Home About us Products Services Contact us Bookmark
:: wikimiki.org ::
Grundsee

Grundsee

Als Grundsee wird eine kurze, steile und überbrechende Wasserwelle bezeichnet, deren Wellental bis auf den Grund reicht. Hierdurch wühlt die Welle den Meeresgrund auf und ist mit Sand durchsetzt. Grundseen entstehen meist, wenn eine hohe Dünung auf flache Küstenregionen trifft. Aber auch bei flachen Seen, wie dem Neusiedler See, können bei starken Winden Grundseen entstehen. Kategorie:Ozeanologie Kategorie:Seeschifffahrt

Wasserwelle

Wasserwellen sind eine spezielle Wellenform. Es handelt sich dabei um Oberflächenwellen, an der Fläche zwischen Wasser und Luft. Die Oberflächenspannung des Wassers (oder allgemeiner der Flüssigkeit) bestimmt die Eigenschaften der so genannten Kapillarwellen mit Wellenlängen kleiner 2 cm. Die Gravitation bildet Schwerewellen mit Wellenlängen von bis zu 1000 km, wenn Wasser durch Einwirkung einer Störung zum Schwingen angeregt wird. Beispiele für Störungen sind der Wind, der verantwortlich ist für den Seegang auf den Meeren. Ins Wasser geworfene Steine und Strömungshindernisse erzeugen Wellen, fahrende Schiffe begleitet eine Bugwelle. Seebeben können Tsunamis hervorrufen.

Wellenentstehung

Tsunami Tsunami.]] Tsunami Wasserwellen werden vorwiegend durch Wind erzeugt. Das linke Bild veranschaulicht die Entstehung. Wind strömt von links über eine ruhende Wasserfläche. An der Wasseroberfläche müssen sich die unterschiedlichen horizontalen Geschwindigkeiten von Wind und Wasser angleichen. Die Grenzfläche wird durch eine unstetige Potenzialströmung gebildet. Dazu stellt man sich vor, dass die Anpassung durch kleine Wirbel vermittelt wird, in der Abbildung durch Kreise angedeutet. Den Drehsinn zeigt der vergrößerte Kreis unten. Zu einer wirbelfreien Potenzialfläche gelangt man, wenn die Wirbel immer kleiner gewählt werden. Die Grenzfläche ist äußerst instabil. Kleine Störungen, wie links im Bild durch eine kleine Erhebung angedeutet, stauchen die Stromlinien des Windes. Dadurch verringert sich der Druck (Strömung nach Bernoulli und Venturi) und der Wellenberg vergrößert sich. Die Wellenbildung erfolgt wegen des großen Dichteunterschieds von Wasser und Luft unsymmetrisch. Ein Beispiel für die Ausbildung einer symmetrischen Grenzfläche bei Wasser mit nur geringfügig unterschiedlicher Dichte zeigt das Radarbild (rechts oben). Von links strömt oben warmes Meerwasser an kaltem Wasser (unten) vorbei. An der Grenzfläche bilden sich mittelgroße Wirbel (Englisch eddies), in die das kalte Wasser von unten und das warme Wasser von oben einströmen. Das Bild (rechts unten) zeigt eine Satellitenaufnahme des indischen Ozeans. Die feinen Strukturen sind Oberflächen-Wasserwellen, während die langperiodischen Strukturen oben rechts von Grenzflächenwellen zwischen Wasserschichten unterschiedlicher Temperatur herrühren.

Struktur und Eigenschaften

Satellitenaufnahme Allgemein gilt für die Ausbreitungsgeschwindigkeit c von Wasserwellen mit einer Wellenlänge λ bei einer Wassertiefe von h: :(1) c=\sqrt : \pi: Kreiszahl (3,14..) : g: Erdbeschleunigung (9,81 m/s²) Mit c=λ
- f
(f: Frequenz) kann man (1) auch schreiben als: :(1a) c = \frac \sqrt Eine typische Wasserwelle in tiefem Gewässer relativ zur Wellenlänge weist breite Wellentäler und schmale Wellenberge auf, die von lokalen kreisförmigen Strömungen getragen wird. Die Umlauf-Periode der Strömungen entspricht der Periode der Wasserwelle T, siehe Animation rechts. Mit zunehmender Tiefe h nehmen die Radien der Kreisströmungen ab. Bei Wellenlängen kürzer als einige Zentimeter bestimmt die Oberflächenspannung die Ausbreitungsgeschwindigkeit. Für die sogenannten Kapillarwellen gilt: :(2) c=\lambda\cdot f=\sqrt=\left(\frac\right)^ Darin bedeuten \eta die Oberflächenspannung und \rho die Dichte der Flüssigkeit.

Dispersion

Als Dispersion bezeichnet man die Abhängigkeit der Phasengeschwindigkeit (Wellenfortschrittsgeschwindigkeit) von der Wellenlänge. Die Gruppengeschwindigkeit ist die Geschwindigkeit, mit der sich ein Wellenpaket (das heißt, das Intensitätsmaximum mehrerer sich überlagernder Wellen) fortbewegt, deren Wellenlängen sich nur wenig unterscheiden. Ist die Phasengeschwindigkeit für alle Teilwellen (Komponenten-Wellen) der Gruppe gleich, sind Gruppen- und Phasengeschwindigkeit identisch. Ist dies nicht der Fall, liegt Dispersion vor. Für alle Wellenarten gilt nach Rayleigh die nachfolgende Beziehung zwischen Gruppengeschwindigkeit und Phasengeschwindigkeit :(2a) c_g=c- \lambda \cdot \frac Hierin ist dc/dλ die Dispersion der Phasengeschwindigkeit. Je nach Vorzeichen und Betrag des Differentialquotienten ist die Gruppengeschwindigkeit kleiner, größer oder gleich der Phasengeschwindigkeit. Aus historischen Gründen haben sich in der Optik dafür die Bezeichnungen normale Dispersion: dc/dλ > 0 und anomale Dispersion: dc/dλ < 0 eingebürgert. Dispersion Dispersion Die Abhängigkeit der Ausbreitungsgeschwindigkeit der Beziehung (1) von der Wellenlänge bzw. der Frequenz zeigen die beiden Abbildungen rechts. Zusätzlich ist die Abhängigkeit von der Wassertiefe (in der Zeichnung mit d statt h bezeichnet) angegeben. Hier gilt: :dc/dL\ge0 (normale Dispersion) Die Dispersion von Kapillarwellen ist kleiner als Null und deshalb anomal: :dc/d\lambda=\frac \ bzw.\ dc/df=\frac\cdot \left(\frac\right)^

Näherungen

Wellenlängen klein relativ zur Wassertiefe

Für Gewässer mit einer Tiefe von mindestens einer halben Wellenlänge \lambda nähert sich \tanh(x) in (1) dem Wert 1. Dann beträgt die Ausbreitungsgeschwindigkeit c: : (3) c \approx \sqrt für \lambda < 2 h oder mit (1a): :c=\lambda\cdot f \approx \frac Bezeichnet T die Periode mit der Frequenz f = 1/T, folgt mit c = λ/T aus (3): : (4) 1/f = T \approx \sqrt Die Dispersion wird maximal, die Phasengeschwindigkeit ist von der Wassertiefe unabhängig: :dc/d\lambda=\sqrt \ \mbox\ dc/df=\frac Aus (2a) erhält man die Gruppengeschwindigkeit cg: :c_g = 0,5c Wellen mit großen Wellenlängen breiten sich schneller aus und besitzen eine größere Periode als solche mit kleinen Wellenlängen. Bei einer Wellenlänge von 1 km beträgt die Ausbreitungsgeschwindigkeit ca. 140 km/h und die Periode 25 s, bei einer Wellenlänge von 100 m ca. 50 km/h und 8 s. Da zusätzlich die kurzperiodischen Wellen stärker gedämpft werden, nimmt man Sturmwellen in entfernten Gebieten als langperiodische Dünung wahr.

Wellenlängen groß relativ zur Wassertiefe

Wellenlängen, die größer sind als die Wassertiefe (λ> 20 h), hängt die Ausbreitungsgeschwindigkeit nur von der Tiefe h ab, nicht mehr von der Wellenlänge. Für kleine x gilt \tanh (x)\approx x und damit erhält man aus (1): : (5) c \approx \sqrt für h < \frac Die Ausbreitungsgeschwindigkeit zeigt keine Dispersion, das heißt sie ist unabhängig von der Wellenlänge. Deshalb ist die Phasengeschwindigkeit genauso groß wie die Gruppengeschwindigkeit: :dc/d\lambda= 0 \ bzw.\ dc/df= 0 :c=\lambda\cdot f=\sqrt :c_g=c Nähert sich eine Welle einem langsam ansteigenden Ufer, verringert sich mit sinkender Wassertiefe die Ausbreitungsgeschwindigkeit der Wellenfront. Die nachfolgenden Wellen überrollen die Wellenfront, bis auch sie abgebremst werden. Die Wellenlänge nimmt ab, als Folge der Energieerhaltung vergrößert sich die Höhe der Welle, die Amplitude A. Die Wasserwellen türmen sich auf. Sie brechen bei einer mittleren Wassertiefe h von ca. h= 1,3
- A.

Grenzflächenwellen

Bei den Betrachtungen oben gehen nur die Parameter eines Mediums ein. Diese Annahme ist für Oberflächenwellen von Wasser an Luft gerechtfertigt, da der Einfluß der Luft aufgrund der kleinen Dichte vernachlässigbar ist. Die erweiterte Fassung von Gleichung (3) berücksichtigt die Dichte beider Phasen, bezeichnet mit ρ1 und ρ2: :c^2=\frac \cdot \frac Und bei Kapillarwellen (2) gilt: :c^2= 2\pi\eta\over Siehe auch Interne Wellen

Besondere Wellen

Tsunamis werden durch Seebeben ausgelöst. Sie zeichnen sich aus durch eine sehr große Wellenlänge und auf hoher See durch kleine Amplituden von weniger als einem Meter. Die Ausbreitungsgeschwindigkeit von Tsunamis folgt der Beziehung (4), denn die Wellenlänge von mehreren 100 km ist deutlich größer als die Tiefe der Meere. Tsunamis breiten sich mit einer Geschwindigkeit von 700 km/h aus, woraus sich eine mittlere Meerestiefe von 5 km ergibt. Verheerend sind die Schäden, die sie beim Auflaufen auf flache Küsten hervorrufen. Gezeitenwellen sind Wellen, die durch die Tide verursacht werden. An der Schichtung von leichtem Süßwasser auf schwerem Salzwasser beobachtet man Grenzflächenwellen, deren Auswirkungen auf Schiffe als Totwasser bezeichnet werden. Fährt ein Schiff in die Zone ein, kann es bei ausreichendem Tiefgang Bugwellen auf der Oberfläche der Salzwasserschicht erzeugen. Es verliert deutlich an Fahrt, ohne dass an der Wasseroberfläche Wasserwellen zu erkennen wären. Als Grundsee wird eine kurze, steile und überbrechende Wasserwelle bezeichnet, deren Wellental bis auf den Grund reicht. Bei der Planung von Schiffen ging man bisher davon aus, dass Wellen mit einer Höhe von mehr als 15m ausgesprochen selten auftreten würden. Satellitenbeobachtungen wiesen aber nach, dass Riesenwellen mit Höhen von mehr als 30m mehrmals im Jahr zu beobachten sind.

Siehe auch


- Welle (Physik)
- Hydrodynamik
- Seegang
- Tide
- Brandung (Wasser)
- Wellenreiten
- Kielwasser
- Diskrete Fourier-Transformation (Beispiel zur Bestimmung der Wellenlänge aus SAR-Bildern)
- Wasser

Weblinks


- [http://maritime.haifa.ac.il/departm/lessons/ocean/lect18.htm Motion in the Sea -- Waves] (auf Englisch)
- [http://electron4.phys.utk.edu/141/dec8/December%208.htm Water waves] (auf Englisch)

Literatur


- Pohl, Einführung in die Physik Kategorie:Ozeanologie Kategorie:Gewässer Kategorie:Schifffahrt Kategorie:Strömungslehre Kategorie:Wellenlehre

Meeresgrund

Der Ozeanboden (auch Meeresboden genannt) ist der von Meerwasser bedeckte Teil der Lithosphäre der Erde und nimmt damit 71% der Planetenoberfläche ein. Er besteht im Bereich des Kontinentalrandes aus kontinentaler, in den übrigen Bereichen aus ozeanischer Erdkruste. Ozeanböden liegen im globalen Durchschnitt in etwa 2,6 km Tiefe unter dem Meeresspiegel. Den ausgedehnten und tiefen Meeresbecken steht eine viel geringere mittlere Höhe der Kontinente gegenüber, die nur etwa 230 m beträgt. Dies liegt an den ausgedehnten Flachländern, die rund zehn mal so viel Fläche wie die Gebirge bedecken.

Das Relief der Ozeanböden

Der Meeresboden ist von seiner Beschaffenheit her gleichförmiger als das Festland, denn er ist nur wenigen Erosionskräften ausgesetzt. Weder Verwitterung noch die auf der Landoberfläche so weit verbreitete Erosion durch fließendes Wasser können sein Relief formen. Dennoch ist der Ozeanboden keineswegs gleichförmig.

Vom Kontinentalschelf zur Tiefsee

Wie ein Gürtel umrahmt eine Flachsee-Region, der Schelf, auch Festlandssockel genannt, die Küsten der Kontinente. Er entstand teilweise als Folge des niedrigeren Wasserspiegels während der Eiszeiten und liegt durchschnittlich bis 200 m unter dem Meeresspiegel, kann aber auch Tiefen zwischen 50 m und 300 m erreichen. Seine Breite schwankt zwischen 10 km im Golf von Biscaya und 200 km an der Nordküste Sibiriens. Dort, wo größere Ströme ins Meer münden, kann ihre Erosionskraft tiefe canyonartige Einschnitte in den Schelf reißen. Diese Canyons entstammen zum Teil dem Stromverlauf während der Eiszeiten, können aber auch heute noch eingetieft werden. Auf die Schelfzonen folgt meerwärts der ca. 80 km breite Kontinentalabfall, der sich meist relativ glatt bis in eine Tiefe von 3500 bis 4000 Meter fortsetzt. Die größten Tiefen des Meeres werden schließlich in ca. 4000 bis 5000 m erreicht. 50% des Ozeanbodens liegen in dieser Tiefe.

Inseln und Mittelozeanische Rücken

Zwischen den einzelnen Tiefseebecken gibt es oft Inseln oder Inselketten, doch auch einzelne Unterwasser-Berge existieren in großer Zahl. Das wichtigste Gebirge der Ozeane ist der Mittelozeanische Rücken, mit 60000 km der längste zusammenhängende Gebirgszug der Erde, der sich in einem weitmaschigen Netz um die ganze Erde zieht. Allein der Mittelatlantische Rücken ist schon über 15.000 km lang. Diese schmalen, langgestrecken, meist untermeerisch verlaufende Gebirgszüge erreichen selten eine so große Höhe, dass sie als Inseln über der Meeresoberfläche sichtbar werden, wie das zum Beispiel in Island der Fall ist. Der Kamm dieser Schwellen oder Rücken ist auf seiner ganzen Länge von einer zentralen Grabenzone durchzogen, die mehrfach gegeneinander durch querlaufende Brüche versetzt ist. Die Mittelozanischen Rücken verdanken ihr Entstehen dem Aufreißen der ozeanischen Kruste entlang der Plattengrenzen. Hier tritt basaltische Magma aus dem Erdmantel und erkaltet am Meeresboden. Das stetig nachdrängende Magma schiebt den Ozeanboden um 2-5 cm jährlich links und rechts zur Seite und füllt die entstehenden Spalten mit erstarrenden Basalten. Die neue ozeanische Kruste, die sich durch dieses so genannte sea-floor-spreading ständig bildet, ist die Ursache, dass Amerika und Afrika auseinanderdriften.

Tiefseegräben und Inselketten

An besonderen Stellen in den Ozeanen finden sich schmale, langgestreckte, so genannte Tiefseegräben, die im Durchschnitt 40 km breit und 6000 m tief sind. Hier werden die größten Tiefen der Ozeanböden gemessen. An einigen dieser Stellen reicht die Tiefsee bis zu 11 km in die Tiefe - was fast die gesamte ozeanische Kruste ausmacht. Tiefseegräben finden sich ausschließlich in Bereichen der Subduktionszonen und folgen damit den Plattengrenzen der Erdkruste: Hier schieben sich schwere Krustenteile mit etwa 10 cm pro Jahr unter leichtere. Dabei wird nicht nur Ozeanboden in große Tiefen gezogen, sondern auch Krustenmaterial aufgeschoben, so dass sich, in Begleitung häufiger Erdbeben, nicht selten vulkanische Inselketten an der landzugewandten Seite der Gräben bilden. Dieser "pazifische Feuerring" bildete auf Kamtschatka in Ostsibirien Festlandmasse und führte andernorts zur Entstehung der Inselgruppen der Alëuten, Japans, der Philippinen usw. Als Tiefseegraben erreicht der Marianengraben im Pazifik die Rekordtiefe von 11 022 m u.NN. Der tiefste Graben des Atlantiks ist der Puerto-Rico-Graben mit 9219 m u.NN und die drittgrößte Tiefe wird im Indischen Ozean mit 7455 m u.NN erreicht. Noch sind nicht alle Lebensformen erforscht, die unter den extremen Bedingungen der Lichtlosigkeit und des hohen Drucks am Grund der Tiefseegräben leben können.

Flach- und Binnenmeere

Zwischen den drei Ozeanen mit ihren kon- und divergierenden Plattengrenzen liegen flachere Teile im globalen Meeresnetz, in denen nur geringe Höhen- bzw. Tiefenunterschiede auftreten. Außer den oben erwähnten großen Tiefseebecken, von denen es etwa zehn gibt, zählen die Arktis mit dem Nordpolarmeer, das Beringmeer und die Meere rings um die Antarktis dazu. Die Böden der meisten Binnenmeere sind wenig gegliedert, wie man etwa an den Beispielen Ostsee und Kaspisches Meer beobachten kann. Eine Ausnahme bildet das Mittelmeer: Es liegt im Spannungsfeld der Afrikanischen und Eurasischen Platte, das sich besonders in seinen östlichen Anrainerländern manifestiert. Vor Griechenland erreicht es fast 5000 Meter Tiefe, während es im Zentrum der Ägäis nur 200 m aufweist. Die Trennung zum westlichen Mittelmeer stellt Sizilien mit dem großen Vulkan Ätna und vielen kleineren Vulkanen weiter nördlich dar.

Sedimente der Ozeanböden

Ozeanböden sind meist mit Tiefsee-Sedimenten bedeckt, deren Mächtigkeit im Durchschnitt 800 m beträgt, aber im Extremfall zwischen 0 und 5 km schwankt. Da Ozeanböden sich ständig von den mittelozeanischen Rücken her erneuern und an den Ozeanrändern in den Subduktionszonen wieder abtauchen, nimmt die Sedimentmächtigkeit mit zunehmender Entfernung zu den Rücken zu. Die Ablagerungen unterteilt man je nach Wassertiefe in:

Flachmeerablagerungen

:Das Flachmeer umfasst den vom Ozean überspülten Teil des Kontinentalsockels, auch Kontinentalschelf genannt. Dieser Bereich wird durch Brandung, Gezeiten und Strömung stark bewegt. Hier besteht der Ozeanboden vorwiegend aus festländischem Material. Es handelt sich dabei in der Regel um Sande und Kiese, im Gezeitenzonen auch um Schlick und Schlamm.

Tiefseeablagerungen

:Über die Hälfte des Meeresbodens besteht aus Tiefseeablagerungen. Sie enthalten fast kein festländisches Material und bestehen vorwiegend aus Tonen und Resten von Mikroorganismen. Grob vereinfacht kann man sagen, dass die Größe der Sedimentpartikel zunimmt, je näher der Ozeanboden an die Küste reicht.

Alte Ozeanböden

Im wechselnden Verlauf der Erdgeschichte wurden immer wieder Kontinente oder Teile davon im Zuge der Plattentektonik überflutet und waren Ozeanböden. Diese Ozeanböden konnten sich später wieder heben und im Extremfall sogar zu einem Gebirge auffalten, sodass man heute Beschaffenheit und Zusammensetzung ehemaliger Meeresböden in mehreren tausend Metern Höhe über dem Meeresspiegel z.B. in den Alpen oder dem Himalaya studieren kann. Genaue Analysen des Sedimentgesteins geben Aufschluss darüber, wie sich die Landschaft im Laufe der Jahrmillionen verändert hat.

Geschichte der Ozeanbodenforschung

Die systematische Erforschung der Meeresböden begann mit Tiefenmessungen, die seit 1922 mit Echolot durchgeführt wurden. Dabei sendet man während der Fahrt Schallwellen zum Meeresboden, die dort reflektiert und als Echo von einem Empfänger aufgezeichnet werden. Die erste Tiefenkarte erschien 1854, und zwar über den Nordatlantik. Später versuchten Forscher selbst in größere Tiefen abzutauchen. So erreichten J. Piccard und Don Walsh mit einem Tauchschiff im Marianengraben eine Tiefe von 10 916 m.

Weblinks


- http://www.c-f-v-siemens-og.de/home/projekte/vulkanismus/gruppe2.htm (Mittelatlantik und Vulkantypen auf Island)
- http://www.geysir.com/deutsch/natur/geologie/1.2.phtml ( und die Entstehung Islands; mit BILD) Kategorie:OzeanologieKategorie:Geologie Kategorie:Geologie

Sand

] National Monument in Neu-Mexiko (USA) auf]] Sand ist ein natürlich vorkommendes Sediment mit einer Korngröße von 0,063 - 2 mm, das aus zerkleinertem Gestein besteht.

Geologie des Sandes

Sand kann von Wind und Wasserbewegung zu Sandstränden, Dünen u.ä. aufgehäuft werden. In diesem Fall spricht man von einem Lockersediment oder, im geologischen Sinn, von einem Lockergestein. Ist das Material über längere Zeit erhöhtem Druck und erhöhter Temperatur ausgesetzt, verdichtet es sich im Laufe der Diagenese zu einem Sandstein. In der Bodenkunde ist der Sandboden die grobkörnigste der vier Hauptbodenarten. Die mineralische Zusammensetzung von Sand kann je nach Ort sehr stark variieren. Zum Beispiel besteht der feine, weiße Sand am Strand von Koralleninseln aus zermahlenen Korallenskeletten, und damit überwiegend aus Kalziumkarbonat (CaCO3). Der Großteil der Sandvorkommen besteht allerdings aus Quarz (Siliziumdioxid SiO2), denn er ist nicht nur häufig, sondern auch mit einer Härte von 7 auf der 10-stufigen Mohs'schen Härteskala besonders verwitterungsbeständig. Bekannt ist auch der grüne Sand von den Stränden Hawaiis der seine Farbe durch das vulkanogene Olivin erhält. Feinkörnig verwitterter Basalt sorgt für schwarze Strände.
Durch Wind bewegter Sand und andere feinkörnige Sedimente können nach dem Prinzip des Sandstrahlgebläses an Gesteinsformationen Korrasion (Windschliff, Winderosion) bewirken und charakteristische, mitunter bizarre Erosionsformen, beispielsweise Windkanter, herausbilden.

Einteilung nach Korngröße

Windkanter Nach der im deutschsprachigen Raum bevorzugten Einteilung nach DIN 4022 (1955) werden folgende Korngrößenbereiche unterschieden: Kornklasseneinteilung auf Grundlage des Äquivalentdurchmessers In der Praxis findet man jedoch auch geringfügig andere Klassengrenzen. Grobschluff und Sand werden der Einteilung nach von Engelhardt (1953) folgend als Psammite bezeichnet.

Sand als Lebensraum

Psammit Sandlandschaften sind nicht gleichbedeutend mit toten und kahlen Landschaften, wie z.B. die "klassische" Wüste. Sandlandschaften bieten vielen Pflanzen und Tieren einen Lebensraum. Siehe dazu Sandachse Franken. Am Boden von Gewässern besiedeln Kleinstlebewesen das Sandlückensystem.

Verwendung

Weiterhin ist Sand für folgende Bereiche von wirtschaftlicher Bedeutung:
- Als Grundstoff für die Glasherstellung
- Als Fugenfüller bei Pflastersteinen und Gehwegplatten
- Als Gestaltungselement in der Landschaftsplanung, Gartenbau, Sportbereich und Kinderspielplätze (Sandkasten)
- Als Schleif-, Scheuer- und Poliermittel
- Sand ist ein wesentlicher Zuschlagsstoff bei Baustoffen wie Beton und Kalkmörtel
- Quarzreicher Sand ist ein Rohstoff für die Zementherstellung
- Siliziumreicher Sand dient als Grundstoff für die Herstellung von Halbleitern
- Da Sand ein verhältnismäßig großes Porenvolumen hat, haben unterirdische Sand- und Sandsteinvorkommen Bedeutung als Speichermedium für Trinkwasser, Erdöl und Erdgas
- In der Entwässerungstechnik ist Sand bedeutend als Filtermaterial in der Abwasserreinigung, zum Beispiel bei Retentionsbodenfiltern
- Für den Fremdenverkehr ist Sand eine besondere Attraktion, wenn es oberflächliche Sandvorkommen in Form von Sandstränden und Dünen an der Küste gibt
- Stuck ist eine sandhaltige, gut formbare Masse, die als Werkstoff für die Innen- und Fassadenverzierung von Gebäuden verwendet wird
- Quarzsand wird als Strahlmittel beim Kugelstrahlen (Sandstrahlen) verwendet. Als Ersatzmittel wird feinkörniger Korund eingesetzt, da der Silikatstaub eine Silikose (Staublunge) hervorrufen kann
- gewisse Sandarten können als Baustoff für Sandskulpturen dienen

"Sand" als Metapher

Auffällig viele Redensarten benutzen den "Sand" als Metapher:
- Jemandem Sand in die Augen streuen für "ihn verblenden"
- etwas in den Sand setzen für ein "Missgeschick"
- Sand im Getriebe für "Störung"
- Wie Sand am Meer für "sehr große Anzahl" (Keine echte Metapher, eher ein Vergleich)
- Kopf in den Sand stecken für "eine Gefahr nicht sehen wollen"

Siehe auch

Sandrose, Sandbank, Sander, Treibsand, Sandsturm, Sandburg, Sanduhr, Sandsack, Sandfang, Haftreibung, Reibungswinkel, Sandmann Kategorie:Bodenkunde Kategorie:Geologie Kategorie:Petrologie ja:砂 ko:모래

Dünung

Mit Dünung bezeichnet man Wellen, die nicht von aktuellen Ereignissen, wie Wind etc. herrühren (vgl. Windsee), sondern aus anderen Meeresregionen kommen oder als Seegang nach einem Sturm noch auslaufen. Seegang bezeichnet dabei die Kombination aus Dünung und Windsee. Beim Auslaufen der Dünung nimmt die Wellenhöhe ab und die Wellenlänge zu. Bei einer Untiefe oder an der Küste kann die Dünung sich dann als Grundsee oder Brandung wieder zu hohen Brechern auftürmen. Da sich wegen der Dünung im Seegang nicht nur die aktuelle Windsituation niederschlägt, kann es zur Überlagerung von Wellen kommen, einer sogenannten Kreuzsee. Wasserwelle Kategorie:Ozeanologie

Neusiedler See

Der Neusiedler See (ungar. Fertő-tó, fertő bedeutet Sumpf) ist neben dem Plattensee der einzige Steppensee in Europa. Der See liegt sowohl auf österreichischem als auch auf ungarischem Staatsgebiet. Allein der österreichische Teil ist gleichzeitig der größte See Österreichs. Er zeichnet sich durch seinen Schilfgürtel, seine sehr geringe Tiefe und sein mildes und windiges Klima aus. Die einzigartige Fauna und Flora wird durch die beiden Nationalparks Neusiedler See-Seewinkel und Fertő-Hanság und die Ernennung zum UNESCO-Welterbe hervorgehoben.

Geografie

Entstehung

Durch einen tektonischen Einbruch entstand vor 20 Mio. Jahren die pannonische Tiefebene, die später vom Tethysmeer überflutet wurde. Nach der Absenkung des Meeres vor 11 Mio. Jahren im Pannonium bildete sich ein salziger Brackwassersee. Der Salzgehalt ging zurück, da das Salz mit dem Sediment abgelagert wurde. Am Ende der letzten Eiszeit vor 13.000 Jahren löste der zurückweichende Donaugletscher den letzten großen Absenkungsvorgang aus, der das heutige Sedimentbecken des Neusiedler Sees gestaltete.

Gliederung

Sedimentbecken Der See hat annähernd die Form eines Schuhlöffels, das nördliche Drittel wird Neusiedler Bucht genannt, die schmalste Stelle ist die Illmitzer Seeenge und ganz im Süden liegt der durch Schilf vom Rest des Sees weitgehend getrennte Silbersee.

Ausmaße

Die Seefläche beträgt je nach Wasserstand durchschnittlich 315 km², wovon 240 km² in Österreich und 75 km² in Ungarn liegen. Der österreichische Teil bildet damit die größte Seefläche in Österreich. Das Einzugsgebiet des Sees beträgt 1.120 km². Die Hauptausdehnung in nord-südlicher Richtung beträgt 36 km, die Breite zwischen 6 und 12 km. Die Höhe der Erdkrümmung beträgt zwischen Neusiedl am See und Mörbisch 9,60 m, sodass man nicht von einem Ende zum anderen sehen kann.

Schilfgürtel

Der See ist fast vollständig von einem Schilfgürtel umgeben, er bildet den Lebensraum der einzigartigen Tierwelt der Region. Durch die vorherrschende nordwestliche Luftströmung wächst am Ostufer deutlich weniger Schilf als am Westufer. Bei Donnerskirchen ist das Schilf bis zu 8 km breit, Podersdorf liegt am einzigen schilffreien Strandabschnitt von 2 km Länge. Der Schilfgürtel ist von 1941 bis 1965 stark angewachsen und bedeckt eine Fläche allein in Österreich von annähernd 100 km². Die Passagen durch den Schilfgürtel bezeichnet man als Schluichten. Teilweise wächst der Schilfgürtel Richtung Seemitte und umschließt damit wiederum kleine Seeflächen. 10-15 % des Schilfgürtels werden von Landwirten und einigen professionellen Schilfschneidern im Winter maschinell geerntet und teilweise auch weiterverarbeitet. Dazu wäre das einjährige Schilf am besten geeignet, der Nationalpark erfordert aber eine mehrjährige Rotationsbewirtschaftung der Schilfflächen. Das führte in der Vergangenheit immer wieder dazu, dass alte Schilfbestände gesetzeswidrig in Brand gesteckt wurden, um Flächen für junges Schilf zu erhalten. Die Landesregierung plant nun in Neusiedl am See ein Biomassekraftwerk, welches das alte Schilf verwerten soll, um damit der drohenden Verschilfung des Sees entgegenzuwirken. Ein schon altes Produkt des Sees ist das Schilf als Baumaterial, wenn sich auch die Anwendung geändert hat. Wurde es früher für Stuckatur und für die Dachdeckung verwendet, wird es heute auch als Wärmedämmung und Sichtschutz verarbeitet.

Umland

Der See liegt in der kleinen ungarischen Tiefebene die den westlichen Ausläufer der Ungarischen Tiefebene darstellt. Er wird im Nordwesten von den letzten Ausläufern der Alpen, dem Rosaliengebirge und dem Leithagebirge, begrenzt und im Norden von der Parndorfer Platte. Weiters liegt der Seewinkel im Osten, das Ruster Hügelland im Südwesten und der Waasen, ungarisch auch Hanság genannt, im Süden und Südosten. Orte mit Bade- und Hafenanlagen sind Illmitz, Podersdorf, Weiden, Neusiedl am See, Jois, Breitenbrunn, Purbach, Oggau, Rust und Mörbisch in Österreich, sowie Fertőrákos in Ungarn. Weitere Orte im Umland sind Apetlon, Winden am See, Donnerskirchen, Oslip, Fertőboz, Fertőd, Balf, Wolfs, Mekszikópuszta, Fertőhomok, Hegykő, Sarród und Fertőújlak

Hydrogeologie

Hydrogeologie

Seebecken

Der Untergrund des Sees ist meist sandig, an einigen Stellen finden sich Schotterbänke. Die Strömung verhindert die Ablagerung der schwebenden Sedimentteilchen und damit die Bildung von Schlamm. Nur in Bereichen ohne Strömung nahe dem Schilf oder in Buchten und Häfen lagert sich verrottende Biomasse und Faulschlamm ab und bildet die markanten Methan- und Schwefelwasserstoffgase. Diese sind auch die Ursache der ungewöhnlichen eisfreien Stellen, wenn im Winter der See sonst vollständig zugefroren ist.

Wasserhaushalt / Wasserspiegel

Unterjährige Schwankungen

Der Wasserspiegel liegt im Mittel bei etwa 115,45 m.ü.M., die maximale Tiefe beträgt nur 1,8 m. Die unterjährige Schwankungsspanne liegt bei 60 bis 80 cm. Im August werden die niedrigsten Wasserstände gemessen. Niederschläge und Trockenheit können einerseits erhebliche Überflutungen und andererseits die Austrocknung des Sees zur Folge haben. Die Wasserzufuhr erfolgt zu etwa 80 % durch die Niederschläge und 20 % durch die kleineren Zuflüsse, wie Wulka, Wolfsbrunnbach, Angerbach, Rákosbach und die Ortskanalisationen. Die wenigen aus dem Leithagebirge gespeisten Süßwasserquellen sind für den Wasserstand vernachlässigbar. Da das Seebecken vom Seewinkel durch dichte Tegelschichten getrennt ist, kommt von dorther auch kein Grundwasser in den See. Der See hat keine natürlichen Abflüsse, die Verdunstung ist für 90 % des Wasserverlustes verantwortlich. Da der See in einer sehr windreichen Gegend liegt, führt dieser hohe Wassermengen in den Schilfgürtel, die von den Pflanzen sehr rasch aufgesogen werden.

Mehrjährige Schwankungen

Die mehrjährige Schwankungsspanne des Wasserspiegels ist seit 1965 mit knapp 90 cm deutlich geringer – und damit der Wasserstand des Sees stabiler – als davor. Vorher waren Schwankungen von 1,6 m üblich. Seit 1965 ist das Risiko von Überschwemmungen auch deutlich gesunken. Dies wurde durch Einsatz genau definierter Prozeduren zur Stabilisierung des Wasserstandes zwischen Österreich und Ungarn im Jahre 1965 ermöglicht. Diese so genannte Seeregulierung wird über den Einser Kanal durch eine Seerandschleuse zwischen Apetlon und Mekszikópuszta auf ungarischem Staatsgebiet geregelt. Bilaterale wasserwirtschaftliche Fragen werden durch die Österreichisch-Ungarische Gewässerkommission behandelt. Vor den Regulierungsarbeiten im 19. Jahrhundert setzte sich der See im Südosten im weiten Sumpfland des Waasen fort, von dem im Süden noch Reste erhalten sind. Er stand somit in einer engen Verbindung mit der Donau und der Raab. Dieses System wurde durch das Hochwassertor von Győr und die Trockenlegung (durch Dämme und Kanäle) des Waasen im Seewinkel zerstört.

Historische Schwankungen und Auswirkungen

Im Laufe der Jahrhunderte stieg und fiel der Seespiegel ständig, was natürlich auch das Leben rund um den See beeinflusste. Anfang des 17. Jh. trocknete der See über mehrere Jahrzehnte langsam aus, so dass sogar schon eine Rekultivierung des Seebodens erwogen wurde. Doch nach einigen Jahren war der See wieder voll und erreichte 1768 mit einer Fläche von 515 km² einen Höchststand. Dabei wurde viel Weidefläche überschwemmt, so dass sogar Bauern abwandern mussten. Zwischen 1775 und 1780 wurde ein Kanal durch den Hanság gegraben und eine Dammstraße zwischen Pamhagen und Fertőd errichtet. In den kommenden 40 Jahren trocknete der See abermals aus und füllte sich wieder. Der Kanal wurde erweitert. Dabei wurden weite Teile der Moore trockengelegt und bei Magyaróvár (Ungarisch Altenburg) entstanden große Wiesen. Das Umland erlebte einen wirtschaftlichen Aufschwung, in der Folge konnten sogar Bauernsöhne studieren. 1838 führte der See aber wieder Hochwasser und zerstörte viele landwirtschaftliche Kulturen. Zum Schutz der Landwirtschaft plante Karl Kecskés die komplette Trockenlegung des Sees. Man entwässerte den sumpfigen Hanság. In der Folge gefror der See im Winter bis auf den Grund, alle Fische verendeten, und das Projekt wurde aus Geldmangel fallengelassen. Bei der letzten Austrocknung von 1864 bis 1870 wurde im trockenen Seebett Reis angebaut. Bis 1871 verblieb nur mehr ein schmaler Streifen Wasser. Der Boden härtete aus und verkrustete. Der Wind trug den salzigen Staub in die umliegenden Orte und vor allem in die Weingärten. Der Seeboden selbst war aber landwirtschaftlich kaum nutzbar, und es siedelten sich salzresidente Pflanzen an, die sonst nur an der Meeresküste vorkommen. Wege zwischen den Seegemeinden, zum Beispiel von Illmitz nach Mörbisch, wurden angelegt. 1872 war aber der See bereits wieder voll. In der Folge wurde die Raabregulierungsgesellschaft gegründet, die die Aufgabe hatte, den See für immer trocken zu legen. In Meyers Konversations-Lexikon von 1905 steht dazu:.. Aus Anlaß der Raabregulierung und der Trockenlegung des Hanság plant man eine gänzliche Ablassung des Sees... So wird 1885 mit der Planung eines Kanals von Pamhagen zur Rabnitz begonnen. Aber erst 1895 wurde mit dem Bau des Einserkanals begonnen und 1909 wurde er fertig gestellt. Durch ständige Verschlammung und Verlandung diente er bestenfalls zur Regulierung des Sees, aber nicht zur Trockenlegung. Dazu wären weitere Kanäle geplant gewesen, deren Namen 'Zweierkanal', Dreierkanal' und so weiter lauten sollten. Die Folge war aber eine höhere Salzkonzentration, welche den gesamten Fischbestand vernichtete und eine weitere Schilfausbreitung. Die Pläne zur Trockenlegung werden zwar vorerst weiterverfolgt, aber nach dem Ersten Weltkrieg durch die Angliederung des Burgenlandes an Österreich und zahlreichen Einsprüchen von Naturschützern, die eine Klimaveränderung befürchteten, endgültig ad acta gelegt. Im Jahr 1929 gefror der See bis zum Boden, und der Fischbestand wurde erneut vernichtet. Im Jahr 1938 wurden Projekte zur Erhaltung und Stabilisierung des Sees geprüft. Dazu gehörten Zuleitungen von Donau bzw. Leitha zur Hebung des Wasserspiegels, Schleusen beim Einserkanal und sogar der Einbau von Turbinen. Ein Querdamm von Mörbisch nach Illmitz sollte ein Staubecken im nördlichen Teil des Sees füllen und zur Trockenlegung des ungarischen Teils führen. Ein Querdamm und zwei Längsdämme am West- und Ostufer sollten eine Trockenlegung des Schilfgürtels bewirken. Dies konnte aber, unter anderem auch durch Stephan Aumüller, verhindert werden. 1941 erreichte der See seine größte Ausdehnung seit Menschengedenken. Er trat viele Kilometer weit über die Ufer und überflutete einige Teile von Anreinergemeinden. Straßennamen wie die Seeufergasse mitten in Apetlon zeigen noch heute, wie weit der See sich ausdehnen konnte. 1965 begann die Schleusenregelung in Mekszikópuszta, mit dieser Seeregulierung wurde das Schilfwachstum gebremst.

Prognose und Maßnahmen

Im Jahr 2003 sank der Wasserstand des Neusiedler Sees wieder stark ab und führte zu einem Problem für manche Segler, die mit ihren Booten nicht auslaufen konnten. Die Behörden beauftragten deshalb die Universität für Bodenkultur Wien, die Zukunft des Sees in einigen Studien zu prognostizieren. Vorhergesagt wird eine weitestgehende Austrocknung des Neusiedlersees ab 2010 bis 2050. Die globale Erwärmung und immer geringere Niederschlagsmengen sollen zu einer sukzessiven Austrocknung des Sees in den kommenden Jahrzehnten führen. Derzeit wird untersucht, ob eine Zuleitung von Donauwasser in den Norden des Neusiedlersees möglich ist. Als problematisch wird dabei, neben den bautechnischen Erfordernissen, vor allem der Unterschied in der Zusammensetzung der beiden Binnengewässer gesehen. So könnte der zusätzliche Nährstoffgehalt und der geringere Salzgehalt des Donauwassers das Wachstum des Schilfgürtels weiter beschleunigen.
- siehe dazu die WIKINEWS: Der österreichische Neusiedlersee wird ab 2010 austrocknen

Hydrologie

Wassertemperatur

Der seichte See passt seine Wassertemperatur sehr rasch an die umgebende Lufttemperatur an. An besonders heißen Tagen können Wassertemperaturen bis an die 30°C erreicht werden. Allerdings kühlt der See bei Durchzug einer Gewitterfront auch wieder rasch ab. Im Sommer werden durchschnittlich 22 bis 23°C gemessen.

Strömungen

Entgegen der Wirkung der Corioliskraft dreht die Strömung des Sees im Uhrzeigersinn, das Westufer des Sees weist eine Nordströmung auf und auf der Ostseite eine Südströmung. Daneben gibt es im Bereich von Buchten und Inseln zahlreiche Kreiselströmungen. Die Richtung der Strömung am Grund kann der Oberflächenströmung entgegengesetzt verlaufen. Dabei kommt es oft zu einer schichtweisen Überlagerung von kühleren und wärmeren Wassermassen. Damit lassen sich auch vermeintliche warme Quellen erklären, die beim Baden im See auffallen. In den Kanälen im Schilf können bei stärkerem Wind Strömungsgeschwindigkeiten von 0,5 bis 1 m/s auftreten.

Wellen

Die Wellen sind steiler als jene auf tiefen Gewässern, haben jedoch das gleiche Wellenbild mit drei kleinen und zwei großen Wellen. Die Wellen sind auch höher, als man es vom seichten See erwarten würde. Die Wellenbewegung folgt selten exakt der Windrichtung und weicht eher nach rechts ab. Wassersportler nennen das Wellenbild am Neusiedler See Kabbelwelle.

Wasserqualität

Seit 1972 überwacht ein [http://www.burgenland.at/index.jsp?activePage=/buergerservice/free_pages/FIS_NUU_BSI_Biologischestation_Illmitz.jsp&activeColumnUri=tcm:0-0-0 Biologisches Forschungsinstitut für das Burgenland] bei Illmitz auch die Wasserqualität des Sees. Dabei wird regelmäßig die Badewasserqualität des Wassers nach den Richtwerten der EU-Richtlinie gem. 76/160/EWG bestätigt. Die Wassergüte des Neusiedlersees wird alle fünf Jahre im Trophiensystem festgestellt und seit 1990 als mesotroph bis eutroph beschrieben. Durch die Strömungen und die geringe Tiefe des Sees entsteht die prägnante Eintrübung des Wassers durch schwebende Sedimentteilchen. Der Neusiedler See ist kein Süßwassersee, er hat eine geringfügige Salzkonzentration (ca. ein Zwanzigstel von Meerwasser). Durch die Eintrübung kommt trotz der geringen Tiefe auch kaum Sonnenlicht zum Seeboden, was zusätzlich zum Salzgehalt Algenbewuchs und Verschilfung verhindert. Der Salzgehalt ist auf den Untergrund des Seebeckens zurückzuführen. Die salzigen Tethyssedimente wurden in den Eiszeiten mit einer Schicht von Donausedimenten zugedeckt. Grundwasser diffundiert durch die kochsalzhaltige Schicht hindurch nach oben. Dabei sättigt es sich mit Salz. In der darüber liegenden, eiszeitlichen Sedimentschicht werden die Na- und Cl-Ionen des Salzes per Ionenaustausch durch Mg-, SO4- und CO3-Ionen ersetzt. Dabei entstehen die Salze des Sees, nämlich Glaubersalz (Na2SO4), Bittersalz (MgSO4) und Soda (Na2CO3) die im regionalen Dialekt Zick genannt werden. Auch der Name des im Seewinkel liegenden Zicksees rührt daher. Der Gehalt an verschiedenen Salzen ist etwa mit dem Mineralstoffgehalt in Mineralwasser zu vergleichen. Nicht zu verwechseln ist der wesentlich höhere Salzgehalt in den benachbarten kleinen Seen im Seewinkel, wie der Langen Lacke.

Meteorologie

Klimatische Verhältnisse

Der See liegt im Einflussbereich des kontinentalen pannonischen Klimas. Im Regenschatten der Alpen sorgt die Thermik des Sees dafür, dass im Sommer nur noch wenig Niederschläge das Land östlich des Sees bewässern, da Gewitterwolken meist nach Norden abgedrängt werden. Im Jahresmittel werden unter 600 mm Niederschläge gemessen, dafür werden aber hier 300 Sonnentage pro Jahr gezählt, was dem Tourismus zum Vorteil gereicht. Die temperaturausgleichende Wirkung des Sees sorgt für einen milden Herbst. Dies bietet für den Weinbau optimale Bedingungen.

Wind

Der See gilt als sehr windreich, was für Windenergieanlagen und von Seglern und Windsurfern genutzt wird. Die vorherrschende Windrichtung ist NW. In den Sommermonaten sind auch Winde aus SO bis SW häufig. Plötzlich auftretende Böen und Stürme können für Schifffahrt und Wassersport gefährlich werden, da sich die Winde während eines Sturmes jederzeit verstärken und oft innerhalb weniger Minuten Stärken von 6 bis 10 bft annehmen können. Die meisten Stürme entstehen im Anschluss an eine südliche Luftströmung, die dann sehr rasch auf starken NW-Wind umschlägt. Etwa zwei mal im Jahr werden orkanartige Stürme ab 10 bft registriert. Dabei kann je nach Richtung und Dauer des Sturmes eine Schiefstellung des Wasserspiegels bis zu 80 cm entstehen. Die jemals höchste gemessene Schieflage war am 29. März 1888 mit 81 cm. Im Jahr 1926 gab es einen über fünf Tage durchgehenden Sturm, der durch seine Stärke 80 km² des Sees trockenlegte.

Gefahren

Vom 1. Mai bis zum 30. September werden an jedem Strandbad Sturmwarnungen durch gelbe Leuchtsignale ausgegeben. Viele Wassersportler unterschätzen die Gefahren des seichten Sees, was alle paar Jahre zu Todesopfern führt. Die hohe Frequenz und Wucht der Wellen bei Windstärken ab 8 bft machen ein Überleben im Wasser auch für Rettungsschwimmer oft unmöglich. Man kann bei Grundsee weder stehen noch schwimmen. Daher ist in Gefahrensituationen, wie beim Kentern eines Bootes, dringend empfohlen beim Boot zu bleiben und sich daran festzuhalten bis Hilfe eintrifft.

Geschichte

Antike

Steinzeitliche und bronzezeitliche Funde belegen, dass das Land rund um den See seit 8.000 Jahren besiedelt ist. Als die Römer im Jahr 9 die Provinz Pannonien gründeten, nannten sie das Land um den Neusiedler See Boierwüste, da es sehr dünn von den Boiern besiedelt war. Um das Jahr 70 wurde der See von Plinius dem Älteren mit Lacus Peiso, möglicherweise nach dem Stamm Pei, der beim See lebte, benannt. Die dichten Eichenwälder des Seewinkels wurden zur Römerzeit abgeholzt, da das Holz in Carnuntum gebraucht wurde. Zurück blieb die heute bekannte, waldarme Pusztalandschaft. Erste Weingärten entstanden spätestens unter der Regierung des Kaiser Probus.

Mittelalter

Am Ende der Völkerwanderung hatten die Ostgoten viele Siedlungen am Neusiedlersee, ihnen folgten Awaren, Slawen und schließlich die Magyaren. Um die Jahrtausendwende dürfte der See nach einer Wärmeperiode ausgetrocknet sein. 1074 wurde der Stagnum Ferteu, von dem der ungarische Name stammen dürfte, erstmals urkundlich erwähnt. Dabei wurde er je nach Wasserstand abwechselnd als Sumpf, Fluss oder See bezeichnet. Die besiegten Petschenegen werden von den Ungarn als Grenzwächter um den See angesiedelt, daneben kommen auch bayrische Siedler ins Land. Im Jahr 1242 vernichteten die Mongolen die Bevölkerung am See, in den Folgejahren wurden wieder süddeutsche Siedler ins Land geholt. Diese gründeten die Stadt Neusiedl, von der dann auch der deutsche Name des Sees abgeleitet wurde.

Neuzeit

Während der Türkenkriege, von 1526 mit der ersten Wiener Türkenbelagerung bis zur Schlacht am Kahlenberg im Jahr 1683, und den Kuruzzenaufständen bis 1711 war die Region umkämpftes Grenzland. Die überlebenden Bewohner verbargen sich während der kriegerischen Auseinandersetzungen im Schilfgürtel.

Moderne

Die Fischerei war ein bedeutender Wirtschaftszweig, Fisch wurde wagenweise als Zehent nach Eisenstadt zu den Fürsten Esterházy geliefert. Das gesamte Burgenland gehörte bis 1920/1921 zu (Deutsch-Westungarn). Seit 1898 musste aufgrund der Magyarisierungspolitik der Regierung in Budapest der ungarische Name Fertö-tó verwendet werden. Nach Ende des Ersten Weltkriegs wurde nach zähen Verhandlungen Deutsch-Westungarn 1919 in den Verträgen von Saint-Germain und Trianon Österreich zugesprochen. Der See gehört seit 1921 überwiegend zum neu gegründeten Bundesland Burgenland (siehe auch Geschichte des Burgenlandes und Volksabstimmung 1921 im Burgenland). Danach kamen die ersten Touristen an den See, die Weltwirtschaftskrise zwang jedoch viele Burgenländer in die Emigration. Während des Zweiten Weltkrieges fanden über dem See Luftkämpfe zwischen Bombern, die Wiener Neustadt angriffen, und der deutschen Luftwaffe statt. Bis in die 1990er hinein wurden Wracks und Geschosse aus dem See geborgen. Nach dem Ende der Besatzungszeit durch die Sowjets kamen Tourismus und Landwirtschaft auf der österreichischen Seite in Schwung, der See ermöglichte den agrarisch organisierten Seegemeinden den Wandel zu Tourismus-Zentren. 1956, während des ungarischen Volksaufstands, flohen viele tausend Menschen über die Brücke von Andau, die den Einser Kanal quert, nach Österreich. Viele Migranten überwanden bis 1989 den eisernen Vorhang, indem sie durch den See und den Schilfgürtel in den Westen flüchteten. Dabei ließen einige ihr Leben.

Natur

Ein Jahr am See

Der Frühling ist gekennzeichnet vom hohen Wasserstand und der Ankunft der Zugvögel. Im Sommer hat der Wasserstand bis zu 80cm verloren und Touristen und Wassersportler bevölkern den See. Im Schilfgürtel entstehen abflusslose und klare Tümpel, die so genannten Blänken, in denen die Vögel ihre Nahrung finden. Im Schilf wird der Nachwuchs langsam flügge. Durch die wärmespeichernde Funktion des Sees kommt der Herbst meist spät und mild, die Zugvögel ziehen wieder ab und der See beginnt sich langsam zu füllen. Der Wasserstand wird reguliert, um Überflutungen im flachen Umland vorzubeugen. Fast jedes Jahr friert der See im Winter auf ein paar Wochen oder gar Monate zu. Wenn es dann aber schneit und stürmt, versinkt die ganze Gegend in Schneeverwehungen. Der Winter ist zu Ende, wenn sich die angetauten Eisplatten, vom starken Nord-West Wind getrieben, am Ostufer des Sees zum meterhohen Eisstoß auftürmen. Eisstoß

Flora und Fauna

Pflanzen

Neben dem oben erwähnten Schilf wachsen noch viele andere für die Region typische Gräser. Man findet aber auch viele geschützte Pflanzen wie den Frauenschuh (Cypripedium calceolus) oder den Moor-Glanzstendel (Liparis loesilii). Besonders aussergewöhnlich ist der fleischfressende Wasserschlauch (Utricularia spp.), der in den Blänken anzutreffen ist.

Vögel

Im Schilfgürtel leben über 300 Vogelarten. Davon sind 150 Arten Brutvögel. Das sind 40% aller europäischen und 80% aller österreichischen Vogelarten. Darunter befindet sich auch das größte Brutgebiet der Silberreiher mit bis zu 700 Paaren. Der Graureiher ist mit etwa 35 Paaren vertreten und Großtrappen gibt es noch etwa 70. Am bekanntesten ist der Storch, der ähnlich einem Wappentier in der gesamten Region behandelt wird. Auch Löffler, Purpurreiher, Kaiseradler, Seeadler, Graugans, Pirol, Schnepfe, Säbelschnäbler, Kampfläufer und viele weitere geschützte Vögel sorgen für reges Interesse von Ornithologen und Naturliebhabern.

Fische

Autochtone Speisefische sind der Hecht, der Zander, der Spiegelkarpfen, der Wildkarpfen, der Amur und der Wels, weiters bevölkern Weißfische und der bruträuberische Flussbarsch den See. Der Aal kommt im Neusiedlersee natürlicherweise nicht vor, er laicht in der Saragossa im Atlantik und wurde als begehrter Speisefisch ausgesetzt. Da sich der Aal auch vom Laich einheimischer Fische ernährt, wurde das Aussetzen von Glasaalen auf Grund auftretender Probleme zuletzt verboten. Die Giebel-Bestände bestehen ausschliesslich aus Weibchen, sie vermehren sich parthenogenetisch. Der Sonnenbarsch wurde aus Nordamerika eingeschleppt.

Amphibien

Typisch für den Schilfgürtel- und Uferbereiches sind verschiedene Kröten, wie die Erdkröte (Bufo bufo) oder die Knoblauchkröte (Pelobates fucus) und Froscharten , wie der europäische Laubfrosch (Hyala arborea), Moorfrosch (Rana arvalis), der kleine Wasserfrosch (Rana lessonae), der Seefrosch (Rana ridibunda) oder der Teichfrosch (Rana esculenta). Auch die Rotbauchunke (Bombina bombina) ist hier beheimatet. Häufig findet man die Ringelnatter und verschiedene Eidechsen wie die Östliche Smaragdeidechse, seltener den Feuersalamander. Feuersalamander

Insekten

Neben den unbeliebten Gelsen tummeln sich am Ufer auch Exoten wie die Südrussische Tarantel und der Mondhornkäfer.

Nationalpark

Bereits 1935 gibt es erste Bestrebungen einen Nationalpark einzurichten. Doch erst 1993 wurde der See mit seinem Umland tatsächlich auf Grund der für Mitteleuropa einzigartigen Flora und Fauna zum Nationalpark erklärt. Der Park besteht aus dem österreichischen Teil Neusiedler See-Seewinkel mit 9.700 ha und dem von 6.500 ha auf 23.500 ha erweiterten weit größeren ungarischen Teil Fertő-Hanság. Der grenzüberschreitende Nationalpark unterliegt der Ramsar-Konvention.

Welterbe

Das Gebiet um den Neusiedlersee wurde 2001 zum UNESCO-Welterbe ernannt. Die Verleihung fand zeitgleich am 18. Mai 2003 in Pamhagen in Österreich sowie auf Schloss Eszterháza in Fertőd statt.

Tourismus und Wirtschaft

Erholungsgebiet

Für das Burgenland hat die Region eine große touristische Bedeutung, da sich zwei Drittel hier konzentrieren. Für Westungarn hat der See nicht diese Bedeutung. Der Tourismus auf ungarischer Seite profitiert eher vom Nationalpark als vom einzigen Seebad im Hafen von Fertörakos. Diese war früher für die kommunistischen Kader reserviert und daher bis 1989 nicht allgemein zugänglich. Durch seine ehemalige Trennung durch den Eisernen Vorhang wurde der See in Österreich aus der geographischen Nähe zum Ballungsraum Wien hauptsächlich von Wienern besucht und darum auch als Meer der Wiener bezeichnet. Bis in die 1980er Jahre kamen überwiegend Wiener und deutsche Gäste für durchschnittlich zwei Wochen in die Badeferien an den See. Durch das geänderte Urlaubsverhalten lebt der Fremdenverkehr hauptsächlich von den Tagestouristen aus Österreich. Nur wenige Individualisten und Sportler verbringen länger in diesem Gebiet. In der Vor- und Nachsaison wählen viele österreichische Schulen die Region für Schulsportwochen, was den örtlichen Tourismusbetrieben ihr Überleben sichert. Auch einige Campingplätze für Dauer oder kurzfristiges Zelten sind am am Ufer gelegen, wie in Podersdorf, Oggau, Rust oder Purbach. Sämtliche Strandbäder am See wurden in den letzten Jahren mit Ziel-1 Geldern der EU bestens ausgebaut und bieten die erforderliche Infrastruktur an Parkplätzen, Liegewiesen, Bootsliegeplätzen, Restaurants, Sanitäranlagen, Kiosken und so weiter. Dafür und für die Erhaltung wird pro Person Eintritt verlangt, die Preise liegen bei rund 3 Euro. Podersdorf am See hat sich als Zentrum des Tourismus am Neusiedler See etabliert. Die Gemeinde hat die höchsten Nächtigungszahlen, das breiteste Angebot und liegt am einzigen schilffreien Strandabschnitt des Sees.

Sport

Podersdorf am See Hauptsächlich profitiert der Fremdenverkehr durch Veranstaltungen und Einrichtungen für Segeln, Surfen, Beachvolleyball, Inlineskaten, Reiten und auch Radfahren vom See. So gibt es unter anderen einen Radrundkurs um den See mit einer Länge von 135 km, wovon 38 km in Ungarn und 97 km in Österreich verlaufen. Bekannte sportliche Ereignisse sind die jährliche Seedurchquerung von Mörbisch nach Illmitz und der Austriathlon in Podersdorf. Jährlich finden Ende April Kitesurf und Windsurf Bewerbe beim Summer-Opening am Strand von Podersdorf statt. Im Mai 2006 wird die Weltmeisterschaft [http://www.worldsailinggames2006.at/] in Segeln und Windsurfen am Neusiedler See ausgetragen. Dazu werden 100.000 Besucher erwartet. Im Winter kommt der Wintersport auch in den Osten Österreichs. Eissegeln, Schlittschuhlaufen und Langlaufen sind die beliebtesten Wintersportarten auf der weiten Fläche des gefrorenen Sees.

Weinbau

Durch das günstige Klima mit 2000 Sonnenstunden jährlich wird in der Region auch sehr viel Weinbau betrieben, wobei einerseits sehr viel Wein in andere Regionen verkauft wird, aber auch in zahlreichen Heurigenbetrieben und Vinotheken direkt vermarktet wird. In den Weinbauregionen Neusiedlersee und Neusiedlersee-Hügelland werden insgesamt ca 16.500 ha bewirtschaftet. Die dominierenden Weißweinsorten sind der Welschriesling und Weißburgunder. Bei den Rotweinen sind es der Zweigelt, der St. Laurent und der Blaufränkische. Das Weinbaugebiet ist in den 1960ern und 1970ern mit Spezialitäten wie Trockenbeerenauslese und Eiswein bekannt geworden. Nach dem Weinskandal 1985 ging der Weinbau einige Jahre stark zurück, in der Zwischenzeit hat die Qualität der produzierten Weine aber weltklasse Niveau erreicht. Spitzenbewertungen bei renommierten Kritikern wie Robert Parker belegen den Führungsanspruch der Weinbauregion in Österreich.

Fischerei

Es gibt heute nur noch eine handvoll Berufsfischer am See, die mit Reusenanlagen die beliebten Speisefische fangen. Viele Einheimische und Gäste lösen eine Anglerkarte und ziehen mit etwas Glück und Ortskenntnis beachtliche Fische an Land. Zumindest erzählen sie davon (siehe Anglerlatein).

Kultur

Bekannt sind die alljährlich in den Sommermonaten auf einer Seebühne aufgeführten Operetten der Seefestspiele Mörbisch. Im Steinbruch von St. Margarethen werden abwechselnd Opern und Passionsspiele aufgeführt. Und in Parndorf führen Laienschauspieler jeden Juli und August Shakespeare Stücke auf. Als alternatives Kulturzentrum hat sich die Cselly Mühle bei Oslip etabliert, hier finden Lesungen, Kabaretts und Pop bis Rock-Konzerte ihre Plattform.

Verkehr

Personenschifffahrt

Konzert Grundsätzlich sind private Motorboote mit Verbrennungsmotoren auf dem See verboten. Diese sind nur der Polizei und Einsatzorganisationen, wie Feuerwehr vorbehalten. Außerdem sind noch drei Schifffahrtsunternehmen am See, die mit flachen größeren Schiffen Rundfahrten in die Schilfgürtel oder als Fahrradfähre, den See von verschiedenen Orten aus befahren.

Private Schifffahrt

Das Verbot von Motorbooten und der häufige Wind haben dazu beigetragen, dass der Neusiedlersee heute ein Dorado für alle Arten von windgetriebenen Wassersportarten ist. Während der gesamten Saison, von April bis September, finden zahllose Regatten und ähnliche Bewerbe und Rahmenveranstaltungen statt. Segler und Windsurfer haben sich in Vereinen und Clubs organisiert und tragen wesentlich zur kulturellen Vielfalt der Region bei. Dabei haben die Sportler aber gelernt darauf zu achten, dass die Yachten, Boote und Surfbrett-Finnen nicht zu tief reichen - ein Tiefgang über 50 cm ist hier meist nicht zu gebrauchen. Als See auf dem Gebiet der Staaten Österreich und Ungarn ist auch ein Grenzübertritt auf dem Wasser möglich. Eine Anmeldung muss im Hafen von Mörbisch vorgenommen werden, den Grenzübertritt meldet man dann beim ungarischen Grenzposten im Hafen von Fertőrákos. Der südöstliche Teil des Sees, der Silbersee, liegt teils auf österreichischem und ungarischem Staatsgebiet und darf als Vollnaturschutzgebiet und Bewahrungszone weder betreten noch befahren werden.

Seebrücke

Ende der 1960er Jahre wurde von der Republik Österreich mit der Planung einer Straßenbrücke über den See begonnen, damit der Seewinkel besser an das restliche Österreich angebunden wird. Dabei sollte Illmitz mit Mörbisch verbunden werden. Hauptargument war die Gewährleistung von Rettungstransporten im Notfall von jedem Ort in Österreich aus bis zum nächsten Spital innerhalb eines bestimmten Zeitlimits. Dies konnte für den südlichen Seewinkel nicht gewährleistet werden. Das Projekt löste jedoch starke Proteste unter Naturschützern aus, diese Proteste brachte die Naturschutzbewegung weiter ins Rollen, der heute der Nationalpark zu verdanken ist. Auch das Problem mit den Rettungstransporten konnte mittlerweile gelöst werden, heute sind ÖAMTC-Notarzthubschrauber im Einsatz.

Erreichbarkeit

Bahn

Vom Wiener Südbahnhof gelangt man per Eisenbahn nach Neusiedl am See. Im Osten des Neusiedlersees verläuft die Neusiedlerseebahn von Neusiedl am See nach Fertőszentmiklós und im Westen die ÖBB Strecke von Neusiedl am See nach Eisenstadt.

Straße

Von Wien aus ist der See über die A4 (Ostautobahn) oder die B10 (Brucker Bundesstraße) erreichbar, und vom Westen über die S4 (Mattersburger Schnellstraße), S31 (Burgenlandschnellstraße) und B50 (Burgenlandbundesstraße) von der A2 (Südautobahn) kommend. Auf ungarischer Seite erreicht man den See über die Bundesstraße 85 von Sopron oder Győr. Grenzübergänge sind Nickelsdorf, Pamhagen oder Klingenbach.

Literatur


- V. Schiefermeyer, Die Umwelt des Neusiedler Sees und seiner Randgebiete, 1989
- V. Sebauer, R. Vesely und W. Weisgram, Der Neusiedler See, 1994, ISBN 3854391269
- Ewald Neffe, Steirische Verlagsgesellschaft, Nationalpark Neusiedler See - Seewinkel, 2003, ISBN 390032364X
- Andreas Fischer-Nagel, Der Neusiedler See. Bedrohtes Naturparadies, 1987, ISBN 3891550391
- Otto König, Verl. f. Jugend u. Volk, Führer rund um den Neusiedler See, 1964, ISBN B0000BKBT2

Weblinks

Allgemeines


-
- [http://www.nationalpark-neusiedlersee.org/ Nationalpark Neusiedler See - Seewinkel]
- [http://byc.at/index.php?c1=3&c2=62 Chronik Neusiedler See, Frühgeschichte bis Moderne]
- [http://www.lsv-burgenland.at/ Landessegelverband Burgenland] Segeln am Meer der Wiener
- [http://www.ebepe.com/html/ornithologie.html Vogelbeobachtung] Der Neusiedlersee als Vogelparadies
- [http://www.welterbe.org/files/downloads/managementplan_de/whfns_2-2-6_deutsch.pdf Welterbe Neusiedler See]
- [http://www.ferto-hansag.hu Fertő-Hanság Nemzeti Park]

Wasserstand


- [http://wetter.byc.at/ Aktueller Wasserstand am Neusiedler See + WebCam & Wetter]
- [http://www.wasserstand.at/ Initiative Wasserstand Neusiedler See]
- [http://burgenland.oevp.at/artikel.aspx?where=13067 Information der ÖVP]
- [http://www.unserburgenland.at/html/aktuell.php?id=1784&area=1 Information der SPÖ]
- [http://www.lsv-burgenland.at/index.php?id=34&full=299 Burgenländischer Landessegelverband] Kategorie:See in Österreich Kategorie:Weltkulturerbe Kategorie:Biosphärenreservate Kategorie:Naturschutzgebiet Kategorie:Nationalpark in Ungarn Kategorie:See in Ungarn

Kategorie:Ozeanologie

Kategorie:Geowissenschaft Kategorie:Ökologie ja:Category:海洋学 ko:분류:해양학

Kategorie:Seeschifffahrt

Artikel zum Thema Seeschifffahrt: Kategorie:Schifffahrt

Negrito (povo)

Os negritos são um grupo de povos do Sueste Asiático e incluem os atis e pelos menos cinco outras tribos das Filipinas, os semang da Península da Malásia e 12 tribos das Ilhas Andaman. O termo para este povo em língua malaia é “orang asli”, que significa “povo original”. Pensa-se que eles sejam descendentes dos primeiros habitantes humanos desta região, incluindo a Nova Guiné e a Austrália. Têm tamanho de pigmeu, existem actualmente num número muito reduzido e são dos povos mais mal conhecidos do mundo. A palavra significa negro (ou preto) pequeno em espanhol e foi-lhes atribuído pelos primeiros exploradores europeus, que pensaram que eles eram originários de África e tem sido usada nos últimos 300 anos em relação a estes povos com cabelo encarapinhado e pele escura, que se encontram em pequenas bolsas por toda a Ásia tropical e provavelmente mais além. A teoria da ligação com África colapsou no momento em que os primeiros observadores científicos se encontraram frente a frente com negritos andamaneses. Para além da pele escura e cabelo encarapinhado, eles têm pouco em comum com qualquer povo africano, incluindo os pigmeus africanos - excepto do ponto de vista de que a espécie Homo sapiens teve origem em África. Os achados arqueológicos mostram que os negritos estavam instalados nas ilhas Andaman há mais de 2200 anos, mas estudos genéticos indicam que os seus antepassados podem ter chado à Ásia há 70 mil anos. Por outro lado, sabe-se que, em 1911, os negritos das Filipinas usavam o fogo, enquanto que os andamaneses não conheciam o seu uso, o que pode indicar que tinham chegado às ilhas Andaman muito tempo antes e que tinham vivido sempre isolados de outros contactos. Os semang, que são considerados possíveis “parentes” dos negritos, vestiam-se naquela altura de cascas de árvores e viviam em cavernas ou abrigos cobertos de folhas. Os negritos são muito diferentes dos povos Formoso-Indo-Malaios das Filipinas, que aparentemente teriam chegado àquelas ilhas em barcos chamados “balangay” (ver Barangay). Actualmente, os filipinos da província de Antique vestem-se como os negritos e os espanhóis vestiam antigamente, durante o festival Binirayan, que celebra a chegada dos datus de Bornéu que, em 1212, pediram “asilo político” na ilha de Panay, para escaparem do império hindu-malaio de Sri-Vishaya.

Que nome?

Para os próprios negritos, este nome não tem nenhum significado, uma vez que eles usam para si os nomes tribais e nem sequer sabem que foram “classificados” como "negritos". Evidentemente que o termo tem uma longa história de uso, mas é considerado por algumas pessoas como errado, uma vez que não há uma ligação directa entre estes povos e os negros africanos. Foi proposto como alternativa o termo " asiáticos negros", mas este termo deveria incluir também os melanésios, os vedóides e outros povos da Ásia, dando mais importância à cor da pele do que às diferenças genéticas entres estes grupos. Outros antropólogos pensam que, até que os negritos decidam por si próprios como devem ser chamados, o termo actualmente em uso não deve ser mudado, uma vez que é aceitável, desde que não seja usado de modo pejorativo.

Link externo

[http:// www.andaman.org/ Lonely Islands: The Andamanese] categoria:povos asiáticos

low cost car hire programy wagi elektroniczne Hotels Warsaw jelenia gra ogoszenia










































:: RELATED NEWS ::
Capela de Santa Luzia
O termo Capela de Santa Luzia pode designar as seguintes capelas:

Em Portugal


- Capela de Santa Luzia (Alvito) ou Herdade de Santa Luzia e Cágado, Alvito, distrito de Beja.
-


Nefertimon
Nefertimon é uma personagem das séries televisivas de Digimon. Ela é uma Digimon Fera Santa e é a forma digivolvida de Gatomon quando utiliza o Digi-Ovo da Luz.

Evoluções


- Bebê-1 (Bebê) - YukimiBotamon
- Bebê-2 (Em-Treinamento) - Nyaromon
- Criança (Novato) - Salamon
  - Adulto (Campeão) - Gatomon
  - Ar

Charles de Foucauld
O Beato Charles Eugène de Foucauld nasceu em 15 de Setembro de 1858 em Estrasburgo, (França). De meio familiar aristocrático, fica órfão de pai e mãe em 1864. Frequenta a Escola Especial Militar de Saint-Cyr. É herdeiro de uma enorme fortuna, que rapidamente delapida em jogo, indisciplina e excentricidades. Retrata-se e, já oficial do exército francês,
Francisco Marto
Francisco Marto nasceu em Aljustrel (Fátima), 1908 e faleceu em 1920. Foi um dos três pastorinhos que alegadamente viram Nossa Senhora na Cova da Iria, de 13 de Maio até Read More...
All Rights Reserved 2005 wikimiki.org