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Gruber-De-Gasperi-Abkommen

Gruber-De-Gasperi-Abkommen

Das Gruber-De-Gasperi-Abkommen (auch Pariser Abkommen genannt) wurde am 5. September 1946 in Paris zwischen Österreich und Italien abgeschlossen. Das Abkommen wurde vom österreichischen Außenminister Karl Gruber und dem italienischen Ministerpräsidenten Alcide de Gasperi unterzeichnet. Karl Gruber hatte, als Außenminister ohne Staat, wenig Hoffnung auf eine erfolgreiche Einigung. Der Trentiner Alcide de Gasperi verfolgte hingegen seine eigenen Ziele für sein Heimatland und bot Österreich eine Autonomie für die Region Trentino-Südtirol an. Gruber war vom vorliegenden Entwurf nicht begeistert, wurde aber durch Zuspruch aus dem britischen zur Unterzeichnung gedrängt. Grund für die Zurückhaltung Grubers war einerseits die nicht bindende Wirkung des Abkommens (es ist kein Vertrag, lediglich ein Gentlemen's agreement) und andererseits der endgültige Verlust Südtirols. Sehr umstritten war die territoriale Abgrenzung des Abkommens, das bis zum 2. Autonomiestatut von 1972 für heftige Proteste sorgte. Entscheidender Passus war nämlich der Autonomieanspruch für die Region Trentino-Südtirol, in der die italienischsprachige Bevölkerung die Mehrheit hatte (200.000 deutschsprachige Südtiroler gegenüber 500.000 italienischsprachigen Einwohnern). Dennoch blieb es dabei und das Abkommen wurde durch Aufnahme der Autonomie im Jahr 1948 in der Verfassung der Republik Italien endgültig ratifiziert. In dem Abkommen werden Autonomierechte für eine Selbstverwaltung und Gesetzgebung in Südtirol eingeräumt. Auch das deutschsprachige Schulwesen wurde darin garantiert. Österreich wurde als Schutzmacht anerkannt. Der Vertrag ist ein Anhang des 1947 geschlossenen Friedensvertrages zwischen Italien und Österreich. 1972 wurde das Pariser Abkommen durch das Zweite Autonomiestatut ergänzt und verbessert. Es dauerte jedoch bis 1992, dass die Autonomie Südtirols im vollen Umfang realisiert wurde (s. Geschichte Südtirols).

Wortlaut des Vertrages

1. Den deutschsprachigen Einwohnern der Provinz Bozen und der benachbarten zweisprachigen Ortschaften der Provinz Trient wird volle Gleichberechtigung mit den italienischsprachigen Einwohnern im Rahmen besonderer Maßnahmen zum Schutze des Volkscharakters und der kulturellen und wirtschaftlichen Entwicklung des deutschsprachigen Bevölkerungsteiles zugesichert werden. In Übereinstimmung mit schon getroffenen oder in Vorbereitung befindlichen gesetzgeberischen Maßnahmen wird den Staatsbürgern deutscher Sprache insbesondere folgendes gewährt werden: a) Volks- und Mittelschulunterricht in der Muttersprache; b) Gleichstellung der deutschen und italienischen Sprache in den öffentlichen Ämtern und amtlichen Urkunden sowie bei den zweisprachigen Ortsbezeichnungen; c) das Recht, die in den letzten Jahren italianisierten Familiennamen wiederherzustellen; d) Gleichberechtigung hinsichtlich der Einstellung in öffentliche Ämter, um ein angemesseneres Verhältnis der Stellenverteilung zwischen den beiden Volksgruppen zu erzielen. 2. Der Bevölkerung der oben erwähnten Gebiete wird die Ausübung einer autonomen regionalen Gesetzgebungs- und Vollzugsgewalt gewährt werden. Der Rahmen für die Anwendung dieser Autonomiemaßnahmen wird in Beratung auch mit einheimischen deutschsprachigen Repräsentanten festgelegt werden. 3. In der Absicht, gutnachbarliche Beziehungen zwischen Österreich und Italien herzustellen, verpflichtet sich die italienische Regierung, in Beratung mit der österreichischen Regierung binnen einem Jahr nach Unterzeichnung dieses Vertrages: a) in einem Geist der Billigkeit und Weitherzigkeit die Frage der Staatsbürgerschaftsoptionen, die sich aus dem Hitler-Mussolini-Abkommen von 1939 ergeben, zu revidieren; b) zu einem Abkommen zur wechselseitigen Anerkennung der Gültigkeit gewisser akademischer Grade und Universitätsdiplome zu gelangen; c) ein Abkommen für den freien Personen- und Güterdurchgangsverkehr zwischen Nord- und Osttirol auf dem Schienenwege und in möglichst weitgehendem Umfange auch auf dem Straßenwege auszuarbeiten; d) besondere Vereinbarungen zur Erleichterung eines erweiterten Grenzverkehrs und eines örtlichen Austausches gewisser Mengen charakteristischer Erzeugnisse und Güter zwischen Österreich und Italien zu schließen. Siehe auch: Silvius Magnago Kategorie:SüdtirolKategorie:Österreichische Geschichte

5. September

Der 5. September ist der 248. Tag des Gregorianischen Kalenders (der 249. in Schaltjahren) - somit bleiben noch 117 Tage bis zum Jahresende.

Ereignisse


- 1698 - Um seinem Volk asiatische Bräuche abzugewöhnen, führt der russische Zar Peter der Große eine Steuer auf Bärte ein.
- 1774 - Der erste Kontinentalkongress beginnt in Philadelphia, Pennsylvania. Die englischen Kolonien sprechen sich für die Einstellung des England-Handels aus.
- 1774 - Der englische Weltumsegler James Cook entdeckt auf seiner zweiten Reise eine im Pazifik 1500 km östlich von Australien gelegene Inselgruppe. Er nennt sie nach dem lateinischen Namen für Schottland (Caledonia) Neukaledonien.
- 1793 - Die französische Nationalversammlung beschließt die Terrorherrschaft, der in den kommenden acht Monaten 35.000 bis 40.000 Menschen zum Opfer fallen werden.
- 1869 - Der Grundstein für das Schloss Neuschwanstein wird gelegt.
- 1905 - Die Unterzeichnung des Vertrags von Portsmouth beendet den Russisch-Japanischen Krieg, führt jedoch in Japan zu den Hibiya-Ausschreitungen.
- 1914 - Im 1. Weltkrieg beginnt die Schlacht an der Marne, in deren Verlauf 550.000 Soldaten sterben.
- 1928 - Der britische Bakteriologe Alexander Fleming entdeckt, dass der Schimmelpilz "Penicillin notatum" das Wachstum von Bakterien hemmt.
- 1929 - Der französische Ministerpräsident und Friedensnobelpreisträger Aristide Briand schlägt auf einer Versammlung des Völkerbundes die Bildung einer europäischen Zoll- und Handelsunion als Vereinigte Staaten von Europa vor. Die Idee wird kaum zur Kenntnis genommen.
- 1936 - Der Fotograf Robert Capa nimmt im Spanischen Bürgerkrieg sein berühmtes Bild vom Tod des republikanischen Soldaten Frederico Borell García ("[http://www.pbs.org/wnet/americanmasters/database/images/capa/capa_big_pic1.jpg Loyalistischer Soldat im Moment seines Todes]") auf.
- 1938 - Auf Befehl Hitlers werden die in der Wiener Schatzkammer gelagerten Reichskleinodien nach Nürnberg gebracht.
- 1939 - Japan und die Vereinigten Staaten erklären ihre Neutralität im europäischen Krieg.
- 1944 - Kriegserklärung der UdSSR an Bulgarien
- 1946 - Pariser Abkommen (auch Gruber-De Gasperi-Abkommen) zwischen Österreich und Italien
- 1960 - Staatskrise in der Demokratischen Republik Kongo: Präsident Kasavubu und Premier Lumumba erklären sich gegenseitig für abgesetzt.
- 1968 - In Tibet wird ein Revolutionskomitee gebildet. Damit haben alle Provinzen von China ein solches.
- 1972 - Olympia-Attentat: Palästinensische Terroristen überfallen im Olympischen Dorf das israelische Team.
- 1973 - Palästinensische Terroristen überfallen die Saudi-Arabische Botschaft in Paris.
- 1975 - Attentat auf US-Präsident Gerald Ford
- 1977 - Hanns-Martin Schleyer wird von einem RAF-Kommando entführt. Der „Deutsche Herbst“ beginnt.
- 1978 - Die erste Camp-David-Konferenz zwischen Anwar as-Sadat und Menachem Begin in den USA beginnt. Sie dauert bis 17. September.
- 1991 - UdSSR aufgelöst. Der Volksdeputiertenkongress beschließt die Bildung einer Übergangsregierung, die aus den Präsidenten der einzelnen Republiken besteht. Im Dezember wurde die Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS) gegründet.
- 1995 - Frankreich zündet auf dem Mururoa-Atoll eine Atombombe zu Versuchszwecken.
- 1999 - Wahldebakel für die SPD bei den Landtagswahlen in Brandenburg und im Saarland. Ottmar Schreiner tritt als Bundesgeschäftsführer zurück.
- 2002 - Anschlag auf den Hamid Karzai, den Präsidenten der Übergangsregierung von Afghanistan

Wirtschaft


- 1899 - Christine Hardt aus Dresden lässt sich den Büstenhalter patentieren.
- 1944 - Unterzeichnung des Zollunionsvertrages zur Gründung der Benelux-Wirtschaftsunion ( Inkrafttreten am 1. Januar 1948)

Wissenschaft und Technik


- 1869 - Der Meteorologe James Glaisher und sein Pilot Henry Coxwell steigen in einem Ballon mit offener Kabine bis auf 11.300 m auf.
- 1975 - In Bremerhaven wird das von Hans Scharoun entworfene Deutsche Schiffahrtsmuseum eröffnet.
- 1977 - Start der US-amerikanischen Raumsonde Voyager 1, welche am 5. März 1979 an Jupiter und am 12. November 1980 an Saturn vorbeifliegen wird.
- 1980 - Der Gotthard-Strassentunnel wird eröffnet.

Kultur


- 1958 - Die englische Ausgabe des Romans Doktor Schiwago von Boris Pasternak erscheint.
- 1980 - Uraufführung der Oper "Satyagraha" von Philip Glass an der Stadschouwburg an Rotterdam.
- 2001 - Start der Aufführung des Musikstücks "As slow as possible" von John Cage in Halberstadt mit einer Gesamtpieldauer von 639 Jahren

Religion

Katastrophen


- 2003 - Wirbelsturm "Fabian" überquert mit Windgeschwindigkeiten von 200 km/h die Inseln der Bermudas.
- 2005 - Tirol. Bei einem Seilbahnunglück im Gletscherskigebiet von Sölden kommen neun deutsche Touristen ums Leben, als ein Transporthubschrauber der auf dem Weg zur Bergstation war, einen Betonkübel verlor, der eine Gondel traf und mit in die Tiefe riss.

Sport


- Ereignisse aus dem Bereich der Formel 1 siehe dort.
- Einträge von Leichtathletik-Weltrekorden s. u. der jeweiligen Disziplin unter Leichtathletik.
- 1948 - Im Tennis Davis Cup besiegt die Mannschaft der USA die Mannschaft von Australien mit 5:0 Punkten
- 1970 - Im Training zum Großen Preis von Italien in Monza verunglückt der deutsche Formel-1-Fahrer Jochen Rindt tödlich. Im Oktober wird er zum Weltmeister erklärt, da er die Gesamtwertung uneinholbar anführte.
- 2001 - Otto Rehhagels Debüt als griechischer Nationaltrainer missglückt beim WM-Qualifikationsspiel in Finnland mit einem 1:5 gegen die Nordeuropäer

Geboren

Otto Rehhagels Otto Rehhagels
- 1187 - Ludwig VIII. ("der Löwe"), König von Frankreich
- 1500 - Maria, Regentin der Herrlichkeit Jever
- 1568 - Tommaso Campanella, italienischer Philosoph
- 1638 - Ludwig XIV. (der "Sonnenkönig"), französischer König
- 1733 - Christoph Martin Wieland, deutscher Dichter
- 1735 - Johann Christian Bach, deutscher Komponist
- 1764 - Henriette Herz, jüdische Schriftstellerin
- 1767 - August Wilhelm Schlegel, deutscher Dichter
- 1771 - Erzherzog Karl, Feldherr und Mitglied des Hauses Habsburg-Lothringen
- 1774 - Caspar David Friedrich, deutscher Maler und Grafiker
- 1779 - Franz von Sonnenberg, deutscher Dichter
- 1791 - Giacomo Meyerbeer, deutscher Komponist und Dirigent
- 1792 - Andrés de Santa Cruz, Staatspräsident von Peru
- 1823 - Willibald Beyschlag, deutscher evangelisch-lutherischer Theologe und Universitätsprofessor
- 1847 - Jesse James, US-amerikanischer Bandit
- 1867 - Amy Marcy Beach, USA, Schauspielerin, gest. 1944
- 1872 - Carl Friedrich von Siemens, deutscher Industrieller
- 1878 - Robert von Lieben, österreichischer Physiker
- 1883 - Mel Sheppard, US-amerikanischer Leichtathlet und Olympiasieger
- 1885 - Useir Gadschibekow, aserbaischanischer Komponist
- 1888 - Sarvepalli Radhakrishnan, indischer Philosoph, Politiker, Staatspräsident
- 1890 - Johann Josef Demmel, deutscher Bischof († 1971)
- 1896 - Heimito von Doderer, österreichischer Erzähler
- 1902 - Hans G. Bentz, deutscher Schriftsteller
- 1902 - Fritz-Dietlof von der Schulenburg, deutscher Jurist und Widerstandskämpfer
- 1902 - Darryl F. Zanuck, US-amerikanischer Filmproduzent
- 1905 - Arthur Koestler, ungarischer Schriftsteller
- 1905 - Willy Schneider, deutscher Sänger
- 1907 - Wolfram Dörinkel, deutscher Politiker, FDP-MdB 1961-1965
- 1907 - Sunnyland Slim, US-amerikanischer Sänger und Songschreiber
- 1912 - John Cage, US-amerikanischer Komponist
- 1912 - Kristina Söderbaum, schwedische Schauspielerin
- 1917 - Jean Bertin, französischer Ingenieur und Aeronautiker
- 1921 - Karl Decker, österreichischer Fussballspieler und -trainer
- 1922 - Gisela Trowe, deutsche Schauspielerin
- 1927 - Dionys Jobst, CSU-MdB 1969-1998
- 1928 - Albert Mangelsdorff, deutscher Musiker(† 2005)
- 1929 - Andrijan Grigorjewitsch Nikolajew, sowjetischer Kosmonaut
- 1931 - Walt Ford, US-amerikanischer Sänger
- 1933 - Francisco Javier Errázuriz Ossa, Erzbischof von Santiago de Chile und Kardinal
- 1935 - Dieter Hallervorden, deutscher Kabarettist und Komiker
- 1935 - Alfred Schmidt, deutscher Fußballspieler und Trainer
- 1939 - George Lazenby, australischer Dressman und Schauspieler
- 1939 - Clay Regazzoni, schweizerischer Formel-1-Rennfahrer
- 1939 - John Stewart, US-amerikanischer Musiker, Sänger und Songschreiber
- 1939 - Susumu Tonegawa, japanischer Biologe (Medizinnobelpreis 1987)
- 1940 - Raquel Welch, US-amerikanische Schauspielerin
- 1942 - Werner Herzog, deutscher Filmregisseur
- 1943 - Christine Merthan, österreichische Schauspielerin
- 1945 - Al Stewart, britischer Musiker, Sänger und Songschreiber
- 1945 - Gérard d'Aboville, französischer Ruderer, überquerte als erster Mensch alleine im Ruderboot den Atlantik und den Pazifik
- 1946 - Dean Ford, britischer Musiker und Sänger
- 1946 - Freddie Mercury, britischer Sänger (Queen)
- 1946 - Buddy Miles, US-amerikanischer Musiker
- 1946 - Loudon Wainwright III, US-amerikanischer Musiker, Sänger und Songschreiber
- 1948 - Benita Ferrero-Waldner, österreichische Politikerin
- 1949 - Dave Clempson, britischer Musiker
- 1949 - Wolfgang Schuster, Stuttgarter Oberbürgermeister
- 1951 - Paul Breitner, deutscher Fußballspieler
- 1951 - Michael Keaton, US-amerikanischer Schauspieler
- 1958 - Sal Solo, britischer Musiker und Sänger
- 1959 - Waldemar Pawlak, polnischer Politiker
- 1959 - Frank Schirrmacher, deutscher Publizist und Autor
- 1962 - Peter Wingfield, britischer Schauspieler
- 1967 - Matthias Sammer, deutscher Fußballspieler und -trainer
- 1967 - Rein van Duijnhoven, niederländischer Torwart beim VfL Bochum
- 1973 - Rose McGowan, US-amerikanische Schauspielerin
- 1976 - Carice van Houten, niederländische Schauspielerin

Gestorben

Carice van Houten
- 1165 - Nijo, 78. Kaiser von Japan (1158 - 1165)
- 1562 - Katharina Zell, Liederdichterin in Straßburg
- 1566 - Süleyman I., der Prächtige, der wohl berühmteste Sultan der Osmanen
- 1569 - Bernardo Tasso, italienischer Dichter
- 1569 - Pieter Bruegel der Ältere, niederländischer Maler
- 1693 - Odoardo II. Farnese, Sohn des Herzogs Ranuccio II. Farnese von Parma und Piacenza
- 1701 - Jakob II., König von England und als Jakob VII König von Schottland
- 1725 - Christian Wernicke, deutscher Epigrammatiker
- 1803 - Pierre-Ambroise-François Choderlos de Laclos, französischer Schriftsteller und Offizier
- 1813 - James Wyatt, englischer Baumeister
- 1836 - Ferdinand Raimund, österreichischer Dramatiker
- 1855 - Thomas Livingstone Mitchell, britischer Forscher
- 1857 - Auguste Comte, französischer Philosoph, Mathematiker, Soziologe
- 1858 - Moritz Saphir, österreichischer Schriftsteller
- 1859 - Friedrich Olivier, deutscher Maler
- 1867 - Santiago Derqui, Präsident von Argentinien
- 1876 - Manuel Blanco Encalada, chilenischer Politiker
- 1877 - Crazy Horse, Kriegshäuptling der Oglala-Lakota-Sioux-Indianer
- 1879 - Adolf Harless, deutscher protestantischer Theologe
- 1893 - Hermann Hunaeus, Architekt
- 1894 - Edward Inglefield, britischer Admiral und Polarforscher
- 1902 - Rudolf Virchow, deutscher Mediziner und Politiker
- 1906 - Ludwig Boltzmann, österreichischer Physiker
- 1906 - Pjotr Stolypin, russischer Politiker
- 1917 - Albin Köbis, deutscher Matrose
- 1929 - Paul Leni, deutscher Regisseur und Bühnenbildner
- 1934 - Joop ter Beek, niederländischer Fußballspieler
- 1940 - Paul Goesch, Maler, Architekt, NS-Opfer
- 1943 - Walter Graf von Brockdorff-Ahlefeldt, deutscher General im Zweiten Weltkrieg
- 1945 - Louis Weinert-Wilton, deutscher Schriftsteller
- 1945 - William von Simpson, deutscher Schriftsteller
- 1949 - Friedrich Hopfner, Geodät, Geophysiker und Planetenforscher
- 1956 - Walther Hensel, deutscher Volksliedforscher und Volksliedsammler
- 1969 - Hans-Joachim Rehse, Richter am Volksgerichtshof
- 1969 - Jan Bontjes van Beek, deutscher Bildhauer und Keramiker
- 1969 - Josh White, US-amerikanischer Musiker
- 1970 - Jochen Rindt, österreichischer Rennfahrer
- 1971 - Hans Domizlaff, deutscher Künstler
- 1973 - Hans Demmelmeier, deutscher Politiker und MdB
- 1979 - Alberto di Joric, Kardinal der römisch-katholischen Kirche
- 1982 - Douglas Bader, britischer Kampfflieger
- 1987 - Wolfgang Fortner, deutscher Komponist
- 1988 - Gert Fröbe, deutscher Schauspieler
- 1989 - Wenzel Lüdecke, deutscher Filmproduzent
- 1990 - Beppo Brem, deutscher Schauspieler
- 1992 - HP Zimmer, deutscher Maler und Bildhauer
- 1994 - Rudolf Raftl, deutscher und österreichischer Fußballspieler
- 1997 - Agnes Gonxha Bojaxhio, Gründerin einer Hilforganisation
- 1997 - Georg Solti, ungarischer Dirigent
- 1997 - Mutter Teresa, Gründerin des Ordens »Missionarinnen der Nächstenliebe« (Friedensnobelpreis 1979)
- 2003 - Charles Hubert Sisson, britischer Schriftsteller
- 2005 - Heinz Melkus, deutscher Rennfahrer und Konstrukteur

Feier- und Gedenktage


- Namenstage: Roswitha, Albert, Bertin, Gerald, Maria Theresia, Hermine, David, Laurenz

Siehe auch


- 4. September - 6. September
- 5. August - 5. Oktober
- Historische Jahrestage - Zeitskala
- Wikipedia:Glaskugel - Wikipedia:Formatvorlage Tag 0905 ja:9月5日 ko:9월 5일 ms:5 September simple:September 5 th:5 กันยายน

Paris

Paris (dt. [], frz. []) ist die Hauptstadt Frankreichs und der Region Île-de-France. Der Fluss Seine teilt die Stadt in einen nördlichen Teil (rive droite „rechtes Seineufer“) und einen südlichen Teil (rive gauche „linkes Seineufer“). Paris hat im separat verwalteten Stadtgebiet offiziell 2.138.551 Einwohner, in der Agglomeration leben 11.564.680 Menschen (Stand jeweils 1. Januar 2005). Die außerhalb der Ringautobahn (französisch boulevard périphérique, umschließt die 20 arrondissements) liegenden Ortschaften der Banlieue sind selbständig verwaltet und zählen dadurch nicht zur Stadt Paris im verwaltungsrechtlichen Sinne. Paris ist eine der bedeutendsten Weltstädte und das überragende politische, wirtschaftliche sowie kulturelle Zentrum eines zentralistisch organisierten Landes und sein größter Verkehrsknotenpunkt (unter anderem mit drei Flughäfen und sechs Kopfbahnhöfen). Paris ist auch UN-Stadt (UNESCO).

Geografie

Geografische Lage

UNESCO UNESCO] Die Stadt liegt im Zentrum des Pariser Beckens durchschnittlich 65 Meter über dem Meeresspiegel. Sie ist umgeben von großen Wäldern, die der Bevölkerung als Naherholungsgebiete dienen. Das Stadtgebiet hat eine Fläche von 105,4 Quadratkilometern. Die höchste natürliche Erhebung innerhalb der Stadtgrenzen ist der Hügel Butte Montmartre mit einer Höhe von 129 Metern.

Stadtgliederung

Im Jahre 1790 wurde Paris Verwaltungssitz des Départements Seine (75). Seit der Neugliederung der Départements der Île-de-France im Jahre 1968 ist Paris gleichzeitig Stadt und Département. Die Stadt ist in 20 nummerierte Gebiete aufgeteilt, die Arrondissements genannt werden und die Postleitzahlen 75001 bis 75020 tragen. Jedes Arrondissement besteht aus vier Quartiers. Die Arrondissements von Paris sind: Louvre, Bourse, Temple, l'Hôtel de Ville, Panthéon, Luxembourg, Palais Bourbon, l'Élysée, l'Opéra, l'Entrepôt, Popincourt, Reuilly, Gobelins, l'Observatoire, Vaugirard, Passy, Batignolles-Monceaux, Butte-Montmartre, Buttes-Chaumont und Ménilmontant.

Klima

Paris befindet sich in der gemäßigten Klimazone. Die Jahresmitteltemperatur beträgt 10,6 Grad Celsius und die durchschnittliche Jahresniederschlagsmenge 639 Millimeter. Der wärmste Monat ist der Juli mit 18,4 Grad Celsius im Mittel, der kälteste der Januar mit durchschnittlich 3,4 Grad Celsius. Der meiste Niederschlag fällt im Monat Juni mit 65 Millimeter im Mittel, der wenigste im Februar und April mit jeweils durchschnittlich 45 Millimeter.

Geschichte

April]] Die Stadt entwickelte sich seit Mitte des 3. Jahrhunderts v. Chr. aus der keltischen Siedlung Lutuhezi des Stammes der Parisier auf der Seine-Insel, die heute Île de la Cité heißt. Der erste Bestandteil des Namens stammt von der keltischen Wurzel luta „Sumpf“, so dass der gesamte keltisch-römische Name Lutetia Parisiorum, also „Sumpfebene der Parisier“ bedeutet. Der Hinweis auf den Sumpf ging im Laufe der Zeit verloren. Nach der Eroberung der Siedlung durch die Römer im Jahr 52 v. Chr. brannten die Parisii ihr Inselfort nieder und überließen es den Römern. Diese bauten die Stadt als Lutetia wieder auf und dehnten die nunmehr befestigte Stadt auf das linke Seineufer aus. Dort entstanden Thermen, ein Forum und ein Amphitheater. Die Stadt wurde im römischen Reich als Civitas Parisiorum oder Parisia bekannt, blieb aber im besetzten Gallien zunächst recht unbedeutend. 52 v. Chr. Im 5. Jahrhundert wurde die römische Herrschaft durch die Merowinger beendet. Im Jahre 508 ist Paris Hauptstadt des Merowingerreiches unter Chlodwig I. (466-511) geworden. Danach wurde sie unter einem seiner Söhne zu einem fränkischen Teilkönigreich Paris. Während der Karolingerherrschaft überfielen die Normannen wiederholt die Stadt. Die Kapetinger machten Paris zur Hauptstadt Frankreichs. Philipp II. Augustus (1165-1223) ließ die Stadt befestigen. 1190 wurden eine Mauer am rechten Ufer der Seine und im Jahre 1210 ein Wall am linken Ufer errichtet. Zu jener Zeit gab es am rechten Seineufer zahlreiche Händler. Auf Veranlassung Philipp II. entstand am westlichen Stadtrand der Louvre. 1181 ist die erste überdachte Markthalle eröffnet worden und 1301 ist auf der Île de la Cité ein Königspalast gebaut worden. Die Sorbonne im Süden von Paris hat sich aus mehreren kleinen Schulen entwickelt. Karl V. (1338-1380) ließ am linken Seineufer die Mauer zum Schutz der Stadt vor den Engländern erneuern. 1370 ist auf seine Veranlassung am rechten Ufer, wo heute die grands boulevards verlaufen, ebenfalls eine Mauer errichtet worden. Während des Hundertjährigen Krieges war Paris von 1420 bis 1436 von englischen Streitkräften besetzt. 1436] Während der Hugenottenkriege zwischen 1562 und 1598 blieb die Stadt in katholischem Besitz. In der Bartholomäusnacht am 24. August 1572 sind in Paris Tausende von Hugenotten ermordet worden. Auf Veranlassung Ludwig XIV. (1638-1715) sind Straßenbeleuchtungen angebracht, die Wasserversorgung modernisiert und die Krankenhäuser Invalides und Salpêtrière erbaut worden. Er ließ die Stadtmauern von Paris abtragen und an deren Stelle die „Großen Boulevards“ errichten. Die Residenz des Königs wurde nach Versailles verlegt. Dennoch blieb Paris das politische Zentrum Frankreichs, was auf seine hohe Bevölkerungszahl und seine führende wirtschaftliche Rolle im Land zurückzuführen war. Als im Jahre 1789 die Französische Revolution ausbrach, war es die Bevölkerung von Paris, die den Weg zur Abschaffung der Monarchie und zur Einführung der ersten französischen Republik ebnete. 1844 ist zu Verteidigungszwecken an Stelle des heutigen Boulevard Périphérique eine neue Stadtbefestigung errichtet worden. Diese hatte eine Länge von 39 Kilometern und ist mit ihren 94 Bastionen und 16 Forts die größte Befestigungsanlage der Welt gewesen. Paris war in den Jahren 1855, 1867, 1878, 1889, 1900 und 1937 Veranstaltungsort von sechs Weltausstellungen, welche die kulturelle und politische Bedeutung der Stadt unterstrichen. Nach dem Niedergang des 2. Kaiserreiches und der Einnahme der Stadt durch deutsche Truppen erhob sich 1871 die so genannte Pariser Kommune, die sich aus Arbeitern, Handwerkern und Kleinbürgern zusammensetzte, gegen die konservative provisorische Regierung der Republik. Paris erlebte zwischen 1871 und 1914 eine Blütezeit in der belle époque. Am Gare de Lyon, der Pont Alexandre III. und den U-Bahnstationen ist der Stil dieser Zeit beispielhaft zu erkennen. 1921 hatte Paris mit knapp drei Millionen die höchste Einwohnerzahl seiner Geschichte erreicht. Der städtische Wohnungsbau konnte mit der Nachfrage nicht mehr Schritt halten. Während des 2. Weltkrieges war die Stadt zwischen 1940 und 1945 von der deutschen Wehrmacht besetzt. 1968 kam es in der Stadt zu Studentenrevolten und Massenstreiks. Im Verlauf des 20. Jahrhunderts entwickelte sich Paris zu einer multikulturellen, kosmopolitischen Stadt. Kamen anfangs noch Italiener, so gibt es mittlerweile eine kulturelle Vielfalt, die in einigen Gegenden die Quartiers dominiert. Sehr bekannt sind vor allem das ostasiatisch-chinesisch geprägte 13. Arrondissement und das afrikanisch-maghrebinisch geprägte 18. Arrondissement. Darüber hinaus gibt es auch jüdisch, japanisch und tamilisch dominierte Viertel. 2005 kommt es zu großen Ausschreitungen von Randalierern in den Vorstädten von Paris, die sich zu einem Flächenbrand über ganz Frankreich ausweiteten.

Einwohnerentwicklung

Die folgende Übersicht zeigt die Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Bis 1784 handelt es sich um Schätzungen, von 1790 bis 1999 um Volkszählungsergebnisse und 2005 um eine Berechnung. Ausschreitungen

Politik

Städtepartnerschaften

Paris unterhält mit folgenden Städten Partnerschaften. In Klammern das Jahr der Etablierung.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Siehe auch: Sehenswürdigkeiten in Paris

Theater

Sehenswürdigkeiten in Paris Die wichtigsten Musical- und Theaterensembles des Landes haben ihren Sitz in Paris. Die Comédie-Française oder Théâtre français ist ein Nationaltheater mit vorwiegend klasssischem Repertoire in der Tradition von Molière. Es entstand 1680; berühmte Schauspieler waren unter anderem Sarah Bernhardt und Jean-Louis Barrault. Weitere Theater sind das Moulin Rouge, das Théâtre des Bouffes-Parisiens, das Théâtre des Champs-Elysées und das Théâtre Feydeau.

Museen

Die Vielzahl bedeutender Museen in Paris ist einzigartig. Der 1793 eröffnete Louvre mit über 30000 Exponaten von der Antike bis zum Ende des 19. Jhds zählt zu größten und wichtigsten Museen der Welt. In einem ehemaligen Bahnhof am linken Seineufer befindet sich seit 1986 das Musée d'Orsay, welches gemalte und plastische Werke von Mitte des 19. Jahrhunderts bis zum ersten Weltkrieg beherbergt. Das 1977 eröffnete Centre National d’Art et de Culture Georges-Pompidou (Centre Pompidou) ist eine der touristischen Hauptattraktionen der Stadt. Im Jahre 1985 ist das Picasso-Museum, das die weltweit größte Sammlung von Werken des Künstlers beherbergt, eröffnet worden. Es ist im Hôtel Salé untergebracht. Anfang des Jahres 1997 öffnete das Musée de la Musique seine Tore für die interessierte Öffentlichkeit.

Bauwerke


- Straßen und Plätze Die Avenue des Champs-Élysées ist die wahrscheinlich berühmteste Straße der Welt. Der 71 Meter breite Boulevard bildet das Rückgrat einer einzigartigen südöstlich-nordwestlichen Sichtachse, die beim Louvre und den Tuilerien beginnt, der Place de la Concorde und den Arc de Triomphe umfasst und bis zur Grande Arche im neuen westlichen Stadtteil La Défense reicht. Der Place de la Concorde ist der größte und letzte der Königsplätze von Paris. Ab 1755 errichtet, war während der Revolutionszeit auf dem in Place de la Révolution umbenannten Platz die Guillotine aufgestellt. Seit 1836 wird der Platz vom Obelisk von Luxor dominiert. Neben dem 23 Meter hohen Obelisken befinden sich zwei aufwändig gestaltete Brunnen. Der Place des Vosges ist ein unter Heinrich IV. angelegter quadratischer Platz im Distrikt Marais. Der Platz bietet heute ein einzigartig geschlossenes Ensemble von Bauten des frühen 17. Jahrhunderts. Das Ensemble der Place Vendôme wurde für den „Sonnenkönig“ Ludwig XIV. zwischen 1690 und 1720 erbaut. Der von einem geschlossen erhalten gebliebenen, harmonisch angeordneten Palais umfasste Platz wird heute von einer 44 Meter hohen Triumphsäule dominiert, die Napoléon Bonaparte 1806 errichten ließ. Der Pont Neuf (Neue Brücke) ist die älteste noch erhaltene Brücke über die Seine. Auf dem Place Igor Strawinsky neben dem Centre Pompidou sieht man den bekannten Strawinsky-Brunnen von Jean Tinguely und Niki de Saint Phalle.
- Weltliche Bauwerke Niki de Saint Phalle]] Das Wahrzeichen der Stadt ist der Eiffelturm, eine Stahlkonstruktion aus dem Jahre 1889, die für die Weltausstellung eigentlich nur temporär errichtet werden sollte. Der Triumphbogen wurde von 1806 (unter Napoléon) bis 1836 (unter Louis-Philippe) errichtet. Als Inspiration diente der allerdings deutlich kleinere Titusbogen in Rom. Das Hôtel de Ville ist das Ende des 19. Jahrhunderts errichtete neoklassizistische Rathaus von Paris. Paris hat eine Reihe kunstgeschichtlich bedeutender Adelspaläste, ehemalige Stadtresidenzen bedeutender Adliger, Prälaten und Ministerialen. Erhalten sind zahlreiche Bauwerke aus dem späten 15. bis 18. Jahrhundert, insbesondere in den Distrikten Marais und St-Germain-des-Près. Das Panthéon, errichtet von 1764 bis 1790, wechselte mehrmals seine Bestimmung: Als Kirche konstruiert, wurde der Kuppelbau nach der französischen Revolution 1789 zur nationalen Ruhmeshalle erklärt. Nach mehreren Umwidmungen im 19. Jahrhundert ist sie seit 1885 erneut Ruhmeshalle Frankreichs. Entsprechend illuster ist die Liste hier beigesetzten Personen: Voltaire, Victor Hugo, Émile Zola, Jean-Jacques Rousseau, Marie Curie. 1849 gelang dem Physiker Foucault mit dem nach ihm benannten Pendel hier der empirische Nachweis der Erdrotation. Das Pendel befindet sich heute in der Kapelle des Musée des arts et métiers. Im ausgehenden 19.Jahrhundert entstand auch der so typische Pariser Haussmann-Stil. Die Sorbonne ist die älteste Universität nördlich der Alpen. Sie wurde im 13. Jahrhundert im Quartier Latin gegründet. An der Universität studierten und lehrten einige der bedeutendsten Philosophen des Mittelalters. Der heutige Bau der Sorbonne wurde 1885 bis 1901 errichtet. Im seit Ende der 1950er Jahre im Westen von Paris entstandenen Büro- und Geschäftsviertel La Défense, in dem Wolkenkratzer dominieren, befindet sich als westliche Fortführung der berühmten Pariser Achse die so genannte Grande Arche. Der gigantische, 110 Meter hohe Kubus des dänischen Architekten Johann Otto von Spreckelsen wurde 1989 eingeweiht. Der Elysée-Palast ist der Amtssitz des französischen Präsidenten. Das [http://fr.wikipedia.org/wiki/Grand_Palais| Grand Palais] war Ausstellungshalle zur Weltausstellung vergleichbar mit dem Londoner Spiegelpalast. Im Unterschied dazu - er steht noch.
- Kirchen Elysée-Palast] Die ehemalige Abteikirche Saint-Denis nördlich von Paris war seit dem 8. Jahrhundert Grablege fast aller französischen Könige. Der 1147 begonnene Neubau der Klosterkirche markierte überdies den Beginn der Gotik. Die Kathedrale Notre-Dame de Paris gilt allgemein als der Inbegriff frühgotischer Baukunst. Sie wurde als Bischofskirche im 12. und 13. Jahrhundert auf der Île de la Cité erbaut und erreicht eine Höhe von 69 Metern. Die gotische Kirche Sainte-Chapelle, in einer kurzen Zeitspanne in den 1240er Jahren entstanden, liegt gegenüber von Notre-Dame auf der Île de la Cité. Sie diente dem König als Aufbewahrungsort für religiöse Reliquien. Der Invalidendom wurde im 17. und 18. Jahrhundert errichtet. Die prächtige Kuppelkirche dient als Grabstätte bedeutender französischer Feldherren, darunter Napoléon, der 1840 hierher überführt wurde. Die zwischen 1876 und 1914 im Zuckerbäckerstil errichtete Kuppelkirche Sacré-Cœur befindet sich weithin sichtbar auf dem Hügel Montmartre. Im Quartier Latin befinden sich St. Séverin-et-St-Nicolas, St. Julien-le-Pauvre und St. Etienne-du-Mont, im Marais Temple des Filles de la Visitation Sainte-Marie, St. Paul-et-St-Louis und St-Gervais-et-St-Protais sowie im Stadtteil St-Germain-des-Prés die Kirchen St. Germain-des-Prés und St. Sulpice. Weitere bedeutende Kirchen in Paris sind St. Nicolas-des-Champs, St. Martin-des-Champs, St. Eustache, St. Germain-l'Auxerrois, St. Roch, Ste-Marie-Madeleine, Chapelle Expiatoire, St. Augustin und Ste-Trinité.
- Friedhöfe Zu den bekanntesten religiösen Bauwerken zählen in Paris auch die neuen Friedhöfe, die zu Beginn des 19. Jahrhunderts die alten ersetzten. Außerhalb der damaligen Grenzen der Hauptstadt wurden der Cimetière de Montmartre im Norden, der Cimetière du Père Lachaise im Osten, der Cimetière du Montparnasse im Süden, sowie im Zentrum der Stadt der Cimetière de Passy angelegt. Die Bekanntheit dieser Friedhöfe beruht im Wesentlichen darauf, dass hier eine große Anzahl von berühmten Persönlichkeiten beerdigt sind.
- Hotels Paris ist bekannt für seine vornehmen und eleganten Hotels, die hauptsächlich um die „Tuilerien“ und die „Place Vendôme“ angesiedelt sind. Hier findet man beispielsweise das berühmte „Hotel Ritz“, das „George V“ oder aber das „Hotel Intercontinental“ mit seinem repräsentativen Patio. Natürlich findet man aber Hotels und Unterkünfte in fast allen Preisklassen. Besonders reizvoll sind die kleinen Stadthotels mit dem berühmten Pariser Charme, auf die man oft ganz unverhofft trifft. Für all diejenigen, die für mehr als drei Monate nach Paris kommen, bietet sich die Anmietung eines „möblierten Appartements“ an.

Parks

Einer der bekanntesten städtischen Parks ist der Jardin du Luxembourg im VI. Arrondissement von Paris, im Quartier Latin. Er wurde im Jahre 1612 angelegt und beherbergt das Palais du Luxembourg, den Sitz des Senats, der zweiten Kammer der französischen Parlaments. Der Garten umfasst streng geometrisch angelegte Partien, aber auch freier gestaltete Zonen. Weitere bedeutende Parks in Paris sind die Tuilerien, Bois de Boulogne, Bois de Vincennes, Jardin des Plantes, Parc des Buttes-Chaumont, Parc Montsouris, Parc de la Villette und Parc André Citroën.

Wirtschaft und Infrastruktur

Wirtschaft

Parc André Citroën Paris ist das bedeutendste Wirtschaftszentrum Frankreichs. In der Metropolregion Paris hat sich etwa ein Viertel der Produktionsbetriebe des Landes niedergelassen. Durch den riesigen Absatzmarkt, den die Stadt bietet, übt sie seit jeher große Anziehungskraft auf Hersteller von Konsumgütern aus. Paris ist bekannt für die Produktion von Luxusgütern (Haute Couture und Schmuck). Zu den wichtigsten Erzeugnissen der Stadt zählen chemische Produkte, Elektrogeräte, Kraftfahrzeuge und Maschinen. Fast alle großen Dienstleistungsunternehmen Frankreichs, insbesondere Banken und Firmen des Finanzwesens, haben ihren Sitz in Paris. Seit den 1990er Jahren werden vermehrt Anstrengungen unternommen, multinationale Konzerne anzusiedeln. Die Stadt ist heute eine der wichtigsten Handelsmetropolen in Europa. Ein nicht zu unterschätzender Vorteil ist die Lage der Stadt inmitten einer der fruchtbarsten Agrarlandschaften in Europa. Die Landwirtschaft war deshalb schon in den früheren Jahrhunderten die bedeutendste Wirtschaftsgrundlage der Region und sicherte die Nahrungsmittelversorgung der Bevölkerung in der Stadt.

Verkehr


- Nahverkehr Der Verkehr in Paris wird überwiegend über die U-Bahn (Métro) abgewickelt. Sie wird täglich von rund fünf Millionen Menschen genutzt und besteht aus 14 Linien mit einer Gesamtlänge von mehr als 200 Kilometern. An das Métro-Netz angeschlossen sind die Schnellbahnen (RER, Réseau Express Régional), die Paris mit den Vororten verbinden. Am 21. November 1853 fuhren in Paris die ersten Pferdestraßenbahnen, es waren die ersten in Europa. Mit der Elektrifizierung des Straßenbahnnetzes begann man am 6. November 1881. Der Betrieb wurde am 14. August 1938 eingestellt. Nach 54 Jahren Unterbrechung verkehrt seit dem 6. Juli 1992 wieder eine Straßenbahn durch die Vororte. Heute befahren zwei Linien ein 23 Kilometer langes Streckennetz, eine dritte nach Paris ist in Planung. Trolleybusse fuhren zum ersten Mal während der Weltausstellung in Paris zwischen dem 15. April 1900 und dem 12. November 1900, ein weiteres Mal zwischen 1912 und 1914 sowie nach einer Unterbrechung durch den 1. Weltkrieg vom 7. April 1925 bis 8. Juli 1935. Nach einer siebeneinhalbjährigen Pause wurde der Betrieb noch während des 2. Weltkrieges am 18. Januar 1943 wieder aufgenommen und am 1. April 1966 dann endgültig eingestellt.
- Fernverkehr 1966 Paris besitzt den zweitgrößten Binnenhafen in Europa und ist Knotenpunkt des Eisenbahn- und Straßenverkehrsnetzes in Frankreich. Am Stadtrand befinden sich drei internationale Flughäfen. 48,3 Millionen Passagiere sind im Jahre 2003 auf dem Flughafen Charles de Gaulle abgefertigt worden – dies war die dritthöchste Zahl aller Flughäfen in Europa. Mit 23,1 Millionen Passagieren nimmt Orly den neunten Platz ein. Der dritte Flughafen ist Paris-Beauvais. Wichtigste Eisenbahnverbindungen sind die Fernstrecken zu den Großstädten Frankreichs wie Marseille, Lyon, Bordeaux, Toulouse, Straßburg und Rennes, die zum Teil mit TGV-Zügen befahren werden. Außerdem gelten die Strecken des Eurostar nach London und des Thalys nach Köln und Amsterdam über Brüssel als bedeutende europäische Verbindungen. Die wichtigsten Personenbahnhöfe sind Gare d'Austerlitz, Gare de l'Est, Gare de Lyon, Gare Montparnasse, Gare du Nord und Gare Saint-Lazare. Dem Eisenbahngüterverkehr dienen die Rangierbahnhöfe Villeneuve-Saint-Georges, Le Bourget und Achères in den gleichnamigen politisch selbständigen Vororten, die durch die Große Ringbahn (Grande Ceinture) untereinander verbunden sind.

Medien

Die meisten französischen Fernseh- und Radiosender haben ihren Sitz in Paris. Die Stadt ist Erscheinungsort international bedeutender Tageszeitungen („Le Figaro“, „Le Monde“, „Libération“) und bedeutendstes internationales Zentrum des Verlagswesens.

Bildung

Die Gegensätze zwischen Paris und dem Rest des Landes werden besonders im Bereich Bildung deutlich. Denn die angesehensten Bildungsstätten Frankreichs befinden sich überwiegend in Paris. Die 1257 gegründete Sorbonne ist die älteste Universität in Frankreich. Im Jahre 1968 wurde die Universität von Paris durch eine umfassende Reform in 13 unabhängige Teile aufgegliedert. Fünf von ihnen liegen außerhalb der Stadt. Weitere höhere Bildungseinrichtungen sind das im Jahre 1530 eröffnete Collège de France, die École Polytechnique (eröffnet 1794), das Institut Catholique (eröffnet 1875) und die École du Louvre (eröffnet 1882). Auch die Elithochschule ENA ist in Paris vertreten. Ludwig XI. legte den Grundstock für die größte öffentliche Bibliothek, die Bibliothèque Nationale, mit einem Bestand von mehr als zehn Millionen Bänden. Ende 1996 wude das neue Gebäude für die Nationalbibliothek von Präsident Jacques Chirac eingeweiht. Die berühmte Académie française ist 1635 gegründet worden. Seit dem Jahre 1803 gehört sie dem Institut de France an.

Persönlichkeiten

Paris war Geburts- und/oder Sterbeort zahlreicher bekannter Persönlichkeiten. Dazu gehören unter anderem der Schriftsteller Honoré de Balzac, der Komponist Georges Bizet, der Maler François Boucher, der Komponist Frédéric Chopin, der Metallbauingenieur Gustave Eiffel, der Architekt Charles Garnier, der deutsche Schriftsteller Heinrich Heine, der Schauspieler und Regisseur Mathieu Kassovitz, der US-amerikanische Sänger und Lyriker Jim Morrison (The Doors) sowie der irisch-englische Literat Oscar Wilde. Siehe auch: Liste der Persönlichkeiten der Stadt Paris

Galerie

Image:Tour_eiffel_at_sunrise_from_the_trocadero.jpg|Eiffelturm bei Sonnenaufgang Image:Palais garnier bs.jpg|Garnier-Oper Bild:Louvre paris.gif|Der Louvre Image:Place_de_la_Concorde_Luxor_obelisk_dsc00775.jpg|Obelisk aus dem Tempel von Luxor am Place de la Concorde = Weblinks =
- Portal: Paris.
- [http://www.paris.fr/ Offizielle Paris-Seite]
- [http://www.parisinfo.com/ Pariser Fremdenverkehrsamt]
- [http://deutsch.pidf.com/ Offizielle Paris Ile-de-France-Seite]
- [http://www.paris-tourist.com/ Online-Reiseführer für Paris]
- [http://www.comedie-francaise.fr/ Nationaltheater Comédie Francaise]
- [http://www.zoomify.com/ Zoombares Satellitenbild (Flash benötigt)]
- [http://around.at/paris/ Private Seite über Paris]
- [http://www.parisbalades.com/Deutsch/default.htm/ Paris balades - Paris für Fußgänger (im Aufbau)]
- [http://www.reisefuehrer.cc/index.php/category/paris/ Sehenswürdigkeiten in Paris] Kategorie:Ort in Île-de-France Kategorie:Französisches Département Kategorie:Hauptstadt in Europa als:Paris (Stadt) ja:パリ ko:파리 시 nb:Paris simple:Paris

Italien

Italien (italienisch Italia) ist ein Staat in Europa am Mittelmeer. Angrenzende Staaten sind Frankreich, Schweiz, Österreich, Slowenien, sowie die Enklaven San Marino und die Vatikanstadt (in Rom). Zu Italien gehören die Mittelmeer-Inseln Sizilien, Sardinien und Elba. Italien ist unter anderem bekannt für seine Küche, Mode- und Designerartikel, Bekleidungsindustrie, Architektur, Kunst, Musik und Touristenziele.

Geografie

Die Form des Landes erinnert an die eines Stiefels. Diese Halbinsel wird vom einem Gebirgszug, dem Appenin, in der Längsachse durchzogen. Im Norden gehört ein Teil der Alpen zu Italien. Entlang der Westküste Italiens ziehen sich von Norden in Richtung Süden u. a. die Italienische Riviera in Ligurien, die Etruskische Riviera in der Toskana sowie der Golf von Neapel in Kampanien. Die Ostküste wird von Triest im Norden bis zum Gargano im Norden Apuliens (nach anderen Darstellungen: bis zur Straße von Otranto) als die Italienische Adriaküste bezeichnet. Siehe auch Riviera. Die längsten Flüsse sind Po, Etsch, Arno und Tiber. Zu den größten italienischen Seen zählen der Gardasee, der Lago Maggiore und der Comer See in Oberitalien sowie der Lago di Bolsena und der Lago Trasimeno in Mittelitalien. Neben dem Vesuv auf dem italienischen Festland stehen auf italienischen Inseln gleich zwei weitere bekannte Vulkane: der Ätna und der Stromboli (und weitere kleinere um Sizilien herum). Neben der Hauptstadt Rom sind die bedeutendsten Städte Mailand, Neapel, Genua, Turin, Venedig, Bologna, Florenz, Bari, Catania und Palermo. Der höchster Berg Italiens ist der Mont Blanc de Courmayeur 4.748 m.

Bevölkerung

Italien hat eine Einwohnerzahl von 58.462.375 Einwohnern und rangiert in der Weltrangliste auf Platz 22, innerhalb der Europäischen Union liegt das Land auf dem 4. Rang hinter Deutschland, Frankreich und Großbritannien.

Stadt- und Landbevölkerung

Rund 67% der Einwohner Italiens, vornehmlich im Norden, leben in Städten. Vor allem von 1950 bis 1960 herrschte eine starke Abwanderung aus den unterentwickelten Landregionen in die Städte (Landflucht). Seit den 1980er Jahren hat sich dieser Trend zu Gunsten der Vororte und Kleinstädte umgekehrt.

Größte Städte

(Einwohner 31. Dezember 2004)

- Rom - 2.553.873
- Mailand - 1.299.439
- Neapel - 995.171
- Turin - 902.255
- Palermo - 675.277
- Genua - 605.084
- Bologna - 374.425
- Florenz - 368.059
- Bari - 328.458
- Catania - 305.773
- Venedig - 271.251
- Verona - 259.068
- Messina - 247.592
- Padua - 210.821
- Triest - 207.069
- Tarent - 201.349 (Stand 2001)
- Brescia - 192.164
- Reggio di Calabria - 183.041
- Prato - 180.674
- Modena - 180.110
- Parma - 174.471
- Cagliari - 161.465

- Perugia - 157.842
- Livorno - 155.986
- Reggio nell'Emilia - 155.191
- Foggia - 154.780
- Ravenna - 146.989
- Salerno - 135.818
- Rimini - 134.700
- Ferrara - 131.907
- Sassari - 124.929
- Siracusa - 123.332
- Pescara - 122.577
- Monza - 122.263
- Bergamo - 116.510
- Vicenza - 113.483
- Latina - 111.946
- Forli - 111.495
- Trient - 110.142
- Terni - 108.999
- Giugliano in Campania - 105.951
- Novara - 102.746
- Ancona - 101.797

Lebenserwartung

Italien ist nach Japan das Land mit der höchsten Lebenserwartung der Welt. Sie beträgt bei Männern 78 Jahre, bei Frauen rund 83. Rund 19 % der Italiener sind älter als 65 Jahre. Die Italiener führen somit in Europa vor den Griechen und den Schweden die Liste der "langlebigsten" Bevölkerung an. Als Grund wird häufig die italienische Küche, also die mediterrane Ernährung,angeführt.

Religiöse Zugehörigkeit

Mit 83,2 % Katholiken und 16,2 % Konfessionslosen ist Italien ein katholisch geprägtes Land. Nur 0,6 % der Einwohner gehören anderen Religionen an, darunter 231.226 Zeugen Jehovas und 35.000 Juden sowie Protestanten und Muslime. Die Katholische Kirche ist traditionell sehr stark in Italien, was sich in einer hohen Zahl an Priestern (25,823) und Kardinälen (38) wiederspiegelt [http://www.nationmaster.com/red/country/it/Religion&b_cite=1].

Sprachen

Neben der Amtssprache Italienisch gibt es noch die regionalen Amtssprachen Deutsch, Französisch, Ladinisch und Slowenisch. Darüber hinaus stehen weitere Minderheitensprachen unter besonderem Schutz (durch die Verfassung und ein präzisierendes Gesetz aus dem Jahr 1999): Albanisch, Katalanisch, Griechisch, Kroatisch, Franko-Provenzalisch, Furlanisch, Okzitanisch und Sardisch. Zum Teil streben die jeweiligen Gemeinschaften einen Ausbau ihrer Sprache zur Amtssprache an.

Geschichte

Hauptartikel: Geschichte Italiens Italien, vor allem Mittel- und Süditalien, ist schon seit der Antike ein wichtiges europäisches Kulturzentrum und war Zentrum des Römischen Reichs. Nach dem Einfall der Goten zersplitterte das Land in viele kleine Staaten und wurde so zu einem „politischen Spielball“ der umliegenden Großmächte. In der Risorgimento-Epoche, Mitte des 19. Jahrhunderts, wurde Italien unter Vorherrschaft des Königreichs Piemont-Sardinien, vor allem durch die Freiwilligenverbände unter Giuseppe Garibaldi, zum Königreich Italien vereinigt. Da Italien sich zu Beginn des ersten Weltkriegs aus dem Dreibund gelöst hatte und der Entente beigetreten war, konnte das Königreich auf der Seite der Siegermächte das österreichische Südtirol annektieren. Im Oktober 1922 übernahmen Benito Mussolini und seine Fascii genannten Gefolgsleute durch den Marsch auf Rom die Macht in Italien. Schritt für Schritt wandelte Mussolini das Königreich in einen totalitären Staat um und setzte sich, ähnlich wie später Hitler, selbst als "Duce" an die Spitze von Volk und Staat. Noch vor Beginn des Zweiten Weltkrieges überfiel Italien Abessinien, diese völkerrechtswidrige Besetzung war Teil von Mussolinis erklärtem Ziel, das alte (antike) Römische Reich wieder aufleben zu lassen. Durch verschiedene Abkommen band sich Mussolini an das Deutsche Reich und Adolf Hitler. Schließlich trat Italien auf der Seite der Achsenmächte, nach merklichem Zögerns des Duce, in den Zweiten Weltkrieg ein. Mit dem Rückzug der italienischen Truppen vor den anrückenden Alliierten und dem Sturz der faschistischen Regierung in Rom im Herbst 1943, wechselte Italien die Fronten und erklärte nunmehr seinem vormals Verbündeten den Krieg. Der folgende Einmarsch der deutschen Wehrmacht wurde mit dem Widerstand der Resistenza beantwortet. Als sich die deutschen Verbände im Juni 1944 bis zur „Gotenlinie“ im Apennin zurückzogen und italienische Partisanen ihre Überfälle auf deutsche Soldaten verstärkten, kam es zu Massakern an der Zivilbevölkerung und weiteren schweren Kriegsverbrechen durch die deutschen Besatzer. Am 28. April 1945 kapitulierten die Wehrmachtsverbände in Italien vor den Westalliierten . Durch den Frontwechsel blieb Italien nach Kriegsende von größeren Gebietsabtretungen verschont. (Umland von Triest an Jugoslawien bzw. Slowenien und Kroatien, Dodekanes an Griechenland, kleinere Grenzberichtigungen zugunsten von Frankreich). Die jüngste Geschichte Italiens zeichnet sich durch häufige Regierungswechsel und hohe Inflation aus. Italien ist Gründungsmitglied der Europäische Wirtschaftsgemeinschaft (Vorläufer der EU) und hat 2001 seine Währung „Lira” durch den Euro abgelöst.

Politik

Hauptartikel: Italienische Politik Italien ist seit 1946 eine parlamentarische Republik. Staatsoberhaupt ist der Staatspräsident, das Parlament besteht aus zwei Kammern (Abgeordnetenkammer und Senat), die alle fünf Jahre gewählt werden und absolut gleichberechtigt sind. Regierungschef ist der Ministerpräsident, seit 2001 Silvio Berlusconi. Zudem ist Italien Mitglied in mehreren überstaatlichen Organisationen. Mit dem 4. April 1949 erfolgte der Eintritt in die NATO. Seit dem 14. Dezember 1955 gehört Italien den Vereinten Nationen an. Zudem ist das Land als Gründungsmitglied der Europäischen Union am 1. Januar 1958 ein bedeutender Ansprechpartner in Europa. Siehe auch: Liste der italienischen Premierminister

Schulwesen und Bildung

Hauptartikel: Schulsystem in Italien Das Schulwesen Italiens ist - vor allem im Pflichtschulbereich - durch große Einheitlichkeit gekennzeichnet. Die wesentlichen Bestimmungen für Unterricht und Erziehung sind in Mailand nicht anders als in Palermo. Unterschiede gibt es lediglich im Bereich der beruflichen Bildung, die zum Kompetenzbereich der einzelnen Regionen gehört. Das Schulsystem gliedert sich in folgende drei Bereiche: Kindergarten (scuola dell' infanzia, 3-6), Pflichtschule (scuola elementare, 6-11; scuola media 11-14) , Oberstufe (Liceo: classico, scientifico, linguistico, artistico, economico, tecnologico, musicale, delle scienze umane; 14-19). Die früheren Fachoberschulen (istituti tecnici), die auch schon früher zur allgemeinen Hochschulreife führten, werden in Gymnasien umgewandelt. Italien hat in der Fremdsprachenausbildung in den letzten Jahren bedeutende Fortschritte gemacht: Englisch wird bereits in der Grundschule unterrichtet, eine zweite lebende Fremdsprache kommt in der Sekundarstufe I dazu. Die 5-jährigen Gymnasien sehen daneben i.d.R. Lateinunterricht vor, beim altsprachlichen Liceo Classico kommt noch Griechisch dazu. Die Schulpflicht ist 2004 von 9 Jahren (6-15) auf 12 Jahre (6-18) verlängert worden. Wer bereits nach der 12. Klasse das Gymnasium ohne Abitur (Diploma di Maturitá, 13. Klasse) verlässt, erhält automatisch eine Zugangsberechtigung zu einer Art Fachhochschule. Wer mit 14 nicht auf das Gymnasium gehen will, muss eine Ausbildung an einer regionalen Berufsfachschule machen (die u.U. mit einer Staatsprüfung und dem beruflichen Abitur abgeschlossen werden kann). Nach dem ersten Ausbildungsjahr kann alternativ eine betriebliche Ausbildung durchgeführt werden. Wer vor Vollendung des 18. Lebensjahres einen ersten berufsqualifizierenden Abschluss erreicht, wird von der zwölfjährigen Schul- und Ausbildungspflicht freigestellt.

Gesundheit und Gesundheitssystem

Das Gesundheitssystem in Italien ist wie in GB als nationaler Gesundheitsdienst stukturiert. Die Hausärzte erhalten eine Kopfpauschale für die Patienten, die in einer Liste registriert wurden. Negativ wird die lange Wartezeit auf stationäre Behandlung gesehen. Trotzdem hat die WHO in einem Ranking der Gesundheitssysteme Italien nach Frankreich auf den 2. Platz gestellt. Die statistisch etwas längere Lebenserwartung wird mit einer sog. mediterranen Kost erklärt. Diese enthält z.B. viel Fisch und Olivenöl. Leider ist auch in Italien Übergewichtigkeit auf dem Vormarsch.

Politische Gliederung

WHO Italien ist politisch in 20 Regionen (regioni) mit jeweils eigener Regierung gegliedert, die allerdings weniger Kompetenzen haben als etwa die deutschen Bundesländer oder gar die Schweizer Kantone. Diese Regionen sind in insgesamt 108 Provinzen (province) und diese in Gemeinden unterteilt. Fünf Regionen haben einen Sonderstatus (statuto speciale), das ihnen eine größere Autonomie gewährt; diese sind in der folgenden Liste mit einem Stern markiert.
- Abruzzen (Abruzzo)
- Aostatal (Valle d'Aosta)
-
- Apulien (Puglia)
- Basilikata (Basilicata)
- Emilia-Romagna
- Friaul-Julisch Venetien (Friuli-Venezia Giulia)
-
- Kalabrien (Calabria)
- Kampanien (Campania)
- Latium (Lazio)
- Ligurien (Liguria)
- Lombardei (Lombardia)
- Marken (Marche)
- Molise
- Piemont (Piemonte)
- Sardinien (Sardegna)
-
- Sizilien (Sicilia)
-
- Toskana (Toscana)
- Venetien (Veneto)
- Trentino-Südtirol (Trentino-Alto Adige)
-
- Umbrien (Umbria) Siehe: Liste der italienischen Regionen, Liste der italienischen Provinzen

Wirtschaft

Italien ist eine gelenkte Volkswirtschaft, die in den letzten Jahren zunehmend dereguliert und privatisiert wurde. Die italienische Wirtschaft ist die sechstgrößte der Welt (2003) und ist bezüglich ihres BIP mit der Frankreichs und Großbritanniens vergleichber. Italien besitzt, bis auf einige Erdgasvorkommen in der Poebene und in der Adria kaum natürliche Ressourcen wie Eisen, Kohle oder Öl. Die Stärke der italienischen Wirtschaft liegt im verarbeitenden Gewerbe, vor allen in kleinen und mittelständischen familiengeführten Unternehmen. Zu den wichtigsten Industrien zählen der Maschinenbau, Autos, Chemie, Pharmaprodukte, elektronische Produkte, Mode und Kleidung. Seit 2002 ist der Euro in Italien gesetzliches Zahlungsmittel. Dieser löste die italienische Lira ab. Italien ist mit ca. 52 Millionen Hektolitern der zweitgrößte Weinproduzent der Welt (nach Frankreich, Stand: 2000). Siehe hierzu Weinbau in Italien Zu den wichtigsten italienischen Exportgütern zählen Maschinenbauerzeugnisse, Textilien/Bekleidung, Kraftfahrzeuge und Erzeugnisse der chemischen Industrie Italien hatte bis 1990 einige Atomkraftwerke. Ausgelöst durch die Tschernobyl-Katastrophe führte Italien ab 1987 einen schrittweisen Atomausstieg durch. 1990 wurde das letzte italienische Atomkraftwerk abgeschaltet. Heute importiert Italien seinen Strom überwiegend aus Frankreich und der Schweiz.

Nord-Süd-Gefälle

Charakteristisch für Italien ist die Zweiteilung des Landes. Der stark industrialisierte Norden mit seinen großen Wirtschaftzentren und Metropolen Mailand, Turin und Genua verfügt über einen gut entwickelten Dienstleistungssektor und ist somit wirtschaftlich mit den nördlichen Nachbarländern vergleichbar. Der Süden des Landes, auch Mezzogiorno genannt, ist eine der strukturschwächsten Regionen der EU-15 und ist noch immer stark landwirtschaftlich geprägt. Die Folge daraus sind sehr hohe Arbeitslosenraten, die für die Jugend Extreme annimmt, eine erhöhte Kriminalitätsrate und nicht zuletzt das organisierte Verbrechen, das besonders in Kalabrien und auf Sizilien die Macht über viele Wirtschaftszweige ausübt.

Kultur

Italien hat in Europa schon sehr früh eine entscheidende Rolle in Kunst und Kultur gespielt. Die römische Antike war in der Zeit des Römischen Reiches Vorbild aller Bauwerke Europas. Auch im Mittelalter und in der Zeit der Renaissance war Italien das Ausgangsland der europäischen Kunst, Kultur und Forschung. Auf dem Gebiet der Malerei, Bildhauerei und Architektur brachte Italien eine Fülle bedeutender Persönlichkeiten wie Leonardo da Vinci, Botticelli, Raphael, Fra Angelico und Michelangelo hervor. Italien ist weltbekannt für seine Kunst und Kultur, für seine Gebäude wie das Kolosseum und der schiefe Turm von Pisa, genauso wie für sein Essen (Pizza, Pasta, etc.), Wein, Lebensart, Eleganz, Design, Film, Theater, Literatur, Poesie, Malerei, Musik (insbesondere die Oper) und allgemein gesprochen, für guten Geschmack.

Bedeutende Personen Italiens

Hauptartikel: Liste berühmter Italiener

Feiertage

Medien

Italien verfügt über ein sehr großes Netz an Massenmedien. Neben der traditionellen Zeitung und dem Fernsehen setzt sich immer stärker das Internet durch. Das Mobiltelefon hat einen sehr großen Erfolg in Italien erlebt, der immer noch anhält. Dabei haben Prepaid-Karten die Überhand, da die Tarife im Vergleich mit anderen Staaten der EU, vor allem aber mit Postpaid-Tarifen billig sind. Die Organisation Freedom House stufte die italienischen Medien 2004 von "frei" auf "teilweise frei" herab. Dies lässt sich mit dem zunehmenden und großen Einfluss Silvio Berlusconis auf das italienische Fernsehen und Teile der italienischen Presse zurückführen.

Presse

Die italienische Tagespresse hat ein Angebot aus überregionalen Zeitungen und vielen regional sehr bedeutsamen Blättern. Sie unterscheiden sich weniger in ihrem Inhalt als viel mehr in ihrer Verbreitung und Prestige. Neben den großen Tageszeitungen La Repubblica aus Rom, Il Corriere della Sera aus Mailand und La Stampa aus Turin existieren viele bedeutsame Lokalzeitungen, z. B. La Nazione aus Florenz oder Il Mattino aus Neapel. Sowohl die Zeitungen regionalen als auch überregionalen Charakters haben inhaltlich Nachrichten aus In- und Ausland, regionale und lokale Geschehnisse werden ebenfalls in den großen Tageszeitungen erwähnt. Die meisten Tageszeitungen nennen sich zwar quotidiano indipendente, also "täglich unabhängig" sind jedoch mehr oder weniger von politischen und kommerziellen Interessen beeinflusst. Die Bezeichnung stammt daher, weil sie sich von den reinen Parteizeitungen wie der kommunistischen L'Unita oder der christlich-demokratischen Il Popolo unterscheiden, welche ihre Parteizugehörigkeit nicht leugnen. Die meisten Tageszeitungen sind in einer relativ anspruchsvollen Aufmachung und Gestaltung, es wird sehr bewusst nach einem qualitativen und intellektuellen Schreibstil gestrebt. Dennoch wird im europäischen Vergleich in Italien wenig Zeitung gelesen, Italien rangiert dabei relativ weit unten. Die Bandbreite der italienischen Wochenzeitschriften ist vergleichbar mit der des deutschsprachigen Raumes. Dabei kann man auch die Unterscheidung zwischen Klatschpresse und anspruchsvollen Magazinen erkennen. Doch auch populäre Wochenzeitschriften, z. B. Oggi, Gente oder La Domenica del Corriere, bemühen sich um sehr hohe Qualität. Einige Tageszeitungen geben ebenfalls Sonntagsausgaben heraus.

Rundfunk und Fernsehen

Die drei nationalen Radioprogramme sowie die Fernsehsender RAI Uno, RAI Due sowie RAI Tre sind unter der staatlich kontrollierten Organisation RAI-TV zusammengefasst. Daneben existieren eine große Menge verschiedener Privatsender, die ihre Stationen in fast jeder größeren Stadt haben. Diese finanzieren sich durch einen sehr hohen Anteil an Werbung, das Programm besteht zu großen Teilen aus Musik und Shows. Dennoch ist die Qualität der Privatanstalten sehr differenziert. Einige wenige etablierte Sender schlossen sich zu einem großen Sendernetz zusammen, andere hingegen beschränken sich auf die Ausstrahlung von Filmen, deren Qualität teilweise fraglich ist. Insgesamt existieren in Italien rund 1.700 Fernsehanstalten, die rund 30 Millionen Zuschauer erreichen. Unbestritten ist dabei der große Einfluss des amtierenden Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi auf die Medien. Seit seiner Präsidentschaft nimmt er auch zunehmend Einfluss auf die öffentlich-rechtlichen Medien, etwa auf die Organisation RAI. Weiterhin sind drei italienweit terrestrisch empfangbare Sender im Privatbesitz Berlusconis. Unter dem Namen Mediaset sind die Privatsender Canale 5, Italia 1 und Rete 4 zusammengefasst. Berlusconi hat diese Sender in den Jahren 1980-1984 aufgekauft und sie erreichen täglich ein Millionenpublikum und strahlen populäre Sendeformate wie Reality Shows und Sportübertragungen aus. In die Kritik gerieten die Sender vor allem durch die einseitige innenpolitische Berichtserstattung während der letzten Präsidentschaftswahlen in Italien.

Sport

Die beliebteste italienische Sportart ist der Fußball (
Calcio). Der italienische Fußball verfügt über sehr bekannte Fußballvereine, die bei internationalen Turnieren viele Erfolge errangen. Diese Vereine sind Juventus Turin, Inter Mailand, AC Mailand, Lazio Rom, AS Roma, AC Parma. Vor allem in den nördlichen Landesteilen, im Aostatal, im Veltlin und in Südtirol hat der Skisport große Beliebtheit erlangt. Viele Touristen verbringen ihren Urlaub in der Nähe einer dieser italienischen Skigebiete. Zwei der heutzutage bekanntesten Skifahrer bei den Herren ist Giorgio Rocca und bei den Damen Isolde Kostner. Der im Ausland vermutlich berühmteste italienische Skifahrer ist Alberto Tomba. Italien gilt als ein Radsportland. Der Giro d'Italia gilt nach der Tour de France als zweitbedeutendstes Radrennen der Welt. Wichtige Eintagesrennen, die zu den Klassikern gerechnet werden, sind Mailand-San Remo und die Lombardei-Rundfahrt. Zu den wichtigsten Radsportlern gehören unter anderem der verstorbene Marco Pantani und Mario Cipollini bzw in der Radsportgeschichte Fausto Coppi und Gino Bartali. Daneben gehören Basketball und Volleyball in Italien zu den beliebtesten Sportarten.

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Alcide de Gasperi

Alcide de Gasperi (
- 3. April 1881 in Pieve Tesino bei Trient, damals Österreich-Ungarn; † 19. August 1954 in Sella di Valsugana, Italien) war italienischer Staatsmann und Politiker. Er gilt als einer der Gründerväter der Europäischen Gemeinschaften. Alcide de Gasperi studierte in Wien Philosophie und Literatur, danach war er als Journalist tätig. 1911 wurde er Abgeordneter im österreichischen Reichsrat. 1919 war er einer der Mitbegründer der Italienischen Volkspartei, ab 1921 deren Abgeordneter, später Fraktionsführer und Generalsekretär. Gasperi verbüßte eine 16-monatige Haft als Antifaschist. Nach der Entlassung 1931 arbeitete er in der Bibliothek des Vatikan, von wo aus er während des Zweiten Weltkrieges die Gründung der zunächst illegalen Democrazia Cristiana organisierte. 1945-1953 war er Premierminister von acht aufeinanderfolgenden Regierungen, im Jahr 1946 zudem provisorisches Staatsoberhaupt der Republik Italie