einheit oder ein Takt nur einen einzigen grundsätzlichen Bassdrumschlag, nämlich den, der den 1. Beat der Führungshand auf Becken betont: eine der in diesem Fall historisch bedingten Hürden im Schlagzeugspiel. Die Backbeats (auf Snare/HiHat) liegen beim: 4er auf 2 und 4, 12er auf 4 und 10; 3er auf 2 und/oder 3, 6er auf 4, 5er auf zumeist 4, 7er zumeist auf 5, usw. Beispielsweise "Not Fade Away", ein Hit von The Rolling Stones, Anfang 1964, in einem relativ schnellen 4/4, lag eine Akzentfigur zugrunde, die wie Clave Beat oder bossa-nova-ähnlich klingt und die, würde sie nicht auf zwei Takte oder gerade Taktanzahl 'zurechtgestutzt', ununterbrochen eigentlich über drei Takte im Vierviertel läuft. Mit dieser Dreitaktigkeit kann das Regelmäßige - das Vier-, Acht- oder Zweitaktige, kurz: das Symmetrische -, wirkt es zu starr, überwunden werden, ohne die geradtaktige Grundlage zu verlassen. Das Ganze nennt sich Metrum-in-Metrum-Spiel (turn arounds) und kommt u.a. komplex vor bei Elvin Jones (d, Modernjazz; McCoy Tyner, The Real McCoy, LP, Mitte d. 80er Jahre, side 1, "Passion Dance") oder im Salsa, wo die Bassdrum gespielt wird, als ob man eine 'dritte Hand' benutzt, oder bei Jack DeJohnette (d, Neobop, Rockjazz; Jack DeJohnette ..., The Art of Modern Jazz Drumming, 3. pr., 1989, S. 16-18). Metrum-in-Metrum-Spiel ist neben Hoch-Tief-Tonstufen- oder -Melodie-Interpretation ein weiteres wichtiges Mittel zur Entwicklung eines Schlagzeugsolos sowie des Schlagzeugspiels und Musikmachens überhaupt. blablablabla

Beats oder Zählzeiten, binär, ternär

Die Beats oder Zählzeiten, bei Begleitungen auf Ride-, Hihat-Becken und gelegentlich Standtom, anderen Trommeln oder Kuhglocke, schlägt der Schlagzeuger meist durch, markiert und verklanglicht sie derart für die Band. Beats oder Zählzeiten sind latent vorhanden, das heißt, je abstrakter die Musik ist, z. B. im Moderjazz oder während eines Schlagzeug- oder anderen Solos oder in Pausen, desto mehr 'ticken' die Beats oder Zählzeiten wie eine gemeinsame 'innere Uhr' in allen miteinander spielenden MusikerInnen. Dadurch kommen diese nicht aus dem Takt. Die Beats oder Zählzeiten werden binär (gleichmäßig, latin-artig, rockig) oder ternär ('punktiert', triolisch, shuffle-mäßig: blues-rockiger 12/8, 'swingender' - etwas ungenau - Jazz, viele Reggae- und etliche Rap- und Hip-Hop-Stücke) empfunden und gespielt.

Analysieren und Lernen

Das Analysieren und Lernen steht zunächst in besonderem Zusammenhang mit dem Aufbau eines Drumsets. Das Schlagzeug oder Drumset unterscheidet sich von der Masse anderer Instrumente dadurch, dass es nicht nur mit beiden Händen, sondern zusätzlich mit beiden Füßen gespielt wird. Das Schlagzeug oder Drumset ist nicht ein einzelnes Instrument, sondern ein System aus mehreren Instrumenten, die ausnahmslos für beide Hände und Füße ständig bequem erreichbar und schnellstens anschlagbar sein müssen: ein Standsystem aus (in der Regel) Schlaginstrumenten. Das hauptsächliche Teilinstrument, die Snare, allein spielen können, heißt noch nicht, Drumset spielen zu können. Die Snare wird mit nur zwei Händen und das Drumset zusätzlich eben mit beiden Füßen gespielt. Auf der Snare wird das Trommeln der Schlagfiguren zwar grundsätzlich erlernt, muss aber dann erst auf das ganze Drumset und seine Teilinstrumente übertragen und besonders in das Wechselspiel Snare-Bassdrum umgesetzt werden. Dieser Übertragungsprozess wird mit Hand-Fuß-Koordination umschrieben und ist wesentlicher Bestandteil von Schlagzeugschulen. Das sind Bücher zum Erlernen des Schlagzeug- oder Drumsetspiels; z. B.: Joe Morello, Rudimental Jazz, A modern application of rudiments to the drum outfit, 1967. Joe Morello, der maßgeblich beteiligt war an dem Hit "Take Five" (Dave Brubeck, p, 1959, siehe 5.2.3), dessen 5/4-Takt nicht nur für das Jazzschlagzeugspiel, sondern das Schlagzeug- oder Drumsetspiel überhaupt von enormem Einfluß war, überträgt hier Rudiments (siehe 3.2 Wirbel, Rudiments) von der einzelnen Snare auf das ganze Drumset. Spezielle Schlagzeugschulen werden inzwischen für jenen Übertragungsprozess auf ein Doppel-Bassdrum-Set, Latin-Drumset, usw, angeboten. Das Analysieren und Lernen erfolgt sodann zumeist am betreffenden Musikstück. Wer Schlagzeug oder Drumset in einer Band spielen will, muss die Taktart und vor allem Form (siehe oben, 2.3) eines Stückes heraushören. Sodann analysiert und erlernt man es auf/mit dem Drumset, spielt es kollektiv mit einer Band und nimmt das am besten wieder auf, um es zu kontrollieren und zu verbessern. Dieser Phase des Nachspielens oder Kopierens folgt irgendwann die Verselbständigung zum eigenen Stil und Spiel hin. Die von dies