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| Grunewaldseenkette |
GrunewaldseenketteDie Grunewaldseenkette oder auch Grunewaldrinne ist eine Kette von Seen in den Berliner Bezirken Charlottenburg-Wilmersdorf und Steglitz-Zehlendorf. Die Kette verbindet als eiszeitliche Glaziale Rinne in nordöstlicher Richtung Havel (Großer Wannsee) und Spree, dabei werden die „große“ und die „kleine“ Seenkette unterschieden. Daneben gibt es eine kleinere Nebenrinne entlang des Volksparks Wilmersdorf in östliche Richtung. Die Geschichte der Seen und die Entwicklung der Niederungen schreibt ein Stück Berliner Stadtgeschichte. Dieser Beitrag stellt eine Übersicht über einige der wichtigsten Aspekte dar, die in den teilweise sehr ausführlichen Einzelbeiträgen vertieft werden.
Volksparks Wilmersdorf]
Geologie und Lage
Glaziale Rinnen
Volksparks Wilmersdorf
Die Seen liegen in zwei Schmelzwasserrinnen der letzten Eiszeit, deswegen wird die Grunewaldseenkette geologisch treffender auch als Grunewaldrinne bezeichnet. Diese stellt eine Glaziale Rinne dar, das sich vor rund 15.000 Jahren im „Brandenburger Stadium“ der Weichsel-Eiszeit herausgebildet hatte und die sandig-lehmige Hochfläche des Teltow durchschnitt. Durch Absenkung des Grundwasserspiegels liegt der Riemeistersee bereits seit Anfang des 20. Jahrhunderts trocken. Durch Brunnenanlagen und Wasserentnahmen zur Versorgung der Stadt fielen der Wasserspiegel des Schlachtensees um zwei und der des Grunewaldsees um einen Meter. Die Feuchtgebiete der beiden „Fenns“ und des „Luchs“ sowie die Uferbereiche der Seen konnten nur dadurch gerettet werden, dass – in Umkehr der natürlichen Fließrichtung – seit 1913 zusätzlich Havelwasser aus dem „Großen Wannsee“ in die grundwassergespeiste Seenkette gepumpt wird. Erst in jüngerer Zeit führen gezielte Maßnahmen zu einer ersten Erholung des Grundwasserspiegels in Teilen des Berliner Urstromtals.
Die Ketten und ihre Seen
Die „große Grunewaldseenkette“ verläuft in östlicher Randlage zum Grunewald und beginnt rund 500 Meter südlich des Strandbads Wannsee mit dem heute trockenen „Nikolasgraben“, der zum südlichsten See der Kette, dem Nikolassee führt. Den Nikolassee verbindet die - heute gleichfalls trockene - Niederung der Rehwiese mit dem Schlachtensee, es folgen die Krumme Lanke, der weitgehend zum Riemeisterfenn verlandete „Riemeistersee“ und die Kanalverbindung im Langen Luch zum Grunewaldsee. Vom Grunewaldsee führt der „Hundekehlegraben“ durch das Hundekehlefenn zum Hundekehlesee (die nebenstehende historische Karte bezeichnet einen Teil des Schlachtensees als „Fennsee“).
Die sich anschließende „kleine Grunewaldseenkette“ verläuft durch bebautes Stadtgebiet und besteht aus den 1889 für die Villenkolonie Grunewald durch Aushebung von Mooren künstlich angelegten Seen Dianasee und Koenigssee, die bereits bestehenden Gewässer Halensee sowie Lietzensee und endet im Bereich des Schlosses Charlottenburg an der Spree. Ursprünglich waren die künstlichen Seen nicht öffentlich zugänglich, da die Grundstücke bis ans Ufer reichten. In den letzten Jahren wurden durch Freigabe öffentlicher Grundstücke und Ankauf von Uferstreifen an allen Seen Zugänge geschaffen.
Schlosses Charlottenburg
Schlosses Charlottenburg]]
Eine weitaus kleinere und kürzere Nebenrinne verläuft vom Rathaus Schöneberg in Ost-West-Richtung senkrecht zu der großen und kleinen Kette. Diese Rinne begann ursprünglich am Schöneberger Nollendorfplatz. Das östlichste Gewässer bildet heute der Ententeich im Rudolph-Wilde-Park, dem sich nach Westen der Volkspark Wilmersdorf anschließt, der zum Teil auf dem ab 1915 zugeschütteten Wilmersdorfer See angelegt ist und zu dem auch der Fennsee kurz vor dem Berliner Stadtring (A 100) gehört. Beide Parks zusammen bilden einen rund 2,5 Kilometer langen und rund 500 Meter breiten innerstädtischen Grünzug, der mit seinem Niederungscharakter und sanft geschwungenen Wiesen den geologischen Ursprung als eiszeitliche Rinne noch heute sichtbar macht.
Die Nebenrinne setzt sich nach ihrer Unterbrechung durch die Stadtautobahn, Sportplätze, Sommerbad Wilmersdorf und einige bebaute Straßenzüge in den künstlich angelegten Gewässern Hubertussee und Herthasee fort, die 1889 beim Bau der Villenkolonie Grunewald in ehemaligen Fenngebieten ausgehoben wurden. Nach dem Herthasee trifft diese Nebenrinne am Koenigssee senkrecht auf die Hauptrinne.
Übersicht Verlauf
- Grunewaldseenkette, Hauptkette von Südwest (Havel) nach Nordost (Spree); Reihenfolge entgegen der natürlichen Fließrichtung:
- Nikolassee - Rehwiese - Schlachtensee - Krumme Lanke - Riemeisterfenn - Langes Luch - Grunewaldsee - Hundekehlefenn - Hundekehlesee - Dianasee - Koenigssee - Halensee - Lietzensee
- Grunewaldseenkette, Nebenrinne von West (Grunewald) nach Ost (Schöneberg); Reihenfolge entgegen der natürlichen Fließrichtung:
- Herthasee - Hubertussee - Fennsee - (ehemaliger) Wilmersdorfer See - Volkspark Wilmersdorf - Rudolph-Wilde-Park
Naturschutz und Fenn
Sehr gut lässt sich die „Rinne“ der Seenkette an der trockenen „Rehwiese“ erkennen, deren langgestreckte Niederung gemeinsam mit dem benachbarten Nikolassee seit 1960 als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen ist. Noch eine Schutzstufe höher als Naturschutzgebiet angesiedelt sind „Riemeisterfenn“ und „Langes Luch“ zwischen Krumme Lanke und Grunewaldsee sowie das anschließende „Hundekehlefenn“. In den teilweise morastigen Feuchtgebieten der Schutzzonen bestehen Reste wertvoller Auenwälder, während die Umgebung von den typischen hohen Kiefernbeständen des trockenen und nährstoffarmen Teltowbodens geprägt ist.
Kiefer]]
Der im Teltow häufige Flurname „Fenn“ oder auch „Fenne“ bezeichnet nach Hermann Teuchert einen versumpften oder vertorften Binnensee oder Teich ohne festen Boden und nach Agathe Lasch und Conrad Borchling mit Gras oder Röricht bewachsenes Sumpf-, Moorland, sumpfiges Weideland, beide Zitate hier wiedergegeben nach Gerhard Schlimpert. Der Begriff hat einen niederländischen Ursprung und geht auf die Besiedlung des Fläming durch Flamen zurück, die bereits in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts zum Landesausbau der gerade gegründeten Mark Brandenburg vom ersten Markgrafen Albrecht dem Bären und seinem Sohn und Nachfolger Otto I. ins Land gerufen worden waren.
Slawen und Zisterzienser
Otto I.
Wie die Etymologie des ursprünglichen Namen „Slatsee“ für den Schlachtensee oder archäologische Funde am später wüst gefallenen Dorf „Crumense“ an der Krummen Lanke zeigen, bestanden im Gebiet der Seenkette slawische Siedlungen. Soweit sie nicht wüst fielen, gingen die slawischen Orte nach der Gründung der Mark Brandenburg im Jahr 1157 und dem anschließenden Landesausbau der Askanischen Markgrafen nach und nach in deutsche Verwaltung über. Eine wichtige Rolle spielte bei dieser Entwicklung das einflussreiche und vermögende Zisterzienser Kloster Lehnin, das seinen Kernbesitz in der Zauche bis in den nördlichen Teltow ausdehnte. Mitte des 13. Jahrhunderts, rund 70 Jahre nach Gründung des Klosters, kauften die Mönche mehrere Dörfer in dieser Region mit den Seen Nikolassee, Schlachtensee und Krumme Lanke (siehe dazu die jeweiligen Seen).
Die Wohngebiete entlang der Grunewaldrinne, die teilweise die Namen der Seen tragen, zählten und zählen auch heute zu den besonders bevorzugten Berliner Villenvierteln. Die Entwicklung der Seen und ihrer Besitzverhältnisse, die Aushebung von Fenns und die Anlage von neuen Seen, die Zuschüttung des Wilmersdorfer Sees und die Gestaltung der innerstädtischen Parks im ehemaligen Wilmersdorfer-Schöneberger Fenn spiegeln einen Auschnitt der Geschichte in den südwestlichen Berliner Bezirken Nikolassee, Dahlem, Grunewald, Halensee, Charlottenburg, Wilmersdorf und Schöneberg wieder.
Quellen
Literatur
- Gerhard Schlimpert, Brandenburgisches Namensbuch, Teil 3, Die Ortsnamen des Teltow , Hermann Böhlaus Nachf., Weimar 1972. Enthält die etymologische Ableitung einiger Seennamen der Kette. Zitate zum Begriff „Fenn“ Seite 74, ferner zum Fenn Seite 38.
Weblinks
- [http://www.stadtentwicklung.berlin.de/umwelt/umweltatlas/da207_02.htm Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Entwicklung der Grundwasserstände]
- [http://www.datche.de/kgsellenzugsee-Dateien/ka506.pdf Natur- und Landschaftsschutzgebiete (Ausgabe 2002) Großraum Berlin/Brandenburg]
Kategorie:See in Deutschland
Kategorie:Gewässer in Berlin
Kategorie:Parkanlage in Berlin
Kategorie:Berliner Geschichte
Berlin
Berlin ist Hauptstadt, bevölkerungsreichste und flächengrößte Stadt Deutschlands. Sie ist Stadtstaat und ein eigenständiges Bundesland. Berlin ist nach London die zweitgrößte Stadt der EU.
Historisch war Berlin mehrfach Hauptstadt deutscher Staaten wie des Markgrafentums/Kurfürstentumes Brandenburg, des Königreiches Preußen, des Deutschen Reiches oder der DDR (nur der damalige Ostteil der Stadt). Seit der Wiedervereinigung am 3. Oktober 1990 ist Berlin gesamtdeutsche Hauptstadt und seit dem Hauptstadtbeschluss des Deutschen Bundestages von 1991 nimmt die Stadt seit 1999 auch die Funktion als Parlaments- und Regierungssitz Deutschlands wahr.
Die Stadt ist ein bedeutender Verkehrsknotenpunkt und ein wichtiges Wirtschafts-, Kultur- und Bildungszentrum mit zahlreichen Universitäten, Hochschulen, Forschungseinrichtungen, Theatern, Museen und Baudenkmälern.
Geordnete Links auf Artikel mit Berlinbezug finden sich im Portal:Berlin.
Geografie
Geografische Lage
Portal:Berlin
Berlin ist gänzlich vom Bundesland Brandenburg umgeben und liegt im Osten der Bundesrepublik Deutschland, etwa 70 km westlich der Grenze zu Polen. Die Stadt ist einer der Verdichtungsräume der Bundesrepublik.
Berlin befindet sich in eiszeitlich geprägter Landschaft im Warschau-Berliner Urstromtal zwischen den Hochebenen des Barnim und des Teltow. Das historische Zentrum Berlins liegt an der schmalsten Stelle des von der Spree in ost-westlicher Richtung durchflossenen Urstromtals. Im westlichsten Bezirk Spandau mündet die Spree in die Havel, die den Westen Berlins in Nord-Süd Richtung durchfließt. Der Flusslauf der Havel ähnelt dabei oft einer Seenlandschaft, die größten Ausbuchtungen bilden der Tegeler See und der Große Wannsee.
Wesentliche Teile des heutigen Berlins liegen auf den beiden Hochebenen: Große Teile der Bezirke Reinickendorf und Pankow liegen auf dem Barnim, während der Hauptteil der Bezirke Charlottenburg-Wilmersdorf, Steglitz-Zehlendorf, Tempelhof-Schöneberg und Neukölln auf dem Teltow gelegen ist.
Weder zum Urstromtal noch zum Barnim oder Teltow gehört Berlin-Spandau westlich der Havel, das zum Teil der Nauener Platte zuzurechnen ist.
Die höchsten Erhebungen Berlins sind der aus Trümmerschutt des Zweiten Weltkriegs künstlich aufgeschüttete Teufelsberg (115 m ü. NN) im Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf und die Müggelberge (115 m) im Bezirk Treptow-Köpenick.
Siehe auch: Liste der Erhebungen in Brandenburg und Berlin
Stadtgliederung
Nach dem Gebietsreformgesetz vom 10. Juni 1998 wurde die Zahl der Verwaltungsbezirke zum 1. Januar 2001 von 23 auf 12 reduziert. Berlin ist seitdem gegliedert in die Bezirke:
- Charlottenburg-Wilmersdorf
- Friedrichshain-Kreuzberg
- Lichtenberg
- Marzahn-Hellersdorf
- Mitte
- Neukölln
- Pankow
- Reinickendorf
- Spandau
- Steglitz-Zehlendorf
- Tempelhof-Schöneberg
- Treptow-Köpenick
Siehe auch: Liste der Bezirke und Ortsteile Berlins
Klima
Die Stadt befindet sich in der gemäßigten Klimazone. Die durchschnittliche Jahrestemperatur in Berlin-Dahlem beträgt 9,2 Grad Celsius und die mittlere jährliche Niederschlagsmenge 578 Millimeter.
Die wärmsten Monate sind Juni, Juli und August mit durchschnittlich 16,6 bis 18,4 Grad Celsius und die kältesten Dezember, Januar und Februar mit 0,5 bis 1,8 Grad Celsius im Mittel.
Der meiste Niederschlag fällt in den Monaten Juni und August mit 62 bis 67 Millimeter im Durchschnitt, der wenigste im Februar, April und Oktober mit 36 bis 38 Millimeter im Mittel.
Geschichte
Hauptartikel: Geschichte Berlins
Die Stadt Cölln, Teil der Doppelstadt Berlin-Cölln (auf der Spreeinsel gelegen), wurde 1237 erstmals urkundlich erwähnt, 1244 folgte dann die Erwähnung Berlins, welches sich auf dem nördlichen Ufer der Spree befand. Die beiden Städte bekamen 1307 ein gemeinsames Rathaus. Der Name Berlin hat nichts mit dem Bären im heutigen Stadtwappen zu tun. Er geht vermutlich auf die slawische Silbe berl (Sumpf) zurück.
1415 wurde Friedrich I. Kurfürst der Mark Brandenburg und blieb dies bis 1440. Mitglieder der Familie Hohenzollern regierten bis 1918 in Berlin, erst als Markgrafen von Brandenburg, dann als Könige von Preußen und schließlich als deutsche Kaiser. Die Einwohner von Berlin haben diese Veränderungen nicht immer begrüßt.
Preußen
Preußen
Preußen]
1448 revoltierten sie im „Berliner Unwillen“ gegen den Schlossneubau des Kurfürsten Friedrich II. Eisenzahn. Dieser Protest war jedoch nicht von Erfolg gekrönt und die Bevölkerung büßte viele ihrer politischen und ökonomischen Freiheiten ein. 1451 wurde Berlin dann Residenzstadt der brandenburgischen Markgrafen und Kurfürsten und musste seinen Status als freie Hansestadt aufgeben.
Der Dreißigjährige Krieg zwischen 1618 und 1648 hatte für Berlin verheerende Folgen: ein Drittel der Häuser wurden beschädigt, die Bevölkerung halbierte sich. Friedrich Wilhelm, bekannt als der Große Kurfürst, übernahm 1640 die Regierungsgeschäfte von seinem Vater. Er startete eine Politik der Immigration und der religiösen Toleranz. Ab dem folgenden Jahr kam es zur Gründung der Vorstädte Friedrichswerder, Dorotheenstadt und Friedrichstadt.
1671 wurde fünfzig jüdischen Familien aus Österreich ein Zuhause gegeben. Mit dem Edikt von Potsdam 1685 lud Friedrich Wilhelm die französischen Hugenotten nach Brandenburg ein. Über 15.000 Franzosen kamen, von denen sich 6.000 in Berlin niederließen. Um 1700 waren 20 Prozent der Berliner Einwohner Franzosen, und ihr kultureller Einfluss war groß. Viele Einwanderer kamen außerdem aus Böhmen, Polen und Salzburg.
1701 erlangte Berlin durch die Krönung Friedrich I. zum König den Status der Hauptstadt Preußens. Per 1. Januar 1710 erfolgte die Vereinigung der Städte Berlin, Cölln, Friedrichswerder, Dorotheenstadt und Friedrichstadt zur Königlichen Haupt- und Residenzstadt Berlin. Aber schon bald entstanden neue Vorstädte, die Berlin vergrößerten. 1861 kam es zur Eingemeindung von Wedding, Moabit sowie der Tempelhofer, der Schöneberger, der Spandauer und weiteren Vorstädten. 1871 wurde Berlin dann Hauptstadt des neu gegründeten Deutschen Reiches.
Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges wurde 1918 in Berlin die Republik ausgerufen. 1920 folgte dann mit dem Groß-Berlin-Gesetz erneut eine umfassende Eingemeindung mehrerer Städte, Landgemeinden und Gutsbezirke rund um Berlin. Berlin hatte damit rund vier Millionen Einwohner.
Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 wurde Berlin die Hauptstadt des Dritten Reiches. Die Nazis nutzten die 1936 in Berlin stattfindenden Olympischen Sommerspiele für Propagandazwecke. Es gab auch Pläne, Berlin zur Welthauptstadt Germania umzubauen. Diese wurden jedoch durch den Zweiten Weltkrieg vereitelt.
Während des Krieges wurden große Teile Berlins durch Bomben und durch den Häuserkampf zerstört. Nach der Einnahme der Stadt durch die Rote Armee und die Kapitulation 1945 wurde Berlin, analog zu der Regelung für das gesamte Deutschland, in vier Sektoren aufgeteilt. Die Sektoren der Westalliierten (USA, Großbritannien und Frankreich) bildeten den westlichen Teil der Stadt, während der Sektor der Sowjetunion von nun an den Ostteil bildete.
Für Gesamtberlin blieb allerdings eine Gesamtverantwortung aller vier Alliierten bestehen. Die zunehmenden politischen Differenzen zwischen den Westalliierten und der Sowjetunion führten 1948/49 zu einer wirtschaftlichen Blockade West-Berlins, die die Alliierten mit der so genannten Luftbrücke erfolgreich zu umgehen versuchten.
Nach der Gründung der demokratischen Bundesrepublik Deutschland im Westen Deutschlands und der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) im Osten Deutschlands, beides im Jahr 1949, verschärfte sich der Kalte Krieg auch in Berlin. Während die Bundesrepublik ihre Hauptstadt nach Bonn verlegte, was zunächst als Provisorium gedacht war, ernannte die DDR Ost-Berlin zur Hauptstadt der DDR. Der Ost-West-Konflikt gipfelte im Bau der Berliner Mauer durch die DDR am 13. August 1961.
Berlins Osten und Westen waren nun vollkommen voneinander getrennt; der Übergang war nur noch an bestimmten Kontrollpunkten möglich, allerdings nicht mehr für die Bewohner der DDR und Ost-Berlins. 1971 wurde das Viermächte-Abkommen über Berlin unterzeichnet. Während die Sowjetunion den Vier-Mächte-Status nur auf West-Berlin bezog, unterstrichen die Westmächte 1975 in einer Note an die Vereinten Nationen ihre Auffassung vom Vier-Mächte-Status über Gesamt-Berlin.
1989 kam es unter dem Druck der ostdeutschen Bevölkerung zur Wende in der DDR, die Mauer fiel. Bereits 1990 wurden die beiden deutschen Staaten als Bundesrepublik Deutschland wiedervereinigt und Berlin per Einigungsvertrag deutsche Hauptstadt. 1991 beschloss der Bundestag nach kontroverser öffentlicher Diskussion, dass die Stadt auch wieder Sitz der deutschen Bundesregierung sein sollte. Am 1. September 1999 nahmen Regierung und Parlament ihre Arbeit in Berlin auf.
Bevölkerung
Parlament
Parlament
In Berlin leben 3.389.078 Einwohner (Stand Ende März 2005) auf einer Fläche von 891,75 Quadratkilometern. Die Bevölkerungsdichte der Region beträgt 3.811 Einwohner pro Quadratkilometer.
Der durchschnittliche Berliner im Jahre 2004 war 41,7 Jahre alt. Das entspricht einer Erhöhung von 2,5 Jahren über einen Zeitraum von zwölf Jahren. Im Juni 2005 lebten rund 458.600 Einwohner mit ausländischem Pass aus 185 Staaten in Berlin. Das entspricht rund 13,5 Prozent. Insgesamt wohnen rund 36.000 Bürger aus dem nächstgelegenen Nachbarland, Polen, sowie rund 119.000 Türken in Berlin. Berlin hat außerhalb der Türkei die größte türkische Gemeinde in Europa. 2004 erhielten nach Angaben des statistischen Landesamts 6507 Ausländer die deutsche Staatsbürgerschaft
Laut dem Statistischen Landesamt (2005) sind 60 Prozent der Berliner nicht Mitglied einer Religionsgemeinschaft, 23 Prozent evangelische Christen, 9 Prozent Katholiken und sechs Prozent Mitglied der islamischen Gemeinde.
Einwohnerentwicklung
Im Jahre 1919 lebten in Berlin 1,9 Millionen Menschen. Mit der Bildung der Einheitsgemeinde Groß-Berlin verdoppelte sich die Einwohnerzahl am 1. Oktober 1920 sprunghaft auf 3,9 Millionen. Die neue Stadtgemeinde vergrößerte sich in der Fläche auf das Dreizehnfache: von 66,93 auf 878,1 Quadratkilometer.
811,17 Quadratkilometer mit 1,9 Millionen Menschen waren aus der damaligen Provinz Brandenburg an die neue Stadtgemeinde gekommen; das waren zwei Prozent des Territoriums, jedoch fast 44 Prozent der Bevölkerung Brandenburgs. Die neue Fläche entsprach damit fast der Größe der Insel Rügen (926,4 Quadratkilometer). Berlin war 1920 zur flächenmäßig zweitgrößten Stadt der Welt nach Los Angeles und nach der Einwohnerzahl – hinter London und New York – zur drittgrößten Stadt der Erde geworden.
Bis 1934 wuchs die Bevölkerung Berlins auf einen Höchststand von 4,464 Millionen, sank dann aber, bedingt durch die Auswirkungen des Zweiten Weltkrieges und der Teilung der Stadt, bis 1980 um 30 Prozent auf einen Tiefststand von drei Millionen. Der Bevölkerungsverlust in den Jahren 1950 bis 1960 wurde vor allem durch Abwanderungen aus Ost-Berlin verursacht. Während West-Berlin einen Zuwachs von 2,58 % verzeichnete, sank in Ost-Berlin die Einwohnerzahl um 9,86 %. Diese so genannte Abstimmung mit den Füßen war Ausdruck der Unzufriedenheit vieler Ostberliner. Seit 1980 verzeichnete die Stadt wieder einen Anstieg um 350.000 auf circa 3,39 Millionen Einwohner im Januar 2005.
Nach Berechnungen wird die Einwohnerzahl Berlins wegen der niedrigen Geburtenraten bis 2050 auf rund drei Millionen sinken.
Die folgende Übersicht zeigt die Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Bis 1860 handelt es sich meist um Schätzungen, danach um Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen der jeweiligen Statistischen Ämter beziehungsweise der Stadtverwaltung selbst.
¹ Volkszählungsergebnis
Politik
2005]
Hauptartikel: Politik in Berlin
Berlin ist seit der Wiedervereinigung der ehemals getrennten beiden deutschen Staaten am 3. Oktober 1990 ein vollwertiges Bundesland und zugleich eine kreisfreie Stadt, die in nunmehr zwölf Bezirke untergliedert ist. Daneben ist Berlin die Hauptstadt der Bundesrepublik Deutschland.
Der Deutsche Bundestag entschied im so genannten Hauptstadtbeschluss am 20. Juni 1991, dass Berlin auch Regierungs- und Parlamentssitz des vereinigten Deutschlands werden soll. Somit ist die Stadt heutzutage Sitz der Bundesregierung, des Bundestages und des Bundesrates.
Das Land Berlin
Das Landesparlament des Landes Berlin, die gesetzgebende Gewalt, ist nach der Verfassung von Berlin das Abgeordnetenhaus von Berlin. In ihm sind zur Zeit Abgeordnete aus SPD, CDU, Die Linkspartei., Bündnis 90/Die Grünen und FDP vertreten. Die Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) und die Linkspartei.PDS bilden eine Koalition.
Die Landesregierung, die Exekutive, ist der Senat von Berlin, bestehend aus dem Regierenden Bürgermeister (derzeit Klaus Wowereit, SPD) und bis zu acht Senatoren. Der Regierende Bürgermeister ist dabei zugleich Repräsentant des Landes und der Stadt.
1996 scheiterte eine Volksabstimmung zur Vereinigung der Bundesländer Berlin und Brandenburg am Widerstand der Brandenburger Bevölkerung.
Wappen und Flagge
Hauptartikel: Hoheitszeichen Berlins
Die Verwaltung
Hoheitszeichen Berlins
Da Berlin eine Einheitsgemeinde ist, stellen die Bezirke keine eigenständigen Gemeinden dar und sind somit stark vom Senat und auf Verwaltungsebene von den Senatsverwaltungen abhängig, die die Fachaufsicht ausüben. Dennoch gibt es in jedem Berliner Bezirk eine eigene – allerdings nicht als Parlament, sondern als Teil der Verwaltung ausgestaltete – Volksvertretung, die Bezirksverordnetenversammlung (BVV), welche das Bezirksamt, bestehend aus Bezirksbürgermeister und fünf Stadträten, nach Parteienproporz wählt. Bürgermeister und Stadträte haben daher trotz ihrer quasipolitischen Wahl den Status eines Wahlbeamten inne.
Die Bürgermeister der Bezirke bilden unter Vorsitz des Regierenden Bürgermeisters den Rat der Bürgermeister, der den Senat berät.
Berlin hat pro Kopf der Bevölkerung die meisten Landesbeamten. Dies entstammt zum Teil noch der Situation der geteilten Stadt mit Westberliner Exklave, deren Beamtenschaft für das Bundesland übernommen wurden.
Siehe auch: Bezirksverwaltung in Berlin
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Hauptartikel: Sehenswürdigkeiten in Berlin
Theater
Sehenswürdigkeiten in Berlin]
Berlin ist bekannt für seine zahlreichen Theater- und Kleinkunstbühnen. Die bekanntesten sind das Berliner Ensemble, die Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz und das Deutsche Theater Berlin. Es verfügt außerdem über drei Opernhäuser, die Staatsoper, die Deutsche Oper und die Komische Oper. Jedes Jahr finden in Berlin die Internationalen Filmfestspiele, die Berlinale, mit der Verleihung des Goldenen Bären statt.
Daneben besitzt Berlin mehrere Orchester und Chöre. Neben den Berliner Philharmonikern und dem Berliner Sinfonie Orchester gibt es mehrere Orchester und Chöre der Rundfunk Orchester und Chöre GmbH. Dies sind das Deutsche Symphonie-Orchester Berlin (Kent Nagano), das Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin (Marek Janowski), der Rundfunkchor Berlin (Simon Halsey) und der RIAS Kammerchor (Daniel Reuss). Diese Orchester und Chöre treten oft zusammen (Orchester mit Chor) im Konzerthaus, der Philharmonie oder in anderen Sälen in Deutschland oder auf Tourneen auf der ganzen Welt auf. Im Berliner Sängerbund sind 236 Laienchöre mit über 10 000 Mitgliedern vereinigt.
Museen
Berliner Sängerbund ]
Hauptartikel: Museen in Berlin
Berlin verfügt über eine Vielzahl von Museen. Bereits 1841 wurde die von Spree und Kupfergraben umflossene Museumsinsel im nördlichen Teil der Spreeinsel durch königliche Order zu einem „der Kunst und der Altertumswissenschaft geweihten Bezirk“ bestimmt. In der Folge entstanden dort mehrere Museen, wie das Alte Museum im Lustgarten, das Neue Museum, die Alte Nationalgalerie, das heutige Bodemuseum und das Pergamonmuseum. Diese Museen stellen vor allem Exponate aus der Zeit der Antike aus.
Außerhalb der Museumsinsel befinden sich Museen über vielfältige Themen. Die Gemäldegalerie und Neue Nationalgalerie sind Kunstmuseen, das Bauhaus-Archiv ein Architekturmuseum. Das Jüdische Museum zeigt eine ständige Ausstellung zu 2.000 Jahren jüdisch-deutscher Geschichte. Das Jagdschloss Grunewald beherbergt eine erlesene Gemäldesammlung aus dem 15. bis 19. Jahrhundert. In Dahlem konzentrieren sich zahlreiche ethnologische Museen. In Lichtenberg wurde auf dem Areal des früheren Ministeriums für Staatssicherheit der DDR das Stasi-Museum eingerichtet. Das Museum am Checkpoint Charlie, auch als Mauermuseum bekannt, zeigt Momente aus der Teilungsgeschichte.
Bauwerke
Checkpoint Charlie]
Das zwischen 1788 und 1791 errichtete Brandenburger Tor ist Berlins Wahrzeichen und Symbol der überwundenen Teilung. Es ist den Propyläen auf der Akropolis in Athen nachempfunden und wird von einer Quadriga mit der Siegesgöttin Viktoria gekrönt, die von ihrem Schöpfer Johann Gottfried Schadow jedoch als Friedensgöttin Eirene gedacht war. Das Tor ist das westliche Ende der Straße Unter den Linden, die sich bis zur Museumsinsel in der Spree und dem Berliner Dom hinzieht. Bis zur Wiedervereinigung Deutschlands am 3. Oktober 1990 verlief dort die Grenze zwischen beiden Stadthälften.
1990
In diesem Areal liegen die im Jahre 1743 im Rokokostil erbaute Deutsche Staatsoper, die zwischen 1774 und 1780 errichtete Staatsbibliothek, das von 1695 bis 1706 nach Plänen von Andreas Schlüter gebaute barocke ehemalige Zeughaus und die zwischen 1747 und 1773 errichtete Hedwigs-Kathedrale, die Hauptkirche des katholischen Bistums Berlin. Der Französische Dom am Gendarmenmarkt war im 17. Jahrhundert Mittelpunkt des französischen Viertels. Die im Jahre 1809 eröffnete Humboldt-Universität zu Berlin, an welcher der Philosoph Georg Wilhelm Friedrich Hegel lehrte, brachte 27 Nobelpreisträger hervor.
Eine beliebte Einkaufspromenade in Berlin ist der Kurfürstendamm mit seinen zahlreichen Hotels, Geschäften, Restaurants. Die im Zweiten Weltkrieg zerstörte Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche wurde zwischen 1891 und 1895 erbaut. Sie markiert das östliche Ende des Boulevards. Ihre Turmruine blieb als Mahnmal erhalten. Gleich daneben entstand nach Plänen Egon Eiermanns von 1959 bis 1961 eine neue Kirche auf achteckigem Grundriss mit einem sechseckigen frei stehenden Kirchturm.
Die östliche Verlängerung des Kurfürstendammes bildet die Tauentzienstraße, wo sich mit dem KaDeWe (Kaufhaus des Westens) das größte Kaufhaus des europäischen Kontinents und das zwischen 1963 und 1965 erbaute Europa-Center befinden. Das 22-stöckige Gebäude beherbergt viele Geschäfte, Restaurants, Büros, ein Kino und eine Aussichtsplattform. In nordöstlicher Richtung erstreckt sich mit über drei Kilometern Länge die größte Parkanlage Berlins, der Tiergarten.
Tiergarten
In der Nähe des Brandenburger Tores befinden sich die 1957 errichtete Kongresshalle und das zwischen 1884 und 1894 gebaute Reichstagsgebäude. Es wurde am 27. Februar 1933 durch einen Brand schwer beschädigt und im Zweiten Weltkrieg erneut erheblich in Mitleidenschaft gezogen. Seit dem Jahre 1999 ist das Gebäude Sitz des Deutschen Bundestages. Einen Besuch wert ist auch der Zoologische Garten von Berlin, einer der größten und ältesten der Welt, und das 1785 errichtete Schloss Bellevue, einst Sommerwohnung von Prinz August Ferdinand, des Bruders Friedrich des Großen, heute Amtssitz des Bundespräsidenten.
Bundespräsident]
Die Oranienburger Straße war vor dem Zweiten Weltkrieg das Zentrum des jüdischen Viertels. Zu deren Wiederaufbau gehörte unter anderem die Restaurierung der 1866 fertig gestellten Neuen Synagoge. Sie wurde durch Bombenangriffe im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigt. 1995 wieder eröffnet dient sie heute als Mittelpunkt für das Studium und die Erhaltung jüdischer Kultur. In nördlicher Richtung liegt der älteste jüdische Friedhof der Stadt.
Östlich der beiden Spreearme, die die Spreeinsel umfließen, liegt der Alexanderplatz mit vielen Geschäften und Restaurants, ganz in der Nähe davon der 368 Meter hohe Fernsehturm – das höchste Gebäude Deutschlands – und das Rote Rathaus. Zwei Statuen, eine männliche und eine weibliche, mit Blick auf den Eingang des Rathauses sollen an die Beseitigung der vielen Trümmer nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges erinnern. Sehenswert im östlichen Zentrum Berlins sind der alte Stadtteil Prenzlauer Berg und die Einkaufsstraßen Schönhauser Allee und Kastanienallee.
Der Potsdamer Platz ist eine Verkehrsdrehscheibe im Zentrum Berlins, von der mehrere große Straßen ausgehen. Er wurde 1741 auf Erlass von Friedrich Wilhelm I., König in Preußen angelegt. 1923 begann von dem in der Nähe gelegenen Vox-Haus aus die Geschichte des Rundfunks in Deutschland. Bis 1940 war der Potsdamer Platz der verkehrsreichste Platz Europas. Nach dem starken Bombardement durch die Alliierten im Zweiten Weltkrieg lag er in Trümmern.
1961 wurde er durch die Berliner Mauer geteilt und die Gegend verfiel. Der fühere Verlauf der Berliner Mauer wird seit einigen Jahren durch in den Boden eingelassene Pflastersteine gekennzeichnet. Durch die Hochhausbebauung des Potsdamer Platzes, die eine große Anzahl an Geschäften und Restaurants beherbergen, hat dieser sich als Bindeglied zwischen den bis zur Wende getrennten Stadthälften entwickelt.
In Charlottenburg wurde das Olympiastadion für die Olympischen Sommerspiele von 1936 errichtet, sowie der 150 Meter hohe Funkturm, der zwischen 1924 und 1926 anlässlich der 3. Deutschen Funkausstellung entstand und sehr schnell zu einem der Wahrzeichen Berlins avancierte. Weitere Sehenswürdigkeiten der Stadt sind das Schloss Charlottenburg (Baubeginn 1695), ein barocker Repräsentationsbau der Hohenzollern mit bedeutender Gemäldesammlung, die Zitadelle Spandau und das im Stil des Klassizismus erbaute Schloss Tegel (auch Humboldt-Schloss), ehemals Wohnsitz des Naturforschers und Geographen Alexander von Humboldt.
Parkanlagen
Alexander von Humboldt ]]
Alexander von Humboldt]
Alexander von Humboldt]
Der Große Tiergarten liegt im Zentrum Berlins, im Ortsteil Berlin-Tiergarten des Bezirks Mitte. Mit 210 Hektar ist er der größte Berliner Park. Einige große Straßen durchschneiden den Park, darunter die Ost-West-Achse Straße des 17. Juni. Sie kreuzen sich am Großen Stern, in dessen Mitte die Siegessäule steht.
Der erste Tiergarten wurde schon 1527 angelegt, allerdings an anderer Stelle, nämlich in der Nähe des Berliner Schlosses, westlich der Cöllner Stadtmauer. Das kleine Gebiet wurde seit 1530 nach Westen und Norden hin durch Zukäufe erweitert, bis zu den Grenzen des heutigen Tiergartens und darüber hinaus.
Neben dem Tiergarten mit seinen zahlreichen historischen Gebäuden gehört der Treptower Park im Südosten Berlins zu den bedeutendsten Parks der Stadt. Er wurde von 1876 bis 1882 vom ersten Berliner Gartenbaudirektor Gustav Meyer angelegt und war 1896 Schauplatz der Großen Berliner Gewerbeausstellung. Die weite an der Spree sich hinziehende Gartenlandschaft ist eines der beliebtesten Ausflugsziele der Berliner, nicht zuletzt auch wegen der bereits 1821 und 1822 als Neues Gartenhaus an der Spree erbauten heutigen Gaststätte.
Eine Besonderheit unter den Parks ist der Botanische Garten Berlin. Im Südwesten der Stadt gelegen, wird er neben seiner wissenschaftlichen Bestimmung (er gehört zur Freien Universität Berlin) auch als Erholungspark genutzt. Die Vorgängereinrichtung existierte bereits seit 1697 auf dem Gelände des heutigen Kleistparks in Schöneberg, ab 1897 folgte der Bau der neuen Parkanlage in Dahlem. Mit einer Fläche von über 43 Hektar und etwa 22.000 verschiedenen Pflanzenarten gehört er zu den größten und weltweit bedeutendsten Botanischen Gärten und ist der größte in Europa. Das 25 Meter hohe, 30 Meter breite, und 60 Meter lange Große Tropenhaus ist das höchste Gewächshaus der Welt.
Im Südwesten von Berlin an der historischen Brücke zu Potsdam liegt unter anderem die Pfaueninsel mit dem zwischen 1794 und 1797 im Stil einer Ruine erbauten Lustschloss und einem englischen Garten.
Freizeit und Erholung
englischen Garten]
Der von der Havel durchflossene Große Wannsee bedeckt eine Fläche von 260 Hektar. Mit ihm besitzt Zehlendorf, eine der bevorzugtesten Wohngegenden der Stadt, Berlins beliebtestes Naherholungsgebiet, das Wassersport, Ausflugsschifffahrt und das Strandbad Wannsee bietet.
In der Villa Am Großen Wannsee 56-58 allerdings fand am 20. Januar 1942 die sogenannte Wannsee-Konferenz "zur Endlösung der Judenfrage" statt. Heute ist dort eine Gedenkstätte eingerichtet.
Der Müggelsee und die Müggelberge im Südosten Berlins sind zu allen Jahreszeiten beliebte Ausflugsziele. Das Strandbad ist in den Sommermonaten ein Besuchermagnet. Der Müggelsee ist der größte der Berliner Seen. Vielfach findet man die Bezeichnung Großer Müggelsee, da er mit dem Kleinen Müggelsee einen Bruder hat, der allerdings lediglich 0,16 Quadratkilometer umfasst.
Der See dehnt sich über 7,4 Quadratkilometer aus (maximal 4,3 Kilometer lang; 2,6 Kilometer breit) und ist bis zu acht Meter tief. Der See und die am Südrand gelegenen Müggelberge, mit 115 Meter die höchsten Berliner Erhebungen, entstanden während des Pleistozäns. Auf dem sogenannten Kleinen Müggelberg wurde 1889 der vielbesuchte und beliebte Müggelturm errichtet, der einen Ausblick über den See und die Wälder bis hin zur Stadtsilhouette Berlins bietet beziehungsweise bot.
Sport
Müggelturm]
In Berlin gibt es zahlreiche Sportvereine, wobei sich die meisten dem Breitensport widmen. Ein paar Vereine sind aber zusätzlich auch im Bereich des professionellen Sports tätig. Dazu zählen insbesondere im Fußball Hertha BSC und der 1. FC Union Berlin, im Eishockey die Eisbären, im Basketball Alba und im American Football Berlin Thunder. In der Volleyball-Bundesliga ist die Hauptstadt gleich mit drei Vereinen vertreten.
Jedes Jahr findet in Berlin der weltbekannte Berlin-Marathon sowie das ISTAF statt. Nachdem Berlin die Bewerbung um die Olympischen Sommerspiele 2000 verloren hatte, wird im Jahr 2006 nun das Finale der Fußball-Weltmeisterschaft in Berlin ausgetragen werden. Dazu wurde das Olympiastadion komplett saniert. Im Jahr 2009 werden die Leichtathletik-Weltmeisterschaften im Berliner Olympiastadion ausgetragen.
Wirtschaft
Leichtathletik-Weltmeisterschaften]
Hauptartikel: Wirtschaft Berlins
Das Bruttoinlandsprodukt des Landes Berlin betrug im Jahr 2001 75,8 Mrd. Euro. Zum Vergleich: Hamburg erzielte ein Bruttoinlandsprodukt von 73,7 Mrd. Euro, im Land Brandenburg waren es 42,3 Mrd. Euro (Quelle: IHK-Bericht 2000/2001).
In Berlin gab es 2001 insgesamt 138.688 der Industrie- und Handelskammer zugehörige Betriebe. Davon waren 48.289 im Handelsregister eingetragen und 90.399 so genannte Kleingewerbetreibende (IHK-Bericht 2000/2001).
Über 80 Prozent der Unternehmen Berlins gehören dem Tertiärsektor an. Mit 1,2 der 1,5 Millionen Arbeitnehmer Berlins sind in diesem Bereich ebenfalls weit über 80 Prozent der Erwerbstätigen beschäftigt. Berlin ist also Hochburg des Dienstleistungssektors. Die Bruttowertschöpfung liegt bei rund 69 Mrd. Euro pro Jahr.
Medien
Bruttowertschöpfung
Hauptartikel: Berliner Medienlandschaft
Berlin ist der Sitz vieler regional und bundesweit sendender Rundfunkanstalten. Neben Fernsehsendern wie MTV, Nick, bald auch VIVA und VIVA Plus, Sat.1, N24, TV.Berlin oder FAB gibt es in Berlin eine große Anzahl so genannter Privatradios. Auch die öffentlich-rechtlichen Sender RBB und Deutsche Welle TV haben hier ihren Sitz. Der politischen Bedeutung als Hauptstadt tragen die meisten überregionalen Sender wie ARD, ZDF, RTL oder DeutschlandRadio mit einem „Hauptstadtstudio“ Rechnung.
In Berlin erscheinen die meisten Tageszeitungen Deutschlands. Die größten Abonnement-Zeitungen sind die Berliner Zeitung, die Berliner Morgenpost sowie Der Tagesspiegel, die alle drei jeweils einen umfangreichen Berlin-Teil aufweisen. Bundesweite Bedeutung haben die linksliberale taz, die konservative Welt, das Linkspartei-nahe Neue Deutschland und die Linkspartei-kritische Junge Welt. Außerdem gibt es in Berlin die Boulevardzeitungen B.Z., Bild Berlin und Berliner Kurier.
Neben den Zeitungen gibt es verschiedene Anzeigenblätter wie die Berliner Woche, das Berliner Abendblatt oder die Zweite Hand; außerdem erscheinen verschiedene Stadtmagazine wie der Tip, (030) oder die Zitty.
In Berlin haben der Verlag Walter de Gruyter und der Springer-Verlag ihren Sitz. Sie bieten neben Büchern und Zeitschriften auch viele multimediale Angebote.
Infrastruktur
Öffentlicher Verkehr
Springer-Verlag
Springer-Verlag]
Dem innerstädtischen Verkehr dienen die S-Bahn – betrieben von der S-Bahn Berlin GmbH – sowie die U-Bahn, Straßenbahnen und Busse – betrieben von der BVG.
Wie man der Netzspinne leicht entnehmen kann, wird die Innenstadt in Ost-West-Richtung von der als Hochbahn angelegten Stadtbahn durchquert, welche parallel von S-Bahn sowie Regional- und Fernverkehr befahren wird. Sie verbindet das Westkreuz mit dem Ostkreuz, und passiert dabei den Bahnhof Charlottenburg, den Zoologischen Garten, den Lehrter Bahnhof, den Bahnhof Friedrichstraße, den Alexanderplatz und den Ostbahnhof.
Auf der Nord-Süd-Achse übernimmt die U-Bahnlinie 9 den größten Teil des Fahrgastaufkommens, ergänzt durch die teilweise unterirdische Nord-Süd-Trasse der S-Bahn. Die S-Bahntrasse kreuzt am Bahnhof Friedrichstraße die Stadtbahn. Noch im Bau befindet sich die größtenteils unterirdische Fernbahntrasse vom Bahnhof Papestraße über den Lehrter Bahnhof bis nach Gesundbrunnen (als Teil des so genannten Pilzkonzeptes). Vervollständigt wird der Bahnverkehr durch die Ringbahn, welche die Innenstadt einschließt.
Zum Eisenbahnknotenpunkt Berlin gehört auch der bei Potsdam gelegene Rangierbahnhof Seddin. Für den Regionalverkehr verkehren Regionalbahn- und Regionalexpresslinien der Deutschen Bahn sowie zwei InterConnex-Linien.
Siehe auch: Liste Berliner Bahnhöfe
Autobahnen
Die Innenstadt wird von Westen her von einem Autobahn-Halbkreis (A 100 – Berliner Stadtring) umgeben, der langfristig zu einem Ring vervollständigt werden soll und eine reine Stadtautobahn darstellt. Rund um Berlin verläuft die Autobahn A 10 (Berliner Ring).
Von der A 100 gibt es innerhalb des Stadtgebiets folgende Autobahnen Richtung Berliner Ring:
- A 111 in Richtung Nordwesten (Richtung Hamburg und Rostock)
- A 113 in Richtung Südosten (Richtung Dresden und Cottbus). Diese Autobahn beginnt derzeit erst am Dreieck Treptow im äußersten Südosten der Stadt. Bis 2007 soll der im Bau befindliche Anschluss von der A 100 (beginnend am Dreieck Neukölln) bis zur Berliner Stadtgrenze fertig gestellt sein. Am 14. Juli 2004 wurde dazu das erste Teilstück vom Dreieck Neukölln bis zur Anschlussstelle Späthstraße für den Verkehr freigegeben.
- A 115 in Richtung Südwesten (Richtung Hannover und Leipzig), deren anfängliches gerades Teilstück umgangssprachlich auch heute noch AVUS genannt wird.
Zusätzlich hierzu gibt es im Norden der Stadt noch die A 114 von der Prenzlauer Promenade im Bezirk Pankow zur A 10 in Richtung Stettin.
Die nur wenige Kilometer lange ehemalige A 104, die im Südwesten der Stadt den Berliner Stadtring (A 100)) nach Süden hin mit Berlin-Steglitz verbindet, wurde inzwischen zur Autostraße herabgestuft. Die A 103 verbindet den Berliner Stadtring – von einem weiter östlich gelegenen Anschluss – nach Südwesten hin mit dem Steglitzer Kreisel in Richtung Potsdam.
Flughäfen
Berlin besitzt drei Flughäfen: Tegel (TXL), Tempelhof (THF) und Schönefeld (SXF). Letzterer liegt allerdings knapp hinter der Berliner Stadtgrenze und befindet sich somit im Land Brandenburg. Langfristig ist geplant, den Flughafen Schönefeld zu vergrößern, um die im Innenstadtbereich liegenden Flughäfen Tegel und Tempelhof zu entlasten beziehungsweise zu schließen. Das Großprojekt Flughafen Berlin Brandenburg International (BBI) stößt bei einigen Anwohnern in Berlin und Brandenburg auf Widerstand.
Mit dem bereits geschlossenen Flugplatz Johannisthal besaß Berlin den ersten Flugplatz Deutschlands.
Energieversorgung
Die Energieversorgung von Berlin verfügt über einige Besonderheiten. Im Zweiten Weltkrieg wurde geplant, Berlin über eine als Erdkabel ausgeführte Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung (HGÜ) vom Kraftwerk Dessau zu speisen. Mit dem Bau dieser Anlage wurde 1943 begonnen, sie konn
Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf
Der Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf ist der 4. Verwaltungsbezirk von Berlin, der durch die Fusion der bisherigen Bezirke Charlottenburg und Wilmersdorf (beide ehemals Westteil) entstanden ist.
Der Bezirk gilt heute als eher bürgerlicher Wohnbezirk. In Charlottenburg-Wilmersdorf befinden sich der Kurfürstendamm, die Technische Universität Berlin und die Deutsche Oper Berlin.
Geschichte
Deutsche Oper Berlin
Charlottenburg ist aus der Gemeinde Lietzenburg (ursprünglich: Lietzow) hervorgegangen, auf deren Territorium zu Ehren von Königin Sophie Charlotte das Schloss Charlottenburg errichtet und 1705 die Stadt Charlottenburg gegründet wurde. Bis zur Eingemeindung zu Groß-Berlin (1920) entwickelte sich Charlottenburg zur reichsten Stadt Preußens.
Nach der Oktoberrevolution wohnten zahlreiche russische Intellektuelle in Charlottenburg, weshalb es von den Berlinern auch Charlottengrad genannt wurde, auch heute befinden sich rund um den Stuttgarter Platz wieder zahlreiche russische Läden.
Am 2. Juni 1967 wurde bei einer Demonstration gegen den Schah von Persien gegenüber der Deutschen Oper Berlin der Student Benno Ohnesorg erschossen, während in der Oper für den Schah die Zauberflöte aufgeführt wurde.
Am Kurfürstendamm wurde am 11. April 1968 Rudi Dutschke, eine
der populärsten Figuren der Studentenbewegung, auf offener Straße
angeschossen. und lebensgefährlich verletzt. Elf Jahre später erlag er als
Spätfolge einem epileptischen Anfall in der Badewanne.
Ortsteile und Ortslagen
Studentenbewegung]
Studentenbewegung]
- 04 Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf (Aufteilung laut Beschluss der BVV vom 30. September 2004)
- 0401 Charlottenburg war bis 1920 eine selbständige Großstadt westlich des alten Berlin.
- Witzleben
- Kalowswerder
- Martinekenfelde
- 0406 Charlottenburg-Nord
- Jungfernheide
- Paul-Hertz-Siedlung
- Plötzensee
- 0404 Grunewald entstand aus der Villenkolonie oder späteren Millionärskolonie Grunewald.
- 0407 Halensee
- 0403 Schmargendorf konnte bis heute seinen eigenständigen, eher kleinstädtischer Charakter mit eigenem Ortszentrum in der Breiten Straße und der Berkaer Straße erhalten.
- 0405 Westend
- Pichelsberg
- Ruhleben
- Siedlung Eichkamp
- Siedlung Heerstraße
- 0402 Wilmersdorf war bis 1920 eine Großstadt südwestlich des alten Berlins. Der historische Kern befindet sich an der Straße Wilhelmsaue.
- Rheingau-Viertel
Sehenswürdigkeiten
Wilmersdorf]
- Grunewaldturm
- Kreuzkirche in Schmargendorf
- Dorfkirche in Berlin-Schmargendorf
- Rathaus Schmargendorf
- Mahnmal Gleis 17 am Bahnhof Grunewald
- Denkmal am Schildhorn für Jaxa von Köpenick
Jaxa von Köpenick]
- Schloss Charlottenburg
- Luisenkirche von Karl Friedrich Schinkel auf dem Gierkeplatz
- Rathaus Charlottenburg
- Funkturm
- Messegelände und ICC Berlin
- Deutsche Oper Berlin
- Theater des Westens
- Schiller-Theater
- Berliner Olympiastadion und das Olympiagelände
- Breitscheidplatz mit Gedächtniskirche, Europa-Center und Wasserklops
- Gedenkstätte Plötzensee
Siehe auch: Sehenswürdigkeiten in Berlin
Weblinks
- [http://www.charlottenburg-wilmersdorf.de/ Homepage des Bezirkes]
- [http://www.charlottenburg-wilmersdorf.de/wissenswertes/geschichte/bezirk.html Geschichte des Bezirks]
Charlottenburg-Wilmersdorf
Bezirk Steglitz-Zehlendorf
Der Bezirk Steglitz-Zehlendorf ist der 6. Verwaltungsbezirk von Berlin, der durch die Fusion der bisherigen Bezirke Steglitz und Zehlendorf (beide ehemals Westteil) entstanden ist.
Der alte Bezirk Zehlendorf wurde auch als "Der Grüne Bezirk" bezeichnet, da sich hier unter anderem Erholungsgebiete wie der Grunewald mit Seen wie dem Schlachtensee und der Krumme Lanke befinden, die besonders im Sommer von vielen Berlinern besucht werden.
Steglitz-Zehlendorf ist der Berliner Bezirk mit der gehobensten Sozialstruktur. Er ist gekennzeichnet durch ein hohes Durchschnittseinkommen der Bewohner und eine niedrige Arbeitslosenquote. Auch das Durchschnittsalter der Bevölkerung ist im Berliner Vergleich besonders hoch.
Ortsteile und Ortslagen
- 06 Bezirk Steglitz-Zehlendorf
- 0601 Steglitz
- Südende
-
- 0602 Lichterfelde
- Lichterfelde-Ost
- 0603 Lankwitz
- 0604 Zehlendorf
- Düppel
- Schlachtensee
- 0605 Dahlem
- Onkel-Toms-Hütte
- 0606 Nikolassee
- 0607 Wannsee
Sehenswürdigkeiten & Museen
Auf dem Städtischen Friedhof Dahlem I in diesem Bezirk befindet sich auch das Grab des 1947 verstorbenen Veilchens vom Potsdamer Platz Rotraut Richter.
Rotraut Richter
Rotraut Richter
- Botanischer Garten Berlin
- Domäne Dahlem
- Museumsdorf Düppel
- Wannsee
- Schloßpark Glienicke mit Glienicker Brücke
- Loggia Alexandra auf dem Böttcherberg
- Albrechts Teerofen
- Kohlhasenbrück
- Jagdschloss Grunewald mit Gemäldesammlung
- Museum für Indische Kunst
- Museum für Ostasiatische Kunst
- Ethnologisches Museum
- Museum Europäischer Kulturen
- Domäne Dahlem – agrarhistorisches Freilichtmuseum
- Brücke-Museum
- Alliiertenmuseum zur Geschichte des Kalten Krieges in Berlin
Wissenschaftliche Einrichtungen
Kalten Krieges]
- Freie Universität Berlin
- Max-Planck-Gesellschaft
- Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung
- Biologische Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft
- Bundesinstitut für Risikobewertung
- Deutsches Archäologisches Institut
- Konrad-Zuse-Zentrum für Informationstechnik Berlin
- Geheimes Preußisches Staatsarchiv
- Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung
- Institut für Museumskunde
- Hahn-Meitner-Institut
Weblinks
- [http://www.suedwestweb-berlin.de/struktur/v0004/s0004.html/ Zeittafel der Steglitzer Geschichte]
Steglitz-Zehlendorf, Bezirk
Glaziale RinneEine Glaziale Rinne entsteht unter dem Gletschereis durch die abtragende Wirkung der Schmelzwässer. Man findet sie vor allem im skandinavischen Vereisungsgebiet. Typischerweise sind sie Bestandteil von Grundmoränenlandschaften. Synonym wird das Wort Tunneltal verwendet.
Entstehung:
Das vor allem im Eiszeitsommer auf dem Eis anfallende Schmelzwasser sucht sich über Röhrensysteme und Spalten relativ schnell einen Weg an die Gletscherbasis (Wasser ist schwerer als Eis). Dem Druckgefälle folgend fließt es in Richtung Eisrand und vereinigt sich recht schnell zu größeren Schmelzwasserströmen unter dem Eis. Da von der Gletscheroberfläche weiterhin Wasser nachströmt, steht das unter dem Eis fließende Wasser meist unter hohem Druck. Deshalb kann es eine stark erodierende (abtragende) Kraft auf den Untergrund ausüben. Wenn der Untergrund aus unverfestigten Sedimenten besteht, wie zum Beispiel in Norddeutschland, kann innerhalb kurzer Zeit eine bedeutende Menge an Material abgetragen werden. Da der Schmelzwasserfluss in den Eiszeitwintern gegen Null geht, schließt sich die Rinne, indem von oben Gletschereis in die Rinne gepresst wird. Diese Eisblöcke bleiben auch nach dem Abschmelzen des Gletschers oft noch als Toteis erhalten und bewahren so die Rinne vor dem Verschütten, zum Beispiel durch Schmelzwasser. Nach dem Austauen des Toteises entsteht die typische Rinne. Sie ist meist eine mehrere Kilometer lange, langgestreckte und unregelmäßig geformte Hohlform. Die Breite schwankt zwischen wenigen dutzend und mehreren hundert Metern (max. bis zu 2 km bei Rinnenbündelung). Je nach Grundwasserstand ist der Boden der Rinne trocken, vermoort oder mit Flüssen und Seen gefüllt. Da in Norddeutschland das Eis meist aus nördlicher Richtung kam, sind die meisten Glazialen Rinnen auch von Nord nach Süd ausgerichtet.
Verbreitung:
Glaziale Rinnen sind ein in Norddeutschland weit verbreitetes Phänomen, welches im Vereisungsgebiet der jüngsten, der Weichseleiszeit auftritt. Insbesondere die zahlreichen langgestreckten Rinnenseen geben ihnen einen besonderen landschaftlichen Reiz. Aber auch im geologischen Untergrund konnte man durch Bohrungen bzw. in den Braunkohletagebauen der Lausitz viele Glaziale Rinnen aus den älteren Eiszeiten nachweisen, die völlig verschüttet und an der Oberfläche nicht mehr nachweisbar sind.
Beispiele:
Ahrensburger Rinne, Schweriner See, Ruppiner See, Havelseen in Berlin und Potsdam bis Schwielowsee, Langer See (Dahme), Scharmützelsee, Werbellinsee, Schwielochsee, Schlaubetal westlich von Eisenhüttenstadt
siehe auch: Glaziale Serie, Grundmoräne, Gletscher
Kategorie: Glaziologie Kategorie: Geomorphologie
Havel
Die Havel, auch Fontanes Kulturstrom genannt, entspringt in Mecklenburg-Vorpommern, fließt durch Brandenburg und mündet in Sachsen-Anhalt in die Elbe.
Durch zahlreiche Seen fließt sie in ihrem 325 Kilometer langen Verlauf zuerst in südlicher, dann in westlicher und schließlich in nordwestlicher Richtung. Dabei überwindet der Fluss lediglich 40,6 Meter Höhe. Die direkte Entfernung von der Quelle bis zur Mündung beträgt nur 69 Kilometer. Dennoch ist sie der längste rechtsseitige Nebenfluss der Elbe.
2004 wurde die Havel von den NaturFreunden Deutschlands und dem Deutschen Anglerverband zum Fluss des Jahres gekürt.
Flusslauf
Die Havel entspringt im Nationalpark Müritz in der Mecklenburgischen Seenplatte im Landkreis Mecklenburg-Strelitz. Sie sickert aus dem Diekenbruch hervor, einem nur kleinen See, der zwischen Ankershagen und Kratzeburg liegt und dort zwischen Piverstorf und Dambeck. Der Dieckenbruch liegt etwa 18 km vom nordöstlichen Ufer der Müritz entfernt.
Aus dem Quellsee fließt die Havel zuerst nach Süden: Der erste größere See, den ihr Quellbach durchfließt, ist der Käbelicksee. Danach durchquert sie in Richtung Süden diese Seen: Zootzensee (zwischen Krienke und Babke), Jäthensee, Useriner See und Woblitzsee bei Wesenberg. Fortan fließt die Havel als Obere Havel-Wasserstraße, die durch viele Schleusen geregelt ist, durch diese Seen: Drewensee, Wagnitzsee, Großer Priepertsee, Ellbogensee, Ziernsee und Röblinsee, zwischen den beiden zuletzt genannten Seen quert sie die Grenze nach Brandenburg.
Danach teilt sich die Havel bei bzw. in Fürstenberg in vier Flussläufe auf und durchfließt dort den kleinen Baalensee und den Schwedtsee. Etwas weiter östlich erreicht ihr Wasser den Stolpsee und mäandert danach - weiterhin kanalisiert - in Richtung Süden nach Zehdenick und als Vosskanal nach Liebenwalde. Dort verlässt sie die Mecklenburgische Seenplatte.
Mecklenburgische Seenplatte
Anschließend fließt die Havel parallel zum Oder-Havel-Kanal in südwestlicher Richtung nach Oranienburg, wo der Oder-Havel-Kanal vom Fluss abzweigt. Wenig später erreicht der Fluss verschiedene westliche Stadtteile von Berlin, wo ihm am östlichen Rand des Stadtteils Spandau die von Osten kommende Spree zufließt. Dort fließt die Havel zumeist in weitläufigen Flussbecken; daher bildet sie eine längere Seenkette, zu welcher der Tegeler See, der Große Wannsee, der westlich des Grunewalds liegt (dort liegt auch die Pfaueninsel), und nach Potsdam der Templiner See, der Schwielowsee und der Große Zernsee gehören. Im Stadtgebiet von Potsdam liegt die Freundschaftsinsel, die von der Havel nördlich durch die sog. "Alte Fahrt" und südlich durch die wesentlich breitere sog. "Neue Fahrt" umspült wird. Beim Templiner See knickt der Fluss nach Nordwesten ab.
Große Zernsee
Hiernach passiert sie beim Großen Zernsee die Kleinstadt Werder und erreicht etwas weiter nördlich die Kleinstadt Ketzin. Einiges weiter westlich durchfließt sie die Mittelstadt Brandenburg an der Havel und direkt danach den Breitlingsee und den Plauer See, zwei jeweils recht große Seen, die eine gemeinsame Seenlandschaft bilden; aus dem sich daran anschließenden Wendsee zweigt der Elbe-Havel-Kanal in Richtung Magdeburg ab. Am Plauer See knickt die Havel zum Pritzerber See nach Norden ab; von dort an bildet der Fluss die Lebensader für den Naturpark Westhavelland, den größten Naturpark in Brandenburg, den sie hier durchfließt.
Naturpark
Danach gelangt die Havel nach Premnitz und dann nach Rathenow. Nur ein paar Kilometer weiter nördlich fließt sie westlich am Gülper See vorbei, etwa dort wo sie teils genau auf der Grenze von Brandenburg und Sachsen-Anhalt verläuft. Dort fließt ihr der Rhin und die Dosse zu. Kurz darauf mündet die Havel - nun endgültig in Sachsen-Anhalt - westlich und nordwestlich von Havelberg in zwei Mündungsarmen oder -kanälen in die Elbe.
Alleine 285 der insgesamt 325 Flusskilometer verlaufen in Brandenburg.
Binnen-Feuchtgebiet
Mit den angrenzenden Luchlandschaften Rhinluch, Havelländisches Luch, Dossebruch und Jäglitzniederung bildet diese geschützte untere Havelniederung das größte zusammenhängende Binnen-Feuchtgebiet Mitteleuropas.
Geschichte
Geschichte und wirtschaftliche Entwicklung Brandenburgs sind eng mit der Havel verknüpft. Zur Zeit der slawischen Besiedlung bildeten Havel und Nuthe die Grenze zwischen den Hevellern, die in der Zauche und im Havelland siedelten, und den Sprewanen auf östlicher Seite. Verschiedene Burgen wurden an Havel und Nuthe eingerichtet. Bekanntere Burgen an der Havel bestanden auf dem Gebiet der heutigen Zitadelle Spandau, in Potsdam gegenüber der Nuthe-Mündung sowie in der heutigen Stadt Brandenburg die Brennabor. Die Gründung der Mark Brandenburg durch den Askanier Albrecht den Bären im Jahr 1157 vollzog sich, als Albrecht in Spandau an der Havel die Sprewanen entscheidend schlagen konnte.
Als günstiger Wasserweg trug die Havel dazu bei, dass Handel und Gewerbe im Mittelalter eine Blütezeit erlebten. Die Fischerei stellte lange Zeit einen bedeutenden Wirtschaftsfaktor der Region dar.
Protest gegen Ausbau
Fischerei]
Nach der sächsischen Gottleuba 2000/2001 und der bayrischen Ilz 2002/2003 wurde die Havel für 2004/2005 als dritter Fluss in diesem Wettbewerb zu Deutschlands Flusslandschaft des Jahres gewählt. Die Preisverleihung soll unter anderem als Protest gegen den geplanten Ausbau der mittleren Havel für große Containerschiffe verstanden werden, der die Naturparadiese dieser einzigartigen Flusslandschaft erheblich beschädigen würde. Seit 1992 setzt sich ein "Aktionsbündnis gegen den Havelausbau" aus über 30 Organisationen für den Erhalt der natürlichen Vielfalt und Schönheit des Flusses ein.
Nebenflüsse / Kanaleinspeisungen
Von der Quelle flussabwärts:
- Briese
- Tegeler Fließ
- Spree
- Teltowkanal, unter anderem mit Resteinspeisungen der Bäke (Telte)
- Nuthe
- Plane
- Rhin
- Dosse
- Woblitz
Woblitz
Orte
Von der Quelle flussabwärts:
- Wesenberg
- Priepert
- Fürstenberg
- Bredereiche
- Zehdenick
- Krewelin
- Liebenwalde
- Oranienburg
- Birkenwerder
- Hohen Neuendorf
- Hennigsdorf
- Berlin
- Potsdam
- Schwielowsee mit Caputh
- Werder
- Ketzin
- Brandenburg
- Premnitz
- Rathenow
- Havelberg
Siehe auch
- Tourismus in Brandenburg
- Radwege in Brandenburg
- Regionalparks in Brandenburg und Berlin
- Havelkanal
Weblinks
- [http://www.grueneliga.de/havel/ Über die Havel]
- [http://www.havelmanagement.de/Havel-ger/Havel/chrakteristika.htm Havelmanagement]
- [http://www.havelmanagement.de/Havel-ger/Havel/flusslandschaft_des_jahres.htm Die Havel - Flusslandschaft des Jahres 2004/2005]
- [http://www.bund-berlin.de/index.php?id=60&type=10 Aktionsbündnis gegen den Havelausbau]
- [http://www.blaues-band.de/havel/index.htm?havel_bld.htm Die untere Havel]
- [http://wna-b.wsv.de/wasserstrassen/untere_havel-wasserstrasse/ Untere Havel-Wasserstraße]
- [http://www.reiseland-brandenburg.de TMB Tourismus Marketing Brandenburg GmbH]
- [http://www.grossschutzgebiete.brandenburg.de Landesumweltamt Brandenburg, Abt. Großschutzgebiete]
- [http://www.naturwacht.de/cssversion/naturwachten.php Naturwacht Brandenburg]
- [http://www.mv-maritim.de/kanutouren/tour.php?tourid=16&revierid=2&kajak=0 Kanutouren Oberhavel]
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